When Hermione Fights
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 Kapitel 330-331

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BeitragThema: Kapitel 330-331   Kapitel 330-331 EmptyMo Nov 26, 2012 4:29 am

330. Kapitel Maulende Myrte

Dracos Sicht

Nachdem SIE uns informiert hatte, war ich auf den Ländereien unterwegs und versuchte zu verarbeiten und meinen Frust darüber zu verdrängen, dass sie Vater immer so leicht in die Hände spielte. Ihre ewigen Kämpfe sorgten immer wieder für diese Situationen, die mich fast zur Weißglut brachten, da sie offenbar weder etwas dagegen unternehmen wollte oder konnte noch bezog sie in meinen Augen wirklich Stellung an meiner Seite gegen Vater und ließ sich auf zu viele Handel mit ihm ein und das alles nur wegen Potter.

Als ich abends wieder in die Halle zum Abendessen ging, fiel mitten im Gang, zwischen den Häusertischen, mein Blick auf Potter und wie er und Weasley schon aus Gewohnheit einen Platz für SIE freiließen, auch wenn SIE gar nicht da war. Das brachte das Fass zum Überlaufen und ich rauschte wütend ab. Ich musste mich einkriegen und verließ so schnell ich konnte die Große Halle, ließ die schnatternden Gänse zurück und raste davon.

Der Gedanke, dass Hermione zu Vater ging und das nicht wegen einem Auftrag, ließ mich innerlich brodeln, weil ich wusste, sie entglitt mir mal wieder, obwohl wir nach unserem Irlandaufenthalt wieder so eng zusammen und auch wieder mehr ein Paar gewesen waren, doch dann hatte es diesen unseligen Vorfall im Gewölbe gegeben, wo sie sich wieder mit Lucius angelegt hatte und danach den Vorfall im Wald mit der folgenden Verletzung und dem für mich noch nicht ganz durchschaubaren Wandel von Vater.

Eines war mir gegenwärtig, er schien Hermione jetzt wieder zu wollen und das passte mir so gar nicht. Oft genug hatte ich Vaters Blicke in ihre Richtung wahrgenommen, wenn sie ihn nicht beachtet hatte, aber auch ihre in seine Richtung, wenn sie sich unbeobachtet wähnte und diese hatten sich trotz ihres Zerwürfnisses nicht wirklich verändert, auch wenn sie einander dazwischen fast an die Gurgel gingen. Ich hatte den Verdacht, sie wollte sich nicht eingestehen, was sich anbahnte, hatte Angst davor und mein Vater gab erst recht nicht zu, dass er sich etwas vormachte. Davor, dass sie sich wieder richtig annäherten, Hermione sich doch wieder auf ihn einließ und sie sich nicht mehr stritten, graute mir und ich wusste nicht wirklich, was ich dagegen tun sollte, da ich die Gefahr für sie durchaus wahrnahm. Wenn ich Eifersucht zeigte, dann würde ich sie nur noch mehr in meines Vaters Arme treiben, aber wie konnte ich kalt kalkulierend um sie kämpfen, wenn ich innerlich brodelte wie nie, wenn ich sie zusammen sah.

Ich musste im Sommer meine letzten Trümpfe ziehen und sie neben mir zum Chef machen, sowie ihr die VenTes vorstellen, sodass sie noch mehr beeindruckt von mir sein würde als von Contino Industries, denn ich wusste, wenn sie eines anzog wie die Motte das Licht, dann Macht. In dieser Hinsicht war sie berechenbar.

Ich wusste, dass Lucius ihr gegenüber noch mehr Macht demonstrierte und verkörperte als ich, aber dagegen würde ich mich zu behaupten wissen . Doch konnte ich mir sicher sein, dass sie bei ihren sparsamen Gefühlen noch genug für mich übrig hatte, oder ob sie die wenigen Gefühle, die sie noch hatte, nicht schon in Lucius investiert hatte?

Der Mann, der ihr immer wehtat? Absichtlich kalkuliert, genießend und sadistisch!

Aber ich erkannte auch, dass sie immer kälter und gefühlsarmer wurde, womit ich aber umgehen konnte, doch wenn da wirklich nicht mehr viel für mich war, dann fragte ich mich ernsthaft, ob das Ganze noch Sinn hatte mit uns, ob ich sie noch glücklich machen konnte. Es war zum Verzweifeln, denn ich wusste, dass es für mich keine andere Frau gab als sie!

Und wer war Schuld an dieser ganzen Misere? Für mich nur einer, Potter!

Denn für ihn tat sie dauernd Dinge, die sie wieder näher an Vater heranbrachten. Wegen Potter hatte sie Lupin gerettet und sich wieder an Vater herangeschmissen, obwohl zwischen ihnen Eiszeit geherrscht hatte. Wegen Potters dummem Nachgeben seiner Verlobten gegenüber war Hermione gezwungen gewesen, ihren Trupp aus dem Weg zu räumen und so war es zu dieser unseligen Konfrontation zwischen ihr und Vater gekommen. Wegen Potter trug sie jetzt Severus‘ Mal, was mich auch wurmte.

Immer wieder Potter!

Ich eilte die, wie ausgestorbenen und verwaisten, Gänge entlang und bemerkte gar nicht, wo ich hinging, bis ich aufgebracht und wütend heftig auf das Waschbecken vor mir einschlug. Es krachte, brach aber nicht ab und dass sogleich meine Hand tierisch schmerzte, beachtete ich gar nicht, während ich in den blinden, angelaufenen und verwitterten Spiegel blickte.

Ich hatte gar nicht registriert, dass ich in eines der Bäder geflüchtet war, in dieses verlassene, selten oder besser nie besuchte Klo, da dieser nervige Geist von diesem bebrillten Mädchen durch die Räume geisterte und so auch gerade jetzt in den Raum geschwebt kam und sogleich krächzend los plärrte:

„Was fehlt dir denn? Du armer Junge?“

Vorher hatte ich leidend das Gesicht verzogen, doch jetzt verzog ich es verärgert und etwas angeekelt über den schrillen Ton in meinem Ohr.

„Verschwinde Myrte, verzieh dich!“, hisste ich böse, als ich zu ihr herumwirbelte und sie bitterböse niederstarrte, ich wollte alleine sein, mich fangen und meine Eifersucht bezwingen.

„Aber du bist doch ganz alleine, ich kann dir helfen…!“, säuselte sie schnulzig und schwebte auf mich zu, bedrängt mich mit ihrer durchscheinenden, silbrigen Gestalt.

Das hatte mir gerade noch gefehlt, ein nervender Geist. Ich zog gerade meinen Zauberstab um ihr einen Langloc aufzuhalsen, damit sie endlich schwieg, doch da flog die Tür auf und kein geringer als die unerwünschteste Person auf Erden, Potter, stürmte herein, um sich wichtig zu machen, das vermittelte mir schon sein selbstgerechter Ausdruck in dem vernarbten, bebrillten und von mir inbrünstig gehassten Gesicht.

War ja so was von klar gewesen, dass er mir hatte folgen müssen. Gerade er tauchte hier jetzt auf. Er, den ich gerade gar nicht gebrauchen konnte. ER, der an allem Schuld war. Ich richtete meine Aufmerksamkeit weiter auf die jetzt noch mehr rummaulende Myrte, dich nun beleidigt rückwärts schwebte als sie bemerkte, dass man sie nicht mehr beachtete.

„Verschwinde!“, fauchte ich scharf zu dem aufdringlichen Potter, dessen verfluchte Narbenfresse mich gerade schwer verleitete, ihm seine Nase zu brechen und seine blöde Brille von der Nase zu wischen.

„Jetzt krieg dich ein Malfoy. Du denkst, sie ist zu deinem Vater gegangen, das muss doch gar nichts heißen, es ist sicher nur ein Auftrag!“, wollte er mich offenbar beruhigen und sprach mit mir als wäre ich ein Kleinkind, dumm und uninformiert, das brachte mein Blut nur noch mehr zum Kochen.

„Verpiss dich Potter, ich habe es schon mal gesagt. Ich will dich nicht sehen und deine Ausreden für sie will ich erst recht nicht hören, du bist doch an allem schuld! Immer du und deine idiotischen Aktionen! Außerdem verkauf mich nicht für dumm, ich weiß, dass es ein Date ist!“, klatschte ich ihm meine Ansicht entgegen und dachte erbost, wie doof der überhaupt war, schließlich hatte sie mit Vater diese Verabredung nur verhandelt, um mit Potter im Wald üben zu gehen. Damit unser weichlicher Bubi es lernen sollte, endlich seinen Mann zu stehen, um Dumbledore von der Bildfläche zu wischen. Natürlich hatte er kolossal versagt, doch ich hatte auch nie etwas anderes erwartet. Aber dank Potter war sie in der Zwischenzeit von Vater auch wieder bestraft worden und in seinem Bett gelandet und dieser Blick, den Vater getragen hatte als ich das Zimmer verließ, verstand es jetzt noch, mir eine Gänsehaut zu bescheren und an allem war nur dieser Typ vor mir schuld.

Nun wandte ich mich Potter frontal zu und funkelte ihn kalt an, während ich derart verächtlich zu ihm sprach. Mit drohend erhobenem Zauberstab war ich unbeugsam auf ihn zu gegangen, wobei er keinen Schritt zurückwich und mich genauso hart maß.

„Mach dich nicht lächerlich, Malfoy, was sie tut entscheidet sie frei. Meinst du, sie ginge weniger auf ihn zu, wenn ich nicht wäre?“, fragte er emotionslos und das reizte mich maßlos in meinem Zustand, dass er die Stirn hatte mir so etwas vorzuhalten, denn ich war mir sicher, dass sie das nicht tun würde, wenn sie nicht müsste. Und sie musste es nur wegen Potter, da er sie immer wieder in Verlegenheiten brachte, in denen sie aufs Ganze gehen musste. Wie schön für Potter, in einer Scheinwelt zu leben.

„Ja!“, zischte ich durch schmale Lippen und fühlte, dass mir zum ersten Mal seit sehr langer Zeit wieder die Kontrolle flöten ging, nachdem ich nun mit diesem trotteligen, selbstherrlichen Potter konfrontiert war, der nicht erkennen wollte, dass er es vollbrachte, sie immer wieder zu Vater zu treiben.

„Mach dich nicht lächerlich, steck deinen Zauberstab weg, Malfoy, du willst mich doch nicht wirklich angreifen und du weißt, der einzige, der sie wirklich in seine Arme treibt und zu Snape, bist du! Nur du bist schuld, wenn du sie verlierst!“, kam es reichlich lapidar von Potter, der erstaunlich ruhig blieb.

Das war zu viel für mich. Mir war nicht klar, ob Potter mich provozieren wollte oder ob er einfach sagte was er dachte, aber besser machte es das nicht.

„Das kann nicht dein Ernst sein, Potter. Muss ich dich an dein Versprechen erinnern?“, zischte ich aufgebracht und Potter lachte unerträglich höhnisch.

„Nein, sicher nicht oder meinst du ich will sie bei ihm sehen? Du bist manchmal so ein Idiot, Malfoy!“, fauchte Potter nun energisch.

Das reichte, ich wusste nicht wirklich, warum mir der Kragen platzte, aber noch ehe ich richtig darüber nachgedacht hatte, hatte ich einen Cruciatus schon laut und deutlich gebrüllt und ihn auf den bisher unbewaffneten Potter abgeschossen.

Potter schaffte es erstaunlich reaktionsschnell, sich in allerletzter Sekunde mit einem Hechtsprung aus der Schussbahn des Fluches zu bringen und landete rutschend und ungelenk auf den Fliesen. Ich sah, dass er noch im Fallen jetzt auch seinen Stab zog und sofort einen Fluch abfeuerte, weswegen ich schon fast intuitiv einen Schutzschild aufbaute. Dass wir trainierten zeigte eindeutige Wirkung, nur dass dies hier kein Training sondern von jetzt auf gleich bitterer Ernst war. Es war als wäre die alte bittere Feindschaft, die alte tiefe Abneigung, all der Hass plötzlich hervorgebrochen und bahnte sich nun ungehemmt den Weg an die Oberfläche.

Der Fluch prallte an dem Schutzschild ab, das erbebte, dann traf der blitzende Strahl direkt auf eines der Waschbecken. Lautstark zersprang es in abertausende von Scherben, die auf uns herabrieselten und augenblicklich begann aus den Rohren Wasser in die Luft zu spritzen und alles unter Wasser zu setzten.

Als der Geist über den Krach hinweg spitze Schrei ausstieß, die schrecklich in den Ohren schmerzten aber die nun durch das Rauschen des Wasser gedämpft wurden.

Rasch hatte sich Potter unterdessen aufgerappelt und sich hinter einer der Kabinentüren verbarrikadiert und feuerte schon den nächsten Fluch ab, der mein Schild augenblicklich zusammenbrechen ließ und so suchte nun auch ich flott Deckung hinter den hölzernen Abteilen. Ich würde nicht nachgeben.

„Jetzt hör mit dem Scheiß auf, Malfoy!“, kam es enervierend schlichtend klingend von Potter über den Lärm des plätschernden Wassers hinweg.

Doch ich dachte gar nicht daran. Potter kam mir gerade recht und bitte, wer würde hier schon rein kommen und uns verpfeifen? Gryffindor, Hufflepuff und Ravenclaw gehörte durch die DA und BL fast gänzlich Potter und die Slytherins gehörten mir, keiner würde es wagen, etwas zu sagen, also dachte ich gar nicht weiter darüber nach. So lugte ich vorsichtig um die Ecke, konnte mein Glück fast nicht fassen, als ich erkannte, dass Potter nicht ganz hinter seiner Deckung stand und schoss gemeingefährlich den nächsten, schwarzmagischen Fluch auf ihn ab.

Ich war so wütend auf diesen Idioten. Was bildete er sich ein, derart gönnerhaft mit mir zu reden und mich so tadelnd von oben herab anzufahren. Das durfte er sich nicht erlauben, das durfte sich keiner mir gegenüber erlauben und schon gar nicht ER, der sowieso irgendwann mein Untergang sein würde.

Potter wich dem Fluch auch diesmal geschickt, gekonnt und geschmeidig aus. Er erschein mir gerade wie eine flutschige Schnecke, doch seine Antwort darauf fiel diesmal harscher aus und ließ keine Sekunde auf sich warten, denn auch er feuerte und der Sprengfluch schlug laut krachend in einer der Holztüren ein und ließ es spitze Splitter regnen, während meine Füße aufgrund des Rohrbruchs schon komplett durchnässt waren. Schnell riss ich den Arm hoch, um mich vor den splitternden Holzspänen zu schützen, während dieser nervige, aufgeregte Geist aufgelöst durch das halbzerstörte WC geisterte.

Unterdessen rannte er wieder weg und versuchte zu flüchten, als ich ihm einen Schnittfluch hinterherjagte und ihn tatsächlich an seinem Oberschenkel erwischte, was Potter unter einem lauten Schrei zu Boden gehen ließ und er rutschte aufgrund des Wassers mit Schwung in eine Kabine und entkam damit meinem nächsten Fluch.

„Malfoy, jetzt hör endlich auf so einen Blödsinn zu machen. Du benimmst dich idiotisch und wie ein Kleinkind. Sei nicht so ein Trottel und Arschloch, sondern krieg dich endlich ein!“, ätzte er böse und ich hörte ihn leise fluchen.

„DU wagst es mich als Trottel und Idioten zu beschimpfen, Potter? DU wagst es? Wer setzt ein Kleinkind in diese Welt? Es geht immer nur um dich!“, brüllte ich aufgebracht zurück, denn das war ja wohl die Härte. Potter war eine einzige Provokation und ER ihr einfach zu wichtig und ich einfach zu wütend, als dass ich hätte aufhören können. Ich wollte ihm wehtun, ihm Schmerz bereiten, meinen Frust an ihm abarbeiten und das am besten, indem ich ihn quälte.

„Lass Lucien da raus! Der kann dafür nichts, gar nichts!“, brüllte ein entfesselter Potter zornig.

„Lucien hier und Lucien da… scheiß Balg!“, keifte ich zurück.

Er brachte mich völlig in Rage und mir war es egal. Für so ein Verhalten musste er verhext werden. Meine Slytherins würden sich das niemals trauen und wer es wagte, so weit zu gehen, hatte mit den Konsequenzen zu leben.

Entschlossen wirbelte ich um die Ecke mit erhobenem, gezogenen Zauberstab, zielte genau.

„Crucio“, rief ich wieder wild entschlossen.

Im gleichen Augenblick sprang auch Potter hinter seinem Versteck hervor, sodass mein Fluch ihn am Arm erwischte und er aufkreischend strauchelte, denn sein aufgeschnittenes Bein schien auch zu schmerzen, als er auf dem klitschnassen Boden ausrutschte und unsanft auf den Hintern fiel. Ich wollte meinen Vorteil nützen und den Cruciatus voll auf ihn lenken, denn ich hatte Potter gerade besiegt.

„HARRYYYYY!“, kreischte plötzlich dieser unselige, potthässliche, viel zu pummelige Geist mit der dicken Brille ohrenbetäubend und fuhr urplötzlich durch mich hindurch, dabei durchlief mich ein schauerliches, ablenkendes Kältegefühl, das meinen ganzen Körper betraf, meine Konzentration, die dieser Folterfluch brauchte, ging bei dieser Durchwanderung von dieser unerträglichen Myrte verloren und da erkannte ich mit Entsetzen, dass Potter nun schlotternd, da vollständig durchnässt, aber auch wildentschlossen in die Offensive ging und seinen Fluch gekonnt und zielsicher auf mich abfeuerte.

In einem Sekundenbruchteil registrierte ich, dass er mich treffen würde, noch bevor ich mich würde schützen können, da der Geist mich noch immer in meiner Reaktion behinderte, dies spielte sich rasant ab. Ich versuchte trotz allem, dem Fluch in letzter Sekunde zu entkommen, spürte jedoch wie er mich voll in die Brust traf und ging quasi augenblicklich unter dramatischen Schmerzen zu Boden.

Ich landete platschend im Wasser, denn mittlerweile war der ganze Boden mit einer hohen Wasserschicht bedeckt und keuchte auf, vor unsäglichen Schmerzen. Erschrocken und selbst noch wütender auf mich, dass ich den unseligen Geist in meiner Raserei vergessen hatte, landete ich im kalten Nass. Es war unendlich demütigend, dass Potter es wirklich geschafft hatte mich zu treffen, MICH, Draco Malfoy, der sonst eher ihn ausbildete und übertrumpfte anstatt er mich. Ich blickte ungewohnt gleichgültig trotz der Schmerzen an mir herab um das zerfetzte Hemd, das sich sehr rasch rot von meinem Blut färbte, zu betrachten.

Keuchend stieß ich die angehaltene Luft aus, da der Schmerz heiß, ziehend durch meinen Körper raste. Ich wusste nicht, welchen Fluch Potter verwendet hatte, nur eines wusste ich, es war ein schwarzmagischer und dies offenbarte mir deutlich, auch Potter war skrupelloser geworden, eindeutig, denn früher hätte er einen solchen Fluch weder gekannt noch in einer solchen Situation eingesetzt.

Sollte ich mich freuen, dass wir ihn härter machten?

Potter jedoch schien selbst über die Ausmaße seines Spruchs überrascht und dass er es geschafft hatte so gut zu treffen, während ich vor Schmerzen schon verschwommen sah und flach atmete, da mir aufgrund des rasanten Blutverlusts schwindelig wurde.

Da hörte ich das hektische Platschen als auch schon Potter schlitternd zu mir herüber eilte, aber ich ließ meinen Kopf in das Wasser sinken, weil mir erstaunlich schlecht wurde. Das Blut schien sehr schnell aus mir heraus zu laufen. Ich versuchte mich schwerfällig zu erheben, doch allein bei dem Versuch mich aufzurichten schwanden mir fast die Sinne und ich sackte nun von einem entsetzt aussehenden Potter gestützt zurück auf den Boden.

„Potter!“, knurrte ich noch unversöhnlich böse, bevor ich leicht weg driftete.

Dracos Sicht Ende

Severus Sicht

Nachdem uns das Biest mitgeteilt hatte heute die Schule zu verlassen um ihren Verspechen Lucius gegenüber nachzukommen, war ich gespannt, was für Dramen wieder folgen würden. Diese beiden zusammen waren ein desaströses Desaster, aber ein unterhaltsames, das bedeutend mehr Vergnügen bereitete zu beobachten als die unfähigen Schüler, die gerade vor meiner Nase rumhüpften und eher sich selbst ausschalteten denn ihre Gegner. Es war ein unsägliches Trauerspiel, das sich vor mir abspielte, bis ich bemerkte, dass ich überzogen hatte und das Abendessen gleich beginnen würde und so entließ ich die Gruppe erleichtert, bei der Hopfen und Malz verloren war, alles inkompetente Individuen.

Sie sollten sich in einem Kampf entweder sofort ergeben und auf das Mitgefühl des Gegners hoffen, oder doch gleich die Flucht ergreifen. Mit viel Glück und bekanntlich war jenes auf der Seite der Dummen, würden sie vielleicht sogar lebend entkommen.

Während ich nun die verlassenen Korridore mit wehendem Umhang entlangschritt überlegte ich, dass Draco sie mit seinem Besitzanspruch, seiner Eifersucht und seinem erzürnten Verhalten nur noch mehr zu Lucius trieb, aber mittlerweile war mir das fast gleich. Ich hatte oft genug gesehen wie Lucius und sie umeinander schlichen und ich fürchtete fast, es war unausweichlich, dass sie zueinander fanden, denn ein Malfoy bekam immer das was er wollte! Und ich kannte keinen Mann, der wie Lucius verstand, sich alles rücksichtslos zu holen was er begehrte. Die Frage war nur, würde sie das mitmachen?

Oder widerstehen können? Doch seitdem mir mit meinem Zeichen bewusst war, dass dies meine Position nicht verändern würde, da Lucius noch weniger Probleme hatte mit mir zu teilen als Draco, hatte ich aufgehört Lucius als Problem anzusehen.

Ich konnte und wollte nicht aufhalten was nicht aufzuhalten war und würde wie immer den gut unterhaltenen Beobachter spielen. Ich schätzte es, wenn die Dramaqueens zu meiner Belustigung eine Komödie der besonderen Art spielten.

Als ich durch den leeren Korridor ging, in dem auch das Bad der maulenden Myrte lag, trafen meine schwarzen Schuhe plötzlich schmatzend im Wasser auf, weswegen ich abrupt innehielt und angeekelt das Gesicht verzog, da zu meinem Leidwesen der halbe Korridor unter Wasser stand. Verärgert schnitt ich eine Grimasse, denn ich vermutete stark, dass Peeves einen seiner nicht lustigen Streiche spielte und wieder einmal die Toiletten verstopft haben könnte, als ich auf einmal das kreischende Gejammer dieses unerträglich wehleidigen Geistes hörte. Warum musste ich hier entlanggehen?

Warum keiner der anderen Lehrer, fragte ich mich noch mitleidig, als ich plötzlich unter der Tür der Toilette Lichter hervorleuchten sah.

Ich tat mir schrecklich leid, dabei kam mir der gehässige Gedanke, sollten es Plagegeister von Schülern sein, die in ihrer stupiden Art dachten, es wäre ein Spaß die Toiletten zu fluten dann könnte ich meine Laune an ihnen auslassen. Entschlossen rauschte ich auf die Tür zu und stieß sie wasseraufpeitschend auf, darauf vorbereitet, die Delinquenten oder auch Peeves gleich verbal niederzumachen, doch dann blieb ich wie angewurzelt einen Augenblick in der Tür stehen und versuchte die Szenerie vor mir in ihrer Gesamtheit zu erfassen.

Das durfte doch nicht wahr sein, gerade die beiden. Wie konnten sie so unglaublich minderbemittelt sein? Wie konnte Potter? Na gut, von dem erwartete ich es nicht anders, dass er dumm war, denn dass es nur seine Schuld sein konnte stand für mich fest, aber dass Draco derart unbedarft sein würde, sich an einem öffentlichen Ort mit Potter zu schlagen?

Wütend donnerte ich die Tür hinter mir zu.

„Professor… schnell, ich wollte gerade Hilfe mit meinem Patronus herbeirufen!“, haspelte der klatschnasse Potter atemlos und wirkte vollkommen entsetzt über Dracos wahrlich dramatische Verletzungen.

„Was ist hier passiert? Habt ihr sie noch alle?“, polterte ich dunkel, aber ich wartete keine Antwort ab, sondern eilte auf den im Wasser am Boden liegenden Draco zu, während Potter mich einfach nur sehr erleichtert anstierte und seine unglaublich tollpatschigen Versuche die Verletzungen zu heilen einstellte.

Ein Blick von mir genügte um zu erkennen, dass Potters Heilversuche nicht ausreichen würden für diesen schwarzmagischen Fluch, der Draco getroffen und aufgeschlitzt hatte, schließlich war dies der Grund dieses Fluches. Draco derweil schien am Rande der Bewusstlosigkeit zu sein, jedenfalls reagierte er nur schwach auf mein Erscheinen und während Potter mich nur wortlos anstarrte, verblutete Draco langsam, aber sicher. Ich war fassungslos über so viel Inkompetenz.

„Weg da, Potter!“, wies ich emotionslos, kalt an und ging neben meinem Patensohn in die Knie, dabei durchnässte das eisige Wasser meine Stoffhose, während Potter langsam zur Seite rutschte.

Draco verlor viel zu schnell und zusehends Blut. Er würde verbluten, das stand fest. Entschlossen riss ich die spärlichen Reste seines Hemdes auf und die Knöpfe flogen durch die Luft. Ich erkannte tiefe, sehr tiefe Schnittwunden, wie von einem magischen Schwert geführt.

Ich kannte nur einen Fluch, der derartige Verletzungen hervorrief und gegen die normale Heilmagie immun war. Offensichtlich war dies einer meiner erfundenen Zauber, MEIN Sektumsempra, doch warum Potter so dumm war, diesen gegen Draco einzusetzen, erschloss sich mir nicht so ganz.

Aber das war nun auch egal, wenn ich Draco retten wollte, sollte ich keine Zeit verlieren, somit krempelte ich schnell und mechanisch meine Ärmel hoch, entblößte gleichgültig mein Dark Mark, während ich den im Weg knienden Potter niederstarrte.

„Machen Sie mir endlich Platz!“, fuhr ich Potter haltlos an und dieser stolperte in dem Wasser zurück um dann ungeschickt auf seinem Hintern zu landen.

Nun erhob sich Potter geradezu als hätte ich ihn gestochen oder ähnliches und sprang hektisch zurück. In der Zwischenzeit hatte ich meinen Zauberstab gezogen und begann nun die alten, schwarzmagischen Heilgesänge, denn anders würde man die Fluchschnitte nicht schließen können.

Ich intonierte in einer endlosen Litanei die rituellen Gesänge und ganz langsam schlossen sich die Schnitte, während ich spürte wie die Magie floss und meine eigenen Kräfte geringer wurden. Ich wurde regelrecht ausgezehrt, als ich Draco heilte, wobei mir nun der Schweiß über die Schläfe lief und ich konzentrierend die Augen schloss, während meine Lippen sich fast lautlos, singend bewegten. Aber es half und schließlich hatte ich die Wunden vollständig geschlossen und die Blutung innerlich wie äußerlich endgültig gestoppt. Nur noch dicke, wulstige, rote Striemen auf der blassen Haut zeigten, dass er noch gerade große, tiefe Schnitte in seiner Brust gehabt hatte. Erlöst keuchte ich auf um leicht schwankend nach von zu fallen und mich mit der Hand im blutroten Wasser abzufangen.

„Sir…?“, krächztest ein sichtlich unsicher und sehr verängstigt wirkender Potter und ich blinzelte wütend unter meinem langen Haar, das mir wirr ins Gesicht hing, zu ihm durch.

„WAS?“, hisste ich rau, als ich mich schwer, wie ein alter Mann aufraffte und mir das Haar ungeduldig mit der nassen Hand aus dem Gesicht strich.

„Wird, wird er wieder?“, fragte er stockend, dabei warf ich nur einen scheelen Blick zu dem personifizierten schlechten Gewissen und beugte mich besorgt zu dem noch blasseren Draco, als er gewöhnlich schon war. Schnell zückte ich einen Blutbildungstrank, da ich immer die nötigsten Tränke bei mir hatte, seitdem der Lord wiedergekehrt war. Ich flößte dem Bewusstlosen diesen ein, danach schwang ich meinen Stab und levitierte ihn, bevor ich mich triefendnass zu Potter wandte und ich wollte nicht wissen, wie finster ich aussah, denn der Junge kniff furchtsam die Augen hinter seiner runden Brille zusammen und versuchte meinem Blick auszuweichen.

„SIE beseitigen dieses Chaos hier! Und bringen Sie diesen unseligen Geist dazu zu schweigen, sollte sie irgendetwas hiervon verbreiten, werde ich dafür sorgen, dass die Geisterbehörde im Zaubereiministerium ihren Aktionsradius noch weiter einschränkt, dann wird sie sich gar nicht mehr von hier fortbewegen können!“, befahl und orderte ich schroff, dabei drohte ich offen, mir durchaus bewusst, dass dieser unerträgliche Geist genau zuhörte, auch wenn ich sie gerade nicht ausmachen konnte. Als ich erlebte, wie Potter seinen Mund öffnete, wartete ich gar nicht mehr ab wie Potter reagierte, sondern verließ umgehend mit dem bewusstlosen Draco die überflutete Toilette.

Ich drohte dem Geist, da jeder Lehrer wusste, dass Myrte mit ihrer Rache nach ihrem Tod an ihrer Mitschülerin übertrieben hatte, als sie diese selbst nach Hogwarts verfolgt hatte und dieser in ihr Leben folgte, so dass sich das Mädchen gezwungen gesehen hatte, Hilfe im Ministerium zu erbitten um sich vor dem rachsüchtigen Geist zu schützen. Die Behörde hatte dies getan, indem sie Myrtes Aufenthaltsort auf Hogwarts festgelegt und sie magisch an diesen Ort gebunden hatte.

Sie konnte sich hier aber genauso wie die anderen Geister frei bewegen, auch wenn sie ihren Todesort bevorzugte, aber wenn man sie für immer auf diese paar Quadratmeter bannen würde, wäre dies wohl die größte Strafe für einen Geist.

Aber nun eilte ich weiter, hier konnte ich nicht mehr für Draco tun und am besten würde er in der Krankenstation aufgehoben sein, so würde es am wenigsten Fragen geben, wenn ich log sogar noch weniger. Schnell eilte ich weiter, denn ich kannte die verehrende Wirkung, die dieser Fluch für seine Gegner bedeutete, hatte ich ihn doch selbst in einer meiner genialeren Stunden meines Lebens erfunden.

Während ich den Bewusstlosen levitierte, konnte ich ihn leise murmeln hören, wie er immer wieder ein Wort hauchte: „Lucien“!

Wer war Lucien? Ich konnte mir kaum vorstellen, dass er Lucius sehen wollte!

Als ich nach meiner Ankunft Madame Pomfrey kurz schilderte, dass ich den Jungen in einem der verlassenen Korridore gefunden hatte und er augenscheinlich einen Kampf verloren zu haben schien und schmählich von seinen Angreifen liegengelassen worden war. Ich erzählte, dass er viel Blut verloren und ich ihn soweit geheilt hatte, sowie dass ich ihm einen Trank zur Blutbildung gegeben hatte, danach geriet die ältere Dame sofort in Wallungen, wie nur sie oder Molly Weasley dies schafften und nahm sich unerträglich mütterlich, geschäftig Dracos an, während sie empört vor sich hin schimpfte, dass die Jugend von heute keine Ehre mehr hätte.

Nachdem ich nun Draco sicher verwahrt wusste, verließ ich eilig wieder die Krankenstation und kehrte zurück in das erstaunlicherweise auf magische Weise reparierte Bad der maulenden Myrte. Selbst auf dem Flur draußen im Gang hatte der Delinquent dran gedacht, die verräterischen Spuren der Überschwemmung zu beseitigen, anscheinend hatte ihn der Nahtod seines Gegners geholfen, sein verlorengegangenes Gehirn kurzzeitig wiederzufinden, wobei es mich erstaunte, dass er es jemals hatte verlieren können!

Denn an sich würde ich es Potter großmütig absprechen, überhaupt etwas so elementares wie Hirnmasse zu besitzen und meinem bescheuerten Patensohn gleich mit.

Wie konnte sie dermaßen die Kontrolle verlieren? Wenn nicht ich sie gefunden hätte? Sondern Flitwick, McGonagall, Sprout, Filch oder als absolute Krönung Dumbledore?

Potter stand nun noch immer vollständig durchnässt mitten im Raum und wirkte leicht verloren. Sich selbst hatte er vergessen wieder instandzusetzen und ich rollte betroffen über derartige Blödheit die Augen, als ich dramatisch wie ein Rachegott hinein rauschte, die Tür endgültig hinter mir zu donnerte und einen Privatssphärezauber sprach. Auch wenn der Geist weg war, brauchte ich keine Lauscher. Ich war gründlich, ich war weitsichtig, ich war VORSICHTIG.

„Sie Idiot! Sie hätten ihn fast getötet, wie können Sie so unsäglich dumm sein, sich hier zu duellieren, hier zu kämpfen und diesen Spruch zu verwenden? Schwarze Magie an einem öffentlichen ORT! SIE!!! Sie sind ein hirnamputierter Idiot sondergleichen, Potter, schlimmer als Ihr Vater. Sie dürfen nicht auffliegen, nie und dann tun Sie so was Hirnverbranntes?“, schnarrte ich dunkel und das war umso bedrohlicher, da ich meine Stimme keine Sekunde erhob , wobei Potter von Wort zu Wort kleiner wurde.

„Was denken Sie, würde SIE mit Ihnen tun, wenn ihm etwas passieren würde?“, spie ich ihm ins Gesicht, darauf nuschelte er etwas vor sich hin, dass ich nicht verstehen konnte.

„Potter, ich weiß nicht, wie Sie auf die glorreiche Idee verfallen, dass ich das Gehör eines Vampires besitze!“, ätzte ich verächtlich, was dem jungen Vater die Schamesröte ins Gesicht trieb.

Da ich ihm letztens mit einem Fluch all das bildlich vor Augen geführt hatte was das Biest alles wegen ihm erlitten hatte und wovon ich Zeuge geworden war, wusste ich, wie sehr er es hasste wenn ich seinen Wall durchbrach und Legilimentik an ihm anwandte, deshalb griff ich ihn aus reiner Boshaftigkeit und zur Strafe mental an.

Ich wollte ihn bloßstellen und sehen wie der Kampf abgelaufen war. Also fixierte ich ihn starr mit meinem Blick, den er treudoof erwiderte und versuchte, vehement in seinen Geist einzudringen. Er erkannte was ich tat, das sagte mir sein erschrockener Blick nach einer Sekunde, aber zu meinem Genuss erwiderte er meinen Blick irritiert und versuchte nicht tatkräftig mir zu entkommen, doch auch wenn seine Mauern standen, war er längst nicht so gut wie ich, keiner, außer vielleicht der Lord und Lucius sowie Hermione waren darin so begnadet wie ich, schließlich lagen Jahre des Trainings als Spion für meine eigene Sache hinter mir. Potter sträubte sich verbissen, doch dann schaffte ich es eine Schwachstelle in seiner Schutzmauer zu finden und nutzte diese brachial, um sie gewaltvoll einzureißen.

Potter stöhnte leidend unter dem Druck und wollte den Blick abwenden, doch ich war schneller, war bei ihm und hielt sein Kinn mit eisernem Griff fest.

„Sie werden mir jetzt zeigen was passiert ist!“, zischte ich fordernd.

Er sträubte sich weiter und verzog das Gesicht zu einer abweisenden Fratze, doch ich gab nicht nach, bis ich vor meinen eigenen Augen sehen konnte wie sich das Drama abspielte, wie Draco sich gehen ließ, einen Cruciatus außerhalb von Slytherin sprach, was idiotisch war und dass er nicht traf, fast unverzeihlich.

Wobei Potter nur großes Glück dank des ablenkenden Geistes gehabt hatte, sodass er es geschafft hatte, Draco zu treffen.

Ich unterbrach widerwillig die Verbindung, denn ich hatte gesehen was ich wollte, wobei ich konsterniert den Kopf schüttelte. Es hatte mich bisher nie interessiert, wie dieses Balg von Potter und dieser Greengrass hieß, aber soweit ich dem Konflikt hatte folgen können, sollte Potters Bengel wahrlich LUCIEN heißen!

Ja, hatten die dort alle einen Vogel?

Wieso sollte Potter zulassen, dass sein Sohn wie ein verkappter Malfoy hieß? Das ergab für mich gar keinen Sinn und so verengten sich meine Augen zu misstrauischen Schlitzen als ich den Delinquenten vor mir fassungslos maß.

„Potter, Ihr Sohn heißt Lucien? Lucien Potter?“, hauchte ich ungläubig.

„Ähm… ja, Sir! Lucien Sirius Potter!“, stotterte Potter sichtlich irritiert, dass ich auf das als erstes zu sprechen kam, bei der Erwähnung des mittleren Namen verzog ich leidvoll meine Züge, denn dieser Köter und seine Erinnerung würde mich wohl mein Leben lang verfolgen.

„Warum sollten Sie das tun?“, forschte ich lauernd nach.

„Warum sollte ich es nicht tun?“, erwiderte Potter erstaunlich stur, obwohl er gerade noch so verängstigt gewesen war.

„Potter, Sie schweben gerade auf dünnstem Eis, das ist Ihnen wohl gegenwärtig, wenn Sie nicht reden, werden Sie leiden!“, drohte ich ihm samten, dabei durfte ich erleben, wie Potter eher grünlich im Gesicht wurde. Er wusste seit dem Desaster im Wald strapazierte er meine Nerven über Gebühr und sollte er es nun zu weit treiben wäre ihm meine kreative Rache sicher.

„Sir… das war Malfoys Forderung, um die Patenschaft über meinen Sohn anzunehmen!“, wisperte der sichtlich unwohle, junge Mann und kniff dann furchtsam die Augen zusammen, als hätte er Angst von mir sofort verhext zu werden.

Und die Sorge war noch nicht mal so unbegründet. Ich war konsterniert, perplex und wie vor den Kopf geschlagen.

Die Patenschaft hatte ich total verdrängt und vergessen! Ich hatte mich dafür nicht interessiert und war ignoranter-, arroganter- und selbstverständlicher Weise von Weasley ausgegangen, oder von der kleinen Greengrass vielleicht, selbst das Biest hatte ich gedanklich kategorisch ausgeschlossen.

Diese Wahrheit war brachial und brutal und wenn ich mich nicht so gut unter Kontrolle gehabt hätte, dann hätte Potter mich sprachlos erleben können, so aber sah er eine grimmige Maske und diese neue Offenbarung schob ich ganz tief weg. Fürs erste blieb erst mal nur noch die Frage, wie ich ihn bestrafen konnte, mal abgesehen davon, dass Draco ihn auch bestrafen würde und an das Biest wollte ich gar nicht denken.

Potter und sein Weib machten in letzter Zeit nur Ärger, aber warum sollte ich mir groß an ihm die Hände schmutzig machen? Das Biest würde dies für mich bestimmt erledigen!

Ich hatte in seinem strohdoofen Kopf das Buch gesehen, mein Tränkebuch, das er sich vor langer Zeit aus dem Schrank im Klassenzimmer entnommen hatte. Natürlich hatte ich gewusst, dass er es hatte und es war mir egal gewesen, ehrlich gesagt hatte ich mich darüber amüsiert, dass er es hatte und ehemals nicht wusste, wer ihm da beim Brauen half, doch jetzt war wohl der richtige Zeitpunkt, um mein Eigentum zurückzufordern, kam mir diabolisch der böse Gedanke und so ließ ich ihn los. Sollte er doch Slughorn erklären, woher seine plötzliche Verschlechterung kam.

„Bringen Sie mir das Buch, Potter, bringen Sie mir mein Zaubertrankbuch!“, befahl ich frostig.

Potter schüttelte leicht benommen den Kopf, aber nicht um mir zu widersprechen, sondern um ihn wieder frei zu bekommen. Er hatte bestimmt große Kopfschmerzen. Mit großen, wässrigen Augen sah er mich kurz an, dann fing er sich wieder, aber drehte dann den Blick doch beschämt weg.

„Ja, Sir!“

Er wandte sich brüsk um und verließ mit hängenden Schultern die Toilette, um zu tun, was ich ihm angewiesen hatte, doch bevor er raus war stoppte er noch einmal abrupt.

„Wird Malfoy wieder?“, kam es dann doch noch rau und zaghaft von ihm.

Ich nickte nur knapp als Antwort und Potter ging und wenig später war auch ich in meinen Gemächern und sinnierte über die dramatische Wankelmütigkeit des Schicksals.

Ein Malfoy war Pate für einen Potter, das war unsäglich. Lucius würde Draco erwürgen sollte er ihn in die Hände bekommen, denn wir nahmen diese Bürde durchaus ernst und sollte etwas mit Potter passieren, was mehr als wahrscheinlich war, wenn man Dumbledores Vorhaben den Mann zur Schlachtbank zu führen mit einberechnete, war es sogar gegeben, dass ihm etwas passieren würde, dann hätten wir das Balg an der Backe.

Das war… unverständlich. Warum Draco diese Aufgabe auf sich nahm, hatte SIE es gefordert?

Und dann auch noch dieser Name! Wobei, an sich war es fast komödiantisch, ein Potter mit Namen Lucien, an sich war Draco bösartig, sehr gemein, dass er Potter nie vergessen ließ.

Was würde Lucius nach dem ersten Schock sagen? Würde er es zu schätzen wissen, oder wüten?

Dass man diese Bagage aber auch keine Sekunde aus den Augen lassen konnte, auf der anderen Seite war eine Konfrontation mit ungewissen Ausmaßen durchaus schon überfällig von beiden Seiten, denn dass Draco sowie Potter so lange durchgehalten hatten, eitel Sonnenschein zu verbreiten, war schon fast unglaubwürdig geworden. Das hier passte viel besser zu ihren sturen und eigenwilligen Charakteren und ihrem aufbrausenden Temperament. Ich stöhnte leidvoll auf und trank rasch einen Schluck, bevor ich die müden Augen schloss und dem prasselnden Feuer lauschte.

Severus Sicht ende

Hermiones Sicht

Ich stand da und machte mich mit großer Sorgfalt zurecht und gab mir viel Mühe. Wenn Lucius mir schon ein derartiges Geschenk schickte und es wieder zu einem Drama ausartete, dann wollte ich es genießen es zu tragen und mein Spiegelbild gab mir recht, ich sah gut aus, nur mein Haar brachte mich heute zum Verzweifeln, ich fand mich einfach nur struppig! Lucius hatte mir ein extravagantes, schwarzweißes, kurzes Kleid mit tiefem Rückenausschnitt, lange, schwarze Handschuhe, schwarze Lackheels, lange, moderne weißgoldene Ohrringe mit schwarzen Obsidianen und zu allem Überfluss einen schwarzen Spitzenslip, einem Hauch von Nichts, zukommen lassen, was ich nun alles trug.

Ich fuhr mit Todesverachtung in meine lockigen Haare und hob sie genervt hoch. Das war auch Schrott und daher griff ich genervt zu meinem Zauberstab und hexte fröhlich drauflos, bis mir zu dem Kleid ein ganz gerader Pagenkopf mit schwarzem Haar gefiel. Schließlich beendete ich meine Frisurexkursion und legte mir den langen, aber leichten unauffälligen, schwarzen Trenchcoat über, bevor ich meinem „Geminio“ einen kalkulierenden Blick zuwarf, der im Bett selig schlief. Wie gut, dass es Magie gab.

Also schlich ich ungesehen, da unsichtbar, durch den Gemeinschaftsraum, wobei ich mich noch wunderte, dass ich Harry nicht ausmachen konnte. Wo steckte er?

Daphne durfte er nicht sehen. Aber gut, dafür war nun keine Zeit, denn ich wollte Lucius nicht warten lassen.

Dafür erwartete mich im Manor doch eine große Überraschung der besonderen Art, denn ich wurde nicht erwartet und so lag auf dem runden Tisch unter dem ausladenden Blumenschmuck eine Karte. Auf weißem Pergament waren nur wenige Worte mit grüner Tinte geschrieben:

Liebes,

ich möchte, dass du mich in „M-Inc.“ aufsuchst!

LM

Diese mehr als kurze Aufforderung ließ mich beinahe verärgert die Stirn krausziehen, was sollte das werden? Eine Schnitzeljagd? Ich wusste doch gar nicht, wo seine bescheuerte Firma ansässig war! Es hatte mich nie interessiert und was sollte dies für ein Beginn sein? Indem ich ihn von der Arbeit abholte?

Sonderbar!

Außerdem, seit wann bedachte er mich wieder mit seinem Kosenamen für mich, seit wann war ich wieder „Liebes“? Sollte ich mir Sorgen machen, dass Lucius wieder nett und somit noch undurchsichtiger wurde? Ich traute dem Frieden, sollte es heute einer sein, jedenfalls nicht.

Ich erlaubte mir ein genervtes Stöhnen, als ich ergeben apparierte um Lucius zu finden und das am besten nach London, denn ich war mir sicher, dass er dort das Zentrum seiner Macht aufgeschlagen hatte.

Hermiones Sicht ende

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Kapitel 330-331 Queeniesig-1


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BeitragThema: 331. Kapitel Über den Wolken der Macht   Kapitel 330-331 EmptyFr Nov 30, 2012 4:34 am

331. Kapitel Über den Wolken der Macht


Lucius Sicht

Ich war von Unfähigkeit umgeben und sie war allumfassend und stets gegenwärtig, also saß ich gebeugt über den Unterlagen, die meinen Schreibtisch übersäten und kontrollierte penibel die Zahlungsabläufe, als es sachte klopfte und ich sofort meine persönliche Assistentin an dem leisen, aber bestimmten Ton ein Stockwerk tiefer ausmachte.

„Ja!“, murrte ich dunkel, wobei ich nicht mein Haupt erhob. Sie vernahm es und stieg dann die breite, großzügige Wendeltreppe hinauf, die mein Reich von dem Rest des Unternehmens trennte.

„Eine junge Dame ist hier… ich glaube, es ist Ihr Besuch, Sir!“, kam es betont neutral von meiner langjährigen Angestellten, die vom ersten Tag an gelernt hatte, nicht zu viel zu fragen. Sie war eine muggelstämmige Hexe, in einem reiferen Alter. Mrs Muller war von mir aufgrund meiner weitreichenden Geschäfte auch zu den Muggeln absichtlich ausgewählt worden, denn meine Assistentin sollte sich nicht derart dämlich mit der Muggelkleidung oder auch ihren Gerätschaften anstellen, wie es einigen Magiern innewohnte, sich lächerlich zu machen, etwas was ich als absolut demütigend empfand.

Wie gesagt war die leicht an den Schläfen ergraute Dame im Alter von Mrs Weasley, da ich es bevorzugte wenn meine direkten Untergebenen nicht zusammen mit mir die Schule besucht hatten. Nun, diese Dame konnte nicht auf eine derart ausladende Kinderschar blicken wie eben Mrs Weasley und zeigte eine sehr gut erhaltene Gestalt, während sie alle mein Wünsche bisher sofort und diskret zu meiner absoluten Zufriedenheit erfüllt hatte.

„Dann führen Sie sie herein!“, befahl ich und zeigte mich gleichgültig und sah gar nicht auf, während aber mein Blick unter meinen Lidern neugierig zur Uhr huschte, damit ich ausmachte wie lange sie gebraucht hatte um mich zu finden.

Sie war erquickend flott gewesen, aber was sollte ich von ihr anderes erwarten?

Mein Gebäude lag im Londoner Financial District. Es war ein gläserner Wolkenkratzer, der sich hoch in den Himmel, in die Wolken hinein schraubte und so gar nichts mit der schiefen und bedenklichen Bauweise der Magie in der Diagon Alley am Hut hatte, wenngleich es an sich zwei externe, sich umschlingende Türme waren, da ich darauf geachtet hatte, meine beiden Betätigungsfelder nebeneinander zu legen.

So war der eine Turm, der mit dem hellen Fenstern, der Muggelteil und der Turm mit den dunkel verglasten Fenstern der magische Teil meiner Firma. Natürlich war das Absicht, da die Gläser so verzaubert waren, dass man nichts sah, auf beiden Seiten nicht, denn einige wussten nichts und andere wussten mehr, aber an sich wusste niemand alles! Aber vor allem durfte niemand die flatternden und umherschwirrenden Memos sehen, die im magischen Turm von einem Ort zum Anderen surrten.

Ich fand es immer wieder inspirierend, mein Bürohochhaus anzusehen. Es bestand eigentlich aus zwei Türmen, die sich im oberen Drittel zu einem vereinten und umeinander gedreht waren. Das gesamte Gebäude war eine architektonische Meisterleistung. Wo sich symbolisch in den letzten 5 oberen Etagen die Türme zu einem verengten hatte die gemeinsame Geschäftsleitung ihren Sitz. Diese wusste natürlich wieder mehr, aber halt wieder auch nicht alles nur ich, der über allem thronte, wusste tatsächlich alles und hatte die komplette Übersicht.

Sehen konnten sowohl Muggel als auch Zauberer beide modernen, verglasten Türme, doch wollten die Muggel den magischen Turm betreten, in dem der Zaubererteil meines Unternehmens seinen Sitz hatte, wehrten starke Verwirrungszauber sie ab. Urplötzlich wollten sie dann doch den anderen Eingang nehmen und hielten sich so von dem magischen Turm fern und sollte ein Muggel doch mal diesen Zauber überwinden, so sah er große Warnschilder, die ihm klar machten, dass dieser Eingang geschlossen war, weil dort Bauarbeiten stattfanden und er wurde zum anderen Eingang gelost , nur Magier sahen den wirklichen, prunkvollen Eingangsbereich. Der zweite Turm, der magische, war nicht wirklich verglast und ultramodern, schließlich wollten wir die Magier nicht abschrecken, aber er wirkte auf jeden Muggel ebenso wie deren Turm.

http://www.google.de/search?q=jugendstil+bahnhof&hl=de&prmd=imvns&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ei=6oNMUJWxEoj4sgbo_4CgDQ&ved=0CAoQ_AUoAQ&biw=1024&bih=455

Der Muggelteil war zeitgemäß gestaltet, mit viel Glas, schwarzem Marmor und Stahl, sehr luftig mit viel Technik und modernem Hightech. Der andere, der magische Turm, war eher in Erinnerung an den Jugendstil gehalten, an die Bahnhofshallen Anfang des 20. Jahrhunderts, also zwar auch mit Stahl gearbeitet, aber dieser war verschnörkelt und es gab auch mehr Holz denn Glas. Wir wollten den Magiern doch mal keinen Kulturschock verpassen.

Mir selbst fiel es erstaunlich leicht, zwischen den Welten zu wandeln und mich in beiden zu behaupten, vielleicht war es mir aber auch nur derart spielend gegeben, da die Sprache des Geldes jede Welt ganz eigen für sich verstand? Ich war in diesem Fall sehr desillusioniert und wusste schlussendlich, jeder war käuflich und hatte seinen Preis!

Aber nun zu meinem privaten Reich! Mein Büro war riesig, weitschweifig und ausladend, um nicht zu sagen fast zu groß. Es war rund und umfasste an sich das komplette Stockwerk beider sich vereinigender Türme. Der große, vordere runde Teil mit Blick auf die Themse, Financial District und mit Blick Richtung Parlament war mein Büro, in dessen Mitte ich zentriert thronte.

Um meinen Arbeitsplatz herum waren fünf Säulen angeordnet, die je für einen Kontinent standen und die Ortszeit der jeweiligen Filiale auf dem Standort anzeigten.

Links und rechts in meinem Rücken gab es zwei Bodenvertiefungen, die circa ein halbes Stockwerk unter dem eigentlichen Büro lagen. Auf der einen Seite befand sich dort ein Konferenz- und Esstisch. Sollte ich Hunger bekommen oder Gästen tatsächlich in meinem Heiligtum etwas anbieten wollen, was nicht oft geschah und links lag eine gemütliche Couchrunde in dunkelgrünem Leder. In deren Mitte befand sich eine freizugängliche, offene Feuerstelle, fast wie ein Lagerfeuer, aber dies war ein sehr innovativer, moderner, offener Kamin, der auch ans Manor angeschlossen war und mir somit auch als Transportweg diente.

Genau gegenüber dieser „Versammlungsecke“, also genau am anderen Ende der großen, obersten Etage der Türme, befanden sich eher privaten Räume, die aber so gestaltet waren, dass sie mir nicht die Möglichkeit eines Rundumblickes nahmen. Durch eine Milchglaswand abgetrennt befanden sich dort ein Bad sowie eine kleine Ankleide und ein Ruheraum, den ich bei Gelegenheit zum Entspannen nutze. Es waren meine Ruheoasen, in die ich mich zurückzuziehen konnte. Die abtrennende Milchglaswand reichte jedoch nicht von Außenwand zu Außenwand, sondern ließ rechts und links einen breiten Durchgang frei, sodass quasi die Räume halb offen, entlang der Fensterfront begehbar waren und keine Türen hatten. So konnte man auch von diesen Räumen die beeindruckende Aussicht genießen.

Die einzige Verbindung zu den Türmen war die Wendeltreppe die in mein Vorzimmer, sprich mein Sekretariat führte, dem Mrs Muller vorstand.

Zu meiner Treppe gelangte man nur, indem man durch eine Tür kam und diese führte durch Mrs Mullers Büro und sie war der geborene Drache um wirklich nur die zuzulassen, die die Erlaubnis hatten um zu mir durchzudringen.

Mrs. Muller hatte ein mittig gelegenes Büro. Sie war die Person, zu der alle Fäden symbolisch zusammenliefen. Die rechte Tür in ihrem Raum ging zu meiner Muggel Sekretärin Nr. 2 und die linke Tür führte zu meiner magischen Sekretärin Nr. 1. Damit niemand durcheinanderkam und die zwei Welten nicht kollidierten, koordinierte Mrs Muller Sekretärin 1 und 2, um eventuelle Diskrepanzen in der Planung zu verhindern.

Doch diese Ebene der Türme unter mir beinhaltete nur die Büros der drei Sekretärinnen sowie den Empfangsraum und die zwei Fahrstühle. Erst zwei Ebenen unter mir befanden sich dann die Büros meiner beiden Stellvertreter, einen für jeden Zweig meines Imperiums und dort waren auch die Büros ihrer Sekretärinnen untergebracht.

Ein selbstzufriedener Blick meinerseits streifte nun durch mein ovales Büro, dabei schloss dieser fulminante Ausblick alle Ecken der Stadt ein, sodass ich einen Rundumblick auf London hatte.

http://dl.dropbox.com/u/59240814/B%C3%BCro.png

Mein Schreibtisch selbst war erschreckend schlicht und funktional und viel weniger barock und ausladend als im Manor, da er auf Zweckmäßigkeit ausgerichtet war und als riesig bezeichnet werden konnte. Dennoch verbarg er sehr wohl einen Computerschirm im Inneren. Wie schon gesagt, war mein Büro oval und somit gab es fast keine Wände, sondern nur Glas und damit das Panorama. Ich hatte bewusst auf Schnickschnack, Pomp und Pracht verzichtet und ließ einfach nur die Schlichtheit der Umgebung mit dieser Aussicht für sich sprechen.

Dafür waren die Materialen die erlesensten und edelsten, die man auf der Erde finden konnte. Wie immer hatte ich für mein Reich nur das Beste verwendet, wenn auch in einem völlig anderen Stil als im Manor, wo ich einerseits gern mit Pracht und Pomp angab und es auch genoss, mich von diesem ablenken zu lassen. Wie erwartet konnte ich nun entschlossene Schritte vernehmen und wie ihre leise Stimme zu Mrs Muller sehr neutral meinte:

„Danke!“, bevor sie die letzte Stufe der Treppe nahm und sich nun in meinem Reich befand.

„Liebes, verzeih, ich bin noch kurz beschäftigt!“, begrüßte ich sie lakonisch und wusste, noch war die Tür unten nicht ganz geschlossen. Da war wohl jemand neugierig und ich wollte es der Dame nachsehen, denn sie sah, hörte und wusste viel, aber solange sie schwieg und sich an die vertraglich vereinbarte Verschwiegenheit hielt, war es mir gleich und bisher hatte sie mich in dieser sowie in keiner anderen Beziehung enttäuscht, aber hätte sie das, wäre sie auch nicht mehr meine so enge Mitarbeiterin.

„Keine Bange, Lucius, ich hab Zeit, die Schnitzeljagd begann ja erst! Ich sehe mir dein Büro an… wobei, hier ist nicht viel… erstaunlich karg für deine Verhältnisse, Lucius… dann schau ich mir halt die unglaubliche Aussicht über die Skyline von London an!“, kam es zum Schluss hin spitz von ihr. Ich konnte viele verschiedene Emotionen in ihrer Stimme herausfiltern, diese reichten von einem süffisanten bis spöttischen Ton, bis hin zu tatsächlichem, überraschendem, ehrfürchtigem Erstaunen was ich hier vor langer Zeit aufgebaut hatte.

„Verspottest du mich?“, fragte ich sachte, mit noch immer gesenktem Haupt nach und zeigte mich betont kühl, wenngleich ich ihre verschiedenen Reaktionen unterhaltsam fand, musste ich ihr dies noch lange nicht offenbaren.

„Ich? Mhm… vielleicht, bedenke bitte, wie daheim im Manor dein Büro aussieht, da machst du Ludwig XIV ernsthafte Konkurrenz!“, amüsierte sie sich auf meine Kosten anscheinend vorzüglich, da sie leise kicherte und dann vernahm ich nun doch das leise Klicken der Tür im unteren Raum, als sie sich endgültig schloss.

„Ich mag die Abwechslung“, kommentierte ich lapidar und unterschrieb gerade schwungvoll die Erweiterung eines zusätzlichen Tränkelabors in den unteren, unterirdischen Abteilungen unserer magischen Einrichtung.

„Oh, das heißt, hier bevorzugst du deine minimalistische Seite? Wobei, der Muggelteil ist ja ebenfalls gigantisch…“, kam es ehrfürchtig von ihr und das sagte mir dann, woher sie gekommen war.

„Du hast also die Muggelwelt gewählt?“, fragte ich abgelenkt, da ich gerade überlegte, zu unterschreiben ob wir den Satelliten, der von den Chinesen in den Orbit geschossen werden sollte mitfinanzieren wollten, oder nicht?

„Ja, ich dachte mir, es wäre nicht so schlau, wenn mich, Hermione Granger, jemand aus der magischen Welt erkennt!“, schnaubte sie erstaunlich zynisch und ich schmunzelte über ihr legeres Gebaren, bevor ich ebenfalls wohlüberlegt meine Unterschrift unter den muggelbetreffenden Teil des Papiers setzte und gerade mehrere Millionen Pfund verplante.

„Schlaues Mädchen!“, lobte ich gönnerhaft wie nebenbei und griff zur nächsten Akte.

„Willst du mich beleidigen?“, fragte sie süßlich sanft, aber nicht wirklich berührt.

„Nein… gib mir eine Sekunde!“, bat ich abgelenkt und hatte noch immer nicht aufgesehen, da ich gerade die Information studierte, weil die Frage anstand, wie viel wir St. Mungos spenden würden. Unterdessen konnte ich aufgrund der Geräusche vernehmen, dass sie anscheinend die in der Milchglaswand verborgene Bar entdeckt hatte, wobei ich mich fragte welche? Da ich zwei versteckt hatte. Die eine war mit den erlesenen Getränken der Muggel gefüllt und die andere mit unseren magischen Getränken. Es war gar nicht so einfach, dies alles getrennt zu halten, sodass es nie aus Versehen zu einem unangenehmen Zusammenprall kam.

So vernahm ich nun, dass sie sich anscheinend entschieden hatte und sich etwas gluckernd einschenkte, um dann mit klappernden Absätzen zur Glasfront zu gehen, um den fulminanten Ausblick zu genießen. Sie stand am Fenster, um der untergehenden, rotglühenden Sonne zuzusehen, wie sie hinter den Häusern verschwand, dabei raschelte und rauschte es kurz, da sie hörbar einen Mantel auszog und geräuschvoll über die Couchlehne warf.

Gerade schloss ich die letzte, magische Akte. Ich hatte einen Betrag von 100.000 Galleonen für genug befunden, da sie schließlich meine verletzen DeathEater nicht verarzteten und wir oft genug spendeten. Ich beendete meine Arbeit, indem ich den Computerbildschirm, der gerade die Kursgänge des morgendlichen NYSE zeigte, in die Versenkung gleiten ließ und reckte nun mein Haupt interessiert in die Höhe, um sie zu mustern, da ich mir wünschte, zu begutachten wie sie in den von mir erwählten Kleidungsstücken aussah.

Ich geriet ins Stocken, als ich ihre strahlende Erscheinung fokussierte, die von dem Abendrot malerisch unterstrichen wurde. Das Kleid schmeichelte ihr sehr und gerade mit dem gewagten Rückenausschnitt, den sie mir zuwandte, war es ein Genuss sie anzusehen. Nur ein Detail rief Unwillen bei mir hervor.

Missbilligend verzogen sich meine Augen zu Schlitzen. Sie passte vorzüglich in meine Räume und ich konnte ein nun aufziehendes, zufriedenes Grinsen nicht unterdrücken, sie endlich wieder alleine für mich zu haben, ohne zu erwartende und ärgerliche Störungen oder unerwünschte Unterbrechungen, aber ich verzog noch immer über meine Entdeckung, die mir gar nicht zusagte, die Mundwinkel.

Ich erhob mich lautlos aus meinem breiten, bequemen Sessel und pirschte leise auf sie zu, darauf bedacht, keine großen Geräusche zu verursachen, während sie in der Betrachtung der Umgebung hoch über den Wolken vertieft war.

Ich erkannte an ihrer unmerklich veränderten Haltung, sie hatte schon bemerkt, dass ich mich näherte, aber sie reagierte nur minimal, nur zu bemerken wenn man wirklich darauf achtete, dass ich mich anschlich, sondern blickte noch immer ungerührt und stoisch in die Weite hinaus.

Dann erreichte ich sie und ihr Duft umfing mich. Es war ein Genuss, ihr wieder derart nahe zu sein wie in ihrer Suite und ich hatte sie viel zu lange entbehrt. Gierig sog ich ihren Geruch genüsslich ein, bevor ich mich hinter sie stellte und ebenfalls hinaus auf das Farbenspiel des Himmels blickte, bevor ich mich dann doch entschloss zu agieren. Ich neigte mich nah zu ihr, um einmal tief ihren Duft zu inhalieren, dabei berührte meine Nasenspitze fast ihr Ohr, etwas was sie sichtbar erschaudern ließ. Ihre Reaktion gefiel mir, aber auch die Tatsache, dass sie sich der Intimität nicht sofort entzog.

„Was hast du nur mit deinem Haar getan?“, wisperte ich rau und sie zuckte etwas weg, nach vorne, aber drehte sich noch immer nicht um.

„Du meinst mit dem Vogelnest… mhm…“, erwiderte sie erstaunlich rüde, was mich die hohe Stirn in widerwillige Falten legen ließ. Bellatrix war eine Vogelscheuche mit ihrem langen, zotteligen Haar, aber doch sie nicht.

„Bitte, ich mag deine Haare…“, meinte ich sehr ehrlich und strich gerade den messerscharfen Schnitt des geraden Bobs in ihrem Nacken nach, als sie perplex über meine offenen Worte herumfuhr.

„Bitte, du… das ist nicht dein Ernst, oder? Ich sehe manchmal wie ein Wischmop aus!“, echauffierte sie sich sichtlich und anscheinend konnte sie es wirklich nicht glauben, sie wirkte fast empört, als sich meine Mundwinkel kräuselten über die Erkenntnis, weil sie sich selten weiblich verhielt.

„Ich mag deine Locken, sie sind widerspenstig! Aber das bist du auch und mit ein wenig Mühe sehen sie gezähmt sehr schön aus!“, resümierte ich gönnerhaft und überheblich, dabei senkte ich meine bisher erhobene Hand von ihrem Haar und ließ sie sanft auf ihrer Schulter ruhen.

„Soll das eine Anspielungen sein?“, ätzte sie argwöhnisch und ich lachte amüsiert auf, da das Wort „gezähmt“ ihr anscheinend gar nicht schmeckte.

„Empfindsam heute?“, umging ich ihre provozierende Frage arrogant und zauberte mit einer eindeutig auffordernden Geste zu ihrer verschandelnden Frisur und beendete den Verwandlungszauber mit einem gewisperten Finite Incantaem. Nicht, dass sie ihr nicht stand, das nicht, aber ich mochte es, wenn sie sie selbst war!

„Hey… schau dir das an!“, empörte sie sich sehr über mein eigenmächtiges Handeln, als ihre Haare vor meine Augen wuchsen, länger wurden und sich wirr lockten, um nun voluminös herunterzufallen. Sie funkelte mich aufgebracht an. „Und was soll ich jetzt machen? Arrrg… wo ist hier ein blödes Bad?“, fauchte sie erregt und ich lehnte derweil lässig an dem dicken Glas des bodentiefen Fensters und beobachtete gut unterhalten, wie sie wortlos, in ihrem Zorn aufgescheucht herumfuhr. Ich deute nur mit einem Finger auf die Milchglaswand, hinter der sich mein Bad und mein Ruheraum befanden und sie drückte mir forsch ihr Glas in die Hand und wirbelte herum, um die Insel zu umrunden, dabei konnte sie an den Fenstern vorbeigehen und einen Blick rückwärts auf London werfen, nach Greenwich, die Themse hinunter, in die endlose Weite, die sehr wohl mein Imperium symbolisierte.

Ich wusste nicht, was sie wollte, denn so sah sie viel attraktiver aus. Das andere war zu hart, zu markant und forsch gewesen. So wirkte sie viel weicher und das wollte ich an ihr sehen. Ich wurde aus meinen Gedanken gerissen, da sie einen plötzlich lauten, sehr frustrierten Schrei ausstieß, woraufhin etwas passierte was ich mir sonst nie gestatten würden, ich lachte wahrlich amüsiert auf. Wie gut, dass mich keiner sah. Seelenruhig nahm ich einen Schluck von ihrem Drink und genoss das leichte, scharfe Brennen des Cognacs im Abgang. Augenscheinlich hatte sie nur die Muggelbar gefunden.

„Brauchst du Hilfe, Liebes?“, fragte ich provokant, weil ich sie immer wieder unzufrieden Nuscheln und aufstöhnen hörte.

„NEIN DANKE, du hast genug getan!“, brauste sie düster auf. Selbst über die Entfernung war sie sehr gut zu verstehen, denn ihre Stimme wurde laut durch die offen gestalteten Räume getragen. Ich lachte wieder dunkel auf, Frauen!

Und da behauptete man, ich wäre eitel!

Dann konnte ich das laute Klacken ihrer sich rasch nähernden Schritte vernehmen, worauf sie auch schon mit streng hochgezurrten Haaren erschien. Die Haare waren nun in einen hohen Pferdeschwanz gesteckt, wobei sich trotzdem der Rest des Haares, das zu kurz für den Zopf war, wild und lang um ihren Kopf lockte. Insgesamt wirkte es sehr viel lieblicher als der strenge, kurze Bobhaarschnitt.

„Süperb!“

„Freut mich, dass es dir gefällt… gehen wir?“, zog sie einen eindeutigen Schmollmund, als sie sich unwirsch erklärte und mir grimmige Blicke sandte, weil ich ihre kunstvolle Arbeit zerstört hatte.

„Wir können auch hier speisen!“, bot ich nonchalant an.

„Bitte, damit du mir auch deinen Ruheraum zeigen kannst?“, kam es zynisch, aber ohne Zögern von ihr und sie schnaubte verächtlich, etwas was ich blasiert überging, denn dass sie nur das Beste von mir dachte war mir gegenwärtig und nach unserer erquicklichen Vergangenheit konnte ich ihr das nicht mal verübeln. Dass unser kleiner Privatkrieg von meiner Seite aus vorbei war, wusste sie ja nicht und ich hatte nicht vor, ihr das offen zu sagen.

„Kannst du nur an das Eine denken?“, zeigte ich mich dann auch abwertend und kalt ihren unkeuschen Gedanken gegenüber.

„Das sagt der Richtige!“, murrte sie dunkel aber sie wisperte es so leise, dass ich mir sicher war, dass es nicht für meine aristokratischen Ohren bestimmt gewesen war.

„Bitte, sagtest du was?“, tat ich absichtlich taub und schenkte ihr ein seltenes, freundliches Lächeln.

„Gar nichts… das ist nicht dein Ernst, oder? Ich meine klar, ist dein Büro, toll, aber es ist dein Arbeitsplatz!“, drehte sie sich in den riesigen Weiten des Raumes und ich registrierte, dass er ihr gefiel auch wenn sie versuchte, es zu verstecken.

„Aber ein schöner Platz!“, warf ich schlicht und ernst ein, denn bitte, was sprach dagegen? Ich nahm nicht an, dass sie das bei Severus störte, oder bei Draco, falls er ihr in Irland gezeigt hatte was er sich dort aufgebaut hatte und dass er ein Büro in seiner Firma hatte, da war ich sicher.

„Oh, ja, eine herrliche Aussicht,… gehen wir!“, bat sie ungewohnt gehetzt. Auch ihr Abstand zu mir war enorm, fast als fürchte sie jede weitere Berührung von mir in diesem privaten und intimen Rahmen.

„Warum bist du derart unwirsch, das soll der Beginn eines schönen Abends werden! Also ist Geduld die Voraussetzung!“, tadelte ich überheblich und durchbohrte sie mit einem durchdringenden, stahlharten Blick, da ich ihre Kooperation voraussetzte, nachdem ich ihr ihren Ausflug mit Potter und Konsorten zur Jagd gestattet hatte.

„Verzeih, nervös…“, erklärte sie lapidar und erstaunlich offen.

„So kennt man dich nicht!“, meinte ich nur ehrlich erstaunt. Sollte ich sie wirklich derart durcheinanderbringen, dass sie es sogar offen mir gegenüber eingestand? Eine Schwäche? Oder war ich meinem Ziel näher als ich dachte, hatte ich es geschafft, dass sie ihre Kälte mir gegenüber nicht mehr wirklich aufrecht erhalten konnte?

„Wie auch immer, wohin geht es?“, flüstere sie rasch, wobei sie mir ein kurzes Lächeln schenkte.

„Nicht weit von hier ist ein lustiges Viertel, die St. Katherines Docks!“, bekannte ich und näherte mich ihr geschmeidig.

„Du treibst dich in den Docklands rum?“, hauchte sie zweifelnd, aber amüsiert und kam mir mit dem semioffiziellen Namen des Viertels, da es viele Docks in London gab, von denen sich ein jedes auf ein anders Gut spezialisiert hatte. In St. Katherine's waren die Güter Wolle, Zucker und Kautschuk, die dorthin geliefert und gelagert wurden.

„Warum nicht, Liebes? Warum nicht?… Komm!“, forderte ich gewohnt autoritär und geleitete sie galant zur Feuerstelle des Kamins, da man damit bis in den untersten Stock des magischen Turms kam und wir uns gleich in meinem eigenen, separaten Ein-und Ausgang wiederfinden würden. Ich hatte diesen zusätzlichen Zugang, um in kürzester Zeit hier oben sein zu können, selbst wenn ich von der Straße und nicht aus dem Manor kam und damit ich ungesehen kommen und gehen konnte wie es mir beliebte, was einen großen Komfort bot.

Die offene Feuerstelle, die als Kamin fungierte, schien das Biest sehr zu fesseln. Warum wollte ich sie hinaus aus dem Büro führen, nicht hier essen, mal abgesehen von ihrer Abneigung dies zu tun? Besonders spannend, aufregend und spektakulär fand ich es auch nicht in meinem Büro zu speisen und ich wollte heute Abend spontan sein und sie verblüffen und überraschen. Sie sollte diesen Abend nicht so schnell vergessen.

Wir verließen die Türme durch den magischen Teil und wandelten durch die zwar dunklen, aber aufgrund des Feierabends noch gut besuchten Straßen. Unser Augenmerk lag auf dem nun hell erleuchteten Tower, der vor uns auftauchte und dieses uralte, mittelalterliche, fast schon mystisch anmutende Bollwerk aus weißem, massivem Stein der Muggel bot uns ein sehr prachtvolles, aber doch schon fast ein skurriles Bild im Vergleich zu meinen Türmen.

Hinter uns lag mein Büro mit der glatten Stahl- und Glasfassade des Muggelturms mit der nicht weniger beeindruckenden Fassade des magischen Turms aus Stein, Glas und dunklem, gealtertem Stahl. Zu unserer linken erhob sich die mächtige Tower Bridge, die sich über die Themse spannte. Es war ein schönes, um nicht zu sagen monumentales Bild, das eigentlich eher in unsere magische denn in die Muggelwelt gepasst hätte. Ich selber betrachtete diesen Anblick nur kurz, stoppte dann jedoch, da ich ein unerwartetes, aber umso fesselnderes Lächeln von ihr geschenkt bekam, während sie das alte Gemäuer fast verträumt betrachtete.

„Du magst es…!“, flüsterte ich meinen Gedanken erstaunt, dass man sie mit derartigen Sehenswürdigkeiten erfreuen konnte.

„Ja, ich mag es, zu wissen, dass es seit 1000 Jahren schon da steht. Ich mag die Erinnerung des Vergangen, das bis zum Gegenwärtigen hält, das ist erfüllend!“, entgegnete sie sinnierend und ungewohnt gefühlvoll, während sie sich die alte Festung mit der strahlenden Beleuchtung gefesselt besah.

„Große Worte für ein derart junges Mädchen… erstaunlich!“, ging mir das Lob über ihre Weitsicht leicht ironisch über die Lippen, aber es schreckte sie nicht.

„Erstaunlich, ein Kompliment! Ich danke!“, zeigte auch sie ihren Zynismus, bevor sie weitersprach: „Aber weißt du, ich mochte schon immer alte Gemäuer…!“, kam es fast kryptisch von ihr und das ließ mich gleich hellhöriger werden und ein kalkulierender Blick trat in meinen Augen, während ich ihr Profil genau im lauernden Blick behielt.

„Das heißt, du magst auch das Manor?“, fragte ich nun überlegend.

„Du und deine Attitüden… aber ja, ich mag das Manor, …aber auch Hogwarts!“, bekannte sie schmunzelnd und richtete ihre Aufmerksamkeit nun wieder völlig zu mir.

„Tja, es scheint vieles Tausendjährig zu sein in deiner Umgebung!“, erwiderte ich diese Feststellung als leise gewisperte Worte, die mir über die Lippen kamen, während ich nun entschlossen nach ihrer Hand fasste und sie vorsichtig zu meinem Arm führte, etwas was sie wunderbar brav geschehen ließ. Wir wandten uns langsam ab, um zu den Stegen der Docks zu gelangen.

Die Docks hatten ihren ganz eigenen Charme. Hier war es sehr eigentümlich, nicht alles modern, weil nicht alle alten Lagerhäuser und Werften abgerissen worden waren, sondern nur ein Teil, daneben waren ultramoderne Apartmenthäuser und Einkaufszentren entstanden.

Aber hier in St. Katherines waren auch sehr stimmungsvoll die umgebauten, roten Backsteingebäude erhalten worden, die sich um die Kais herum reihten und Schutz für die kleinen Bote und Segelyachten der Muggel boten, die hier ihre Wasserfahrzuge an den Stegen der Becken festmachten.

In der Mitte dieser Docklands war somit ein sehr idyllisches Fleckchen rund um den Yachthafen entstanden, welches sich uns nun offenbarte. Hier zeigte sich eine feierfreudige Gesellschaft, weil gerne die Büroangestellten vom Financial Distrikt hierher gingen um noch etwas zu entspannen und ich steuerte zielsicher auf ein kleines, aber feines, indisches Restaurant zu.

„Erstaunlich, dass du die Docklands überhaupt kennst!“, warf sie nun plötzlich ein, während wir bisher schweigend hierhin geschlendert waren und sie sich umgesehen hatte.

„Warum nicht?“, fragte ich konsterniert nach und blickte auf ihre kleine, zierliche Person hinunter.

„Nun, klar, hier gibt es teure Immobilien, sehr teure aber die Luxusapartments stehen gleich neben Sozialwohnungen der alten Dockarbeiter!“, lenkte sie ein.

„Ich bin vielseitig!“, meine ich neutral und sie nickte nicht wirklich überzeugt.

„Oh ja, ich bekomme es gerade mit!“, erwiderte sie leicht schnippisch.

„Ich hoffe, Indisch sagt dir zu?!“, wechselte ich das Thema.

„Du magst es mit mir immer exotisch?“, fragte sie kokett und spielte auf unser erstes Essengehen in meinem chinesischen Restaurant an und es stimmte durchaus, ich mochte es, mit ihr das Außergewöhnliche und Abwechslungsreiche zu suchen und zu finden. Wir hatten den Kern des Vergnügungsviertels erreicht und schlenderten über das grobe Kopfsteinpflaster rund um das Pub, das Dickens Inn. Dort war schon viel los. Dieses Pub war früher eine Brauerei aus dem 18. Jahrhundert gewesen und auch sehr malerisch, aber ich steuerte das kleine, exklusivere Restaurant daneben an.

http://www.dickensinn.co.uk/

(links davon ist das indische Restaurant)

„Ich mag es, mit dir alles auszuprobieren! Du bist doch für alles offen!“, waren meine Worte durchaus als anzüglich und doppeldeutig zu verstehen, woraufhin sie rau auflachte.

„Oh, Lucius! Ich bin für vieles offen, aber nicht für alles!“, gab sie mir auf sehr charmante Weise einen kleinen Korb, dabei drückte sie aber meinen Arm freundlich, während sie sich löste, da ich ihr galant die Tür öffnete. Ich genoss es, dass diese Frau keine Scheu oder gar Angst vor mir zeigte, selbst nach unserem letzten, unglückseligen Zusammenstoß, bei dem ihr unglücklicher Sturz einen Schädelbruch zur Folge gehabt hatte und unseren anderen, unseligen Auseinandersetzungen, die schon an sich unzählig waren. Es wäre nur natürlich gewesen, dass sie irgendwann mir gegenüber doch so etwas wie Furcht oder Zurückhaltung zeigen würde, aber stattdessen gab sie sich wie immer, wagte sogar zu provozieren.

Sie wirkte in sich ruhend, sicher, selbstbewusst und ausgeglichen. Ich fragte mich, ob sie ahnte wie sehr mich dieses so völlig entgegengesetzte Verhalten anzog.

Es war unglaublich aufregend, zu erleben, dass sie sich durch nichts aus dem Gleichgewicht bringen ließ. Das war inspirierend und eine Herausforderung.

„Mr Malfoy und Mrs…?“, fragte der Ober freundlich und ich schenkte ihm einen überheblichen Blick, denn ich war es gewöhnt, dass man mich kannte, beziehungsweise erkannte. „Wenn sie mir bitte folgen würden!“, meinte er unterwürfig und huschte mit den Karten aufgeregt vor uns her, um uns in eine ruhige Ecke zu geleiten, während ich durchaus einige kalkulierende Blicke der Gäste auf ihr liegen sehen konnte als wir den Raum durchschritten. Aber sie nahm es entweder nicht wahr, oder wollte es nicht wahrnehmen. Auch mir galten einige Blicke, die ich sehr wohl registrierte aber es ähnlich wie sie hielt und geruhte, diese nicht zu beachten. Natürlich trug das was ich anhatte mit dazu bei, wobei ich auf eine dezentere, muggeltaugliche Aufmachung geachtet hatte aber trotzdem edel, teuer und ausgefallen geblieben war. Trotz allem, meine Aufmachung fiel dennoch auf, denn schon alleine mein Haar und mein Spazierstock waren aufsehenerregend.

Während wir uns setzten blickte sie mich abwägend an, bevor sie einen Blick durch das helle Ambiente der Einrichtung wandern ließ. Danach warf sie einen Blick nach draußen, durch das geschwungene Bogenfenster, das den Blick auf das Becken mit den Yachten freigab.

„Das gehört dir auch?“, fragte sie und blickte weiter hinaus.

„Nein, aber ich bin manchmal hier!“, kam es unterkühlt von mir.

„Oh Schande, dir gehört mal etwas nicht!“, spottete sie gekonnt und ihre warmen, braunen Augen funkelten belustigt.

„Möchtest du es?“, fragte ich sofort.

„LUCIUS! Bei dir muss man wirklich immer achtgeben was man sagt!“, wies sie mich kokett zurecht.

„Bitte, was wäre daran schlimm?!“, wollte ich indigniert wissen und hob eine weißblonde, aristokratische Braue.

„Dir zu gehören? Alles!“, kam es bitterernst von ihr und ich wusste natürlich, dass sie es auf sich impliziert hatte und so lachte ich dunkel, mit volltönender Stimme auf, dabei erkannte ich, dass sie versuchte, das Zittern, das durch ihren Leib lief, zu kaschieren, während ich lachte und sie sich die Handschuhe langsam auszog.

„Hahaha, was sollten dann meine Angestellten in den Türmen sagen?“, fragte ich sarkastisch und strich mir blasiert eine verirrte, lange Strähne zurück.

„Betrachtest du die auch als deinen „Besitz“, ehrlich?“, zeigte sie sich offen schockiert und legte die eine noch behandschuhte Hand an ihr verdecktes Dekolleté und blickte mich mit großen Augen interessiert an. Natürlich waren unsere Aussagen und Antworten von Zweideutigkeit beseelt, aber ich wollte auch versuchen, nah an der Wahrheit zu bleiben.

„Besitz? Nun, eigentlich zähle ich Menschen nicht zu meinem Besitz. Die Leute, die für mich arbeiten, gehören mir natürlich zu einem Gutteil, schließlich bezahle ich sie dafür sehr gut! Aber an sich betrachte ich Gegenstände, leblose Dinge als meinen ganz eigenen Besitz! Und egal was man mir nachsagt, ich hege und pflege das was mir gehört und die Menschen, die für mich arbeiten, werden dir sagen, dass ich zwar ein strenger und harter Chef bin, aber auch einer, der versteht zu belohnen! Die Fluktuation meiner Firmen ist verschwindend gering!“, erklärte ich mich ihr geschäftig und sie löste ihre Hand von der Brust und fing an den langen Lederhandschuh von ihren Finger zu streifen. Sie tat dies mit viel Bedacht und was auf mich recht lasziv wirkte, während sie mich keinen Augenblick aus den Augen ließ.

„Lobhudelei?“, und es war als frage sie mich, ob ich mir selbst ein Lob aussprach, was mich veranlasste ihr einen besonders unterkühlten Blick zu senden.

„Frag wenn du willst!“, bot ich indigniert an, was sie veranlasste ihr Haupt leicht schiefzulegen.

„Da schließt du die Tätigkeit als Rechte Hand aus?“, wollte sie misstrauisch, mit zweifelnd verengten Augen erfahren, da es stimmte, als Rechte Hand war ich auch grausam und sadistisch, das Einzige was ich hier gab war im höchsten Fall Geld, wie man an Sacbior und Fenrir erkennen konnte.

„Natürlich, dies sind zwei Welten!“, beschied ich kalt.

„Oh natürlich, wie das Manor oben und unten der Kerker?“, perlten ihre zynischen Worte von ihren Lippen und ich war verhalten erstaunt, dass sie es wagte von sich aus die Kerker anzusprechen. Ich bereute keine Sekunde meine Erlebnisse in den Kerkern des Manors, vor allem wie es mit ihr dort gewesen war, schließlich hatte es uns zu diesem Punkt geführt und ich stand zu meiner sadistischen Seite. Aber es erstaunte mich wirklich, dass sie nicht zu verschreckt war, als dass sie es ansprechen konnte. Auf der anderen Seite sehr gewagt von ihr, selbst auf die Kerker zu sprechen zu kommen, doch das unterstrich, dass sie unberechenbar war.

Erhellend, eine Reaktion, die ich nicht erwartet hätte, seit meinem Wissen, dass der Wolf noch lebte, aber die Erinnerung an das folternde Biest war durchwegs erbaulich.

„Hermione!“, drohte ich samtig, da ich nichts gegen ein Gespräch über die Kerker einzuwenden hätte, die Frage war nur, wo oder auch wie dieser Abend dann enden würde und so zuckte sie entschuldigend, aber immer noch lässig die zarten Schultern als der Kellner unser Gespräch beendete, da er sich näherte .

„Verzeih“, wisperte sie entschuldigend, nur klang es in meinen Ohren gar nicht wirklich als täte es ihr leid, dabei senkte sie rasch den Blick unter meinem harten, tadelnden Ausdruck in den Augen, da sie sich bewusst sein musste, dass man mich nicht herausfordern sollte. Mein Blick war eine Drohung, die sie verstand, weswegen sie einlenkte und ihren Stolz hinunterschluckte, worauf ich bestimmt für uns beide bestellte und sie gar nicht fragte und sie andererseits nicht einmal die Hand nach der Karte ausstreckte.

Es war wie ein Machtkampf, den wir hier ausfochten und nun, sie hatte gerade kleinbeigegeben und somit dominierte ich sie absichtlich. Es passte ihr nicht, aber sie sagte auch nichts als ihre aufmerksamen Blicke wieder durch den Raum huschten.

http://www.malarestaurant.co.uk/gallery_new.php

Somit bestellte ich als erstes Champagner zum Einstieg und dann als Starter zwei Gerichte und als Abschluss eine Zusammenstellung verschiedener Hauptgänge. In dieser Zeit hatte sie nicht eine Miene verzogen, auch nicht als der Kellner durchdringend zu ihr gesehen hatte, aber dann hatte er es stillschweigend hingenommen, dass sie nichts zur Bestellung sagen würde, worauf er sich mit einer vorsichtigen Verbeugung von dannen schlich.

„Bist du mit meiner Wahl zufrieden?“, wollte ich von oben herab wissen.

„Und wenn nicht?!“, kam es provokant von ihr, dabei erhob sie spitz eine Braue, etwas was mich süffisant schmunzeln ließ und dramatisch an Severus erinnerte.

„Dann würde ich dich bitten, mir zu vertrauen!“, wisperte ich doppeldeutig, doch bevor sie antworten konnte kam auch schon unser Aperitif und sie hob spöttisch das Glas an und prostete mir sardonisch zu, wobei ich in letzter Sekunde zurückzuckte, bevor ich klingend mit ihr anstieß.

„Auf das Vertrauen!“, konnte ich mir die Spitze nicht verkneifen und ich dachte, soweit durch ihren Panzer zu dringen, dass etwas in den tiefen ihrer Augen aufleuchtete, als sie schlussendlich den letzten Millimeter überwand, um die Gläser zum Klingen zu bringen.

„Vertrauen!“, würgte sie fast das Wort hervor, um dann einen tiefen Schluck von dem kühlenden und prickelnden Getränk zu nehmen. Es war herrlich, zu beobachten, dass es ihr nicht leicht fiel all ihre Lügen, Geheimnisse und Halbwahrheiten vor mir verborgen zu halten und damit vor mir zu bestehen.

„Das geht ja flott!“, meinte sie perplex, als auch schon die Starter serviert wurden, aber ich dachte, so etwas wie Erleichterung in ihrer Stimmlage ausmachen zu können und ich neigte mein Haupt mit einem kühlen Lächeln.

„Das eine sind knusprige King Prawns in Butter geschwenkt, in einer eigenwilligen Tatar-Sauce und das andere ist ein warmer Tandoori Hähnchen Salat“, erklärte ich lapidar die Auswahl.

„Hört sich lecker an, aber auf deinen erlesenen Geschmack war schon immer Verlass!“, entgegnete sie nahezu lasziv als auch sie an Doppeldeutigkeit fast nicht zu überbieten war, während sie die Garnele aufspießte und abbiss.

„Wow, scharf-würzig, aber lecker!“, kommentierte sie den ersten Bissen.

„Ich dachte, du stehst auf Geschmack!“, bescheinigte ich und dann entgegnete ich nichts mehr und aß meinen Teller genüsslich, während wir immer wieder tranken und uns lauernde, kalkulierende und abwägende Blicke schenkten. Ich bestellte nun noch einen trockenen Weißwein zum Hauptgang.

Nach und nach legte sich eine fast verstehende, aber nicht unangenehme Stille über uns, die nicht aus Anspannung bestand und deshalb auch nicht gebrochen werden musste, während ich sie genau im Auge behielt, sie mich aber auch. Es war kein unerträgliches, gespanntes Schweigen, eher ein einvernehmliches, manchmal, wenn wir uns länger anblickten würde ich sogar sagen ein leicht prickelndes, während sie fast wie um sich abzulenken an dem gereichten Nan-Brot, das mit Pistazien versetzt war, knabberte. Die hier servierten Gaumenfreunden schienen ihr sehr zuzusagen.

Derweil richtete der Kellner den Tisch für unsere üppige Bestellung und servierte auf dem traditionellen Thali, einem große Metall-Tablett, die Gerichte, die dabei in vielen kleinen Schälchen auf einem großen runden Gestell serviert wurden, damit jeder sich von allem nehmen konnte.

Als die dampfenden, duftenden und bunten Gerichte vor uns standen ließ ich ihr, wie es sich gehörte, den Vortritt.

„Hier, koste das Lamm!“, bat ich entschlossen und sie tat wie geheißen, führte die Gabel zu ihrem Mund und aß, dann stockte sie kurz, bevor ihre Hand rasch zum Glas ging und sie gierig trank. Das alles tat sie unter meinem Argusblick.

„Mundet es nicht?“, fragte ich konsterniert.

„Doch, doch…!“, wedelte sie mit einer abwehrenden Geste zu mir und stürzte schon das nächste Glas hinab, woraufhin es in meinen Augen finster aufblitzte.

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