When Hermione Fights
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 Kapitel 311-312

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queenie
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Kapitel 311-312 Empty
BeitragThema: Kapitel 311-312   Kapitel 311-312 EmptyDi Sep 18, 2012 8:07 pm

311. Kapitel Ödnis

„DANKE für deine Hilfe Blaise!“, wisperte ich nur leise, während Dracos Augen über meine geschundene Erscheinung huschten und die gebissene Lippe genauso registrierten, wie mein zerzaustes Haar und das Blut an meinem Kleid, aber mir war wichtig, Blaise zu danken, denn er hatte mich geerdet, mir geholfen mich wieder zu finden in dem Chaos, das in mir herrschte.

Hermiones Sicht ende

Dracos Sicht

Ich saß im Kreis und lachte gerade mit den Twins über etwas unglaublich Dämliches, als die Tür aufflog und ein sehr aufgebrachter Adrian dastand und mir dann knapp bedeutete ihm zu folgen, etwas was ich sofort tat, nachdem Adrian und Blaise den Auftrag erhalten hatten, zu sehen wo Hermione so lange blieb, schien mir dieser Auftritt besorgniserregend.

Nicht, dass sie aus Versehen in der Höhle gelandet war. Ich hatte extra die beiden geschickt, da Adrian sich auskannte sollte etwas mit dem Mechanismus sein und er auch die Höhlen kannte, aber da Hermione ihm nicht vertrauen würde, war auch Blaise mitgegangen.

Adrian wisperte mir wirre Sachen ins Ohr von wegen Blut, Schwindel, tragen, Schwäche und dass Blaise etwas tue, was ihm Sorge bereite, worauf ich auf den sichtlich nicht mehr ganz klaren, jungen Mann einen verächtlichen Blick warf.

Gut, ich selbst war auch nicht mehr hundert pro standfest, aber noch so klar im Kopf, dass ich durchaus verstand, dass etwas vorgefallen war und so eilte ich in die Halle der Burg und was sah ich da?

Zu meinem Unglauben musste ich sehen, wie mein FREUND, Blaise Zabini, meine Freundin mit absoluter Hingabe küsste.

Und das jetzt wirklich nicht mit einem Küsschen, sondern einem immer stürmischer werdenden Kuss, der auch noch erwidert wurde und da sah ich rot, jetzt verstand ich Adrians Unsicherheit und Sorge.

Dieses Biest würde mein Untergang sein. Ich versuchte mich zu beherrschen, bei dem Anblick, den die beiden dort boten, wobei sie offenbar alles um sich herum zu vergessen schienen.

In dieser Situation war ich wirklich aufrichtig dankbar ein Malfoy zu sein, die Erziehung meines Vaters genossen zu haben, denn ich schaffte es nur nach Sekunden, meine kühle, ausdruckslose Maske aufzusetzen und schon riss ich betont nichtssagend Blaise von ihr weg, ein Umstand, der ihr im ersten Moment zu entgehen schien, während mich Blaise mit glasigen Augen zu fokussieren versuchte und ich einen zynischen Blick auf die beiden warf.

„WAS GEHT HIER VOR?“, fauchte ich frostig, während ich ihr derangiertes Äußeres begutachtete, die wirren und zerzausten Locken, die zerbissene Lippe, die ihren Mund blutrot färbte, die Wange mit dem Cut, das besudelte, zerknitterte Kleid. Sie sah sehr erschöpft und mitgenommen und weniger leidenschaftlich aus, als von mir erwartet, eher als wäre sie fertig mit der Welt.

„DANKE für deine Hilfe, Blaise!“, wisperte sie da leise und hörte sich regelrecht schleppend müde an, daher riss ich mich von ihrem besorgniserregenden Anblick los und schenkte Blaise und Adrian einen raschen Blick.

„Hermione und ich gehen! Lasst die anderen ruhig hier nächtigen!“, befahl ich knapp, woraufhin ich mich zu ihr begab und sie trotz ihres sichtlichen Protestes auf meine Arme hob, denn Adrians wirre Worte vom Tragen, sagten mir, dass Blaise sie auch getragen und hier abgesetzt hatte, so wie sie auf der zu hohen Kommode saß.

„Nein, Draco, lass…!“, jammerte sie widerwillig los und ich achtete nicht darauf, da sie kraftlos wirkte.

„Schsch… Blaise, wir sprechen uns noch!“, drohte ich lakonisch im Gehen, aber weniger böse denn eher neugierig, weil ich wissen wollte was passiert war, dann verließ ich die Burg rasch, um in mein Haus zu verschwinden.

Zu meinem Erstaunen wehrte sie sich nach dem Apparieren gar nicht mehr, sondern schien in meinen Armen ungewohnt ausgelaugt, ermüdet und erschöpft eingeschlafen zu sein.

Und dieser Umstand, zu allen anderen, ließ mich schon wachsam werden, denn dass Hermione aus plötzlich aufkeimender Leidenschaft Blaise an den Hals hüpfte, wollte ich einfach nicht glauben.

Als ich sie behutsam ins Bett legte wirkte sie sehr zart, nicht zerbrechlich, das tat sie an sich nie, aber verletzlich mit ihrer geschundenen Wange, der verletzten Lippe, die ich einer Eingebung folgend nun mit dem Zauberstab heilte. Mein nächster Schritt war, ihr die ruinierte Kleidung weg zu hexen, die noch im besten Fall als Putzlappen dienen konnte, dabei warf ich ihr einen leidgeplagten Blick zu. Sie war so außergewöhnlich, dass nur sie bei einer Hochzeit in die größten und unerwarteten Schwierigkeiten geraten konnte.

Dass etwas geschehen war stand für mich außer Frage, das Rätsel war nur was und irgendetwas ließ mich zweifeln, dass sie es mir sagen würde, also fuhr ich mir schwer durch meine Haare, stöhnte frustriert, bevor auch ich mich fertig machte, denn morgen würde es ins Manor gehen, zu Vater, welch unsägliche Freude!

Draco Sicht ende

Lucius Sicht

Die Tage waren mit unerträglicher Langeweile gefüllt, seit Hermione und mein Sohn abgereist waren. Die Trupps im Verbotenen Wald brachten auch nichts zustande und das Biest hatte sich mit Draco freigenommen und war auf Nimmerwiedersehen verschwunden und ich wurde zurückgelassen.

Severus hingegen ging beim aufgescheuchten Orden ein und aus, der aufgrund von Lupins „Tod“ ganz erregt war und mit der Information von Severus, dass Nott verschwunden war restlos überfordert schien.

Was wiederum dazu führte, dass Severus sehr eingespannt und nicht anwesend war. Dieser Umstand bedeutete, dass er mir nicht zu Verfügung stand um mich zu unterhalten, es war einfach tragisch, um es in Worte zu fassen. Ich langweilte mich unsäglich und das trotz meiner umfassenden Arbeit und das in den Ferien, wo alles hier sein sollte um mir Gesellschaft zu leisten, kaum vorzustellen.

Aber nun gut, so wandte ich mich der Arbeit umso intensiver zu, wie sonst nur außerhalb der Ferien und hier konnten wir von Glück reden, dass noch nicht für den Orden ersichtlich war, dass es bald zu ernsthaften Angriffen und Scharmützeln mit den Zentauren kommen würde. Schließlich musste der Orden nicht sofort wissen, dass sie einen „Verbündeten“, wenngleich auch nicht ganz freiwillig, hinzugewonnen hatten.

Aber diese Pferdchen hielten sich dezent im Hintergrund, vielleicht warnten sie die Sterne, oder die Gestirne sich tief im Wald verborgen zu halten und zu verstecken?

Wer konnte das schon wissen?

Als ich gedanklich zum gestrigen Abend abschweifte, der etwas Abwechslung in die Tristes dieser grausam gleichen Tage gebracht hatte.

Gestern hatten es meine unerträgliche Anverwandte tatsächlich gewagt mich zu belästigen.

Fassbar? Eher Unfassbar!

Schrecklicher als das war die Frage, warum musste Draco auch Blackblut in seinen Adern haben? Das war unsäglich tragisch im Nachhinein betrachtet. Dieses kreischende Weib belästigte meine aristokratischen Gehörgänge penetrant, indem sie mein Manor zu selbstherrlich erstürmte, um mir wegen des Biestes in den Ohren zu liegen und ihrer Genugtuung über das Handeln des Dark Lords Ausdruck zu verleihen, weil er sie an sich unbegründet gestraft hatte.

Natürlich war ich von Fenrir noch schneller über die tatsächlichen Umstände der Züchtigung des Biestes informiert worden, dafür bezahlte ich das zu verachtende Vieh auch sehr großzügig, weswegen mich Bellatrixs Gebaren nicht wirklich verwunderte oder gar überraschte, wenngleich es mich absolut nicht tangierte.

Als sie sich vor mir fast ekstatisch räkelte, da ihre Freude unfassbar zu sein schien und sie mir zu erklären versuchte, dass ich das Mudblood beseitigen müsste, da der Name Malfoy mit ihrer bloßen Existenz beleidigt werden würde, da war mein Blut in den Adern zu Eis gefroren.

Was bildete sich dieses impertinente Weib ein?

MIR, Lucius Malfoy, der Rechen Hand, Befehle oder gar Forderungen unterbreiten zu können?

Eben nichts und das hatte ich sie auch spüren lassen, als ich mich bedrohlich langsam aus meinem Sitz erhob, wobei ich ihr mit einem arroganten, sehr kühlen Lächeln entgegengetreten war.

Ihre totale Ignoranz der Situation gegenüber äußerte sich, indem sie mir ein versucht verführerisches Lächeln schenkte, das eher verrückt anmutete, da sie nicht den irrsinnigen Glanz in ihren Augen hatte verbergen können.

Was bildete sie sich ein, dass sie es auch nur im Ansatz gewagt hatte, etwas gegen ein ihr höher gestelltes Familienmitglied zu sagen, hinzukam, dass ich Bellatrix als Individuum an sich abgrundtief verachtete.

Also hatte ich übergangslos mit meinen Gehstock ausgeholt, um ihr einen harten Schlag zu verpassen, der ihren Schädel krachend traf, wobei ihr das harte Holz eine Platzwunde über der Augenbraue bescherte, da sie nicht schnell genug ausgewichen war.

Daraufhin wollte sie erschrocken über die Attacke loskreischen, was sie auch zu meinem Leidwesen getan hatte, während sie sich unter einem lauten Wehgeheul die blutige Hand aufs Gesicht drückte.

„Lucius was fällt dir ein… DU wagst!“, hatte sie empört losgekreischt.

„Zügle deine Zunge, oder du lernst etwas anderes als meinen bloßen Stock kennen!“, war ich ihr scharf und bestimmt ins Wort gefahren, worauf sie mich ungläubig anglubschte.

„Du wirst es nicht noch einmal wagen, mir zu sagen was ich deiner Ansicht nach zu tun habe!“, wurde ihr von mir sehr blasiert von oben herab beschieden, während ich mir nonchalant eine meiner langen, blonden Strähnen über die Schulter nach hinten strich.

„Aber selbst der Lord…!“, begann sie aufbegehrend, dabei hatte ich mich mit einer plötzlichen, ruckartigen Bewegung zu ihr hin gedreht, sie erschrak und war rudernd auf dem Boden gelandet und unelegant auf ihren Hintern aufgekommen.

„Willst du dir jetzt auch noch anmaßen, zu wissen was unser Herr und Meister denkt?“, war es wispernd, samtig, süß von mir gekommen wobei ich es absichtlich in die Länge gezogen hatte, da ich betont lasziv meinen Zauberstab mit den Fingerspitzen drohend aus dem Stock hervor holte, dies alles unter ihren doch furchtsamen Blicken.

Denn auch wenn sie immer so tat, auf den Crucio stand Bellatrix nicht wirklich und diesen Fluch hatte ich ihr sehr unbeteiligt, aber auch sehr zufrieden angedeihen lassen, dabei betrachtete ich versonnen ihren zuckenden und krampfenden Leib. Ich hatte dabei so etwas wie Genugtuung gefühlt, da ich all meinen Hass, meine Verachtung und meine Wut über ihre Anmaßung in den Fluch legte, wobei sie laut kreischend dagelegen und vor Pein geweint hatte, es war ein Genuss gewesen, ein Hochgenuss, den ich voll auskostete.

Als zu meinem Unmut der einzige Mensch kam, den ich gar nicht hatte sehen wollen, da er sich einmischen würde.

So war Severus gewohnt düster im Türrahmen gestanden und zu meiner Überraschung, schritt er nicht sofort ein, sondern verschränkte abwartend seine Arme vor seiner Brust, in seiner typischen Manier war er lässig am Türrahmen gelehnt und beobachtete mich mit mäßig interessierter Miene, während Bellatrix noch immer zu meinen Füßen gezuckt und geschrien hatte.

Unter diesem unbeteiligten Blick hatte ich arrogant eine Braue über seine derart gleichgültige Art gelüpft, sich so zu geben, aber dann wieder meine hochgeschätzte Aufmerksamkeitauf das sich windende Bündel zu meinem Füßen gewandt, wobei ich den Fluch noch ein wenig mehr verstärkte, was sie unkontrolliert hatte brüllen lassen, wobei sich ein kaltes, zufriedenes Lächeln auf meine Züge legte.

„Hörst du bald auf… oder dauert es noch länger?“, hatte mich plötzlich seine leise Stimme über die ohrenbetäubenden Rufe meiner Schwägerin hinweg erreicht, dabei hatte ich konsterniert zu ihm geblickt.

Das war so ersichtlich gewesen, das er sich genau dann einmischen würde, wenn es spannend wurde und so hatte ich mit einem ungnädigen Seufzer den Fluch beendet. „Sag bitte nicht, dass du das wegen der da tust?“, war ich wenig erfreut über Severus‘ Einmischung gewesen.

„Bitte, wegen Bellatrix? Ich bitte dich, Lucius, ich denke eher daran, dass ich immer den Dreck rausbringen muss, jetzt schafft sie es noch selbst sich zu entfernen!“, lagen bei diesen mitleidlosen Worten seine dunklen Augen verächtlich auf der geschundenen Frau, die atemlos gekeucht hatte.

„Oh, wie immer auf seinen Vorteil bedacht!“, war es samtig von mir gekommen, aber das glaubte ich ihm sogar unbesehen, dass er tatsächlich so agierte, damit er nicht in die Verlegenheit hätte kommen können, die Arbeit machen zu müssen.

„Als wärst du anders!“, hatte er reichlich nüchtern erwidert, während sich Bellatrix schleunigst aufraffte um sich rasch aus den Staub zu machen, dabei hatte sie gekonnt versteckt, wie verletzt sie wirklich war aber sie war immer wieder eingeknickt, fiel fast hin. Sie hatte erbärmlich gehumpelt und wirkte nicht mehr wirklich frisch, als Severus geschmeidig ausgewichen war, bevor sie ihn passierte um dann hinter sich die Tür zuzuschlagen. Es war kein stolzer Abgang, eher der eines geprügelten Hundes, gewesen.

Wir hatten uns ein einvernehmliches und sehr gehässiges Grinsen geschenkt, bevor wir nichts wirklich Wichtiges besprachen, aber er hatte mir Kurzweil gebracht und jetzt gerade als ich dran zurückdachte und wie er wieder wegmusste, erschien mir das Manor wieder zu groß, zu verlassen und zu langweilig und so harrte ich dem Kommen von Draco und dem Biest ungeduldig entgegen.

Da ich um den neuen Auftrag des Mudbloods wusste und ich war einverstanden, dass sie ihn ausführte, denn sie war wahrlich eine geschickte kleine Aus-und Einbrecherin, daher war ich mir zu 100 % sicher, dass sie ab und an versuchte ungesehen aus dem Manor zu schleichen, aber ich war mir unsicher, ob ich es wirklich genau wissen wollte.

Warum ich sie nicht strenger überwachte?

Das fragte ich mich auch sehr oft!

Aber wenn ich mich schon in einen Auftrag involvierte um den ehemaligen und den aktuellen Minister zu diskreditieren, dann musste es auch alles Hand in Hand gehen und dafür brauchte ich verlässliche Personen und das war sie. Ich arbeitete wenn nur mit den Besten zusammen und dazu gehörte das Biest auf alle Fälle.

Vor allem, da sie jetzt auch noch Severus‘ Zeichen trug, band es sie noch enger an mich und ihn, an die Familie!

Ich sah es eher von der Seite, dass sie uns verfallen war, nicht anders herum!

Ich schreckte aus meinen Gedanken hoch, worauf ich unwillig aufsah, da ungewohnter Lärm und Krach zu hören war, etwas das dazu führte, dass ich verärgert meine Stirn krauszog, um mich zu den erhobenen Stimmen zu begeben.

Ich schritt die weitläufigen Flure eilig entlang, bis sich mir in dem Foyer ein ungewöhnliches Bild offenbarte.

Draco, der lässig an dem großen, runden Tisch mit dem riesigen Blumenbouquet lehnte, dann eine in einem liebreizenden Kleid gekleidete Dame des Hauses, sowie ein schwarzgewandeter, schlechtgelaunter Severus. Severus Laune war jedoch nichts gegen die des Biestes, denn ihre Laune schien abgrundtief schlecht zu sein.

In dem Moment wirbelte sie wutschnaubend zu mir herum, als hätte sie gespürt, dass ich das Foyer betreten hatte. Sie sprühte Funken vor Zorn aber ich konnte auch die sich schließende, verschorfte Wunde an ihrer Wange erkennen, die sie entstellte und dafür sorgte, dass ich ärgerlich einen Mundwinkel verzog, denn das gefiel mir gar nicht.

„Oh, da sind sie ja alle, wollt ihr überprüfen ob EUER SPIELZEUG wieder da ist?“, hisste sie bösartig auf und funkelte mich aus braunen Augen vernichtend an. Ich lüpfte daraufhin ob dieser rauen Art indigniert eine meiner hellen Brauen.

„Und das Spielzeug zieht sich nun zurück!“, fauchte sie lautstark und wirbelte auf dem Absatz herum, während sie einen sichtlich wütenden Severus stehen ließ, aber Draco eher erheitert denn besorgt wirkte. Wie es schien war er ihrem Zorn diesmal entgangen, dafür durften ich und Severus ihm gewiss sein. Was sagte ich, kaum waren sie da, herrschte Leben, da sage noch einer, es wäre noch langweilig hier im Manor. Ich klopfte mit meinem Gehstock in meiner anderen Hand verspielt hin und her, das war doch mal amüsant.

„Wäre jemand so gütig mich ins Bild zu setzen?“, fragte ich samtig und erntete von Severus einen bemerkenswert finsteren Blick aus sehr dunkeln Augen und Draco zuckte lakonisch mit den Schultern.

„Ich frage noch einmal… was hat es mit dem „Spielzeug“ auf sich?“, fragte ich schon eine Spur ungeduldiger, genauso stellte ich mir das vor, wenn ich Familie um mich hatte, gesprächige Kooperationsbereitschaft wohin man sah.

„Ich warte!“, bohrte ich blasiert weiter, als sich Severus barsch zu Draco drehte und dieser eine empörte Reaktion schwer unterdrückte, aber noch immer bockig schwieg, während ihn Severus streng fokussierte.

„Sehe ich das richtig Draco, dass du mit IHR über unser Gespräch gesprochen hast?“, schnarrte Severus in kalter, tadelnder Manier zu meinem Sohn, der gekonnt die nichtssagende Maske der Malfoys zeigte und stolz zur Schau trug.

„Bitte, Severus, vorwiegend ging es um den Lord und ihre Verletzung, als es dann explizit um Spielzeuge ging, kam ich nicht umhin dergleichen zu erwähnen!“, wisperte mein Sohn ohne Furcht aber ich konnte Severus‘ unterkühlter Miene entnehmen, dass er wütend war, wohingegen Draco leicht spöttisch aussah.

„Ihr entschuldigt mich, morgen steht die Rückreise nach Hogwarts an!“, zog Draco sich geschwind zurück und ich stand neben dem zornigen Severus, der mit düsterem Blick auf den entschwindenden Rücken von Draco starrte.

„Wirst du es mir nun genau erzählen?“, zählte ich geziemend bis 10, bevor ich fragte.

„Ja, du Nervensäge, aber nicht hier!“, zeigte Severus ungewohnter Weise Nerven, indem er sich entnervt vor mir gab und rasch zu unserem Salon schritt.

Ich sagte nichts, bis wir saßen und aufgrund der frühen Stunde bot ich dem Grummler nur Tee zur Beruhigung an. Somit taxierte ich ihn seelenruhig, während ich vornehm an meiner Tasse nippte und ihn nicht aus den Augen ließ.

„Diese Frauen können nerven!“

„Und das weißt du erst jetzt?“, fragte ich in süffisantem Ton nach, was dazu führte, dass mich ein todesähnlicher Blick durchbohrte.

„Ich hatte mit Draco ein Gespräch über seine Pflichten und eben halt auch darüber, was das Biest für ihn sein kann…!“, sprach er geschäftig, als ich ihn mit einer harschen Geste unterbrach.

„Ein Spielzeug?“, fragte ich erheitert nach, woraufhin er mich mit diesen dunklen Edelsteinen erdolchte und ich mir das gehässige Grinsen verbot.

„JA, möchtest du etwas anderes behaupten Lucius?“, fragte er lauernd nach und ich wägte genau ab, bevor ich antwortete:

„Wenn du dich denn auf Draco beziehst, bei Leibe, nein! Aber ich dachte, das wäre ihm selbst auch gegenwärtig? Und ihr?“, meinte ich sehr ernst, wobei ich zum Schluss aber irritiert auf ihre Reaktion anspielte, da ich nicht dachte, dass das Biest derart blauäugig wäre, von etwas anderem auszugehen.

„Oh, ihr? Ihr ist es gegenwärtiger als ihm…!“, schnarrte Severus gewohnt verächtlich, während er sich misslaunig in dem Sessel zurücklehnte und seine langen, schwarzen Haare sein Kinn umspielten, dabei hörten sich seine Worte für sie selbst nicht wirklich als Kompliment an, dass sie die Situation realistisch sah.

„Was sollte dann dieses unwürdige Benehmen?“, kam es unheimlich blasiert von mir.

„…in den heiligen Hallen des Manors?“, traf mich Severus‘ tiefender Spott und Sarkasmus.

„Severus!“, tadelte ich ihn sofort damit, indem ich seinen Namen sehr betonte und akzentuierte und erntete nichts weiter als das sachte Heben einer dunkeln Braue in ungeahnte Höhen und noch mehr Ironie, die ich großzügig überging.

„Lucius! Der Lord scheint dergleichen zu ihr gesagt zu haben, nachdem er sie bestrafte!“, informierte er mich gewichtig, dabei zog er zuerst meinen Namen zäh in die Länge und imitierte mich damit bedenklich, bevor er sich anders besann und doch noch einlenkte, indem er kooperativ Auskunft gab.

Ich stich mir überlegend über die Lippe, aha, ich verstand, der Lord hatte sie dermaßen abwertend betitelt und Draco, als sie es ihm erzählte, hatte die Gunst der Stunde genützt und ihr bestimmt sehr ausführlich von seinem Gespräch mit Severus erzählt.

Mein Sohn war eine Schlange, sehr schön!

„Könntest du bitte versuchen nicht derart selbstgefällig durch die Gegend zu blicken?“, murrte Severus schlechtgelaunt auf.

„Was erwartest du? Dass sie dir um den Hals fällt, wenn du sie ein Spielzeug schimpfst?“, fragte ich konsterniert und schmunzelte etwas über Severus‘ Selbstverständnis Frauen gegenüber.

„Willst du mir jetzt den großen Einfühlsamen darbieten?“, wies er mich grob in meine Schranken.

„Nein, beileibe nicht, aber ich erkenne, dass es nicht schmeichelhaft klingt!“, wehrte ich ab und schüttelte mein helles Haupt empört.

„DANKE, für diese Information habe ich dich gebraucht! Ich habe es ihr schon einmal gesagt, als wir im Cottage waren, da blieb sie sehr unbewegt, aber Draco zusammen mit dem Lord, das scheint sie nun doch verärgert zu haben“, brummte er grimmig und versank in brütendem, unzufriedenem Schweigen, das ich nicht brach, bis er sich ruckartig erhob.

„Weißt du was, ich überlasse dir den Kindergarten, ich bin weg…!“, schnarrte es gewohnt ölig von ihm und seine Gehässigkeit war ihm anzusehen.

„Wohi…!“, begann ich, doch er fuhr mir scharf übers Wort.

„In mein Heim!“, alles klar, er würde in Prince House brüten, warum nicht. In dieser exzellenten Laune war er eh nicht zu gebrauchen, da konnte ich darauf warten, dass er mir wieder Gläser nachschmiss, eine seiner heimlichen Leidenschaften. Severus hatte wenige, aber diese eine hatte er gefunden und dieser ging er leidenschaftlich gerne nach, nur zugeben würde er es nie.

Als ich, nach einem kleinen Spaziergang durch den weitläufigen Park, die Gunst der Stunde nützte, um mich zu ihrer Suite zu begeben, um mich unterhalten zu lassen.

Sachte öffnete ich die Tür, fand aber den Salon verlassen vor und so schlich ich auf leisen Sohlen weiter. Dann stand ich in der Mitte des Raumes und konnte durch die geöffneten Flügeltüren zu ihrem Schlafgemach blicken, das aber auch verlassen schien. Plötzlich meinte ich, ein verhaltenes Stöhnen aus der Tür zum Studienzimmer zu vernehmen und wandte mich in diese Richtung.

Leise pirschte ich weiter und verharrte reglos im Türrahmen und beobachtete sie durch die offene Tür, wie sie an ihrem klassizistischen Schreibtisch saß und über mehrere Pergamente gebeugt war und die noch leicht nassen Haar sich verspielt um ihr Haupt lockten. Ihr weites, lockeres Kleid sah gut aus, wobei ihr einer der Träger über die Schulter gerutscht war. Ich beobachtete, wie sie ihr Haupt etwas schieflegte und dabei der gerötete, noch immer wunde Schnitt an ihrer Wange offenbart wurde. Verärgert biss ich die Zähne zusammen, denn ich mochte es nicht und wusste es nicht zu schätzten, dass dies der Dark Lord getan hatte, aber er hatte weitsichtig darauf verzichtet sie auf ewig derart sichtbar zu zeichnen.

Ich verharrte noch immer schweigend im Türrahmen, als ihr Kopf hochflog und sie mich mit großen, geweiteten Augen registrierte, dabei legte sie die Feder sofort weg und ihre Hand auf die Papiere, eine Reaktion die mich neugierig machte und so äugte ich interessiert zu den Unterlagen.

„Lucius, bin ich als „Spielzeug“ nicht der Höflichkeit Wert, vor deiner Gegenwart gewarnt zu werden?“, legte sie in einem eisigen Ton, fast schon sarkastisch, vor und ich blickte ihr überheblich entgegen, bevor ich mich in Bewegung setzte, um neben ihrem Schreibtisch Stellung zu beziehen, dabei schaute ich neugierig über ihre nackte Schulter, da ich wissen wollte, was sie so eifrig bearbeitete und nun verbergen wollte.

„So neugierig, Lucius?“, fragte sie mich immer noch verächtlich, bevor sie sich mir provokant zuwandte und mir unwirsch das Blatt hinschob, was mich indigniert aufsehen ließ, da ich eher damit gerechnet hätte, dass sie es zu verbergen suchte denn mir nun nur genervt unter die Nase zu schieben.

„Du scheinst exzellent gelaunt heute, mein Liebes!“, wisperte ich seidig, dabei ignorierte ich gekonnt ihren bissigen Ton und besah mir das Papier nicht, ließ meinen Blick eher über ihre herrlich nackte Schulter wandern, die mich gerade mehr fesselte.

„Lucius, dein Interesse sollte auf dem Pergament liegen!“, tadelte sie mit einer Spur Amüsement in ihrer Stimme, während sie einen skeptischen Blick zu mir sandte.

„Willst du mir sagen, was ich tun soll?“, drohte ich seidig.

„Nie und das hier solltest du kennen, denn es geht um deinen alten Freund Fudge. Es sind die Unterlagen des Lords!“, meine sie nun erklärend, doch ich sagte daraufhin nichts, warf noch nicht einmal einen Blick dorthin, sondern ließ meine Augen absichtlich provozierend auf dem ansprechenden Anblick ihrer halbbekleideten Schulter liegen, bis sie eben Jene unter meinem starren Blick unwillig bewegte.

„Okay, dann sag mir, wann wir ES tun wollen!“, fragte sie ungehalten über meine begierigen Blicke und warf ihre Haare brüsk zurück, weswegen ich ihr ein betont verruchtes Lächeln schenkte.

„Ich könnte dir jetzt gleich anbieten!“, raunte ich zweideutig, dunkel, worauf sie erkannte, wie doppeldeutig sowohl ihre wie auch meine Aussage gewertet werden konnte. Sie wollte gerade empört ihren Träger, der hinabgerutscht war, hinaufschieben, aber ich war schneller mit dem Schlangenkopf meines Gehstocks und ließ sie innehalten, indem ich sie hinderte, sich wieder zu bedecken, was sie ihre Augenbraue skeptisch hochziehen ließ.

„Nun Lucius, ich weiß nicht, wovon du gerade sprichst! Ich spreche über Fudge!“, kam es hart von ihr, als sie sich in ihren Sitz fallen ließ, aber es nicht wagte den Träger hochzuschieben, weshalb mir ein zufriedenes Grinsen über die Lippen glitt.

„Oh, zu ärgerlich und ich dachte es wäre eine willkommene Einladung!“, hauchte ich verführerisch und genoss es sehr, dass sie derart versuchte unbeteiligt zu wirken aber seit unserem Stelldichein im Kerker, dachte ich gut genug zu wissen, dass ich an ihrer eisernen Selbstbeherrschung kratze.

Schließlich stieß ich mich mit einer geschmeidigen Bewegung von ihrem Schreibtisch ab und trat hinter sie, hinter ihren Stuhl, wobei sie wieder aus ihrer zurückgelegten Haltung hochschrecken wollte, was ich aber mit der Hilfe meines Gehstocks zu verhindern wusste, der nun quer über ihrer Brust lag.

Aber ich übte keine wirkliche Gewalt aus, beugte mich nun von hinten zu ihr hinab und mein Haar fiel wie ein Vorhang über uns.

„Der läuft uns nicht weg! Wenn ich dich informiere, wirst du bereit sein?“, wisperte ich ihr verführerisch hauchend zu und sie rührte sich nicht, was mich veranlasste mich noch näher zu ihrer mich anziehenden Schulter hinab zu neigen.

Aus dem Augenwinkel konnte ich ihr verlockendes Dekolleté beäugen, das sich hob und senkte, zwar gleichmäßig, denn dafür besaß sie eine zu gute Kontrolle, aber etwas tiefer als normal waren ihre Atemzüge schon, denn ganz unbeteiligt ließ sie meine aufdringliche Nähe nicht, wie auch ihre, die Lehnen des Stuhls umklammernden, Hände bezeugten.

Als meine Nase endlich die weiche und zarte Haut berührte und ich genießend einatmete, stockte ihr Atem nun doch deutlich, bevor ich höher wanderte, lasziv die Form ihres geschwungenen Nackens entlangfuhr, dabei schloss selbst ich genießend die Augen und verfluchte mich im Stillen, dass ich sie im Verlies hatte entkommen lassen.

„Lucius?“, kam es ungewohnt leise, aber auch mit einem Ton Unsicherheit von ihr, aber ich hielt nicht inne und die plötzlich gut sichtbare Gänsehaut auf ihrer Haut war Befriedigung für mich. Erst als ich von draußen Lärm wahrnahm, eine aufgerissene Tür und ein Ruf:

„Hermione? Hast du meine Abhandlung über diesen „Transformationszauber“ gesehen?“, holte mich die Stimme meines Sohnes aus meiner Hingabe an die Frau vor mir und auch sie war erstarrt, als ich mich rasch aufrichtete aber trotzdem hinter ihr stehend verharrte, wohingegen sie etwas unbequem aussehend auf ihrem Platz saß und dann stand schon mein Sohn in der offenen Tür.

„OH… störe ich?“, fragte er indigniert und ich zuckte nur lässig eine Schulter, denn ja, mich störte er sehr! Wohingegen sie bestimmt dankbar für die Unterbrechung war, das Einzige was mir gerade zusagte war, das beherrschte und kühle Verhalten meines Sohnes.

„Nicht wirklich, Draco! Dein Vater ist mit mir die Unterlagen des Lords durchgegangen!“, meinte das Biest zu meine Verwunderung ohne irgendeinen Unterton in der Stimme, selbst Draco konnte ein skeptisches Aufblitzen in seinen Augen nicht unterdrücken, aber ich war überrascht, dass sie ihn so offensichtlich im Unklaren ließ, denn ich hatte für alles Augen gehabt, nur nicht für die bescheuerten Unterlagen.

„Aha!“, kam es auch schon wenig aussagekräftig von Draco, während sie sich nun doch den Träger hochschob und sich erhob, um die Papiere zusammenzulegen, dabei warf sie mir nun einen unleserlichen Blick zu.

„Dann erwarte ich deine Aufforderung wenn du bereit bist!“, sprach sie mich nüchtern an, da hob sie die Papiere an und bedeutete mir knapp, dass das Gespräch beendet sei und ich verneigte mich halb spöttisch und eilte aus ihren Räumen, wissend dass eine gewisse geladene Atmosphäre herrschte, an der ich nicht unschuldig war.

Diese Stimmung legte sich über die gesamte Zeit bis zu ihrer Abfahrt nicht mehr, auch beim Abendessen nicht, aber ich genoss es in vollen Zügen und vor allem die Aussicht auf unser Treffen, das sie mir als Gegenleistung angeboten hatte, ließ mich vorfreudig zurück.

Lucius Sicht ende

Hermiones Sicht

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BeitragThema: 312. Home sweet home   Kapitel 311-312 EmptySo Sep 23, 2012 10:42 pm

312. Kapitel Home sweet home


Hermiones Sicht

Diesen Tag würde ich unter gegessen abheften. Ich lag in meinem großen, weichen Bett und genoss das Alleinsein, bevor ich in Hogwarts wieder der permanenten Belagerung egal wo, egal wann, egal mit wem ausgesetzt sein würde und den unendlichen Fragen nach der Hochzeit. Ich tat mir gar nicht leid.

Draco und ich hatten uns ausgesprochen, da viel passiert war an dem Abend und es hatte gutgetan, wobei Draco mir nichts Näheres über Irland erzählte als das was ich gesehen, er mir bis jetzt gezeigt hatte, trotzdem glaubte ich fest, dass dort noch mehr passierte und von ihm initiiert wurde. Im Nachhinein betrachtet kam mir in den Sinn, dass Draco damals vor langer, langer Zeit als ich zu Beginn meines 5. Jahres mit ihm im Zug „kollidiert“ war, mich höchstwahrscheinlich für sein Contino Industries im Sinn gehabt hatte anzuwerben oder dergleichen, was immer er dort noch tat.

Wenn man bedachte, wen er dort alles um sich herum sammelte und versammelte, wäre ich als Gryffindor und Harrys Freundin eine gute Wahl gewesen, eine mehr als gute Wahl. Er war halt eine Schlange durch und durch und jetzt wusste ich wenigstens, warum er damals für seine Verhältnisse derart zugänglich mir gegenüber gewesen war.

Ich hatte nie angenommen, dass er blindwütig in diese Beziehung hineingestolpert war, sondern dass Kalkül dafür gesorgt hatte, dass wir uns annäherten, aus denselben Gründen, die auch mich damals im Zug getrieben hatten mich ihm zu nähern. Aber dass er eine derartige Organisation hinter sich verbarg und mich dafür wahrscheinlich in Betracht gezogen hatte, war überwältigend. Dass dann doch alles anders gekommen war, als er mich schließlich gezeichnet und in der Familie aufgenommen hatte, war vielleicht auch für ihn überraschend gewesen.

Ich wusste es nicht und ich wusste auch nicht, was da noch war, nur ein Gespür, ein Instinkt sagte mir, dass mir Draco noch nicht alles offenbart hatte.

Aber wie auch immer, jetzt musste ich erst mal erkennen, dass seitdem ich wieder im Manor war, es mir viel, viel besser ging, denn das beständige Wispern hatte endlich aufgehört und belästigte mich nicht mehr. Ich fühlte mich wie neugeboren.

Was blieb war die quälende Neugierde was der Grund war, dass meine Sinne in Irland verrücktspielten, aber gerade war nicht der reche Zeitpunkt mich damit zu beschäftigen. Dafür würde ich zu Gellert gehen. Mir jetzt den Kopf zu zerbrechen wäre kontraproduktiv und so schob ich es von mir.

Somit war ich einfach nur glücklich wieder daheim zu sein und verstand gar nicht, dass mein Nervenkostüm gestern so schwach gewesen war, dass ich wegen dem Wort „Spielzeug“ derart ausgerastet war, aber nochmal zu hören und klar zu erkennen, wie Severus versuchte Draco und mich zu manipulieren, dann mit den zusätzlichen, bösartigen Worten des Lords, hatte mich fuchsteufelswild gemacht. Als ich dann Severus mit diesem typischem herablassenden Lächeln im Foyer plötzlich gesehen hatte und dann auch seine Missbilligung in den dunklen Augen wahrnahm, als er meiner Verletzung ansichtig wurde, hatte es mir gereicht. Die Erkenntnis, dass ich nur als Spielball wahrgenommen wurde, war genug gewesen, um zu explodieren.

Und ich verlangte von Severus wahrlich nicht viel, nur Respekt und das war wahrlich etwas anderes was ich mir darunter vorstellte, aber was wusste ich schon was Links, Rechts und Lord miteinander so untereinander redeten und da hatte ich nicht mehr darüber stehen können was sie sprachen, also hatte ich meiner Wut freien Lauf gelassen.

Ob gerechtfertigt oder nicht, sei mal dahingestellt, mir hatte es gereicht und Irland hatte noch in mir nachgeklungen!

Aber Severus galt gerade gar nicht meine Sorge, da ich diesem in Hogwarts oft genug über den Weg laufen würde und eigentlich war ich auch gar nicht wirklich auf ihn sauer, eher darauf, dass der Lord es genauso sah, dass ich für die Männer in meiner Familie nur ein „Spielzeug“ war und es stimmte, leider.

Was sollte man von Severus anderes erwarten? Tat ich ihm unrecht? Vielleicht, wer wusste das schon, er war sehr schwer zu durchschauen in dieser Hinsicht und ja, für Lucius war ich gar nichts anderes, konnte ich nichts anderes sein!

Der Einzige, der es so nicht sah, war Draco und der war der Einzige, bei dem es wirklich zutraf, dass er es lernen musste mich derart zu sehen, sehr zu meinem Leidwesen!

Ach, es war dramatisch und zum Haare ausreißen.

Und da waren wir wieder bei Lucius, diesem ewigen Stachel in meinem Fleisch. Als er heute in meine Suite eigedrungen war, ich seinen heißen Atem an meiner Haut gefühlt hatte, hatte er mich schon irgendwie berührt. Oh, er trieb mich absichtlich in den Wahnsinn und der Gedanke an das ausstehende Treffen und die ganzen Doppeldeutigkeiten und Anspielungen würden in Zukunft arg an mir zerren, nur warum Lucius in der Lage war diese Widersprüchlichkeit in mir auszulösen, erschloss sich mir leider nicht ganz, oder wollte ich nicht, dass es sich mir erschloss...

So bemühte ich mich, trotz vieler Dinge, die mich beschäftigten, zu schlafen. Dann kam auch schon ein bedrückender Morgen, der von seiner angespannten Atmosphäre her nicht zu benennen war und die große Verabschiedung im Foyer, wobei Lucius sich selbst übertraf, indem er mich und Draco schockte, da er uns ähnlich wie in den ersten großen Ferien verabschiedete, nicht zu intim, aber mit einer aufmerksamen Handgeste zu uns hin. Es hatte sich wieder etwas verändert, nur was, konnte ich noch nicht sagen und so war ich froh, aber auch wehmütig, das Manor hinter mir zu lassen.

Aber ob ich freudiger ins Cottage gehen sollte, da war ich mir nicht sicher, denn wer wusste schon etwas? Wer wusste alles, was in den Kellern der Burg geschehen war?


„Da seid ihr ja endlich!“, begrüßte uns ein chaotisch lautes Cottage wie eh und je, wenngleich es nun nicht mehr meines war, sondern das der Twins, fühlte ich mich sofort wieder wohl hier.

„Was… was…!“, wurde ich, beziehungsweiße mein Gesicht, von grabschenden Händen umfasst von sowohl Harry, der mich zu meinem Erstaunen als erstes in den Finger hatte, als auch dann die Twins, die sich meine auf wundersame Weise verheilte Wunde genau ansahen.

Den roten Strich, der nur noch meine Haut zierte, war von mir mit Make-up überdeckt worden, aber der Lord hatte gehalten was er versprach, rechtzeitig zur Schule würde ich wieder vorzeigbar aussehen.

„Boah Mann, das war eine Hochzeit…“, kam es possierlich von den Red Devils, während der letzte Finger tastend über meine Wange strich, etwas was mir zeigte, dass die Jungs und die Twins nichts von dem Keller wussten, da dies sonst ihre erste Aussage gewesen wäre.

„Oh, ja und die Nacht in den Schlafräumen war genial, ich mag deine olle Burg, Draco!“, erklärte Fred grinsend, während George eifrig zustimmend nickte.

„Ich auch, wenn mir mal sterben, ziehen wir als Schlossgespenst dort ein! Versprochen!“, meinten dann beide sehr großzügig und stießen ein ohrenbetäubendes Spukgeräusch aus.

„Jupp, jede gute Burg braucht so was!“, kam es sehr ernst von Fred und sein diabolisches Grinsen war beängstigend.

„Wollt ihr mir drohen?“, fragte Draco auch sofort konsterniert und sorgte für laute Belustigung, aber das Schweigen von Harry und Ron zu meiner Verletzung war mir sehr wohl aufgefallen, was für eine Veränderung, denn früher wäre ich jetzt und sofort ausgequetscht worden über das Wieso, Warum und Weshalb, aber heute, nein!

„Nie, Draco! Nie!“, kicherten die Red Devils bitterböse und wirkten in ihrem Auftreten furchteinflößend. Es war ihnen wirklich zuzutrauen, dafür zu sorgen, dass sie in Dracos Burg spuken würden.

„Ach was, wo denkst du hin?“, wehrte George wenig überzeugend mit der Hand ab und Dracos schmerzlich verzogene Miene zeigte deutlich, dass er die Drohung sehr ernst nahm. In dieser Zeit der Ablenkung huschte mein abwägender Blick durch den Raum, zu dem Mann, der mir geholfen hatte.

„Krass, was wir hören mussten Malfoy! Eine Burg… Flint, Pucey und Co. wow!“, mischte sich jetzt zum ersten Mal Harry in das Gespräch ein, während ich mich auf einen Stuhl setzte und Astoria mir rasch und aufmerksam eine Tasse Kaffee einschenkte, aber so wie sie mich mild lächelnd ansah, wusste sie nichts von Blaise und mir. Dieser hielt sich auch sehr dezent im Hintergrund und achtete betont drauf, mich nicht zu intensiv anzusehen.

Aber was sollte man von Schlangen anderes erwarten?

Ehrlichkeit, Offenheit oder gar Aufrichtigkeit?! Das war utopisch!

Draco hatte mir erzählt, dass Pucey ihn wortlos aus dem Raum geholt hatte und wie es aussah, hatte er auch danach das Schweigen gewählt. Somit schien auch Blaise nichts sagen zu wollen, dennoch fiel ihm, wie auch mir, kurz der strafende Blick von Draco auf, der ihn rasch streifte, aber uns entging auch nicht, dass Draco anscheinend großmütig darauf verzichten wollte, Blaise hier vor allen zu tadeln oder auszufragen und da dieser augenscheinlich Astoria nichts erzählt hatte, war es auch besser so. Draco erkannte mit einem raschen Blick auf Astoria auch, dass sie ahnungslos war und erstaunlicher Weise schien er Blaise nicht in die Bredouille bringen zu wollen.

Astorias Unwissenheit könnte wirklich ungemütlich für Blaise werden, obgleich er mir nur hatte helfen wollen und das hatte ich auch Draco gesagt. An sich hatte er somit nichts von eben Jenem zu befürchten, da ich mir dies verboten hatte und mich schützend vor den armen Blaise stellte. Ich schenkte dem ungewohnt zurückhaltenden, jungen Mann ein nettes, aufmunterndes Lächeln, welches er kurz, ungewohnt scheu erwiderte.

„Kann ich was dafür, dass er sich diese Spinnet aussucht?“, fauchte Draco nun entnervt und meine Aufmerksamkeit kehrte zu dem Gespräch zurück, das etwas an mir vorbeigegangen war.

„Ähm, Draco, ich erinnere dich ungern daran, aber auf der Feier sagtest du noch, ALICIA!“, bemerkte Fred gekünstelt lieblich und blinzelte idiotisch affektiert mit den Wimpern.

„Seid doch still!“, unterbrach Draco barsch und erntete nur Gelächter der gemeinen Art von der versammelten Gruppe.

„Bitte, wenn schon, heißt die Gute nun Flint!“, „Jupp, traurig aber wahr! Aber nach der Trauungszeremonie, sollte das selbst dir im Gedächtnis haften geblieben sein!“, meinten die beiden hochtrabend, dabei waren die beiden solche Chaoten. Nach diesem Einwurf der Twins sah Draco sie wie vom Donner gerührt an, denn der Umstand, dass er nie wieder Spinnet sagen konnte, schien ihm erst jetzt bewusst zu werden und es schmeckte ihm gar nicht, während George lässig abwinkte und Harry die Gunst der Stunde nützte, um neu anzusetzen.

„Ich glaube, er meinte auch eher, das was du da aufbaust…, könnte es sein, dass du für den Nachwuchsschwund vom Ministerium und bei den DeathEatern sowie im Orden verantwortlich bist?“, fragte Harry eher lauernd und Ron stand fordernd neben ihm, woraufhin Draco eine herrlich unbeteiligte Maske aufsetzte und blasiert mit einem Zeigefinger auf sich deutete, um dann lässig die Schultern zu zucken.

„Keine Ahnung wovon du fabulierst Potter!“, schnarrte er gewohnt tief.

„Alles klar, Malfoy!“, kam es verächtlich von Harry, dabei verschränkte er die Arme und schaute mit fast schon belustigtem Blick zu Draco.

„Wo ist eigentlich Daphne?“, fragte da Draco urplötzlich.

„Oh, im Kinderzimmer!“, warf Astoria sofort ein.

„Und was tut sie da?“, fragte er pikiert und irritiert.

„Das meinst du nicht ernst, oder? Malfoy? Was wohl, sich von ihrem Sohn verabschieden!“, rollte nun Ron als Antwort mit den Augen, während Harry leicht leidend aussah, da Draco auch schon seinen Finger fordernd auf Harry richtete.

„Und was macht er dann hier?“

„Oh… ich? Äh… ich dachte kurz und schmerzlos ist besser…!“, kratzte sich Harry unwohl im Nacken und wurde leicht rot um die Nase.

„Wo er auch recht hat!“, kam es von mir recht sparsam und selbst Draco nickte zustimmend knapp, wohingegen die Twins und Astoria fast einen tadelnden Blick zu Harry warfen.

„Meint ihr, uns erwartet diesmal wieder eine Delegation am Bahnhof?“, wollte Ron vorsichtig wissen und erntete nur Schultern zucken.

„Was macht der Gefangene?“, fragte Draco gewichtig.

„Gefangen sein!“, warf Fred lakonisch ein.

„Ernsthaft!“, schenkten ihm die Twins einen bösen Blick, so als sollte er sie nicht in Frage stellen.

„Es wird… es wird, erzähl ich später!“, wiegelte Harry ab und damit lenkte ich auf ein anderes Thema.

„Und ihr habt jetzt einen kleinen Schreihals?“, zog ich die Twins auf, die mich sofort anstrahlten.

„Jupp, das wird geil!“, „Voll krass!“, „Der kleine Scheißer!“

„Und wie froh bin ich, dass Dobby ein Auge auf euch hat und die Uhren beruhigen mich schon sehr!“, wisperte Harry erstaunlicher Weise Draco über das Geschrei der Twins hinweg zu und dieser nickte skeptisch, als Harry den Hauself erwähnte, aber da erschien nun unerwarteter Weise Daphne in der Tür, um mit einem melancholischen Flair auf uns zuzueilen.

„Oh, ihr seid schon da! Müssen wir los?“, fragte sie atemlos, aber wie ich nach einer kritischen Musterung feststellte, ohne Tränen und sehr gefasst und Göttin sei Dank, ohne Kind auf den Armen.

„Gleich! Es eilt noch nicht!“

„Oh…!“, schmiegte sie sich vertraut an Harrys Arm und blickte niemanden bestimmten an, aber sie sagte auch nichts Gegenteiliges.

Somit gelangten wir ohne das befürchtete, tränenreiche Drama zum Express und zu unserem absoluten Unglauben waren nur die Weasleys da, um Ginny zu bringen und Mad-Eye, aber sonst niemand. Vor allem wimmelte der Bahnhof vor Auroren, die mit gezückten Stäben patrouillierten.

Wir sahen auch, dass Tonks eine der wachhabenden Auroren war, wenngleich sie einfach schrecklich aussah, ausgezehrt und mit verbittertem Zug um den Mund, trug sie eine erschreckend weiße Haarpracht, die sie fast wächsern, bleich aussehen ließ.

Remus‘ Tod nahm sie augenscheinlich sehr mit. Arthur, Molly und Mad-Eye nickten uns nur zurückhaltend zu, forderten aber sonst nichts von uns. Wir waren so überrumpelt, dass ich fast nicht in den Zug gestiegen wäre, da ich erkennen durfte, Arthur und Molly arbeiteten an sich, während Moodys magisches Auge wie wild rotierte und mich fast schwindelig machte. Als ich seinen skeptischen und später fast erschrockenen und entsetzten Blick auf mir spürte, da fragte ich mich, was er gesehen haben könnte und ob ich mir Sorgen machen sollte!

Aber dann runzelte er als Reaktion nur die Stirn, sah mir tief in die Augen und blickte dann zu Harry, der mir gerade die Hand hinstreckte und mir mit einem absolut freundlichen und ehrlichen Lächeln in den Zug half, sodass ich Moody vergaß, da nun auch noch Ron frech grinste und Ginny rasch zu uns eilte. Sie schenkte mir und Harry mehr als argwöhnische Blicke, so wie der halbe Bahnhof, jedenfalls fühlte es sich an als wäre es der halbe Bahnhof. Das war vielleicht was und Harry wusste von den Twins, Blaise und Astoria von der „Enttarnung“ innerhalb der Burg auf der Hochzeit und nahm mich bewusst fest in den Arm und zog mich besitzergreifend den Zuggang entlang. Später im Abteil, nach dem Aufbau der Schilde, sahen wir uns lange an, sagten aber erst mal nichts. Jeder war auf seine ganz eigene Art und Weise mit sich beschäftigt, denn es war wieder viel passiert in diesen Ferien, viel zu viel.

Harry war in Gedanken dabei sein Kind zurückzulassen, Ron dabei was im Wald passiert war und dass er das ganze Remus Drama verdauen musste und ich war seit der Geschichte in den Kerkern von dem irischen Schloss ganz neben mir und mir ziemlich sicher, dass ich zu Gellert musste, um jemals wieder tief und fest schlafen zu können, aber wo die Zeit hernehmen wenn nicht stehlen. Gerade wünschte ich mir meinen Zeitumkehrer wieder sehnsüchtig herbei und verfluchte das Schicksal, dass es zustande brachte, dass wir damals beim Kampf in der Mysteriumsabteilung alle Zeitumkehrer zerstört hatten.

„Glaubst du, das war von Malfoy eine gute Idee?“

„Wie bitte, Harry?“, rissen mich seine ruhigen, beherrschten Worte aus meinen Planungen, als er plötzlich eine Frage an mich richtete.

„Na, wie ich es sage! War es so schlau, vor den BL und DA-Mitgliedern zu zeigen, dass ihr ein Paar seid? Die Blicke!“, meinte er zweifelnd und ich hob die Schultern sehr hoch.

„Ich weiß es nicht?“, meinte ich zaghaft, da ich selbst unsicher war und wusste, dass es mir das Leben in Hogwarts nicht leichter machen würde.

„Was werdet ihr nun tun?“, wollte Ron vorsichtig wissen, worauf wir lange nichts sagten, bis Harry resolut antwortete:

„Nichts!“

„Wie nichts?“, quietschte Ron erstaunt und blickte mit großen Augen auf Harry.

„Nichts, wie nichts!“, kam es lapidar von diesem.

„Aber die Gerüchte!“, echote Ron furchtsam und fasste sich an die Kehle.

„Werden gar nicht so erblühen können, weil sie magisch gebunden sind! Das hat Blaise erzählt!“

„Aber die Blicke?“, wisperte Ron als Harry betont lässig die Schultern zuckte. Er schien seine Entscheidung für sich gefällt zu haben.

„Wenn ich über die bescheuerten Blicke nachdenke, die ich seit meinem ersten Lebensjahr bekomme, dann halte ich die auch noch aus!“, kam es sehr gehässig von Harry, wobei seine Züge eine unglaubliche Entschlossenheit zeigten.

„Ob die Taktik gut ist?“, zweifelte Ron offen und fuhr sich durch seine länger gewordenen, orangeroten Haare.

„Bestimmt denken sie, ich bin zu bemitleiden und der größte Trottel auf Erden, weil mich Hermione und Malfoy hintergehen… sollen sie doch! Mir ist es schon lange, egal was andere über mich denken!“, grollte Harry und schüttelte entschlossen sein Haupt.

„Genau Harry es ist egal. Solange Dumbledore lebt, sollten nicht zu viele Fragen wirklich laut innerhalb Hogwarts beantwortet werden! Ich werde die Blicke auch sehr wohl aushalten!“, resümierte nun ich bestimmt und meinte es ernst, denn die Gefahr war, solange der Alte lebte, einfach zu groß, um alle offenen Fragen zu beantworten.

„Sagt mir lieber, wie läuft es mit Remus?“, fragte nun ich interessiert und griff das Thema aus dem Cottage wieder auf.

„Oh, ein Leidensweg ohne Ende!“, jammerte Ron auch sofort los und strich sich schon wieder frustriert durch die roten Haare, was mich einen irritierten Blick zu Harry werfen ließ.

„Du musst das so verstehen, Ron und ich haben uns abgewechselt in Remus‘ Betreuung oder auch Bewachung, wie auch immer! Er ist auch etwas aufgetaut nachdem er mitbekommen hat, dass wir alleine waren! Er kämpft schwer mit den Erkenntnisse und Offenbarungen, wenigstens wird er nicht mehr aggressiv…!“, erzählte nun Harry wenig begeistert und sehr mitgenommen wirkend.

„Bitte?“, wollte ich wissen.

„Ja, er hatte so ein paar Aussetzer! Vorwiegend nachts wenn er schläft und dann aufwacht! Er träumt! Er hat Albträume. Er erzählt uns leider sehr genau was… du… was ihr… also wie…“, erklärte Ron, der anscheinend die undankbare Aufgabe übernommen hatte für Remus in diesen Zeiten verantwortlich zu sein.

„Ron versucht gerade zu sagen, dass Remus uns sehr wohl, sehr ausführlich und detailliert beschreibt, was du und Malfoy Senior ihm angetan habt!“, kam es versucht neutral von Harry, wobei er eine leidende Miene zog und Rons Adamsapfel nervös auf und ab hüpfte. Ja, stolz auf meine schmutzige Arbeit konnte ich wahrlich nicht sein, aber ich zeigte mich unbeeindruckt.

„OH!“, entwich mir somit nichtssagend, denn zu mehr war ich nicht wirklich in der Lage, obwohl dies trotz der Zauber möglich gewesen wäre, da die Magie Ron und Harry als meine Weggefährten akzeptiert hatte. Aber freuen tat ich mich nicht wirklich darüber, denn ich wollte diese Episode am liebsten selbst so gut es ging vergessen und nicht, dass die Jungs noch detailliert erfuhren was ich grausames getan hatte. An sich waren sie von der Jagd im Wald schon genug geschockt, da brauchten sie nicht auch noch die genauen Erzählungen wie ich jemanden folterte.

„Wie wollen die Twins das mit Lucien machen und mit Remus?“, lenkte ich dann doch beunruhigt ab und überspielte die angespannte Atmosphäre, woraufhin Harry mit stechendem Blick zu mir aufblickte und sachte nickte. Wir würden also nicht darüber sprechen sondern das Schweigen akzeptieren und da stieß Ron total erleichtert, dass er nicht mehr über Folter reden musste, einen tiefen Seufzer der Dankbarkeit aus.

„Dobby! Die Tür wird nicht mehr geöffnet! Dobby bringt alles nötige hinein und hinaus! Auch die Tür wurde von uns und den Twins, wie der ganze Raum, so versiegelt, sodass nichts rein und nichts raus kann, auch an Vollmond nicht!“, erklärte mir Harry und ich verstand, sie hatten einen einbruch- wie ausbruchssicheren Raum geschaffen, das war klug.

„Tja, meine Brüder sind genial, wenn sie es sein müssen! Und jetzt ist es ja auch noch ihr Haus!“, meinte Ron leicht eifersüchtig und stolz zugleich, das brachte auch nur noch er zustande.

„Es ist wirklich krass, dass du es ihnen geschenkt hast! Sie sind immer noch ganz aus dem Häuschen!“, grinste mich Harry dabei breit an und wir konnten Ron verstehen, denn Harry hatte Grimmauld Place, ich hatte mein eigenes Haus in Chelsea und die Häuser der Malfoys und nun die Twins, die das Cottage hatte. Er war der Einzige von uns, der kein Haus sein eigen nennen konnte, wenngleich er sich aufrichtig für seine Brüder freute und auch jetzt mit den immer mächtiger werdenden Schultern zuckte.

Als ich selbstzufrieden über Harrys Antwort lachte, bevor ich wieder auf Remus zu sprechen kam, da es mir doch keine Ruhe ließ und hier waren wir weniger unter Beobachtung als in Hogwarts.

„Das heißt, er ist immer noch wütend auf mich?“, fragte ich vorsichtig, dabei kaute ich auf meiner Unterlippe.

„Das ist wohl untertrieben! Aber er hat sich soweit gefangen, dass er nicht gleich wieder versuchen wird, dich umzubringen! Er und ich, wir haben einige gute und vor allem lange Gespräche geführt … nötige Gespräche!“, verstummte Harry recht knapp, denn es waren augenscheinlich keine leichten Diskussionen gewesen, die sie geführt hatten und so wandte ich mich an Ron.

„Und gesundheitlich?“

„MHM… er tut sich noch immer schwer etwas zu fokussieren, aber er ist nicht blind! Der Rücken?! Nun, damit gewinnt er zwar keinen Schönheitswettbewerb, das Salz hat viel zerstört und ist tief eingedrungen aber zusammen mit dem Hals sieht es recht gut aus! Das was wirklich Anlass zur Sorge geben sollte sind die zertrümmerten Kniescheiben, er hinkt sehr. ABER, wir setzen unsere Hoffnung auf den nächsten Vollmond, dass vielleicht bei der Wandlung seine Knochen so brechen und wieder zusammenwachsen, dass sich alles wieder heilt! Schließlich brechen seine Knochen einmal im Monat…mehr oder weniger! Verschieben und verändern sich… mal sehen!“, erklärte Ron akkurat und ich lauschte gespannt, denn zu hören was ich für Schäden hinterlassen hatte, war nicht schön und was ich dabei fühlte war schwer zu sagen.

„Er hat mir erzählt, dass Snape die Wahrheit sagte mit Mum und Dad! Dass beide zum Schluss nicht glücklich waren! Aber er meinte, die Umstände mit dem Verstecken wären auch nicht leicht gewesen! Er hat auch noch gesagt, dass Dumbledore in der Dritten zu ihm meinte, ich sei zu jung und zu ungefestigt, wenn er sich mir vollständig offenbart hätte über meine Eltern!“, platzte Harry wie aus dem Nichts damit heraus und unterbrach Ron und mich aufgebracht, worauf Ron und ich verstehende Blicke wechselten, dass dies alles nicht leicht für Harry war.

„Das heißt, er, Remus, wusste von der Untreue beider?“, fasste ich nach und Harry schüttelte betrübt den wirren Haarschopf.

„Nein! Er ist selbst aus allen Wolken gefallen! Er meinte, das würde er nicht gutheißen und er meinte aber auch, dass Lilly nichts für Snape auf ewig gewesen wäre. Sie wäre eine zu gute Seele für eben Jenen gewesen! Was auch immer das heißt… aber alles was dich und die Schlangen betrifft, darüber wird er sehr schnell zynisch!", führte Harry weiter aus.

„Tja, da hab ich einen Stein bei ihm im Brett!“, erwiderte ich ironisch und strich mir eine verwirrte Locke aus dem Gesicht.

„Er mag Lucien!“, kam es zusammenhangslos von Harry.

„Das ist schön Harry!“, erwiderte ich betont freundlich.

„Ja…!“, meinte er nicht wirklich glücklich oder gar überzeugt, als es ihn ersichtlich riss und er hochruckte, um weiterzusprechen. „Und Alicia hat tatsächlich den ollen Flint geheiratet? Ich bin sprachlos!“, lenkte diesmal Harry ab, aber sein Blick zu meiner Wange zeigte mir, dass ihm noch anderes im Sinn herumging als die Hochzeit.

„Boah und ich erst! Den hässlichen Troll!“, schüttelte Ron sich eifrig und ich rollte mit den Augen über ihr kindisches Gebaren, aber dass Flint damals Kapitän gewesen war und ihnen das Leben schwer gemacht hatte, das vergaßen die Jungs nicht so leicht.

„Flint sah wirklich gut aus! Sehr gut! Eine Frau würde wohl männlich sagen, wenngleich auch nicht schön! Aber er ist markant, ein ganzer Mann, wenn ihr so wollt!“, wies ich ihn zurecht, da ich Alicias Wahl durchaus nachvollziehen konnte und somit zu seiner Verteidigung eilte.

„Wo die Liebe hinfällt! Aber schon krass, was Malfoy da tut… wusstest du es?“, meinte da Ron schon wieder erstaunlich weitsichtig, aber auch tolerant. Er war nicht mehr der verbohrte Junge von früher, sondern liberaler und nun zeigte er sich gerade regelrecht beeindruckt von dem was sich ihm offenbarte.

„Nein!“

„Ich versteh echt nicht, wie du so leben kannst! Im Nichtwissen….“, wedelte Harry erregt mit der Hand durch die Luft, bevor er weitersprach. „Was ist mit deiner Wange… die Twins haben erzählt…!“, zeigte mir Harrys Zeigefinger an seiner Wange, dass er sehr genau von meiner Verletzung wusste.

„Der Dark Lord hat gestraft und ich spreche jetzt nicht mal von mir! Freue dich Harry, die Ratte hat gelitten unter seiner wankelmütigen Laune…!“, erzählte ich wenig herzlich, aber auch sehr sarkastisch als ich erkennen durfte, dass meine Worte durchaus ein gehässiges Grinsen auf Harrys Züge zauberte.

„Wäre es zu viel verlangt, wenn du es mir einmal zeigst? Die Erinnerung?“, überrumpelte mich Harrys Bitte, selbst ein bis jetzt sehr zufrieden und selbstgefällig schauender Ron warf Harry einen erstaunten Blick zu, bei dieser ungewöhnlichen Bitte.

„Ja, wenn du es wirklich willst, in deinem Bett!“, bot ich es nach kurzer Zeit an, als Ron losprustete:

„Ihr wisst schon wie das klingt, oder?“

„Haha… Ron, aber mal ernst, warum hattest du eine Verletzung, die nicht zu heilen war?“, überging Harry nonchalant Ron.

„Dafür braucht es derweil keinen Grund! Es ist der Lord, Harry! Er war misslaunig, ich war da! Ich wurde gestraft, es hätte schlimmer kommen können!“, zeigte ich mich betont kalt über die Repressalie des Lords mir gegenüber, mit der ich mich mit Gleichmut sofort abgefunden hatte. Der Lord brauchte keine Gründe, dafür war er der Lord, Schluss, Aus, Ende, Amen!

„Es macht dir nichts aus?“, forschte er ungläubig nach, während sich Ron verhalten zurückhielt und uns nur stumm beobachtete.

Da wog ich genau ab und hörte kurz intensiv in mich.

„Weniger, ich muss immer damit rechnen! Bis jetzt bin ich glimpflich davon gekommen! Geh mal davon aus, dass Bellatrix von den Lestranges oder Fenrir öfters hinter der Tür wieder zusammengeflickt werden musste als sie einem weißmachen will!“, meinte ich verächtlich.

„Meinst du?“

„Ja, sie sind alle hart im Nehmen! Aber nur bis die Tür zufällt! Danach brauchen auch sie Hilfe!“, meinte ich hart. Nach diesen wenig schönen, aber sehr ehrlichen Worten, versanken wir kurz in brütendem Schweigen, welches ich abrupt brach.

„Was ist mit Daphne?“

„Es geht! Sie hält sich gut! Denke ich!“, meinte Harry unsicher, wobei er ein tiefes, fast unglückliches Stöhnen ausstieß.

„Ich hoffe es, ich hoffe es wirklich!“, wisperte ich hoffnungsvoll, bevor wirklich jedes Gespräch erstarb und wir nur noch blicklos vor uns hin starrten und wohl jeder wieder in seine Gedanken abtauchte.

Wir hatten Glück und waren im Nachhinein erstaunt, dass wirklich niemand zu uns kam, keine Luna aber auch keine Ginny!

Und als wir später unter den beobachtenden Augen von Dumbledore, McGonagall und Severus saßen war alles wie immer, nur die spöttische Verbeugung meinerseits zu Dumbledore und einer Geste zu einem wiedergekehrten und wohlbehaltenen Harry, hatten Dumbledores weiße Braue in unendliche Höhen befördert, aber diese Ironie hatte ich mir nicht verbeißen können und somit hatte uns Hogwarts wieder!

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