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 Kapitel 625-626

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queenie
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BeitragThema: Kapitel 625-626   Di Jan 30, 2018 8:42 pm

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625. Kapitel Leichenschmauss im Leichenhaus

Hermiones Sicht

„Du wirst ihn hier bei mir lassen und mir dein Vertrauen offenbaren, indem du jetzt gehst“, sagte er, forderte er, wollte er.

„Vertrauen!“, „Geh!“, das hallte mir immer wieder in den Ohren nach.

Und ja, auch wenn ich es mit einem wütenden Abgang kaschierte, ich ging, weil ich Lucius mein Vertrauen aussprechen wollte. Ich ging nicht wegen Fenrirs Aufforderung, sie das alleine klären zu lassen. Aber diese Aufforderung von ihm war gut genug, um das Gesicht wahren zu können und hoch erhobenen Hauptes zu gehen. Wohl fühlte ich mich damit jedoch trotzdem nicht, denn ich machte mir durchaus um Fenrir Sorgen. Wenn Lucius nämlich Gefallen an seinem Opfer fand, würde er die Folter fröhlich weitertreiben, nur um eine Reaktion aus seinem Gegenüber zu kitzeln. Das war wie eine Sucht.

Was mich beschäftigte war, wie er sich dann die Person gewogen halten wollte? Wie wollte er das schaffen?

Denn Fenrir als Alpha des Rudels war einfach zu wichtig, als dass er ihn töten könnte. Und was trieb ihn zu dieser Tat, nachdem sich Fenrir doch um mich gekümmert hatte? Ich stockte. War es vielleicht am Ende so einfach?

Ein Malfoy war unberechenbar. Redete ich es mir ein, oder könnte es sein, dass es Lucius nicht passte, wie nah mir Fenrir kam oder gekommen war? Unfug, ich nahm mich selbst zu wichtig!

Mit einem letzten unwohlen Seufzen apparierte ich aus der Eingangshalle und stand Sekunden später nahe dem Ort Tinworth am brausenden Meer. Sofort blies mir eine frische Brise zur Begrüßung ins Gesicht, während ich versuchte, wieder zu mir zu finden.

Ich legte meine Finger auf meine Lippen und bedauerte, Lucius bei seinem Hobby gestört zu haben. Ich hatte mich von ihm verabschieden wollen, denn nachdem er uns gerettet hatte, war es das Mindeste was ich tun konnte. Dass es so ausgehen würde hatte ja keiner ahnen können. Hoffentlich hatte ich richtig entschieden, indem ich die beiden Männer ihre Differenzen klären ließ. Es blieb mir nichts übrig, als zu hoffen, dass die Lage nicht eskalierte.

Aber jetzt blickte ich mich erstmal um. Dies war also der Ort. Wir hatten damals nach der unfassbaren Episode, als Ron gegangen war und nicht zu uns zurückgefunden hatte, eine Vereinbarung getroffen. Sollten wir getrennt werden, wäre Shell Cottage der Treffpunkt, wo wir uns sammeln würden und so wankte ich auf unsicheren Beinen in der starken Brise über die sandigen Dünen. Ich konnte es zwar nicht sehen, das Shell Cottage von Bill und Fleur, welches sie seit ihrer Hochzeit bewohnten, aber ich nahm an, dass es gemütlich sein würde. Ich war in einer kleinen malerischen Bucht gelandet und ich blickte auf die schroffe Felsenküste, an der sich das Meer rauschend brach. Ständig war das beruhigende Geräusch der Wellen, die gegen die Klippen schlugen und die Gischt auftürmten, zu hören. Es war eindeutig einsam hier, nichts als Sand, Dünen, Grasnarben und der Himmel mit finsteren Wolken, aber es strahlte eine wohltuende Ruhe aus.

Ich fror mehr als sonst und ging unsicher vorwärts, in der Hoffnung, jemanden zu finden, der mir das Haus zeigen, oder mich in den Fidelius einbinden konnte, als ich beinah über Harry stolperte, dessen wirrer Schopf aus der Erde ragte.

Irritiert sah ich zu der Gruppe. Sie kauerten alle zusammen im Sand. Luna, Dean und Ron. Sie knieten vor einem Loch. Mein Blick huschte wieder zu dem Loch, was mir die Luft zum Atmen raubte. Das war kein Loch.

„Oh, der Götter Willen…“, entfuhr es mir geschockt, denn dies war ein kleines Grab.

„Hermione“, wurde ich von vier von Tränen erstickten Stimmen rau begrüßt, aber die Erleichterung, dass ich da war, war ihnen anzusehen.

„Dobby?“, wisperte ich zutiefst getroffen und sackte kraftlos neben dem kleinen Bündel nieder.

Der Elf war in eine enge Jacke gehüllt. Er trug Socken und Schuhe, sowie eine Wollmütze, die seine Fledermausohren verhüllte und ich presste die Lippen zusammen.

Meine Finger streckte ich leicht zitternd aus, um sanft die Augenlider des toten Elfen zu schließen. Ich zog die Lider über seinen glasigen und leeren Blick. Ich ersparte mir die Frage, was passiert war. Ich wusste jetzt auch so, dass Bellatrix’ Messer zielsicher getroffen hatte.

Sie hatte getroffen und zwar Dobby!

„So“, flüsterte Luna leise. „Jetzt wirkt es als würde er schlafen.“

Ich gab ihr Recht und dachte dabei an all die leeren Augen von Toten, die mich schon angesehen hatten. Sirius, Dumbledore und so viele andere, die zu einer blicklosen Schar zu vieler Toter zusammenschrumpfte. Indes stand Ron auf und hob Dobby mit Deans Hilfe zu Harry hinab und dieser bettete den kleinen Elf im Grab, richtete seine winzigen Arme und Beine so an als würde er sich nur ausruhen, bevor er hinauskletterte.

„Du lebst, Schönste“, hauchte Ron erleichtert, während Harry untröstlich schluchzte und ich langsam auf ihn zu kroch, während mir Luna mit diesem ihr so eigenen Blick in die Augen sah und mir auf einmal wieder schrecklich schlecht wurde.

Wusste sie das von ihrem Vater bereits? Ahnte sie, dass ich es gewesen war? Dieser Blick war so unangenehm, dass ich es gar nicht in Worte fassen konnte. Ich hatte ihren Vater auf dem Gewissen!

Wie sollte sie mir das vergeben und würde sie jetzt werden wie Hannah und Susan? Was wusste sie? Was ahnte sie? Sie konnte es nicht wissen, oder doch? Sie sah so aus, als würde sie alles wissen und noch viel mehr.

Die andere Frage war eh, was Luna und Dean hier zu suchen hatten. Ich hatte eindeutig einige Defizite. Aber die Freude überwog, denn wenn ich ehrlich war, war ich nach der Radiosendung sehr erleichtert, ihn hier zu sehen und zu wissen, dass er sicher war.

„Ich werde das Grab mit Blumen bepflanzen und schön schmücken, er soll es schön haben… das soll jeder, selbst nach dem Tod und das hat er hier im Garten“, verkündete Luna und dabei sah sie mich die ganze Zeit so seltsam an.

Gleichzeitig zog Harry einen Stein zu sich, auf dem ich Worte entzifferte, Einkerbungen auf der Gesteinsfläche, die ihn zum Grabstein machten: „Hier ruht Dobby, ein freier Elf“

„Komm“, packte mich Ron mit seinen immer kräftiger und stärker werdenden Armen. Er hob mich dabei hoch als wäre ich eine Puppe, eine sehr willenlose Puppe.

„Aber… Harry…“, wandte ich ein, jedoch zeigte sich, dass ich wahrlich nicht auf der Höhe war.

„Der nimmt Abschied zusammen mit Luna… der braucht uns jetzt nicht, aber du brauchst Schlaf“, meinte er bestimmt, dabei zuckten meine Mundwinkel, da anscheinend der Nächste versuchte, mich ins Bett zu verfrachten. „Und da du dich nicht wehrst… Dean zieh mal den Zettel aus meiner Hosentasche“, bat Ron bestimmt, während er mich sicher über den unebenen Sand hinweg trug.

„Was… ja warte… hier… bitte…“, nestelte Dean an Rons Hose.

„Der Fidelius… oh…“, meinte ich tonlos, während ich las und umgehend das kleine Häuschen vor meinen Augen zwischen den windschiefen Dünen auftauchte.

Es war ein kleines, dreistöckiges Haus aus runden Natursteinen. Jedoch muteten die zu beiden Seiten markanten, leicht krummen und hoch über das Dach hinausragenden, sehr hohen Schornsteine kurios an. Das Tüpfelchen auf dem I bildete vor allem das Dach aus Muschelschindeln, ein Produkt, das ich noch nie derart verwendet gesehen hatte und die fünfeckigen Fenster stachen als sehr ungewöhnlich ins Auge und vervollständigten das magische Gebäude, das sehr eigenwillig in den Dünen wirkte. Dean stieß die Holztür auf und wir traten ins Warme.

„Ron ist alles guuu…“, unterbrach sich Bill selbst, dafür donnerten andere los. „Granger“, „Oh moin dieu, Èrmine“, wurden wir unterschiedlich empfangen, während mein Blick über Fleur und Bill huschte. Ich hatte diese beiden zuletzt vor dem Fuchsbau bei ihrem oder unserer aller Streit mit Sanguini gesehen.

Hier sah sie ganz anders aus in ihrer hellblauen Schürze, aber es passte zum Inneren des Hauses, das hell in lichten Farben eingerichtet war. Es wirkte freundlich und einladend, eindeutig Fleurs Handschrift. Im Erdgeschoss war eine offene Küche und das ineinander übergehende Wohn- und Esszimmer, wo in einem Kamin ein Feuer aus dicken Holzscheiten prasselte und das Heim, das sie sich geschaffen hatten, noch wohnlicher machte. Ich wich Fleurs und Bills Blicken jedoch aus und sah aus den Fenstern, betrachtete die endlosen Weiten des Meeres.

„Lass mich runter“, bat ich Ron, da ich nicht so zerbrechlich wirken wollte.

„Nein, ich bringe sie hoch, in das kleine Zimmer neben dem Kobold“, erklärte Ron mit Autorität zu seinem Bruder hin, der reichlich sprachlos wirkte wegen dieser Aussage seines jüngeren Bruders in seinem eigenen Heim.

Aus dem Augenwinkel verfolgte ich, wie Dean unwohl zu seinen Gastgebern sah, während Bill und Fleur uns entsetzt anstarrten. Ron ließ sich nicht aufhalten und wankte mit mir auf den Armen auf die Treppe zu. Schließlich sprang Dean hinterher und half Ron, mich die Treppe hoch zu bugsieren, was gar nicht so einfach war, da das Haus doch recht klein und eng gestaltet war.

„Was `aben sie dir angetan?“, wollte Fleur wispernd erfahren und folgte uns erregt die Treppen hoch.

„Verdammt, Hermione, die bringen dich noch um“, beschwerte sich Dean heillos blass trotz seiner farbigen Haut, woraufhin ich ihm ein entschuldigendes Lächeln schenkte.

„Nicht so schlimm wie es aussieht“, meinte ich gespielt munter und war froh, als die Fragen verstummten.

Indes passierte Ron das Mittelgeschoss. Dort waren drei weitere Räume, wovon das größte mit Sicherheit Bills und Fleurs Schlafzimmer war, aber er steuerte den ausgebauten Dachstuhl an und erklomm noch mehr Stufen. Angekommen registrierte ich rechts eine geschlossene Türe, während er auf die andere Seite zuging und Dean eilig die Tür öffnete. Dahinter kam ein kleiner Raum mit zwei Feldbetten zum Vorschein und auf einem davon legte er mich sachte ab. Als er sich zurückzog, kam er an meinen verbundenen Arm und ich hisste auf.

„Wie geht es ihm?“, fragte ich trotz der Anwesenheit von Fleur und Dean.

„Dobbys Tod scheint ihn zu benebeln“, raunte Ron mir selbst mit Tränen in den Augen zu.

„Wer sagt es den beiden?“, wisperte ich gepeinigt, als mir die Tragweite des Todes von Dobby ins Bewusstsein sickerte.

Lucien hatte soeben seinen Babysitter verloren.

Verdammt, jetzt fühlte ich selbst auch Tränen in meinen Augen aufsteigen und ich ballte meine gesunde Hand zur Faust. Verfluchte Bellatrix und was sie uns alles kostete.

„Ich schicke ihnen gleich einen Patronus“, versuchte nun Ron mich besorgt zu beruhigen und streichelte über meinen Kopf, nachdem ihn mein Gemütszustand zu beunruhigen schien, da ich obwohl wir nicht alleine waren zu tief sehen ließ. „Könntet ihr uns alleine lassen?“, bat er da plötzlich.

„Ich mache Tee“, bot Fleur an. „Und ich bringe ihn dann hoch“, meinte Dean noch, bevor sie die Tür hinter sich zuzogen und ich dann zu Ron blinzelte und er sich auf dem Feldbett neben mir niederließ.

„Sie weiß es?“, meinte ich dann rau und er ergriff meine Hand und drückte sie aufmunternd.

„Du meinst Luna?“, fragte er nach und nickte dann dumpf. „Nun… sie weiß, dass er tot ist. Sie wusste es schon, bevor wir es ihr sagen konnten, frag mich woher… das ist halt Luna… sonst, von den Umständen weiß sie nichts… weder von seinem Verrat noch von…“, erzählte er monoton, nur zum Schluss hin brach ihm die Stimme.

„Mir…“, sprach ich die bittere Wahrheit aus. „Aber sie weiß es“, meinte ich mit großer Überzeugung, nämlich dass sie wusste, dass ich die Mörderin ihres Vaters war.

Und ganz ehrlich, es beunruhigte mich, dass sie es wusste. Hannah und Susan mochten es ahnen, aber sie waren weit davon entfernt, es zu wissen! Aber Lunas Blick, das Starren ihrer Augen, das war mir durch und durch gegangen.

„Woher?“, echote Ron ungläubig und blinzelte mich schockiert an.

„Keinen Dunst, ich habe es an ihrem Blick gesehen, sie weiß es!“

„Redest du dir nicht etwas ein?“, fragte er hoffnungsvoll, aber ich schüttelte den Kopf, woraufhin er die Augen schloss. „Und jetzt?“, ergab er sich meiner Einschätzung und das mochte ich an dem neuen Ron so gerne, er akzeptierte.

„Ich weiß nicht, sie wirkte nicht annähernd so sauer wie Hannah… oder Susan und die ahnen noch nicht mal, dass ich da meine Hände im Spiel hatte“, murmelte ich leise, dabei sah er mich mit blicklosen, unendlich traurigen Augen an. „Aber lass uns nicht von mir reden. Wie erging es euch?“

„Oh… unschön, wir sind abgehauen und landeten hier am Strand und tja… Dobby… er… er brach am Strand zusammen… in Harrys Armen“, würgte er an der Erzählung herum, da ihm dieser Tod zu ihrer Rettung besonders nah ging. „Dort ist er gestorben, das Messer… es hat ihn getroffen, direkt in die Brust…“, hauchte er leise.

Tränen schimmerten in seinen Augen, dabei fuhr seine andere Hand zu seinem Herzen, bis mir Ron abrupt seinen Rücken zudrehte und aufstand. Er verschwand ohne weitere Worte durch die Tür und ich bekam es gar nicht mehr mit, denn mir fielen sofort die Augen zu. Ich schlief tief und fest, trotz dieser Hiobsbotschaft.

Hermiones Sicht Ende

Dracos Sicht

Ich hatte alles gehört, alles und auch das, was danach passiert war, nachdem Hermione gegangen oder besser davongerauscht war. Dabei hatte sie mich nicht gesehen, da ich in eine andere Zelle geglitten war und mich verborgen hatte. Ich konnte nicht glauben, wie es in Vaters Folterraum weitergegangen war.

Sie hatten gelacht!

Sie hatten danach tatsächlich einträglich gelacht. Das konnte ich nicht fassen. Der Werwolf und Vater, sie lachten. Obwohl Greyback noch immer in der Daumenschraube steckte, lachten sie. Ich verstand das nicht, aber ich konnte so vieles nicht verstehen und ja, es verstörte mich ebenso wie, dass sie einfach ging!

Genauso wie mich Vaters Aktion ratlos zurückließ, indem er sie so einfach zu Potter ließ, ohne sich um sie zu sorgen, oder zu kümmern, oder ihr irgendetwas zu befehlen. Das war so sonderbar und wollte so gar nicht zu ihm passen.

Indes sprachen die beiden noch ein wenig über andere Dinge als Hermione. Zum Beispiel, dass Vater wissen wollte, weshalb Greyback und Konsorten ab und an Menschen fraßen. Aber die Antwort vernahm ich nicht und weiter ging es damit, dass Vater verlangte, dass Greyback das Schwert vergessen musste und am besten an seinen Leuten ebenfalls einen Vergessenszauber üben sollte. Das war tatsächlich ein Vorschlag von Vater, als er damit aufhörte, den Werwolf zu foltern und sie gemeinsam ohne allzu große Querelen hochgingen. Das mutete so sonderbar an, dass es mir Magenkrämpfe bescherte. Vor allem, da sich Vater wirklich um unsere Belange kümmerte und gerade Beweise kaschierte und verschwinden ließ. Dass Bellatrix keinen Ton über das Schwert sagen würde stand außer Frage, wohlweislich, da der Kobold es als Fälschung deklariert hatte.

Wie auch immer, nach einiger Zeit verließ ich die nun verwaisten Kerker und trat den Rückzug an, als mich ein Elf aufspürte und mir mitteilte, dass ich alle zu einem späten Abendessen im Speisesaal zusammentrommeln sollte.

Ehrlich, manchmal zweifelte ich an Vaters geistiger Gesundheit!

Ich fand alle zusammen versammelt in meiner Suite, auch Wena in einem Sessel, während Blaise und Astoria sich die Couch teilten. Als ich eintrat sprang meine Verlobte auf.

„Da bist du ja wieder… wo ist sie?“, wollte sie hörbar besorgt wissen und eilte auf mich zu.

„Weg“, antwortete Blaise an meiner statt und musterte mich mit einem eigentümlichen Ausdruck im Gesicht. „Ist etwas passiert? Du bist so blass“, legte er als nächstes mit seiner trefflichen Zielsicherheit den Finger in die Wunde.

„Astoria, geh bitte mit Wena in einer halben Stunde hinab in den Dining Room, wir essen dann dort zu Abend!“, erklärte ich, anstatt zu antworten.

„Was…?“, fuhr sie zu mir herum und auch auf Wenas ätherisch schönen Zügen spiegelte sich Entsetzen wider, bei der Aussicht, dort Essen zu müssen.

„Es ist Vaters Wunsch und Wille, die Gäste würdig zu empfangen“, fuhr ich seufzend und selbst wenig begeistert fort.

„Dort? Ist das nicht ein wenig makaber?“, verzog Astoria geradezu angewidert das Gesicht.

„Das ist Malfoy Senior“, erklärte mein Freund verächtlich und ich zuckte nur mit den Schultern.

„Blaise hat es erkannt… ich möchte nicht, dass Wena alleine hier herumirrt…“, verkündete ich endgültig, dabei schob Astoria schmollend die Unterlippe vor und verschränkte die Arme vor der Brust.

„Astoria“, mahnte ich ungeduldig, mit gefährlich dünnem Nervenkostüm.

„Du hattest versprochen, ich muss nicht dort drüben wohnen“, beharrte sie trotzig und ich fuhr mir echt frustriert und fertig durch die kurzen Haare. Der Tag war echt anstrengend, ach was, er war furchtbar und eine reine Katastrophe gewesen, da kam mir ihr Verhalten einfach zu kindisch und nicht angemessen vor.

„Sagt auch keiner. Geht euch fertig machen…“, murrte ich finster.

Wir blickten einander stur entgegen und ich war echt zu genervt und fertig, um heute mit ihr zu diskutieren. Sie hatte sich toll um Hermione gekümmert und ich wusste, sie hasste es, die Ferien hier zu verbringen und ich auch mit jeder vergehenden Sekunde mehr, aber wir alle waren die Geiseln unseres Schicksals.

„Ich geh ja schon“, gab sie in dem Blickduell schließlich nach.

Fast war es, als atmeten wir alle auf. Die ganze Situation war nicht schön und alle definitiv zu angespannt. Warum musste Vater nur seine Zusage, sich um Wenas Zukunft zu kümmern, so ernst nehmen?

„Komm mit!“, befahl Astoria Wena erstaunlich harsch und ungehalten, während sie schon auf dem Weg zur Tür war und die Angesprochene zuckte doch wirklich zusammen, blickte dann fragend zu Blaise und als dieser knapp nickte, erhob sie sich und folgte Astoria.

„Was ist passiert, rede mit mir, Draco“, forderte Blaise ohne Umschweife, als die Tür hinter den beiden ins Schloss gefallen war.

„Ich will nicht“, wehrte ich ab und ließ mich in den Sessel fallen, in dem Wena zuvor gesessen hatte.

„Du hast sie fast verloren… wir haben sie fast verloren“, fuhr sich Blaise aufgeregt über die kurzen Haare, als er mit erstaunlicher Inbrunst sprach.

„Wie kommst du darauf?“, lehnte ich mich demonstrativ zurück und versuchte, runterzukommen.

„Astoria, sie hat mir alles erzählt… Draco, das war haarscharf, das war…“, warf Blaise eifrig ein und neigte sich vor zu mir und sah mich mit bewegtem Blick an.

„Denkst du, das weiß ich nicht?“, seufzte ich erschöpft ob seiner Aufrichtigkeit.

Ich ließ den Kopf sinken und fuhr mir mit den Händen übers Gesicht, da es sich blutleer anfühlte.

„Wie geht es jetzt weiter?“, blieb Blaise hartnäckig und ich blickte mit schweren Lidern zu ihm auf.

„Woher zur Hölle soll ich das wissen?“, hob ich wieder meinen Kopf und lehnte mich zurück.

„Und jetzt spielen wir heile Familie und essen?“, hakte Blaise skeptisch nach und schüttelte seinen Kopf.

„Tja… das müsstest du mit deiner Mum doch gewöhnt sein, oder?“, gab ich leicht zickig zurück und zuckte mit den Schultern. Ich war gerade an einem Punkt angelangt, an dem mir für heute alles egal war.

„Die ist doch nie da…“, wiegelte Blaise, ohne böse zu sein, ab und ich erhob mich entnervt und Blaise folgte mir widerwillig hinunter in die Höhle der Löwen, oder doch eher die Grube der Schlangen?

Dracos Sicht Ende

Severus Sicht

Ich hatte mich nach Lucius‘ besorgniserregenden Erinnerungen umgehend auf den Weg gemacht, um mich mit ihm zu besprechen!

In diesem delikaten Fall waren mir Hogwarts und die Schüler absolut schnuppe. Sie hatten seit neuestem einen Hort innerhalb der Schule, an dem sie sicher waren und wenn sie dachten, die Carrows ärgern zu müssen, Bitteschön, da war mir das Drama im Malfoy Manor gerade wichtiger und so rauschte ich ab.

Jedoch diesen Empfang hatte ich nicht erwartet, denn man lotste mich in den Dining Room. In eben jenen Salon, der in Lucius‘ Erinnerungen einer Leichenhalle gleichgekommen war und dort fand ich eine unerwartete Gesellschaft vor.

Ich meine, Magie war doch etwas Feines!

Vor ein paar Stunden noch völlig verwüstet, sah man nach einigen großen Zaubern davon nichts mehr. Wirklich, nichts erinnerte an die Tragödie, die so viele DeathEater das Leben gekostet hatte und noch makabrer mutete es an, dass hier groß getafelt wurde. Die kaum begeisterten Blicke der Damen sprachen auch Bände über die Tatsache, dass sie mehr ein Totenmahl hielten als sonst was. Des Weiteren war dieser lange Tisch selbst für fünf Personen lächerlich groß und lang. Sie verloren einander fast selbst aus den Augen.

Aber Lucius schien es diebische Freude zu bereiten, genau dort zu essen, wo seine Familie überlebt hatte.

„Severus“, empfing er mich mit der gebotenen Autorität, indem er mich hintersinnig anlächelte und den Platz auf seiner rechten freien Seite der Tafel anbot. „Ich war so frei, dir den Platz an meiner Seite zu reservieren“, verkündete er volltönend und ich schürzte die Lippen. Diese gelebte Arroganz war aufreizend.

„Deine Weitsicht trifft mich wahrlich“, perlte es zynisch von mir, sodass ich aufsehenerregend platznahm und die Kinder musterte.

Ihre Freude darüber, mich auch außerhalb der Schule wiederzusehen, war ihnen an den frechen Nasenspitzen abzulesen. Draco saß seinem Vater an der Tafel gegenüber und trug die typische Maske, während seine Verlobte zu seiner rechten Seite verdrießlich aussah und augenscheinlich bei der typischen, malfoy‘schen Miesepetrigkeit bei Frauen einen Rekord aufstellen wollte. So hatte auch Narcissa oft ausgesehen. Aber Greengrass mochte auch einen Grund haben, der darin liegen konnte, dass neben ihr diese kleine Geierbraut saß, während Zabini auf Dracos andere Seite verbannt worden war und jetzt neben mir saß und aussah, als müsste er darum kämpfen, dass er nicht brechen musste.

„Dürfen dir die Elfen auftragen?“, fragte Lucius gestelzt, als ich meinen Kopf langsam zu ihm wandte und ihn mit erhobener Braue musterte.

„Bist du bald fertig mit Essen?“, schnarrte ich gewohnt abwertend und verschränkte ostentativ die Arme vor meiner Brust. Ich war nicht zum Schlemmen hier, sondern um Schadensbegrenzung zu betreiben.

„Was für eine Drängelei“, empörte sich der Aristokrat vor mir übertrieben und betupfte seine Mundwinkel, dabei war ich mir sicher, dass er nur sein Lächeln vor den anderen verbergen wollte.

„Nicht jeder geht dem Müßiggang so nach wie du… Lucius“, lehnte ich mich leicht vor und musterte ihn unverhohlen ungeduldig.

„Hogwarts scheint dich gar sehr zu stressen“, meinte er jetzt eingeschnappt und ich rollte mit den Augen, denn dies war mir keine Antwort wert. „Deine Laune… immer noch Nifflerprobleme?“ Daraufhin unterdrückte dieses freche Biest von Greengrass doch tatsächlich ein Lachen!

Wie unverschämt, sie versuchte, es im Weinglas zu kaschieren und verschluckte sich natürlich, was einen Hustenanfall zur Folge hatte. „Spar dir deinen Spott“, meinte jetzt Lucius auf einmal ernst und stoppte meine Erwiderung, da er seine Hand wegen dem Gehuste erhob. „Wir haben wahrlich andere Probleme…“, drehte seine Laune eine beeindruckende 180 Grad Pirouette von spöttisch zu ernst. Diese Stimmungsprobleme, schlimmer als bei einem Weib.

„Was ist das mit Lestrange?“, kam es nun leise und drohend von mir.

„Sie ist verrückt?“, mischte sich Draco mit erhabener Stimme von der anderen Seite des Saals ein.

„Das wusste ich auch vorher. Was führte dazu?“, tadelte ich Draco sachte.

„Moment, sollte unser Besuch nicht zuerst das Zimmer verlassen?“, lag Dracos misstrauischer Blick dabei auf der Veela, die plötzlich mit loderndem Blick zu ihm sah.

„Ich bin an meinen Mann gebunden und Veela halten immer zu ihren Partnern“, erklärte der Geier schneidend scharf und reckte ihren Kopf sehr hoch in die Luft.

„Ach, bis sie ihrer überdrüssig werden und sie köpfen oder kastrieren?“, ätzte Draco missgelaunt weiter und es war schon immer so gewesen, wenn Draco wütend war, ließ er es an anderen aus.

„Kinder!“

„Vater!“, beschwerte sich sein Sohn umgehend. „Das sind hochsensible Themen! Ich traue ihr nicht“, meinte er jetzt erregt und ich neigte in Zustimmung leicht mein Haupt. Vorsicht war gerade zur jetzigen Zeit besser als Nachsicht.

„Aber Mr. Zabini traust du durchaus“, schoss sein Vater umgehend zurück und sofort ruckte Dracos Kinn hoch.

„Ja“, bekräftigte er energisch.

„Mr. Zabini, was ist mit Ihnen?“, sprach Lucius den jungen Mann mit dieser so tragenden Stimme an, die nie etwas Gutes verhieß, weshalb der Angesprochene auch regelrecht erstarrte. „Trauen Sie Ihrer Frau? … Verlobten? Wie tituliere ich sie nur korrekt?“, ergötzte Lucius sich diebisch an dem greifbaren und sichtbaren Unwohlsein des jungen Mannes.

„Chrm…“, wand sich Zabini unter Lucius‘ Blick, bis er sich dann entschloss, ein Mann zu sein, so wie er hochruckte und plötzlich entschlossen zu Lucius sah. „Ich… ich… hätte Bedenken…“, servierte er dann entschlossen, dabei wandte er seinen Blick nicht von Lucius ab, der diesen Kontakt souverän hielt.

„Blaise!“, schrie die Veela empört auf und ihre Hände flatterten erregt ob dieser Anschuldigung in der Luft herum, was Greengrass gehässig grinsen ließ, indes sprach Zabini weiter.

„Ich habe Bedenken“, meinte er ernst und sah nun doch zu der Veela, die Aufgrund seines eindringlichen Blickes verstummte, „dass ihre Loyalität gegenüber ihrer Herrin Zorica noch größer ist…“, erklärte er dann entschieden und presste die Lippen fest zusammen, während der Veela ein beinah schmerzhafter Ton entschlüpfte und sie ihre Hände zu Fäusten ballte.

„Oh, ein absolut überlegter Gedanke…“, musterte Lucius den Freund seines Sohnes lange, bis er sein aristokratisches Profil der Veela zuwandte: „Geh!“

„Was?“, entfuhr es Wena erschrocken nach seinem schroffen Befehl. „Mr. Malfoy, ich bitte Euch, schließt mich nicht aus! Blaise, so glaube mir doch bitte… ich bin treu und loyal meiner neuen Familie gegenüber!“, rief sie bettelnd.

„Gut, du und ich werden das genauer erörtern“, erklärte Lucius mit großer Souveränität. „Morgen in meinem Arbeitszimmer, aber bis wir dahingehend noch nicht agiert haben… geh in dein Zimmer“, befahl er und diese Veela war niemand, der sich groß gegen Autoritäten auflehnte.

„Aber…“, kam es von der bestechend schönen Frau leise, die sich mit Grazie erhob, um dann malerisch schön, mit glitzernden Tränen in ihren Augen, davon zu laufen, nachdem sie ihr Auserwählter partout nicht mehr ansah. Die Tür donnerte hinter ihr zu und Greengrass versteckte nicht im Ansatz ihre Zufriedenheit darüber, dass der Stachel in ihrem Fleisch verschwunden war und nippte soeben an ihrem Elfenwein.

„Um auf deine Frage zurückzukommen, was Bellatrix hat ausrasten lassen, lausche meinem Sohn“, tat Lucius so, als wäre der Vorfall bezüglich der Veela nie passiert und eins musste man ihm lassen, das konnte er.

„Sie sah ein Schwert“, verkündete Draco mit bedachter Tonlage und schloss kurz seine Augen, als mir ein Schock in die Glieder fuhr, da ich sofort ahnte, dass er von Gryffindors Schwert sprach.

„Was…?“, brauste ich daher auf. „Wo ist es nun?“, fragte ich lauernd, dabei war ich mir durchaus bewusst, dass mich die anderen ob meines sofortigen Wissens alle sonderbar musterten.

„Bei Potter… und der Lord hat davon noch keine Kenntnis“, nahmen mir Dracos Worte eine aufkeimende Last von den Schultern, dass vielleicht alles umsonst hätte gewesen sein können und so eilte ich mich, eine unleserliche Miene wieder aufzulegen, während sich ein unschönes Schweigen in dem großen Raum breitmachte.

„Ich fass es nicht, wie konnte IHR so ein Missgeschick passieren?“, entfuhr es mir dann zu Lucius hin doch bewegt, da ich nicht darüber hinwegkam.

„Das Tabu… wurde gebrochen und ich wette, nicht von ihr!“, kam es hitzig von Draco, während sich Greengrass und Zabini wohlweislich zurückhielten.

„Potter!“, murrten ich und auch Lucius gleichzeitig mit gelebter und inbrünstiger Verachtung.

Dieser Bengel war eine Plage, aber was wollte man bei so einem Vater anderes erwarten?

„Ich frage mich eine andere Sache, wie war es überhaupt möglich, dass es so weit kommen konnte und dass sie hier alle heil rausgekommen sind?“, verlangte ich zu wissen, da Lucius‘ Erinnerungen eklatante Lücken aufwiesen.

„Hauselfenmagie scheint einzigartig zu sein“, murrte Lucius hörbar verächtlich und schnalzte exaltiert mit der Zunge.

„Vernehme ich da Missstimmung aus deinem Ton?“, ging mein Spott mit mir durch, als er einen Laut ausstieß, der nicht zu benennen war.

„Mhm, es war zumindest eine Erweiterung meines Wissens“, erwiderte Lucius gestelzt und das betraf nicht nur ihn, auch mich. Die Erkenntnis, die mit dem nächsten Moment einherging, war durchaus beeindruckend. Erstaunlich, zu was Elfen alles in der Lage waren.

„Verluste?“, fragte ich hintersinnig und ließ meine so dunklen Augen auf ihm liegen.

„Nicht, dass ich wüsste, außer Bellas Trupp und der Ratte…!“, verstand er meine Anspielung auf die Besucher seines Kerkers und ich neigte langsam ob unserer stummen Verständigung mein Haupt, da er mir die Sorgen nahm, dass Lovegood auch unter den Toten war. Aber wie sollte es anders sein, auf Potter war Verlass, wenn er wen retten konnte, dann tat er dies.

„Auf dich, Severus.“ Plötzlich erhob Lucius sein Glas und ich wusste, worauf er anstieß, auf den Tod der Ratte!

Endlich war auch dieses Überbleibsel meiner Schulzeit von der Erde getilgt. Dieser Typ hatte eindeutig Mitschuld an dem Chaos, das entstanden war. Wäre er damals nicht übergelaufen, hätte er den Fidelius nicht verraten und ach, ja er hatte den Tod schlicht und einfach verdient und das wusste Lucius zu gut, weshalb ich das Glas mit dem Weißwein nahm und ihm gebührend zuprostete, zur Verwunderung der anderen Anwesenden, da sie nicht wissen konnten, was wir begossen.

Severus Sicht Ende

Hermiones Sicht

„Uhh“, fuhr ich mit schmerzhaft schnell klopfendem Herzen aus dem Schlaf und sah mich hektisch um. In mir pochte eine regelrechte Panik, die ich so nicht kannte.

Wo war ich?

Da fiel es mir wieder ein, dass ich mich im Shell Cottage in Sicherheit befand und ich stieß den angehaltenen Atem bemüht leise aus. Langsam kam ich runter und vernahm noch andere Geräusche als das Rauschen in meinen Ohren und so drang nun das mir bekannte sanfte Schnarchen, das sowohl von Ron als auch von Harry ausging, zu mir durch. Ein mildes, so unendlich erleichtertes Lächeln zog sofort über mein Antlitz. Wir hatten es geschafft. Wir waren entkommen, wenn auch knapp, doch ich verzog die Miene sofort wieder. Mir tat einfach alles noch immer furchtbar weh.

Mein Arm unter dem Verband pochte und brannte zum Verrücktwerden und ich war mir mittlerweile sicher, dass mich dieser Schmerz geweckt hatte. Aber wie auch immer, ja, ich war erleichtert, dass die Jungs heil und gesund waren, dass wir dem Lord nochmal entkommen waren. Es war alles gut gegangen, aber nüchtern betrachtet war es verflucht knapp und ich diesmal wahrlich keine Hilfe, sondern eher eine Last gewesen und das belastete mich ungemein.

Auf einmal raschelte es und Harry begann, im Schlaf vor sich hin zu zischeln, was mich sofort grimmiger dreinsehen ließ. Warum tat er das? Musste er ständig seinen Geist öffnen, selbst oder gerade im Schlaf?

Es war sinnlos und vor allem bekam ich nun wieder Kopfweh, wie auch immer, die Schmerzen ließen mich nicht wieder schlafen und ich wälzte mich immer unruhiger im Bett, bis ich genervt entschied, dass ein nächtlicher Strandspaziergang vielleicht genau das war, was ich brauchte.

So sprang ich regelrecht erleichtert aus dem Bett und schlich vorwärts, bis ich erkannte, dass die Jungs mir meine Sachen zum Teil ausgezogen hatten und so verzichtete ich auf meine Schuhe, da ich sie in der Dunkelheit, die mich umgab, nicht ausmachen konnte. Ich wollte niemanden wecken, während ich die Kammer mit Harry und Ron unter dem Dach hinter mir ließ.

Uns gegenüber war die Tür verschlossen. Soweit ich mich erinnerte, waren dort Ollivander und der Kobold untergebracht. Dank des Sonus Ex glitt ich lautlos die Treppen hinab. Eins tiefer vernahm ich Bill und Fleur in ihrem Schlafzimmer wispern, während anscheinend Luna und Dean die anderen beiden Zimmer auf diesem Stockwerk mit Beschlag belegten. Ich bemerkte das Glimmen des ausgegangenen Kamins im Wohnzimmer, bevor ich auch schon die Eingangstür hinter mir ließ.

Sofort versanken meine Füße im kühlen, aber trockenen Sand und die frische Brise tanzte um meine Nase und ich rieb meine Hände aneinander, während ich hinaufblickte in den bewölkten Himmel mit den rasch dahinziehenden Wolken. Langsam stieg ich die fast nicht auszumachenden Stufen hinab und passierte zuerst Dobbys herrlich geschmücktes Grab im Dünengarten und konnte es im Schein des unterbrochenen Mondlichts schemenhaft erkennen.

Ich blieb stehen und betrachtete das mit Blumen wunderschön geschmückte Grab. Erinnerungen an diesen so eigenwilligen Elf zogen vor meinem geistigen Auge vorbei und immer wieder landete ich im Cottage, wie glücklich er dort mit Lucien und den Twins gewesen war. Wie es dort nun ohne ihn weitergehen sollte, das wollte ich mir gar nicht ausmalen, da es mich enorm belastete und ich musste gegen die in mir aufsteigenden Tränen extrem ankämpfen.

„Danke, Dobby“, flüsterte ich bewegt. „Du hast nicht nur die anderen gerettet, sondern so viel für Harry getan…“, bedauerte ich zutiefst, dass ich bei seinem Tode nicht bei ihm gewesen war. Ich war nicht umsonst das, was ich war. Vielleicht hätte ich helfen, oder ihn retten können, aber nun war es zu spät, da war nichts mehr. Seine Seele war schon lange hinübergegangen. Er war tot und blieb tot und vielleicht war es besser so, aber trotzdem haderte ich mit dem Schicksal. „Wir… wir werden dich nie vergessen… mach‘s gut“, wandte ich mich leise seufzend ab und ging eilig weiter.

Es wurde immer schwerer, die Tränen zurückzudrängen und ich lief immer schneller auf das Meer zu. Dabei spürte ich jetzt schon die immer salzigere Luft. Schließlich stoppte ich abrupt mit gezogenem Stab, fuhr herum und versuchte, einen sicheren Stand auf dem sandigen Boden zu finden.

„Wer ist da?“, sprach ich in die Dunkelheit, woraufhin sich ein Schatten aus dem Nichts löste und auf mich zutrat.

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BeitragThema: 626. Heilung   Di Feb 13, 2018 8:31 pm

626. Kapitel Heilung

„Wer soll es schon sein?“, grollte eine mir bekannte, tiefe Stimme und ich wimmerte leise, ob vor Erleichterung, oder was weiß ich, konnte ich nicht sagen, aber ich senkte rasch den Zauberstab.

„Wie konntest du uns finden? Der Fidelius?“, stieß ich abgehackt aus, da mir der Schreck gehörig in die Glieder gefahren war.

„Ist intakt!“, nahm er mir flott meine Sorge um die Sicherheit aller. „Black sagte mir, dass ihr in Tinworth seid… irgendwo und tja, ich bin ein guter Hexer…“, verkündete er mit einer gewissen Selbstzufriedenheit, die mir ein Heben meiner Mundwinkel bescherte.

„Das bist du wirklich“, gestand ich ihm leise zu und biss mir auf meine Unterlippe.

Sein Anblick ließ ungeahnte Emotionen in mir hochschießen und ich kämpfte darum, nicht zusammenzubrechen, woraufhin wir verstummten. Wir standen uns etwas verloren von Angesicht zu Angesicht gegenüber und sahen uns nur immer länger an. Ich sah in diese tiefen, dunklen Augen und wusste nicht, was ich davon halten sollte, dass er hier war!

Wie lange wartete er schon hier darauf, dass ich auftauchte? Wie lange hätte er auf mich gewartet?

Ihn zu sehen berührte mich und ließ mich plötzlich beben. Auf einmal breitete er von sich aus seine Arme weit aus, dabei hatte seine Erscheinung wirklich Ähnlichkeit mit den Flügeln einer Fledermaus. Jedoch fackelte ich nicht lange und nahm sein Angebot, seine Einladung an und warf mich ihm an die Brust. Ich vergrub mein Gesicht tröstend an seinem schwarzen Gehrock, inhalierte den bekannten Duft nach Kräutern und wimmerte leise auf, als ich auf einmal etwas tat, was mir eigentlich verdammt schwerviel, ich weinte!

Ich weinte, zwar leise und unterdrückt, aber ich gestattete es mir in seiner Gegenwart, mich soweit gehen zu lassen und er hielt stand. Als meine Beine nachgaben, ließ Severus nicht los, sondern hielt mich nur noch fester. Nach einiger Zeit gab er aber der Schwerkraft nach und ging mit mir zu Boden. So saßen wir nun im Sand der Dünen und ich schmiegte mich in seine Umarmung, seinen Trost, seine Nähe, die unerwartete Freude darüber, dass er zu mir kam, dass er da war, tat so gut und ich nahm erstaunt zur Kenntnis, dass ich ihn brauchte und alles von ihm nehmen wollte, was er zu geben bereit war.

Hermiones Sicht Ende

Severus Sicht

Ich hatte sie gefunden und nun hielt ich sie in meinen Armen. Sie, das Häuflein Elend, ein Umstand, der Seltenheitswert hatte und ich dachte, den banalen Grund zu kennen. Aber erstmal ließ ich ihr die Ruhe, die sie brauchte, um sich an meiner Schulter auszuweinen. Ich ließ sie unterdrückt und kaum vernehmbar mit sich hadern. Es war nicht laut und auch nicht zu viel, aber für sie wohl eine Grenze, die weit über das hinausging, was sie sonst an Emotionen und Leid zuließ.

Ich dachte währenddessen daran, wie gut es war, dass ich sie sofort gesucht hatte und wie ich versucht hatte, so schnell wie möglich das Manor und diese Scharade des Mahls, das Lucius zelebrierte, hinter mir zu lassen, um sie zu suchen. Es war mir ein Bedürfnis gewesen, selbst zu überprüfen, wie es ihr ging und es war gut, auf meine Instinkte zu hören. Doch war es nicht leicht gewesen, sie zu finden, dabei hatte Phineas eine enorme Hilfe dargestellt und wenn ich mir diesen Gefühlssturm an meiner Brust besah, inklusive der Tränen und dem Schluchzen, war es gut, dass ich meinem Gefühl gefolgt und zu ihr gegangen war.

Bestimmt würde sie später sauer sein und es an mir auslassen, weil ich derjenige war, der ihren Zusammenbruch miterlebt hatte. Aber nachdem was sie erlebt hatte, konnte sie es sich erlauben. Schließlich wurde sie immer leiser und ruhiger, bis sie dann gänzlich verstummte. Dann löste ich sie sachte von mir, reichte ihr ein Taschentuch, das sie nahm und benutzte, während ich in dieser Zeit meinen Mantel auszog, um ihn unter uns auszubreiten. Erst dann drückte ich sie sachte nach hinten. Aber ich sah die Erschöpfung in ihrem tränenumflorten, roten Blick. Sie war zu erschöpft, um gegen meine Behandlung zu protestieren, als ich begann, zuerst ihren Körper mit meinem Zauberstab auf Schäden zu untersuchen.

Woraufhin mir auffiel, dass sie Barfuß herumlief und ich somit einen Wärmezauber über uns legte. Danach arbeitete ich routiniert, sprach hier und da eine Formel, die sie leise stöhnen ließ und arbeitete mich unter dem Mondlicht vor, blickte ihr ins blasse Gesicht und sah auch die Tränenspuren auf ihrem Antlitz. Zum guten Schluss landete ich bei ihrem bandagierten Arm, den ich zu mir ziehen wollte, jedoch stieß ich auf Widerstand. Sie wollte ihn mir entziehen, aber nach einem Brummen von mir gab sie auf und ich machte mich daran, den Verband zu lösen. Und da lag die fleischige, wulstige Wunde dann frei.

Bellatrix! Ich grollte innerlich.

Hermione hatte derweil den Kopf abgewandt und die Augen geschlossen, während ich mit meinem Zauberstab die Wunde erforschte. Ja, eindeutig schwarzmagisch und eindeutig gut versorgt. Miss Greengrass hatte gute Arbeit geleistet, aber ich würde noch ein wenig mehr tun können, weshalb ich zu ihr hochrückte und ihr die Phiole eines Trankes an die Lippen hielt.

„Trink.“

„Nein, ich will nicht“, meinte sie dann zu meiner Verwunderung mit ganz rauer Stimme.

„Warum?“, echote es von mir ungläubig.

„Es soll bleiben“, verkündete sie nun grenzdebil und ich rollte ob ihrer eines Malfoy würdiger Theatralik mit den Augen.

„Es wird bleiben“, servierte ich dann auch aufreizend ob ihrer Annahme, ich wäre ein Gott, Unmögliches möglich zu machen. „Die Frage ist nur, wie krass es zurückbleiben wird. Jetzt ist es hässlich. Ich dachte, deshalb weinst du“, gab ich dann auch schonungslos gemein zurück, woraufhin sie vor mir zurückzuckte.

„Severus“, rief sie empört. „Hältst du mich für so derart… banal?“, fragte sie kühl, augenscheinlich ging es ihr gegen den Strich, dass ich sie maßregelte.

„Warum solltest du es behalten wollen?“, drang ich weiter in sie, da mich ihr sonderbares Verhalten irritierte. Wollte sie sich selbst bestrafen?

„Weil es zu mir gehört, wie das Dark Mark, eure Zeichen auf mir, oder der Biss von Sanguini… das alles gehört dazu“, erklärte sie nun hitzig, dabei leuchtete die Wunde im Licht des Mondes einer Fratze gleich.

„Du…“, schluckte ich und unterdrückte den Wunsch, ihr zu sagen, dass sie etwas Besonderes war.

Sie wollte all diese Zeichen tragen, um nicht zu vergessen, wer oder was sie war. Das war total Gryffindor und totaler Unfug und ihre für sie persönlich begründete Sorge, dass es verschwinden würde, lächerlich, weshalb ich mir jede Antwort verkniff. Ich drückte sie nieder, um ihr den Trank die Kehle hinein zu schütten. Es war brutal, aber sie war nicht in der Verfassung, sich zu wehren. Sie verkrampfte augenblicklich und würgte, weshalb ich sie fester hielt.

„Die Narben bleiben, aber sie werden durch den Trank eben und glatt und die Buchstaben nicht mehr so rotschwarz und hervorstechend aussehen, sondern blässlich“, erklärte ich ihr und spürte langsam, wie ihre Gegenwehr nachließ und ja, ich war stolz auf meine Kunst. „Deine Nerven sind überreizt…“, entschuldigte ich ihr bizarres Verhalten und sie unterbrach mich mit einem zornigen Knurren.

„Wir haben Probleme“, meinte sie plötzlich ernst und ich hob eine schwarze Braue sachte an.

„Die haben wir ständig.“

„Severus“, kam es drängend von ihr. „Er… er war so anders! So viele Tote zu meinen Füßen. Ich kenne die Masse an Inferi des Lords, aber das war eine neue Stufe… als er Bellatrix‘ unschuldigen Trupp so mir nichts dir nichts vom Erdboden getilgt hat… nicht, dass mir die Toten etwas ausmachen… aber Lucius, Draco und ich… niemand von uns war sicher!“, kam es gehetzt von ihr und da ging es ihr wie Lucius und mir. Wir alle machten uns Sorgen. Ich verstand ihre Aussage. Es war nicht so, als wäre sie betroffen wegen des sinnlosen Todes der Diener des Lords, sondern wegen des brutalen, unkontrollierten und rücksichtslosen Ausrasters des Lords, der sie schockierte.

Auch mich berührte die reine, pure Wut des Lords.

„Ja, wir sind beunruhigt“, informierte ich sie über mein vollumfängliches Wissen.

„Aha, dann hat er dich schon informiert“, verstand sie zu meiner Zufriedenheit meine Andeutung, dass ich von Lucius kam, und sie nickte. „Erzähl ihm das hier… von mir nicht…“, bat sie nicht, sondern forderte sie hart.

„Ich weiß nicht, was du meinst… was ist hier passiert?“, gab ich seelenruhig zurück.

„Hahaha“, lachte sie rau über meine Art, ihre Bitte sofort umzusetzen, auf. „Du weißt, ich muss wieder zurück, wir müssen weiter…“, meinte sie leise, entschuldigend.

„Warte“, bat ich zu meiner eigenen Überraschung und reagierte nicht so, wie sie wollte, sondern legte mich neben sie, um in den wolkigen Himmel zu starren.

Nach einiger Zeit löste ich mich und beugte mich über sie, um sie zu küssen. Sie erwiderte diesen sanften, beinah keuschen und zurückhaltenden Kuss. Nachdem wir uns nach einiger Zeit voneinander lösten, wollte sie sich wie erwartet zurückziehen, was ich nicht zuließ, indem ich sie fest an mich presste. So konnte ich sie im Arm halten und hinauf in die Sterne blicken. Unseren eigenen Gedanken nachhängend beobachteten wir die Wolken, die sich immer wieder vor den gelblich schimmernden Mond schoben, bis ich bemerkte, dass Hermiones Atem verdächtig gleichmäßig geworden war. Ein Blick zu ihr hinüber bestätigte meine Vermutung und ließ mich seufzen. Sie war eingeschlafen. Auch auf mich hatte diese Umgebung eine ungewohnt beruhigende Wirkung, das beständige Rauschen der Wellen in der Brandung war enorm einschläfernd und da ich keinen Grund sah, bereits jetzt zurück ins Schloss zu eilen, schloss auch ich, in der Hoffnung, Entspannung zu finden, die Augen.

Einige Stunden später, die Morgendämmerung würde bald einsetzen, erwachte ich durch ein krächzendes Geräusch. Es war verdammt nachlässig von mir, aber ich war eingeschlafen, jedoch lag mein Stab bereits einsatzbereit in meiner Hand. Da zuckte mein Blick in den noch immer dunklen Himmel, der Schrei einer über uns kreisenden Möwe zeigte mir, was mich geweckt hatte. Als ich ein Rascheln ausmachte, lenkte dies mein Augenmerk auf eines der wenigen Gebüsche zu meinen Füßen und ich zielte. Dann zuckte ein Kaninchen aufgeschreckt durch meine Bewegung hoch und verschwand umgehend im schützenden Farn.

„Hm“, entfuhr mir ein missmutiger Ton und ich sackte wieder zurück, entspannte meine angespannten Bauchmuskeln und fühlte den festen Sand in meinem Rücken.

Einen Moment lang blieb ich still, horchte in den beginnenden Tag hinein und ließ all meine Sinne die Umgebung abtasten. Wie hatte ich so derart selbstvergessen sein können, hier einfach einzuschlafen?

Aber so wie in der Nacht als auch jetzt spürte ich keine Gefahr. Hier war weit und breit nichts. Wir hatten Glück gehabt. Mein Blick fiel auf die noch immer schlafende junge Frau neben mir. Sie sah schrecklich mitgenommen und zerbrechlich aus. Sie hatte geweint und ich fragte mich, ob ihr Ausbruch gereicht hatte, um die Schrecken zu verarbeiten, die sie erlebt hatte.

Wohl eher nicht, so wie sie reagiert hatte, als es darum ging, ihre Narbe zu behandeln, dabei ging es gar nicht so um die Verschandelung ihres Armes, sondern mehr um das Wort, das sie nun zierte. Wäre es eine zickzackförmige Narbe, wäre dieses Andenken wohl keines weiteren Gedankens wert, aber so hatte es etwas Abwertendes, das sie den Rest ihres Lebens begleiten würde. Aber nach meinem Trost hatte sie versucht, normal zu erscheinen und sich dem eher wesentlichen Problem, dem Lord, zuzuwenden und nicht mehr bei den schlimmen Sachen zu verweilen, die ihr widerfahren waren.

Manchmal vergaß ich, wie jung sie war. Wie viel sich für sie in den letzten drei Jahren geändert hatte. Wie sehr sie sich geändert hatte. Kurz blitzte die Erinnerung an sie als kleine nervige Schülerin in mir hoch. Aber alsbald hatte ich erkannt, dass an diesem Mädchen und dann an der jungen Frau nichts Kleines, oder Kindliches war. Sie war schon früh eine kleine Erwachsene gewesen, die alles mit Neugierde auslotete was sich ihr bot. Hatte sie ihre Grenzen erreicht? Vielleicht sogar überschritten? Diese Episode mit Bellatrix war eine neue Erfahrung für sie und dieser für sie völlig untypische Zusammenbruch in der Nacht ging mir nicht aus dem Kopf, aber ich wollte einfach nicht glauben, dass das Biest Grenzen kannte.

Sie murmelte etwas Unverständliches im Schlaf, drehte sich und platzierte ihren Arm auf meiner Brust, woraufhin mein Blick auf die neueste, sie zierende Narbe fiel. Vorsichtig strich ich über die noch immer rot leuchtenden Buchstaben. Mein Trank hatte bereits gute Arbeit geleistet und bald würde auch die Rötung verschwunden sein und doch ärgerte mich diese Anmaßung von Bellatrix unendlich und ich fühlte, wie es in mir zu brodeln begann.

Rache, ich sann auf Rache!

Mich riss etwas aus meinen Gedanken, denn da packte ihre kleine Hand zu und berührte die meine, sodass ich aufblickte und in ihre rehbraunen Augen sah, die zwar gefasster wirkten, aber doch eine Unsicherheit in sich spiegelten, die mich beunruhigte. Ihr Blick zog mich regelrecht zu ihr. Was immer letzte Nacht gewesen war, sie hatte es noch nicht vollständig überwunden. Vielleicht brauchte sie diese Emotionen, um neue Kraft zu schöpfen und ich war gewillt, ihr zu helfen, zu alter Stärke zurückzufinden. Aber sie wirkte nicht so, als ob sie aufgeben wollte, nur dass sie noch nicht wieder das Gleichgewicht gefunden hatte und so sah ich mich in meiner Einschätzung bestätigt. So leicht würde sie nichts ins Wanken bringen. Ich griff um ihr Handgelenk, das an meiner Brust lag und hob unter ihrem ungläubigen Blick ihren Arm an und hauchte mit spitzen Lippen einen zärtlichen Kuss auf das Mudblood und sie keuchte erschrocken auf.

Erst dann drehte ich mich und sah zu ihr hinab, beugte mich über sie und legte meine Lippen auf ihre. Der Kuss war sanft, beinahe keusch, aber es fühlte sich genau richtig an. Zuerst war es nur ein Kuss in dieser so eigenwilligen und sonderbaren Kulisse am Meer. Es tat gut, sie zu spüren und ihr schien es ähnlich zu gehen, da ihre Finger sich in meinen Haaren vergruben und sie leise seufzte. Es war wie eine Aufforderung, nicht aufzuhören, der ich zu gerne nachkam. Leicht, beinah unbekannt zärtlich ließ ich meine Finger über ihre Wange hinabgleiten, an der Seite ihrer Brust entlang, bis zum Saum ihres Pullovers und schob meine Hand auf einmal begehrlich unter den Stoff. Sie hisste auf, als meine kalte Hand auf ihren warmen Bauch traf. Ich lächelte in den Kuss. Selten hatte ich bemerkt, wie weich und warm doch ihre Haut war und so genoss ich es, ihren Bauch zu streicheln, mit den Fingern ihren Bauchnabel sachte zu umkreisen und erst dann, genauso langsam wie zuvor, hinauf zu ihren Brüsten zu streichen und diese sacht zu berühren.

Die sanfte Brise frischte auf und brachte salzige Meeresluft zu uns und ich schmeckte an ihren Lippen das Salz. Noch hatten wir unseren zarten Kuss nicht unterbrochen, doch jetzt löste ich mich von ihr und fing ihren Blick ein, nachdem sie träge die Lider geöffnet hatte.

Ich versuchte, zu ergründen, was sie wollte, was sie brauchte, als ich bemerkte, wie ein Blitzen in ihre Augen trag. Ein Blitzen, das ihren Missmut bezeugte, weil ich aufgehört hatte und ja, das kam mir zupass. Zwar stand mir heute nicht der Sinn nach unseren üblichen, temperamentvollen Vereinigungen, hatten ihre Tränen doch auch mich erschöpft, aber ich war gerne bereit, sie auch auf andere Weise zu trösten.

„Exui“, sprach ich das eine Wort mit recht rauer Stimme und übte stablose Magie aus.

Eine Form der Magie, die keine leichte war und die erforderte, dass der Zauberstab in unmittelbarer Nähe war, weshalb ich darauf verzichtete, sie auch noch stumm zu wirken. Plötzlich lagen ihre Kleider neben uns aufgehäuft im Sand und sie erzitterte nackt unter dem freien Himmel, dessen Licht sich in einem tiefen dunklen Rot brach und ihren Leib in ein verführerisches Licht hüllte.

Sie machte große Augen, da nun außer Frage stand, wonach mir der Sinn stand, aber sie verzichtete auf eine Entgegnung, sondern zog an meinen Sachen. Sie fand es bestimmt unfair, dass sie gänzlich nackt war, während ich noch vollständig bekleidet neben ihr lag. Ich wollte meine Sinne bei mir, oder eher bei ihr behalten. Allerdings war ich auch nicht bereit gewesen, meine Hand von ihrer weichen Haut zu lösen, nur um nach meinem Stab zu greifen und so kam es, dass ich mich auf sie rollte und mein wohlverpackter Körper den frischen, morgendlichen Wind davon abhielt, sie auszukühlen.

Schon zog ihr eine mehr als einladende Gänsehaut auf. Ich spürte die Anspannung, das Adrenalin, weil wir hier miteinander schlafen würden, unweit des Meeres an einem Stand, ungeschützt in der Nähe eines vollen Hauses, aber ich wollte sie spüren.

„Aperta Liminibus“, murmelte Hermione daraufhin und lachte perlend auf, nachdem sie mir in der stablosen Magie in nichts nachstand und sie das letzte Wort haben musste.

So schmunzelte ich auch nachsichtig, als sich meine Knöpfe verselbstständigten und von oben bis unten öffneten. Indes zog sie mich wieder mit Kraft zu sich, setzte den sinnlichen Kuss fort. Zärtlich begann ich, ihre Knospen mit meinen Fingern zu reizen, während ihre Hände sich durch meine Kleiderschichten schlängelten, um dann darunter zu schlüpfen und federleicht meinen Rücken hinabzufahren. Ich musste Atem holen, weswegen sie unwillig dreinblickte, da ich den Kuss beendete. Doch gleich darauf senkte ich meinen Kopf und ersetzte meine Finger an ihrer Brust durch meine Lippen. Meine Lippen umschlossen die bereits erhärtete Knospe und sofort schmeckte ich das Meersalz, das sich auf ihre Haut gelegt hatte. Woraufhin sie ein zufriedenes Schnurren ausstieß und sich wieder zurückfallen ließ.

Diese Töne kannte ich gar nicht von ihr. Ich hätte nicht gedacht, dass es noch Laute gab, die ich ihr noch nicht entlockt hatte. Scheinbar genoss auch sie diese ungewohnt sanfte Art unserer Zusammenkunft mit dem bei Bewegungen nachgebenden Sand unter uns, nur durch meinen Mantel getrennt und mit der freien, weiten Luft über uns. Die Möwen erwachten in Scharen und ihre Schreie halten weit, während auch das Meer aufbrauste und sich die Gischt donnernd an den Felsen brach.

Ich ließ meinen Atem über ihren feuchten Nippel streichen und verwöhnte anschließend ihre andere Brust, unterdessen knetete sie die Muskeln meiner Schultern. Ganz anders als sonst hatten weder sie noch ich es eilig, unseren Höhepunkt zu erreichen und so fuhren wir beide mit unseren beinahe scheuen Erkundungen unserer Leiber fort. Als ich meine Hand zwischen ihre Schenkel schob und mit meinen Fingern spielerisch um ihre empfindsamste Stelle kreiste, räkelte sie sich seufzend und öffnete ihr Schenkel weiter, um mir besseren Zugang zu gewähren. Mein Glied pochte schmerzhaft in der inzwischen viel zu engen Hose, doch ich genoss die süße Qual und war beinahe froh, dass Hermione es nicht schaffte, es zu erreichen. Zu sehr genoss ich dies alles gerade, als dass ich riskieren wollte, durch ihre Stimulation wieder das Drängen der triebgesteuerten Lust zu verspüren. Ich glitt weiter an ihr hinab, fuhr mit meiner Nase über ihren Körper. Dabei sog ich den Duft ihrer Haut genießend ein und kam alsbald zwischen ihren Schenkeln zum Liegen. Ich umfuhr meine Zeichnung ihres Schenkels mit meiner Zunge, bevor ich sie gemächlich über ihr Zentrum gleiten ließ und ihr ein genüssliches, leises Seufzen entlockte.

Eine ihrer Hände fuhr in mein Haar, streichelte es, während sie mit der anderen begann, ihre Brust zu verwöhnen, wie mir ein Blick zu ihr hinauf zeigte. Genüsslich labte ich mich an ihrem Geschmack, als ich immer wieder um ihren Kitzler leckte, ohne ihn dabei direkt zu stimulieren. Allmählich wurde ihr Griff in meinem Haar fester und sie versuchte mit der Bewegung ihres Beckens, meinen Mund endlich dort hin zu lenken wo sie ihn haben wollte. Sie wollte bestimmen, weil ihr das zu langsam ging.

„Severus… ich… das… mach…“, stieß sie abgehackte Wörter aus und ich grinste ob ihrer Ungeduld.

Sie würde sich gedulden müssen, denn gerade war Eile nicht das, was ich wollte. Und so schob ich mich langsam an ihr hinauf und presste meine noch gut verpackte Erregung an ihren Schenkel ohne Anstalten zu machen, in sie einzudringen. Mit verschleierten Augen blickte sie mich an, strich mit ihrer so kleinen Hand meine Wange hinab und ich schmiegte mich in die Berührung, bevor ich meinen Kopf zu ihr senkte und sie wieder küsste. Dabei begann sich unser Kuss zu verändern und es wurde ein alles verzehrender Kuss, der unserer sonstigen Leidenschaft in nichts nachstand. Plötzlich fühlte ich ihre Hände an meiner Hose, wie sie mit fahrigen Bewegungen daran nestelte, um mich zu befreien. Ich ließ sie gewähren und als sie es schaffte, gestatte ich es mir endlich, mich zu positionieren. Auffordernd hatte sie ein Bein um meine Hüfte geschlungen, als ich meine Lippen von ihren löste und forderte: „Sieh mich an!“ Sie tat es umgehend.

Sie blickte mir erwartungsvoll entgegen, mit einem sinnlichen, beinah überlegen erscheinenden Schmunzeln. Das war es, was ich wollte. Ich wollte in ihre Augen sehen. Und so ließ ich quälend langsam mein Glied in ihre feuchte Höhle gleiten, erlebte wie ihre Augen dunkler wurden und schaffte es selbst kaum, die Augen nicht genießerisch zu schließen, als ich stöhnte. Ich umfasste ihr um meine Hüfte geschlungenes Bein, legte es über meine Schulter und begann, ihren Schenkel zu küssen, als ich durch die Position noch ein weiteres Stück in sie glitt, tiefer, viel tiefer.

„Mhm“, kommentierte sie mein tieferes Eindringen genüsslich und hob ihr Becken an, wollte mich antreiben, schneller zu machen.

Dieser Sex war sinnlich, langsam und genießerisch. So anders als sonst und es gefiel mir, aber trotzdem spürte ich, wie sie mich antrieb, als sie leise keuchte und mir ihr Becken immer begehrlicher entgegen drückte. Denn gewöhnlich bevorzugte ich es doch schnell, fordernd und hart und ihr war es nie anders ergangen. Niemals hätte ich gedacht, einmal freiwillig darauf zu verzichten und zu versuchen, es ruhig zu halten, unser beider Erregung nur gemächlich anwachsen zu lassen.

„Severus“, keuchte sie plötzlich atemlos auf und ich hielt in meinem gleichmäßigen Rhythmus inne, ich wartete geduldig, da sie schwer schluckte und nach Worten suchte. „Zeig mir… zeig mir, dass ich die Alte bin“, bat sie zu meiner Verwunderung mit bebender Stimme. „Zeig mir, dass ich nicht aus Glas bin!“, wurde sie genauer und klang auf einmal gehetzt.

Jetzt erstarrte ich regelrecht über ihr und unterbrach das langsame, beinahe träge Liebesspiel von uns. Langsam wurde es hell und unsere Umgebung wurde in ein sanftes muschelrosafarbenes Licht getaucht und Hermiones Haut schimmerte golden.

Sie wollte, dass ich der Alte war? Sie wollte, dass ich mich nicht zurücknahm und versuchte, auf sie einzugehen, sie wollte es haben wie sonst auch? Ich stieß den angehaltenen Atem aus und schüttelte sachte mein Haupt, dabei strichen die Spitzen meiner Haare über mein Kinn als ich mich erleichtert fallen ließ und wieder tief in sie sank.

Und ich verstand es, den Wünschen einer Dame nachzukommen, sofort brodelte die doch von mir mühsam unterdrückte Leidenschaft hoch. Indes brachte ich mich nun mit mehr Entschlossenheit in sie und sie feuerte mich mit sinnlichen Tönen an. Ja, das war besser, und so wie sie reagierte war es genau das, was sie brauchte, sofort fanden sich unsere Lippen zu einem Kuss, den sie krönte, indem sie mir in die Lippen biss, als die Wellen ihres Höhepunkts ihren Körper erzittern ließen und erst dann ließ auch ich mich fallen. Ließ zu, dass ihre ausgelebte Lust auch mich über den Gipfel trug.

Severus Sicht Ende

Hermiones Sicht

Er heilte mich!

Das tat gut, denn selbst nachdem ich aufgewacht war, hatte ich mich überreizt und noch nicht vollständig wohl in meiner Haut gefühlt. Vielleicht war etwas in mir zerbrochen, nämlich meine Arroganz, dass ich alles alleine schaffen konnte. Diesmal war ich elementar auf die Hilfe und den Schutz anderer angewiesen gewesen. Wie auch immer, das beschäftigte mich sehr. Ich erwachte und bemerkte, wie Severus meine neuste Errungenschaft musterte, dabei blieb mir umgehend ein Kloß in der Kehle stecken.

Ich wusste, dass Severus, Draco und Lucius das vernarbte Wort an sich Pein bereitete, während es bei mir nicht das Wort an sich war, das mich so mitnahm, sondern die Erfahrung der Hilflosigkeit, die mich so maßlos verunsicherte und ärgerte. Severus überraschte mich, da er meinen Arm anhob und mir einen Kuss auf die, dank ihm, sichtbar gut verheilte Narbe drückte, ein Akt, der mir den Atem raubte.

Severus‘ unerwartetes Einfühlungsvermögen und seine Zärtlichkeit waren eine unerwartet wohltuende neue Erfahrung. Er zeigte eine völlig andere, so rücksichtsvolle Seite. Dies war etwas, was ich kurzzeitig genoss, bis ich jedoch spürte, dass ich fühlen musste, dass ich noch immer ich war. Die alte Hermione und da hatte es geholfen, dass auch er mir zeigte, dass er sehr wohl wieder der Alte sein konnte und er mich mit gewohnter Leidenschaft nahm.

Danach hielten wir uns fest und ich wusste, er heilte mich.

Zuerst heilte er mich durch seine Magie, dann durch seine Zärtlichkeit und schließlich durch seine Leidenschaft. Es war sehr innig, zärtlich und vertraut. Eine richtiggehende Rekonvaleszenz von Körper und Seele und ich fühlte die Stärke unserer Bindung, wie sie bisher noch nicht aufgetreten war.

Vielleicht hatte ich noch nicht zu viel erlebt, denn es kam immer wieder etwas Neues hinzu und ja, mir war mein Ausbruch vor ihm unendlich peinlich, aber es war nicht zu ändern und lieber Severus als Lucius. Ich wusste sehr wohl, warum es passiert war. Ich hatte noch nicht verarbeitet gehabt, was mir widerfahren war.

Ich hatte nicht alleine sein können!

Dass es für mich keinen Ort des Rückzugs gab nagte an mir. Doch Severus hatte alles richtiggemacht und nicht zugelassen, dass ich mich zurückzog oder abhaute, sondern er hatte mich nach allen Regeln der Kunst verführt. Dies heilte mich, sowohl von innen als auch von außen. Nicht nur seine Art mich zu behandeln, sondern auch die Location waren eine Premiere und natürlich war ich mir bewusst, dass es diesen Severus eher selten gab. Es war schön, zu wissen, dass es ihn gab.

Als wir uns wieder komplett hergerichtet hatten, standen wir auf und ich blickte selbstvergessen auf die sich auftürmenden Wellen, bis ich Severus nah hinter mir in meinem Rücken fühlen konnte.

„Ich muss gehen“, unterbrach er meine wohlige Befriedigung und währenddessen grub ich meine nackten Zehen in den kühlen Sand.

„Natürlich“, drehte ich mich um. „Geh“, sprach ich schon zu einem leeren Fleck.

Ich seufzte tief. Wann hätten wir das alles hinter uns?

Es war ermüdend. Ich ließ meinen Blick über die karge, aber doch so einladende Landschaft streifen und trat dann den Rückzug an.

Kurz bevor ich die Tür des Cottage aufstieß seufzte ich nochmals. Wir würden sehr bald viel zu tun haben. Uns würde keine Zeit bleiben, Däumchen zu drehen. Sofort umhüllte mich warme Luft und das Plappern vieler Personen und das Klirren von Geschirr.

„Oh, wo kommst du her?“, empfing mich Bills misstrauische Stimme und als ich nicht sofort antwortete fragte er nochmal: „Wo warst du?“

„Düü warst barfüß draußen?“, kam es irgendwie erstaunt von Fleur und klar, wir waren weit vom Sommer entfernt.

„In ihrem Haar, da ist überall Sand. Sie kommt vom Strand, das sieht man doch“, kicherte Dean dreckig und wischte imaginären Sand von seinen Schultern.

„Issss das nissssch ssü kalt?“, meinte Fleur noch wenig begeistert und rümpfte ihr Stupsnäschen.

Sofort zuckte mein Blick zu Harry, dabei kam es mir es so vor, als würde er ahnen, mit wem ich im Sand gewesen sein könnte. Indes warf Ron Dean einen düsteren Blick zu. Er mochte die blöden Sprüche gar nicht, da er sich dann immer vorstellte, mit wem ich mich vergnügte und das bekam seinem Magen nicht. Indes sackte ich auf den nächstbesten Stuhl mit der Hoffnung beseelt, einen Kaffee zu erhalten, da Dean sich selbst gerade eifrig einen einschränkte.

Kurz legte sich über die sonderbare Versammlung ein unschönes Schweigen, da weder Harry noch Ron anders als die anderen nachfragten, was ich getrieben hatte. Sie hatten gelernt, mir blind zu vertrauen und dass sie das so auslebten, war für mich ein wunderbarer Vertrauensbeweis, den ich sehr schätzte.

Durchbrochen wurde die Ruhe, da Bill und Fleur derweil in der offenen Küche lautstark werkelnd das Frühstück bereiteten. Unterdessen blickte ich mir die Schar ihrer Gäste an, die erschöpft und geschafft von dem Erlebten hier um den Tisch versammelt herumsaßen. Luna, Dean, Ron, Harry und ich. Wir sahen nicht nur alle ziemlich mitgenommen aus, wir waren es auch.

Indes bemerkte ich die Blicke der beiden Hausherren sehr wohl. Immer wieder zuckte Besorgnis, Angst und Unverständnis über ihre Mienen und ja, wenn man sich uns so ansah, war es verständlich, dass sie darüber verunsichert waren, was uns alles widerfahren waren. Wer nicht wusste, was passiert war, der konnte nur staunen.

Dean sah gerupft aus, ein wenig heruntergekommen mit seinen zerrissenen Klamotten und seinem länger gewordenen Haar. Seine große Gestalt wirkte nicht nur schlaksig, sondern regelrecht hager und unterernährt und sein Gesicht hatte Schwellungen und Blutergüsse vorzuweisen.

Ron sah mit seinem viel zu langen Haar und dem Dreitagebart irgendwie wie ein Lumpensammler aus und von Harry wollten wir gar nicht reden. Sein Haar, sein dunkler Bartschatten und die tiefen Ringe unter den Augen sprachen von seiner Erschöpfung.

Luna schlug aber alles. Sie sah noch blasser als sonst aus und wirkte abgemagert von der langen, dreimonatigen Gefangenschaft und alles in allem war ihr Glanz verloren gegangen. Sie wirkte fade. Früher hatte sie immer einen Schimmer um sich herum gehabt. Der war nun weg!

Schlicht weg, die Haare dumpf, zwar sauber, da sie anscheinend gebadet hatte, aber glanzlos, und auch ihre Haut wirkte ohne den sonstigen rosa Schimmer regelrecht käsig. Was bestimmt daher rührte, dass sie lange Zeit keine Sonne gesehen hatte. Aber das Schlimmste waren ihre Augen. Ihre blauen Augen hatten sonst immer ein sonderbares Funkeln gehabt, das jetzt erloschen wirkte und ihre Augen nicht alt, sondern uralt erscheinen ließ.

„Hermione“, grüßte mich Harry mit Reibeisenstimme, die von seinen Tränen um Dobby zeugte, indes schob mir Ron den Becher mit meinem heißgeliebten Kaffee herüber und schenkte mir ein trauriges und sehr schwaches Lächeln.

„Schon alle wach?“, meinte ich sinnfrei, da bis auf die beiden Verletzten, Ollivander und der Kobold, alle versammelt waren.

„Wie geht es dir, Schönste? Als ich gestern Abend kam warst du schon eingeschlafen…“, unterbrach Harry erleichtert. „Du bist heil und gesund?“ Ich runzelte die Stirn, denn ob man meinen Gesamtzustand so bezeichnen könnte wollte ich mal stark bezweifeln.

„Hat unsere Aktion geholfen?“, kam es begierig von Ron, der sich über den Tisch neigte und jetzt hörte auch das Geklapper in der Küche auf, da jeder uns belauschte, aber ich sah die Jungs nur sichtbar überfordert, was sie meinen könnten, an.

„Was geholfen, Ron?“, fragte ich auch schon und nahm den ersten wohltuenden Schluck von meinem bitteren, da puren Getränk.

„Hier“, nestelte Harry hektisch an seinem Hals, griff unter seinen Pulli und förderte endlich das Gesuchte zutage.

Er zog eine Kette heraus, an der der Ring baumelte!

Der Ring mit dem Stein der Auferstehung, der mir zu bekannt vorkam. Der Horkrux des Lords und ich blinzelte, als alles in mir zu rauschen begann, denn mein Hirn lief auf Hochtouren. Sollte das die Erklärung sein?

„Was habt ihr getan?“, stieß ich atemlos aus und stellte die Tasse mit zitternden Händen wieder ab.

„Was geht ab, Leute?“, fragte Dean sichtbar besorgt, dabei zuckten seine Blicke zwischen uns Dreien und dem Schmuckstück hin und her.

„Naja“, nahm Ron das Gespräch wieder auf und rieb sich über seinen Kopf. „Wir wussten ja, dass der Lord im Anmarsch ist, dass diese Verrückte ihn gerufen hat und Harry hatte seine Visionen davon, was war als der Lord ankam und naja… wir … wir haben…“, brach er hilflos ab und seine Augen huschten bittend zu Harry, dass er übernehmen sollte.

Indes schwante mir nichts Gutes, aber wenigstens wäre es eine Erklärung für uns alle, warum alles so abgelaufen war, wie es gekommen war. Damit hätte meine Angst ein Ventil, da sich alles doch erklären ließe!

„Ihr habt ihn zerstört!“, hauchte ich schwach und barg meinen Kopf in meinen Händen. Sollte ich erleichtert sein? Es war die einzig logische Erklärung. Sie mussten nicht zu sehr ins Detail gehen, schlussendlich waren wir drei nicht allein. „Ihr wart das also…“, echote ich tonlos aufgrund der Tatsache, dass sie beinah für unser aller Ableben verantwortlich waren.

Sie hatten es nur gut gemeint, dass ihre Tat solche gravierenden Auswirkungen haben konnte, durfte ich ihnen nicht aufladen, das wäre unfair. Wenngleich wir ohne Lucius und seiner Magie verloren gewesen wären.

„Was meinst du? Was waren wir?“, stockte Harry unwohl, jedoch schüttelte ich langsam meinen Kopf und hob wieder mein Gesicht an, um sie mit einem Blick zu beruhigen.

„Das erklärt einiges“, erwiderte ich dann doch irgendwie erleichtert. „Aber ist gut… alles gut…“, versuchte ich gespielt leicht, doch Harrys Gesicht wirkte plötzlich sehr ernst und auch Ron stand ihm in nichts nach, während die anderen auffallend zurückhaltend waren.

„Was denn genau, Schönste?“, „Was ist passiert?“, „Erzähl es uns bitte“, bombardierten mich die Jungs erbarmungslos. Woraufhin ich seufzte, denn ich wusste, sie würden mich nicht entkommen lassen, ohne eine Erklärung, weswegen ich mich entschlossen aufrichtete.

„Er ist durchgedreht…“, erwiderte ich daher knapp. „Anscheinend bleibt es nicht wirkungslos…“, umschrieb ich mit einem Fingerzeig auf den vor mir baumelnden Ring und die Jungs bekamen große Augen.

„Was hat er getan?“, wisperte Harry sorgenvoll und sah mich gespannt an, woraufhin ich mit Blick auf unsere Zuhörer den Kopf schüttelte. Nicht hier.

Plötzlich fiel ein Topf lautstark auf den Boden und wir alle fuhren aufschreckt herum.

„Du bist hier bei uns! Wir bieten euch Obdach!“, meinte jetzt Bill sichtbar erregt. „WIR, der Orden, haben ein Recht es zu erfahren“, kam es sehr fordernd von Bill und ich sah ihn nur starr an.

Sie alle wussten nichts von den Horkruxen. Es war ein Geheimnis, was es zu bewahren galt, wenngleich ich sein Argument durchaus verstand, indes knisterte die Spannung greifbar in dem kleinen Cottage.

„Du schaust besser aus!“, kam es unerwartet sanft von Luna und ich spürte bei ihrer mitfühlenden, verständigen Art sofort den aufziehenden Kopfschmerz.

„Danke“, wandte ich meinen Blick von Bill ab. „Luna… du… du schaust auch gut aus… besser als gestern.“

„Oh ja, ich konnte duschen… das war sehr schön…“, meinte sie bescheiden, dabei legte sich ein sanftes Lächeln auf ihre Züge, aber ich bemerkte den flackernden Blick ihrer Augen sehr wohl und wieder war ich mir sicher, dass sie es wusste!

„Ich erwarte Antworten, Hermione“, schoss es schneidend von Bill aus dem Hintergrund und Ron seufzte.

Es war uns allen klar, dass er als unser Gastgeber ein kleines Recht hatte, die Wahrheit zu erfahren, woraufhin ich seufzte.

„Harry, was zum Teufel ist hier los?“, zeigt Bill klare Kante. „Du tauchst hier auf… mit einem toten Hauselfen und einem halb bewusstlosen, verletzen Kobold“, schnaufte er tief, sichtbar um Ruhe bemüht. „Dann mit einem seit Monaten eingesperrten Zauberstabmacher… plus der vermissten Lovegood. Hermione, der man ansieht, dass sie gefoltert wurde und Ron, der sich weigert mit mir zu reden…“, erregte er sich immer mehr und fuchtelte wild mit seinen Armen durch die Gegend, bis Fleur ihm eilig eine Hand auflegte und ihn streichelte.

„Reg dich bitte nicht auf, Bill und ja, du warst unsere letzte Zuflucht“, versuchte es Ron diplomatisch.

„Merlin“, barg er nun ob dieser offenen Ehrlichkeit seinen Kopf in seinen Händen. Er war sichtbar bewegt und schämte sich seiner Gefühle kein Stück, währenddessen sahen wir anderen uns betreten an, während Fleur immer wieder „`Arry“ wisperte und zutiefst betroffen wirkte.

„Ich denke uns allen fehlen große Stücke der Geschehnisse… ich beginne…“, holte Harry sehr tief Luft und alle hingen an seinen Lippen, während ich den Blick hinaus zu den Wellen schweifen ließ.

„Ich habe das Tabu gebrochen…“, gestand er und ich konnte gegen das schmerzliche Zucken, das meinen gepeinigten Körper durchlief, beim besten Willen nicht unterdrücken, was Ron bemerkte, da er mir plötzlich seine Hand tröstend auf den Oberschenkel legte.

Viele der Zuhörer hissten auf, Fleur ließ einfach gleich das Glas fallen, aber bevor sie über Harry herfallen konnte, erhob jemand anders seine Stimme.

„Spart es euch, er weiß es selbst“, sprang ihm Ron bei und verschränkte murrend die vernarbten Arme vor der Brust, als die fragenden Blicke aller zu mir schossen und ich die Hände hob.

„Ich weiß nichts mehr…“, deutete ich auf meine Beule am Hinterkopf. „Ich sah, wie Harry flog, wie er fiel und Ron du hast auf ihn gezielt… warum?“, gab ich zum ersten Mal zu, dass ich selbst immer noch nicht alles wusste.

„Oh, sie hatten uns fast und ich war panisch… ich… ich sah keine andere Möglichkeit, als Harry unkenntlich zu machen… Brandzauber“, gestand er schief grinsend und ich hob ob seines super spontanen Einfalls imponiert eine Braue.

„Auf sein Gesicht“, rief Bill bestürzt, da uns allen bewusst war, was für Schmerzen dies bedeutete, indes verzog Harry seine Züge zu einer Grimasse.

„Ab da warst du bewusstlos“, murmelte Harry betreten und ich schnaubte.

Das so zu sagen war irgendwie witzlos!

„Was ist passiert?“, fragte ich und sofort imitierten die Jungs die Twins, indem sie sich eifrig in ihren Antworten abwechselten.

„Keinen Dunst, du bist plötzlich im Laufen zusammengebrochen…“, „Sah böse aus.“, „Echt unschön“, riss ich die Augen weit auf, da mir diese Vorstellung gar nicht gefiel. „Es war ein Unfall und naja…“, „Greyback hat sich sofort um dich gekümmert“, raunte Harry am Ende leise und ich sah aufgrund Bills entsetzter Miene seine Abscheu, die er bei dem Gedanken empfand, dass sich Fenrir um jemanden kümmern könnte.

Aber er wusste ja auch nicht im Ansatz, wie nah er mir stand.

„Ja, voll eklig.“, „Schon sehr eigen, wie er dich beschützt hat.“, „Er hat keinen der anderen mehr an dich herangelassen.“, „Was vielleicht ganz gut war, dieser Typ, der ich im Ministerium gewesen bin… der hat ganz gierig auf dich geschaut“, machten die Jungs ungeachtet der Zuhörer weiter.

„Runcorn“, murmelte ich freudlos.

Gleichzeitig keimte die Frage in mir auf, ob meine Entscheidung, Fenrir und Lucius alleine im Kerker zu belassen, so gut gewesen war. Wenn er derart treu und loyal an meiner Seite verblieben war, um mich vor einem rachsüchtigen Trupp zu schützen, hätte ich dann nicht mehr intervenieren müssen, dass Lucius ihn gehen ließ?

Nur ich hatte das Gefühl gehabt, wenn ich nicht ginge, würde ich Lucius reizen und das wäre für Fenrir wiederum sehr schlecht gewesen.

„Wie auch immer…“, wurden meine Gedanken unterbrochen, „sie haben sich gesammelt und…“, „Uns aufgelesen und in ihr Lager gebracht“, erzählten die Jungs.

„Da waren dann auch ich und der Kobold…“, übernahm Dean. „Ich habe selten dämlich geschaut, als sie Ron auf den Boden gestoßen haben. Und dann Harrys Anblick… grausig, dass du das warst und ihm angetan hast, Ron… krass. Wie auch immer, ich habe echt gestaunt, als ihr drei dort aufgeschlagen seid…“, kam es reichlich mitgenommen von Dean, der in dem Loch seines Pullovers herumspielte.

„Wie bist du überhaupt dort gelandet?“, wollte Harry erfahren.

„Ach, ich reise ja durch die Gegend“, umschrieb Dean seine Arbeit bei den VenTes und schielte zu unseren aktuellen Gastgebern. „Und nachdem die Gruppe von Griphook draufgegangen ist, habe ich versucht, ihn in Sicherheit zu bringen. Das ist bei diesem sturen Volk nicht so leicht… und diese Snatcher sind mittlerweile echt überall… es war ein Unglück.“

„War es sehr schlimm?“, wisperte Luna bewegt und legte ihre Hand auf Deans, der sie fest packte.

„Ach, sie haben ein wenig Punchingball mit mir gespielt“, meinte er wegwerfend und überspielte gekonnt, wie sehr sie ihn rangekommen hatten.

„Solange es nur das war“, murrte Ron düster und warf einen Blick zu mir und ich rollte mit den Augen. Nicht jeder hatte das Glück, mit Bellatrix aneinanderzugeraten.

„Moin Dieu, wie ging is weitär?“, zeigte sich Fleur sichtlich mitgenommen und vergaß das Rührei in der Pfanne vor sich, das gefährlich zu stinken begann.

„Tja“, nahm Harry wieder die Erzählung auf. „Eins muss man sagen, die waren sich schnell einig, ins Manor zu gehen und das war echt der Hammer“, riss mich das Ende seines Satzes aus meiner Lethargie, als Ron übernahm: „Ja, was für ein riesen Schloss.“, „Schon das große schmiedeeiserne, schwarze Tor, das war krass… und die Magie so geil“, fuchtelte er zur bildlichen Darstellung mit seinen Händen in der Luft rum. „Das Eisen hat sich verbogen und ein Gesicht aus den Stäben geformt, voll abgefahren.“, „Und dahinter die große Auffahrt und das Herrenhaus“, begeisterten sie sich in ihrer Darstellung des Malfoy Manors.

„Harry…“, wollte ich einwenden, aber die Jungs waren gerade in Fahrt und nicht zu stoppen.

„So lebst du also und auch Draco… ihr alle…“, zeigte er seine Aufregung über die erlebte Pracht. Zum Glück erwartete er keine Antwort und ich scheute es, den Kopf zu heben, was auch unnötig war, da er weitersprach. „Ron und ich waren schon geschockt, als wir ins Manor geschleppt wurden, aber die Angst wurde durch das zu Sehende regelrecht hinfort gewischt.“, „Ja, zuerst das Tor, die Auffahrt… die Pfauen…, der Eingang, die Größe von diesem Bau, dann dieser Saal…“

„Es war das Speisezimmer…“, murmelte ich unwohl und blies mir eine wilde Locke aus der Stirn.

„Wie auch immer…“, tat Ron mit einem Wisch ab. „Es geht ja weiter, dann diese weitläufigen Kerker… kein Wunder, dass sie jeden rumkriegen…“, „Und man von dem Reichtum geblendet ist.“

„Das… das stimmt nicht, das hat damit nichts zu tun… das war mir nie wichtig…“, wandte ich leise ein, denn der Reichtum von Draco und Lucius hatte mir nie etwas bedeutet.

„Weil du immer alles hattest“, murmelte Harry betreten und strich über seine Stirn, als hätte er Schmerzen, wenngleich ich ihm Recht gab. Seit meiner Erbschaft war ich mit Sicherheit unabhängig und Geld machte vielleicht nicht glücklich, aber es erleichterte mein Leben und Handeln ungemein.

„Ach, das stimmt doch so gar nicht, Harry, ich hatte nie das, was ich immer wollte…“, erwiderte ich kurz scharf, denn das Thema Eltern war ein zweischneidiges Schwert für mich.

Klar, ich hatte finanziell alles gehabt was ich wollte, aber ihre Liebe war mir verwehrt geblieben. Ich fing seinen stumpfen, so traurigen Blick ein. „Was ist überhaupt los?“, fragte ich nun sanfter und griff nach seiner Hand, die ich drückte, dabei vergaßen wir unsere Umgebung völlig.

„Ich versuche, mir vorzustellen, wie anders das Leben von euch verläuft, auch das von Blaise und Astoria…“, murmelte er traurig, aber ich verstand ihn auf vielfältige Art und Weise sehr gut. „Ihr lebt ein reiches Leben, früher dachte ich, die Durleys, denen geht es gut und das hat sich bestätigt… nachdem ich die Weasleys kennenlernte… sorry“, meinte er dann mit entschuldigendem Blick zu seinem besten Freund, der lässig abwinkte. „Auch das Stadthaus von dir finde ich noch relativ normal… gut… Sirius‘ Haus… der Grimmauld Place war schon eine andere Hausnummer, wenn es mal hergerichtet wäre… aber das… das… von Malfoy jetzt… das übertrifft alles…“

„Ich weiß, was du meinst, dieser Prunk und diese Pracht…“, versuchte ich verständnisvoll zu sein, während ich dachte, wie gut, dass niemand von Syon, oder Prince House wusste.

„Nein, du hast keine Ahnung“, wisperte Ron kopfschüttelnd, vom dem ich wusste, wie sehr ihn seine Komplexe wegen der Armut seiner Eltern von Beginn an belastet hatten.

„Ich kenne an sich nur das Verließ“, haute Luna ziemlich rein und ich seufzte.

„Ich kenne es auch…“, wisperte ich sehr, sehr leise zurück und erinnerte mich an die schmerzhaften Episoden an diesem Ort, die mir alles abverlangt hatten.

Sowohl als Opfer als auch als Täter!

„So gut wie ich bestimmt nicht…“, meinte Luna plötzlich entschiedener als zuvor und all die Sanftheit verschwand mit einem Schlag und ich schnalzte laut auf, auch Harry und Ron sahen sich untereinander an. „Wie lange war ich weg? Drei, vier Monate? Und Mr. Ollivander noch länger…“, hielt sie mir vor und ich schluckte. Ich würde ihr gegenüber nicht zugeben, dass ich ein anderes Auskennen meinte.

„Wer wusste überhaupt, dass du da unten warst?“, fragte Bill misstrauisch und ließ sich mit seiner Tasse auch an dem Tisch nieder, dabei bemerkte wirklich jeder den zweifelnden Blick, den er mir zuwarf.

„Oh, Mr. Malfoy, Mr. Snape und Draco natürlich…“, kam es hilfsbereit in flötendem Ton von Luna, die für die anderen unverständlich höflich blieb.

„Natürlich“, zeigte Bill einen unerwarteten Zynismus, als er sein vernarbtes Gesicht verzog. „Und sie nicht?“, deutete er aufreizend auf mich und ich hob sachte eine Braue an.

„Nein, Hermione war nie unten…“, schüttelte Luna ihr weißblondes Haupt, als sie den Kopf hob und mich mit dem Blick aus ihren blauen Augen regelrecht durchbohrte. „Wusstest du es?“

„Was?“, erwischte mich ihre direkte Frage unerwartet und ich schüttelte sofort meinen Kopf. „Was? Nein, ich denke… nein, auch wenn es mir im Nachhinein logisch erscheint“, gab ich dann widerwillig zu. So wie es aussah hatte ich absichtlich die Augen verschlossen, wenn ich ihnen und auch mir gegenüber ehrlich war. „Es tut mir leid, dass ich nicht nachgeschaut habe.“

„Du warst seit Weihnachten viel zu selten im Manor, als dass du dort etwas mitbekommen hättest“, sprang mir Harry sofort bei.

„Warum hat Draco dir nicht geholfen zu fliehen?“, wollte Ron erfahren, als ihn Luna mit ihrem Blick durchlöcherte.

„Der Schulleiter hat es ihm verboten… ich denke, er dachte, ich bin dort sicherer… nachdem… nach… all dem…“, brach ihre Stimme und wir drei sahen uns schuldig an, da wir wussten, dass sie von ihrem Vater sprach.

„Ich erzähle weiter…“, versuchte Harry den unangenehmen Moment zu überspielen. „Nachdem uns Draco nicht identifiziert hat, wurden wir getrennt. Wormtail, diese Ratte, brachte uns hinunter in das Verließ.“

„Ich habe mir vor Angst fast in die Hose gemacht“, gestand Dean und rieb sich über die Arme, als er weitersprach: „Und ja, Sorgen hatte ich auch, wie wir da rauskommen sollten, aber wir waren total überrascht, als in dem Kerker all diese Leute waren.“

„Wie habt ihr es da rausgeschafft?“, fragte Bill bewegt.

„Mhm… ich habe überlegt, was wir tun können und meinen Beutel untersucht und da war Sirius‘ Spiegel, ich habe ihn bei Lu… bei den Twins gelassen… und tja…“, zog er unwohl die Schultern hoch.

„Ah… daher kam also Dobby!“, murmelte ich und dankte dem Glück, das Harry so oft sein Eigen nennen konnte, anders als ich.

„Genau… aber davor wurde der Kobold geholt, da war voll der Aufstand, weil sie wissen wollten, ob das Schwert echt war oder nicht. Die hat sich aufgeführt, voll krank, das haben wir bis nach unten gehört. Aber ich habe Griphook gesagt, wenn ihm sein Leben lieb ist, soll er lügen und sagen, es sei unecht… und danach ging es schnell… Dobby, er kam und er hat alle mitgenommen, bis auf uns. Wir mussten zu dir und dem Kobold!“, erzählte Harry drängend und man bemerkte, wie sehr ihn das alles mitgenommen hat, sodass nun Ron übernahm.

„Durch den lauten Knall als Dobby verschwand hat diese verräterische Ratte was gehört, oder warum auch immer, plötzlich war er da…“, wartete ich gespannt auf die Erklärung, weshalb Pettigrew tot war und die Neugierde nagte an mir, aber ich unterbrach sie nicht.

„Er kam mit erhobenem Zauberstab… wir haben uns zuerst hinter den großen Säulen versteckt aber dann sind wir vorgetreten. Er… er sah uns, mich und Ron… er… er zögerte, uns anzugreifen und ich… ich sagte zu ihm, dass er mir sein Leben schuldet… wegen Sirius, Remus und Snape… damals in der Heulenden Hütte, weil sie ihn töten wollten und ich gesagt habe, das dürfen sie nicht…“, stieß Harry atemlos hervor, dabei zog gerade gelebter Ärger über sein Antlitz und ich wusste, er bedauerte seine Entscheidung von damals sehr.

„Lebensschuld, die gilt“, kam es gewichtig von Bill.

„Tja, das sah die Magie wohl auch so, seine silberne Handprothese hat ein Eigenleben entwickelt.“, „Er hat wirklich nur kurz gezögert, eine kleine unwillkürliche Regung von Erbarmen Harry gegenüber, der auch noch James, Remus und Sirius erwähnt hat… voll der gruselige Anblick“, übernahm Ron. „Er, seine Hand, sie hat ihn selbst erwürgt!“

„Voll eklig…“, stimmte Harry zu. „Und Ron hat seinen Zauberstab genommen, den er fallengelassen hat, da er versuchte, seine silberne Hand mit seiner echten Hand davon abzuhalten, ihn zu erwürgen.“

„Das muss ja echt schrecklich gewesen sein, das zu sehen“, echote Bill erschrocken über die Brutalität des Erlebten.

„Schön war es nicht… sein Gesicht, die Zunge, die Augen…“, ging Ron genüsslich auf seinen Bruder ein, als ich ihn unter dem Tisch trat, da Fleur, Luna und Dean wenig begeistert, um nicht zu sagen grünlich um die Nase zu Ron starrten und dieser fing sich rasch. „Ähm, naja, aber damit war der Weg frei und wir konnten Griphook und dich retten, Schönste, und dann sind wir hier aufgeschlagen… mit Dobby, aber ohne dich…“

„Jetzt erzähl du uns, was dann mit dir passierte?“, bat Bill, aber auch die Blicke der anderen, die sichtbar gespannt waren, wie es weitergegangen war.

„Chrm“, räusperte ich mich unwohl und ich erzählte in knappen Worten, was mir widerfahren war und hob schlussendlich meinen Arm und Fleur, deren hübsches Gesicht in Sorgenfalten lag, durchschritt rasch den Raum und fasste betroffenen meinen Arm, während auch die anderen entsetzt die Buchstaben entzifferten.

„Oh, bei Merlin“, hauchten sie alle und wirkten fassungslos wegen dem, was mir persönlich zugestoßen war.

„Es… es war nur ein Messer“, sagte ich schlicht, aber sie sahen mich an, als würde ich nicht richtig ticken.

„Ich bring sie um“, murrte Ron inbrünstig. Fleur schüttelte nur immer wieder traurig ihren Kopf und begann, sich vorsichtig zurückzuziehen, dabei warf sie ihrem Mann eindringliche Blicke zu.

„Du hast fürchterlich geschrien“, kam es etwas rücksichtslos von Luna, denn ehrlich, von meiner Schwäche wollte ich eigentlich nichts hören!

Vor allem da mir jetzt wieder einfiel, dass mich meine eigenen Schreie aus der Bewusstlosigkeit geholt hatten.

Alsdann berichtete ich weiter, was noch alles vorgefallen war. Der Wutanfall des Lords, der alle das Leben gekostet hatte, bis auf uns, aufgrund des Fakts, das wir Familie waren. Und dies dank Lucius, außerdem bekundete ich auch die sichtbare Verdrießlichkeit darüber, dass auch Bellatrix deshalb zu den wenigen Überlebenden gehörte.

„Ups“, entfuhr es nach dieser Offenbarung den Jungs sichtbar unangenehm, während sie mich entschuldigend ansahen.

„Das ist passiert?“, „So hat er reagiert? Harry!“, „Verdammt“, ärgerten sich die Jungs.

„Was meint ihr, woher hättet ihr das wissen sollen, wie er auf diese Nachricht und eure Aktion reagiert?“, meinte ich milde.

„Nun ja, wir dachten, es wäre eine Idee, um Zeit zu schinden“, meinten die Jungs entschuldigend.

Für die anderen sprachen wir jetzt unverständlich, denn es ging um den Horkrux, den die Jungs mit dem Schwert vernichtet hatten und damit für den völlig überraschenden und so völlig unkontrollierten Wutausbruch des Lords verantwortlich waren.

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