When Hermione Fights
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 Kapitel 323-324

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BeitragThema: Kapitel 323-324   Kapitel 323-324 EmptyDo Nov 01, 2012 8:54 pm

323. Kapitel Lucius‘ Kapitulation


Lucius Sicht

Mein autoritärer Befehl war noch nicht verklungen, als sie willig auf die Knie sank. Sie hatte mich so weit gebracht, dass ich es tun würde, jetzt, sofort, gleich hier in meinen Gemächern.

Ich riss entschlossen meinen Zauberstab aus dem Gehstock, zielte auf sie und murmelte tonlos:

„Crucio.“

Sie sollte es nicht bewerkstelligen können, mich meine souveräne Contenance vergessen zu lassen und doch tat sie es, so dass ich mir keine Zeit für Raffinesse nahm, denn ich wollte es nur hinter mich bringen, auch wenn ich nicht vorgehabt hatte, sie auf diese Art zu züchtigen. Den Gedanken an ihre ausstehende Strafe hatte ich bis zu ihrem plötzlichen Eintreten ungewohnt unentschlossen vor mir her geschoben, denn ich hatte mich erst damit befassen wollen, wenn es sein musste.

Ich tat dies meiner Familie, entgegen ihrer Annahmen, nicht gerne an und nachdem ich letztens Zeuge ihres Treffens mit Moody geworden war, sanktionierte ich sie erst recht ungerne, da ich wusste, wie bescheuert einige DeathEater sein konnten. Man konnte sich nicht zweiteilen und sie war an sich mit Fudge beschäftigt, eine Aufgabe, die sie zur vollen Zufriedenheit erledigt hatte, das große Problem war nur, würde ich sie nicht belangen wäre dies auch gefährlich, da der Lord es nicht gestatten konnte, dass man einen Trupp verlor, ohne dies zu hinterfragen. Dies würde die Moral in der Gruppe terminieren. Somit vergab der Lord Versagen in seinen Augen nicht leicht. Ich war in einem Zwiespalt, aber als sie mich nun derart provozierte, siegte meine rücksichtslose und gemeine Seite.

Der Zauber schoss auf sie zu und traf zielgenau, sie kippte umgehend nach vorne und fing sich gerade noch mit ihren Händen am Boden ab, derweil schüttelte sich ihr zierlicher Körper und ich war relativ zufrieden, als mir gewahr wurde, dass dies kein Beben war, das von Schmerz oder auch der Qual herrührte sondern… ja, was?

War das ein Lachen? Ich war irritiert, weswegen ich den Zauber mit einem knappen Schlenker unterbrach.

„Lachst du?“, fragte ich wispernd nach und Unglauben begleitete meine Frage, währenddessen beugte ich mich sogar etwas zu der am Boden knienden, die nun ihr Gesicht langsam hochhob.

„Oh… oh nein, aber Lucius, das ist doch nicht dein Ernst? Oder? Der Crucio ist fast so grausam schlecht wie Harrys damals auf Bellatrix!“, meinte sie unterdrückt glucksend und ich dachte, ich hörte nicht richtig und die Wellen des Zorns brandeten endgültig in mir auf und diesmal erstaunlich unkontrolliert, es rauschte in meinen Ohren, dieses Biest wagte es?

Verspottete sie mich und zweifelte meinen Willen hinter dem Zauber an?

„Was fällt dir ein?“, ätzte ich kalt, soweit nicht laut zu werden konnte ich mich trotz allem Zorns beherrschen, worauf sie aufsah und tatsächlich nicht gestraft wirkte. War mein Fluch wirklich so schwach gewesen?

„Lucius, das hier ist keine Strafe, der Lord würde sich damit nie zufrieden geben, er ist zu schwach, das kannst du besser! Warum hältst du dich zurück? Zeig es mir so richtig, schließlich willst du mich bestrafen, nicht wahr? Oder soll es der Lord tun müssen, weil du versagt hast?“, stachelte sie meinen Zorn unnachgiebig an. Ja, sie echauffierte sich regelrecht und ich stand kurz vor einem Wutausbruch, wie ich ihn noch nie gehabt hatte. Es war mir als würde sie mich demütigen.

Was fiel diesem Mudblood ein, mich derart zu provozieren?

Trotzdem tat ich es wie sie forderte, was sollte ich denn auch anderes tun, schließlich hatte sie leider recht, dies hier musste schmerzhaft sein und dem Lord wollte ich das nicht überlassen, also zielte ich erbost erneut auf sie und der Fluch traf.

Dieser ließ nichts von der vorhergehenden Laschheit erkennen, denn er riss sie regelrecht kraftvoll von den Knien und den Händen. Sie schlug hart auf und zuckte willenlos und unkontrolliert unter dem Fluch.

Und ja, es befriedigte mich ungemein, zu beobachten, wie ich sie verletzte, nachdem sie sich eindeutig zu viel mir gegenüber angemaßt und herausgenommen hatte. Meine Wut war so hoch gekocht, dass ich jetzt doch Genugtuung empfand, mich an ihr abreagieren zu können.

Das Ganze war mal wieder aus dem Ruder gelaufen und in einem katastrophalen Streit gegipfelt, schlimmer als jeder, den wir zuvor gehabt hatten, auch weil sie nicht nachgelassen hatte zu sticheln. Dass der Streit nicht schon eher eskaliert war, war nur dem Umstand zu verdanken, dass ich trotz schlechter Laune, weil sie mich gestört hatte als ich auf dem Weg zu meinem Schäferstündchen gewesen war, eigentlich keine Eskalation der Situation gewollt hatte. Ich hasste es, wenn man mich zu etwas trieb und was ich gerade nicht wollte, jeden Respekt vor mir aufgab. Ich hatte das richtige Maß an Bosheit gefunden und auch den inneren Antrieb und den Willen sie leiden zu lassen, weswegen ich vollkommen unbewusst und ganz leicht den starken Fluch aufrechterhielt und in Gedanken versank.

Was auch immer sie mir vorwarf, der Fluch war mir in Fleisch und Blut übergegangen in den letzten Jahren, wenngleich ich ihn seltener nützte als der Lord, da ich die kreativeren Zauber oder aber meinen Kerker bevorzugte, aber gerade nach ihrer Provokation war mir einfach nur profan nach Genugtuung.

Derart gedankenversunken wie ich gerade war, bemerkte ich gar nicht, wie konstant stark der Fluch augenblicklich war und dass sie krampfte, nicht mehr nur erzitterte und erbebte sondern unkontrolliert zuckte. Tatsächlich erreichte mich erst jetzt das ungleichmäßige harte Klopfen ihres Schädels auf den nackten Parkettboden und riss mich aus meiner Lethargie.

Als ich abwesend zu ihr blickte, wurde mir plötzlich heiß und kalt, etwas was ich schon lange nicht mehr gespürt hatte, eine unbändige Sorge krampfte unerwartet meinen Magen zusammen, denn zu meinem eigenen Entsetzen hatte sich der edle Parkettboden mit Blut rot verfärbt, da sie blutete, nicht nur aus dem Mund, sondern auch aus Nase und Ohren.

Was war passiert?

Sofort beendete ich natürlich den viel zu starken und intensiven Cruciatus-Fluch. Bebend vor Unglauben, zu was sie mich immer anstachelte, stand ich mit zitterndem Zauberstab in meiner Hand in dem prunkvollen Raum meines Hauses, in dem sich eine fast gespenstische Stille ausgebreitet hatte. Sie lag nun wie tot vor mir, denn obgleich die Nachwirkungen des Fluches Muskelzuckungen waren, ruhte sie einfach nur bewusstlos zu meinen Füßen. Ich war einen Augenblick wie erstarrt.

Doch dann kam Leben in mich, rasch hastete ich zu ihr, sofort ging ich in die Knie zu der reglosen, zusammengesackten Gestalt und blickte auf das ohnmächtige Biest. Sie sah schrecklich aus. Die Lippen waren aufgebissen, aber besorgniserregend waren ihre inneren Verletzungen, wenn sie aus Nase und Ohren blutete, etwas was es ungewöhnlicher Weise schaffte, mich nervös zu machen wie ich es schon lange nicht mehr gewesen war.

Wobei mich das Blut aus den Ohren mehr beunruhigte, deutete dies doch auf einen Schädelbasisbruch hin, wenngleich ich mich kurz fragte, woher dieser kommen sollte und warum es so viel mehr Blut war als zu erwarten gewesen wäre. Hätte sie einfach aus den Ohren geblutet, wie es bei manchen Cruciatusopfern der Fall war, wäre ich nicht ganz so rastlos gewesen. Normalerweise drang aus den Ohren nur wenig Blut, auch wenn die Opfer aus Nase und Mund stärker bluteten. Doch ich erkannte plötzlich, dass sie auch noch zusätzlich eine Platzwunde direkt vorne an der Stirn davongetragen hatte, als sie mein zu unkontrollierter, zu starker und zu unbeherrschter Fluch getroffen hatte.

Sie war anscheinend mit Wucht herumgerissen worden und frontal an die Kante des Couchtisches geschleudert worden. Wie ich nach einem raschen Blick zu selbigem sah, klebte Blut an der Kante des Tisches und tropfte langsam, fast selbstvergessen zu Boden, bevor sie zusammengesackt war, um dann immer wieder mit dem Kopf unnachgiebig auf dem Parkett aufzuschlagen.

Verdammt, vor allem, da ich mich sonst immer rühmte, keine Emotionen zuzulassen und dann kam sie, nervte enorm, in einem bisher unbekannten Ausmaß und ich ließ mich derart weit gehen, dass ich sie ernsthaft verletzte. Ja, bei der letzten Strafe in den Kerkern hatte ich sie auch schwer verletzt, ihr aber nichts angetan was mit Magie und Severus‘ Hilfe nicht am nächsten Tag geheilt war, oder zumindest so weit gelindert, dass es sie nicht mehr behinderte. Doch ihr unkontrolliert und unbeabsichtigt innere Verletzungen zuzufügen hatte ich nicht beabsichtigt. Ich hatte die Kontrolle über mich verloren, wie ich mir nach schwerem Ringen widerwillig eingestand.

Das war verachtenswert! Eines Malfoys unwürdig.

Somit beeilte ich mich, festzustellen, dass keine Gehirnflüssigkeit austrat, was sie zu unserem Glück nicht tat und da erlaubte ich mir ein erleichtertes Aufatmen, manchmal verletzte man sich bei unbedachten und ungeschickten Momenten schlimmer als durch jede gezielte Folter, es gehörte viel, sehr viel Pech dazu, derart unglücklich zu fallen.

Es wäre mehr als bedenklich, sollte ich mich selbst soweit vergessen, dass ich es nicht mehr im Griff hatte meine Untergebenen gekonnt zu strafen und mich zu kontrollieren, das wäre gefährlich und sollte mir eine Lehre sein. Gefühle und Emotionen, auch Wut, wie sie mich gerade übermannt hatten, machten schwach, das zeigte diese eskalierte Situation doch mal wieder ganz deutlich und bestätigte mich darin, auch weiter keine dieser Schwächen zuzulassen, egal wozu sie mich verleitete.

Das Besorgniserregende war nur, dass ich es anscheinend bei ihr nicht mehr konnte. Aber es durfte nicht sein, dass ich immer das Sicherheitsnetz von Severus in ihrer Nähe brauchte, wenn sie zu mir kam, dabei biss ich den Kiefer fest zusammen.

Ich war der mehr als erwachsene Mann, mit wesentlich mehr Lebenserfahrung als sie, mir durfte dergleichen nicht passieren! Ich durfte mich von einer Göre, wie sie es im Vergleich zu mir war, nicht so entfesseln lassen.

Da blickte ich unwohl bewegt in ihr blutbesudeltes Gesicht und agierte nun schnell. Vorsichtig näherten sich meine Hände ihren geschlossenen Lidern, die ich mit den Fingerkuppen sachte aufzwang um mich zu vergewissern, dass es keine zusätzlichen Einblutungen in den Augen gab. Als ich auch dies ausschließen konnte, war ich doch beruhigter und schloss erschöpft die Augen, da der Fluch durchaus in seiner Intensität an meinen Kräften gezehrt hatte, wie ich jetzt bemerkte und wohl auch die Situation an sich, was ich mir aber nicht eingestehen wollte.

Also begann ich nun rasch zu zaubern. Ich schloss ihre tiefen Bisswunden an der Lippe und in ihrem Mund, da sie sich anscheinend in der Bewusstlosigkeit auch auf die Zunge gebissen hatte, dann versorgte ich die Platzwunde an ihrer Stirn, die sich als richtiggehendes Loch herausstellte und genau die Kante meines kleinen verzierten Couchtisches darstellte, es war fast malerisch. Dann versorgte ich noch die Platzwunde an ihrem Hinterkopf vom wiederholten Aufschlagen auf den Boden. Von ihren verkrampften Muskeln und Gelenken gar nicht zu sprechen. Es war erschreckend, zu erkennen, was ich ihr für Verletzungen in der kurzen Zeit zugefügt hatte.

Und das Schlimme war die Erkenntnis, dass ich ihr immer nur schlimmes antat!

Damit hatte ich die äußerlichen Wunden geheilt. Nun wandte ich mich dem schwerwiegenderen Schaden zu und versuchte es mit einem Episkey, so heilte ich versuchsweise den Schaden an ihrem Schädel und wusste, dass ich ihr noch Tränke würde verabreichen müssen, aber das Gute war, dass es keine an sich magisch verursachten Schäden waren. Es war nicht leicht für mich, den Heilzauber zu weben und vor Anstrengung stand mir der Schweiß auf der Stirn, aber ich biss die Zähne zusammen und konzentrierte mich, als nach einer Ewigkeit, wie mir schien, endlich der Zauber beendet werden konnte. Es war Glück, dass ich ihr keine lebensbedrohlichen oder gar lebensgefährlichen Verletzungen zugefügt hatte, aber auch mit dem was ich ihr angetan hatte, war nicht zu spaßen. Ich hatte ihr gar nicht derart brutal wehtun wollen, dass es trotzdem geschehen war, war besorgniserregend für mich.

Denn ich hatte dieses Mal den subtilen Schmerz, den Cruciatusfluch, dem körperlichen für sie vorgezogen. Ich hatte nie derart weit gehen wollen. Warum musste es immer derart eskalieren?

Mit ungewohnten, gemischten Gefühlen in der Brust blickte ich fast wehmütig auf die kleine, hilflose und ohnmächtige Personen zu meinen Füßen. Ich reinigte sie gekonnt mit einem Zauber, um sie danach behutsam vom Boden aufzuheben und sie in mein großes Bett zu legen. Ich erinnerte mich in dem Moment an das erste Mal, als ich sie auch bewusstlos und verletzt in mein Bett gebracht hatte, nachdem Narcissa sie vorsätzlich zu vergiften versucht hatte.

Hier lag sie nun wieder, inmitten zu vieler Kissen, die drohten sie zu begraben, während sich ihr dunkles, welliges Haar von dem seidigen Beige meiner Bettwäsche abhob. Sie wirkte ungefährlich, unschuldig und sehr verletzlich, wie damals. Bei dieser Erkenntnis wandte ich mich brüsk ab, denn ihr wehrloser Anblick behagte mir nicht und machte mich nervös. Da dachte ich schon lieber an das zweite Mal, als sie in meinem Bett gelegen hatte, in der Nacht nachdem ich ihr Geschenk, ihre Begleichung ihrer Schulden bei mir, abgelehnt hatte und Draco sich so schändlich daneben benommen hatte. Damals war sie erst aufgebracht und wütend auf mich und später wütend auf Draco in meine Räume gestürmt und dabei war mir zum ersten Mal klar geworden, dass ich sie auf eine gewisse Art mehr als nur wollte.

Somit ging ich nochmal in den Salon meiner Suite und hob ihren Mantel vom Boden auf, dabei bemerkte ich ein unerwartetes Rascheln von Papier und als ich dann ohne groß zu überlegen, wie selbstverständlich für mich ihre Taschen durchsuchte, stieß ich auf eine überraschende und unerwartete Entdeckung.

Ich fand interessante Unterlagen. Diese Papiere waren mit den persönlichen Vermerken von Fudge über mich und meinen Vater versehene Dokumente. Erneut erkannte ich, dass sie derart intelligent war wie ich immer vermutete!

Ohne Befehl oder Aufforderung war sie schlau genug gewesen, nicht nur die gefälschten Unterlagen zu deponieren, sondern sie selbst war auch weitsichtig genug gewesen, Fudges Haus abzusuchen, um belastendes Material zu entfernen, wie auch ich dies selbst im Ministerium im Büro von Cornelius, getan hatte.

Ich starrte fast sprachlos auf die Papiere, stand mit dem Mantel und den Unterlagen in der Hand etwas fehl am Platze in meinem Salon und fühlte mich einfach nur wie betäubt, wobei ich mich langsam wieder ins Schlafgemach aufmachte. Es war als würde der Weg mit jedem Schritt schwieriger werden, dabei ließ ich mich in Gedanken gemächlich neben ihr auf der Bettkante nieder, warf zuerst ihr einen intensiven Blick zu, bevor ich mich schließlich den Unterlagen zuwandte und sie sichtete. Es war interessant, was Cornelius gesammelt hatte, aber es war nicht viel, doch durchaus einiges was niemand anderes wissen musste.

Als ich fertig war schloss ich kurz erschöpft die Augen, bevor ich mein Gesicht abwandte um nun fast wehmütig auf das blasse Antlitz des Biestes zu blicken, da fragte ich mich, warum sie dies nicht als Trumpf gezogen hatte um ihr zu erwartendes Strafmaß zu mildern.

Gleichzeitig hatte mir ihr Gespräch mit Moody gezeigt, wie sehr sie hinter der Familie stand, was nach der ganzen Schmierenkomödie mit Lupin sehr erfreulich war!

Warum musste sie mich dann soweit treiben, dass ich fast die Kontrolle über mich verlor?

Ich, der ich es mir nie gestattete? Ich verstand sie manchmal nicht.

Dieses Biest brachte mich regelmäßig an meine Grenzen. Seitdem sie und ich uns in den Kerkern nähergekommen waren, ging es bedenklich von meiner Seite in eine sehr ungewisse Richtung, wenngleich sich schon viel verändert hatte, aber jetzt gerade als ich ihre bewusstlose Gestalt betrachtete, da wusste ich, dass sich ab heute ALLES geändert hatte und zwar für mich!

Ich hatte sie nicht in den Kerkern am Abend von Lupins Folterung genommen, als sie sich mir angeboten hatte, da ich erkannte, dass ich sie so nicht wollte, nicht als Bezahlung dafür, dass ich ihr den Wolf überließ, dafür war ich zu stolz. Dann, im zweiten Gewölbe, hatte ich erkannt, dass ich nicht ihre Hände auf irgendjemand anderem sehen wollte, wobei mir auch immer wieder diese eine, verirrte Träne vor Augen gestanden hatte.

Als ich dann ihr verspieltes Flirten mit ihren Männern in der Knockturn Alley beobachtet hatte, war ich gar nicht umhin gekommen Missfallen zu verspüren, bis sie ihre Männer grob in ihre Schranken gewiesen hatte.

Danach das Gespräch mit diesem alten Haudegen, das für mich fast etwas von einer Offenbarung gehabt hatte, da es zeigte, sie stand durchaus felsenfest hinter uns, hinter mir, hinter der Familie!

Sie versuchte, trotz ihres ganzen Taktierens zu uns zu stehen, auch wenn sie versuchte Potter, dem Lord und uns gerecht zu werden, konnte ich sie zu meinem eigenen Erstaunen tatsächlich verstehen.

Jedem konnte man es nicht immer recht machen, ging mir genauso, im Geschäftlichen wie im Privaten.

Ich lavierte auch zwischen dem Ministerium, dem Lord, der Familie und meinen eigenen Interessen, die nicht unbedingt immer alle konform gingen, also jonglierte ich auch genauso wie sie, nur war meine Stellung eine andere als ihre.

Und auch ihre Zurückhaltung wegen dem lebenden Werwolf, den sie vor mir gerettet hatte, konnte ich verstehen. Sie log mich bewusst an, wusste, dass das ein für mich fast nicht zu verzeihendes Vergehen war, aber sie tat es und ich dachte mir ab und an, wenn sie mir einen traurigen, wehmütigen und melancholischen Blick schenkte, dass ihr dies selbst missfiel, ihr aber auch nicht einfiel, was sie dagegen tun könnte.

Denn es stimmte, solange ich offiziell nichts wusste, war es recht so, aber wenn ich es wüsste, wie sollte ich dann damit umgehen? Und mittlerweile war ich auch gewillt, sie machen zu lassen, solange ich offiziell nichts wusste, denn dass sie zum Besten der Familie handelte, hatte sie schon bewiesen.

Es war verzwickt, wie ich leider selbst nur zu weitsichtig erkannte!

Und dass wir beide uns auch immer gegenseitig hochschaukelten, das war etwas was ich augenblicklich gar nicht wollte. Ich hatte sie damals, vor langer Zeit herausgefordert und sie war sich noch gar nicht bewusst, dass sie in meinen Augen gewonnen hatte, aber ich selber war mir dessen ja auch erst heute bewusst geworden, also wie sollte sie es ahnen? Sie kämpfte auch heute noch gegen mich, das hatte ihr Verhalten gezeigt, auch wenn ich zu Anfang das Gefühl gehabt hatte, dass sie sich hatte beherrschen wollen. Warum sie dann zur offenen Provokation, fast schon zum Angriff übergegangen war, war mir nicht klar.

Natürlich stand außer Frage, dass ich niemals in diesem Leben ihren Sieg offen eingestehen würde, aber sie berührte mich wie es keine Person auf der Welt bisher geschafft hatte. Sie erweckte etwas in mir, was ich nie für möglich gehalten hätte, dass ich es noch besaß.

Dies war eine Offenbarung, die mich wieder auf ihr bleiches Gesicht blicken ließ, auch wenn sie nun mehr oder weniger geheilt war und auf dem Wege der Besserung, war es schockierend zu erkennen, dass ich sie schwer verletzt hatte und das unabsichtlich. Das Schlimmste an ihren Verletzungen war der Bruch durch den Sturz und nicht einmal der Fluch an sich, der zwar stark war aber nicht im schlimmsten Ausmaß mit denen des Lords zu messen war, als ich mir die Tränke in Erinnerung rief, die sie noch brauchte um vollständig genesen zu können.

Ich war mir sicher, die Schmerzen des Cruciatus hätte sie stoisch und klaglos ertragen und sich darüber erhaben gezeigt, aber ihr unglücklicher Sturz war tatsächlich eine ungünstige Sache gewesen, etwas was auch mir nicht passieren durfte.

Ich wollte zu mir ehrlich sein, es hatte mich seit Jahrzehnten zum ersten Mal wieder tief berührt, als ich an ihren Worten und Taten hatte erkennen können, dass ihr in einem gewissen Maße, in dieser ungewissen Zeit, in Sachen Familie durchaus zu trauen war. Im Zuge ihrer Möglichkeiten versuchte sie, egal wie, auch immer das Beste für uns herauszuholen. Im ersten Moment mochte es wie Verrat an uns anmuten, aber im Endeffekt war es das nicht. Wir hatten alle Geheimnisse voreinander und mit dem Wissen, das sie hatte, war in ihren Augen manchmal ein anderer Weg der Richtige als ich ihn für richtig hielt und daher tat sie dann Dinge, die im ersten Moment wie Verrat erschienen, aber ich konnte durchaus dahinter blicken und erkennen, dass sie zu unserem Wohl handelte und absolut hinter der Familie stand. Ihr Gespräch mit dem alten Auror hatte das nur noch bestätigt und mich dennoch sehr positiv getroffen es so deutlich zu hören.

Dass sie zuerst an die Familie dachte, bewiesen und unterstrichen auch gerade die Unterlagen in meinen verkrampften Händen. Sie hätte es nicht tun müssen, ich hatte es nicht befohlen, aber sie tat es trotzdem.

Das ließ bisher unbekannte und unerwartete Gefühle in mir aufwallen, die nichts mit Besitzgier zu tun hatten, sondern eher etwas mit Stolz und gerade erkannte ich mit Schrecken, dass ich nichts dagegen würde tun können, denn diese Frau hatte es geschafft, was seit Jahrzehnten keinem wirklich mehr gelungen war. Sie hatte bewirkt, dass mir nicht alles gleichgültig war und wenn es nur ihre Gesundheit war. Sie hatte bewirkt, dass ich etwas fühlte, wirklich fühlte und wenn es nur Wut wegen ihrer Provokation war. Sie war durch meine Mauer der Emotions- und Gefühllosigkeit gedrungen. Ich war sonst berechnend, beherrscht, kalt, gefühllos, bestenfalls rachsüchtig oder sadistisch, oder verspürte Dinge wie Lust oder Gier aber nie ließ ich mich von Gefühlen so übermannen.

Bei dieser plötzlichen Erkenntnis entglitten meinen auf einmal kraftlosen Händen die Unterlagen und fielen raschelnd und sich verstreuend zu Boden, als mein vor ungewolltem Verstehen geschockter Blick zu ihrer schlafenden, hilflosen und verlockenden Gestalt herumfuhr.

Während ihres Anblicks resignierte ich, da ich feststellte, dass ich alles versucht hatte. Zuerst hatte ich sie einfach bedenkenlos gewollt und versucht, sie mir skrupellos und rücksichtslos zu holen, was an Weihnachten im Park nicht wirklich gut geglückt war, dann hatte ich mich entschlossen, ihr eiskalt zu zeigen, dass ich sie weder brauchte noch wollte, etwas worin ich wieder fulminant gescheitert war und Malfoys scheiterten nie!

Oder wenn, selten!

Aber dann im Kerker hatte ich schon bemerkt, wie sehr ich sie vermisst hatte und wie sehr es mich ärgerte, dass sie mich nicht wirklich wollte, sondern mich nur als Mittel zum Zweck sah, aber eines war mir bewusst, meine kalte, unbeteiligte Maske ihr gegenüber war für immer dahin. Ich konnte mir nicht mehr vormachen, dass sich meine Ziele nicht verändert hatten.

Ich kam nicht gegen mich und sie an, daher kapitulierte ich nun, nicht wirklich erbaut von dieser Einsicht und wollte mir nichts weiter vormachen. Ich wollte und konnte nicht weiter gegen sie kämpfen, um sie zu unterwerfen, zu besiegen und zu dominieren, da es hier keinen Gewinner geben würde. Am Ende würden wir uns noch, wie Severus immer einwarf, gegenseitig ins Jenseits befördern, damit hatte er wohl recht, wenn ich nicht etwas änderte, würde ich sie früher oder später umbringen.

Somit gab es nur Verlierer auf beiden Seiten.

Es war vorbei, endgültig.

Nichts würde mich mehr dazu bringen, weiterhin eine Fehde mit ihr zu suchen um sie zu unterwerfen. Ich mochte ihre Aufmüpfigkeit, ihre Gegenwehr und ihren Widerstand. Ich respektierte ihre Eigenständigkeit und ihre selbstständigen Entscheidungen, das hatte ich Narcissa nie zugestanden, aber mir war auch bewusst, unser Kampf würde nicht enden, wenn ich diese Dinge an ihr nicht respektieren würde, denn wenn sie mir in einem ähnlich war, dann in ihrer Sturheit und ihrem Willen die Oberhand zu erlangen.

Wieder glitt mein nachdenklicher Blick zu ihr, bevor ich mein Gesicht schwer in meine Hände sinken ließ. Es war nicht leicht, oder machten wir es uns nur unnötig schwer?

Es war keine schöne Erkenntnis, dass gerade mir auf einmal jemand außer Severus oder meinem Sohn nicht gleichgültig war! Doch bei ihr war es dennoch anders, für mich im Moment nicht zu benennen, wohl weil ich es nicht weiter erforschen wollte.

Fast erschreckend und sehr unerwünscht!

Erschüttert, ich war erschüttert, als ich durch meine Finger zu ihr linste! Erschüttert, ein Gefühl, das ich so von seiner Intensität her nicht kannte, nie erlebt hatte, eine Regung, tief in mir, die mich zutiefst erschreckte! Ebenfalls eine neue und mehr als unwillkommene Offenbarung.

Ich, der ich nie besonders gefühlsbetont gewesen war, zu keiner Zeit, selbst als Kind war es mir nicht möglich, viel zu empfinden oder gar so etwas wie Emotionen zu zeigen, dafür war es mir zu konsequent ausgetrieben worden von meinem Vater, aber jetzt, gerade eben, war ich gefangen in ihrem hilflosen Anblick und konfrontiert mit meinen betont ehrlichen Gedanken. Ich erkannte dies widerwillig und wurde mir vollumfänglich bewusst, dass sie genau dies schaffte in mir hervorzulocken.

Emotionen, Gefühle, Skrupel und Rücksichtnahme. Eine Sache, die ich gedacht hätte nicht zu besitzen und die ich immer als Schwäche angesehen hatte. Mein Mitgefühl und mein Mitleid, egal für wen, hatte es nicht gegeben, denn selbst mir gestand ich dergleichen nicht zu.

Ich konnte behaupten, dass ich wahrlich noch nie daran auch nur einen Gedanken verschwendet hatte. Ich seufzte in einem ungewohnt tiefen Atemzug auf und die Dokumente knirschten unter meinen Schuhen, während ich mein Gesicht tiefer in meinen Händen vergrub und meine langen Haare wie ein schützender Vorhang um mich fielen.

Ich mochte es nicht, mir selbst etwas vorzumachen, das war nicht meine Art, denn sich selbst zu belügen war ein weiterer Punkt, der einen schwächte, so etwas hatte ich mir weder als Kind vor meinem ungemein strengen Vater geleistet noch als Erwachsener, als mein Ziel gewesen war, möglichst schnell große Erfolge vorweisen zu können. Ich beleuchtete alles von mehreren Seiten, um dann die für mich richtige Entscheidung zu treffen. Mit diesen Gedanken riss ich mich zusammen, straffte mich wieder entschlossen, streckte meine sitzende Gestalt in die Höhe, suchte und fand meine selbstherrliche Haltung wieder und reckte dann bestimmt mein Kinn in die Höhe.

Wie sollte ich mit dieser neuen Erkenntnis umgehen?

Denn es war nicht reine Habgier, die mich trieb, wie ich leidvoll erkannte, sondern noch viele andere, mir unbekannte Emotionen, die hier einhergingen, wie ich aber leider erst jetzt verstand dies einzuordnen. Nun war ich wenigstens bereit, zu erkennen, warum ich bei ihr immer derart die sonst so hochgerühmte Beherrschung und Kontrolle verlor.

Denn eines stand nun außer Frage, ich wollte sie tatsächlich für mich und zwar ganz und gar und ich würde sie bekommen, denn ich war ein Malfoy!

Gut, mein Sohn war auch ein Malfoy, aber mit Draco konnte man mich doch noch nicht vergleichen, uns trennten nicht nur Jahre, sondern auch viele Charaktereigenschaften, die mich gewinnen lassen würden. Ich würde taktisch vorgehen müssen, wollte ich, dass sie erkannte, einsah und akzeptierte, dass ich es war, was sie brauchte und nicht Draco.

Nicht, dass ich es meinem Sohn nicht gönnte, oder ich ihm nicht Stolz und einen gewissen Respekt entgegenbrachte, denn das war ich durchaus, aber er hatte etwas was ich wollte und das machte uns augenblicklich zu Gegnern, Konkurrenten und dabei konnte ich rücksichtslos sein, egal gegen wen es ging.

So sinnierte ich über meinen Sohn!

Ja, ich war stolz, ich wusste von seinen Contino Industries in Irland und war mehr als angetan davon was er hier eigenständig erschaffen hatte, ohne Hilfe, ganz allein. Darauf konnte und durfte er sich etwas einbilden. Eine eigene, große Firma zu gründen war nicht ohne und er machte das mit Flint und Pucey sehr gut, zwar im Kleinen und Verborgenen, aber es war eine sehr geschickte und kluge Investition in die Zukunft. Im Zuge dessen wusste ich auch, dass er schuld daran war, dass so einige Parteien mit einem stetigen Nachwuchsschwund zu kämpfen hatten, aber meine Sorge hielt sich in Grenzen, denn er war mehr als geschickt vorgegangen seine Firma und seine Angestellten zu verschleiern. Er war erstaunlich gut, aber ich war besser und meine Kontakte weitreichender als er wohl ahnte!

Ich erinnerte mich noch an mein Gespräch mit Severus, als wir darüber fabulierten, wohin die Schulabgänger verschwanden und niemandem, weder dem Ministerium noch dem Orden oder den DeathEatern, zur Verfügung standen. Ich hatte sehen wollen, ob Severus über Draco Bescheid wusste, aber er hatte nichts durchblicken lassen, genauso wenig wie ich gezeigt hatte, dass ich von Dracos Firma wusste.

Dabei hatte ich den Ahnungslosen imitiert, da ich es Severus nicht verraten würde, solange es nicht nötig war, je weniger davon wussten desto besser. Auch ich schützte schließlich meine Familie und das immer und wer war mehr meine Familie als mein eigener Sohn.

Aber innerlich amüsierte ich mich sehr wohl, denn ich war seinem wohlgehüteten Geheimnis schon lange auf die Schliche gekommen.

Bis er es schaffte mich hinters Licht zu führen würde noch einige Zeit vergehen!

So wusste niemand alles von meinen geschäftlichen Aktivitäten, die ich weit gestreut hatte. Ich hatte überall meine Hände drin und doch nirgends und so mochte ich es! Ich war undurchsichtig und meine Winkelzüge waren schwer nachzuvollziehen. Draco hatte von mir gelernt und war wie ich zugeben musste ein guter, aufmerksamer Schüler, doch noch reichte er nicht an mein geschäftliches Geschick heran, aber ich honorierte durchaus, dass er es deutlich früher als ich geschafft hatte, sich ein eigenes Unternehmen aufzubauen.

Aber so hatten schon immer aller Malfoys agiert, alle meine Ahnen waren Taktiker, so war es Usus, dass wir gar nicht so rein waren wie wir schienen und das in mehrfacher und doppeldeutiger Hinsicht, denn wir hatten sehr wohl erkannt, dass es nicht gut war, das Blut zu rein zuhalten. Um Degenerationen wie bei den Gaunts, oder auch den Lestranges zu umgehen, brauchte man manchmal anderes, neues, frisches Blut, wenngleich wir natürlich die Ansicht vertraten, dass die Zauberer weit über den Muggeln standen, aber wir waren uns nie zu fein gewesen, uns unter das nichtmagische Volk zu mischen, wann immer es uns sinnvoll erschienen war.

Somit konnte die Familie Malfoy auf eine durchaus abstrakte Ahnenreihe zurückblicken, wovon natürlich andere nichts wussten und was ein wohlgehütetes Familiengeheimnis war.

Wie schon unser wohlklingender Name aus dem Altfranzösischen verkündete, bedeutete er „Böswilligkeit oder Arglist“ und all diese Charaktereigenschaften trafen auf die Mitglieder der Familie Malfoy durchaus zu.

So versinnbildlichte schon unser Stammvater Armand Malfoy viele der uns ausmachenden Eigenschaften. Er hatte seine Chance ergriffen und war mit Wilhelm dem Eroberer und der normannischen Invasionsarmee nach Britannien eingefallen. Wir waren schon damals eng mit dem Königshaus verbandelt und treue Anhänger desselben gewesen, selbst wenn sie denn Muggel waren, so waren sie doch königliche Muggel und so war die Familie Malfoy für ihre zwielichtigen und mit ziemlicher Sicherheit auch magischen Dienste, von dem ruhmreichen erobernden König bedacht worden.

Vor allem wäre ohne unsere aktive Hilfe und mit der Magie eine Eroberung Englands wohl auch völlig unvorstellbar gewesen. Somit waren wir großzügig belohnt worden und hatten unter anderem dieses erstklassige Stück Land in Wiltshire geschenkt bekommen. Das Grundstück, das nun seit zehn Jahrhunderten von meinen Nachfahren und mir bewohnt worden war. Aber wir hatten so viel mehr von dem dankbaren König erhalten, was unsere Macht und unseren Reichtum begründet hatte, sodass wir nun seit fast eintausend Jahren eine der reichsten Zauberfamilien Großbritanniens waren.

Natürlich fragten sich viele, woher all das Geld und die Grundstücke kamen, über die wir in rohen Mengen verfügten und es gingen nicht nachweisbare Gerüchte um, dass wir im Laufe der Jahrhunderte erfolgreich in Muggel-Währungen und Vermögenswerte investiert hätten und nicht nur das Land in Wiltshire, sondern viele Länderreien überall auf der Insel und auch dem Festland uns erfolgreich einverleibt hatten. Auch der Umstand, dass wir es geschafft hatten, uns über die Jahrhunderte bei den Mitgliedern und den Belangen des englischen Königshauses einzumischen, hatte uns zu einer stetig wachsenden Sammlung an Muggel-Schätzen und –Kunstwerken verholfen.

Wir verstanden es zwischen mittellosen Muggeln und jenen mit Vermögen und Einfluss zu unterscheiden. Bis zum Erlass des Geheimhaltungsabkommens von 1692 hatten wir uns immer gerne in den hochrangigen Muggelkreisen bewegt. Wir hatten schon damals erkannt, dass die Geheimhaltung für unsere Interessen kontraproduktiv wäre und hatten uns leidenschaftlich gegen die Einführung des Abkommens gewehrt, vor allem Brutus Malfoy hatte diesen genussvollen Teil seines gesellschaftlichen Lebens nicht aufgeben wollen.

Es war sogar so, dass mein Namensvorgänger Lucius Malfoy ein leider erfolgloser Werber um die Hand der Königin Elisabeths I. gewesen war, obwohl wir dies natürlich heftig bestritten, so kann ich mir gegenüber aber zugeben, dass es durchaus stimmte, da der verschmähte Lucius die Königin verflucht hatte, sodass sie auf ewig alleine geblieben war und nie geheiratet hatte, weil sie ihn ablehnte. Dieses gesunde Maß an Selbsterhaltung, das wir zeigten und das uns über die Jahrhunderte erfolgreich hinweggeholfen hatte, führte dazu, dass wir erst nach dem Geheimhaltungsabkommen unsere Verbrüderung mit den Muggeln guter gesellschaftlicher Abstammung ein Ende hatten setzten müssen.

Aber vor allem war sich Brutus bewusst gewesen, dass wenn er dem Gesetz weiteren Widerstand und Proteste entgegensetzte, er sich vom neuen Zentrum der Macht, dem frisch gegründeten Zaubereiministerium, distanziert hätte, somit hatte die Familie Malfoy eine abrupte, aber sehr geschmeidige Kehrtwende vollführt und hatte sich nun genauso leidenschaftlich für das Abkommen engagiert, wie all jene, die schon von Anbeginn dafür eingetreten waren.

Was aber nicht hieß, dass wir unsere Geschäfte verändert hatten, denn das hatten wir nicht getan. Wir hatten es nur fortan besser verstecken müssen. Darin waren wir sehr geschickt. Dank unseres großen Reichtums hatten wir erheblichen Einfluss im Ministerium aufgebaut, was natürlich Neider auf den Plan gerufen hatte! Aber wir waren weitsichtig genug gewesen, eben gerade aufgrund der Missgunst, nie nach der absoluten Macht zu greifen und so war nie ein Malfoy Zaubereiminister geworden oder hatte dies angestrebt.

So lautete es hinter vorgehaltener Hand auch oft über uns:

„Man wird einen Malfoy niemals am Tatort ertappen, doch der schuldige Zauberstab ist meist mit seinem Fingerabdruck übersät!“

Und das stimmte, wir mischten überall mit, aber waren nie wirklich da. Wir hatten es unserem über die Jahrhunderte angewachsenem Wohlstand zu verdanken, dass wir immer unabhängig geblieben waren und niemals wirklich hatten arbeiten müssen, um uns den Unterhalt zu verdienen. Wir bevorzugten es im Allgemeinen als „graue Eminenzen“ zu fungieren und andere die Drecksarbeit machen zu lassen. Auch wenn wir natürlich dafür sorgten, dass unser Vermögen stetig größer und nie kleiner wurde. Wir hatten die Wahlkämpfe unserer bevorzugten Kandidaten finanziert und organisiert und natürlich hatten wir nie vor dem Verhexen der Opposition zurückgeschreckt, oder dem ordinären Bestechen oder auch erpressen an sich.

Fudge hatte mir in dieser Hinsicht jahrelang gut gedient.

Die Malfoys waren berühmt wie berüchtigt. So hatte Nicolas es im 14. Jahrhundert geschafft, einige aufsässige Muggelpächter unter dem schützenden Mantel der Pest auf ewig beiseite zu schaffen, dafür war er nie vom Zauberrat zurechtgewiesen worden, aufgrund unserer exzellenten Verbindungen.

Oder Septimus, ihm war es im späteren 18. Jahrhundert gelungen, so starken Einfluss auf Olibert Salbungsvoll auszuüben, dass dieser Zauberminister ganz nach der Pfeife der Familie Malfoy getanzt hatte und meinem Vater Abraxas war es gelungen, dass er bei einer dubiosen Verschwörung die Fäden gezogen hatte, die den ersten muggelstämmigen Minister, Nobby Leach 1968 vorzeitig gezwungen hatte, sein Amt niederzulegen. Natürlich hatte Vater nichts nachgewiesen werden können und er hatte seine Hände in Unschuld gebadet.

Mein Großvater Hyperion und mein Vater Abraxas hatten die Muggel immer mehr verachtet. Ob mein Urgroßvater und dessen Vater schon diese Tendenzen gezeigt hatten, wusste ich nicht. Hyperions und Abraxas‘ Einstellung kam vor allem daher, dass in ihren Augen die Muggel nicht nützlich waren, aber noch mehr ihre, wie sie fanden, „minderbemittelten“ Zauberkollegen aus Muggelfamilien. Dies hatte die Familie Malfoy immer näher an die Lehre der Reinblütigkeit gebracht, diese Ansicht, die im zwanzigsten Jahrhundert vorherrschend gewesen war und als die beste Möglichkeit erschien, ungehindert an die Macht zu kommen.

Ich hingegen hatte mich sobald ich Geld hatte auch der Muggelwelt geöffnet, denn Geld war Geld in meinen Augen, hierbei hatte ich keinerlei Skrupel. Es stimmte aber, seit dem Erlass des Geheimhaltungsabkommens hatte kein Malfoy mehr einen Muggel oder einen Zauberer, der aus einer reinen Muggelfamilie stammte geehelicht!

Aber wir waren keine fanatische Familie wie die Gaunts oder Lestranges, die stoisch nur Zauberer und Hexen aus einer sehr kleinen Gruppe absolut reinblütiger Familien heirateten, was ersichtlich zu Entkräftung, Debilität und Labilität der Nachkommen führte. Wir hatten diesen gefährlichen Brauch immer vermieden und so blickten wir in unserem Stammbaum durchaus auf einige Halbblüter, oder auch magische Wesen, wie ein oder zwei Veelas. Dennoch trugen wir nach außen, absolut hinter der Reinblütigkeit zu stehen, denn es waren schon immer zweierlei Dinge gewesen, was wir innerhalb der Familie für richtig hielten und taten und was wir nach außen zeigten.

Sich den Gegebenheiten der Gesellschaft flexibel anzupassen, um sie wieder in die Bahnen zu leiten, die wir bevorzugten, war schon immer eine unserer Stärken gewesen. Für meinen Sohn wünschte ich mir eine Reinblüterin, eine andere kam nicht in Frage, schon allein aufgrund des Prestiges und der gesellschaftlichen Klasse, aber ich beschränkte seine Wahl keineswegs auf den so kleinen Kreis der Purebloods, sondern würde sogar bevorzugen, eine Frau zu sehen, die aus einer weniger alten, inzüchtlerischen Familie kam, sofern sie denn die nötige Erziehung und gesellschaftliche Klasse mit brachte.

Ja, wir waren listig, ein an sich schlüpfriger Haufen und gerade mit Bedacht auf unsere flexible Moral, dabei blinzelte ich nun zu IHR!

Ich hatte meiner Pflicht gegenüber der Familie mit Draco genüge getan. Er war ein prachtvoller Erbe, der dem Namen zur Ehre gereichen würde, selbst wenn seine Mutter eine Black gewesen war und aus einer der degenerierten, reinblütigen Familie gestammt hatte, war Draco doch gut geraten.

Aber ich war frei und hatte mich mit Draco mehr oder minder von meinen Pflichten freigekauft, er noch nicht, denn eine Muggelgeborene ohne gesellschaftlichen Stand oder Adelstitel, das ließ selbst unser flexibler Stammbaum nicht zu! Denn er musste nun für den nächsten Erben sorgen.

So sah ich die Sache und jetzt stand für mich nur noch fest, dass ich sie überzeugen musste, dass ich der bessere Mann an ihrer Seite wäre.

Und mit Geduld würde ich mein Ziel erreichen, denn wie gesagt, es ging nicht nur um die Habgier, die mich trieb, sondern so unerwünschte Emotionen, wie dass ich sie umhegen, pflegen und achten wollte!

Erschüttert über mich und diese erschreckend sentimentalen Gedanken schnaubte ich verächtlich auf. Es durfte keiner wissen, zu was für abwegigen Schlüssen sie mich trieb.

Als die Tür zu meinen Gemächern aufdonnerte, schreckte ich aus meinen Gedanken hoch. Wer wagte es, mich in meinen Räumen derart forsch und ohne anzuklopfen zu stören?

Im nächsten Augenblick stürmten auch schon zwei Nervensägen mein Schlafzimmer, welches sie genauso unaufgefordert und ohne zu klopfen, viel zu selbstherrlich betraten.

Lucius Sicht ende

Severus Sicht

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Kapitel 323-324 Queeniesig-1
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BeitragThema: 324. Kapitel Knock Out   Kapitel 323-324 EmptyMo Nov 05, 2012 3:52 am

324. Kapitel Knock Out


Severus Sicht

Als ich feststellte, dass sie mal wieder fehlte, war es fast 18 Uhr, denn sie war zu keiner einzigen Mahlzeit in der Großen Halle erschienen.

Dafür waren aber alle anderen dieser sogenannten, „unsäglichen“ Connection da und zeigten von Stund zu Stund eine sorgenvollere Miene.

Wäre es nicht um das Biest gegangen, wäre ich schon am kalten Brechen über so viel Furcht gewesen, aber da ich wusste, dass Lucius mit ihr immer gerne Grenzen auslotete und austestete, war mir gegenwärtig, dass ich nicht da war um ihn und auch sie zu bremsen, denn leider schoss das Biest was Lucius betraf auch gerne über das Ziel hinaus.

Als ich an Dracos forschem Hochrucken erkennen konnte, dass er sich gerade entschlossen hatte, das Manor zu erstürmen, beschloss ich für mich, mit ihm zu gehen, damit das erwartete Drama nicht in einem Melodram endete. Ich glitt wie von selbst von dem erhöhten Tisch der Professoren, um dem Ausgang entgegenzustreben. Meine durchwegs offene, freundliche und gutgelaunte Erscheinung sorgte dafür, dass es keiner auch nur im Ansatz in Erwägung zog, mich aufzuhalten, geschweige denn zu fragen was ich vorhatte.

Aber die Blicke ihrer Jungs waren mir durchaus gegenwärtig und bei Potter konnte ich fast so etwas wie Erleichterung hinter den runden Brillengläsern wahrnehmen, etwas was mich konsterniert eine dunkle Braue lüpfen ließ.

Was dachte dieser Potter Bengel?

Darüber wollte ich nicht nachdenken und so ließ ich Hogwarts hinter mir und kam über den offiziellen Weg genauso schnell an wie Draco über den Geheimgang.

Er blickte mich intensiv als Begrüßung an, sagte aber nichts, als er auch schon einen Hauselfen herrisch zu uns rief.

„Wo ist mein Vater?“, hisste er nur finster und der Elf schlackerte verängstigt mit großen Ohren, denn Dracos miese Laune war durchaus zu bemerken.

„Master, er ist in seiner Suite!“, krächzte der Elf verschreckt, woraufhin Draco ein abfälliges Schnauben ausstieß und umgehend auf die Treppen zueilte und ich folgte ihm auf dem Fuße.

Ich wagte mich auch kurz zu fragen, was dieser Ort sollte, denn den Salon, selbst die Kerker hätte ich um diese Zeit nach den vergangenen Stunden erwartet, aber nicht seine Gemächer. Ich folgte Draco als dieser unhöflich, laut krachend die Tür aufstieß.

„Vater!“, brauste er auch schon ungehalten auf und hastete durch den Salon zur offenen Tür in Lucius‘ Schlafzimmer, wo uns ein ziemlich entrüsteter Lucius verärgert entgegen blickte, während er auf dem Bett saß.

Seinem Bett, in dem sie tatsächlich wieder einmal lag!

„Raus!“, klirrte es uns befehlend kalt entgegen, aber ich blieb ruhig, mit unter meinem weiten Umhang wohl verborgenen und verschränkten Armen, an der Tür wartend stehen und besah mir aufmerksam, das sich mir bietende Bild, während Draco weiter vorstürzte.

Ihr Mantel lag gefaltet auf der kleinen Ablage vor dem Bett. Lucius saß bei ihr, mit zerknitterten Papieren zu seinen Füßen. Er schien sie fallengelassen zu haben. Hermione ruhte tief schlafend, etwas bleich und sehr kraftlos wirkend in dem viel zu großen Bett.

„Vater, was war ihre Strafe?“, begehrte Draco weiterhin auf, dabei konnte man durchaus die doppeldeutige Aussage implizieren, ob ihre Bestrafung war, in Lucius‘ Bett zu landen, eine durchwegs wackere Frage, wenn man bedachte wie er uns schon empfangen hatte, aber auch ihr Anblick sprach eine andere, wenn auch noch unerfreulichere Sprache, also wunderte es mich nicht, als er sich gerade dem Bett auf der anderen Seite näherte, dass Lucius abrupt seinen Gehstock, schnell wie eine Schlange zubiss, zog und ihn vor Draco wie eine Schranke hielt, sodass dieser abrupt stoppte und sich somit nicht zu IHR beugen konnte.

„R-A-U-S!“, kam es nur weiterhin kalt von Lucius und seine Miene zeigte einen enorm unkooperativen und unversöhnlichen Ausdruck.

„Was hast du mit ihr getan?“, fragte Draco nun sehr leise, fast furchtsam und sein Blick flackerte zu der Bewusstlosen, die sich trotz des Lärms weder regte noch irgendwie reagierte.

„Wenn du nicht gleich gehst, wirst du es selbst zu spüren bekommen!“, grollte er unerbittlich drohend und nach einem langen, sorgenvollen, aber überlegenden Blick zu ihr wandte Draco sich brüsk um und verließ verstockt die Räume, passierte mich ignorierend und ich glitt geschmeidig zur Seite, dann schmiss er die Tür zur Suite mit einem lauten Knall hinter sich zu, aber er hatte erkannt, dass es Lucius sehr ernst meinte, das tat auch ich.

„Was ist mit dir… das RAUS galt auch dir!“, drohte Lucius nun mir und funkelte mich gefährlich frostig an, aber ich würde nicht so einfach kuschen wie sein Sohn, das konnte er vergessen.

„Klar!“, ging mein Sarkasmus mit mir durch.

„Du wirst nicht gehen?“, klang fast so etwas wie Resignation in seiner Stimme durch, denn plötzlich erkannte ich in der bisher so fest sitzenden Maske Risse und dass er schrecklich müde wirkte.

„Ich bin nicht dein Sohn!“, bekannte ich gehässig und fletschte die Zähne.

„Schade…“, seufzte Lucius leise und ließ seinen Gehstock sinken.

„Du hast es wirklich schwer… was ist mit ihr?“, meinte ich spöttisch als auch schon mein Haupt zu ihr ruckte, dabei strich sich Lucius plötzlich in einer ungewöhnlich bewegten Geste über seine Augen, nur um dann abrupt aufzustehen. Er beugte sich vor, um ihr die Decke fürsorglich zu richten, bevor er sich entschlossen aufrichtete um dann wortlos auf mich zuzugehen und seinen Salon zu betreten. Er ließ die Tür zum Schlafzimmer offen, damit uns nichts entging sollte sie erwachen. Ich war konsterniert über sein mir unbekanntes Gebaren, aber ich gab ihm die Zeit, die er brauchte um sich zu fassen. Er zeigte sich deutlich bewegter als sonst. Sollte es mir Sorgen bereiten?

Da stand er nun unruhig vor seinem Kamin und ich stellte mich in die Nähe des Fensters.

„Sie ist nicht arg verletzt…“, fing er ungewohnt langsam, fast träge wirkend an, jedenfalls vernahm ich die feine Veränderung in seiner Haltung und Stimme, denn ich kannte ihn zu gut, aber es klang fast wie eine Entschuldigung in meinen Ohren, mehr als nicht normal.

„Aber sie ist verletzt!“, resümierte ich sehr unnötig, aber ich tat es schon alleine um ihn zu ärgern.

„Sie hat mich provoziert, absichtlich!“, erklärte er verteidigend, was mehr als ungewöhnlich für ihn war, denn Lucius rechtfertigte sich nie.

„Das ist bekanntlich ihre Art, sie kann gar nicht anders!“, kam es spärlich von mir und eine gewisse Gehässigkeit konnte ich mir nicht versagen. „Aber jetzt sprich, sie schaut für deine sonstigen Opfer sehr gut aus, aber was ist geschehen?“, forschte ich sachte nach.

„Oh, diese Art ist so gar nicht deine Art, Severus!“, zeigte sich nun Lucius gewohnt süffisant, dies war eine Aussage, die ich keiner Antwort Wert befand. Lucius umriss in groben Worten, was diese beiden wieder gewohnt verbockt hatten, weswegen ich dann doch noch zu ihr ging um sie mit Tränken zu versorgen, die sie mit meiner Hilfe schluckte, aber dabei nicht erwachte, bevor ich zurückging und Lucius mit meinem vorwurfsvollen Blick bedachte, weil sie sich derart unmöglich gehen ließen, wie die schlimmsten Kleinkinder, die man keine Sekunde aus den Augen lassen durfte.

Unterdessen sprachen wir weiter und ich erkannte, dass sich bei Lucius etwas geändert hatte. Noch konnte ich es nicht vollständig benennen, aber ich bemerkte, dass ab nun wohl meine Sorgen, dass er sie eines Tages unabsichtlich töten könnte, unbegründet war.

Ich wusste nicht woher diese Sicherheit kam, aber sie war da und ich vertraute meinen Instinkten immer, da sie mich selten trogen, was auch immer hier passiert war, für Lucius war alles nun anders und ich wollte gespannt sein, was das für die Zukunft heißen sollte.

Zwar versuchte er dies vor mir zu verbergen, aber es gelang ihm nicht, da ich ihn dafür zu gut kannte, aber ich ließ mir nichts anmerken und wollte abwarten.


Severus Sicht ende

Hermiones Sicht

Warum tat ich so einen Unsinn immer wieder?

Wieso reizte ich Lucius derart, denn er war kein Mann, den man ungestraft ärgerte.

Und ich trieb ihn noch sehenden Auges und sehr absichtlich zur Weißglut.

Dass ich es dann tatsächlich schaffte, mich wehrlos ihm gegenüber zu machen, indem ich durch den Fluch das Bewusstsein verlor, war unverzeihlich, selten dämlich und einfach nur unverantwortlich dumm, wenn ich mir ausmalte, was passieren könnte sollte dies mal unter den DeathEatern passieren, wurde mir sofort schlecht. Ich wusste nicht was passiert war, da ich sehr rasch in eine dankbare Ohnmacht geglitten war, als mich ein unglaublich bohrender Schmerz durchzuckt hatte, der mich bis ins Mark getroffen hatte.

Ich wusste doch, dass ich bei Lucius immer doppelt vorsichtig sein musste, aber dass er auf dem Weg war zu einer Verabredung, zusätzlich zu allem anderen, hatten meine Emotionen aufbrodeln lassen, etwas was mir immer schlecht bekam, nur gut, dass ich mich gut genug unter Kontrolle gehabt hatte um nicht in die „White-Eyes“ abzurutschen.

Langsam wurde ich mir meiner luxuriösen Umgebung, meiner federweichen Unterlage und eines typischen, mich umhüllenden Geruchs gewahr.

Rasant riss ich die Augen auf und stöhnte über die Helligkeit, die mir in den Augen brannte und erkannte meine Lage. Ich lag in Lucius‘ Allerheiligstem, seinem Bett, das bisher von mir zweimal beehrt worden war und nun kam ein drittes Mal dazu und ich war unleidlich. Denn dort hatte ich bestimmt nicht landen wollen, da erkannte ich, dass ich alleine war und somit spitzte ich die Ohren, hörte ich aus dem Salon, dessen Tür zum Schlafgemach offen stand, Stimmen, um genau zu sein Severus‘ spöttischen Ton und Lucius‘ kaltes Timbre.

Ich wollte meinen Kopf anheben, um gleich darauf blind wegen eines scharfen, stechenden Schmerzes wieder zurückzufallen. Autsch, das tat eindeutig sehr weh. Meine Schläfen pochten wie irre, meine Augen schmerzten hinter den zusammengekniffenen Lidern, hinter meiner hohen Stirn puckerte es wie von einem Hammer bearbeitet und meine Schädeldecke wollte schier explodieren, wow, was hatte Lucius mit mir getan?

Der Crucio war schlimm und vor allem stark gewesen, aber ich wüsste nicht, dass er sich nur explizit auf den Kopf bezogen hatte, wobei, als ich nun meinen Glieder vorsichtig reckte und streckte bemerkte ich sehr wohl den krampfhaften Muskelkater, der mit einem Cruciatus-Fluch einherging, aber auch die körperliche Schwäche, die sich nach einem erfolgreich angewendeten Folterfluch zeigte.

Ich verbot mir jedwedes qualvolles Aufstöhnen, da ich die Unterhaltung im Nebenzimmer nicht stören wollte, weil ich hoffte, vielleicht doch das ein oder andere Wort durch meine vor Schmerz pulsierenden Ohren hören zu können.

Aber auf der anderen Seite konnte ich nur dem lautstarken Pochen in mir lauschen und dann nach einer, wie es mir vorkam, unendlichen Zeit schienen irgendwelche Tränke oder wer weiß was für Sachen zu wirken, auf alle Fälle nahmen die schlimmsten, die betäubenden Schmerzen ab und ich blinzelte in die Dunkelheit des Zimmers, okay, es war doch nicht hell, da sah man mal wie weggetreten ich war, das Helle war nur der leichte Lichtschein aus dem Salon.

Angestrengt lauschte ich und hörte nun:

„….und was machen wir nun mit Potter?“, vernahm ich Lucius‘ Stimme fragen.

„Was wohl? Ertragen, wie seit Jahren!“, erklang Severus lapidar und gehässig wie eh und je.

„Severus, du und dein enervierendes Selbstmitleid, nicht auszuhalten. Ernsthaft, der Lord wird ungeduldig. Er erwartet, da ihm das Mudblood nicht helfen kann, durchaus ein Vorwärtskommen und auch wenn Potter momentan auf seiner Liste nicht an erster Stelle steht, so steht er darauf!“, erklärte Lucius ungewohnt leutselig, aber auch eindringlich.

„Das weiß ich, aber ich wüsste nicht, wo wir ein doppeltes Spiel spielen könnten… wobei, warte!“, kam es überlegend von Severus.

„Bitte, ich habe aber nicht die ewigliche Geduld, anders als die Vampire!“, warf Lucius genervt, aber auch schrecklich spöttisch ein, worauf er ein empörtes Schnauben als Reaktion erntete. Es war herrlich, die zwei zu belauschen, wenn ich denn nicht dieses dramatische Schädelweh gehabt hätte, dann hätte ich es auch genießen können.

„Sehr witzig, Lucius, freut mich, dass du deinen ungewohnten Anfall von gefühlsbetonten Selbstzweifeln überwunden hast!“, hörte ich Severus spottend.

„Wolltest du nicht gerade eine deiner unendlich wertvollen, genialen Ideen verkünden?“, erwiderte nun Lucius genauso süffisant.

„Sie sind zumeist genial, ich werde nur immer verkannt!“, erklang Severus ungewöhnlich blasiert.

„Oder als Griesgram erkannt!“, ätzte Lucius. Als ich die beiden derart keifend hörte, schlich sich ein Lächeln auf meine Züge, die sich aber dann schmerzlich verzogen, da dies dann doch wieder erstaunlich wehtat, aber hey, die zwei waren herrlich, wenn sie sich unbeobachtet wähnten.

„Lucius, wenn du nicht gleich schweigst, fliegt dir dieses Glas um die Ohren!“, hörte ich nichts also musste Lucius eine zustimmende Handgeste gezeigt haben, denn Severus sprach mit seiner dunklen Stimme weiter.

„Endlich! Mein Einfall würde an die Idee vom Biest anknüpfen, die sie mit Moody besprochen hat…!“, was Moment, ich ruckte abermals hoch, um dann wieder kraftlos zurückzufallen, woher wussten sie von Moody?

Verdammt!

„Wie meinen?“, erklang Lucius irritiert, aber auch gefährlich blasiert.

„Dass Potter zu diesen Muggeln zurückgeht, während sie diese abartigen Verwandten von ihm fortschaffen, um dann ihn gut sichtbar wegzubringen. Die Idee hat durchaus etwas um dem Lord das zu geben was er gerade verlangt; die Jagd nach Potter zu eröffnen!“, führte Severus aus und klang sehr zufrieden ob seiner Idee.

„Interessante Sichtweise Severus, aber wie stellst du dir dies dann vor? Sollen wir Potter schnappen? Ihn ausliefern? Sie bringt dich um, sollte sie das herausbekommen!“, warf Lucius erstaunlich überlegend ein, aber er hatte recht, würde er so etwas tun, das würde ich ihm nicht verzeihen.

„Hypothesen, Lucius. Nein, natürlich soll Potter dem Lord nicht in die Hände fallen, wäre ja noch schöner! Nein, wir müssen uns irgendetwas überlegen, wie er gerade noch so entkommt!“, führte Severus weiter ruhig aus.

„Dann viel Spaß beim Überlegen!“, kam es typisch überheblich von unserem Malfoy-Oberhaupt.

„Halte dann damit den Lord hin, dass ich an einer Idee dran bin, denn zu gegebener Zeit werde ich meine Idee präsentieren!“, beschied nun Severus kühl.

„Abgemacht!“, murrte Lucius daraufhin und ich schloss wieder erschöpft die Augen und fragte mich, wie ich so ignorant hatte sein können, meine Verfolger nicht zu bemerken.

Aber etwas anderes beschäftigte mich mehr, sodass ich dem Gespräch nicht mehr weiter lauschte. Sie hatten mich weder gestört, unterbrochen noch sich das Leiseste anmerken lassen, Severus genauso wenig wie Lucius oder Draco, denn ich nahm mal einfach stark an, dass auch er dabei gewesen war.

Selbst jetzt würden sie mich nicht informieren und weiter machen lassen, sollte ich mich über dieses Schweigen freuen?

War dies nun ein Vertrauensbeweis, oder was?

Ich war verwirrt und nahm mir ebenfalls vor nichts zu sagen. Wie sehr liebte ich diese Familie doch für ihre offene, ehrliche und rücksichtsvolle Art miteinander umzugehen, während ich den zunehmenden Schmerz in meinem Körper fühlte.

Wie auch immer, es war heller Morgen gewesen als ich angekommen war, doch nun ging es schätzungsweise auf den späten Nachmittag zu, das bedeutete, dass ich schon zu lange schlief. Morgen würde Montag und damit wieder Schule sein. Nur keine Müdigkeit vorschützen, nahm ich mir sarkastisch vor und spannte meine Muskeln im Körper an, um mich hochzuziehen, etwas was mir in meinem Schädel enorme Qual verursachte und als ich wieder lauschte, ob mein Versuch auf die Füße zu kommen unbemerkt geblieben war, konnte ich etwas hören was mich schmunzeln ließ, da sie gerade planten, wie Lucius Severus zum neuen Headmaster nach Dumbledore machen wollte.

Aber Severus verschwieg hier in seinen knappen Worten, dass auch wir, die Connection, einen neuen Direktor Snape wollten und brauchten. Es war kurios was wir uns alles nicht sagten und jeder etwas wusste, aber doch irgendwie keiner alles!

Gelinde gesagt war es verwirrend und sorgte bei meinem schmerzenden Schädel für zusätzliches Kopfweh, während ich mich herumdrehte und meine erstaunlich wackligen Beine und unsicheren Füße auf den Boden stellte um Schwung zu holen, damit ich hochkam, etwas was sich als eine sehr schlechte Idee herausstellte.

Ich stöhnte auf und trat ins Leere, strauchelte, worauf ich leicht verschwommen sah und plötzlich ins Bodenlose fiel, aber bevor ich hart auf dem Boden aufschlug umfingen mich schon starke Arme.

Sie hoben mich sachte hoch, als würde ich nichts wiegen und sogleich landete ich wieder in dem breiten, großen und so weichen Bett und ich ließ es geschehen, da ich blind vor stechendem Schmerz war.

„Was soll das? Bleib liegen!“, herrschte mich die frostige Stimme von Lucius an, die wie ich fand trotz aller Kälte einen ungewohnten Hauch Besorgnis erkennen ließ.

„Aber, aber ich muss, die Schule…!“, stotterte ich schwach, erstaunlich müde, wie ich fand und das passte mir so gar nicht.

„Severus wird dich morgen in der Früh zur Schule bringen, solange wirst du hier liegen und nichts tun!“, donnerte er bestimmt, als ich durch meine Lider schielte. Lucius zeigte eine unversöhnliche Miene, während ich nun die Augen öffnete. Ich merkte, dass ich leicht doppelt sah, bevor mich die Bewegung eines schwarzen Flecks aus den Fängen dieser intensiv leuchtenden grauen Augen riss, da sich nun Severus auf der anderen Seite niederließ.

„Euch beide kann man keine Sekunde aus den Augen lassen…“, jammerte er auch schon gewohnt schnarrend, bevor er mir eine giftgrün schillernde Phiole auffordernd vor die Nase hielt.

„Ich…!“

„Du wirst! Mund auf!“, befahl er, während mein anderer Folterknecht doch tatsächlich die Bettdecke über mich warf und ich den Mund zum Protest öffnete, um dann fast mit einem widerlich schmeckenden Gebräu ertränkt zu werden.

Ich keuchte würgend, aber ihre Blicke zeigten ihr vollumfängliches, nichtvorhandenes Mitleid.

„Was ist… passiert!“, presste ich noch fragend hervor und durfte dem minimalen Riss in der ansonsten so gut sitzenden Maske von Lucius entnehmen, dass ihm nicht wirklich gefiel was geschehen war.

„Du bist unglücklich gestürzt!“, sprang dann auch Severus ein, da Lucius nicht wirkte als würde er antworten.

„Oh… entschuldige!“, meinte ich ernsthaft, aber auch müde da ich schon wieder leicht wegdämmerte, etwas was dazu führte, dass sich Lucius brüsk abwandte und Severus ihm wie auch mir einen tadelnden Blick schenkte. Augenscheinlich passte es Lucius nicht, dass ich mich entschuldigte, dass er sich nicht richtig an mir hatte austoben können, verquere Welt und diese ging gerade in einem schwarzen Nichts unter als ich wieder einschlief.


So hatte ich eine weitere, dringend nötige Nacht in Lucius‘ Bett verbracht, denn offenbar war doch alles ein wenig viel gewesen.

Zuerst der Einbruch bei Fudge, der Peitschenfluch im Wald, dann Severus‘ und meine Versöhnung sowie die Bestrafung mit dem unglückseligen Ausgang, ja, ich wurde gefordert und so erstaunte es mich doch, als ich wie neugeboren aufwachte und feststellte, dass ich alleine war.

Ein Umstand, den ich ausnützte um mich rasch aufzusetzen, etwas was mir heute bedeutend leichter fiel. Zwar fühlte ich noch immer einen leicht schmerzenden Druck an der Stirn, aber es war weit entfernt von echten Schmerzen. Während ich Lucius‘ Gemächer fast fluchtartig verließ und auf meine Suite zueilte, um dort zu duschen und mich für den Schultag herzurichten, fühlte ich mich deutlich besser als die Tage zuvor. Ich wollte gar nicht wissen, was mir für Tränke eingeflößt worden waren.

Als ich frischgemacht meinen Salon betrat, wäre ich fast wieder zurückgewichen, konnte mir aber gerade noch rechtzeitig diesen peinlichen Impuls verkneifen, denn da saß er, mein blonder Nemesis, auf meiner Couch und mit einer großen Frühstücksauswahl auf meinem Couchtisch, während er lässig mit überschlagenen Beinen in einem meiner Sessel saß und betont unberührt die Zeitung las.

„Lucius“, meinte ich brüsk, da ich mich zwang, dass meine Stimme nicht brach. Ich durfte mich nicht wieder mit ihm streiten, ihn provozieren, das rief ich mir energisch ins Gedächtnis. Mich noch mal so gehen zu lassen wie am Sonntag war ganz und gar nicht ratsam.

„Auch wieder wach? Hier, setz dich und iss etwas! Dein Kaffee ist schon in der Tasse!“, kam es neutral von ihm, obgleich er die Zeitung nicht senkte und ich mit einem bedruckten und sich bewegenden Stück Papier sprach, sehr befremdlich und ich runzelte leicht perplex die doch noch immer pochende Stirn.

„Danke!“, meinte ich dann auch reichlich skeptisch, während ich mich niederließ, vor allem da ich am liebsten nach Hogwarts aufgebrochen wäre, denn mich drängte so viel!

Erstens, wie die anderen den Sonntag überstanden hatten, wie es Lavender ging und vieles mehr, aber solange er mich nicht entlassen wollte, könnte ich einen Handstand machen und eine erneute Konfrontation brauchte ich gerade wie gesagt wirklich nicht, denn ich glaubte nicht, dass ich ihm gewachsen wäre.

„Hier ist ein Artikel über die Vorgänge vom Samstag, er dürfte dich amüsieren!“, informierte er mich mit der gewohnten Blasiertheit, die ihm eigenen war und ich schmunzelte in meine duftende und dampfende Tasse.

„Mhm… nun, da der Prophet dank Cuffe eh dir gehört, sollte es also ganz in deinem Sinne sein!“, konnte ich den zähen Sarkasmus nicht aus meinem Ton verbannen, da mir die Szene in Mould-on-the-Wold sofort wieder sehr gegenwärtig war und mir Lucius‘ Genuss bei dem was er dort getan hatte zu sehr vor Augen stand. Etwas was mir effektiv auf den Magen schlug, weswegen ich ziemlich lustlos auf meinen Tost starrte, der mir fast wie eine Drohung auf dem Teller entgegensah.

In dieser Zeit raschelte es leise, da er nun doch die Zeitung senkte aufgrund meiner Wortkargheit und sie schließlich niederlegte. Als ich meinen vorsichten Blick hob, begegneten sich unsere Augen, tiefes dunkles Grau und meine dunkelbraunen Augen starrten einander intensiv an, wobei ich nicht in der Lage war, auch nur eine Sekunde den Blick abzuwenden.

In seinem Ausdruck lag kein Bedauern, Mitleid oder auch Scham, eher gleichbleibendes Abwarten wie ich reagieren würde und ich wusste nicht zu reagieren, da ich bei ihm nie wusste, wo ich stand, was er in mir sah und was er plante.

Da mir plötzlich wieder in den Sinn kam, dass ich gestern belauscht hatte, dass sie mich zu Moody verfolgt hatten, dass sie davon wussten, aber auch, dass sie planten, während der Orden Harry abholte, diesen anzugreifen. Es war verwirrend und langsam verzogen sich meine Züge im pochenden Schmerz des heraufziehenden Kopfwehs.

Dieser Mann verwirrte mich und war so schwer einzuschätzen, viel schwerer als Severus, denn Lucius wirkte gerade nicht glücklich, obgleich ich dachte, er wusste, ich dachte an diese eine besondere Nacht um Cuffe und Smudgeley, aber es war nicht so als würde er bedauern was er damals getan hatte, da ein unbändig arroganter Ausdruck in seinem grauen Blick lag und so schätzte ich ihn auch nicht ein. Er war kein Mann, der nachträglich darüber haderte etwas getan zu haben, sonst wäre er nicht Lucius Malfoy. Er wähnte sich immer im Recht, aber wie gesagt, über irgendwas wirkte er nicht besonders erbaut. Wir sahen uns immer noch unverwandt an, als er mir die Zeitung ganz plötzlich auffordernd über die Couch hinhielt.
„Willst du es lesen?“, meinte er nun unerwartet offen mit relativ freundlicher Stimmlage. Er verzog seinen rechten Mundwinkel in einem zynischen Grinsen und ich griff fast automatisch nach der Zeitung und nahm sie, wenngleich ich nur meine Unsicherheit überspielen wollte, da ich mit Lucius‘ betont gleichmütigem und gleichgültigem Auftreten nach dem gestrigen Ärger nichts anzufangen wusste. Er wirkte so völlig gefasst und gar nicht nachtragend, was mich sehr misstrauisch machte, da ich dem augenscheinlichen Frieden nicht traute.

Ich senkte also den Blick auf die Zeitung und begann zu lesen:

Tief gefallen und abgeführt


Nachdem sich in den letzten Wochen nach Aussage des Leiters der Aurorenzentrale Gawain Robards die Hinweise und Indizien verdichtet haben, dass der ehemalige Zaubereiminister Cornelius Fudge und augenblicklicher Assistent unseres jetzigen Ministers, Rufus Scrimgeour (ehemaliger Leiter der Aurorenzentrale), in mehr als zwielichtige Geschäfte und Transaktionen verwickelt war und ist, sahen sich die Strafverfolger des Ministeriums gestern gezwungen, nicht nur die Büroräume des ehemaligen Ministers im Ministerium zu durchsuchen sondern auch sein privates Haus. Nach Aussage von Mr. Robards und Pius Thicknesse, dem Leiter der Abteilung für Magische Strafverfolgung, die sich die Leitung der Ermittlungen in dieser Angelegenheit aufgrund ihrer Brisanz teilen, müsse nun erst das umfangreiche, sicher gestellte Material gesichtet werden, trotzdem sei jedoch schon ersichtlich, dass sich in den Unterlagen nach einem ersten Überblick belastendes Material befindet. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Ermittlungen weiter entwickeln werden.

Fakt ist jedenfalls, dass sie am gestrigen Abend mit den Durchsuchungen und der folgenden Festnahme des ehemaligen Ministers ihren vorläufigen Höhepunkt gefunden haben.

Mr. Fudge betonte, als er aus seinem Haus in London peinlicherweise gefesselt und in Morgenmantel abgeführt wurde, dass er nicht wisse, was man ihm vorwerfe und seine Verhaftung unrechtmäßig sei. Der Wahrheitsgehalt dieser Aussagen wird sich in den nächsten Wochen sicher erweisen.

Hinzu kommen Gerüchte über das mehr als ungewöhnliche und gewöhnungsbedürftige Auffinden des ehemaligen Ministers mitsamt seines ihm angetrauten Weibes im ehelichen Schlafzimmer, die den ehemaligen Minister wahrlich in einem anderen Licht zeigen. Außerdem trägt der Umstand, dass Fudges Hauself offenbar die Flucht ergriffen hat nicht zu Fudges Entlastung bei, denn auch wenn Hauselfen ihren Herren im allgemeinen treu ergeben sind, ist zu vermuten, dass Fudge ihn für den Fall einer Durchsuchung instruiert hat zu verschwinden, sodass man ihn nicht zu Vorgängen im Haus seines Herren befragen kann, was also hat Mr. Fudge noch zu verbergen?

Zur Zeit der Durchsuchung und Verhaftung tagte in einer außerordentlichen Sitzung gerade das Wizengamot, welches bekanntlich mit den geachtetsten und verdientesten Zauberern und Hexen unserer Gesellschaft besetzt ist. Die meisten Mitglieder dieses hochverdienten Rates waren zu keiner Stellungnahme bereit, schließlich obläge es ihnen, über Mr. Fudge zu befinden, sollten sich die Vorwürfe gegen ihn als wahr erweisen. Die Gamotsmitglieder wirkten betroffen, dass ein so honoriges und angesehenes Mitglied der Gesellschaft und ehemaliger Regierungschef derart tief sinken könne und ihm solch schwerwiegende Vorwürfe gemacht würden. Lediglich Mr. Doge und Mr. Malfoy waren zu einer Stellungnahme bereit.

Mr. Doge zeigte sich sichtlich mitgenommen, dass man Mr. Fudge solche Vorwürfe mache und er betonte, dass er inbrünstig für die magische Gesellschaft hoffe, dass sie sich als haltlos erweisen würden.

Das hochgeehrte Gamotsmitglied, Lucius Malfoy, das bereit war eine längere Stellungnahme abzugeben, zeigte sich betroffen und erschüttert darüber, dass ein Mann wie Fudge solchen schwerwiegenden Vorwürfen ausgesetzt sei und man nur hoffen könne, dass sich die Beschuldigungen als gegenstandslos erweisen würden. Mr. Malfoy selber war vor einigen Monaten, nach dem tragischen Verlust seiner Frau, mit ähnlichen, bösartigen Unterstellungen konfrontiert worden, sich wieder Du-weißt-schon-wem angeschlossen zu haben, doch diese hatten sich alle als unwahr erwiesen. Gerade aus dieser Erfahrung heraus, erklärte Mr. Malfoy uns ergriffen, wisse er, wie schwer es sei einen solchen Makel, so er denn erst mal entstanden und im Umlauf sei, wieder völlig zu entkräften und seine Unschuld zu beweisen und er hoffe, dass Mr. Fudge dies gelänge. Aber er betonte auch, sollten sich die Vorwürfe, die gegen Fudge erhoben werden, als wahr erweisen, wäre dies eine große Tragödie für unsere Gemeinschaft und würde die Glaubwürdigkeit unserer Politiker schwer erschüttern und beschädigen. Keiner und er am allerwenigsten, so unterstrich Mr. Malfoy entschieden, könne sich wirklich wünschen, dass das Ansehen des unantastbaren Amtes des Zaubereiministers derart beschädigt werde. Sollte sich jedoch, was niemand hoffen wolle, zeigen, dass die gegen Mr. Fudge erhobenen Vorwürfe der Wahrheit entsprächen, so werde auch er sich mit allen ihm als Gamotsmitglied zur Verfügung stehenden Mitteln dafür einsetzten, dass alle Verdachtsmomente restlos aufgeklärt würden und eine gerechte, vollumfängliche Strafe für diese Vergehen über Mr. Fudge verhängt würde, denn ein solches Verhalten dürfe weder geduldet noch ungesühnt bleiben.

Diesem Standpunkt von Mr. Malfoy lässt sich nicht viel hinzufügen und er drückt so recht klar und deutlich sicher die Haltung vieler Hexen und Zauberer aus.

Die Vorwürfe gegen Mr. Cornelius Fudge sind vielfältig wie auch schwer und beinhalten die Parteinahme, Bestechlichkeit, Erpressung, Betrug, Verschleierung, Günstlingswirtschaft und Amtsmissbrauch durch seine Person.

Der Tagesprophet wird natürlich weiter berichten und die Ermittlungen genauestens verfolgen. Mr. Fudge wird, wie gestern bekannt gegeben wurde, bis auf weiteres zur Vernehmung und weil die Gefahr einer Flucht besteht, im Ministerium gefangen gehalten.

Betty Braithwaite


Ich ließ langsam den Tagespropheten sinken und konnte mir ein dreckiges Schmunzeln nicht verkneifen, denn auch ohne Rita blieb sich der Prophet treu und war ein hetzerisches Schmierenblatt ohne gleichen.

Armer Fudge, seine Reputation war dahin und auch Rufus Scimgeour, sein Protegé, der ihm vom Posten des Leiters der Aurorenzentrale ins Ministeramt gefolgt war, musste nun mit erheblichem Misstrauen leben und sich auseinandersetzen, auch Rufus‘ Nachfolger in der Aurorenzentrale, Gawain Robards, war ein Fudgegünstling und stand jetzt unter genauer Beobachtung durch die Öffentlichkeit.

Es war von Lucius genau geplant, dass sich das Ministerium zu einer solchen Zeit innerlich selbst zerfleischte und sich mehr mit sich selbst denn mit den DeathEatern auseinandersetzte. Er war ein fantastischer Gegner, wenn es um das Taktieren oder auch um das politische Umschleichen ging, an sich war das ja nichts für mich, aber ich genoss es, dies alles aus der Ferne zu beobachten oder auch zu gewissem Maß aus der Nähe, denn durch Lucius war ich dann doch schon recht nahe am Geschehen und wenn man betrachtete wie der Minister um Harrys Unterstützung gefeilscht hatte, war ich auch auf der anderen Seite nahe an der Politik dran.

„Das amüsiert dich!“, kam es sehr zufrieden von der selbstherrlichen und gutaussehenden Erscheinung, die Lucius darstellte und ich nickte nur sachte, was ihn fortfahren ließ.

„Ich habe die Unterlagen entdeckt!“, rissen mich seine harten Worte aus meinen Gedanken und bei seiner Art sich schon wieder zu geben war ich tatsächlich überfordert. Was hatte sich geändert?

Hatte sich etwas geändert?

Warum überschüttete er mich nicht mit Spott und Hohn sowie seinem beißenden, herrischen und selbstherrlichen Sein?

„Oh, ja stimmt, die wollte ich dir geben!“, fand ich wieder zurück ins hier und jetzt und verbannte diese ungewissen Gedanken, warum er gerade so komisch war.

„Warum hast du es nicht getan?“, fragte er fordernd und strich eine seiner hellblonden Strähnen aus dem Gesicht und ich musste kurz einordnen, was er meinte, bis der Groschen fiel. Wie es schien hatte mir der Sturz auf den Kopf wirklich nicht gut getan. Er meinte, warum ich ihn nicht mit diesen Papieren in seinem Zorn besänftigt hatte.

„Oh, ähm… ich habe Strafe verdient?“, hauchte ich dann wenig intelligent, eine Aussage von mir, die seine eleganten Brauen in die Höhe beförderte.

„Versuch nicht, mir die aufopferungsvolle Heilige darzustellen!“, hisste er dann auch schon harsch auf, als hätte ich ihn gerade tödlich beleidigt.

„Ich hab nicht daran gedacht! Okay, Lucius?“, fauchte ich nun doch ungekünstelt los und es stimmte, ich ärgerte mich gerade selbst über mich am meisten.

„Du gibst einen Fehler zu?!“, kam es rhetorisch von ihm.

„Ich bin nicht fehlerlos!“, erwiderte ich zerknirscht.

„Was für eine Einsicht!“, war er reichlich ironisch, darauf reagierte ich nicht mal, sondern schüttete lieber die Tasse in mich, um ihm kein Contra zu bieten.

„Aber um auf die Unterlagen zurückzukommen, sie sind interessant, gehe ich recht in der Annahme, dass mehr von ihnen vorhanden waren?“, fuhr Lucius nun wieder geschäftiger fort und ich war froh, mich zusammengerissen zu haben, ihn nicht wieder zu provozieren.

„Das stimmt. Er hatte viel, ein durchaus ausgeklügeltes System um an Informationen zu kommen… ich sage nur Umbridge!“, ätzte ich böse.

„Ja, sie war ein widerliches, rosafarbenes Ungetüm! Durchaus verschrien im Ministerium! Du hast die Welt von einer Last befreit!“, ging sein feiner und süffisanter Spott mit ihm durch.

„Durchaus! Natürlich habe ich einige weniger wichtige Informationen dagelassen. Ich dachte, gar nichts über einen Mann wie dich wäre auch sonderbar!“, erklärte ich ruhig und sah Lucius an.

„Einen Mann wie mich?“, wiederholte er mit erhobener Braue meine Aussage und hatte mich fest in seinem durchdringenden Blick. Es war als versuchte er dahinter zu kommen, ob ich dies positiv oder negativ meinte.

„Na, ich denke du wirst ähnliches in seinem Büro getan haben!“, überging ich seine ungestellte Frage und zu meinem Erstaunen erhob er seine Tasse bevor er antwortete. Es war als wollte er sich selbst davon abhalten, mehr in mich zu dringen.

„Was denkst du denn!“, tat er es gewohnt lässig ab und funkelte mich nun an, als die Tür abrupt aufging und einen schwarzgewandeten Severus offenbarte, der mit grimmiger Miene einfach platznahm und sich eine Tasse wie selbstverständlich schnappte.

„Da ist jemand unausgeschlafen!“, spottete Lucius auch gleich, was ihm einen mörderischen Todesblick einhandelte.

„Wer saß denn mit mir noch bis in die frühen Morgenstunden beim Lord?“, ätzte Severus wohlgelaunt und ich ruckte sofort hoch.

„Ihr habt mit ihm gesprochen?“, fragte ich perplex und erstaunt, dass sie mich allein gelassen hatten.

„Natürlich, nachdem du stabil warst, war dies nötig… da schließlich alles WIEDER einmal auf die Zentauren deutet, verschlechtert dies den Status Quo nur noch mehr! Der Lord war nicht erfreut! Er verzeiht dir und deinem noch lebenden Trupp, aber ermahnte, dass du dir nicht noch mehr zuschulden kommen lassen solltest!“, setzte mich Lucius geschäftig und nüchtern in Kenntnis.

„Natürlich!“, antwortete ich knapp und wunderte mich, dass Lucius anscheinend sein Treffen mit der Dame hatte sausen lassen.

„Tja, auch Fenrir war nicht erbaut, dass er einen Wolf verloren hat!“, zeigte nun Lucius ein Grinsen, das ich selbst als wölfisch bezeichnen würde, als ich mir mit Schrecken die Diskussion vorstellte wenn ich neue Männer brauchte.

„Mhm… ich… brauche ich wieder einen neuen Wolf, oder reicht John? Wie viele Männer darf ich wählen?“, fragte ich gespannt in die Runde und blickte beide abwartend an.

„Zwei, dein anderer Wolf geht in eine andere Truppe, du fängst von vorne an!“, verkündete Lucius drakonisch meine nächste Sanktionierung und ich nickte geschlagen.

„Ich werde die Tage in die Höhle gehen und mir neue Männer suchen!“, akzeptierte ich es klaglos.

„Draco oder Severus werden dich begleiten!“, bestimmte Lucius hart, was mich überraschte, aber ich nahm es hin.

„Oh, habt ihr Sorge, dass mir Fenrir den Kopf umdreht?“, wollte ich belustigt wissen und erntete nur abfälliges Schnauben.


Kurze Zeit später, nach einer erneuten Fuhre ekliger Tränke, hatten wir das Manor verlassen, um uns dem noch frühen Morgen zu stellen und auf dem Weg nutzte Severus doch die Zeit, um seine besonders rosige Laune an mir auszuleben.

„Viel Spaß mit diesem unbrauchbaren Haufen von Chaoten, den du Freunde schimpfst!“, ätzte er gehässig, fast hämisch.

„Severus ehrlich, mit diesen Freunden brauche ich keine Feinde mehr!“, erwiderte ich genauso hämisch, denn wirklich, was sie diesmal abgezogen hatten setzte wirklich allem die Krone auf.

„Du wirst endlich um wichtige Erkenntnisse reicher, ich beglückwünsche dich zu dieser Feststellung!“, kam sein öliges Schnarren wie eine Brise frischen Windes daher, als ich mit einem klingenden Lachen auf den Lippen die ausgestorbenen Treppen erstürmte, da die meisten schon beim Frühstück in der Großen Halle waren.

Ich ließ das Portrait hinter mir, woraufhin ich fast umfiel.

„Schönste, endlich bist du wieder da…“, „Merlin sei Dank!“, schallte es mir in dem erstaunlich wohlgefüllten Gryffindorgemeinschaftsraum entgegen. Dann hatte ich zu meiner Verwunderung auch schon ein wohlgebautes, rothaariges Mädchen an und um meinen Hals, das mir mit sehnsüchtigen, braunen Augen entgegenfunkelte und sich begehrlich an mich schmiegte, was mich umgehend die Stirn runzeln ließ und als mein Blick zu den Jungs zuckte, durfte ich nur sehen, wie sie geschlagen mit den Augen rollten.

Als zur Krönung sich wirklich und tatsächlich die weichen und sanften Lippen des Mädchens auf meine legten und sie in einem zärtlichen Kuss knutschten, ratterte es in mir ob dieser ungewöhnlichen Situation. Grob packte ich sie an den Schultern um sie von mir zu schubsen, denn die Augen von Neville, Luna, Padma, Hannah und den Jungs waren erkennbar groß, während ich mir über die feuchten Lippen wischte und sie abwägend taxierte, bevor ich meine nächsten Worte wohlüberlegt und mit viel Bedacht wählte:

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