When Hermione Fights
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 Kapitel 315-316

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queenie
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BeitragThema: Kapitel 315-316   Kapitel 315-316 EmptyFr Okt 05, 2012 5:30 am

315. Kapitel Der verbotene Wald


„Nicht sexuell… diese Küsse waren nur hilfereich, es hat geholfen!“, wehrte ich rasch ab.

„Jetzt versteh ich auch das Schweigen. Astoria würde das gar nicht gut aufnehmen!“, zeigte sich Harry nicht wirklich glücklich, dass ich mit Blaise geknutscht hatte, auch wenn er sich mehr um die Ruhe im Cottage zu sorgen schien.

„Und dir ist es gleich?“, kam es süffisant von mir.

„Mhm… ich versteh, dass er dich nicht bewusst verletzen wollte, wenn du schon den Cut hattest! Draco scheint es auch relativ gelassen zu nehmen, nur Snape solltest du dies nicht wissen lassen!“, warnte mich Harry ostentativ, dabei drückte er fest meine Hand.

„Himmel! An den hab ich noch gar nicht gedacht!“, kam es überrumpelt von mir, denn es stimmte, Severus hatte ich über diese Überlegung verdrängt. Er mochte es gar nicht, wenn da was mit anderen Männern war, da war ich mir sehr sicher. Wir versanken wieder in brütendem Schweigen und ich überlegte, dass Severus sehr verständnisvoll sein würde, sollte er es erfahren, doch mir das vorzustellen, wollte mir nicht gelingen. Nur, wenn ich absolut offen und ehrlich über die „White-Eyes“ wäre, dann vielleicht, sonst nie und nimmer.

Natürlich ging da meine Ironie mit mir durch, denn ich könnte mich auch irren. Severus war wahrlich nicht leicht einzuschätzen. Harry wandte sich wieder mir zu und sah mich eindringlich an, bevor er weitersprach.

„Ich muss dir noch von Apsis erzählen!“, kam es nun von Harry reichlich knapp, wobei ich ihm nur zunickte und dem Themenwechsel gerne zustimmte.

„Also, Apsis hat wie versprochen Dumbledore belauscht! Sie hat Dinge erfahren an die ich nicht mal im Traum gedacht habe! Du musst wissen, der Alte vermutet, dass ich dieses Jahr nicht zu den Dursleys zurückkehre, beziehungsweise, dass er dies nur schwer zustande bringen wird! Na, wie auch immer, er plant, dass die Dursleys England verlassen sollen, der Orden ist involviert…!“, kam es recht spärlich von Harry.

„Du schweigst? Was überlegst du?“, fragte Harry konsterniert, da sich meine Stirn kräuselte und ich wohl sehr ernst aussah, bevor ich meine Gedanken in Worte fasste.

„Mhm… vielleicht solltest du zurückgehen!“, gab ich leise, aber auch sehr überlegt zu bedenken.

„WIE BITTE?“, krächzte er entsetzt, dabei ruckte er empört hoch.

„Vielleicht solltest du zurückgehen!“, widerholte ich ruhig.

„WARUM? Warum sollte ich dergleichen tun? Meine Familie ist im Cottage!“, brauste er zornig auf und hatte sich nun hochgezogen, lehnte an seinem Kopfteil und starrte auf mich nieder, dabei quittierte er meine Forderung mit einem todbringenden Blick.

„Nun, überleg mal Harry! Eben, niemand darf wissen, dass DEINE Familie, dein Kind und deine Frau, im Cottage ist und jeder weiß, dass du in den Sommerferien bei den Muggeln lebst, wenn du nicht mehr hingehst, wird der Lord sofort wissen, dass da was nicht stimmt! Wir sollten versuchen, es so normal ablaufen zu lassen wie gewohnt!“, versuchte ich es Harry eindringlich verständlich zu machen, während seine Miene seinen offenen Widerwillen sehr deutlich widerspiegelte.

„Das ist nicht dein Ernst!“, hauchte er nur ungläubig.

„Doch!“

„Das kann nicht dein Ernst sein!“, wisperte er rau, dabei riss er sich die Brille von der Nase und rieb über seine Nasenwurzel.

„Warum nicht? Bis wir dich holen und der Orden die Dursleys wegbringt, warum nicht, dort bist du sicher!“, drang ich unerbittlich in ihn. Ich wusste, was ich ihm abverlangte, wusste, wie sehr er es hasste dort zu sein, aber ich fand es durchaus eine Überlegung wert.

„Du weißt schon, dass ich ein Kind habe, das ich sehen möchte!“, stellte er eine rein rhetorische Frage, die schrecklich zynisch klang.

„Ja, schon klar, du sollst da ja auch nicht versauern! Wir werden sehen was am besten ist, wenn die Zeit reif ist… Freunde dich mit dem Gedanken aber an!“, warnte ich ihn zum Schluss, da ich immer mehr Gefallen an der Idee fand.

„Bähh, Schönste, du kannst nerven, das Thema ist noch nicht beendet! Aber gut, lass mich weiter erzählen! Apsis hat auch noch ein Gespräch zwischen McGonagall und Dumbledore belauscht… es ging um Remus! Zuerst waren sie besorgt aufgrund seines Verschwindens, nachdem er nicht mehr vom Rudel zurückkam und nun hat Snape die Botschaft vom Tode des Wolfes verkündet, diese Nachricht erschüttert den Orden und nicht nur diesen, auch Tonks besonders! Alle wissen, dass sie versucht hat eine Beziehung zu Remus aufzubauen, sie soll untröstlich sein!“, fasste Harry nun geschäftig und nüchtern seine Erkenntnis zusammen.

„Das war logisch!“

„Bitte unterbrich mich doch nicht, es geht noch weiter! McGonagall hat sich mit Dumbledore erneut angelegt, erstens weil sie meinte, er sei schuld an Remus Tod, weil es unsinnig war diesen ins Rudel zu schicken und viel zu gefährlich, schließlich hätten sie ja Snape an erster Front, oder ob auch er, Dumbledore, seinem Spion Snape nicht traue? Darauf hatte der Alte keine Antwort gegeben, als sie weiterging und meinte, dass ich, Harry, damit nur noch weiter von ihm wegtreiben würde. Ob er sich vorstellen könnte, was dies erneut für einen Jugendlichen, der alle die er kennt verliert, bedeuten kann!“, meinte Harry mit pragmatischem Ton und ich blickte ihn nur konsterniert an, als Harry böse kicherte:

„Warte es geht noch weiter, als Dumbledore ihr daraufhin erwiderte, dass er deshalb nicht wünschen würde, dass ich damit „belästigt“ werde, ist sie stinksauer abgerauscht und meinte wütend, seine „Lügen und Halbwahrheiten“ würden ihn nicht RETTEN! Sie war richtig böse mit ihm!“, kam es zufrieden von Harry und er grinste nun diabolisch und selbst ich lachte nun befreit über diesen inneren Zwist.

„Herrlich! Der Alte spielt uns gekonnt in die Hände, so soll es sein! Apsis macht sich gut, sonst war nichts?“, fragte ich erheitert nach.

„Nein, nicht wirklich, nur dass Charlie wohl einige Fortschritte macht bezüglich der Vampire, dass es sich aber zieht und dass die Zentauren sich raushalten wollen aus dem Krieg, da die Sterne ihnen dazu geraten haben. Sie, der Orden, wissen nichts von Notts verschwinden!“

„Theodor hat sehr gefasst reagiert, als Professor Snape ihm das Ableben seines Vaters nahegebracht hat!“, fasste ich zusammen, da dies Blaise und Astoria während der BL-Stunde erzählt hatten, denn für den Jungen bedeutete es, dass er in den Sommerferien alleine sein würde, da seine Mutter schon lange tot war und nun auch sein Vater nicht mehr unter den Lebenden weilte. Er war nun eine Waise. Severus sagte ihm offen, dass die DeathEater das Ministerium nicht informieren würden, dass Nott Senior aber schon als vermisst gemeldet war in der zuständigen Behörde und er nun 1 Jahr lang würde warten müssen, bevor er seinen Vater als offiziell für tot erklären lassen könnte. Draco hatte sich eingeschaltet und gemeint, er würde dafür sorgen, dass Theodore einen Unterschlupf über die Ferien finden würde und ich war mir sicher, dieser würde in Irland sein.

Das Einzige was die Twins, Draco und ich verzichtet hatten zu erzählen war, dass eben die Twins in Notts Ableben involviert gewesen waren. Es war besser so, denn so war dies nicht wirklich in der Connection ein Thema gewesen.

„Tja, dann kann Theo froh sein, dass er diesen Vater los ist! Aber sonst war nichts…“, kam es nun stöhnende von Harry, als die Tür aufgerissen wurde und alle Jungs reinkamen in ihren Schlafraum, auch Ron, wobei sie sich lachend und gutgelaunt fertig machten.

„Oh, stören wir?“, fragte Neville ungewohnt ironisch und grinste recht frech, als sie uns in Harrys Bett bemerkten, woraufhin Harry nur schmunzelnd abwinkte. Somit konnten sie erleben, wie wir zusahen, dass wir uns unter die Decke kuschelten, da es irgendwie außer Frage stand, dass ich heute hierbleiben würde.

Und während die anderen Lärm machten und Harry und ich unter der Decke geschützt von den Zaubern lagen, meinte er urplötzlich:

„Ich glaub gar nicht, dass ich Papa bin!“ Mein Kopf ruckte sofort zu ihm.

„Das glaub ich dir sogar, aber du hältst deinen Sohn gut. Er ist hübsch!“, gab ich langsam von mir, da ich schwer überlegte, was für tolle Attribute ich seinem Sprössling in seiner jetzigen Form abgewinnen konnte, außer, dass er immer schrie, aß oder schlief.

„Bitte Hermione, du hast ihn dir keine 3 Minuten am Stück angesehen!“, kam es recht verächtlich von ihm.

„Äh oh ja, weißt du, er ist recht klein!“

„Keine Sorge, ich fasse es nicht falsch auf… es ist nicht leicht, gar nicht! Selbst ich sehe mich noch gar nicht so und ich hab deswegen ein ultraschlechtes Gewissen, jetzt schon die Trennung. Ich hab große Sorge, dass das Band, das natürlich sein sollte, sich nicht richtig entwickelt! Ich weiß nichts von einem normalen Familienleben… ich… ach…!“, offenbarte er recht verzweifelt und unglücklich seine Sorgen und Nöte, wobei ich ihn verstand, denn das alles lief schon reichlich ungewöhnlich und seine Vergangenheit war auch wenig schön gewesen. Dass er Zweifel hatte glaubte ich ihm zu gerne.

„Was ist mit Daphne?“, versuchte ich abzulenken. „Wie läuft es zwischen euch?“

„Gut, sie ist aufmerksam, lieb, nett und fürsorglich… die perfekte Frau an der Seite eines Mannes!“, erzählte er reichlich profan, was dazu führte, dass ich ihm einen scheelen Blick schenkte.

„Das klingt bei dir so zynisch, Harry!“

„Nein, das soll es nicht mal, aber ich weiß nicht, ich hab ein schlechtes Gefühl, die Sache mit dem zweiten Kind und jetzt das mit Lucien, ich habe Sorge ,dass sie sich selbst etwas vormacht… keine Gedanken und Gefühle zulässt! Sie ist perfekt, sie spielt perfekt!“, erklärte er überlegend und man merkte ihm deutlich an, dass ihn diese Gedanken schon sehr beschäftigten.

„Solange sie nicht depressiv wird!“, flehte ich fast hoffnungsvoll.

„Ich werde mein Bestes tun, versprochen! Aber erzähl ihr bloß nichts von deinem Plan mit den Dursleys!“, bat er plötzlich beschwörend und ich zuckte nur die Schultern, bevor ich in seinen Armen einschlief, dabei klammerten wir uns gegenseitig aneinander und gaben uns Halt in diesen stürmischen Zeiten.


Der nächste Tag und der Lauf kamen so unvermeidlich wie der Unterricht und auch Severus‘ Unterweisungen unter den Augen der Schüler. Seine schwarz glänzenden Obsidiane bohrten sich in mich, aber sie waren jetzt neutral und ich wagte zu hoffen, dass er mir mein Verhalten im Manor, vor ein paar Tagen, durchgehen lassen würde.

Und das wäre eine unerwartete Milde, die ich gar nicht verdient hätte.

Aber sicher war ich mir nicht und so nahm ich mir vor, ihn spätestens am Freitag in seinen Gemächern aufzusuchen, aber zuvor musste ich mich mit meinem Trupp im Verbotenen Wald treffen, da es noch keine großen Erfolge bei den Zentauren gab. Nur einzelne Scharmützel, aber keine handfesten Erfolge, sodass man von einer gelungen Rache sprechen konnte und ich war mir sicher, mein Lord würde alsbald die Geduld verlieren. Nach meinem letzten Besuch war ich nicht scharf darauf, nichts vorzuweisen zu haben, daher würde ich heute Abend verschwinden.

Somit verließ ich Hogwarts bewährt in meinem Lederanzug, aber ohne meinen Umhang. Der Wald zeigte sich unter einem wolkenlosen Himmel von seiner düsteren Seite.

Ich eilte weiter durch das dichte Unterholz und ging vorwärts. Ich wollte nicht, dass meine Truppe wusste wo der Geheimgang lag, das wäre fatal und so verwischte ich jegliche Spur und apparierte sogar noch wild im Wald umher, bis ich zum genannten Ziel nahe der Felsen ging, wo sie mich erwarten würden.

Es drängte, denn alle anderen Trupps erzielten keine Ergebnisse, wobei ich jetzt nicht sah, was an meinem Trupp anders sein sollte? Aber ich war minimal unter Erfolgsdruck, da mir die Wölfe unterstanden, einfach fantastisch.

Wenig später eilten sie auf mich zu. Scabior mit wallender Mähne und roten Strähnchen, Pyrites mit dunkelrotem Haar und grobschlächtigem Gesicht, sowie Gibbon, dunkelblond mit Pferdeschwanz und der wiedergekehrte Greengrass, da dieser auf Rekrutierungsreise gewesen war.

Er wirkte anders als früher, der Tod seiner schrecklichen Gattin und das Leben als gesuchter Verbrecher hatten ihn hart werden lassen. Tiefe Furchen und Falten hatten sich in seine Züge gegraben, aber das Unangenehmste was mir auffiel war, dass ein gewisser skrupelloser Glanz in seinen Augen Einzug gehalten hatte, der zeigte, dass seine Reise ihn so einige Grenzen hatte überschreiten lassen.

Auch meine beiden Wölfe John und Kendrick waren anwesend, an sich fehlte Greyback, was mich aber nicht störte, dieser käufliche Wolf, zeigte ich meine gehässigen Gedanken, aber dafür war Rodolphus da und den hätte ich mir doch gerne erspart.

„Püppchen, pünktlich wie immer!“, begrüßte mich Scabior leutselig und ich starrte nur wortlos durch meine Augenschlitze in die Runde. Nichts würde mich dazu bringen, gerade hier und jetzt, mitten in der Nacht, ohne Gesichtsschutz herumzulaufen.

„Legen wir los?“, war ich betont kühl zu der Truppe.

„Entzückend wie sehr du uns vermisst hast!“, spottete Rodolphus gewohnt spitz, wobei ich die Augen rollte.

„Wart ihr nicht gestern schon hier? Was tust du hier?“, wandte ich meine eisige Frage an Rodolphus und nun rollte er die Augen, aber er hatte, wie auch alle anderen, auf die Maske verzichtet.

„JAAA, war ich. Meine Truppe hatte kein Glück. Ich will sehen, was du anders machst, solltest du wirklich „besser“ sein als wir!“, perlte seine Ironie böse über seine zynischen Lippen und die provokante Herausforderung war nicht zu überhören.

„Und die Wölfe taugen absolut nix… die laufen immer falschen oder alten Fährten hinterher!“, murrte Rodolphus düster weiter über das Versagen der anderen, woraufhin ich abfällig schnaubte.

„Wölfe denken nicht! Sie folgen ihren Instinkten! Ihr sollt denken und führen, die Wölfe unterstützen nur mit ihrem animalischen Können, aber sie sind auch nur TIERE!“, kam es verächtlich von mir, da ich die Meinung vertrat, dass es immer am Führer lag, nicht an den Untergebenen, wenn es nicht funktionierte.

„Ohohoh, das muss ich Fenrir sagen. Er wird sich geschmeichelt fühlen!“, kicherte Scabior fies, wobei er teuflisch durch die Gegend grinste, etwas worauf Rodolphus ihm einen finsteren Blick schenkte, da er sehr wohl die Kritik an der Führung seiner eigenen Truppe hinter meinen Worten erkannt hatte. Er war leider einer, der nicht zu den total, inkompetenten Idioten gehörte.

Darauf sagte ich gar nichts. Was sollte ich sagen? Ich kannte die bisherigen Routen aus den Besprechungen und wusste, dank der Twins, wo die Durchgangslichtung der Herde war und bei dieser waren die DeathEater noch nicht gewesen, dafür war der Wald dann doch zu groß.

Ich hatte es ihnen nicht gesagt und nach dem Desaster mit dem Cut vom Lord brauchte ich selbst eine Erfolgsmeldung und sah mich unter Druck und außerdem waren sie selbst schuld, wenn sie zu hohl waren und schließlich musste ich meine Quellen schützen.

Des Weiteren waren die Zentauren nicht dumm, wahrlich nicht. Sie wussten, dass ihr Wald gerade durchkämmt wurde, entweder von den Sternen oder von den Spuren von uns, wie auch immer, sie legten mit Sicherheit falsche Fährten. Dass die Twins damals diese abgelegene Lichtung gefunden hatten, war auch mehr Zufall und unverschämtes Glück gewesen.

Also ging ich weder nach links noch nach rechts, so wie bisher die anderen Truppen vorgegangen waren, sondern schlug mich durch die Mitte, die mir folgenden Männer in meinem Rücken.

John und Kendrick nahmen die Witterung auf. Sie stockten und erhoben ihre Nasen in die Luft. Es war ein weiter Weg, der sich dahinzog, aber wir schlugen uns gut durch, immer tiefer in die Düsternis des Verbotenen Waldes hinein und jetzt konnte ich schon auf die verlassen wirkende Lichtung sehen. Sogleich tauchten die Wölfe plötzlich schleichend nach rechts ab und wir folgten ihnen in gemessenem Abstand. Sie bildeten die Vorhut.

Dann hörte ich es schon, Gezanke, wütend gezischte Stimmen, die sich erregt unterhielten.

„Das sehe ich gar nicht ein… DAS ist UNSER Wald! Warum sollen wir uns VOR IHNEN verstecken?“, brauste die noch körperlose, erregte Stimme empört auf.

„Sei doch einsichtig, bitte…!“, kam es betont ruhig und besänftigend von einem zweiten, bis jetzt nicht sichtbaren, Wesen.

„Warum sollten wir uns das gefallen lassen? Aus welchen Grund überhaupt, wir haben nichts getan!“, schnaufte der erregte Zentaur aufgebracht und ein wütendes Stampfen mit den Hufen war auf dem Waldboden zu vernehmen.

„Wir mischen uns nicht in ihre Belange, Bane, so ist unsere Bestimmung! Also sei so freundlich, friedlich und einsichtig und geleite mich wieder ins Versteck… hier draußen ist es gefährlich, dies sagen schon die Sterne!“, ertönte die gewählte und getragene Sprechweise wieder, wobei ich schon vorher gewusst hatte, welche zwei entzückenden Zentauren ich da vor mir haben würde.

Bane, dieser wildgewordene Rappe mit dem mehr als hitzigen Temperament, mit schwarzen Haaren und einem dichten Bart und diese andere, salbungsvolle Stimme würde ich auch immer wieder erkennen, Ronan der Rotfuchs. Ich erkannte sie sofort, dafür hatten sie sich mir bei unserer Begegnung nach Umbridge zu sehr ins Gedächtnis gegraben.

Sofort gab ich wortlose und einstudierte Zeichen an mein gut funktionierendes Team. Also schlugen sich Pyrites und Gibbons großzügig nach rechts durch das Dickicht, während Scabior mit Greengrass die linke Seite übernahm und Rodolphus und ich zielgerade auf die Zentauren zuhielten. Im Rücken der vor uns schleichenden und lauernden Wölfe, die ihre animalischen Gene gerade rauskramten und mehr auf dem Waldboden dahinglitten denn dass sie gingen. Nun war der erste Blick auf die Zentauren durch das dichte Dickicht möglich, wobei ich erkannte, dass sie weiter auseinanderstanden als angenommen. Ronan stand weiter hinten, am anderen Ende der Lichtung und Bane sehr weit vorne, als wollte er Richtung Hogwarts galoppieren.

„Magorian wird nicht erbaut sein, dass du dich über seine Befehle hinwegsetzt!“, strafte ihn der Mann mit dem roten Haar nun mit bitterbösem Blick und der wie stets unruhig tänzelnde Bane höhnte nur schnaubend.

„Wir sollten uns nicht alles gefallen lassen, diese versnobten Magier haben zu akzeptieren, dass der Wald unser …!“, dröhnte Bane überzeugt, doch er wurde abrupt unterbrochen, da nun meine zwei Wölfe aus dem Gebüsch brachen. Sie hatten ihre Gier nicht mehr zurückhalten können und sie fielen nun gerade tollwütig wild über Bane her.

Bane war total fassungslos über diese Attacke aus dem Nichts und stieg hoch, trat hektisch mit seinen Vorderhufen nach den blutrünstigen Werwölfen und versuchte seinen geschulterten Pfeil zu fassen zu bekommen, während Ronan aus der Entfernung die Gefahr für sein Herdenmitglied erkannte und gerade durchstarten wollte, um ihm zu Hilfe zu eilen, als auch schon von rechts und links meine Männer aus dem Gebüsch brachen, um Ronan zu überrumpeln. Diese von ihm unerwartete Offensive mehrerer Angreifer stoppte den Hengst rasch, weswegen er nun unruhig zu tänzeln begann, während er selbst unsicher nach seinem Pfeil und Bogen tastete. Unterdessen lehnte sich Rodolphus lässig an einen Baum, um sich das Spektakel in aller Ruhe anzusehen. Ich war bereit mit gezücktem Stab einzuschreiten, als ein sich temperamentvoll aufbäumender Bane damit konfrontiert sah, dass ihn John gerade in die linke hintere Flanke biss, sich regelrecht brutal in ihm verbiss.

Bane ließ dies panisch auf wiehern. Es hörte sich markerschütternd an, aber auch der Anblick wie das Werwesen fast auf den Hinterbacken des Pferdehinterns lag und seine langen, dreckigen Krallen tief in das pralle Pferdefleisch grub, während er sein Maul sperrangelweit aufgerissen, ebenso verbissen in das Fleisch trieb, war gewöhnungsbedürftig und wirklich nicht schön, sehr brutal.

Ronan standen der Schock und die Furcht ins Gesicht geschrieben über die sich überschlagenden Ereignisse. Dass er gerade zusah, wie zwei Werwölfe Bane attackierten, ließ ihn erstarren. Unterdessen versuchten sich meine anderen Männer zu ihm durchzukämpfen, um auch diesen Zentaur zu stellen, als dieser jedoch jetzt zielsicher Pfeile abschoss. Er traf präzise Scabior in den Oberschenkel dieser brüllte schmerzerfüllt auf, aber hastete weiter, brach nur im Lauf rasch den oberen Teil des Schaftes ab und ließ sich von seiner Verwundung nicht aufhalten. Auch Gibbon erwischte es, nur traf der Pfeil diesen am Oberarm mit einem Streifschuss. Anders als bei Scabior bohrte sich die Spitze nicht ins Fleisch, aber Ronan war fix und schaffte es sogar noch dem Werwolf John sehr böse in den Allerwertesten zu schießen, da John diesen so schön in der Höhe hatte, während er sich roh in Banes Hinterteil verbiss.

Der getroffene Werwolf brülle jaulend auf und riss seine Zähne aus dem Fleisch der Pferdeflanke und offenbarte seine blutigen Reißzähne im fahlen Licht des Mondes, während Bane vor Schmerz wieder ungezähmt hochstieg und versuchte durch Bocken seinen Feind abzuschütteln, aber dieser fing sich, indem er wieder ausholte und mit Wucht seine Zähne erneut versenkte, da er nie mit seinem Krallen locker gelassen hatte.

Ein leidender Zug erschien auf Ronans Zügen, während er zusehen musste wie sein Herdenmitglied gebissen wurde, bis meine Leute ihr Fluchfeuer eröffneten und den Rotfuchs trafen.

Ein schillernd blauer Zauber traf Ronan frontal, worauf er zurück strauchelte und leicht in die Knie ging. Er begann an der Schläfe zu bluten, da er sich durch den Zauber den Kopf aufgeschlagen hatte, trotzdem rappelte er sich wieder schwer auf seine Hufe. Er hatte seinen Bogen durch den Angriff verloren und erkannte seine ausweglose Situation, angesichts der Übermacht, die ihm gegenüberstand.

Dann gingen ein Ruck durch seinen Pferdeleib, woraufhin er einen Sprung mit seinen mächtigen Hufen machte und mit rasantem, donnerndem Galopp auf eine dichtgewachsene Baumgruppe zuhielt, während meine Männer hinterher rannten, aber bei weitem nicht schnell genug waren. Sie schossen ihre farbig blitzenden Zauber wirr durch die Gegend, doch sie schlugen nur auf dem Boden und in die Bäume ein.

„Ronan!“, brüllte nun Bane gepeinigt und flehentlich auf, als dieser durch das dichte Blattwerk aus unserer Sicht verschwand.

Während nun Bane verzweifelt versuchte, seine hintere Last, die der verbissene John war, abzuschütteln, versuchte er auf der anderen Seite hektisch Kendrick vorne von sich fernzuhalten. Er stieg immer wieder auf und trat mit seinen ausschlagenden Vorderhufen ungestüm nach Kendrick, aber dieser duckte sich immer flink, wendig und geschmeidig darunter weg, lauerte auf einen Augenblick, den er nützen könnte um den Zentauren anzufallen.

Ich wartete gespannt, bis ich auf einmal die Nähe von Rodolphus fühlte, der sich vertraulich nahe zu mir beugte, um mir etwas ins Ohr zu wispern.

„Gratuliere, die Musterschülerin hat wieder gepunktet!“

„Spar dir deinen Zynismus!“, meinte ich pikiert und er lachte rau an meiner Haut, als ein durchdringender, schriller Schrei ertönte und ich wandte meine Aufmerksamkeit wieder schnell auf das kämpfende Knäul aus Menschpferd und Werwölfen, während meine anderen Männer die Verfolgung des flüchtenden Pferdes aufgegeben hatten, um nun wieder zu uns zu kommen, wobei gerade Scabior hinkte, da der Pfeil noch immer in seinem Oberschenkel steckte.

Jetzt durfte ich erleben, wie Kendrick gerade wild durch die Gegend geschleudert wurde, aber nicht losließ. Er hatte sich verbissen, wie auch immer er es geschafft hatte. Auf alle Fälle hatte er sich gerade im Hals von Bane verbissen und umklammerte dessen Schultern, damit er nicht aus der hohen Höhe herunterfiel. Seine Beine baumelten wüst durch die Luft.

Es war ein ungewohnter Anblick, dieses mächtige Mischwesen, in seiner Erscheinung beeindruckend, mit zwei Werwesen, die sich in ihm verbissen hatten. Der eine hinten, der andere vorne. Es war ein schauriges, schreckliches Bild und hatte nicht mehr viel Menschliches an sich, eher mutete es tierisch, animalisch, roh an.

Die Erinnerung an Kingswear kam unweigerlich hoch, wie Fenrir sich an der Frau zu schaffen gemacht hatte, aber klar, bei einem Pferd war es etwas anderes, schließlich musste man erst mal an den Hufen vorbeikommen.

Nun wurden wir Zeuge, wie Kendrick mit einem grausigen, ratschenden Geräusch mit aller Gewalt seinen Kopf zurück riss und sofort das Blut aus der großen Wunde zu sprudeln begann, die er gerissen hatte. Er wurde mit Banes Blut bespritz, denn er hatte ihm ein Stück aus der Kehle gerissen, so groß, dass sein Maul gar nicht alles fassen konnte. Es war brachial, brutal und einfach ein ekliger Anblick. Der Rappe bäumte sich in seinem Todeskampf auf, als Kendrick die Schultern losließ, seine Krallen einfuhr und auch John ließ von seinem Opfer ab, das noch unsicher tänzelte, bevor es auf die unter ihm nachgebenden Beine fiel. Sein starker, kräftiger Pferdkörper schlug auf dem Boden auf, während das Blut beständig aus ihm herausströmte.

Dieses Bild erinnerte mich mit erschreckender Klarheit an Bole, als ich eben Jenem die Kehle aufschlitzt hatte, aber das Herausreißen eines Stückes der Kehle war einfach gruselig und Kendricks Anblick nicht eben weniger, wie dieser leider davon absah auszuspucken, sondern schon fast genüsslich auf der zerfetzten Kehle, diesem knorpeligen Organ, herumbiss und kaute. Es war widerlich und ich sehr dankbar für meine mich schützende Maske.

„Das sind Tiere, widerlich! Sie stehen nicht mit uns auf einer Stufe!“, hauchte mir nun Rodolphus wieder ins Ohr. Dieser Mann war ja lästiger als eine Mücke.

„Oh, sind sie das? Mhm… was bin ich? Du als stolzes Pureblood solltest dich nicht mit mir minderwertigem Mudblood auf eine Stufe stellen. Du schmälerst deinen Wert!“, säuselte meine Stimme in süßlichem Sarkasmus durch meinen Mundschlitz daher.

„Du hast recht, wobei Lucius und Severus sowie Draco es schaffen darüber hinwegzusehen, mein Lord auch! Bestimmt gibt es Unterschiede zwischen uns, aber sieh dir mein degeneriertes Weib an, das es mit einem dieser verachtenswerten Wesen treibt, widerlich!“, meinte er erneut inbrünstig und da erkannte ich, dass er Bellatrix tatsächlich dafür verachtete. Naja, der Guten hatte Askaban bestimmt nicht gut getan.

„Rodolphus, du schockst mich endlos… du und ich einer Meinung in Bezug auf dein Weib!“, war ich gewohnt spöttisch, was ihn ärgerlich mit seiner Zunge schnalzen ließ, während sich der Pferdekörper im letzten Todeskampf auf dem Waldboden auftürmte und bäumte und die Werwölfe Glückwünsche zur erfolgreichen Jagd von meinen Männern entgegen nehmen konnten.

Mehr sagte ich nicht mehr zu Rodolphus, denn ich gab ihm nur insofern Recht, was Bellatrix betraf aber was Fenrir und meine Werwölfe anging, war ihr tierisches Wesen was wir hier sahen, dafür konnten sie nichts, das hier war ein bisschen wie fressen und gefressen werden. Tiere, die auf ihre Instinkte hörten, nicht schön, aber die Natur war grausam.

Während Kendrick blutbesudelt dastand und leicht irre auf den Kadaver starrte, der einmal Bane gewesen war, freuten sich alle diebisch, nur Rodolphus war leicht gefrustet, da sein Trupp erfolglos gewesen war und einmal kam ich daher und schon erlegten wir einen Zentaur.

„Sehr schön Jungs, aber da Ronan entkommen ist, nehmt die Leiche und ab zur Höhle!“, befahl ich rasch, während ich mich aus dem Dickicht kämpfte, da ich das Vibrieren des Waldbodens von donnernden und dröhnenden Pferdhufen vernehmen konnten.

„Hey, Püppchen warum? Das macht doch nur Spaß, wenn es mehr werden!“, rief Scabior übermütig, wenngleich noch immer der Pfeil aus seiner Hose ragte.

„Das wird die gesamt Herde sein, dafür sind wir erstens zu wenig und zweitens haben wir beschlossen, dass wir nicht die offene Kampfhandlung suchen, sondern eine andere Taktik verfolgen, damit reicht dieser eine Tote als Rache, also los, oder willst du, dass ich dies hier als Befehlsverweigerung auffasse?“, hisste ich böse auf und zielte mit meinem gezückten, weißen Stab auf ihn, worauf er fast süffisant die Hände hob.

„Geht klar, Püppchen, du bist der Chef!“, erwiderte er, woraufhin schon die ersten apparierten und Scabior gerade Bane noch schnell hinkend umrundete und zu meinem Erstaunen dessen langen, buschigen, schwarzen Pferdeschweif packte und mit einem kleinen Messer abschnitt, bevor er diese Trophäe an Ort und Stelle fallen ließ, wie als Beweis ,dass dies das Einzige war, dessen die Herde von Bane noch habhaft werden würde, worauf, als Scabior diesen dann berührte, er mit ihm verschwand.

Rodolphus und ich waren also die Letzten. Die ersten, wildgewordenen Zentauren kamen nun angaloppiert, bevor sich Rodolphus, mit einer spöttischen Verbeugung zu den Pferden, in Luft auflöste und ein Pfeil sich in die Stelle bohrte, wo er bis gerade eben gestanden hatte und so sah auch ich zu, dass ich vor dem auf mich zu sausenden Pfeilhagel verschwand.

Vor der Höhle fanden sich rasch viele DeathEater ein, die meine Gruppe frenetisch feierten, als ich zusah wie Rodolphus den fast losen Kopf von Bane gekonnt mit einem Messer abschnitt und dessen Haupt nun an der dichten Haarmähne tragend zu mir schritt.

„Kommst du?“, fragte er nur dezent und ich nickte noch immer unter meiner Maske knapp, bevor ich eine eindeutig zufriedenen Geste zu Scabior machte, dass ich mit der Leistung an sich zufrieden war, um umgehend mit dem Lestrange zu apparieren.

Bewaffnet mit dem blutigen Haut, das Rodolphus trug, schritten wir wortkarg die stillen Flure des Manors entlang, während ich mir die Maske ab zauberte und mir des figurbetonenden Catsuits nur zu bewusst war, ohne meinen Mantel.

Rodolphus verharrte und wartet darauf, dass ich die Tür des Thronsaals öffnete um uns einzulassen, da mir diese Ehre zustand, sowie meiner restlichen Familie, anders als ihm. Es war ein Genuss sein vor schlecht verborgenrt Wut verzehrtes Gesicht wahrzunehmen wegen dieser in seinen Augen himmelschreienden Ungerechtigkeit. Etwas was mich ihm ein böses Lächeln schenken ließ, bevor sich eine Maske über meine Züge legte und ich ohne zu Zögern in den leeren Thronsaal des Lords trat. Trotz meiner letzten Strafe zeigte ich keine Scheu den Raum zu betreten, gefolgt von dem vorsichtigen Rodolphus mit seiner tropfenden, eine rote Spur hinterlassenden, Last.

Wir verharrten abwartend in der Nähe des leeren Throns, bis sich an der linken Seite eine verborgene Tür öffnete und der schwarzweiße Marmor lautlos zur Seite glitt und einen blassen Dark Lord in einem gewohnt wallenden, schwarzen Gewand offenbarte. Gemessenen Schrittes betrat er den Saal und die rot leuchtenden Augen glitten zu mir, danach zu dem baumelnden Kopf des ermordeten Zentauren, dann zu Rodolphus, um schließlich auf mir liegen zu bleiben. Er überraschte sowohl mich wie auch meine Begleitung, indem er so rasant, geschmeidig und fließend auf uns zuhielt, dass es mich sehr überraschte, dass er sich derart schnell bewegen konnte, bis er sehr nah, viel zu nah, vor mir zum Stehen kam. So nah war er mir nicht mehr gekommen, seit meiner Markierung damals, als er das Blut lasziv von meinen Lippen geleckt hatte.

Sofort fiel Rodolpuhs fast ganz auf die Knie und der Zentaurenkopf schlug schmatzend auf dem Marmor auf, während ich in einen überlegten und ruhigen Knicks versank und das Haupt leicht neigte, eigentlich ganz froh nicht mehr länger in die rotglühenden Augen sehen zu müssen, sondern das durchwegs interessante Gewand mustern zu können. Doch er erschreckte mich leicht und ich kämpfte damit den Impuls zu unterdrücken, zurückzuzucken, als mir wieder das Unsägliche passieren musste und der Lord plötzlich einen dieser langen, weißen, spinnengleichen, dürren Finger mit den langen Nägeln sachte an meine Wange legte, um dann den verheilten und nicht mehr zu sehenden Cut gemächlich, langsam nachzufahren, den er mir letztens verpasst hatte.

Seine kalten Finger auf meiner warmen Haut ließen mir eine Gänsehaut über den Rücken laufen, da sein Finger mich wirklich berührte und über meine Haut entlangfuhr und sein Nagel auch noch über meine Haut schabte. Ich musste gewaltsam die Übelkeit unterdrücken und auch den tiefen Wunsch dieser Berührung auszuweichen, auch wusste ich, dass ich mir des schiefen Blickes, des noch immer demütig knienden Lestranges sicher sein konnte.

„Mudblood! Wie immer eine Freude. Soll ich dir öfters deinen Platz in Erinnerung rufen, wenn du dann derart erfreulich arbeitest?“, wisperte der unmenschliche Mann vor mir unheimlich und ich wagte es nicht aufzusehen.

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BeitragThema: 316. Kapitel Zurechtweisung   Kapitel 315-316 EmptyMo Okt 08, 2012 12:09 am

316. Kapitel Zurechtweisung


Und da ich das nicht tat, fand sich sein eiskalter Finger schnell an meinem Kinn, um es unerbittlich in die Höhe zu zwingen, während ich noch immer in meinem Knicks verharrte.

„Wenn my Lord denken, dass dies von Nöten ist… oder wäre!“, kam meine diplomatische, unterwürfige Antwort sofort von mir, wobei meine Kehle ungut gestreckt wurde und mein Kopf weit im Nacken lag, damit ich dem durchbohrenden Blick dieser roten Augen begegnen musste.

„Wie immer eloquent!“, hisste der Lord regelrecht sarkastisch auf und seine unmenschlichen, so bleichen Züge zeigten ein gehässiges Grinsen.

„My Lord, der Zentaur Bane!“, erwiderte ich nun wacker und auf meinen Wink riss Rodolphus den Kopf von Bane hoch und richtete sich auf, dennoch hielt er sein eigenes Haupt wohlweißlich weiter demütig gesenkt.

„Ahhhh… will ich wissen, warum die anderen Trupps dazu nicht in der Lage waren rasch Rache zu erlangen?“, fragte er gespielt süßlich und samten, wobei Rodolphus sichtlich unter dem Tadel zusammenzuckte.

„Nun, die anderen denken, die Wölfe sollen die Arbeit machen, aber die riechen nur, die denken nicht! Manchmal reicht das nicht!“, warf ich geschäftig ein, denn ich hatte nie die Aufmerksamkeit des Lords verloren, da er mich bisher immer noch viel zu intim am Kinn berührte. Nun ließ er in einer fließenden Geste endlich von mir ab, um sich abzuwenden, dann glitt er auf seinen Thron zu, während ich mich jetzt wacker aus meinem Knicks erhob und den leicht konsternierten Blick von Rodolphus von der Seite fühlen durfte, denn das Verhältnis von mir und dem Lord schien ihn zu verwirren.

„Wahrlich, es ist nicht leicht, nur von minderwertigem Material umgeben zu sein!“, hisste der Lord wehmütig leise auf und die Anklage über seine Enttäuschung schwang in der Luft mit, als ich trotz dieser Drohung einen vorsichtigen Schritt vortrat.

„My Lord! Ein Zentaur entkam und holte die Herde zur Verstärkung, die uns noch apparieren sah! Die Botschaft wurde damit eindeutig überbracht, außerdem hinterließen wir den Schweif des erlegten Zentauren an Ort und Stelle. Wie sind eure weiteren Befehle die Zentauren betreffend? Wurde Notts Ableben damit genüge getan?“, fragte ich nüchtern und zählte die Fakten knapp auf.

„Natürlich nicht! Wir behalten dieselbe Taktik bei. Der Wald wird von den einzelnen Trupps durchkämt! Es kann uns nur nützen. Wobei ich keine offenen Kampfhandlungen wünsche, ab und an ein totes Pferd, das reicht!“, kam es betont lässig von ihm und ich nickte brüsk.

„My Lord, meine Truppe steht selbstverständlich zur Verfügung, wobei ich nur auf meine anderen Aufträge verweise, mit dem Hinweis, dass ich persönlich etwas weniger Zeit habe!“, erklärte ich gewichtig, dabei versuchte ich mit viel Takt auf meine ganzen offenen Baustellen hinzuweisen. Dazu gehörte das Dumbledore-Problem und das mit Fudge, dem Rudel, den Inferi und dem zur Schule gehen. Ich war ausgelastet und das in mehr als einer Hinsicht.

„Solange die zukünftigen Aufträge zu meiner Zufriedenheit erledigt werden, sollte dies in Ordnung gehen…“, verkündete er gönnerhaft und unterstrich diese Aussage mit einer weitschweifigen Geste seiner spinnengleichen Hand, da verneigte ich mich wieder demütig über diese Gnade.

„Rodolphus! Somit übernimmt dein Trupp die Führung im Wald. Wirf das Siegespfand den Schlangen zum Fraß vor!“, forderte der Lord ungerührt, bevor er uns mit einem bestimmten, nun eher knappen Wisch seiner bleichen Hand entließ und kaum, dass wir aus dem Saal waren, die Türen sich hinter uns geräuschvoll schlossen. Sofort schleuderte Rodolphus den Schädel in eine der dunklen Ecken, in denen es immer so aussah als würde sich der Boden bewegen, da die sich ineinander verschlungenen Leiber der Schlangen wogten. Es zischelte und hisste drohend auf, bevor der Schädel von zu vielen Schlangen umwunden wurde und schließlich nicht mehr zu sehen war. Ein durchwegs interessanter Anblick.

So wandte ich mich unbeeindruckt mit einem Ruck ab und schritt von dannen.

„Wie ist es von IHM berührt zu werden!?“, wollte der wissbegierige, neben mir hereilende Rodolphus atemlos wissen.

„Belebend, eine Ehre!“, würgte ich schwer an den gelogenen Worten.

„Wahrlich! Nicht viele wurden je von ihm berührt!“, erwiderte er fast versonnen, ob der mir geschehenen, unvorstellbaren Ehre. Wohl wahr, aber darauf hätte ich wie immer gut verzichten können.

„Sprichst du nun von Bellatrix, oder von dir selbst?“, höhnte ich süffisant böse und warf ihm einen verächtlichen Blick zu.

„Du bist schlimm, Püppchen!“

„Was bist du, Rodolphus? Etwa eifersüchtig über diese unsägliche Ehre, weil sie dir nicht zuteilwird, oder einfach nur wütend, dass ich sie dir nie zugestehen würde? Dass du mich auch nur im Ansatz berühren kannst? Oder, noch eine Möglichkeit, du wünschst es dir für deine Frau!“, ging mein Zynismus sehr wohl mit mir durch und er knurrte auch dunkel auf, über meinen beißenden Spott, den ich über ihn ergoss.

Mit einem sehr sinnlichen Lächeln auf meinen Lippen wandte ich mich im windumtosten Innenhof um und zwinkerte ihm kess zu, wobei ich noch erkennen konnte, wie sich seine Lippen zu einem tonlosen „Püppchen“ formten, bevor ich verschwand.


Wer brauchte Schlaf? Wurde eindeutig überbewertet, absolut!

Zumindest sagte ich mir dies beständig. Der Freitag hatte schon begonnen, als ich vom Lord wiederkehrte, der ebenfalls wohl nie zu nächtigen schien und es wurde schon wieder Zeit für den Lauf über die Ländereien, also entschloss ich mich, dass eine durchgemachte Nacht genau das war was ich brauchte.

Der Unterricht war grottig und die zum Teil feindseligen Blicke gingen mir gefährlich auf den Senkel, aber zu einer Aussprache ließ ich mich nicht haschen, denn ich eilte so nun auch gerade rasch in die Slytherinkerker, da ich dort nicht genervt werden würde, weil die Schlangenbrut es nicht wagen würde mir nahzutreten, eine Wohltat.

Außerdem war die Woche auch schon wieder um und dies mein erster wirklicher Tag mit Draco, wobei ich noch zu Severus wollte, der auch irgendwie hinterherhinkte. Ich wusste gar nicht, wo mir der Kopf stand vor Aufgaben, die meiner harrten.

Somit erstürmte ich eilig den Gemeinschaftsraum der Schlangen und wurde an sich fast nur weiter gewunken, denn Draco schien sich in seinem Raum aufzuhalten.

„Boah, Draco, ich sag es dir! Ich sollte Geld bekommen!“, schnaubte ich frustriert auf, als ich mich erschöpft nach einem schlaflosen Tag und einer blutigen Nacht im verbotenen Wald in das Bett schmiss, während er noch schwerbeschäftigt an seinem Schreibtisch saß und wie wild Dokumente bearbeitete, auch er schien viel Arbeit nachzuholen haben.

„Ich habe dich schon vermisst, mein Mudblood!“, kam es gewohnt blasiert von ihm, aber er sah nicht auf.

„Ich war beschäftigt, sonst hätte mich nichts ferngehalten… die BL…!“, wollte ich mein Fernbleiben rechtfertigen und wedelte erklärend mit den Händen in der Luft rum.

„Das wurde mir ausführlich von Blaise und Astoria auseinandergesetzt! Ich überlege schon, welche Slytherins sich als Nachrücker eignen!“, beschied er mir wie nebenbei.

„Das ist gut! Wir brauchen mehr von den Schlangen und ich werde glückselig sein, wenn Daphne endlich ihr Heilwissen weitergeben kann… ich hasse diese Magie!“, jammerte ich inbrünstig, da ich noch die Ehre gehabt hatte Scabior nach meinem Aufenthalt im Dark Manor zusammenzuflicken, daher auch mein spätes Erscheinen im Schloss, denn diese verfickten Zentaurenpfeile hatten gezeigt, dass sie doch mehr waren als nur bescheuerte, spitze Pfeile.

Die Spitzen waren in einer Substanz eingelegt, welche die Wunde mit einem Gift infizierte. Es würde länger dauern, bis er wieder einsatzbereit war, aber Gibbons‘ Streifschuss war weniger schlimm, da das Gift nicht so tief hatte eindringen können und um John kümmerte sich Fenrir bei seinem Rudel, also für mich eine Sorge weniger. Das Wichtigste war, Scabior würde wieder genesen und auch ohne Verletzung zurückbleiben, nur die Rekonvaleszenz dauerte halt leider länger, ärgerlich aber Verletzungen gehörten dazu.

„Aber sie liegt dir!“, teilte mir Draco unbeeindruckt von meinem Widerwillen mit.

„Nein, tut sie nicht!“, erwiderte ich resolut. Wie sollte die Magie des Heilens, des Lebensrettens bei mir gut gelingen, wenn ich doch nur Tod und Verderben bedeutete? „Ich kann sie, aber sie liegt mir nicht!“

„Du kannst alles!“, meinte er lapidar und erkannte meine Bedenken nicht an, war noch immer mit der Nase in irgendwelchen Papieren.

„Wohl wahr, aber Daphne ist wie Madame Pomfrey, eine geborene Heilerin!“

„Was ist mit Bell?“, warf er nun ein, denn sie interessierte sich auch für Heilmagie und hatte Talent.

„Oh, Kati?! Die ist auch gut, aber sie hat erst seit der Kette und ihrer Nahtoderfahrung, diese Neigung entwickelt. Sie macht sich gut, aber Daphne hat viel mehr Ahnung und praktische Erlebnisse!“, erklärte ich resignierend, denn Kati mochte gut sein, aber bei weitem kein Ersatz für Daphnes Heilkünste.

„Dann willst du sie in der BL?“, fragte Draco zweifelnd nach und runzelte sichtbar, trotz gebeugter Haltung, die Stirn über diese Idee Daphne in die BL zu holen.

„NEIN! Wegen Harry möchte ich sie an sich dort nicht haben! Aber als Lehrerin für das Heilen, ja!“, verkündete ich recht kalt meine Entscheidung wie ich Daphne einzusetzen wünschte.

„Gut und sie ist Mutter!“, meinte Draco widerwillig zustimmend, als würde ihm dieses Eingeständnis ihre Umstände betreffend nicht leicht fallen.

„Eben!“, beschlossen wir einhellig, dass Daphne nicht in die BL gehen würde, wenn würde sie nur dort eine lehrende Eigenschaft übernehmen.

„Was gibt es sonst was dich fernhält?“, forschte er nach, blickte aber immer noch nicht auf, sondern zog sich gerade die nächste Akte ran.

„Der Wald… wir haben unsere Rache an den Zentauren!“, hörte man schon an meinem ironischen Ton, wie glücklich ich über die Erinnerung an das blutige Zusammentreffen war. Ich würde nie vergessen, wie Kendrick die Kehle von Bane verspeiste.

„Oh, wer musste dran glauben?“, fragte Draco auch sofort, der meine Stimme richtig einzuschätzen verstand.

„Bane, ich denke nicht, dass du dieses Pferdchen kennst!“, meinte ich verächtlich und rieb mir mit den Händen stöhnend über das eiskalte Gesicht.

„Nein, aber ich denke zu wissen, dass du diejenige warst, welche UNS zur Rache verhalf?“, perlte sein Spott durch das Zimmer und ich kuschelte mich tiefer in die weichen Kissen.

„Spotte ruhig, du hättest Rodolphus sehen müssen, dem war das kalte Kotzen ins Gesicht geschrieben!“, erwiderte ich lapidar.

„Musst du immer so ordinär werden?“, kam es snobistisch von Draco und ich schnaubte belustigt zwecks seiner Befindlichkeiten auf und war froh, dass mich das Gespräch mit ihm aus meiner tristen Erinnerung zog, aber ich wollte, dass er mich verstand und deshalb öffnete ich mich ihm ein wenig.

„Also, wenn du mal wieder diese Episode erlebt hättest, dann wäre dir nicht nach vornehmer Zurückhaltung! Außerdem hab ich keinen Schlaf bekommen. Ich bin mies drauf!“, ätzte ich rau, denn das Bild, wie Kendrick die Kehle von Bane rausriss, war nicht zu verdrängen, ähnlich wie Fenrir mit dem frischen, pumpenden Herzen. Es würde mir auf ewig im Gedächtnis bleiben, dies hellte meine Laune nicht wirklich auf.

„Ist da jemand unausgelastet?“

„Bitte, eher überlastet!“, entgegnete ich brüsk, als ich hörte, wie er seine Unterlagen schloss und rasch zu mir kam, dann gab die Matratze unter mir nach. Ich streckte meine Arme, um sie ihm entgegen zu recken, dabei zog ich ihn fordernd zu mir und wir sanken zusammen in die Kissen.

Wie immer lohnte es sich wirklich, Draco aufzusuchen, wenn ich Ablenkung suchte von meinen tristen Gedanken.

Hermiones Sicht ende

Severus Sicht

Ich saß an meinem Schreibtisch, der mit unsäglich grausamer Pergamentvergeudung übersäht war. An sich war alles besonders gutes, brennbares Feuermaterial. Was für ein Hohn, dass es dafür nicht verwendet wurde und so machte ich mir die vergeudete und undankbare Arbeit, dass ich genau genommen alles neu schrieb. Die Pergamentrollen schienen in grüne Schrift getränkt, mit meinen Verbesserungen und Änderungen. Es war viel zu früh am Morgen und meine starke Tasse Kaffee dampfte beruhigend neben mir, als die Paneeltür lautlos aufglitt und eine kleine Gestalt schnell herein huschte.

„Du kommst spät! Soll ich gratulieren?“, spöttelte ich ölig schnarrend, während sie mit einem elanlosen Plumpsen in die Couch sackte, wobei ich sie eher erwartet hätte, zum Beispiel gestern Abend und so hörte man an meinem Ton meine Verärgerung über meine Versetzung.

„Ich weiß, verzeih mir… die Woche war anstrengend! Ich hab zu viel zu tun! Und Draco wollte mich nicht wirklich wieder gehen lassen!“, jammerte sie wehleidig, etwas was ich so nicht von ihr kannte und sie ging ungewohnt in die Defensive.

„Oder, du wolltest nicht gehen?“, kam es fast bedrohlich gehaucht von mir, während ich den Wust meiner Papiere noch immer seelenruhig ordnete. Ich harrte, gehässig wie ich war, noch immer einer Erklärung entgegen was ihr Auftritt im Manor mir gegenüber zu bedeuten gehabt hatte.

„Äh… nun, muss ich es laut sagen, das mein Ausrutscher im Foyer unangebracht war? Ich war etwas mitgenommen!“, hauchte sie sehr leise, auch schien sie fast an ihren entschuldigenden und rechtfertigenden Worten zu ersticken, das war amüsant und ich war gewohnt bösartig. Ich ließ sie keine Sekunde aus meinen Augen, nur hielt ich den Blick gut verborgen unter meinem langen Haar.

„Mitgenommen? Tatsächlich? Ich dachte ihr hättet Urlaub gemacht!“, höhnte ich im feinen Spott, sah aber immer noch nicht direkt zu ihr.

„Der Lord beliebte mich als euer hauseigenes „Spielzeug“ zu betiteln!“, grollte sie verärgert.

„Oh ach und auf einmal war dein sonst gut versteckter Stolz da?“, ätzte ich gewohnt gehässig und nun erhob ich meinen Blick und meine Augen bohrten sich hart in sie, während sie entschlossen diesen Blick erwiderte und nicht auswich.

„Severus, du bist unmöglich!“, gab sie sich geschlagen und warf die Hände bei diesem Ausruf in die Luft, worauf ich nichts entgegnete, sondern nur stoisch zu ihr blickte. Plötzlich sah sie mit einem seltenen, entschuldigenden Ausdruck in den Augen auf. Ich reagierte nicht, regte mich nicht, sondern harrte nur gespannt was nun von ihrer Seite kommen würde.

„Dann finde ich vor deinem rachsüchtigen Geist Absolution?“, frage sie sachte nach und in meinen unschuldigen Ohren hörte sich eine Entschuldigung eindeutig anders an.

Die Entscheidung war schwer. Sollte ich es ihr durchgehen lassen oder nicht? Wollte ich mich überhaupt damit belasten, oder involvieren so geartet nachtragend und verwickelt zu sein wie Lucius, oder auch Draco?

Trug ich es ihr nach, dass ich an sich von ihr grundlos angegangen worden war? Auf der anderen Seite, wer war schon unschuldig von uns!

Während ich noch überlegte, erhob sie sich geschmeidig und streifte sich zu meiner Verwunderung die Schuhe von den Füßen, lockerte die Krawatte, um nun ihre Bluse fahrig beim Gehen aufzuknöpfen. Als sie schließlich vor mir stand, glitten ihre Händen unter ihren Rock und ihr Slip segelte ihre, bis zum Knie bestrupften, Beine hinab und die hellblaue Spitze blieb selbstvergessen auf dem Steinboden liegen, da sie einfach weiterging und sich nun an mir vorbeidrängte und ihr Hinterteil auf meinen Unterlagen auf der Tischplatte platzierte.

„Was wird das?“, fragte ich betont akzentuiert und lüpfte tangiert eine meiner schwarzen Brauen, während sie mir ein verruchtes Lächeln sandte. Wollte sie mich verführen und mich damit begüten? Das wäre etwas was ich nicht gutheißen würde, dass sie dachte ich war derart bestechlich. Ihre nächsten Worte ließen mich innehalten, da sie meine Gedanken in Worte fasste, als hätte sie meine Bedenken wahrgenommen.

„Kein Bestechungsversuch… ich habe dich vermisst und egal wie du entscheidest, ich will dich, auch wenn die Zeit drängt! Wobei ich kein Frühstück brauche! Solltest du aber auf Rache aus sein, dann wäre es eine Strafe, wenn du mich unverrichteter Dinge abziehen lässt!“, wisperte sie rau und ganz leicht atemlos. Sie war sich gar nicht sicher, wie ich mich entscheiden würde, aber es war ein verruchter und verführerischer Anblick, wie sie mit geöffneter Bluse vor mir saß, ihr spitzenbesetzter, hellblauer BH formte ihre Brüste sinnlich und unter dem braven Faltenrock war sie nackt. Natürlich hatte ich, trotz des einladenden Bildes vor mir, mich vollständig unter Kontrolle und so war mein Blick auch unbewegt, als ich sie fest ansah.

„Du solltest wissen, dass morgen vom Lord ein Fest im Gewölbe anberaumt worden ist, um deinem Erfolg gegenüber den Zentauren zu frönen!“, setzte ich sie gefühlskalt in Kenntnis und ein ganz klein wenig gehässig, dabei konnte ich ein Aufflackern in ihren Augen wahrnehmen, eine Reaktion, wie ich sie erwartet hatte.

„Wirklich!“, hauchte sie fast schwach, während sie noch immer derart einladend vor mir saß, worauf ich mich schließlich erhob um auf sie niedersehen zu können. Sie versuchte von der Nachricht sehr unbewegt zu erscheinen.

„Du willst mich noch immer?“, grollte ich düster, denn ich zweifelte daran sehr, doch sie legte ihren Kopf in den Nacken, damit sie zu mir aufsehen konnte, dabei öffnete sich ihr Mund leicht.

„Wieso sollte ich das glauben? Du hattest die ganze Nacht deinen Spaß!“, wisperte ich dunkel und neigte mich drohend zu ihr, was sie ins Hohlkreuz zwang. Doch sie überraschte mich, denn sie versuchte nicht sich zu rechtfertigen, sondern sie packte einfach eine meiner Hände und führte diese zielgerichtet unter ihren Rock, schob sie zu ihrem Eingang, sodass ich ihre Nässe und Feuchtigkeit spüren konnte und dabei musste ich tatsächlich die Augen vor Zufriedenheit schließen, da es eine Verlockung war, wie sie sich willig darbot. Augenscheinlich hatte sie es ernstgemeint, dass sie mich wollte.

Ich atmete tief ein, strich einmal sachte über ihre samtigen Falten, was sie leise stöhnen ließ, bevor ich die Augen wieder aufschlug um sie aus ausdruckslosen, schwarzen Augen anzustarren und so zeigte sich doch einmal mehr, was für ein eiskalter Bastard ich sein konnte, indem ich mein Hand zurückzog, um ihr ihre Bluse wieder betont langsam, Knopf für Knopf zu schließen. Dies akzeptierte sie ohne Protest. Ich nahm ihr Angebot nicht an und lehnte es ab. Ich ließ sie als Strafe unverrichteter Dinge gehen, aber der Ausdruck ihrer ansonsten so schönen braunen Augen verschloss sich zu tiefen, unleserlichen, braunen Seen. Meine Entscheidung schien sie wirklich zu treffen.

Ich richtete ihre Krawatte und trat fließend zurück, woraufhin sie sich in Bewegung setzte und von meinem Schreibtisch glitt, sich vorbeugte um ihren Slip aufzuheben, doch da war ich schneller als sie. Rasch hob ich die Spitze vom Boden und hielt ihr hämisch und provokant lächelnd den Slip vor die Augen. Ich ließ ihn an meinem Finger baumelnd vor ihrem Gesicht hin und her schwingen, bevor ich ihn demonstrativ einsteckte, um mit dem Slip als Faustpfand zu verschwinden, weil ich am Frühstück in der Großen Halle teilnehmen wollte. Somit stellte sich die Frage nicht, ob ich nachtragend war.

Aber ich war anders als Lucius , der ihr wehtat, oder anders als Draco, der sich mit ihr stritt, denn wegen so was würde ich mich nicht auf ein derartiges Niveau begeben, dies hier erschien mir die einzig richtige Entscheidung zu sein, wobei ich zu meinem Leidwesen eingestehen musste, dass es mir nicht so leicht fiel, ihrer Einladung nicht nachzukommen. Wie es ihr wohl erscheinen musste, weil ich mich so abweisend, kontrolliert gab?

Aber ein nacktes Biest im Unterricht entschädigte mich für so fast alles!

Severus Sicht ende

Hermiones Sicht

Er hatte mich zurückgewiesen! Er hatte mich abgewiesen!

Wow, das nannte man abserviert werden, ob mir das schmeckte wusste ich nicht! Aber eins musste man ihm lassen, nach seiner Ansage das Gewölbe betreffend war ich wohl sogar noch dankbar, dass er mein Angebot nicht angekommen hatte!

Severus verstand es zu spielen, zu strafen und zu loben, es war frustrierend!

Auch war es ein eigentümliches Gefühl, nur für Severus den Tag über auf Unterwäsche zu verzichten und unter meinem Schulrock nackt durch die Flure zu eilen, vor allem da dieser bösartige Mann dies in seinem Nachmittagsunterricht sogar kontrollierte, indem er, als er uns in Verteidigung gegen die dunklen Künste testete, gewohnt lautlos in meine Ecke geschlichen kam und es tatsächlich wagte, in dem vollen Raum seine Hand unter meinen Rock zu schieben und diese sehr besitzergreifend auf meinen nackten Po zu legen. Über diese Provokation war ich sprachlos, als er mit einem süffisanten, aber zufriedenen Lächeln abzog. Seine Reaktion hätte ich gerne gesehen, wenn ich etwas angehabt hätte.

Und jetzt saß ich immer noch nackt im Gemeinschaftsraum und machte weder Anstalten ein Buch zu lesen, oder mir ein Höschen zu besorgen, noch sonst etwas anderes zu tun als gedankenverloren und selbstvergessen ins Feuer zu starren.

Ich wollte da morgen nicht hin, Punktum!

Nur leider lief es nie so wie ich es wollte! Aber in mir fühlte ich fast eine panische Leere, bei der Aussicht was Lucius nach dem Erlebten in den Verliesen wieder für mich auf Lager hatte und auf der anderen Seite wollte ich absolut keine Schwäche zeigen, beziehungsweise ich durfte mir gar keine erlauben.

Ich war noch tief in Gedanken, als plötzlich zu meiner Verwunderung jemand vor mir stand und mich abrupt hochriss und mit sich zog. Ich stolperte fast die Treppen hoch, dann flog ich mehr auf Harrys Bett als dass ich ging und landete auf der Matratze, die unter mir nachgab.

„Sooo, vorgestern Nacht warst du verschwunden, gestern Nacht hast du dich zu Malfoy verkrochen und gerade hockst du da, als würde die Welt untergehen! Sag nichts… ich weiß, dass ich es nicht wissen will, aber ich sag dir was! Ich muss es wissen! Raus mit der Sprache, was ist passiert?“, brauste er ungewohnt herrisch vor mir auf und ich sackte zurück und stieß die angehaltene Luft aus, denn das war ja mal eine Ansage.

Also erzählte ich ihm alles, denn langsam war mir klar, Harry würde mich wirklich nicht verurteilen, egal was war, aber auch nicht nachgeben. Nun gut, es war alles wie ich es großzügig definierte, denn ich ging auf die Zentauren ein, mehr aber auch nicht.

„Boah, echt Schönste? Bane? Dieser Idiot… wenn er uns nicht immer bedroht und versucht hätte uns zu töten, könnte es mir fast für ihn leidtun!“, kam es recht spärlich von Harry und es stimmte, wären es Ronan, Firenze oder andere gewesen, hätte es mir auch mehr Kummer bereitet, aber bei diesem temperamentvollen Zentaur Bane eigentlich weniger, da er immer versucht hatte uns umzubringen.

Harry wurde in letzter Zeit ein Quell der Freude durch seine erwachende Skrupellosigkeit.

„Eine Feier steht an, um den erfolgreichen Coup zu feiern!“, grinste ich zynisch.

„Du hast mal so was anklingen lassen, dass dir die Feiern nicht zusagen!?“, fragte er sachte und ein sorgenvoller Funke flackerte in seinen so grünen Augen auf, worauf ich betont gleichgültig abwinkte.

„Ja, sie sind gewöhnungsbedürftig, aber nicht zu ändern!“, tat ich lapidar ab, als Harry sich auch schon auf das Bett schmiss und mich fürsorglich herzte. Er zog mich eng zu sich, lag halb auf mir und streichelte meinen Rücken auf und ab und ich fühlte mich in seiner Umarmung geborgen und kuschelte mich an ihn, dabei rutschte mein Rock bedenklich höher und ich wurde mir meiner Nacktheit von jetzt auf gleich schlagartig bewusst.

„Pass auf…!“, meinte ich schnell.

„Auf was?“, fragte er perplex.

„Das willst du nicht wissen!“, erklärte ich knapp.

„OH, doch! Raus mit der Sprache!“, forderte Harry ernst und ich rollte die Augen, denn das würde ihm jetzt bestimmt die Röte in die Wangen treiben.

„Ich trage nichts darunter!“, raunte ich leise. Es macht mir Spaß und lenkte mich eindeutig ab, als ich die riesigen, grünen Augen hinter der runden Brille ausmachen konnte, die mich nun ungläubig anglotzten.

„Wa… was… WAS? Warum?“, stotterte er, da ihm die Erkenntnis dämmerte, dass ich schon länger so rumlief.

„Severus… er…!“, begann ich und stockte in meiner Erklärung da ich jedoch von einem Orkan unterbrochen wurde.

„HALT, STOPP, das will ich gar nicht wissen!“, rief er laut, dabei zuckte er zurück von mir, als wäre ich giftig und warf meinem Schoß einen eigentümlichen Blick zu. Jetzt tat er etwas was zu süß war, denn er streckte rasch seine Hand zu dem Stoff meines bedenklich hochgerutschten Rocks aus und als er einen Zipfel in den Fingern hielt, zog er ihn mir demonstrativ mit einem Ruck tiefer, dabei hatte er auch rote Bäckchen bekommen, Harry war zu süß.

„Das sagte ich dir doch!“, ging ich darauf ein, dass dies doch mein Standartspruch war, dass man meistens alles gar nicht wissen wollte.

„Kann ich was tun?“, überging er mein Amüsement.

„Ja, lass mich heute hier schlafen!“, bat ich ungewohnt, aber er nickte sofort und stellte keine weiteren Fragen, wobei ich einfach nur froh war, dass ich die Nacht vor dem Gewölbe nicht alleine sein würde und einfach nur jemanden neben mir hätte, der mich hielt.

„Natürlich… hier ein Shirt! Und… äh…“, hielt er doch im Augenblick peinlich berührt eine Shorts von sich hoch und ich schüttelte ablehnend nur den Kopf, zog mir meine Krawatte über den Kopf und verwandelte sie mit einem Schwenk meines Stabes in ein kleines, rotgold gestreiftes Höschen, was Harry noch mehr leuchten ließ, während er sein großzügiges Angebot wieder in seinen Koffer fallen ließ und mir glühend hinterher sah, als ich lässig Po schwenkend ins Bad ging.

Genau das war es was ich bei Harry suchte und fand, das Vergessen und in das stürzte ich mich regelrecht, als sich auch noch Ron zu uns begab und wir zusammen gemütlich über die BL und DA redeten. Es war eine nette Abwechslung bevor wir schliefen.


Der Morgen kam und brachte eine Überraschung, indem mir eine unscheinbare und unspektakuläre, braune Eule einen Brief brachte, der meine Augenbraue in erschreckende Höhen beförderte. In meinem Leben hätte ich nicht mit so einem Pergament gerechnet. Während des Lesens des magisch veränderten Papiers, das erst nach mehreren leise gewisperten Sprüchen von mir seinen Inhalt verraten hatte, blickte ich umher und konnte durchaus ausmachen, dass meine Post zum Großteil von allen noch unbemerkt geblieben war, da ich sie mit Hilfe des Propheten geschickt verbarg.

Wie gesagt, unerwartet aber deswegen nicht weniger spannend und es lenkte mich mal wieder effektiv von der heutigen Abendveranstaltung ab, die ich gedanklich ironisch als das „Gewölbe Teil II“ bezeichnete und wegen der ich jetzt schon ein Magengeschwür bekommen konnte. Wenn ich daran dachte, dass dies bedeuten würde, dass ich wieder in dieses abartige Separee müsste, wurde mir jetzt schon speiübel.

Aber das war eine Schwäche, die inakzeptabel war und deshalb kam mir dieser Brief gerade recht. Sofort sponn ich einen Plan, der nur darauf wartete umgesetzt zu werden, denn mein Entschluss, niemals wirklich der willenlose Spielball oder das ja-sagende Spielzeug meiner Männer zu werden war in mir erwacht, wie noch nie zuvor.

Tja und dann kam es wie es kommen musste, es wurde Zeit aufzubrechen, der Tag war lange genug und hatte sich gezogen, als ich mir mein Kleid anzog.

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Ich hatte ein langärmliges, schwarzes Kleid ausgewählt, welches trotzdem die Schultern frei ließ, da es so tief saß. Die langen Ärmel wurden zum Saum hin immer weiter und endeten mit zarter, schwarzer Spitze. Die Gleiche Spitze säumte auch den Ausschnitt. Zwar ging das Kleid bis zum Boden, war aber trotz des gerade geschnittenen Rockteils sehr angenehm zu tragen, da es bis über das Knie geschlitzt war. Darüber zog ich den DeathEaterumhang an.

Ich schlug mir die Kapuze über den Kopf, um meinen Schlafsaal für diese Nacht wieder einmal zu verlassen, zuvor wurde ich jedoch noch unsichtbar, um ungesehen durch den vollen, hellen und fröhlichen Gemeinschaftsraum zu verschwinden. Ich lief in die düsteren Kerker und eilte schlussendlich gezwungener Maßen dem Gewölbe entgegen.

Vor der Statue erwarteten mich schon Severus und Draco. Wir machten uns ungesehen auf den Weg, um aus dem unheimlichen Verbotenen Wald zu apparieren. Als wir die Höhle erreichten, fanden wir einen schon gut gefüllten Raum vor, in dem der Lord auch immer die Zeremonie zur Aufnahme neuer DeathEater durchführte.

Sofort konnte ich Lucius unter seiner Maske an seinem hoheitlichen Auftreten ausmachen und wie er Draco herrisch zu sich winkte, während Severus gerade von Avery aufgehalten wurde. Alle waren zwar durch ihre Masken verborgen, aber als Mitglieder des Inneren Kreises durch ihre charakteristisch gestalteten Masken leicht zu identifizieren, somit war jeder von den anderen mit Beschlag belegt.

Und das war meine Chance, um unter den weiten Mänteln der anderen DeathEater abzutauchen und alles vorzubereiten. Es war eine Möglichkeit, die ich rasch ergriff.

Hermiones Sicht ende

Severus Sicht

Ich behielt das Biest, das mal wieder Flügge wurde, genau im Auge. Ich wusste nicht was sie plante, aber aufgrund des letzten, unschönen Ereignisses im Gewölbe, war ich mir sicher gewesen, dass es für mich unabdingbar war, sie keine Sekunde aus den Augen zu lassen, da sie ein Biest war! Ein gefährliches Biest.

Ein schwer einzuschätzendes Biest.

Während mir Avery mit nichtigen Wehwehchen in den Ohren lag, ob ich irgendwelche Zaubertränke hätte, die ich zwar hatte, aber nicht an jemanden wie Avery abgeben oder gar verschwenden würde, dafür war mir meine wertvolle Zeit zu kostbar, versuchte ich sie im Auge zu behalten, was angesichts der vielen Anwesenden und ihrer Größe gar nicht so leicht war.

Ich bemerkte trotzdem sehr wohl, wie sie die Zeit nützte und eilig den Raum absuchte, bevor sie am anderen Ende fündig zu werden schien. Eine meine Augenbrauen schoss konsterniert in die Höhe, denn was plante sie?

Als sie sich gekonnt in die Schatten begab um davonzuschleichen, fragte ich mich sofort, was wurde hier gespielt?

Es stand außer Frage, dass sie sich zieren würde das Separee zu betreten, aber das hatte ich nicht erwartet. Was plante sie?

Hoffentlich plante sie nichts gegen Lucius, denn das könnte in eine gefährliche Richtung gehen.

Meine dunklen, für gewöhnlich sehr viel sehenden Augen folgten ihr beständig, wohin sie auch schlich und eins musste man ihr lassen, sie war schnell, sie war unauffällig, sie war einfach gut, hätte ich mir nicht von vornherein vorsätzlich vorgenommen gehabt, sie keine Sekunde aus meiner Aufmerksamkeit zu entlassen, hätte sie es durchaus ungesehen schaffen können, denn ihr Ausflug hatte nicht länger als 3 vielleicht 4 Minuten gedauert.

Da nahm sie aber schon ihren Platz hinter mir ein und als ich Avery, wie die lästige Fliege, die er war, verscheucht hatte, um mich ihr zuzuwenden, schenkte sie mir durch ihre Augenschlitze einen kalten, nichtssagenden Blick aus rehbraunen Augen.

„Der Lord ist hochzufrieden!“, hauchte es plötzlich leise neben mir, als sich Lucius zu uns gesellte.

„Das ist immer gut… für uns!“, meinte ich kühl und wenig geehrt, dass der Lord zufrieden war, denn das tangierte mich gerade nur peripher.

„Ich brauche deine trockene Art!“, kam es sehr süffisant von Lucius.

„Wärest du sehr pikiert, wenn ich festhalte, dass mir das relativ egal ist?“, perlte schnarrend mein Zynismus über meine mit der Eisenmaske bedeckten Lippen.

„Genau das ist es was ich brauche!“, erwiderte der Aristokrat neben mir arrogant.

„Oh, ist seine Laune derart… schlecht?“, fragte ich leise nach und Lucius nickte knapp, verständlich meiner unwichtigen Ansicht nach. Der Lord wollte keine wirkliche Aggression gegen die Zentauren, denn einen Vielfrontenkrieg in England zu führen, wäre zu diesem Zeitpunkt nicht das bestmögliche Ziel für den Lord.

Diese Feier hier war eine Farce, denn wirklich feiern wollte der Lord nichts, aber er musste um seine Männer bei Laune zu halten, welche die feinen Winkelzüge der Politik nicht verstanden.

Und dass an der Sache mit den Zentauren an sich etwas faul war, wussten wir alle, aber es galt diese sich vor mir in schwarzen Mänteln ausbreitende Masse zu besänftigen, die stumpfsinnig wie sie war, nur ihre verachtenswerte Gier nach Rache besänftigt wissen wollte.

„Blendend ist sie nicht!“, kam es wahrlich blasiert von der Rechten Hand, wohl verborgen hinter seiner goldenen, mit Fleur de Lis verzierten Maske hervor.

Jetzt ließen wir den gewohnten Pomp über uns ergehen und wie sich der Lord huldigen ließ, während wir unsere Häupter demütig neigten, oder auch die Kretins sich unwürdig und unterwürfig in den Staub warfen um sich gebührend vor dem Lord zu erniedrigen, wie erbärmlich.

Aber dieses Mal zog es sich wahrlich in die Länge und der Monolog des Lords war bedrückend selbstherrlich, ähnlich der nicht endenden Willkommensreden von Dumbledore. Wie leid ich es doch war, diese ewiglichen Ansagen anzuhören. Wie sie den gröbsten Unsinn verzapften und ich musste immer alles live miterleben, hören und sehen. Es war zäh.

Ich war zu bemitleiden, denn ich musste schließlich auch noch Lucius ertragen, der sich auch erschreckend oft selbst gerne reden hörte.

Als es endlich soweit war und die Meute feiern durfte, weil Nott endlich gerächt worden war, Gleiches war mit Gleichem vergolten worden, tat ich mir immer noch leid!

Die begierige, verachtenswerte und triebgesteuerte Masse drängte rasant zum Gewölbe, wobei der Lord mit rotglänzenden Augen auf seine entschwindenden Gefolgsleute starrte und zufrieden schien, dass sie derart leicht zu begüten und befriedigen waren.

Er selbst zog sich mit wallendem Gewand herrschaftlich dahinschreitend zu seiner Nische zurück, begleitet von seinem buckelnden Diener, um ins Dark Manor zu entschwinden. Es war ein erbärmliches Schauspiel, doch auch unsere Gruppe wandte sich zum Gewölbe.

Dabei bekam ich den Umstand sehr wohl mit, dass Draco an unserer Gruppe hing wie eine Klette. Nichts schien ihn diesmal davon abzuhalten mit ins Separee zu gehen, verständlich.

Aber auch das Biest schritt bedächtig, aber ohne zu stocken auf die versetzte Wand zu. Die Überlegung, die mich beschäftigte, war die Frage, spielte sie die gezeigte Gelassenheit und Überlegenheit nur sehr überzeugend, oder empfand sie diese wirklich, denn gerade Lucius war enorm schwer einzuschätzen. Es war nie sicher, dass sein agiler, aber sehr eigenwilliger Verstand sich nicht plötzlich wieder eine neue, exorbitante Grausamkeit ersann, eben dessen konnte man sich nie gewiss sein.

Während ich also noch schweigsam überlegte, eilte Lucius unserer Gruppe vorweg, gefolgt von Draco und einem etwas schleichend erscheinenden Biest, womit ich dann unsere Gruppe abschloss. Nicht dass sie noch auf die peinliche Idee kommen könnte zu versuchen die Flucht zu ergreifen, aber ich unterschätzte sie maßlos, denn ohne einen Blick zurück durchbrach sie die Barrieren des Séparées.

Ich entschied mich dazu, der Beobachter zu sein, der ich gemeinhin immer war und konnte erleben, wie sie rasch am äußeren Ende auf der Couch platznahm, während sich Lucius wie gewohnt in die Mitte setzte und Draco ließ sich auf der andere Seite, am weitesten von der Tür entfernt nieder.

Es war ein an sich göttliches Bild. Die Frau, die nichts lieber als die Flucht ergriffen hätte, der junge Mann, der die Furcht hatte des Raumes verwiesen zu werden und deshalb so weit weg vom Ausgang sein wollte wie möglich und Lucius, der dies alles von der Mitte aus selbstherrlich steuerte und sich dessen nur zu bewusst war, wie auch seine selbstzufriedene Mimik erkennen ließ, nachdem er sich mit einem lässigen Wischen die Maske vom schönen Antlitz zauberte.

Wir schlossen uns Lucius an und ließen auch unsere Masken verschwinden, während ich mich wie von Lucius mit einer auffordernden Geste bedeutet zu seiner rechten Seiten neben Draco niederließ.

Damit saß das Biest etwas isoliert, während sie ihre Beine betont lässig überschlug. Sie versuchte sehr nichtssagend, um nicht zu sagen gleichgültig zu wirken, aber dass ihr Blick immer wieder ob bewusst oder unbewusst zur großen, bodentiefen Fensterscheibe glitt, sprach für mich Bände. Wer wusste schon zu sagen was noch kommen würde?

Ich war neugierig was sie in dem sich uns bietenden Bild der feiernden Masse gesuchte hatte und mein düsterer Blick glitt zu einer Gruppe von grölenden und johlenden Männern, die ein kleines, rotblondes Mädchen in den Pranken hatten. Ja, die kleine Smudgeley, Dracos ehemalige Spielgefährtin, sie stach mit dem rotblonden Haar sehr wohl in der leicht finsteren Dunkelheit hervor.

Ihr unzufriedener Blick war weder mir noch Draco, oder gar Lucius entgangen, als es in seinen dunkelgrauen Augen bösartig zu Funkeln begann, da auch gerade von hinten drei leichtbekleidete Frauen eintraten um für unser Wohl zu sorgen.

In dem Augenblick wurde der Blick des Biestes entschlossen, womit sie mir durch ihren unglaublich stahlharten Blick vergegenwärtigte, dass sie irgendetwas plante, etwas was mich glatt unruhig werden ließ, da sie sich nun mit einem unerwartet kessen Grinsen an Lucius wandte und sich gerade dranmachte, die Schnalle ihres Mantels zu lösen.


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