When Hermione Fights
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 Kapitel 651-652

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BeitragThema: Kapitel 651-652   Kapitel 651-652 EmptyDi Jan 22, 2019 8:42 pm

651. Kapitel Der Blitz ist eingeschlagen!

„Nein, es hätte nur Heimweh geweckt“, meinte ich schulterzuckend, woraufhin er mir langsam, mehr als widerwillig zunickte.

„Wohl wahr… aber es ist eigentlich nicht mehr Hogwarts“, schränkte Neville gedämpft ein und wandte sich an die Jungs. „Wir müssten eigentlich für die UTZs lernen, doch die wurden komplett abgeschafft. McGonagall ist deshalb vollkommen am ausrasten, weil unsere Ausbildung dadurch ja nicht richtig abgeschlossen wird. Den Carrows und Snape ist das egal…! Tja, die unterrichten nicht nur…“, klärte Neville geschäftig auf. „Die sind für die ganze Disziplin verantwortlich. Die stehen auf Strafen, diese Carrows! Du hast nie irgendwas erzählt?“, wandte er sich nun sichtbar zweifelnd an mich und ich seufzte tief.

„Sorry, aber wir hatten andere Probleme“, meinte ich ausweichend, dabei sah er mich ungläubig an, als wollte er na klar sagen, als Harry einsprang.

„Strafen wie bei Umbridge?“, fragte er daher nach, weswegen Neville zynisch auflachte.

„Nein, die war zahm dagegen. Die anderen Lehrer sollen uns an die Carrows übergeben, wenn wir irgendetwas ausgefressen haben. Das tun sie aber nicht, wenn sie es vermeiden können, und gehen sogar noch lieber zu Snape, unfassbar, aber wahr. Man merkt, dass die sie genauso hassen wie wir. Amycus, der Bruder, unterrichtet, was früher mal Verteidigung gegen die dunklen Künste war, nur dass es jetzt einfach die dunklen Künste sind. Wir sollen den Cruciatus-Fluch an Leuten üben, die sich Nachsitzen eingehandelt haben… wie gut, dass die BL und DA derart gut auf alles vorbereitet ist…“, kam es von ihm freudlos, während ich mein Haupt schüttelte.

„Wow, da war Barty ja noch harmlos, als er es nur an Spinnen gemacht und an uns nur den Imperius geübt hat“, meinte ich tief seufzend, mit Erinnerungen an eine mehr als skurrile Schulzeit gesegnet.

„Wem sagst du das? Gute alte Zeiten, oder? Hahaha…“, lachte Neville trocken auf, „… einige, die nicht auf unserer Seite sind, stehen darauf und die sind darin richtig gut und wir aus der BL und DA können nicht zeigen, wie gut wir sind, ohne aufzufliegen!“

„Sich unfähiger zu stellen als man ist fällt nie leicht“, murrte Harry und wieder stießen wir alle unwillige Töne aus.

„Dieses Schuljahr ist sowas von für den Gnom. Alecto erzählt in Muggelkunde so einen Schwachsinn, dass es wehtut und wir müssen ihr zuhören, wenn sie großspurig erklärt, dass Muggel wie Tiere sind, dumm und schmutzig, und dass sie die Zauberer in den Untergrund getrieben hätten, weil sie fies zu ihnen waren und dass dank ihnen und dem Dark Lord die natürliche Ordnung wiederaufgebaut wird. Das hier habe ich mir dort eingehandelt“, dabei deutete er auf eine andere verheilte Schnittwunde im Gesicht. „Weil ich sie gefragt habe, wie viel Muggelblut sie und ihr Bruder in den Adern haben.“

„Verdammt, Neville“, kam es aufgebracht von Ron. „Du kannst doch nicht überall eine dicke Lippe riskieren“, riefen Harry und Ron wie aus einem Munde und ich seufzte, denn es tat weh, verdammt weh, zu sehen, was aus diesem wunderschönen Ort geworden und wie unvernünftig Neville doch war.

„Du hast sie nicht gehört“, erwiderte Neville, ohne große Reue. „Du hättest es auch nicht ertragen. Der Punkt ist, es hilft, wenn Leute sich gegen die wehren, die versuchen uns zu unterdrücken. Es gibt allen Hoffnung. Das ist mir früher immer aufgefallen, wenn du es getan hast, Harry“, bekannte Neville, dass er Harry immer bewundert hatte, für all das, was er früher verbrochen hatte.

„Dann hast du mich als Vorbild genommen?“, wisperte Harry betroffen, während Ron sich vorschob.

„Aber die haben dich als Messerschleifer benutzt“, zeigte sich Ron von dem heldenhaften Vorgehen nicht überzeugt und schüttelte den Kopf, während es Harry sichtbar unangenehm war, als ruhmreiches Beispiel des Widerstandes zu dienen. Unauffällig blinzelte er auf seinen vernarbten Handrücken, auf dem noch immer „Ich soll nicht lügen“ stand.

Naja, es konnte niemand behaupten, dass irgendeiner von uns aus dieser schweren Zeit, unserer Schulzeit wohlgemerkt, ohne Narben oder Schaden herausgegangen war. Unfassbar, aber wahr, es war traurig und dabei erkannte man, dass wir uns seit Jahren im Krieg befanden.

Neville hingegen zuckte stolz mit den unter seiner gestreiften Strickjacke gestählten Schultern. „Ist egal. Die wollen nicht zu viel reines Blut vergießen, also foltern sie uns ein wenig, wenn wir frech sind, aber umbringen wollten sie uns bisher nicht“, schränkte er vorsichtig ein und ich horchte auf. Indes tat er beinahe so, als ob das alles nichts wäre und ich applaudierte ihm still, wie sehr er unter Severus‘ Herrschaft in Hogwarts gereift und gewachsen war, aber auch dank unseres frühen Übens. Er rang sichtbar mit seinen Entscheidungen und das Sprechen mit uns war ihm anscheinend wichtig.

„Jaaa, aah, ich sollte die Klappe halten, ich weiß das… aber wie soll ich das anstellen? Erzählt mir das… hier, das hab ich abgekriegt…“, er deutete auf einen besonders tiefen Schnitt in der Wange, „weil ich mich geweigert habe, Lavender mit dem Cruciatus zu foltern…“, meinte er zu gleichgültig sich selbst gegenüber, als mich in dem Moment ein heißer Schauer durchfuhr.

Lavender? Folter?!

In ihrem Zustand, das würde Severus niemals zulassen, aber er war nicht immer da und anscheinend sah man mir mein Entsetzen an, da Neville soeben die Hand hob und mir bedeutete, nicht aus der Haut zu fahren.

„Keine Sorge, wir sind zu gut organisiert, als dass wir zulassen, dass ihr was passiert“, beruhigte er mich umgehend, aber ich hörte heraus, dass sich für solche Aktionen wiederum andere opferten.

Andere begaben sich in die Schusslinie, um für Lavenders Unversehrtheit zu bürgen. Ich bemerkte, wie die Jungs aufbegehren wollten, was an Lavender so besonders war, dass ich derart überreagierte.

„Nichts“, fuhr ich die beiden Jungs an, bevor sie ihren Mund aufmachen konnten, als ich mich wieder Neville zuwandte. „Das erleichtert mich ungemein“, meinte ich völlig ernst, solange sie gesund blieb, hatte ich einen Trumpf in der Hand, der gerade bei einer Konfrontation beträchtliche Vorteile bringen konnte und da war mir jedes andere Opfer recht. Keiner der anderen war gerade so wichtig wie sie.

„Ja, war nicht leicht, aber wir haben es dank der DA und BL geschafft, sie wegzuschaffen…“, behielt er das Opfer, das sie gezahlten hatten, zurück, selbst dann noch, als ich ihn auffordernd ansah. Indes versuchten die Jungs, auf sich aufmerksam zu machen, sodass ich entnervt zu ihnen herumfuhr.

„Harry, Ron, nicht jetzt, fragt sie halt selbst, wenn ihr sie seht“, ärgerte ich mich gerade wieder schwarz, dass sie in so einer Phase schwanger werden musste, da damit im ersten Moment nichts leichter wurde.

„Zu etwas anderem“, half mir Neville das Thema zu umschiffen. „Luna und Dean, wir wissen, dass sie gut in der Burg in Irland angekommen sind, aber was ist ihnen widerfahren? Alle die nach Ostern wiederkamen konnten dazu nichts sagen!“

„Woher weißt du… das alles?“, fragte Ron minimal empört über den Klatsch und Tratsch der allerorten herrschte.

„Nicht von Hermione, so viel steht fest“, murmelte er leicht abfällig und ich schnaubte, dabei schob ich meine Hände in meine Hosentaschen. „Aber sie haben mir eine Nachricht über die hier geschickt“, trumpfte er auf und hielt eine der Galleonen hoch, die ich vor zwei Jahren erschaffen hatte. „Sind richtig genial die Dinger, Hermione, wirklich. Manchmal bist du wirklich brillant, das hier war uns eine große Hilfe für die Organisation in Hogwarts und so wertvoll, um alle hinters Licht zu führen. Die Carrows sind total ausgeflippt, weil sie nicht herausbekommen haben, wie wir untereinander kommunizieren. Wenn sie uns gefilzt haben, konnten sie nichts finden, das war zu komisch, ihre dämlichen Grimassen. Wir haben uns immer nachts rausgeschlichen um Graffiti an die Wände zu malen, oder die Niffler auszusetzen und noch viele andere extrem fiese Aktionen… dagegen waren die Weasley-Twins zu Umbridges Zeiten harmlos, aber die Creevey-Brüder machen ihnen da echt Konkurrenz!“, verkündete Neville gefangen in seiner Begeisterung und ich konnte mir denken, wie sehr Severus unter dieser Revolte gelitten hatte.

„Ihr habt den Aufstand geprobt!?“, wiederholte Ron gefangen zwischen Schock und Bewunderung über so viel Mut.

„Naja, es wurde mit der Zeit schwieriger“, gab Neville widerwillig zu. „Weihnachten haben wir Luna verloren und Ostern noch ein paar“, etwas Bedrücktes lag dabei in seiner Stimme, das offenbarte, dass er sich der Risiken sehr wohl bewusst war. Er schwieg kurz und drehte sich mit glänzenden Augen zu uns um und begann abrupt, das Thema zu ändern. „Oh ja, das wird dich interessieren, Ron. Ginny hat sich mit einigen anderen ebenfalls retten müssen!“, meinte er jetzt wieder euphorischer.

„Wie bitte, wie gerettet?“, stieß Ron furchtsam hervor und plötzlich wirkte sein Gesicht ausdruckslos.

Vor allem nachdem ich zuvor bei Aberforth Farbe bekannt und ihnen von Ginny und ihren Erlebnissen erzählt hatte, war Rons Schwester ein gefährliches Thema, das er mit Sicherheit noch nicht verarbeitet hatte.

„Naja, es war eh wacker, dass sie nach Ostern zurückkam und brandgefährlich, wenn man sich das mit Luna und Co. vor Augen führt, ist doch bekannt, dass ihre Familie im Orden tätig ist. Aber sie ist eine wahre Gryffindor! Sie ist verdammt mutig und absolut bereit, zu rebellieren. Sie hat kein einziges Mal gezögert, irgendwo mitzumachen, wenn wir irgendwelche gefährlichen Sachen gemacht haben. In solchen Zeiten bin ich so froh, dass wir die BL und DA gegründet haben, ohne diese Strukturen wären wir hilflos der Willkür dieser Barbaren ausgeliefert!“

„Tja, sie ist eine Weasley, was erwartest du?“, meinte Ron jetzt gespielt stolz, während er einfach nur erleichtert zu sein schien, dass sie den Carrows entkommen war. Und was sollte man anderes erwarten von einer jungen Frau, die sich seit Jahren mit dem Dark Lord in sich hatte herumschlagen müssen? Entweder man erstarkte an solchen Herausforderungen, oder man gab auf und zerbrach und Ginny war niemand der aufgab.

„Nichts anderes… die Zeit drängt. Kommt“, meinte Harry schmal lächelnd und klopfte seinem besten Freund aufmunternd den Rücken, dabei gingen wir Schritt für Schritt weiter, da wir in dem engen Gang zu viert wesentlich langsamer vorankamen als Neville zuvor alleine.

„Erzähl mir von LavLav“, bat ich leise, als ich mich neben Neville schob. Es hatte mich schon die ganze Zeit gewurmt, zu erfahren, was mit ihr war.

„Sie hält sich recht gut und sie lenkt sich gut ab. Sie plant unsere Aktionen, stellt die Münzen und spornt die Leute immer wieder an, weiterzumachen, aber überspielt nur, wie mies es ihr geht. Sie weiß, dass sie sehr vorsichtig sein muss und Parvati ist stets an ihrer Seite. Sie ist unversehrt, Hannah und Susan hingegen wurden ein paar Mal erwischt… keine Sorge, aber die konnten es besser wegstecken als Lavender“, erwiderte er hastig, als er meinen Gesichtsausdruck bemerkte. „Sie alle beißen die Zähne zusammen. Wir haben gerade nur ein kleines Motivationsproblem…“

„Wie meinen?“, wollten Ron und Harry, die aufmerksam gelauscht hatten, sofort erfahren.

„Die ganze DA ist ordentlich zusammengeschrumpft, als die Carrows Seamus und Padma dabei erwischt haben, wie sie ein paar Erstklässler befreit haben, die angekettet waren. Sie wurden in der Großen Halle gefoltert… vor allen anderen. War eine ziemlich gute Abschreckungsveranstaltung.“

„Sie… sie haben die beiden… vor allen in der Großen Halle gefoltert? Und die Erstklässler waren angekettet?“, wiederholte ich bodenlos schockiert aufgrund derartiger Übertreibungen, zuerst der zusammengeschlagene Zacharias Smith und jetzt das.

Was tat Severus? Wenn ich in meiner wahren Gestalt da gewesen wäre, ich hätte sie mir gekauft. Für wie schwächlich hielten mich wohl die Carrows, wenn mein Double bei ihren Grenzüberschreitungen nicht einschritt? Jetzt wurde es für mich noch besser verständlich, weshalb Severus nur noch so selten weg aus Hogwarts sein wollte, anscheinend nützten sie jeden spärlichen Moment seiner Abwesenheit vollends aus, um Furcht und Schrecken unter den Schülern zu verbreiten.

„Jaaa“, nickte Neville seufzend. „Leider! Das größte Problem war es, Goyle ruhig zu halten. Die Slytherins hatten gut zu kämpfen, das war wiederum eigentlich recht unterhaltsam“, offenbarte Neville seinen sonderbar gereiften Humor.

„Die sind echt vollkommen verrückt!“, stieß Ron mit schriller Stimme aus. „Das kann doch nicht wahr sein! Jeder Lehrer hat einen Schaden hier…“, beschwerte er sich unglücklich.

„Es ist halb so wild“, tat Neville relativ gelassen ab. „Der Cruciatus der Carrows ist… naja... mehr als nur schwach. Er tut übel weh, ja, aber es gibt viel Schlimmere… einige in der BL sind richtige Meister geworden. Da zeigt es sich, dass die Carrows keine besonders guten Zauberer sind. Glaubt mir, die Peitschenhiebe, die sie teilweise austeilen, sind viel schlimmer!“

In meinem Kopf schob sich wieder das Bild von Bellatrix vor mein geistiges Auge, wie sie mich mit dem Cruciatus gefoltert hatte. Wieder und wieder. Ihrer war so viel schlimmer gewesen als der von Lucius. Nicht dass der von Lucius nicht von schlechten Eltern gewesen war, aber hinter Bellatrix’ hatte noch mehr Willen gesteckt, mich fertigzumachen. Der Spaß und die Freude, die sie dabei empfunden hatte, hatte ihn von der Intensität her in meinen Augen verzehnfacht. Die Erinnerung, wie der Fluch durch mich geflossen war und es sich wie heißes Blei in meinen Adern angefühlt hatte, ließ mir umgehend Magensäure sauer hochkommen. Oh ja, sie war eine Meisterin darin, diesen Fluch anzuwenden und Nevilles Eltern hätten darüber wohl ein Lied singen können, wenn sie nicht darüber ihren Verstand verloren hätten.

„Wir arbeiten aus dem Untergrund, aber die DA und BL hat wie gesagt eindeutige Verluste erlitten, so hat Ernie sich etwas zurückgehalten, weil sie seinen Onkel als Auror entlassen und daraufhin die ganze restliche und weit verstreute Familie bedroht haben. Das haben sie auch bei meiner Oma probiert“, Neville lachte daraufhin spöttisch auf und schüttelte den Kopf. „Sie haben nur einen DeathEater geschickt. Dawlish, so hieß der glaube ich… Sie dachten wohl, dass für eine alte Frau einer reicht. Der Typ liegt immer noch im St. Mungos und Oma ist auf der Flucht. Sie hat mir einen Brief geschickt. Sie schreibt, dass sie stolz auf mich ist und ich ganz nach meinen Eltern schlage.“

„Cool“, erwiderte Ron. „Darauf kannst du auch stolz sein!“

„Moment, das ist alles seit unserem letzten Treffen passiert?“, fragte ich völlig perplex und er nickte leidlich schicksalsergeben.

„Es geht ja noch weiter, sobald ihnen klar wurde, dass sie mich nicht in der Hand hatten und zu dem Schluss kamen, Hogwarts könnte eigentlich auch ohne mich auskommen - ich weiß nicht, ob sie vorhatten mich umzubringen, oder nach Askaban zu schicken - auf jeden Fall wusste ich, dass es Zeit war, zu verschwinden, nachdem Snape mir etwas Kryptisches mit Hilfe der Hauselfen hatte ausrichten lassen, von wegen: Dass Hogwarts wohl nicht mehr mein Zuhause sein sollte… tja, das war recht eindeutig und da habe ich zugesehen, dass ich Land gewinne und bin abgehauen“, verkündete er zwinkernd und ich war kurz verblüfft.

„Das hat Severus getan?“, wisperte ich leise und war baff, dass Severus sich dazu herabgelassen hatte, zu warnen.

„Aber…“, meinte dann Ron sich in dem engen Gang umsehend. „Halt! Wie konntest du das alles in der Großen Halle erleben, wenn du dich versteckst? … Gehen… gehen wir nicht gerade nach Hogwarts? Oder wo versteckst du dich?“, fragte er hörbar irritiert und stellte damit auch die Frage, die Harry und mich beschäftigte. Wo zur Hölle gingen wir hin?

„Das ist Hogwarts, hier ist alles möglich. Wir können durch das Wappen über dem Kamin wie durch einen Einwegspiegel sehen und sind live mit dabei… damit wir auf dem Laufenden sind, echt super das Schloss!“, lag tiefe Verehrung für die Wunder Hogwarts in seiner Stimme.

„Wow, das geht?“, „Krass.“, „Aber wo seid ihr nun jetzt genau?“, begehrten wir auf.

„Klar! Du wirst schon sehen… Wir sind schon da!“, bog Neville verschmitzt lächelnd um eine Ecke.

Dahinter verbarg sich eine weitere Treppe, die es zu erklimmen galt und am Ende der selbigen war wiederum ein Portrait von Ariana angebracht, welches Neville sachte zuwinkte und auch gleich zur Seite kippte und schon sprang er mit Schwung hindurch.

„Schaut mal, wen ich hier habe!“, schrie er mit tiefer Begeisterung in den Raum dahinter und mir schwante Übles.

Das würde es wohl mit unserem unbemerkten Besuch gewesen sein. Vorsichtig schoben wir drei uns durch den schmalen Rahmen hindurch und vor uns lag ein mehr als geräumiger Raum. Ich hatte es schon erwartet und als sich das Portrait öffnete, bestätigte sich meine Ahnung. Es war der Raum der Wünsche mit seinen Säulen und der hohen Decke. Er war wirklich groß und überall waren Leute. Es war ein perfektes, zum Untertauchen geeignetes Widerstandszentrum, das die Gegner nicht orten konnten. Er war voller bunter und wild verteilter, bis unter die Decke gespannter Hängematten.

Wobei die ganz oben würde ich nicht nehmen wollen, aber dort saß Dennis und schaukelte wie wild herum und winkte uns aufgeregt zu. An den Wänden hingen die Banner der einzelnen Häuser, auch das von Slytherin, wenngleich die grüne Farbe bei den Hängematten fehlte. Auch der Boden war übervoll ausgelegt mit farbenfrohen Teppichen, auf denen sich die Kissen stapelten. Eine schiere Masse an bunten Kissen, es erinnerte ein wenig an einen orientalischen Basar.

„HARRY.“, „RON“, kreischten uns die nur zu bekannten Stimmen entgegen und ich ging zur Seite, um Harry durchzulassen. „HERMIONE!“, „Es ist Potter, es ist POTTER!“, kam es frenetisch von den Anwesenden und ich musste gestehen, diese Begeisterung erzeugte eine gewisse Wehmut in mir.

Sie erhofften sich von uns Rettung, oder was auch immer, und doch fragte ich mich, wie wir in der Lage sein sollten, ihnen das zu geben. Eilig stiegen wir indes die provisorische Treppe hinunter und sofort wurden wir von einem guten Dutzend Leuten bedrängt, die uns die Hände schüttelten, um uns herzlich willkommen zu heißen.

„Macht Platz!“, „Macht Platz!“, riefen die Creevey-Brüder noch immer begeistert wegen unserem Erscheinen und wir tauchten in der bewegten Masse unter.

„Harry, wie gut, dich zu sehen“, zeigte Padma unerwartet viel Gefühl und grinste wie ein Honigkuchenpferd, als sie Harry umarmte.

Sie war erleichtert, das sah ich ihr an der blassen Nasenspitze an, dabei wirkte sie nach dem Cruciatus nicht ansatzweise so mitgenommen wie Neville nach dem Zusammenprall mit den Carrows. Aber auch sie hatte etwas Farbe verloren und hatte einen noch härten und noch entschlosseneren Ausdruck in ihrem mittlerweile völlig erwachsenen Gesicht. Ja, Padma war niemand, mit dem man sich so leicht anlegte. Sogar ich war auf der Hut, denn sie war eine meiner größten Kritikerinnen und schon streifte mich ihr abwägender Blick.

„Es war voll das Scheißjahr ohne euch!“, „Vielleicht wäre es mit euch erträglicher gewesen? Wer weiß“, „Oder es hätte schon längst Mord und Totschlag gegeben!“, „Das wäre vielleicht lustig geworden, wenn es die Richtigen erwischt hätte.“, „Ach, wie habe ich euch vermisst!“, überschlugen sich die Zurufe und Ron und Harry sonnten sich kurz in der Aufmerksamkeit ihrer Kameraden.

Ich blickte mich währenddessen eilig um und machte schlussendlich die sichtbar kränkelnde Lavender in einer bodennahen Hängematte aus und trat einen Schritt auf sie zu.

„Lavender?“, rief Ron entsetzt, da er meinem Blick gefolgt war.

Sofort eilte er los, die anderen vor sich wegpflügend durch den Raum, auf sie zu. Sie lag blass und erschöpft in der Matte, grinste aber bemüht tapfer zu ihrem Ex.

„Na, Ron…“, meinte sie lieblich, aber auch sehr leise, als er bei ihr ankam und auf die Knie ging, da ihre Matte sehr tief hing.

„Hey… du…“, stockte Ron hörbar besorgt und hob seine Hand an, um ihr eine Strähne ihres blonden Haares aus der verschwitzten Stirn zurückzustreichen. „Dir geht es nicht gut?“

„Du bist dünn geworden, Ron!“, meinte sie erschöpft und wich ihm aus, als sie mich hinter ihm ausmachte, flackerte es unstet in ihrem Blick.

„Was hat sie, Schönste? Ist sie krank?“, fragte Ron nun mich und drehte sich zu mir um, dabei war seine Stimme sehr hart.

Es würde knallen, wenn ich ihm jetzt nicht antwortete. Nun trat auch Harry neben mich und sah zwischen uns beiden hin und her, unterdessen trat das Begrüßungskomitee in den Hintergrund, während sich die Umherstehenden besorgt untereinander zu wisperten, was sich hier wohl abspielte, zumindest bis auf die, die Bescheid wussten.

Ich seufzte tief, um mich aufzuraffen und murrte dann finster: „Krank a la Daphne.“

Meine Aussage schlug für die Jungs wie ein Bombarda ein. Sie rissen ihre Augen weit auf, indes versuchte Lavender, sich in Luft aufzulösen und hatte die Augen fest geschlossen.

„Nicht! Dein! Ernst!“, brachte Ron völlig sprachlos hervor und fuhr wieder zu Lavender herum, während Harry rumstotterte: „Wie… was… wie das…?“

„Spart es euch…“, meinte ich daher wenig freundlich, aber mein Blick machte deutlich, dass die Antwort keine war, die ihnen gefallen würde und sie verstanden, da sie nicht blöd waren, sofort, dass es etwas mit den Wölfen zu tun hatte und verstummten. „Lavender wird es überleben und wir haben Wichtigeres im Moment in Angriff zu nehmen… wie kam es, dass ihr den Raum als Lebensraum umfunktioniert habt?“, fragte ich geschäftig und drehte mich zu Neville, da ich gerne ablenken wollte, und vor allem, weil ich niemals die Idee gehabt hatte, im Raum der Wünsche zu leben, aber bevor mir mein Gegenüber antworten konnte, ergriff Colin das Wort.

„Hey… die Carrows waren damals hinter mir und Dennis her und tja, wir wussten, dass wir nur eine einzige Möglichkeit hatten, uns zu verstecken. Wir haben es geschafft, durch die Tür zu kommen und das hier haben wir vorgefunden!“, grinste er begeistert. „Also, klar, der Raum sah nicht genauso aus wie jetzt, als wir ankamen, er war viel kleiner, es gab nur zwei Hängematten und nur Wandbehänge von Gryffindor. Aber er hat sich ausgedehnt, als immer mehr Leute von der DA und BL hier Zuflucht gesucht haben“, erklärte er gewichtig und schien es zu genießen, sich hervortun zu können.

„Und die Carrows können wirklich gar nicht rein, genauso wenig, wie damals Umbridge?“, fragte Harry und musterte seine Umgebung.

„Du sagst es, Harry“, erwiderte der blauschillernde Seamus glückstrahlend und ich seufzte, wenn Lucius das wüsste, er würde es auch so oder so in dieser Form nicht gutheißen, was diese beiden degenerierten Typen da willkürlich trieben.

Nicht dass er Strafen nicht guthieß, oder gar Folter, ich war nicht bereit, ihn zu glorifizieren, aber trotzdem sah ich nicht, wie er einen auf Carrow in Hogwarts machen würde.

„Verfluchte Scheiße, wie siehst du aus, Mann?“, rief Ron erschüttert und eilte zu seinem Freund.

Bei dem Anblick, den er bot, fuhr auch ich schuldbewusst zusammen. Er sah wirklich übler zugerichtet aus als Neville. Seine Gesichtszüge waren kaum noch auszumachen. Jedes bisschen Haut in seinem Gesicht hatte irgendeine andere Farbe angenommen und war angeschwollen. Anscheinend drehten die Carrows seit unserem Einbruch am Rad und schienen ihre Angst in brutaler Aggression auszuleben und wir drei wechselten betroffene Blicke. Wir waren schuld!

„Ginny“, stieß nun Ron aus, als er seine Schwester ausmachte, die gerade aus den Bädern kam und uns mit offenem Mund anstarrte.

„Ron, Harry, Hermione, ihr seid wieder da!“, jubelte sie los und sprang aufgeregt auf uns zu.

Nichts deutete darauf hin, was sie durchgemacht hatte und Ron begrüßte sie begeistert.

Er umfasste ihre Schultern wie ein rohes Ei und ich hatte schon die Befürchtung, dass ihr auffallen könnte, dass wir von Gellert eingeweiht worden waren, aber nichts deutete bei dem überglücklichen Grinsen, das ihr sommersprossiges Gesicht zierte, darauf hin, dass sie misstrauisch war.

„Warum bist du überhaupt hierher zurückgekehrt?“, fragte Ron anklagend nach und erntete ein Schnauben.

„Spiel nicht Mum und Dad, oder gar Oliver, außerdem bin ich hier sicher!“, behauptete sie kämpferisch.

„Es ist ein wirklich gutes und sicheres Versteck“, erklärte Colin und sprang zu ihrer Verteidigung bei. „Solange einer von uns hier drinbleibt, kommen sie nicht an uns ran. Die Tür geht nicht auf, wenn jemand feindlich Gesinntes davor steht. Das ist alles Neville zu verdanken. Er hat diesen Raum wirklich im Griff. Du musst dir genau das wünschen, was du brauchst. Zum Beispiel: Ich will nicht, dass irgendwelche Anhänger der Carrows und oder des Dark Lord hier reinkommen. Der Raum macht es für dich! Man muss nur sichergehen, dass die Schlupflöcher verstopft sind.“

„Es ist im Grunde ziemlich einfach“, setzte Neville, der über das Lob verschämt lächelte, hinterher. „Als ich so richtig hungrig wurde und wünschte, ich könnte was zu essen bekommen, da hat sich der Tunnel zum Eberkopf aufgetan. Ich ging durch und hab Aberforth getroffen. Er hat uns von da an mit Essen versorgt.“

„Und jedes Mal, wenn wir neue Hängematten brauchen, macht der Raum welche. Er hat sogar ein ziemlich gutes Bad spendiert, sobald die Mädchen kamen“, grinste Seamus fies, während sich Padma empört schüttelte, wobei auch ich das Gesicht verzog.

Jungs konnten manchmal so schlimm sein, sie setzten eindeutig falsche Prioritäten, wobei das bei Lucius niemals passieren würde.

„Wir hatten halt das Bedürfnis, uns zu waschen. Unglaublich, dass ihr es hier nur mit der einzelnen Toilette ausgehalten habt“, meinte sie daher spöttisch und beugte sich zu mir hinüber. „Jungs!“, flüsterte sie augenverdrehend und schüttelte sich, während ich wegen dieser neu erwachten Nähe zu mir überrascht war.

„Aber erzählt uns, was ihr gemacht habt, seitdem ihr abgehauen seid“, wollte Justin Finch-Fletchley, ein Hufflepuff, der sich auch hierher gerettet hatte, erfahren. „Es gab so viele Gerüchte. Wir haben versucht, auf PotterWatch was über euch zu erfahren“, er deutete auf das mittig im Raum stehende Radio, um das sich alle auf den Kissen am Boden versammeln konnten.

„Ist das wahr?“, „Seid ihr in Gringotts eingebrochen?“, „Unfug, das kann nicht sein.“, „Oder?“, erregten sich die Gemüter und es ging hoch her.

„Doch, es stimmt alles!“, brüllte Neville über die aufgebrachte Menge hinweg. „… und das mit dem Drachen stimmt auch!“

Sofort setzte tosender Beifall von allen Seiten ein, als hätten wir etwas unvorstellbar Tolles vollbracht, dabei lag mir immer noch im Magen, wie knapp alles abgelaufen war und über Griphook und die Masse an Toten durfte ich gar nicht nachdenken, oder dass wir Gringotts so gut wie in Schutt und Asche gelegt hatten. Aber sie hatten es alle nicht anders verdient und erst recht nicht diese hinterhältige Ratte. Ron hingegen genoss die Aufmerksamkeit und machte eine tiefe Verbeugung vor allen, unheimlich stolz, dass endlich einmal bekannt wurde, was wir vollbrachten, während ich verhalten schmunzelte, da mich keine zehn Thestrale nochmal in die Nähe eines Drachen bringen würden und schon gar nicht auf seinen schuppigen Rücken.

„Hey“, entfuhr es mir überrascht, da ich angerempelt wurde und bemerkte, dass es Harry war, der plötzlich schwankte.

Etwas stimmte nicht mit ihm, er war mit einem Schlag ganz blass geworden, sofort fasste ich seinen Oberarm, als auch schon Ron an seiner Seite war, um ihm besorgt seine Hand auf den Rücken zu legen, um ihn zu stützen.

„Alles klar, Harry?“, fragte Neville, aber Harry antwortete nicht und sein Blick wirkte völlig verschwommen.

„Nicht schon wieder!“, stöhnte Ron im selben Atemzug und jetzt wusste ich, was Charlie wohl vorhin gemeint hatte. Harry wirkte, als würde er zusammenbrechen, indes schüttelte Ron Harry panisch und natürlich konnten wir dies nicht vor den anderen kaschieren und sie starrten Harry sorgenvoll an.

„Harry?“, fragte Neville noch einmal beunruhigt nach. „Ihr seid bestimmt müde… ruht euch aus und legt euch erstmal hin und…“, meinte er fürsorglich, woraufhin ich ihm einen langmütigen Blick sandte.

Die Zeit des Ausruhens war vorbei. Auch Harry schüttelte daraufhin seinen Kopf und schaute mich blinzelnd wie eine Eule an, als würde er aus einem Traum aufwachen.

„Nein“, kam es von Harry entschieden und sein Blick durch seine Brille zu uns beiden hin war selbsterklärend. Der Dark Lord hatte also rausgefunden, dass der Ring weg war und ich nickte stumm in Erwartung seines Zornes. Uns lief die Zeit davon!

„Wir müssen los!“, meinte ich daher hastig. Die anderen starrten uns verdattert und wenig begeistert an.

„Und was haben wir vor?“, „Okay? Wie geht es weiter?“, „Was machen wir?“, „Wie lautet der Plan?“, „Wir sind bereit!“, kam es vorfreudig von den anderen und ich dachte nur, wie blauäugig sie an die Sache herangingen. Wir konnten diese Schlacht nicht gewinnen, nicht solange wir nicht alle Seelenfragmente des Lords vernichtet hatten und augenblicklich waren wir davon noch weit entfernt, weshalb ihre Euphorie nicht auf mich überging.

„Plan?“, fragte Harry verwirrt, der mit einem Schlag schon wieder abwesend wirkte und plötzlich zischte ich auf, da in dem Moment auch ein schmerzhafter Stich durch mein Dark Mark im Nacken fuhr.

Autsch, das tat weh. Das war kein Ruf!

Das war nur seine unkontrollierte Wut, die jeder von uns Gezeichneten gleichsam mitfühlen konnte und ja, es beunruhigte mich, dass er derart labil wurde, nachdem er nun erkannt hatte, dass seine Seelenteile nicht sicher und zum Teil schon vernichtet waren.

„Stimmt mit dir irgendetwas nicht, Hermione?“, fragte mich nun Justin von der Seite und Seamus drängte sich nah an uns heran. „Also, mit euch?“

„Nein, alles gut!“, erwiderte ich wegwerfend und versuchte, zu verbergen, dass Harry gerade mal wieder im Geist unseres schlimmsten Feindes abgetaucht war und ich durch meine Verbundenheit zu eben jenem, ebenfalls dessen Wut zu spüren bekam, wie auch jeder andere DeathEater. Schließlich schüttelte Harry entschieden sein struppiges Haupt, rieb sich dann seine Narbe und kniff die Augen zusammen: „… es gibt etwas Wichtiges, was wir tun… ah… er fackelt alles ab…“

„Das war irgendwie klar“, murrte ich finster mit pochendem Nacken gesegnet und geistig bei meinen Inferi, die sich Rabastan schmecken ließen. Was sollte ich sagen, der Lord schien seinen Verstand ob der Entdeckungen, dass sich seine Seele in Rauch auflöste, zu verlieren.

„Hör mal, ihr habt uns ausgebildet, nutzt das“, übernahm Padma erwartungsvoll das Zepter und ich nickte, während ich Harry Ron übergab.

„Okay, wer als Anführer der BL oder Mitglied ist hier?“, zeigte ich mich befehlsgewohnt und deutete auf Neville, Ginny, Seamus, Justin, Colin und Dennis. Lavender, die wie dahingegossen dalag, ließ ich dabei aus. „Okay, das sind schon einige… ich kann nur so viel sagen, ich denke, es geht bald los, ihr solltet dafür sorgen, dass alles strukturiert abläuft, so wie wir das gewöhnt sind.“

„Und was macht ihr?“, fragte Seamus neugierig.

„Wir verschwinden jetzt von hier… Wir müssen etwas suchen…“, „Wir müssen etwas finden“, meinten die Jungs mit düsteren Mienen.

„Was heißt ihr verschwindet wieder?“, wiederholte Ginny völlig perplex.

„Wir sind nicht zurückgekommen, um sofort mit euch zu kämpfen!“, meinte Ron wenig diplomatisch.

„Wow, warum nicht?“, ereiferte sich Padma, die sichtbar unzufrieden war.

„Das kann ich euch nicht sagen“, presste Harry die Worte sichtbar angestrengt hervor und tja, wie sollten wir ihnen erklären, dass wir keinen Dunst hatten, was wir suchten?

Es würde ihre Euphorie enorm dämpfen und das wäre kontraproduktiv.

„Warum kannst du es uns nicht sagen?“, meinte Neville ein wenig unwillig. „Es hat etwas mit dem Kampf gegen du-weißt-schon-wen zu tun, oder? Wir wollen helfen. Was sucht ihr? Zusammen könnten wir es finden!“

„Ja“, erwiderte Harry tonlos und klang völlig abgelenkt.

„Wir helfen!“, „Wir kämpfen!“, sofort erhob sich zustimmendes Raunen, das durch die Runde ging.

Plötzlich legte Ron Harry seinen Arm um die Taille, um ihn besser stützen zu können und zog ihn an sich, was den anderen nicht verborgen blieb.

„Es geht Harry nicht gut…“, zeigte sich Ginny besorgt.

„Wir müssen es alleine… erledigen!“

„Warum?“, „Unfug!“, „Nur zusammen ist man stark!“, „Wir sind eure Armee“, sagte Neville leise. „Wir haben alle weitergemacht, während ihr drei ohne uns weg wart!“, „Setzt uns ein!“, „Ich verstehe nicht, wieso ihr uns nicht vertrauen könnt. Jeder in diesem Raum hat gekämpft und bewiesen, dass er zu euch steht und wir sind die BL!“, kam es diplomatisch und kämpferisch von Neville.

„Hey, vergiss nicht die DA!“, „Ja, wir sind auch bereit zu kämpfen!“

„Wer redet von Kampf?“, meinte Harry überrascht.

Es war so, als würde er aus einem Traum auftauchen und ich schmunzelte, da er leicht weggetreten gewesen war, aber jetzt wieder voll und ganz bei uns war, denn sein Blick war wieder klar. Da klappte das Portrait von Ariana übergangslos und völlig überraschend zur Seite und offenbarte wieder den Geheimgang nach Hogsmeade, als Luna und Dean heraushüpften.

„DEAN“, donnerte es laut aus der Masse und Seamus rannte auf Dean zu, um ihn eng in die Arme zu schließen. Dean, der bisher Lunas Hand gehalten hatte, ließ sie abrupt los und klopfte Seamus auf den Rücken.

„Hi, alle zusammen! Schön, wieder hier zu sein und euch zu sehen!“, zeigte Luna, dass sie einen Teil ihrer träumerischen Art völlig verloren hatte, als ihr wissender Blick über uns streifte, dabei hielt er bei mir kurz kalkulierend an und ich versuchte, keine Miene zu verziehen.

„Luna? Solltest du nicht in der Burg sein?“, fragte Harry etwas irritiert. „Was machst du…? Wie seid ihr?“, tauchte hinter Luna nun auch noch Rolf auf, der seine Hand sofort mit Lunas verschränkte.

„Ich hab sie gerufen“, erklärte Neville umgehend und hielt die Galleone hoch. „Ich habe versprochen, dass ich Bescheid sage, wenn ihr wieder im Schloss auftaucht. Wir dachten, dass das offene Revolution bedeutet, wenn ihr zurückkommt. Dass wir die DeathEater aus Hogwarts vertreiben!“

Ich schnaubte auf, als ob das sinnvoll wäre, die Carrows zu vertreiben, wenn bedeutete Revolution Kampf gegen den Lord!

Indes ging ein zustimmendes Raunen durch die Menge. Augenblicklich fühlte ich mich schrecklich. Wir waren die Hoffnungsträger der DA und BL und sie hatten unserer Ankunft entgegengefiebert und gehofft, dass wir sie von dem Regime befreien würden und doch standen wir erstmal ohne Plan da, weil unser einziges Augenmerk auf den Horkruxen lag.

„Natürlich bedeutet es das!“, meinte Luna ernst. „Stimmt doch, Harry, oder? Wir kämpfen für Hogwarts!“

„Hört zu“, erhob Harry seine Stimme. „Es tut mir leid, aber deswegen sind wir nicht hier. Wir müssen etwas erledigen und dann… weitersehen…“, zog er unwohl die Schultern hoch und er wirkte so, als könnte er nicht mit den anderen mithalten, da er Schmerzen litt.

„Wollt ihr uns in diesem Schlamassel zurücklassen?“, rief Justin empört.

„Nein!“, polterte Ron aufgebracht und stellte sich vor Harry. „Was wir tun wird am Ende uns allen nützen! Es geht einzig und allein um den Lord!“, dabei lief sein Gesicht vor Wut rot an.

„Dann lasst uns helfen!“, erwiderte Padma hitzig, aber aufrichtig begierig, mit von der Partie sein zu wollen. „Wir sind dabei!“

Doch laute Geräusche aus dem Tunnel unterbanden jede weitere Antwort, denn sie deuteten weitere Besucher an und als hinter Neville auf einmal Fred, George und Adrian Pucey auftauchten, blieb mir die Spucke weg und damit entfaltete sich die Magie des Raumes neu, denn die Farben Slytherins schossen im Raum der Wünsche explosionsartig hervor.

„Hi, schön euch zu sehen“, grinsten sie uns schelmisch an. „Wir haben gehört: Der Blitz ist eingeschlagen!“, meinte Fred übertrieben zwinkernd.

„Der Blitz?“, wisperte Harry sprachlos über die fixen Ideen unserer Kameraden und die Fingerspitzen seiner linken Hand fuhren selbstvergessen an seine Blitznarbe an der Stirn.

Indes tauschen Ron und ich mitleidige Blicke über das wohl unglaublich einfallsreiche Codewort, als wir drei mehr als skeptisch auf die Twins zutraten. Ich meine, es tat irre gut, die beiden verrückten Red Devils zu sehen und ich bemerkte schmerzhaft, wie sehr ich sie und ihre lachenden Gesichter vermisst hatte. Sie nahmen das Leben immer so wie es kam und gewannen ihm sogar noch in der finstersten Zeit etwas Komisches ab, das war eine Gabe, die ich ihnen neidete.

„Was ist eingeschlagen?“, fragte Harry die beiden sichtbar irritiert und sie kicherten wie wild los.

„Na, ihr… ihr Hübschen.“, „Natürlich seid ihr eingeschlagen!“, wechselten sich die Twins ab und dann krähten sie gemeinsam los: „So wie Donner und BLITZ!“

Ich kämpfte aufrichtig mit den Tränen, als sie nach mir grabschten und mich in eine alles erdrückende Umarmungen zogen und dabei ein Schönste in meine Locken nuschelten. Es schien ihnen ähnlich ergangen zu sein, wir hatten uns vermisst. Unterdessen krallten sich meine Finger in ihre gleichen, nur farblich unterschiedlichen Jacken; Freds in grün und Georges in lila. Sie dachten dabei nicht im Ansatz daran, den anderen zu offenbaren, dass ich ihnen wichtiger war als ihre Geschwister, für die sie nur ein kurzes Heben ihrer Hand hatten. Es war so tröstlich, diese frenetische Begrüßung zu genießen, dass ich nicht bereit war, sie abzubrechen.

„Moment!“, „Habt ihr nicht eine Aufgabe?“, fragte Harry gepresst, mit Gedanken an Lucien beseelt, die durchaus gerechtfertigt waren. „Ja, solltet ihr nicht auf das… das Paket achtgeben?“, meinte Ron vorwurfsvoll, als die Twins die identischen Köpfe schüttelten und mir jetzt Luft zum Atmen gaben.

„I wo… wenn es hart auf hart kommt…“, „… dann gehören wir hier her…“, „Und keine Sorge, wir haben schon gut für alles gesorgt!“, „Dort ist es so sicher… wie es in diesen Zeiten eben geht!“, wechselten sich die Red Devils teuflisch wie eh und je ab.

„Das will ich für euch hoffen“, meinte ich gutmütig. „Sonst wird Harry zur Veela“, machte ich einen schlechten Witz, der bei den Slytherins, die damals auf der Feier gewesen waren und mich und Wena erlebt hatten, mit Sicherheit besser eingeschlagen hätte als er es jetzt gerade tat.

„Keine Sorge, Harry kann auch so furchterregend sein!“, meinte George erstaunlich ernst und strich mir zärtlich eine verirrte Locke aus der Stirn.

„Georgiiieboy…. so warte doch!“, rief plötzlich Lee Jordan, der wie ein aufgescheuchter Wichtel auf einmal aus dem Tunnel gespuckt wurde, dicht gefolgt von Viktor, der ihm auf dem Fuße folgte.

„Die VenTes kommen?“, meinte ich perplex und schon legten sich Viktors Hände auf meine Schultern und der harte Druck seiner Finger bezeugte, dass er sich freute, uns zu sehen.

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Kapitel 651-652 Queeniesig-1
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BeitragThema: 652. Get ready to rumble   Kapitel 651-652 EmptyDi Feb 19, 2019 9:04 pm

Hallo, meine lieben Leser!

Nochmals entschuldigung für diese unregelmäßigkeit, aber was soll ich sagen, das RL macht es dem Ende von WHF schwer, aber unser Endtermin steht. Halloween 2019!

Hier ein neuer Trailer:
https://www.youtube.com/watch?v=suRnD8a7ILM&list=PLVuPCRwQLR-MEGrXMH62K97rfkxSzSfU7&index=22&t=0s

Glg
Team + queenie


652. Kapitel Get ready to rumble

„Nein, die VenTes verteilen sich um Hogsmeade herum. Sie planen, die Überraschung aus dem Hintergrund zu sein“, meinte Viktor in einem zwar akzentbelasteten, aber durch die Zeit in der Burg eindeutig verbessertem Englisch.

„Sie schließen einen Ring und wollen ein wenig warten, bis sie nach Hogwarts gehen“, kam es nun auch von Adrian Pucey erklärend, woraufhin Ginny als roter Blitz an uns vorbeizog und sich Oliver Wood, der nun ebenfalls aus dem Tunnel kam, um den Hals warf.

„Schlau“, murmelte ich leise und besah mir das Chaos vor mir, während Fred übermütig einige der Hängematten in schwindelerregenden Höhen ausprobierte.

Die Frage war: Wie war er – oder überhaupt jemand – da hochgekommen?

„Leute, kommt hier auch Peeves rein? Ich vermisse den alten Knaben“, schrie Fred losgelöst und schwang in einer grünen, besonders hoch hängenden Matte todesmutig hin und her.

„Da bist du der Einzige!“, brüllte George hoch hinauf und lächelte liebevoll.

„Ich hatte schon immer einen exzellenten Geschmack was Gefährten betrifft!“, brüllte er gut gelaunt zurück. „Man, ist das schön, wieder in Hogwarts zu sein“, meinte er dann übermütig.

„Was macht ihr hier?“, fragte nun Ron nochmal wegen dem unerwarteten Besuch der VenTes.

„Flint wollte nur ein paar Leute zur Kommunikation drinnen haben, seine Wahl fiel auf Lee, Adrian, Rolf und mich“, überging Viktor ernst diese Kinderrein.

„Wie lautet der Plan, Harry?“, brüllte nun George über die Köpfe der anderen hinweg.

„Es gibt keinen“, erwiderte Harry ehrlich mit Grabesstimme und wirkte ein wenig überfordert.

Der Lord in seinem Kopf und die Menge an fordernden Menschen hier, machten es ihm nicht leichter.

„Das klingt echt gut! Bin dabei!“, antwortete Fred absolut überzeugt und grinste frech, woraufhin George seiner besseren Hälfte lachend mit erhobenem Daumen zustimmte. Es war wie in einem Irrenstall.

„Du musst das hier organisieren!“, forderte Harry an Neville gerichtet. „Solange die Slytherins der BL fehlen“, schränkte er dann zum Unwillen der Gryffindors ein, aber Blaise und Astoria standen uns halt dann doch noch näher als unsere Kameraden.

„Wir kämpfen!“, jubelte Dean und hielt meine Galleone hoch. „Der Blitz ist eingeschlagen!“, brüllte er den anscheinend neuen Schlachtruf, in den die Meute eilig mit Begeisterung einstieg.

„Leute, die Anführer zu uns!“, bat ich lachend und schüttelte meinen Kopf. „Wo sind die Slytherins? Beziehungsweise erreicht ihr sie?“, stellte ich geschäftig die Fragen, denn so oder so, die Zeit drängte.

„Die bleiben meist unter sich, weil sie so hoffen, dass sie die Schlangen unter Kontrolle halten können… es ist nicht leicht für sie, nicht aufzufallen. Wenn sie mit uns zusammenarbeiten, wird es zu kompliziert. Sie machen bei den Carrows Liebkind, wie damals bei Umbridge, es ist hilfreich…“, stellte Padma, der anzusehen war, dass ihr der Liebesentzug zu Goyle gefährlich auf den Keks ging, klar.

„Es ist gut, dass ihr euch in zwei Lager geteilt habt“, erwiderte ich daher und honorierte mit einem zuvorkommenden Nicken ihren Verzicht und ihre gespaltenen Gefühle.

„Trotzdem… war mein Plan, unbemerkt durch Hogwarts zu schleichen!“, kam es unwohl von Harry, als er mit Ron lauter zu diskutieren begann. „Wie wollen wir das jetzt durchziehen?“, zeigte Harry Nerven und bemerkte die verstummenden Stimmen um ihn herum gar nicht.

Aber die Grimasse, die er selbst zog, zeugte davon, dass er vielleicht auf gänzlich andere Stimmen in seinem Kopf lauschte. Wer wusste das zu sagen?

„Sie können helfen“, flüsterte Ron mit wesentlich gedämpfterer Stimme. „Wir wissen nicht, wo er ist und wir müssen ihnen ja nicht sagen, was es ist!“

„Ich finde die Idee auch gut, dass die BL und DA hilft…“, stimmte ich Ron zu und bezog die Jungs ein. „Wir sollten das wirklich tun, Harry! Vor allem wirkte Lucius so… als ob er die Mobilmachung alsbald verkünden würde…“

„Was?“, „Das hast du uns noch gar nicht gesagt“, beschwerten sich Ron und Harry umgehend, während uns die anderen vollständig verstummt anstarrten, als stünden sie bei dieser Aussicht doch ein wenig unter Schock.

„Tja, wann hätte ich das tun sollen?“, parierte ich leicht bissig. „Es wird eine Versammlung im Dark Manor geben und dann… wenn sich hier alles zusammenrottet und das Dorf noch mehr vor Katzenjammer erbebt… dann…“, meinte ich mit abwägenden Gesten.

„Dann lenkt ihn alles früher… oder später hier her…“, murmelte Harry und einige erstickte Laute waren zu vernehmen. Niemand hier legte darauf Wert, den Dark Lord von Angesicht zu Angesicht kennenzulernen.

„Wohl eher früher“, wandte ich schnöde ein.

„Und wenn wir recht haben, und das, was wir suchen, tatsächlich hier ist…“, meinte Ron überlegend.

„Dann könnte es wirklich hier enden?!“, resümierte Harry absolut emotionslos, beseelt mit dem Gleichmut der Entschlossenen.

„Aber Nagini… naja… du weißt schon… denkst du er nimmt sie mit?“, kam es daraufhin unwohl von Ron, nur sprach er nicht zu Ende.
„Mhm… wenn alle Stricke reißen und sie nicht hier ist, könnte ich Barty rufen und er kommt und nimmt sein neues Schoßtier mit…“, bot ich einem Einfall hinterhergehend an.

„Im Schlepptau mit allen Dementoren“, wehrte Ron zweifelnd ab und ich zog die Schultern hoch.

„Tja, man bekommt nicht immer das, was man sich wünscht“, meinte ich daher nur ausweichend und bemerkte Lunas skeptischen Blick, mit dem sie mich musterte.

„Dann planst du gerade, dass Hogwarts wirklich ein Schlachtfeld wird?“, meinte Harry zutiefst entsetzt.

„Eventuell?! Ja, wer weiß… wenn wir die Schule erobern können und die Carrows von hier vertreiben, wäre es eine Basis, um dem Lord standzuhalten“, verkündete ich nicht gerade leise und erlebte, wie sich alle bewusst wurden, was die kommenden Stunden bedeuten könnten, worauf es hinauslaufen würde.

„Musst du immer so strategisch denken? Das ist mein Job!“, beschwerte sich Ron. „Und selbst wenn das hier ein Schlachtfeld wird, davon abgesehen wärst du dann auf der falschen Seite, bei uns. Müsstest du nicht zum Lord wechseln? “, wandte Ron mit Kummer in der Stimme ein und ich schüttelte sachte meinen Kopf.

„Egal, das lässt sich alles nicht planen… wie auch immer, wir drei haben keine Zeit, um eine Revolution zu führen!“, bestimmte ich entschieden und die Jungs nickten sofort, weshalb ich mich an Neville und Padma wandte. „Das müsst ihr tun!“, meinte ich entschlossen und blickte nun schweigend zu den hier anwesenden Anführern der BL und DA, die sich langsam aber sicher um uns geschart hatten.

„So soll es sein!“, beschied Harry ein wenig schwach, aber der Lärm, den die anderen aufgrund der neuen Entwicklung machten, verebbte sofort, als hätten sie nur darauf gewartet und nur so getan, als würden sie völlig hektisch diskutieren.

Severus wäre stolz auf so viel Durchsetzungskraft, aber man erkannte sehr wohl, wie viel die anderen Schüler auf Harry gaben. Er war ihr Vorbild, ihre Ikone, der sie blindlings selbst in eine Schlacht folgten.

„Ihr sorgt dafür, dass Unruhe entsteht, dann können wir besser durch Hogwarts huschen, aber es gibt etwas, das wir finden müssen“, verkündete Harry mit nun lauterer, erklärender Stimme, wie es zu laufen hatte.

„Und was müsst ihr finden?“, rief Colin neugierig.

„Tja… eine gute Frage, es ist etwas… etwas das uns helfen wird, den Dark Lord zu stürzen. Es ist hier in Hogwarts, aber wir wissen nicht genau… wo. Es könnte Ravenclaw gehört haben. Hat jemand schon mal von so einem Gegenstand gehört? Ist jemand schon mal auf etwas gestoßen, auf dem ein Adler war und das Rowena gehört haben könnte?“, fragte Harry und sah in ratlose Gesichter.

„Ein Sammlerstück wie das Schwert von Gryffindor?“, warf Ron zum besseren Verständnis ein.

„Hat denn niemand hier irgendwann mal ein Diadem gesehen?“, rief Harry hörbar ungeduldig, aber so verbissen, dass ich mir sicher war, dass er im tiefsten Inneren wusste, was es war, dafür war seine Verbindung zum Lord einfach zu fest.

Alle schüttelten einheitlich die Köpfe. War ja klar, dass es niemand gesehen hatte!

Die anwesenden Ravenclaws sahen sich an und schwiegen alle ratlos. Bis Luna das Wort erhob: „Also, da wäre ihr Diadem. Ich habe dir doch mal vor langer Zeit davon erzählt!“

„Jaah, aber es ist verschollen, Luna!“, kam es tadelnd von Padma.

„Mhm…“, setzte Luna ungerührt von der Unterbrechung in ihrer gänzlich eigenen Art und Weise fort. „Vor Jahrhunderten ist es verlorengegangen, das sagt zumindest die Legende. Flitwick meinte, dass das Diadem mit der Familie Ravenclaw zusammen verschwunden ist. Man hat danach gesucht, es aber nie gefunden.“

„Na super“, murrte Ron missmutig und schüttelte seinen roten Schopf.

„Aber es ist hier“, beharrte Luna fest, dabei sah sie aufmunternd zu Harry.

„Du hast es gefunden?“, entfuhr es uns hektisch.

„Nein“, meinte sie so ernst und tadelnd, als wären wir dämlich und ihre hellen Augen huschten lachend über unser aller irritierten Gesichter, die sie vorwurfsvoll musterten, dass sie uns solche Hoffnungen machte. „Die Schnarckkackler haben mir gesagt, dass es hier ist…

„Ach Luna“, entfuhr es mir genervt, woraufhin sie mit einem entschlossenen Schritt auf mich zuging und mir ihren Finger hart in die Brust rammte und viele erschrocken wegen dieser tätlichen Attacke die Luft einsogen.

„Zweifele nicht an dem was ich dir sage, es ist hier!“, zeigte Luna diese scharfe Eigensinnigkeit, die ihr mir gegenüber seit Shell Cottage zu Eigen war.

„Aber wo weißt du auch nicht!“, fuhr ich sie daher nicht im mindesten eingeschüchtert an.

Jetzt war ich wieder anders zu ihr als damals am Strand, hier gab es Zuschauer und niemand durfte an meiner Autorität zweifeln, wenngleich ich es vermied, ihr den Finger zu brechen und sie nicht berührte. Sofort sprang eine aufgeregte Person auf uns beide zu.

„Woah, Hase, du wolltest doch Vergebung und Akzeptanz üben“, kam es nervös von Rolf, dessen Kosewort für seine Freundin eine Anspielung auf Lunas Patronus war, welcher wiederum ein Kaninchen war und mir gleichzeitig mit dieser Aussage bestätigte, dass er alles, wirklich alles von Luna erfahren hatte, was sich zwischen uns abgespielt hatte.

„Oh ja“, trällerte Luna plötzlich mit einem lieblichen Lächeln und nahm ihre Waffe, in diesem Fall ihren spitzen Finger, aus der schmerzenden Wölbung, die sie in meine Brust gebohrt hatte und blickte dann plötzlich mit diesem nun erschreckend kalten Lächeln zu mir. „Gerade du solltest nicht zweifeln und wissen, dass die Schleier nie lügen.“

„Pff, schön wäre es… wer Lugh schon mal gesehen hat, sollte das nicht zu oft sagen“, entfuhr es mir abfällig, aber ich traute nichts und niemandem auf der anderen Seite, so sah es aus.

„Den kenn ich nicht!“, kam es schnöde von ihr als Antwort. „Bei mir ist es die Überzeugung und ein Gefühl, dass es die Wahrheit ist und ganz ehrlich, ich weiß, dass es hier in Hogwarts ist, in seinem Heim. Es ging nicht verloren, es ist hier, es mag versteckt sein, aber es ist da!“

„Warum?“, wisperte ich leise.

„Es ist ein Gefühl, wie es bisher bei Gryffindor gewesen ist, das Schwert, es war an seinem Platz in Hogwarts… das fühlte ich auch immer bei Ravenclaw, da fehlte nichts, hingegen bei Hufflepuff und Slytherin, da fehlte immer etwas…“, lag wie so oft in Lunas Aussagen eine Mischung aus tiefem Glauben und absoluter Überzeugung, als ich bemerkte, wie um uns herum getuschelt wurde.

„Okay, ich glaube ihr“, stellte sich Harry entschlossen auf Lunas Seite und ich presste die Lippen zu einem Strich zusammen.

Alles was mit den Welten hinter dem Schleier zu tun hatte, egal ob bei Luna ihre Intuition oder sonst was dafürsprach, dass das Gesuchte hier war, löste bei mir ein Gefühl des Widerwillens aus. Aber Luna hatte die andere Seite auch noch nie betreten und nicht den blassesten Schimmer, wie fies es dort zuging, aber vielleicht war ich auch einfach zu vernagelt, um von dort alles zuzulassen, kein Wunder, wenn man sich an meine Zeit dort erinnerte.

Meinen Kampf um Leben und Tod!

Seien wir ehrlich, damals war mehr gestorben als meine Möglichkeit, Leben zu schenken, woraufhin ich seufzte und mich ärgerte, dass ich nicht verhindern konnte, dass sich meine Hand schützend auf meinen Bauch legte.

„Ich unterbreche ja nur ungerne, aber anders als bei dem doofen Pokal wissen wir nicht mal, wie das Scheißding überhaupt aussieht“, kam es unnachahmlich charmant von Ron, woraufhin Luna glockenhell auflachte.

„Wenn ihr wissen wollt, wie das Diadem aussieht, müsst ihr in den Ravenclawgemeinschaftsraum“, zeigte Luna bedenkenlos ihre träumerische Stimme. „Da gibt es eine Statue, auf der es abgebildet ist.“

„Hey, ihr wisst schon, dass der Lord ein ganz schönes Schnuckelchen ist“, rief Fred übernatürlich laut über unser aller Köpfe hinweg und lachte schallend, weswegen ihn alle ansahen als wäre er plemplem, während er in einer nun blauen Hängematte schaukelte. „Ja, was? Er ist voll das Mädchen… dort ein Tagebuch, da eine Kette, hier ein Ring und ein Becherchen und dort ein Diadem… ehrlich, das sind alles Sachen von Mädchen“, gingen bei seinen Worten die Blicke der Anwesenden hin und her, weil sie nur Bahnhof verstanden.

„Fred, du tickst nicht ganz richtig“, lachte George mit strahlendem Grinsen los und auch ich stimmte aufgrund dieser eigenwilligen, aber so treffenden Ansicht mit ein, während Ron nur bodenlos entsetzt war wegen der wirren Gedanken seines Bruders. Harrys Mundwinkel jedoch zuckten verdächtig.

„Hey, ich hab Recht! Er sollte Mylady heißen!“, bemerkte Fred, wie seine Meinung bei den anderen einschlug.

„Aaahhh“, zog plötzlich ein spitzer Schrei durch den Raum, der nichts Gutes verhieß.

„Harry, alles gut?“, fragten wir alle und er schüttelte seinen Kopf.

„Er kommt… er wird kommen!“, sprach Harry einen Fakt aus, der nun für alle Gewissheit wurde. „Es ist hier… er denkt nur an Hogwarts und an das Diadem! Luna hat Recht…“, stieß Harry aufgrund seiner Schmerzen gepresst hervor.

„Dann wird er kommen!“, meinte ich resigniert und drückte behütend seine Hand, erst dann raffte sich Harry mit einer bewundernswerten Selbstüberwindung auf und erhob seine Stimme.

„Alles klar, ihr formiert euch, alle!“, befahl er mit Blick zu den Anführern. „Und wir gehen in den Gemeinschaftsraum der Ravenclaws… kommst du, Luna?“, fragte er noch und sie sah ihn strahlend an, als würde sie seine Nachricht, dass der Lord kam, nicht besonders ängstigen oder gar groß stören.

„Ähm… okay“, flötete Luna regelrecht begeistert und hüpfte nach einem Kuss von Rolf zu Harry hinüber. Unterdessen zog Harry seinen Tarnumhang aus der Tasche und hob ihn an.

„Kommt hier drunter“, meinte er zu Ron und Luna und sie huschten schnell zu ihm.

„Euch viel Glück“, meinten die anderen im Chor, die nicht mal den Versuch starteten, uns aufzuhalten.

Mir bot Harry nicht mal einen Platz an. Erstens war kein Platz mehr und zweitens würde mich nichts in die Nähe dieses Artefakts bringen, da ich die Heiligtümer kategorisch mied und drittens, würden mir die DeathEater nichts tun, schlussendlich war ich eine von ihnen. Also stand ich daneben und starrte durch den finsteren, verlassenen Flur, der vor uns lag, als die Tür zum Raum der Wünsche hinter uns zuschlug.

„Der Raum hat uns im fünften Stock rausgelassen“, flüsterte Harry, der die Statue neben uns begutachtete.

„Ich zeig euch den Weg, siebter Stock“, meinte Lunas Stimme wispernd und dann setzten sie sich in Bewegung.

Wir schlichen, wie in unseren besten Zeiten, durch das völlig ausgestorbene und nachtschlafende Schloss. Dabei fühlte ich mich unweigerlich in friedlichere, bessere Zeiten zurückversetzt. Da ich als einzige sichtbar war, erinnerte ich mich an meine Ausflüge, als ich allein durch die dunklen Gänge gegeistert war, nur um irgendwelche Bücher zu stehlen. Ja, lang, lang war es her.

„Wir müssen hier hinauf“, flüsterte Luna für mich und unterbrach damit meine Erinnerung und ich folgte der Stimme zur Treppe eines Turmes auf der Westseite des Schlosses, den selbst ich noch nie betreten hatte. Schweigend stiegen wir die unendlich vielen Stufen der Wendeltreppe hinauf, bis in die Spitze des Turmes.

„Mann, habt ihr einen weiten Aufstieg“, flüsterte Ron, ein wenig außer Atem, und ich gab ihm Recht, das war ja gar nicht meines.

Vielleicht hatte der Hut damals schon geahnt, dass mir der Weg bis zum Reich der Raben zu weit erscheinen würde. Dann erreichten wir endlich eine schlichte Tür ohne Griff, an der ein bronzener Türklopfer in Form eines Adlers angebracht war. Luna streckte ihre jetzt sichtbare Hand aus und klopfte einmal mit dem kupferfarbenen Türklopfer gegen das Holz. Sofort öffnete sich der Schnabel des Adlers und eine leise Stimme flüsterte: „Was war zuerst da, der Phönix oder die Flamme?“

„Gibt es kein Passwort?“, kam es reichlich perplex von Harry und ich stutzte, selbst um nach Slytherin reinzukommen reichte ein Passwort und kein Test war nötig.

„Oh nein, man muss immer eine philosophische Frage beantworten, oder ein Rätsel lösen!“, erklärte Luna begeistert und ich konnte mir ihr strahlendes, leicht verklärtes Lächeln unter dem Tarnumhang ausmalen.

Aber mal ehrlich, immer eine Aufgabe zu lösen, damit man in sein Haus kam? Das war böse, aber auch genial! Das war wirklich einfallsreich, wenn ich mir vorstellte, wie in Ravenclaw selbst beim Eintreten das Gehirn beansprucht wurde, gleichzeitig stand es außer Frage, dass dies nichts für Gryffindor gewesen wäre. Man erinnerte sich an Neville in jungen Jahren und wie verloren er gewesen war, oder auch an jemanden wie Cormac, der nie mit viel Intelligenz gesegnet gewesen war. Neville hingegen war einfach schusselig und hatte sich schlicht die immer mal wieder wechselnden Passwörter nicht merken können, aber vielleicht hätte er ein Rätsel lösen können, überlegte ich.

„Also, keins von beidem war zuerst da. Denn dieser Kreis hat keinen Anfang!“, meinte Luna zuvorkommend und holte mich damit aus meinen Gedanken.

„Gute Antwort“, lobte der Adler, während sich sein kupferfarbener Schnabel bewegte und die Tür zum höchstgelegenen aller Gemeinschaftsräume in Hogwarts einladend weit aufschwang.

Wow, das war unfassbar schön. Mir stockte der Atem, da ich den Ravenclawgemeinschaftsraum zum ersten Mal betrat. Wir huschten eilig hinein und ich sah mich beeindruckt um. Damit hatte ich nicht gerechnet. Es war völlig anders als in Gryffindor und in Slytherin. Wir blickten in luftige Höhe, es wirkte, als wäre der Raum nach oben hin offen. Aber er hatte am höchsten Punkt eine hohe, kuppelförmige Decke, die mit funkelnden, goldenen Sternen bemalt war und wie ein echter Sternenhimmel wirkte. Sterne, die sich wie in einem nächtlichen See scheinbar in dem dunklen Blau des weichen, mitternachtsblauen Teppichs mit seinen ebenfalls zahllosen eingestickten Sternen widerspiegelten. Es erinnerte sogar ein wenig an die Decke in der Großen Halle und ich hatte so das Gefühl, dass Rowena wohl etwas damit zu tun hatte.

„Wow, echt schick bei euch“, vernahm ich Ron unter dem Tarnumhang und das leise Lachen von Luna.

Der Rest des Raumes war sehr symmetrisch und kreisrund mit hier und dort verteilten Portraits. Mit der dunkelblauen Decke wirkte alles so ordentlich, edel und fein, aber auch ein wenig steril und nicht so verlebt und gemütlich wie bei uns im von Rot und warmem Gold dominierten Gryffindorturm. Es war auch nicht so erhaben und elegant wie der für mich so heimelige Gemeinschaftsraum von Slytherin, in seinen grünen Schattierungen. Aber etwas Gutes stach hier für mich völlig raus, und zwar eine schier überwältigende Masse an Büchern. In riesigen Schränken bis unter die Decke befanden sich hübsch eingebundene Folianten, die absolutes Wissen versprachen und das es sonst so nur in der Bibliothek gab. Ich war fasziniert von diesem Anblick. Die Wände waren, dort wo sie nicht von Büchern verdeckt wurden, mit bronzefarbenen und blauen Seidenbannern bespannt. Die Aussicht aus den hohen, geschwungenen Bogenfenstern war atemberaubend über die bergige Landschaft. Der ganze Raum wirkte nicht im Ansatz so mittelalterlich wie bei uns, sondern filigran und weiblich, wobei mich dieser Raum immer mehr an Narcissas ehemalige Räume erinnerte und das war nichts für mich. Denn hier waren überall zierliche Sessel, Ottomanen und Récamieren verteilt sowie schmale Tischchen, die den femininen Touch unterstrichen. Alles spiegelte die Gründerin dieses Hauses wider, so wunderte es mich auch nicht, dass das dominierende Objekt in diesem Raum die lebensgroße, weiße Marmorstatue von Rowena Ravenclaw war, die in einer gewölbten Nische gegenüber der Eingangstüre stand und eine detailgetreue Nachbildung des Diadems trug.

Ich trat neugierig näher heran und besah es mir genau. Dieser Kopfschmuck war aus Weißgold in Form eines Adlers. Das Wappentier des Hauses, das seine Flügel weit spannte. Ganz ziseliert waren die Federn ausgearbeitet und gekrönt von geschliffenen Diamanten. Das Herzstück, die Brust des Vogels, war im Original anscheinend ein riesiger blauer Saphir. Er war der funkelnde Mittelpunkt, während noch zwei kleinere Saphire in Tropfenform hinab in die Stirn der Frau hingen. In das geschwungene Kopfband war das Motto des Hauses eingraviert "Witzigkeit im Übermaß ist des Menschen größter Schatz“.

Somit war auch die Atmosphäre dieses Gemeinschaftsraumes eine gänzlich andere als bei Slytherin und Gryffindor, da hier ein stets mahnendes Abbild des Hausgründers stand. Zwar sah Rowena gütig, aber irgendwie auch fordernd "ihre" Schülerinnen und Schüler an, die sie ständig im Auge hatte.

„Wow“, hauchte ich beeindruckt und betrachtete die Regale mit großem Interesse.

„Gefällt es dir?“, meinte Luna, trotz jeglicher Distanz zwischen uns, freundlich und trat unter dem Umhang hervor.

„Es ist wunderbar… so viele Bücher“, wisperte ich von Neid erfüllt und wagte die abstrakte Frage, ob der Hut einen Fehler begangen hatte, vor all den Jahren, als er mich nach Gryffindor geschickt hatte, denn ich konnte meinen Blick von diesen ganzen Schätzen gar nicht abwenden.

„Kann man das Haus wechseln?“, kam es reichlich spöttisch von Ron, der mich nur zu gut kannte, und auch er verließ den Umhang.

„Ha! Hab ich euch…“, erklang ein zufriedener Ruf, der mich, trotz all meiner Vorsicht, überraschte.

Sofort wirbelten wir herum und wir hatten alle unsere Zauberstäbe in Händen, während ich zufrieden war, Harry noch immer unter dem Tarnumhang zu wissen.

„Stupor!“, schrie Ron ohne zu zögern und er traf.

Alecto wurde von den Füßen gerissen, während ich meine Augen schloss, denn es war zu spät. Alecto hatte bereits ihren stummeligen Finger auf ihr Dark Mark gedrückt, indes fiel sie mit einem unappetitlichen Krachen mit dem Gesicht nach unten die Treppe hinunter und blieb bewusstlos liegen. So eine verdammte Scheiße, sie hatte uns überrascht und hätte sie erst gezaubert und dann den Lord gerufen, hätten wir sie nicht derart schnell ausschalten können, aber so fragte ich mich, ob sie doof war. Den Lord zu rufen, ohne Harry wirklich gefangen genommen zu haben, war gewagt, um nicht zu sagen selten dämlich.

„Harry!“, flüsterte ich erstickt und wusste, dass er es ebenfalls fühlte, dank seiner Verbindung zum Lord.

„Das hat ordentlichen Lärm gemacht“, meinte Luna schadenfroh. „Das wird das ganze Haus gehört haben!“, verkündete sie und bückte sich nach dem Zauberstab, der Alecto aus den feisten Händen gerutscht war.

Tja und bei unserem Glück war dem auch so. Die Ravenclaws strömen von der Neugierde angetrieben aus ihren Schlafsälen hinunter in den Gemeinschaftsraum. Es dauerte nicht lange, bis sie Alecto entdecken. Sofort ertönten Freudenschreie von ihnen und sie jubelten lautstark darüber, dass die von ihnen gehasste Frau das bekam, was sie verdiente.

„Vielleicht ist sie tot!“, rief einer der Erstklässler hoffnungsvoll und stieß ihr seinen Fuß ins Gesicht und Blut spritzte. „Episch, lass mal mich“, kam der Nächste und trat ihr in den Bauch, dabei hatte uns bis jetzt keiner von ihnen wahrgenommen.

„Oh, die freuen sich ja richtig“, flüsterte Luna vergnügt.

„Luna!“, rannten Anthony Goldstein und Michael Corner auf Luna zu und umarmten sie stürmisch.

Während wir drei uns weiter in eine Ecke des Gemeinschaftsraumes zurückzogen stoppte plötzlich ein wildes Klopfen abrupt die fröhliche Stimmung im Gemeinschaftsraum.

„Wo gehen verschwundene Gegenstände hin?“, fragte der Adler.

„Was weiß ich denn? Halt dein Maul und mach auf!“

„Amycus“, wisperte ich und verzog die Mundwinkel.

„Alecto! Alecto, bist du da drin? Hast du ihn? Mach die Tür auf!“, brüllte dieser weiter wie blöde vor der verschlossenen Tür und war zu dumm, um die Frage richtig zu beantworten, während sich die bisher so aufmüpfigen Schüler erschrocken und ängstlich zusammendrängten.

Die Ravenclaws tuschelten eingeschüchtert und blickten mit sichtbarem Horror auf die unter den Schlägen erbebende Tür. Dann krachte es so laut, als ob jemand versuchte, mit einem Kanonendonner die Tür gewaltsam aufzubrechen, aber nichts passierte und sie hielt dem Ansturm stand.

„Wie kommen wir hier raus?“, wisperte Harry unter dem Tarnumhang und ich zog die Schultern hoch, dabei stand Luna etwas von uns entfernt.

„ALECTO!“, schrie Amycus weiterhin verzweifelt. „Wenn ER kommt und wir Potter nicht haben… bist du irre? Willst du das Gleiche erleben wie die Lestranges? ANTWORTE MIR!“, Amycus brüllte immer lauter und schlug mit aller Kraft und Verzweiflung, derer er fähig war, gegen die Tür, die aber kein Stück nachgab.

„Darf ich Sie fragen, was Sie da tun, Professor Carrow?“, mischte sich die gestrenge Stimme von Professor McGonagall ein, die nach einem eilig von mir ausgeführten Zauber auf die Tür mehr als gut für alle zu vernehmen war.

„Ich versuche… durch diese… verdammte Tür… zu kommen!“, keifte Amycus sie haltlos an und er steigerte sich so rein, dass sich seine Stimme überschlug. „Gehen Sie und holen Sie Flitwick! Er muss diese Tür öffnen!“

„Ist Ihre Schwester dort drin?“, fragte Professor McGonagall im Gegenzug völlig irritiert, da Alecto in Ravenclaw absolut nichts zu suchen hatte.

„Ja, aber sie antwortet ja nicht… Sie alter Besen! Machen Sie doch die Tür auf! Na los! Tun Sie’s!“, forderte er frech, dabei war ich mir nicht sicher, ob er nicht sogar mit seinem Zauberstab auf McGonagall zeigte.

„Na… schön“, meinte unsere Professorin widerwillig und klopfte mit dem Türklopfer gegen die Tür.

„Wo gehen verschwundene Gegenstände hin?“, fragte der Adler umgehend.

„Ins Nicht-Sein, das heißt in alles!“, kam es wie aus dem Zauberstab geschossen, ohne wirklich langes Überlegen und es zeigte, dass auch die Hausmutter Gryffindors nicht dumm war.

„Schön gesagt“, lobte der Adler schmeichelnd und sofort schwang die Tür einladend auf und herein hastete der wie irre dreinblickende Amycus.

Die Ravenclaws, die noch nicht das Weite gesucht hatten, rannten jetzt eilig die Treppen hinauf zu ihren Schlafsälen, um sich unter ihren Betten zu verstecken, was für elende Feiglinge. Nur die Mitglieder der DA und BL harrten hier aus, wobei das wuselnde Chaos nicht zu verachten war, da sich die anderen bei ihrer Flucht gegenseitig über den Haufen rannten. Amycus hielt auf seine am Fuße der Treppe liegende Schwester zu und ging neben ihr zu Boden. Er tätschelte ihre Wange, bekam aber keine Farbe in das bleiche, teigige Gesicht seiner Schwester und verwischte das Blut.

„Was haben sie getan, die kleinen Bälger?“, schrie er wie von Sinnen. „Die kriegen alle miteinander den Cruciatus zu spüren, bis sie mir verraten, wer das war… aber, warum Alecto? Warum? Was wird bloß der Dark Lord sagen!“, kreischte er ängstlich und schlug sich immer wieder mit seiner Faust gegen die eigene Stirn, während seine Schwester mit flatternden Lidern zu sich kam.

„Er war da… er ist weg… er war da… er ist weg“, jammerte Alecto einem Mantra gleich und wirkte schwer angeschlagen, da sie ihren Fehler erkannte.

„Du hättest ihn nie rufen dürfen, wenn du ihn nicht hast“, warf er ihr vor und ich gab ihm im Stillen Recht, das war mehr als dumm und gewagt gewesen. „Er ist entwischt“, hauchte Amycus bleich, ob der Tatsache, dass sie den Lord gerufen hatte, ohne Harry zu haben und ich blickte ihn verächtlich an, während ich mich im Pulk der Zuschauer im Hintergrund hielt. Sie hatte Harry nicht einmal gesehen, nur gehört, denn er war nie unter dem Umhang hervorgekommen.

Dann versuchte Alecto, aufzustehen und ihr Bruder zog sie auf ihre wackeligen Beine und umklammerte sie, während er vor Wut wie ein weidwundes Tier winselte und sie sich das Blut aus dem Gesicht wischte.

„Übertreiben Sie doch bitte nicht so, Ihre Schwester ist doch nicht tot… nur angeschlagen“, erwiderte Professor McGonagall abfällig und zeigte eine verständnislose Miene, als sie auf die beiden zutrat. „Ihr wird es bald besser gehen“, meinte sie wegwerfend und schon fuhr Amycus zu ihr herum.

„Nein, zum Henker noch mal! Nicht, wenn der Dark Lord sie zu fassen kriegt! Sie hat doch nach ihm gerufen. Ich hab es gespürt, wie mein Mal gebrannt hat und ER glaubt, dass wir Potter haben!“, flogen unappetitliche Speichelfäden durch die Luft, als er sich wie ein Irrer gebärdete.

„Potter… haben?“, wiederholte Professor McGonagall konstatiert und sichtbar irritiert. „Was soll das heißen?“, hakte sie ungläubig nach, dabei zuckte ihr Blick im Raum umher.

„ER“, betonte Amycus das Wort so, dass jeder verstand, dass er den Dark Lord meinte. „ER hat uns gesagt, dass Potter vielleicht versucht, in den Ravenclaw-Turm reinzukommen und dass wir ihn rufen sollen, wenn wir ihn gefasst haben!“

„Warum sollte Potter in den Ravenclawturm kommen wollen? Potter gehört nach Gryffindor… in mein Haus!“, erwiderte die alte Dame überzeugt, dabei lag tiefer Stolz in ihrer Stimme und ich bemerkte, wie es neben mir raschelte, als sich Harry und Ron unter dem Umhang bewegten.

„Wir haben gesagt bekommen, dass er vielleicht hierherkommt! Keine Ahnung, warum!“, fauchte Amycus zurück.

Indes huschten Professor McGonagalls Augen suchend durch den Raum, so als ob sie ahnen würde, dass wir hier waren, weshalb ich mich aus ihrem Sichtfeld hinwegduckte.

„Wir können es auf die Kinder schieben“, überlegte Amycus laut und sah seine Schwester um ihre Zustimmung bemüht an, woraufhin McGonagalls Augen zu dem sonderbaren Paar sausten. „Jaah! Das machen wir! Wir sagen, dass Alecto von den Kindern überfallen wurde, von diesen Kindern da oben“, er schaute anklagend zur Decke hoch. „Und wir sagen, die hätten sie gezwungen, auf ihr Dark Mark zu drücken und deshalb hat er einen falschen Alarm gekriegt… dann kann er die bestrafen. Ein paar Kinder mehr oder weniger, was macht das schon für einen Unterschied?“, fabulierte er hektisch vor sich hin und mir kam es so vor, als würde er in seiner Angst vor dem Dark Lord gar nicht mehr mitbekommen, was er alles vor Zeugen von sich gab und tatsächlich laut aussprach.

Meine Mundwinkel zuckten hämisch, da ich mich fragte, wie doof man sein konnte, zu glauben, dass der Lord überhaupt seinem Lamento so lange zuhören würde. Nach dem, was ich mit Rabastan in der Höhle der Inferi erlebt hatte, war mir gegenwärtig, dass der Lord nicht mehr zögerte und jeden wirklichen, oder auch nur angedachten Fehler umgehend mit dem Tode bestrafte, egal bei wem! Eigentlich wirkte es so, als wäre ihm jeder und alles gleichgültig geworden. Da konnte es sich Amycus noch so schönreden, seine und die Zukunft seiner Schwester sahen mehr als tot aus und nein, es tat mir nicht im Ansatz leid.

„Nur den Unterschied zwischen Wahrheit und Lüge, Mut und Feigheit“, erwiderte Professor McGonagall überzeugt.

Sie schien fassungslos über das, was sie soeben mit angehört hatte und wollte das nicht so stehen lassen. Sie breitete die Arme weit aus, um die Schüler, die noch da waren, zu schützen.

„Das macht einen Unterschied, den Sie und Ihre Schwester scheinbar nicht zu schätzen wissen! Aber lassen Sie mich eins absolut klarstellen. Sie werden Ihre vielen Unzulänglichkeiten nicht den Schülern von Hogwarts in die Schuhe schieben! Das werde ich nicht zulassen!“, zischte unsere Lehrerin böse und stellte damit klar, dass sie zumindest, so wie es sich für mich anhörte, sogar bereit wäre, sich selbst dem Dark Lord zu stellen, um die Unschuld ihrer Schützlinge zu bezeugen.

„Wie bitte?“, hauchte Amycus völlig überrumpelt.

Er schien ratlos über so viel Courage, aber als er seine Überraschung überwunden hatte, trat der sich drohend aufrichtende DeathEater vor Professor McGonagall. Diese zuckte nicht ein bisschen mit den Wimpern, während ich überlegte, einzugreifen, aber ich wog ab, ob das klug war. Das war nicht unser Kampf, jedoch bemerkte ich sehr wohl, wie die Jungs hinter mir unruhig wurden, aber unser Ziel war nicht, jemandem zu helfen, der durchaus wehrfähig wirkte, sondern etwas zu finden, das als verschollen galt.

„Es geht nicht darum, was Sie zulassen, Minerva McGonagall“, ätzte Amycus gemein in seiner Anmaßung und seine so abfällig gesprochenen Worte ließen McGonagall die Augen weit aufreißen. „Ihre Zeit ist vorbei. Jetzt haben wir hier das Kommando und Sie werden mich unterstützen, oder Sie bezahlen den Preis!“, drohte er wenig subtil und erhob seine Hand und war kurz davor, zuzuschlagen.

Viele Schüler schnappten erschrocken nach Luft und kurz, ganz kurz wirkte die alte Frau in ihrem gestrengen, hochgeschlossenen Kleid ganz schmal und wehrlos, aber doch stand sie kerzengerade vor dem Mann, der sie tätlich bedrohte. Doch er schien es sich in letzter Sekunde zu überlegen und einige Ravenclaws atmeten erleichtert aus. Dann schürzte er seine Lippen und spuckte.

„Ahh“, entwischte es McGonagall empört.

Er hatte es tatsächlich getan. Er hatte ihr ins Gesicht gespuckt und die verbliebenen Schüler zogen ob dieser Beleidigung den Atem scharf an, dabei bedeutete ich den Jungs unter ihrem Mantel, ruhig zu bleiben.

„Wie können Sie es wagen?“, fauchte McGonagall völlig fassungslos und sah aus, als ob sie gleich explodieren würde und war dabei, ihren Zauberstab zu erheben. Alles an ihrem Verhalten deutete darauf hin, dass sie diese Attacke nicht unbeantwortet über sich ergehen lassen würde.

Doch plötzlich zog ein tiefes Dröhnen durch das gesamte Schloss und eine unsichtbare Stimme erhob sich unheilschwanger: „Zum Appell! Alle… alle in die Großen Halle!

„Komm schnell“, raffte sich Amycus auf und zog seine noch immer benommen wirkende Schwester mit sich hinfort und ließ McGonagall eiskalt stehen.

Indes wischte sich die Professorin mit ihrem langen Ärmel angewidert die Spucke aus dem Gesicht und wirkte fassungslos und bisher beachtete sie das immer größer werdende Schüleraufkommen gar nicht. Die Ravenclaws machten sich bei Severus‘ Befehl derweil gehorsam, wie die Schafe auf der Weide, auf den Weg in die Große Halle. Anscheinend hatten sie gelernt, ihm mehr oder minder flott zu gehorchen.

„Professor McGonagall, was…“, trat ein junges eingeschüchtert wirkendes Mädchen an sie heran, aber sie winkte leicht hektisch ab. „Nicht jetzt, Kinder, eilt euch…“, meinte die sonst immer so souverän auftretende Frau besorgt.

Mit fliegenden Augen blickte sie mal wieder suchend über die Schar, dabei versteckte ich mich hinter Luna und angelte nach einem Umhang, der vergessen über einer Stuhllehne hing. Ich wollte in der Masse nicht auffallen und da sich jeder mehr schlecht als recht einen Umhang überwarf, fiel ich nicht weiter auf. Als auch unsere Hauslehrerin mit wehenden Roben abdrehte, um wohl Gryffindor zu beehren, waren wir ihr dicht auf den Fersen, da wir in der Masse mitgeschoben wurden und erreichten das Treppenhaus. Unterdessen beobachtete ich, wie aus ihrem Zauberstab nicht nur eine, sondern gleich fünf Katzen hervorsprangen und diese silbern leuchtenden Patroni unterschiedliche, getrennte Wege einschlugen.

„Und was nun?“, wisperte Harry, aus dem Nichts, fragend.

Bevor ich jedoch antworten konnte, wurde ich von dem unsichtbaren Duo getrennt. Wir alle trieben in dem Strom der unzähligen Schüler, die zum Teil echt im Stechschritt, wie eine militärische Gruppe, einher marschierten hinfort. Die sich bewegenden Treppen drehten sich eifrig hin und her, um uns alle in die Große Halle zu transportieren. Aber keiner nahm von mir Notiz, da alle ziemlich müde, aber auch ängstlich und nervös aus der Wäsche sahen. Kein Wunder zu der späten Stunde. Während die Treppen wirbelten, dachte ich nach und wenn ich ganz ehrlich zu mir selbst war, hatte ich keinen blassen Dunst, was wir tun sollten. So sah ich mich mit tief gerunzelter Stirn um.

Ich hatte die Jungs in dem heillosen Durcheinander verloren, aber schon passierte ich die weit offenen Türflügel der Großen Halle. Die verzauberte Decke spiegelte eine wunderschöne, sternenklare Nacht wider, aber doch war die Stimmung eine gänzlich andere als sonst, denn viele unserer Mitschüler standen mit zerzausten Haaren, müden Augen, Morgenmänteln und nur notdürftig übergezogenen Schulmänteln in der ungemütlich leer wirkenden Halle. So hatte ich die Halle noch nie erlebt. Die Tische und Bänke waren allesamt verschwunden, selbst bei den Professoren oben war alles weg. Nur Severus stand dort in all seiner düsteren Pracht mit finsterem Blick und starrte mit unheilverkündendem Blick auf das wuselnde Chaos hinab.

Er wurde von den Carrow-Geschwistern flankiert, die sich wichtigtuerisch hinter ihm aufbauten. Zu meiner Schande war ich regelrecht erleichtert, ihn vor mir zu sehen und sein stechender Blick in meine Richtung machte deutlich, dass er wusste, dass ich die Echte war, weshalb ich sachte meine Mundwinkel anhob, aber mich an die Außenseite drückte, in der Hoffnung, dass mich die Jungs so leichter finden könnten. Ich machte Draco mit dem versammelten Haus der Slytherins nahe dem großen Kamin aus. Er war von Astoria und Blaise umgeben und versuchte, zu ergründen, was hier passierte und was vor sich ging.

„Schau mal, die beiden Idioten sind auch da! Da waren sie flott!“, wisperte Luna neben mir und berührte meine Hand, weshalb ich hinabblickte und bemerkte, dass sie noch immer Alectos Zauberstab hielt, den sie unter ihrem mittlerweile ebenfalls geborgten Umhang versteckt hielt und ich bedeutete ihr, ihn zu vernichten.

„Sie erhoffen sich bestimmt, dass Severus Harry für sie fängt, pfff…“, murrte ich leise über diesen aberwitzigen Irrglauben und Luna kicherte daraufhin böse.

„Ich weiß, was du an diesem finsteren Mann findest, wenn man mal hinter das Mürrische blickt und über den griesgrämigen Gesichtsausdruck hinwegkommt, hat er durchaus etwas Faszinierendes, nichts Liebenswürdiges, aber durchaus etwas, was einen fesseln kann“, erklärte Luna gönnerisch und mein abwägender Blick lag auf dem finsteren Mann vor uns, der nicht schön, aber durchwegs faszinierend und furchtlos war.

„Seit wann machst du dir um dergleichen Gedanken?“, wisperte ich fragend zurück.

„Seitdem ich verstehen will, warum du so bist, wie du bist“, gab Luna zuvorkommend zurück und ich dachte an unser Gespräch am Strand. „Und seitdem ich weiß, was ich an Rolf hab… Er hat eine liebenswürdige Schusseligkeit, darin soll er seinem Großvater ähneln, aber auch zeigt er einen unglaublichen Mut. Mhm… unsere Partner haben Einfluss auf uns, egal wie… die einen führen uns ins Licht, die anderen…“ An diesem Punkt unterbrach ich sie zischend.

„Ach, sag jetzt nicht Finsternis, das wäre so pauschal und verallgemeinernd und davon abgesehen war ich da schon vor Severus“, gab ich ihr bissig Kontra und sie sah mich mit diesem sanften Lächeln an.

„Ich weiß, das wollte ich auch gar nicht sagen… ich wollte sagen: die anderen führen uns auf Wege, auf denen sie uns sogar begleiten können und in ihm hast du jemanden gefunden, der mit dir mithalten kann und andersherum gilt dasselbe und das ist selten und das erklärt, warum euch die gesellschaftlichen Regeln egal waren… die Umstände unserer Zeit natürlich, die dazu geführt haben, dass euch eure Stellung, Schüler-Lehrer und die Regeln, die ein Zusammensein verbieten, gleich waren!“

„Deine Art mir zu vergeben?“, fragte ich irritiert und sah sie mit einem schmalen Grinsen an.

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