When Hermione Fights
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BeitragThema: 666 I   666 I EmptyFr Apr 03, 2020 1:56 am

666. Kapitel After all this time



Das Ende naht,
wir sahen es lang,
der Eine zum Sterben geboren,
mit ihm nahm es seinen Anfang.
Die Nacht der Schlächte naht heran,
Jahre nach der Nacht als alles begann.
Kein Tod ohne Leben,
Kein Opfer ohne Kampf.
Ein Finale mit Verlust naht heran.
Das Ende zeigt,
Des Siegers Neubeginn,
Doch wo geht unser aller Reise hin?
Das Ende naht,
wir sahen es lang.

von L.Ohm




Lucius Sicht

„Was war das?“, fragte Antonin zu perplex aufgrund dessen, was hier gerade geschah, um wirklich zu reagieren.

Antonin fasste daher meine eigene konsternierte Verfassung recht gut zusammen. Viele um uns herum begannen sich murmelnd zu fragen, was da vor sich ging, aber ich wusste es auch nicht, was mich minimal ärgerte und Besorgnis in mir auslöste.

Tja, dass das Black gewesen war, das hätte ich ihnen sehr wohl sagen können. Aber warum sollte ich diese Banausen um mich herum aus ihrer traurigen Ahnungslosigkeit befreien? Während all diese verachtenswerten Unwissenden weiterhin rätselten, ließ ich sie weiter völlig im Unwissen, wohingegen ich zumindest ein Detail kannte.

Jedoch war das unwürdige und so neugierige Geschnatter meiner Umgebung unerträglich. Es mutete an, als befänden wir uns bei einem Frühstückskränzchen und nicht auf einem Schlachtfeld. Aber sie verdrängten diesen Fakt und gaben sich den Spekulationen hin. Viele waren wegen dem, was sie erlebt hatten, verängstigt und völlig irritiert. Es war durchaus ein abartiges Spektakel, dessen Zeuge wir geworden waren und deren Mittelpunkt mal wieder sie, das Biest, gewesen war.

Ich selbst verstand nur bedingt, was ich hatte mitverfolgen dürfen. Ja, ich räumte widerwillig eine verspätete Erkenntnis meinerseits ein. Ich hatte die Bedrohung um Hermiones Machtlosigkeit und die Rachsucht des Dementors zu spät als das erkannt, was es war. Als ich hatte einschreiten wollen, war man mir jedoch zuvorgekommen. Zwischen Rodolphus und mir war ein großer, schwarzer Hund hindurchgeschossen und hatte mich als Sprungbrett missbraucht, sodass ich ein wenig aus dem Tritt gebracht worden war.

Black!

Er hatte sich heroisch, eines Gryffindors würdig, für sie in den Kampf geworfen. Leider kam ich nicht darum herum, sein Verhalten als heldenhaft zu bezeichnen. Er war ihre Rettung vor dem magischen Dementor gewesen, wenngleich es wohl auch sein Ende bedeutet hatte.

Natürlich war es beunruhigend, dass sie augenscheinlich ihre Macht und Kontrolle über diese zutiefst bösartigen Wesen verloren hatte und wenn Black eingreifen und sich opfern wollte, würde ich mich nicht vordrängen. Wenigstens war Black so schlau gewesen, in seiner Tierform zu erscheinen. So war es ihm gelungen, dass Hermiones geheime Machenschaften gegen den Lord nicht sofort enttarnt worden waren und sie als das brandmarkten, was sie von Anfang an gewesen war: Eine Verräterin!

Wäre Sirius Black in seiner menschlichen Form dahergekommen, hätte jeder Idiot gewusst, dass sie, und zwar nur sie, in der Lage gewesen war, Black zurückzuholen, nachdem er damals im Ministerium von Bellatrix getötet worden und durch den Schleier gefallen war.

Aber auch diesmal war er weg, aufgegangen in der Schwärze. Ein ungewöhnliches Geschehen und man musste honorieren, dass es beeindruckend und außergewöhnlich gewesen war und einige Dinge in meinen Gedanken nivellierte.

Zu verfolgen, wie diese beiden Widersacher in einem schwarzen Ballen totalen Wirrwarrs miteinander verschmolzen, ineinander aufgingen und zu einem pechschwarzen Ganzen wurden, zu etwas gänzlich anderem mutierten, war fesselnd. Zwar mochte der Dementor noch immer wie ein Dementor aussehen, vielleicht war er sogar ein bisschen größer geworden und in seiner ganzen Gestalt gewachsen, aber sein Verhalten ihr gegenüber war sofort ein grundlegend anderes. Nicht mehr aggressiv, sondern mehr als zugetan, vorsichtig und zurückhaltend. Als sich ihre Fingerspitzen ganz sachte berührten, ging ein regelrechter Stromschlag durch sie beide hindurch und von ihnen aus. Ich meinte sogar, kleine Blitze auszumachen, was beide voneinander wegzucken ließ, als hätten sie sich verbrannt.

Ich mochte behaupten, dass wir alle Zeugen eines einmaligen Ereignisses geworden waren.

Ein Erlebnis, das in dieser Form einzigartig war und ein wenig schönes Dasein für Black, als Dementor, versprach. Dass es mir jedoch um Blacks Seelenheil leidtat, konnte ich jetzt nicht behaupten. Er war schon immer eine Nervensäge allererster Güte gewesen und ich konnte mir ausmalen, wie zufrieden Severus sein würde, wenn er erfahren sollte, dass Black endlich mehr oder weniger ganz weg war.

Während wir also noch dastanden und das unfassbar Magische in seiner reinsten Form in seiner Gänze zu erfassen versuchten, landete ich gedanklich auf einer Lichtung im Verbotenen Wald, vor noch nicht allzu langer Zeit.

Severus‘ wölfisches Grinsen würde ich nie vergessen, als er das menschliche Knäuel ausgemacht hatte, das unvermittelt in unsere Richtung gerollt war und ich gestand mir jetzt, mit meiner unnachahmlichen, urbanen Eleganz ein, dass wir beide sofort demselben Gedankengang nachgehangen hatten. Dass wir nämlich von jetzt auf gleich adäquaten Ersatz für Rabastan gefunden hatten.

Wie hatte Severus sich so schön ausgedrückt gehabt: „Das ist Schicksal!“

Dem hatte es meiner Ansicht nach nichts hinzuzufügen gegeben und so hatten wir sie beide übergangslos geschockt, bevor sie überhaupt registriert hatten, in wessen Fänge sie geraten waren. Sie waren an sich selbst schuld gewesen. Sie hatten in ihrer Raserei nur auf sich geachtet und vergessen, dass sie an einer Schlacht teilnahmen, die jede Unachtsamkeit bestrafte.

Dilettanten!

Während wir abgewogen hatten, hatten die beiden nichts Besseres zu tun gehabt, nachdem wir sie aus ihrem Dornröschenschlaf erweckt hatten, als wie die Kesselflicker zu keifen und doch war es nur darum gegangen: Von Licht zu Licht, sie erkannten einander!

Tja, damit waren wir schon bei dem Ausmaß des Ganzen. Es hatte sich nur noch um sie, um Hermione und die Zugehörigkeit dieser zwei Männer zu ihr, gedreht. Sie hatten die ganze Zeit nur darüber gestritten, wem das Licht näherstand und wer dem Licht wichtiger war. Sie waren so was von eifersüchtig aufeinander, es war ermüdend gewesen, aber wahr. Damit war die Entscheidung, wer Severus‘ Platz in unserem selbstmörderischen Plan hatte einnehmen sollen, schwerer geworden. Wir hatten die Qual der Wahl gehabt, wer dem Lord, oder in dem Fall Nagini, zum Fraß vorgeworfen werden sollte. Das war so oder so als delikat zu betiteln gewesen.

Doch nachträglich wollte ich ehrlich sein, die Entscheidung war uns gar nicht so leichtgefallen, wie man meinen mochte und ich hatte gewusst, dass Severus Black aus tiefster Seele bevorzugt hätte und ich auch, dabei war jedoch das große Aber gekommen.

Uns war ebenfalls gegenwärtig gewesen, dass das Biest alles andere als erfreut gewesen wäre, wenn wir Potters Paten diese diffizile Aufgabe überlassen hätten. Von Potter ganz zu schweigen. Weshalb wir unsere Animositäten hintenangestellt hatten und regelrecht über uns hinausgewachsen waren.

Wir hatten Crouch auserkoren, um den Lord an der nicht existenten Nase herumzuführen. Crouch, der ebenfalls mit dem Biest eng verbandelt war, aber er war allemal besser gewesen als Severus in Persona. Black hatte selten dämlich geschaut, als er verstanden hatte, dass er hatte gehen dürfen.

Nach den Ereignissen gerade eben, mit dem Dementor und Blacks Entscheidung, sich für sie zu opfern, sah ich mich in unserer Entscheidung bestätigt. Black war bereit, für Hermione alles zu tun, sogar sein Leben und seine Seele zu geben. Wie hingegen Crouch entschieden hätte, konnte ich nicht sagen. Ich konnte mir immer noch dazu gratulieren, richtig gehandelt zu haben. Das änderte aber nichts an Hermiones neuer Hilflosigkeit den Dementoren gegenüber. Daran gab es nichts zu beschönigen, das war schlecht, das war miserabel. Dabei ahnte ich, dass Gellert Grindelwalds weiß erstrahlende Augen und sein Verbleiben auf dieser anderen Seite etwas damit zu tun haben mussten.

Wobei ich mehrere Dinge in Erwägung zog. Hatte er es getan, um ihr zu schaden? Um sie angreifbarer zu machen? War das sein Dank dafür, dass das Biest ihn aus Nurmengard befreit und in Irland versteckt hatte? Oder hatte er sie ihrer Gaben beraubt, um ihr zu helfen?

Ich resümierte schlicht und emotionslos, dass er ein Dark Lord und deren Dankbarkeit flexibel, sofern überhaupt vorhanden, war. Grindelwald hatte aber eine schmerzhafte Vergangenheit und war nach einem halben Jahrhundert als Gefangener eher geläutert erschienen, aber wissen tat man es nie.

Dank und Undank waren der Welten Lohn!

Gerade traf Hermione der rot-glühende, wenig zufriedene Blick des Lords und dieser unzufriedene Funke echauffierte mich doch tatsächlich. Was bildete sich dieser Kretin ein, sie derart abwertend anzusehen? Das ärgerte mich tatsächlich maßlos.

Er selbst schaffte es nicht mal, seine Horkruxe zu schützen!

„Eher wer war das?“, meinte in dem Moment meine misstrauische Schwägerin Bellatrix mit allerliebstem Argwohn in im schrillen Ton als Erwiderung auf Antonins Frage.

Ich unterdrückte ein Seufzen, während sie sich näher an das Biest heranschlich. Ihre Abneigung Hermione gegenüber leuchtete aus ihren dunklen Black-Augen, wie ein Leuchtfeuer, das ihren gefährlichen Irrsinn widerspiegelte.

„Das… war eine überraschende Enttäuschung!“, zog der Lord sein schmallippiges und wenig schmeichelhaftes Resümee aufgrund des fulminanten Versagens des Biestes vor der Menge.

Diese giftige Aussage kam einer schallenden Ohrfeige gleich und Hermione taumelte getroffen zurück. Auf vielerlei Arten wirkte sie völlig erschöpft und ausgelaugt, während ihre Nase noch immer blutete und sie ihren Jeansärmel dagegen drückte.

Indes kalkulierte ich, ob der Lord dachte, dass sie es gut fand, dass sie ihre Macht gerade jetzt zu diesem wenig passenden und eminent wichtigen Zeitpunkt verloren hatte. Der Lord machte mich mit seinem deplatzierten Tadel rasend und ich spürte gar viele, abwägende und kalkulierende Blicke auf ihr, die ihr mit Sicherheit mehr als unangenehm waren. Einige hofften mit rachsüchtiger Sicherheit, dass ihr Stern am Sinken sei und natürlich, es war das erste Mal, dass sie nicht geliefert hatte.

Sie versagte nie, niemals und jetzt war sie vor aller Augen gedemütigt worden!

Bestimmt kam sich Miss Perfekt, wie Severus sie oft titulierte, wie ein schrecklicher Versager vor und kämpfte mit diesem Erlebnis. Für sie war es bestimmt vergleichbar, als hätte sie eine Prüfung nicht bestanden. Unterdessen ruhte mein nachdenklicher Blick auf ihr, aber ich hielt meine gleichgültige Maske für unsere Beobachter gekonnt aufrecht. Als ihr flackernder Blick zu mir huschte, dachte ich kurz Sorge und Furcht darin zu erkennen. Vielleicht glaubte sie, dass sie mich enttäuscht hätte?

Jedoch wusste ich im Gegensatz zum Lord, wo wahrscheinlich die Krux begraben lag und dafür konnte sie gar nichts. Deshalb ließ ich ihr ein sachtes Neigen meines Hauptes zukommen, da ich langsam, aber sicher erkannte, dass Grindelwalds Tat sehr weitreichende Auswirkungen für sie hatte.

Diese rot-glühenden, so unzufriedenen Augen des Lords offenbarten andere Aspekte und sprachen in seiner Wut davon, sie jetzt und gleich ermorden zu wollen, als Strafe und Exempel und das zauberte dann doch eine steile Falte auf meine Stirn. Er sollte sich im Laufe der Zeit daran gewöhnt haben, von Dilettanten umgeben zu sein. Dazu zählte das Biest wahrlich nicht, wobei es in seinem Wahn fraglich war, ob ihm dies bewusst und gegenwärtig war!

„Echt jetzt, soll das ein Witz sein? Bei jemandem wie mir braucht der Lord Hilfe?“, reizte Longbottom mit alles vernichtender Verachtung und machte den Lord völlig absichtlich klein. „Soll ich mich jetzt geschmeichelt fühlen?“

Ich selbst versuchte, jede überraschte Reaktion zu überspielen. Ich war bemüht, keinen Muskel zu verziehen. War der Junge verrückt geworden? Ich musterte ihn eingehend und bemerkte seine verhärtete und zu allem entschlossene Miene.

Er tat das absichtlich! Ja, mit voller Absicht, denn er rückte sich bewusst mit seiner dreisten Art in den Mittelpunkt.

Interessant, Longbottom tat das für sie und nur für sie!

Das hätte ich niemals erwartet. Aber dieser Gryffindor warf sich für sie ebenso in den Ring wie Black es getan hatte, so unfassbar das auch klang. Er hatte die Gefahr für sie erkannt und gehandelt.

Tja, mit einem Schlag waren sie und ihr Versagen gegenstandslos. Der Lord wandte sich in einer einzigen geschmeidigen Bewegung Longbottom zu und visierte ihn mit Todesblick an. Ein Wunder, dass der Junge nicht schreiend und kreischend davonstob, aber er blieb ruhig und hielt dem sengenden Blick stand.

In dem Moment, als der Lord sich abwandte, trat ich einen entschiedenen Schritt vor, um neben sie zu treten, um meine Unterstützung und meinen Schutz ihr gegenüber zu demonstrieren.

Nur dass Rodolphus beinah zeitgleich ebenfalls einen Schritt nach vorne ausführte, sodass wir sie in unserer Mitte hielten, an ihrer Seite standen, hochaufragend, flankierend und beschützend. Neben uns wirkte sie winzig, womit wir dafür sorgten, dass sie noch weiter aus dem Blickfeld des Lords verschwand. Denn die Gefahr war nicht gebannt, dafür war das Gemüt des Lords dieser Tage zu wankelmütig.

Umso mehr war ich überrascht, dass Rodolphus mir folgte. Es war gewagt, derart Partei zu ergreifen. Gleichzeitig hoben sich meine Mundwinkel, da ich es als sein Zeichen nahm, meine Offerte, die ich ihm zuvor geboten hatte, anzunehmen. Ich war zufrieden mit der Entwicklung, die sich langsam, aber sicher offenbarte. Nun zeigte sich, wer für mich Verbündeter und Feind war und daher enthielt mein Ausdruck, als ich nun zu ihr blickte, keinen Tadel.

Natürlich blieb dem Lord meine und Rodolphus‘ Aktion nicht verborgen, aber Longbottom reizte ihn mehr als an einer seiner Dienerinnen ein Exempel zu statuieren.

„Longbottom scheint es gar nicht abwarten zu können, seine Strafe zu erhalten… nun, dann kehren wir zum ursprünglichen Plan zurück. Du bist immer noch nicht willens, mir zu folgen?“ Dies war offensichtlich eine rhetorische Frage und gerade spuckte der Junge wieder geräuschvoll Blut auf den Boden. „Also auf deinen Kopf, so soll es sein!“, meinte der Lord mit kaltem Blick.

In seiner gleichgültig anmutenden Stimme steckte eine tiefe Gefahr und unterstrich, dass gleich sehr großes Unheil über den naiven Jungen hereinbrechen würde. Sie ballte ihre Hände zur Faust, weshalb ich umgehend meine Hand auf ihre Schulter legte, damit sie sich nicht mehr rührte und ich ihr gryffindorisches Temperament im Zaum halten konnte. Mich amüsierte die Vorstellung, wie Rodolphus und ich sie in Schach hielten. Vielleicht mochte es auf unsere Zuschauer wirken, als hätten wir Angst und Sorge, sie vor Dummheiten bewahren zu müssen, oder als würde ich nicht mehr auf sie und ihre Fähigkeiten vertrauen.

In Wahrheit jedoch ging es mir nur darum, den rechten Zeitpunkt abzuwarten.

Geduld war eine Tugend, die der Jugend meist fremd war und ich kannte sie zu gut. Ihr und ihrem Heldenmut war ebenfalls nicht zu trauen. Gerade eben schwang der Lord seinen Zauberstab und nur Sekunden später flog aus einem der zersplitterten Fenster des Schlosses etwas, das im aufziehenden Morgenlicht an einen unförmigen Vogel erinnerte und dieser landete zielgenau in der Hand des Lords.

Gar einige der DeathEater warfen sich verwirrte Blicke über sein triumphierendes Grinsen hin zu. Was für ein Fang, perlte auch bei mir der Spott: Der Lord hatte einen grauen Putzlappen gefangen.

Er reckte stolz das modrige Etwas an seiner Spitze festhaltend in die Höhe und schüttelte es aus. Der Stoff entrollte sich zum zerschlissenen Sprechenden Hut, der noch mitgenommener aussah, als er es früher schon getan hatte. Die Krempe hatte sich gelöst und hing an den letzten Fäden herunter. Er zeigte tiefe Risse, die vorher nicht da gewesen waren. Alles in allem war es ein sehr trauriger Anblick.

„Was zum Doxy?“, wisperte Rodolphus neben mir über Hermiones Kopf hinweg fragend und war sichtbar unbeeindruckt.

So ging es nicht nur ihm. Jeder schien sich zu fragen, was der Lord mit dem alten Ding wollte. Wobei mir auffiel, wie absolut gedankenverloren Hermione wirkte, aber ich bemerkte auch, dass viele taxierten, wie ich agierte, aber noch hielt ich mich völlig zurück. Ich wartete nur den für mich rechten Zeitpunkt ab, um etwas zu tun, von dem kein anderer einen Schimmer hatte, was es sein könnte und ich ahnte, dass das Biest sich minimal darüber ärgerte, dass sie keinen Dunst hatte, von dem, was ich und die Familie planten.

Ihr skeptischer Blick zuckte zu Dracos verschlossenem Gesichtsausdruck, doch dieser ließ zu meiner Befriedigung auch keine Deutung zu.

„Von nun an wird es an der Schule von Hogwarts keine Auswahl mehr geben!“, verkündete der Lord in diesem Moment absolut diktatorisch.

Er verstärkte seine Stimme mit einem Sonorus und hielt den alten Hut triumphierend in die Höhe. Kurz war ich versucht, meine Maske zu verlieren und vor Abfälligkeit das Gesicht zu verziehen und sah bei seinen folgenden Worten, wie Hermione die Lippen zusammenpresste.

„Es wird keine Häuser mehr geben. Das Wappen, der Schild und die Farben meines edlen Vorfahren Salazar Slytherins werden für jedermann genügen, nicht wahr, Neville Longbottom?“, offenbarte der Lord seine Tyrannei, die mir beinah ein süffisantes Lachen entlockte.

Dem Lord waren Dinge wichtig, die ich selbst als absolut unwichtig und nebensächlich abtat.

Vor allem hatte mir Severus so einiges von Hogwarts‘ Mystik erzählt, seitdem er als Schulleiter Einblick hinter die Kulissen erhalten hatte und Hogwarts in all seiner Magie und Macht war eben nicht nur auf den Mist von Salazar Slytherin gewachsen, sondern eine Zusammenarbeit aller Gründer und ich war geschichtlicher Vergangenheit zu sehr zugetan, um es gutzuheißen, Historie auszumerzen.

Schon zielte der Stab des Lords auf Longbottom und dieser ging unvermittelt in die Knie, während ein non-verbaler Petrificus Totalus dafür sorgte, dass der Junge jetzt stocksteif zur Salzsäule erstarrte und mit einem doch leicht eingeschüchterten Gesichtsausdruck zum Lord hochstarrte. Er war unbeweglich, wie aus Stein gemeißelt. Mit einem Satz war ihm der Lord ganz nah und die Pupillen des Jungen wurde riesig, aber mehr konnte er sich nicht rühren. Ein Umstand, den ich nachvollziehen konnte. Dem Lord ganz nah zu sein, war besorgniserregend und wenig erstrebenswert. Es war, als würden sich die giftig roten Augen in einen hineinbrennen, einen nur durch den Blick versengen und einem jedwede Geheimnisse entreißen, die es zu bewahren galt.

Der Lord rammte ihm den Hut auf den Kopf, sodass dieser alte Lumpen über die Augen seines Opfers rutschte. In der Zuschauermenge vor dem Schloss gab es Bewegung und ein überrumpeltes Raunen ging durch die Menge, während einige DeathEater drohend ihre Zauberstäbe hoben, um wie ein Mann die Kämpfer von Hogwarts in Schach zu halten. Bis auf einige Mitglieder des Inneren Zirkels, die ihre Stäbe nicht erhoben, denn die zögerten und ich ließ einigen scharfe Blicke zukommen, nahm jedoch erfreut zur Kenntnis, dass sie auf meine Einflüsterungen hörten und ihre Hände unten ließen.

Natürlich bis auf Bellatrix, meine allerliebste Schwägerin, was aber nicht verwunderte. Sie würde immer eine glühende Anhängerin des Lords bleiben. Währenddessen registrierte ich, dass das Biest sehr wohl irritiert rechts und links blickte und augenscheinlich bemerkte, dass einige von uns dem Lord ihren absoluten Gehorsam verwehrten. Ein abwägender Blick von mir hinüber zu den Verteidigern offenbarte mir Dracos verbissenes, aber zufriedenes Funkeln in seinen Augen, das ihm einen skeptischen Blick von McGonagall einbrachte, der dieses Verhalten auf meiner Seite sehr wohl auffiel. Was mochte in den Köpfen der nicht ganz so grenzdebilen Personen vorgehen?

Fragten sie sich, warum die wichtigsten Mitglieder in den Reihen des Lords nicht die Stäbe zogen?

„Neville! Nein! Nicht Neville!“, übertönte in diesem Moment eine alte Frau alle anderen.

Sie schrie aus tiefstem Herzen erfüllt von Panik und ließ meine Überlegungen stocken. Ihre Furcht um Longbottom war nicht zu überhören und noch weniger zu übersehen. Einige Personen versuchten, die resolute alte Dame aufzuhalten, die nach vorne laufen wollte, um sich sinnloserweise auch zu opfern. Bellatrix lachte spöttisch auf und ich musterte sie, die ihren angeblichen Sieg in allen Zügen genoss und wie eine wildgewordene Banshee strahlte.

„Augusta…“, meinte der Lord zu meinem Erstaunen nach einem Moment.

Das hörte sich viel zu vertraulich an und ein angespanntes Wispern entstand, über den Fakt, dass er diese alte, von der Schlacht gezeichnete Frau mit Vornamen ansprach und als sie ihn aggressiv anfunkelte und keinen Deut von Angst zeigte, wurde es noch sonderbarer. Aus heiterem Himmel lachte der Lord zynisch auf und ich überschlug, dass wenn man Tom Riddles wahres Alter mit einrechnete, man zu der Erkenntnis kam, dass er mit dieser Frau zusammen nach Hogwarts gegangen sein musste, ebenfalls zu der Zeit, wie mit meinem Großvater Abraxas.

„Ja, du bist es! Und das da ist dein Enkelsohn…“, offenbarte der Lord mit einem hintersinnigen und grausam kalten Lächeln, dass er die Großmutter augenscheinlich sehr gut kannte und ihre Züge verzogen sich zu einer hässlichen Grimasse, als würde sie die Erinnerung an die Bekanntschaft mit dem Lord selbst schrecklich schmerzen. „Gut, gut, also… Neville wird nun vorführen, was mit jedem geschieht, der so töricht ist, mir weiterhin zu trotzen und Widerstand zu leisten!“, beschied der Lord mit eiskalter Stimme, die verdeutlichte, dass der Junge das Schlimmste zu erwarten hatte und mit einem harten Schlenker seines Stabes ging der Sprechenden Hut, der tief über das Gesicht seines Opfers gerutscht war, übergangslos in Flammen auf.

„NEIN!“, gellten die geschockten Schreie durch das Morgengrauen, wobei dieser Morgen tatsächlich als grauenvoll durchgehen konnte.

Der Anblick der lebenden, bewegungslosen Fackel fesselte. Longbottoms zugedeckter Kopf brannte lichterloh. Die Zuschauer brüllten, entweder vor Begeisterung oder vor Angst und Hass laut los. Ganz vorne mit dabei war ein junges Mädchen, bestimmt seine Freundin, und auch seine Oma kreischte jetzt besonders schrill drauf los, während Longbottom weiterhin zu einer Statue erstarrt blieb, unfähig, sich zu rühren.

Zu meiner heimlichen Bewunderung änderte Potter trotz der ganzen Katastrophen um ihn herum nichts an seinem Totenspiel. Eine Leistung, die durchaus beeindruckend war, das schien auch dem Biest gegenwärtig zu sein, da sie sich zusammenriss und auch nichts tat, um zu helfen. Ich ahnte, was dies die beiden Gryffindors kostete. Denn Nichtstun und zur Untätigkeit verdammt zu sein, war eigentlich die Allerschlimmste aller möglicher Strafen.  

Ich vermutete, dass sie nicht mal meine Hand gebraucht hätte, um sich zurückzuhalten, aber sicher war sicher, da ich das nervöse Sirren ihres Körpers unter meinen Finger greifen konnte. Doch dann passierten mehrere Dinge gleichzeitig.

Um uns herum entstand eine plötzliche Unruhe. Immer mehr wogte die Masse: Ein Tumult brach aus!

„Was ist das?“, murmelte Rodolphus mit tief gefurchter Stirn und ich riss mein Haupt in die Höhe, mit Blick weit in die Ferne.

Großer Lärm wehte von der fernen Grenze des Schulgeländes daher. Auf einmal konnte ich lautes Gebrüll heraushören und es klang bedrohlich: donnernd, bebend und mit einem Schlag erhielt der Lärm ein Gesicht. Wie ein Ameisenschwarm ergoss sich die unüberschaubare Menge über die Ländereien. Hunderte und Aberhunderte von Menschen schwärmten über die Mauern des Schlosses und stürmten unter lautem Kriegsgeschrei und Lichter mit dem Zauberstab in den Himmel schießend auf das Schloss zu.

Die Eltern! Das mussten die Eltern der Schüler sein, die kamen, um zu kämpfen!

Das hatte ich nicht erwartet. Sie kamen nicht für sich, sondern für die Sicherheit und das Wohlergehen ihrer Kinder. Ihnen war sicher relativ egal, für welche Seite und mit Sicherheit würden auch einige Mütter ihre Stäbe gegen ihre Männer erheben, wenn sie auf der falschen Seite standen und umgekehrt. Dieses Gefecht offenbarte Gräben, weit über alle Grenzen hinweg. Ja, diese Schlacht war noch lange nicht geschlagen. Der Lord hatte begonnen, den größten Fehler von allen zu begehen, indem er den Feind und dessen Kampfeswillen unterschätzte und frühzeitig als Sieger über seine Gegner frohlockt hatte. Und er hatte den Willen der Eltern unterschätzt, ihre Kinder zu verteidigen, indem er leichtfertig die Schlacht nach Hogwarts getragen hatte, zum Hort des Nachwuchses der Zauberergesellschaft.

„HAGGER!“, brüllte dieser Halb-Riese, der zur selben Sekunde um die Ecke des in Schutt und Asche gelegten Schlosses herumgetrampelt kam, mit bebender Stimme und tickte beim Anblick des ehemaligen Wildhüters aus, woraufhin er donnernd losrannte. Es kam Bewegung in das Spiel und nichts hielt die anderen beiden Riesen mehr, als sie ihren Artgenossen erblickten. Sie rannten wie Elefantenbullen blind vor Wut auf den wesentlich kleineren Riesen zu, der tatsächlich noch zu wachsen schien, sodass die Erde zu unseren Füßen erzitterte und einige Unglückliche, die nicht schnell genug waren, unten den großen Fußsohlen der Riesen zermatscht wurden.

Mein Blick huschte zu Nagini rüber, die sich provokant, ohne Schutz, nahe dem Lord ringelte.

Fehler!

Ein weiterer ziemlich unnötiger Fauxpas des Lords. Früher, zu seinen besseren Zeiten, wären ihm diese beinah schon peinlichen Schnitzer nicht passiert und ihm wären genauso wie mir jetzt die unsteten Blicke der jungen Widerständler aufgefallen, deren Augenmerk längst von ihrem brennenden Freund weggegangen war, hin zu der Schlange, aber er gewahrte die Gefahr nicht.

Unübersehbar war das ihrer aller Ziel, nicht der Lord, sondern die Schlange.

Ich überlegte, wann der Lord das Vieh aus ihrer Sphäre befreit hatte. Oh ja, er hatte Nagini während seines Freudentaumels voreilig aus ihrer Schutzzone entlassen.

Der Lord war so dämlich voreilig gewesen, zu denken, schon gewonnen zu haben!

Jedoch benahmen sich die Widerständler alle zusammen bei weitem nicht so, als wäre das letzte Wort schon gesprochen. Nicht wenn ich mir die verbissenen Gesichter von Weasley, Potters bestem Freund, den Gryffindors und Draco auf der anderen Seite besah. Diesen Fehler würde der Lord bitter bereuen, da diese aufsässige Bande nur darauf wartete, zuzuschlagen, um den Lord ein für alle Mal zu vernichten.

„Wow, das wird spannend“, raunte Rodolphus neben mir ein wenig erheitert und wirkte, als würde er den Ernst der Lage herunterspielen und als würde ihn der Untergang des Lords schon gar nicht mehr tangieren.

Auf einmal setzte auch noch bebendes Hufgeklapper ein, das den Boden unter uns erzittern ließ. Bogen sirrten und dann schwirrten Pfeile um unsere Köpfe herum und trafen DeathEater, die gänzlich überrascht von diesem hinterrücks getätigten Angriff getroffen und schreiend zu Boden gingen. Der Rest stob mit fassungslosen Schreien auseinander, während wir verharrten, da Hermione sich nicht von dem Anblick des brennenden Gryffindors losreißen konnte. Sie konnte es sich erlauben, da Rodolphus und ich unseren Schutz übernommen hatten. Dabei sorgten wir ausschließlich dafür, dass wir nicht getroffen wurden, aber unterließen selbst irgendeine Art der Attacke, ganz gleich gegen wen.

Longbottom seinerseits begann sich unter dem brennenden Hut zu bewegen und ich stockte. Der Fluch des Lords verlor an Wirkung, seitdem er wieder munter im Kampfgeschehen mitmischte, oder was auch immer dafür sorgte, dass seine Zaubersprüche nicht so mächtig waren wie gewöhnlich. Aber nicht nur das erregte meine Aufmerksamkeit, denn offenbar verbrannte das magische Artefakt, der Sprechende Hut, nicht.

Unversehens bäumte sich Longbottom auf und ein fieses Lächeln zupfte an meinen Mundwinkeln, denn auf einmal warf er in einer einzigen, raschen Bewegung den Körperklammer-Fluch vollends ab. Der noch immer lodernde und in Flammen stehende, geflickte, ein Jahrtausend alte Hut fiel ihm vom Kopf und aus den unerwarteten Tiefen zog der Junge in einer grazilen Bewegung einen silbernen, sehr langen Gegenstand hervor.

„Wohoww?“, wisperte Hermione hörbar erstaunt, während ich den glitzernden, rubinbesetzten Griff ausmachte und den Gegenstand erkannte.

Godric Gryffindors Schwert. Longbottom hielt doch tatsächlich das Schwert in Händen!

Was für einen heroischen Anblick er doch bot. Er war verrußt und ein wenig angesengt, dazu das dunkle Blut seiner Kopfwunde, das sein Gesicht verzierte. Das Rot wirkte wie abstrakte Farbekleckse auf seiner blassen Haut und seine Augen sahen blutunterlaufen denen des Lords erschreckend ähnlich. Sein ehemals weißes Hemd war grau und seine stark gemusterte, schwarz-weiße Strickjacke mutete völlig unschuldig und so völlig fehl am Platze an, so wie er dastand, mit dieser Waffe aus vergangenen Zeiten.

Genauso musste Potter damals das Schwert in der Kammer des Schreckens aus dem Hut gezogen haben, um gegen den Basilisken zu kämpfen, wie mir Severus einmal geschildert hatte, nachdem er dieses Vorkommnis wiederum von Dumbledore erzählt bekommen hatte und ja, niemand hatte mit einer solchen Rettung für Longbottom gerechnet.

Das war die einmalige Magie der Gründer: der, der würdig war, errang das Schwert!

Ich verharrte bei dem bewegenden Anblick, den der junge Gryffindor bot; blutbesudelt mit hoch erhobenem Schwert.

Hermione hatte ebenfalls den Arm erhoben, bereit zu kämpfen, bereit um loszulegen, Flüche zu schleudern und doch unfähig, sich zu bewegen. Ab diesem Moment lief für mich alles wie in Zeitlupe ab. Der Hieb der silbernen Klinge war im Gebrüll der herannahenden Menge, im lärmenden Aufprall der sich aufeinander werfenden Riesen, dem dröhnenden Geklapper der heranstürmenden Zentauren nicht wirklich zu vernehmen und doch schien er alle Blicke auf sich zu ziehen. Der Lord stand halb zu Longbottom gewandt, halb zu der herannahenden Armee und bemerkte im ersten Moment gar nicht, was sich hier für eine Bedrohung für ihn aufbaute. Aber auch sein rasendes, wie wild gewordenes Reptil hielt nicht inne. Nagini warf sich, nachdem sie die Gefahr für ihren Herren und Meister eher erkannt hatte als dieser selbst, wahrlich selbstlos zwischen den Lord und das Schwert. Sie ging mit weit aufgerissenem Maul zum Angriff über und enthüllte ihre riesigen Reißzähne. Longbottom zögerte nicht, er führte den Schlag in einer unglaublich schnellen Bewegung aus. Die scharfe Scheide glitt mit einem einzigen geschmeidigen Schnitt von unten durch den massigen Schlangenkörper. Naginis Schädel löste sich vom Körper und segelte losgelöst durch die Luft. Ein skurriler Anblick, dabei ertönte ein lauter, alles durchdringender Schrei. Dieser Schrei klang so viel schlimmer, da er so menschlich, leidend, schrill und spitz und doch auch so unmenschlich klang und selbst mir durch Mark und Bein ging.

„Neeeiiinnn!“, entrang sich der Schlange in dem Moment, dabei stand ihr Maul weit offen und diese Szene war faszinierend.

„Oh, meine Götter!“, entfuhr es Hermione mit einem Mal bodenlos erschrocken und überrascht.

Während der geballte schwarze Nebel, der Nagini entfuhr in seiner Stofflichkeit an einen Dementor erinnerte. Es war sehr interessant. Der Rauch zeigte die Manifestation der dunklen Magie, die aus dem Körper der Schlange wich. Der riesige Schlangenkopf mit offenem Maul und langen Reißzähnen bestückt, wirbelte weiterhin losgelöst und wie in Zeitlupe hoch in die Luft und Naginis grünblaue Schuppen schimmerten irisierend im rötlichen Licht, das unheilvoll aus der Eingangshalle flutete und ihr Blut spritzte weit durch die Gegend.

Ich war noch nie dabei gewesen, wenn sie die Seelenteile des Lords vernichteten. Es war durchaus sehens- und erlebenswert, aber nichts, was ich als erstrebenswert erachtete, da es weniger ratsam war, genau dann in der Nähe des Lords zu sein. Dumpf schlug der mächtige Körper Naginis auf dem harten Boden auf. Direkt vor den Füßen des Lords wurde ihr dunkles Blut und die teerige, schwarze Energie regelrecht stoßweise aus ihr herausgepumpt. Irgendetwas stieg wie dunkle Nebelschwaden in die Luft, löste sich von dieser Welt und ließ den Lord schutzlos, allein und beraubt zurück.

Der Verlust dieses Seelenstücks trieb den Lord sichtbar dazu, noch verrückter zu wüten als bisher schon. Indes starrte er mit Horror auf sein Haustier, das zerstört zu seinen Füßen lag und hielt seinen kahlen Schädel mit seinen Händen umfangen und wirkte alles andere als begeistert. Der zornige Schrei des Lords, als sich sein Mund in erkennender Panik öffnete und der Wutschrei, der ihm entfuhr, gingen eins zu eins durch mein und das Dark Mark der anderen und wir alle zuckten getroffen wie ein Mann zusammen. Wenngleich niemand den Schrei des Lords direkt hören konnte, aufgrund des unvorstellbaren Kampflärms um uns herum.

Naginis Kopf, der noch immer in der Luft herumwirbelte, veränderte sich unverhofft. Zuerst war es gar nicht zu sehen, da es ganz langsam vonstattenging, aber dann wurde es immer ersichtlicher. Er verformte sich, er verwandelte sich und wuchs und wuchs. Als der Kopf neben dem kurz zuvor zu Boden gegangenen Schlangenkörper aufschlug, lag da nicht mehr eine Schlange. Auch der Körper hatte sich verändert. Das verschlug nicht nur mir die Sprache, sondern alles und jeder um uns herum schien in einem regelrechten Schock zu gefrieren.

„Wer zur verfickten Hölle ist das?“, fragte Hermione gepresst und Rodolphus und ich warfen uns leicht überforderte Blicke zu.

Dort lag eine Frau!

„Wahhh“, schrie Longbottom, während er gepeinigt und geschockt zu Boden ging.

Tja, das da war eine nackte und kopflose Frauenleiche. Nichts erinnerte mehr an eine Schlange. Das Reptil war verschwunden. An ihre Stelle war eine hübsche, asiatisch aussehende Frau mit weit aufgerissenem Mund und furchtsam im Tod weit aufgerissenen dunkelbraunen Augen, getreten. Der nackte Körper ohne Kopf, eine große tiefdunkelrote Blutlache gemischt mit dem zähflüssigen, schwarzen Blut, ein großes Loch mit einem weißen Stummel an ihrem Rumpf, wo der Kopf vom Körper abgetrennt worden war, unterstrichen die brutale Realität: Sie war tot!

Sie war kein Animagus, das stand für mich außer Frage, denn Nagini hatte niemals solche Anzeichen von sich gegeben und da ich selbst diese Gabe besaß, wusste ich, wovon ich sprach. Aber was kam sonst in Frage? Jeder um uns herum schien darüber nachzudenken. Ich sinnierte und ging im Geiste sämtliche Bücher meiner Bibliothek durch und ich erinnerte mich daran, dass ich sowas schon mal im Zuge meiner Animagus-Forschungen und der Geschichten meines Großvaters, die ich aber niemals besonders ernst genommen hatte, gelesen hatte.

„Maledictus?“, murmelte ich daher selbst überrascht, über diesen abwegigen Gedankengang ein wenig verunsichert.

Ich war alles andere als überzeugt, als mich das Biest von unten her musterte. Sie wirkte überrascht, weil ich mich fragend und wenig sicher gab. Sie bemerkte meinen kalkulierenden Blick zu Rodolphus, der nicht weniger überfordert und überfragt wirkte und gerade die Schultern aufgrund meines Vorschlages hochzog. Ein Maledictus musste immer eine weibliche Person sein, da dieser Fluch von Generation zu Generation immer von Mutter zu Tochter vererbt wurde, die unter einer Blutverwünschung stand. Es war ein Fluch, der sie irgendwann dauerhaft in ein Tier verwandeln würde. Vor der endgültigen Verwandlung besaß sie die Fähigkeit, ihre Gestalt willentlich zu verändern, was allmählich immer unkontrollierbarer wurde, bis sie endgültig zu ihrem Tier mutierte. Kein schönes Schicksal, wenn ich recht haben sollte und vielleicht eine Erklärung, warum sie sich dem Lord angeschlossen hatte. Er konnte Parsel. Es war bestimmt schön, auch in seiner tierischen Form mit jemandem kommunizieren zu können.

„Gibt es die Dinger wirklich?“, meinte Rodolphus wenig überzeugt, während mein Einwurf Hermione anscheinend überzeugt hatte, so wie sie gerade auf ihrer Lippe herumbiss und langsam ihren Kopf hin und her wiegte.

Longbottom hingegen wirkte völlig von der Rolle und kniete noch immer neben dem weiblichen Körper, der einst Nagini gewesen war. Weiterhin hielt er das Schwert fest umklammert in der Hand. Es war schwerlich zu übersehen, dass er mit der Erkenntnis zu kämpfen hatte, kein Tier, sondern eine Frau ermordet, sie enthauptet zu haben.

Vielleicht wäre sein Schock ausgeblieben, wenn er selbst bei Naginis Gräueltaten dabei gewesen wäre? Ich würde nie vergessen, wie sie den ein oder anderen Menschen mal so nebenbei verspeist hatte. Wie sie es bei Burbage auf meinem langen, edlen und so massiven Mahagonitisch im Malfoy Manor getan hatte, aber am unverzeihbarsten war, dass sie es gewagt hatte, Severus anzufallen und ihm die Halsschlagader aufzureißen. Gut, ich war nachtragend und dass es nur ein Double gewesen war, dem dieses Schicksal geblüht hatte, sei dahingestellt, aber es ging ums Prinzip.

Hätte also Longbottom ihr nicht netterweise den Gar aus gemacht, wäre es mir das allergrößte Vergnügen gewesen, die Schlange mit Genuss zu häuten und ein Paar Schuhe aus ihr zu machen. Dabei wäre bestimmt noch eine Handtasche extra für Hermione abgefallen, so riesig wie Nagini einst gewesen war.

„Also… war… Nagini ein Mensch!“, meinte jetzt Rodolphus auflachend und schüttelte über den Krach hinweg gut unterhalten seinen Kopf, als wäre das der Witz des Jahres.

„Tja, ich hätte niemals gedacht, dass die Schlange des Lords ein Mädchen sein könnte… er ist immer wieder für Überraschungen gut“, entwischte es mir beinah schon belustigt.

Die Möglichkeit, vom Lord noch derart überrascht werden zu können, damit hätte ich niemals gerechnet. All dies erklärte die sonderbar anmutende Beziehung zwischen diesen beiden und ergab mit einem Mal viel mehr Sinn. Während ich also zurück zu meinem Amüsement fand, haderte Longbottom noch immer mit seiner Tat und tja, wenn ich mir die großen, dunklen Augen Naginis besah, die weit aufgerissen im Tode nichts sahen, da keimte in mir schon der Gedanke auf, dass sie vielleicht, nur vielleicht, dankbar war, von diesem sie zu einem Tier verdammenden Fluch befreit worden zu sein. Auch wenn dies ihren Tod bedeutete.

„YEAHA!“, stieß jemand frohlockend aus. Es war dieser dilettantische, abgerissene und so unsympathisch verkniffen aussehende Hausmeister eines lachhaften Squibs, der hektisch herangehinkt kam. „Ohhh, der Fluch, er… er vergeht… im Tod!“, krächzte er bewegt.

Er schubste Longbottom regelrecht grob zur Seite, um ebenfalls neben der Geköpften zu Boden zu gehen, dabei lachte er wie irre und seine langen, dünnen, fettigen Haare hingen ihm wirr ins hagere Gesicht mit den eingefallenen, geäderten Wangen.

„Das ist gut… eines… eines Tages wirst du… wieder du selbst sein…“, frohlockte der alte Hausmeister völlig unangebracht in diesem Jubel zu der so sonderbaren skelettdürren, staubfarbenen Katze mit den roten Augen.

Er war so laut, dass ihn einige Umstehende hörten und das trotz der Schlacht und in der beginnenden Erkenntnis dieser Offenbarung weiteten sich meine Augen, indes Longbottom den Hausmeister wie eine Fata Morgana anstarrte. Ich meine, selbst Hermione wirkte mehr als überrumpelt. Diese Nervensäge einer Katze, Mrs. Norris, war eigentlich auch ein Mensch?

Ein verfluchter Mensch? Igitt, Argus Filch, ihr in treuer Liebe verfallen, selbst im Körper der Katze?

Das war eigentlich zu eklig um wahr zu sein, aber auch passend kitschig. Filch hatte seine Katze, der Lord seine Schlange, und wenn Severus hier wäre, würde er wohl sagen, ich hatte meine Pfauen. Aber bitte, warum nicht, an sich kam ich mir wie in einer völlig überdrehten Theateraufführung vor.

„Komm! Komm darüber hinweg, Nev, und lauf und beeil dich! Der Kampf ist noch nicht zu Ende!“, brüllte ein herbeispringendes Mädchen energisch und war ohne Umschweife ganz nah an Longbottoms Seite.

Sie warf einen relativ gleichgültigen, um nicht zu sagen kalten Blick auf die geköpfte Leiche der asiatischen Frau und kurz stockte mir der Atem. In diesem Moment erkannte ich eines mit absoluter Gewissheit, diese Generation war abgehärtet durch ihre Erlebnisse und die Zukunft mit ihnen würde alles andere als ein leichtes Spiel werden. Solche in so jungen Jahren vielseitig erprobten Menschen fanden nur schwer zurück in ein normales, ein langweiliges Leben. Dieses an sich durchschnittlich wirkende Mädchen zeigte sich absolut nicht beeindruckt, dass ihr Freund keine Schlange, sondern eine Frau geköpft hatte. Sie war nur fokussiert, ohne Emotionen und Gefühle und zog ihren hadernden Liebsten bunte Zauber schleudernd mit sich hinfort.

Jedoch ließ der Gryffindor, trotz seines Haderns, das Schwert nicht aus der Hand und hastete ihr eilig in gebückter Haltung, schutzsuchend, da der Hof gerade im Feuer der schillernden Flüche regelrecht explodierte, hinterher.

„HARRY! HARRY! Wo ist HARRY!?“, brüllte wider Erwarten Hagrid in ohrenbetäubender Lautstärke herum.

Dieser tumbe Wildhüter bewegte sich unkoordiniert und suchend in dem vollkommen chaotischen Wirrwarr, das um uns herum entstanden war. Möglicherweise hatte Potter dies als den rechten Zeitpunkt erkannt, um nicht mehr tot zu spielen?

Lucius Sicht Ende

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Zuletzt von queenie am Fr Apr 03, 2020 4:47 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: 666 II.   666 I EmptyFr Apr 03, 2020 2:01 am

Lucius Sicht Ende

Hermiones Sicht

Neville Longbottom, mein Held!

Wer hätte das jemals gedacht? Der linkische Junge, der seine ausbüchsfreudige Kröte im Zug verzweifelt gesucht hatte, der unsichere Junge, der nur beim bloßen Anblick von Severus‘ sauertöpfischer Miene zu einem zitternden Wrack mutiert war, genau dieser junge Mann zog jetzt das eigentlich in den Flammen des Drachen zerstörte Schwert Godric Gryffindors hervor.

Es war unfassbar und ich konnte mal wieder nur den Kopf schütteln. Wir hatten das Schwert wieder. Es war nicht verloren gegangen, als Griphook uns in Gringotts hintergangen und er es noch in der Hand gehalten hatte, als er von der Feuerwalze unbarmherzig verschluckt worden war. Es war nicht verloren gewesen. Es war auf magischem Wege ganz von allein heimgekehrt.

Das war die einzigartige Magie der Gründer und was mir zum ersten Mal richtig auffiel war, wie viel mehr ich über die Entstehung von Hogwarts wusste als die meisten, die gewöhnlichen magischen Menschen, sogar mehr als der Lord, Albus, oder die anderen Schulleiter zusammen. Mir hatte Wissen zur Verfügung gestanden, wie keinem seit tausend Jahren und schon fühlte ich ein gewisses Selbstmitleid aufgrund meiner verlorenen Gaben in mir aufkeimen.

Aber dann verbot ich mir dieses Gefühl. Dort lag Nagini, eine junge Frau, die anscheinend verflucht gewesen war und das in mehrfacher Hinsicht, aber das Wichtigste: der letzte Horkrux war tot und nur das zählte für mich. Geköpft von dem mutigen Neville, der nicht ohne Grund nach Gryffindor einsortiert worden war. Nun war der Lord allein, verlassen und nur noch als siebenfach zerstückeltes, beinah seelenloses Wesen auf sich gestellt in dieser Welt, ohne Rückversicherung.

„HARRY! HARRY! Wo ist HARRY!?“, kreischte Hagrid verzweifelt nach Harry.

Mir genügte ein Blick, um zu sehen, dass Harry aus Hagrids Armen verschwunden war und sich seinen Umhang noch im Laufen überwarf. Viele bemerkten jetzt, dass sich etwas tat und ein Blick zu Draco und Ron bestätigte mir, dass sie auch gesehen hatten, dass Harry sehr wohl sehr lebendig war, aber jeder spurtete geduckt seiner Wege.

Allerdings blieb nur ein einziger Gedanke wie Neonschrift grell leuchtend in meinem Hinterkopf: wir hatten es fast geschafft. Wir konnten es schaffen. Wir konnten ihn vernichten.

Der Sieg war näher als jemals zuvor!

Nur noch der Lord war übrig!

Er ganz allein. Er war schutzlos, ohne Rückversicherung und Harry lebte. Er war genauso wie ich aus der Anderswelt zurückgekehrt. Ich spürte regelrecht, wie meine Schmerzen und meine Müdigkeit von mir abfielen und neues Adrenalin immer kräftiger durch meine Adern gepumpt wurde und doch hielt ich mich verunsichert zurück, weil ich nicht wusste, was ich noch zu leisten im Stande war und was mir nicht mehr gegeben war. Ich hasste das Gefühl der Unsicherheit und Unzulänglichkeit, das gerade in mir herrschte.

Alles ging Schlag auf Schlag. Die angreifenden Zentauren trieben die Armee der DeathEater auseinander, aber auch die Reihen der Widerständler spalteten sich auf, während die Riesen kämpfend umherwogten. Viele flohen kopflos vor den stampfenden Füßen der Riesen und der herandonnernden Verstärkung schreiender Hexen und Zauberer, von der keiner so genau wusste, woher sie eigentlich so genau kamen und die immer näher heranrückten. Auch auf Besen befindliche Menschen kamen mittlerweile wie Raketen angeschossen. Um die Köpfe der Riesen kreisten wieder große, geflügelte Tiere. Die Thestrale kamen damit ebenfalls wieder und hackten mit ihren Schnäbeln auf die riesigen Schädel ein. Ich konnte sogar dort am Himmel Seidenschnabel erkennen und wie er erfolgreich einem Riesen ein Auge auskratzte, während Grawp mit seinen Fäusten auf die Riesen einschlug und eintrommelte wie ein Berserker. Da blitzte das Weiß der Einhörner in meinem Augenwinkel auf. Alles und jeder machte sich jetzt wieder auf den Weg, um gemeinsam in dem sich aufbäumenden Tumult der wiedererwachenden Schlacht mitzumischen. Die Verteidiger von Hogwarts und die DeathEater wurden gleichermaßen zurück ins Schloss gedrängt, Richtung der Großen Halle. Die Masse, die von hinten heranströmte, zwang uns regelrecht ins Schloss hinein.

Mittlerweile schoss auch ich wieder Zauber um Zauber. Ich verfluchte alles und jeden, der mich auch nur entfernt an einen Feind erinnerte. Viele Personen, egal ob Freund oder Feind, sackten und brachen übergangslos zusammen, ganz gleich ob schon tot, oder noch lebendig, aber wenn das passierte, waren sie verloren, denn sie wurden unbarmherzig von der anrollenden Masse verschluckt. Jeder trampelte über die gefallenen Körper hinweg und die Masse begrub sie unter sich.

Wer hinfiel war verloren!

Knochen knirschten unter meinen Schuhen, Blut und Eingeweide ließen mich über den uralten Steinboden schlittern. Alle Teilnehmer der Schlacht lieferten sich einen erbitterten Kampf, der zwischen Hoffen und Bangen dahin wogte.

Noch mehr ankommende Helfer stürmten ins Schloss und ich verfolgte vollkommen geplättet, wie Charlie gekonnt als Vampir durch den Slide sprang und die DeathEater der Reihe nach anfiel. Er verbiss sich in ihren Hals, dabei ging er nicht zimperlich vor und rupfte ihnen immer ein gutes Stück Fleisch mit heraus, das er im hohen Bogen ausspuckte. Zurück blieben klaffende Wunden, spritzendes Blut, schmerzhaftes Geschrei und mein Neid, denn den Slide nutzen zu können war ihm gewiss. Mir wurde schmerzlich bewusst, es tat weh, nicht mehr von jetzt auf gleich durch diese andere Welt gleiten zu können. Aber zurück zu Charlie, er tötete absolut methodisch und ohne große Vorurteile. Beeindruckend und sehr blutig, gerade fletschte er seine langen Vampirzähne und fauchte wie eine Bestie und stieß Horace Slughorn aus dem Weg, da ihn beinah ein Schnittfluch getroffen hätte. Der Tranklehrer lief noch immer in seinem smaragdgrünen Pyjama durch die Gegend und wirkte etwas fehl am Platze, aber bevor er von der Menschenmenge zerquetscht werden konnte half dem alten Lehrer Madame Rosmerta auf und schon eilten sie weiter, alles war in Bewegung.

Mittlerweile wusste ich, dass die Unterstützer, die aus dem Hinterhalt gekommen waren, Ladeninhaber und Hausbesitzer aus Hogsmeade, aber auch Eltern sowie andere Familienmitglieder der Hogwartsschüler waren. Sie wollten nur ihre Kinder, Geschwister, Nichten oder Neffen retten. Sie suchten innerhalb des Kampfes hektisch nach ihren Angehörigen.

„Vorsicht“, zischte ich erschrocken und hatte in der Sekunde einen Stoßfluch ausgestoßen.

Beinah hätte es Seamus und Hannah erwischt, aber von irgendwo kam zusätzlich noch ein Schildzauber daher, der die beiden vor meinem als auch dem tödlichen Fluch rettete, der von hinten kam. Aber sie würden niemals wirklich dankbar sein, da sie von all dem nichts ahnten und erst recht nichts mitbekommen hatten.

Harry!

Das musste Harry unter seinem Tarnumhang sein. Ich grinste, denn er kam nicht gegen sein Naturell an, da er versuchte, so viele wie möglich zu schützen und das war durchaus nötig, da der Lord völlig konfus und wie wild Flüche um sich warf.

Wir alle stürzten uns mit Feuereifer in die Große Halle. Dort war der Kampf bereits in vollem Gang. Was für ein Durcheinander. Es war alles vollkommen unübersichtlich, das reine Chaos, das nicht besser wurde, als die Zentauren mit ihren massigen Pferdekörpern mit lautem Hufgeklapper in die Halle platzten.

„KÄMPFT! KÄMPFT FÜR MASTER HARRY, HARRY POTTER, DEN BEFREIER UND BESCHÜTZER DER HAUSELFEN! KÄMPFT GEGEN DEN DARK LORD, IM NAMEN DES TAPFEREN REGULUS! KÄMPFT!“, ertönte plötzlich eine Ochsenfroschstimme und wie eine Invasion ergossen sich die Hauselfen aus der Tür, die zu den Küchen führte, mitten ins Kampfgeschehen.

Das Durcheinander war perfekt, als Kreacher giftig und gemein, wie von ihm gewohnt, mit einem Schwarm Hogwarts-Hauselfen in die Eingangshalle strömte, schreiend und Tranchiermesser und Hackebeile schwingend. Wie kleine Gremlins offenbarten sie ihre rachsüchtige Seite und diese kleinen Wesen ließen sich tatsächlich von Kreacher in die Schlacht führen. Sie wagten es, zu meutern und stellten sich gegen die herrschende Rasse, richteten sich gegen ihre Herren und Meister, gegen die Magier. Sie stürzten sich mit Schmackes auf die DeathEater und hackten und stachen wie wild geworden auf Knöchel und Schienbeine ein. Die kleinen Gesichter waren voller Heimtücke und mit einem fiesen Grinsen warfen sie sich in den Kampf. Überall wo ich auch hinblickte brachen DeathEater unter der schieren Überzahl zusammen, da sie zusätzlich von Widerstandskämpfern mit Flüchen belegt wurden, oder sie abgelenkt waren, da sie sich Gegenstände aus Wunden zogen, die die Elfen ihnen rücksichtslos ins Fleisch gestochen hatten.

Langsam, aber sicher bahnte sich ein Gemetzel an.

Noch mehr Unruhe entstand, als die Diener des Lords, die einfach genug von der Schlacht hatten, kopflos zu entkommen versuchten. Dies mutete ein wenig sinnlos an, da sie entweder ihren Zauberstab verloren hatten, oder angeschlagen waren, weshalb sie regelrecht untergingen. Sie kamen an der hereinstürmenden Horde nicht vorbei und verloren den Boden unter den Füßen. Die letzten verbleibenden DeathEater kämpften verzweifelt gegen ihren Niedergang, während der Lord, als der beeindruckende Magier, der er noch immer war, in der Mitte der Großen Halle stand und alles und jeden, der sich in seiner Nähe befand, tötete. Er war mächtig und ein verdammt imposanter Magier und er wäre noch immer in der Lage, ganz allein die Waagschale herumzureißen. Aber noch war es nicht vorüber und ich würde mich hüten, den Fehler des Lords zu begehen und vor der Zeit den Sieg zu verkünden.

Ich eilte geduckt zwischen den Duellanten hindurch, an sich sträubenden Gefangenen vorbei, während Dracos Truppe erbarmungslos aufräumte und keine Gnade walten ließ. Anders als die Lehrer, oder dem Ordnen, oder die anderen verspätet Angekommenen, machten wir keine Gefangenen. Der Tod mit seinem so eigenen, so blutigen und metallischen Geruch lag bedeutungsschwer in der Luft und kitzelte meinen Gaumen, als wieder Gesteinsbrocken umherflogen und einige getroffen zu Boden gingen. 

Der Lord stand im Zentrum der Schlacht, er befand sich auf der anderen Seite der Großen Halle und kämpfte mit einer brillierend tänzelnden Leichtigkeit. Er feuerte mit seinem Zauberstab, dem Elderstab, so schnell Flüche ab, dass man nur noch ein leuchtendes Flirren wahrnehmen konnte, während er alles und jeden in seiner Reichweite niedermähte. Er schrie nach wie vor seinen Anhängern Befehle zu, während er Zauber um Zauber überall hinschleuderte und nicht müde wurde, seine außergewöhnliche magische Begabung unter Beweis zu stellen. Indes ging es um mich herum auch hektisch zu, die Leute brüllten Zauberformeln und Flüche prasselten wie wild umher, wir alle sprangen wie hirnlose Doxys herum, um nicht getroffen zu werden und kamen kaum zu Atem. Ich kam nicht wirklich näher, denn die Große Halle war voll, brechend voll und füllte sich immer mehr, da alles was Beine hatte sich mit hineinzwängte, um am Kampf teilzunehmen.

Es war kaum eine Übersicht zu bekommen und ich besann mich auf mein Können, ich tötete alle möglichen Gegner mal mehr, mal weniger kreativ und folgte blind der Menge. Hier wurde erbittert bis auf den Tod gekämpft, über die Toten hinweg, die dort aufgebahrt herumlagen und ich fühlte, wie ich Knochen unter meinen Schuhen zermalmte. Soeben stolperte ich selbst über jemanden.

„Remus“, entfuhr es mir überrumpelt, als ich auf seine Leiche traf und eilig zurücksprang.

Ich war in einem Bereich des Schlosses, wo nur noch der Tod herrschte. Da lagen sie alle, all unsere Toten, teilweise mit Blut und Eingeweiden verschmiert. Der Gestank hing Übelkeit erregend in der Luft und erinnerte an alte Schlachtfelder längst vergangener Zeiten. Die Toten des Gemetzels lagen untereinander und übereinander. Leere Augenhöhlen, aufgerissene Hälse, zerfetzte Gesichter, verdrehte Glieder, freiliegende Knochenstückchen und die graue Masse, die aus eingeschlagenen Schädeln quoll, vergegenwärtigten die Grauen des Krieges!

Der grauenhafte Anblick meiner getöteten Kameraden, der sich mir bot, brachte mich kurz aus dem Gleichgewicht. All diese Toten, all diese Leichen. Es war anders als wenn wir die Dörfer auf Befehl des Lords hin überfallen hatten, dort wurde auch gewütet, aber wenigstens kannte ich nicht all die Opfer.

In diesem unachtsamen Moment schoss eine orangerote Flamme auf mich zu und ehe ich reagieren konnte, erschien vor mir ein bläulicher Schild und lenkte den Fluch ab. Hektisch riss ich meinen Kopf herum und suchte nach meinem Beschützer und in einiger Entfernung machte ich Lucius aus, wie er mich soeben noch ansah, mir ob meiner Unachtsamkeit einen bedeutungsschwangeren, tadelnden Blick schenkte, bevor er eindrucksvoll herumwirbelte, um wieder in der Masse zu verschwinden. Ja, er hielt sich zurück, blieb am Rand und passte aus dem Hintergrund heraus auf. Er behielt immer einen kühlen Kopf, während ich mich mitten hinein ins Getümmel gestürzt hatte, das war so Gryffindor von mir, dass ich selbst den Kopf schüttelte und dann sah ich etwas und schrie.

„George!“, brüllte ich laut.

Ich versuchte hektisch, zu ihm zu kommen, denn noch einen Twin zu verlieren würde ich nicht verkraften, doch gerade versperrte mir ein fetter Pferdehintern den Weg, während Yaxley George entwaffnete und ich schrie, aber schon war Lee bei ihm und streckte Yaxley kurzerhand mit einem Kinnhaken nieder, woraufhin George seinen Arm hochriss und mit einem elfenbeinfarbenen Ding zustieß.

Ein Zahn!

Auch er war mit einem Basiliskenzahn bewaffnet und setzte ihn ein, nachdem er seinen Zauberstab verloren hatte. George stach Yaxley mit dem Zahn mitten ins Herz. Ich würde ihm nicht sagen, dass das nicht nötig gewesen wäre, immerhin war das nur Yaxley, der uns für immer verließ, kein Horkrux, aber es war gut. Sie hatten bei uns gelernt, alles als Waffe zu benutzen, was ihnen unter die Finger kam und das war ein Vorteil. Die DeathEater, die das Pech hatten, ihren Zauberstab verloren zu haben, zeigten sich als kampfunfähig, während wir dann erst so richtig einfallsreich wurden.

Der Zentaur stieg auf die Hinterfüße und ich schlüpfte unter seinen erhobenen Vorderhufen hindurch und wusste zuerst gar nicht, wohin ich mich wenden sollte. Tonks streckte zeitgleich zwei maskierte Todesser nieder, dann schaute sie sich suchend um und stürzte sich auf den nächsten Gegner. Tonks begann ein hitziges Duell mit Dolohov, dem Mörder ihres Mannes und mit MacNair. Sie schlug sich recht gut, ihr kam ihre Aurorenausbildung zu Gute und während des Kampfes flammten ihre Haare abwechselnd in den Farben ihrer Flüche auf, aber da passierte es, auch sie kam über einen Toten ins Wanken und sie leuchtete in einem Giftgrün auf. Doch als Bellatrix sie von hinten mit einem Avada erwischte, war ich so machtlos wie sie, da ich kein SoulGatherer mehr war und mit ansehen musste, wie das Licht ihrer Augen verlosch. Sie sackte leblos zu Boden, dabei wirkte ihr Haar nun trostlos lila-grau. Im Tod vereint mit ihrem Mann und ermordet von ihrer eigenen Blutsverwandten. Zurück würde Teddy bleiben, als Waisenkind, und das war der Moment, in dem ich mit den Tränen rang, während ich weiterkämpfte.

Brüllend sprang Draco herbei, um den Kampf mit MacNair aufzunehmen. Anscheinend fand er es nicht so toll, dass seine Cousine soeben ermordet worden war, während Bellatrix erfreut davon tänzelte und ihr Blick eindeutig zeigte, dass sie erkannt hatte, dass Draco ihrer Ansicht nach auf der falschen Seite stand.

„Wusste ich es doch, Draco! Du Verräter!“, hisste sie böse und McNair hingegen zeigte sich völlig entsetzt darüber, dass ihn ein Malfoy angriff und er schreiend gefällt wurde.

Vielleicht war für uns alle die Zeit gekommen, die Maske fallen zu lassen?

Soeben flog Dolohov durch die Luft und deshalb kam ich nicht in die Nähe von Draco. Dolohov hatte von Hagrid das Fliegen gelernt und segelte quer durch den Raum und krachte mit Wucht in den Kamin, wo er bewusstlos zu Boden rutschte.

„Marcus! Krum!“, brüllte Pucey laut neben mir.

Der Warnschrei kam zu spät, denn da ging dieser große Troll Marcus Flint getroffen zu Boden und ich konnte nur hoffen, dass Marcus zu retten war, aber sofort waren Ron und Neville da, um weiter gegen Rockwood, der Marcus geschlagen hatte, zu kämpfen.

Ohne Vorwarnung hielt Rowle Ron im Schwitzkasten, würgte ihn und ich verfolgte, wie Rowle sich in Position brachte, um Ron das Genick zu brechen.

„Minuo Ex“, flüsterte ich zielsicher, mit nicht von der Hand zu weisender Aufgeregtheit und fuhr die komplizierte Beschwörung mit dem Zauberstab in meiner Hand nach.

Thorfin Rowle wurde direkt im Rücken von dem tiefdunkelroten Fluch getroffen. Sofort ließ er Ron los und dieser stürzte eilig keuchend und hustend davon. Fontänen aus dunkelrotem Blut schossen aus Rowles strahlend blauen Augen, Blut spritzte aus dem Mund, es sprudelte auch aus seiner Nase und schlussendlich perlte das Blut auch aus seiner Haut. Ein grauenhafter Anblick, der auch seine unmittelbare Umgebung in grelles Blut tauchte und alle um ihn herum in Splatterfiguren eines Horrorfilms verwandelte. Als auch der letzte Blutstropfen aus seinem Leib gesogen worden war, blieb nichts mehr von ihm übrig als eine Lache mit durchweichten Stofffetzen, die an ein gut durchmischtes Hackfleisch erinnerten.

Tja, ein durchaus erinnerungswürdiger Abgang. Ich sinnierte, dass ich glücklicher Weise bei unserer Flucht im Wald, als mir langweilig gewesen war, die Zeit gefunden hatte, den ein oder anderen längst verbotenen Fluch zu erforschen. So auch den Blutbad-Fluch und ich gab dem blutigen Gemetzel dieser Schlacht damit meinen ganz eigenen Beigeschmack, aber niemand versuchte, Ron zu töten!

Ron musste genauso überleben wie Harry, Draco, Lucius oder Severus!

Ein Blick zu Draco bestätigte mir, dass auch er weiterkämpfte. Er duellierte sich gekonnt mit Dolohov und doch traf es Viktor, der unabsichtlich ins Duell lief und sofort schwoll er an. Sein Körper verformte sich auf abstrakte und abstruse Weise. Es war ein Unding, dass er immer runder und größer wurde. Kurz dachte ich, dass er mich an Harrys Tante Magda erinnerte, daran wie er erzählt hatte, dass er sie damals aufgeblasen hatte. So war es hier auch bei Viktor, seine Umfänge drückten alles und jeden zur Seite, das war beängstigend und führte zu völlig konfusen Umstehenden. Es war, als würde er mit Luft vollgepumpt werden und dann platzte er und wir alle badeten in seinen Eingeweiden. Draco stand ganz nah und sah aus wie ein blutbesudelter Bösewicht, als er mit einer Grimasse voller Ekel eine Darmschlinge von seinem Kopf zog, um sich im Anschluss von jetzt auf gleich, beseelt mit einem Schrei, auf Dolohov zu stürzen. Ich starrte ihn mit offenem Mund an, da er gerade den Berserker in sich hervorholte und so völlig irre auf den Russen losging, wie ich ihn noch nie erlebt hatte. Draco schlug wie wildgeworden auf Antonin ein, bis von dessen Kopf nicht mehr viel übrig war als eine breiige, graue Masse, die nichts mehr mit dem Mann von früher gemein hatte.

Einige von uns Kämpfenden sahen nicht mal mehr im Ansatz menschlich aus, so sehr zeichnete uns der Kampf innerlich wie äußerlich.

„Himmel nochmal“, wisperte ich verstört aufgrund der Tatsache, dass ich Cedric, vorhin Sirius und jetzt auch noch Viktor verloren hatte.

War es das Schicksal, das mir alle meine früheren Liebhaber nahm?

Eine gewisse nicht zu unterdrückende Panik um Draco und Lucius schien sich meiner zu bemächtigen, dabei schob ich den Gedanken an Severus rigoros von mir und stieß den nächsten Fluch aus. Egal, es ging weiter und schon sah ich rote Mähnen an mir vorbeihasten und ich fuhr herum. Molly und Arthur, die durch die Menge rannten und versuchten, ihre Kinder vor weiteren Verlusten zu schützen.

In der Mitte braute sich etwas zusammen. McGonagall, Slughorn und Kingsley kämpften gleichzeitig mit dem Lord und kalter Hass stand ihm ins schlangengleiche Antlitz geschrieben, während sie um ihn herum tänzelten und sich duckten, außerstande, ihm den letzten alles vernichtenden Schlag zu versetzen.

Auch Bellatrix kämpfte noch, gar nicht weit von dem von ihr vergötterten Herren entfernt, wie eine wildgewordene Furie. Sie schlug sich wie ihr Lord gerade mit drei Kontrahenten auf einmal. Susan, Ginny und Luna, die alle ihr Bestes gaben, aber Bellatrix war schon immer gut gewesen und selbst ihnen gegenüber war sie mehr als ebenbürtig, wenn nicht sogar überlegen. Ich ignorierte alle Kämpfenden auf meinem Weg zu ihnen, bis ich die drei erreichte und mir nicht entging, dass ein Todesfluch so nahe an Ginny vorbeischoss, dass sie dem Tod nur um Zentimeter entging. Der nächste gezackte, grüne Blitz jagte surrend durch die Luft auf mich zu und ich erstarrte, da es zu knapp war und mit einer unerwartet ruhigen Resignation erkannte ich, dass ich nicht sliden konnte. Ein Fakt, der für mich völlig neu und als ziemlich unschön zu bezeichnen war.

„Uff“, prallte ein harter Körper gegen mich und riss mich zu Boden, während der Todesfluch haarscharf an mir vorbeischoss und ich die tödliche Hitze, die von ihm ausging, immer noch fühlen konnte. Durch die Wucht des Aufpralls wurde die Luft aus meiner Lunge rausgepresst und meine Hüfte war so hart aufgekommen, dass ich Angst hatte, mich schlimmer verletzt zu haben, während ich einen mächtigen, sehr schweren Männerkörper auf mir spürte und verstand, dass er mich aus dem Weg gestoßen und mit dieser Aktion gerettet hatte.

„Danke!“, stieß ich atemlos hervor.

„Nichts zu danken!“, grinste Flint mich trotz seines völlig zerkratzten Gesichts verwegen an, zog mich hoch und rannte geschwind davon.

Anscheinend war Rockwoods Fluch, von dem er getroffen worden war, nicht allzu schlimm gewesen. Mittlerweile humpelte ich und kam mir durchlöchert wie ein Schweizer Käse vor. Ich blutete aus vielen kleinen Wunden und mein Schädel dröhnte, meine Augen brannten noch immer und kurz drohten mich die Anstrengungen der Schlacht zu überwältigen.

Doch auf einmal nahm ich ihn neben mir wahr, was mich regelrecht elektrisierte.

Sein harter, fordernder silbergrauer Blick, der sich mir in die Seele brannte und die mir überraschenderweise neue Kraft verlieh. Als hätte er es bemerkt, oder geahnt, dass ich kurz Zuspruch benötigte, eine Leistung in der Situation, aber es half mir wirklich und ich nickte zum Zeichen, dass ich verstanden hatte und richtete mich mit einem Ruck gerade auf.

Lucius war gekommen, um mir zu helfen!

Wir agierten ohne Worte und wandten uns um. Rücken an Rücken, beinah in der Mitte des Raumes, standen wir, ringsherum tobte der Kampf und Schreie hallten durch die Große Halle. Ich glaubte, kaum atmen zu können, als ich verfolgte, wie eine Person mit Maske an eine Wand geschmettert wurde und ihre Muskeln noch einmal heftig zuckten, bevor sie endgültig erschlafften. Das Haar hatte sich im Todeskampf gelöst und langes rotes Haar fiel der DeathEaterin über die Schulter. Ich hatte keine Zeit, mich zu fragen, welche von den weiblichen Dienerinnen des Lords gerade ihr Leben ausgehaucht hatte, denn ein mächtiger Schlag traf mich, so dass ich gegen Lucius‘ Rücken prallte und auch ihn ins Taumeln brachte.

Zuerst glaubte ich, von einem Fluch getroffen worden zu sein, doch ich blickte hinab und da war ein DeathEater, der sich an mein Hosenbein krallte und mich mit weit aufgerissenen Augen anzuflehen schien, während sich blutige Blasen zwischen seinen Lippen bildeten und schlagartig gurgelte ein Blutschwall aus seinem Mund. Die Augen explodierten, weißliche Masse quoll über seine Augenhöhlen und er brach würgend zusammen. Lucius verließ meinen Rücken und ich wirbelte herum und verfolgte, wie er Rodolphus zu Hilfe eilte. Dieser versuchte, einen Hünen von Mann von Kingsleys Genick loszubekommen. In dem Moment übernahm Lucius den großen Mann und als er den Kopf des unglücklichen DeathEaters voran gegen die Wand schmetterte, zeugte ein dünnes Blutrinnsal aus seinen Ohren davon, dass der Schädel des Mannes gebrochen war und urplötzlich schoss ein Schwall Mageninhalt aus seiner Kehle, bevor er wie eine zerschmetterte Marionette zusammensackte und dabei alle Glieder von sich streckte.

Kingsley wirkte sichtbar ungläubig darüber, von wem er gerade gerettet worden war, blieb zurück und schon wirbelten Lucius und Rodolphus herum und verschwanden wieder am Rand des Geschehens, außer Reichweite, aber doch in der Nähe.

„Such dir Gegner in deinem Alter!“, brüllte Molly losgelöst, flog regelrecht an mir vorbei und schon wieder wurde ich zur Seite geschubst.

Noch im Lauf warf Molly sich ihren braunen dicken Wollumhang ab, um die Arme frei zu haben. Bellatrix drehte sich um sich selbst, ihre schwarzen Locken hüpften wild und sie riss ihren Mund zu einem brüllenden Lachen auf, als sie ihre neue Herausforderin erblickte und einen Fluch ausstieß, der die drei Mädchen von den Füßen riss.

„Aus dem Weg!“, schrie Molly resolut.

Sie sprang unerwartet leichtfüßig über ihre Tochter, aber auch über Susan und Luna hinweg und eröffnete mit einem ausladenden Schwung ihres Zauberstabs den Kampf: Frau gegen Frau.

„Ohhh, jetzt hab ich Angst“, reizte Bellatrix gackernd und Molly schleuderte unterdessen weiter Zauber um Zauber auf Bellatrix, die Mühe hatte, auszuweichen.

„Was wird aus deinen Kindern, wenn ich dich Gebärmonster getötet habe?“, spottete Bellatrix wahnsinnig, wie der Lord, und hüpfte aufgeregt hin und her, während Mollys Flüche um sie herumtanzten. „Wenn es Mami so ergangen ist, wie es Freddy ergangen ist, wie es all deinen Kindern ergehen wird? Wir werden deine blutsverräterische Familie auslöschen!“

„Du wirst nie wieder irgendein Kind anrühren, egal welches!“, erregte sich Molly mit rotem Gesicht.

Ich bewunderte sie für ihren Mut. Bellatrix war keine Person, mit der man sich ungestraft anlegte, aber Molly schaffte es, Bellatrix in Atem zu halten, weshalb diese nichts antwortete. In dem Moment erinnerte mich Molly an Mutter Courage von Berthold Brecht. So hatte ich mir die Frau aus dem Buch immer vorgestellt. Gerade untermalte Molly, dass es ihr an beherztem Draufgängertum nicht fehlte. Ich starrte auf das Schauspiel, innerlich zerrissen, ob ich nicht eingreifen sollte. Ich kannte Bellatrix als Gegnerin.

Ich war ein wenig erschrocken und gleichzeitig begeistert, wie Mollys Zauberstab losgelöst peitschte und herumwirbelte, regelrecht fern von Gut und Böse. Während Bellatrix‘ höhnisches Lächeln langsam, aber sicher verschwand, bis es völlig erstarb und zu einem aggressiven Zähnefletschen mutierte. Schillernd bunte Lichtstrahlen schossen aus beiden Zauberstäben, der Boden rund um die Füße der Hexen wurde heiß und rissig, beide Frauen kämpften auf Leben und Tod.

„Hey, Black-Bitch, du kämpfst mit meiner Mum…, wenn du stirbst, komm bloß nicht auf die saublöde Idee, ein Geist zu werden! Das würdest du bereuen!“, schoss der poltergeistartige Fred mit einem großen Versprechen daher.

Sofort feuerte Bellatrix einen völlig sinnfreien Avada auf ihn, der unnütz durch ihn hindurch in die verzauberte Himmelsdecke der Großen Halle einschlug.

„Hey!“, beschwerte sich Fred laut. „Sag mal spinnst du? Bist so hohl wie Kohl? Wer ist fies und stinkt nach Kohl? Die Bella, die Bella. Wer ist hässlich und voll hohl? Die Bella, die Bella!“, begann Fred völlig falsch, aber sehr laut zu singen und verwandelte mit seiner Schmähung Bellatrix’ Züge in eine hässliche Fratze.

„Wahhh, wenn mein Lord obsiegt, wirst du dir wünschen, wirklich tot zu sein!“, brüllte Bellatrix völlig losgelöst.

„Ode an den Lord… Als Lover ein Tier, in den Laken ein Stier… oder n’ nasenloser Loser! Geht’s noch wirrer, irre Bella?“, wieherte Fred schwebend und zeigte ihr einen Vogel. „Du und der Lord? Dein Lord, du musst ganz schön blöd sein, wenn du denkst, dass zwischen dir und dem Lord was laufen könnte. Wie die Nase eines Mannes, so auch sein Johannes.“

Es war nicht mal wirklich lustig und doch zuckten meine Mundwinkel wie irre. Woher kamen diese doofen Sprüche? Wie schaffte Fred das immer? Es offenbarte meiner Ansicht nach, wer schon immer der verrückte und teuflischere der beiden Twins gewesen war.

„Nein!“, keifte Molly atemlos und ihr braunes Kleid wirbelte ihr wie wild um ihre Beine, während sie die Attacken abwehrte und selbst weiterhin Flüche schleuderte.

„Crucio!“, nutzte ich Bellatrix‘ Unachtsamkeit, die noch immer Fred im Visier hatte, und zielte auf sie.

Da Bellatrix zur Seite hechtete, ging mein Fluch an ihr vorbei. Wenigstens erwischte es den DeathEater hinter ihr, denn er wurde von meinem unverzeihlichen Fluch getroffen. Schreiend brach dieser zusammen und Theodore, der sich bisher mit dem Mann duelliert hatte, sprang zurück, während Angelina an seiner Seite war und die Gelegenheit nützte, dem DeathEater den Zauberstab grob aus der Hand zu treten, dabei schien sie es zu genießen, ihn fertigzumachen und dem Knirschen des zerbrechenden Holzes zu lauschen.

„Avada Kedavra!“, fauchte Bellatrix in dieser Sekunde mit gelebter Inbrunst.

Aus ihrem Zauberstab schoss der nächste grüne Lichtblitz, der todbringend durch den Saal zuckte, dieses Mal musste eine ganze Gruppe hektisch flüchtend ausweichen und der Todesfluch verfehlte Ginny so knapp am rechten Ohr, dass sie ganz grün im Gesicht anlief. Bellatrix lachte begeistert auf.

„NICHT MEINE TOCHTER, DU SCHLAMPE!“, rief Molly erbost und deutete mit ihrem Zauberstab drohend auf Bellatrix.

Hunderte von Leuten drückten sich ringsum an die Wände der Großen Hall und verfolgten die letzten beiden großen Kämpfe.

Es wurde beinah zu ruhig für meinen Geschmack. Bellatrix blockte den Reductor Fluch ab und ließ ihn auf den Boden donnern. Sie setzte ein überlegenes Lächeln auf, als der Boden der Großen Halle unter dem Aufschlag des Sprengzaubers erzitterte und die Fackeln an den Wänden bedrohlich in ihren Halterungen erzitterten und Molly ins Straucheln brachte, während Bellatrix zwar taumelte, es jedoch zu genießen schien übermütig lachte, wie ihr Cousin Sirius es sonst tat, wenn er Unfug vorhatte. Das war das berühmt berüchtigte Blacklachen, das verrückte Lachen, und mich überlief eine Gänsehaut mit ganz schlechter Vorahnung. Genauso hatte Sirius damals auch geklungen, als er rücklings durch den Schleier gestürzt war und die Ähnlichkeit war frappierend. Blitzartig war mir gegenwärtig, was passieren würde, als Ron hervorschoss, während ich einen Schritt zurückging, um mich dem Lord zuzuwenden.

Der kämpfte noch immer mit mehreren Personen gleichzeitig: McGonagall, Kingsley, Arthur, Flitwick und Slughorn.

„Ron!“, brüllte Bill und ich fuhr wieder herum.

„NEIN!“, kreischte Ginny und Percy schlang seinen Arm um seine Schwester, die sich aber so sehr wehrte und um sich trat, dass er die Hilfe von Oliver benötigte, um das kleine Temperamentbündel zu bändigen.

Ich, oder besser wir alle, mussten zusehen, wie beide Frauen sich weiterhin wie wild Flüche an den Kopf warfen. Molly schnippte nun noch einmal kräftig mit ihrem Zauberstab und ein weißer Lichtblitz schoss an Bellatrix‘ ausgestrecktem Arm vorbei und traf sie genau ins Herz!

Bellatrix’ hämisches Grinsen erstarrte, ihre Augen schienen fassungslos hervorzuquellen: Für den Bruchteil einer Sekunde wusste sie, was geschehen war, während Ron neben seiner Mutter stand. Unversehens passierten mal wieder mehrere Dinge gleichzeitig, denn Ron schoss einen Fluch ab, daraufhin gab es einen lauten Knall und Bellatrix segelte mit einem kräftigen Schwung davon und zersplitterte in tausende von Einzelteilen, sodass nichts mehr von ihr übrig war außer Schnipsel.

Im nächsten Moment brandete ein ohrenbetäubendes Triumphgeschrei auf, das aber sofort abbrach, als das nächste Drama offensichtlich wurde. Der Lord schrie zornbebend auf, als er Bellatrix‘ Auflösung in Einzelteile bemerkte, daraufhin schleuderte er gleichzeitig seine gesammelten Herausforderer zurück und sie hoben ab, segelten sich windend und mit den Armen rudernd durch die Luft, als des Lords Zorn über den Sturz seiner letzten und besten Getreuen mit der Wucht einer Bombe explodierte und sie fielen alle um wie die Fliegen.

Aber noch war es nicht vorbei und wir alle mussten leider mitansehen und miterleben, wie auch der Rache-Fluch des Lords aus dem Hintergrund traf. Er erwischte Molly voll und sorgte dafür, dass sie blutspuckend in Rons Armen zusammenbrach, was mir einen weiteren Magenschwinger bescherte. Noch jemand, dem ich nicht mehr helfen konnte. Rons und mein Blick begegneten sich und in mir erkaltete es, denn dort fand ich auch all das wieder, was an Schmerz und Pein in mir vorging, während er unter Mollys leblosem Körper schwer trug und mit ihr zu Boden sackte.

„Gib sie mir“, trat Charlie so leichenblass wie er nun immer war zu seinem Bruder und nahm ihm mit erstaunlicher Leichtigkeit die Mutter ab. „Tu was!“, fauchte mich Charlie an, während Ron, blutbesudelt wie er war zurückwich.

„Mum!“, schob sich Bill hektisch vorbei und ging neben seiner Mutter zu Boden, auf dem Charlie sie bedächtig abgelegt hatte.

Ich schloss die Augen ob meiner verachtenswerten Hilflosigkeit und spürte unvermutet Georges Hand an meiner Schulter und sah entschuldigend zu ihm hoch.

„Sie kann nicht und es ist wohl auch besser so!“, meinte George mit rauer Stimme und warf einen Blick zu dem neben ihm schwebenden Fred.

Der nickte weinend, als hätten sie mittlerweile verstanden, was ich ihnen angetan hatte und ich biss mir meine Lippe blutig.

„Atmet sie?“, raunte Ron in dem Moment heiser und fast hätten wir es überhört.

„Mum, komm schon…“, rüttelte Bill geradezu verzweifelt an ihr, doch sie rührte sich nicht, lag wie tot auf dem kalten Boden.

Dann kam unvermittelt Bewegung in Ron. Es wirkte geradezu, als ob er alle Gefühle hinunterschluckte und verschloss, um sich in den Kampf zu stürzen der noch immer tobte, trotz des Dramas der Familie Weasley.

„Protego Diabolica!“, brüllte Harry mit einem Mal laut, aber man konnte ihn nicht sehen, da er immer noch versteckt unter seinem Tarnumhang war.

Schon züngelte ein blaues Feuer aus dem Boden, das Harry und den Lord einschloss, sie absonderte. Harry schützte damit all jene, die gerade zu Boden gegangen waren und all die anderen Lebewesen in der Halle. Während wir auf einen Kreis aus blauem Feuer zu hasteten, wirbelte der Lord herum und suchte verzweifelt nach dem Urheber des Schutz-Feuers. Als Harry sich den Tarnumhang vom Kopf riss und ihn sich hinten in seine Hose stopfte, brandete Jubel über seine Rückkehr auf.

Schreckensschreie, Jubel, Rufe von allen Seiten. „Potter!“, „Harry!“, „Er lebt!“, „Was ist das?“, „Das hab ich noch nie gehört!“, „Was für ein Zauber?“, murrten die Zuschauer um uns herum und auch ich warf Ron überforderte Blicke zu.

Plötzlich erstarben die Rufe auf der Stelle und Angst bemächtigte sich der Menge. Schlagartig trat vollkommene Stille ein. Jedes Auge war auf die beiden Widersacher gerichtet, alle hielten den Atem an. Belauernd umkreisten sich Harry und der Lord immer wieder und deuteten drohend mit ihren Zauberstäben auf einander.

„Ich will keine Hilfe von irgendjemandem!“, kam es entschieden von Harry und in der absoluten Stille wurde seine Stimme wie einen Trompetensignal hinfort getragen.

„Oh, was soll das für ein Zauber sein?“, fragte der Lord mit Süffisanz.

„Den hat mir ein Freund beigebracht. Er meinte, dieser Flammenring würde zeigen, wer mir treu zur Seite steht und vernichtet nur meine Feinde“, erwiderte Harry und ich dachte, die Anspielung auf Gellert von Harrys Seite zu verstehen und ärgerte mich, dass der alte Lord mir so etwas Hilfreiches nicht beigebracht hatte.

„Meine Getreuen zu mir!“, befahl der Lord und ich sah, wie Lucius Wilkins, Ellas Vater, schubste und dieser in die Flammen taumelte, die ihn gierig empfingen.

„Wahh“, kreischte Wilkins auf, als die blauen Flammen hungrig an ihm leckten und ihn vor unser aller Augen in rasender Geschwindigkeit verschlangen.

„Halt! Keiner von euch anderen kommt zu mir!“, schrie Harry so laut, dass es jeder in der Halle bis ins kleinste Eck vernehmen konnte, augenscheinlich hatte er gerade Sorge, ob der Flammenkreis wirklich ungefährlich war und ganz ehrlich, bei Draco, oder Lucius wäre ich mir auch nicht sicher, ob die Flammen sie als Freund, oder Feind von Harry deklarieren würden. „Es muss so sein. Ich muss es allein… ich muss es selbst tun!“

„Ja, haltet euch alle raus!“, rief Draco bestimmt jedem von uns zu und er war sich anscheinend selbst auch nicht sicher. „Und zwar wirklich alle!“, meinte Draco jetzt mit scharfer Stimme und noch ernsterem Blick zu mir und das ließ ein empörtes Keuchen in meiner Kehle hochsteigen.

Der Lord lachte zischend und sehr spöttisch auf und sein Todesblick streifte Draco und Zweifel über dessen Loyalität standen ihm auf die hässliche Visage geschrieben.

„Malfoy… bist du also tatsächlich ein mieser kleiner Verräter?“, hisste der Lord rachsüchtig. „Hatte deine Tante recht?“

Mein Herz raste in einem gehetzten Stakkato. Jetzt würde sich alles entscheiden. Würden wir eine Zukunft ohne den Lord haben? Würde der Lord endlich fallen? Würden wir uns und die Welt von diesem Schrecken befreien können?

„Ich brauche niemanden, anders als du, Tom!“, spuckte ihm Harry verächtlich vor die Füße.

„Potter meint es nicht so heroisch wie es sich anhört. Er hatte bisher immer Hilfe, das ist doch seine Art!“, erwiderte der Lord hämisch und liebkoste das dünne Holz des Elderstabes. „Wen wirst du heute als Schild benutzen? Das Mudblood?“ Der Blick aus seinen roten Augen huschte zu mir durch die blauen Flammen hindurch.

„Niemanden“, erwiderte Harry schlicht, der mir auch einen kurzen Blick gegönnt hatte, bevor er seine Aufmerksamkeit wieder auf den Lord heftete. „Eine Frage, hast du es schon verstanden, was wir getan haben? Hast du es endlich kapiert? Es gibt keine Horkruxe mehr! Ja, Tom!“, Der Lord zuckte bei dem verhassten Namen zusammen. „Nur noch wir beide sind übrig, es gibt nur noch uns. Keiner kann leben, während der andere überlebt!“

„Was für ein Unfug!“

„Eine Voraussage, eine Prophezeiung, die schließlich an Halloween vor mehr als 17 Jahren auch schon Grund genug für dich war, zu handeln, Tom! Also erzähl mir nicht, du glaubst nicht an diesen Unfug! Einer von uns wird gleich endgültig verschwinden… und zwar für immer!“

„Einer von uns?“, höhnte der Lord, doch sein ganzer Körper war angespannt und seine roten Augen starrten einer Schlange gleich, die im Begriff war, zuzuschlagen. „Du glaubst, du wirst es sein, du überschätzt dich maßlos, Potter. Ein Junge, der durch Zufall überlebt hat und weil Dumbledore die Fäden in der Hand gehalten hat…“

„Zufall? Es war also Zufall, als meine Mutter starb und ihren Zauber wob, um mich zu retten?“, fragte Harry aufreizend. Die beiden bewegten sich immer noch seitwärts umeinander, wahrten stets denselben Abstand voneinander und umkreisten sich wie die Tiere vor der Schlacht. „Zufall, als ich beschloss, auf jenem Friedhof zu kämpfen? Zufall, dass ich mich heute Nacht nicht verteidigt und dennoch überlebt habe und zurückkomme, um weiter gegen dich zu kämpfen?“

„ZUFÄLLE!“, kreischte der Lord mit sich überschlagender Stimme, aber nach wie vor schlug er nicht zu und die Menge ringsherum war erstarrt, wie versteinert und von den Hunderten in der Halle schien niemand zu atmen, außer den beiden.

„Zufall und Glück und die Tatsache, dass du dich heulend hinter den Rücken bedeutenderer Männer und Frauen versteckt und es zugelassen hast, dass ich sie an deiner statt töte!“

„Du wirst heute Nacht niemanden mehr töten“, demonstrierte Harry bewundernswürdige Ruhe vor dem sichtbar unsteten Lord, während sie sich weiter belauerten.

„Es ist so traurig, dass du es nicht verstehst, Tom. Ich bin dir schon so oft von Angesicht zu Angesicht gegenübergetreten, ich habe mich dir schon so oft gestellt… und du hast es bis jetzt nicht wirklich begriffen. Begreifst du es nicht? Ich war bereit zu sterben, um dich daran zu hindern, meinen Mitmenschen etwas anzutun!“ Er deutete auf die Menge um sich herum.

„Aber du bist nicht gestorben!“, lag auf der Fratze des bleichen Lords verbissene Unsicherheit.

„Ja, ich starb nicht. Ich wollte es und das war entscheidend. Ich habe getan, was meine Mutter getan hat. Sie sind vor dir geschützt. Hast du nicht bemerkt, dass keiner der Zauber, die du auf sie gelegt hast, wirklich bindende Kraft hatte?“, riss ich bei Harrys Worten meinen Kopf hoch und verstand zum ersten Mal, warum anscheinend die Flammen nicht auf Neville hatten übergreifen können und die Augen des Lords gingen vor Unglauben über.

„Ja, verstehst du nun? Du magst einige töten können, aber du kannst sie nicht foltern. Du lernst nicht aus deinen Fehlern, oder Tom?“

„Du wagst es…“

„Ja, ich wage es“, lächelte Harry aufreizend. „Ich weiß Dinge, die du nicht weißt, Tom Riddle. Ich weiß viele wichtige Dinge, die du nicht mal im Ansatz erahnen kannst. Willst du welche hören, ehe du einen weiteren großen Fehler machst?“ Er reizte ihn absichtlich.

Ihn mit seinem Nicht-Wissen zu gängeln war eine glänzende Idee, denn das konnte er nicht ab. Der Lord erwiderte nicht sofort etwas, er ging lauernd im Kreis und schien abzuwägen, bevor er antwortete: „Ist es wieder Liebe?“ Fragte er schlussendlich mit einem höhnischen Grinsen und huschte kurz mit seinem kalten Blick zu mir hinüber, doch er wirkte etwas verunsichert. „Dumbledores Lieblingsrezept für alles. Liebe, die, wie er behauptete, den Tod besiegen würde, auch wenn Liebe es nicht verhindert hat, dass er vom Turm gefallen und wie eine alte Wachsfigur zerbrochen ist? Liebe, die mich nicht davon abgehalten hat, deine wertlose Mutter wie eine Kakerlake zu zerquetschen, Potter? Du verlässt dich doch nicht darauf, dass nun deine Freunde zwischen uns springen, wenn ich den Fluch abfeure? Was wird also dieses Mal verhindern, dass du stirbst?“

„Nur eines“, erhob Harry seinen Zeigefinger. „Und es hatte niemals etwas mit Liebe zu tun, da war Dumbledore auf dem Holzweg, es hat mit Selbstaufgabe und dem Willen, selbstlos zu sein, zu tun!“

„Wenn es nicht Liebe ist, die dich diesmal retten sollte…“, legte der Lord eine Kunstpause ein, „… dann glaubst du wohl, dass du magische Kräfte besitzt, die ich nicht besitze, oder aber eine Waffe, die mächtiger ist als meine?“

„Tja, wenn so gesehen, dann wohl beides…“, bekundete Harry mit dem sachten Heben seiner Mundwinkel.

Nun verlor der Lord kurz seine Fassung und schaute Harry ein wenig überrascht, um nicht zu sagen erschrocken an. Dann ganz unerwartet lachte der Dark Lord schallend auf und schüttelte sein kahles Haupt, was für viele furchterregender zu sein schien als seine Schreie. Humorlos und wahnsinnig erfüllte sein Lachen die stille Halle mit seinem Echo.

„Potter, du denkst wirklich, du beherrschst mehr Magie als ich? Als ich, als Lord Voldemort, der Zauber vollbracht hat, die sich selbst Dumbledore nicht im Traum hätte vorstellen können?“, fragte er mit sarkastischem Ton.

„Oh, Dumbledore ist wohl wirklich kein gutes Beispiel…“, zogen Harrys Worte dem Lord regelrecht den Boden unter den Füßen weg. Er hatte nie bedacht, dass Harry unter anderem Dank mir einen sehr negativen Blick auf Albus hatte und überging das Keuchen der Zuhörer, als er das verkündete. „Er war schon immer ein Angsthase, der sich hinter seiner gespielten Rechtschaffenheit versteckt hat, aber er wusste, was du getan hast. Er wusste mehr als du denkst und er wusste genug, um das nicht zu tun, was du getan hast. Er hätte es vielleicht… er hätte es sogar gekonnt, aber für so einen Schritt war er nicht krank genug!“

„Du meinst, er war schwach“, hauchte der Lord sichtbar verunsichert aufgrund Harrys harter Aussage über einen Mann wie Albus Dumbledore. „Zu schwach, um etwas zu wagen, zu schwach, um sich zu nehmen, was ihm vielleicht hätte gehören können, was nun mein sein wird!“

„Nein, er war was das betrifft wohl klüger als du, da alles ein Ende haben muss, das ist die natürliche Ordnung. In dem Sinne…“, meinte Harry abwägend, „… ja, so betrachtet war er wohl ein besserer Zauberer, ein besserer Mann!“

„Ich habe den Tod von Albus Dumbledore herbeigeführt!“

„Hast du das? Bist du dir da wirklich sicher? Ich an deiner statt… wäre das lieber nicht!“

Die Menge an Zuschauern rührte sich zum ersten Mal, als sie an den Wänden gleichzeitig Atem holte und um uns herum begannen, unruhig zu murmeln, während ich die zwei vor mir fixierte und Ron meine Hand noch fester quetschte, da Harry offen zugab, dass nicht der Lord, sondern wir Albus‘ Tod forciert hatten.

„Was meint er? Lebt Dumbledore noch?“, flüsterte Ginny neben mir aufgeregt, augenscheinlich hatte sie sich von ihrer leblosen Mutter gelöst, um das entscheidende Finale zu verfolgen.

Da ich die Anspielung durchaus als Schuldeingeständnis verstand, kapierte ich erst jetzt, dass die Zuhörer um uns herum falsche Rückschlüsse zogen. Sie verstanden nicht, was Harry allen da tatsächlich offenbarte und meine Erinnerung verweilte in der Nacht auf dem Turm, bei Albus, Harry, Draco, Gellert, Severus und mir. Wir alle hatten in dieser Nacht ein Spiel gespielt, das unausweichlich mit Albus‘ Tod hatte enden müssen.

„Dumbledore ist tot!“, rief der Lord energisch und schleuderte Harry die Worte entgegen, als ob sie ihm unerträglichen Schmerz bereiten würden. „Seine Leiche vermodert in dem Marmorgrab auf der Insel. Ich habe sie selbst gesehen, Potter, ich sage es dir nur ungerne, aber er wird nicht zurückkehren!“

„Ja, Dumbledore ist tot!“, erwiderte Harry ruhig. „Aber du hast ihn nicht töten lassen. Er wusste, dass er sterben sollte und musste und er wählte selbst, wie er sterben wollte. Ja, Tom, er tat dies Monate bevor er starb, bereitete alles gemeinsam mit dem Mann vor, den du für einen treuen Diener gehalten hast und der doch immer nur sich selbst und seiner Familie treu war und ist!“

„Was für ein kindischer Wunschtraum ist das?“, zischte der Lord kopfschüttelnd und doch schlug er immer noch nicht zu.

„Severus Snape war nicht dein Mann, nicht die Linke Hand des Dark Lord. Snape war sein eigener Mann, ich weiß nicht was er war, aber ich ahne, dass nicht du, Tom, für ihn an erster Stelle standest. Und du hast es nie erkannt, dass Snape nur seiner Familie treu ergeben ist, wegen der einen Sache, die du nicht verstehen kannst. Du hast nie gesehen, wie Snape einen Patronus hervorgebracht hat, oder, Tom?“

Der Lord antwortete darauf nicht, sondern belauerte Harry weiter mit glutrotem Blick, wie Wölfe, die sich gleich in Stücke reißen würden.

„Snape hatte einen Patronus und er bat dich nur ein einziges Mal um etwas… und es war reichlich dumm, seiner Bitte nicht zu folgen. Ich möchte behaupten, einem Severus Snape schlägt man am besten nichts aus. Er wollte, dass du meine Mutter verschonst, Tom, und du hast es nicht getan“, führte Harry geradezu belehrend aus.

„Er begehrte sie, nichts weiter!“, höhnte der Lord schneidend, während sich seine Nüstern blähten. „Als sie tot war, sah er ein, dass es auch andere Frauen gibt und gab und von reinerem Blut, die seiner würdiger waren…“

„Natürlich hat Professor Snape dir das gesagt, weil er wollte, dass du ihm vertraust. Er hatte dich gebeten, ihr Leben zu verschonen, nicht in der Hoffnung, mit ihr zusammen zu sein, das waren sie schon. Sie hatten ein Verhältnis, selbst als es mich schon gab…“, schlug Harrys Offenbarung bei dem ein oder anderen Anwesenden wie ein Bombarda ein.

„Lily hätte James nie betrogen!“, wisperte irgendjemand, als Harry freudlos auflachte.

„Doch das hat sie, aber James sie auch, also ist es wohl gleich und Tom, das hättest du erkennen müssen“, sagte Harry lächelnd und die Schlangennase des Lords blähte sich schon wieder zornig auf. „Du hast ihm etwas genommen, was er schon besaß…“ Harry lächelte den Lord überlegen, genüsslich aufgrund dessen sichtbaren Unwissens, an.

„Dann behauptest du also, dass Snape die ganze Zeit Dumbledores Spion war? Er hätte die ganze Zeit gegen mich gearbeitet?“, echote der Lord versucht höhnisch, doch die unsichere Wut in seiner Stimme konnte er nicht verbergen.

„Unfug!“, fuhr Harry ihn ungehalten an. „Er hätte sich niemals derart erniedrigt, vielleicht dachte Dumbledore das, aber Snape war und ist nur sich und seiner Familie treu!“

„Das ist nicht von Bedeutung!“, kreischte der Lord, der jedes Wort Harrys aufmerksam verfolgte und in gackerndes Gelächter ausbrach. „Es ist nicht von Bedeutung, ob Snape mein, oder Dumbledores Mann war, oder von wem auch immer, oder welch kleine Steine sie mir in den Weg zu legen versuchten! Ich habe sie zertreten, wie ich deine Mutter und deinen Vater zertreten habe! Oh, aber das passt alles zusammen, Potter, auf eine Weise, die du nicht verstehst!“, reizte ihn der Lord und grinste ein irre anmutendes Lächeln.

„Du meinst wegen dem Stab?“, meinte Harry nachsichtig.

„Du, weißt…!?“ Der Lord stockte kurz. „Dumbledore versuchte, mich daran zu hindern, in den Besitz seines Zauberstabes zu gelangen! Aber ich war vor dir dort, kleiner hilfloser Potter. Ich war bei dem Zauberstab, bevor du ihn in die Hände bekommen konntest. Ich hatte die Wahrheit begriffen, ehe du so weit warst. Ich habe Severus Snape vorhin getötet, damit ist Dumbledores letzter Plan misslungen, Harry Potter!“

„Jaah, allerdings… es stimmt, dass Dumbledore wollte, dass Snape der wahre Herr seines Stabes wird“, stimmte Harry noch immer mit einem verschmitzten Lächeln beseelt, das dem Lord gar nicht zu behagen schien, zu.

„Ich habe ihn ermordet, ich habe ihn besiegt, der Elderstab, der Todesstab, der Zauberstab des Schicksals, ist wahrhaft mein!“, triumphierte der Lord.

„Ja, naja, also ich weiß schon länger, dass du dieses eine Heiligtum erobert hast und ja, du hast recht, Tom, du hältst den Stab in deinen Händen. Aber bevor du versuchst, mich zu töten, würde ich dir raten, darüber nachzudenken, was du getan hast… denk nach und versuch, ein wenig zu bereuen, Tom!“

„Was soll das heißen?“, zeigte sich der Lord verächtlich. „Willst du auf den neuen Dumbledore machen und dich in zwiespältigen Anspielungen ergehen, die kein Mensch versteht? Er wurde dadurch nie interessant. Für mich war er damit eher immer ein Ärgernis, da banal und langweilig!“

„Komm!“, wisperte Ron plötzlich entschlossen und sprang einen Ruck vorwärts und zog mich mit sich mit durchs blaue Feuer.

„NEIN!“, „Seid ihr irre!“, ertönten Rufe, da die blauen Flammen nun an mir und Ron hochleckten, aber uns, oh Wunder, nichts taten. Sie erkannten uns und dass wir auf Harrys Seite standen und dieser Fakt trat nun wirklich für jeden offen zu Tage, was bei Ron irgendwie normal, aber bei mir durchaus ein Schock für den ein oder anderen sein konnte.

„Wo der Lord recht hat, hat er recht!“, murrte ich daher finster zum Lord und errang in der vollkommen stillen Halle die Aufmerksamkeit aller, auch die der beiden Duellanten. Schlussendlich hatte das Feuer bestätigt, was bisher vielen ungewiss gewesen war, ich war auf Harrys Seite und nur auf seiner, die Zweifel vieler dürften damit verflogen sein.

„Hermione, warum tut ihr das, ihr solltet auf der anderen Seite sein und noch etwas: hör auf, nur weil du nie mit Dumbledore zurechtgekommen bist. Er war eigen ja, aber langweilig…?“, fuhr mich Harry an, ohne sich zu mir umzudrehen.

„Bitte, ich habe immer gedacht, er quatscht sich eher tot, als dass er mal zum Schluss kommt. Ein gutes Beispiel, vorhin, als wir ihm auf der anderen Seite begegnet sind, absolutes Blabla… wie schade, dass ich ihn nicht dort auch nochmal umbringen konnte, und diesmal langsam… er hätte es verdient!“, winkte ich wirklich bedauernd ab, denn Dumbledore verabscheute ich auch in seinem Tod nicht weniger.

„Du bist ein rachsüchtiges Biest!“, perlte ein unpassend überdrehtes Lachen aus Harry, was für viele verstörte Blicke sorgte.

Ein paar Eingeweihte lachten durchaus über den Spruch, weswegen ich ein wenig schwermütig die Lippen zusammenpresste. Erstens, weil das nicht lustig war und zweitens, weil es mich schmerzhaft an Severus erinnerte, dabei bemerkte ich sehr wohl aus den Augenwinkeln, wie Lucius einen auf Albus machte und so dämlich klatschte wie dieser damals beim Trimagischen Turnier in meinem vierten Jahr. Er tippte mit vier Fingern gegen seinen oberen Handrücken, sehr distinguiert und sehr affektiert, was mich reizte, Lucius die Zunge rauszustrecken, denn so dämlich klatschte er sonst nicht. Er wollte unterstreichen, wie versnobt er war, als man mich als Biest bezeichnete.

Der Elderstab in der Hand des Lords zitterte, bei der in seinen Augen völlig unangebrachten Belustigung. Mein ganzer Körper spannte sich an und ich starrte mit festem Blick auf die beiden Kontrahenten. Letztendlich wusste ich nur zu genau, was passierte, wenn der labile Lord die Kontrolle verlor. Mein Atem ging flach und schnell, bereit, jederzeit irgendwie zu reagieren.

Hermiones Sicht Ende

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BeitragThema: 666 III:   666 I EmptyFr Apr 03, 2020 2:05 am

Lucius’ Sicht

„Seit wann lässt sich mein Mudblood das Wort von Potter verbieten?“, lag gehässige Bosheit in den Worten des Lords.

Indes rührte meine reglose Verlobte nicht einmal einen Muskel und ich holte tief und mit Bedacht Luft, um mich selbst zur Räson zu rufen. Es lag gerade nicht an mir, mich einzumischen.

„Lass die Inferi los!“, befahl der Lord mit einem Mal ungeduldig und schroff und die Kälte, die er bei dem Befehl ausstrahlte, war mit Händen zu greifen.

Ich echauffierte mich innerlich aufgrund seiner Dreistigkeit, sie vor allen Zuschauern als sein Mudblood zu betiteln. Was bildete sich dieser überbewertete Kretin überhaupt ein? Bisher lief sein Feldzug zur Machterlangung alles andere als optimal und langsam, aber sicher wurde es Zeit, ihm vor Augen zu führen, dass es ein Fehler war, uns zu unterschätzen.

„Euer? Ich war nie Euer!“, spuckte ihm in dem Moment das Biest mit erstaunlich leiser, gefasster und sehr ruhiger Stimme vor die Füße.

„Harry würde mir nie etwas verbieten. Ihm gehört meine Loyalität. Wir gehören zusammen, wir kämpfen zusammen!“, räumte sie mit einem Mal immer hitziger werdend ein und aufgrund der lastenden Stille in der Halle, trotz der großen Menge, die sich hier zusammendrängte, verstand man alles, was sie dort hinter den blauen Flammen von sich gab glasklar und in aller Deutlichkeit.

„Du wagst es und hintergehst mich…“, lag mörderische Wut in den rot-lodernden Augen des Lords.

„Hahaha, wäre es nicht so frech, könnte ich darüber lachen!“, versuchte er, seinen Zorn zu überspielen, bis überraschenderweise ich über die Flammen hinweg im Visier dieses stechend glühenden Augenpaars lag.

„Lucius…“, kam es schneidend und er legte sein kahles, weißes Haupt kalkulierend schief.

„Was ist mit dir, meine Rechte Hand…“, meinte er mit einem Mal unsicher und schmeichelnd, während jeder Blick zu mir huschte, als ich betont lässig einen Schritt vortrat und eine weiße Augenbraue maliziös anhob.

„My Lord ist Euch gar nicht aufgefallen, dass kein einziger Werwolf anwesend ist? Oder ein Vampir… oder eine Veela?“, fragte ich aufreizend langsam in meiner Distinguiertheit. „Oder ein Inferi?“

Während ich mit Süffisanz all jene Gruppierungen aufzählte, die es nach unserer Intervention vorzogen, der Schlacht fernzubleiben, legte ich unsere infame Hinterhältigkeit offen. Woraufhin ich affektiert die Schultern hochzog, da mir der Genuss zuteilwurde, zu verfolgen, wie dem Lord die scharfen Gesichtszüge entglitten und ihm sich vergegenwärtigte, dass er mit dem Angriff auf Severus jedwede Unterstützung meinerseits absolut verspielt hatte.

„Ich werde dich zermahlen und meine Rache wird furchtbar sein!“, drohte der wankende Lord, der sichtbar getroffen wirkte und ich schenkte ihm ein humorloses Lächeln.

„Du lässt dich von dem kleinen Mudblood vorführen und akzeptierst, dass sie Potter dir vorzieht!“, entfuhr es ihm drohend leise.

„Unfug!“, rief Hermione erregt und funkelte den Lord mit gelebter Verachtung an.

„Harry gehört zu mir, als mein Bruder!“, gab sie wütend von sich. „Und er war lange vor allen anderen da!“

Woraufhin ich laissez faire mit meiner behandschuhten Hand abwinkte, um zu untermalen, wie unsinnig ich diese eherne Anschuldigung überhaupt fand. Als wäre Potter für mich nichts weiter als ein nötiges Übel an ihrer Seite, das es hinzunehmen und zu übersehen galt.

„Was für ein Malheur, Ihr habt unsere Loyalitäten vor langer Zeit verspielt, Riddle!“, gab ich finster zurück und blickte nicht zu ihm, dem Dark Lord, sondern sah sie an, das Biest.

Ich verfolgte, wie sie ihre Augen weit aufriss, als ich es laut aussprach, es offen verkündete und Kund tat, nicht länger die Rechte Hand an der Seite Lord Voldemorts zu sein!

Dies war genau der rechte Zeitpunkt, auf den ich bisher gewartet hatte. Donnernd stieß ich bei diesen schicksalhaften Worten meinen Gehstock hinab, knallte ihn hart auf den Boden und schon schoss ein sehr spitzer Holz-Dorn aus dem Zentrum des Schlangenkopfes hervor.

Ich zögerte keine Sekunde, als ich meine Hand darauf selbst pfählte. Ihr Ausdruck war Gold wert und sie wirkte sprachlos. Mit Sicherheit fragte sie sich, was zur Hölle ich da genau tat und ich konnte mir denken, dass sie einen Teil verstand.

Ich besiegelte mit meinem Blut den Schwur!

Es passierte so viel mehr, als dass sich ein Dorn nur durch meine Handfläche bohrte, ich erfüllte das Jahrhunderte alte magische Artefakt wieder mit Leben und das mit meinem Blut. Sofort leckte der Schmerz unerwartet heftig meinen ganzen Arm hoch, vereinnahmte mit einem Mal meinen ganzen Körper. Mir kam es so vor, als stünde ich lichterloh in Flammen. Kochend loderte das brodelnde Blut in meinen Adern, das wie flüssige Säure hindurchfloss. Schließlich brüllte ich los, begleitet von laut explodierendem, berstendem Glas. Die Menge duckte sich, als schwarze Flammen aus dem Boden schossen und an den Wänden der Großen Halle empor leckten und Ruß hinterließen.

Der Lord schrie ebenfalls überrascht auf, zielte mit seinem Zauberstab, war aber nicht in der Lage, durch die hochlodernden blauen Flammen und den Rauch zu sehen, um einen Fluch abzuschießen.

„Knights of Walpurgis… zu mir!“, rief ich mit einem Mal mit einer viel tieferen Stimme als sonst und riss mich arg zusammen.

Nachdem ich wieder durch den Schleier des Schmerzes, der bisher meine Sicht getrübt hatte, sehen konnte, blickte ich ihr, nur ihr, unverwandt in die Augen. Urplötzlich sprintete eine geballte Masse an Männern und einer Frau auf mich zu. Sie reagierten auf das vereinbarte Signal hin, das ich mit ihnen abgesprochen und auf das alle nur gewartet hatten.

Ich war nicht untätig gewesen, weder im Wald noch während der Schlacht hier in Hogwarts und hatte viele von meiner Idee überzeugen und auf meine Seite bringen können. Diese Masse an Überzeugten klammerte sich jetzt mit einer gewissen Unsicherheit an meinen Gehstock und aneinander und ich hielt weiterhin nur den Blickkontakt zu ihr und ich formte mit meinen Lippen „C’est la vie“ zu ihr hin und einen Wimpernschlag später war dort, wo wir gestanden hatten, nichts als Leere.

Die Reise begann und der zu enge Schlauch des Portschlüssels spuckte uns übergangslos aus. Der ein oder andere meiner Mitreisenden legte eine unschöne Landung hin, während ich geschickt auf den Füßen bleiben konnte und mich elegant von dem zu einem Knäuel geformten Haufen entfernen konnte.

Ich sah mich mit einem distinguierten Lächeln um, während der Dorn wieder sachte zurück glitt, ganz langsam hinaus aus meinem Fleisch. Ich zischte aufgrund des Brennens und besah mir den blutgetränkten silbrigen Schlangenkopf und war mit der Entscheidung, die ich getroffen hatte, zufrieden.

„Lucius“, sprach mich Rodolphus in der Sekunde sachte von hinten an.

Ich wandte mich ihm betont bedacht zu, um ihn zu mustern, während der Wind an meinem langen Haar und meinem schwarzen Mantel zog und zerrte. Ich wartete, sagte aber nichts, sodass er sich überwinden musste, weitere Worte zu finden, während ich mir weiterhin die langen Haare im windumtosten Innenhof verwehen ließ und mich zu überzeugen versuchte, dass dies der rechte Zeitpunkt gewesen war, um mit einem dramatischen Abgang zu verschwinden.

„Das Dark Manor?“, fragte Rodolphus unsicher und deutete um sich. „Ist das dein Ernst?“, verschaffte mir seine Empörung ein wenig Erleichterung und ich lächelte mit einem Mal distinguiert.

„Warum nicht?“, fragte ich mit sachter Überheblichkeit und zog die Schultern hoch.

Natürlich war es gewagt, die Residenz des Lords jetzt schon zu besetzen und ihm auch diesen Rückzugsort zu nehmen. Aber ich war der Überzeugung, dass die letzte Stunde des Lords geschlagen hatte und niemand würde mehr hierher finden, wenn der Lord schon Geschichte sein würde, weshalb ich frühzeitig hatte aufbrechen wollen. Es kam in meinen Augen nicht in Frage, diesen zu besonderen Ort zu verlieren, um ihn in Vergessenheit geraten zu lassen.

Das hier hatte Potential!

„Wenn er hierher zurückkommt?“, merkte Parkinson sichtbar angespannt an und sah sich unsicher um, da er noch nie hier gewesen war, wie so einige der Personen, die ich mit mir hierher genommen hatte. Gerade wirkten er und die anderen alles andere als überzeugt von ihrer neuen Umgebung.

„Das wird nicht passieren!“, gab ich betont autoritär zurück.

„Dieser Ort ist wie gemacht für uns. Schafft die Schlangen weg und macht es hübsch. Es hat alles, was es für ein Versteck benötigt. Nicht alles was der Lord auf die Beine gestellt hat war schlecht und seine erlesenen und mannigfaltigen Sammlungen in diesem Anwesen waren schon immer umfassend und viel zu wertvoll, um verloren zu gehen“, wandte ich wohl überlegt ein.

Ich ließ meinen Blick über die eigenwillige Gruppe schweifen, die sich mir aus dem Mut der Verzweiflung heraus angeschlossen hatten. Wir brauchten einen sicheren Rückzugsort, denn nur weil der Lord verschwinden würde, würde nicht alles gut werden. Das hier war kein Märchen, sondern die Realität, mit all ihrer unschönen Unvollkommenheit. Wer sich anderes erhoffte und auf sofortige Befriedung setzte, würde eine böse Überraschung erleben und ich war niemand, der irgendetwas außer Acht ließ. Selbst nach dem Lord würde die magische Welt nicht sofort standhaft genug sein, um sich von jetzt auf gleich von all dem zu erholen. Es stand beispielsweise zur Debatte, wie sich das Ministerium formieren würde. Dies war ein so gewichtiger Schritt, dass ich wohlweißlich Sicherheitsvorkehrungen traf, weshalb ich den Plan der Familie weiterhin mit Allgewalt verfolgte und durchsetzte.

„Was ist mit dem Schutz?“, wandte Theodore Nott junior mit sich überschlagender Stimme ein und biss sich verunsichert auf die Lippen.

Seine Jugend stand ihm so deutlich ins verdreckte und von der Schlacht gezeichnete Gesicht geschrieben. Er war als Erbe der Nott-Familie mitgekommen und war sich seiner Verantwortung bewusst. Er hatte es gewagt, sich mir anzuschließen, um den Platz seines toten Vaters einzunehmen. An sich ebenso überraschend wie der junge Flint, der mitgekommen war. Es war unerwartet, da beide eigentlich zu meinem Sohn gehörten, aber eine Bestätigung für mich, dass meine Argumente durchaus nicht von der Hand zu weisen waren. Sie hatten erkannt, dass ihr Platz hier bei mir und den Rittern war und nicht bei meinem Sohn in Irland. Die Fronten würden sich weiterhin verschieben.

„Warum musste ich nochmal mitkommen?“, fragte der junge McMillan unbedarft ebenfalls aufgrund seiner zu jungen Jahre und ich verfolgte, wie ihm Flint eilig eine Hand auf die Schulter legte, was ihn verstummen ließ.

„Sobald der Lord fällt, werden seine Zauber erlöschen… und wir sind bereit, diesen Ort zu übernehmen und zu schützen“, erläuterte ich meine Pläne.

„Du gehst davon aus, dass sie es tatsächlich schaffen werden, dieses Monster zu vernichten, Malfoy?“, fasste die alte Mrs. Longbottom in recht einfacher Sprache zusammen und musterte mich mit stechend scharfem Blick.

Indes wollte ich ihr die unpassende Vertraulichkeit, indem sie mich duzte, nachsehen. Die alte Dame, die ihren wackeren Enkelsohn Neville an seiner statt hier vertrat, solange bis er seinen Platz hier einnehmen würde, hatte sich im Laufe der Schlacht meinen aufrichtigen Respekt erworben und ich neigte ihr höflich mein Haupt zu. Ja, ich hatte Vertrauen in das Trio und damit wohl auch in Potter, auf dass er endlich sein Schicksal erfüllen und den Lord von dieser Erde tilgen möge.

„Dass der Lord verschwindet?“, fasste ich ihre Frage daher konkreter zusammen. „Ja, sie werden es schaffen, aber es ist an mir… an uns, weiter zu denken, an die Zukunft und ja, wir werden vorsichtig sein müssen, weiterhin! Macht euch alle daran, starke Banne zu weben und Flüche zu legen, um diesen Ort für uns sicher zu machen. Fawley ist darin ein Meister“, bot ich der Menge den Mann an und deutete auf ihn, der zuvorkommend nickte.

„Sind wir jetzt auf der Flucht?“, wollte Percy Weasley mit unstetem Blick erfahren und das Unwohlsein bei dieser Aussicht zeichnete sich auf seinem rechtschaffenen Gesicht ab, während er sich unsicher in der für ihn neuen Umgebung umsah. Bill Weasley, als Ältester der Familie, hatte abgelehnt, mit mir zu kommen. Weil das Schicksal seiner Mutter unsicher war, wollte er seine Familie nicht allein lassen. Jedoch war er nicht abgeneigt gewesen und da der zweitälteste Sohn ein Vampir war, war der Ministeriumsstreber Percy hier solange eingesprungen, bis der älteste Sohn den Platz einnehmen würde, wenn sich die Wogen geglättet hätten.

„Ich werde dafür sorgen, dass die Knights sich nicht lange verstecken müssen!“, versprach ich honorig und mit viel Überzeugung.

Währenddessen überblickte ich die Masse der Sacred Twenty-Eight, die noch nicht ganz, aber nahezu vollzählig war. Ja, wir waren nahe dran, alle unter uns zu vereinen und dafür Sorge zu tragen, dass unsere Wert- und Moralvorstellungen für die magische Gesellschaft nicht gänzlich verschwinden würden. Als ich aktiv die Familienmitglieder der Sacred Twenty-Eight angesprochen hatte, war ich umsichtig vorgegangen, hatte mich aber auch keinen Illusionen hingegeben, wem diese Menschen jeweils loyal waren.

„Und wie?“, wandte Horace Slughorn wenig überzeugt ein und ich lächelte überlegen.

„Potter wird sich darum kümmern“, meinte ich nachsichtig zu der beinah 15-köpfigen Gruppe, bestehend aus Bulstrode, Carrow, Fawley, Flint, Lestrange, Macmillan, Nott, Parkinson, Rosier, Selwyn, Shafiq, Slughorn, Travers, Longbottom und Weasley, denen die zwiespältige Erleichterung, aus Hogwarts verschwunden zu sein, und der Wunsch, doch alles live mitzuerleben, anzusehen war. Es war interessant gewesen, zu erleben, dass einige Familienmitglieder, einiger extrem treuer DeathEater nur zu gerne bereit waren, genau die andere Seite zu wählen und sich mir und damit den Knights anzuschließen. Wobei diese Gruppe unvollständig war, denn ich zählte die Malfoys, Greengrasses und Potters gar nicht mit, oder Abbott, die es vorgezogen hatte, an der Seite ihres Freundes Longbottom zu verharren und die sich ebenfalls von Longbottoms Oma vertreten ließ. Ein paar wenige zu uns gehörige fehlten noch, aber auch dieser verschwindend geringe Rest würde sich uns früher oder später anschließen. Ich wollte von jeder Familie ein Mitglied in unseren Reihen.

„Bist du dir sicher, dass sich Potter um uns kümmert?“, wollte Rodolphus vertraulich erfahren und Zweifel lag in seinen dunklen Augen. Seine Angst und Sorge, wieder nach Askaban zu müssen, war beinah mit Händen greifbar.

„Ja, ich habe Potter gedeckt und du auch…“, ließ ich alle an einem Fakt teilhaben, der mir ein distinguiertes Lächeln entlockte.

„Du meinst das im Wald?“, wisperte Rodolphus erstickt und ich nickte zuvorkommend.

„Ja, ich war ganz selbstlos. Potter vergisst dergleichen nicht… und er wird erfahren, dass du ebenfalls geschwiegen hast…“, gab ich maliziös von mir.

„Wollen wir es hoffen!“, raunte Rodolphus gefangen zwischen hoffen und bangen.

„Habt Vertrauen in meine Weitsicht!“, verkündete ich der Gruppe, die sichtbar verloren in dem windumtosten Innenhof herumstand.

„Oh, Malfoy. Sie hatten schon immer den richtigen Riecher, wenn es darum ging, rechtzeitig die Kurve zu kratzen und abzuhauen!“, kam es reichlich zynisch von Rosier und ich schenkte ihm nur ein honoriges Schmunzeln.

„Aber was ist mit dem Mudblood?“, kam es recht abwertend von Bulstrode und schon landete ein spitzer Ellenbogen in seinem Magen und ich schmunzelte über Mrs. Longbottoms Aktion.

„Ja, genau, was ist mit denen? Auch dein Sohn, Greengrass und halt eben SIE sind nicht mitgekommen!“, zählte Fawley neugierig weiter auf und ich neigte minimal spöttisch mein Haupt.

„So sah der Plan auch nicht aus…“, weihte ich die beinah vollzählige und so elitäre Gruppe ein.

„Du vertraust ihnen, du vertraust auf sie? Nur darauf… auf Vertrauen?“, fragte Rodolphus mit einem schiefen Grinsen und ja, ich wusste, Hermione brauchte mich nicht, nicht für diesen letzten Schlag gegen den Lord.

Vertrauen!

Vertrauen in sie war das Zauberwort für mich und ich war bereit, es ihr zu gewähren. Endgültig und für immer und so erwiderte ich im Brustton der Überzeugung: „Absolut!“

Lucius Sicht Ende

Hermiones Sicht

„Betrug und Lug, die ganze Zeit, my Lord!“, fand ich erstaunlich schnell wieder zu mir und sprach das Offensichtliche mit gespielter Leichtigkeit aus.

Tja, Lucius und eine beachtliche Menge an Leuten hatten den Lord, hatten das sinkende Schiff verlassen, sehr aussagekräftig, irgendwie. Der Abgang war derart aufsehenerregend und ostentativ gewesen und so völlig überraschend gekommen, auch für mich, dass es ein mehr als eindeutiges Statement war. Jetzt war der Moment gekommen, die Masken gänzlich fallen zu lassen, während alles und jeder auf die leere Stelle starrte. Eines wusste ich auch, Lucius‘ Gehstock war gewöhnlich kein Portschlüssel.

Lucius, seine Rechte Hand, hatte ihn gerade vor aller Augen eindrucksvoll, um nicht zu sagen filmreif, einer Dramaqueen würdig, verlassen, autsch, das tat weh. Er hatte viele wichtige Leute des Lords mit sich genommen, außerdem war er gegangen, bevor das eigentliche Finale stattfand. Anscheinend vertraute er darauf, dass wir es wirklich schaffen würden, den Lord zu besiegen.

Lucius hatte versucht, mir etwas mit seinen Blicken zu sagen, nur verstanden hatte ich es nicht und zur Hölle: Wo war er mit all den Leuten hin?

Sein Schrei ging mir nicht aus dem Sinn: „Knights of Walpurgis… zu mir!“

Das erinnerte mich an ein lang zurückliegendes Gespräch mit Lucius, das ich mit ihm in seiner Bibliothek im Malfoy Manor über das Entstehen der DeathEater, den Begriff als solches und über diese Ritter geführt hatte.

Diese Aktion entsprang keiner Laune, das hatte er geplant, eindeutig. Zu meiner Verwunderung war er auch mit einigen von Dracos Leuten und sogar mit Nevilles Oma und Percy verschwunden. Irgendwie war das alles verwirrend. Aber in mir arbeitete es und wegen der Knights of Walpurgis und der Menschen, die mit ihm verschwunden waren, erinnerte ich mich an das Fest der Sacred Twenty-Eight im Ministerium.

Hatte Lucius wirklich schon hier die Weichen für die Zukunft nach dem Lord gelegt? Plante er so weit im Voraus?

Oder war es nicht völlig versnobt und viel zu voreilig?

Vielleicht versagten wir noch in letzter Minute. Ich dachte jedoch, zu verstehen, was mir Lucius‘ Blick zu bedeuten versucht hatte. Er ging, aber er vertraute mir und meinem Können, er vertraute Harry, Ron und mir. Ich brauchte ihn nicht, nicht zum Händchenhalten, oder als Beschützer und dieses gezeigte Vertrauen war etwas, was mich regelrecht in dieser Situation beflügelte.

Unterdessen versuchte ich, zu überspielen, wie sonderbar ich das alles fand, vor allem, da ich keinen Dunst von Lucius‘ Plänen hatte, aber ich wollte ihm denselben Dienst erweisen und auch ihm vertrauen. Vertrauen darauf, das Richtige zu tun.

„Les dés sont jetés“, verkündete Draco soeben sehr laut, sodass ihn auch der Lord verstand und wirkte ziemlich verächtlich, während er den Lord anstarrte und die Arme, die in einem mitgenommenen schwarzen Anzug steckten, demonstrativ vor der Brust verschränkte.

Sofort rumorte Ärger in mir, denn ich bemerkte sehr wohl, dass Draco alles andere als überrascht wirkte. Eher sah er ziemlich zufrieden aus. Er wusste anscheinend alles und ich nichts, wunderbar.

Verflucht, was plante Lucius?

Draco wollte anscheinend die französische Herkunft seiner Familie hervorkehren, nachdem ich die Worte „C’est la vie“ von Lucius‘ Lippen sehr wohl hatte lesen können, bevor er auf nimmer wiedersehen verschwunden war.

Nach den Blicken der Jungs und so einiger andere Zuschauer war klar, dass sie kein Wort Französisch konnten, während ich sehr wohl verstand, was Draco sagte: „Die Würfel sind gefallen“ Dies war dem Lord einen Wutschrei wert, der ihm gerade wie ein Geschoss entkam.

„Ich werde dich für deinen Verrat leiden lassen, Draco! Dich auch, Mudblood! Ich habe dich zu dem gemacht, was du bist!“, überschlug sich die empörte Stimme des Lords.

„Ich werde euch alle büßen lassen, gerade diese verräterischen Malfoys werden bezahlen und vom Angesicht dieser Erde getilgt werden!“, fauchte der Lord und seine Worte hallten von den zerstörten Wänden wider.

„Spiel dich nicht so auf!“, brüllte Ron jähzornig. „Du wirst gar nichts mehr tun, denn es gibt keine Horkruxe mehr. Ich habe das Medaillon zerstört, ja, da schaust du Schlangenfratze blöd, aber das war ich! Ich, ein Weasley!“, brüstete sich Ron mit beeindruckender Zornesröte, während er das Schreckgespenst unserer Kindheit in Grund und Boden schrie. „Und sie, Hermione, vernichtete den Kelch!“, versagte Ron die Stimme und ich trat vor.

„Severus hat Harrys Seelensplitter auf der anderen Seite des Seins vernichtet!“, offenbarte ich genüsslich, um ihm auf jeden Fall zu verdeutlichen, dass es ihm wahrlich keinen Vorteil gebracht hatte, seine Linke Hand zu ermorden.

Außer dass er somit Severus die Möglichkeit gegeben hatte, auf der anderen Seite des Seins Rache zu üben, wegen diesem Verrat des Lords.

„Sieben! Du Flachpfeife, du hast sieben Horkruxe erschaffen und mit Naginis Ableben vorhin ist nichts mehr übrig!“, meinte Ron gehässig und fand zu einer beängstigenden Ruhe.

Keine Enthüllung und kein Spott hatten den Lord so heftig schockiert, wie diese Verkündung der absoluten Vernichtung seiner Seelensplitter durch uns drei.

Dem Trio!

Wir konnten verfolgen, wie sich seine Pupillen zu schmalen Schlitzen verengten, sahen die Haut um seine Augen weiß werden und wie seinen Körper ein unkontrolliertes Zittern durchlief.

„Spaß… beiseite!“, räumte Harry entschieden ein und tat das alles mit einer legeren Geste ab. „Sonst versteht Tom nicht, was so lustig ist“, grinste auch nun Harry ziemlich kalt. „Ja, Tom, ich bin der Master. Dieser Zauberstab arbeitet immer noch nicht richtig für dich, weil du den Falschen ermordet hast. Severus Snape war nie der wahre Herr über den Elderstab, es kam nie dazu. Er hat Dumbledore nie besiegt!“

„Er tötete…“

„Du hörst nicht zu, Tom!“, schnitt Harry ihm harsch das Wort ab.

„Snape hat Dumbledore nie geschlagen! Sie haben Dumbledores Tod untereinander vereinbart! Dumbledore hatte die Absicht, unbesiegt zu sterben, als der letzte wahre Herr über den Zauberstab! Wenn alles so gelaufen wäre wie geplant, wäre die Macht des Zauberstabs mit ihm untergegangen, weil er ihm nie abgerungen wurde!“

„Aber dann, Potter, hat Dumbledore mir den Zauberstab so gut wie geschenkt!“, frohlockte der Lord mit bebender Stimme vor boshaftem Vergnügen, gefolgt von einem hysterischen Kichern und ich rollte mit den Augen. Er verstand es einfach nicht, oder er wollte es einfach schlicht ignorieren.

„Ich habe den Zauberstab aus dem Grab seines letzten Herren gestohlen! Ich habe ihn gegen den Wunsch seines letzten Herren an mich genommen! Seine Macht gehört mir!“

Ich warf Draco einen unsäglich genervten Blick über die blauen Flammen hinweg zu und schüttelte den Kopf. Bekam der Lord überhaupt mit, wie schräg es klang, dass er es feierte, Leichenfledderei betrieben zu haben und stolz drauf zu sein, einen Toten beklaut zu haben? Draco war so freundlich, meinen Kontakt zu ihm zu verstehen und mit seinem Zeigefinger an seine eigene Stirn zu deuten, um zu zeigen, wie irr der Lord mittlerweile war. Es wäre komisch gewesen, wenn es nicht so brandgefährlich wäre.

„Du begreifst es immer noch nicht oder, Tom? Eine Frage, Hermione, wie hast du es ausgehalten, ihm zu dienen, ohne den Verstand zu verlieren? War er immer so schwer von Begriff?“, zuckten bei Harrys anmaßenden Worten die rotglühenden Augen verärgert zu mir und der Elderstab zitterte in der Hand des Lords.

Aber Harry sprach zu schnell weiter. „Tom, den Zauberstab zu besitzen genügt nicht! Ihn zu halten, ihn zu gebrauchen macht ihn nicht wirklich zu deinem Eigenen. Hast du Ollivander nicht zugehört? Der Zauberstab sucht sich den Zauberer… Der Elderstab erkannte einen neuen Herrn an, ehe Dumbledore starb, jemanden, der ihn nie auch nur berührt hatte. Der neue Herr nahm Dumbledore den Zauberstab gegen seinen Willen ab und tja, er hat es genossen, dass der gefährlichste Zauberstab der Welt sich ihm unterworfen hatte…“, meinte Harry ein wenig giftig und ich selbst knirschte mit den Zähnen, als ich nochmal Revue passieren ließ, wie schief damals alles gelaufen war.

Der Lord wirkte so, als ob er es tatsächlich mit der Angst zu tun zu bekam. Seine Brust hob und senkte sich rasch. Seine Haut wurde noch weißer und fahler als sie es vorher gewesen war und seine Augen verengen sich noch mehr zu misstrauischen Schlitzen.

„Und wer soll das gewesen sein?“, fragte er harsch und klang durchwegs ungläubig.

„Der wahre Herr über den Elderstab war Draco Malfoy!“

Blankes Entsetzen trat in das bleiche Gesicht des Lords und kurz brandete bei dieser Enthüllung leises Gemurmel auf und jeder suchte nach Dracos weißem Schopf, um ihn zu mustern, während er stoisch die Blicke erwiderte. Doch so schnell, wie die Unruhe aufgetreten war, verschwand beides auch schon wieder und zurück blieb nur gespannte Erwartung.

„Aber was spielt das für eine Rolle?“, fragte der Lord überheblich und behielt selbst Draco über die blauen Flammen hinweg im Blick.

Draco, der beinah zu gelassen und ruhig aufgrund dieser Offenbarung reagierte.

„Selbst wenn du Recht haben solltest, Potter, ändert sich nichts für dich und mich. Du hast den Phönixstab nicht mehr: In unserem Duell hier zählen also nur noch unsere Fähigkeiten… und wenn ich dich getötet habe, kümmere ich mich um Draco Malfoy!“

„Du bist zu spät. Du hast deine Chance verpasst. Ich war zuerst da. Ich habe Draco schon vor langer, langer Zeit überwältigt und glaub mir, Hermione hat ihm die Hölle heiß gemacht, weil er nicht hat widerstehen können und Dumbledore entwaffnet hat, obwohl alle wollten, dass ich Albus… naja, dass ich ihm den Zauberstab abnehme… Tja, aber ich habe Draco seinen Zauberstab abgenommen… damit habe ich ihn besiegt und bin der Herr des Elderstabes geworden!“, zuckte Harry beinah schon unbekümmert mit den Schultern.

„Also geht es nur noch um die eine Frage, oder?“, flüsterte Harry angespannt. „Weiß der Zauberstab in deiner Hand, dass sein letzter Herr entwaffnet worden ist? Denn wenn er es weiß… dann bin ich der wahre Herr des Elderstabes und nicht du!“

Alle Blicke der Halle hefteten sich jetzt wieder beinah magnetisch auf Harry und jeder hielt angespannt den Atem an, gefangen zwischen bangen und hoffen, während ich absolute Ruhe in mir fühlte, denn niemand wusste, was ich wusste: Er, Harry, war der Herr des Elderstabes und er war noch viel mehr. Als vereinigender Besitzer aller drei Heiligtümer, war er der Master of Death und mein Vertrauen in ihn war grenzenlos.

Der Lord atmete hektisch und aufgeregt. Innerlich war er schon bereit, den Todesfluch auf Harry abzufeuern, das sah ich ihm an. Mit einem Mal ergoss sich eine rotgoldene Glut über den verzauberten Himmel über uns allen, als der Rand der gleißenden Sonne am Sims des nächsten Fensters auftauchte. Das Licht traf die Gesichter der beiden Kontrahenten gleichzeitig und das vom Lord war mit einem Mal ein flammender Fleck. Genau in diesem pathetischen Moment, am 2. Mai des Jahres 1997, stieg die Sonne auf. Ihr Licht strahlte durch die zerstörten Fenster der Großen Halle und tauchte uns in ein orangenes Licht.

„Avada Kedavra!“, wisperte der Lord entschlossen.

„Expelliarmus!“, donnerte Harry nicht weniger entschieden.

Er war schlau, denn er erwiderte nicht Gleiches mit Gleichem, im Wissen, dass es fatal gewesen wäre, die gleiche Sprache wie der Lord zu sprechen. Harry blieb sich treu in dem Versuch, den Stab wählen zu lassen, denn noch immer war er opferbereit, darauf vorbereitet, wenn nötig wirklich und wahrhaftig für uns alle zu sterben.

Das Aufeinanderprallen der beiden Zauber war wie ein Kanonenschlag, der meinen Körper in Schwingungen versetzte. Goldene Flammen schlugen an der Stelle hervor, an der sich die beiden Zauber berührten. Harrys Zauber traf krachend auf den grünen Strahl des Lords.

„NEEIIN!“, schrillte ein empörter Schrei und eine unsichtbare Macht entriss dem Lord den Elderstab aus seinen langen, weißen Fingern.

Der Zauberstab schwirrte in die Höhe, quer durch den ganzen Raum, dunkel gegen den Sonnenaufgang und segelte vor der verzauberten Decke entlang. Kurz erinnerte es an Naginis abgeschlagenen Kopf, wie der Elderstab durch die Luft auf dem Weg zu seinem wahren Herrn wirbelte, der endlich gekommen war, um seinen Besitz in Empfang zu nehmen. Harry hob schon beinahe lässig seine andere Hand und fing den Stab mit der unfehlbaren Sicherheit des Suchers aus der Luft auf und vereinte damit alle Macht durch den absoluten Besitz jedes magischen Artefakts in sich und zögerte dann keine Sekunde.

„Avada Kedavra!“, stieß er heiser, aber nicht zögernd aus und der Fluch, dessen gezackte Handführung an die Blitznarbe an Harrys Stirn erinnerte, sauste im giftigen gezackten Grün zurück zum Lord.

Er schlug ein und der Dark Lord fiel mit ausgebreiteten Armen und vor Schreck geweiteten Augen, deren schlitzartige Pupillen sich nach oben drehten, um. Sein Gesichtsausdruck zeigte absolutes Unverständnis über sein für ihn unerklärliches Scheitern. Der Lord schlug mit banaler Endgültigkeit auf dem staubigen Boden der Großen Halle auf. Er landete mit schwachem, zusammengeschrumpftem Körper, leeren, weißen Händen, das schlangenartige Gesicht ausdrucks- und verständnislos.

Tot.

Lord Voldemort war tot!

Getötet von seinem selbst erwählten Gegner. Harry stand da mit zwei Zauberstäben in den Händen und starrte hinunter auf die Hülle seines toten Feindes. Einen zittrigen Moment lang lag der Schock über diesen historischen Moment noch im Raum, es herrschte lange, atemlose Stille. Der Schrecken des Augenblicks blieb noch in der Schwebe und dann brach der tosende Jubel los. Erleichterte Schreie und das losgelöste Gebrüll der erleichterten Zuschauer gellte durch die geschwängerte Luft.

„YEAH!“, „FREI!“, „Ich glaub es nicht!“, erhoben sich die ersten Stimmen. „Ist der wirklich tot?“, „Das war’s?“

Unruhe brach aus, als alles und jeder vor gelebter Anspannung vibrierte. Anhaltender Jubel und aufgeregte Schreie hingen in der Luft und über all dem stieg die goldene Sonne des neuen Morgens auf und ließ alles in ihrem Lichte erstrahlen. Niemand wagte es, sich Harry und dem am Boden liegenden Lord zu nähern, Harry zu umarmen, ihn zu berühren und ihm die Hand zu reichen, während sich langsam das blaue Feuer zu senken begann und Harrys Fluch verglühte. Sofort nach dem Erlöschen des Feuers wogte die Menge heran, die letzte Bastion war gefallen. Harry driftete umgehend von uns weg, er entfernte sich von uns, da ihn die Masse gefangen nahm und er von jedem in der Halle umringt und glücklich umarmt wurde. Jeder war dankbar und glücklich, dass Harry Potter, der Junge, der überlebte, den Dark Lord, den Schrecken der Zaubererwelt von uns genommen hatte. Während Harry von einer Menschentraube umgeben wurde, wurde es um uns herum leer. Alle wollten Harry, ihrem Anführer, ihrem Retter und Lotsen, ihrer Symbolfigur nah sein. Ihn packen, ihn ziehen, ihn berühren, jeder versuchte, einen Teil des Helden zu fassen zu bekommen, der es geschafft hatte, sie vor der Tyrannei des Lords zu bewahren. Hunderte drängten herbei, wollten teilhaben an dem Jungen, der wiederholt überlebt hatte.

Die Sonne ging stetig über Hogwarts auf, und die Große Halle glühte vor Leben, Erleichterung und Licht und Neuanfang. Wobei sich um uns herum jegliche Art von Gefühl ballte; Jubel und Trauer, Kummer und Triumph, Verlust und Gewinn, aber auch Angst, Hoffnung und Unsicherheit vor dem Kommenden.

Er sprach zu den Trauernden, denen die zusammenbrachen und drückte ihre Hände, ihre Tränen bezeugten ihren Dank.

Wir hörten die hektischen Neuigkeiten, die nun, da der Morgen verging, aus allen Richtungen zu uns drangen, wonach diejenigen, die im ganzen Land unter dem Imperius Fluch gestanden hatten, wieder zu sich gekommen waren, wonach DeathEater in alle Himmelsrichtungen flohen, oder gefangen genommen wurden und wonach die Unschuldigen in Askaban gerade in dem Moment freigelassen wurden.

„Geschafft“, seufzte Ron fassungslos über das abrupte Ende, das dann doch irgendwie unspektakulär gelaufen war und schaute mit einem ungläubigen Lächeln auf die große Menschenmenge, während es mich genau in die andere Richtung trieb.

„Kannst du es glauben? Wir haben es geschafft“, mischten sich seine Freudentränen über Verlust und Gewinn gleichermaßen, während er meine Zustimmung suchte.

Jedoch konnte ich mich nicht freuen. Es führte mich weiter weg, weg von den Feiernden und dem Leben, hin zum Tod. Ich starrte fasziniert auf die Leiche des Lords, auf die Hülle unseres toten Feindes.

Das war’s?

Das sollte es gewesen sein, so mir nichts, dir nichts?

Ich bezweifelte es, denn alles was zu leicht ging, hatte für mich keinen Wert und mich beschlich die Sorge, dass nichts so einfach sein konnte, denn alles hatte in diesem Leben seinen Preis.

Ich misstraute dem zutiefst!

Einige der Verletzten, die gespannt alles mitverfolgt hatten, versuchten, sich aufzurichten und ebenfalls zu Harry hinüber zu gelangen, um ihn zu beglückwünschen, aber jeder schlug einen großen Bogen um den Lord und damit auch um mich, da ich ihm jetzt ganz nah war. Als ich übergangslos neben ihm auf die Knie ging, huschten meine Finger wie von selbst in meinen Nacken. Ich strich vorsichtig über die gezeichnete Haut, aber es regte sich nicht mehr, nein.

Ja, es war noch da, das Dark Mark. Aber zum ersten Mal, seitdem es mich wie ein Vieh brandmarkte, blieb es still und leblos. Vorher war es mir nie völlig klar gewesen, aber es hatte gelebt und sich bewegt und gerade zum Ende hin hatte es den Missmut des Lords als bestätigende Pein übertragen. Jetzt war es verstummt und schwieg, da war jetzt nichts mehr und so huschte meine andere Hand ohne nachzudenken zu einer Hand des Lords und nach einem Moment des Zögerns packte ich zu und hielt die schon erkaltende Hand fest umschlossen.

„Was tut sie da?“, piepste Dennis Creevey zu hoch für meinen Geschmack und schon spürte ich Dracos Hände auf meiner Schulter.

„Geht es dir nicht gut?“, fragte er besorgt und neigte sich zu mir.

Ich wandte mich jedoch nicht zu ihm um, denn unversehens kämpfte ich mit den Tränen, die ich niemandem und ganz gewiss nicht der Masse, die uns umgab, zeigen wollte.

„Schönste!“, „Was hast du?“, waren mit einem Schlag auch Harry und Ron wieder bei mir und mir war widerwillig bewusst, dass sich der Jubel und die Freude mit einem Schlag gelegt hatten und das nur, weil ich eine Show an der Leiche des Lords abzog, aber nicht dagegen ankam.

„Trauert sie?“, fragte irgendwer völlig empört und ich zog die Nase hoch und versuchte, Dracos Hände von mir abzuschütteln, da ich es gerade nicht ertragen konnte, berührt zu werden. Und ich ärgerte mich, denn offenbar hatte dieser Schwachmat schon wieder vergessen, dass ich vor nicht allzu langer Zeit problemlos durch das blaue Feuer hatte gelangen können. Ständig gab es Moralapostel. „Sie fasst ihn an!“, „Das ist voll eklig!“, „Sie hält ihn an den Händen fest, ist das nicht morbid?“, „Spinnt… die?“, kochte die Stimmung hoch, da anscheinend niemand meine Beweggründe verstand und niemand erkennen konnte, weshalb ich keine Scheu vor dem toten Lord verspürte, aber da war nichts, keine Ressentiments, die mich zurückhielten.

„Das geht so nicht!“, wisperte ich leise immer wieder wie ein Mantra vor mich hin und schon bemerkte ich, wie jemand neben mir zu Boden ging. Es war Harry, der mir ganz nah kam.

Gänzlich unbewusst ritzte ich meine Hand, die sich von meinem Nacken löste, mit einem gewisperten Schnittfluch an und dann perlten dunkelrote Blutstropfen von meiner Hand, auf die totenbleiche Haut des Lords. Mein Blut auf der weißgrauen Haut des toten Lords. Mich nahm dieser Anblick gefangen. Ich fühlte mich wohl mit dem Gedanken, dass mein Blut seine Haut benetzte, während ich weiterhin seine Hand fest umschlossen hielt.

„Was hast du? Was haben wir vergessen?“, wollte Harry besorgt wissen.

Ich reagierte aber nicht, zu gefangen war ich in meinen Überlegungen und in dem Gefühl, noch nicht alles bedacht zu haben, während Harry und all die anderen mit Horror auf das rote Blut auf aschgrauer Haut starrten. Aber ich konnte nicht antworten, in mir überschlug sich alles, meine Gedanken rasten.

Was sollte mit der Leiche passieren?

Sollte sie in einem Sarg beerdigt werden? War diese Hülle wirklich leer und keine Gefahr mehr? War sein Geist, seine Seele wirklich ganz weg? Verschwunden von dieser Welt? In ein Reich, aus dem es keine Wiederkehr mehr gab?

Ich zweifelte, denn ich war mir überhaupt nicht mehr sicher und blickte nun mit einem Mal leicht panisch in Harrys grün stechenden Blick.

„Ahhh…“, entwich es mir mit einem Schlag.

Ein Ruck ging durch meinen ganzen Körper, als hätte man mich geboxt. Übergangslos war da ein Druck hinter meinen Augen und Tränen stiegen in mir hoch und ließen sich nicht zurückhalten. Die Atmosphäre veränderte sich für mich mit einem atemlosen Schlag und ich nahm vieles durch unzählige Augen wahr und sah, was sie sahen. Ich fühlte sie allesamt und auf einmal setzte ein völlig entsetztes Kreischen aus dem Innenhof ein, das sich zu einem unglaublich panischen Crescendo steigerte.

„Hilfeee!“, „Hilfe… Helft mir!“, „Lauft!“, „Rette sich wer kann!“, sorgten die ängstlichen Schreie am Eingang der Großen Halle für ein riesiges Chaos und die Menge wogte, plötzlich wieder von Angst beseelt, hin und her.

„Was geht hier vor?“, erhob McGonagall scharf ihre Stimme und hob ihren Zauberstab, bereit, weiter zu kämpfen.

„Verfluchte Scheiße, was wird das?“, meinte Ron jetzt mürrisch und wirkte alles andere als Willens, nochmal zu kämpfen.

„Ohhh, mein Merlin, Zombies! Unglaublich viele Tote!“, kreischte Dean mit sich überschlagender Stimme. „Was für ein gruseliger Anblick!“ Er sprintete im Schweinsgalopp von draußen herein und wirkte trotz seiner dunklen Haut kalkweiß.

Zombies? Ein gruseliger Anblick, wohl wahr.

„Sei ruhig, Thomas, das wissen wir, die Schlacht hat unglaublich viele Tote gefordert...“, warf Draco verächtlich ein und musterte das Nervenbündel vor uns mit unverhohlener Verachtung.

„Nicht doch!“, meinte Dean und wurde unterbrochen.

„Nicht die Toten, die rumliegen! Sondern Zombies! Sich bewegende Skelette, unheimliche Dinger klettern direkt aus dem See die Felswand hoch! Sie sind überall!“, kreischte Pansy völlig aufgelöst und wirkte, als stünde sie kurz vor einer Ohnmacht. Für viele war die Vorstellung, dass es doch noch nicht vorbei sein könnte, schlicht und einfach zu viel.

„Es sind total viele!“, rief jetzt Seamus, der ebenfalls von Draußen hinterherkam. „Und es werden immer mehr…!“, „Voll unheimlich!“, „Da, sie kommen!“, brüllten jetzt viele einstimmig und deuteten wild um sich, denn noch war für die Masse nichts zu sehen. Noch befanden sich die Eindringlinge, von denen die anderen sprachen, draußen.

„Wahhh!“, passierte gerade in meinen Augen etwas Unglaubliches, denn McGonagall kreischte mit einem Mal wie ein kleines Mädchen los, begleitet von hundertfachen schrillen Rufen.

Skeletthafte Silhouetten zeichneten sich an den kaputten Fenstern ab und die Schatten stachen morbid vor der Sonne hervor und offenbarten das ganze Grauen, das heraufzog, um in die vermeintliche Sicherheit Hogwarts einzudringen.

Dies war der Moment ihres spektakulären Auftritts; meine Kinder kamen!

Zu Beginn waren es schlurfende, ziehende Geräusche und ein leises Plätschern, das von ihnen erzeugt wurde, während sie beständig näherkamen. Dieses grausige Bild, ließ selbst Draco keuchen, als die Masse meiner Meute übergangslos, nun wie losgelöst, von überall hereindrängte. Mittlerweile erreichten die in ihrem verwesenden und verrottenden Äußeren unglaublich hässlichen Inferi die Große Halle.

Sie kamen von allen Seiten, aus allen Winkeln, sie strömten wie eine brachiale Welle herbei und jeder wich erschrocken zurück. Alle zogen ihre Zauberstäbe, nachdem an den zerbrochenen Fenstern die Umrisse knochiger Wesen auszumachen waren, die sich einfach, ohne Rücksicht auf Verluste, ins Innere hineinfallen ließen. Das Aufklatschen ihrer Leiber, wenn sie hart aufkamen, hallte bedrohlich wider und ließ einige würgen, als sie sich mit verdrehten, verbogenen und deformierten Gelenken und Gliedern aufrichteten und weiterschlurften.

Sofort brach Panik aus, viele stolperten über ihre eigenen Füße und fielen, weil sie versuchten, völlig kopflos von den Inferi davonzukommen.

Tja, also schön anzusehen waren die verrottenden und vermodernden Leichen wahrlich nicht und unsere Umgebung wurde getrieben von Angst. Unaufhaltsam glitten sie geschmeidig auf die zurückweichenden Zauberer zu. Die große Zahl der Untoten war schier unschlagbar. Es war wirklich bedrohlich, wie sie sich unheimlich geschwind und fließend auf alles und jeden zubewegten, ganz anders als die Zombies aus den Muggelfilmen.

Meinen Kindern fehlte diese hemmende Langsamkeit. Gut, wie gesagt, all diese Leute kannten keine Inferi, jeder der sonst Inferi gegenüberstand kam nicht mehr wieder. Da war ihre Furcht und Angst vor diesen Kreaturen wohl mehr als verzeihbar. Es war kein erbaulicher Anblick, vor allem da die Inferi die Menschen fressen, sie zerreißen und sie zermahlen wollten und dies eindrucksvoll mit ihren schnappenden Mäulern, den knirschenden Zähnen und furchtbar klappernden Geräuschen unterstrichen. Sie bissen in die Luft, schnappten zu und kamen den Leuten mit ihren verwesenden, wild nach ihnen grabschenden Händen viel zu nah. Die Masse schrie brüllend laut auf und feuerte sinnbefreite Sprengflüche in die unheimliche Meute. Selbst unsere abgebrühtesten Kämpfer wirkten erschüttert, als sie erkannten, mit was für Wesen und welch einer Vielzahl von ihnen sie sich konfrontiert sahen. Viele wurden aschfahl und ein Ausdruck der nackten und puren Angst huschte über ihre vor Panik verzogenen Gesichter.

Hätte ich diese Armee wirklich für den Lord auf Hogwarts losgelassen, hätte die Schlacht gänzlich anders verlaufen können, denn schon ihr Anblick schien viele in die Flucht zu schlagen. Sie waren verwesende Leichen, das konnte man sich leider nicht schönreden und dass die meisten von ihnen nicht mehr ganz frisch waren, das sah man ihnen halt auch an, vor allem bei dem zu hellen und schonungslosen Licht der Sonne, das sie in all ihrer faulenden Hässlichkeit offenbarte.

„Fuck“, hauchten viele aufgewühlt und erschüttert. Sie stolperten über die Unebenheit des steinigen Bodens und alle waren dabei, sich durch sich selbst mehr zu gefährden als die Inferi tatsächliche Gegner waren.

„Verfluchte Scheiße“, brüllte Bill noch wütend.

Er wich ihren grabschenden Händen aus, wodurch er stürzte und zu Boden fiel, was ihn jedoch nicht davon abhielt, den Körper seiner Mutter vor ihnen zu schützen. Dabei war er für sie die größere Gefahr, indem er sie in seiner Hektik erdrücken würde.

Indes trafen die Flüche der Zauberer die Inferi. Ich vernahm schmerzhaft scharf in meinen Ohren ihr Aufjaulen doppelt so eindringlich, einem Echo gleich und ihre Wut schnitt mir regelrecht ins Fleisch. Aber da sie weder Schmerzen, blutende Wunden noch ein zweites Mal ermordet werden konnten, hielt sie das nur minimal auf und sie kämpften sich mit Leidenschaft zu mir vor. Nicht, dass die Flüche die Inferi behinderten, oder verletzten, aber es berührte mich unangenehm, dass mein Eigentum beinah vernichtet wurde.

„Hermione“, „Schönste!“, wirbelten Harry und Ron zu mir herum. Sie kannten mich zu gut und somit rückten sie mich wieder in den Mittelpunkt des Interesses aller. „Was tust du?“, riefen sie unisono und waren ziemlich aufgewühlt.

„Stopp“, brüllte ich herrisch zu all den Menschen, die gerade weiter machen wollten, auf meine Kinder zu schießen und mein Sonorus schallte laut durch die gesamte Halle. „Wehe, jemand tut ihnen etwas!“, rief ich jetzt donnernd über die kopflose, verängstigte Menge hinweg und schaffte es, dass alles und jeder erstarrte.

Meine Inferi ballten sich zwischenzeitlich zu einer unförmigen Masse zusammen, die nur auf Harry, Ron mich und den Lord zuhielt. Sie waren eins und doch ein Knäul aus gänzlich vielen. Ich lächelte, als ich meine Kinder sah und spürte, dass sie, anders als die Dementoren, noch immer mein waren und ich noch immer ihre Herrin war!

Was auch immer Gellert an mir verbrochen hatte, ich war immer noch ein Nekromant und die Inferi meine Geschöpfe, die ich mir mit Haut und Haaren einverleibt hatte. Ich mochte die Gabe der SoulGatherer verloren haben, aber die Herrschaft über die Inferi war mir geblieben.

„Das… das tust du!“, „Du rufst sie, oder?“, „Wo kamen die her?“, „Woher sind die gekommen?“, kamen die Fragen der ersten Leute, die sich gefangen hatten, denn langsam schienen sie zu bemerken, dass diese Masse gelenkt wurde und sie eben nicht angegriffen wurden.

Kein einziger Inferi hatte bisher irgendjemandem etwas getan. Ja, sie schnappten, aber außer hässlich zu sein, taten sie nichts.

„Wie, sie?“, „Sie!?“, „Miss Granger, lenken Sie diese untoten Wesen?“, „Das ist eine Armee!“, bauten sich die empörten, hektischen Fragen auf, aber ich brauchte meine Kraft und Konzentration, um diese Menge zu kontrollieren.

„Das sind Inferi! Ihre Inferi!“, kam es heiser von Kingsley und er starrte mich mit gelebtem Horror aufgrund der Erkenntnis, dass ich diese Horde beherrschte, an.

„Ja, meine Kinder gehören mir!“, fauchte ich genervt.

All diese Fragen störten meine Aufmerksamkeit. Ich sah so viel mehr als nur ein Bild. Durch meine Adern zog die lechzende Gier meiner Kinder, Hunger, Mord und Tod. Ich konzentrierte mich mit tiefer Verbissenheit, denn wenn ich den Fokus verlor, würde mir die Kontrolle entgleiten und das würde in dieser Futtergrube das gefundene Fressen für meine hungrigen und gierigen Kinder sein. Noch immer tropfte mein Blut auf den Lord und wispernd glitten die lateinischen Worte über meine rauen und trockenen Lippen, dabei leckte ich mir nervös mit meiner Zunge darüber und spürte die Schweißtropfen an meinen Schläfen hinabrennen. Ich fühlte regelrecht, wie mein Wille eisern ihre Instinkte übernahm und ihnen meine Wünsche übermittelte.

Gerade als die ersten verfaulten Hände der Inferi nach dem toten Lord grabschten, kamen auch die Ersten bei mir an und präsentierten sich mir. Sie fassten nach mir und ich zuckte nicht zurück bei dieser Berührung, gleichzeitig wurde es für mich unglaublich schwer, nicht vollständig in diese andere Welt abzudriften und für immer verlorenzugehen.

Bestimmt bescherte den Zuschauern der Anblick meiner Kinder vereint mit mir Albträume.

Hätte ich noch meine weißen Augen gehabt, hätte es sich noch mehr einprägen können, aber auch so war dieses Bild mit Sicherheit sehenswert. Wie die Inferi mit klackenden Kiefern hungrig nach allem und jedem schnappten und doch brav wie Schoßhunde auf meinen Befehl verharrten, bis ich ihnen die Erlaubnis erteilte und sie Lord Voldemort, wie die Acromantulas vorhin Hagrid, überfielen. Ich war gefesselt von dem Anblick der sich über dem Lord auftürmenden und ihn unter sich begrabenden Inferi. Sie bissen und zogen an seiner Haut, leckten mein Blut von ihm, verschlangen ihn mehr oder minder, zogen ihn mit sich, wogten gemeinsam als Masse hinaus aus der Halle, hinaus aus dem Portal, in den Innenhof von Hogwarts, weiter zurück zum See. Sie glitten wie ein Wesen in die dunklen Fluten. Die brodelnde und unruhige Meute flutete stetig zurück ins finstere Wasser und die geschockten Meermenschen hielten sich weit von ihnen entfernt, während sie der seltsamen Prozession zusahen. Unterdessen begleitete ich weiterhin meine Kinder im Geiste und erneut kehrte Ruhe um mich herum ein.

Die gespenstige Stille in der Großen Halle war mit Händen zu greifen.

Schließlich erreichte die Inferi-Horde die Insel, wo das Portal weit offen stand, um den Lord zusammen mit sich in die Höhle zu nehmen und ihm dort auf ewig sein nasses Grab zu schaffen.

Ich sackte erschöpft zusammen und wisperte immer lauter werdenden mein Crescendo, um den Schlussakkord einzuleiten, da sie weiterhin von mir, als Belohnung für ihren Gehorsam, mit meinem Blut genährt wurden, während ich sie durch das Portal lotste und dann dieses schließen musste, dabei erfüllte mich Zufriedenheit, aber auch eine unglaubliche Müdigkeit.

Der Lord auf ewig verloren in den Untiefen der Höhle, der Behausung dieser gefräßigen Untoten!

Ich murmelte nun endlich die letzten Worte, bevor ich das Portal aber auch die Verbindung zu den Inferi verschloss, meinen Schnitt an der Hand heilte und mich vollständig verschwitzt und ermattet auf alle Viere fallen ließ. Ich kämpfte darum, diese andere Welt restlos hinter mir zu lassen und nun wieder in mir allein zu sein, allein zu sehen. Das war gar nicht leicht, denn es zog mich fast unwiderstehlich in diese andere Richtung. Ich war erschöpft, aber entschlossen, in die Realität zurückzukehren, während ich den Kopf gesenkt hielt, den nasskalten Schweiß auf der Stirn. Mit geballten Fäusten schloss ich die brennenden Augen.

„Das glaub ich ja jetzt nicht, wie geil war denn dieser Abgang?“, ereiferte sich Fred jubelnd.

Das ließ meine Mundwinkel unkontrolliert zucken. Das konnte nur er sagen und erst als ich diese Emotion unterdrücken konnte, erhob ich meinen Kopf und sah auf in die Gesichter der sprachlosen Masse.

„Und ich bin blind, wie absolut unfair!“, brachte mich Blaises empörter Schrei beinah zum Lachen. „Ich meine, beim Training darf ich denen unter die Zähne kommen und nun könnte ich sie in Echt sehen und jetzt das?“, beschwerte er sich inbrünstig.

„Sei froh, dass du nichts sehen musstest“, wisperte Astoria laut genug, dass viele sie ansahen. „Harry, als du uns von den Inferi erzählt hast, damals in Dumbledores Begleitung, ich hätte nie gedacht… dass es so schlimm ist!“, schreckte dieser Fakt viele wieder auf, als sie erkannten, dass Harry weit mehr in die eigenwillige Magie vorgedrungen war als von ihnen vermutet und all dies mit und unter Albus‘ Nase.

„Tja, das war eine unschöne Erfahrung, aber Hermione hat damals schon auf uns aufgepasst. Ohne sie wären wir damals wohl nicht heil wieder rausgekommen. Ich war nicht so einfallsreich wie Blaise bei seiner Inferi-Prüfung“, gab Harry mit leicht verschämtem Grinsen zu.

„Blaise war episch. Er hat es großartig gemeistert, unser erleuchtetes Glühwürmchen.“, „Ach was, ein leuchtendes Vorbild.“, „Du hast wie ein Leuchtkäfer geglüht!“, versuchten Harry und Ron über die sichtbare Erschütterung der Zuschauer hinweg gute Stimmung zu verbreiten.

„Fickt euch selbst“, knurrte Blaise und wandte den Jungs daraufhin den Rücken und sich mir zu. „Hast du das Wispern gehört, Schönste?“, neigte sich Blaise zu mir und ich grinste. War es je anders für mich?

Aber interessant, dass Blaise es mit seiner neuen Einschränkung ebenfalls hörte und seine Sinne feiner wurden.

„Immer!“, raunte ich ihm vertraulich zu, als er mir trotz seines Unvermögens, etwas zu sehen, die Hand reichte und mich erstaunlich kräftig hochzog, als hätte er kein Problem damit, mich zu berühren.

„Schönste, ich dachte, du hast deine Macht verloren!“, meinte Ron daraufhin scharfsinnig und enorm schmerzhaft und berührte mich auch an der Schulter, als Zeichen, dass ich für ihn, trotz allem, noch immer Hermione war.

„Die Dementoren waren dir alles andere als wohlgesonnen!“, rief mir Hannah in Erinnerung und ich konnte Harrys gequälter Miene entnehmen, dass er, trotz seines Todes-Schauspiels, sehr wohl mitbekommen haben musste, wie sich Sirius für mich geopfert hatte.

„Ach, ich verstehe es selbst nicht ganz… Dementoren sind Seelenräuber. Sie nähren sich von den Lebenden!“, blickte ich bei meiner Erklärung nur Harry an. „Wenngleich ich kein SoulGatherer mehr bin, weil Gellert irgendwas verbrochen hat, bleibe ich immer noch eine Nekromantin… weshalb auch immer... so bin ich weiterhin die Mistress of the cave und die Inferi gehören mir und du weißt, dass die Leiche für immer von der Erdoberfläche verschwinden musste…“, meinte ich eindringlich, dabei hallte das Wort „Meins“ beständig in meinen Ohren wider, was mir selbst ziemlich krank anmutete, aber nicht zu ändern war.

„Harry… wegen Sirius… es tut mir so unendlich leid!“, meinte jetzt Astoria und warf sich ihm um den Hals und mir selbst drohte der wankende Boden unter meinen Füßen, sich zu öffnen.

Wir hatten gewonnen und doch so viel verloren.

„Sie wissen schon, Miss Granger, dass Nekromantie verboten ist?“, fragte Kingsley vorsichtig, aber nicht leise genug nach.

„Sagen Sie, haben Sie sie noch alle?“, brüllte Neville ungehalten los und er hatte das Flair eines Berserkers, dabei hielt er noch immer das Schwert in Händen. „Ich habe eine Frau geköpft, und jetzt sagen Sie mir nicht, dass das erlaubt ist!“

„Ja, alles was heute hier passiert ist, ist verboten!“, keifte Padma weinend los und zog sich selbst an ihrem Haar, was Greg zu verhindern suchte, ein eigentlich zutiefst ulkiges Bild, wenn ihr Wunsch, sich selbst zu verletzen, nicht so traurig gewesen wäre.

„Der Lord ist weg!“, erhob Draco seine betont gefühlsneutrale Stimme über die hitzigen Gemüter hinweg. „Und Hermione hat dafür gesorgt, dass er nicht wiederkommen kann, dass selbst seine Leiche vollständig vom Angesicht dieser Erde getilgt wird, das war wichtig und richtig! Egal wie, es ist effektiv und keiner wird ihn dort finden können, wo sie ihn hingebracht hat! Oder jeder der es wagt, die Leiche zu suchen, wird Futter für einen Haufen Inferi!“, brachte er die Tatsachen schonungslos auf den Punkt.

„Sie bezeichnet sie als ihre Kinder!“, rief eine mir unbekannte Frau empört und einige Mundwinkel verzogen sich leidlich.

„Du hättest dich allen hier nicht offenbaren müssen… indem du sie gerufen hast!“, gab Draco widerwillig zu und stellte sich ein wenig vor mich.

„Diese Inferi… ihhhh, widerlich… die waren soooooo eklig!“, ereiferte sich Pansy und ich schlug betroffen die Augen nieder.

Jetzt wusste es jeder, dass diese widerlichen, faulenden, vermodernden und verrottenden Untoten meine Kinder waren.

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BeitragThema: 666 IV   666 I EmptyFr Apr 03, 2020 2:06 am

„Ha, da der Lord wollte, dass ich sie herhole, um sie in der Schlacht zum Einsatz zu bringen. Ich fand, sie haben ihren Auftritt verdient und ich habe keine Angst, schon lange nicht mehr, vor nichts und niemandem… egal auf welcher Seite des Seins….“, schob ich Draco weg und baute mich vor der heuchlerischen Meute auf.

„Miss Granger wovon reden Sie da?“, fragte McGonagall sichtbar aufgelöst und schwer auf ihren Stock gestützt, wirklich jeder war am Ende seiner Kräfte.

„Die einen benutzt man, die anderen beschützt man und alles andere sind Kollateralschäden!“, gab ich schnöde meine gewonnene Weisheit zurück.

„Mhm, dann können wir auf unserer Seite wohl 50 solcher Schäden beklagen!“, meldete sich eine verschnupft aussehende Pomfrey, die uns einen Gefallen tat, indem sie ablenkte. „Die Anzahl der Verletzten ist ungleich höher. Kingsley hat den Auroren befohlen, alle ins St. Mungos abzutransportieren und für die, die nicht verlegungsfähig sind, kommen Heiler hierher. Es gibt jetzt erstmal Wichtigeres…“, informierte sie alle relativ brüsk, als hätte sie genug davon, sich mit falschen Moralvorstellungen herumzuschlagen.

„Das ist ein Anfang!“, meinte der kleine Flitwick müde und wandte sich ab, um zu helfen.

„Ich bitte darum, die Verluste der Gegenseite ebenfalls mit Namen zu dokumentieren“, kam es geschäftig von Draco.

Hagrid kam mit großen Schritten auf uns zu, die dafür sorgten, dass viele zurückwichen und umarmte mich, zu meinem Schrecken, mit überbordendem Enthusiasmus.

„Her… Hermione!“, schluchzte er und unter seinen großen Händen knackte mein Rücken bedrohlich. „Bist du verrückt? Bist du verrückt, all das zu tun?“, fragte er dunkel und dicke Tränen tropften auf meine Jeansjacke und durchnässten sie.

„H… Hagrid“, krächzte ich überfordert und endlich ließ er mich los. „Wir haben es geschafft!“, meinte ich gutmütig.

Endlich löst sich die geballte Traube der Zuschauer auf und Professor McGonagall ließ sichtlich erschöpft die vier Haustische erscheinen, während die Elfen sofort hinunter in die Küche stürmten, um das Essen zuzubereiten. Die erschöpften Kämpfer konnten platznehmen, aber niemand saß mehr dort, wo er seinem Haus nach hingehörte. Alle waren bunt durcheinander gewürfelt, Lehrer und Schüler, Gespenster und Eltern, Zentauren und Hauselfen, und als Grawp seinen Kopf durch ein zerschmettertes Fenster hielt, wurde er nett gegrüßt.

„Hey…“, hauchte Neville zu Hannah.

Sofort wirbelte diese herum und ihre Lippen trafen aufeinander. Ungesagte Erleichterung lag in diesem Kuss und die Luftschlösser, was nun nach dem Sieg alles möglich war, erstrahlten im neuen Glanz der Hoffnung.

Und ich fragte mich, wie mein Wiedersehen mit Lucius aussehen würde. Wo war er? Würde ich ihn schnell wiedersehen? Ich konnte mir schwerlich ausmalen, ob er sich so wie Neville verhalten würde. Draco selbst war weit abseits vom Schuss und sprach mit Kingsley, dabei wirkte er wie jemand, der hinter einer Mauer verweilte, während sich Astoria wie eine Glucke um Blaise kümmerte.

Ich sah auf meine Hände und bemerkte, nach meiner engen Verbundenheit zu den Inferi, dass Magie wahrlich wunderschön war. Sie hatte alle Farben und doch keine, ein beständiger Wechsel von Mustern und Intensitäten. Nach der Schlacht von Hogwarts waren die Luft, die Erde, jeder Stein und jeder Ast gesättigt mit Magie. Doch so zauberhaft der bunte Anblick für mich auch war, war er doch zugleich auch ein trauriger, denn es war nicht nur die flüchtige Magie von Zaubersprüchen, welche für das einmalige Spektakel sorgten, sondern vor allem die Lebensenergie von Hexen, Zauberern und magischen Wesen, die in der Schlacht ihr Ende gefunden hatten und deren Essenz jetzt gierig von Hogwarts aufgesaugt wurde. Ich wandelte umher durch die Verwüstungen und bemerkte vor mir eine junge blondhaarige Hexe, die inmitten der Ruinen auf den Überresten eines Wasserspeiers sitzend mit einem melancholischen Lächeln auf den Lippen aus einem geborstenen Fenster auf die Ländereien schaute.

„Hallo Hermione,” grüßte sie mich, sobald ich in Hörweite war, ohne sich umzudrehen und ich ging mal davon aus, dass sie wieder einer Intuition vertraute, dass es sich um mich handelte.

„Woher wusstest du, dass ich es bin, Luna?”, fragte ich mit heiserer Stimme.

„Deine Aura, die Wellen… sie kündigen dich sehr stark an!“, wendete sie sich mir zu und musterte mich mit festem Blick.

Für einen Augenblick ließ sie den träumerischen Ausdruck aus ihren Augen verschwinden und sah mich mit der gebotenen Ernsthaftigkeit an. Was sah sie wohl? Eine müde, von Flucht, Kampf und Krieg vernarbte, gezeichnete Frau?
„Geht ihr nach Hause?” fragt Luna schließlich, nachdem ich auch nach mehreren Minuten nichts mehr gesagt hatte, lediglich neben ihr stehen geblieben war und auf die Zerstörungen und das Leben darin blickte.

„Ja. Draco, ich und die anderen gehen ins Manor, oder nach Irland. Harry und Ron… ich weiß es nicht, ob sie mit zum Fuchsbau… Fred… Molly…” Der Schmerz war so offensichtlich in den gebrochen klingenden Namen, dass ich verstummte, da mir kurzerhand die Luft wegblieb.

„Ich verstehe. Ich gehe mit Rolf, keine Ahnung wohin”, zuckte sie erstaunlich unbekümmert mit den Schultern.

Dann schwiegen wir erneut und betrachteten gemeinsam die Umgebung und ich fasste mir an meinen schmerzenden Kopf, denn so viele Fragen waren noch offen.

„Wie geht es mit dir weiter?“, fragte ich vorsichtig, als mir meine Gedanken nur noch Pein verursachten.

„Ich weiß nicht, was ich machen soll… vielleicht mit Rolf Schrumpfhörnige Schnarchkackler aufspüren”, offenbarte Luna schließlich mit einem verhaltenen Lächeln und ich blickte auf die blondhaarige junge Frau mit den großen Augen hinab. „Ist jetzt alles so, wie du es wolltest, Hermione?“, fragte sie sehr doppeldeutig und ich zuckte zusammen.

War alles so wie ich es wollte? Leben, Tod, Verwundung… meine Gedanken wirbelten wild umher, kurz schwindelte mir bei dem Gedanken, wen ich noch alles gefährden und verlieren, oder auch wieder gewinnen könnte, weswegen ich langsam meinen schweren Kopf schüttelte.

„Ich habe etwas gelernt. Der Tod ist gewiss, die Stunde des Todes ungewiss. Das Ende wird jedoch uns alle eines Tages ereilen!“, meinte ich aufrichtig und tief bewegt und presste meine Lippen fest aufeinander.

„Mors certa, hora incerta““, übersetzte Luna sofort ins Lateinische und grinste leicht süffisant. „Mhm, Hermione, soll das dein Wahlspruch sein?“, fragte sie mich mit einem saften Lächeln, das mir kurz suspekt erschien.

Wofür sollte ich einen Wahlspruch brauchen? Aber ja, dieser Spruch, mit seiner weisen Aussage, trieb mir ein irrwitziges Grinsen ins Gesicht. Das war passend für mich und wenn dann sollte ich diesen Satz für mich erwählen, wie absolut passend, aber nicht wirklich beruhigend. Meine Göttin, war ich melancholisch, das war ja nicht auszuhalten.

„Noch ist nicht alles gut und vielleicht wird es das nie sein… aber Hogwarts… es heilt…“, meinte ich zurückhaltend und umging Lunas Frage, woraufhin sie mir auf einmal zunickte.

„Ja, ich sehe es…“, schweifte ihr Blick umher, genauso sehend wie meiner, und ich log nicht, denn bereits jetzt hatten feurig-rote Flicken begonnen, die tiefen Risse und Lücken in seiner goldenen Aura zu schließen.

„Du siehst es wirklich? Wie ist es möglich, dass du es auch siehst? Du hast nichts mit der Nekromantie am Hut…“, wollte ich sehr neugierig von der jungen Ravenclaw erfahren.

„Ja, ich sehe es… wenn wir in einiger Zeit nach Hogwarts zurückkehren, wird die angesammelte Magie auf die ein oder andere Weise abgeflossen sein. Wer weiß, vielleicht wird sogar bereits wieder ein Weasley-Baby auf dem Weg sein, dessen magische Gabe aus der aufgestauten magischen Lebensenergie gespeist wurde. Gut, das wäre selbst in meinen Augen zu früh, diesen Schritt zu gehen, aber Krieg und Verlust führen zu vorschnellen Entscheidungen“, meinte sie altklug und ich runzelte die Stirn, als sie weitersprach: „Aber gute Frage, Hermione. Magie, in all ihren Ausprägungen, ist wunderschön und es ist ein Geschenk für mich, dass ich in der Lage bin, zu sehen, wie Seelen, die zueinander gefunden haben, in der Lage sind, sich gegenseitig Linderung zu verschaffen. Meine Mutter, Pandora, hat mir bereits in jungen Jahren alles erzählt, was es über Auren und die seltene Lovegood-Gabe, Magie zu sehen, zu wissen gibt. Es ist ein Talent, was stets von Mutter zu Tochter vererbt wird und einer der Hauptgründe, warum die Lovegood-Linie eine matriarchalische Linie ist, wie es sie kaum mehr in der magischen Welt gibt.“

Kurz verstummte sie, während ich ihr angespannt lauschte und versuchte, hinter die Worte zu hören, die sie sprach. Luna war nicht einfach oder gar schlicht in ihren Andeutungen. Sie sprach und sagte so viel mehr als auf den ersten Blick offensichtlich war.

„Dein Vater hat als Pureblood seinen Familiennamen und damit seine Familie aufgegeben und in die Lovegood-Linie eingeheiratet?“, meinte ich daher involviert und sie nickte.

„Ja, das hat er, er ist… er war wirklich ein Sonnenschein von einem Menschen. Ein Mann mit Humor, einem freien Geist und viel Kreativität. Er hat meine Mutter sehr geliebt, liebte sie immer… ich höre sie heute noch, die melodische Stimme meiner Mutter, so klar und deutlich, wie vor zehn Jahren, kurz bevor sie bei einem Experiment ums Leben kam: „Luna… wir Lovegood-Frauen können die Magie in ihrer ganzen Pracht sehen und erleben. Offenbare niemals der Öffentlichkeit, zu was du in der Lage bist, denn Gier und Angst wird dir das Leben schwer machen. Schon vor Generationen haben wir begonnen, dass was wir sehen in kryptische Worte zu fassen und die verschiedenen Aspekte der Magie und der Auren erfundenen Tierwesen zuzuordnen. Es ist besser, für verrückt gehalten zu werden, als ausgenutzt und gefürchtet zu werden, weil wir bis in die Seelen unserer Mitmenschen blicken können!” Ja, meine Mama war eine schlaue Frau“, bekannte das von der Schlacht mit Blut gezeichnete Mädchen besonnen.

„Warum erzählst du es mir dann jetzt?“, fragte ich harscher als beabsichtig.

„Oh, ich habe mir die Worte meiner Mutter zu Herzen genommen und die Wahrheit und Weisheit in ihnen erkannt, aber sie sagte noch mehr, hör zu, Hermione: „Die Menschen, die es wert sind, werden dich durchschauen und den Menschen hinter der Maske entdecken. Sie sind es, die deine wahren Freunde sein werden.” Hermione, du hast heute sehr viel von dir offenbart!“, meinte Luna gerade und ich wusste, dass sie die Inferi meinte und noch so vieles mehr, was heute offen zutage getreten war und doch machte mich ihre Art, mir helfen zu wollen, gerade sprachlos.

„Du hasst mich!“, entgegnete ich konfus.

„Tue ich das?“, wisperte Luna, die sich hin und her wiegte, verträumt. „Papa!” grüßte Luna überschwänglich und ich fuhr herum, da sie mit ihren großen Augen hinter mich stierte. Da war zwar keiner, aber ich dachte, ich nahm eine sonnengelbe Aura wahr.

„Was, Xenophilius ist hier?“, entfuhr es mir erschrocken und schuldbewusst, da ich die Schuld am Todes dieses Mannes auf mein Gewissen geladen hatte, Auch wenn ich ihn nicht sah, da ich gerade nicht in den Slide gehen konnte, spürte ich die Anwesenheit einer Präsenz sehr wohl und zwar sehr deutlich. „Sir… es… tut mir leid…“

„Tut es nicht“, kam es relativ hart von Luna und ich fuhr wieder zu ihr herum.

„Doch, ich wünschte, ich wäre nicht in der Situation gewesen, so entscheiden zu müssen! Aber… aber Harrys Überleben war wichtiger!“, entgegnete ich erregt und schob mir mit zitternder Hand eine Locke aus der verdreckten Stirn.

„Autsch! Wichtiger als das Leben meines Papas… siehst du, Hermione, das ist das Einzige, was mich dir gegenüber Zurückhaltung üben lässt“, gab Luna mit einem nachsichtigen Nicken zu. „Deine Aufrichtigkeit hierbei… du hast diesem einen Ziel wirklich alles untergeordnet und du bist kein Mensch, der Sachen nur halb macht, oder bei sich andere Maßstäbe anlegt, du hast dem wirklich alles geopfert… oh, mein Vater lässt ausrichten, dass er dir vergibt, er ist nun bei Mama und glücklich…“, meinte Luna mit einem verhärmten Gesichtsausdruck. „Das freut mich für die beiden, aber ich bin ohne sie!“, gab sie dann aufrichtig ihre zwiespältigen Gefühle zu.

„Das stimmt nicht, Luna, du hast Freunde, richtige Freunde und sogar einen Partner, das ist sehr viel mehr als einige andere haben, die wirklich allein sind!“

„Ich weiß und ich wüsste nicht, was wäre, wenn ich auch noch Rolf verloren hätte und ich bin dankbar… aber, das ist nicht das Wichtige, was ich dir zu sagen versuche. Denn ich weiß noch mehr… Vater und ich fragen uns, ob du es schon weißt, oder nicht… ob dir entgangen ist, was das alles für die Zukunft bedeutet…“, sprach sie in der ihr eigenen Art für mich in Rätseln und meine Mimik musste für mein Unverständnis gesprochen haben, da sie mit einem heiseren Auflachen fortfuhr. „In den nächsten Jahren werden wir einen starken Anstieg von Muggelgeborenen haben,” verkündete Luna schließlich in die Stille hinein, da ich nur große Augen machte.

„All die magische Lebensenergie, die durch den Tod so vieler freigesetzt worden ist, muss irgendwo hin. Und die Geburtenrate der Zauberer und der magischen Wesen wird nicht in der Lage sein, alles aufzufangen, was heute in der Schlacht verloren gegangen ist…”, meinte sie jetzt mitleidig und ich zweifelte nicht an dem Wahrheitsgehalt ihrer Worte. Für mich sprach sie nur die reine Wahrheit, die mit einem Mal so viel Sinn ergab.

„Aha, ja, das klingt plausibel,” bekannte ich erstaunt aufgrund der Tatsache, wie sich alles regenerieren würde.

Der Kreislauf des Lebens; Geburt, Tod, Geburt, ein sich ewiglich vollziehender Kreislauf.

„Weißt du, Hermione, auf gewisse Art und Weise“, sinnierte Luna weiter, „haben die Purebloods mit ihrer Propaganda schon recht. Muggelgeborene “stehlen” die Magie von den Reinen. Nur haben sie keine Wahl. Die magische Energie, welche den Unterschied zwischen Muggel und Zauberer ausmacht, wartet nicht unbegrenzt auf einen neuen “Nutzer” aus einer magischen Blutlinie. Wenn es nicht genug Zauberernachwuchs gibt, ergreift die Magie die Initiative und gründet eine neue Linie und… Tada, ein Muggelgeborener erblickt das Licht der Welt. Seit Jahrtausenden ist die absolute Anzahl der Magienutzer auf der Welt gleichgeblieben. Doch was zur Zeit der Gründer von Hogwarts noch drei Prozent der Bevölkerung(*) gewesen sein mochten, ist auf Grund des Bevölkerungswachstums unter den Muggeln heute vielleicht noch ein halbes Prozent. Das Tragische ist, Hermione, dass niemand außer uns davon weiß und es wird nach diesem Dark Lord etwas folgen, was die alten Konflikte vermutlich gleich wieder aufflammen lassen wird, sobald die Puristen realisieren was los ist.”

„Was… was willst du mir sagen, Luna?”, klang unverhohlen meine Besorgnis in meiner Frage mit und mit einem Mal beherrschte mich Angst vor der Zukunft.

„Die magische Welt wird ihre Ränge wieder auffüllen wollen. Vielleicht sogar mit irgendwelchen doofen Ideen wie Ehegesetzen, oder anderem abstrakten Schwachsinn, um würdigen Nachwuchs zu produzieren. Doch die magische Energie wird bereits neu verteilt sein und die Folge so vieler zusätzlicher Geburten ist…”

„Squibs, nicht wahr?”, unterbrach ich sie mit einem gewissen Horror gesegnet und spürte den ansteigenden Kopfschmerz schon wieder. Luna, die ebenso wusste, was das bedeuten konnte, nickte mit Tränen in den hellen Augen.

„Nicht, weil ich die Idee von Squibs an sich traurig finde, sondern weil es wieder Unschuldige sein werden, die unter den Dummheiten ihrer unwissenden, verbohrten Vorfahren leiden müssen“, gestand sie mit belegter Stimme und selbst ich musste mich räuspern.

„Ich bin wahrhaft sprachlos, was du mir offenbarst, ich danke dir… ich denke, sie alle wissen es nicht… und damit sind Fehler vorherbestimmt… warum sagst du es mir und nicht den anderen?“, deutete ich mit meinen Händen auf die verstreute Masse um uns herum, die nichts von unserem so besonderen Gespräch mitbekamen.

„Oh, Hermione, du enttäuschst mich, ich habe meiner Mama versprochen, mich auf ewig bedeckt zu halten und außerdem… ihr seid die Kriegshelden, nicht ich!“, wies sie mit der ihr innewohnenden Zurückhaltung ab.

„Du bist selbst eine Kriegsheldin!“, begehrte ich auf, wenngleich ich ihren Wunsch nach Unauffälligkeit nachvollziehen konnte und auch respektieren würde, das war ich ihr auf jeden Fall schuldig.

„Ja, ich habe gekämpft, wie viele hier, aber du und Harry, ihr habt die Macht, was zu verändern…“, erklärte dieses sonderbare Mädchen überzeugt und kurz raubte mir ihre glaubhafte Hoffnung, die sie in uns, in mich setzte, den Atem.

„Ich muss darüber nachdenken!“

„Tu das… wir haben Zeit. Jahre, wenn nicht sogar ein Jahrzehnt,” murmelte Luna selbstvergessen, bevor sie sich sichtbar schüttelte. „Vielleicht können wir die Wahrheit tröpfchenweise in die Köpfe fließen lassen. Niemand muss erfahren, woher das Wissen kam.”

„Wir brauchen dich, Luna, um zu heilen. Harry… Ron… nichts ist mehr wie es war… sei ihnen, uns eine Freundin…ich muss gehen, Luna. Grüße Rolf. Mr. Lovegood… auf Wiedersehen…”, zog es mich mit einem Mal weg. Mir wurde alles zu viel und so zollte ich auch den Toten meinen Respekt und mit einem letzten Blick auf die verwüstete Große Halle wandte ich mich ab.

„Auf Wiedersehen, Hermione. Ich freue mich, dass du zu mir gekommen bist und halte dich an die Personen, die dir treu sind, ihr könnt einander heilen”, rief sie mir hinterher.

Die absolute Sicherheit in ihrer Stimme ließ mich schlucken, doch dann nickte ich erneut und winkte ihr zum Abschied. Sie winkte zurück und beobachtete, wie ich über die Trümmer zurück zu den anderen kletterte und der Magie, die nichts weiter als ein sanftes Spiel von Mustern und Farben war, einen weiteren Blick schenkte. Ich stolperte vorwärts durch die Reihen, zwei Tische weiter entdeckte ich Ginny. Sie saß da, ihren Kopf an der Schulter von Oliver und den Kopf ihrer Mutter im Schoß, den sie streichelte. Außerdem sah ich, wie Arthur George im Arm hielt. Madam Pomfrey versorgte auch die Verletzten mit Essen und als die Nachricht verkündet wurde, dass Lavender eine Chance hätte, sich zu erholen, rollten Freudentränen über so einige von der Schlacht gezeichnete Gesichter, besonders Parvati wirkte bodenlos erleichtert. Ich bemerkte Neville und wie er das Schwert neben seinem Teller liegen hatte, während er aß, inmitten einer Traube von glühenden Bewunderern, die ihn anhimmelten. Ich schritt den Gang zwischen den Tischen entlang und mein Blick fiel auf die Personen, die hierhergekommen waren und die sich sichtbar herumdrückten, unsicher ob sie hier erwünscht waren, aber niemand achtete auf sie. Wo auch immer ich hinsah, ich sah Familien wiedervereint, andere noch auf der Suche, denn noch hatte Draco viele Kinder in Irland unter Verschluss.

Unvorhergesehen landete ich unabsichtlich in Harry und Rons Armen, die mich sofort umfingen und mir beinah die Luft raubten. Wir hatten uns gefunden. Schließlich mussten wir uns wegen des akuten Luftmangels voneinander trennen und etwas schwer atmend schauten wir uns in die Augen, da ich erkannte, wie sehr ich ihre Gesellschaft ersehnt hatte.

„Ich liebe euch, Leute, das wisst ihr, oder?“, flüsterte Ron bewegt und Harry umarmte ihn wieder brüsk und ich drückte seine Hand. Wir drei hielten uns fest und gaben uns den Halt, den wir uns über die Jahre hinweg immer gegeben hatten.

Eine Einheit!

„Wollt ihr mit?“, fragte Harry murmelnd und kurz fragte ich mich, wo er hinwollte, aber dann nickten wir uns zu. Ron und ich würden immer an seiner Seite sein und sofort machten wir uns auf den Weg und gemeinsam verließen wir unbemerkt die Große Halle. An der Marmortreppe fehlten große Stücke, Teile des Geländers waren weg, und als wir hinaufstiegen, stießen wir alle paar Schritte auf Trümmer und Blutflecken. Irgendwo in der Ferne konnten wir Peeves durch die Korridore sausen und ein weiteres selbst verfasstes Siegeslied singen hören:

Wir ham sie vermöbelt, klein Potty, der war’s.

Und Voldy, der modert und wir ham Spaß!

„Was für eine verfickte Tragödie, das Ganze…“, meinte Ron hörbar gezeichnet und sein Verlust und der seiner Familie drückte uns genauso aufs Gemüt wie Sirius‘, Remus‘ und Tonks‘ Tod und bei mir Severus‘ Verlust, da er für mich erstmal unerreichbar war. Aber zuerst herrschten Erschöpfung und Schmerz in uns vor. „Wie Peeves daran Spaß haben kann, pfff!“

Obwohl der Wunsch nach Schlaf beinah grenzenlos in mir wurde, schwankte ich, ob ich mich trauen sollte, den Jungs von Lunas Offenbarung zu erzählen, die ein durchaus gewagtes Bild von der Zukunft zeichnete. Schon fragte ich mich, ob unser Kampf wirklich vorbei war, oder ob dies nicht nur eine hart erarbeitete Pause für das Kommende war.

Der wachhabende Wasserspeier am Eingang zum Büro des Schulleiters war zur Seite gestoßen worden und hatte darunter sehr gelitten.

„Können wir nach oben?“, fragte Harry den Wasserspeier zweifelnd, wobei auch ich unsicher war, ob dieser noch Passwörter erkennen würde.

„Nur zu“, stöhnte die zerbrochene Statue und wir kletterten über ihn hinweg auf die steinerne Wendeltreppe, sie sich langsam und ruckelnd aufwärtsbewegte, wie eine aus dem Tritt gekommene Rolltreppe. Oben angekommen drückte Ron die schwere Eichentür auf, um uns durchzulassen.

Ohrenbetäubender Lärm, tosender Applaus empfing uns und ließ uns zusammenzucken. Ringsherum von den Wänden schallten uns frenetische Glückwünsche entgegen und die Portraits der ehemaligen Schulleiter und Schulleiterinnen jubelten Harry zu und gaben ihm stehende Ovationen. Sie schwangen ihre Hüte und manche sogar ihre Perücken. Sie streckten die Arme durch ihre Rahmen und fassten sich an den Händen. Sie tanzten auf den Stühlen herum, in denen sie gemalt worden waren. Dilys Derwent schluchzte hemmungslos, Dexter Fortescue schwang sein Hörrohr, und Phineas Nigellus rief begeistert mit hoher, schriller Stimme aus seinem Bilderrahmen: „Und wohlgemerkt, um nicht zu vergessen, dass das Haus Slytherin eine Rolle gespielt hat! Vergesst unseren bedeutenden Beitrag nicht!“

Ich sah mich betreten um und befand, dass dieser Raum noch ziemlich ganz war, dafür dass die Zerstörung sonst beinah das ganze Schloss betraf, aber bis auf die zersprungenen Fenster war dieses Zimmer beinah unberührt und sofort fragte ich mich, ob es etwas mit den Gründern zu tun haben könnte. Währenddessen ging Harry auf Dumbledores Portrait zu, dessen Bild direkt hinter dem Stuhl des Schulleiters stand. Zuerst konnte ich nur auf den leeren Platz sehen und fühlte Schmerzen und Angst aufgrund der Frage, wo Severus war.

Doch Harry hatte nur Augen für Albus, der weinte und große Tränen kullerten in seinen silbrigen Bart. Sie liefen seine eingefallenen Wangen hinab und sein Aussehen sprach von Dankbarkeit gegenüber Harry. Harry, seinem Opferlamm. Als Albus jetzt seine Hand hob, verstummten die ehemaligen Schulleiter in ihrem Jubel respektvoll, strahlten und wischten sich die Augen, sie warteten begierig darauf, dass er zu sprechen begann.

„Mein lieber Junge…“, wisperte Dumbledore erstickt, während die anderen Portraits verwirrt und neugierig dreinschauten. „Du trägst den Ring…“, lag ein unausgesprochener Tadel in seiner Stimme.

„Ich bin der Meister!“, entgegnete Harry mit Stolz. „Ich vereine alle drei Heiligtümer in mir… Ignotus‘ Umhang gehörte mir und meiner Familie schon immer. Der Ring, ich werde ihn nie mehr ablegen und jetzt habe ich auch noch den hier…“, hob Harry den Elderstab empor, dabei lagen die ehrfürchtigen Blicke ringsherum auf dem Stab. Etwas, was wir drei trotz unserer Müdigkeit gar nicht gerne sahen. „Ich weiß, er ist mächtig“, erwidert Harry ein wenig salopp. „Aber niemand weiß bisher, wie mächtig in Verbindung mit allen Heiligtümern!“

„Du solltest dir das gut überlegen, Harry! Diese Art der Macht kann verführen…“, mahnte Albus mit einem unwohlen Gesichtsausdruck.

„Wir werden Harrys neues Sein als Master of Death in Zukunft brauchen!“, mischte ich mich burschikos, wenngleich ein wenig unüberlegt, ein.

Ein kleiner Fehler, den ich auf die Müdigkeit schob. Nach dem, was mir Luna offenbart hatte, hatte sich meine Meinung diesbezüglich jedoch gefestigt, woraufhin mich sofort ein böser Blick aus hellen blauen Augen traf, der mir weit am Allerwertesten vorbei ging. Dabei entgingen mir die besorgten Blicke der Jungs nicht.

„Selbst jetzt noch mischst du dich beständig ein, Miss Nervensäge!“, schlug Albus bissig zurück und ich grinste ihn mit hochgezogenen Lippen verächtlich an.

„Ich freu mich auch, dich wiederzusehen, Albus!“, winkte ich ihm herablassend zu.

„Ist dies eine weise und mutige Entscheidung? Macht verführt! Der Elderstab… ist gefährlich…“, begehrte Albus auf. „Lege ihn wieder dahin, wo er herkam. Dort kann er bleiben. Wenn du eines Tages eines natürlichen Todes stirbst, wie Ignotus beim Umhang, wird seine Macht gebrochen sein! Der letzte Herr ist dann nie besiegt worden. Das wird sein Ende sein.“

„Naja, vielleicht bekommt Lucien eines Tages alle drei Heiligtümer… oder auch nur den Umhang, wir werden sehen“, murmelte Harry unentschlossen und zog die Schultern hoch.

„Harry, unterschätze die Gefahr nicht!“, mahnte Albus und ich rollte mit den Augen.

„Wir hatten unser ganzes Leben lang Ärger“, schrie Harry unvermittelt. „Ich hatte für mein Leben genug Schwierigkeiten und ich will gerade nichts mehr als zu meinem Sohn zurück, den ich viel zu lange nicht gesehen habe, an den ich viel zu lange nicht mal gedacht habe, da ich mich nicht getraut habe!“, meinte Harry zum Ende hin mit einem Mal schrecklich erschöpft und ich stöhnte beseelt mit Lunas Warnungen im Ohr.

„Was?“, fragte Ron auf einmal hellhörig darüber, was in mir vorging.

„Lasst euch von Albus nicht so wuschig machen, lasst es uns ruhig angehen und sehen, was die Zukunft bringt!“, meinte ich langsam und mich an Lunas Worte erinnernd, dass wir eventuell Zeit hatten.

„Zukunft?“, nahm Ron auf. „Vielleicht die geflohenen DeathEater jagen, am besten zusammen mit der BL und den VenTes?“, bot Ron an. „Wer will sich schon auf das Ministerium verlassen?“

„Zukunft… Zukunft… mit wem hast du gesprochen?“, fragte Albus auf einmal mich mit misstrauischen Blicken bedenkend und als Harry und Ron den gierigen Ausdruck in seinen Augen wahrnahmen, strafften sie sich und sahen sich unwohl in dem Büro um.

„Hast du mit Gellert gesprochen?“, konfrontierte ich Albus mit einer Gegenfrage, denn ich wollte vor Albus nicht mit Lunas Weisheiten hausieren gehen. Albus war und blieb für mich eine unkalkulierbare Komponente, der ich zu keiner Zeit vertraute.

„Woher weißt du…“, meinte er brüsk und unterbrach sich selbst, als ihm aufging, dass er zu viel preisgab.

„Ich bin nicht doof. Ich habe gesehen, wie Gellert während der Schlacht in das obere Stockwerk gegangen ist… und ich kenne ihn, egal was du denkst, Albus, er ist jetzt auf der anderen Seite und ich bin mir sicher, er hat versucht, Kontakt zu dir aufzunehmen und er hat es geschafft, oder?“, meinte ich abgeklärt und ballte meine Hände zu Fäusten.

„Ja, ich soll von ihm ausrichten: Habt Dank, dass ihr Nagini befreit habt, endlich geht es ihr gut und sie ist frei. Gerade Gellert hing sehr an ihr…“, kam es schmeichelnd von Albus, oder auch ausweichend und wir alle blinzelten überrascht.

Gellert hatte Nagini gekannt und Albus anscheinend auch. Schön zu sehen, dass wir alle immer noch nicht alles wussten und dass weiterhin Geheimnisse schlummerten, wohin man auch sah.

„Nagini?“, fragte Harry irritiert. „Sie kannten sie ebenfalls als Mensch?“, fragte er empört und kurz wich Albus dem grünen, starren und so vorwurfsvollen Blick aus. Er wirkte ein wenig mehr als schuldbewusst.

„Er… ich, ja, wir kannten Nagini!“, gab er widerwillig zu. „Sie war einmal so ein schönes, vernünftiges Mädchen, belastet mit einem Fluch und einer schlimmen Jugend, aber das, was Tom mit ihr gemacht hat, war das größte Verbrechen, das er an einem Wesen überhaupt begehen konnte. Er nutzte es weidlich aus, mit ihr sprechen zu können, beidseitig! Was hat er diesem armen Wesen nur angetan? Missbraucht und degradiert zu einem Tier, einem Reptil und dann noch ausgenützt als Gefäß für seine Seele!“

„Wer… war sie?“, fragte Ron traurig, als ich neben ihn trat und es umformulierte: „Die Frage sollte sein: was war sie?“

„Wie immer exzellent, Miss Neunmalklug, sie war ein Maledictus“, offenbarte Albus widerstrebend und mir entwich ein Schnauben, als ich daran dachte, dass Lucius mit seiner Einschätzung in all dem Chaos recht gehabt hatte.

„Und was soll das sein?“, fragten Harry und Ron ziemlich durcheinander und ich sah sie mitleidig an.

„Ein Fluch und ich erzähl es euch nachher, ein andermal…“, meinte ich dann wegwerfend und die Jungs nickten, waren damit zufrieden, was ich ihnen bot. Ein Fakt, der Albus gar nicht zu schmecken schien.

„Was mich viel mehr interessiert, was wollte Gellert damit erreichen, mir mein Dasein als SoulGatherer zu nehmen? Wie konnte das überhaupt passieren?“, fragte ich nun harsch und nahm Albus fest ins Visier.

„Oh, tja, nun ja, du kennst Gellert nicht… ich denke sogar, du unterschätzt ihn!“, hisste Albus sehr gehässig zu mir und vergessen wirkte Harry, während die Blicke der Schulleiter hin und her huschten, um unseren Schlagabtausch im Auge zu behalten.

„Ich… Gellert? Niemals, er ist, was er ist, er war immer ein Dark Lord und er weiß genau, was ich bin… ich denke, er war immer ehrlicher zu mir… zu uns allen, als du es je warst, Albus…“, erhob ich meinen Vorwurf und unterstrich dies mit einer verächtlichen Handgeste.

„Du verteidigst ihn, trotz allem was er dir angetan hat? Er hat dich deiner Kräfte beraubt!“, meinte Albus ein wenig zu vergnügt und blinzelte mal wieder so bescheuert mit seinen stechend blauen Augen.

„Ich überrasche dich mal, Albus: Ich sage, er wird seine Gründe gehabt haben!“, verrutschten bei meiner Aussage tatsächlich Albus‘ harte Züge und er wirkte erschrocken aufgrund meines Vertrauens, das ich Gellert gegenüber einzuräumen bereit war. „Ja, ich denke sogar, er dachte, er würde etwas Gutes tun…“

„Pfff, okay, diese Loyalität von dir ihm gegenüber hätte ich nicht erwartet“, gestand der ehemalige Schulleiter alles andere als begeistert ein, während er mich musterte. „Ich denke, vielleicht hält er doch noch die ein oder andere Überraschung für dich parat! Einen schwarzmagischen Lord mit Beschützerinstinkt dürfte niemand auf die leichte Schulter nehmen. Aber hinterher hatte er alle Fäden in der Hand. Und wer weiß, was er noch alles schafft. Ein Dark Lord durch und durch. Er, der eine unentbehrliche und dennoch unauffällig wichtige Rolle im großen Ganzen spielt. Was wohl, was könnte Gellert Verrücktes getan haben?“, fragte Albus aufreizend.

„Das weiß ich eben nicht, warum sollte er mir das antun?“, entfuhr mir ein wütender Schrei und kurz schämte ich mich dafür, dass diese Emotion aus mir herausgebrochen war.

Plötzlich wurde ich mir der mich umgebenden Stille bewusst, in der mich Albus genau musterte.

„Vielleicht hatte Gellert gute Gründe, selbstlos zu handeln!“, meinte er mit einem schelmischen Zwinkern und diese Begründung des selbstlosen Handelns berührte mich tief.

„Bitte? Selbstlos, indem er mir die Gabe nahm? Nachdem ich für sie sehr schmerzhaft bezahlt habe? Das kann unmöglich sein…“, empörte ich mich und dachte daran zurück, wie ich meine Fruchtbarkeit gegeben hatte, um wieder hierherkommen zu können und diese Zwischenwelt hinter mir zu lassen.

„Du vergisst, dass alles einen Preis hat und die dort auf der anderen Seite hätten es dir in Zukunft bestimmt nicht leicht gemacht… sie lassen nichts und niemanden entkommen…“, gab Albus zu bedenken.

Natürlich waren mir Lughs Wispern und Rufe zu gut im Gedächtnis, um nicht zu wissen, dass Albus hier leider eine Wahrheit kundtat, die beinah schmerzhaft war.

„Aber Severus… ich kann so nicht zu ihm…“, erregte ich mich wütend und allmählich verschwand meine Müdigkeit.

„Für Gellert warst du immer sein Licht und das Wichtigste, das es von seiner Seite aus zu beschützen gab!“, kam es reichlich angesäuert von Albus. „Sonst spielte niemand eine Rolle. Er hat dir den ersten Platz eingeräumt und für deine Freiheit war er sogar bereit, sich zu opfern, um dort drüben zu bleiben, verstehst du das nicht? Er ist tot! Du überhebliches Miststück!“, fuhr mich das alte Portrait wütend an. Mir blieb meine hitzige Erwiderung im Halse stecken, als ich erkannte, dass Albus einen für ihn sehr schmerzhaften Fakt aussprach.

„Oh, endlich mal stumm, kaum zu fassen, so schlau wie du denkst, bist du wohl doch nicht… mhm ja, während dieser Schlacht starben zwei Dark Lords! Tom Riddle und Gellert Grindelwald starben, um den Platz frei zu machen… er hat sich für dich geopfert, nur für dich, seit wann bist du derart minderbemittelt?“, fauchte mich Albus mit einem Mal sehr hitzig und sehr haltlos an.

Mein Verstand brauchte einfach zu lange, um die neuen Informationen zu verarbeiten und ich starrte ihn mit klopfendem, bebendem Herzen an und dachte an Lunas Worte, dass ich einen Wahlspruch bräuchte.

„HÄ?!“, kamen mir die Jungs in ihrer eigenen Arglosigkeit zu Hilfe, indem sie mein eigenes Unverständnis dessen, was Albus uns zu sagen versuchte, zum Ausdruck brachten. Der alte Mann lächelte freudlos aus seinem Bild in die Runde, erhob seine Hände und sprach mit all seiner Autorität und der ihm innewohnenden Überzeugung: „Eine Dark Lady wurde geboren!“

-Ende-



Das Ende oder der Anfang?

Es ist vorbei, das Ende naht,
Das Neue liegt in der Luft, ganz zart.
Doch wie wird es werden, was wird es sein,
Wer gewinnt die Schlacht, das Spiel der Reihen.
Tod und Verlust auf beiden Seiten, wird es geben,
Doch nur so kann sich was Neues erheben.
Der Sieger zeigt den Neubeginn,
doch in welchem Sinn?
Wird das Gute am Ende siegen
Oder das Böse die Siegestrophäe kriegen?

Weiße, grüne, graue, fote und schwarze Augenpaare
Bestimmen in diesem Kriege die Lage.
Ob Löwe, Dachs, Adler oder Schlange
Jeder baut dem anderen eine Falle.
Der Tod oder das Leben
Was wird es geben?
Was wird sein am Ende der Schlacht
Wenn der Sieger über den Besiegten feiert in der Nacht
Wir werden es erfahren und lesen
Darauf wette ich meinen Besen

Ob die Twins, Gellert, die Geister oder die Macht der Dementoren
Ob mit einem oder beiden Ohren
Ob Irland und England gemeinsame Sache machen
Keiner wird am Ende wirklich lachen
Denn der Krieg ist da und nah
Wir sehen es alle kommen, keiner macht sich rar.

Es ist das Ende eines Epos geworden
Queenie und alle die dran gearbeitet haben
Müssten bekommen einen Orden
Denn wir durften uns an dem Epos laben
Wir lieben die Geschichte sehr
Und die Tränen zum Ende mehr

Danke an Queenie und das Team für eine Geschichte, die einfach nur GIGANTISCH war und ist.
Ich freue mich, dass ich einen kleinen Teil mit diesem Gedicht dazu beitragen konnte
JMIYJA


* Nicht die “offizielle” Zahl, die erscheint mir zu niedrig.


Hier geht es zum OS von Aivy.
Sie hat mir gestattet, ihre Luna-Idee für WHF einzubauen und anzupassen. Das hat mich total inspiriert und ich hoffe, ihr findet das Original von ihr ebenfalls so gut und genial wie ich. Danke dir für alles, Aivy, deine queenie

https://www.fanfiktion.de/s/5e749e310001e55627338e09/1/Die-Folgen-des-Kriegs




Noch ein paar harte Fakten zu WHF:

So, mittlerweile haben wir unglaubliche 666 Kapitel, unfassbare 4.340.930 Wörter, unglaubliche 9.408 Reviews, 642 Sterne und über 2.686.251 Zugriffe. Außerdem möchte ich noch allen 2.759 Favoriten danken, welche die Geschichte mitverfolgen sowie ein besonders großes Danke an alle, die jemals ein Review geschrieben haben.

darkshadow28/darkshadow28 , - Ela -, Sevfan, Schwarzleserin007, Sarah76, Alkmene, irinabutterfly, Mary25, Julius, FaithyOne, rumtreiberin, Atropate, IsisSky, LuSekir, Senorita, Coralyn, midima, Lycana, Northgirl, Saiya, Cabo, mella-b-1980, Nira26,  Severus Granger, WynssaFel, PotterPot, sparkling-eyes, Hexe, Minerverus, Tomcat, Domii, Kandis, vero1985, Inessnape,Zicke300, Miss-Know-It-All, wasp, iQra, Alli, uhrwerkorange, Corni, moni6, Pureblood, xDnaddyxD (naddy-cullen), Cerchi, Anudre, Elaa09, Andrea Katharina, froschlein, dannysahne, VanessaSnake/VanessaSeptember, DemonsKiss, Gwendolyn, magicmerl, SeverinaSnake, Charli1994, Dark Lady1, Ingwill, Aurora-chan5, JuliaMalfoy, Beccs, LonelyMelanie210, solevalia, Liselotte, Beka, Mimi1984, Miss Malfoy 84, trina1992, Blacksilverstar, Evi, Aurora Morgenstern, JuliCullen, Fierce, Diamondsparkle, Lenobia, Tinie, MoonSun, MizuKawajashi, Alfrey, Cannelle, -hmpf-, All thatGlitters, Saria90, Thajin, -Aquila-, M C, Blackpearl1989, Aragock,  Shika97, Saphira289, Silberschatten, ahuntersgrace, mekka, lesekatze, Alex-Ashley, aryaa, Hurls, Mindi, -seven-, XxKaddaleinxX, Mellaly, sandra black, SommerSommerSommer, diabolisches ULO, ErikSnape, Nyx, HermineM-S/ HermineM, weissmagiger, nicacyde/Paki, Pinguin100 , Taomiu,  Alana Slytherin,  Drachentochter, Tinkabellchen, Eis-Phoenix, KellyLanson, Limogirl, dine114, Kathe Lestrange, paranorm, lady-arwen, Chloe Smaragd,  Alcminuialwen, DBZ-Fan1986, Coockiemonster, Kaschmirrot, BetterBeely, misswongee, 6thMona, sunny07, Luzie1990, Thali-chan, Lavenia, anon1234, Shizo-Para, Suiseiseki, Fredchen, dragoni, Mondkind90, Casey98,  Abigal Black, EvieSnape/KateSnape, RikudoSennin, Aoi Hyuga, italiana007, LuciaBlack, ShadowFire, Wichtel, ChemLady, niawe, Miro, Gwynever, LMC, MagnoliaCrystal, Karneval, Black-Smily, Shadows of Night, Franny, Elandil91, snapesbride, -Nike-, Skyscrapergirl, suppenkohleintopf,  Caligula, Lady Armitage, ellcrys, yui-chan-, 1D-Twi-Fan, Clodeen, izzie ravenclaw, Mariella-Cullen, Mariko Ichigawa, Brombeere123, Yelana, Snowmouse, Alton, blackrose15681, Alan Snape, Black Belladonna, LuneFaye, nachteule1, Quarks, lala717, Fjoralba, silina, lemennlatrus , Bubbelz, Hermy01, MissLinda, hope1992, steffi104 , Crowgirl, WolfsHauch, Widderchen, SafeandSound, soso98, Delia Mellark, Molly, Tatze01, Coralina, Xyara, Tattoonation, Mini1009, Atsuto, -Gossip-Girl-, -chiara-, Hirudo Mortifer, ShadowDragon14, TheGrinch, Bellatrix--Black, Padawan Miriel, SerinaMuggel, Nymia, Phoenix587/phoenixfeder-, Filia Silvae, Faeleth,  Pfeonyxdrache, Draco Arctus, Capella, Sorena, solevalia, Schattensammlerin, Xenozis da Silvio, jucebi, pilzkuh, LadyWillow, Black Fire Phoenix, Scarlett Dearing, Malmisrose, abeyla, Abigal Malfoy, Akina99, Melodie Rose, Mailin29, Nenenixda, Lady Rovena, Shine Darkrose, katjatwa, nicola, Jojonny, ginger1, nico80, Leslie Black, Carley Sommer, Lilcassyfly, not-his-date, Whity, Iamanonym, Malou, SIvra, BarrissOffee98, BambiPotterhead, LinchenK, 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Jeanmarie, ledgero, Rubin LH, Sanny2008, Lbeyer732, Zobel, jolo2005, ria-schattentinte, LittleBlackRose, mariechen1111, Aniya, Jokieler, akit0, LouisaJean, tristis est, schaduw, Rebac, slytherins Erbin19, Sudooku, MyLovleyZombie, flummi01, Stenic, Livicorn, Saphira1910, kleinfetti, GwendolinLucyBlack, Maya Lestrange, JacyTheMe, Schattenbeisser, Phoenix38,  AmathystaCox, JDB, Regusto, MadamVorhang, Tagebuchkillerin, SeverusTSnape, MarieMalfoy, Riwenriddle, GeorginaLuna, Vampirella, Azizan, LaLuna, Ajyana, Dragona, Slytherinsgirl, Mira Stark, Meagan, Huffledor, Lacertidae, Enim, xgranger483, Lucilla Malfoy, Elena1999, Steffilein, Aquaril, Dramoine Malfoy, LilyEileenSnape, Yviie93, LeaMarie, Mystic Music, shohayba, Tuffix, Fery, Niennyn, TulaSyon, NaddyMalfoy, LisLu, Honey-loup, gast0617, Dracea, Andrada, manni 249, herkulessi, Moonlight Hunter, schlafender Schatten, LittleStranger, FelicityStormweave, Raven Malfoy, MissMSnape, -LadySlytherin-, LittleMissStar, Julchen1901, LinaSaphir, 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BeitragThema: Re: 666 I   666 I EmptyFr Apr 03, 2020 5:28 am

Ich möchte jeden das neu eingesprochene WHF-Hörbuch ans Herz legen:

https://www.youtube.com/watch?v=1fcURHG5zgM&list=PLBLUriLpCgNrbLjlaD9IhuPM4OS4cdq-Z

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