When Hermione Fights
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 Kapitel 655-565

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BeitragThema: Kapitel 655-565   Kapitel 655-565 EmptyDi Apr 02, 2019 7:56 pm

655. Kapitel We will fight! / Wir werden kämpfen / Rumble in Hogwarts oder andere Vorschläge?!

Hermiones Sicht

„Ahhh“, schrie Harry gepeinigt.

In der Sekunde flammte auch der Schmerz wie Feuer in meinem Nacken auf. Meine Hand fuhr unter mein Haar, während ich verleitet war, ebenfalls laut zu schreien. Der Schmerz, der meinen Nacken durchzog, war unbeschreiblich in seiner Pein. Als ich hektisch zu Draco blickte, sah ich, dass auch ihm die Tränen kamen, aber er umklammerte im Gegensatz zu mir seinen Arm und biss sich auf seine Lippe.

„Harry!“, entwischte es mir atemlos und Ron sah besorgt zwischen uns Dreien hin und her, während alle anderen vor Schreck zu Harry starrten, der sich den Kopf hielt und noch größere Schmerzen zu fühlen schien als wir anderen.

Sofort stürzte Ron zu ihm hin, um ihn wieder zu halten. Blaise eilte zu mir, während Astoria Draco am Rücken hielt und ihm etwas zuflüsterte.

„Geht es?“, meinte Blaise besorgt und strich über meine Schulter und ich versuchte ein verunglücktes Lächeln.

„Er hat die Hütte der Gaunts vernichtet“, flüsterte Harry ganz leise und presste seine Augen zusammen, während er mühsam über den Schmerz hinweg atmete und uns erklärte, woher diese feurige Wut des Lords kam, die jeder seiner Gezeichneten fühlte.

„Dann weiß er jetzt, dass der Ring weg ist“, resümierte Ron schlicht und sprach das Offensichtliche aus und zeigte eine sehr harte, entschlossene Miene.

„Er kommt: Jetzt!“, meinte Harry entschlossen und richtete sich auf, während Draco und ich uns knapp zunickten und strafften.

„Wir müssen sämtliche Schutzzauber einrichten, während Potter, Granger und Weasley suchen“, mischte sich McGonagall hektisch ein und ich versuchte, in dem Durcheinander meine Sinne beieinander zu halten.

„Ihnen ist natürlich klar, dass nichts von alldem Sie-wissen-schon-wen auf Dauer fernhalten wird?“, erhob nun auch Professor Flitwick seine piepsige, aber so mahnende Stimme.

„Aber wir können ihn eine Zeit lang aufhalten“, meinte Professor Sprout kämpferisch und ihre stämmige Figur richtete sich auf. „Mein Haus… ich bin gleich wieder da!“, spurtete sie in ihrer leichten Korpulenz wie ein Kanonengeschoss von dannen.

„Ich kann von hier aus agieren“, erklärte Professor Flitwick entschieden.

Er zielte mit seinem Zauberstab in den dunklen Nachthimmel der magischen Decke der Großen Halle. Der kleine Professor begann, mächtige Banne und Schutzzauber zu murmeln und durch das Fenster konnte man erkennen, wie sich langsam eine silbrig goldene Schutzschicht um das Schloss bildete, nach und nach hochgezogen wurde und sich die Atmosphäre des Schlosses änderte. Ganz plötzlich kamen eine Unzahl durchsichtiger Köpfe durch die Wände und spähten neugierig zu uns herein. Die Geister erschienen und das war sonderbar, vor allem da sie sich herein trauten und vorsichtig durch die geschäftige Halle streiften. Dabei bemerkte ich ihre skeptischen Blicke zu mir hin. Es war das erste Mal seit Urzeiten, dass ich sie von nahem wiedersah, da sie mich gewöhnlich mieden wie der Doxy den Zauberstab.

„Protego horribilis…“, „Protego Maxima!“, murmelte Flitwick konzentriert seine Zauber, die die Schule in eine Festung verwandeln würden.

Indes war McGonagall in ihrem Element und hatte die Führung übernommen und scheuchte alles und jeden vor sich her.

„Horace“, forderte ihn unsere Löwenmutter auf, in die Gänge zu kommen,
woraufhin dieser abrupt mit seinem Doppelkinn nickte und wackelnd davonrauschte, aber sein ganzes Auftreten sprach eher davon, dass er sich am liebsten unter seinem Bett verkrochen hätte.

Wir drei folgten indes der rigoros agierenden McGonagall, die in die entgegengesetzte Richtung ging. Sie eilte hinaus aus der Großen Halle. In der Mitte des Korridors blieb sie abrupt stehen und hob ihren Zauberstab und ihre leere Hand in die Höhe. Es wirkte, als wolle sie ein Orchester dirigieren.

„Was wird das?“, wisperte Ron fragend und ich zog die Schultern hoch.

„Piertotum…“, begann sie und brach unvermittelt ab, da der alte Filch hinkend auf sie zu gerannt kam, im Schlepptau die rotäugige Mrs Norris.

„Die Schüler… die Schüler nicht in den Betten! Schüler auf den Korridoren!“, rief er empört, woraufhin die Lehrerin die Arme senkte und entrüstet zu ihm herumfuhr.

„Oh, um Himmels willen, Argus, nicht jetzt! Das hat auch seine Richtigkeit, Sie Armleuchter!“, erregte sie sich und wirkte alles andere als begeistert, dass er sie unterbrach. „Nun gehen Sie und tun Sie was Vernünftiges! Suchen Sie Peeves!“

„P… Peeves?“, stammelte Filch erbleichend bei der Aussicht, seinem Erzfeind gegenüberzutreten.

„Juhu!“, hüpfte Fred in dem Moment, in Begleitung von George, die Treppe hinab und brach bei dem Gehörten in Begeisterungsrufe aus.

Er schien es gar nicht abwarten zu können, seinen lang vermissten Freund wiederzusehen und ich verbiss mir das Schmunzeln wegen der leidenden Mienen rings um mich herum, die jeder bei dieser Aussicht zog, selbst George wirkte alles andere als begeistert.

„Mr. Weasley!“, tadelte die alte Dame, wandte sich aber schon wieder an den Hausmeister. „Ja, Peeves! Den Poltergeist! Gehen Sie und holen Sie ihn! Sofort!“

Filch sah beleidigt drein und brabbelte irgendwelche abfälligen Bemerkungen, aber humpelte brav hinkend davon, verfolgt von seiner Katze, die den Schwanz hoch aufstellte.

„Piertotum Locomotor!“, erhob die Professorin erneut ihren Zauberstab und sprach bestimmt weiter.

Zuerst tat sich nichts und die beiden Jungs und ich warfen uns fragende Blicke zu, aber dann ganz plötzlich knirschte und krachte es im ganzen Korridor und die übergroßen Statuen und Rüstungen, die die Wände zu beiden Seite des Einganges der Großen Halle über die gesamte Fläche hin säumten und die uns umgaben, erwachten schlagartig zum Leben!

„Wow.“, „Echt beeindruckend!“, flüsterten sich die Jungs zu.

Sie begannen sich unerwartet behände von ihren Sockeln zu lösen und sprangen unter lautem Krachen selbst vom obersten Podest direkt unter der Decke zu Boden. Im ganzen Schloss, das unter dieser Beschwörung zu erbeben schien, war dieses Donnern zu hören. Alle Statuen und Rüstungen des Schlosses erwachten zum Leben. Sie alle lösten sich, um sich ihren steinernen Gefährten anzuschließen, die in Reih und Glied den Korridor hinunter marschierten, selbst die metallenen Rüstungen hatten ein Eigenleben entwickelt, blieben aber an Ort und Stelle, nur ihr Schwert hatten sie gezogen und ich erkannte den Zauber.

Albus musste diesen damals ungesagt im Ministerium bei seinem Kampf gegen den Lord verwendet haben, um Harry mit der zum Leben erwachten Statue vor eben jenem zu schützen. Netter Spruch, der mir dank meiner Erinnerung nicht gänzlich unbekannt, aber bisher nur in der Theorie gegenwärtig gewesen war.

„Hogwarts ist in Gefahr!“, sprach Professor McGonagall zu den erwachten, unglaublich breiten und großen Statuen und Rüstungen. „Besetzt die Grenzen, beschützt uns! Erfüllt eure Pflicht unserer Schule gegenüber! Voldemort ist auf dem Weg!“, erteilte sie ihre Befehle und benannte die Gefahr, in der sich Hogwarts befand, und brav setzten sich die Erwachten in Bewegung.

Es begeisterte mich, was doch alles getan werden konnte, um dem Lord die Stirn zu bieten. Einen Moment lang blickte ich zu der Prozession, wie die riesige Horde an Statuen durch die weit geöffneten Tore dahinzog und die Grenzen von Hogwarts besetzte und sich die Rüstungen in den Korridoren postierten.

„Wir verbarrikadieren die Schule!“, schwang sie noch immer dirigierend ihren Stab.

Dabei gingen jedoch ihre letzten Worte unter, als sich eine kalte und hohe Stimme erhob und von überallher zu kommen schien. Sofort verstummen alle, bis auf das dumpfe Geräusch der im Gleichschritt stampfenden Statuen. Eine Stimme, die ich zu gut kannte und die mir eine Gänsehaut bescherte und dafür sorgte, dass mich die Jungs plötzlich an den Händen fassten: „Ich weiß, dass ihr euch bereitmacht zum Kampf!“

Einige Schüler stießen spitze Schrei aus und verharrten an Ort und Stelle. Die Stimme des Dark Lords klang kalt und völlig gleichgültig und so huschten wir drei wieder in die Halle, um die Reaktionen der anderen zu erleben. Alle hatten in ihrem Tun eingehalten, jeder starrte durch die Gegend und man konnte in ihren Gesichtern Angst, Furcht und Panik ablesen. Da jetzt wirklich jedem einzelnen gegenwärtig wurde wer da sprach, begannen sie entsetzt aufzuschreien und hielten sich kindisch die Ohren zu. Zu meinem Erstaunen, aber auch Entsetzen, taten dies auch einige der größeren Mitschüler und ich fragte mich, was sie in meiner, oder Dracos Haut getan hätten, wenn sie dem Lord Rede und Antwort hätten stehen müssen.

Aber es zeigte auch, wie viel mehr wir hatten erleben dürfen als sie und ja, es hatte uns gestärkt, so wie Dracos Blick zu mir fuhr und er mit den Augen rollte, was ich mit einem sachten Lächeln erwiderte.

„Eure Bemühungen sind zwecklos. Ihr könnt mich nicht besiegen. Ich will euch nicht töten. Ich habe Hochachtung vor den Lehrern von Hogwarts. Ich will kein magisches Blut vergießen“, tönte der Dark Lord mit salbungsvoller Stimme daher.

Dabei dröhnte sein selbstherrliches Ich beständig in meinen Ohren. Es ging nur um ihn, immer und immerdar und leichtgläubige und naive Menschen hätte seinen Worten Glauben schenken können. Aber anders als wir waren sie nicht Zeuge davon geworden, wie er sogar die engsten und ergebensten Mitstreiter in Folge seines Zorns massakrierte und sorglos über ihre Leichen ging. Es war eine Lüge und kurz herrschte betroffene, hoffnungsvolle Stille und keiner wagte zu atmen, dann ertönte wieder die grausige Stimme des Lords aus den Wänden und von überall.

„Gebt mir Harry Potter und keinem von euch soll ein Leid geschehen. Gebt mir Harry Potter und ich werde die Schule unversehrt lassen. Gebt mir Harry Potter und ihr sollt belohnt werden… Ihr habt Zeit bis Mitternacht!“, brach der Lord abrupt und unheilvoll ab.

Sofort drehten sich alle Köpfe in der Halle Harry zu, nachdem der Lord sein Ultimatum gestellt hatte und es entstand eine unangenehme, betroffene Stille, in der es anscheinend in einigen brodelte.

„Aber da ist er doch! Potter ist hier! Jemand sollte ihn festhalten und dem Lord übergeben, oder er sollte selbst gehen, damit uns nichts passiert“, schrie Perks, die sich aus einer Gruppe Slytherins löste. „Dann sind wir sicher, dann passiert uns nichts!“, meinte das Mädel losgelöst und die Angst und Panik standen ihr ins Gesicht geschrieben. Unterdessen zuckte Harry unter ihren Worten getroffen zusammen.

Leicht war das für ihn nicht!

Denn im Grunde hatte sie recht, wenn er jetzt ginge, würden wohl weniger Menschen heute ihr Leben lassen. Aber gleichzeitig würden wir alle damit auch unser Schicksal unter der Knute des Lords besiegeln. Noch war Harrys Zeit nicht gekommen und es von ihm zu fordern war überflüssig. Er würde gehen, wenn der rechte Zeitpunkt gekommen war, aber er wand sich unter all dieser Aufmerksamkeit und derart im Mittelpunkt, im negativen Mittelpunkt zu stehen behagte ihm gar nicht und da es durchaus Einige gab, die bereit waren, ihn zu opfern, war es noch schwerer, dem mit erhobenem Haupt entgegenzustehen. Mit so etwas konfrontiert zu werden war nie schön!

„Ich schwör’s dir, Sally-Anne, wenn du ihn anrührst…!“

Der Zauberstab in Astorias Hand bebte, als sie aggressiv auf diese freche Pute zielte und eilig entfernten sich die Schüler, die bisher in der Nähe der Delinquentin gewesen waren. Um uns herum wogte es, denn inzwischen waren auch andere Schüler zu uns gekommen, die ebenfalls ihre Zauberstäbe gegen Perks gezogen hatten.

„Danke, Miss Perks “, stieß Professor McGonagall mit abfälliger Verachtung in der Stimme hervor, aus der die Ironie nur so troff und gerade eben hätte sie hierbei tatsächlich Severus Konkurrenz machen können.

„Wir haben nur noch eine halbe Stunde bis Mitternacht, deshalb müssen wir schnell handeln“, mahnte Kingsley sorgenvoll, aber nicht weniger dröhnend.

Da schob sich wieder Draco nach vorne und deutete auf seine Leute.

„Greg, Vincent und Blaise, siebt die aus, die gegen uns agieren könnten und setzt sie fest“, befahl er mit befehlsgewohnter, klirrender Stimme.

Niemand zögerte, woraufhin einige aus dem Orden überrascht aufkreischten, denn im Nullkommanichts schickten Blaise und Co. Expelliarmus-Flüche durch die Gegend, die zielsicher trafen, woraufhin herrenlose Zauberstäbe durch die Luft flogen, Leute nach hinten fielen und sich nach einem Schlenker aus Blaises Zauberstab auch noch Seile über die Haut derer spannten, die sie als Sicherheitsrisiko betrachteten und deren Namen anscheinend schon länger feststanden.

„Ist das nötig?“, fragte Tonks unwohl und Dracos Blick, der sie traf, zeigte seine Verachtung aufgrund dieser falschen Zurückhaltung.

„Unabdingbar“, murrte er nur und besah sich das Werk.

Zu meinem positiven Erstaunen seufzte Professor McGonagall nur und ließ zu, dass die BL die nicht willigen Schüler so roh behandelte, aber sie hatte sich mit dem Ernst der Lage anscheinend abgefunden.

„Mr. Filch hilft dabei, die Zellen zu öffnen und Madam Pomfrey baut hier ihr Lazarette auf. Wie weit sind die anderen mit der Evakuierung?“, starrten allesamt Professor McGonagall an, die wie ein Derwisch herumraste.

„Was passiert jetzt, Harry?“, brüllte George hörbar vorfreudig über den chaotischen Trubel hinweg.

„Wir werden kämpfen!“, antworte Harry entschlossen.

Hermiones Sicht Ende

Lucius Sicht

„Warum bin ich nur von Idioten umgeben?“, brüllte ich zum ersten Mal wirklich ungehalten.

Ach was, ich war wütend, während mich Crouch Jr. von unten herauf dämlich anzüngelte und dieses Riesenvieh Nagini lasziv um meine Beine strich.

Lasst uns ehrlich sein, mein innerer Pfau war nervös und fand diese aufdringliche Art gar nicht lustig!

Aus diesem Grund konnte man meine verlorene Contenance vielleicht nachvollziehen und vergeben. Aber dieses schuppige und eindeutig zu große Reptil nervte, weswegen ich gerade meinen Stock zu Hilfe nahm und ihren massigen Körper ein wenig von mir wegschob. Zu meiner Verwunderung kam es mir so vor, als würde sie mich so dreist mustern, als ob ich ein Leckerbissen wäre.

„Antonin, was soll das?“, fuhr ich den vom Festland verzögert Ankommenden an.

„Was?“, meinte er frech und ich warf ihm einen schneidenden Blick zu. „Ich habe einen Teil der Riesen transportiert. Ein Teil steckt noch in Rumänien, der andere Teil in den Alpen… ein paar in Frankreich…“, begann dieser Depp und innerlich landete meine behandschuhte Hand an meiner Stirn. Man war wahrlich nur von unsäglichen Idioten umgeben.

„Du hast sie den ganzen Weg durch Europa laufen lassen?“, fragte ich ungläubig und Empörung schwang in meiner Stimme mit.

Ich kämpfte schon wieder um meinen berühmten Gleichmut, gleichwohl war ich überrumpelt aufgrund seiner Dreistigkeit, mit diesem Tross durch Europa zu reisen, weswegen ich tatsächlich so tief sank und nachfragte. Aber er schien sich keiner Schuld bewusst, so zufrieden wie er sich mir gegenüber aufbaute.

„Ja! Wie sonst hätte ich diese riesen Dinger transportieren sollen?“, fragte Antonin reichlich ungebührlich und anmaßend in aufreizender Art, die mir auf die aristokratischen Nerven ging.

„Ahh“, schrie er weibisch auf.

Ich zögerte bei dieser Frechheit meiner untadeligen Person gegenüber keine Sekunde. Ich warf meinen Gehstock in die Luft, fing ihn geschickt auf, holte aus und schlug zu. Ich zog ihm den Schlangenkopf mit Wucht über den so ziemlich leeren Schädel, in dem eh nichts außer Luft drinnen war. Er hatte nicht mit dieser tätlichen Attacke gerechnet, denn geschickt schlug ich ihm ohne Magie ebenfalls in einem Zug auch noch gleich den Zauberstab, der klappernd zu Boden fiel, aus der Hand. Indes hielt er sich das klaffende Loch, das mein silberner Schlangenkopf in diesen angeblich denkenden Schädel geschlagen hatte und hielt sich fassungslos seine mit Blut befleckten Hände ungläubig vor die Augen. Er konnte nicht fassen, dass ich ihn schlug.

Nagini hingegen, meiner Ansicht nach, lächelte mit ihrem Gezüngel und fand anscheinend Interesse an dem Geruch, da sie endlich die Güte hatte, von mir zu lassen und ihre neueste begehrliche Beute anzuvisieren.

Niemand, aber wirklich niemand wagte es, derart anmaßend mit mir zu sprechen. Meine Attacke hatte endlich auch für Ruhe im Saal des Dark Manors geführt und die kleinen Grüppchen sahen alle mit verschlossenen Mienen zu uns. Hoch zur Empore. Der Thron des Lords war an die Wand gerückt und der Tisch mit den Landkarten und ausgearbeiteten Strategien, der gewöhnlich in dem Arbeitszimmer hinter dem Paneel versteckt war, stand nun an diesem zentralen Platz. Ich war so frei gewesen, dies zu verändern und zweckmäßig umzugestalten, seitdem sich der Innere Kreis, aber auch andere Truppenführer hier versammelten, nachdem sie mein Ruf ereilt hatte.

„Ich wurde davon in Kenntnis gesetzt, dass die Vampire ziemlich aufgebracht sind, weil eine ihrer Burgen unter den Füßen der Riesen zu Staub zermahlen wurde“, hielt ich meinen Vorwurf souverän und sprach so leise, dass es mit dem Zischen der Schlange mithalten konnte.

Ein Blick hinab zeigte, dass eben jene gerade tatsächlich das Blut aufleckte, das aus Antonins Kopfwunde tropfte.

„Was kann ich dafür, wenn ich auf dem Weg mit ihnen reden will? Und sie uns sofort angreifen, ohne mir die Möglichkeit…“, erdreistete er sich und die Anmaßung, Severus‘ Zusammenarbeit mit den Vampiren in Frage zu stellen, war eine Frechheit, die mich glatt rot sehen ließ, weshalb ich ihn mit einem erneuten Schlag unterbrach und er wieder aufschrie und seine Hände schutzsuchend hochriss.

„Was denkst du, was die Linke Hand getan hat?“, fauchte ich wütend. „Hast du gedacht, du kannst es besser?“, zischte ich ihn an, woraufhin er sichtbar getroffen den blutenden Kopf einzog. „Und bei den Veela warst du auch noch!“, horchte jeder im Saal auf und beobachtete uns.

„Wir waren nah an ihrem Standort und ich dachte…“, verhaspelte er sich beinahe, aber ich fuhr ihm über den Mund.

„Denken gehört nicht in dein Repertoire, wie mir gar dünkt“, spie ich ihm entgegen und verfluchte in dem Moment die Treffen mit meinen längst verstorbenen Ahnen. Die brachten es immer zustande, dass sich mein ansonsten makelloses Vokabular innerhalb kürzester Zeit in eine noch verstaubtere Sprechweise verwandelte als sie mir gewöhnlich zu Eigen war. Aber ich verstand es, mit Noblesse darüber hinwegzugehen und deutete mit meinem Gehstock auf ihn. „Ich habe dich gerufen, Antonin! Nicht dich und die Riesen!“

„Weißt du, Lucius, als ich die beschwerliche Reise angetreten habe, stolperten wir auch, wie schon gesagt, über das Lager der Veela und ich sag es dir, die haben sich aufgeführt…“, dabei implizierte sein Blick, dass ich das gerade auch tat, was dazu führte, dass ich mir ausmalte, wie wunderbar er sich doch auf meiner Streckbank machen würde. „Und tja, als sie mich ziemlich eindeutig abgewiesen haben, musste ich ja zugeben, dass sie schön sind, aber ihre Fratzen, wenn sie die Feuerbälle schleudern… tja, und plötzlich… wenn ich dich jetzt so ansehe, kann es sein, dass du nicht so rein bist wie wir denken?“, fragte er verschlagen und das empörte und entsetzte Luftholen unserer Zuhörer war nicht zu überhören.

Antonin blinzelte, da ihm das Blut in die Augen tropfte. Ich warf mein langes, weißblondes Haar in den Nacken und schickte ihm einen affektieren Blick, während eine eisige Ruhe von mir Besitz ergriff.

„Antonin, du wagst es, meine Abstammung in Frage zu stellen? Die tausendjährige Abstammung eines Malfoys?“, wisperte ich derart leise, dass man meinen könnte, niemand würde verstehen, was ich sagte, aber irgendwie vernahm es doch jeder. Wenngleich ich auf der Hut war, denn meine Abstammung war doch wahrlich ein fragiles Thema, das es gekonnt zu umschiffen galt und so lächelte ich ein überhebliches Lächeln, das Antonin zu verunsichern schien.

„Ich…“, versuchte Antonin, in sich einen Gryffindor zu finden, aber leider war ihm dies anscheinend unmöglich, da ich mich gerade vor ihm aufbaute und mein Schlangenkopf ihn gerade in die Brust boxte, wodurch er von der Empore hinunter stolperte und auf seinen Knien vor mir aufschlug und zu mir auf blinzelte.

„Glaub mir, wenn ich wütend werde, ist eine Veela ein Scheißdreck gegen mich!“, drohte ich wenig subtil, aber mit vollem Ernst.

Ich wusste nicht, wie ich in diesem Moment aussah, aber so wie mich die anderen entgeistert anstarrten musste da irgendetwas sein, das ihnen Angst machte, denn selbst Antonin schien nicht an meinen Worten zu zweifeln, als ich abrupt die edel verpackten Schultern hochzog.

„Aber wie auch immer!“, richtete ich mich jetzt zu meiner herrschaftlichen Größe auf. „Ich denke, deine Strafe verlegen wir auf später“, tat ich nonchalant sein Fehlverhalten ab und lächelte maliziös. „Ich bin nicht gewillt, dich davon abzuhalten, in der Schlacht für unsere Sache zu kämpfen, aber sei dir gewiss, diese Anmaßung sei dir nicht vergeben!“, verkündete ich die Drohung beinah schon freundlich.

„WAHHH.“, „Autsch.“, „Verflucht, sind die giftig?“, ertönte gerade wieder ein Schmerzensschrei, der durch die Flure des Dark Manors zog und davon zeugte, dass eine der Schlangen, die sich hier in wahren Massen tummelten, zugebissen hatte, was heute im Übrigen nicht das erste Mal wäre.

„Wo sind die Riesen, die bei uns gelandet sind, jetzt?“, fragte ich einer göttlichen Eingebung folgend und musterte den Idioten vor mir mit sengendem Blick.

„Äh… auf dem Weg“, meinte er sichtbar übertölpelt und ich schloss kurz ob derartig viel Idiotie die Augen.

„Ohne Führung…“, fragte ich dann indigniert und öffnete die Augen, um ihn mit eisgrauem Blick niederzustarren. „Ehrlich? Diese Kreaturen setzen ihre übergroßen Stampfer auf englischen Boden, willst du mir das kundtun?“, hauchte ich derart akzentuiert, dass er wegen der unausgesprochenen Rüge wie geschlagen zusammenzuckte, wenngleich ich nicht die Stimme erhob. Jedoch war es indiskutabel, dass Riesen englischen Boden entweihten.

„Ich… ich…“, begann er haltlos zu stottern und meine Verachtung traf ihn und bevor ich ihm das zeigen konnte, wurden wir unterbrochen.

„Wo ist Rabastan?“, rauschte Bellatrix‘ Trupp herein, dabei humpelte Thorfinn Rowle auffällig, was ein Indiz war, dass er derjenige war, der gerade von einer der Schlangen attackiert worden war, während Bellatrix wie eine Irre auf mich zu hastete.

Ich musterte sie ostentativ von oben bis unten. Sie hatte sich nach ihrer Demütigung durch uns in Schale geworfen, wenn man denn so sagen wollte, und blickte desinteressiert auf den am Boden kriechenden Antonin, der gerade mit Nagini zu kämpfen hatte, da ihr sein Blut wohl zu munden schien, als ich bemerkte, wie ihr auffordernder Blick nun zu mir fuhr.

„Ja, woher zur Morgana soll ich das Bitteschön wissen?“, gab ich gereizt zurück und zog distinguiert die Schultern hoch. Sie überlegte es sich wohlweislich genau, ob sie die Treppe zu mir nehmen sollte und blieb unten stehen, von wo aus sie empört aufgrund meiner Gleichgültigkeit zu mir hinauf sah.

„Du weißt doch sonst immer alles!“, fauchte sie mich unfreundlich an und ich warf ihr einen skeptischen Blick zu.

„Deine Anmaßung, liebe Schwägerin, ist gar dreist, wie immer“, erwiderte ich affektiert und mit Blick zu Antonin war ich mir sicher, dass es eindeutig zu viele wurden, die versuchten, gegen mich zu rebellieren. Aber noch war ich die Ruhe selbst, jedoch würde ich nicht den Fehler begehen, diese Masse an Minderbemittelten zu unterschätzen.

„Antonin! Sieh zu, dass du der Riesen Herr wirst und ich verbiete dir, weitere auf englischen Boden zu holen!“, zischte ich befehlend, riss meinen Zauberstab aus dem Gehstock und schickte ihm Zauber um Zauber auf den Hals, die ihn rasant das Weite suchen ließen und haderte damit, von absolut feigen Weichlingen umgeben zu sein.

„Wo sind Rabastan, der Lord und das Mudblood hin?“, fragte Bellatrix schon wieder eifrig und ich hob die von meinem schwarzen Kampfanzug umhüllten Schultern.

„Das entzieht sich meiner Kenntnis“, erwiderte ich lapidar und mit arrogant gerecktem Kinn.

„Bellatrix!“, mischte sich ihr gestrafter Gatte ein und ich neigte zu ihm hin huldvoll mein Haupt. „Gib Ruhe, oder du baumelst wieder von der Decke!“, warnte er sie mit zu viel gehässigem Genuss, wie mir gar dünkte.

„Es ist dein Bruder, Rodolphus“, wandte Bellatrix fassungslos über den Fakt ein, dass Rodolphus das Verschwinden von Rabastan fraglos hinnahm.

„Ist mir gegenwärtig, aber der Lord ist seitdem verschwunden. Frag ihn, wenn er wieder auftaucht“, fuhr er ihr entnervt über den vorlauten Mund und es erfreute mich, dass er erkannte, dass ich nicht allwissend sein konnte.

„Damit sind wir beim Thema. Formiert die Truppen, versammelt eure Leute und Rodolphus, der Trupp meines Sohnes ist verwaist, da er innerhalb der Mauern verbleibt. Wärst du so freundlich, seinen Trupp als Anführer zu übernehmen?“ Er warf mir einen sehr langen Blick zu, da ich ihn soeben geschickt von Bellatrix trennte. Ein Akt, der ihm nicht verborgen blieb und während es sichtbar in ihm brodelte, nickte er mir langsam zu.

„Natürlich… Lucius!“, klang seine Zustimmung zweideutig, als würde er dem Braten nicht ganz trauen, weshalb ich ihm ein geheimnisvolles Lächeln schenkte. Ich tat nichts ohne Grund und so nickte ich distinguiert.

„Dann auf nach Hogwarts!“, verkündete ich dann energisch zur Gruppe hin, deren Begeisterung ob der Aussicht, die Schule zu belagern, nicht vorhanden war.

„Warum nach Hogwarts?“, wandte der sonst so wortkarge Goyle widerwillig ein, woraufhin ich ihm einen langmütigen Blick sandte. „Potter war bisher nicht dort, warum sollte er zurückkehren?“, „Was sollen wir dort?“, „Und selbst wenn… was dann?“, gingen die Fragen hektisch einher.

„Moment, er soll in Hogsmeade gesehen worden sein!“, rief einer lauter und ich erhob mahnend meine behandschuhten Hände und sofort kehrte ein wenig mehr Ruhe ein.

„Alecto hat den Lord gerufen, da sie Potter in Hogwarts gesehen hat, also ist das unser Ziel“, erwiderte ich honorig, als es meiner Ansicht nach leise genug war.

„Vielleicht war Alecto voreilig?“, „Oder habt ihr wieder was gehört?“, „Bis jetzt nicht!“, „Wir können nicht Hogwarts angreifen, da sind die Kinder!“, kam es zaghaft von dem sonst nie zimperlichen Mulciber.

„Deine Meinung, oder die deiner Frau?“, zog Rowle Mulciber hämisch auf.

„Da ist der Nachwuchs der magischen Welt!“, sprach eindeutig seine Frau aus ihm. „Das geht nicht!“, „Auf keinen Fall… die Reinblütigen, die anderen sind mir gleich!“, „Seh ich auch so…, aber wer soll da so schnell schauen können? Sehen doch eh alle fast gleich aus!“

„Eine Anmerkung meinerseits: Wenn dem Lord eure Bedenken zu Ohren kommen… wird ihn eure wenig gezeigte Loyalität nicht erfreuen!“, erwiderte ich süffisant, aber in Wahrheit zutiefst zufrieden, dass ich einige Getreuen doch richtig im Familienrat eingeschätzt hatte und damit würde sich arbeiten lassen.

„Ich bin loyal, aber die reinen Kinder können doch nichts dafür!“, „Ich werde kein reinblütiges Kind anrühren!“, ging das Geschrei hoch her und ich war gewillt, mit den Augen zu rollen.

Plötzlich keimte ihr bisher in meinen Augen verlorengegangenes Verantwortungsgefühl auf, das sie sonst im Gewölbe, oder wenn Muggeldörfer angegriffen wurden, locker flockig vergessen konnten. Aber ich sah mich ebenfalls bestätigt, da wir im Familienrat alles erörtert und in den Kindern ein wertvolles Pfand erkannt hatten.

„Ich denke nicht, dass jetzt die rechte Zeit ist, diese Debatte zu führen… vielleicht kommt es gar nicht so weit“, versuchte ich, diplomatisch die Wogen zu glätten, bemerkte aber an dem Mienenspiel meiner Zuhörer, dass sie mir meine Worte nicht abkauften. „Wir rücken aus!“, befahl ich daher knapp und kompromisslos, dabei durfte ich zusehen, wie meine untadelige Autorität stand. Denn ein schwarzer Mantel nach dem nächsten verließ flatternd den Saal, um meine Befehle auszuführen. Als ich Rodolphus‘ Blick begegnete, folgte dieser seiner Frau, die wesentlich mehr Begeisterung an den Tag legte, mit langsamen, um nicht zu sagen bedächtigen Schritten.

Ich selbst blieb kurz stehen und holte unter Naginis und Crouch Jr.‘ Aufmerksamkeit um Geduld bemüht einmal Luft.

„Was ist mit uns?“, fragte Crouch mich enthusiastisch.

Ich schenkte den beiden eine lange Musterung, dabei waren mir Dracos Worte im Ohr hängen geblieben, der darauf beharrt hatte, dass die Schlange wichtig war. Dass es wichtig war, wenn alle Stränge zusammenlaufen würden, dass Nagini mit von der Partie war, dass sie nicht hierbleiben durfte. Gleichzeitig ahnte ich unter dem misstrauischen Züngeln der Schlange, dass zu offensives Vorgehen das falsche Verhalten wäre.

„Was waren die Befehle des Lords?“, fragte ich daher relativ gleichgültig und generös mit unverhohlener Arroganz, als würde mich der Verbleib dieser beiden, egal wo, weniger tangieren.

„Dass ich mich um Nagini und die Dementoren kümmern soll“, servierte der getreue Diener umgehend mit unterwürfiger Diensteifrigkeit und ich hob wieder meine trotz des Kampfanzuges edel verpackten Schultern an.

„Tja, die Dementoren sind in den Verbotenen Wald abgezogen“, gab ich nonchalant zurück und machte mich daran, den Saal zu verlassen.

„Dann folge ich ihnen“, meinte Barty hinter mir zögerlich und ich nickte recht lapidar über meine Schulter und strich mir die langen blonden Strähnen zurück.

„Nur zu“, meinte ich langmütig und verließ mit großen Schritten das Dark Manor.

Im windumtosten Hof des Dark Manors sah ich mich um und konnte mich des Gefühls nicht erwehren, dass ich diesen Ort vielleicht nicht mehr so schnell wiedersehen würde. Aber ein Gefühl der Wehmut wollte sich nicht einstellen, die Zeit des Handelns war gekommen und ich war bereit.

Ich apparierte. Ich kam, soweit es trotz der Schutzbanne Hogwarts möglich war, an. Der Hügel war ein Felsvorsprung mit gutem Blick auf das hoch über uns thronende Schloss. Mit seinen spitzen Türmen und Zinnen und dem flackernden Licht hinter den Scheiben wirkte es wie ein hell erleuchtetes Märchenschloss und doch machte ich trotz der Entfernung das hohe schmiedeeiserne Doppeltor aus, das von den geflügelten Ebern auf Säulen flankiert wurde, sowie die instandgesetzte Mauer, die das dunkle Gelände des Schlosses umgab.

Hinter mir wimmelte es vor ankommenden DeathEatern, die langsam aber sicher den Hügel bevölkerten, nur unser werter Lord ließ auf sich warten. Mein Blick glitt über den nachtschwarzen Himmel, als ich dachte, eine Gestalt über den Nachthimmel fliegen zu sehen. Sie landete ein wenig abseits von uns und ich war mir ziemlich sicher, dass das Severus gewesen war, der Hogwarts verlassen hatte und wenige Minuten später begannen sie damit, den magischen Schutz um Hogwarts aufzubauen.

„Flint, wie sieht es im Wald aus?“, fragte ich geschäftig.

„Wir führen Gespräche mit den Acromantulas, außerdem ist Macnair zu den Thestralen aufgebrochen… ahhh…“, brach er plötzlich ab und alle Gezeichneten schrien auf unter dem unerwarteten Schmerz, der über uns DeathEater hereinbrach.

Das Dark Mark an unserem linken Arm brannte wie die Hölle, auch mich traf der Schmerz unerwartet, aber ich behielt insoweit die Beherrschung über mich, dass ich nur meinen Schlangenkopf fester umpackte und meine Zähne zusammenbiss. Indes war es inspirierend, die verschiedenen Stadien der Schmerzempfindlichkeit der anderen so lebhaft vorgeführt zu bekommen. Einige krümmten sich zu Boden, andere gingen nur in die Knie, aber alle packten ihren Arm und hielten ihn fest umschlungen, einige holten zischend Luft, um sich nicht die Blöße zu geben, während andere ihren Schmerz ungehemmt hinausbrüllten. Aber eines musste man dem Lord lassen, er war sauer und das so richtig. Er war außer Kontrolle und außer sich vor Zorn und einige wenige erkannten es und sahen skeptisch, um nicht zu sagen ängstlich und hoffnungsvoll zu mir.

„Was ist das?“, „Was war das, Lucius?“, „Hilfe, was für ein Schmerz!“, „Das war der Dark Lord“, gingen die Fragen hoch her, als der Schmerz langsam abebbte und die Angst von vielen Besitz ergriff.

Hogwarts indes rüstete weiter zur Gegenwehr. Gerade erstrahlte das Schloss gleißend hell wie eine Sonne. Eine goldene Kuppel bildete sich und legte sich wie eine Schutzhülle über das gesamte Schulgelände. Ein beeindruckender und zugleich erhebender Anblick.

„Verfluchte Gnome!“, „Was ist das?“, „Was passiert da?“, „Krass.“, „So was habe ich noch nie gesehen!“, „Was für ein Anblick!“, kamen viele unterschiedliche Reaktionen. „Wahh!“, „Merlin!“, „Morgana“, erschollen die nächsten Ausrufe, da der Lord übergangslos, umhüllt von einer schwarzen Wolke der Macht, in unserer Mitte erschien.

Ein beeindruckender Auftritt und viele wichen in gebückter Haltung rückwärts vor ihm zurück. Während er in all seiner hässlichen Pracht dastand, wehte sein schwarzes mönchsähnliches Gewand im Wind, sein kahler Schädel leuchtete im Schein des Mondes extrem hervor und Nagini hing über seinen schmächtigen Schultern.

Das mutete leicht grotesk an, da sie so groß war und er nicht unbedingt die Ausmaße eines Bodybuilders sein Eigen nannte, aber ich vermutete, dass Magie im Spiel war, als er mit langsamen, bedachten Schritten zum Ende des Vorsprungs ging, um einen Blick auf die goldene Kuppel zu werfen, die Hogwarts umgab.

Ich hielt mich wohlweislich zurück, bereit, jederzeit zu apparieren, sollte es nötig sein, aber gerade schwang der Lord nur den Zauberstab und begann, laut zu Hogwarts zu sprechen. Er bot ihnen bei ihrer bedingungslosen Kapitulation Pardon an, wenn sie Potter bis Mitternacht auslieferten. Ich beobachtete ihn genau und er wirkte beherrscht von jener kalten Grausamkeit und Entschlossenheit, die offenbarte, dass er bereit war, über Leichen zu gehen.

Er rührte sich nicht und ließ die Zeit verstreichen, ohne ein einziges Mal den Blick von Hogwarts zu nehmen, bis auf sein Zeichen hin das Bombardement auf die Kuppel begann!

Lucius Sicht Ende

Hermiones Sicht

Harry hatte gesprochen und sein Schlachtruf, dass wir kämpfen würden, hallte noch in uns nach.

Daraufhin erhob sich ein lautes, zustimmendes Gebrüll und die Menge drängte mit gezogenen Zauberstäben auf den Ausgang der Halle zu und wir wichen zur Seite, um die kampfhungrige Masse, die in ihrem Enthusiasmus nicht zu bremsen war, vorbeizulassen. Zumindest nicht, bis es die ersten Verluste auf unserer Seite zu verzeichnen geben würde, wie ich mir mit Galgenhumor eingestand, denn dann wäre es schwer, wieder Zuversicht und Hoffnung in ihnen zu wecken, aber egal, jetzt waren sie bereit und ich versuchte verzweifelt, eine Idee zu haben, wo wir hin sollten, um den Horkrux zu finden.

„Leute ich hab’s“, rief Ron auf eimal zu uns, und sofort steckten wir die Köpfe zusammen.
„Was hast du?“, fragte Harry vorsichtig.

„Eine glorreiche Idee, ja ausnahmsweise mal ich, nicht du, Schönste… wie findest du das?“, reizte Ron übermütig und lachte frech, als er uns wegzog, in eine ruhigere Ecke. „Wir haben das Schwert verloren und was killt Seelenstücke? Genau, Basiliskengift, und wo liegt so ein Vieh rum?“, fragte er zwinkernd.

„Badezimmer?“, sprach es Harry aus und ich stutzte verdutzt.

Ich kam nicht dazu, mir weitere Gedanken darüber zu machen, denn die Jungs zogen mich weiter, wieder hinein in den Trubel, da die Schüler wie wild herumriefen und gerade wollten wir um eine Ecke biegen, als wir bremsen mussten, da uns eine Person ein wenig verloren entgegenstolperte.

„Bin ich zu spät?“, kam es vom ein wenig verschnupft auf das geregelte Chaos blickenden Percy. „Hat es schon angefangen? Ich habe eben erst davon erfahren, also ich… ich…“, stockte er nervös, als seine Mutter einen spitzen Schrei ausstieß und erregt auf ihn deutete.

„Warum bist du hier?“, fuhr Draco ihn scharf an, der auf einmal wieder bei uns war, und jeder, wirklich jeder wirkte baff ob dieses Moments, da man sah, dass Percy das spitze Kinn reckte und seine Brille gewichtig auf der Nase zurechtschob.

„Weil ich kämpfen will“, gab er an seinen geheimen Boss zurück, der ihn etwas skeptisch von oben bis unten maß.

„Du bist nicht der Typ für das Feld und außerdem sind die VenTes als Überraschungsmoment hinter den DeathEatern positioniert!“, wehrte Draco scharf ab.

„Aha, nein, ich war nicht in Irland! Ich komme direkt aus dem Ministerium, viele Auroren sind nach Hogsmeade gegangen, ihre Kinder sind hier… Aberforth hat mich abgefangen und mir den Weg hier rein gezeigt“, bekannte er und wirkte ein wenig fertig, während er die aufgelösten Kinder betrachtete, die soeben in hektischen Reihen die Treppen hochstiegen.

„Aha, verstehe, deine Eltern werden sich freuen, dich zu sehen!“, erklärte Draco leicht abfällig.

Ich konnte es nicht fassen, dass Percy jetzt seine Tarnung fallen ließ und fand das ziemlich gewagt und doch musste ich grinsen, als ich beobachtete, was unter der Schar Weasleys vor sich ging, als sie auf den abtrünnigen Sohn und Bruder starrten. Sie starrten Percy wie eine Erscheinung des Bösen an. Irgendwie war Percys Ankunft für sie so unerwartet, dass alle eher damit gerechnet hätten, dass Voldemort höchstpersönlich aus einem Loch stieg und einen Freudentanz ohne gleichen hinlegte, als dass sich ihr anscheinend verloren geglaubter Sohn auf ihre Seite stellen könnte.

„Was machst du hier?“, wisperte Arthur ungläubig, während Molly die Worte zu fehlen schienen und sie sich nur die Hand vor den Mund geschlagen hielt.

„Ministeriumsverliebter, familienleugnender, machthungriger Schwachkopf“, meinte Fred, der gerade wieder mit seinem Bruder von wo weiß der Doxy angetanzt kam und seinen Bruder freundlich anstrahlte. „Ja, Percy, das musstest du nicht mal spielen, das konntest du schon immer bombe geben“, gab George nicht weniger frech zurück.

Percy schluckte schwer, aber schlug in den High-Five ein, den sie mit ihm austauschten und die Information schien bei vielen erstmal sacken zu müssen, nicht nur beim unwissenden Teil der Weasley Familie, sondern auch bei Tonks und Remus. Dass Percy schon immer zu Draco und seinem Irland gehört hatte war ja auch für uns mehr als überraschend gekommen.

„Ja, das nehme ich dann mal als Kompliment!“, meinte Percy zuvorkommend und rückte seine Brille erneut auf der Nase zurecht.

„Nun, netter kann man es beim besten Willen nicht ausdrücken“, kicherte Fred fies und Bill streckte Percy plötzlich die Hand entgegen.

„Alles Lug und Trug, selbst in den Familien“, zog Bill ein schmerzhaftes Resümee, so wie er sein vernarbtes Gesicht verzog, aber seine Haltung drückte Verzeihen aus.

„Wir wurden gut erzogen… außerdem brauchten wir einen verlässlichen Spion im Ministerium, der überzeugend und glaubhaft rüberkam und Percy ist prädestiniert dafür“, schaltete sich Draco erklärend ein und entschwand, als Astoria ihn an der Schulter berührte und wegzog, da es an anderer Stelle eine Frage gab.

„Dann sind wir jetzt alle versammelt bis auf Charlie?“, wollte Percy neugierig erfahren und besah sich die Masse an rothaarigen Menschen vor ihm.

„Vielleicht taucht der auch noch auf“, meinte Bill hoffnungsvoll.

„Bloß nicht“, murmelte ich in Erinnerung an unser unerfreuliches Wiedersehen bei dem abgelegenen See.

Schließlich erhob Fleur das Wort. „Wie geht es dem Baby?“, fragt sie an Molly gerichtet, um die peinliche Stille zu überspielen, die nach meinen Worten entstanden war, erinnerten sie doch daran, dass Charlie kein Mensch mehr war.

„Den Kindern geht es gut“, meinte Tonks daraufhin hektisch. „Sie sind bei meiner Mutter und Muriel Prewett. Dort sind sie sicher.“ Harry horchte bei dieser Information, wo sein Sohn steckte und was die Red Devils vorher geschickt nicht offenbart hatten, interessiert auf.

„Ähm, Mum, Dad, also… ich… Audrey ist auch wieder schwanger… und ihr habt schon ein Enkelkind“, sprudelte es plötzlich wie aus einem Geysir aus Percy heraus, der noch schnell alles loswerden wollte, was sich über die Jahre angestaut hatte.

„Was? Wer ist Audrey…?“, stieß Molly kreidebleich hervor und presste ihre Hand nun auf ihr Herz.

„Meine Sekretärin in Irland“, kam es unnachahmlich trocken von Draco, der gerade wieder vorbeiging, um zur anderen Seite hin zu gehen, wo Susan ihm aufgeregt zuwinkte.

„Deine erste Enkeltochter heißt Molly“, meinte Percy jetzt leise, was dazu führte, dass Molly nur noch mehr weinte und Arthur seinen verlorengeglaubten Sohn einem Impuls folgend eng an seine Brust zog.

„Tut mir leid, Dad“, stieß Percy über die Schulter seines Vaters hinweg zu seiner Mutter hin aus.

„Also wir sollten jetzt langsam zu den Geheimgängen gehen, sonst sind die meisten DeathEater schon weg!“, rief Fred und rannte los. „Jupp, zu viel Drama!“, ergänzte George und zusammen liefen sie davon.

Percy hingegen ließ sich davon nicht beirren und ging auf Fleur zu. „Du bist also meine Schwägerin?“, fragte er charmant und reichte ihr die Hand.

„Ginny!“, dröhnte es plötzlich, da man einen roten Schweif die Treppen herabrennen gesehen hatte und sie gerade in Richtung der Kerker bei dem Schrei abbremste.

„Oh, Mum!“, keifte Ginny beleidigt. „Meine ganze Familie kämpft und ich werd’s auch tun!“

„Kommt, lasst sie, wir müssen zu Myrte!“, wisperte ich und zog die Jungs mit mir.

Die Zeit drängte und wir drehten ab, eilten davon, ohne uns von irgendwem zu verabschieden!

Wir liefen zielstrebig durch diese sonderbare Atmosphäre. Das gesamte Schloss schien unter der Anspannung und der Magie zu vibrieren. Es war, als würde es ahnen, dass es vor einem Angriff stand und wir konnten an jedem fünften bis zehnten Fenster einen Schüler der DA oder BL ausmachen, wie er Wache hielt und mit gezücktem Zauberstab bewaffnet nach draußen zielte.

Niemand konnte der DA und BL vorwerfen, dass sie es nicht ernstnahmen. Unsere Schritte hallten von den ansonsten so verlassenen und leeren Korridorwänden wider. Zwei Rüstungen hatten in diesem Teil des Korridors ebenfalls Stellung bezogen und bewachten mit gezückten Schwertern die Eingänge. Wir schlitterten um die Ecken zum Mädchenklo im zweiten Stock, als Harry abrupt stehenblieb.

„Was ist los?“, fragte ich atemlos und sah mich hektisch um.

Während Ron, der längere Beine hatte als wir, weiter vorne zum Stehen kam, dabei sagte sein Gesichtsausdruck dasselbe was ich ausgesprochen hatte, während er schon die Tür zum Mädchenklo aufhielt.

„Nichts, Erinnerungen“, murrte Harry wegwerfend und schüttelte seinen Kopf, indes stürzte Ron in den Raum und als ich ihm folgte war er schon direkt zu den runden Waschbecken in der Mitte des Raumes gelaufen und beugte sich darüber.

„Welches ist es?“, fragte ich interessiert und meine Fingerspitzen fuhren über das alte, von Spuren gezeichnete Becken und Ron deutete auf den Hahn, auf dem eine unauffällige Schlange eingraviert war.

„Das ist also der geheime Eingang“, flüsterte ich ehrfürchtig.

Nicht dass mir die Jungs nicht davon erzählt hätten, aber ich fragte mich gerade selbst, weshalb ich in den vergangenen Jahren nie explizit danach gesucht hatte. Ich wollte ehrlich sein, es hatte mich nie wirklich interessiert und so blickte ich den Wasserhahn wie ein magisches Artefakt an. Wobei die Aussicht auf die Unterwelt von Hogwarts, die dreckig und wenig einladend werden würde, bisher keine große Anziehung auf mich gehabt hatte.

„Na dann, wenn wir bitten dürften, Harry“, sprach Ron aufgeregt und rieb seine Hände aneinander, als ich bemerkte, dass Harry gar nicht bei uns war.

„Wahh, weiche von mir, du Widernatürlichkeit!“, brüllte auf einmal eine schrille Mädchenstimme so durchdringend und laut, dass ich zusammenzuckte und unser Vorhaben stoppte, da die durchsichtige Figur an die Decke fuhr und sich wie eine Furie gebärdete.

„Myrte! Hör auf, so zu plärren“, brüllte Harry von der Tür aus zurück, während er sich wegen dem schrillen Kreischen die Ohren zuhielt und der Geist regelrecht panisch wurde. Ron zielte drohend mit seinem Zauberstab auf sie, auch wenn jeder Zauber gegen sie nutzlos sein würde.

„Wuhuhu, sie macht mir Angst, ich habe Angst. Sie soll weg!“, schrillte es weiterhin durchdringend und die Augen von dem Geist sahen mich panisch an und ich dachte, dass meine Trommelfelle platzen würden und wurde so richtig schön sauer.

„Wenn du nicht gleich still bist, sammle ich dich ein und werfe dich hinter die Schleier“, brüllte ich nicht, sondern sprach klirrend leise, aber ich meinte es absolut ernst. Sie ging mir auf den Senkel und Myrte verstand selbst durch ihren Krach die Drohung sehr wohl, als ich sie von jetzt auf gleich mit meinen weißen Augen niederstarrte, woraufhin sie auf Nimmerwiedersehen mit einem Platsch in der Toilette verschwand.

„Krass“, „Cool, wie sie auf dich hört!“, „Die hatte echt Angst vor dir!“, kam es begeistert von den Jungs, als Harry mir zunickte und seinen Blick von der Tür aus entschlossen auf das Waschbecken richtete.

„Ihr könnt das allein!“, meinte Harry entschieden und wandte sich ab. „Geht in die Kammer des Schreckens. Es bringt uns nichts, wenn wir den anderen Horkrux nicht finden, ihn aber zerstören könnten! Ich muss suchen!“

„Warum?“, „Bitte?“, hauchten Ron und ich perplex und mir blieb der Mund offenstehen. „Was hast du vor?“

„Ich hab da einen Idee?“, kam es geheimnisvoll von ihm und Ron warf mir einen ziemlich zweifelnd Blick zu, da ich zwischen den beiden Jungs stand. Ron am Wasserhahn, Harry an der Tür und ich dazwischen.

„Was hast du vor?“, fragte ich herrisch, woraufhin er nur grinsend die Schultern hochzog.

„Ich vertraue euch, dass ihr das schafft!“, zeigte er Humor, der reichlich fehl am Platze war, während er schon abdrehte.

„Aber, Harry, ich kann da nicht rein! Wie öffnet man das Ding, ich mein, ich war damals nicht dabei!“, beschwerte ich mich umgehend.

Ich meine, klar, ich kam überall rein. Vielleicht half auch hier mein Slide? Wer wusste es zu sagen, aber das würde Zeit kosten. Ich war damals, als Harry diese Erfahrung gemacht hatte, versteinert gewesen und es war etwas anderes, es erlebt zu haben, oder blumige Erinnerungen der Heldentaten von den beiden serviert zu bekommen.

„Ruhig Blut, ich hab das schon mal erlebt und ich kann das… ich erinnere mich…“, mischte sich plötzlich Ron in diese Diskussion ein und legte mir von hinten seine Hand auf die Schulter.

Erinnern? Bitte? Wie kam Ron auf diese abwegige Idee? Ich hatte Harry selten Parsel sprechen hören, wenn vorwiegend mit Lucien, doch da mutete es lustig an, aber ich erinnerte mich auch lebhaft an unser zweites Jahr, damals beim Duell. Aber ansonsten hatte ich mir diese Laute nie gemerkt und ganz ehrlich, ich hatte damit zu kämpfen, nicht das schlangengleiche Antlitz des Lords sofort vor meinem geistigen Auge zu sehen. Es war unheimlich und unangenehm, dieses Zischen aus egal welchem Mund zu vernehmen.

„Gut, Ron! Ihr macht das und ich beeil mich, wir finden uns!“, hechtete Harry mit einer aberwitzigen Geschwindigkeit von dannen.

„Halt! Geh unter den Umhang!“, brüllte ich ihm noch nach und spurtete zur Tür.

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BeitragThema: 656. Basiliskengrab   Kapitel 655-565 EmptyDi Mai 21, 2019 9:42 pm

656. Kapitel Basiliskengrab

Ich überlegte noch, ob ich nicht besser bei Harry geblieben wäre, damit wenigstens einer von uns auf ihn achtgab, wenn er wieder zu engen geistigen Kontakt mit dem Lord haben sollte. Jedoch hatte er recht eindeutig klar gemacht, dass er niemanden von uns bei sich haben wollte. Wie auch immer, es ging los und ich sah dem nun unsichtbaren Harry hinterher, bis ich mich schließlich abwandte und die Tür hinter mir zuschlug. Ron stand zwar vor dem Waschbecken und flüsterte immer wieder die komischen Zischlaute vor sich hin, aber erst nach einem bestätigenden Blick zu mir beugte er sich nah zur Schlange.

„Rascharasar“, wiederholte er Harrys Parsel Vorgabe und ich blickte zweifelnd drein.

„Wow, das klingt toll bei dir!“, sprach ich ihm gut in seinem Rücken zu.

Und hey, er war echt gut, denn beinah umgehend sah ich den Lord vor mir und das wollte was heißen. Er drehte daraufhin seinen Kopf zu mir und grinste leicht übermütig. Ich glaubte, er ahnte, dass sich dabei niemand gut anhörte. Aber schon zeigte sich, dass er wirklich Parsel sprach, da das Waschbecken zu beben begann. Der Wasserhahn fing an zu glühen, der Hahn drehte sich um sich selbst. Ein Knacken ertönte und kurz darauf versank das Waschbecken langsam und unangenehm knirschend im Boden und gab nach und nach eine finstere Lücke frei. Es offenbarte ein tiefes und sehr dunkles Loch, um genau zu sein ein schwarzes, wenig einladendes Loch. Als ich näher an den Abgrund ging erkannte ich, dass da eine lange, dunkle Röhre begann, die steil bergab hinabführte, ins Nichts. Hier waren Harry und Ron also damals als Zweitklässler runtergerutscht, echte Gryffindors eben, aber nichts, was ich eigentlich nachmachen wollte.

„Lumos!“, murmelte ich und hielt den Zauberstab abschätzend in die Röhre hinein, um wenigstens ein bisschen zu sehen, doch keine Chance, da war alles stockfinster, nass und so ungemütlich.

„Ich bin genial, oder?“, freute sich Ron über seinen gelungenen Clou.

„Wir müssen aufpassen, dass du dem Lord, Harry oder Lucien keine Konkurrenz machst“, gab ich völlig trocken in meinem Humor zurück und stockte in dem Moment.

Die Rädchen in meinem Hirn drehten sich, aber auch bei Ron schien es klick zu machen, da er in dem Moment einen erstickten Laut von sich gab und mit geschockten Zügen zu mir sah.

„Fuck, wart mal… Lucien kann Parsel, denkst du… da ist was… wie bei Ginny passiert?“, fragte er gepresst und sein Geistesblitz machte mich kurz sprachlos und ich bewegte meinen Mund, ohne dass Worte daraus hervorkamen.

Was wäre, wenn? Könnte es sein? Wenn ja wäre das ein waschechter Albtraum!

„Kein Wort zu Harry!“, befahl ich resolut und nahm mir vor, dieses magische Dilemma mit Gellert zu besprechen.

Später, aber die Aussicht war zutiefst beunruhigend und auch aus Rons Miene war das kurze Glücksgefühl, den Geheimgang geöffnet zu haben, verschwunden, sodass er mit bekümmerter Miene nickte und todesmutig als Erster, ohne zurückzublicken, hinuntersprang. Also machte ich es kurz und riss mich zusammen, kramte die gut verborgene Gryffindor in mir heraus, hob den Stab und sprang dann schicksalsergeben in die Röhre, die ich ungebremst hinuntersauste, weiter und immer weiter. Kurz fühlte ich mich an Gringotts erinnert und ich empfand es als beklemmend, innerhalb so kurzer Zeit schon wieder viel zu weit hinab unter die Erde zu müssen. Das Licht des Zauberstabs beleuchtete die moosbewachsenen, schleimig grünen Wände der Röhre und ich verzog meine Mundwinkel. Es war widerlich, schaurig und ich ekelte mich vor dem heruntergekommenen und verdreckten Zustand der Abwasserkanäle.

Was hatte Salazar damals hier herunter getrieben?

Ich hatte in Lucius‘ Bibliothek gelesen, dass die Kammer zu Slytherins Lebzeiten als heimlicher Unterrichtsraum für schwarze Magie gedient hatte. Das Wissen um die Kammer wurde unter Slytherins Nachkommen von Generation zu Generation weitergegeben, während der Rest der Zauberergemeinschaft es größtenteils bald für eine absurde Legende hielt. Als im 18. Jahrhundert Hogwarts saniert und ein Rohrsystem eingebaut worden war, drohte das Geheimnis um die Kammer enthüllt zu werden und so hatte der damalige Schüler Corvinus Gaunt, ein direkter Nachfahre von Slytherin, den Zugang zur Kammer geschützt, indem er ihn hinter dem Waschbecken versteckt hatte. Tja, und mit diesen Informationen aus Lucius‘ Büchern und Harrys Erzählungen hatte ich das Interesse völlig verloren. Dennoch rutschte ich das enge Abflussrohr jetzt hinab und danke den Göttern, dass ich nicht klaustrophobisch oder gar dick war, während die Abzweigungen und Windungen immer abrupter und zackiger wurden, vorbei an etlichen abgehenden kleineren Rohren bis tief unter das Schulgebäude. Das war kein gerader Weg, oder gar eine kurze Strecke, sondern eine Achterbahnfahrt und diese Rutschpartie endete hart, als ich äußerst schmerzhaft auf meinem Hintern landete und ich die Nässe des Bodens durch meine Jeans dringen fühlte, ebenso die kleinen spitzen Steinchen, woraufhin ich ergeben seufzte. Harry hatte schon gewusst, warum er hier nicht ein zweites Mal runterkam. Ich blickte auf den mannshohen, ungemütlichen Steintunnel, in dem wir gelandet waren, und verspürte keine Freude, hier zu sein.

„Mmpf“, stieß ich resigniert aus und unterdrückte heldengleich einen Laut des Ekels, den Lucius mit Sicherheit von sich gegeben hätte, aber schon reichte mir Ron seine Hand und zog mich auf die Füße, während ich mir mein schmerzendes Hinterteil rieb.

„Ganz schön schmutzig, nicht!“, meinte er jetzt frohgemut und ich zeigte Zähne.

„Da ist die Höhle des Lords schicker. Was treibt jemanden hier runter?“, fragte ich irritiert und hob meinen Zauberstab, um die heruntergekommene Gegend zu beleuchten.

Hatte sich der junge Tom Riddle wirklich erhaben und mächtig gefühlt, als er dies als Kind entdeckt hatte?

Das war die Kloake von Hogwarts und Eindruck machte die Umgebung nicht wirklich auf mich. Wir befanden uns in einem langen, steinernen Tunnel. Das Wasser tropfte langsam, aber unaufhörlich mit einem lauten Platschen auf den Steinboden. Ein Geräusch, das mir schon jetzt auf die Nerven ging. Es war kalt, es war nass, es war modrig und alles in allem ein Ort, den man niemals sehen wollte.

Wir hielten uns nicht auf, sondern folgten dem Tunnel mit Bedacht und Vorsicht und das obwohl uns klar war, dass wir eigentlich nichts mehr zu befürchten hatten. Harry hatte in seinem zweiten Jahr den Basilisken ganz allein, ohne unsere Hilfe erledigt und sonst war hier unten nichts, zumindest nichts allzu Großes. Hoffentlich!

Wir hasteten den Tunnel entlang und erreichten die Stelle, an der der Tunnel damals eingestürzt war, als Lockhart Rons zerstörten Zauberstab benutzt und sich selbst ins Vergessen gehext hatte. Hier lagen noch immer die großen Felsbrocken wild in der Gegend herum, da nur einige wenige von Ron damals zur Seite gerollt worden waren, damit sie dann zusammen, nachdem Harry Ginny gerettet hatte, rauskommen konnten. Wir gingen auf das kleine Loch zu, das für mittlerweile Erwachsene echt klein war und quetschten uns ein wenig unschön hindurch.

„Ein ganz schöner Weg“, stöhnte Ron, als er sich nach mir hochzog und den Stab über seinen Kopf hob, um den noch vor uns liegenden Abwasserkanal zu beleuchten. „Wahhh“, schrie er.

„Wo?“, rief ich nur und fuhr mit erhobenem Stab und gezücktem Dolch herum, um jeden Gegner zu beseitigen, ganz gleich ob Mensch, Wesen, oder Geist.

„Sshschssch“, zischte es mir entgegen und gerade noch rechtzeitig erkannte ich unseren Angreifer und stieß den Dolch in die Luft, weg von Apsis, die erstaunlich groß und wohlgenährt aussah, seitdem sie von Harry in den Rohren Hogwarts auf Abwege gebracht worden war.

„Sie erkennt uns!“, meinte Ron, der sich für seinen so unmännlichen Schrei ein wenig zu schämen schien. Auf den Knien beugte er sich zu der giftgrünen Apsis und diese kroch ihm entgegen und zischelte ihn mit ihrer langen Zunge an. „Lucien und Harry vermissen dich… wo hast du dich rumgetrieben?“, meinte er gutmütig zu der Schlange.

„Ron, entweder du zischst rum, oder du lässt es stecken… ich glaub nicht, dass sie unsere Sprache gelernt hat“, entfuhr es mir ungehalten, die Uhr tickte.

„Sollen wir sie mitnehmen?“, fragte er tatsächlich und kurz blieb mir die Spucke weg.

„Zu Harry? Während eines Krieges? Keinen Dunst, wir müssen weiter…“, bedeutete ich dem Duo, dass es einen Vogel hatte und setzte einen Fuß in den noch immer lang anmutenden Tunnel, als es über uns donnerte und Ron zusammenzuckte.

Sachte rieselte der Staub von der Decke auf unsere Köpfe. Die Erschütterungen, oder auch Einschläge, die Hogwarts trafen, waren selbst hier unten nicht ohne Wirkung. Es begann, anscheinend hatten wir schon Mitternacht erreicht.

Wir sahen uns an.

Es ging los!

Der Kampf um Hogwarts!

Wir mussten uns beeilen und das sagten auch unsere Blicke, die sich trafen. Ohne weitere Worte liefen wir los. Auf dem Weg zur Kammer traten wir in einige Pfützen, die ein lautes Platschen von sich gaben, als wir hindurch rannten und uns nass machten, aber es war egal. Schließlich erreichten wir eine Wand, die uns stoppte. Vor uns befand sich eine runde, metallene Tür, die rostig angelaufen war. Eingelassen waren mehrere filigran und detailgenau dargestellte Schlangen, die den Eingang bewachten.

„Dann los“, meinte Ron sich Mut zusprechend und parselte drauf los. Langsam bewegten und reckten sich die Schlangen auf dem Tor und entriegelten es hörbar, sodass es aufschwang und ein großes, kreisrundes Loch preisgab. Ich atmete tief durch und hob meinen Zauberstab an.

Das war also Salazar Slytherins geheimes Versteck und sein Vermächtnis an Hogwarts!

Angespannt und mit fest umklammertem Zauberstab in der einen Hand und dem Dolch in der anderen trat ich durch die Öffnung. Ich stand auf einem schwarz gefliesten Boden in einer sehr langen und schwach beleuchteten Halle mit hohen Säulen, die Schlangen mit weit offenen Mündern darstellten und die den Mittelgang zu beiden Seiten flankierten und den gesamten Raum bis zur Decke einnahmen. Alles hier schimmerte in einem grünlichen Dämmerlicht. Ganz am Ende der Kammer war eine steinerne Büste, die so hoch wie die Kammer selbst war. Sie zeigte aber nur den Kopf von Salazar Slytherin, spitzbärtig und mit grimmiger Miene, mit weit aufgerissenen Mund. Sein Antlitz mit dem wehenden Haar erinnerte an ein Medusenhaupt. Harry hatte damals erzählt, dass der Basilisk aus dem sich öffnenden Mund der Statue rausgekrochen war. Bei dem Anblick verstand ich, woher der Lord seine Inspiration genommen hatte. Das hier erinnerte an das Dark Mark, denn genauso kroch auch die Schlange beim Totenkopf des Dark Marks durch den Mund heraus, wenn es aktiviert wurde, oder wenn wir es mit dem Zauber Morsmordre in den Himmel schrieben.

„Ganz schön gruselig hier, oder?“, meinte Ron ehrfürchtig, der genauso wie ich diese Kammer zum ersten Mal live sah und sichtbar aufgekratzt war. „Das da ist der Basilisk, den Harry damals umgelegt hat, ein ganz schönes Vieh, hab ihn mir kleiner vorgestellt“, befand er unnachahmlich schlicht und mein Blick fuhr zu der Kreatur links von uns. „Beeindruckend, wenn man bedenkt, wie klein Harry jetzt noch ist“, meinte er weiter voll gefesselt aufgrund des Anblickes.

Ich ersparte mir eine Rüge, denn ich dachte ähnlich. Diese Schlange war wahrlich als riesig zu benennen und sofort eilte ich darauf zu. Als ich davor stand und bemerkte, wie klein ich gegen die Schlange und deren Zähne war, kam ich nicht drumherum, sie zu bestaunen und Harry zuzugestehen, was für eine Heldentat es gewesen sein musste, dieses Ungetüm als Kind zu erlegen.

Von oben war gerade wieder eine starke Explosion zu vernehmen, es rieselte und tropfte von der Decke auf uns hinab. Das Bombardement erfolgte beständig und die Frage war, wie lang wohl die Schutzzauber noch halten würden.

„Wir brauchen die Zähne“, murrte Ron entschlossen und ging neben dem offenen Maul der toten Schlange zu Boden.

Die Verwesung ging nur langsam vonstatten, denn es war hier unten konstant kühl, wie in einem wohl temperierten Kühlschrank. Trotzdem war das Fleisch zu einem Großteil schon weg. Höchstwahrscheinlich hatten sich die Ratten, Mäuse und anderes Getier an dem Kadaver bedient. Aber die Schlangenhaut war noch erhalten, sie hing wie eine Decke über dem Skelett und erinnerte entfernt an Thestrale. Der Kopf mutete noch immer eklig an, die Zunge war schwarz und nur zu einem Teil schon weggefault, aber die spitzen Zähne waren intakt und ich kam nicht umhin, zu erahnen, wie begeistert Severus von diesem seltenen Tier hier wäre. Die Haut, die Knochen, die Zähne, all dies waren begehrte und beinah ausgestorbene, rare Zaubertrankzutaten.

Ron begann umgehend, die Zähne mit roher Gewalt herauszubrechen, während ich nicht umhinkam, das Tier eilig zu enthäuten und die wertvollsten Knochen klein zu zaubern. Ich konnte das nicht liegen lassen. Aber es war eine knochenharte Arbeit und die Haut zäh wie sonst was.

„Was tust du da?“, fragte mich Ron plötzlich atemlos, während er den nächsten Zahn geräuschvoll mit Hilfe von gezielten Tritten herausbrach.

„Ähm… nichts“, meinte ich ertappt, arbeitete aber schnell weiter.

Während ich werkelte stapelten sich die ganzen Basiliskenzähne neben Ron auf dem Boden und eilig verkleinerte ich alle und steckte sie in meine Tasche, als ich aus den Augenwinkel Apsis wahrnahm, die auf den geöffneten Mund von Salazar zuhielt. Sie war so zielstrebig, als hätte sie etwas entdeckt und schon war sie im Innern verschwunden.

„Schönste, hör auf! Lass uns den Becher jetzt zerstören!“, meinte Ron plötzlich ernst und riss mich aus meiner Beobachtung, denn da reichte er mir den letzten Zahn, den er hatte ausreißen können.

„Jetzt und… ICH?!“, wagte ich einen vorsichtigen Protest, woraufhin mir Ron einen sparsamen Blick über den Kadaver hinweg zuwarf, der sagte, dass er nicht meiner Meinung war.

„Es wird nie den perfekten Zeitpunkt geben und Harry ist gerade nicht bei uns, also gut genug und ja: du… auch du sollst die Ehre haben… dann hat jeder von uns einen getötet: Harry, du und ich“, erklärte Ron beharrlich und ich starrte blind vor mich hin und ließ meine Hände unentschlossen sinken.

Wohin war mein Gryffindors zugehöriger Mut verschwunden? Schlussendlich erinnerte ich mich nur zu gut an die Senke und das, was ich damals alles gefühlt, empfunden und erlebt hatte. Auch die Begegnung mit Lugh war mir sehr gegenwärtig und all seine Andeutungen. Ich zögerte, sollte ich es wirklich wagen? Ron hielt mir den Zahn auffordernd entgegen und ich rang noch immer mit mir. Sollte ich es trotz aller Zweifel machen?

Aber dann erkannte ich doch die Weisheit und Wahrheit hinter Rons Worten, denn er hatte recht, meine ganzen Anstrengungen wären umsonst, wenn ich es nicht täte. Wir alle mussten etwas vom Lord zerstören, das war unser Lohn, egal was danach sein würde. Ich hatte mich entschieden. Entschlossen packte ich zu und fasste den Zahn. Ich umklammerte den spitzen und scharfen Zahn wie meine geliebten Dolche, ich hielt mich daran fest. Ron indes wühlte in meiner Tasche und legte dann den goldenen Becher von Helga Hufflepuff vor mir auf den Boden.

„Stich einfach mitten rein!“, empfahl er leichthin und ich musterte mit tiefer Abscheu das Ding, dessen Wispern ich immer deutlicher vernehmen konnte.

Ich könnte Gnade walten lassen und diese verstümmelte Seele ins Jenseits führen, aber wollte ich das? Wie hatte Lugh gesagt: Ich hatte die Wahl!

Nur konnte ich in mir kein Mitleid finden. Die Seele des Lords hatte keinen Hort verdient. Entschlossen kniete ich mich hin, hob den Basiliskenzahn hoch und dann gab es kein Halten mehr. Ich stach mit aller Kraft, die ich aufwenden konnte, mitten in den Dachs des goldenen Bechers. Unerwartet leicht schnitt das Gift des Zahns durch das Edelmetall und ließ den Becher unter uns erglühen. Der Horkrux war damit offen und befreit aus seinem Gefängnis, dem Becher, der seine Seele bisher an Ort und Stelle gehalten hatte. Ein unvorstellbarer, langgezogener, gequälter Schrei drang aus dem Becher hervor, der erschreckend menschlich klang und mir einen Schauer über den Rücken jagte. Ich verzog schmerzlich die Mundwinkel, da sie mich rief wie ein waidwundes Tier, das auf Erlösung hoffte, und die schwarze Masse, die sich vor uns ausbreitete und ballte explodierte mit einem lauten Knall und riss Ron als auch mich von den Knien.

Ich fiel nach hinten und verlor den Zahn, der neben dem Becher zum Liegen kam. Daraufhin breitete sich eine gespenstische Stille aus und es passierte, was ich gefürchtet hatte. Ich war zu nah, um nicht danach greifen zu wollen. Es war wie eine unwiderstehliche Versuchung der besonderen Art. Es zog mich zu der Seele wie ein Magnet, aber diesmal war ich auf diesen Sog vorbereitet. Da war sie wieder, diese unbändige schwarze Magie, diese geballte Macht der Seele des Lords. Wieder lag ein Teil seiner Selbst hier offen vor mir und in mir erwachte die Gier, ihn besitzen zu können, ihn besitzen zu wollen.

„Hahaha“, vernahm ich, wie aus dem Nichts, ein wenig nettes Lachen, wie damals in der Senke, und das verhieß nie etwas Gutes.

„Lugh“, wisperte ich heiser und diesmal wusste ich, dass ich keine Zeit für seine Spielchen hätte.

Leichte Panik wallte in mir auf. Ich musste hier weg, vor ihm fliehen. Ich kam hoch und sprang zurück, was wie ich fühlte Lugh gar nicht gefiel, da er mich nun mit meinem Namen zu sich rief. Aber ich konzentrierte mich auf diese Welt, während ich einen Namen hörte, den er immer wieder sprach und ich wurde bleich.

Warum sagte er diesen Namen? Was sollte das? Er sollte sich wagen, sich an ihn heranzumachen!

Gerade wollte ich seinem Ruf doch folgen, doch in dem Moment bemerkte ich aus den Augenwinkeln, dass Ron auf den Horkrux zu krabbelte und den Zahn wieder zurück in den Becher drückte, woraufhin ganz plötzlich schwarzes, dickes, teeriges Blut daraus hervorquoll und sich über den Boden verteilte. Der spitze, menschliche Schrei der Seele schraubte sich markant in die Höhe und man merkte richtig, wie die Seele des Lords langsam verkümmerte und starb und dem Behältnis entwich.

Dann zog pure Lava durch meinen Nacken. Der Lord!

Egal was gerade war, der Schmerz machte mich blind und taub. Mir war, als würde jemand meine Wirbelsäule durchtrennen. Er tobte und er wütete und doch zog noch etwas anderes an mir und ich verspürte noch mehr, weil ich aufgrund meiner veränderten Augen die Umgebung gänzlich anders wahrnahm. Das schwarze, lebende Blut ließ das Wasser um uns herum brodeln und brachte es regelrecht zum Kochen. Es türmte sich immer drohender die Wände hinauf, bis es an der Decke anschlug. Der Becher wehrte sich gegen das Gift und erzitterte und brüllte, bis er ganz abrupt in zwei Teile brach. Schon schlug das Wasser wie eine Wand über uns zusammen und raubte mir den Atem. Kurz dachte ich, die Besinnung verloren zu haben.

Es war zu viel, zu viel für mich! Dort die unsägliche Raserei des Lords, hier Lugh, der mich rief und dort die reale Welt, die sich auch gegen die schwarze Magie aufbäumte. Ich kämpfte, bis ich nach Luft ringend die Augen aufschlagen konnte, während Ron mich in einer eisernen und beschützenden Umarmung gefangen hielt. Er hielt mich umschlungen und wir zitterten gemeinsam, während Lugh nicht aufgab, anders als der Lord, dessen Attacke ich schon zu vergessen begann. Gerade war ich gefangen und rang zu sehr mit den Gefühlen als SoulGatherer. Ich hing noch immer dem Namen nach, den Lugh so eindringlich immer wieder, einem Mantra gleich, vor sich hingesprochen hatte, weshalb meine Gegenwehr gegen das Wasser gleich null gewesen war. Ich schnappte nach Luft, versuchte, das Zittern zu unterdrücken, aber es war so kalt und wir waren bis auf die Unterwäsche durchnässt.

„Was zur Hölle?“, hauchte Ron tropfnass neben mir und starrte den zerbrochenen Becher an, dem die Welle nichts angehabt hatte, da er nicht davongeschwemmt worden war und noch immer in der teerigen Lache vor uns lag. „Alles gut mit dir?“, fragte er mich fürsorglich, strich mir zärtlich eine nasse Locke hinters Ohr und löste sich von mir, um aufzustehen.

„Du weißt schon, dass du eindeutig zu oft von ähnlichen Namen quatschst?“, meinte Ron sehr ernst und ich dachte, einen Vorwurf aus seinen Worten zu hören.

Ich kämpfte noch immer mit meinen Gefühlen, da ich so gerne auf diese andere Seite wechseln wollte, um zu kontrollieren, dass dort nichts Schlimmes passierte. Ich war zutiefst besorgt.

„Was meinst du?“, fragte ich daher ausweichend und wandte den Blick ab.

„Lucius, Lugh und wie die alle heißen. Das gefällt mir nicht. Du wirktest völlig weggetreten und ich glaub nicht, dass du dem nachgeben solltest“, bekannte er unwillig, als er sich wieder zu mir runter beugte, um mir aufzuhelfen. „Hast du Angst?“, fragte mich Ron auf einmal viel zu intensiv.

Ewas zögerlich nickte ich. Es nützte nichts, es sich nicht einzugestehen, aber bekanntlich war das Eingestehen der Angst der erste Schritt auf dem Weg der Besserung. Denn diese andere Welt bereitete mir nichts als Angst, Sorge und Pein. Meine Erlebnisse dort bescherten mir heute noch Albträume und verfolgten mich unbarmherzig, auch wenn ich das meist gut zu verdrängen wusste und akzeptierte, dass ich daran nichts ändern konnte. Ich musste jetzt doch ehrlich zu mir und Ron sein, um meine Nöte hinter mir zu lassen. Aber ja, meine Zeit dort hinter dem Schleier hatte mich gezeichnet, mehr noch als mit dem, was ich mir dort körperlich angetan hatte, ich hatte keine Ahnung, ob ich diesen Wesen dort gewachsen sein würde. Wenn man bedachte, dass unsere Welt schon genügend Schrecken für mich bereithielt, brauchte ich nicht noch selbstverliebte Götter, die mir das Leben zur Hölle machen würden.

„Komm, wir müssen weiter, nimm es“, forderte Ron ablenkend und deutete auf den zerbrochenen Kelch.

Er nahm meine widerwillige Zustimmung wortlos zur Kenntnis, wofür ich ihm endlos dankbar war, da er die Anderswelt nicht weiter thematisierte, sondern es schon als Fortschritt ansah, dass ich meine Ängste offen vor ihm zugab. Er schaffte es mit seiner Aufforderung jedoch, mich zu verschrecken, denn schon stolperte ich zurück und schüttelte den Kopf. Ich weigerte mich schlicht, das zerbrochene Ding zu berühren. Wer wusste schon, ob ich dann nicht doch mit Lugh konfrontiert werden würde.

Er beugte sich hinab und schnappte sich unbeeindruckt die Überreste des Horkruxes und steckte sie in meine Tasche, die in seinen großen, vernarbten Händen lächerlich anmutete. Ich wandte mich indes um und hasste das Gefühl, bis auf die Unterhose nass zu sein. Nach dem Bad im See war ich schon wieder nass, aber wenigstens gab es ein Seelenteil weniger. Wir waren erfolgreich gewesen, trotz des Verlustes des Schwerts. Nur das Hochgefühl blieb aus und ich seufzte, da ich das unwohle Gefühl nicht abzuschütteln vermochte, dass vielleicht nicht nur in dieser Welt eine Schlacht tobte und ich bedauerte es, mich nicht aufteilen zu können. Rons nächste Worte rissen mich aus meinen Gedanken.

„Wir müssen Harry finden“, meinte Ron entschlossen und zog mich weiter. Wir ließen Salazars Kammer des Schreckens im Laufschritt hinter uns zurück. „Wir müssen uns beeilen!“, stellte er leicht unter Zeitdruck fest und ich wischte mir die nassen Locken aus dem Gesicht und eilte weiter. „Vielleicht hat Harry das Diadem schon gefunden!“, verkündete Ron nach einiger Zeit hoffnungsvoll.

Und ich hoffte es so sehr, da uns die Zeit davonlief. Es war bitterkalt und klamm und alles in allem kein schönes Gefühl, schon wieder völlig durchnässt zu sein, aber bevor wir diesen unterirdischen Bereich und damit die Rohre hinter uns gelassen hätten, wäre es vergebene Liebesmühe, uns mit einem Zauber zu trocknen. Wir hielten uns nicht auf und hasteten vorbei an der kreisrunden Öffnung, die zur Kammer führte. Wir verschlossen wohlweislich und gewissenhaft die Tür zur Kammer und gingen weiter, durch den endlosen Tunnel und zur eingestürzten Stelle, an der wir auch Apsis getroffen hatten.

Gerade krachte es oben wieder lauter und Staub und Steine sowie Wassertropfen rieselten auf uns hinab.

„Wie kommen wir nur raus?“, fragte Ron etwas atemlos und quetschte sich gerade mit mir durch das enge Loch zwischen den herabgestürzten Gesteinsbrocken und ich warf ihm einen frustrierten Blick zu.

„Also das Rauskommen ist doch kein Problem… wo es einen Eingang gibt, gibt es auch einen Ausgang“, belehrte ich ihn in bester besserwisserischer Manier, aber so sah ich es immer, wenn ich irgendwo strandete, gab es immer einen Weg hinaus und bisher hatten wir es immer geschafft, aber ich erkannte, dass er ernsthafte Antworten wollte: „Wir verzaubern einfach die Röhre, so dass sich eine Treppe bildet!“

„Oooh“, kam es langgezogen von Ron. „Das geht?“, fragte er nach und ich rollte mit den Augen.

„Tribunalis!“, rief ich beschwörend und deutete mit dem Zauberstab auf die Röhre, die sich sofort in eine Treppe verwandelte. Die Stufen waren rutschig und mehr als nur einmal wären wir beinahe hingefallen, aber unser Training und die Flucht machten sich mehr als bezahlt, wir waren gut in Form.

„Wie seid ihr damals nochmal hier rausgekommen?“, erwiderte ich über meine Schulter hinweg.

„Damals kam Fawkes und hat uns raufgetragen!“, meinte er schlicht und ich erinnerte mich finster, dass sie das mal erzählt hatten. Ein Fakt, den ich nie ganz verstanden hatte, der mich aber ehrlich gesagt auch nie genug interessiert hatte, um ihn mir zu merken.

„Na“, erwiderte ich genervt, weil das keine Option für uns war, aber auch wegen der Tatsache, dass ich mich niemals am Schwanz von dem unfreundlichen Federvieh festgehalten hätte.

Da es unzählige Treppen waren, die uns bevorstanden, ließ ich Ron jedoch weiter von damals berichten. Er unterhielt mich, indem er mir genau von Fawkes erzählte und dabei war ich überzeugt, dass der doofe Vogel niemals zu meiner Rettung eilen würde. Unsere Verständigungsebene war noch nie die Beste gewesen. So erklommen wir mit unserer Beute die Treppe zurück zur Schlacht und wir schafften es wohlbehalten zurück zum Mädchenklo.

„Ich schick Harry einen Patronus“, verkündete Ron frohgemut und schickte seinen leuchtenden Terrier los, der davonrauschte.

Indes trocknete ich uns rasch, da wir endlich dieses nasse, schmuddelige Loch hinter uns gelassen hatten. Noch nie hatte eine Toilette so gemütlich gewirkt wie gerade eben Myrtes Heim. Ron klemmte sich währenddessen einen recht großen Basiliskenzahn unter den linken Arm, den Zauberstab im anderen und stieß mit dem Fuß die Tür krachend auf. Es gab keine Zeit zum Verweilen, denn sofort brach die Hölle über uns herein.

Anscheinend waren ein paar DeathEater schon drinnen und brachten den Kampf in die Schule. Man konnte hören, dass in den Gängen hektische Bewegung herrschte, rasche Schritte, Leute schrien Flüche und bunte Blitze jagten wie wild durch die Luft und schlugen donnernd in das Mauerwerk ein. Ich erhob meinen Zauberstab, fingerte nach einem meiner Dolche und folgte Ron auf den Korridor. Im Laufen blickte ich aus einem Fenster und sah weitere Lichtblitze auf dem dunklen Gelände aufblitzen und das an sich alles umspannende golden leuchtende Schild, das unser Schutz war und das noch stand. Wie war das also möglich?

„Wie kommen die hier rein?“, rief mir auch Ron fragend zu und deutete auf einen maskierten DeathEater vor uns am Ende des Flurs, der sich mit mehreren Schülern duellierte und gerade seinen Kopf verlor. Dieser segelte haltlos durch die Gegend und traf beinah Susan, die rasant in Deckung ging, damit sie nicht getroffen wurde, woraufhin der Kopf an der Wand hinter ihr einschlug und dann platschend zu Boden fiel.

„Wähhh.“, „Wie eklig.“, „Eh, wie geil!“, „Danke!“, ergingen die Rufe der Kämpfenden und der Fast Kopflose Nick wäre wohl wahrlich neidisch geworden, wenn er diesen ordentlich und akkurat abgetrennten Kopf gesehen hätte. Auch die Blutlache, die sich aus dem leblosen Körper ergoss, war nicht zu verachten. Eine der Ritterrüstungen hatte die Gunst der Stunde genutzt und dem Maskierten von hinten mit seinem Schwert den Kopf abgeschlagen.

„Woher kommen die?“, fragte Ron die Gruppe und überging das Szenario souverän.

Dabei registrierte ich, dass schon einige ziemlich gezeichnet aussahen und ein Mädchen, dessen Namen mir nicht einfiel, übergab sich geräuschvoll beim Anblick der Leiche, bei der aus dem klaffenden Loch des Halses das Blut herausgepumpt wurde, während die Leute, die wir unterrichtet hatten, nicht so aussahen, als wären sie allzu tief getroffen. Sie hatten bei uns gelernt, dass Zögern den Tod bedeuten konnte. In dem Moment nutzte Dennis die Gunst der Stunde und trat hörbar knackend auf die Hand des Toten, damit dessen Zauberstab für jeden unbrauchbar wurde. Es war ihm gleich, dass dabei auch noch die Knochen in der Hand des Toten unter seinem Schuh zu Bruch gingen.

„Durch kleine Risse.“, „Sind als schwarzer Rauch eingedrungen.“, „Das war voll unheimlich!“, „Aber es sind nicht viele“, brüllte man uns gehetzt zu und ich dachte, Colin Creevey zu vernehmen, der gerade einen Fluch abfing und diesen geschickt zurückschleuderte. „Die Lehrer bauen das Schild fester!“, „Sie schaffen das!“, meinten sie voll des Vertrauens.

„Eine Frage: Habt ihr Harry gesehen?“, wollte Ron wissen und alle schüttelten ihren Kopf und schon lief jeder seiner Wege.

Auch wir sahen zu, dass wir vorwärts kamen und liefen Slalom, da die ersten Opfer der Schlacht quer verteilt in den Fluren lagen. Aber wenigstens waren es bisher nur die Eindringlinge, die geschlagen rumlagen. Ron und ich waren so frei, abwechselnd die noch lebenden Exemplare mit gnädigen Avadas schnell und gewissenhaft auszuschalten. Ich fragte mich kurz, wer so dämlich war, Milde walten zu lassen. Die DA, oder die BL, ich wollte es nicht hoffen, oder der Orden und die Lehrer? Wer auch immer es war, ganz sinnig war es nicht. Aber wenigstens trafen wir nicht immer auf Überlebende, einige DeathEater hatten mehr oder minder einfallsreich den Tod gefunden, während Ron und mir gegenwärtig war, dass Gnade gerade keine Option war und ich war mir sicher, egal wo Harry war und was er trieb, er ging nicht anders vor.

Nicht heute, nicht im Krieg, nicht in der Schlacht!

Zwar waren wir fürs Erste noch eindeutig in der Überzahl und hatten im Schloss die Oberhand, aber wenn der Schild fallen würde, konnte das ganz rasch ganz anders aussehen, wenn sich die Armee des Lords unbarmherzig über uns ergießen würde.

Dann stolperten wir beide beinah über einen DeathEater, der von zwei der zum Leben erwachten Statuen, um genau zu sein den beiden Wasserspeiern, die normalerweise das Lehrerzimmer bewachten, zu Brei verarbeitet wurde. Sie hatten ihn gerade unter seinen jämmerlichen Schreien niedergestreckt und hackten brutal und unbarmherzig mit ihren Waffen auf ihn ein. Man konnte nicht behaupten, dass sie zimperlich waren, da die Geräusche ekelhaft schmatzend waren, die Gliedmaßen und Gedärme nur so durch die Gegend flogen und das Blut herumspritzte und den weißen Stein der Statuen und der Mauer hinter ihnen rot färbten. Als ich mit einem Satz über den eingeschlagenen Kopf hinweg sprang, konnte ich das eine blicklose Auge und die deformierten Gesichtszüge des Toten mustern, da dieser keine Maske trug, aber beim besten Willen keinen mir bekannten Menschen mehr identifizieren.

„Kein Mitleid!“, war Rons brummiges Kommentar, dem die Entschlossenheit ins blasse Antlitz gemeißelt war und packte meinen Arm, als er mich an dem Gemetzel vorbeizerrte.

Wir bogen haarscharf um eine Ecke, als links ein ohrenbetäubender, enormer Krach ein Fenster neben uns bersten ließ und wir gegen die Wände gedrückt wurden. Wir hoben unsere Arme, um vor den Scherben geschützt zu sein, und wurden fast umgerannt, da Professor Sprout in dem Moment an uns vorbeidonnerte, gefolgt von anderen Hufflepuffs wie Hannah und Justin und noch anderen, die allesamt Ohrenschützer aufhatten und große Topfpflanzen vor sich hertrugen.

„Alraunen“, brüllte Hannah uns zu, während wir uns schützend die Hände auf die Ohren legten. „Die schmeißen wir über die Mauern, sobald die Schilde fallen, damit werden sie nicht rechnen!“

„Bomben Idee“, gestand ich neidlos zu, ein Gedankenblitz, den ich so nie gehabt hätte.

„Hey!“, brüllte Ron Justin an. „Habt ihr Harry gesehen?“ Dieser schüttelte aber nur den Kopf und schon waren sie an uns vorbei und auch wir hasteten weiter.

Am Ende des Korridors kamen wir ins Schwanken, da das ganze Schloss bebte. Eine mächtige Vase wurde mit explosionsartiger Wucht von ihrem Sockel geworfen und die Porzellansplitter flogen, als sie mit lautem Getöse am Boden zerschellte, wie Schrapnelle durch die Gegend. Dies machte uns dank einiger brennender Schnitte auch noch schmerzlich deutlich, dass Hogwarts unter den angreifenden Zaubern des Lords erbebte. Wie lange würden die Schilde halten, wie lange hätten wir noch Zeit?

„Wow!“, bremste Ron abrupt und ich stolperte beinah in ihn, da Ron fast in George gerannt wäre, der zusammen mit Fred vor einer Statue stand. Wobei, das war übertrieben. George stand mit erhobenem Zauberstab da und deckte sie, während eine seiner Hände an Freds Hüfte lag, da dessen Kopf zwischen der Statue und der Wand steckte. Die gesamte Haltung der beiden mutete ein wenig deplatziert an und sie erinnerte mich an das ein oder andere Tête-à-Tête, das ich früher in so schöner Regelmäßigkeit gestört hatte.

„Hey, Schönste, so gehetzt? Das Spiel hat doch noch nicht mal angefangen“, begrüßte uns George mit Blut besudelt erstaunlich ruhig, dabei wurden seine dreisten Worte von einem tiefen Donnergrollen übertönt, das nichts Gutes verhieß, während Fred aufmerksam in den Tunnel des Geheimgangs lauschte und dann sein grinsendes Gesicht hervorzog.

„Hübsche Nacht für so was, nicht wahr, Schönste? Ich denke, dass es noch spannend wird!“, rief Fred voll des Tatendrangs und Ron bedeutete mir mit einem Fingerzeig, dass seine teuflischen Brüder einen Vogel hatten, als das Schloss von neuem erzitterte.

„Ihr müsst das ernst nehmen!“, mahnte ich eindringlich, woraufhin sie mir beide ein beinah identisches, schiefes Grinsen schickten und mir schelmisch zuzwinkerten.

„Hey, keep cool!“, „Alles easy!“, „Wir sind die Red Devils und wir werden beweisen, dass wir den Namen verdienen!“, „Jeder, der auch nur versucht, durch die Geheimgänge zu kommen, wird wünschen, er hätte diesen Fehler nie gemacht!“, versprachen sie großspurig.

„Ich weiß nicht, ob ich je wissen will, was ihr euch da ausgedacht habt!“, wandte Ron ein und erntete fieses Gekicher, wohlgemerkt das Einzige, das derzeit irgendjemandem über die Lippen kommen konnte. Keinem war eigentlich zum Lachen zu mute, außer diesen beiden.

Selbst mir nicht, ich war angespannt und mehr als unsicher, wie sich das alles noch entwickeln würde, und genauso und schlimmer erging es wohl allen im Schloss. Heute würde sich unser aller Zukunft entscheiden.

„Habt ihr Harry gesehen?“, wollte ich von ihnen erfahren.

„Nein, ist der nicht bei euch?“, wollte George perplex wissen.

„Der war kurz woanders“, erwiderte Ron widerwillig.

„Grüßt ihn!“, erhob Fred seine Hand. „Wir haben noch einige Gänge zu präparieren“, verkündete er weiter voll Begeisterung und sie zogen von dannen.

„Komm weiter, wir müssen ihn finden“, raunte Ron und schon kamen wir um eine weitere umkämpfte Ecke.

Die Patil Zwillinge kämpften vereint gegen zwei vermummte Gestalten. Sie schlugen sich wacker, aber sie hatten trotzdem sichtbare Probleme, jetzt im Ernstfall zu gewinnen. Gerade verlor die weniger taffe Schwester den Halt. Sie fiel auf ihren Hintern und entging damit nur haarscharf dem Schnittfluch, der somit über ihren Kopf hinweg zischte und einen Wandteppich zerschnitt.

„PARVATI!“, kreischte Lavender panisch in dieser Stimmlage, die mir Kopfschmerzen bescherte.

Sie schoss wie ein Pfeil auf ihre beste Freundin zu, bis ich die Augen weit aufriss und sie ausbremste, indem ich mich ihr übergangslos in den Weg stellte. Was dachte Lavender, oder besser, dachte dieses impertinente Weib jemals?

„Wie kommt er hier rein?“, fauchte ich sie scharf an und packte sie grob am Oberarm, dabei musterte ich den großen Beta, der wie ihr Schatten hinter ihr aufragte.

„Ma’am“, kam es von ihm mit eingezogenem Schwanz zu mir hin, während in meinem Rücken Ron begann, den Patil-Zwillingen zu helfen und seine Flüche donnernd einschlugen. „Ich kam durch den Geheimgang vom Verbotenen Wald“, bekannte er offen, ohne Lüge, mit sich rot färbenden Wangen unter meinem sich verdüsternden Blick.

„Lavender“, knurrte ich unglaublich wütend.

Ich kämpfte um Geduld, doch meine Finger schlossen sich immer fester um ihren Oberarm und sie wimmerte mit schmerzverzerrtem Gesicht wegen meines eisernen Griffs. Sie konnte doch nicht so ein elementares Geheimnis preisgeben!

„Moment!“, beeilte sich Patrick, für sie in die Bresche zu springen und hob die Pranken. „Ja, ja, sie hat ihn mir gezeigt und keine Sorge, ich habe ihn zerstört, niemand kann diesen Gang mehr benutzen“, sprach er eilig und mein aufkeimender Zorn legte sich ein wenig, nach dieser Information, aber es änderte nichts an der Tatsache, dass mir dieses Pärchen gehörig auf den Zeiger ging.

„Es… es tut mir leid, aber er wollte zu mir, mich schützen… ich… ich…“, stotterte sie los und ihre Augen huschten nervös hin und her, als ich sie zu mir zog.

„Hast du dir schon mal zugehört, Lav?“, wisperte ich böse und dabei hielt ich sie ziemlich fest umfangen. „Ich höre immer nur Ich von dir und das nervt mich gerade unglaublich. Du bist verliebt, du liebst, du denkst, du brauchst, du bist, du… du… du… denkst du auch nur im Ansatz, dass sich Harry, Ron oder… ich… dass auch nur einer von uns sich diesen luxuriösen Gedanken, an uns zu denken, auch nur einmal zugesteht?“, fauchte ich sie mit sich überschlagender Stimme an und dann stieß ich sie angewidert von mir.

Derart gefühlvoll kannte man mich nicht und sie bekam große, runde Kulleraugen, die so dämlich glotzten wie die einer Kuh. Aber ja, man erlebte selten, dass mir die Nerven durchgingen, aber gerade konnte ich es nicht fassen, wie man so egoistisch und ich-bezogen sein konnte. Das nahm ich ihr echt übel.

„Nicht jeder kann so sein wie ihr!“, kreischte sie mich losgelöst an und jetzt kullerten doch tatsächlich dicke Krokodilstränen über ihre käsigen Wangen und ihre Hand rieb über ihren Oberarm, den ich malträtiert hatte.

„Ja, das sehe ich!“, spuckte ich ihr verächtlich vor die Füße.

„Ich will sie beschützen!“, beeilte sich Patrick zu sagen und ich musterte ihn von oben bis unten.

„Indem du jetzt die Seiten wechselst? Dein Ernst… wer übernimmt dann den Platz des Betas? Wer? Sag es mir, wer hält das Rudel jetzt zurück? Wenn sich Fenrir dazu entscheidet, bei der großen Schlacht mitzumischen?“, zischte ich mehr als wütend.

„Das weiß ich nicht und ja, soweit habe ich gar nicht gedacht, aber das Rudel ist unruhig. Viele fühlen sich vom Lord nicht richtig behandelt und wahrgenommen. Fenrir ist sichtbar angespannt und wartet. Er hat sich bisher nur an der anderen Waldgrenze positioniert und verharrt erstmal da“, dabei sprach er schnell und gehetzt, während ich die wichtigen Informationen aufnahm.

„Wenn ich könnte, würde ich dich für deine Taten töten“, knurrte ich Patrick schonungslos entgegen, da er einfach zu viele Grenzen überschritt, aber er wirkte nicht überrascht, sondern war auf dem Sprung, um seiner Angebeteten und deren Freundinnen zu Hilfe zu eilen, da er auch mit gezücktem Stab dastand, als ein widerliches Geräusch ertönte, das zumindest mir klarmachte, dass es hinter uns einen Kämpfer weniger gab.

„Ich weiß, aber Fenrir würde mit dir wohl desgleichen tun“, entgegnete er leise und ich runzelte die Stirn.

Er klang so überzeugt. Wegen Lavender? Oder war Fenrir sauer auf mich? Wenn ja, weswegen? Wegen meiner Illoyalität dem Lord gegenüber? Denn sowohl ich als auch Fenrir verstanden einander und ich wusste, dass seine wahre Loyalität nur seinem Rudel galt. Was wäre er für ein Alpha, wäre es nicht so? Also worauf spielte Patrick an?

„Maße dir nicht an, zu wissen, was wir beide tun könnten oder… würden!“, warnte ich mit kalter Stimme und eine unverhohlene Drohung schwang in jeder Silbe, die ich von mir gab, mit.

„Los! JETZT! HERMIONE!“, rief Ron hörbar ungeduldig und wedelte erregt mit seinen Händen herum. „Er hat geantwortet! Jetzt komm!“, spurtete er schon die Treppen in den dritten Stock hinauf.

„Geh…“, meinte Lavender nun entschlossen und sie rannte mit gezogenem Zauberstab zu Parvati und Padma hinüber, um gegen den letzten Gegner zu kämpfen.

„Ich pass auf sie auf!“, rief Patrick mir noch zu und ich ließ die Kämpfe hinter mir.

Ich folgte Ron und schnaufend rannten wir die sich wie wild hin- und her schwenkenden Treppen hinauf, dabei erinnerte nichts mehr an den ehemaligen Aufgang. Viele Portraits hingen nicht mehr, oder waren weggesprengt worden. Es sah wild aus. Dabei fiel mir auf, dass ich Harrys Antwort gar nicht mitbekommen hatte.

„Wohin?“, brüllte ich Ron zu.

„Raum der Wünsche“, stieß dieser atemlos hervor und damit hatten wir einen Treffpunkt.

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