When Hermione Fights
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 Kapitel 326-327

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BeitragThema: Kapitel 326-327   Kapitel 326-327 EmptyMo Nov 12, 2012 4:29 am

326. Kapitel Schwarze Lackheels


„Nein, Hannah. Ich weiß leider nicht alles, aber ich würde es dir sagen, wenn ich es wüsste! Aber wenn alles vorbei ist, werde ich es dir bestimmt sagen können, da ich den Schuldigen ab nun suchen werde!“, log ich ohne rot zu werden, nur Severus und ein paar DeathEater könnten mich enttarnen und ich war wahrlich keine Märtyrerin, nichts würde mich dazu bringen, Hannah zu offenbaren, dass ich es gewesen war, die ihren Vater getötet hatte.

„Versprochen?“, bat sie inbrünstig und ich ging, entschlossen meine Fassade auf ewig zu wahren, zu ihr und reichte ihr aussagekräftig die Hand, eine Geste, die sie zu überrumpeln schien.

„Versprochen, Hannah!“, griffen meine Finger ohne Scheu ihre Hand und drückten fest zu.

„Du siehst sie? Du siehst diese Frau? Du…!“, echauffierte sich Neville aggressiv und wurde puterrot im Gesicht. Erst jetzt schien er sich so weit gefangen zu haben, wieder etwas sagen zu können. Dieser Gefühlsausbruch ließ uns herumfahren und ich sah ihn abschätzig an.

„Ja, ich sehe diese Frau und ja, ich kann sie nicht einfach so beseitigen! Obgleich ich es gerne tun möchte, aber keine Sorge, sie mich auch, je eher desto besser, da wäre sie glücklich… wir hassen uns abgrundtief! Eines Tages wird sie versuchen mich umzubringen!“, beschied ich emotionslos und absolut ernst, denn dies war einfach für mich eine ungeschriebene Tatsache, dass sie und ich eines Tages aneinanderprallen würden, ohne dass die Männer eingriffen. Es war nur eine absehbare Frage der Zeit.

„Darüber redest du so locker?“, kam es in zu hohem Ton von Padma, während mir die Connection einen tadelnden Blick sandte, denn so offen hatte ich noch nie über Bellatrix und mich gesprochen.

„Es ist eine Tatsache!“, meinte ich nonchalant, mit einem beruhigenden Lächeln zu den Jungs äh… und dem Mädel, das Fred gerade darstellte, aber seitdem ich ihre Schwester Narcissa auf dem Gewissen hatte und mich dann der Lord auch noch bevorzugte, war ich ihre Nemesis, wem wollte ich etwas vormachen.

„Harry tu was!“, bat nun Neville hektisch und funkelte Harry eindringlich an.

„Bitte? Was soll ich tun?“, fragte Harry leicht irritiert und zuckte mit den Schultern.

„Das unterbinden, verbiete es ihr! “, entgegnete Neville bittend, worauf die Jungs zu lachen begannen, als machte Neville gerade den Witz des Jahrhunderts.

„Du bist ulkig, Neville!“, „Ja, du solltest unter die Komiker gehen!“, „Versuch es doch selbst!“, waren die durchwegs gutgemeinten Reaktionen und ich stemmte missgestimmt die Hände in die Hüften.

„Bitte?“, wollte Neville empört wissen.

„Diese Spaßköpfe versuchen dir nur zu sagen, dass sie nichts sagen können, was mich davon abhalten könnte, das zu tun was ich die ganze Zeit tue!“, erklärte ich leicht blasiert, da schlug die Malfoy in mir durch.

„Neville, ganz ehrlich, meine Hoffnung ist, dass Hermione Bellatrix zu Raison treibt, oder sie eher tötet als andersherum und ich vertraue Hermione bei allem! Sogar mit meinem Leben und jedem der mir nahesteht! Sie ist die klügste, schlaueste, stärkste und kräftigste Hexe, die ich kenne und wird es dieser verrückten Schrulle zeigen!...“, führte Harry nun sehr inbrünstig aus und ich war ehrlich überrascht, wir sehr Harry zu mir hielt bei dem was ich tat und das auch vor den anderen.

Aber da übertönte ihn Ginnys schrille Stimme.

„Eine LIEBESERKLÄRUNG! Wie putzig!“, „Ergreifend Harry, wahrlich!“, „Ich bin gerührt!“, spöttelte Blaise zusammen mit Fred.

„Ach, haltet doch den Mund!“, brummte Ron für Harry verärgert, da sich dieser gerade peinlich berührt durch sein struppiges Haar fuhr.

„Oh Harry!“, hauchte ich unangenehm ergriffen, da ich durchaus bemerkt hatte, dass er Lucien, seinen Sohn, mit ansprach.

Doch dann wimmerte Lavender wieder gequält und Luna, Padma und Hannah warfen ihr mitleidige Blicke zu, während Neville auch leidvoll auf sie blickte.

„Ich werde euch helfen und hoffe, dass ich irgendwann euer Vertrauen habe und ihr mir mehr sagt, denn sehen und wissen geht nicht mit Worten einher, bei dem, der aufmerksam ist!“, wandte Luna in ihrer gewohnt eigenen Art ein und ich runzelte kurz die Stirn ob ihrer eigenwilligen Formulierung, beschloss aber es auf sich beruhen zu lassen, da das wahrscheinlich das Beste war. Wer wusste schon, was Luna sich ihn ihrer Welt vorstellte zu wissen oder gesehen zu haben glaubte?

„Ja, ich auch!“, wobei sich nun Hannah mit rauer Stimme zu Wort meldete, die anscheinend meinen Erklärungen Vertrauen schenkte, wobei ich sie schrecklich angelogen hatte, aber ein schlechtes Gewissen wollte sich einfach von meiner Seite nicht einstellen.

„Ich bin skeptisch, aber ich werde euch helfen!“, zeigte sich Padma verstockt, aber sie sprang über ihren Schatten und meinte es tatsächlich ernst.

„Neville?“, wollte Blaise recht misstrauisch wissen.

„Ich… natürlich werde ich nichts sagen, aber ich muss nachdenken! Vor allem was das auch mit diesem Mädel aus Slytherin zu bedeuten hat und mit Malfoy!“, bat er vorsichtig und um seinen Einwand Daphne betreffend vorzubringen, wobei er nicht den Umstand um das Baby lüften konnte, aber er versuchte es auch gar nicht, wenngleich seine Augen uns dies sehr lebhaft erzählten, dass ihn dies beschäftigte.

„Oh, davon weiß ich schon, aufgrund der Hochzeit in Irland, total krass!“, warf Padma ein.

„Halt, du weißt von Harry und D…!“, versuchte es Neville, kam aber nicht gegen die Zauber an, da Hannah von all dem nichts wusste.

„D?... Wahrlich, seit Irland weiß ich von Malfoy und Hermione und dass Harry wohl mit jemand anderem aus Slytherin zusammen ist. So ist das also, sehr interessant! Noch mehr Löwen und Schlangenpaare! Mir solls recht sein, ich bekomme genug schiefe Blicke wegen Greg. Jetzt ist klar, warum gerade ihr vier so eine Posse spielt!“, kam es recht spärlich von Padma, die zwar nicht genau nachfragte, aber zu platzen schien, wer es wirklich war, wobei ihr das Wort „Daphne“ nach Irland fast auf der Stirn stand, denn sie galt ja offiziell als Dracos Freundin in Hogwarts, wenn dies auch seit dem Ende der Osterferien nicht mehr so präsent war, da Draco und Daphne nicht weiter das Paar spielten und außerhalb von Slytherin dadurch Gerüchte über eine Trennung umgingen, während die Slytherins unsere Posse eh nie wirklich geglaubt hatten, nahm ich an, aber keiner wagte es zu fragen.

Nun fasste Harry entschlossen meine Hand um etwas zu sagen und gar nicht auf das Gefragte einzugehen:

„Ich muss nun die Strafen verkünden und es tut mir wahrlich leid und es fällt mir erdenklich schwer, aber es geht nicht, dass Neville, Luna und Ginny Hogwarts verlassen haben und ich selbst komme auch nicht ungeschoren davon, also keine Sorge, meine Strafe habe ich schon erhalten! Rons Strafe ist es, sich um Lavender zu kümmern und für sie verantwortlich zu sein, was nicht leicht sein wird und eine anstrengende Aufgabe. Ich habe lange überlegt und ich bin bei weitem nicht so kreativ wie ihr und es fiel mir auch nichts besseres ein, als dass ihr drei mit der Blutfeder immer wieder den Satz „Sich der Gefahr bewusst sein, denn alles hat Konsequenzen“ schreiben sollt, bis er sich euch einprägt!“, meinte er fast schon entschuldigend aber er wartete die Reaktionen gar nicht ab als er mich stürmisch aus dem Raum zog, während die anderen noch sehr perplex waren darüber, wann er bestraft worden war.


Nur Minuten, wie es mir schien, später lag ich auch schon in ein T-Shirt gehüllt an Harrys Seite im Bett und nachdem die Zauber um uns gelegt waren und da es feststand dass Ron bei Lavender übernachten würde, schwiegen wir erst mal, bevor ich mich fordernd zu ihm drehte.

„War das nicht sehr lasch?“, forschte ich unzufrieden nach.

„Uhu, ich weiß nicht? Ich hoffe nicht! Ich denke, Luna, Ginny und Neville machen sich genug Vorwürfe wegen Lavender, meinst du nicht?“, als ich nicht antworte plapperte er weiter, „Außerdem weiß ich, dass Neville Albträume hat, seitdem… ich glaub, die sind genug gestraft… und Schuld sind schließlich wir… Daphne, Ron und ich!“, nahm er die Schuld auf sich und flüchtete nicht vor der Verantwortung.

„Wann wurdest du bestraft?“, fragte ich nun neugierig und beendete das vorhergehende Thema.

„Oh, heute nach dem Mittagessen, da hattest du doch deine Stunden, die Ron und ich nicht haben, Ron war kurz bei Lavender und ich… ich hatte eine Einladung von Snape erhalten!“, stotterte er unsicher und versuchte meinem Blick auszuweichen.

„UND?“, fragte ich nach und musterte ihn aufmerksam.

„Und… er ist sehr einfallsreich, wo es mir an Kreativität mangelt!“, erklärte Harry recht leise und biss sich gerade unglücklich auf die Unterlippe.

„So schlimm, Harry?“, meinte ich argwöhnisch, denn Harrys intensiv leuchtender Blick behagte mir gar nicht, da mich dieser jetzt mehr als nur zu durchbohren schien. Es wirkte, als versuchte er, tief in mich hineinzusehen, bevor er einen abgrundtief traurigen Seufzer ausstieß und in einer unerwarteten, ruckartigen Bewegung seine heiße Stirn gegen meine drückte, als suchte er Nähe aber nicht zu sehr. Es war eigentümlich aber ich ließ es geschehen, er war extrem sonderbar.

Was nur hatte Severus mit Harry getan?

Aber ich drängte ihn nicht, denn ich wusste, wie es war etwas zu erzählen was man nicht sagen wollte und ich war gar nicht so sicher, ob ich es wirklich hören wollte, als ein entschlossener Ruck durch seinen Körper ging, wobei er aber nichts an unserer Lage änderte. Eher schloss sich nun seine Hand um meine Schulter, als wollte er mich an Ort und Stelle halten.

„Er rief mich zu sich, Malfoy hat es mir nach dem Unterricht, als dich McGonagall zurückhielt, ausgerichtet und ich bin gleich zu ihm, ich wusste, dass er nun bereit war für meine Strafe, vor allem da ich keinen Unterricht mehr hatte!“, fing er weitschweifig an und ich unterbrach ihn nicht, wartete geduldig ab bis er fortfuhr.

„Ich schwöre dir hiermit, nie wieder eine derart bescheuerte, unbesonnene Aktion zu starten. Ich könnte mich selbst ohrfeigen und treten, dass ich Daphne nachgegeben habe! Ich bin sooooooo unendlich hohl, dumm, hirnverbrannt! Entschuldige! Ich bin ein verantwortungsloser Trottel“, fing er auf einmal an sich zu entschuldigen und blickte mich so ernst und eindringlich an, wie ich es gar nicht von ihm kannte, nicht so. Er war auf einmal so erwachsen und derart überzeugend, dass es mich fast schockte.

„Harry?“, fragte ich über diese gefühlvolle Entschuldigung konsterniert, die sich gefährlich nach Severus anhörte.

„Warte, gib mir eine Sekunde, dir wird das gleich alles gar nicht gefallen!“, drohte er finster und ich fragte mich was sich hier abspielte.

„WAS, was hat er getan?“, fragte ich nun schon drängender, denn das ungute Gefühl in mir nahm beständig zu.

„Er hat… einen Geistzauber angewandt. Er war so nett, mir alles zu zeigen, was dir dank mir widerfährt…!“, antwortete er nun stockend. Er hörte sich sehr gepresst an, als mir das Blut in den Adern gefror.

„BITTE!“, ruckte ich hoch, beziehungsweise ich wollte hochfahren, wurde aber von Harrys starker Hand daran gehindert, während er seine Augen öffnete um mir intensiv entgegenzusehen.

„Bitte bleib liegen!“, versuchte er sanft auf mich einzureden, aber in mir brodelte es. Was hieß das? Was für ein Zauber?

„Okay, was heißt das?“, versuchte ich mich zu beruhigen und mich unter dem Griff zu entspannen.

„Nun, er hat mir das damals mit dem Messer am Grimmauld Place gezeigt, mich dran teilhaben lassen… warte, nicht so schnell, nur die Verletzung, die Heilung sonst nichts, aber dies sehr eindringlich und gegenwärtig. Ich glaube, er war sogar so nett, mir die Schmerzen mit zu suggerieren, sodass es mir in Erinnerung bleibt! Dann, als du von irgendwem mal ausgepeitscht wurdest, die Sache mit dem Schürharken, als du vergiftet wurdest, als du gestern von diesem alten, sadistischen Malfoy gefoltert wurdest und dich verletzt hast, ich habe alles gesehen und ich bin schuld an all dem was dir widerfährt, an Schmerz und Qual, ich fasse es nicht!“

Nun rauschte das Blut unaufhaltsam in mir, denn das sollte niemand sehen, niemand so genau wissen, das stand Severus nicht zu! Er hatte Harry jede körperliche Strafe gezeigt, die Lucius mir auferlegt hatte, dazu noch die Verletzungen, die ich erlitten hatte, nein, das konnte Severus wirklich nicht getan haben, was fiel ihm ein?

„Hermione, Schönste…“, rüttelte jemand unsanft an mir als ich nur Rot oder besser fast nur Weiß sah, da sich mein Effect mal wieder rücksichtslos meldete, weil ich zu aufgewühlt war, somit blinzelte ich panisch, um wieder aus meiner Wut zu finden.

„Beruhige dich! Er hat dich nicht bloßgestellt, ich habe fast nix zu sehen bekommen, nur die Wunden, die Verletzungen, den Schmerz aber das bis ins Detail, sonst nichts!“, rasselte er hektisch, aber auch sehr inbrünstig hinunter, doch ich kniff die Augen zusammen, denn so etwas mochte ich gar nicht. Ich machte viel oder fast alles mit mir selbst aus, das konnte ich gar nicht ab. Gut, ich erkannte die Bösartigkeit der Strafe hinter Severus‘ Handeln, konnte erkennen, wie sehr er Harry damit getroffen haben musste und sah auch den Lerneffekt, den sie eindeutig haben würde, trotzdem war Severus zu weit damit gegangen, das alles war sehr privat und intim.

Die Strafe war bösartig und traf einen von Harrys Schwachpunkten zielgenau, sein Gewissen, seine Leidensfähigkeit, seine Selbstzweifel, sein Mitleid mit anderen und sein Verantwortungsgefühl anderen gegenüber.

„Und das macht es besser?“, ätzte ich verärgert über Harrys „fast nichts“, als ich versuchte ihn von mir zu schubsen, was ihn veranlasste, mich nur noch näher zu sich zu ziehen.

„Hör auf dich zu wehren, du wirst mich jetzt nicht los!“, entgegnete er stur und ich wollte mich gar nicht wirklich wehren, dafür war mir dies alles zu peinlich.

„Was fällt ihm nur ein!?“, ärgerte ich mich noch immer wispernd an seinem T-Shirt.

„Das war gut, denn ich bin ein solcher Ignorant und Schmarotzer! Ich laufe blind durch die Gegend, ich muss dem Professor dankbar sein, dass ich endlich wahrlich erkenne, was meine Taten für Folgen haben! Hermione, bist du irre? Das hast du dir nicht alles eingehandelt in den letzten Jahren? Das mit dem Messer, das aus dir ragte, das war… das war irre! Das war brutal, das tut mir immer noch weh! Schon alleine der Gedanke macht mich irre, dass du damit durch die Gegend gerannt bist!“, erregte er sich über seine eigene Blindheit.

„Hihihi, gerannt? Eher geschlichen!“, amüsierte mich sein Gehabe doch glatt als ich zurückdachte, aber auch seine Schimpfnamen, mit denen er sich gerade betitelte trugen eindeutig Severus‘ Handschrift.

„Das ist nicht witzig… und ich saß noch damals seelenruhig in der Küche und hatte keinen blassen Schimmer, dass du um dein Überleben kämpfst!“, lamentierte er betroffen weiter.

„Das war wohl auch besser so!“, beschied ich emotionslos.

„Wohl wahr, aber es macht es wahrlich nicht besser! Eher lässt es Magensäure in mir aufsteigen, wenn ich bedenke, wie sehr ich Snape zu Dank verpflichtet bin, dass du noch wie du aussiehst und lebst!“, kam es sehr inbrünstig von ihm, denn offenbar war ihm auch bewusst geworden, dass immer Severus mich nach den Strafen zusammengeflickt hatte. Naja fast immer, denn nach der Strafe, bei der Lucius mich den glühenden Schürharken hatte umfassen lassen, hatte dieser mich eigenartigerweise selber recht fürsorglich versorgt, doch auch da blickte ich weiterhin nicht durch was diese Schwankungen in seinem Handeln veranlasst hatte.

„Haha, sag ihm das bloß nicht, dann wird er noch eitel auf seine alten Tage!“, spottete ich böse, aber nach dem was er sich erlaubt hatte, war ich zu wütend auf Severus, als dass ich mir diese Spitze nicht gegönnt hätte.

„Schönste, du weißt aber schon, dass das echt irre ist, was du da abziehst? Oder? Ich hoffe, du weißt, dass ich das weder will noch zu schätzen weiß, wenn es für mich ist!“, bat er nun wieder eindringlich.

„Oh Harry! Du magst wichtig sein, mir wichtig sein, aber so wichtig bist du dann doch nicht!“, wies ich ihn recht frostig von mir und konnte sein erleichtertes Ausatmen fast erfühlen.

„Dann möchte ich gerne verstehen, was dich treibt?“, bat er nach einem Moment der Stille ernst und es schien ihm wirklich wichtig zu sein, aber ich wusste gar nicht, ob ich es vollumfänglich würde erklären können.

„Das würde wohl den Rahmen dieser Nacht sprengen, zu Anfang? Mein Wille zu lernen, die Beste zu sein, etwas Besonders sein zu wollen, dann die Sorge, recht alleine in dieser unsicheren Welt zu stehen…“

„Hey, du hast doch uns!?“, unterbrach mich Harry nun doch sehr empört und zuckte von mir zurück.

„Oh ja, das habe ich! Ich habe euch, aber trotz allem musste ich mich alleine um Mum und Dad kümmern, keiner der anderen hätte es getan. Eigentlich war es „nur“ meine Planung, meine richtige Familie wegzuschaffen, sie zu beseitigen, die mich dazu brachte, zu werden was ich heute bin, dort zu landen wo ich nun stehe, bei meiner neuen Familie, das war nicht geplant! Aber Harry, das Schlimme ist, dass ich weder Draco noch Severus oder gar Lucius missen möchte! Ist das Irre? Ich sehe sie wirklich als meine Familie!“, erklärte ich ernst und meinte es genauso.

„Ja, das ist es wohl… zumindest der Letztgenannte schockiert mich immer!“, hauchte Harry unglücklich.

„Stimmt, aber das Schlimme ist, ich kann nicht anders, er gehört dazu, ohne ihn wäre es langweilig!“, dabei kitzelte mich in meinen Mundwinkeln ein makabres Lächeln, als ich an Lucius‘ markante Person dachte, die heute so zufrieden die Zeitung in den Händen gehalten hatte und so völlig unberührt von allem gewirkt hatte. So dramatisch es klang, er faszinierte mich.

„Wo endet das nur? Sag es mir!“, forderte er eindringlich.

„Keine Ahnung, Harry, ich weiß es nicht, bald musst du zu Dumbledore!“, meine ich rau und blickte ebenfalls sorgenvoll in die Zukunft.

„Vergiss Dumbledore! Du weißt, wie dein Malfoy-Freund Daphne bestraft hat?“, forschte er drängend nach und ich drehte mich schwungvoll auf den Rücken, da ich nicht tatsächlich gut auf Daphne zu sprechen war.

„Nein, woher denn, ich lag bewusstlos in Lucius‘ Bett!“, erwiderte ich ungewohnt schnippisch.

„Tja, dann lausche, staune und höre!“, meine er dramaturgisch und ich spitzte die Ohren, während er sich nun auch auf den Rücken legte und auf den roten Stoffhimmel seines Bettes blickte.

„Hausarrest bei Wasser und Brot würde ich sagen, wenn es nicht so… arrrgh, vergiss es… weiter im Text. Sie darf sich die nächste Zeit im Gemeinschaftsraum nicht mehr zur Connection setzten, sie soll zwar in seinem Dunstkreis bleiben, damit er ein Auge auf sie hat, aber er will sie an sich nicht sehen “, erzählte Harry tonlos und ja, ich konnte Dracos Intention erkennen, dass er wollte, dass sich Daphne schutzlos ausgeliefert fühlte, gerade in der Schlangengrube war dies nicht ohne, aber gleichzeitig wollte er sein Wort gegenüber Harry nicht brechen.

„Sie darf weder mit Astoria noch mit Blaise reden!“, fuhr Harry seufzend fort. Er isolierte sie von der Gemeinschaft, das Gehänsel würde gigantisch ausfallen. Nachdem sie derart hoch gestiegen war, würde sie in der Hierarchie der Schlangen nun tief fallen und sie würden sie aufziehen, dass Draco sie ausstieß aus seinem inneren Zirkel und offen kundtat, dass sie ganz klar auch nicht mehr seine Freundin war.

„In der Schule darf sie nur schweigend bei der Gruppe sitzen, aber keiner darf sie ansprechen und sie auch niemanden, das hat er sogar im Gemeinschaftsraum alles groß verkündet, während sie neben ihm stehen musste. Es war wie auf einer Anklagebank. Hinzu kommt, dass ihr nur noch der Unterricht, die Bücherei und die Slytherinräume offenstehen. Sie darf weder in den Raum der Wünsche noch sonst wo hin! Auch mich darf sie natürlich nicht treffen, es ist wie vor den Osterferien, nur schlimmer!“, zählte Harry auf und ich lauschte nur seiner rauen Stimme, sagte aber nichts, bis er verstummte und sich eine lastende Ruhe über uns legte.

„Chrm… und wie stehst du zu Dracos Strafe? War es das?“, fragte ich unsicher und brach die Stille, denn ich war von Lucius oder auch einem wütenden Lord dann doch eher die körperliche Strafe gewöhnt.

„Ich? Du fragst mich? Nun, ich… sie ist meine Verlobte! Natürlich freue ich mich nicht darüber, es wird für Daphne grausam, schrecklich, sie hat es schon sehr schwer, zuerst das bei der Geburt, dann Lucien, der weit weg ist… dann ihr Vater… tot… nun aber jetzt die Strafe, das ist nicht leicht und nicht jeder leidet so schön gerne wie du!“, versuchte Harry eine gewisse Süffisanz zu zeigen, als er schnell weitersprach:

„Aber ich akzeptiere ihre Strafe und werde nicht ihre Nähe suchen, auch wenn es einer meiner Fehler war, ihrem Drängen nachzugeben und jeder von uns Strafe verdient und bekommen hat! So hast doch du, die du neben Lavender am unbeteiligten warst, die härteste und unverdienteste Strafe bekommen und wenn Daphne nicht so… so… so gewesen wäre, wie sie sich gegeben hat, wäre ich nie gegangen!“, bekannte Harry nun recht geknickt und richtete seinen Blick stur weiter auf den roten Betthimmel.

„Du bist wütend?“, meinte ich konsterniert und mein Gesicht drehte sich nun langsam im Kissen.

„Mhm…“, brummte er vor sich hin.

„Harry? Wieso?“, fragte ich eindringlich, ihn genau musternd.

„Weil ICH nicht zu Lucien gegangen wäre. ICH habe mich mit der vertrackten Situation arrangiert! Und weil ich nie wollte, dass du diesen Ärger bekommst oder Lavender auf ewig so verschandelt ist! Das ist tragisch und nur durch unsere totale Dummheit! Ich hätte Daphne nicht nachgeben dürfen, egal wie sehr sie die Trennung von unserem Sohn schmerzt!“, schimpfte Harry energisch über sich und schlug sich selber mit der flachen Hand auf die Stirn.

„Tja und du hast auch noch deinen zukünftigen Schwiegervater ins Jenseits geschickt!“, kam es sparsam von mir und Harry erstarrte neben mir.

„Ja, das auch!“, stieß er die angehaltene Luft aus und sackte etwas zusammen.

„Wie fühlst du dich nach deinem ersten Avada?“, fragte ich sachte und ertastete vorsichtig seine Hand auf dem Laken, nicht sicher, ob er meine Berührung wollte, aber da machte ich mir umsonst Sorgen, denn als er meine suchenden Finger fühlte, grabschte er fast haltsuchend nach meiner Hand um sie mir fast zu zerquetschen. Ich erinnerte mich, wie ich meinen ersten Fluch gesprochen hatte, den gegen Umbridge. Es war anders als mit der Hand zu töten, da man den unbedingten Willen für den Fluch aufbringen musste um ihn wirken zu können, aber es hatte mir nicht wirklich die Seele zerfetzt, als ich das Erlöschen von Umbridges Leben in ihrer entschwindenden Seele gesehen hatte, doch damals war ich schon nicht mehr rein gewesen, schon alleine wegen Bole. Nur mit so etwas konnte Harry nicht dienen, er war tatsächlich eine an sich reine Seele gewesen, als er gemordet hatte, daher meine Besorgnis wie es sich für so eine Person anfühlte.

„Ich… ich weiß es nicht! Stopp, sag nichts… ich versuche es zu erfühlen! Ich dachte, es wäre schrecklich, brutal. Krass halt, aber nachdem ich registriert habe, dass er uns töten wird, sie uns alle töten werden, da hab ich nur noch getan was ich konnte um das zu verhindern! In dem Moment habe ich nicht mal groß bemerkt, dass das Daphnes Vater war, der uns anging. Ich hätte wohl jeden, der uns derart bedroht hätte, umgebracht! Und als ich den Fluch sprach, da war es wie… tja, wie? Wie selbstverständlich, wie eine Selbstverteidigung, ich konnte nur daran denken, dass Lucien seine Eltern braucht und ich weiß nicht… als der Fluch einschlug, war da nichts… kein Mitleid über die Tat an sich, nur die Genugtuung noch selbst am Leben zu sein und das Wissen, Daphne lebte! Aber das ich sonst nichts fühlte, das verunsichert mich eigentlich total, ist das normal?“, fragte er nun den Baldachin, bevor er mir zum ersten Mal seit langer Zeit wieder einen Blick aus diesen intensiv grünleuchtenden Augen schenkte. Tja, gute Frage? Das war es was ich auch gedacht hatte, aber es war erstaunlich, dass er eine ähnliche Erfahrung wie ich gemacht hatte. Übersah ich etwas? Ich wusste es nicht.

„Ja, Harry, das ist es! Tu dir das nicht an, es in Frage zu stellen! Du hast richtig gehandelt, er hätte dich auch getötet, ohne mit der Wimper zu zucken! Akzeptiere, dass du nun… ERWACHSEN bist!“, erklärte ich vorsichtig und versuchte ihn zu beruhigen.

„Ah, das nennst du erwachsen?“, fragte Harry zögerlich nach und blickte mich skeptisch an.

„Ja, in unserer Welt und unserer Zeit muss man das wohl fast sagen, oder nicht?“, rechtfertigte ich mich sachte, aber ohne Scham.

„Wohl wirklich… schrecklich, ich hoffe, dass Lucien anders aufwachsen wird!“, erklärte er inbrünstig.

„Nur wenn du stark und entschlossen bist, Harry!“, beschied ich ihm ohne Umschweife oder Beschönigungen, denn diesen Krieg würde nur Harry gewinnen oder verlieren können, wir anderen waren alle nur Komparsen.

„Das bin ich wirklich! Und Ron auch, ich… es war leichter, mit ihm an meiner Seite! Aber ich verändere mich derart rasant, dass es mir Angst macht!“, gab er erstaunlich ruhig, aber auch sehr bewegt zu.

„Das kenn ich und Ron an deiner Seite war im Nachhinein tatsächlich eine gute Entscheidung… aber sprich bitte immer offen mit mir. Was meinst du mit dem was dir Angst macht, das klingt so… ich weiß nicht, so als würdest du nicht alles sagen wollen!“, forschte ich besorgt nach und musterte ihn, versuchte zu ergründen, was ihn umtrieb.

„Chrmm, oh Schönste, mit dir ist es eine Plage, dass du aber auch immer auf alles deine Hand legen kannst, um den wunden Punkt zu finden!“, erwiderte Harry murrend und fuhr sich kurz unglücklich mit der Hand übers Gesicht. Ich antwortete darauf nicht, sondern zog nur meine Augenbraue taxierend hoch, während Harry geschlagen wirkend seine Augen schloss.

„Seitdem es passierte… also, ich, ich weiß nicht, wie ich das sagen soll! Aber ich habe Angst, dass ER, oder auch ES stärker wird in mir! Weil ich nun… tja, was? Ich nicht mehr REIN bin?“, hauchte er flüsternd, als würde es wahr werden, indem er es laut aussprach und ich ruckte tatsächlich geschockt hoch als seine Worten in mein Bewusstsein drangen.

„Wie bitte?“, hauchte ich da auch schon entsetzt, aber er reagierte nicht wirklich, sondern zuckte nur mit den Schultern.

„HARRY POTTER, deine Mauern stehen, oder?“, fauchte ich bitterböse und erdolchte den junge Mann vor mir im Bett mit meinen mörderischen Blicken.

„Jaaaaaaa…“, meinte er unsicher.
„Lüg nicht!“, hisste ich aufgebracht, etwas was ihn ebenfalls empört in die Höhe schießen ließ.

„Das tu ich nicht! Ich lüge nie!“, brüllte er nun nicht weniger hitzig zurück und klatschte mir fast seinen auf ewig vernarbten Handrücken ins Gesicht und ich schämte mich doch tatsächlich ein wenig, ihm dies unterstellt zu haben, aber bevor ich etwas sagen konnte, sprudelte es weiter aus ihm:

„Ich habe mich im Griff, er ist nicht da! Nur habe ich das Gefühl, als würde dieses ETWAS in MIR stärker oder gar kraftvoller in mir sein, seitdem… na, du weißt schon! Als wäre eine Schleuse geöffnet!“, wich sein Temperament von einer Sekunde zur nächsten komplett aus ihm und er sank plumpsend zurück in die Kissen.

„Rede dir nur nichts ein! Nicht bei jedem Mord wird die Seele des Mörders zerrissen und zerfetzt wie beim Lord, dafür bedarf es durchaus eines dahinter stehenden Zaubers, um dies zu bewerkstelligen! Oder aber du bringst etwas sehr, sehr reines, unschuldiges und unbeflecktes um… wie ein Baby, aber dann hat man es wohl nicht anders verdient! Und somit kann ich dir versprechen, auch ich bin noch intakt! Wenn das deine Sorge ist! Natürlich, gut okay, man wird kälter, rücksichtsloser und es fällt leichter wieder zu morden, es fallen die Hemmungen, fällt das auch unter Seele zersplittern? Keine Ahnung, ich denke nur oft, wenn ich es nicht getan hätte, dann hätten mich Bole, Jugson und wie sie alle heißen auch umgebracht. Es ist ein Luxus des Friedens selbstgerecht sein zu können und über andere zu richten, wenn sie sich wehren“, versuchte ich zu erklären, während er mir stumm, aber sehr aufmerksam lauschte.

„Und nein, ich denke nicht, dass ES in dir stärker werden kann, es war nur ein verunglücktes Seelenstück, das immer gleichbleibend war und sich nur verstärkte als ER wiederkehrte! Ich glaub eher, du redest dir das ein und öffnest dich wieder für IHN, unbewusst, denn seit dem Ministerium wagt er es nicht mehr deinen Geist zu attackieren, aber auch deine Mauern stehen. Steigere dich nicht rein!“, bat ich inständig und drückte wieder aufmunternd seine Hand fest, bevor ich mich zurückgleiten ließ.

„Es tut gut mit dir zu reden, ohne Hetze. Danke für dein Verständnis und ich verspreche, dass ich stark sein werde, verlass dich auf mich, ich werde dich nicht enttäuschen! Aber genug von mir! Deine Peitsche war ja geil, Ron und ich sind hin und weg von ihr!“, wechselte er ganz plötzlich das Thema und wirkte wirklich begeistert.

„Eine Kreation von Draco und mir!“, ging ich auf seine Bitte ein, das Thema ruhen zu lassen.

„Kann die jeder? Für einen Kampf gegen diese Wesen wäre es eine gute Waffe?“, fragte er begierig weiter.

„Mhm… sie ist sehr anstrengend zu führen, sie konstant zu halten ist kräftezehrend! Fast aufwendiger als ein Avada!“, meinte ich bedenklich.

„Aber sie war zu geil, diese glühende Peitsche!“, kehrte für einen Moment der unbeschwerte, junge Mann zurück, der sich über ein Spielzeug ausließ und wenn es auch ein Mordwerkzeug war, so war seine Freude echt, bevor sein Strahlen auch schon wieder erlosch.

„Ohne dich wäre Lavender tot!“, zeigte er sich betroffen. „Wir hätten den Wolf nicht von ihr wegbekommen, oder?“

„Wohl eher weniger! Ich hoffe, Lavender weiß es zu schätzen, dass sie lebt, egal wie auch die Konsequenzen aussehen werden!“, meinte ich zweifelnd und verstummte wie auch Harry, bis er auf einmal weitersprach.

„Ron erstaunt mich!“, kam es plötzlich fast ehrfürchtig von Harry und ich blickte ihn fragend an. „Ja, er ist die ganze Zeit bei ihr… gut, zwischen den beiden war ja schon mehr und trotz seiner angstmachenden Brigade an Verehrerinnen, war sie immer an ihm dran, aber dass er sich gerade so aufopferungsvoll umsorgend gibt, verwundert mich sehr, da er sich doch nie wirklich nur für sie entscheiden konnte oder wollte!“, gab Harry sehr überlegt zu bedenken.

„Och, das ist Ron, sein Gefühlsleben hat schon immer auf einen Teelöffel gepasst“, meinte ich dann doch leicht verächtlich, als Harry mir spielerisch in die Seite boxte.

„Sei nicht giftig!“

„Bin ich nicht, ich sag nur die Wahrheit! Er macht auf casanovaartigen Blaise, aber tief in sich ist er das nicht! Ich denke, er hat Lavender schon immer gemocht und echt vom Gemüt her passen die zwei leider sehr gut zusammen! Es ist eher schön, zu sehen, dass, da sie nun nicht mehr perfekt ist, er ihr seine Zeit widmet. Lassen wir uns überraschen ob er noch zu ihr steht, wenn sie richtig anstrengend wird und glaub mir, die Gute hat Potential zu nerven!“, prophezeite ich und bitte, Lavender nervte mich fast immer.

„Du kannst schonungslos sein!“, tadelte er mich schläfrig.

„Ich gebe mein bestes, gute Nacht Harry!“ und so schliefen wir rasch ein und verbrachten eine sehr ruhige Nacht im Trost der Nähe des jeweilig anderen.


Nach dieser Nacht saß ich gedankenverloren beim Frühstück in der zu lauten, zu vollen und zu hektischen Großen Halle und versuchte, zu meiner verlorengegangenen Fitness zurückzufinden, wobei mir heute am frühsten Morgen der entspannte Lauf geholfen hatte. Langsam, aber sicher wurde ich wieder vollkommen gesund und mit den Tränken, die ich mir selbst verordnet hatte, sah ich einem Besuch in der Höhle, um meine Truppe aufzustocken und mich den Anschuldigungen der DeathEater zu stellen, fast schon gelassen entgegen, was vielleicht auch schon fast geistesgestört war.

„Wie lange wird Lavender noch im Krankenflügel liegen?“, fragte ich Ron offen, der nun etwas verspätet in die Halle hetzte, von den meisten nicht groß beachtet, von den Führern der BL aber mit Argusaugen bedacht. Er wirkte leicht atemlos mit dem unordentlich aus der Hose hängenden Hemd, der schiefen Krawatte und dem wirren, ungekämmten Haar. Man hätte auch ihm eines seiner amourösen Abenteuer unterstellen können, aber so war es nicht, denn seine Augen wirkten eher dumpf denn befriedigt.

„Die echte wird noch etwas liegen, aber ich hoffe, sie ist bis zum Wochenende auf den Beinen. Die andere wird wohl morgen, am Mittwoch entlassen…“, raunte er recht leise, bevor er hastig und gierig trank.

„Und was planst du dann?“, wisperte Harry leise zurück.

„Ich denke, unsere „Ginny“ wird dann doch Lavenders Platz einnehmen müssen… bis sie gesund ist!“, wisperte Ron leise zurück und stopfte sich nun gerade ein Brot hungrig in den Mund. Es sei ihm vergönnt, denn er wirkte ausgehungert, in mehr als einer Hinsicht. Wobei die Idee gut war, Ginny wieder Ginny sein zu lassen und Fred nun in Lavender zu verwandeln, wobei ich fast kicherte und mir das vorzustellen versuchte, der arme, diabolische Twin sollte eine verspielte, tratschende Lav geben.

Ich war leicht erheitert über den Gedanken als eine etwas gerupft wirkende Orange zu meiner Verwunderung scheppernd und wenig galant vor mir landete, wobei ich zurückzuckte weil so einige Teller von ihrem Platz flogen, während sie mich aus ihren orangenen Augen vorwurfsvoll anglubschte. Sie trug ein doch recht großes Päckchen, das sie mit den Krallen gehalten hatte, daher verstand ich ihre sichtbar schlechte Laune. Sie war halt keine Lasteneule, sondern eine Posteule, aber dafür konnte ich doch nichts, dass sie derart missbraucht wurde.

„Orange, na wer tut dir das nur an…?“, meinte ich tadelnd, als ich ihr freundlich und beschwichtigend über das Gefieder strich und ihr eine Scheibe gebratenen Speck als Bestechungsgeschenk bot, welches sie doch glatt hoheitsvoll annahm und gnädig verspeiste, während ich mit dem Paket und ihrem Fuß kämpfte, worauf sie, als das Paket gelöst war, dann auch sogleich mit einem schrillen Pfiff federnschlagend davonstob.

„Boah, die war aber nicht gut drauf!“, bemerkte auch Ron leise schmatzend, seine Tischmanieren hatten sich seit der Connection mehr als gewandelt und ich schenkte ihm ein knappes Lächeln.

„Tja, so ist die süße Kleine!“, kam es dann auch recht belustigt von Harry.

Aber ich reagierte gar nicht, da ich die Karte las, die an dem Paket befestigt gewesen war:

Wer so loyal ist, sollte belohnt werden! Für unser nächstes Treffen, denn wir haben noch ein Date.


LM


PS: Öffne es alleine, der Inhalt ist verkleinert.


Lucius, ich hatte es mir fast gedacht und als ich die aufmerksamen Blicke der Jungs aber auch den von Draco bemerkte, nickte ich nur schon wieder zustimmend knapp und bestätigte damit die stumme Frage, von wem das Paket war, bevor ich mit Magie das Blatt Pergament in Feuer aufgehen ließ damit es sich zu Asche zerstreute.

Ich sinnierte, was Lucius mir nach unserem letzten, noch nachwirkenden, desaströsen Zusammentreffen senden könnte?!

Das war die Frage, wobei, wenn ich an das Frühstück zurückdachte, war er sehr komisch gewesen, da er auf unseren Zusammenprall gar nicht eingegangen war, weder im Guten wie im Schlechten und wenn ich eines wusste, dann wenn Lucius überhaupt nicht mehr für mich nachvollziehbar handelte, dann wurde es für mich brandgefährlich. Offenbar wollte er aber erneut honorieren, dass ich für die Familie handelte und die Unterlagen mitgebracht hatte, oder ob auch das mit hinein spielte, was er bei meinem Treffen mit Moody heimlich beobachtet hatte, wobei ich ja eigentlich nicht wusste, dass sie alle da gewesen waren. So jetzt näherten wir uns einer Stelle, an der ich selbst verwirrt war, was ich wusste, was die anderen wussten und was niemand wusste! Zu viele Geheimnisse waren doch nicht ohne!

Unsere Verabredung stand, das war jetzt klar und ich nur überrascht, dass er sich so schnell nach unserem Zusammenprall am Wochenende und meiner offenen Provokation dazu entschieden hatte, dass ich meine Schulden einlösen sollte. Also was könnte er mir zukommen lassen wollen, das ich tragen sollte? Und vor allem, warum? Ach, der Mann verwirrte mich abgrundtief.

Unterdessen begann Harry auch schon die Schnüre zu lösen, um es neugierig zu öffnen, doch da legte ich ihm rasch die Hand auf, stoppte ihn in seinem geschäftigen Tun, denn das war mir dann doch zu heikel. Ich konnte Lucius nicht einschätzen und unter Dracos sengendem Blick wollte ich es nicht öffnen.

„Nein, Harry, nicht hier, da ist was Verkleinertes drin!“, meinte ich ernst und er ließ sofort los.

„Oh… na, dann bin ich aber gespannt, werden wir erfahren was drin ist?“, fragte er neugierig und grinste mich breit an.

„An sich ja, warum nicht!“, meinte ich recht offen, da ich nicht wüsste, was Lucius mir kompromittierendes schicken könnte um meine Tarnung zu gefährden, dafür war er zu schlau aber um Draco oder auch Severus zu ärgern, dafür könnte es immer reichen, aber nicht bei Harry, dem würde ich es zeigen können.

Somit erhoben wir uns um zu unserem Unterricht aufzubrechen, dabei hantierte ich mit dem unhandlichen Paket und ärgerte mich schwarz, dass unser Turm zu weit entfernt lag um es kurz weg zu bringen und verkleinern konnte ich es auch nicht weiter, da der Inhalt schon verkleinert war, also kam es wie es kommen musste, denn mein Glück liebte es beständig, mich im Stich zu lassen, aber hier war ich Kummer gewöhnt.

Denn als wir noch auf der Hälfte der ersten Treppe im großen Treppenhaus standen und sich die gesamte Schule im Aufbruch zu ihren Unterrichtsstunden befand, tauchte auf einmal ein Mädchen vor uns im Weg auf und fasste Harry fordernd am Arm.

„Harry, ich MUSS mit dir wegen der BL reden! Bitte!“, meinte das Mädel auch schon eindringlich und war so dreist, mich, die ich neben Harry ging, etwas wegzuschieben.

„Hey Chang, was soll das!“, fauchte ich auch schon böse, als sie ihren fetten Hintern noch breiter machte. Was dachte sich dieses vorlaute Ding?

„Ich möchte mit Harry sprechen, Granger, also geh!“, kam es reichlich schnippisch von ihr und Harry runzelte schon ärgerlich die Stirn über ihre forsche Art, als ich ihrem langen glatten Haar auswich, das sie durch die Gegend warf, während sie derart unhöflich mit mir sprach und da passierte es, dass ich, um diesen zu langen Haaren auszuweichen, eine Stufe übertrat und leicht ins Straucheln kam, wobei sowohl Harry als auch Ron sofort da waren, um mir halt zu geben, indem sie beide zu jeder Seite hilfsbereit meine Unterarme fassten, nur leider schlugen sie mir damit mein Paket auch aus der Hand.

„Shit!“, „Verdammt!“, „So eine Scheiße“, so sahen unsere Reaktionen aus, als das Paket die Treppe hinunterhopste und da Harry vorhin die Bänder gelöst hatte, konnten wir fast in Zeitlupe dabei zusehen wie sich der Deckel löste und dann verteilte sich der verkleinerte Inhalt malerisch über die steinernen Treppen und nahm seine Originalgröße wieder an.

Es rutschten die Treppenstufen ein verwegenes, extravagant kurzes, schwarzweißes Kleid mit langen, engen Handschuhen sowie ein Paar hochhakiger schwarzer Lackheels hinab. Da sich die Teile vergrößerten, sah es aus, als breiteten sie sich wallend auf der Treppe aus. Hinzu kam ein poliertes, kleines, edles Holzkistchen, das die Treppe herab polterte und mir um die hochglänzend polierte Oberfläche leid tat, die ordentlich Schrammen abbekam und als letztes fiel aus dem Paket eine sehr flache, edel aussehende, aber feste Pappschachtel, die aber wohl schon ihre Originalgröße gehabt hatte und glücklicherweise wie das Holzkästchen auch verschlossen blieb. Dies geschah natürlich alles unter den Augen von Schülern als auch Lehrern. Ich schloss geschlagen die Augen, da auch noch eine schlichte Holzschatulle scheppernd herausfiel und aufschlug. Das folgende Schächtelchen machte mir nach den lauten Geräuschen des Holzes auf den Steinstufen schon gar nichts mehr aus.

Ich linste nur durch die Lider, um zu erspähen, ob nicht doch noch Dessous vielleicht aus der kleinen Schachtel herauspurzelten, denn ich traute ihm alles zu.

Das war es also was mir Lucius sagen wollte, was er sich wohl mal wieder erhoffte, sehr subtil wahrlich.

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Ein langgezogener Pfiff ertönte, als ich kapitulierend die Augen endgültig schloss, nur um sie sofort wieder aufzureißen, da McLaggen das Kleid , welches Lucius ausgewählt hatte für unser „Date“, in Händen hielt und sich aufreizend vor den Körper hielt, während Smith einen der hohen Pumps baumelnd am Absatz fast in Augenhöhe hielt und hin und her schaukelte.

„Heißes Teil!“, kommentierte McLaggen über das Geflüster hinweg, denn das Ensemble wirkte wahrlich extravagant, als er auch schon eine Antwort kam.

„Was plant ihr denn mit solchen Fummeln?“, griente Smith wagemutig aber auch übermütig.

„Dramatisch, was dir Harry immer kauft, man könnte auf soooo einen Freund neidisch werden!“, blinzelte ich zu einem teuflisch grinsenden Fred, der noch immer in Ginnys Körper steckte und mir, beziehungsweise uns sofort zu Hilfe eilte und blöden Fragen vorbeugte, aber selbst einen verräterischen Glanz in den braunen Augen seiner Schwester sehen ließ.

„Potter? Soll so einen Geschmack haben?“, kam es dann auch verächtlich, um nicht zu sagen ungläubig, von Smith und so einige linsten verwundert zu Harry, der noch immer meinen Arm hielt und gerade zu überlegen schien, was er darauf antworten sollte.

„Harry hat einen erlesenen Geschmack!“, flötete nun Luna als erstes, während Ginny bzw. Fred die Hände provokant in die Hüften stützte, um McLaggen böse anzufunkeln.

„Harry wird ja wohl kaum vor dir Rechenschaft ablegen müssen, in was er die Schö… Hermione zu sehen wünscht! Ich würde mich freuen, wenn ich so was bekäme!“, fauchte Ginny und Freds bekanntes und auch berüchtigtes Temperament was er seit Tagen zügelte kam so langsam aber sicher zu tage, da Ginnys langen, roten Haare fast abhoben so elektrisch geladen wirkte er… äh, sie. Doch auch Ginny konnte ja durchaus temperamentvoll sein, also passte es auch irgendwie zu ihr sich aufzuregen, auch wenn es gerade Fred war, der sich echauffierte.

„Was ist, Weasley, weinst du Potter immer noch hinterher?“, keifte da auch schon Smith böse, als plötzlich eine keifende Stimme hinter den Jungs ertönte.

„Reicht dir Wood nicht, Weasley?“, meinte da Astoria provozierend und fuhr Smith gefährlich über den Mund und Fred drehte sich mit einem sardonischen Lächeln, das so völlig fehl am Platz seiner Schwester wirkte, zu Astoria um, um sie anzugrinsen.

„Doch völlig! Ich hab einen Freund, der mir eben auch schöne Sachen schickt, deshalb versteh ich hier den Aufstand von diesen Affen nicht!“, erwiderte Fred schlagfertig und mehr als verächtlich.

„Ach und wo soll sie das für Potter tragen?“, meinte nun McLaggen von dem Gewisper der stehengebliebenen Schüler angespornt, denn trotz der Schläge, die sie kassierte hatten, waren diese beiden noch immer Aufreißer und hatten immer eine zu große Klappe.

Nun machte ich mich brüsk von den Händen der Jungs frei, um das „Geschenk“ einzusammeln, dabei riss ich das kurze Kleid mit dem gewagten Rückenausschnitt McLaggen grob aus den Händen, wobei mein Blick schräg hinter ihm auf Draco fiel, der sich alles mit durchaus gespannter Miene besah. Während sein Ausdruck absolute Kälte ausstrahlte, zeigten seine Augen Missbilligung darüber, dass Lucius mir wieder das schickte, was er an mir zu sehen wünschte, auch wusste ich, dass ihm mein Deal gar nicht behagte, den ich mit seinem Vater eingegangen war, aber was sollte ich tun?

Ich riss Smith nun noch den zweien Schuh aus den schmierigen Fingern und beide schafften es nicht, meinem wütenden Blick standzuhalten, als ich meine Sachen mit dem Wisch meines Stabes endgültig zusammensuchte.

Und so schickte ich ihm ein fast nicht wahrzunehmendes Zucken der Schultern, als ich auch das Kästchen aufhob, das zum Glück nicht aufgegangen war, um als letztes die flache Schachtel zu ergreifen. Dann rannte ich rasch wieder zu Harry, um mit ihm nun die Show zu Ende zu spielen und so antwortete ich auf die vorhergehende Frage von Smith.

„Immer wenn ich bei Harry im Zimmer bin und er mich drin sehen will, bevor ich in sein Bett gehe!“, meinte ich grob, etwas was unsere Umgebung aufbrausen und dümmlich kichern ließ, während ich Harrys stechenden Blick zucken sah und erst da drehte ich mich wieder um, wodurch ich die Gruppe hinter McLaggen und Smith, bestehend aus den Schlagen, erkennen konnte und Daphne, die mit zu einem Strich verzogenem Mund isoliert innerhalb der Gruppe dastand und fast verzweifelt zu Harry blickte, als sie meine Worte gehört hatte und Harry unter ihren Augen meine Hand nahm und entschlossen meinte:

„Eben! Der Idiot ist doch nur neidisch, dass du in mein Bett kommst und ich weiß, dass ich etwas Fantastisches ausgesucht habe, machst du heute Abend eine kleine Vorführung? Eine Modenschau? Dann schmeißen wir die Jungs aus dem Zimmer!“, kam es betont gleichgültig von Harry und seine Wandlung war wahrhaft ein Vergnügen, denn der unbeachteten Cho quollen fast die Augen aus dem Kopf, als Harry dies mit einer eindeutigen Geste unterstrich, bevor er mir sanft über die Wange strich.

„Ich freu mich wenn dir mein Geschenk gefällt!“, war er vollkommen in seiner Rolle und auch ich, als ich ihn verführerisch anstrahlte.

„Und wie, aber für dich Harry mach ich doch immer gerne eine Vorführung!“, schnurrte ich dunkel und verfluchte dieses Theater abgrundtief, als plötzlich jemand in die Hände klatschte.

„Himmel Leute, lasst den Leuten doch ihr Privatleben!“, rief Hannah gewichtig aus und nützte nicht nur ihre Macht aus der BL und DA, sondern auch ihren Stand als Vertrauensschüler der Hufflepuffs, als sie die Schüler zusammen mit Ernie auseinandertrieb, während Harry Cho unbeachtet stehen ließ, ohne sie eines Wortes zu würdigen, denn sie war Schuld an der ganzen ungewünschten Aufmerksamkeit. Dass ich immer wieder solche Dinge geschickt bekam, würde mit Sicherheit für Getratsche sorgen und es nicht ruhiger um meine Person werden lassen.

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BeitragThema: 327. Kapitel Täuschungen und Illusionen   Kapitel 326-327 EmptyFr Nov 16, 2012 12:22 am

327. Kapitel Täuschungen und Illusionen


So verging der gerüchteträchtige Tag, um dem nächsten Platz zu machen, an dem Ginny noch im Körper der wieder genesenen Lavender forsch den Raum der Wünsche betrat und fordernd auf sich, beziehungsweise auf Fred blickte, der gerade lässig in einer Hängeschaukel, die er sich gewünscht hatte, gelangweilt hin und her schwang, während sein Blick angeödet durch die Gegend schweifte.

„Na Schwesterchen, auch schon wieder da! Entlassen und gesund?“, meinte er leutselig in einer völlig falschen, weiblich hohen Stimme, die sich anhörte als würde er im Wachkoma liegen und Ginny bremste abrupt ab, während ihre langen blonden Lavenderlocken um sie wippten.

„Oh Mann, ich hab es fast verdrängt!“, meinte Ginny auch schon leidend, als ihr Blick rasch zur echten Lavender fuhr, die zwar mit offenen Augen, aber wenig ansprechbar in dem großen Bett in der Mitte des Raumes lag und Ron neben ihr fürsorglich auf dem Bett saß und ihr das lange, blonde Haar sanft streichelte.

„Wie geht es ihr?“, fragte sie da auch schon furchtsam interessiert und näherte sich ihr vorsichtig.

„Heute ist der erste Tag, wo es ihr so gut geht, dass sie keine großen Schmerzen hat! Sie ist wach, aber nicht wirklich ansprechbar. Der Professor meint, es ist der Schock, der nachwirkt, nun nachdem sie soweit gesund ist, dass sie es zu verarbeiten beginnt!“, wisperte Ron erklärend zurück und Lavenders Gesichtszüge verzogen sich weh- und mitleidig, wenngleich es Ginny war, die so fühlte, denn die echte Lavender lag wie leblos im Bett und rührte keinen Muskel.

„So schlimm noch? Und kann man sie dann alleine lassen?“, fragte Ginny bang nach, die Hand verschreckt an die Kehle drückend.

„Nein, ich bleib heute den Tag bei ihr, wir haben es so gedreht, dass ich mir gestern eine kleine Zerrung beim Treppensteigen zugezogen hab, nachdem mir leicht schwindelig wurde. Ich darf mich den Tag über heute auskurieren! Harry hat das mit McGonagall gedeichselt! Zwar musste ich kurz in den Krankenflügel aber ich wurde weggeschickt, mit dem Hinweis, dass das alles von alleine morgen wieder weg ist!“, entgegnete ihr Ron informierend.

„Ist wohl auch besser so! Pomfrey hat genug im Krankenflügel zu tun, denn seitdem einer meiner Brüder wieder da ist, liegen erschreckend viele Schüler mit irgendwelchen Fluchschäden im Krankenraum“, wisperte Ginny sehr einfühlsam.

„Tja, denkst du, wir ziehen so ein Ding nicht mit Hirn und Verstand durch?“, echauffierte sich Fred, der natürlich dafür gesorgt hatte, dass Pomfrey wichtigeres zu tun hatte als Ron zu verhätscheln.

„Aber es ist wohl auch nötig!“, deutete die echte Ginny auf das Bett und sie betrachtete dies alles mit besorgtem und unsicherem Blick. Sie sah zu der leichenblassen und wie weggetreten wirkenden Lavender, die wahrlich kränklich aussah, aber keiner hatte je behauptet, dass die Attacke eines Werwolfs leicht zu überstehen war. Warum wohl lebte Draco nach dem Angriff seines Trupps mit einer gewissen Phobie gegen diese Wesen? Eben, nicht ohne Grund. Ginnys giftiger Blick ging nun zu ihrem Ebenbild, das mit unschuldig erhobenen Händen in der Schaukel hin und her wippte und dreckig grinste. Er genoss es sichtlich, wieder ungestraft Ärger und Unruhe in den heiligen Hallen des Schlosses zu verbreiten.

„Fred…!“, tadelte da auch schon Harry und strafte die sich windende und schaukelnde „Ginny“ mit einem bösen Blick, nachdem er das Buch zuschlug, in dem er bisher gelesen hatte. Seit dem Vorfall war er sehr ruhig, nachdenklich und in sich gekehrt.

Die echte Ginny hingegen hatte noch gar nichts in ihrer sonstigen, lauten Art von sich gegeben, bestimmt war sie sehr genau eingewiesen worden von den anderen, die sie regelmäßig in der Krankenabteilung besucht hatten. Aber auch die anderen BL-Führer im Raum wie Neville, Hannah und Padma, die auf Kissen am Boden verstreut dasaßen, waren verstummt, da jeder versuchte, Lavender nicht zu stören. Auch Harry nicht, der nun an einem Bettpfosten lehnte, sprach nicht weiter, die Atmosphäre war sehr angespannt.

„Chrmm… hat eigentlich jemand die Zeitung gelesen? Es erscheinen immer wieder neue Artikel über Fudge und seine Machenschaften, die nun ans Tageslicht kommen. Meine Oma schreibt mir stets, wie empört sie ist! Weiß da jemand mehr?“, schielte Neville unter seinem fast Pony zu Harry, mir und Ron.
„Mhm… habs gelesen, wundert mich nicht wirklich, nachdem was ich mit Fudge erlebt habe!“, grummelte Harry gleichgültig und steckte seine Hände in die Hosentasche und ich sagte gar nichts und lehnte mich noch mehr an die steinerne Säule in meinem Rücken, denn ich würde niemandem sagen, dass ich mit die Schuldige war, welche die Verantwortung trug, dass es mit Fudge bergab ging.

Plötzlich donnerte die Tür mit Wucht auf um einen finster dreinblickenden Draco zu offenbaren, der leicht pikiert wirkte über die Tatsache, dass ich gestern Abend nicht mehr erschienen war, aber Gryffindor, McGonagall und Co. waren nach der Aktion auf den Treppen noch aufmerksamer als eh schon gewesen.

Alle aber wirklich alle starrten entsetzt und zum Teil erschrocken zu der Tür, na gut, bis auf Lavender, die rührte sich immer noch nicht.

„DUUUU und ich, WIR müssen reden, wenn du es schon beliebst mich zu meiden!“, hisste er böse auf, noch bevor Blaise die Tür mit einem entschuldigenden Schulterzucken in seinem Rücken schloss, während ich weiterhin leger dastand und lässig mit einem Fuß abgestützt an der Säule lehnte. Ich verharrte ruhig, anders als zum Beispiel die zusammenzuckende, sich gerade langsam von „Lavender“ zurückverwandelnde „Ginny“, die wie ein erschrockenes Huhn zu Draco herumwirbelte, der gerade sichtlich seine miserable Laune auslebte.

„Ach, Draco, so habe dich doch nicht so!“, kam es doch dann glatt von dem sich ebenfalls von „Ginny“ zurückverwandelnden „Fred“, der es als einziger Anwesende außer mir wagte, Draco zu unterbrechen, wenn er in so einer grottigen Laune war wie eben dieser.

„Du bist ganz still!“, murrte Draco genervt, dabei drohte sein erhobener Zeigefinger, Freds Brust zu durchbohren und es wirkte, denn Fred schloss beleidigt dreinblickend seinen geöffneten Mund, während Ginny aussah wie vom Donner gerührt, dass ihr Bruder sich Draco unterwarf. Doch Draco achtete gar nicht in seiner unglaublichen Hochnäsigkeit auf Neville oder Padma und Hannah, die auch noch im Raum waren und die ihn nicht in Severus‘ Räumen erlebt hatten. Er schien tatsächlich sehr erbost über die neuen Umstände und das ließ er jeden sehen und spüren.

„Kommst du nun in die Gänge!“, brauste Draco drohend zu mir hin auf und von mir wanderte nur eine Augenbraue in die Höhe, aber bevor ich antworten konnte erhob sich eine andere Stimme.

„Sorry, Malfoy, aber die Schönste hat mir ihr Kleid gestern Abend vorgeführt!“, kam es provokant, in schleppendem Ton von Harry, wacker wenn man bedachte, dass Harry Mitschuld an dem ganzen Chaos hier hatte, aber gut, Draco war provozierend in seinem Auftreten.

„Halt die Klappe, Potter!“, fauchte Draco grollend und Blaise in seinem Rücken fasste sich an die Kehle, als wollte er sich selbst erwürgen, dabei rollte er wild mit den Augen, eine Aussage über Dracos Stimmung seit gestern und so erhielt er auch mitleidsvolle Mienen von Harry, Ron und Fred.

„Was…!“, „Was macht der hier?!“, „Wahrlich erstaunlich!“, kam es abwechselnd von Hannah und Padma, aber sie taten sonst nichts, sondern warteten relativ ruhig ab, vor allem da Padma von Irland wusste, aber bisher keinen Beweis gesehen hatte, wie Draco und Harry interagierten. „Ruhe, ich will das da mitbekommen!“, brauste Neville auf einmal leise auf und brachte die Mädels zum Verstummen, während ich noch immer seelenruhig an der Säule lehnte und mich nicht aus der Ruhe bringen ließ.

„Was plant ER schon wieder?“, dreht sich der weißblonde, erregte junge Mann zu mir um. Er schien wirklich sehr ungehalten, vor allem seitdem er mich mal wieder bewusstlos in Lucius‘ Bett gesehen hatte, musste dies mit gestern sehr an seinen Nerven zerren.

„Gar nichts! Und jetzt beruhige dich! Er hat mich nur an unsere Verabredung erinnert und das sehr freundlich, höflich und manierlich!“, kam es reichlich lässig von mir.

„Zählst du jetzt alle seine GUTEN Eigenschaften auf?“, ätzte Draco, wobei sich seine Miene zu einer abschätzigen Grimasse verzog.

„Hat er welche?“, kam es sarkastisch von mir, während Draco eine seiner Strähnen unwirsch aus dem Gesicht pustete.

„Hermione, wenn du nicht willst, dass ich dich würge, sagst du mir sofort, was er plant!“, drohte er, aber ich würde es nicht so weit kommen lassen, dass wir uns noch mal körperlich angingen, trotzdem wusste ich nicht was Lucius plante.

„Du könntest mich sogar tatsächlich erwürgen, Draco, aber ich könnte dir nicht antworten! Ich werde abwarten, alles auf mich zukommen lassen! Und es nicht nur versuchen, sondern auch schaffen ihn mir vom Hals zu halten! Vertrau auf mein Geschick und mein Können!“, blieb ich seelenruhig und diese Gleichmütigkeit ging auch nun langsam, aber sicher auf Draco über, der sichtlich ruhiger wurde, als er nun tief Luft holte und da wich die Anspannung aus seinem Körper, aber trotzdem schien es in ihm zu brodeln. Vielleicht erinnerte aber auch er sich an unser Versprechen, uns einander gegenüber nie wieder wegen Lucius derart unsinnig anzugehen.

„Was hab ich gehört, Schönste? Du musst morgen bei Snape nachsitzen?“, fragte nun Blaise über die Stille hinweg und Draco blickte mich mit schiefgelegtem Kopf an, als ich auch schon den Kopf schüttelte.

„Ach was, er begleitet mich!“, meinte ich nicht wirklich zu Blaise, sondern ich blickte Draco an und bei ihm machte es wie erwartet gleich klick.

„Ist es so weit?“

„Ja, das ist es!“

„Glaubst du, du wirst den ungemütlichen Zeitgenossen im Griff haben?“, fragte er skeptisch und ich bemerkte, dass uns nur noch die wenigsten geistig folgen konnten, was ich gut fand, als ich über seine Frage bezüglich Fenrir nachdachte, um dann sachte, aber überzeugt zu nicken.

„Ja!“

„Manchmal wünschte ich, du wärst nicht derart überzeugt von dir!“, kam es sehr distanziert von ihm. „Noch eines, Bellatrix und Rabastan wurden gestern Abend vom Lord dafür bestraft, dass dein Trupp unter ihrem Oberbefehl draufging! Also stell dich drauf ein, dass sie nicht erfreut sein werden, wobei ich glaube, dass sie und Rabastan die nächsten Tage ihr Haus nicht mehr verlassen können!“, meinte er gehässig und sehr genüsslich, bevor er sich abrupt umdrehte, dabei überhörte er Nevilles empörtes Keuchen über diese von Draco lapidar geäußerten Aussagen, da Neville immer auf die Namen der Lestranges reagierte und schaute nun Ron fordernd an. „Wie geht es dieser Tratschtante?“

„Malfoy… ach, vergiss es! Lavender geht es immer besser!“, legte sich Rons Temperament sofort, nachdem er bei der Verunglimpflichung hatte aufbrausen wollen und er unterließ es wohlweißlich, Draco zurechtzuweisen, denn mittlerweile kannte Ron Dracos Stimmungen und hatte sich zum Großteil damit abgefunden.

„So sieht sie aber nicht aus! Sorg dafür, dass wir endlich den Twin wieder heimschicken können!“, forderte Draco hart.

„Hey Draco, verletz nicht mein Gemüt, ich bin empfindsam!“, beschwerte sich Fred ungewohnt quietschig, aber ihm tat es sichtlich nicht gut, seinen Charakter die ganze Zeit zu tarnen, sein Charakter war doch ein wesentlich temperamentvollerer als Ginnys, niemand konnte mit Fred und George mithalten.

„Du hast das dickste Fell, das ich kenne, Fred und vergiss bitte deinen Pa… Bruder nicht, der vermisst dich bestimmt und ich will nicht nur DOBBY vor Ort wissen. Wir brauchen euch als Einheit da draußen!“, tat Draco Freds Einwurf mit einer gleichgültigen Geste ab.

„Du traust ihm immer noch nicht?“, zeigte sich nun Harry interessiert.

„Oh doch, ich zweifle keine Sekunde dran, dass ER dem großen, heldenhaften Potter treu ergeben ist, aber er ist ein Schussel und eigenwillig. Ich will nicht, dass er zu… zu viel freie Hand hat!“, umging er geschickt die Anspielung auf Harrys Sohn und sein Patenkind, aber seine Fürsorge war unerwartet und jeder der Connection schaute ihn nun auch perplex an, erstaunt, dass Draco dies anscheinend wirklich wichtig war, während er diese Musterung ungehalten zur Kenntnis nahm.

„Sorry, Malfoy, ich denke nicht, dass Lavender vor dem Sonntag wieder auf Trab kommt, aber ich denke und hoffe, dass wir Fred Freitagabend nach dem Dinner zu George zurückschicken können. Die BL und DA können bestimmt kaschieren, dass Lavender erst am Montag wieder zum Unterricht auftaucht“, meinte Ron überlegt, worauf Draco knapp nickte.

„Dann tut das und du kommst mit mir mit!“, meinte er forsch und ganz in seinem Element.

Ich mochte es, wenn er den großen, BÖSEN Mann raushängen ließ, dabei war ich mir zwar der empörten Blicke der Mädels sehr gegenwärtig und bewusst, als er mich derart rumkommandierte, aber andererseits war mir das gerade egal. In dem Wissen, dass ich morgen in die Höhle musste, würde ich mich freuen, wenn mich Draco geschickt ablenken würde und so stieß ich mich kommentarlos von der Säule ab und ging mit verführerisch wiegenden Hüften zu ihm.

„Du lässt nicht zu, dass er so mit dir spricht?“, flüsterte Ginny schockiert, dies war die wirkliche Ginny und sie war sehr verwirrt und der nun wieder wirkliche Fred lachte gemein laut los.

„Oh Schwesterlein, die zwei können noch GANZ anders!“, dabei zwinkerte er wie wild mit den Augen und spielte wohl darauf an, als wir uns fast die Köpfe eingeschlagen hatten, weil Draco von Severus‘ Zeichen erfahren hatte und es stimmte, gerade gingen wir fast sanft miteinander um.

„Das sagt der Richtige!“, raunte ich nur leise, aber in dem ansonsten stillen Raum gut zu verstehen.

„Oh ja, ich liebe es, wenn du mir drohst, Schönste! Am liebsten würde ich mitkommen!“, grummelte Fred sichtbar gelangweilt und blickte affektiert auf die Nägel seiner Hand. „Ich brauche Spaß, Spannung, Spiel und Ablenkung, oder auch was Süßes zum Naschen!“, jammerte er gerade inbrünstig.

„Oh, Merlin und Morgana, bist du eine Nervensäge. Es muss dich enorm viel Selbstbeherrschung kosten, deine tugendhafte Schwester zu spielen. Wirst du das mit Brown hinbekommen? Oder sollen wir George holen?“, warf nun Blaise entnervt ein und Fred quengelte auch sofort los.

„Boah, seid ihr gemein! Ich bin die Tugend in Person!“, kam es sehr wehleidig von Fred.

„Genau, erzähl das jemandem, der es glaubt, denn du hast heute erst versucht, mir auf den Treppen an den Hintern zu fassen!“, ätzte Blaise blasiert daher und tat sich anscheinend schrecklich leid, der sexuellen Belästigung von Fred ausgesetzt zu sein.

„Hat er nicht! Echt?“, „Boah, wenn das mal George hört!“, echoten Ron und Harry gemeinsam und klangen wie siamesische Zwillinge.

„Fast?“, wisperte Neville.

„Na gut GANZ, er hat richtig zugekniffen!“, fügte Blaise nun geschlagen hinzu.

„Boah , jetzt tu mal nicht so wehleidig!“, maulte Fred böse und ich, ich verbiss mir das Lachen und stellte mir lebhaft vor, wie die Klassen sich über den Weg liefen und Fred in dem Jahrgang unter uns die Gunst der Chance nutzte, um ihm als Ginny in den Hintern zu kneifen, köstlich, vor allem unter Anbetracht dessen, dass die echte Ginny vergeben war, herrlich, Blaise entgeistertes Gesicht hätte ich gerne gesehen. Fred bemerkte natürlich mein nicht gezeigtes Amüsement und genoss es sichtlich, mich mal wieder zu unterhalten.

„Fred!“, quiekte Ginny empört und blickte auf ihre eigene Hand, während sich Fred durch sein rotes Haar fuhr und unter den sengenden Blicken kleiner wurde.

„Sorry, er hat halt nun mal einen Knackarsch, unser Drillsergeant! Ansonsten bin ich die Tugend in Person!“, beharrte er stur, bis Draco einschritt und seine Stimme erhob.

„Nein, bist du nicht, Fred und du kommst jetzt mit in die Kerker! Potter gibt dir den Umhang, dann verbringst du die Nacht bei George und kommst morgen in der Früh, um Browns Platz einzunehmen!“, hatte er sich schnell diese Lösung überlegt, denn wenn er schon Blaise begrabschte, war es ein kurzer Weg bis er Dummheiten anstellte und dass er George vermisste, bemerkte man sehr, schließlich war dieser der Einzige, der es verstand, seinen Bruder zu zähmen.

„Was wollt ihr mir unterstellen?!“, grollte Fred auf einmal ernst und dunkel, als ich spöttisch lachte.

„Dass 4 Tage Trennung von deinem Twin zu viel für dich sind, einfach zu ungewohnt, nimm Dracos großzügiges Angebot an!“, bat ich leise, als Dracos düsterer Blick in dieser Zeit wieder auf das reglose Mädchen im Bett fiel und während Harry nach seinem Tarnumhang suchte, drehte Draco sich langsam zu Ron, wobei ich mir schon dachte, der lauernde Ausdruck in Dracos grauen Augen gefiel mir gar nicht.

„Weasley, das wird mit der nichts mehr! Sie bekommt nichts mit, werde einfallsreich! Vögel Brown bewusstlos oder fick ihr das nicht vorhandene Hirn raus…“, weiter kam er nicht, denn ein entrüsteter Schrei riss uns alle, bis auf Lavender, aus jedem anderen Gedanken, während ich bei Dracos Worten neben ihm erstarrte.

„Sag mal spinnst du, Malfoy?“, fauchte Ron fuchsteufelswild und auch Neville, Padma, Hannah und Ginny sahen reichlich aufgebracht, aber auch erregt auf und sandten Draco bitterböse Blicke, während dieser leise, genervt stöhnte.

„Weasley, die Kleine ist vollkommen weggetreten, du musst an sie rankommen, sie steht unter Schock, nur wir haben keine Monate, wir haben nicht mal Wochen und… und manchmal, nur manchmal gibt es Momente, in denen man zu ungewöhnlichen Methoden greifen muss!“, stockte Draco kurz in seiner Erklärung und mir fiel durchaus auf, dass er seinen Blick von mir abwandte, um mich nicht anzusehen und mir ging es gerade nicht anders, da Draco gerade von meiner finstersten Nacht sprach und was mir dort Severus angetan hatte und dem, wie Draco zu mir durchgedrungen war. Es war sehr eigenwillig gewesen, hatte mir durchaus geholfen, aus meinem Tunnel zu kommen, so war auch seine Stimme zum Schluss hin sehr eindringlich geworden und Harry zeigte sich sofort sehr interessiert, aber auch besorgt, als sein sengender Blick mich streifte, da er manchmal zu viel bemerkte.

Er schien durchaus zu registrierten, dass Draco mich meinte bei seiner Erklärung und in ihm war sichtlich sofort die unbändige Neugier erwacht, wie sein forschender Ausdruck nur zu gut verriet. Das wurde mir hier schlagartig zu heiß, denn niemand, wirklich niemand außer der FAMILIE wusste wirklich alles von Severus und mir und unseren anfänglichen Problemen. Ich hatte sehr viel Wert darauf gelegt, dass niemand sonst von dem erfuhr was mir widerfahren war. Ich wollte nicht, dass jemand wusste, was in dieser einen Nacht geschehen war.

„Deshalb soll ich mit ihr schlafen?“, fragte Ron indigniert und schien reichlich perplex, aber auch die anderen waren sprachlos und ungehalten über diesen unorthodoxen Vorschlag.

„Ich hab gesagt, du sollst tun was nötig ist! Wenn es reicht mit ihr zu schlafen, dann ja, wenn nein, mach mehr!“, zeigte sich Draco fordernd und ich legte ihm rasch eine Hand auf die Schulter, das sein zu lassen, da ich keine Fragen wollte. Er wusste, dass ich dies unbedingt nicht an- oder gar ausgesprochen haben wollte und nach einem langen Blick von sturmumwölkten, grauen Augen schwieg er und folgte meiner harten Bitte, die in meinem unnachgiebigen Blick geschrieben stand.

Denn selbst damals im Cottage, vor der Connection, als Draco verspätet gekommen und ich aus dem Manor geflüchtet war, hatten wir nur rätselhaft vor den anderen über Severus‘ Kontrollverlust gesprochen und dass Draco mich wieder nach Severus‘ intensiver Behandlung zusammengeflickt hatte, aber das eine böse Wort hatte ich nie in den Mund genommen und somit hätte er mich auch nur geschlagen, oder was auch immer getan haben können.

Wie gesagt, die anderen wussten nichts genaues, nur dass Severus und ich hier Probleme gehabt hatten und dass Draco mir geholfen hatte.

„Ich denke, Ron hat verstanden und nun komm!“, bat ich eindringlich und als er mir wieder kurz in die Augen sah und wir uns einig wurden, dass ich diese Erinnerung nicht wirklich brauchte, machten wir uns, ohne auf etwaige Unkenrufe zu achten, mit Fred und Blaise auf den Weg in die Kerker. Sobald die Tür zu Dracos Zimmer ins Schloss fiel, legte er auch schon los.

„Du hast es tatsächlich nie jemandem gesagt?“, fragte Draco skeptisch. „Auch nicht deinem geliebten Potter?“, kam es mehr als ungläubig von ihm, das zusätzliche Erinnern an das, was mir schon alles widerfahren war, schien ihn nicht wirklich ruhiger zu machen.

„Nein Draco, das habe ich nicht und ich wünsche auch nicht, dass man darüber spricht!“, erwiderte ich hart.

„Du deckst IHN!“, entgegnete er bitterböse.

„Nein, ich decke mich! Ich denke nicht, dass man Severus decken muss!“, rechtfertigte ich, dass ich weder darüber reden noch daran denken wollte.

„Auch nicht vor Potter?“, fragte er eindringlich nach.

„Musst du selbst nicht darüber lachen? Ich hätte mehr Angst um Harry als um Severus!“, meinte ich verächtlich.

„Ich würde es genießen, wenn die zwei zusammenrauschen! Das wäre herrlich!“, war Draco gar nicht gehässig.

„Draco, hier geht es nicht um dein Amüsement!“, fuhr ich ihn kalt an.

„Sicher, dass es dir nicht darum geht, Severus besser dastehen zu lassen als er ist?“, forschte er drängend nach und ich gestattete mir, soweit in mich zu hören um diese Frage ehrlich beantworten zu können. Draco registrierte dies sehr wohl.

„Nein, hier geht es nur um mich“, antworte ich entschlossen nach einer Weile, resolut und überzeugt.

„Dann verstehe ich es umso weniger! Es ist nichts, woran du Schuld hast! Nicht dir sollte es peinlich sein, sondern wenn IHM, sich derart gehen gelassen zu haben!“, wandte Draco hämisch ein und zeigte sich sehr hart in seinem Urteil.

„Oh, darüber könnte man jetzt wahrlich streiten, die Umstände waren wirklich unglücklich. Mir ist wenn nur peinlich, dass ich es soweit kommen ließ. Aber eines weiß ich nur zu genau, wir brauchen keinen Unfrieden in der Gruppe, wegen einer Sache, die viel zu lange zurückliegt und die ich überwunden habe und das gebe ich dir gegenüber zu, was nicht leicht war! Also möchte ich das wirklich ruhen lassen… Und außerdem, erinnere dich, wie es eskaliert ist als du dich das letzte Mal deswegen mit Severus angelegt hast!“, rief ich ihm unschön und wenig nett den von Lucius angestachelten Kampf mit Severus ins Gedächtnis, als Draco blind vor Wut auf ihn losgegangen war und Severus ihn fulminant vermöbelt hatte. Ich weiß, das war nicht nett, es zu erwähnen, aber so brachte ich ihn hoffentlich effektiv dazu, das leidliche Thema fallen zu lassen.

„Ist ja gut…“, gab er nun auch sofort, wie von mir erhofft, nach.

„Nein, Draco, versprich es mir, dass du nun, da du die anderen auf eine neue Fährte gesetzt hast, standhaft bleibst und nichts sagst! Auch nicht um Severus zu ärgern! … Denn damit würdest du mich brüskieren und nicht ihn!“, bat ich ihn trotzdem noch mal, denn er hatte nicht geklungen als hätte er mir wirklich nachgegeben, eher als wäre er etwas eingeschnappt.

„Das sehe ich zwar anders und ich finde, er würde es verdienen, aber ich werde deinen Wunsch berücksichtigen!“, lenkte er widerstrebend ein, bevor er mich umarmte und zum Bett zog, etwas was ich dann doch zuließ. Schon damals im Cottage war es mir nur gelungen, die anderen der Connection von meiner unglücklichen Fährte abzulenken, da zu der Zeit die Entdeckung rund um die Horkruxe gemacht worden war und ich hoffte einfach, dass das Thema niemand wieder aufgriff.

Und solange man es nicht aussprach war es nicht gesagt worden und ich würde es immer geheim halten und vertraute auf Dracos Versprechen, dass er mir nicht diese Demütigung zufügen würde, denn als dies würde ich es empfinden.

Ich erkannte durchaus Dracos ernstgemeinten Rat an Ron und hoffte, er würde es schaffen, Lavender wieder ins Leben zu holen, nun, da sie noch tatsächlich am Leben war.

Somit begruben wir die weniger schönen Themen, denn Draco wirkte doch noch immer sehr aufgebracht über Lucius‘ Gabe und dass ich mich nach dem Vorfall im Manor wieder in dessen Hände begeben würde. Er war spürbar misslaunig, aber er riss sich zusammen. Severs hatte ihm zum Glück gesagt, was im Manor mit mir passiert war, sonst wäre Dracos Laune sicher noch mieser gewesen.

So kam der Morgen des Donnerstag, des Tages, an dem Fred getarnt als eine wiedergenesene Lavender neben Ron saß und die echte Ginny leicht genervt ihnen gegenübersaß und mit sauertöpfischer Miene stumm vor sich hin stierte.

Die Erkenntnisse der letzten Tage waren auch bei ihr etwas zu viele gewesen, auch wenn sie von Irland schon einiges gewusst hatte, waren es doch weltbewegende Neuigkeiten für sie über Harry, mich oder auch ihre Brüder gewesen, nicht zuletzt Lavenders Verletzung und meine Wahrheiten.

Auch Neville, Hannah und Padma wirkten etwas neben sich und sehr überlegend und in sich gekehrt, nur Luna schien wie immer gleichbleibend abwesend.

Aber dies waren Dinge, mit denen ich mich nicht beschäftigte. Ich fand, Harry, Ron und Blaise sollten sich mit der BL und DA auseinandersetzen, denn ich hatte anderes zu tun aufgrund ihrer Unbedachtheit und ich wollte nicht alles ausbaden. Das sah ich gar nicht ein, schließlich konnte ich nicht alles tun und ich wollte auch nicht alles erledigen, wer war ich?

Die Superhexe? Wonderwoman? Eben nicht! Also durften sie sich selbst mit den Leuten rumschlagen.

Da stupste jemand Harry von hinten an.

„Ja, was denn?“, grummelte Harry gutgelaunt, was ich ironisch meinte, denn Colin Creevey stand hinter ihm und hielt ihm eine Pergamentrolle entgegen.

„Das ist vom Direktor, soll ich dir geben!“, sprachs und war auch schon weg, denn die Laune von uns „Anführern“ war seit dem Wald berüchtigt und fast kein Schüler wollte zu lange unserer abgrundtief schlechten Gemütsverfassung ausgesetzt sein.

„Er will, dass ich heut Abend komme!“, murrte Harry genervt, nachdem er das Pergament entrollt hatte. „Dann kennen wir endlich Slughorns echte Erinnerung“, war Harrys Begeisterung fast mit Händen zu greifen.

„Selbst schuld, du hättest ja eher zu ihm gehen können!“, warf ich wenig mitfühlend ein.

„Ja genau und dann kam der Wald… nein, so passt es schon, du bist ja heut Abend weg, oder Schönste?“, fragte Harry nach und ich nickte nur, während meine suchenden Augen zu IHM glitten und mich sein sengender Blick gefangen hielt.

Hermiones Sicht ende

Severus Sicht
Sie blickte mir tief in die Augen und ich erwiderte diesen intensiven Kontakt ungerührt in der lebendigen Großen Halle von Hogwarts.

Dieses Spiel ging mir zunehmenden auf den erlauchten Keks. Es war fast unerträglich, hier neben dem gezwungen glücklich grinsenden und augenfunkelnden Dumbledore zu hocken und das falsche Spiel weiter zu spielen.

Gestern war er wieder bei mir gewesen und ich hatte nicht nur die Tränke an ihm angewendet, sondern auch den ein oder anderen schwarzmagischen Fluch. Der Zauber des Lords auf dem schwarzmagischen Gegenstand war kniffliger als zuerst angenommen, dieser „Verwesungszauber“ rebellierte immer wieder gegen meine einschließenden Banne, die ihn in der zerstörten und zerfressenen Hand versiegelten.

Ich hatte der alten Nervensäge sogar einen Schluck aus meinem wertvollen Prohibitio Sorbitio (dem verbotenen Trank) gegeben, also von diesem schwarzen Gebräu, was ich auch letztens der verletzten Schülerin Brown verabreicht hatte. Er hatte auch zwei Tropfen erhalten, aber anders als bei ihr half der Trank nicht mehr wirklich, er zeigte nur eine verlangsamende Wirkung an dem Handgelenk wo der Fluch ausgetreten war, aber keine vollständige Genesung. Das Problem war, Dumbledore war schon nach den betäubenden Schmerztränken süchtig und diese hemmten die Entfaltung meines Tranks und an sich machte erstens schon die geniale Erfindung, die mein schwierig zu brauender Trank war, sehr schnell süchtig und zweitens, je öfter man ihn nahm, desto mehr ließ seine durchschlagende Kraft in der Heilung nach.

Somit konnte ich dem Alten nicht den ganzen Trank geben, es war eh zwecklos und wenn ich mir den Fluch des Lords besah, der langsam den lebendigen Leib auffraß, einem das Fleisch unter der Haut verwesen ließ, bis nur noch der poröse, schmerzende Knochen übrigblieb, der wie verkohlt wirkte und sich darüber die nun ausgedörrte, ledrige schwarze Haut spannte, bezweifelte ich, dass es etwas gab, was wirklich dagegen half. So würde nach einiger Zeit der ganze Körper aussehen, vertrocknet wie eine Mumie, wenn man nicht schnell genug handelte und bei dieser Erkenntnis konnte ich nur fast froh sein, dass sein rascher Tod schon beschlossene Sache war, denn diesen langsamen, schleichenden Tod gönnte man doch niemandem so richtig.

Ich fühlte mich belästigt und das nicht zu knapp, also stöhnte ich verhalten und hob die warme Tasse an und nippte, während ich mir das unterhaltsame Schauspiel besah, was die Schülerschaft aufführte.

Es war gänzlich anders als das was ich die letzten Jahre über erlebt hatte, in der Zeit des Friedens und der Ruhe, ohne den fordernden Lord, einen nervenden Potter oder gar ein enervierendes Biest.

Damals waren die Schüler Kinder gewesen, die nicht viel mehr als pubertierende Liebschaften in ihren vollkommen nutzlosen Gehirnen stetig präsent gehabt hatten, jetzt aber war sich wahrlich nahezu jeder der Schüler bewusst, dass wir uns in einem Krieg befanden und alle waren davon betroffen und ein Teil davon, einige mehr, andere weniger, aber jeder war darin gefangen, ob diejenigen wollten oder nicht.

So auch ich, aber ich hatte mich damit abgefunden, ein leidgeplagter Mann zu sein, der nichts gegen die belästigenden Umwelteinflüsse tun konnte. Das veränderte Verhalten nun an den jungen Leuten vor meiner Nase zu beobachten war ein interessanter und unterhaltsamer Blickwinkel.

Wie sich die einzelnen Parteien verhielten war spannend, nun nachdem Longbottom, Patil, Abbot, Lovegood und Mini-Weasley größtenteils eingeweiht waren, in dem was tatsächlich hier in der Schule vor sich ging. Es war köstlich und auch die unechte Brown war ein Hingucker, wenngleich sie immer noch etwas mitgenommen aussah, denn die Wunden blieben, auch wenn sie nur oberflächlich übertragen worden waren und sie den Twin nicht in seinen Handlungen hemmten. Anders als die Schwangerschaft von Daphne Greengrass, die sich eins zu eins auf das Biest übertragen hatte, obgleich es kein lebensfähiges Baby gewesen war, so war dies ein menschliches Abbild, das mit der Veränderung des Trankes einhergegangen war, aber Weasleys körperliche Gesundheit blieb erhalten.
Schließlich war auch Crouch Junior nicht von Moodys Gebrechen behindert, auch wenn er sie äußerlich aufzeigte!

Die misstrauischen und argwöhnischen Blicke waren an Intensität nicht zu überbieten, aber diese erlauchte Gruppe, aus den Anführern ihrer kleinen, eigenen Armee, beherrschte es mittlerweile zu meinem eigenen Erstaunen durchaus, diese Blicke zu kaschieren und unauffällig zu erscheinen.

Sie schafften es tatsächlich, die anderen Lehrer zu täuschen und gut, vielleicht wäre es dem früheren Dumbledore aufgefallen, aber dem angeschlagenen, schmerzgeplagten alten Mann entging die wortlose Kommunikation, auch die mich ab und an streifenden, fragenden und sehr skeptischen Blicke dieser Personen blieben unbeobachtet und ich tat gekonnt so, als würde ich es nicht wahrhaben, denn was tangierten mich ihre Fisimatenten.

Aber es war spannend, zu erkennen, dass es war als würde das Biest sich abkapseln und selbst versuchen sich aus der ganzen Situation zu nehmen, denn das Augenmerk der neuen galt sehr viel mehr Potter und auch Draco denn ihr. Wie es schien hatte SIE schon zu viel in der letzten Zeit getan oder auch verbrochen, als dass sie ihr einfach alles zutrauen würden.

Die Tatsache, beziehungsweise die Offenbarung, dass ihr heiliger Potter nicht heilig war und sogar zu einem Mord fähig, schien die Menschen in seiner Umgebung regelrecht zu lähmen. Offenbar sprachen sie bis jetzt nicht darüber und schenkten der bestraften, unsäglichen Mutter, wegen der dieser unsägliche Vorfall stattgefunden hatte, weniger Beachtung, denn diese kannten sie als Slytherin schließlich kaum und hinzu kam, zu sehr waren sie anscheinend in der Erkenntnis gefangen, dass ihr guter Retter gar nicht so gut war, wie erhofft.

Ich hingegen fühlte Mitleid in mir für mich aufsteigen, da ich heute einen unerfreulichen Gang zu gehen hatte, denn ER, mein persönlicher Plagegeist, dachte seit neuestem, SIE müsste mit Samthandschuhen angefasst werden und somit war ich heute Abend die unwillige Gouvernante und zum Wachhund abkommandiert. Was er sich in seinem, seit einiger Zeit für mich manchmal wirr erscheinenden Hirn in Bezug auf sie mal wieder einbildete, hatte ich aufgegeben zu ergründen, denn es war sowieso sinnlos. Er würde nichts sagen, selbst mir nicht, egal wie oft ich nachfragte und ich bezweifelte sogar, dass er selbst wusste, was in ihm vorging, zu untypisch war sein Verhalten seit einiger Zeit wenn es um das Biest ging. Hauptsache die beiden brachten einander nicht um und ich musste sie nicht zu oft zusammenflicken, solange würde ich mir einfach ansehen was passierte und mich nicht mehr einmischen, denn das hatte ich anders als Draco aufgegeben, machte es doch alles immer nur noch schlimmer. Außerdem, wer war ich, meine ewige Beobachterposition gerade in diesem Fall aufzugeben?

Wegen Draco, sicher nicht. Wenn ging es um meinen Vorteil und ich war mir sicher, um den musste ich nicht besorgt sein, selbst wenn ich nicht eingriff und somit beschloss ich mir das Drama einfach genießend anzusehen.

So brachte ich auch den unerträglichen Schultag unter den minderbemittelten, idiotischen Individuen zu Ende, die sich Schüler schimpften und die dachten, man könnte ihnen noch etwas beibringen, eine grundlegend falsche Beurteilung der Sachlage, denn diesen volltrotteligen Subjekten war nichts mehr beizubringen.

Aber die Erkenntnis, dass ich zu noch größeren, beschränkteren, kläglich der Idiotie anheimgefallenen Personen gehen würde müssen, verbesserte meine Laune nun nicht wirklich, während ich vor dem Geheimgang stand und IHRER entgegenharrte. Ich hoffte, nicht erwähnen zu müssen, wie sehr ich es verabscheute zu warten, wenngleich man ihr, dem Biest, eins zugutehalten konnte, sie versuchte stets pünktlich zu sein und so auch jetzt, da sie mir in dem diffusen Licht des Kerkers entgegen eilte.

„Verzeih, ich war noch kurz im Raum der Wünsche und es geht aufwärts…“

„Halte ein, im Gang kannst du reden!“, stoppte ich grimmig ihren Redefluss und sie zeigte sich nicht pikiert, dass ich sie einfach barsch unterbrach, sondern akzeptierte es sofort und öffnete selbst mit einem Wisch und dem Passwort den Geheimgang hinter der Hexe und als die Lichter in eben jenem aufleuchteten, sprach sie rasch weiter.

„Also, Dracos Rat wurde von Ron beherzigt, es war herrlich!“

„Wenn du genauer werden würdest, könnte ich mich vielleicht mit darüber amüsieren!“, gab ich knapp wider, in meinem gewohnt sarkastischen Ton.

„OH, Draco riet Ron um Lavender aus ihrer Monotonie zu holen, solle er mit ihr Sex haben und nun… wie es scheint hat er es getan und auch wenn sie nicht wirklich erholt ist, so zeigt sie wenigstens wieder Interesse an ihrer Umgebung und wenn es nur ist, dass sie Rotz und Wasser heult!“, kam es bitterböse, verächtlich von dem Biest und ihre Kälte, mit der sie das Schicksal der auf ewig verunstalteten Frau abtat, war wahrlich beeindruckend.

„Du bist zu hart, sie war makellos!“, warf ich zynisch ein.

„Ach, wer das hier überlebt, wird nie makellos bleiben, das wäre ein Truggespinst!“, meinte sie nun desillusioniert ernst und blickte mich aus den Augenwinkeln flüchtig an.

„Das klingt doppeldeutig!“, warf ich nachdenklich ein.

„Das soll es wohl auch! Sieh mich an!“, stieß sie hart aus.

„Von was redest du? Von den sichtbaren Zeichen, die dich stören, an dir?“, hisste ich schnarrend auf und forschte sofort misstrauisch nach, ob sie es bedauerte zur Familie zu gehören, worauf sie abrupt anhielt.

„Oh nein, steigere dich da in nichts rein! Ich mag meine Zeichen… na gut, bis auf eins vielleicht…“, grenzte sie ein und fuhr mit ihrer Hand unüberlegt in den Nacken und unterstrich damit ihre Worte. Für mich war verständlich, dass sie auf das DarkMark hätte verzichten können. „Nein, das ist es nicht, diese Dinge machen uns aus, unsere Erfahrungen. Ich habe mal vor langer Zeit gedacht, dass wir eine Leinwand sind und die Zeit gräbt unerbittlich auf unserer Haut ihre Zeichen ein, die uns markieren und ausmachen. Es müssen nicht einmal Male sein, es können auch Narben sein und davon habe ich, wie auch du, genug an meinem Körper!“, zeigte sie sich ungewohnt gesprächig, aber auch erklärend und melancholisch, so fragte ich mich wirklich, was Dracos Rat an Weasley damit zu tun hatte, dass sie sich derart sinnierend gab.

„Dann ist es ja gut!“, murrte ich nur finster und beschleunigte meinen Gang, während mir der Mantel um die Beine flatterte und sie folgte mir nun stumm, schließlich erwartete uns die Höhle mit ihrem entzückenden Beiwerk.

So war es dann auch, dass ich, als der schwarze Schatten, den ich darstellte, im Hintergrund blieb, während sie sich, mit ihrem Mantel und ihrer Maske bewährt, im Inneren der Höhle dem Schein der Feuer näherte, um sich ihre neue Mannschaft zusammen zu suchen.

Sie kam an und man konnte sofort das johlende Lachen und dreckige Grinsen der Anwesenden ausmachen, vor allem als der maskierte Dolohov sie ansprach:

„Na wie fühlst du dich so, Mudblood? Zufrieden?“, fragte die dröhnende Stimme und als sie nicht reagierte, kam schon die nächste Frage.

„Sag mal Mudblood, weißt du, dass sich die Lestranges gestern ihre Strafe vom Lord und seiner rechten Hand persönlich abholen durften?“, hisste Avery aggressiv und ich konnte nur denken, dass auch sie nicht ohne Strafe davongekommen war, wenn ich an das Desaster dachte, was Lucius wieder an ihr verbrochen hatte, nachdem er, für ihn wie immer bei ihr mehr als ungewöhnlich, über sich die Contenance verloren hatte.

Diese beiden würden in ihrem Melodrama noch mein Grab sein, ich sah es sehr plastisch vor mir, aber wir würden niemandem sagen, was vorgefallen war, nur der Lord war informiert, dass das Biest nicht ohne Strafe davongekommen war und es war ihm genug, dies zu wissen. Ihre Erfolge wogen bisher diesen einen Misserfolg auf, diesen Misserfolg, den sie selbst noch herbeigeführt und unterstützt hatte, aber das wusste außer uns ja keiner hier und so würde es auch bleiben.

„Wahrlich… tja, selbst schuld, wenn sie ihrer Aufgabe nicht nachkommen, sie hatten die Oberaufsicht!“, ätzte sie genauso kalt zurück.

„Sagt die Frau, die ihre Truppe verloren hat!“, giftete Avery doch wirklich zurück.

„Sag mal, wie kommt es, dass du ungeschoren davonkommst… das interessiert einige brennend!“, kam es nun neugierig von Mulciber.

„Der Lord mag mich!“, perlte es überzogen sarkastisch von ihr, denn es stand außer Frage, dass der Lord niemanden mochte.

„Witz beiseite, Mudblood, warum?“, forschte nun Dolohov weiter nach.

„Das geht euch nichts an, wenn ihr nicht in die Pläne eingeweiht werdet. Ich kann nur sagen, dass der Auftrag, der mir übertragen wurde, zur Zufriedenheit aller von mir erledigt worden ist!“, kam es klirrend kalt von ihr und es war beeindruckend, dabei zuzusehen wie sie inmitten dieser gefährlichen Männer ihre Frau stand. Niemand könnte behaupten, dass sie ängstlich wirkte oder gar furchtsam, alles an ihr signalisierte Souveränität.

„Wie immer also, eine Musterschülerin!“, ätzte Avery und spuckte wenig galant auf den Boden, während die anwesenden Männer, darunter auch Scabior, ruhig verharrten und abwarteten.

„Aufgrund der Unfähigkeit deiner Leute können die Lestranges jetzt nicht vor die Tür gehen…!“, warf nun wieder Mulciber giftig ein.

„Ohhhh, jetzt tun sie mir aber leid, müssen sie ihre Wehwehchen pflegen?“, stieg sie voll darauf ein und schüttete ihren Spott über den Lestranges aus.

„Halt dein Maul, scheiß Mudblood!“, grölte es aus einer Ecke und man erkannte nur, wie sie ihre starre Eisenmaske zu dem Großmaul wandte, dabei glänzten ihre braunen Augen gefährlich durch die Schlitze ihrer Maske. Ich hielt mich in dieser Zeit zurück und keiner bemerkte mich groß, außer Scabior, dieser komische Zeitgenosse, bei dem es mir schwerfiel ihn einzuschätzen und natürlich Greyback, der gerade neben mir auftauchte und auch im Schatten abwartend verweilte.

„Dass ihr es nicht mehr lernt! Zuerst Greengrass und jetzt die Lestranges. Wen muss ich noch auf den Rücken legen, damit ihr einseht, dass ihr eure vorlauten Münder zu halten habt?“, hisste sie in einem fast gleichgültigen Ton, der Lucius sehr ähnlich war und den Anwesenden es durchaus verstand eine Gänsehaut über den Rücken zu jagen, denn sie, das Mudblood, war sowieso als brutal, rücksichtslos und rabiat verschrien.

„Na, ich denke Rodolphus hätte nichts dagegen. Alle anderen werden wohl dankend verzichten!“, grölte nun Avery ordinär und andere stimmten vulgär in das Gelächter mit ein.

„So still?“, wollte ich fast wortlos, leise von dem neben mir stehenden Werwolf wissen, wandte mich aber nicht zu ihm.

„Das stinkt zum Himmel!“, grummelte er dunkel und es klang so zweideutig, dass ich wusste, er sprach von dem Mord an seinem Rudelmitglied.

„Du warst doch vor Ort?“, wollte ich unter meiner Maske wohlverborgen nachhaken.

„Das sag ich doch, es stinkt zum Himmel!“, raunte er erneut in der gleichen, tiefen, aggressiven Tonlage.

„Mhm…!“, murrte ich nichtssagend und gleichzeitig fragte ich mich, warum er seine Lestrangeschlampe Bellatrix mit seinem Wissen nicht gerettet hatte vor dem Zorn des Lords.

„Wie auch immer, ich will drei Leute!“, kam es nun lauter von dem Biest und sie schien absolut Herrin der Lage zu sein, da sie eine eisige Ruhe ausstrahlte, welche die Männer in ihrer Umgebung durchaus einschüchterte.

„Damit die dann auch draufgehen können?“, fragte wieder ein gesichtsloser, unterer DeathEater aus der Dunkelheit.

„Witzlos! Zumindest war mein Trupp bisher der Einzige, der einen Zentaur erlegt hat, ihr Nullleuchten! Dass da eine Rache kommen würde war logisch und nun, meine besten Männer waren nicht dabei, denn ich bin mir sicher, unter Scabior hätten wir nicht alle Männer verloren!“, zischten ihre Wörter laut und klar durch die steinernen Hallen und zeitgleich konnte ich erkennen, wie sich der wiedergenesene Scabior stolz in die Brust warf. Er war zu eitel und sie wusste genau, wo er zu packen war.

Nun erhob er sich recht fließend auf die Füße und stellte sich zu ihr und wisperte ihr vertraulich ins Ohr, meiner Ansicht nach viel zu nah, aber sie nickte nur ab und an und schüttelte auch das Haupt.

„Okay, Jungs… sorry, Männer! Diesmal läuft es anders, ich denke, ich will Yaxley. Ist er hier?“, rief sie resolut in die Runde. Ich lüpfte eine Braue, denn das war spannend, dass sie diesen noch unentdeckten DeathEater der ersten Stunde, der damals den Prozessen entgangen war, in ihrem Trupp wollte.

Dann erhob sich auch schon der sehr große, selbst mich überragende, blondhaarige Mann, der es anscheinend als nicht nötig befand, sich mit seiner Maske zu tarnen, auch wenn er noch immer unentdeckt und nicht als DeathEater bekannt warund schlürfte relativ lustlos auf das Mudblood zu. Ich fand ihre Wahl interessant und der Wolf neben mir ebenso, schien es, da er sich minimal anspannte.

„Sehr schön, geh da rüber! Als nächstes Selwyn!“, befahl sie genauso bestimmt wie bei Yaxley vorher.

„WAS…!“, ertönte der Protestruf als sie den zweiten gestanden Mann auswählte und keinen Anfänger. Selwyn war bekannt für seine tiefe Stimme und stammte aus einer alten, reinblütigen Familie, von der auch angeblich Dolores Umbridge abgestammt hatte, wie sie mir mich mehrmals belästigend gedacht hatte erzählen zu müssen. Erneut eine ungewöhnliche und unerwartete Wahl.

„Die Rechte Hand hat mir freie Hand gewährt, solltest du mit deinem Los unzufrieden sein, steht es dir frei, dich bei ihm zu beschweren!“, kam die Aussage fast süßlich daher, da jeder wusste, niemand würde es wagen, die Rechte Hand mit dergleichen Lappalien zu belästigen und ich hatte einen noch schlechteren Ruf was das Belästigen meiner Person betraf, also zog er wenig heldenhaft den Kopf ein.

Als sie affektiert in die Hände klatschte und sich mit dem Zeigefinger überlegend an die Maske tippend umdrehte, wurde es doch wirklich still. Es war für mich als wüsste sie schon längst wenn sie nehmen wollte, aber das wollte sie anscheinend so nicht zeigen, während ihr Scabior offensichtlich einen Namen zuflüsterte, aber sie zeigte sich brüsk in einer Handbewegung, indem sie sich schwungvoll zu der widerwilligen Gruppe wendete.

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