When Hermione Fights
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 Kapitel 653-654

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BeitragThema: Kapitel 653-654   Kapitel 653-654 EmptyDi März 05, 2019 8:21 pm

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653. Kapitel Hogwarts will fight

„Nein“, bekräftigte Luna mit einem für sie untypischen, knappen Nicken.

„Ha, das dachte ich mir!“, stieß ich belustigt, aber auch irgendwie resigniert aus und bemerkte, dass sich die Türen der Halle von alleine schlossen. Das durchdringende Knallen vermittelte einem das Gefühl, in der Falle zu sitzen und das ging einigen so, wenn man sah, wie viele Schüler bei dem Geräusch erschrocken hochfuhren.

„Aufstellung!“, brüllte Amycus, während er wie wild mit dem Zauberstab rumfuchtelte und eine knallrote, ungesunde Gesichtsfarbe hatte.

Sofort schlossen sich die Reihen der Schüler generalstabsmäßig und alle verharrten in Reih und Glied, während ich mich bewusst im Hintergrund hielt. Severus Snape, seines Zeichens unfreiwilliger Leiter dieser Schule, trat auf dem Podest noch weiter in den Vordergrund, hinein in das schwache Licht des Mondes, welches durch eins der hinteren Fenster schien. Dies tauchte ihn in ein mystisches Licht. Er hielt seinen Zauberstab in der Hand und seine so dunklen Augen huschten die Reihen musternd entlang.

„Mr. Potter soll hier sein!“, erhob Severus seine einzigartige Stimme, die mir durch und durch ging, und schlagartig verstummten alle Geräusche und man hätte eine Stecknadel fallen hören können.

„Unfug!“, kam es entschieden von McGonagall, die sich nach vorne hindurch schob und sich vor den Reihen der Schüler aufstellte.

„Ich hatte den Eindruck“, kam es träge von Severus, „dass Alecto einen Eindringling gefasst hätte!“, sprach er betonend und warf einen abschätzigen Blick zu der noch immer bleichen und zittrigen DeathEaterin, die stumm hinter ihm stand und versuchte, ihn nicht anzusehen.

Okay, Severus konnte das und so blieb ich in der Schar und entschied mich, dass Severus das ganz wunderbar ohne meine Hilfe hinbekam. Vor allem hatte ich immer noch keinen Dunst, wo Harry abgeblieben war, also würde ich Abwarten und Tee trinken, oder was auch immer.

„Ihr seid da“, sprach jemand von hinten zu nah an meinem Ohr und ich erstarrte, denn schon berührte mich jemand entschlossen, ohne die gebotene Vorsicht an der Schulter und kurz verspannte ich mich. Erst dann blickte ich in das mir zu bekannte Gesicht und legte ein sachtes Lächeln auf und schon zog er mich weiter weg, hinter alle anderen und sprach auf mich ein.

Hermiones Sicht Ende

Severus Sicht

„Tatsächlich?“, entgegnete Professor McGonagall auf meine Frage überraschend anzüglich und ich warf ihr einen absolut genervten Blick zu. „Und was vermittelte Ihnen diesen Eindruck?“, legte sie frech nach und ich seufzte leise.

Dabei hatte ich sie, das Biest, auch schon wahrgenommen. Sie war die Echte und dies ein Indiz dafür, dass Potter tatsächlich hier war. Aber ihr zurückhaltendes Verhalten zeigte mir eindeutig, dass sie mir nicht zu Hilfe kommen würde, entweder weil sie meinen Gaben vertraute, oder weil sie selbst keinen blassen Dunst hatte, wo Potter stecke. Dieser Junge war eine wandelnde Katastrophe und tat nie das, was man erwartete, oder was wünschenswert wäre.

Wie auch immer, McGonagall, die sichtbar aufgebracht war, fixierte uns drei auf dem Podium mit mörderischer Wut im Blick, während die Schar an neugierigen und ängstlichen Schülern hinter ihr mit großen, ungläubig glänzenden Augen zu uns starrte. Sie gingen mir jetzt schon auf die strapazierten Nerven. Hinzu kamen die beiden Idioten hinter mir, denen das Massaker in Malfoy Manor und die Bestrafung von Bellatrix anscheinend keine Lehre gewesen waren. Wie konnte man so minderbemittelt sein und den Dark Lord rufen?

Augenblicklich war man am sichersten, wenn man so unauffällig war wie möglich und er sogar den Namen von einem vergaß, das war meine dezente Meinung.

Aber jetzt galt es, sich Respekt zu verschaffen und Angst und Schrecken unter dieser widerspenstigen Masse vor mir zu verbreiten und so zog ich wortlos meinen Ärmel hoch und präsentierte ihnen allen das Dark Mark in all seiner Hässlichkeit, das sich stark und sich windend von meinem blassen Arm hervorhob!

„Da ist es!“, „Das ist echt!“, „Merlin und Morgana!“, „Ihhh!“, „Hilfe“, fielen die geschockten Reaktionen aus uns es gab Bewegung.

Die wenigsten Menschen bekamen das Dark Mark jemals in all seiner Pracht zu sehen, niemand ging damit hausieren, selbst Familienmitglieder zeigten es eigentlich nur ebenfalls Gekennzeichneten, oder ihren Frauen, aber sonst niemandem. Es tatsächlich mit eigenen Augen zu sehen, war für viele somit eine Premiere der besonderen Art und ich war mir des Momentes durchaus bewusst.

Auch wurde ich mir des permanenten und so unangenehmen Kribbelns schmerzhaft gegenwärtig, um genau zu sein. Der Lord war aktiv, er war erregt und es stand außer Frage, dass er außer sich war. Die Schüler zeigten die erwartete Reaktion und zogen sich ängstlich aufschreiend vor mir zurück.

„Oh, aber natürlich“, höhnte Professor McGonagall über meine Präsentation und zeigte sich wenig beeindruckt, indem sie zutiefst verächtlich weitersprach. „DeathEater wie Sie haben ihre ganz eigenen Mittel und Wege, miteinander in Verbindung zu treten, das hätte ich fast vergessen.“

Sie war so Gryffindor, dass sich daraufhin meine Lippen fein kräuselten und ich trat näher an sie heran, wobei der Höhenunterschied aufgrund des Podestes klar hervortrat. „Haben Sie Harry Potter gesehen, Minerva? Wenn ja, muss ich nämlich darauf bestehen…“, versuchte ich ihr mit Vernunft nahezukommen, aber die wütende Hauskatze ließ mich nicht ausreden.

Offenbar hatte das lebendig wirkende und sich windende Dark Mark ihren Zorn entfacht. Aber weshalb dem so war, das wurde mir erst klar, als ich in ihrem Blick diese unverwechselbare Mischung aus Wut, Trauer und Enttäuschung las. Und da war noch etwas anderes: Angst!

Nicht um sich selbst, sondern um all ihre Schützlinge, ihre Kollegen und Freunde und vor allem ihre Schüler. In dem Moment, in dem ich mein Mal enthüllt hatte, hatte sie erkannt, dass es jetzt ernst wurde. Natürlich, sie war nicht dumm!

Meine Zugehörigkeit zum Dark Lord hier vor allen einzugestehen war ein Schritt, den ich nicht würde zurückgehen können. Ein Zeichen dafür, dass die Entscheidung, welche Seite gewann, unmittelbar bevorstand. Im nächsten Moment schwang sie ihren Zauberstab, so schnell wie ich es ihr aufgrund ihres Alters auf keinen Fall zugetraut hätte. Aber ich war ebenfalls mehr als talentiert mit dem Zauberstab und wehrte Professor McGonagalls Angriff mit einer lässigen Geste ab. Beinahe wäre Minerva aufgrund des zurückprallenden Fluches aus dem Gleichgewicht gekommen, doch sie fing sich unerwartet behände und schwang ihren Zauberstab erneut wie wild durch die Luft, indes sprangen die Schüler aufgescheucht zurück.

„Minerva“, warnte ich noch gutmütig, denn ich sah den Schritt mit routinierter Weitsicht voraus.

„Sollen wir helfen?“, fragte Amycus in meinen Ohren hörbar gehässig.

„Halten Sie sich zurück“, fuhr ich ihn an, ohne mich umzudrehen.

Indes griff sich meine Gegnerin mit einem Wisch die lodernden Flammen des Kamins. Diese schossen heiß zügelnd heraus und vertrieben die flüchtenden und kreischenden Schüler.

„Arhhh“, brüllte eine jüngere Schülerin, als ihr Schulumhang Feuer fing, aber einige wackere, von dem Trio gestählte und erprobte Schüler begann sogleich, sie zu löschen.

Währenddessen wich ich nicht zurück, sondern sprang von der Empore und stellte mich meiner Kollegin, während Minerva alles um sich herum zu vergessen schien. Sie bemerkte nicht mal, dass sie eine Schülerin in Flammen hatte aufgehen lassen, noch dass andere sie löschten, da sie nur Augen für mich hatte und nein, das war kein Kompliment, so wie die mörderische Lust in ihren Augen flackerte. Die Lust, ihren Frust an mir auszulassen. Gerade beschwor sie einen beeindruckend großen Feuerring aus den Flammen herauf, um dann damit nach mir zu schlagen. Minerva wirkte wie eine Berserkerin, die all ihre Wut und ihre Verbitterung in den Kampf gegen mich legte und ich war niemand, der ihr diese Chance nehmen oder gar verwehren würde. Der Ring schoss mit sengender Hitze auf mich zu und drohte, mich zu versengen. Aber ich war zu abgehärtet, um bei so etwas eine Art der Bedrohung zu empfinden und parierte mit einem harten Schlag meines Stabes gegen die feurige Attacke. Sofort verwandelte sich der rotorange flirrende Feuerring in eine riesige, schwarze Rauchschlange, die nun ihrerseits auf McGonagall zuraste. Kurz huschte über ihr altes, faltiges Antlitz so etwas wie Angst, aber sie überraschte in diesem Duell, da sie keine Sekunde zögerte und nicht erschrocken auswich, sondern mit einem eleganten Schlenker meine Erwiderung abwehrte, indem sie die große, schwarze Schlange in sich explodierenden Rauch aufgehen ließ. Sie wirbelte in dem sie umgebenden Rauch herum und schwang den Zauberstab wortlos über ihren Kopf, verwandelte in ihrer Drehung den Rauch und verformte diesen zu einer Horde schwarzer, spitzer Dolche, die nun wieder kehrtmachten und ungebremst auf mich zuschossen.

Eines musste man ihr lassen, trotz ihres Alters war sie eine wesentlich interessantere Gegnerin als Lockhart, diese Witzfigur. Trotzdem touchierte ich diesen Angriff souverän, ohne bisher ins Schwitzen zu geraten. Ich verblieb aber weiterhin in einer defensiven Haltung und fragte mich, wann wir diese bescheuerte Scharade beenden könnten.

Wo, verflucht nochmal, blieb Potter?

Indes lenkte ich die Flüche geschickt von mir ab. Ich fing mit meinem Stab zuerst den einen Schwarm an Dolchen ein und schleuderte ihn mit einer eleganten Bewegung weiter hinter mich, um dann den nächsten Schwarm aufzunehmen und diesen ebenfalls mit einem geschmeidigen Schlenker auf die andere Seite hinter mich zu lenken. Ich reagierte hier so gekonnt, dass die hinter mir auf dem Podest verharrenden Carrow-Geschwister das Ziel wurden.

„Oh, mein Merlin!“, „Hilfe!“, „Wahh“, kreischten sie hinter mir panisch los.

Denn gänzlich ohne großes Drama schlugen die Dolche wie von mir geplant in ihrem Ziel ein. Noch bevor die Opfer auch nur einen weiteren Ton von sich geben konnten, wurden sie getroffen. Ich schmunzelte gemein, aber das tat gut, mich von ihnen zu befreien und ich genoss meine Rache über ihre Infantilität, mit der sie mich seit ihrem Dasein gegängelt hatten, wenngleich diese unsäglichen Nervensägen ihr Ende gar nicht hatten kommen sehen, als ihre leblosen Körper laut aufschlagend zu Boden sackten.

Ich wirbelte herum und betrachtete mein Werk, das in guter gemeinschaftlicher Zusammenarbeit mit McGonagall entstanden war. Obgleich Minerva alles andere als zufrieden aufgrund ihres Werkes aussah, sondern eher schockiert wirkte, wegen des Anblicks, den die beiden Carrows boten. Aber aus mir hätte sie ein Stachelschwein machen wollen, zog dieses verächtliche Bild durch meine Gedanken, und ich wusste nicht, ob ich mich geschmeichelt fühlen sollte oder eher nicht. Wie auch immer, mir sagte das Bild durchaus zu, wie die Dolche noch brutal und abstrakt wie in einem wilden Kunstwerk aus den mehrfach getroffenen Körpern ragten.

Gerade nahm der Krach abnorme Lautstärke an, denn einige der Schüler wurden soeben hysterisch und hyperventilierten ob dieser für sie dramatischen Entwicklung und brüllten wegen der ernsten Lage erschrocken auf. Jedoch nahm ich aus den Augenwinkeln auch wahr, wie sich einige mit einem gehässigen Grinsen abklatschten und wenig Mitgefühl für die Verschiedenen entwickeln konnten. Furchtbar, was dieses unsägliche Trio aus den eigentlich unbescholtenen Gören gemacht hatte.

„Minerva!“, rief jetzt der kleine Professor Flitwick mit quiekender Stimme erregt und stellte sich neben die wacker kämpfende Verwandlungslehrerin. Anscheinend hatte er Angst, dass nun auch ich zum Angriff übergehen würde und mit allen und jedem kurzen Prozess machen würde. „Sie werden in Hogwarts nicht weiter morden!“, schnauzte Flitwick außer sich und kurz war ich versucht, anzudeuten, dass nicht ich derjenige gewesen war, der Dolche heraufbeschworen hatte.

Doch schon zielte er mit seinem Zauberstab auf das messingfarbene Eulen-Sprachpult, mit den weit ausgebreiteten Flügeln, das in der Ecke stand. Sofort erwachte dieser Gegenstand zum Leben und griff mich flügelschlagend und mit seinem Schnabel nach mir hackend an, wobei zu sagen war, dass Flitwick ein hervorragender Duellant war, aber dieser Kampf hier hatte nichts mit Regeln zu tun. Woraufhin ich weit ausholend meinen Zauberstab schwang und Flitwick mit brachialer, magischer Macht die Herrschaft über das Pult abnahm und dieses hart gegen die beiden Professoren schmetterte, welche unter dem unnachgiebigen Gegenstand begraben wurden.

„Filius! Minerva!“, „Achtung!“, „Wir kommen.“, „Wir helfen euch“, ertönte es gewichtig, als noch mehr von den im Schloss lebenden Lehrern wie der Hogwartsexpress auf mich zurasten und ja, bei dem Anblick fühlte ich mich tatsächlich bedroht, wie ich leicht belustigt feststellte.

Es war ein selten gesehener Anblick wie sich Sprout, Slughorn, Pomfrey und Pince bereit, mit gezückten Zauberstäben vor mir aufbauten und ich seufzte. Wir verschwendeten wertvolle Zeit mit diesem unnötigen Geplänkel.

„Stopp!“, brüllte plötzlich jemand volltönend und ich wusste auch ohne ihn zu sehen, dass es Potter war.

Diese Stimme konnte ich mit schlafwandlerischer Leichtigkeit unter allen Individuen herausfiltern, da sie wie die von seinem Vater klang. Gewichtig und so schrecklich von sich überzeugt, es war zum Brechen. Schon riss er sich aufmerksamkeitsheischend den ihn unsichtbar machenden Umhang herab und stand, zusammen mit Weasley, mit gezücktem Zauberstab an meiner Seite.

Man wollte am liebsten noch mehr brechen, wie heroisch sie doch waren, mir beizustehen und ich verzog widerwillig kräuselnd die Mundwinkel. Musste dieser Junge immer auf übertriebenen, pathetischen Heldenmut bestehen?

Beinah, ja fast war es beleidigend, wie sie sich gebärdeten, als würde ich ihren Schutz und noch mehr ihre Hilfe benötigen. Wenngleich man ihm zugestehen musste, dass die Angriffe der Professoren sofort erlahmten und ihre ungläubigen Gesichter zu uns starrten, da die beiden sich so breit machten, dass ich völlig hinter ihnen verdeckt war. Wunderbar, meine ganze Autorität von Gryffindors untergraben. Ich erspähte Dracos miesepetriges Gesicht in der Masse, augenscheinlich dachte er wie ich.

„Potter!“ „Das ist Harry Potter!“, wisperte es umgehend aus den Reihen der ungläubigen Schüler, dabei war ihre Hoffnung, dass er ihr Retter sein würde, allgegenwärtig. „Er ist wieder da!“, somit reagierten die Schüler ein wenig anders als die Lehrer, die nicht glauben konnte, dass sich der Held vor den bösen Snape stellte.

„Potter!“, „Weasley.“, „Aus dem Weg!“, „Was machen sie hier?“, „Gehen sie von ihm weg“, ereiferten sie sich lautstark und hörbar fassungslos über das, was sie gerade sehen und erleben mussten und da wurde es mir zu bunt und ich senkte meinen Stab.

„Harry!“, änderte Slughorn die Strategie und trat versöhnlich einen Schritt vor. „Mein lieber Junge… was für eine Überraschung… was ist vorgefallen?“, fragte er atemlos und wirkte in seiner Schlaf-Aufmachung lächerlich, da er eine Nachthaube passend zu seinem Herrenjackett trug.

„Potter… Weasley“, stammelte Minerva mitgenommen und fuhr sich durch ihr wirres Haar, das sich im Kampf gelöst hatte und ihre unhöfliche Wortwahl deutete an, wie verwirrt sie war. „Sie sind tatsächlich hier! Wie sind sie… Was? Wie?“, sprach sie mehr zu sich selbst als zu uns, aber es dauerte nicht lange, da hatte sie ihre Fassung wiedererlangt. „Das war äußerst töricht von ihnen hierherzukommen!“, erhob sie dann gestreng ihre Stimme und stieß auf sichtbares Unverständnis bei den Personen, die sie schollt. „Potter, es ist der Wahnsinn, heller Wahnsinn, dass Sie das Schloss betreten haben! Wissen Sie nicht, in welche Gefahr Sie sich begeben? Sie müssen fliehen! Sofort und umgehend! Er wird sie ausliefern!“, deutete sie mit dem erhobenen Zauberstab auf mich.

„Na, na… ruhig mehr Vertrauen in uns!“, meinte der Rotschopf daraufhin erstaunlich selbstsicher und ich betrachtete etwas irritiert seinen Hinterkopf. „Wir übernehmen jetzt das Kommando und es wäre nett, wenn alle die Zauberstäbe senken und uns zuhören könnten!“, meinte Weasley übermütig.

„Was hat sie aufgehalten?“, knurrte ich mürrisch aus dem Hintergrund und trat mit wallenden Gewändern vor, woraufhin Potter eilig seinen Stab senkte und sich mir mit erschöpfter Miene zuwandte.

Mit absoluter Macht ignorierte ich die Lehrerschaft vor mir, die nicht wusste, wohin sie zielen sollten, da sich Weasley schon wieder vor mir recht breit machte, absolut übertrieben.

„Sir!“, kam es höflich von Potter, der bei genauerer Betrachtung mehr als ein wenig blass und mitgenommen aussah. Er wirkte kränklich.

„Worauf haben Sie so lange gewartet? Wollten Sie noch ein Schlückchen Tee trinken und Wiedersehenstränen mit Ihren Freunden austauschen?“, ätzte ich genervt von diesem Stillstand, woraufhin er ob der Rüge seine Züge verzog.

„Sehr witzig, Sir, wobei Sie die Zeit doch gut genützt haben“, kam es eindeutig nicht eingeschüchtert zurück.

Sofort zuckte mein Augenmerk von Potter zur Empore und dort lagen immer noch die beiden toten Carrow-Geschwister, verziert von den Dolchen, die sie aufgespießt hatten. Das Blut sammelte sich langsam, aber sicher unter ihren toten Körpern. Hogwarts würde gierig lechzend diesen Lebenssaft in sich aufsaugen und ja, der Bengel hatte Recht. Ich hatte die Zeit genützt, um dieses nutzlose Gesinde loszuwerden, aber was für eine Anmaßung, dies laut auszusprechen. Da zog man dieses junge Gemüse Jahr für Jahr mühsam auf und das war der vorlaute Dank. Undank war bekanntlich der Welten Lohn. Aber bevor ich auf diese delikate, da so wahre Beanstandung verlautbaren konnte, unterbrach uns ein Blitz in Form eines Menschen.

„Ufff“, entfuhr es Potter atemlos und er taumelte nach hinten, darum ringend, dem Ansturm Herr zu werden.

Ihm warf sich ein Mädchen an den Hals, dabei wurde er unter einer dunklen Haarpracht vergraben und verschwand für uns alle aus dem Sichtfeld. Ich rollte ob der Theatralik des schmalzigen Augenblicks mit den Augen. Wiedersehensfreude, wie süß. Für die geneigte Lehrerschaft mochte es sonderbar anmuten, dass eine Slytherin, noch dazu die Verlobte von Draco Malfoy, wie ein Schluck Wasser in der Kurve am Hals unseres immerwährenden Helden hing.

„Harry“, stieß sie immer wieder aus und lachte zwischen Tränen und Seufzern laut auf und küsste ihn immer wieder im ganzen Gesicht.

Er erwiderte diese Liebesbezeugungen und umarmte das Mädchen seinerseits innig. Natürlich mutete es intim an, aber vor allem völlig natürlich, wenn man wusste, dass sie die Tante seines Sohnes und seine Schwägerin war. Dann war es verständlich und nachvollziehbar. Beide hatten viel verloren, sich lange nicht gesehen und nur noch sich, aber der arme Tropf, welcher unwissend war, wie so einige gerade, den mochte dieses Gebaren mehr als verständnislos zurücklassen.

„Potter“, murrte nun auch Draco begrüßend, der mit maskenhafter Miene auf uns zutrat und die um Schutz bemühte, zusammengerottete Schülerschaft hinter sich ließ.

„Malfoy… es ist ernst“, erwiderte Potter die Begrüßung neutral und löste sich aus der Umklammerung von Miss Greengrass.

„Was du nicht sagst…“, ätzte Draco in bester Malfoy Manier zurück, nur um dann suchend herumzublicken.

„Potter und Malfoy?“, „Sie arbeiten zusammen?“, „Hö, hab ich was verpasst?“, „Verräter?!“, „Wie kann das sein?“, „Ich verstehe gar nichts mehr!“, erhob sich ein Chor aus der Masse der unwissenden Schülerschaft, dem aber keine Beachtung geschenkt wurde.

Wobei der Schock, dass diese beiden Erzfeinde gänzlich normal miteinander umgingen einschlug wie ein Bombarda. Jedoch wusste ein Gutteil der Schüler sehr wohl, wie es um die Beziehung dieser beiden stand, aber dass sie ihr Verständnis füreinander nun öffentlich zeigten und es jetzt alle miterlebten, schlug dem Holzfass den Boden aus.

„Hermione…?“, fragte Draco vorsichtig und zeigte, dass er sie bisher noch nicht ausgemacht hatte, während Potter die Schulter hochzog und ebenfalls in die Masse der Schüler spähte.

Dann wich die Menge ein wenig zurück und gab sie frei. Sie kam mit Zabini im Schlepptau auf uns zu, unterdessen wirkten die Hauslehrer noch überforderter als vorher, da man erkannte, dass sie in ein Gespräch verwickelt war und ab und an nickte. Jetzt musterte ich sie aus der Nähe, bemerkte ihren schlampig gebundenen Pferdeschwanz und die Muggelkleidung unter dem Schulumhang, aber wirklich auffällig war ihr eingefallen wirkendes Gesicht. Sie sah durchwegs erschöpft aus.

„Draco…“, meinte sie verhalten.

Indes streifte ihr Blick Greengrass, die noch immer an Potters Arm hing und erst dann nickte sie mir zurückhaltend zu und ich deutete dies so, dass Hermione von der angefachten Beziehung der beiden erfahren hatte und wusste, wie nah sie sich seit Neuestem gekommen waren. Draco schien dies auch gerade zu bemerken, da er minimal peinlich berührt den Blick abwandte und dabei kurz Zabini vorwurfsvoll anfunkelte.

„Was ist passiert, nachdem er dich mitgenommen hat?“, fragte Draco hastig, um die unangenehmen Sekunden zu überspielen.

Dabei ergriff er ihre Hand, als müsste er sich überzeugen, dass sie noch immer ganz war und auch wenn ich es nicht gerne zugab, aber ich war zufrieden, dass Draco meine Fragen stellte, woraufhin sie uns eindringlich nacheinander musterte. Sie schien innerlich abzuwägen, was sie hier im Beisein aller preisgeben konnte.

„Was geht hier vor sich?“, „Was haben sie miteinander zu tun?“, kam es von dem Pulk Lehrer.

„Mr. Potter, es reicht, was soll das? Ich fordere Erklärungen!“, meldete sich Minerva empört und resolut, aber mit noch immer unordentlichem Haar und deutlich irritiert zu Wort und mischte sich wenig überraschend ein, woraufhin ich meine Lippen schürzte und Potter und Weasley aufschlossen, da sie an dem Gespräch teilhaben wollten.

„Später, Professor“, kanzelte Potter seine Hauslehrerin jedoch recht rüde und resolut ab, woraufhin dieser vor Empörung geradezu die Luft weg und der Mund offen stehen blieb. Ich hatte Mühe, mein süffisantes Grinsen bei Potters harscher Abfuhr zu verbergen. Wer hätte gedacht, dass er derart mit der Löwenmama reden würde?

„Wir waren in der Höhle…“, begann indes Hermione leise zu erzählen und dabei entging mir nicht Potters Blick, der davon erzählte, dass er ganz genau wusste, was sie meinte. „Mhm… Rabastan ist tot!“, kam es zusammenhangslos von ihr.

Ich konnte bei dieser Nachricht nur mit Müh und Not eine unleserliche Maske aufrechterhalten. Wie bitte? Dieser kleine, nervige Lestrange tot? Nicht dass es mir um ihn leidtat, aber ich hätte mehr Verständnis für den Lord aufgebracht, wenn er das verlogene und unaufrichtige Biest hätte beseitigen wollen als einen ihm blind und loyal folgenden Diener. Was auch immer dort genau vorgefallen war, sie schien davongekommen zu sein und verzog eben die Lippen zu einem verächtlichen Lächeln.

„Wie tot?“, „Wer ist tot?“, „Hier sind auch schon zwei tot…“, „Das ist nicht lustig.“, „Kinder, hört auf, in Rätseln zu sprechen“, merkten die Lehrer an, die mittlerweile zu unserer Gruppe aufgeschlossen hatten.

„Mausetot“, schob Hermione netterweise und auf einmal kichernd hinterher und ich wusste nicht, was daran gerade so lustig war, da sich Potter schüttelte. „Und ich habe keine Ahnung, wie Bellatrix das finden wird, dass ihr lieber Herr Schwager herhalten musste, um das Gift zu trinken“, überging sie mit Blick auf die Lehrer deren Einwürfe, aber man konnte an den entsetzten Gesichtern ausmachen, dass sie nun wenigstens verstanden, wer gestorben war.

„Ich fass es immer noch nicht, dass er den Dumbledore gemacht hat“, murrte Potter.

Ich ahnte, woher er so gut Bescheid zu wissen schien und es gefiel mir kein Stück, dass Potter sich nicht im Griff hatte. Es war als wäre er anwesend gewesen. Der Lord und dessen Geist mussten sehr instabil sein, wenn ein so grottenschlechter Geisteszauberer, wie Potter es zu meinem Leidwesen war, beim Lord ein- und aus spazieren konnte, wie es ihm beliebte, ohne von jenem bemerkt zu werden, wie erbärmlich.

„Ich geh eher davon aus, dass Rodolphus das gar nicht lustig finden wird, hingegen Vater wird es sehr spannend finden…“, schaltete sich Draco mit überlegender Miene ein, dem anzusehen war, dass er dem Verstorbenen keine Träne nachweinte.

„Draco“, mahnte ich hart, bevor er sich verplappern und die Beschlüsse des Familienrates allen kundtun würde und so stockte er mitten im Satz und neigte seinen Kopf zu mir hin. Er hatte den Tadel sofort verstanden.

„Wumm“, knallten in dem Moment die Türen der Großen Halle auf, als hätte sie jemand mit einem wuchtigen Fluch gewaltsam aufgestoßen und sie donnerten mit Schwung an die Wände und erschreckten alle ziemlich, weswegen viele schreiend zusammenfuhren.

„W…“, stammelte Potter und starrte fassungslos auf den Eingang.

In dieser Zeit arbeitete ich an meiner ausdruckslosen Miene, denn selbst ich war über das unerwartete Eindringen dieser Personen wenig beglückt und griff meinen Stab fester, um mich im Fall des Falles verteidigen zu können. Viele altbekannte Gesichter tummelten sich nun unter uns. Vertreten waren so illustre Personen wie: Kingsley, Tonks, Lupin, Black, Grindelwald, Lovegood, Longbottom, Thomas, Krum, Scarmander, die Weasley-Sippe in all ihren Ausmaßen, sogar mit Mr. und Mrs. Weasley. Was für ein wilder Haufen und sie alle standen mit erhobenen Zauberstäben da, bereit zum Angriff.

„Was macht ihr denn hier?“, „Wie habt ihr davon erfahren?“, „Warum seid ihr da?“, erschallten nun Rufe von allen Seiten, während die große Masse der Schüler erschrocken hin und her blickte. Ein wenig überfordert von den Ereignissen, die sich zu später Stunde zu überschlagen schienen.

„Sirius?“, „Black“, „Tonks?“, „Remus?“, „Lupin?“, „Wie?“, „Wie geht das?“, „Seid ihr nicht tot?“, wisperten viele Stimmen und die Kakophonie des Momentes war ohrenbetäubend.

Erst jetzt schienen sich die anwesenden Ordensmitglieder unter den Lehrkörpern von dem Schock, derart viele totgeglaubte Freunde, Bekannte und Mitstreiter auf einen Schlag wiederzusehen, erholt zu haben und die ersten Bewegungen kamen auf.

Severus Sicht Ende

Dracos Sicht

Jetzt war es also so weit, der Niffler war aus dem Sack.

Woher zur Hölle kamen diese Gestalten? Sie waren doch sicher gewesen in Hermiones Haus und ein Ausbruch unmöglich!

Also, wer hatte diese Idioten befreit? Und es war ja klar gewesen, dass sie dafür sorgen würden, dass alles von jetzt auf gleich noch komplizierter wurde. Es war ja nicht so, dass wir ohne Pläne auf diese Situation zugeschlittert waren. Wir hatten uns lange darauf vorbereitet, doch leider hatten wir es nie geschafft, das, was sich Orden des Phönix schimpfte, sinnvoll einzubinden, geschweige denn einzuweihen. Sie waren immer eine Unbekannte geblieben, egal wie sehr wir sie mit den Twins unterwandert hatten. Und nun hatte jemand auch noch auf einen Schlag so viele der gefährlichen Geheimnisse offenbart, dass mir um unser Lügengespinst Angst und Bange wurde und ich ahnte zähneknirschend, wer der Initiator hinter diesem Auftritt der Toten war, wenngleich sich eben jener noch schön im Hintergrund hielt.

„Remus…“, stockte McGonagall fassungslos und bewegt. Sie blickte nur völlig überfordert von einem zum anderen und damit war sie nicht allein, denn die übrigen Lehrer schienen genauso sprachlos zu sein.

„Du siehst richtig, Minerva“, meinte Lupin mit einem scheuen, da selbst ungläubigen Lächeln, während seine Frau, meine Cousine, recht geheimnisvoll grinsend nickte, aber selbst noch immer leicht überfordert aussah, da sie ein wenig geschockt zu den toten Carrows starrte.

Dann lösten sich plötzlich zwei gleichaussehende Personen aus dem Pulk und kamen auf unsere Gruppe zugelaufen.

„Wuhu, der Blitz ist eingeschlagen“, jubelte Fred mit einem gemeingefährlichen Grinsen und klatschte sich mit seinem Bruder, Potters stetem Begleiter, ab.

Sie wirkten euphorisch und völlig überdreht. Es war ja nicht so, dass mich nicht auch eine gewisse Unruhe überfallen hatte, jetzt wo das Warten offenbar ein Ende gefunden hatte. Genau wie bei Severus bewegte sich auch mein dunkles Mal und es brannte und stach, was mich noch mehr in der Vermutung bestärkte, dass der Lord auf dem Weg hierher war. Der finale Kampf stand uns bevor und manche verfielen schon bei dem Gedanken daran in Schockstarre, doch ich war das Warten langsam leid und die Red Devils anscheinend ebenfalls. Wieder und wieder hatten wir alle möglichen Szenarien besprochen, auch dass Hogwarts das Endziel sein könnte.

„Welcher Blitz? Wir haben kein Unwetter“, fuhr Severus deutlich genervt mit seiner dunklen, schnarrenden Stimme dazwischen und ich konnte mich innerlich dem nur anschließen, während Severus vielsagend zur Decke deutete, die einen klaren Sternenhimmel zeigte.

„Nein, Sir, doch kein richtiger Blitz.“, „Der Blitz da!“, deuteten die Twins gemeinschaftlich neben Severus und dieser blinzelte zur Seite und sah nichts außer Potter.

„Wo ist der ein Blitzdenker?“, erwiderte Severus süffisant, aber verzog die Miene nicht. Ich war mir sicher, er meinte das absolut ernst.

„Sie sind immer eine Spaßkanone, Sir!“, „Ja, ich liebe die Treffen mit Ihnen. Sie bringen mich immer zum Lachen“, offenbarten die Red Devils.

Wobei niemand damit rechnen konnte, dass sie Severus derart nahestanden, von derart vielen Treffen der drei wusste selbst ich nichts und dass sie so mit ihm sprachen und redeten beeindruckte mich noch mehr. Ich stöhnte innerlich wieder auf.

„Seine Narbe“, war ich so freundlich, Severus nicht minder genervt in Kenntnis zu setzen.

So ein Schwachsinn konnte auch nur solchen Individuen einfallen. Ihre Kreativität in allen Ehren und so sehr ich sie in Irland schätzte, sie übertrieben es auch oft, wenn ihre Verrücktheit mit ihnen durchging.

„Die Botschaft des eingeschlagenen Blitzes ging auch an den Rest der BL und DA und irgendwie ist die Situation eskaliert und Verity sitzt jetzt am Radio und informiert die Bevölkerung“, war Fred so freundlich, uns böse grinsend ins Bild zu setzen. „Du hast doch nicht im Ernst geglaubt, dass sich alle den Spaß entgehen lassen wollen und boah, Georgieboy schau mal da hin… diese Deppen waren Zielscheiben und da konnte jemand zielen“, jubilierte der eine absolut begeistert und schlug sich frenetisch in die Hände. „Schade, dass ich das nicht live gesehen habe. Hallo, hat das jemand genau gesehen und ist so lieb und gibt mir seine Erinnerung?“, fragte Fred aufrichtig interessiert in die Runde und erntete nichts weiter als ratloses Kopfschütteln bei so viel Dreistigkeit. Ihre Mutter schien es nicht fassen zu können, wie die Twins sich benahmen.

„Oh, mein Godric, liegen da Tote?“, schrie die Weasleymutter lauttönend über alle hinweg und beendete damit erstmal effektiver als jeder Befehl die Offenbarungen der Twins.

Auch ich sah jetzt wieder zu den Toten und klar, es war morbide, dass in diesen heiligen Hallen noch immer die Toten rumlagen, während die Schüler ebenfalls noch alle in der Halle versammelt waren, doch ehrlich gesagt hatte ich sie schon fast wieder vergessen gehabt und viele der Schüler sicher auch, denn ihre Aufmerksamkeit galt einzig und allein unserem Gespräch.

„Fred, George, was soll das? Das ist nicht lustig!“, raffte sich ihre rechtschaffende Mutter auf, das Geplänkel der beiden empört zu rügen, aber sie wurde übergangen. Wie schön, zu sehen, dass sie für nichts und niemanden Respekt empfanden, ganz gleich ob Eltern- oder Lehrerteil und so fuhr der andere ungerührt fort.

„Denkst du, die haben sich dafür freiwillig gemeldet, als Zielscheibe herhalten zu dürfen?“, meinte George gemäßigt, aber nicht weniger boshaft und sie klatschten einander breit grinsend ab.

„Das nicht“, erwiderte Fred. „Aber ich hätte auch gerne an meiner Wurftechnik gearbeitet, verdammt, wer hatte da seinen Spaß ohne mich?“, kam es vorwurfsvoll von ihm und eines musste man ihm lassen, er war mit Begeisterung dabei.

„Leute, das reicht“, fuhr Hermione alle rüde an und da streifte sie kurz ein mitleidiger Blick von Fred.

Aber sie hatte Recht, alles musste nicht jeder wissen, die Ohren aller Anwesenden hier waren gespitzt. Hermione, die erschöpft und auch leicht überfahren wirkte, aufgrund des Auftauchens der ganzen Bande, hatte ihre Arme vor der Brust verschränkt und war alles andere als angetan. Wir wurden mal wieder vor vollendete Tatsachen gestellt, ohne wirklich Einfluss darauf zu haben und genau wie ich war sie nicht begeistert davon.

Mittlerweile hatte sich eine große Gruppe um uns geschart, all die Leute, die die Twins mitgebracht hatten, dazu das Trio, die Lehrer, Severus und Blaise und Astoria. Wir standen in einer lockeren Gruppe und man erkannte deutlich, dass der ein oder andere sehr daran zu knabbern hatte, all das zu verarbeiten, was grade auf ihn herein prasselte. Ein Blick über die Schulter zeigte mir, was ich von meinen Mitschülern vermutet hatte. Die Meisten von ihnen waren mucksmäuschenstill und blickten mit großen, angsterfüllten Augen zu uns, während andere sehr, sehr leise und aufgeregt tuschelten. Potter und Weasley hielten weiter Stellung vor Severus und wirkten wie ein Bollwerk, das ihn vor der Wut der Lehrer und Schüler beschützen wollte, doch wenn man genauer hinsah, eher wie ein sehr erschöpftes und genervtes Bollwerk. Sie sahen mitgenommen aus und ließen sich nicht in die Unterhaltung ziehen. Mit Sicherheit nervte auch Potter der ganze Aufstand hier.

„Severus, wir haben keine Zeit. Wir müssen die Kinder in Sicherheit bringen“, forderte Lupin vertraulich und drängend, immer der verantwortungsvolle Lehrer, der er mal gewesen war. Aber er hatte zur Abwechslung mal Recht. Die Jüngsten rauszubringen entsprach auch meinem Plan. Wir mussten vorankommen und hatten keine Zeit für diese unnütze Plänkelei.

„Lupin, wie unschön, dir schon wieder persönlich zu begegnen… aber sag, müsstest du nicht bei deiner eigenen Plage sein, um diese zu beschützen?“, legte Severus mit Ironie seinen Finger auf einen schmerzhaften Punkt, sodass der Mann wie geprügelt zusammenfuhr.

„Severus, ich bitte dich, das ist nicht deine Sache, wir haben wichtigere Probleme und Ted… Teddy geht es gut!“ meinte er dann zuvorkommen und Severus dunkle Brauen schossen verächtlich in die Höhe.

„Lupin, das hast du nicht im Ernst gemacht, oder? Teddy? Ted Tonks, lass mich raten, er hat die Gabe der Mutter geerbt und ist bunt?“, schüttete Severus seinen bitteren Sarkasmus über seinen ehemaligen Kollegen aus.

„George, halt mich fest, sonst fall ich diesem dunklen Humor gleich um den Hals“, kam es affektiert von Fred und ich warf ihm einen schneidend scharfen Blick zu.

„Und das wäre dann wohl das letzte was Sie täten!“, drohte mein Patenonkel unverhohlen mit der ihm eigenen düsteren Ausstrahlung.

„Fred, George, hört auf, ich denke, es ist der falsche Zeitpunkt, Severus‘ Geduld auf die Probe zu stellen“, meinte das Biest entschieden und warf ihnen ernste Blicke zu und oh Wunder, das unheimliche Duo hörte tatsächlich auf sie und hielt endlich die Klappe.

„Endlich!“, servierte Mcgonagall erleichtert und trat vor „Sie alle… sie schulden mir eine Erklärung, sofort“, mahnte nun die Löwenmama und blickte nacheinander sichtbar unzufrieden ihre Gryffindors an. Blaise, Astoria, die noch an Potter hing, und mich streifte ihr Blick nur kurz und eher irritiert. Offenbar konnte auch sie Prioritäten setzen und ihre Neugierde hintenanstellen, wenn es darauf ankam.

„Hatten Sie damit zu tun, haben Sie sie verdorben? Ist das Ihr Werk, Snape? Was soll das hier, diese Verbrüderung, Potter?“, fragte der schwarzhäutige Auror, den ich aus diversen Berichten des Propheten erkannte, tonlos. Jedoch schien er sehr mitgenommen und selbst das wäre wohl untertrieben, so sehr starrte er auf das, was sich vor seinen ungläubigen Augen abspielte.

„Ich?“, meinte Severus empört. „Shacklebolt, ich bin unschuldig, da gab es nichts zu verderben, das haben die ganz von allein geschafft“, verkündete er zynisch und diesmal bewegte sich dann doch ein Mundwinkel leicht nach oben, aber ich denke, die anderen übersahen das durchaus.

„Es ist alles so, wie es sein sollte“, antwortete Potter eher eindringlich und genervt und hatte weiter den Arm um Astoria gelegt, während er seinen Zauberstab in Händen hielt. Immer wachsam… Er starrte Shacklebolt geradezu störrisch entgegen, bis dieser schließlich wortlos nachgab. Der Ernst der Situation war jedem hier bewusst.

„Die jüngeren Schüler müssen wirklich die Schule verlassen!“, warf nun Potter in die Runde und mischte sich so zum ersten Mal von sich aus ein. Ich musste Severus dabei gar nicht ansehen, um zu wissen, wie er dabei, wenn auch nur innerlich, die Augen verdrehte. Allein schon, weil es Potter war, konnte er das nicht unwidersprochen zulassen. Egal wie wir alle zueinander standen, manches änderte sich halt nie. „Das entscheide noch immer ICH, Potter!“, fielen ihm gleichzeitig Severus und McGonagall ins Wort. Nachdem beide erst das Großmaul Potter tadelnd und maßregelnd angeblickt hatten, starrten sie nun einander nicht weniger giftig an.

„Ich bin der Schulleiter!“, stellte Severus dröhnend klar und zeigte, dass er weiterhin den Anspruch auf diese Position verteidigen würde.

Für uns, für mich, war es gut gewesen, dass er im letzten Jahr der Schulleiter gewesen war, hatte ich doch so recht große Freiheiten gehabt, auch wenn wir natürlich damit zu kämpfen gehabt hatten, die Fassade für die Carrows aufrecht zu erhalten, auch wenn dies eine völlig andere gewesen war als die, die wir unter Dumbledore hatten zeigen müssen. Aber immer hatten wir im Verborgenen agiert und auch wenn dies sich nun ändern würde, mussten wir nicht mehr preisgeben als nötig war. Es war nie gut, den Kreis der Mitwisser zu sehr auszuweiten.

„Hmpf… unwürdig“, giftete McGonagall pikiert zurück.

„Ich entscheide, egal ob Ihnen das gefällt, Minerva“, betonte Severus sehr akzentuiert am Ende und lieferte sich geradezu ein Blickduell mit der alten Gryffindor.

Severus ließ sich sein Recht darauf, der amtierende Schulleiter zu sein, nicht von der alten Gryffindor nehmen und zeigte dies auch deutlich in seiner unnachgiebigen Haltung, bis sie schließlich wortlos nachgab. Doch noch bevor Severus handeln konnte, teilte sich die uns umgebende Gruppe der Ordensleute.

„Das ist doch jetzt völlig egal. Die Kinderchen haben hier nichts zu suchen“, trat auf einmal jemand aus den Reihen der Neuankömmlinge, den ich schon von Anfang an grimmig im Blick gehabt hatte, den Hermione jedoch offenbar bis jetzt übersehen hatte, aber bei seiner Haltung und Aufmachung konnte er auch gut in der Menge untergehen, wenn er denn wollte. Als er nun jedoch nach vorne trat, war er von einem auf den anderen Moment mit voller Präsenz da und zog die Blicke aller wie ein Magnet auf sich.

Dracos Sicht Ende

Severus Sicht

„Sie haben sie befreit… sind Sie irre?“, wartete das Biest völlig losgelöst gar nicht auf die Reaktion von mir, oder der fauchenden Löwenmama, sondern schoss wie vom Blitz getroffen nach vorne.

Was bildete sich dieser ehemalige Dark Lord ein?

Dass er sich jetzt so in den Vordergrund spielte und versuchte, den Ton anzugeben. Aber mein Einschreiten war erstmal unnötig, da sie Grindelwald in einem unerwartet schrillen Ton kritisierte und ihre Stimme hätte wohl jeder, der sie nicht genau kannte, als kalt bezeichnet, aber ich filterte sehr wohl die Besorgnis heraus, die Hermione unter dem scharfen Zischen zu verbergen suchte und damit standen die beiden sofort im Fokus.

„Grindelwald!“, wisperte auch umgehend die Gryffindor-Löwenmama bodenlos entsetzt und fasste sich an ihr Herz.

Ein deutlich vernehmliches Raunen ging durch die anwesenden Schüler, als sie erfassten, wer dort gerade nach vorne getreten war und einige Schüler, die vielleicht tatsächlich bei Binns aufgepasst hatten, wichen erschrocken zurück. Auch unter den Ordensleuten stand einigen der Mund erschrocken und geschockt weit auf und besonders Flitwick musterte den dürren, alten Mann abschätzend. Unterdessen besah sich der Greis, der Grindelwald war, die resolute Dame vor sich mit blitzendem Blick. Sie verbarg nicht, dass sie ihn sofort als den erkannte, der er war, und stellte sein Leben, sein Überleben überhaupt nicht in Frage. Und jetzt erlebte das Biest, was es bedeutete, für andere einzustehen und für andere verantwortlich zu sein. Diese Gutmütigkeit konnte einem gefährlich in den Allerwertesten treten und eine unabwägbare Gefahr darstellen, weshalb ich es meist nicht tat, da helfen anstrengend war.

„Erfreut“, stritt indes der Alte McGonagalls Behauptung nicht ab, sondern grinste sie zahnlückig und glatzköpfig ein wenig verwegen und auch ziemlich selbstsicher an, „und Sie sind, meine Teuerste?“, fragte er höflich mit sich neigendem Kahlkopf zurück und ja, ich konnte durchaus behaupten, dass er selbst als uralter Totenkopf in brauner unansehnlicher Mönchskluft mehr Charisma und Ausstrahlung sein Eigen nannte als unser neuauferstandener und seitdem so nasenloser Lord. All dies waren Attribute, die dem Dark Lord gerade mächtig abgingen und seine Autorität und Souveränität untergruben.

„Das ist Professor McGonagall“, informierte ihn Potter aus dem Hintergrund und das ließ den Alten noch faltiger lächeln.

„Ohh, ja, ich entsinne mich, eines der Anhängsel von Albus, so jung, so treu, so loyal und so unwissend in Ihrem blinden Aktionismus… Sie hatten in Ihrer Jugend viel von Scarmander… von dieser Nervensäge Newt…“, informierte er sinnend.

Dabei bemerkte ich, wie sich der junge Mann neben Lovegood versteifte und machte in ihm Rolf Scarmander aus. Einen Abkömmling eben jenes Newt Scarmanders, der zusammen mit Albus gegen Grindelwald agiert hatte. Ich glaubte, es war sein Enkel. Jedoch hatte ich ihn nie unterrichten müssen, oder dürfen, wie auch immer, ich sah es positiv, diesem Trauerspiel entkommen zu sein. Soweit ich wusste, war er von seinen auf den Kontinenten umherreisenden Verwandten unterrichtet worden und hatte nur seine offiziellen Prüfungsergebnisse in Hogwarts abgelegt. Tja, manchmal waren die Wege des Schicksals unergründlich. Dass gerade diese beiden aufgrund der Geschichte ihrer Familie jetzt auf derselben Seite standen, das war nur Draco und der Enklave in Irland zu verdanken.

Wobei, machten meine Gedanken einen zynischen Sprung, konnte man sich wirklich sicher sein, auf welcher Seite dieser Dark Lord stand?

Dies fragte ich mich abwägend, als ich ihn genau musterte, während das Gespräch weiterging.

„Moment, als Sie besiegt wurden, da war ich zehn!“, informierte McGonagall schnarrend und dieser Hinweis war spannend, da er sie eigentlich nicht kennen konnte, als er plötzlich spöttisch loskicherte ob dieses echauffierten Einwurfs.

„Wohl an, Albus war durchaus so freundlich, das Licht der Information ab und an mit mir zu teilen und mich in Auszügen an seinem Leben teilhaben zu lassen, während er mich in meinem Gefängnis hat dahin fristen lassen“, gab er gerne eine Erklärung mit einigen fiesen Spitzen gegen seinen alten Gefährten.

„Er hat Ihnen geschrieben?“, meinte jetzt das Biest hörbar beleidigt, dass sie etwas mal nicht wusste.

„In den letzten Jahren eher weniger, da war ihm nicht langweilig…“, wandte sich Grindelwald ihr wieder umgehend zu und auf einmal grinsten sie sich an und lachten laut auf, in sich verstehender Zweisamkeit und kurz erlaubte ich mir das abfällige Kräuseln meiner Lippen. „Sonnenschein, ich sehe, wie sehr du dich freust, uns alle zu sehen!“

„Freuen? Ich könnte Sie in Grund und Boden stampfen, was denken Sie, was passiert, wenn Fenrir Remus oder Tonks erschnüffelt? Dann bin ich dran!“, ereiferte sie sich zornig.

Verflogen war der innige Moment der Eintracht und des Verständnisses zwischen ihnen. Eines durfte man nie vergessen, das Biest war nachtragend und vergaß selten. Aber ich verstand ihre Bedenken und fand es auch dreist und vor allem gefährlich von Grindelwald, diese niemals Verstorbenen hierhergebracht und der Öffentlichkeit präsentiert zu haben. Die einzige Person, die fähig war, Tote wieder zum Leben zu erwecken, war sie, das Biest, und da würde selbst der Lord eins und eins zusammenzählen können, wer für das unerwartete Überleben dieser Personen zuständig war, auch wenn es nicht bei allen ihrer besonderen Fähigkeiten bedurft hatte. Tja, das passierte aber des Öfteren, wie ich leidlich festgestellt hatte, anderen zu helfen bedeutete, seinen Kopf hinzuhalten. Sie würde sehen, was sie davon hatte. Diese Gestalten um sich geschart zu haben war ein unkalkulierbares Risiko gewesen, das ihr jetzt wie ein widerspenstiger Schnatz um die Ohren flog.

„Wie sprechen Sie mit diesem Mann?“, „Das ist Gellert Grindelwald“, „Ich weiß gar nicht, wer schlimmer von den beiden Lords ist!“, „Er ist gefährlich, er ist schlimmer als Der-dessen-Name-nicht-genannt-werden-darf“, erhoben diejenigen vehement ihre Stimme, die das Alter hatten, den aktiven Gellert Grindelwald gekannt und erlebt zu haben, der zu seiner Zeit Angst und Schrecken hatte wie kein Zweiter. „Miss Granger wusste nicht, wer das ist, man muss sie schützen“, kam es hoffnungsvoll und ich rollte mit den schwarzen Augen, darüber, wie naiv einige doch noch immer sein wollten.

„Ha, was für ein Kompliment, ich danke den Herrschaften, auch ich schwelge gerne in glorreichen Zeiten!“, zeigte sich Grindelwald souverän über den Tratsch und winkte mit seiner knochigen, gichtverkrümmten Hand honorig in die Runde.

„Professor, danke dass Sie sich sorgen“, erhob Hermione ziemlich laut wegen des Gebrülls ihre Stimme und sorgte dafür, dass alles um sie herum ruhiger wurde, als ihr scharfer Blick wieder zum Gesprächsthema zurückglitt. „Aber ich kann mit ihm reden wie ich will, da mein Gegenüber weiß, dass ich gerade schwer zu kämpfen habe, ihm nicht die an die Gurgel zu gehen.“

„Einen Keks?“, erhob Gellert eine Hand, in der er tatsächlich einen hellbraunen Cookie hielt, den er aus den Taschen seiner Kutte hervorgezaubert hatte.

„Ahhh, ich will keinen Keks“, schrie das Biest aufgebracht und stapfte wenig damenhaft und vor allem minimal kindisch mit ihrem Fuß auf.

„Hey, das war ein Friedensangebot, extra mit vielen kleinen Schokostückchen, so wie du es magst und du siehst aus, als ob du Zucker gebrauchen könntest. Ich bin mir sicher, dass du heute noch Blut geben wirst müssen“, mahnte er absolut gelassen, trotz ihres Wutausbruches und sofort bewertete und analysierte ich seine Aussage, und gab ihm Recht. Sie würde Energie brauchen, aber Einigkeit mit diesem Dark Lord, das erschütterte mich beinah. Unfassbar, aber wahr.

„Ahhh, bin ich nur von Idioten umgeben? Sie sind doch nur hier, weil Sie zu Albus wollen!“, warf ihm das Biest mit zornbebender Stimme vor.

„Wie nah stehen sie sich?“, fragte McGonagall mit hörbarem Unbehagen.

Ein Misstrauen, das sie so miesepetrig aussehen ließ, dass sie es nicht kaschieren konnte, und das sie gewöhnlich nur zur Schau trug wenn sie mich musterte, zierte gerade ihre ältlichen Züge. Tja, also schien Grindelwald sogar noch vor mir auf ihrer Abschussliste zu stehen. Ich war mir unsicher, ob ich geschmeichelt oder aber beleidigt sein sollte, derart schnell ausgetauscht worden zu sein.

„Sie ist mein Sonnenschein… der mich errettete. Was Albus nicht tat, sie tat es. Sie ist mein Licht!“, wandte sich dieser gemeingefährliche Alte mit einem zahnlückigen Grinsen zu Minerva, der ein sichtbarer Schauer durch den ganzen Körper lief, da offenkundig wurde, wie nah sich diese beiden standen und Hermione augenrollend ob seiner Worte die Augen verdrehte.

„Du hast einen Verbrecher aus seinem Gefängnis geholt? Wann?“, fragte Arthur tonlos.

„Sie traut sich halt was“, warf dieser teuflisch verrückte Twin hörbar bewundernd ein. „Ich glaub, das war in ihrem sechsten Jahr, oder war es früher?“, „Im fünften?“, „Ich hab den Überblick verloren“, wechselten sich diese Unholde, wie gewohnt, in ihrer Rede ab.

„Die da gehen sicher auch auf ihre Kappe“, deutete einer der Teufel feixend auf die aufgespießten Carrows, die noch immer hinter mir auf dem Podest lagen und um die sich keiner mehr scherte. Pietät war in solchen Zeiten ein Fremdwort allerbester Güte.

„Wenn ihr zwei Red Devils nicht gleich die Klappe haltet komm ich über euch“, drohte das Biest mit einem Knurren.

„Mr. Weasley, Miss Granger“, echote McGonagall empört und tadelnd.

Die alte Frau bekam hektische rote Wangen, als man ihr die Toten wieder ins Gedächtnis rief, was mir wiederum verriet, dass sie mit sich haderte, ob sie nicht Schuld am Ableben der Geschwister trug. Gryffindor musste man sein, um sich das Leben so richtig schön schwer zu machen. Tja, das wäre nichts für mich.

„Nein, Fred, den Spaß hatten Hermione UND oder Snape…“, „Boah, wie gemein, dass die immer den Spaß abbekommen“, murrten diese teuflischen Twins abwechselnd erregt.

Ich kämpfte arg mit mir, keine Erwiderung zu geben, aber meine Geduld war fast am Ende. Die Schüler in der Halle bekamen all dies mit, der Orden und die Lehrer lauschten nur zu aufmerksam, wenn auch ungläubig, und langsam war es genug. Ich würde hier nicht in aller Öffentlichkeit diskutieren lassen, woran das Biest und ich Spaß hatten oder eben nicht. Das ging zu weit und ging niemanden etwas an.

„Hey, ich bade meine Hände in Unschuld“, kam es knapp von dem Biest, das gerade von einem der Twins übermütig an ihrem Pferdeschwanz gezogen wurde.

„Der Einfluss von euch untereinander und aufeinander ist bedenklich“, trat Lupin hervor.

„Es reicht!“, donnerte ich nun entnervt und laut dazwischen, denn dass sich nun auch noch Lupin in seiner ätzend moralischen Art einmischte war der Tropfen, der den Kessel zum Überlaufen brachte.

Und oh Wunder, diesmal wagte es keiner, mir ins Wort zu fallen, oder zu widersprechen. Mein strenger Blick in die Runde wurde von einigen konsterniert erwidert, aber sie schwiegen. Ich würde nicht zulassen, dass dies hier zur großen Tratschrunde über mich wurde, so weit kam es noch. Gellert hingegen grinste nur zahnlos und hintersinnig. Ich würde einem Dark Lord nie vertrauen, gerade ihm nicht, denn in meinen Augen war er nicht weniger gefährlich als früher.

Nur langsam löste sich die Spannung wieder, während sogar McGonagall nun gewillt war, wenn auch widerwillig, mein Wort als das Letzte zu akzeptieren.

„Wir haben viel zu tun“, verkündete ich bedeutungsschwer und wollte auf das Wesentliche zurückkommen. Ich war nicht bereit, über irgendetwas mich betreffend Auskunft zu geben und würde mich nicht diesem Getratsche hingeben.

„Gellert, schön, Sie wiederzusehen… aber wir müssen vorsichtig sein“, trat Potter auf Grindelwald zu.

Potter war damit der Erste, der sich in der für viele undurchsichtigen Lage vorwagte. Damit lenkte er das Gespräch wieder in bessere Bahnen, was aber auch für den nächsten Paukenschlag sorgte, da ihm seine Begrüßung ein Durchwuscheln seines wirren Haares einbrachte. Mir schwante gar Übles, denn egal was ich tat, die Situation entglitt uns allmählich. Zu viele unbekannte Variablen und Lucius hatte keinen blassen Dunst von dem, was sich hier in der Schule abspielte. Die Situation drohte uns tatsächlich zu entgleiten, noch bevor der Kampf begann, da die unsäglichen Bälger einfach zu viele Geheimnisse hatten. Sie hatten sich verzettelt.

Severus Sicht Ende


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BeitragThema: 654. Mobilisierung   Kapitel 653-654 EmptyDi März 19, 2019 10:15 pm

654. Kapitel Mobilisierung

Hermiones Sicht

Uns lief die Zeit davon und doch kam ich nicht umhin, Severus‘ erinnerungswürdige Vorstellung zu honorieren.

Es war beeindruckend gewesen, zu verfolgen, wie er souverän mit McGonagall gespielt und dabei wie aus dem Handgelenk und gänzlich nebenbei diese nervigen Carrows getötet hatte, oder wie Harry sich gezeigt und allen offenbart hatte, dass wir uns alle kannten und verstanden, dass wir alle zusammenarbeiteten.

Dass er unterstrich, dass wir alle ein Team waren!

Die bewegte Masse, in der ich ausgeharrt hatte und die die Menge der nicht Eingeweihten in Hogwarts ausmachte, hatten sich entsetzt und absolut fassungslos gezeigt, ob dieser Offenbarung. Auch als Astoria Harry um den Hals gefallen war und Draco sich nicht hatte aus der Ruhe bringen lassen, war selbst dem Dümmsten unter ihnen klar geworden, dass dort etwas lief, das sie nicht verstanden und das schon seit sehr langer Zeit.

Draco und Astoria!

Es war das erste Mal gewesen, dass ich sie von Angesicht zu Angesicht sah, seitdem ich dank Blaise davon wusste, dass sie es getan hatten und eine Verbindung, eine Beziehung zueinander eingegangen waren und so sehr es schmerzte, man konnte sehen, dass sie gut zusammenpassen würden. Es war nicht so wie bei uns damals, wie bei Draco und mir. Feuer und Eis, das aufeinandertraf und zu leidenschaftlichen Eskapaden führte, nein, es war eher etwas Sanftes, Beständiges, so wie er sie sanft angelächelt und gezeigt hatte, dass er nachvollziehen konnte, warum sie Harry so frenetisch begrüßte.

Etwas was ich auch bei Severus hatte beobachten können, der zwar allgemein relativ genervt ausgesehen hatte, aber lasst uns ehrlich sein, wann war dies bei ihm nicht der Fall?

Als sich Blaise und ich aus dem Pulk lösten, um zu den anderen zu gehen, hatte er auf mich eingesprochen. Er hatte nach dem Drachen, dem Einbruch gefragt und mir wiederum auf die Schnelle erzählt, dass Draco bei den Veela gewesen war und dass diese wiederum stinksauer auf den Lord waren, seitdem sich die Riesen auf den Weg nach England gemacht und ihr Lager verwüstet hatten. Aber jetzt, da ich wusste, dass die Riesen kamen, graute es mir erst recht vor dem Kampf.

Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen platzten dann noch ganz viele an sich tote Leute herein und die Twins hatten die Muße, alle ihre Verrücktheit sehen zu lassen und jetzt stand ich vor Gellert und funkelte ihn wütend an. War er irre, mich so auffliegen zu lassen?

Es passte mir, aber ganz sicher auch Severus und Draco nicht, wer sich hier alles tummelte. Und auch wenn Severus bisher hier alles unter Kontrolle gehab hatte, wurde es dank der Neuankömmlinge immer schwerer, die Oberhand zu behalten.

Ich stand kurz davor, mir die Haare auszureißen. Wie kam Gellert dazu? Er konnte doch nicht so mir nichts dir nichts die Totgeglaubten auferstehen lassen und es allen offenbaren und jetzt begrüßte ihn Harry auch noch innig. Ging es offensichtlicher?

„Ich gebe Ihnen gleich Sonnenschein, Gellert, was fällt Ihnen ein? Dort waren sie sicher“, überging ich diese Begrüßung und ließ meinen Frust an dem Alten aus und wenn er mir nochmal einen Keks anbieten würde, dann würde ich… ach, keine Ahnung, was auch immer, es würde denkwürdig sein.

„Sie ist echt sauer!“, „Achtung!“, „Aufgepasst“, „Also ich an Ihrer Stelle würde mir in die Hosen machen, wenn sie so böse auf mich wäre“, witzelte der weniger verrückte Zwilling zwinkernd.

„Bitte, Mr. Weasley, nur keine Scheu, machen Sie es wie die früheren Bewohner und lassen es einfach laufen, als es hier noch keine Bäder gab“, giftete Severus daraufhin in bester schnarrender Manier zurück.

Dabei flackerte mein Blick zu Severus, der ihm vergegenwärtigte, dass ich wusste, worauf er anspielte. Wobei das was Besonderes zu sein schien, bei den Blicken der Schüler, die uns vergegenwärtigten, dass das Gros natürlich nicht den blassesten Schimmer hatte, was Severus meinte. Im Gegensatz zu eben jenen hatte ich die Geschichte Hogwarts wirklich gelesen und in der stand eben geschrieben, dass es, bevor es die Badezimmer gegeben hatte, Gang und Gäbe unter den Bewohner gewesen war, sein Geschäft, wo man auch immer war, laufen zu lassen, um dann die Beweise verschwinden zu lassen, die sich dann netterweise in Luft aufgelöst hatten.

„Bäh“, spuckte Ron angewidert bei dieser Vorstellung von früher herzhaft aus.

„Leider wahr“, stöhnte Gellert mitleidig und schnalzte trotz seiner Zahnlücken mit der Zunge. „In Durmstrang kamen die Bäder erst, als ich gerade abging“, ließ er mit diesen Worten tief blicken.

Ein Zeitzeuge, wie nett, und wie gut, dass Hogwarts ein Jahrhundert eher mit den Bädern hatte dienen können.

„Was? Sie haben noch in die Hosen geschissen? Krass…“, kam es reichlich unziemlich von dem verrückteren der beiden Twins und Gellert warf diesem daraufhin einen allesvernichtenden Blick zu.

„Fred…“, überspielte seine bessere Hälfte eilig. „Das ist dein Metier, versuch es mal“, kam der Vorschlag und schon brüllte sein nicht minder verrückter Bruder vor Lachen laut auf, während das Gesicht seines Bruders Anlass zur Sorge gab, da er nicht abgeneigt wirkte und nur zu überlegen schien, ob er seine Hose runterziehen, oder einfach loslegen sollte.

Unfassbar!

Molly schien sich gerade in den Boden zu schämen, während ich damit zu kämpfen hatte, dass Gellert meine Geheimnisse offenbarte, aber es war nicht mehr zu ändern und damit musste ich mich abfinden und arrangieren. Reagieren war gefragt, sollten wir doch auffliegen, ich würde sehen, was da auf mich zukam.

„Harry, mein Junge, schön dich so schnell wiederzusehen!“, zog Sirius Harry schnell von Gellert und den verrückten Twins weg und ihn damit aus meinem Blickfeld und begrüßte ihn nun auch seinerseits.

„Sie sind erwachsen, Sonnenschein“, erhob Gellert mahnend. „Vielleicht wollten sie nicht sicher sein, wenn all diese armen kleinen Schüler es nicht sind… warum dann sie?“, offenbarte diese alte Nervensäge, was für ein exzellenter Redner er war, da sich sofort murmelnder Zuspruch erhob.

„Die Schüler sind ihnen scheißegal“, hielt ich wenig schmeichelhaft entgegen und seine Augen funkelten belustigt auf, während dem ein oder anderen bei meiner derben Wortwahl der Mund offenblieb.

„Ahhh… aber du nicht…“, parierte er gewandt und verpackte die bittere Wahrheit mit einem kessen Zwinkern.

„Man möchte brechen“, imitierte ich Severus, der hinter mir schon ein abfälliges Schnauben abgab, sich uns aber langsam näherte.

„Grindelwald“, begrüßte er nun seinerseits Gellert höflich.

Er war nicht überrascht, diesem Relikt vergangener Zeiten lebend zu begegnen. Ein Zeichen, dass sie sich ebenfalls schon kannten, was die Empörung unter den Zuschauern wieder höher schwappen ließ, aber die beiden Männer ließen sich nicht stören und Gellert neigte wiederum sein kahles Haupt.

„Keks?“, begrüßte Gellert freundlich grinsend, während er Severus das Gebäck hinhielt und nein, ich musste nicht in Severus‘ Gesicht sehen, um zu wissen, dass er sich fragte, ob er in einem Irrenstall gelandet war, denn das tat ich selbst zur Genüge.

„Ich wusste, dass Sie sich nicht an die Regeln halten“, schnarrte Severus in bester Manier daher und wirkte alles in allem resigniert und ich war regelrecht empört, dass er es so hindrehte als würde ich Gellert unterschätzen.

„Welche Regeln? Und wir wissen beide, dass für diese Schlacht jeder Zauberstab von Nöten sein wird, der sich finden lässt!“, wandte Gellert überzeugt ein und seine gichtverkrümmten Finger flatterten durch die Luft.

„Fenrir wird durchdrehen“, knurrte ich ungehalten und zählte geistig auf, was Fenrir alles sauer aufstoßen würde. Remus, Tonks und Lavenders Schwangerschaft.

„Ich dachte, den Wolf hättest du unter Kontrolle!“, wandte Severus mit finsterer Miene an mich ein. Und ich vernahm, ob der erschreckenden Erkenntnis, dass ich diese Person auch näher kannte, geschockte Blicke und erschrockenes Luftholen der Lehrer, aber auch von den Weasleys und ich rollte mit den Augen.

„Der böse Werwolf, der ist dir doch eh hörig und tanzt nach deiner Pfeife!“, kam es auch wenig hilfreich von Gellert, während wirklich jeder Ton in der Großen Halle verstummte und ich mir eine Locke aus der Stirn blies.

„Pah, schön wäre es, ich werde ihn eher umbringen müssen als dass er tanzt… wie ich es will“, murrte ich finster wegen dieser wenig schönen Aussicht, aber seitdem Lavender mit dem Kind eines anderen schwanger ging, sahen meine Karten selten schlecht aus.

„Bedauerlich… du magst ihn zu sehr“, schüttelte Gellert betrübt sein Haupt und Severus‘ Blick verdüsterte sich bei dieser Aussage. Ich glaubte, ihm schmeckte es nicht, dass auch andere mein Verhältnis zu Fenrir so einschätzten wie er es selbst tat.

„Nicht genug, um ihn nicht doch zu beseitigen, wenn es sein muss“, verkündete ich hart, da mir keiner meine Entschlossenheit absprechen sollte, aber gleichzeitig war mir mein Herz bleischwer bei dieser Aussicht.

„Hört, hört“, mischte Draco sich irgendwie abfällig und mit einem ungläubigen Schatten im Blick ein. „Das ist mir neu… woher der Sinneswandel?“, fragte er so nervig, dass ich ihm am liebsten eine runtergehauen hätte.

„Niemand tut Fenrir Greyback was, wenn dann nur ich“, bestimmte ich rigoros und erntete betretene Mienen, woraufhin Gellert den Kopf in den Nacken warf und gackernd loslachte, weshalb ich mich abwandte. „Du musst gehen“, meinte ich kalkulierend zu Severus, woraufhin er eine seiner schwarzen Brauen hochzog und abzuwägen schien. „Der Lord… geh zu ihm und sag ihm, dass Hogwarts eine Festung ist, die er nicht ohne Gegenwehr einnehmen kann“, erklärte ich umsichtig und jetzt sahen schon wieder alle, wirklich alle zu mir.

„Und du bleibst hier?“, fragte er daraufhin wenig begeistert mit dieser schnarrenden Stimme, die seinen Widerwillen deutlich kundtat. „Das wäre Selbstmord! Lucius würde nicht wollen, dass du hierbleibst. Du musst mit mir kommen!“, forderte er nicht weniger vehement.

„Lucius kann sich viel wünschen!“, erwiderte ich stur. „Wir sind so nah dran, das zu beenden… und ich bin nicht gewillt, dabei Lucius‘ Haustier zu spielen! Ich bin weder ein Hund… noch ein Pfau!“, spielte ich auf seine Haustiere an und bei den so treffenden Vergleichen zuckten Severus‘ Mundwinkel sarkastisch, dann trat er nah zu mir und beugte sich zu mir hinab, sodass mich seine Gestalt mehr oder minder vor den anderen verbarg und unsere Worte nicht mehr von jedem zu hören waren.

„Du weißt, dass das inakzeptabel ist. Du musst mit mir kommen!“, überwand Severus sein Amüsement und drang weiter in mich, dabei umhüllte mich sein Duft wie ein Versprechen. „Er hat die Truppen vor den Toren versammelt!“, warnte mich Severus mit eindringlichem Blick aus dem großen Fenster durch welches das Mondlicht hereinfiel und ich nickte bedächtig und zog dann die Schultern hoch. „Komm mit mir, du bist so störrisch wie ein Thestral“, grollte mir der Schulleiter zu, während ich ihn offen ansah, indem ich meinen Kopf in den Nacken legte, um nah zu ihm aufsehen zu können, dabei prägte ich mir seine scharfen Gesichtszüge ganz genau ein, während er seine Lippen zu einem missbilligenden, schmalen Strich zusammenpresste.

„Wir müssen die Schule in eine Festung verwandeln… geht das?“, fragte ich wispernd und kurz trübten sich diese so krassen, dunklen Augen, die er sein Eigen nannte und sein Blick fuhr auf meine Lippen und ich spürte, dass wir trotz des Publikums ganz nah davor waren, uns zu küssen.

„Natürlich geht das…“, schnarrte er eingeschnappt und ein Ruck ging durch seinen Körper, als hätte ich ihn beleidigt, aber ich vermutete eher, dass er beinah dem Impuls, den auch ich verspürt hatte, nachgegeben hätte und das ging natürlich nicht unter der Beobachtung, unter der wir standen. Gerade ragte er vor mir auf und faltete die Hände vor seiner schwarz verpackten Brust, wie eine Barriere, als müsste er sich selbst daran erinnern, mich nicht anzufassen. „Ich habe die Mauern verstärkt und ausgebaut, seitdem ich diesen Doxyhaufen leite und glaub mir, all das hier war in einem miserablen, um nicht zu sagen unbrauchbaren Zustand. Ich frage mich, was Albus die letzten Jahre getrieben hat…“, erhob er seine Stimme und spuckte verächtlich seinen Missmut hinaus und dabei ließ er meiner Ansicht nach tief blicken.

Er hatte Hogwarts ausgebaut und befestigt?

Das überraschte mich dann doch und das ging nicht nur mir so, denn ich konnte einige überrascht nach Luft schnappen hören. Ja, dass Severus untätig gewesen wäre, konnte man ihm wohl anscheinend nicht vorwerfen.

„Gut, das ist gut…“, erwiderte ich mit blitzendem Blick und lächelte ihn verschwörerisch an, bevor ich meine Stimme senkte und leise weitersprach: „… und Albus hat Spielchen gespielt, wie Zeit seines Lebens, aber das ist egal.“

„Egal ist nichts was Albus tat und tut. Ich spreche aus leidlicher Erfahrung“, kam es unheilvoll von Gellert und damit erntete er unsere ungeteilte Aufmerksamkeit.

„Gehen Sie halt zu seinem Portrait und halten ein Schwätzchen“, kam es frech von Severus und Gellert verzog die Züge, als hätte er etwas sehr Saures gegessen, aber Severus‘ Leid mit dem Portrait war mir zu gegenwärtig, als dass ich diese Aussage nicht nachvollziehen könnte. Selbst im Tod war Albus eine Plage.

„Sie… Sie haben die Schule befestigt?“, wagte sich Sprout hervor und sah Severus‘ Gestalt an, als würde sie ihn zu ersten Mal wahrnehmen, woraufhin er seine Lippen abfällig über ihre Fassungslosigkeit schürzte. Unterdessen wandte er sich ostentativ von ihr ab und sah Draco an, aber so leicht ließ ich mich nicht ausschließen und so trat ich zwischen die beiden.

„Sag Lucius, wir brauchen Zeit und haltet den Dark Lord auf, bis wir unseren Teil erfüllt haben…“, überging auch ich alle anderen, weswegen Severus‘ unleserliche Maske wieder zu mir herumfuhr.

„Draco?“, wandte sich Severus an den sichtbar zweifelnden und wenig begeisterten jungen Mann, der mich ansah, als wollte er mich schütteln und über meine Sturheit schreien.

„Mhm? Du willst meine Meinung?“, kam es ungläubig von Draco, der neben Severus fast durchscheinend blass wirkte, aber auch sehr aufgeräumt in seinem schwarzen Anzug, wie die wenigsten Anwesenden mit ihren Morgenmänteln, oder abgewetzten Jeans. „Sie ist verrückt und wahnsinnig. Sie riskiert alles… wie immer und das nur für ihn!“, zeigte Draco vorwurfsvoll auf Harry.

Dieser riss eilig die Hand hoch und versuchte, betont unschuldig auszusehen und ich seufzte. Dass Draco Harry für meine Entscheidungen verantwortlich machte und sie ihm noch immer nachtrug war bedauerlich, aber durchwegs falsch. Ich hatte immer für mich entschieden. Immer. Dass diese Überlegungen zu Harrys Gunsten ausgefallen waren, war Schicksal.

Und ganz ehrlich, wenn man sich vor Augen hielt, wie der Lord im Malfoy Manor gewütet hatte, oder wie Rabastan sein Leben ausgehaucht hatte, war man derzeit in der Nähe des Lords auch nicht mehr sicherer. Aber anders als Harry und ich ahnten weder er noch Severus, wie labil der Lord inzwischen wirklich geworden war.

„… und Vater würde das verbieten“, grollte Draco und mir ging mein Mund weit auf, weil ich mich minimal aufregte. Das war eine Frechheit. Ich hatte innerhalb dieser Familie so sehr um Anerkennung gekämpft, um mir nicht jetzt solche Anmaßungen gefallen zu lassen.

„Ihr könnt sagen was ihr wollt, ich werde hier an Harrys Seite bleiben“, beschied ich daher auch klirrend kalt und entschied, dass schreien kindisch gewesen wäre. Überbewertete Machos, wohin man sah.

„Großartig, läuft genauso wie wir uns das gedacht haben“, servierte Draco mit einer nicht von der Hand zu weisenden Bosheit, woraufhin sich meine Augen zu Schlitzen verengten.

„Wovon redet ihr?“, fragte ich hellhörig und trat auf sie zu.

„Nichts!“, kam es für meinen Geschmack viel zu schnell von Severus. „Ich denke nicht, dass ihr wisst, was ihr tut…“, zweifelte er offen an mir und ich verspürte einen schmerzhaften Stich und kurz fehlten mir die Worte, als sich Harrys Hand auf meine Schulter legte.

„Vertrauen Sie uns, Sir?“, kam es nun reichlich harsch von Harry, der sich vorschob, um sich vis-à-vis vor Severus aufzubauen.

„Im Leben nicht, Potter!“, spie Severus gewohnt verächtlich aus und verzog seine Züge zu einer abweisenden Grimasse, als wäre er beleidigt worden.

Diese ablehnende Haltung ließ Harry leicht schmunzeln. Man konnte nicht behaupten, dass Severus leicht zu lesen war.

„Ich Ihnen schon, Sir“, schaffte es Harry mal wieder, alle in der Großen Halle in Hogwarts gänzlich zu erschüttern, da er treudoof zugab, wie er zu Severus stand. Selbst Severus wirkte, als hätte er einen Zitronendrops verschluckt.

Denn diesmal waren selbst die DA und BL Mitglieder zutiefst aufgrund dieses Eingeständnisses überrascht, das offenbarte, wie weit diese Zusammenarbeit ging. Aber wer damit rechnete, dass Severus irgendeine andere Reaktion zeigte als Ablehnung, kannte ihn nicht. Niemand schmeichelte ihm mit solchen Aussagen.

„Lassen Sie die Melodramatik“, perlte es auch schon scharf von Severus, dem sehr wohl bewusst war, wie sehr wir im Fokus des allgemeinen Interesses standen.

„Severus, sei nicht so“, trat nun ich vermittelnd auf ihn zu und legte ihm meine Hand auf den Arm. Eine intime Geste, um ihn zu beschwichtigen und da er sich mir nicht entwand, strich ich ihm sanft über den Arm, während er mit sich haderte.

„Ich werde Lucius deine Weigerung überbringen!“, gab Severus nach lastenden Sekunden nach und ich verbiss mir das selbstzufriedene Lächeln, das sich auf meinen Zügen ausbreiten wollte.

Ich hatte gewonnen und Rons versteckt hüstelndes Lachen machte deutlich, dass sich auch die Jungs als Gewinner sahen. Ich ahnte, dass sich die beiden zuzwinkerten, denn sie machten stets ihre Späße, dass mir meine Männer verfallen waren.

„Hören Sie, wenn die Zeit kommt haben Sie Ihren großen Auftritt, Potter, verstanden? Albus sah in Ihnen immer das Schwein, das zur Schlachtbank geführt werden muss, also das ist Ihr Part! Dafür wurden Sie am Leben erhalten“, wandte sich Severus resolut und wenig einfühlsam an Harry.

„Ist mir gegenwärt…“, wollte Harry etwas erwidern, als der ausbrechende Entrüstungssturm unserer Zuhörer ihn verstummen ließ.

„WAS?“, „Wie?“, „Was bedeutet das, was soll das heißen?“, erregte sich die Masse.

„Wohl wahr, Sir!“, überging Harry die Unkenrufe und nickte entschlossen. „Ich kenne meine Aufgabe, Sir, und ich bin bereit dafür. Aber noch ist nicht die Zeit gekommen, um zu ihm zu gehen.“

„Wir sind einer Meinung, unfassbar“, ätzte Severus in der ihm eigenen, so charmanten Weise zurück. „Ja, das war Albus, immer auf das große Ganze blickend… wie sehr ich ihn vermisse, das hier hätte ihm Spaß gemacht“, ging mit Severus sein bekannter Zynismus durch und ich erkannte, dass wir alsbald alle unserer Wege gehen würden und jetzt, wo wir alle beisammen waren, fiel es mir umso schwerer, irgendwen gehen zu lassen.

„Ich bin auch unglaublich erstaunt, dass wir einig sind… Sir…“, gab Harry gleichbleibend höflich, aber doch auch provozierend Konter und so wandte ich mich wieder voll Severus zu. Für dieses Geplänkel, so unterhaltsam es auch war, blieb uns keine Zeit.

„Sag dem Lord, dass ich noch an Harrys Seite bin… dass ich darauf warte, eine Möglichkeit zu finden, ihn dingfest zu machen… dass ich eine Idee hätte…“, brach ich kurz ab und suchte den Mut, das auszusprechen was nötig war, dabei sprach ich so leise, dass nur die engste Gruppe um mich herum hören konnte, was ich sagte. „Eine Idee, um das zu schützen, was schützenswert ist und das zu vernichten, was vernichtet gehört…“, meinte ich verschwörerisch, dabei sprach ich von den Seelenteilen des Lords und seiner irren Idee, dass ich als sein SoulGatherer da irgendetwas drehen könnte, um das alles zusammenzufügen.

„Das soll ich dem Lord sagen?“, brach es ungewohnt laut, um nicht zu sagen empört aus Severus hervor. „Hast du einen Knall? Der Lord muss es tun… und nicht du!“, fuhr er mich scharf an und ich bemerkte sehr wohl, wie einige aufgrund seines Tons zusammenzuckten, während ich mich nicht rührte, ihm sogar einen leicht tadelnden Blick ob seiner gezeigten Gefühle sandte.

„Ich weiß und davon sprach ich auch nicht, er wird wissen, was ich meine“, erwiderte ich daher lapidar und zeigte Severus, dass er nicht alles wusste, was zwischen dem Dark Lord und mir besprochen wurde, was seine Augen furchtbar missmutig dreinblicken ließ. „Aber es wäre eine Ausrede… warum ich bei Harry bin! Sag ihm, genau deshalb muss ich stets bei Harry sein… bis es von meiner Seite erledigt ist!“

„Mhm, das will er also von dir, man kann nicht behaupten, dass er nicht einfallsreich ist!“, schnarrte Severus und wirkte abwesend, als würde er überlegen und ich war mir sicher, dass er das Bild richtig zusammensetzte.

„Erstmal müssen wir es finden“, kam es reichlich schnippisch von Ron und Harry und ich seufzte schweren Herzens.

Danach legte sich unangenehme Stille über uns, die Severus als Erster brach, indem er sich ruckartig Draco zuwandte. Es wirkte so, als hätte er für sich eine Entscheidung getroffen.

„Draco, wie mit Lucius vereinbart verbleibst du ebenfalls hier…“, verkündete Severus mit einem Ton, der keine Widerrede duldete und beide nickten einander bestätigend zu.

Woraufhin ich sofort wieder hellhörig wurde. Ständig kam es zu sonderbaren Anspielungen, dass Severus und Draco Vereinbarungen mit Lucius getroffen hatten, von denen ich keinen blassen Schimmer zu haben schien. Ganz toll, irgendwie fühlte ich mich hintergangen, oder besser übergangen.

„Abseits des Kampfes!“, grollte Draco leise, sah dabei aber so aus, als hätte er sich mit dieser Rolle abgefunden und als hätte es einiges an Intervention bedurft, Draco davon zu überzeugen.

Sie wollten ihn aus der ersten Reihe fernhalten? Galt das für mich ebenfalls, nur dass ich nicht eingeweiht worden war? Mir gefiel Severus‘ hintersinniges Lächeln, das er gerade Draco schenkte, gar nicht, als plötzlich dieser verrückte Alte vortrat, der mir mit der Befreiung sämtlicher Toter gehörig in die Parade gefahren war und sich gewichtig mit erhobenen Händen an alle wandte.

„Dieser Kampf wird schnell und früh genug durch die Tore hereinkommen!“, warnte Gellert unheilverkündend, aber durchaus realistisch und das unwohle Gefühl, in einer Falle zu sitzen, schien bei allen anzukommen.

Kurz breitete sich in der ganzen Halle die Furcht vor dem kommenden Grauen aus, das unaufhaltsam auf Hogwarts zuraste und selbst ich konnte mich gegen diese Wehmut nicht erwehren. Ich dachte, ich hätte mich seit Jahr und Tag darauf vorbereitet und doch fühlte ich, dass ich bisher nicht im Ansatz hatte ermessen können, wie endgültig alles sein würde.

Diese Nacht würde über unser Schicksal und das Schicksal der magischen Gemeinschaft entscheiden. Es gab keinen Weg mehr zurück und da fuhr ich minimal zusammen, denn plötzlich fühlte ich eine Berührung, ganz zärtlich, wie aus dem Nichts, und doch so tröstlich. Ich wurde gestreichelt, eine Fingerspitze fuhr ganz sanft über meinen Handrücken. Ich schloss die Augen und seufzte, als ich den schwachen Geruch nach Kräutern wahrnahm, der von Severus‘ Gestalt neben mir ausging. Wann war er so nah an mich herangeschlichen, dass er mich berühren konnte, ohne es die anderen sehen zu lassen? Es tat gut, diese Nähe zu fühlen und sich dem hinzugeben, kurz war ich versucht, mich völlig an ihn zu lehnen. Ich verspürte den Wunsch, ihn an meinem Rücken zu fühlen, wie er die Arme ausbreitete und diese von hinten um mich schlang, wie uns sein Mantel einhüllte und uns vor alldem was da kommen mochte, schützte und verbarg. Ich wollte ihn spüren, fühlen, schmecken, halten und doch tat ich es nicht. Ich gab meinem innigen Wunsch nicht nach, sondern blieb fokussiert und so dauerte dieser kostbare Moment nur Sekunden, bis Severus‘ Finger ganz langsam von mir glitten und schlussendlich dieses zaghafte Loslassen passierte, indem er sich von mir löste. Ich biss mir auf die Lippe. Der Verlust tat unendlich weh, aber er ließ los und er trat zu den Professoren, die bei seinen forschen Schritten einen Hüpfer zurücktaten.

„Professor McGonagall“, schnarrte Severus und sie trat sichtbar erhobenen Hauptes vor. „Hiermit erhalten Sie die Leitung von Hogwarts und dürfen mich vertreten!“, verabschiedete sich Severus eindrucksvoll von seinem Posten als Schulleiter und erhielt als Lohn für seine unerwartete Aussage einen derart dämlichen Gesichtsausdruck von ihr und dem Kollegium, wie ich ihn noch nie hatte erleben dürfen.

Er genoss diesen Abgang zu sehr, wie sein spöttischer Gesichtsausdruck verkündete, und ich bemerkte das zunehmende Rasen meines Herzens, da der Zeitpunkt gekommen war, an dem er ging, an dem der Abschied endgültig wurde und ich ihn gehen lassen musste. Nun war fraglich, ob ich ihn jemals wiedersehen würde. So könnte die flüchtige Berührung alles sein, was mir noch bleiben würde und wir gingen ohne wirklichen Abschied getrennte Wege.

Er ragte in all seiner schwarzen Pracht zwischen der Masse auf und sein dunkler Blick huschte über uns hinweg, als die bunten Fenster hinter dem Podium, auf dem sonst die Lehrer ihre Mahlzeiten einnahmen, mit einem Zauber barsten und während die Glasscheiben noch zu Boden rieselten, hob er seine Arme an. Dabei bauschte sich der Stoff seines weiten, schwarzen Mantels und er ward mit einem Schlag zu Rauch, seine Umrisse wurden unscharf und es war, als wäre der Stoff seines Mantels zu Flügeln geworden. Kurz erinnerte er an eine große, fledermausartige Gestalt, die davon flatterte. Er erhob sich, schwebte kurz über den beiden Toten auf dem Podest und flog dann durch das zerstörte Fenster hinaus in die Nacht.

Es war eindrucksvoll. Bisher hatte ich in meinem Leben nur den Dark Lord gesehen, wie er uns bei der Flucht der sieben Potters aus dem Privet Drive fliegend verfolgt hatte, oder halt auf Besen. Aber Severus‘ Einlage konnte mit Seltenheitswert punkten und ich genoss es, dass er fähig war, sich derart einmalig von der Schule zu verabschieden.

„Was war das?“, fragten sich alle unisono tief beeindruckt und wahrlich geschockt wegen dieses filmreifen Abgangs.

Hermiones Sicht Ende

Dracos Sicht

Ständig diese Gängelei. War das bei Vätern und Onkeln immer so? Anscheinend, das würde wohl selbst dann nicht aufhören, wenn ich selbst Vater eines Kindes sein würde!

Die Aussicht, nicht vorne mitmischen zu können, war wenig erbaulich. Aber in Wahrheit dachte ich gerade, dass ich nicht richtig sah, denn was sich vor mir abspielte war wirklich erstaunlich, ihr Verhalten einander gegenüber, ihr Zusammenspiel. Er berührte sie so innig und das vor der ganzen Schule. Severus zeigte für mein Verständnis ungemein viel Gefühl.

Natürlich war er so dezent, dass es die Wenigsten mitbekamen, aber den Lehrern und vor allem McGonagall entging es eindeutig nicht! Es fiel allen auf, wie einig und intim sie interagierten, nur trat diese Beobachtung in den Hintergrund und ich konnte mich gerade nicht weiter aufregen, denn mich fesselte Severus‘ unerwartet aufsehenerregendes Verschwinden.

„Was für ein Abgang“, erwachte der dunkelhäutige Auror als Erster nach seinem Abflug zum Leben und wirkte irgendwie schwer beeindruckt.

„Durchaus eine Leistung!“, gab selbst Grindelwald großzügig zu.

„Snape hat doch Stil“, nickte der Auror nochmal und zeigte sogar sowas wie Anerkennung.

Noch immer blickten alle auf den leeren Fleck, den Severus derart spektakulär zurückgelassen hatte und eines musste man meinem Patenonkel lassen. Er hatte es wahrlich drauf, unvergessliche und beeindruckende Abgänge hinzulegen.

Bisher hatte ich nicht mal den blassesten Schimmer gehabt, dass er das konnte!

Das war eines Dark Lord würdig und wenn ich mir die Gesichter Reihum besah, war es allen bewusst, dass es große Macht offenbarte, was Severus da gerade abgezogen hatte, wenngleich Gellert der Einzige war, der wie ein Irrer grinste.

„Episch, der Mann hat das geübt.“, „Quatsch, der wurde so geboren.“, „Mach mir die Fledermaus, Georgieboy!“, nahmen unsere Red Devils diesem Moment das Erhabene, indem sie es sofort ins Lächerliche zogen, weshalb ich mir das Lachen echt verkneifen musste und einen Stoß von Astoria in die Seite bekam.

„Hört auf, das ist eklig, wenn ihr von Sniffelus so redet… pfff…“, erhob Black sein Schandmaul, aber noch bevor ich etwas sagen konnte, regte sich jemand ganz anderes auf.

„Hör auf, ihn so zu nennen!“, fauchte Potter los, woraufhin Black umgehend verstummte und selten dümmlich dreinsah, weil Potter Partei für Severus ergriff. Das war wohl etwas, was er nie verstehen würde.

„Was, Sirius?“, kam es reichlich aufgeregt von Potter, doch auch Weasley fiel nun mit ein. „So was hatte er schon immer drauf, echt beeindruckend, das kann nicht jeder!“ Und dann übernahm wieder Potter. „Aber so was von… er schafft es immer, jemanden einzuschüchtern.“

„Kann das Vater auch?“, flüsterte ich Hermione zu, als diese mit grimmiger Miene zu mir herumfuhr.

„Woher zur Hölle soll ich das wissen? Ich bin gerade echt beleidigt, dass er mir das nicht beigebracht hat!“, ließ Hermione ungewohnt tief blicken und erntete Lacher von ihren schattenhaften Begleitern Potter und Weasley und auch Gellert stieg in das Lachen ein.

„Wie habt ihr Kunde von den Vorgängen erhalten, Kingsley?“, wollte McGonagall von dem schwarzhäutigen Auror erfahren und übertönte uns alle. Sie wandte sich interessiert an ihn, indes schenkte ich ihr ein überhebliches Lächeln, das meinen Vater stolz gemacht hätte.

„Ja, wer hat es dem Ministerium erzählt?“, fragte Potters Anhängsel misstrauisch und starrte zu seiner in Massen aufgetauchten Familie.

„Das waren unsere Ahnen“, murrte ich leise und erinnerte mich an diese seltsame, so tragende Zusammenkunft in Malfoy Manor, die mir auf ewig unvergessen bleiben würde.

„Im Sinne ihres Lords?“, krächzte McGonagall hörbar angespannt und ich runzelte die Stirn.

Was für eine Frage!

Erwartete sie jetzt echt von mir, vor aller Augen, dass ich ihr offenbaren würde, wo wir standen? So einfach, wie sie dachte, war das nicht. Es gab eben nicht nur Schwarz und Weiß, sondern eher eine Masse an Grauschattierungen. Ein Grau, das unserer aller Leben bestimmte und so antwortete nicht ich, sondern der Auror.

„Die Warnung?“, fragte er nach. „Da bin ich mir nicht sicher, da dort noch einige arbeiten, die nicht dem Lord beigetreten sind und hier geht es um ihre Kinder! Hogwarts galt bisher als sicherster Ort und jetzt wird er angegriffen. Die Nachricht schlug wie ein Bombarda ein!“, meinte er überlegend und mit seiner Aussage brachte er Vaters Überlegungen recht gut auf den Punkt.

Vater hatte nicht ohne Grund die Portraits ausgesandt, denn auch er wollte viele Kinder, magische Kinder in Sicherheit wissen. Da sie die Grundlage unseres Seins waren, unsere Zukunft.

„Dass sich jetzt die DeathEater um die Tore scharren, dürfte vielen bisher kuschenden Auroren nicht gefallen“, wandte Bill Weasley sehr überlegt ein.

Und natürlich würde es keinem gefallen, dass die Zufluchtsstätte ihrer Kinder vom Lord angegriffen werden würde!

„Potter!“, kam es vorwurfsvoll von Professor McGonagall und sie starrte Potter wie eine Erscheinung an. „Was geht hier vor sich?“, fragte sie sichtbar von all diesen für sie unverhältnismäßigen und unverständlichen Vorgängen mitgenommen. Dass sie die Bündnisse, die sich in den letzten Minuten offenbart hatten, überforderten, war ihr immer wieder deutlich anzusehen.

„Professor McGonagall, es ist kompliziert und wir Schüler waren noch nie soooo naiv wie viele geglaubt haben. Mal… Draco ist ganz anständig für seinen Hintergrund!“, erklärte Potter trotz aller Eile erzwungen ruhig und kurz verzogen sich meine Mundwinkel, als er zu vertraulich wurde. Es reichte, dass ich der Pate seines Kindes war, mit Vornamen mussten wir uns da noch lange nicht ansprechen, selbst wenn er mein Schwager werden würde, da ich seine Schwägerin heiraten würde.

„Hey, mal halblang, du bist immer noch unerträglich“, kam ich daher nicht umhin, klarzustellen. Nicht dass jemand auf die abwegige Idee käme, wir wären beste Freunde und schon schnaubte Astoria tadelnd. Ihre Anhänglichkeit an Potter nervte minimal.

„Ändert aber nichts daran, dass Voldemort kommt!“, erwiderte Potter meiner Ansicht nach viel zu gleichgültig.

„Oh, dürfen wir jetzt den Namen sagen?“, fragte Lovegood mit dieser träumerisch verzückten Stimme und ich konnte Severus nachfühlen; es war unfassbar.

„Ich glaube, es ist egal, wie wir ihn nennen. Er weiß, wo ich bin“, erwiderte Potter desillusioniert und ich gab ihm recht, hier half nur Rationalität.

„Ihr müsst sofort wieder fliehen!“, mischte sich die Mutter des teuflischen Duos hektisch ein und deutete mit zitternden Fingern auf das Trio. „So schnell wie möglich!“

„Wir können nicht“, erwiderten die drei wie aus einem Munde. „Es gibt etwas, das wir tun müssen! Weiß irgendjemand, wo das Diadem von Ravenclaw sein könnte?“, erhob Potter für alle laut vernehmbar mit einem Sonorus seine Stimme und blickte in viele ratlose Gesichter. „Professor Flitwick, wissen Sie irgendetwas über sein Verschwinden?“

„Das Diadem? Etwas mehr Weisheit ist nie verkehrt, Mr. Potter, aber in dieser Situation ist es wahrscheinlich nicht besonders nützlich! Und wo es sein soll, natürlich weiß ich es nicht! Es ist seit Jahrhunderten verschollen“, erwiderte der Professor für Zauberkunst piepsend. „Gesehen? Niemand hat es je seit Menschengedenken gesehen! Es ist verschollen, Junge!“, meinte er belehrend, da er anscheinend überhaupt nicht nachvollziehen konnte, wie Potter in so einer dramatischen Situation wie dieser an Tand interessiert sein konnte.

„Potter“, schritt Professor McGonagall für ihre Verhältnisse wieder ziemlich unhöflich ein und wendete sich dem Angesprochenen zu. „Wenn er, dessen Name nicht genannt werden darf, tatsächlich weiß, dass Sie hier sind dann…“, brach sie erschrocken ab, da Potters Blick verschwamm und er bedrohlich wankte.

Sofort stürzte sein bester Freund und zu meiner Überraschung auch Blaise zu ihm hin, um ihn an den Schultern festzuhalten und dafür zu sorgen, dass er nicht auf die Nase fiel, während Hermione alles andere als begeistert aussah und mir einen Blick zuwarf, der deutlich machte, was Potter gerade mal wieder passierte.

Er war wirklich eine absolute Niete, wenn es um seinen Geist ging!

„Was ist mit ihm?“, fragte Professor McGonagall besorgt und ich sinnierte, wie sehr es mir missfiel, dass Potter einen so engen Draht zum Lord hatte. Ich meine, diese Verbindung funktionierte in beide Richtungen, wie wir alle wussten, und gerade in dieser Situation war das echt ein Sicherheitsrisiko.

„Die Zeit wird knapp, Professor“, meinte Hermione mit der ihr allseits innewohnenden Beherrschtheit und stand nah neben mir. Indes schlug Potter seine Augen auf.

„Voldemort!“, meinte er eindringlich. „Er… er kommt näher und näher. Ich muss das Scheißteil finden!“, murrte er wütend und wischte sich über seine Stirn, auf der seine Blitznarbe gerötet zu erkennen war.

„Potter“, fuhr die zur stellvertretenden Schulleiterin aufgestiegene Löwenmutter entrüstet und scharf dazwischen.

„Ihr müsst die Schüler rausschaffen, während wir das Schloss durchsuchen… ich bin es, den Voldemort haben will, aber es wird ihn nicht kümmern, ob er ein paar mehr oder weniger unwichtige Leute umbringt, nicht jetzt…“, flog sein schmerzhafter Blick zu mir.

Und auch wenn meine Gefühle für Potter immer zwiespältig waren, gerade war mir beinah schmerzhaft bewusst, wie schwer die Bürde zu tragen sein musste, zu wissen, dass man das eigentliche Ziel des Lords war und nur weil man noch nicht zu diesem gehen konnte, würden Menschen sterben, da dieser alles dafür tun würde, um dessen habhaft zu werden, koste es was es wolle.

Ja, es war deprimierend, der Auserwählte zu sein und das Schicksal der Welt auf den Schultern zu tragen! Nie hatte ich mit Potter tauschen wollen, doch gerade jetzt war ich noch froher als sonst, nicht in Potters Haut zu stecken.

„Keine Sorge, dafür haben wir lange geübt“, meinte ich daher unerwartet freundlich und beschwichtigend zu ihm hin und er nickte erleichtert.

Daraufhin richtete sich Professor McGonagall zu voller Größe auf. Sie rückte ihr wirres Haar zurecht und zog wieder ihren Zauberstab, dabei lag Entschlossenheit auf ihren ältlichen Zügen.

„Wir werden die Schule sichern, während Sie suchen! Wir Lehrer sind ziemlich gut in Zauberei, wissen Sie. Ich bin überzeugt davon, dass wir den Feind eine Zeit lang aufhalten können, wenn wir alle unsere gesamten Kräfte einsetzen“, erklärte sie sehr bestimmt und resolut.

Kingsley Shacklebolt, der Auror, erklomm unterdessen das Podium, das noch immer nicht von den Leichen befreit worden war und baute sich mit seiner beeindruckenden Größe vor der Masse auf und schenkte den beiden verschiedenen Carrows keinen Blick.

„Wir müssen schnell handeln!“, beschwor er die Gemeinschaft. „Und wenn sich Hogwarts nun, da der Dark Lord vor den Toren steht, für eine Belagerung rüstet, wäre es tatsächlich ratsam, so viele Kinder wie möglich in Sicherheit zu bringen.“

„Da das Flohnetzwerk unter Beobachtung steht und Apparieren auf dem Gelände unmöglich ist…“, wandte Lupin zaghaft ein, als ich vortrat und ihn unterbrach.

„Moment“, meinte ich geheimnisvoll und sorgte für perplexe Stille.

Damit hatten sie nicht gerechnet, denn ich erntete konsternierte Blicke.

Ich registrierte, dass nun alle mich musterten, aber ich ließ mir Zeit, denn jetzt kam mein Moment und ich baute mich entschieden vor ihnen auf. Ich hatte lange geplant und so viel erschaffen, jetzt war es Zeit, einen Teil zu offenbaren und zu zeigen, dass da noch viel mehr war als die ungewöhnlichen Bündnisse, die bisher schon offenbart worden waren. Was dazu führte, dass die Rädelsführer McGonagall, der Auror und der ehemalige Lehrer mich mit offenem Mund anstarrten, da unsere Leute sehr wohl alle sofort auf mich hörten.

„Alle herhören: DA, BL zu mir!“, kam nun was ich Blaise die Schüler für genau diesen Augenblick hatte proben lassen.

Denn jetzt, wo er gekommen war, wollte ich auch den großen Auftritt haben und völlig auskosten. Sofort setzten sich überall Schüler in Bewegung und schlängelten sich durch die Masse der anderen Schüler nach vorne. Ohne Zögern nahmen sie Aufstellung. Direkt vor mir, mit einigem Abstand zueinander, bildeten die Teamführer eine Linie. Die BL nahm Aufstellung, angeführt in erster Reihe von Blaise, Abbott, Longbottom und Patil. Hinter ihnen reihten sich in einer Reihe ihre Teammitglieder auf, das waren für Blaises Team Brown, Creevey, Bones und Pansy. Sie alle waren ihrerseits Teamführer, die der DA, daher nahm diese nun ihrerseits hinter ihnen Aufstellung, in kleinen, geordneten Gruppen. Es wirkte sehr koordiniert, militärisch ordentlich und genau das hatte ich beabsichtigt, denn es sollte deutlich werden, wie gut wir alles geplant hatten. Blaise hatte die Aufstellung im letzten Jahr eingeführt und zu jedem der sehr, sehr wenigen Treffen zu Anfang des Jahres als obligatorisch gefordert.

Während diese Aufstellung schnell und ordnungsmäßig vonstattenging, konnte ich mir nicht verkneifen, zu beobachten, wie die Lehrer und die anderen herbeigeeilten sichtlich erstaunt große Augen machten, oder ihnen der Mund offen stehen blieb. Kurz musste ich innerlich grinsen, denn Blaise hatte irgendwann in einer Alkohollaune vorgeschlagen gehabt, dass die Trupps doch am Ende noch die Hacken zusammenschlagen sollten, wie er es mit den Twins in einem Muggelfilm gesehen hatte. Wir hatten im letzten Jahr die kleinen DA-Teams so aufgebaut und trainiert, dass sie in kleinen Einheiten zu zwei bis vier Personen agieren konnten. Die Teams waren sehr gut aufeinander abgestimmt und arbeiteten Hand in Hand zusammen. Die Teamchefs konnten sich so voll und ganz auf ihre Aufgaben als BL-Mitglieder konzentrieren.

„Die DA kümmert sich darum, dass die Kinder, die nicht kämpfen, verschwinden, gerade die Jüngsten! Dafür wäre Severus‘ Kamin im Schulleiterbüro eine Möglichkeit!“, bot ich geschäftig an und durfte erleben, wie die BL- und DA-Mitglieder sofort brav nickten.

„Sicher, Mr. Malfoy?“, zweifelte Slughorn und blickte irritiert zwischen mir und den Schülern hin und her, die in Reih und Glied Aufstellung genommen hatten, geordneter als es bei den DeathEatern jemals zugehen könnte. Doch er verstummte, als ihn mein stahlharter Blick traf.

„Natürlich! Severus hätte niemals zugelassen, dass man seinen Kamin überwacht“, informierte ich unseren Tränkelehrer hochnäsig.

„Moment. Wir kennen das Passwort nicht, um ins Büro zu kommen“, kam es gewichtig von Abbott und ich schmunzelte selbstsicher.

„Dann verrate ich es euch“, presste ich hervor, dabei wanderte mein Augenmerk zu ihr und sie machte große Augen. „The beauty is a beast“, verkündete ich dann laut, aber widerstrebend.

Dabei waren es gar einige, die die Anspielung verstanden und ebenfalls zu ihr sahen, allen voran die Anführer der BL und DA. Hermione ihrerseits versuchte, das zu überspielen und tuschelte mit ihren Anhängseln.

„Oder den Weg, den wir gekommen sind“, mischte sich soeben George ein. „Der Tunnel zum Hog’s Head!“

„Was für ein Tunnel?“, fragte Sprout leicht pikiert und Longbottom setzte zu einer kurzen Erklärung an, kam aber nicht weit.

„Wir sprechen hier aber von hunderten von Schülern!“, wandte Flitwick zweifelnd ein.

„Wir wissen das, Professor, aber wenn Voldemort und die DeathEater sich auf die Grenzen der Schule konzentrieren, wird sie jemand, der aus dem Hog’s Head disappariert, nicht interessieren!“, kam es überzeugend von Potter.

„Okay, alle herhören, VenTes zu mir!“, brüllte ich geschäftig.

Damit kam der nächste, kleinere Aha-Moment. Wobei, für einige war es wohl noch schockierender als die mir gehorchenden Schüler. Auf meinen Befehl hin lösten sich aus allen Gruppen die VenTes, die hergekommen waren. Alles in Allem waren es nicht viele. Scarmander, Krum, Wood, Jordan und als ihr Anführer Pucey. Noch im Gehen ließen sie alle ihre Umhänge von ihren Schultern gleiten und offenbarten, was sie bisher wohl verborgen hatten. Zum Vorschein kamen unsere unverwechselbaren, ausgefeilten schwarzen Uniformen, wobei Rüstungen mittlerweile fast besser passte. Wir hatten so viele Teile der Uniformen mit verschiedensten magischen Hilfsmitteln verstärkt, dass sie wirklich einem magischen Panzer gleichkamen. Angefangen hatten wir damals mit den magischen Armschienen. Ein Raunen ging durch die Menge, während die VenTes direkt vor mich traten.

„Also, ich möchte mal behaupten, dass wir hier genialste Arbeit abgeliefert haben.“, „Die sehen alle zum Anbeißen aus.“, „Richtig… heiß!“, rollte ich ob der Red Devils mit den Augen, da eigentlich Eigenlob bekanntlich stank.

„Die schwarzen Kämpfer…“, „Woher?“, „Malfoy“, vernahm ich den Auror, aber auch McGonagall, ach, was sagte ich, alle Anwesenden waren wirklich überrumpelt, da auch durch die Schülerschar ein Raunen ging.

„Ihr leitet diese Operation und sorgt dafür, dass die Kinder nach Irland gehen, dann fallen sie niemandem sonst in die Hände!“, befahl ich nicht ohne Grund und überging das Erstaunen, als McGonagall etwas einwenden wollte.

Aber innerlich genoss ich den Moment schon, denn auch wenn die VenTes die Schlacht nicht verpassen würden, eine größere Bühne würden sie und damit ich im kommenden Kampf nicht bekommen. Sie würden da sein und kämpfen, und das war es auch, das war ihre Aufgabe.

Die Kinder der magischen Welt waren Gold wert und so setzte ich unseren im Familienrat getätigten Plan in die Tat um. Es konnte niemand behaupten, dass sich Planung nicht bezahlt machte. Aber wir waren nicht bereit, dieses Faustpfand, was einige Kinder darstellten, hinaus in die freie Welt zu entlassen. Adrian, Wood, Krum, Jordan und Scarmander waren nicht ohne Grund hierhergekommen. Sie würden dafür sorgen, dass alle fliehenden Schüler in Irland aufschlagen und erstmal dort gesammelt verweilen würden, um für den Fall der Fälle als unsere Carte blanche zu fungieren, wenn ihre Eltern würden wählen müssen.

„Moment mal, Mr. Malfoy. Was soll das hier? Ich bin hier verantwortlich!“, trat nun die neue Direktorin mit all ihrer Autorität vor und baute sich vor mir auf, um zu betonen, dass nichts ohne sie lief. Doch dafür kam sie zu spät, um Jahre um genau zu sein. Denn hier lief schon lange vieles ohne Wissen und ohne Zutun der Lehrer und das sehr gut, wir brauchten sie nicht.

„Mag sein, aber jetzt nicht!“, servierte ich sie daher recht knapp ab und erntete einen wirklich entrüsteten Blick der Gryffindormutter und sie japste wie ein Fisch auf dem Trockenen.

„Dann kümmere ich mich um den Kamin!“, rief Pucey nun einfach dazwischen und war schon dabei, loszulegen. „Ich stell die Verbindung her, Jordan komm mit mir und dann sorge ich dafür, dass Marcus jemanden von uns in den Pub schickt, um dort die Disapparition, beziehungsweise den Transport mit den Portschlüsseln zu überwachen!“, erklärte er bekräftigend und war nach einem knappen Nicken von mir schon auf dem Weg, zusammen mit Lee Jordan, aus der großen Halle hinaus.

„Sehr gut…“, nickte ich wohlwollend und sah den Entschwindenden nach. „Weiter geht’s. Danach wird die DA ihre Häuser verteidigen. Geht an die Fenster und auf die höchsten Türme!“, befahl ich weiter und deutete auf jeden Einzelnen unserer Leute.

Unter den ungläubigen Augen der sogenannten Erwachsenen schwärmten und wuselten die Genannten durch die große Menge an Schülern, die nicht zu unserer Vereinigung gehörte, wobei den unwissenden Lehrern der Mund noch immer, oder schon wieder offen stand. Für sie musste das alles hier unbegreiflich sein. „Die Slytherins von uns sorgen dafür, dass die Kerker gesichert werden!“ Blaise verstand sofort, dass ich den geheimen Durchgang zum Verbotenen Wald meinte und nickte unwohl.

„Die BL wird außerhalb des Gebäudes tätig!“, erhob sich meine Stimme befehlsgewohnt über die Masse, als mich ein spitzer Ausruf innehalten ließ, weil die Löwenmama offenbar doch wieder aus ihrer Starre erwacht war.

„Ich weiß nicht, was BL, DA und VenTes bedeutend soll und ich weiß nicht, warum so viele es anscheinend wissen und auf Sie hören, Mr. Malfoy, aber als Schulleiterin von Hogwarts entscheide immer noch ich, was hier passiert!“, versuchte sie noch mal zu bekräftigen, welche Position sie ab jetzt innehatte. „Wir treffen die grundlegenden Schutzmaßnahmen rund um das Schloss und wenn von den Volljährigen welche bleiben und kämpfen wollen, sollten sie die Gelegenheit dazu bekommen“, überraschte mich McGonagall mit dieser unerwarteten Kampfansage.

„Ich will nicht kämpfen!“, „Ich will hier weg.“, „Ihr wollt kämpfen?“, „Seid ihr irre?“, „Das ist keine gute Idee“, kam es von verängstigten Schülern.

„Ja, haut ab. Aber wir, wir wollen hierbleiben und kämpfen!“, kam es ernst und frenetisch von Ernie Macmillan, der aufstand und es gab für ihn tosenden Beifall aus unseren Teams.

„Das ist nicht dein Ernst, Minerva“, kam es empört von der Übermutter Weasley, aber sie konnte sich nicht Gehör verschaffen, in dem entstehenden Chaos.

„Was ist mit unseren Sachen und unseren Eulen?“, fragte ein Mädchen aus Ravenclaw mit tränenumflortem Blick.

„Es bleibt keine Zeit, Habseligkeiten mitzunehmen. Wichtig ist, dass sie alle hier herauskommen! Wir haben bereits Schutzzauber um das Schloss herum aufgebaut, aber sie werden vermutlich nicht lange halten, wenn wir sie nicht verstärken. Ich muss euch daher bitten, zügig und ruhig hinauszugehen und zu tun, was euch eure Vertrauensschüler…“, sprach McGonagall weiter, bis ich wieder einen Schritt vortrat.

„Ihr hört auf die DA, sie wissen, was zu tun ist!“, schnitt ich ihr das Wort ab.

Ich zeigte noch mal, dass die Schüler meinen Befehlen folgten und bedeutete unseren Mitgliedern, zur Tat zu schreiten. Binnen Sekunden leuchteten alle DA- und BL-Mitglieder in einem satten Orange auf und mit einem Schlag erschien auf ihrer Kleidung ein Zeichen, das sie entweder der DA, oder der BL zugehörig kennzeichnete. Eine nette Erfindung, die von Patil und Astoria umgesetzt worden war und jetzt für Eindruck sorgte.

„Wow!“, „Nette Erfindung.“, „Sehr nützlich“, gab das Trio seine Meinung ab, bis jedoch auch wieder dieser erhebende Moment durch einen unpassenden Aufschrei unterbrochen wurde und ich erwartete schon neues Gezeter und Einwände von den Lehrern, aber es kam doch anders.

„Du bist minderjährig!“, brüllte jedoch die Weasley-Übermutter hitzig und stritt sich gerade leidenschaftlich mit ihrer Tochter. Wood, Longbottom, Lupin, Fred und George sahen ziemlich genervt aus.

„Ich bin eine wichtige Kämpferin, ich gehöre zur BL!“, brüllte ihre Tochter nicht minder temperamentvoll zurück und fuchtelte mit ihren Armen umher.

„Was soll das sein?“, keifte die aufgelöste Mutter und wirkte aufgebracht wegen der Aussicht, dass sich die Kleine der Konfrontation in vorderster Front stellen wollte.

„Etwas Wichtiges! Das siehst du doch“, ereiferte sich das rothaarige Mädchen ausweichend, deutete auf die erleuchteten Mitschüler um sich herum und ging dann zu Wood, der in seiner VenTes Aufmachung dastand und griff bekräftigend nach seiner Hand. Dabei sah dieser etwas nervös aus.

„Mrs. Weasley, sagt Ihnen die DA damals in der Fünften etwas?“, fragte Longbottom todesmutig und als Mrs. Weasley knapp nickte legte er nach: „Nun, wir haben damals die Besten genommen und weiter geübt, gelernt und Ginny kann mehr als Sie denken. Lassen Sie Ihre Tochter hier! Sie wird helfen, viele zu retten!“, erklärte der junge Mann sachlich und trat mutig vor.

„Das ist nett von dir, Neville… aber Oliver wird mir zustimmen, dass Ginny nicht…“, begann die Weasleymama ein wenig naiv und blickte dann hilfesuchend zu Wood.

„Das werde ich nicht, Mrs. Wea… Molly, ich weiß, dass Ginny bereit ist, für was da kommen mag.“ Der Blick, der ihn bei seiner Weigerung traf war allesvernichtend, aber man konnte Wood wenigstens zugutehalten, dass er nicht zusammenzuckte. Ich wusste, dass Wood und die kleine Weasley durchaus lange miteinander gerungen hatten, um zu diesem Punkt zu kommen, aber offenbar hatte Wood akzeptiert, dass er seine Freundin nicht vom Kampf würde fernhalten können.

„Mum, ich… bleibe… hier, ich muss, mein Team braucht mich!“, kam es nun erschreckend entschlossen von der Rothaarigen, die stur ihr Kinn vorreckte.

„Ginevra, verlasse Hogwarts!“, donnerte der Befehl ihrer Mutter daher.

„Molly, ich bitte dich… sei…“, versuchte ihr Mann, ihr gut zuzureden und sie fuhr mit hochnotroten Wangen zu ihm herum.

„Das wird sie nicht“, trat ich entschieden vor und sah mit einem sehr hochmütigen Blick auf die aufgebrachte Mutter.

„Bitte?“, tönte diese auch schon ungläubig.

„Sie wurde dafür ausgebildet zu kämpfen und zu führen und das wird sie tun. Entweder wir kämpfen, oder wir sterben, ALLE!“, erklärte ich entschieden.

„Malfoy! Treib es nicht…“, brauste die siebenfache Mutter auf.

„Molly“, mischte sich ihr Mann versucht schlichtend ein, als Potter daherkam.

„Ginny ist kein Kind mehr, schon lange nicht mehr und Malfoy hat recht, wir brauchen sie. Sie leitet ein Team. Sie vertrauen ihr, sie ist nicht so leicht zu ersetzen!“, meinte er beschwichtigend.

„Harry…“, wollte die Weasley-Mutter aufbegehren.

„Ah, ich sehe, du bist im Bilde, Harry“, mischte sich der Vater mit überlegendem Blick ein, der sich bisher rausgehalten hatte und weniger aufgewühlt erschien als seine Frau.

„Mr. Weasley“, wandte sich Gellert an den Vater und dieser blinzelte ob des jovialen Tons. „Ihre Tochter ist schon lange kein Kind mehr und sie hat mehr mitgemacht als es jedes Kind sollte. Verwehren Sie ihr nicht, gegen ihre Dämonen zu kämpfen. Wo dunkle Magie ist, da bin ich nicht fern!“, sprach der Alte nicht wirklich beruhigende Worte und ich konnte Hermione in meinem Rücken stöhnen hören.

„Was… was meint er?“, „Wovon redet ihr?“, fragten Mutter und Vater besorgt und wirkten stark verunsichert, während die Betreffende aussah, als würde sie eine Veela imitieren und Feuerbälle schleudern wollen.

„Nichts! MUM!“, fauchte die Kleine auch schon wütend.

„Molly, er meint nur, dass Ginny mehr als nur einen Grund hat, kämpfen zu wollen und zu müssen!“, parierte Potter mal wieder ausweichend und warf dem Alten einen bitterbösen Blick zu.

„Ah, ich sehe, der Sonnenschein hat euch eingeweiht!“, kam es verhalten von Gellert und ich verengte die Augen zu Schlitzen.

„Ist das nicht völlig gleich? Könnten wir so unwichtige Diskussionen auf später verschieben?“, zeigte Hermione unnachahmliches Einfühlungsvermögen. „Die anderen Eltern können bei den Entscheidungen ihrer Kinder nicht mal mitreden und wir sind alle erwachsen, weshalb sie es auch nicht müssen!“

„Junge Dame!“, zeigte die Mutter Zähne.

„Schluss!“, donnerte ich entnervt. „Wir machen ab nun mit Wichtigerem weiter… bitte. Also, die BL-Teams teilen sich wie folgt auf: Hufflepuffs im Osten, Ravenclaws im Westen, Gryffindors im Süden und Slytherins im Norden“, rief ich über die Menge hinweg und viele eilten wie von mir gefordert dahin, wo sie hin sollten.

„Moment, so haut das nicht hin“, meldete sich Longbottom geschäftig. „Seamus und ich kümmern uns um die Sicherung der überdachten Holzbrücke“, erklärte er mir mit einem so entschiedenen Auftreten, dass es meine Mundwinkel zucken ließ.

„Ja, wir haben da was vorbereitet, da es mit einer der schwächsten Punkte ist, den wir haben!“, kam es von dem irischen Feuerteufel mit zu großer Begeisterung und ich nickte knapp.

„Okay, macht das unter euch aus! Nun zu den VenTes“, meinte ich zu Scarmander, der seiner träumerischen Freundin nicht von der Seite wich.

„Was sollen wir tun?“, wollte dieser erfahren und trat mit Krum an seiner Seite vor.

„Ihr sichert das Tor und den Vorhof.“ Sie nickten nur knapp auf meinen Befehl.

„Ich geh zum Quidditchfeld und komm dann mit Besen nach!“, warf Wood ein und schon rannte er los, dabei erhielt seine Freundin noch ein schnelles Küsschen, den sein Weg würde beschwerlich sein.

„Gut, los gehts, ihr habt gehört, was der Chef gesagt hat! Krum, kommst du?“, brüllte Rolf los und hastete davon, aber nicht ohne seiner Lovegood zuvor einen zarten Kuss aufzudrücken.

„Wir brauchen jemanden, der die Verteidigung der Tunneleingänge übernimmt!“, mischte sich Blaise zu meiner Rechten ein und ich nickte knapp.

„Klingt nach einem Job für uns!“, riefen die Twins frenetisch. Sie waren fast nicht zu halten bei der Aussicht, die Geheimgänge zu überwachen.

„Malfoy“, rief Potter über den Trubel hinweg und ich ahnte Schreckliches, da er wieder seine Hände gegen die Stirn presste. „Er kommt jetzt! Wir müssen die Schule verbarrikadieren! JETZT!“

„Beeilt euch!“, „Verdammt.“, „Schneller“, brach die Hektik über uns herein. Während die Lehrer ob der schnellen und effizienten Reaktion noch immer konsterniert und verwirrt hin und her blickten.

Dracos Sicht Ende

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