When Hermione Fights
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 Kapitel 319-320

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Kapitel 319-320 Empty
BeitragThema: Kapitel 319-320   Kapitel 319-320 EmptyFr Okt 19, 2012 3:33 am

319. Der Auftrag


Dort stand in tränenverschmierter, krakeliger Schrift von Hagrid, dass Aragog von uns gegangen sei und er bat uns drei bei Einbruch der Dunkelheit zu der Bestattung zu erscheinen.

„Boah, echt nicht, oder? Was soll daran traurig sein?“, kam es in recht hoher Stimmlage widerwillig von Ron und dabei war er leicht blass um die Nase. Ich wusste alles sehr ausführlich von ihrem Ausflug im 2. Jahr, als ich versteinert gewesen war und da Ron eine ausgeprägte Arachnophobie hatte, war es kein Wunder, dass ihn gar nichts zu den magisch mutierten Wesen hintrieb, ob tot oder nicht, spielte da wohl keine sonderlich große Rolle. Spinne war und blieb Spinne, während ich über diese Bitte missbilligend die Stirn runzelte, tat Ron sich sichtlich leid.

„Schönste, was ist?“, wurde ich gefragt, weil meine Missbilligung wohl offen zu sehen war.

„Oh, ich frage mich nur, ob Hagrid wirklich bedenkt, dass die Sicherheitsvorkehrungen verschärft wurden, vor allem seitdem die chrmm… den Wald unsicher machen!“, umschrieb ich leise meine Bedenken und untermalte dies mit einer großzügigen Geste, während ich dezent auf die DeathEater verwies.

„Das ist Hagrid!“, „Oh, jo Mann, das ist Hagrid, schließlich beerdigt er auch ein MONSTER!“, jaulte Ron leidend auf.

„Mhm… tja, also lieber nicht! Dann wird Hagrid wohl Aragog alleine begraben müssen!“, resümierte Harry recht pragmatisch und ließ den Brief übergangslos in Flammen aufgehen, etwas was ich als sehr positiv empfand.

Als wir uns nach dem Frühstück beim Portal versammelt hatten, um zur Zaubertränkestunde zu gehen, war eine gewisse Unruhe zu verspüren, da heute Nachmittag Ron sowie ein paar andere und ich zur ersten Apparierprüfung nach Hogsmeade aufbrechen würden. Also stand auch Harry uns bei, als er mit uns die Kerker ansteuerte, aber er war auch ein wenig ärgerlich, dass er diese offizielle Erlaubnis noch nicht würde erhalten können, da sein Geburtstag ein paar Monate zu spät war.

„Boah, ich wünsche euch beiden echt Glück und drück die Daumen!“, spielte Harry den Trottel perfekt, als könnte nicht schon die gesamte Connection Apparieren, aber Tarnung war halt alles. Während wir im Pulk der anderen gemeinsam die Kerker ansteuerten, beschäftigte die Schüler nur dieses eine Thema.

„Danke Kumpel, schade, dass du noch warten musst und nicht mitkannst!“, kam es leutselig von Ron, während Harry den Kopf betrübt schüttelte.

„Jupp, aber ich will versuchen mich in dieser „Ruhe“ mal erneut an Slughorn heranzuwagen, damit ich das endlich hinter mich bekomme und wirklich, wenn ich ihn dieses Mal foltern muss, soll es mir recht sein!“, presste Harry genervt durch seine Zähne, aber er achtete darauf so leise zu sein, dass nur wir ihn und seine durchaus ernstgemeinte Drohung hörten.

„Harry, darüber sollte man keine Späße machen!“, tadelte ich leise in Erinnerung an Remus und die Jungs blickten verstehend, wobei Harry mir einen resoluten Blick schenkte.

„Mache ich nicht!“, meinte er todernst und da erkannte man deutlich, seine Geduld neigte sich rapide dem Ende zu, nun da seine Gedanken, jetzt nach der mehr oder weniger gelungenen Geburt, nicht mehr bei Daphne und seinem Sohn lagen, konzentrierte er sich umso mehr auf die vor ihm liegenden Aufgaben.

Harry wurde wirklich langsam aber sicher gefährlich, armer Slughorn.


Harry hatte uns erzählt, dass er, wenn wir alle nach der Stunde gehen würden, er versuchen wollte zurückzubleiben und so kam es dann auch. Während wir alle nach einer mehr oder weniger erfolgreichen Stunde gingen, blieb Harry zurück, wobei ich bemerkte, dass auch Ernie McMillan zurückblieb, da sein Gebräu völlig missraten war, sowie zu meinem Erstaunen auch Draco, der nur eine mäßige Schluckauf-Lösung gebraut hatte und schrecklich genervt aussah.

Harry hingegen trödelte absichtlich, da er mit den Anweisungen von Severus, als Halfblood Prince, eine exzellente Leistung abgeliefert hatte. Er glänzte durch ein tadelloses Euphorie-Elixier.

Als wir, also Ron und ich, gerade die Treppen hinaufstiegen, erlebten wir live mit, wie Slughorn wenig galant, um nicht zu sagen fast panisch, die Flucht vor Harry ergriff und Harry mit zorniger Miene in den Gang stürmte, da der Professor wieder seinem versucht sanften Vorstoß entgangenen war. Auf einmal spurtete Harry doch auf uns zu.

„Mir reicht es echt!“, zischte er böse auf und hörte sich an als würde er mit Apsis reden, so zischend klang er.

„Hey Kumpel, was hältst du davon, wenn du endlich mal auf dein Glück setzt und den Felix Felicis einsetzt?“, kam es übergangslos von Ron, woraufhin wir abrupt stehenblieben ob dieser Erleuchtung.

„Ron, das ist brillant!“, „Nein, das ist genial!“, „Warum bin ich nicht selbst darauf gekommen!“, rief Harry glückselig aus und schlug sich selbst mit der flachen Hand auf die Stirn, dass es klatschte.

Darauf wandte sich Harry nun abrupt ab, um in einem affenzahn den Turm zu erstürmen. Wir hingegen gingen, von einigen Lehrern begleitet, zu unserer Prüfung ins Dorf.

„Das ist eine gute Idee gewesen!“, lobte ich ruhig.

„Oh, danke für das Lob, Schönste!“, kam es fast scheu von Ron und er grinste schelmisch, während wir unserer Prüfung entgegen gingen. Er erinnerte dabei vom unbekümmerten Gebaren her fast an die Twins.

Wie erwartet waren es nicht so viele Teilnehmer, nur Ron, Blaise, Terry Boot, Michael Corner und ich, die diese erste Prüfmöglichkeit hatten, da wir bereits 17-jährige Sechstklässler waren, wobei das bei mir nicht wirklich zutraf, aber wer wäre ich, sie darauf hinzuweisen? Das Ministerium musste wahrlich nicht von der Ausführlichkeit meines Zeitreisejahres wissen und daher kam es, dass ich schon älter als 17 war.

So warf mir Blaise ab und an einen intensiven, fast bedeutungsschwangeren Blick zu, den zu erwidern ich jedoch konsequent vermied. Seit unserem denkwürdigen Zusammenprall im Keller der Burg in Irland hatte ich es geschickt bewerkstelligt, ein näheres Zusammensein mit Blaise zu verhindern, da ich mir vorstellen konnte, dass er so einige Fragen an mich hatte, die ich bestimmt nicht beantworten wollte.

Ich wusste nicht, ob Draco und er darüber gesprochen und sich ausgesprochen hatten, das Einzige was ich wusste war, dass Astoria nichts wusste und meiner Ansicht nach gab es nichts zu sagen. Ich hatte Hilfe gebraucht und er hatte sie mir großzügiger Weise gewährt, das musste man nicht künstlich aufbauschen, aber mir war ganz recht, dass sie nichts wusste, da ich durchaus sah, dass Blaise gerne mit mir darüber reden würde, doch ich sah den Grund nicht und so hielt ich trotzdem Abstand.

Das tat ich auch hier bei dieser Prüfung, wenngleich alle Teilnehmer hier entweder BL oder DA´ler waren, würde mich nichts dazu bringen, hier mit Blaise darüber zu reden was passiert war.

Die Prüfung war ein Witz. Wir sollten von einem Ende des Dorfes zum anderen Ende apparieren, damit wäre es geschafft und ich sprang und achtete mal wieder nur hochkonzentriert darauf, dass ich genügend Krach erzeugte, um überzeugend als Anfängerin dazustehen. Damit bestand ich dann auch die Prüfung mit ach und krach, denn Lärm zu machen konnte erschreckend schwer sein.

Das Erstaunliche war, dass Ron der Einzige war, der tatsächlich durchfiel, da er es schaffte, wie schon beim ersten Üben seine halbe Augenbraue zu verlieren und sie an seinem Apparierort zurückzulassen. Also würde er mit Harry im Sommer erneut die Prüfung ablegen müssen. Somit war die Prüfung wenig spektakulär beendet und wir machten uns auf den Rückweg.

Wobei Ron nicht wirklich böse war, da er eh schon apparierte wie es ihm passte, also musste man ihn nicht trösten, vor allen Dingen war es überzeugender, wenn Ron nicht zu erfolgreich in allem wurde. Und ich ahnte, dass er es auch getan hatte, damit Harry die nächste Prüfung nicht alleine machen musste.

Auf dem Rückweg in der aufziehenden Düsternis begegneten wir zu unserer Überraschung Harry, der zusammen mit Slughorn an Hagrids Hütte stand, etwas was uns verwunderte, da Harry doch nicht auf die Schlossgründe zur Beerdigung hatte gehen wollen und was hatte Slughorn dort zu suchen?

Fragen über Fragen und daher baten wir kurzerhand die zwei uns begleitenden Lehrer zu Hagrid zu dürfen, weil wir noch Fragen bezüglich eines Schulprojektes hätten und dieses wurde uns großzügig gewährt, schließlich wussten doch die Lehrer nicht, dass der Wald noch unsicherer war durch die patrouillierenden DeathEater als sonst schon, aber auch hier war es nicht an uns, es ihnen zu verkünden.

Als wir alleine waren und hinter einem der großen Bäume Schutz vor neugierigen Augen suchten, kam es besorgt von Ron:

„Mhm… das wollte ich mit meinem Vorschlag nicht! Dass er raus geht!“

„Tja, wir werden Felix nicht reinpfuschen, verstanden Ron? Wir machen uns unsichtbar und sehen zu, dass wir Harry aus dem Hintergrund vor was auch immer schützen!“, stellte ich rasch fest und wedelte erregt mit meinen Händen durch die Luft.

„Geht klar, Schönste!“, zeigte sich Ron ehrlich amüsiert. Tja, gesagt, getan und so zauberte ich mich mit dem Invisibiliy-Zauber unsichtbar und Ron begnügte sich damit, sich an die Umgebung anzupassen mit dem Desillusionierungszauber, da er es noch nicht schaffte, aber selbst ich hatte ja zu meinem Bedauern lange gebraucht, diesen vollständig unsichtbar machenden Zauber zu beherrschen. Doch in der bewegten Umgebung der Natur reichte diese Tarnung für Ron, mit der Umwelt zu verschwinden, vollends aus.

So pirschten wir uns leise an, dabei konnten wir ausmachen, dass Harry seine Schulkleidung trug, aber Slughorn stand in einem schwarzen, passenden Traueranzug da, der wie für eine feierliche Beerdigung gemacht schien. Das war wirklich und tatsächlich beeindruckend aber noch erstaunlicher war, dass er ruhig neben Harry ausharrte und nicht instinktiv, panisch oder gar hektisch die Flucht ergriff.

Sie standen gesittet um ein Grab herum, in dem Aragog lag. Der Kadaver war riesig und groß anzusehen, selbst im Tode auf dem Rücken ragten seine 8 langen, knorrigen und ungelenken Spinnenbeine hoch auf in den Himmel, wobei seine zwei Kneifzangen selbst im Tode geschlossen gefährlich scharf aussahen. Es war kein schöner Anblick.

Es war zum Kotzen, nun Slughorns geschwollenen, anteilnehmenden Worten zu lauschen, die er zu Hagrid pathetisch sprach, der neben einem tiefen Loch ausharrte und immer wieder lautstark über seinen ach so tragischen Verlust schniefte. Es war wie bei Seidenschnabel oder auch Norbert, Hagrid litt und trauerte aufrichtig.

Dabei verkündete unser Zaubertranklehrer schmeichelnd, wie sehr er doch so ein Wesen wie Aragog „bewundern“ würde, während Hagrid sich nun sehr ergriffen und gerührt über so viel Anerkennung lautstark in ein Taschentusch schnäuzte. Unterdessen glitt Slughorn, wie die gebürtige Schlange, die er war, zu dem großen, mächtigen Körper der Riesenspinne und zapfte dabei von einem mitgenommenen Hagrid unbemerkt, eine große sowie üppige Menge des kostbaren Acromantulagifts ab, das sogar noch frisch war. Ich wusste, dieses war begehrt und teuer und so leid es mir für Hagrid tat, ich konnte Slughorn sogar etwas verstehen, auch wenn es sehr pietätlos Hagrid gegenüber war.

Auch Harry sah es, aber er lenkte Hagrid sogar noch weiter ab, damit dessen empfindsame Seele keinen zu großen Schaden über dergeartete Falschheit nahm.

Danach räusperte sich Slughorn gewichtig und fing doch tatsächlich nochmal eine kleine, salbungsvolle Rede über das verstorbene, so einzigartige magische Tierwesen an. Als er fertig war, schwang er seinen Zauberstab und bedeckte das Grab magisch mit dem kleinen Erdhügel, der vorher ausgehobenen neben dem Grab gelegen hatte.

Nun forderte Hagrid dröhnend, einen Trauerausklang abzuhalten und bat Harry sowie Slughorn in seine Hütte. Beide folgten brav, während ich und Ron händchenhaltend, damit wir uns nicht aus den Augen verloren, hinterherhasteten, um durch eines der offenen Fenster zu linsen und zu lauschen.

Da konnten Ron und ich beobachten, wie Harry seine innere Schlange suchte und fand, denn er zauberte eindeutig nonverbal und sorgte dafür, dass die Weinflasche auf dem Tisch nie zur Neige ging und sich fortwährend durch einen Nachfüllzauber selbst auffüllte.

Es war beeindruckend, wie sich Hagrid und Slughorn sinnlos betranken und es nicht mal mitbekamen, dass dies gerade ein abgekartetes Spiel war, weswegen Ron meine Hand belustigt drückte. So geschah es tatsächlich und Hagrid sank, einen Grunzer ausstoßend, schlafend auf seinem Stuhl zusammen, aber dies war an sich kein Wunder, da der Humpen des Riesen deutlich größer gewesen war als das normale Glas von Slughorn.

Aber auch Slughorn war soweit und genügend abgefüllt. Harry wandte sich nun mit einem als verschlagen und listig zu bezeichnenden Ausdruck auf den Zügen zu dem ziemlich betrunkenen Slughorn um, dessen Gesicht bedenklich gerötet war.

„Professor, meine Mum, also Lily Evans, war doch eine Schülerin von Ihnen… Sie haben ja sogar ein Bild von ihr!“, fing Harry leutselig an und Slughorn hickste auf, bevor er erneut einen großen Schluck trank, um dann mit weinseliger Stimme zu erwidern:

„Nicht irgendeine, mein Junge, sie war eine meiner Lieblingsschülerinnen, so belesen, so engagiert, so höflich und hübsch anzusehen…“, schwärmte der betrunkene Lehrer selig vor sich hin und grinste dümmlich.

„War sie das? Tatsächlich! Warum danken Sie ihr das Opfer, welches sie erbrachte, indem sie für mich starb, dann so? Helfen Sie mir und achten Sie damit Lilys Opfer und unterstützen SIE mich! Sie müssen uns helfen, Professor Slughorn, Sie wissen mehr als wir! Lily wüsste Ihr Opfer zu schätzen!“, appellierte Harry eindringlich an Slughorns Selbstachtung und an seine Moral und sein Gewissen.

Harry war wirklich überzeugend und dass er so weit ging derart von und über seine Mutter zu sprechen erstaunte mich, aber ich fand es erbaulich, dass Harry vor nichts zurückschreckte. Er setzte jedes Mittel ein, um den alten Mann zu überreden endlich die echte Erinnerung rauszurücken.

„Ach, mein Junge… das geht nicht!“, säuselte Slughorn traurig und zog einen entschuldigenden Schmollmund. Harry reichte ihm sichtlich genervt das wiederaufgefüllte Glas. Dies alles wurde von den lauten, schnarchenden Geräuschen von Hagrid begleitet und eigenwillig untermalt.

„Lassen Sie es nicht zu, Professor, dass eine so junge Frau und Mutter umsonst starb, geben Sie mir die Erinnerung und tun Sie Gutes, tun Sie das Richtige! Lily wird es Ihnen danken, alle werden Ihnen danken! Sie werden eines Tages als Held in die Geschichte eingehen!“, umschmeichelte seine eindringliche, seidige Stimme den nicht mehr aufmerksamen und aufnahmefähigen Mann, der mit bleiernem Blick in die Flammen starrte.

Plötzlich begann der füllige Tränkemeister ergriffen zu schniefen und wurde leicht weinerlich.

„Ach, so ein hübsch Mädchen, sie hätte eine große Hexe werden können! So tragisch, so traurig…!“, bemitleidete er sich mehr selbst und schüttete betrübt das nächste Glas auf Ex hinab. Nun konnten wir beobachten, wie Harry eine kleine dunkle Phiole zückte und sie Slughorn auffordernd hinhielt, ihn regelrecht überrumpelte.

„Und ich bin schuld…, Junge! Ich bin schuld… wenn ich nur nicht… ich bin schuld! So böse… einfach schrecklich, diese Schuld!“, jammerte er schuldbewusst und leidtragend vor sich hin. Er schien sich wirklich große Selbstvorwürfe zu machen. Plötzlich führte er seinen Zauberstab wie unter Zwang und sehr widerwillig an seine Schläfe, um sich eine silbrige Substanz an der Holzspitze aus dem Kopf herauszuziehen, die sich dann vom Zauberstab löste. Harry fing sie geschickt mit seinem Fläschchen auf, verkorkte sie sogleich rasch und danach trat fast ein verschlagenes Grinsen in Harrys Züge.

Nun war es soweit, auf einmal krachte auch Slughorn laut schnarchend auf die Tischplatte und schlief seinen Suff aus, wobei ihm der Sabber wenig schmeichelhaft aus dem Mund tropfte, während sich Harry frohgemut erhob und laut pfeifend beide betrunkenen Männer zurückließ. Beschwingt ging er zur Tür, um wieder ins Schloss zu gehen, also liefen wir ihm rasch nach und zauberten uns eilig sichtbar.

„Harry, Gratulation!“, „Jo Kumpel, was war das denn?“, „Du hättest doch eine Schlange werden sollen!“, „Wahrlich beeindruckend!“, riefen wir abwechselnd, so holten wir ihn ein und er drehte sich auflachend im Kreis, gar nicht groß erschrocken, dass wir da waren.

„Boah, danke Leute! Endlich! Ich hab gedacht, die blöde Erinnerung bekomm ich nie! Aber halt, … was macht ihr hier? Was ist mit eurer Prüfung und habt ihr ALLES gesehen?“

„Wir kamen gerade wieder und haben dich am Grab gesehen und da dachten wir… mal sehen was da abgeht!“, redete Ron geschäftig los und Harry nickte nur abwesend.

„Felix wirkt wirklich! Total krass, ich hab eine Dosis genommen und hab mich rausgeschlichen unterm Tarnumhang, warum auch immer. Ich war auf dem Weg zu Hagrids Hütte, aber und jetzt kommt Felix, ich habe, warum auch immer, einen Umweg eingeschlagen über die Gemüsebette, da hab ich Slughorn, den alten Knaben, getroffen, keine Ahnung was der da getrieben hat… mhm… Wie auch immer, als er weglaufen wollte, meinte ich nur lässig: „Keine Sorge Professor, ich bin nur auf dem Weg zu einer Beerdigung!“ und als ich dann noch das Wort „Acromantula“ fallen ließ, habe ich wohl unabsichtlich seine Neugierde, sein Interesse, aber wohl vor allem seine Gier geweckt, somit meinte ich, er kann gerne mitkommen! Gesagt, getan, dann habt ihr ja wohl auch gesehen, wie er sich das Gift gestohlen hat und tatatada, ich habe Dumbledores Wunsch erfüllt und hab ENDLICH die scheiß Erinnerung!“

„Gut zu wissen, dass dein Gebräu wirkt, Harry!“, kam es sehr nüchtern von mir.

„Jo… oh und Mann, ich bin durchgefallen, irgendwie… lass ich, wenn ich für die Prüfer springe, nun immer eine Augenbraue zurück…! Versteh ich selbst nicht!“, eine Aussage, die Harry brüllen ließ vor Amüsement, denn den ein oder anderen Schluck hatte auch er getrunken!

„Wann willst du sie dir ansehen? Oder auch, wann gehst du damit zu Dumbledore?“, fragte ich nun ernst und er zuckte lässig die Schultern.

„Nicht am Wochenende, da hab ich anderes vor als den Alten zu sehen. Ich denke, im Laufe der nächsten Woche gehe ich zu ihm… eilt ja nicht!“, somit war es beschlossen, keiner erwartete von uns groß etwas Neues zu erfahren, vor allem, da wir die veränderte Erinnerung von Slughorn ja schon kannten und unsere eigenen Vermutungen hatten bezüglich der Horkruxe, somit hielt sich unsere Neugierde in überschaubaren Grenzen.


Noch in dieser Nacht passierte es und ich erhielt einen Brief, der mich sofort unter Hochspannung stellte. In diesem forderte mich Lucius auf, am Samstagabend meinen Plan bezüglich Fudge zügig umzusetzen, denn er würde mich um 16 Uhr im Manor erwarten, da um 18 Uhr das Gamot tagen würde und wir uns abzusprechen hätten.

Es war eine Freude zu wissen, dass ich nach dem zweiten Gewölbe nun wieder die Ehre hätte, Lucius allein gegenüberzutreten, nur langsam aber sicher kam ich unserer mehr als komplizierten Beziehung nicht mehr hinterher.

Es war so unsäglich schwierig zwischen uns und es war eine undefinierbare Spannung, da wo keine sein durfte. Das schaffte mich wirklich, es war eine regelrechte Überwindung für mich, mich Lucius zu stellen.

Ich entschloss mich dazu, nachdem das Aufeinandertreffen feststand, mir nichts anmerken zu lassen über das erstaunliche und unerwartete Ende des Gewölbes genauso, wie dass mich Lucius überrascht hatte, indem er sehr widerwillig gewesen war, als ich mich an die Frau geschmissen hatte. Ich verbot mir eine Meinung oder gar eine Reaktion darauf und bereitete mich nur akribisch auf meinen Ausflug vor, damit Lucius keinen Grund zur Klage haben würde.

Aufgrund Ritas Buchs kannte ich den Standpunkt des Hauses von Fudge in London, in der Nähe des Zentrums der Macht. Es lag erstaunlich nah an Downing Street Nr. 10. Ja, es sagte keiner, dass Fudge Parallelen zum Premierminister der Muggel scheute.

Nur ein paar Querstraßen weiter war seine bescheidene Stadtresidenz, ebenfalls von außen eins dieser typischen, englischen, verklinkerten Stadthäuser. Leider war dieser kleine, lästige Käfer nie ins Hausinnere gekommen, hatte aber mehr oder weniger jedes Fenster ausgekundschaftet und damit einen recht eindrucksvollen Plan des Hauses hinterlassen, der mir nun gute Dienste leisten würde.

Auch wenn ich das Weib nicht hatte leiden können und für uns ihre Animagusgestalt ärgerlich gewesen war, so waren sie und ihre Informationen nicht schlecht gewesen, aber Gellert brachte mehr, weshalb ich ihr nicht zu sehr hinterher weinte.

Ich verordnete mir strikte Ruhe, daher ging ich im Vertrauensschülerbad schwimmen und mied meine Männer in dieser Woche wie die Pest, weil ich meine Stärke für die Begegnung mit Lucius brauchen würde.

Nun war es soweit. Heute würde ich Lucius sehen und zog mich unweigerlich noch mehr zurück an diesem Tag und nichts hätte mich zu Severus oder Draco gebracht. Ich musste mir meinen geistigen Plan zurechtlegen wie ich vorzugehen hatte, dabei fiel mir gar nicht auf, dass auch Harry und Ron sich nur mit sich beschäftigten, aber da ich abgelenkt war, maß ich dem keine große Bedeutung bei.

Wenn ich es getan hätte, vielleicht, nur vielleicht wäre diese Nacht dann anders verlaufen, vielleicht wäre alles anders gekommen als es dann kam?

Es wäre gerade jetzt schon schön einen Zeitumkehrer zu besitzen, ein Jammer, dass alle damals in unserem 5. Jahr im Ministerium zerstört worden waren. Vor allem nach jener Nacht hätte ich mir einen inbrünstig gewünscht.

Ich schlich wie so oft aus der Schule, gewandet in meinen Lederanzug und meinen tiefschwarzen, weiten Mantel, und verließ das Schloss, woraufhin ich nur Sekunden später im strahlend hellen Foyer des Manors ankam, wo mir umgehend ein piepsiger Elf bedeutete, in den Salon zu gehen, wo ich Lucius schon im dunklen, pflaumenblauen Gewand des Wizengamots erblickte. Das hochgeschnittene Gewand wirkte hoheitsvoll an seiner männlich markanten Gestalt auch das silberne W an der linken Brust zeigte die Bedeutung dieses repräsentativen Aufzuges und sein passender Hut lag neben ihm auf einem Tischchen bereit, während er seelenruhig mit seinem Gehstock spielte.

Ich erwies ihm meinen Respekt und legte einen kleinen, aber tadellosen Knicks vor ihm hin, etwas was er wortlos, aber mit gelüpfte Braue durchaus zur Kenntnis nahm, da ich ihm diese Geste erst seit kurzem wieder zugestand, daher legte sich ein fast süffisantes Lächeln auf seine aristokratischen Züge.

„Hermione, nimm Platz!“, forderte er mich mit einem sachten Neigen des herrschaftlichen Hauptes auf, was mit dem hochschließenden Kragen der hochoffiziellen Uniform gar nicht so leicht war.

Und so tat ich wie mir geheißen und glitt auf den hochlehnigen Sessel ihm gegenüber. Was waren wir heute steif, kam es mir leicht sarkastisch in den Sinn.

„Etwas zu trinken?“, fragte er höflich, wobei ich den Kopf schüttelte. Ich brauchte keinen Drink, um mich in Schwung zu bekommen und ich hielt mich an die Devise, so wenig wie möglich zu sprechen, nachdem ich ihn, Severus und Draco derart abrupt im Gewölbe zurückgelassen hatte, wusste ich seine Stimmung nicht wirklich einzuschätzen.

„Sprechen wir die Zeiten ab?“, fragte ich sofort knapp nach und er griff selbst vollkommen ruhig nach seinem Cognacschwenker, den er langsam und genießerisch schwenkte.

„Um 18 Uhr wird das ungewöhnlich spät tagende Wizengamot einberufen! Um ca. 17:30 Uhr werde ich in Fudges Büro eindringen und einige kompromittierende Unterlagen hinterlegen! Dafür werde ich nicht lange brauchen!“, legte er mir gewohnt nüchtern dar, nichts deutete auf unseren Zusammenstoß im Gewölbe hin. Wir waren herrlich in unserer verstockten Art uns zu geben und standen uns in nichts nach, also nickte ich wohlwollend zustimmend.

„Das Gamot ist zäh… ich rechne damit, dass wir gut 2 Stunden brauchen werden, um die Mehrheit für die anberaumte Durchsuchung im Ministerium zu erhalten, das heißt, dass ich kalkuliere, dass um 20 Uhr die Abstimmung erfolgen müsste, auch Fudges Privathaus zu durchsuchen. Das heißt, dass ich 20 Uhr als dein Startsignal sehe. Ich will nicht, dass du frühzeitig die Unterlagen hinterlegst und Fudge oder sein unsägliches Weib stolpern unabsichtlich über diese, das wäre wahrlich kontraproduktiv, denn sie sollen derart deponiert sein, dass es wirkt als würde sie Fudge gerade sichten und sie zu beseitigen versuchen“, erklärte er mir willig, aber auch sehr geschäftig sein Vorgehen und ich hörte ihm genau zu.

„Oh, du möchtest ihn mehr oder minder auf frischer Tat erwischen lassen? Mhm… schwierig!“, meinte ich leise, das würde meinen Auftrag natürlich nicht leichter machen, schließlich war einbrechen schön und gut, aber wenn das Haus belebt war und auch noch keiner schlief, eine echte Herausforderung, wenngleich mein Blut vorfreudig über diese Information in mir pulsierte. Ich liebste solche kranken Herausforderungen sehr.

„Warum denkst du, fiel die Wahl des Lords und mir auf dich?“, jetzt wusste ich nicht, ob ich über diese lapidar gesprochenen Worte erfreut sein sollte oder eher nicht, da mich ihre hohen Erwartungen wirklich fordern würden.

„Schmeichelhaft!“, kam es dann auch etwas sarkastisch von mir, etwas was er nicht weiter kommentierte, nur sein dunkelgrauer Blick bohrte sich regelrecht stechend scharf in meinen.

„Wie auch immer… Es wird dann schnell gehen. Ich vermute, dass um 20:30 Uhr spätestens um 21 Uhr die Auroren kommen, also heißt das für dich, schnell rein und raus! Die Auroren sind nicht vollkommen inkompetent!“, zeigte er sich gewohnt blasiert, dabei nickte ich ihm locker zustimmend zu, als er die hohe aristokratische Stirn kräuselte.

„Du wirkst sehr ruhig!“

„Das bin ich immer!“, erwiderte ich pragmatisch und beherrscht.

„Gut, dann leiste gute Arbeit. Der Lord wäre über ein Versagen weniger erfreut!“, drohte er betont kalt, während er mich nicht aus den Augen ließ.

„Dessen bin ich mir bewusst! Was erwartest du noch von mir?“, wollte ich geschäftig und mit harter Tonlage wissen, aber ansonsten bot ich ihm eine nichtssagende, gleichmütige Maske.

„Nichts, mein Abend wird lang, du wärst nach deinem hoffentlich erfolgreichen Einbruch entlassen und auch jetzt, gehe und warte, aber nicht über der Haupttreppe, einige wichtige Gamotmitglieder kommen noch auf einen kleinen Umtrunk hierher, wir gehen gemeinsam ins Ministerium!“, wedelte er geschäftig mit seiner Hand zu mir, als würde er mich hinwegwischen wollen.

„Oh, der perfekt Schutz als Alibi in der Masse! Wirst du den Agitator für sie mimen“, spottete ich leicht ironisch über die Erkenntnis, dass er tatsächlich alles versuchte zu berücksichtigen.

„Man muss wissen wie man sich schützt! Und indem man seine politischen Freunde um sich schart entsteht eine legitime Art der Aufklärungsarbeit“, meinte er arrogant, als ich mich wie gewünscht erhob.

„Ohhhh, deiner Agitation möchte ich nicht ausgesetzt sein… du Hetzer, Aufwiegler und Beeinflusser!“, kam es fast seidig, sanft von mir und mein Ton war weich, was mich selbst überraschte.

„So plump bin ich nicht!“, wies er indigniert von sich.

„Das sage ich nicht, aber dafür umso gefährlicher. Sie werden gar nicht bemerkten, wie du versuchen wirst negatives Gedankengut zu streuen! Ich wünsche dir viel Spaß… also gut, dann ziehe ich mich bis kurz vor 20 Uhr in meine Suite zurück!“, verabschiedete ich mich mit einem fast wehmütigen Lächeln, das er zu meiner Überraschung leicht erwiderte, da ich gerne so viel gesagt hätte aber absolut nicht wusste, wie ich es sagen könnte und ihm schien es ähnlich zu gehen, da er nun ostentativ sein Profil den Flammen zuwandte.

Während ich meine Räume ansteuerte, dachte ich darüber nach, wie traurig es war, dass Lucius und ich uns immer wieder annäherten, nur um uns dann zu entfremden, gleichzeitig machte mich mein noch ausstehendes „Treffen“ oder auch schlicht als „Date“ bezeichnetes Zusammenkommen mit Lucius, das noch ausstand, nervös und unruhig.

Dabei war ich mir sicher, dass er nicht darauf verzichten würde, nicht freiwillig, dafür war Lucius beileibe nicht der Typ.

Es wunderte mich, dass er mit keinem Wort das Gewölbe und mein Entschwinden erwähnt hatte, auch war er erstaunlich zahm gewesen, auf der anderen Seite wusste ich, wie schwer es war den Mann zu lesen, es war fast unmöglich und so nahm ich es einfach wie es kam und freute mich, dass unser Aufeinandertreffen derart gut verlaufen war.

In meinen Räumen gönnte ich mir doch einen beruhigenden Schluck, während ich mich auf eine der dick gepolsterten Fensterbänke setzte, um in die frühlingshafte Parkanlage zu sehen. Dabei versuchte ich an nichts zu denken und begutachtete die schönen, weißen Pfauen, wie sie majestätisch einherschritten und herrschaftlich den Park mit Beschlag belegten. Plötzlich kam mir eine spontane Idee, die mir ein vorfreudiges Grinsen auf die Lippen zauberte und ich verwahrte diese Idee tief in mir und wollte mich überraschen lassen, ob ich damit würde überraschen können!

Als mein aufmerksamer Blick immer wieder zu der großen Standuhr ging, damit ich die Zeit nicht aus den Augen verlor, wurde mir klar, die Wartezeit zog sich ungnädig in die Länge.

Somit ging ich gelangweilt nochmal ins Bad und richtete mich her, wusch mir mein Gesicht, nur um etwas zu tun und band mir meine Haare noch strenger aus dem Gesicht. Als ich in meine braunen Augen blickte, überlegte ich mir, dass ich heute Abend besser auf Zorro machen und nur eine Augenbinde über mein Gesicht legen würde, welche nur den oberen Teil des Gesichtes verdeckte, da ich es kontraproduktiv fände, sollte der unwahrscheinliche Fall eintreten, dass ich gesehen werden würde. Es wäre besser, wenn ich dann eindeutig nicht als DeathEater identifiziert werden konnte, sondern lieber als ein x-beliebiger Einbrecher erscheinen würde.

Es wäre für die Pläne von Lucius und dem Lord fatal, würden die DeathEater in dem Ganzen involviert werden, also wollte ich heute auf meine Eisenmaske verzichten.

Gesagt, getan und so funkelten mir nun zwei braune Augen entgegen aus einem breiten, schwarzen Stoffstreifen, denn wenn es hart auf hart käme, könnte ich meine Augen noch ins Weiße gleiten lassen, ging mein Zynismus mit mir durch. Mir bekam anscheinend Severus‘ Nähe nicht wirklich, denn es stand nicht zur Debatte die Augenfarbe zu wechseln.

Kurz vor acht war es so weit und ich ging gespannt ins Foyer, von wo ich dann apparierte und da stand ich dann, mit der Kapuze auf dem Kopf und der ungewohnten Gesichtsbekleidung, in einem Hauseingang, etwas von Fudges Haus entfernt und starrte gebannt auf das Gebäude, das heute meine Herausforderung sein würde.

Da Fudge nicht mehr Minister war, standen ihm keine Auroren zum Schutz mehr zu, was angenehm war, aber die Schutzzauber auf seinem exquisiten und noblen Heim waren noch immer denen eines amtierenden Ministers würdig, wie ich gerade dank meiner Diagnosezauber feststellte.

http://www.google.de/search?q=downing+street+nr+10&hl=de&prmd=imvns&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ei=ytj-T5iuJcmxtAb1sYXiBQ&ved=0CEsQ_AUoAQ&biw=983&bih=437

Das Haus war mit dunklen, schwarz-braunen Backsteinklinkern verblendet, nur die Fensterrahmen und der Türrahmen setzten sich in strahlendem Weiß ab, wenngleich die Tür ebenfalls dunkel war, mit protzigem, goldenem Türklopfer.

Ein kleiner, schwarzer, spitzer Metallzaun verlief vor dem Erdgeschoss und ich glaubte, nicht richtig zu sehen, aber das linke Fenster neben der Eingangstür war tatsächlich einen Spalt offen. Warum sollte ich mir die Mühe machen und verschlossene Türen knacken, wenn hier Fenster offen standen?

Da war ich nicht wählerisch oder gar zu stolz, um mich zu bücken!

So stand ich in dem Hauseingang auf der anderen Seite in der Dunkelheit und sprach den Unsichtbarkeitszauber, der mir nun schon lange leicht von der Hand ging, sodass ich unsichtbar wurde, während ich nun auf die Entfernung die ersten Schutzzauber veränderte, denn brechen konnte und durfte ich sie leider nicht!

Schließlich durfte nichts auf einen Einbruch hinweisen, das würde die Dokumente, die ich im Haus deponieren sollte, unecht erscheinen lassen und das wollten wir ja nicht.

Natürlich hatte das Ministerium spezielle Schutztruppen und Meister in dieser Kunst, somit traten mir vor Anstrengung kleine Schweißperlen auf meine Stirn als ich mich und meine Magie in die Struktur der Schutzzauber einnistete. Aber es ging leichter als im Ministerium, aber ähnlich schwer wie im Manor, denn hier war es so, dass das Schwierige nicht im brechen und zerstören der Banne lag, sondern darin sie zu verändern und anzupassen.

Die Banne waren aber zu denen im Ministerium an sich unzulänglich, entweder war ich zu gut oder die Schutzzauber zu schlecht?

Könnte auch daran liegen, dass er nun, da er kein Minister mehr war, versucht hatte, die Schutzzauber zu halten und darin leider nicht so begabt war wie die Spezialisten aus dem Ministerium.

Wie auch immer, ich flocht, ähnlich wie in dem Gang der Malfoys, der eher an die Magie von Hogwarts erinnerte und damit sehr viel besser geschützt war, meine Magie ein, so brannte ich nun meine Signatur in die Schutzzauber, nahm mich mit auf, ein Risiko ganz klar und etwas was ich wieder rückgängig würde machen müssen, bevor ich endgültig ging, aber es erschien mir augenblicklich am effektivsten. Es war nicht leicht, keinen Alarm auszulösen, schließlich handelte es sich hier immer noch um den ehemaligen Minister und augenblicklichen Assistenten des Amtierenden, aber ich ließ mir Zeit und arbeitete gründlich, während sich mir der Schweiß an meinem Haaransatz bildete und ich knabberte nervös auf meiner Lippe, denn ein Fehler und ich würde auffliegen.

Als es geschafft war, keuchte ich atemlos auf und stich mir kurz über die schwitze Stirn. Auf geht’s. Nun glitt ich rasch weiter und apparierte genau hinter den eng gespannten Zaun und freute mich, dass ich so dünn war, dass ich zwischen Mauer und Zaun passte, während ich mit einem fast lautlosen Wispern wieder auftauchte und mich materialisierte, danach gratulierte und beglückwünschte ich mich selbst zu meinem Können der fast lautlosen Fortbewegung, die ich mir eisern antrainiert hatte.

Magisch, aber immer noch unsichtbar hob ich nun das Fenster an, das lautlos aufglitt und dabei das dahinterliegende, hellerleuchtete Foyer dieser Stadtvilla offenbarte, während hinter mir schon aufgrund des bewölken Wetters eine zutiefst dunkle Nacht um kurz nach acht ausgebrochen war.

Also stemmte ich mich mit den Händen am Fensterbrett hoch und glitt geschmeidig, aber auch rasch über den erhöhten Fenstersims in das protzige Innere der Villa. Sie war hell und freundlich aussehend, wenngleich auch überladen in ihrer Pracht, mit Stuckdecke und schweren, antiken Möbeln. Sie zierten eindeutig zu viel Gold. Plötzlich, zu meinem Schreck, bemerkte ich, dass ich den Unsichtbarkeitszauber, der bisher schützend auf mir gelegen hatte, aufgrund eines Banns verloren hatte und ich nun als schwarzgewandete Person in dem gelben Foyer mehr als präsent war.

Nun verstand ich einen der Zauber, die ich nicht hatte brechen können. Es war eben jener, der damals auch im Ministerium dafür gesorgt hatte, dass man nicht mit dem Unsichtbarkeitszauber in deren Räumlichkeiten arbeiten konnte, das stand im Standardwerk und hatte dafür gesorgt, dass ich meinen Einbruch damals bei dem Ball so öffentlich geplant hatte, da ein Versuch unsichtbar im Ministerium zu erscheinen zwecklos war, weil die Zauber und Banne diesen Zauber dort effektiv aufhoben und anscheinend lag dieser standardmäßig auch auf dem Haus eines Ministers.

Auf Hogwarts lag so ein Zauber nicht, vielleicht rechnete dort keiner damit? Ich wusste es nicht, aber hier und im Ministerium gab es ihn und im Manor hatte ich ihn noch nie getestet, also wusste ich nicht, ob jenes auch so geschützt wäre.

Wobei mir gerade einfiel, dass ich über den Zauber gelesen hatte und dass dieser in seiner Form erst vor gut 300 oder 400 Jahren erfunden worden war, hatte es ihn zur Zeit der Gründung von Hogwarts noch nicht gegeben und keiner der Schulleiter hatte es anscheinend bisher für nötig erachtet, einen der gearteten Schutz einzubauen, vor allem da der Zauber nicht im Unterricht gelehrt wurde und auch noch enorm schwierig war, was ich leidvoll bestätigen konnte! Die Schule vor unsichtbaren Schülern zu schützen schien nicht nötig zu sein, da die Schüler diesen komplizierten Zauber sowieso nicht lernten.

Gut, der Zauber war erlernbar, siehe Ron, der ihn gerade erlernte und die anderen der Connection, die ihn mehr oder weniger gut hinbekamen, aber nur mit viel Fleiß und Übung nicht rasch… selbst für mich nicht.

Aber es war nur dieser eine Zauber von mir abgefallen. Es ging kein Alarm los, oder eine sonstige Funktion setzte sich in Gang, nur plötzlich krachte es und ich zuckte überrascht zusammen, aber reagierte sofort, indem in Sekundenschnelle mein aus meinem Schaft gezückter Stiefeldolch surrend durch die Luft flog und sich schließlich schwungvoll, bis zum Heft, in eine schmächtige Brust bohrte, während mich vor Unglauben und Überraschung tellerrunde Augen entsetzt anstarrten, als ich das Herz zielgenau traf!

Er öffnete empört seinen Mund und senkte den geschockten Blick auf das aus ihm ragende Heft und taumelte dann, um mit einem leisen „Ufffff“ umzufallen und unsanft zu Boden zu gehen.

Ich hatte einen Hauselfen getötet!

Wie weit würde ich noch sinken? Ich hatte ohne zu zögern dem kleinen, magischen Wesen das Licht ausgeblasen. Kurz durchzuckte mich das schlechte Gewissen über meine Untat, als ich den kleinen, schmächtigen und nun leblosen Körper betrachtete.

Und das Schlimme war die Erkenntnis, dass ich richtig gehandelt hatte, denn diese kleinen, magischen Wesen sprachen nicht auf unsere Magie an. Er hatte mich gesehen und musste damit rücksichtslos beseitigt werden, also eilte ich entschlossen auf das kleine, tote Bündel zu und drehte ihn auf dem prachtvollen Perserteppich herum und zog meinen Dolch aus seinem noch warmen Körper. Ich steckte den Dolch wieder in meinen Stiefel, bevor ich den Elf mit einem Wisch im Nichts auf immer verschwinden ließ, danach stieß ich einen tiefen Seufzer aus.

Es war nicht ideal, aber nicht zu ändern. Niemand würde einen Hauselfen in der zu erwartenden Hektik vermissen und wenn er dann weg war, könnte man es immer noch so drehen, dass vielleicht Fudge für dessen Verschwinden verantwortlich war, da allgemein bekannt war, dass Hauselfen sehr viel wussten, auch wenn sie über die Geheimnisse ihrer Familien schwiegen, aber Ausnahmen bestätigten die Regel, erinnert euch an Dobby! Somit könnte er ihn vor langer Zeit angewiesen haben zu verschwinden, sollte er jemals Ärger mit dem Gesetz bekommen. Ich würde Lucius sagen, dass er dies im Ministerium als Gerücht streuen sollte.

Aus den Unterlagen wusste ich, dass die Familie über nur einen Hauselfen hier in dieser Stadtvilla verfügte, was günstig war und so wich ich eilig in den Schatten unter der Treppe zurück, da das Foyer nun still dalag und alles erfreulich leise vonstattengegangen war. Als nächstes senkte ich magisch wieder das Fenster in die Position, in der es gewesen war, bevor ich dadurch eingestiegen war.

Alles war nun wieder derart unberührt wie vor meinem Eindringen. Mein Herz klopfte in einem beständigen, gleichmäßigen Takt, nichts brachte mich aus der Ruhe, auch wenn ich mich fragte, wo sich die Familie Fudge herumtrieb. Ich musste schnell sein, nicht dass sie nach dem Hauselfen riefen und dieser nicht erschien, das wäre fatal.

So klopfte ich mir mit meinem Zauberstab auf den Kopf, sprach den Spruch und ein Gefühl als würde ich mir ein Ei auf dem selbigen aufschlagen bereitet sich in mir aus. Das tropfende Gefühl von kalter, glitschiger Flüssigkeit, die von meinen Kopf über meinen Körper floss, fühlte sich eigenartig an und noch immer ekelig, daher schüttelte ich mich unwohl. Aber siehe da, perfekt!

Zwar nicht so gut wie der Invisibiliy, aber für mein Vorhaben hier sollte der Desillusionierungszauber reichen.

So hatte sich nun mein Aussehen exakt an die Umgebung angepasst, während ich das Erdgeschoss geschwind hinter mir ließ, da ich von Rita wusste, dass das private Arbeitszimmer von Cornelius im ersten Stock lag, wie auch sein eheliches Schlafzimmer.

Ich huschte mit einem Sonus Ex geschützt lautlos die wuchtig geschwungene Treppe hoch und stand nun in einem großzügigen Gang, von dem aus man entweder in den zweiten Stock hoch gehen konnte, wo sich die Privaträume der Gattin befanden, oder halt die diversen Zimmer im ersten Stock betreten konnte, deren Herr Fudge war.

Wobei, laut Rita, die Eheleute Fudge sich das eheliche Schlafzimmer im ersten Stock noch immer teilen sollten, anders als Narcissa und Lucius zum Beispiel. Ein Graus, wenn ich mir die Eheleute Fudge vorstellte, etwas was ich definitiv nicht wollte und so ging ich geschmeidig weiter, bis mir plötzlich eine Tür auffiel, die nicht ganz geschlossen war und aus der immer wieder klatschende Geräusche zu vernehmen waren. Ich blinzelte konsterniert!

Solche Laute kannte ich, dazu passte nur nicht das genüssliche Seufzen!

Was passierte hier, denn wenn Ritas Angaben genau waren, dann war dies das Hauptschlafzimmer, gut platziert in der Mitte des Flures.

Meine Neugierde war wieder eindeutig zu groß, denn ich linste durch den Spalt und bereute es sofort. Wieder war ich versucht zu kotzen.

Warum musste ich immer so was sehen?

Mein Glück war an Unsäglichkeit schon gar nicht mehr zu übertreffen. Schmerzlich kniff ich die leider nicht blinden Augen zu, aber der Anblick würde sich auf ewig in mich brennen, leider.


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BeitragThema: 320. Kapitel Intrigen   Kapitel 319-320 EmptyMo Okt 22, 2012 3:27 am

320. Kapitel Intrigen

Lucius Sicht

Hier saß ich nun, inmitten der 50 Gamotsmitglieder, die nicht zwingend Ministeriumsangestellte waren, siehe mich und auch andere hochgediente, einflussreiche und bekannte Zauberer und Hexen.

Nachdem ich den Mitgliedern des Gamots, die mich aus dem Manor ins Ministerium begleitet hatten entwischt war, was sich als leichter als gedacht erwiesen hatte, hatte ich die nächste Phase meines Planes in Angriff genommen. Ihnen zu entkommen war so einfach gewesen, weil es im Ministerium derart hektisch und überfüllt zugegangen war, dass ich einfach ungesehen hatte entschwinden können. Ich hatte also die Gunst der Stunde genutzt, mir einen Confundo Maxima angehext, um die mich umgebenden zu verwirren, sodass mein Verschwinden ihnen gar nicht aufgefallen war, somit war ich in den Aufzug, der hochfuhr, gestiegen, anstatt die anderen hinab zu begleiten.

Rasch hatte ich mich daran gemacht, die Unterlagen in Cornelius‘ Büro zu verstauen. Die Zauber, die zur Sicherheit sein Büro schützten, waren wahrlich kein Problem gewesen, dafür ging ich hier zu häufig ein und aus, als dass sie mich hätten aufhalten können. Schnell hatte ich einige Papiere gefunden, die ich bestimmt nicht in Händen anderer gewusst haben wollte. Ich war eilig aber akkurat vorgegangen, dabei war die Selbstverliebtheit des ehemaligen Ministers nicht zu überbieten, da sein Versteck im Boden zu seinen Füßen, bei seinem Schreibtisch eingelassen gewesen war, aber auch dieses war nicht schwer zu knacken, wenngleich ich hier etwas länger verweilte, um ordentlich zu arbeiten.

Ich hatte vielleicht alles in allem 5 Minuten benötigt, um alles zu vernichten was für mich belastend wäre und um die denunzierenden zum Teil gefälschten Unterlagen zu verstauen, die Cornelius zu Fall bringen sollten, um danach eilig das unberührt wirkende Büro hinter mir zu lassen und mit einer anderen Gruppe hinunter in die Gerichtsräume im 10. Stock zu gelangen.

Es war erquickend, zu erkennen, wie geschmeidig und unauffällig ich doch sein konnte, wenn ich wollte, vor allem da ich noch diesen verwirrenden Confundo auf mich gelegt hatte, sodass er wie ein Übersiehmichzauber wirkte, da ich durchaus keine Person war, die man leicht übersah.

Aber nun war es soweit. Ich langweilte mich kolossal. Dieser impertinente Haufen redete und redete und redete, erkannte nicht den wahren Grund für das große Ganze. Zu meinem Leidwesen war ich noch kein Großmeister des Wizengamots, wobei die Errungenschaft dieser Ehre nichts mit Leistung sondern nur mit dem Alter zu tun hatte, sprich, wenn jemand 60 wurde, konnte er sich dafür innerhalb der Gamotgemeinschaft bewerben, vorher leider nicht. Ich sah mich desinteressiert um, als meine tristen Gedanken durch eine laute Stimme, die sich von dem herrschenden Gemurmel abhob, unterbrochen wurden.

„Mitglieder! Ich plädiere noch einmal, lassen Sie uns die Räumlichkeiten des Beschuldigten durchsuchen, damit müsste doch dann ersichtlich sein, wie wir weiter vorgehen!“, rief Warrington ereifernd und ich war froh, dass meine Leute innerhalb dieser Gerichtsbarkeit wie gewünscht funktionierten und sich gespielt ab und an den Ball zuwarfen, erfreulich, denn einen ewiglichen Einspruch von mir hätte man aufgrund meiner engen Bekanntschaft zu Cornelius auch bedenklich gegenüberstehen können und somit hielt ich mich bis jetzt gebührend betroffen zurück.

„Ohne den Beschuldigten davon in Kenntnis zu setzen? Ich bin dagegen!“, lehnte die zu meinem Leidwesen wiedergekehrte Professorin Griselda Marchbanks gerade leidenschaftlich ab. Sie war damals zusammen mit Tiberius Ogden aus Protest von dem Gericht zurückgetreten und hatten ihre Mitgliedschaft niedergelegt, als Dumbledores Schulleiterautorität vor 2 Jahren beschnitten worden war, indem Dolores Jane Umbridge vom Ministerium über seinen Kopf hinweg als Professorin berufen, besetzt und bestimmt worden war. Leider, leider war sie auf Anraten des alten Mannes zurückgekehrt, um die Interessen des Ordens zu wahren, eine Schande.

„Das ist doch der Sinn des Ganzen!“, fauchte nun Mr. Parkinson erbost und schüttelte entnervt den Kopf, über derartig wenig hinterlistiges Gedankengut.

„Hier muss ich Mr. Parkinson recht geben, stellen Sie sich vor Mrs. Marchbanks, sollte an diesen bodenlosen Vorwürfen dem ehemaligen Minister gegenüber etwas dran sein, dann schrecken Sie den Beschuldigten auf und warnen ihn, das wäre kontraproduktiv! Wir dürfen uns, für den Fall, dass es stimmen sollte, nicht den Überraschungsmoment aus der Hand nehmen lassen!“, entgegnete Pius Thicknesse ruhig, aber auch sehr rechtschaffend. Er war ein Zauberer mit gewelltem, langem, dunklem Haar und mit einer Vorliebe für prächtig goldbestickte Gewänder und war Leiter der Abteilung für magische Strafverfolgung. Somit hatte er Amelia Bones beerbt. Zwar war er kein DeathEater, dieses wankelmütige Halfblood, aber er war sehr snobistisch und seine Meinung gerade sehr hilfreich.

„Eben, rechtfertigen kann er sich danach immer noch!“, sprang Yaxley wieder auf den Zug auf und unterstrich diese Aussage mit einer lässigen Handgeste. Er tat dies nicht nur, weil er ein DeathEater war und wie ich wusste, einer der neuen in der Truppe des Mudbloods, sondern auch weil Pius Thicknesse sein direkter Vorgesetzter war.

„Es wäre aber ein sehr ungewöhnliches Vorgehen!“, warf nun der Vorsitzende in Form des augenblicklichen Ministers, Rufus Scrimgeour, sehr widerwillig ein, während neben ihm Percy Weasley, wie verrückt, das Gesagte Wort für Wort mitschrieb.

„Hier möchte ich mich zu Wort melden!“, erhob ich gebieterisch meine Hand, um die Aufmerksamkeit zu fordern und erntete das machtvolle Gefühl, dass tatsächlich alles schwieg, bevor ich mich sachte räusperte um dann gemessen fortzufahren:

„Es ist ungewöhnlich! Aber es ist auch der erste ehemalige Minister, bei dem dies überhaupt aufkommt und der beschuldigt wird, sein Amt missbraucht zu haben, zur eigenen Vorteilsnahme! Wir müssen in diesen unruhigen Zeiten sehr weise, überlegt und mit Bedacht vorgehen, ohne zu viel Verunsicherung zu erzeugen! Die Öffentlichkeit könnte, wenn sich die Anschuldigung als unbegründet herausstellt, sehr ungnädig reagieren und es könnte ihren Glauben in die Institution des Ministeriums erschüttern. Ich bitte dies zu beachten, hinzu kommt, dies wäre dann nun mein Vorschlag, eben nicht gleich alles zu durchsuchen, sondern erst nur das Büro, das ist etwas anderes als Cornelius in seinem Heim zu belästigen, da Ministeriumsintern! Sollte man nichts finden, vergessen wir es schnell wieder! Aber wenn doch…“, wiegte ich meine Hand sachte hin und her und durfte das Aufbrausen des Wisperns erleben, welches mein Vorschlag auslöste.

„Ruhe, meine Damen und Herren! Ordnung!“, forderte der bärbeißige Minister, entnervt aufgrund der aufkommenden Unruhe.

„Er war der Minister…“, „Eben“, „Schwierige Entscheidung!“, „Vielleicht sollten wir ihn doch erst befragen?“, „Ich bin dagegen!“, „Ich bin dafür!“

„Die Öffentlichkeit ist schwer besorgt und verunsichert, der-dessen-Name-nicht-genannt-werden-darf, …“, erwiderte gerade Pilliwickle lauter, er war ein Verwandter des berühmten Justus Pilliwickle, der ebenfalls einmal der Abteilung für magische Strafverfolgung vorgestanden hatte und sein Wort hatte durchaus Gewicht.

Seine Erwähnung des Lords hatte dafür gesorgt, dass eine solche Unruhe einkehrte, dass Scrimgeour sie nur mit einem heftigen Hammerschlag auf das Pult vor ihm beenden konnte, bevor er seine Stimme gewichtig erhob und doch wieder unterbrochen wurde:

„Also, ich finde es nicht von der Hand zu weisen, dass man hier anders vorgehen muss als gewöhnlich! Es muss schnell Klarheit herrschen…“, meldete sich eine Frau entschlossen, die bisher sehr zurückhaltend gewesen war und deren Familie sich bisher aus allen Seiten herausgehalten hatte, Mrs. Montgomery. Es half uns enorm, dass sich mal jemand, der nicht verdächtig war eben zum Orden oder zu den DeathEatern zu gehören, nun zu Wort meldete und sich von mir hatte einlullen lassen.

„So kommen wir nicht weiter, schließlich sind wir hier nicht auf einem Basar, sondern in einem parlamentarischen Gericht!“, tadelte der dem Gamot vorsitzende Minister nun sichtlich entnervt und die wogende Masse war wahrlich nicht einfach zu führen, weswegen er eindringlich und tadelnd in die Menge starrte, während er schon wieder mit seinem Hammer auf den Bolzen schlug um sich Gehör zu verschaffen, bis endlich alles verstummte. Er wartete mit grimmiger Miene ab, bevor er weitersprach.

„Ich gebe dem Antrag, der die Frage klärt, somit statt! Wer ist dafür, das Büro von Cornelius Fudge hier im Ministerium zu durchsuchen, der möge bitte nun seine Hand zur Abstimmung erheben…“, kam es inbrünstig von dem Minister und natürlich erhob sich meine Hand in die Höhe, wie auch die vieler anderer und zu meinem Vergnügen vieler, die ganz gewiss nicht meiner Seite angehörten, aber meine Agitation und Beeinflussung in Richtung Öffentlichkeit schien ihr übriges getan zu haben, sehr schön.

„Gut, gut… Weasley, Sie haben die magische Zählung?“

„Ja, natürlich Minister!“, erwiderte der junge, rothaarige Mann schleimig, aber auch absolut korrekt. So wie er dasaß konnte man annehmen, er hätte einen Stock verschluckt. Ich erkannte in ihm den jungen Mann, der auch kurz mit dem Biest auf meinem Weihnachtsball im Manor getanzt hatte.

„Gut, somit mögen jetzt alle ihre Hand erheben, die gegen dieses Vorgehen sind!“, bat der Minister und wieder raschelte es, als sich die restlichen Hände des Gamots in die Höhe streckten und reckten. Mit einem raschen Blick konnte ich durchaus ausmachen, dass es nicht wenige waren, es würde wahrlich eine enge Entscheidung werden und ich war gespannt auf die Auswertung, wobei ich mir sicher war, dass ich im schlimmsten Fall einen weiteren Antrag stellen könnte, dass man Cornelius hierherschaffte und auf dem Stuhl vor uns festmachte und nachträglich die Räume durchsuchte, aber andersherum wäre es mir lieber. Doch so oder so hatte ich alle Trümpfe in der Hand, die Frage war nur, in welcher Reihenfolge wir sie abarbeiten würden.

Außerdem musste ich dem Biest Zeit verschaffen um ihre Beweise zu deponieren, denn Cornelius zu holen, dafür würde sich die Meute sofort begeistern können.

„Die Auswertung liegt vor, meine Damen und Herren!“, ertönte erneut der Hammer bedeutsam, der für Ruhe sorgen sollte, während das Blatt magisch von Weasley zum Vorsitzenden schwebte, das dieser nun interessiert mit tief gerunzelter Stirn in die Hand nahm.

„Mhm… wir haben ein Ergebnis, wenn es auch knapp ist. Es sind mehr für die sofortige Durchsuchung der ministerialen Räume als dagegen!“, bekannte der Minister missmutig. Dass ihm dieser Beschluss nicht gefiel konnte er nicht verhehlen und somit übernahm die stellvertretende Vorsitzende des Gamots Mafalda Hopfkirch, die normalerweise die Leiterin des Büros gegen Missbrauch der Magie war, rasch einen beglaubigten Auftrag an die Auroren auszustellen.

„Mr. Robards… ich denke, Sie sollten sich mit 3 verlässlichen Auroren aufmachen und zur Tat schreiten! Sie sind hiermit offiziell vom Gamot beauftragt und haben die Erlaubnis, Ihres Amtes zu walten!“, erklärte sie nüchtern, dabei überreichte sie Gawain Robards geschwollen ein Billet, dieser war nachdem sein Vorgänger Rufus Scrimgeour Zaubereiminister geworden war, zum Leiter der Aurorenzentrale befördert worden und ein Mitglied des Rates, deshalb auch jetzt, hier anwesend. Geschäftig erhob er sich und ging gemessenen Schrittes zu Mrs. Hopfkirch, um seinen Auftrag entgegen zu nehmen.

„Natürlich!“, meinte er gewichtig und verschwand mit wehenden Roben, um seiner Aufgabe nachzukommen, während nun wieder das Geschnatter um mich herum einsetzte, unterdessen lehnte ich mich leicht zurück und ließ meine Augen über den Raum schweifen.

Das Gremium tagte in einem Gerichtsraum weit unter dem Ministerium. Nachdem es von einem „unbekannten“ Denunzianten mehrere anonyme, aber schwer belastende Hinweise auf Machenschaften des ehemaligen Ministers erhalten hatte, war diese Zusammenkunft einberufen worden. Die Beweise wiesen unter anderem darauf hin, dass die Konten von Cornelius besser gefüllt waren als sie es bei einem ehemaligen Minister, der keiner nennenswert reichen Familie entstammte, sein konnte.

Zudem er erst im Jahre 1990 das Amt von Millicent Bagnold übernommen hatte, nachdem er nicht die zweite, sondern dritte Wahl für das Amt des Zaubereiministers erst gewonnen hatte.

Denn davor hatte Albus Dumbledore abgelehnt und Barthemius Crouch war über den Skandal mit seinem Sohn gestolpert, somit war er es als Notlösung geworden, aber man konnte aus diesen Unterlagen entnehmen und erkennen, dass erstaunlich viele Beschuldigte, die zwischen 1981 und 1985 als DeathEater angeklagt gewesen waren, ihm sehr viel Geld hatten zukommen lassen und somit nicht wenige keinem Gerichtsprozess zugeführt worden waren und nach einer Strafzahlung direkt an den Minister persönlich als geläutert galten, wenn ihnen nichts Schlimmeres nachgewiesen werden konnte, damit war seine Bestechlichkeit eindeutig bewiesen.

Anders als ich, der ich genau kalkuliert hatte, dass mich so etwas früher oder später zu Fall bringen könnte, somit hatte ich mich aus strategischen Gründen zu einer Selbstanzeige durchgerungen, nachdem ich aus dem Imperius-Fluch erwacht war.

Mein Vater, Abraxas Malfoy, war zu der Zeit derart lethargisch und betrauerte das Verschwinden des Lords, sodass ihm alles andere gleich gewesen war und so war es gekommen, dass er sich auf meinen Wunsch hin mir angeschlossen hatte. Als Strafe hatte er angeboten sich zurückzuziehen und sich auf Malfoy Manor, der Abraxanerzucht hinzugeben, die sein Vater begonnen hatte. Damit hatte ich es geschafft, das Ansehen der Familie Malfoy zu retten, denn schließlich verwunderte es niemanden, dass der Dark Lord die Familie auf seine Seite hatten ziehen wollen, egal mit welchen Mitteln, schließlich waren wir zu einflussreich, reich und mächtig um übergangen zu werden und man glaubte uns unsere Lüge, dass wir nicht freiwillig den Platz in den Reihen des Lords eingenommen hatten. Dass wir auch ohne den Lord genug Einfluss gehabt hätten und derlei nicht brauchten um oben in der Gesellschaft zu stehen, war eine für viele einleuchtende Argumentation gewesen.

Dank meiner Mühen waren nun Cornelius‘ Mauscheleien aus seiner Zeit als Anwärter auf den Posten sowie als Minister und nun als Ministerassistent auf ihn zurück gefallen, da ich noch mehrere Intrigen gesponnen hatte, wobei er nicht wirklich unschuldig war.

Die Empörung war groß unter den Gamotsmitgliedern, die heiß diskutierten und die Atmosphäre spannungsgeladen, in diesem von Fackeln beleuchteten Raum mit den kahlen, dunklen Steinwänden.

Vor uns in der Mitte stand der unbequeme Stuhl, der für die Angeklagten reserviert war, mit seinen magischen Ketten an den Armlehnen, der ebenerdig im Zentrum des Raumes stand. Zu meinem Leidwesen wusste ich wie gesagt, wie man sich auf ihm fühlte. Es war erniedrigend, demütigend und beschämend, aber mit meiner unerschöpflichen Arroganz, Ignoranz und Blasiertheit hatte es gewirkt als säße ich auf einem königlichen Thorn denn auf dem Anklagestuhl.

Doch jetzt saß ich hier, auf einer der im Halbrund ansteigenden Bänken des Tribunals als Richter und konnte auf die Delinquenten hinabblicken.

„Und Lucius, freust du dich über deinen Coup?“, ätzte über drei Reihen hinweg Odgen plötzlich zu mir und meine blonde Braue verschwand in ungeahnte Höhen. Einige spitzten sofort interessiert ihre Ohren, aber noch bevor ich etwas groß erwidern konnte, schlug die Tür krachend laut auf und ein mehr fliegender denn gehender Robards eilte herein. Er strahlte eine große, innere Unruhe aus als er zum erhöhten, mittig liegenden Pult des Ministers eilte und meine Unterlagen vor diesem ablegte.

Das Spiel konnte beginnen, darüber vergaß ich Odgens Beleidigung doch fast, aber nur fast, denn schließlich vergaß ein Mann wie ich nie etwas, aber ich war zufrieden, dass es lief. Nun würden die Papiere gesichtet werden, dann würden sie verlesen werden und danach würde es eine erneute Abstimmung über das weitere Vorgehen geben.

Es konnte niemand behaupten, dass die Mühlen des Ministeriums schnell mahlten, was erfreulich war, verschaffte es ihr doch die benötigte Zeit in Fudges Haus.

Lucius Sicht ende

Hermiones Sicht

Da stand der dickliche, schmärbäuchige Fudge vor seinem Bett, welches an der gegenüberliegenden Seite zur Tür aufgestellt war. Am Fußende des Bettes war er in all seiner nackten Pracht anzusehen. Er war an den Streben des Himmelbetts mit den Händen gestreckt und stramm gefesselt und hing auf gut Englisch, ziemlich in den Seilen!

Leider waren es rosafarbene Satinschnüre, die sich stramm spannten. Was für eine Geschmacksverirrung. Aber was sollte man erwarten?

Meine Ironie ging mit mir durch, als ich dachte, dass er prächtig anzusehen war, da er mit dem Rücken und seinem nackten, feisten Hinterteil zu mir stand, wobei ich seine fordere, mehr als mickrige Pracht durchaus sehen konnte, zu meinem unsäglichen Leidwesen, da am Kopfende des Himmelbettes ein Spiegel angebracht war sowie auch in dem Himmel des Bettes selbst. Dieser Mann liebte es anscheinend, sich in allen möglichen Stellungen zu begutachten und zu beobachten. Er war augenscheinlich ein sehr selbstverliebter Mann.

Warum immer ich? Warum war ich immer so neugierig? Musste ich das denn immer sein? Das brachte mich immer in den Genuss, die unmöglichsten Dinge sehen zu müssen.

Warum saß er nicht bei einem späten Dinner mit seinem holden Weib? Aber nein, er doch nicht!

Und was musste ich sehen? Und als ich schnüffelte… riechen? Himmel, die Luft, die mir entgegenwehte, war geschwängert von schweren moschusartigen Gerüchen aber auch süßlichen Sandelholzdüften, doch leider auch von abgestandenem Schweiß, es war brutal und ich versuchte, nur noch über den Mund zu atmen.

Somit musste ich den ehemaligen Minister beim Sex mit… und jetzt kommt es, beim Sex mit seiner Frau sehen! Ich wusste nicht was mich mehr schockierte, dass ich mal einem älteren Mann begegnete, der seiner Frau treu war, aber mit ihr diese Lächerlichkeit beging, oder eben nicht?!

Aber das Schlimme war, dass es eben auch nicht nur Sex war, sondern, dass ich Zeuge wurde, wie sie SM-Sex in Reinkultur versuchten!

Genau, Fudge und SM. Er hatte einen Fetisch, wenn es nicht so traurig wäre hätte ich gelacht, aber ich dachte, ich sah nicht richtig, denn ich kannte diese Frau vom Ball im Ministerium. Es war tatsächlich die Glitzer-Mrs. Fudge, welche die Domina gab und den gefesselten sowie mit einer Kugel im Mund mundtot gemachten Fudge mit einer kleinen Möchtegern-Peitsche schlug oder eher tätschelte, wobei er immer wieder tiefe, stöhnende, aber auch grunzende Laute ausstieß, gedämpft durch den Gegenstand in seinem Mund.

Diese Möchtegern-Peitsche war eine weiche „Flogger“- Lederpeitsche in einem hellen grün und um der Dekadenz zu genügen, war der Griff mit Gold verziert.

Die vielen, weichen Riemen erzeugten einen hohen Luftwiderstand und somit ertönte beim Auftreffen auf die Haut ein charakteristisches zischendes Geräusch, was nichts mit dem schmerzhaften, harten Klatschen zu tun hatte, was Lucius bei meiner Strafe oder auch bei Remus‘ Folter erzeugt hatte. Dieser übersättigte Mann hier vor mir hatte absolut keine Ahnung, was es hieß mit einer Peitsche bestraft und geschlagen zu werden!

Ich schon und ich würde es nie als Lust betrachten, sondern immer nur als Strafe und Folter sehen, somit erschloss sich mir die sichtbare Lust nicht, die Fudge empfand, als er spielerisch weich ausgepeitscht wurde und ich im Spiegel beobachten musste, wie sein Schwanz hart und steilaufgerichtet stand und er immer wieder leidenschaftlich unter den Schlägen aufstöhnte, unter ihnen erbebte und erzitterte.

Aufgrund des drehbaren Gelenks zwischen Griff und Riemen konnte seine Ehefrau die Peitsche in kreisende Bewegungen versetzen. Sie konnte dies eindeutig, offenbar schienen beide das nicht zum ersten Mal zu machen. Sie, die unförmige Mrs. Fudge, in eindeutig unvorteilhafter Ledermontur als Domina, es war fast grotesk.

Sie war eine kleine, dickliche Frau mit ausladenden Rundungen, die perfekte Partnerin für Fudge und dessen kleine gedrungene Gestalt. Sie hatte ein rundliches Gesicht mit einem schwabbeligen Doppelkinn und heute offene schulterlange, dunkelbraune Haare. Sie war nicht hübsch oder gar ansehnlich, aber sie hielt sich für schön, so wie sie in ihren knappen und engsitzenden Lederdessous, die mehr enthüllten statt verdeckten, auf hohen Hacken herumstakste und den grauhaarigen Fudge peitschte. Es schien ihr zu gefallen, so wie ihr Gesicht rot leuchtete und ihre Augen vor Lust glitzerten, während nun Fudge der Sabber über das Kinn lief, auf seine Brust tropfte und eine Schleimspur über seinen dicklichen Bauch zog, der so weit vorstand, dass er sein bestes Stück bestimmt schon lange nicht mehr selbst in Augenschein nehmen konnte.

Diese Dekadenz der Reichen, Mächtigen und Einflussreichen, einfach genial, denen war einfach zu langweilig, das brachte mir umgehend die ungewollte Überlegung ein, ob Lucius auch oft im Manor der geartete Besuche empfing, nicht, dass es mich störte, das redete ich mir gerade vehement ein, aber ich wusste nicht, ob ich es wissen wollte.

Wobei ich froh war, dass diese Sache mit Mrs. Edgecombe beendet war, die hatte er auch nur zum Spaß erpresst, da ihm langweilig war, aber die Frage blieb, was war danach gekommen? Wollte ich es wissen?

Wenn ich das Geschehen vor mir ansah, wollte ich gar nichts mehr wissen, warum musste ich immer derartig Abartiges sehen!

Ich war zu neugierig, eindeutig. Das sollte ich mir schleunigst abgewöhnen!

Seine mittlerweile gerötete, wabernde Rückseite war nicht wirklich schön und der Schweiß, der ihm in Strömen hinablief, war grausam anzusehen.

Als sie ihre wulstigen mit Ringen bewährten Hände auf seinen geprügelten Hintern legte und ihn fordernd knetete, was ihn fast laut ächzend kommen ließ, so war dies der Moment, wo es mir endgültig reichte, ich zog meinen Kopf ruckartig zurück. Meinen stillen Abgang, begleitete ein genüssliches Grunzen von Fudge, dabei erkannte ich zu meinem Verdruss, dass ich fünf wertvolle Minuten mit meiner Spannerei vergeudet hatte und das um das Ehepaar Fudge beim Sex zu erleben, was ich niemals hatte sehen wollen.

Somit überließ ich das eigenwillige Paar sich selbst und ihrem Lustspiel, wissend, dass es in kurzer Zeit unterbrochen werden würde!

Ich war gespannt, wie die Auroren bei diesem unerwarteten Anblick reagieren würden. Ein gefesselter und ausgepeitschter Fudge, zu geil, das würde die rechte Strafe für ihn sein, wenn ich mir vorstellte, was er Harry alles angetan hatte.

Aber ich ließ das alles hinter mir, konzentrierte mich lieber auf meine Aufgabe und ging schnell auf das Zimmer an der Stirnseite zu, dabei überprüfte ich rasch, dass keine zusätzlichen Zauber auf dem Büro lagen und doch… ich stockte.

Fudge hatte sein Büro extra gesichert. In diesem feisten Mann steckte mehr als man denken mochte, okay, falsche Zweideutigkeit, denn wer hätte gedacht, dass dieser Mann auf diese Art von Sex stand?

Oder, vielleicht gerade deshalb?

Egal, ich veränderte wieder den Zauber, ich brach ihn nicht, denn die Auroren sollten feststellen, dass Fudge etwas zu verbergen hatte, leider dauerte es so etwas länger und ich versuchte fix zu sein, da mir die Zeit davonlief. Die Auroren würden das Haus nicht sittsam betreten, sondern es erstürmen. Die Zeit drängte für mich, weswegen ich mit dem Stab in der Hand schneller arbeitete und die Tür in allen Regenbogenfarben erstrahlte.

Als sich die Tür endlich lautlos öffnete und weit aufglitt, genauso wie die Tür der Twins damals im Cottage, fand ich dahinter ein typisch „englisches“ Büro und ich eilte nach einer weiteren Überprüfung rasch zum Schreibtisch und legte auf die dunkelgrüne, lederne Unterlage die vorbereiteten Papiere.

Ich breitete die sortierten Stapel sorgsam aus, auch heizte ich den Kamin mit einem Incendio an, fasste zwei unwichtige Unterlagen von seinem Tisch und schmiss diese nachlässig in den lodernden Kamin, aber darauf bedacht, dass nicht alles den Flamen übereignet wurde, so wirkte es, als hätte er einige Dokument vernichtet, bevor er dieses amouröse Abenteuer gestartet hatte.

Dann hetzte ich auch schon rasch zum Fenster und blickte auf die finstere Straße, sah aber noch nichts verdächtiges, somit nützte ich die mir verbliebene Zeit und wühlte mich etwas durch Fudges private Unterlagen und suchte seinen Raum auf Geheimverstecke ab. Im Nachhinein betrachtet war es Goldwert, dass ich mir noch diese Zeit nahm und ich hoffte, Lucius tat ähnliches im Ministerium, denn ich fand in einem Wandpanel verborgen seine gut geschützten „Geheimnisse“!

Es war als würde ich einen Safe von den Muggeln knacken und so stand auch mir schlussendlich der Schweiß auf der Stirn, während ich hochkonzentriert den Code mühsam entschlüsselte und fast wäre mir ein fataler Fehler unterlaufen, doch ich schaffte es in letzter Sekunde doch noch, die richtige Rune zu zeichnen. Puh, das war knapp gewesen. Endlich, nach einer von mir gefühlten Ewigkeit, sprang der Verschluss klackend auf. Mir rauschte das Adrenalin trunken durch meine Adern, es war ein unbeschreibliches Hochgefühl etwas derart Verbotenes zu tun, aber es regte mich auch ungemein an.

Offensichtlich verstand auch der ehemalige Minister es, „erpressbares“ Material von Gott und der Welt zu sammeln und nicht nur Rita oder Umbridge. Jetzt war mir auch klar, warum er für unseren jetzigen Minister Rufus Scimgeour als erster Assistent tätigt war, denn er hatte auch von Mrs. Edgecombe gewusst und nun, er wusste auch etwas Neues über den guten Rufus!

Interessant, der gute Mann, unser alles verehrter Herr Minister hatte seit diesem Ostern, an dem wir dem kleinen Lucien auf die Welt halfen, die Zeit genutzt, um eine neue Geliebte zu finden, seitdem ihm seine ehemalige dank mir rund um Halloween abhanden gekommen war. Und nachdem diese an Weihnachten auch Lucius losgeworden war, schien sie erst mal genug von der holden, außerehelichen Männlichkeit zu haben, dafür hatte Rufus aber adäquaten Ersatz gefunden. Diese Information würde für mich eines Tages bestimmt wertvoll werden! Das Unglaubliche war, das hätte ich weder von ihr noch von ihm gedacht, aber schließlich lernte man nie aus!

Was fand ich schlimmer? Das was der gute Fudge in seinem Schlafzimmer mit seiner eigenen Frau trieb, oder das was Scimgeour mit dieser kleinen Schlampe veranstaltete, überraschte selbst mich.

Also griff ich mir entschlossen diesen Teil der Akte, da ich auch hier nicht alles wegnehmen würde, denn andere Erkenntnisse über Rufus waren nicht wirklich spannend und konnten ruhig bleiben, dann blätterte ich die restlichen flott durch, weniger wichtige Informationen speicherte ich ab, ließ sie aber vor Ort und andere nahm ich gewissenhaft an mich. Unsäglich, da stieß ich auf eben jene Akte, die ich damals schon bei dieser Kröte Dolores Umbridge gefunden hatte, schnell fast habgierig riss ich sie heraus und schlug sie ungeduldig auf und da fand ich die Information, die sich damals mit Umbridges Tod selbst vernichtet hatte.

Sie hatte Percy verdächtigt, für einen „anderen“ Herren zu arbeiten, als nur dem Ministerium treu zu dienen und damals wie auch jetzt wurde vermutet, dass er mit verantwortlich für die Abwanderung der Hogwartsabgänger war, wie es schien hatten Dolores und Cornelius sehr eng zusammengearbeitet. Diese Information war brisant, nun da ich wusste, dass Percy und Draco verbandelt waren, umso besser, dass wir Fudge beseitigten, denn er war der Einzige, der augenscheinlich von Percy und seiner Illoyalität wusste.

Denn ich war mir sicher, dass hinter all dem Draco stand und so vernichtete ich die Akte umgehend, diese Info durfte niemandem zufallen, erst recht nicht Lucius.

Schlussendlich stieß ich auf Lucius‘ Akte, dieser entnahm ich nur die relevanten Daten, die niemanden etwas angingen, wobei die Infos an sich spärlich waren, einige wenige und mehr als offensichtliche ließ ich zurück, denn dass Fudge über so eine Persönlichkeit wie Lucius keine gesammelten Angaben hätte, wäre wie ich fand zu seltsam erscheinen.

Ich sichtete diese Unterlagen über Lucius nicht wirklich, dafür hätte ich später Zeit und wen interessierte es schon, mit wem er vor 10, 20 Jahren etwas am Laufen gehabt hatte. Als ich aber las, dass auch Andromeda Black, nun Tonks, zu dem erlauchten Kreis der Verflossenen zählte, schluckte ich kurz und war mir unsicher, ob dies in den Unterlagen verbleiben konnte, oder nicht?

Diesen Teil vernichtete ich sofort kurzentschlossen, denn ich war mir zumindest sicher, dass dies nicht viele Menschen wussten und ich würde es bestimmt nicht vergessen. Eine Akte über Abraxas vernichtete ich ebenfalls komplett, somit blieb nicht mehr viel in Lucius‘ Akte, nur einige Hinweise auf seine Muggeltätgkeit, aber diese waren entschuldbar, für das Ministerium nur ein Zeichen, dass er nicht zum Lord gehörte und dem Lord war es bestimmt egal, wie Lucius sein Geld machte.

Abrupt wurde ich aus meiner Betrachtung gerissen, da eine Tür plötzlich lautstark aufgesprengt wurde und auf einmal erfüllten laute Rufe das Haus, aber ich hatte gerade die Akte Dumbledore ganz hinten versteckt gefunden und die konnte ich mir nicht entgehen lassen, das Timing war aber auch zu ärgerlich.

Aber ich zögerte nicht und griff, wacker wie ich war, trotz rasendem Herzen danach und fand einige Andeutungen wegen seiner „zwielichtigen“ Jugend. Doch ich wollte nicht, dass dies Aufmerksamkeit auf sich zog und so packte ich diesen Aktenteil entschlossen ein, nur die offensichtlichen Daten zu Albus Dumbledore ließ ich wieder drinnen, wie die, seine Familie betreffend. Ich arbeitete zielgerichtet und hochkonzentriert, dabei blieb mein Atmen ganz ruhig, denn jetzt hektisch zu werden, könnte mich den Kopf kosten. Es war als legte sich eine eiskalte Ruhe über mich, während ich wusste, dass die Auroren nun im Haus waren, aber ich trotzdem völlig emotionslos weitermachte. Dazu gehörte, wie selbst ich erkannte, eine große Kaltschnäuzigkeit und Abgebrühtheit, nicht sofort die Flucht zu ergreifen.

Denn natürlich hörte ich die lauten, schnellen Schritte, die immer näher kamen, das Kreischen als das kopulierende Pärchen in dieser peinliche Szene im Schlafzimmer entdeckt wurden, aber ich blieb seelenruhig, ging alles eiskalt wie nach einer Strichliste durch. So schloss ich sorgfältig das Wandpanelle, denn die Aufregung im Schlafzimmer gab mir die entscheidenden Minuten um zum Fenster zu eilen, damit ich es aufreißen konnte, um mich noch immer geschützt durch den Illusionszauber, der mich meiner Umgebung anpasste, aus dem Fenster herabzulassen. Ich schwang meine Beine über den Sims und ohne falsche Scheu vor der Höhe sprang ich hinab, fing meinen Fall magisch auf und ließ mich sachte hinabschweben.

Leider war aus dem Haus heraus keine direkte Apparition möglich, da eine Apparitionssperre auf dem Haus lag und so stand ich gleich neben der aufgesprengten Tür und konnte eine übernächtigt aussehende Tonks ausmachen, die zum Wachehalten an der Tür abgestellt worden war, während ich dachte, Kingsleys befehlende, dunkle Stimme aus dem Inneren zu hören. Ich hatte Glück, dass sie mich nicht bemerkt hatte, als ich aufgrund des Sonus Ex lautlos auf dem Boden auftraf, denn sie blickte gerade in die andere Richtung der Straße.

Aber gewagt war meine Aktion durchaus und meine Emotionslosigkeit und auch fehlende Nervosität erstaunten mich wie aus weiter Ferne.

Unterdessen vernahm man das laute Kreischen von einer empörten Mrs. Fudge und Tonks wirbelte zur anderen Seite herum und ging zur Hälfte ins Haus. Den Moment nützte ich um zwischen Wand und Zaun zu disapparieren, dabei strebte ich den Hauseingang auf der gegenüberliegenden Häuserfront an, da ich noch magisch meine Signatur entfernen musste, etwas was ich umgehend tat. Es war anstrengend und kräftezehrend und ließ mich unruhig atmen, weil es doch schon sehr aufwendig war, doch mir unterlief zum Glück kein Fehler, wenngleich ich gegen eine gewisse Nervosität ankämpfte, da es gerade schon sehr knapp wurde.

Ich konnte zu meiner Belustigung miterleben, wie Fudge mehr schlecht als recht in einem schief sitzenden Anzug zusammen mit seiner Frau, die sehr struppig aussah, abgeführt und direkt vor dem Haus ins Ministerium appariert wurde und auch ich nutzte den schnellen Abgang um zu verschwinden, wenngleich ich sehr wohl erkennen konnte, dass noch andere Auroren unter Kingsleys Leitung das Haus auf den Kopf stellten, nur würden sie nun keine wichtigen Unterlagen über meine Familie oder Dumbledore mehr finden, aber dafür würden sie belastende Beweise gegen Fudge zuhauf vorfinden.

Ich hatte meinen Auftrag erfüllt!

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