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 Kapitel 629-630

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queenie
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BeitragThema: Kapitel 629-630   Di März 06, 2018 8:26 pm

Wiki ruft!

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629. Kapitel Blow me

Dracos Sicht

Sie kam, und wie sie kam!

Sie brachte mir als erstes meinen Zauberstab wieder und ich freute mich, aber gleichzeitig ärgerte ich mich über Potter, den Wichtigtuer, der so absolut bescheuert war und das Tabu gebrochen hatte. Jedoch trat dies alles für mich in den Hintergrund, nachdem sie zu Vater gegangen war.

Lucius sah es nicht, aber als er ihren Arm küsste, warfen wir uns untereinander eindeutige Blicke zu. Das war nicht der Vater, wie ich ihn kannte und auch nicht Hermione, da sie nachdenklich auf sein gesenktes Haupt blickte und uns vergessen zu haben schien. Das alles zu sehen tat überraschend weh, was mich verwunderte, denn ich dachte, ich hatte das Ende unserer Beziehung überwunden und war gespannt, was noch so auf mich wartete.

„Wie geht es Harry?“, warf sich Astoria ihr regelrecht an den Hals und unterbrach damit diese Zweisamkeit und da sah sie sich gezwungen, uns erstmal alles zu erzählen, als wir uns zurückgezogen hatten.

Von Dobby, davon, dass Ron die Twins per Patronus über den Verlust ihres Babysitters informiert hatte, über Luna, Dean und Ollivander, bis hin zu dem ältesten Weasley-Bruder, der sie aufgenommen hatte.

„Die Narbe ist total schön verheilt. Wie ist das passiert?“, wollte Astoria involviert erfahren und bedachte Hermione mit einer mitleidigen, aber auch höchst interessierten Miene.

„Severus, oder?“, riet ich schlicht ins Blaue, aber die Narbe war zu schön, um wahr zu sein, nachdem was Bellatrix da angestellt hatte. Was zur Folge hatte, dass sich ihr Blick regelrecht an mir festsaugte.

„Jaaa, er kam zu mir“, gestand sie dann wispernd und biss sich auf die Lippe und es war ersichtlich, dass sie darüber nicht weitersprechen würde. „Was ist bei euch passiert?“, wich sie auch schon aus und ich seufzte.

„Bei uns? Nichts… ich fühle mich leicht eingeengt.“, „Und ich mich eingesperrt.“, „Und ich mich genervt und gelangweilt“, waren wir drei so nett, uns abzuwechseln. „Vater hat einen Schweigefluch auf Wena gelegt“, wollte ich ihr dann doch noch eine elementare Information schenken.

„Das ist eine weise Entscheidung…“, erwiderte Hermione dann sichtbar zufrieden und grinste kurz. „Wie macht sie sich?“, fragte sie auf einmal, dabei lag ihr Blick auf Blaise, der nur die Luft ausstieß und sichtbar angespannt wirkte.

„Das ist doch gleich“, wischte er auch sofort zur Seite. „Die Frage ist: Was plant ihr drei?“, fragte er durchaus etwas, was auch mich interessierte.

„Das hängt von einer Entscheidung ab…“, meinte sie schon wieder ausweichend.

„Lass mich raten… über die du nicht reden kannst“, stellte ich ein wenig verärgert fest und blies mir meine Fransen aus der Stirn.

„Draco, deine schlechte Laune ist mir gegenüber echt nicht angebracht…“, wandte sie sichtbar eingeschnappt ein.

„Ich habe doch nichts gegen dich. Ich fühle mich genervt, dass nach der Katastrophe letztens nichts weiter geht… und ich müsste dringend nach Irland, aber Vater…“, sah ich mich widerwillig in der unangenehmen Situation, mich erklären zu müssen, aber nach den unverständlichen Mienen, die mich missbilligend musterten, erschien es mir nötig.

„Er lässt dich nicht?“, fragte sie hörbar geschockt, woraufhin ich die Schultern hochzog. „Das ist nicht in Ordnung, aber ich bin auch nicht hier, um zu bleiben… ich muss etwas recherchieren“, gestand sie dann hörbar unwillig, uns in ihre Angelegenheit einzuweihen und mir hing diese Geheimnistuerei regelrecht zum Hals raus.

„Ernsthaft? Du willst in die Bibliothek, wenn Ferien sind?“, stieß Blaise freudlos lachend aus.

„Ich hoffe, Antworten zu finden und Draco… du hau ab“, sah sie bestimmt zu mir und wedelte mit ihrer Hand, woraufhin ich große Augen machte. Sie wollte, dass ich einfach ging. Der Teufel wäre los, sollte ich das tun. „Schau nicht so. Ich werde mit Lucius reden, bevor ich gehe und ihn davon überzeugen, dass du schon groß und vor allem alt genug bist, deiner Wege zu gehen…“, erklärte sie erkennbar aufgebracht, weil ich von Vater derart gegängelt wurde, aber ob ich es besser finden sollte, von ihr so rumgeschubst zu werden, war mir auch nicht so ganz klar.

„Weißt du, was er in letzter Zeit hat?“, antwortete an meiner statt Astoria, da mir schlicht die Worte fehlten.

„Ich glaube… er macht sich Sorgen…“, wisperte Hermione leise und wandte von uns allen den Blick ab.

„Sorgen? Vater? Wegen was?“, entfuhr es nun mir hektisch, da ich ihre Einschätzung der Situation sonderbar fand, woraufhin sie sich unwohl auf die Lippe biss.

„Irland“, verkündete sie dann mit Düsternis in der Miene.

„So, jetzt mach ich mir auch Sorgen.“, „Ganz toll, ich auch!“ murrten Blaise und Astoria los, während ich erkannte, dass sie mehr zu wissen schien als ich und dass außer Frage stand, dass ich zu meiner Enklave nach Irland musste, um endlich auf den neusten Stand zu kommen. Um was sorgte Vater sich? Es war nicht so, dass er das oft tat. Was sagte ich, das tat er nie, solange es ihn nicht selbst betraf!

„Sicher? Das müsst ihr nicht“, fuhr ich die anderen an und schüttelte mein Haupt und sah dann Hermione eindringlich an „Seit wann sorgt sich Vater? Um Irland… oder?“, sprudelte es ungläubig aus mir heraus, denn das waren ja völlig neue Töne.

„Um dich? Und Draco, er war ehrlich zu mir…“, unterbrach sie ein abfälliger Ton von mir, aber sie schüttelte ihr lockiges Haar. „Denk was du willst, aber es war so… dort geht etwas vor sich, was ihn sich sorgen lässt“, mahnte sie sehr eindringlich.

„Wir… Marcus und ich, wir haben alles im Griff.“ Sie tat meine Weigerung, Vater so zu sehen wie sie, seufzend ab und schüttelte verärgert ihr Haupt.

„Dein Wort in Gottes Ohr, Draco, und jetzt geh und sieh selbst nach!“, beschied das Biest mit endgültigem Ton und wandte sich ab, um in ihren Büchern zu schmökern. Was so viel aussagte wie, dass es ihr egal war, was ich tat, was ich glaubte, was… arrrghhh!

„Merlin, ich will nicht allein mit Blaise und diesem Geier hier sein…“, entfuhr es Astoria wütend und da drehte Hermione dieser ihr Gesicht zu und lachte an der Tür laut auf.

„Du wirst das schon meistern, du bist erwachsen, Astoria!“, grinste Hermione sie von oben herab an.

„Ja, ich weiß, das schaffe ich schon, aber es muss mir nicht gefallen. Doch warte einen Moment“, fiel meiner Verlobten etwas ein und sie sah plötzlich einfach nur noch traurig aus. „Was machen die Twins? Wegen… ihr… wisst schon… nun, da kein Dobby mehr da ist?“, fragte Astoria mit plötzlich in ihren ausdrucksstarken Augen aufsteigenden Tränen.

„Ich weiß es nicht“, gab sie sofort zu und zog unbehaglich die Schultern hoch. „Ich habe keine Zeit, zu ihnen zu gehen. Ich habe mich schon aus den wichtigen Gesprächen gestohlen, um Draco seinen Stab jetzt schon zu bringen. Ich kann leider nicht zu ihnen…“, blickte sie uns um Entschuldigung und Verständnis ersuchend an.

„Dann werde ich das auf meinem Rückweg nach Irland übernehmen und ins Cottage gehen“, bot ich generös an, woraufhin ich statt Dankbarkeit einen kleinen Derwisch am Hals hatte.

„Warum kann ich nicht dort hin?“, wollte meine renitente Verlobte aufgebracht erfahren.

„Weil du hierbleibst. Vater wird niemals erlauben, dass wir alle abhauen“, meinte ich resignierend schlicht.

„Du willst uns echt zurücklassen?“, kam es auch von Blaise sichtbar unglücklich aufgrund der Aussicht.

„Ich muss“, zeigte ich Ungeduld wegen dieses Kindergartens, da mich Hermiones Andeutung, dass es in Irland nicht gut lief, durchaus unruhig machte.

„Wenn du gehst, grüß mir Gellert…“, rief Hermione von der Tür aus und ich bewegte mich zu ihr hin.

„Er wird sich beschweren“, gab ich stöhnend zu bedenken und ließ die anderen beiden zurück im Salon.

„Ich weiß, er wird mir auch was wegen verpasster Rituale sagen… sag ihm, ich komme sobald ich kann… und jetzt muss ich zu den Büchern“, erklärte sie vehement und man sah ihr an, dass sie hier bei uns nichts mehr hielt.

„Moment! Ich begleite dich“, rief ich und spurtete aus der Tür hinaus, dabei blieben die Unkenrufe der Zurückbleibenden ungehört.

„Was gibt es?“, meinte Hermione, als ich sie in eine der zahlreichen Nischen, die das Manor zu bieten hatte, zog.

„Sag mir die Wahrheit. Wie hast du das verkraftet? Ich kenn dich…“, bat ich sie raunend und musterte ihre Züge eindringlich und sie sah mir mit einem verletzlichen Ausdruck in den Augen ins Gesicht.

„Danke dir, dass du mich beschützt hast als es nötig war“, kamen ihr diese Worte widerwillig über die Lippen, da sie es hasste, sich nicht selbst hatte helfen zu können und so legte sich ein leicht überhebliches Grinsen auf meine Lippen.

„Immer“, nickte ich ihr bestätigend zu.

„Ach, Draco“, erwiderte sie traurig und da zog ich sie einer impulsiven Emotion folgend an meine Brust in eine felsenfeste Umarmung und sie klammerte sich, zu meiner Überraschung, an mich. „Luna… sie weiß es…“, wisperte sie an meinem Hals mit gebrochener Stimme.

„Das… das tut mir leid.“

„Macht es nur nicht leichter…, wenn dir die Tochter deines Opfers offen sagt, dass sie weiß, was du getan hast“, sprach sie sich diese Last von der Seele und ich vergrub meine Nase in ihrem lockigen Haar und inhalierte ihren Duft und ganz ehrlich, auf so eine Konfrontation wäre ich auch nicht scharf.

„Aber gut, jetzt muss ich weiter machen“, wollte sie sich abwenden.

„Tust du es so schnell ab?“, hielt ich sie zwar nicht fest, aber doch zurück. Wie schnell sie das überging, was sie belastete, konnte nicht gut sein. Ich sah ihr an, auch ihre Grenzen waren erreicht.

„Oh, ja“, nickte sie energisch.

„So warst du schon immer…aber jeder von uns stößt irgendwann an seine Grenzen“, mahnte ich vorsichtig, dass auch sie mal Hilfe brauchte.

„Dass ich zurückschlage?“, überging sie meinen dezenten Aufruf und bezog sich auf das, was ihr passte. Aber einen Hinweis zur Vorsicht oder Mahnungen zu ihrer Gesundheit überging sie immer.

„Dass du nie aufgibst!“, seufzte ich, weil sie auswich. „Wie auch immer, ich muss noch etwas vorbereiten und bin dann weg“, entschied ich, dass es nichts brachte, weiter zu bohren, denn Hermione würde eh nichts mehr sagen und nach Irland musste ich wirklich dringend.

Dracos Sicht Ende

Hermione Sicht

Schlussendlich wurde mir diese Intimität mit Draco, so gut sie tat, dann doch unangenehm und wir trennten uns. Er wollte nach Irland und ich musste mich auf die wichtige Suche nach Informationen über Gringotts begeben, sodass ich eilig in die Bibliothek strebte.

„Was tust du hier?“, schreckte ich um einiges später aus der spannenden Darstellung der magischen Architektur hoch und sah mich Lucius‘ so makelloser Maske höflichen Interesses ausgesetzt, dabei bemerkte ich sehr wohl das Blitzen in seinen Augen, als er mich von einem Wust aufgeschlagener Folianten umgeben sah.

„Etwas suchen!“, erwiderte ich freundlich und lächelte lieb.

„Will ich wissen, was?“, fragte er mit diesem Timbre zurück, das eine ganz bestimmte Saite in mir vibrieren ließ, dabei wanderte eine seiner so hellen Brauen taxierend in die Höhe.

„Nicht wirklich“, entgegnete ich schmunzelnd und schlug das dicke Buch vor mir zu und wippte mit einem Fuß.

„Hermione“, betonte er plötzlich meinen Namen so derart eindringlich, dass nun meine Brauen in die Höhe wanderten. „Tu nichts Dummes“, bat er zu meiner Überraschung sanft und ich schnaubte auf.

„Als hätte ich das je“, erwiderte ich aufreizend, dabei war uns beiden bewusst, dass ich schon viele Dummheiten begangen hatte, sonst wäre ich heute nicht die, die ich war.

„Schau, wo du stehst“, kam es von ihm auch schon reichlich blasiert und er deutete mit seinem Gehstock auf mich und dann auf meine Umgebung, woraufhin ich mit den Augen rollte.

„Autsch…“

„Nur die Wahrheit, Liebes, nicht dass ich etwas dagegen hätte…“, zuckte sein rechter Mundwinkel überheblich, aber selbst mir entwischte beinah ein Grinsen. „Aber überleg dir deine weiteren Schritte mit Bedacht“, legte er zu meiner großen Überraschung hörbar eindringlich nach. „Was suchst du in meinen Büchern? Ich könnte vielleicht helfen“, bot er zu großzügig an, als dass es ernst gemeint sein könnte. Er wollte nur ergründen, was mich beschäftigte.

„Weil du so oft hier bist“, höhnte ich daher auch sofort und kassierte einen strafenden Blick aus eisgrauen Augen.

„Öfter als du denkst“, murmelte er tatsächlich unglücklich, zumindest klang es so in meinen Ohren, aber daraufhin schüttelte ich nur meinen Kopf.

„Hör mal, die Jungs und ich… wir haben einen Plan, aber noch ist alles ziemlich lose und… ich kann es dir wirklich nicht sagen…“, versuchte ich ihn zu überzeugen, dass mein Schweigen nicht den Grund hatte, ihn zu ärgern.

„Weil ich dagegen wäre?“, kommentierte er sofort trocken und ich enthielt mich eisern einer Regung. „Da es etwas völlig Idiotisches ist?“, traf er den Nagel auf den Kopf.

In Gringotts einzubrechen war wirklich gewagt, übermütig, um nicht zu sagen extrem gefährlich!

„Sogar sehr und um ehrlich zu sein wäre es gefährlich, unabwägbar… und…“, sprudelte es irgendwie begeistert aus mir heraus und ich vergaß darüber wirklich alles, was mich in der letzten Zeit belastete.

„Und du freust dich darauf“, resümierte er schlicht mit einem honorigen Gesichtsausdruck im aristokratischen Antlitz.

„Sollten wir es durchziehen… verspricht es einiges an Spannung… ja…“, meinte ich eifrig und nickte, dabei knabberte ich begeistert an meiner Unterlippe. Wenn ich aufrichtig war kribbelte es mir in den Fingern, es zu wagen, das wäre die größte Herausforderung, die ich bisher als Einbrecherin und Diebin zu bestehen haben würde.

„Sicher, dass du mich nicht einweihen willst?“, forschte er nun mit schiefgelegtem Haupt nach, woraufhin ich breit zu grinsen anfing.

„Auf keinen Fall“, erwiderte ich mit gelebter Inbrunst, dabei musterte er mich und unter diesem sengenden Blick müsste ich mir eigentlich nackt vorkommen und so war es auch. Es war, als würde er mich ausziehen und versuchen, alle Schichten von mir zu schälen, um all meine Geheimnisse aufzudecken.

Ich war gespannt, ob er mich so entkommen lassen würde, oder ob er weiter forschen und in mich dringen würde, doch bevor ich reagieren konnte, sprach er weiter.

„Draco ist gegangen?“, fragte er mich und überraschte mich mit diesem Themenwechsel aufrichtig.

„Nach Irland… ja…“, erwiderte ich ehrlich und wunderte mich, dass er lockerließ. Daraufhin konnte ich beobachten, wie ein wütender Ausdruck in seinen nun sturmumwölkten Blick einzog.

„Was fällt ihm ein?“, brauste Lucius auf und ich musterte ihn aus zusammengezogenen Augen. „Er hat über Ostern gefälligst hier zu sein!“, stieß er seinen Gehstock nachdrücklich in den Boden. „Wir haben Gäste!“

„Er muss gehen…“, schlug ich sofort mit hitzigen Worten zurück, dadurch legte sich Lucius‘ Stirn wegen meines Engagements Draco gegenüber in Falten, aber ich war noch nicht fertig. „Ich teile nicht deine Meinung, noch heiße ich sie gut, dass du ihn hier festhalten willst. Er hat gewisse Pflichten, denen er nachkommen muss und das, was du forderst, ist kindisch!“, hielt ich ihm vor und erlebte, wie sich seine Stirn glättete, nachdem seine Augenbrauen in die Höhe gewandert waren.

Aber ich wusste, wie dringend Draco in der Burg benötigt wurde, denn ich erinnerte mich noch zu gut an meine Auseinandersetzung mit Flint, von Gellert und den VenTes ganz zu schweigen. Er musste nach dem Rechten sehen.

„Er hat auch Pflichten als mein Sohn und als DeathEater“, zeigte sich Lucius blasiert wie eh und je, dabei war sein Blick schneidend, aber ich gestattete ihm und mir keine andere Gefühlsregung, als übertrieben mit den Augen zu rollen.

„Lucius!“

„Sag meinen Namen nicht so… unangebracht!“, entfuhr es nun ihm ein wenig unwirsch, woraufhin ich meinen Kopf schüttelte. Es würde nichts bringen, mich mit Lucius zu streiten, keinem von uns, weder Draco noch mir, aber trotzdem würde ich ihm Paroli bieten.

„Das werde ich“, verkündete ich stur und wurde damit belohnt, dass er mit seinem Kiefer malte, „wenn du anfängst, deinen Sohn wie ein Kleinkind zu behandeln, das er nicht mehr ist! Schon lange nicht mehr…“, meinte ich ernst und ließ mich von seiner abrupt schlechten Laune nicht einschüchtern und hob mahnend meinen Zeigefinger.

Ich meine, sah Lucius denn nicht, dass ich versuchte, ihn vor einem Fehler zu bewahren? Es war immer gefährlich, jemanden zu unterschätzen, egal wen. Jedoch wirkte er nicht so, als würde er mir glauben wollen, dass er einen Fehler beging, wenn er Draco gängelte.

„Spricht aus dir die zukünftige Stiefmutter…“, lag auf einmal eine eisige Kälte in seiner Stimme und mir zog unwillkürlich eine Gänsehaut auf, „oder seine ehemalige… Geliebte?“, fragte er mich vorwurfsvoll und ich erstarrte.

Dabei schien selbst er mit diesem Fakt, dass ich beides in mir vereinte, kurz zu kämpfen zu haben und ich blinzelte ihn sichtbar sprachlos an.

Eifersucht?

Er war eifersüchtig!

Denn wenn er das darin sehen wollte, war er auf dem Holzweg. Ich stand nicht auf Dracos Seite, auch wenn er das in meiner Warnung sah. Dabei ging es mir nicht um Draco, sondern um ihn, Lucius und seine Fehler! Ach, er konnte mir erzählen was er wollte, Lucius war gar nie nicht eifersüchtig!

„Haaa!“, stieß ich absolut beleidigt über seinen Zweifeln an mir aus und strich mir in einer unbewussten Geste über die Seiten, als ich ein wenig von ihm weggegangen war. „Dass du ihn gekonnt von mir getilgt hast, kann niemand…, und erst recht du nicht, bestreiten…“, erregte ich mich sehr über sein kindisches Gehabe, meine Aufrichtigkeit in Frage zu stellen. „Eifersüchtig?“, reizte ich ihn absichtlich und lächelte provokant. Als er etwas erwidern wollte, hob ich jedoch den Finger und wurde plötzlich wieder sehr ernst. „Draco ist ein wichtiger Verbündeter in diesem Krieg und wenn du dich in das einmischst, was bisher gut lief, werde ich kämpfen“, warnte ich entschlossen, daraufhin zog ein spöttischer Glanz in seine Augen ein.

„Gegen mich?“, kam es versnobt von ihm. „Schon wieder? Keine Angst, dass du dann verlierst?“, fragte er mit dieser unglaublichen Arroganz, die ihm angeboren zu sein schien und überging meine Drohung total, was mich kurz sprachlos machte.

„Ich… Angst? Vor dir?“, schoss ich bösartig zurück, nachdem ich mich gefangen hatte und trat mit wiegenden Hüften auf ihn zu. „Das hatte ich nie… und ich werde damit nicht anfangen…“, erklärte ich überzeugt, indes blitzte ich ihn regelrecht auffordernd an, es auszuprobieren.

„Was ist mit Respekt… oder gar Dankbarkeit?“, erwiderte er zwar dreist, aber zu meiner Überraschung auch ausweichend.

„Oh, du wünschst dir Dank von mir? Wofür? Dafür, dass du uns gerettet hast?“, wisperte ich rau und musterte seine Gestalt von oben bis unten. Darum ging es ihm? Und ich zeigte ihm, dass er mich irritierte, indem ich die Augen gespielt in Unschuld weit aufriss.

„Jetzt verspüre ich so etwas wie Spannung…“, flüsterte er gefährlich düster zurück. „… Anspannung in mir aufsteigen…“, raunte er regelrecht anzüglich und warf sein langes, glattes Haar zurück.

Manchmal konnte er in seiner so eigenwilligen Art wirklich schrecklich anmaßend sein.

„Oh, das geht aber flott bei dir…“, konterte ich auf einmal lauter und vor allem spöttisch. „Für einen so alten Mann“, hielt ich ihm im Gegenzug Mollys Aussage des alten Mannes auf dem Fest der Sacred Twenty-Eight vor und kicherte übermütig.

„Du bist eindeutig zu frech. Habe ich deinen Spott verdient, nach allem was ich für euch getan habe?“, gab er ohne Scheu zurück und ich lachte rau auf. Er war unanständig und er tat alles, um das zu bekommen, was ihm in seinen hochtrabenden Augen zustand.

„Das magst du doch, oder magst du mich brav, fügsam und… langweilig? Und außerdem hast du das auch für dich getan. Was wärst du ohne uns?“, stellte ich zwar eine rein rhetorische Frage, aber an sich wussten wir doch alle, dass ich einen gegebenen Fakt laut aussprach!

„Hahaha, Severus hat gute Arbeit geleistet… an dir… du wirkst auf vielerlei Arten erholt…“, löste Lucius charmant die angespannte Stimmung zwischen uns, indem er honorig lachte.

Um dann auf einmal in ein echtes Lachen zu verfallen, einen Laut, den man selten von ihm vernahm und vor allem auch noch, wenn er aufgrund ehrlicher Belustigung daherkam und sich dies in seinen Augen und seiner Miene niederschrieb. Jedoch runzelte ich daraufhin unwillig die Stirn, gerade der letzte Teil seines Satzes stieß mir umgehend auf.

„Hat er dir Bericht erstattet?“, wollte ich daher betont neutral erfahren. Es gab vieles bei unserer letzten Zusammenkunft, das für niemand anderen bestimmt war. Lucius musterte mich genau und hörte auf, zu lachen.

„Wo denkst du hin? Er doch nicht!“, tat er mit einem Schulterzucken ab, das zeigte, wie gut er den alten griesgrämigen Professor kannte, woraufhin ich sanft lächelte und in Erinnerungen gefangen war, wie wirkungsvoll Severus es verstanden hatte, mir zu helfen.

„Er sagte nicht mal wo er hingeht, aber alles an seinem Verhalten sagte mir, nachdem er uns beehrt und wieder verlassen hatte, dass er zu dir wollte“, erzählte er mir unaufgefordert und erst da fiel mir ein Stein von meinem Herzen, wie ich erst jetzt bemerkte.

„Er… er hat mir sehr geholfen“, erwiderte ich ausweichend und leckte mir über meine trockenen Lippen.

Ich dachte nicht gerne an die labile, weinerliche Hermione. Mir war meine ehemals emotionale Verfassung ziemlich peinlich und es stand außer Frage, dass Lucius wahrlich nicht alles wissen musste und es erleichterte mich ungemein, dass Severus nichts gesagt hatte, als Lucius zu meiner Überraschung schon wieder auflachte.

„Das wollte ich hören… und ich sehe es auch, dass er dir gut getan hat…“, kam es doppeldeutig von ihm.

Sofort zuckte der Moment am Strand vor meinem geistigen Auge auf, als wir miteinander geschlafen hatten und ja, ich glaubte Lucius wirklich, dass er ahnte, was Severus alles getan hatte, um mich auf vielerlei Art zu heilen. Dann rissen mich seine nächsten Worte schon aus meinen Gedanken.

„Die Narbe ist wahrhaft fabulös verheilt“, verkündete er mit diesem durchdringenden Timbre, das mich aufhorchen ließ.

„Stört sie dich?“, fragte ich aus dem Zwang heraus, plötzlich ganz dringend wissen zu müssen, wie er dazu stand.

Indes presste ich meine Hand auf die Narbe, die unter dem Stoff verborgen war und wegen einem Phantomschmerz gleich wieder pochte. Denn trotz allem brannte dieser Schandfleck noch immer schmerzhaft juckend auf meiner Haut und so schob ich gedankenverloren den Baumwollstoff meines Pullovers hoch und kratzte mit meinen Nägeln über die blässlichen, weißen Buchstaben. Ich bemerkte die Anspannung, die plötzlich in mir herrschte, da mir erstaunlicherweise meine Eitelkeit im Weg war und ich aufrichtige Sorge wegen seinem Urteil verspürte. Doch plötzlich packte er mein Handgelenk, um mich daran zu hindern, mich weiter zu kratzen.

„Insofern, dass sie da ist, mit Sicherheit…“, bekannte er offen, aber auch verletzend ehrlich und umfasste meinen Arm fester, als ich ihn ihm entziehen wollte. Ich blickte nachdenklich darauf, während sich vor mir ein Loch zu öffnen drohte. „Auf der anderen Seite schon mal auf meinen Arm gesehen?“, sprach er so locker und leger wie selten und zog seine edel verpackten Schultern hoch.

„Du versuchst, witzig zu sein?“, hauchte ich zutiefst verwirrt, wie er derart lässig über meiner Verschandelung stehen konnte und er ließ von mir ab und ich zog eilig den Pullover herab.

Spielte er das, oder meinte er das ernst?

„Realistisch“, schränkte er tadelnd ein. „Wie gesagt, mein Mal ist auch keine Zierde und Severus hat das Beste rausgeholt. Wir können froh sein, dass es dabei geblieben ist und das Weib wird schon noch bekommen… was sie verdient…“, lag eine gefährliche Forderung in seiner Aussage, die mir ein heißes Kribbeln bescherte.

„Rache“, knurrte ich finster und ballte meine Hand zur Faust. Ja, ich wollte mich an ihr rächen und da packte er meine Hand.

„Das hoffe ich doch und enttäusche mich bitte nicht! Ich baue auf deine fantasievolle Kreativität“, flüsterte er so vorfreudig, dass ich ahnte, wie schwer es ihm fiel, mir den Vortritt zu lassen und nicht zu Bellatrix zu gehen, um sie zu foltern. Ein Gefühl, dass ich zum ersten Mal aus tiefstem Herzen teilte. Dieses Weib verdiente keinen leichten Tod. Ich wollte sie am liebsten langsam bei lebendigem Leibe filetieren.

„Habe ich nicht vor“, raunte ich daher auch zutiefst rachsüchtig.

Woraufhin er nun eine Reihe perfekt weißer Zähne entblößte. Er lächelte zufrieden und plötzlich schlossen sich unsere Hände zusammen. Unsere Finger verschränkten sich zu einer Einheit, sodass wir Händchen hielten. Einträchtig in bösen Gedanken vereint, wie wohl Bellatrix in Zukunft leiden würde.

„Lucius“, wisperte ich nach kurzer Stille und blickte auf unsere verschlungenen Hände und verfolgte, wie sein Daumen beständig in sanften Kreisen über meinen Handrücken streichelte. „Du… du musst aufpassen… dieser Wutausbruch… das war… das kann ab nun öfters passieren… rechne beim Lord ständig damit, dass niemand mehr vor ihm sicher ist…“, sprach ich eindringlich, da ich ihn warnen musste und verschluckte das „auch du bist nicht mehr sicher“, als er erstarrte.

Er löste seine Hand aus meiner und trat ein wenig zurück, um mir besser ins Gesicht sehen zu können.

„So labil? Willst du mir mehr sagen?“, fragte er eindringlich, auch sehr ernst und besorgt nach.

„Nicht wirklich, ich will dich nur warnen und dass du es Severus sagst“, bat ich ihn heiser, als bei meiner Eröffnung seine eine Braue spontan in die Höhe schoss.

„Du wirst dich nicht mit ihm treffen?“, kam es regelrecht sprachlos von ihm und ich nickte knapp.

„Sieht nicht so aus, zumindest nicht in nächster Zeit, da ich keine Zeit habe!“, setzte ich ihn davon in Kenntnis, dass ich in Zukunft für jeden von ihnen eine selten gesehene Person sein würde.

„Du verströmst eine gewisse Unruhe, als wärest du arg beschäftigt!“, lag ein Tadel in seinen Worten, der nicht zu überhören war.

„Das bin ich, Lucius…“, schwang in meinem Ton eine Bitte mit. Die Bitte, mich nicht zu hinterfragen.

„Du kannst es Severus spätestens beim Gewölbe selbst sagen…“, wandte er dann blasiert ein und ich schnaubte, da er auf seine unnachahmliche Art verkündete, dass das ein Pflichttermin war, dem ich nicht entkommen würde.

„Moment, da fällt mir ein…“, rief ich laut aus, da mir etwas durch den Kopf ging, was ich fast vergessen hätte. „Hat dich Severus informiert, dass sich der Dark Lord nach Hogwarts begeben hat?“, fragte ich und konnte sehen, wie er bei dieser Eröffnung hin die Lippen zusammenpresste, was Antwort genug war. „Er war bei Dumbledores Grab“, erklärte ich daher weiter.

„Wie kommt es…, dass du es weißt und ich nicht?“, hauchte er kühl und sichtbar verstimmt, dass er mal was nicht wusste.

„Harry“, wisperte ich leise zurück und er verzog die Mundwinkel.

„Potter! Er sollte seinen Geist verschließen“, gab er in einem abfälligen Ton von sich, wie ich ihn immer dachte und wie Severus es immer von sich gab. Wenigstens waren wir uns alle bei diesem Thema einig, dass Harry kläglich versagte.

„Ich werde mit Severus sprechen“, resümierte er überlegend und kam nun doch meinem Wunsch nach, Severus umgehend zu informieren.

Und ganz plötzlich war er mir ganz nah und ich wich leicht zurück, stieß mit meinem Hintern an den Tisch, auf dem sich die aufgeschlagenen Werke stapelten und ich hörte, wie er seinen Gehstock laut klackend ablegte und runzelte die Stirn.

„Bekomme ich nun meinen Dank?“, strich sein Atem sanft über mein Ohr und sein Mund suchte meine Lippen, woraufhin ich mich reckte.

„Du willst spielen? Jetzt?“, erwiderte ich fassungslos und in Anbetracht, dass wir nicht in der Suite waren und das Haus voller Leute, ein wenig überrascht. „Nicht dein Ernst“, gab ich ein wenig atemlos von mir.

Ich wollte von keinem der noch Anwesenden zusammen mit Lucius in flagranti entdeckt werden und schüttelte daher meinen Kopf.

„Ich habe dich nicht gesehen und mir Sorgen gemacht“, meinte er jetzt völlig untypisch für ihn und drückte sich an mich, als würde er kein Stück Pergament mehr zwischen uns lassen wollen.

„Du bist mit Sicherheit vergangen vor Sorge, nachdem du so beschäftigt warst, mit Fenrir zu spielen…“, legte ich meine Hände an seiner brokatgewandeten Brust ab und konnte nicht verhindern, dass ich spöttisch klang.

„Ach, ich bitte dich, wir haben nur etwas geklärt und unsere Standpunkte festgehalten, da ist nichts weiter passiert“, tat er meinen Einwand lapidar ab und spielte die Daumenschraube zu einer Unwichtigkeit sondergleichen herunter, was mir wahrlich die Worte raubte, indes drückte er seine Lippen begehrlich an meinen Hals. „Und ich verging eher vor Sehnsucht nach dir… dich zu spüren…“, meinte er abgehackt, dabei fuhren seine Hände fiebrig über meinen Körper und ich fühlte, dass ich ihn wollte, dass ich bereit war, nachzugeben, nur weil er er war, ganz einfach und ganz schlicht.

„Uh, jetzt wird es kitschig“, erklärte ich entschieden und rang diese Regung entschlossen nieder, entwand mich ihm geschickt, entschlüpfte seinen Händen und drehte mich mitten in dem riesigen Saal der Bücher wieder zu ihm um.

„Habe ich nicht mehr als deinen Spott verdient?“, fragte er beleidigt und trat ein wenig zu mir hin, in die Weite des Raumes hinein und das war für Lucius‘ Verhältnisse schon echt süß.

„Oh ja… du hast Recht“, meinte ich plötzlich mit einem frechen Grinsen und fuhr wieder zu ihm herum.

Er musste lernen, dass nicht alles und erst recht nicht jeder nach seiner Pfeife tanzte!

Hermiones Sicht Ende

Lucius Sicht

Sie kam mir nahe, so dass plötzlich keinerlei Raum mehr zwischen uns war und legte ihre Hand verführerisch an meine reich bestickte blassblaue Weste, dann ging sie keck auf ihre Zehen, damit sie nah an meine Lippen kam. Ein leichtes für sie, da ich zu ihr hinabsah.

„Dankbarkeit? Soll ich ganz brav… danke… sagen?“, flüsterte sie fragend mit einem aufreizenden Blick, der mich verheißungsvoll lächeln ließ, indes biss sie sich verspielt und einladend auf ihre Unterlippe.

„Würdest du es denn? Beziehungsweise hätte ich das verdient?“, raunte ich fragend, aber uns war beiden klar, dass ich viel mehr als ein bloßes Wort des Dankes verdient hatte und schon leckte ihre Zungenspitze frech über meine Lippen.

„Mhm… ich würde vermuten…“, wisperte sie mir vielversprechend entgegen, „du würdest es bestimmt angemessen empfinden, wenn ich vor dir… jetzt... auf die Knie gehen würde…“, blinzelte ich ob ihrer so verlockenden Worte.

Dass sie auf einmal derart zuvorkommend sein wollte, nachdem sie sich bisher so zurückhaltend gegeben hatte, wollte mir nicht so recht einleuchten. „So…?“, strich ihr Atem verheißungsvoll und verführerisch über meine Lippen. Es war wie ein Versprechen zu einem nicht begonnenen Kuss.

Indes hielt ich den Atem an, da sie mit aufreizender Langsamkeit vor mir in die Knie ging. Ich verfolgte, wie sich ihre Gestalt senkte, dabei glitten ihre Hände über meinen Körper, von meiner Brust, bis sie auf meiner Hüfte zum Liegen kamen. Und ich stand noch immer vor ihr und starrte glutvoll auf ihr gelocktes Haupt hinab. Plötzlich legte sie ihren Kopf in den Nacken und blickte zu mir auf, aus diesen großen, scheinbar unschuldigen Rehaugen und beinah erwartete und hoffte ich, dass sie weiß aufblitzen würden.

„Das gefällt dir, oder?“, flüsterte sie einladend und ich dachte, zu fühlen, wie ihr heißer Atem über den Stoff über meiner erwachenden Erregung strich. „Die Möglichkeit, es jetzt und hier… obgleich alle da sind, zu tun… die Vorstellung gefällt dir... ich vor dir auf den Knien, dass ich dir die Hose öffne... dich daraus befreie...“, war ihre Stimme nur ein verlockender Hauch, nicht mehr und auch nicht weniger und das Biest erregte mich ungemein mit ihren Aussagen, „wenn ich ihn berühren würde, mit meiner Zunge darüber lecke, ihn langsam in den Mund nehmen würde... zwischen meine Lippen...“, sprach sie mit blitzenden Augen und ich atmete flacher, nicht bereit, sie zu unterbrechen.

Plötzlich legte sie ihre Hand auf meine Hose, umfasste durch den Stoff mein hartes Glied und sah mit berechnendem Blick zu mir auf. Sofort begann ich, noch schneller und schwerer zu atmen und ich wurde unglaublich heiß bei ihren vielversprechenden Worten und wünschte, sie würde endlich Taten sprechen lassen.

„Um ihn dann voller Anbetung, Genuss und Hingabe... zu verwöhnen?“, lockte diese Sirene meine Fantasie weiter, als ich stockte und ein wenig vor ihr zurückfuhr.

„Vernehme ich hier ein… unangebrachtes… aber vorhandenes Aber … mein Herz?“, erwiderte ich mit heiserer, aber, wie ich fand, unheimlich gefasster Stimme und fuhr mit meinen Fingern in ihr wild gelocktes, offenes Haar und grub dann meine Finger darin fest, woraufhin sie leise stöhnte.

„Wenn ich mich dir jetzt widmen würde…“, überging sie meine Unterbrechung und leckte sich betörend über ihre feucht glänzenden Lippen. „… lecken… saugen... bis du kommst... in meinem Mund…“, raunte sie verführerisch und strich dabei fest mit ihrer Hand über meine harte Erregung.

Trotz aller Contenance, die ich mein Eigen nannte, keuchte ich unwillkürlich auf, dabei machte sie nach wie vor keine Anstalten, endlich zu beginnen. Oder wollte sie aufstehen und ich hielt sie mit meinem Griff unten?

Ganz ehrlich, ich würde es auch nicht zulassen, da ich nach wie vor eine Hand in ihrem Haar hatte. Verflucht nochmal, dieses dreiste, so aufsässige Biest hatte recht. Es war eine so verlockende Vorstellung, es genau jetzt und hier zu tun, dass ich versucht war, hier nachzuhelfen, aber ihr Blick sagte mir, sie würde es nicht tun.

Nicht jetzt. Das Aber stand immer noch im Raum, wenn ich es wollte, dass sie ihren Worten Taten folgen ließ, müsste ich sie an Ort und Stelle dazu zwingen, genau das zu tun, was sie mir suggerierte. Die Vorstellung, wie dieses außergewöhnliche Biest mich verwöhnte, es mir hier und jetzt in der Bibliothek auf Knien besorgte, während das Manor voll von Leuten war. Ich stöhnte innerlich auf. Langsam fuhr ich mit dem Finger meiner anderen Hand über ihre Wange zu ihrem Mund hin. Streifte dann mit meinem Daumen über ihre Unterlippe. Ihre zu mir aufsehenden Augen verdunkelten sich leidenschaftlich und mit einem leisen Seufzen öffnete sie den Mund und ich zog ihre Unterlippe ein Stück hinab, fuhr mit meiner Daumenspitze in ihren Mund hinein, bis mein Nagel an ihre Zunge stieß. Dann übernahm sie und fasziniert beobachtete ich, wie sie meinen Daumen lasziv zwischen ihre Lippen nahm. Ich zwang mich, die Augen nicht zu schließen und das Keuchen in meiner Kehle zu behalten, als sie mit ihrer Zunge über meinen Daumen strich, ihn in ihrer heißen, feuchten Mundhöhle gefangen hielt. Fest presste ich meine Lippen zusammen, um nicht unwillkürlich zu stöhnen, bei diesem erotischen Anblick, den sie bot.

Vor mir kniend, mit ihrer Hand auf meiner steinharten Erregung und meinem Daumen in ihrem Mund, deutete sie so viel mehr an, als sie ihre Lippen plötzlich öffnete und meinen Finger wieder entließ.

„Lucius“, flüsterte sie sanft und verrucht, dabei klang mein Name wie eine einzige bezirzende, verlockende Versuchung.

„Biest“, wisperte ich trocken zurück.

Ich war mir ihrer Anmaßung, mich zurückzuweisen, durchaus bewusst. Aus einem völlig unbeherrschten Reflex zog ich sie ruckartig an ihren Haaren hoch und presste sie an mich, noch bevor sie einen Protest ausrufen konnte. Ich atmete heftig, starrte sie eindringlich an, da sie meine ansonsten so eiserne Selbstbeherrschung an eine ungeahnte Grenze trieb und umschloss sie in einer Umarmung. Doch sie schien belustigt und lächelte, dabei blies sie sich eine Haarsträhne keck aus dem Gesicht und musterte mich verwegen aus funkelnden Augen.

„Ja, Lucius?“, fragte sie so lasziv, dass ich gute Lust hatte, ihr zu zeigen, was ich alles mit ihr anstellen konnte, wenn ich wollte und dass ich immer noch derjenige von uns beiden war, der den Ton angab.

„Das wäre ein angemessenes Danke gewesen… das weißt du, hoffe ich…“, verkündete ich gepresst. „Da ist aber dieses Aber …, das mir sagt, du wirst das jetzt nicht tun… außer…“, meinte ich freudlos und hielt ihren Blick mit meinem gefangen.

„Nein, ich werde das jetzt nicht tun“, erwiderte sie mit einem beinah schon entschuldigenden, aber hörbar ernst gemeintem Unterton, der mich leise seufzen ließ.

„Biest“, entfuhr es mir enttäuscht, aber auch gut unterhalten, da sie es geschafft hatte, mich auf 180 zu bringen und jetzt eiskalt stehen ließ.

Das war so unfassbar böse, dass es schon wieder gut war. Und ich war bereit, ihre Entscheidung zu akzeptieren und zu warten, ein Umstand, der mich selbst verwirrte, aber auch unglaublich erregte.

„Deines…“, wisperte sie verrucht und lehnte sich dann vor, um mich zu küssen.

Und dieser eine Kuss hatte es in sich. Als sich unsere Lippen berührten, brach eine verbotene Leidenschaft über uns herein, die mich beinah vergessen ließ, dass es hier enden und nicht weitergehen sollte. Und nachdem wir uns ziemlich atemlos voneinander gelöst hatten, sah sie um einiges zerzauster und innerlich zerrissener aus als ich, was ich mit großer Zufriedenheit und Bestätigung zur Kenntnis nahm. Und ich überspielte, dass ich ebenfalls mit meinen unteren Regionen zu kämpfen hatte, aber sehr wohl akzeptierte, dass jetzt nicht der rechte Zeitpunkt war, da ich durchaus bemerkte, dass sie etwas suchte und mit ihren Gedanken ganz woanders war und deshalb keine Zeit für fleischliche Vergnügungen hatte. Und wenn ich ganz ehrlich war, so harrte auch meiner ein später Termin im Ministerium.

Wir würden eine Delegation aus Bulgarien empfangen und so verabschiedete ich mich und eilte zügig durch den weiten Raum der Bibliothek, um plötzlich abrupt stehen zu bleiben und die Augen zu Schlitzen zu verengen.

Es war durchaus von Vorteil, derart eng mit dem Haus verbunden zu sein, um jedweden Bruch der Intimsphäre früher, oder in diesem Fall auch später, zu erahnen und so steuerte ich zur offenen Tür, die in den nächsten Salon führte. Ich blieb in der Mitte des Raumes stehen und ließ meine Augen durch das Zimmer schweifen, dabei schlug ich mit einem Wink meines Gehstocks die Tür wie eine Falle hinter mir zu.

„Mr. Zabini…“, rief ich mit Strenge in den Raum hinein und wartete mit einer unleserlichen Maske.

„Mr. Zabini“, forderte ich erneut, als bisher nichts passiert war und sah mit finsterem Blick auf den raschelnden Vorhang.

Lucius Sicht Ende

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BeitragThema: 630. Takeover   Di März 20, 2018 9:17 pm

So, mittlerweile haben wir unglaubliche 630 Kapitel, unfassbare 4.024.284 Wörter, unglaubliche 7.926 Reviews, 393 Sterne und über 1.771.825. Außerdem möchte ich noch allen 2.226 Favoriten danken, welche die Geschichte mitverfolgen sowie ein besonders großes Danke an alle, die jemals ein Review geschrieben haben:



630. Kapitel Takeover

Dracos Sicht

Ich musste in die Burg!

Nichts hätte mich davon abgehalten, innerhalb der Ferien hier aufzuschlagen, aber mich sofort gegen Vaters Wünsche zu richten, nachdem er so viel für uns getan hatte, erschien mir undankbar. Da er uns vor den Launen des Lords errettet hatte, war es mir beinah wie Blasphemie erschienen, so derart offensiv seinen Wünschen entgegen zu handeln, aber ich erkannte ein unschlagbar gutes Angebot, wenn es kam, und Hermiones Willen, für mich einzutreten, nahm ich dankend an. Ich war mir bewusst, den Weg des geringsten Widerstandes zu wählen, aber ich war mir dafür nicht zu schade.

Und als ich da war, in Irland, wusste ich, warum es mich hierhertrieb. Das hier war mein und ich fühlte mich so unendlich wohl und ich war so froh, der Enge des Manors zu entkommen und all dem Grauen, was dort passiert war und noch immer passierte. Ich konnte verstehen, warum es auch Astoria von dort wegtrieb, nur erfüllen konnte ich ihr diesen Wunsch momentan nicht. Ich wollte zwar Vaters Wünschen auch nicht immer nachgeben, aber derzeit hatten wir schon genug offene Fronten, sodass ich nicht noch eine weitere eröffnen wollte. Astoria musste da also durch und ich später auch wieder, denn mein Besuch in Irland würde nur kurz sein. Außerdem kamen mir in den düstereren Bereichen des Manors immer wieder die Erinnerungen an den Vorfall mit dem Lord hoch und Hermiones markerschütternde Schreie. Das hatte mich wirklich aus der Bahn geworfen, denn es war für uns alle sehr knapp gewesen und auch wenn es mir nicht passte, wir alle verdankten meinem Vater unser Leben.

Als ich mich in Irland materialisierte, blickte ich wenig begeistert auf den Stab in meinen Händen. Armands Stab, er fühlte sich fremd an. Ich seufzte tief und stapfte in die Burg. Dabei erwartete ich nicht, jemanden zu treffen, aber ich hatte ein wenig Hunger und Durst. Ich wollte nicht die Gesellschaft der anderen, die sicher im Saal sitzen würden, deshalb schlug ich einen für mich ungewöhnlichen Weg ein.

Und ich fand zu meinem Erstaunen Marcus in der mittelalterlichen Küche der Burg.

Der große bodentiefe und offene Kamin dominierte alles. Der Raum war zweckmäßig, aber hatte einen gewissen Charme. Vor allem der gewaltige, vernarbte Holztisch mit den Stühlen lud zum Verweilen ein, besonders jetzt, da zwei Leute, Marcus und Adrian, je vor einem Zinnkrug brüteten und ziemlich mürrisch durch die Gegend sahen.

„Oh, der Nächste, der uns beehrt. Seltener, hoher Besuch. Was willst du hier?“, kam es reichlich bösartig als Begrüßung von Marcus. Anscheinend hing ihm immer noch seine Auseinandersetzung mit Hermione nach.

„Ich muss hier sein, Astoria hat viel mit dir ausgearbeitet und jetzt geht es darum, es umzusetzen“, meinte ich ernst, woraufhin Adrian schmunzelte.

„Sorry, Draco“, murrte Adrian sichtbar erleichtert darüber, mich zu sehen und warf einen mitfühlenden Blick zu seinem Freund. „Er hat einen ziemlichen Krach mit Alicia“, meinte er zwar sanft, aber in seinen Augen tanzte der Schalk, als er zu mir sah und ich verbiss mir das Lachen.

„Ist es immer noch wegen dem Mudblood, dass du zu Hermione gesagt hast?“, fragte ich frech und erntete unterdrücktes Gelächter.

„Ja. Unter anderem. Du weißt davon?“, schossen die Fragen auf mich zu, während sich Marcus in brütendes Schweigen hüllte.

„Es ist selten dämlich, vor Gryffindors Mudblood zu jemandem zu sagen und ich weiß alles, ich bin ein Malfoy, das hier ist meine Burg!“, servierte ich arrogant, während Marcus‘ markantes Kinn zu mir zeigte.

„Puhh, genauso arrogant wie sie… übt ihr das?“, kam es reichlich anzüglich von ihm und er zeigte Zähne.

„Geht damit einher… Marcus… aber ehrlich, ich möchte mich da raushalten“, verkündete ich entschlossen und hob, um meine Aussage zu untermauern, meine Hände an.

„Sie… sie hat mich herausgefordert“, gab er nach einiger Zeit verbittert zu und wirkte alles andere als begeistert.

„Tja… einen Rat habe ich noch für dich, du wirst so schlau sein, niemals darauf einzugehen“, lag ein gewisser Befehl in meinem Ratschlag, weswegen er verbissen aussah und seine Hände zu Fäusten ballte.

„Als hätte ich Angst vor ihr“, behauptete er stur und ich seufzte.

„Das solltest du haben…“, erklärte ich sehr ernst. „Alle bei uns haben, wenn nicht Angst, so doch Respekt vor ihr…“, versuchte ich ihm klar vor Augen zu führen, dass Hermione eine Herausforderung niemals halbherzig angehen würde.

„Sie mag ja eine gute Hexe und Kämpferin sein, aber sie ist nicht unbesiegbar“, zeigte Marcus, dass er stur wie ein Troll sein konnte und ich klopfte ihm auf die harten Schultern.

„Aber du wirst nicht der sein, der sie besiegt und jetzt: Wo bleibt mein Butterbier?“, besiegelte ich meine Meinung und danach entfaltete sich ein Abend, der mich glücklich machte, in dieser so heimeligen, wenngleich auch großen Küche. Ich genoss es, den Abend mit meinen ehemaligen Slytherinkameraden zu verbringen und zu vergessen, was so alles war.

Sie erzählten mir von Luna Lovegood und ihrem Freund, der sich gar nicht mehr einkriegte, da er sie wiederhatte. Von Dean Thomas, der ein typischer Gryffindor war und schon bald wieder auf die Straße wollte, von Ginny Weasley, die irgendetwas mit Gellert am Laufen hatte, das mich misstrauisch machte, aber das niemand genau benennen konnte und Lavender Brown, der es nicht gut ging und die erkrankt war.

Es waren viele Neuigkeiten und nach und nach verabschiedeten sich alle, bis nur noch ich da war, weil ich mich nicht von der Ruhe und der Harmonie losreißen konnte, gleichzeitig arbeitete ich einige Unterlagen und die letzte Vorbereitungen für Irland, die Astoria und Marcus geschäftig ausgearbeitete hatten, durch, um unser wachsendes Sicherheitsproblem zu lösen, als mir auffiel, dass ich was zu Hause vergessen hatte.

Ich seufzte und erhob mich und eilte nach Hause ins Manor und riss die Tür auf, woraufhin ich abrupt stoppte, da ich mich einem wütenden Wirbelwind gegenübersah, der gerade dabei war, meine Bücher durch den Raum zu werfen.

„Was?“, fuhr ich sie an, erschrocken wegen dieser rüden, unerwarteten Überraschung in meinen Räumen und ich sah mich mit einer ziemlich aufgelöst wirkenden Frau konfrontiert. Fahrig fuhr sie sich durch ihre langen Haare und atmete hektisch.

„Astoria… was ist passiert?“, stieß ich besorgt aus und war mit schnellen Schritten bei ihr, als mir die Blässe ihrer Haut auffiel.

„Weg, ich musste hier weg… das… widerlich… und scheiße, ich komme hier nicht raus, das ist ein verficktes Gefängnis“, japste sie atemlos, offenbar war sie völlig aufgewühlt und ließ nun kraftlos das Buch zu Boden fallen, das sie zuvor noch hatte schmeißen wollen.

Mein Blick glitt durch den Raum. Hier sah es aus, als hätte ein Orkan gewütet. Bücher und Papiere von meinem Schreibtisch lagen wild auf dem Boden und an einer Wand breitete sich ein großer Tintenfleck aus, wo das Tintenfässchen die Wand getroffen hatte. Herrje, da war man mal ein paar Stunden weg und schon kam man wortwörtlich ins Chaos zurück. Ich stoppte den Gedanken, da ich annahm, ich hörte mich wie Vater oder Severus an.

„Vater… was hat er getan? Und warum lässt du das an meinen Sachen aus? Sie haben dir sicher nichts getan“, meinte ich besorgt, in der Angst, dass sie Dinge gesehen hatte, die sie nicht sehen sollte. Ich war mir nicht ganz sicher, was gerade aus ihr sprach. Sie schien zwischen Hektik, Ekel und Wut zu schwanken.

„Ich will nicht hierbleiben, bitte. Ich kann nicht raus apparieren…ich will weg…“, trat sie flehend an mich heran und ich konnte Tränen der Wut in ihren Augen blitzen sehen und ich wusste, dass sie hier von Anfang an weggewollt hatte, sogar gar nicht erst hatte herkommen wollen, gleichzeitig wusste ich, dass es gefährlich war, Vaters Wünsche derart brachial zu ignorieren.

„Sag mir, was passiert ist…“ Als sie stumm blieb trat ich auf sie zu. „Du weißt, es geht nicht“, dabei legte ich ihr die Hände auf die Schultern.

Und dass sie nicht raus kam lag an Vaters verschärften Sicherheitsvorkehrungen, die er nach der Katastrophe mit Bellatrix und dem Lord verbessert hatte, doch wenn sie so panisch wegwollte, war etwas passiert, was ich wissen musste. Sie wirkte noch immer aufgelöst und ich fragte mich, was sie so aus der Fassung brachte, denn sie hatte hart an sich gearbeitet, die Dinge, die sie beschäftigten, nicht mehr so an die Oberfläche gelangen zu lassen.

„Ich muss hier weg!“, betonte sie jedes einzelne Wort und holte davor tief Luft und mir tat es so leid, denn ich war gerne gewillt, mein Versprechen zu halten und ihr das Manor zu ersparen, genauso gerne wie auch ich die Ferien lieber in meiner Villa in Dublin verbracht hätte.

„Blaise…“, atmete sie tief ein und rang schwer um Fassung, aber sie wirkte nicht traurig, sondern ich hatte das Gefühl, eher fassungslos und ich fühlte die Welle der Erleichterung, dass nicht Vater der Grund war, dass sie so aufgeregt war. Obwohl es auch nicht besser war, wenn Blaise sie in diese Verfassung gebracht hatte.

„Was hat er getan?“, hakte ich daher jetzt wirklich neugierig nach, denn wenn sie so außer sich war, musste es schwerwiegend sein.

„Ich kann nicht… ich will nicht…“, stotterte sie entgeistert und entwand sich mir, drehte sich von mir weg. „Ich würde dich nicht bitten, wenn ich nicht davor wäre, durchzudrehen…“, meinte sie jetzt zuvorkommend.

„Das kann ich nicht tun, du bleibst hier… du gefährdest alles, wenn du Vaters Zorn auf mich ziehst. Somit bleibst du im Manor!“, entschied ich hart, da mir der Grund fehlte. Auch wenn es mir leid für sie tat. Von Blaise und seiner Partnerin wegzuwollen war kein Grund, den ich genug vor Vater rechtfertigen konnte, oder wollte.

„Nein“, klang sie geradezu panisch und wirbelte hektisch herum.

„Dann sag mir, was passiert ist, sonst bleibst du im Manor!“, blieb ich eisern.

„Bitte nicht, es war so schrecklich… schon wieder und doch viel schlimmer…“, stieß sie schluchzend aus und barg ihr schmerzlich verzerrtes Gesicht in ihren Händen.

„Deine Entscheidung“, erwiderte ich gleichgültiger als ich wirklich war und schluckte meinen eigenen Ärger wegen der Verwüstung meines Zimmers aufgrund ihrer Verfassung herunter.

„Nein, ich… ich sag es dir“, eilte sie mir hinterher, ergriff meinen Arm und zog mich herum.

„Blaise… ich war auf der Suche nach ihm. Und ich kam an seinem Zimmer vorbei… ich…ich habe sie gesehen, er hat… sie kniete vor ihm…“, keuchte sie hektisch und rang panisch nach Luft und ich hörte heraus, dass er sich von dem Geier einen Blowjob hatte verpassen lassen.

„Ja, dass das zu sehen dich verwirrt glaube ich gerne… das tut mir auch leid!“, versuchte ich, Mitgefühl zu zeigen, obwohl ich grade eher irritiert war.

„Ach, das war es doch nicht, es war so roh, so brutal, sie hat keine Luft mehr bekommen, aber er hat einfach weiter gemacht…“, holte sie erneut heftig Luft und fasste sich an ihren Hals, dann brach sie beinah in Tränen aus und warf sich fast schon panisch an meine Brust.

„Du meinst, er hat sie vergewaltigt?“, lag Zweifel in meiner gehauchten Frage. Ich meine, ich kannte Blaise, er war mein Freund, das passte nicht zu ihm. Mit großen, kugelrunden Augen blinzelte sie zu mir.

„Was? Keine Ahnung… er hat sie misshandelt und missbraucht und sie war noch zu protestierenden, wimmernden Lauten fähig, danach lag sie zu seinen Füßen… ehrlich, ich hasse das Vieh, aber ich habe Angst. Angst vor Blaise, wie es kommt, dass er so die Kontrolle verliert“, stieß sie hektisch hervor und rieb sich über ihre Arme, als wäre ihr kalt.

Sie war getroffen von dem, was sie beobachtet hatte und kam mit ihren Gefühlen nicht zurecht. Jedoch war ich verwirrt. Ich hatte die Veela studiert, ich kannte sie, diese waren ihrem Partner gerade auf sexueller Ebene völlig ergeben. Sie wollten gefallen und würden alles tun, was der andere wollte. Warum sollte er sie zwingen?

Aber wenigstens verstand ich nun ihren Wunsch, ihn nicht zu sehen und geradezu zu fliehen.

„Lass mich überlegen“, bat ich und schob Astoria von mir, wohl wissend, dass dies nicht wirklich die Reaktion war, die sie erwartete, aber auch ich war etwas überfahren von dem, was sie mir offenbart hatte. Sowas war indiskutabel und ich hatte Blaise wirklich für intelligenter gehalten, als dass er sich zu sowas hinreißen ließ, vor allem noch in Malfoy Manor.

„Hier“, hielt ich ihr ein Taschentuch hin und sie nahm es.

„Du weißt, ich muss eh mit“, kehrte sie nun die Slytherin raus. „Du hast mir versprochen, ich muss nicht hier sein. Ich bin es trotzdem, weil du mich darum gebeten hast. Ich mache mit, weil es wichtig ist, für dich, für Irland, aber ich hasse es hier“, haute sie mir ihre Vorhaltungen um die Ohren. „Du bist ein Feigling, Draco Malfoy, und ein Lügner, wenn du jetzt wegen einer dummen Anordnung deines kontrollsüchtigen Vaters unsere Pläne änderst und deine Versprechen brichst. Wie soll ich dir je wieder glauben, wenn du jetzt schon nicht hältst, was du versprichst?“, warf sie mir plötzlich wirklich zornig vor und ich war verblüfft, wie schnell ihr hitziges Temperament wieder hervorkommen konnte. Sie kannte mich schon viel zu gut, verdammt.

Autsch, das traf und das überraschte mich. Ich wollte nicht, dass sie in mir einen Feigling und Lügner sah, wobei ich dennoch nicht sicher war, ob sie gerade diese beiden Begriffe nicht absolut kalkulierend eingesetzt hatte, wohl wissend, wie ich es hasste, als dergleichen bezeichnet zu werden.

„Ich habe keine Zeit, mit Blaise zu reden, das weißt du. Ich bin jetzt schon zu spät. Dann komm mit und selbst wenn es Vater auffällt, dann werde ich ihm mitteilen, dass wir nicht seine Gefangenen sind…“, entschied ich resignierend und verdrängte den Gedanken an die folgende Predigt von Vater.

„Jaaaa“, quietschte sie glückselig und warf sich erleichtert und freudig an meinen Hals und küsste mich auf die Wange, doch ich glaubte, auch Triumph in ihrem Blick zu erkennen. Als sie sich von mir löste strich sie ihre Kleidung glatt. Ihr Stimmungswechsel gerade ließ mich skeptisch eine Braue heben, denn sie wirkte nicht nur deutlich erleichtert, sondern zufrieden und ich hatte das Gefühl, manipuliert worden zu sein.

„Komm, lass uns aufbrechen… aber du musst nichts holen, wir gehen zwar jetzt in die Villa, aber alsbald werden wir wieder ins Manor zurückkehren“, erklärte ich, während ich die Papiere zusammensuchte, entschieden.

„Nicht? Ich dachte…“, wirkte sie nun schrecklich ernüchtert und betrübt und ließ den Kopf hängen.

„Dass du in Dublin bleiben könntest?“, trat ich schmunzelnd auf sie zu und legte meine Hand an ihr Kinn, um ihren Kopf anzuheben, woraufhin mich ihr enttäuschter Blick traf.

„Ja… ich meine, denkst du, dass dein Vater wirklich so einen Terz macht?“, versuchte sie es erneut, während ich meine Hand an ihre Wange legte und sie sich anschmiegte.

„Wir müssen das jetzt alle ertragen, du kannst dich nicht drücken und glaube nicht, dass ich nicht gemerkt habe, wie du versucht hast, mich zu manipulieren und ja, ich werde den Preis für dich bezahlen dürfen, sei dir dessen gewiss!“, mahnte ich und grinste sie wissend an, dabei traf sie meine Feststellung schmerzhaft, dass sie mich zu lenken versuchte, aber das Spiel konnte ich schon lange. Weshalb sie bei der Aussicht, dass ich dank ihrer Sturheit, fliehen zu wollen, Ärger von Vater zu erwarten hätte, doch betrübt wirkte.

„Gut…“, wurde sie kleinlaut und senkte den Blick, wobei sie sich mehr in meine Hand schmiegte. „Aber das mit Blaise, es war schrecklich… ihn so zu sehen… widerlich…“, erschauderte sie ehrlich und aufrichtig bei dem Gedanken und ich glaubte ihr, dass ihre Panik und ihre Abscheu nicht gespielt waren, aber sie hatte schnell geschaltet, um zu bekommen, was sie schon seit Beginn der Ferien hatte erreichen wollen.

„Gehen wir“, fasste ich ihre Hand. Wir hatten so schon viel zu viel Zeit verloren und so kam der nächste Tag. Wir hatten noch einiges vorzubereiten, bevor wir um den Abend herum direkt in die Burg gingen, wo uns Marcus, Adrian, Montague und Davis erwarteten.

„Hey, da bist du ja endlich“, empfing uns Marcus. „Oh, Astoria, du konntest doch kommen, sehr gut!“, grinste er meine Verlobte ehrlich erfreut an.

„Kommt, alle sind schon da und warten“, ging Pucey vor in den Innenhof, während ich zu Marcus trat.

„Was macht Gellert hier?“, fragte ich Marcus leise, da ich plötzlich die braune Kutte versteckt in einer Nische ausgemacht hatte.

„Er ist wie mein verdammter Schatten. Er weicht mir seit Stunden nicht von der Seite, auch wenn er ständig im Hintergrund ist und kein Wort sagt, aber er beobachtet alles ganz genau“, meinte er noch und ich warf Gellert einen nachdenklichen Blick zu.

Das gefiel mir ganz und gar nicht und mein Misstrauen war geweckt, aber es blieb keine Zeit, denn gemeinsam traten wir vor die versammelte Menge und der Anblick haute mich um.

Dort im Innenhof hatten sich alle versammelt, die wir, beziehungsweise ich nach Irland geholt hatte!

Und erst jetzt wurde mir bewusst, wie viele es wirklich waren, denn diesmal waren nicht nur die, die in der Burg ihren Wohnsitz hatten, oder die VenTes, sondern alle, wirklich alle versammelt, die zu uns gehörten, zu Contino-Industries, genauso wie die Bewohner der Dubliner Bleibe, weswegen die Halle als Versammlungsort zu klein gewesen wäre. Der Innenhof war von Fackeln und Feuern in Eisenkörben erleuchtet, denn die Dunkelheit der Nacht war schon aufgezogen, außerdem gaben die Feuer eine angenehme Wärme ab, denn hier am Meer in Irland war es Ende März noch unangenehm kalt. Die Luft war erfüllt vom salzigen Geschmack des Meeres und gleichzeitig hing durch die Feuer ein schwerer Duft verbrannten Holzes in der Luft.

Vor uns, Marcus, Adrian, Astoria und mir, war eine steinerne Säule aufgestellt worden, auf der eine golden glänzende Metallschale thronte und auf einem kleinen Tisch neben uns lagen mehrere kleine, sehr spitze Dolche.

„Guten Abend“, zog ich die Aufmerksamkeit mit einem Sonorus verstärkt auf mich und wurde mit gespannt erwartender Stille belohnt, als ich meine Stimme erneut erhob. „Jeder von euch weiß um die wachsende Bedrohung in Britannien und viele von euch mussten leider auch schon feststellen, dass mittlerweile der Arm dieser Bedrohung bis zu uns nach Irland reicht. Sie bereiten alles darauf vor, auch das Ministerium hier zu unterwerfen und wir müssen somit weitere Maßnahmen ergreifen, uns zu schützen!“, donnerten meine eindringlichen Worte über die Masse hinweg, die bewegt vor Angst, aber noch immer still und gespannt auf diese neue Bedrohung reagierten.

„Aber keine Sorge, wir haben Ideen, wie wir diesen Hort bewahren können. Aber jeder von euch ist nötig, um dieses Refugium zu schützen. Sicherheit vor den Gefahren da draußen, vor den DeathEatern und dem Dark Lord!“

„Es ist hier nicht mehr sicher?“, „Werden wir angegriffen?“, ertönten die ersten Unkenrufe, woraufhin ich abbrach und wartete, bis sich wieder Ruhe ausbreitete. Ich würde nicht schreien.

„Wir werden eben alles dafür tun, dass dies für unsere Gemeinschaft so bleibt und bitte… jeder hat die Möglichkeit, uns noch zu verlassen und kann versuchen, andere Länder zu erreichen, nur sollte jedem dabei klar sein, dass auch das europäische Festland nicht als völlig sicher angesehen werden kann und dass, wie wir schmerzlich erleben mussten, der Weg dorthin ebenfalls sehr gefährlich ist. Nicht mal die VenTes vermögen hier die Sicherheit der Reisenden zu gewährleisten, noch zu garantieren, weshalb wir die Fluchthilfen einstellen. Ich kann nicht verantworten, unsere Leute dieser erheblichen und für uns unnötigen Gefahr auszusetzen, weswegen es keine weiteren Hilfen von unserer Seite gibt, um zum Kontinent zu flüchten“, erklärte ich ernst, aber auch kompromisslos, denn dies war ohne Diskussion von Anfang an Konsens zwischen mir, Marcus und den Truppenführern der VenTes gewesen.

Ich würde meine Leute nicht gefährden. Ich blickte während meiner Worte in die Runde und in ernste Gesichter. Niemand war wirklich überrascht von meinen Ausführungen, schließlich wussten alle, wie massiv sich die Lage in den letzten Monaten verändert hatte. Ich nickte langsam, da niemand aufmuckte.

„Soweit dazu, lasst uns nun zum Schutz dieser Burg und zu weiteren Schutzmaßnahmen für jeden von euch kommen. Marcus, mein Stellvertreter, und Astoria, meine Verlobte, stellen sie euch nun vor!“, trat ich nur zu gerne zurück und überließ Marcus das Wort.

Denn ab nun wurde es etwas heikel. Die Burg war an sich gut geschützt, alles was wir auffahren konnten, hatten wir ermöglicht, aber nun ging es um Magie, die gelinde gesagt schwarz, um nicht zu sagen rabenschwarz war.

„Danke, Draco“, begann Marcus. „Als Draco und ich damals diese Burg mit Schutzzaubern versehen haben, haben wir viel aufgeboten, aber nun müssen wir einen Schritt weitergehen!“, erläuterte er geschäftig. „Diese gefährlichen Zeiten erfordern mehr Mut und dass wir nicht vor Mitteln zurückschrecken, die uns in Friedenszeiten wenig probat erscheinen würden, nun jedoch sind sie zum Schutz von uns allen nötig…“ Hier machte er eine kleine Pause und blickte angespannt in die Runde.

Marcus hatte schon als Captain des Qudditchteams gelernt, mitreißend zu reden und genau dieses Talent setzte er nun ein, denn was wir planten würde einigen zu weit gehen, aber es war die Lösung, die den meisten Schutz für uns und die Burg bot. Wenn es hart auf hart kam, war die Burg der Ort, an dem wir uns verschanzen konnten. Mein Blick fiel auf Luna Lovegood, die erst vor kurzem zurückgekehrt war und die eng an ihren Freund Rolf Scarmander gelehnt stand. Sie war eine von denen, die jetzt die Burg nicht mehr verlassen konnten, denn zurück in die Schule konnten wir sie keinesfalls lassen. Gellert stand nicht unweit von dem Paar an eine Mauer gelehnt und schien uns alle nicht mehr zu beachten, jedenfalls hatte er die Augen geschlossen und die Arme vor der Brust verschränkt, während er mit dem Rücken an dem kalten Gemäuer lehnte. Er wirkte entspannt und gerade so, als hätte er meinen Blick bemerkt, öffnete er ein Auge, linste nur kurz zu mir herüber. Das folgende zufriedene Grinsen, das sich dann auf sein mageres Gesicht legte, gefiel mir nicht. Irgendwas heckte der Alte aus und ich war mir sicher, es würde mir nicht gefallen.

„Aber dafür brauchen wir euer Blut“, ließ Marcus die Bombe platzen und blickte bedeutungsvoll in die Runde.

Es dauerte länger als ich erwartet hatte, bis der Sturm der Entrüstung losbrach, doch damit hatten wir gerechnet. Magie, für die Blut verwendet wurde, war für viele verpönt.

Gerade für die, die nicht der schwarzen Magie huldigten, war dies ein Schritt in die eindeutig falsche Richtung. Doch ich sah das Blut hier als nützliches und einziges Mittel an, um uns wirklich mit Macht zu schützen.

„Ihr spinnt!“, „Niemals!“, „Das mache ich nicht.“, „Nicht mit mir!“, „Schwarze Magie.“, „Verbotene Magie, was unterscheidet uns dann noch von ihnen?“, „Ich bin dagegen!“, „Das ist viel zu gefährlich“, ging es hoch her, aber ich sah auch einige wenige, die, wenn auch verhalten, doch zustimmend nickten.

„Leute“, hob ich die Hände und trat aus dem Hintergrund neben Astoria. „Beruhigt euch. Wir wissen, was wir hier verlangen, aber es ist nötig, stellt unsere Gründe doch nicht in Frage! Wir würden es nicht verlangen, wäre es nicht unabdingbar!“, beschwor ich die Versammelten und langsam ebbte das Geschrei ab, aber ich sah noch immer viel Widerwillen, während leises Gemurmel einsetzte und sich die Grüppchen untereinander beratschlagten.

„Die Nargel sagen, wir sollten es tun“, vernahm ich auf einmal laut Lovegoods Singsang-Stimme und war perplex, dass gerade sie mir beisprang.

„Lovegood spinnt mal wieder.“, „So schlimm war sie früher nicht!“, „Blut, magisches Blut… das ist gefährliche Magie!“, kam es jedoch sogleich darauf von weiter hinten, woraufhin sich Scarmander merklich verspannte, seinen Kopf reckte und sich halb umdrehte, seine Freundin aber nicht losließ.

„Luna spinnt nicht, Krum, oder willst du dich mit mir anlegen?“, erwiderte Scarmander aggressiv über die Köpfe hinweg, doch bevor er noch weitergehen konnte, zog seine Freundin seine Aufmerksamkeit auf sich und schüttelte nur leicht lächelnd den Kopf.

„Das ist eine gut überlegte Sache, Leute. Ihr könnt uns vertrauen, wir würden euer Vertrauen niemals missbrauchen!“, erhob zum ersten Mal Astoria ihre Stimme und ich erinnerte mich an die Stunden, die sie und ich über meine Idee diskutiert hatten. Als wir abgewägt hatten, ob die Moral und die Zweifel es wert waren, diesen Schritt zu gehen.

„Klar, dass du das sagst, gehörst ja mittlerweile zu Malfoy“, kam es erneut von hinten, doch ich konnte nicht identifizieren, von wem.

„Hört auf mit dem Kinderkram, das hier ist ernst“, brüllte nun Marcus in bester Qudditchcaptain-Manier über den Platz, noch bevor Astoria reagieren konnte. „Hier geht es darum, vor dem äußersten Notfall geschützt zu sein und da müssen wir alle Opfer bringen. Ein paar Tropfen Blut tun keinem weh. Es mag vielen von euch schwerfallen, eure Vorurteile gegenüber der Blutmagie aufzugeben oder zumindest diesmal hintenanzustellen, aber dies ist ein recht kleines Opfer für unser aller Sicherheit. Wollt ihr euch wirklich sagen lassen, ihr hättet nicht alles getan, um euch und eure Lieben zu schützen? Dass euch wirklich ein paar Tropfen Blut hätten schützen können und ihr habt sie nicht gegeben?“, ließ Marcus seine gut gewählten Worte sacken und ich spürte, dass die Masse dabei war, sich in ihr Schicksal zu fügen.

„Tolle Rede, das macht ihr gut“, fiel diesmal Gellert Marcus ins Wort.

Er applaudierte derweil langsam und akzentuiert, öffnete erst die Augen als wir zu ihm blickten und stieß sich dann langsam, als hätte er alle Zeit der Welt, von der Mauer ab. Mit schlendernden Schritten kam er auf uns zu, während ich versuchte, nicht zu genervt zu reagieren, aber so bemerkte ich durchaus, dass Marcus neben mir mehr mit sich rang als ich. Er mochte Gellert einfach nicht.

„Gellert, was können wir für Sie tun?“, konnte ich mir eine gewisse scharfe Spitze nicht ganz verkneifen.

„Euer Plan…“ fuhr er seinen knöchrigen Zeigefinger aus und deutete zielgerichtet auf jeden von uns, dabei grinste er mich zahnlos an und kam schließlich vor mir zum Stehen.

„Also, was ist es diesmal?“, fragte ich entnervt, auch wenn ich versuchte, dies nicht zu sehr zu zeigen. Vorsichtshalber und nichts Gutes ahnend sorgte ich für etwas mehr Privatsphäre und legte die Zauber um uns, während mir ein Blick zu unserem Publikum sagte, dass dieses die Pause nützte um sich angeregt miteinander zu unterhalten.

„Euer schön durchdachter Plan wird nicht funktionieren“, verkündete er süffisant und seine zu groß wirkenden Augen funkelten vergnügt. „Es wird nur ein kleines Puff geben, ein bisschen Rauch und Show, mehr nicht“, wedelte er wie um aufsteigenden Rauch zu vertreiben fahrig mit den knochigen und faltigen Händen durch die Luft.

„Sie wissen doch gar nicht, was wir planen“, entgegnete Astoria fassungslos und man konnte ihr ansehen, wie sehr sie Gellerts Einwurf ärgerte, schließlich hatte sie sehr viel Zeit und Arbeit in die Ausarbeitung dieses Plans investiert.

„Es wird nicht funktionieren. Nichts als Schall und Rauch…“, grinste der Alte uns weiterhin, viel zu überlegen an, als dass ich an seinen Worten zweifelte.

„Sagen Sie es schon“, forderte ich recht barsch, wohl wissend, dass alle Anwesenden versuchten, jedes Wort mitzubekommen und langsam ungeduldig zu werden schienen, aber Gellert trat nicht so auf wie er es gerade tat, wenn er sich nicht sicher war.

„Dies, junger Malfoy“, drehte sich Gellert mehr oder minder elegant mit ausgestreckten Armen um die eigene Achse und das braune Mönchsgewand schlug gegen seine Beine, „ist schon lange nicht mehr „deine Burg“!“, verkündete er bedeutungsschwer und es brauchte einige Sekunden, bis diese Nachricht bei mir ankam und sackte.

Was wollte er damit ausdrücken, nicht mehr meine? Wem sollte die Burg denn etwa dann gehören? Ihm? Sofort schwirrten mir die schrecklichsten Szenarien im Kopf herum.

„Hihi…“, gackerte der Alte geradezu hysterisch drauflos und schien das hier zu genießen, dabei wirkte es mehr als skurril, dass ein altes Männlein uns verspottete.

„Ich hatte viel Zeit, dort unten in den Höhlen“, begann er geheimnisvoll und leckte sich über seine Lippen.

Langsam zog er seinen Zauberstab mit zwei spitzen Fingern aus seinem Ärmel, rollte diesen triumphierend zwischen seinen Fingern und ich stöhnte innerlich auf, weil ich es von Anfang an für eine schlechte Idee gehalten hatte, einem ehemaligen Dark Lord einen Zauberstab zu geben, aber Hermione hatte es ja so gewollt und jetzt hatte ich den Salat. Wie hatte das passieren können? Aber für Schuldzuweisungen wäre immer noch Zeit, später!

„Ihr wollt der Burg Blut opfern und ich weiß, dass ihr damit die Banne stärken wolltet“, fuhr er gut gelaunt fort und schloss dann wohl aus unseren Reaktionen, dass er richtiglag. „Sehr schön, wusste ich es doch, aber ihr werdet mich dafür brauchen und erst recht mein Blut“, zeigte sich dieses diebische Glitzern in seinen Augen.

„Warum?“, „Ich denke eher nicht.“, „Das wird nicht nötig sein!“, waren die Reaktionen von meinen Leuten.

„Oh, ihr missversteht, das war keine Bitte, das war eine Feststellung. Ich habe schon lange all das hier übernommen. Glaubt mir, eure Banne waren gut, schwer zu überwinden, doch meine sind besser!“, meinte er absolut arrogant und machte uns sprachlos.

„Ich bin ein Dark Lord!“, verkündete er siegessicher.

„Sie waren einer“, parierte Astoria patzig, woraufhin eine Lachsalve aus ihm herausbrach.

„Kleines, du bist putzig, wie sagte mein Sonnenschein so treffend: kann man so etwas je ablegen?“, gab Gellert wieder und ich ballte die Hände, somit brach für Astoria eine Welt zusammen. Damit hatte sie nicht gerechnet, während ich fand, dass es auf der Hand lag und doch hatte ich es nicht bedacht. Ich ärgerte mich und zwar über mich, dass ich dies nicht selbst mehr in Betracht gezogen hatte.

„Sie meinen… Sie sind ein Dark Lord… immer noch…“, wisperte Marcus tonlos und wirkte mit einem Schlag käsig, als sie einen Fakt besprachen, der für mich auch immer klar gewesen war. Aber ich hatte angenommen, dass Hermione ihn unter Kontrolle hatte.

„Exakt!“

Als er bemerkte, dass diese Offenbarung der feindlichen Übernahme uns völlig überfahren hatte, sprach er weiter: „Ich war da, wo dies alles hier seine Wurzeln hat und habe diese Burg, ihre Gemäuer und alles um sie herum an mich gebunden, habe diesen Ort, seine alte Magie mir mit Blut und Leib mehr zu eigen gemacht als ihr euch je vorstellen könntet!“ Mir wurde wirklich übel.

Er hatte sich verbunden!

Er war total irre und innerlich schlug ich die Hände über dem Kopf zusammen, während alles Blut aus meinem Kopf wich. Durch seine Tat mochte die Burg an sich so gut geschützt sein wie noch nie zuvor, besser als irgend möglich aber ich konnte das doch unmöglich so hinnehmen, die Kontrolle über mein Refugium diesem alten, gefährlichen Totenkopf kampflos zu überlassen. Es war ein Desaster, dessen Ausmaß ich so schnell gar nicht ganz erfassen konnte.

„Scheiße!“, entfuhr es Astoria neben mir wenig damenhaft, aber sie traf es damit auf den Punkt. Marcus fuhr sich über das kurze Haar, als täte ihm der Kopf weh, während Gellert Grindelwald, der Dark Lord, wieder überlegen zu kichern begann.

„Ich denke, du willst mich am liebsten fordern, junger Malfoy… wäre das klug? Ich bin das Beste, was dieser Burg widerfahren kann“, mahnte er leise und lehnte sich vertraulich zu mir.

„Weiß sie es?“, fragte ich misstrauisch.

„Der Sonnenschein? Nein… wieso sollte sie, sie hat so viel um die Ohren, da belaste ich sie mit derartigen Sachen nicht!“, gab er bereitwillig zu und ich glaubte ihm, vielleicht weil ich ihm glauben wollte und atmete erleichtert aus, dass sie mich nicht betrogen hatte.

„Wir sollten trotzdem weitermachen, selbst nach dieser Offenbarung… unser Plan hat zwei Teile“, mahnte indes Astoria und zeigte, dass sie gelernt hatte, schnell und effizient zu schalten. Eine Gabe, die mir gerade abhandengekommen war, da mein Gehirn nicht ordnungsgemäß funktionierte.

„Oh, was habt ihr denn noch so auf Lager?“, frotzelte Gellert und wackelte spöttisch mit den Augenbrauen.

„Wir wollen an alle Münzen verteilen, damit wir alle finden… sollte einer vermisst sein“, kam es involviert von Astoria und schon wieder kicherte er drauflos. „Was?“, fuhr ihn Astoria kratzbürstig an.

„Eine naive Herangehensweise, wenn man es nur halbherzig angeht, so wie ihr…“, fuhr Gellert fort, uns zu verspotten und Astoria wollte dazwischengehen. „Keine Sorge, kleine Lady, du darfst gleich schimpfen“, fuhr er überheblich fort und Astoria war anzusehen, dass sie noch wütender wurde und sich nur noch schwer bremsen konnte.

„Wenn ihr es ernst meint, dann macht ihr es wie die da!“, griff der Alte schneller als ich gedacht hatte, dass er dazu fähig war, nach meinem Unterarm, auf dem gut unter Stoff verborgen das Dark Mark prangte, und zog ihn demonstrativ hoch.

Ich begriff es recht schnell und in meinem Kopf begann es, zu rattern. Bei den anderen dauerte es eine Sekunde länger, weil sie nicht gleich daran dachten, was meine Haut verunstaltete.

„Hm…“, war nur meine nachdenkliche Reaktion. Darauf waren Marcus und Astoria nicht gekommen und ich hatte es bisher auch nicht in Betracht gezogen.

„Nein, niemals, der spinnt“, wehrte Marcus sofort ab, als er begriffen hatte, und fuhr sich unwohl mit einer Hand über den Unterarm. Er hatte nie wie sein Vater sein wollen.

Astoria jedoch blieb neben mir still, bis mein Blick auf sie fiel und ich fragend eine Braue hob.

„Ich find‘s gut. Ganz oder gar nicht“, zuckte sie kurz mit den Schultern, meinte es aber durchaus ernst.

„Echt jetzt? Wir sind doch keine verfluchten DeathEater!“, brauste Marcus ungehalten auf und fuhr sich schon wieder über die kurzen Haare.

„Und wir sind auch nicht der zahnlose Orden des Phönix. Wir kämpfen, schau dir die VenTes doch nur an, bewaffnet bis an die Zähne, echte Kämpfer, dagegen sind doch die meisten DeathEater nur gut zum Einschüchtern, mit ihren Masken und Mänteln. Unsere Leute sind Soldaten und wir sollten auch bei den anderen nicht so zimperlich sein. Wir können uns keine Fehler leisten“, entgegnete ich schicksalsergeben.

„Draco hat Recht“, meinte Astoria und mit ihren Einsichten und Ansichten zeigte sie, was der Krieg, so jung sie auch war, sie schon alles schmerzlich gelehrt hatte und wie schnell es vorbei sein konnte, wenn man nachlässig wurde. Lange hatte ich nicht an Daphne gedacht, diesen Verlust geradezu verdrängt, aber ihr Tod, der auch Folge von Unachtsamkeit war, hatte uns alle geprägt. Außerdem war ich mir sicher, dass die vielen Stunden mit den Twins Astorias Ansicht, keine halben Sachen zu machen, beflügelt hatte.

Ich hatte kurzerhand entschieden, hatte aber auch das Gefühl, damit richtig zu liegen. „Wir müssen weitermachen!“, mahnte ich Marcus.

„Ihr überstimmt mich?“, schnauzte er angefressen.

„Ja!“, war meine harte Antwort und Marcus schnaufte unzufrieden und verschränkte seine Arme vor der breiten Brust.

„Schön, schön…“, rieb sich Gellert freudig die Hände, was mich gleich wieder alarmierte. Was plante er noch? Als er schon weitersprach: „Ich biete euch an, einen Teil der Kontrolle zurückzuerhalten. Nicht dir“, lag sein durchdringender Blick auf mir, „du stehst viel zu sehr zwischen allen. Aber diese junge Dame hier, die hat Mut und Köpfchen, ich bin gespannt, was sie damit macht. Und unserem Troll hier, nur um zu sehen, ob er sich gegen meinen Sonnenschein behaupten kann, wenn er wirklich das Sagen hat und sie nochmal aneinander rauschen!“, freute er sich offenbar diebisch über seine Idee, so wie er sich die Hände rieb.

„Draco, der spinnt!“, ereiferte sich nun Marcus, doch ich schüttelte langsam den Kopf, als ich zu Marcus sah. Ich war mehr als unzufrieden mit der Situation, aber so konnten wir wenigstens etwas Kontrolle zurückerlangen, auch wenn ich Gellert keinen Millimeter weit traute.

„Gut Sie haben mich überzeugt, Sie geben Marcus und Astoria Kontrolle über die Burg und wir schützen unsere Leute mit einem Zeichen!“, entschied ich schnell. „Und Sie, Gellert, schwören, dass Sie sich an Ihr Wort halten und Marcus und Astoria die Kontrolle über die Burg geben“, verlangte ich, denn ich würde nicht ohne eine Versicherung derart in Vorleistung gehen.

„Auf was denn? Oho… auf meine Magie?“, spottete Gellert zwinkernd.

„Nein“, schaltete sich Astoria ein und ich blinzelte überrascht zu ihr „Auf Hermione… er muss auf sie schwören…“, wandte sie ein und ich stockte, da ihr Gedankengang genial war. Das Wichtigste für Gellert war wirklich sein Sonnenschein.

„Uhhh, es verbirgt sich kein Dummchen hinter dieser Stirn…“, zwinkerte dieser unheimliche Alte ihr aufdringlich zu.

„Nein, auf seine Magie reicht“, erklärte ich eilig, denn ich würde nicht riskieren, dass Hermione Grindelwald vielleicht doch nicht so wichtig war und mit ihr irgendetwas passierte.

„Draco Malfoy hat einen zu schlauen Kopf auf seinen Schultern sitzen, schade, dass du derart viel um die Ohren hast, du könntest alles perfekt machen, wenn du nur die Zeit hättest, dich auf eine Sache zu konzentrieren. Aber gut, ich werde es tun, damit jeder sieht, dass mein Zuhause es wert ist, beschützt zu werden“, betonte er so sehr, dass jedem klarwerden musste, er würde die Burg immer schützen. Ob das nun gut war, da war ich mir nicht so sicher, aber Gellert tat es und legte seinen Schwur ab.

„Astoria, wohin soll es kommen?“, fuhr ich zackig fort und wandte mich von Gellert ab, denn wir mussten endlich weiterkommen und da sie die Idee des Zeichens begrüßt hatte, sollte sie nun entscheiden. Wortlos zog sie die Schultern hoch.

„Wo die Leute wollen, wir sind keine DeathEater! Und klein, es muss ja nur funktionieren und soll nicht als Markierung dienen“, entschied sie, woraufhin ich nickte. Gute Entscheidung.

„Gut, dann überlegt, was es werden soll“, meinte ich noch und schon entfernte ich den Zauber zur Privatsphäre um uns und wandte mich wieder an die Wartenden, während Astoria, Marcus und Gellert die Köpfe zusammensteckten.

„Es gab einen kleinen Einwand von Grindelwald, doch dies ist nun geklärt und wir können fortfahren. Wir wollen, nein… ich will, wie ich es euch versprochen habe, euch allen hier Schutz gewähren. Um jedoch solch tragisches und rätselhaftes Verschwinden, wie das von Cho Chang, zu verhindern, müssen wir nun, da die Zeiten immer gefährlicher werden, zu drastischeren Mitteln greifen“, verkündete ich der gespannten Zuhörerschaft.

„Kommen wir zum neuen Schutzmechanismus. Zu viele von uns waren schon kurz, oder aber auch lange verschwunden, auf der Flucht, oder in den Händen des Feindes“, begann ich und vermied es bewusst, zu Lovegood zu schauen.

„Wir müssen also dringend eine Möglichkeit haben, einander zu finden, wenn nötig, daher werden wir durch ein kleines Zeichen dafür sorgen, dass keiner von uns verloren geht“, versuchte ich ihnen möglichst harmlos zu verpacken, dass wir ihnen gleich ein Zeichen, dem Dark Mark durchaus ähnelnd, verpassen würden.

Der einzige signifikante Unterschied war, dass wir es im guten Glauben taten. Heiligte hier das Ziel die Mittel? Ich wollte nicht darüber nachdenken und verdrängte jeden Zweifel, denn selbst wenn ich es nicht gut fände, ich konnte nicht wirklich anders entscheiden, sondern das Beste daraus machen.

Der Aufschrei nach meinen Worten kam dann trotz guter Verpackung, nur dauerte es ein paar Sekunden länger, bis er losbrach.

„Jedem steht es frei, zu gehen!“, unterband ich diesmal jedoch donnernd den Protest und deutete mit weit ausgestrecktem Finger zum Burgtor. „Niemand wird gezwungen werden. Ihr habt euch nicht dem Orden des Phönix angeschlossen, um euren Schutz zu gewähren, sondern mir, und ich mache keine halben Sachen“, zeigte ich harte Kante.

Gemurmel brach nach meinen Worten los, doch ich erkannte viele, die entschlossen nickten. Offenbar hatte ich die Mehrheit überzeugt.

„Seid ihr fertig?“, fragte ich an Marcus, Astoria und Gellert gewandt und Astoria nickte.

„Ok, jeder kommt jetzt einer nach dem anderen zu Astoria, oder Marcus und empfängt sein Zeichen und dann gebt ihr etwas Blut in die Schüssel“, wies ich an und sofort traten die Ersten vor, während andere noch offen zögerten und zweifelten.

„Es wird klein, ganz klein. Wo wollt ihr es hinhaben? Überlegt es euch schonmal“, fragte Astoria nun laut über die Menge hinweg.

Sie und Marcus erstellten das Zeichen und Marcus würde derjenige sein, der die Verbindung einging und war damit der Erste, der mit Hilfe von Gellert die Magie erschuf, um danach das Mal steuern zu können. Denn ich konnte es nicht, für mich war seit Gellerts Vorschlag klar, dass ich diese Zeichnung nicht übernehmen konnte. Angesichts meines Dark Marks konnte ich diese Verbindung nicht eingehen, das war zu riskant und ich vertraute Marcus und Astoria.

So ging es dann los, einer nach dem anderen trat vor und ganz wohl war mir bei dem Anblick der drei radialsymmetrisch angeordneten kleinen Spiralen, Triskele genannt, die Astoria den Anwesenden einbrannte, nicht. Doch es war ein altes, irisches Symbol der Einheit und passte. Jeder nahm einen anderen Ort, viele Frauen entschieden sich für das unterste Fingerglied, um dann mit einem Ring das Zeichen zu verdecken. Einige wählten das Handgelenk, wo Uhren oder Armbänder getragen und ebenfalls das kleine Tattoo verdeckt werden konnten. Wieder andere, gerade die Männer, zogen sich einfach die Shirts vom Leib und boten ihren Oberarm oder das Schulterblatt an.

„Schau doch, Audrey, das ist wirklich nicht schlimm“, vernahm ich schließlich Percy Weasleys Stimme, während er grade vor Astoria stand und da gab seine Frau schließlich nach und blickte kurz zu mir. Unterdessen hatte ihr Mann die kleine, schlafende, jüngste Weasley übernommen, während seine Frau skeptisch ihr Zeichen bekam.

„Molly auch!“, trat Percy schließlich entschlossen erneut zu Astoria und machte eine kleine, weiße Fußsohle seiner Tochter frei. Kurz blickte Astoria zu mir und ich nickte nur knapp.

„Percy, nein…“, wollte Audrey einschreiten, doch da traf die Spitze von Gellerts Zauberstab schon auf die weiche Haut des Säuglings und wurde dagegen gedrückt, als dieser den Zauber wirkte.

Schreiend und strampelnd durch den kurzen Schmerz, erwachte das Baby, doch sein Vater hielt ihren Fuß fest und versuchte, sie zu beruhigen. Schnell war es vorbei, denn das Zeichen auf Molly Weasleys Fußsohle war noch kleiner als die der Erwachsenen. Unter der Spitze von Gellerts Stab, der die Verbindung erschuf, war es nicht einmal zu erkennen gewesen, doch das Kind war nun wach und schrie und würde gleich noch mehr schreien, wenn sein Vater ihm einen Tropfen Blut mit der Spitze eines Dolches entnehmen würde. Es gab schlimmeres, aber schön war es nicht, doch nötig.

Als schließlich alle gezeichnet waren, gab Astoria noch ihr Blut.

„Gut, ihr seid fertig, dann lösen Sie jetzt Ihren Teil ein, Gellert“, forderte ich und wandte mich an den Dark Lord, als ob einer nicht schon genug wäre.

Mir ging jedoch gehörig auf die Nerven, dass sich Gellert geradezu diebisch darüber freute, mir damit eins auszuwischen, aber andererseits, angesichts meiner Stellung war es vielleicht wirklich gut, wenn der Schutz der Burg in Astorias Händen lag und es band sie in Irland weiter ein, was mir gefiel.

„Man möge mir folgen“, neigte Gellert leicht den Kopf und Astoria, Marcus und ich folgten ihm in den Hauptteil der Burg, zusammen mit der mit Blut gefüllten Schale.

Wir begaben uns in die Keller, durchquerten von dort aus den magischen Gang zu den alten Gewölben, dann vorbei am unterirdischen Fluss und erreichten schließlich die Höhle, in der sich der Altar und der Zugang zum Meer befanden.

„Fangen wir an“, klatschte Gellert viel zu freudig in die Hände und zog einen Dolch hervor.

Marcus und Astoria traten zu ihm, nahmen den Dolch entgegen und mit ihrem Blut vollzog er das Ritual, das die Kontrolle über die Burg auch in Marcus und Astorias Hände gab und speiste das Blut aller, die unserer Gemeinschaft angehörten, in den geweihten Boden. Als dies vollendet war, ließ uns der Alte zufrieden grinsend alleine. Mir blieb ein Ungutes Gefühl bei dem Ganzen, aber ändern konnte ich es nun nicht mehr.

Und wir verließen die Burg, um diese Nacht noch in Irland zu verbringen, es wäre nicht gut, so ins Manor zu kommen.

„Ich gehe schlafen, gute Nacht, Draco“, murmelte Astoria nur noch, sobald wir angekommen waren und steuerte den Flur an. Sie war wirklich fertig und müde. Ihr Blick war schwer, ihre Bewegungen fahrig und sie hatte dunkle Ringe unter den Augen. Jetzt, wo die Anspannung von ihr abgefallen war, schlug offenbar die Erschöpfung voll zu.

„Warte“, hielt ich sie auf und griff nach ihrer Hand.

„Ja? Ich bin müde…“, gähnte sie herzhaft und hielt sich halbherzig die andere Hand vor den Mund.

„Ich weiß. Bleib hier, mein Bett ist näher. Ich komme gleich nach. Der Tag war anstrengend und unschön“, bat ich sie, hier bei mir zu bleiben.

Etwas, was sie in den letzten Tagen nicht getan hatte, obwohl sie Weihnachten in meinem Bett gelegen hatte. Aber sie hatte Zeit gebraucht, zum Nachdenken, und Ruhe jenseits des Trubels im Manor und ich hatte es nur zu gut verstanden und so zog sie gleichgültig die Schultern hoch und schlurfte in Richtung meines Schlafzimmers.

„Schlaf gut“, rief ich ihr noch hinterher, doch sie reagierte nicht.

Als die Tür zu meinem Bad ins Schloss fiel, holte ich mir einen Drink und ließ mich in einen Sessel fallen.

Was für ein Tag. Ich hatte die Oberhand über die Burg verloren. Erst an Gellert, was für eine Horrorvorstellung und nun an Marcus und Astoria. Ein Grund mehr, Astoria mir gewogen zu machen, denn am Ende musste mein Wort in Irland Gesetz bleiben. Ich hatte dieses Refugium nicht gegründet, um einfach nur Gutes zu tun, nein, ich wollte eine entscheidende Macht in diesem Krieg sein und hätte gerne auch schon noch mehr VenTes gehabt, aber der Aufbau neuer Trupps ging nur langsam voran, da uns die Kämpfer ausgingen. Es war zu ärgerlich.

Dann der Vorfall mit Blaise. Ich wusste noch nicht genau, was vorgefallen war, aber es musste heftig gewesen sein, wenn Astoria so reagierte. Ich würde mit Blaise reden müssen. Langsam erkannte ich meine Rechte Hand nicht wieder, andererseits spielte er mir mit seinem Verhalten auch in die Hände. In den letzten Wochen war sehr deutlich geworden, mit wie viel Enthusiasmus und Herzblut sich Astoria für meine Projekte engagierte und im Prinzip war das immer das gewesen, was ich mir auch von Hermione erhofft hatte. Astoria passte so erschreckend gut zu dem, was ich gesucht hatte. Es war unheimlich, vor allen Dingen, da Vater sie ausgesucht hatte. Andererseits war Irland für Astoria ein Zuhause, was es für Hermione nie geworden war. Ich hatte meine Entscheidung vor einigen Tagen getroffen, als wir über die Pläne für heute geredet hatten. Ich würde Astoria nicht wieder gehen lassen und Blaise spielte mir mit seinem Verhalten, das sie von ihm wegtrieb, in die Hände. Im Prinzip lief es gut für mich, sah man mal von dem kleinen Irlanddesaster heute ab.

Dracos Sicht Ende

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Fight for the Ticket
WHF = Wir haben’s faustdick hinter den Ohren und sind immer für eine Überraschung gut.
Liebe Mitglieder der Spalte "DREI" heiss begehrte Ticket für das HP-Treffen in Solingen auf Schloss Burg, am 05.05.2018 haben wir noch zu vergeben!
Ja wir haben Sie ergattert und wollen so Euch die Chance geben noch mit dabei zu sein und natürlich uns zu treffen... was wäre wichtiger.
Wir schenken die Tickets her, wobei die Eintrittskarten mittlerweile zu horrenden Preisen gehandelt werden, aber wir wollen kein Geld, wir wollen Fanart!
Liefert was zu WHF, ein professionelles Bild, ein Cover, ein Wallpaper, einen Trailer, töpfert was, macht Geschirr mit einem Wappen. Oder überlegt euch Werbung, oder erweckt das WHF-Wiki zum Leben, schreibt ernst gemeinte Reviews, auch die fleißigen, unkreativen unter uns sollen eine Chance haben. Wir haben so viel Spielfläche, werdet aktiv.
Unter allen Einsendungen wählen wir die Glücklichen, die sich besonders bemüht, besonders einfallsreich, oder aber hart gekämpft haben…. wie unsere Hermione. Die kommen dann in die Slot-Maschine und die Gewinner erhält die Karte per Einschreiben.
queenie + das WHF-Team
Einsendungen bis zum 15.04.2018, an:
ffde, das Forum, FB, oder when_hermione_fights@web.de

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