When Hermione Fights
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 Kapitel 336-337

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queenie
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Kapitel 336-337 Empty
BeitragThema: Kapitel 336-337   Kapitel 336-337 EmptyMo Dez 17, 2012 5:42 am

336. Kapitel Deal


„Was hast du gedacht? Dass du keines Tages die Schrecken des Krieges, in dem wir leben kennenlernst? Das müsste dir doch seit der DA gegenwärtig sein… derart ignorant kannst du gar nicht sein, Lavender!“, tadelte ich ehrlich irritiert über so viel Blindheit, die aber durchaus die magische Gesellschaft auszeichnete und durfte beobachten, wie sie schmollend ihre Unterlippe vorschob.

„Ich weiß nicht? Okay… ich weiß nur, dass die DA spannend war und ist, aber ich hätte nicht damit gerechnet, dass das passiert was dort in dem unheimlichen, Verbotenen Wald passiert ist…“, würgte sie an den Worten und dem Eingeständnis, dabei erkannte man, dass ihr bei den Erinnerungen an die Nacht, die für sie alles verändert hatte, schlecht wurde. Ich zauberte rasch einen Eimer herbei, denn sie schluckte hektisch und sobald der Eimer beschworen war, umklammerte sie ihn erbarmungswürdig und erbrach sich geräuschvoll und würgend.

Ich wartete geduldig ab, nahm dabei meinen Gang wieder auf, denn dass die Erinnerung an den Werwolf, der ihr bei lebendigem Leib ein Stück Fleisch herausgerissen und es verschlungen hatte, eklig war, stand außer Frage und bestimmt war auch nicht leicht zu verkraften, dass ein geköpfter Werwolf auf ihr gesessen und sein heißes Blut auf sie vergossen hatte. Auch der neben ihr abgetrennt liegende Kopf, der ihr aus toten Augen entgegengestrahlt hatte, das war bestimmt alles ein wenig viel in seiner Gänze zu erfassen, also zeigte ich eine ungewohnte Langmut, während ich die kotzenden Lavender ertrug.

Schließlich ließ ich den Eimer wieder verschwinden und reichte Lavender ziemlich pragmatisch ein Glas Wasser und ja, sie stürzte es gierig hinab und wischte sich mit ihrem Shirt über die schweißnasse Stirn.

„Sorry…“, wimmerte sie erbärmlich, während ich mich in einen mir soeben gewünschten Sessel fallen ließ.

„Lavender! Das Schlimme ist, ich verstehe dich! Aber ich werde nicht darauf eingehen, warum das so ist… frag nicht nach! Somit werde ich dir bis Freitag nach dem Mond beziehungsweise bis nach Montag Zeit geben dich zu finden. Das ist großzügig! Aber danach ist Mitleid nicht mehr drin, entweder fängst du dich dann und akzeptierst was auch immer du bist, oder du musst Hogwarts verlassen, was auch immer. Du musst funktionieren, sonst bist du nicht tragbar!“, entschied ich endgültig und wie um dies zu untermauern schlug ich mit meiner flachen Hand auf die Lehne meines Sessels. Ihr Kopf zuckte hoch, ihre blauen Augen zeigten nichts als Unglauben und ihr Mund klappte auf.

„Ist das dein Ernst?“, hauchte sie nach einiger Zeit entsetzt.

„Ja, absolut! Wenn du dich nicht fängst, bist du ein Risiko, das ich nicht übersehen kann, aber es liegt alleine in deiner Hand, was mit dir passiert. Lavender, du bist nun an einem Scheideweg deine Zukunft zu gestalten! Sieh es als Strafe und es wird eine sein. Sieh es als Chance und es könnte eine werden! Du selbst kannst dein Schicksal bestimmen. Nur du, niemand sonst… vergiss nur nicht, dass du trotz allem noch Freunde hast! Parvati und Ron, du bist nicht alleine!“, redete ich auf sie ein und ich hoffte wirklich, sie fing sich, nicht nur weil wir nicht noch mehr Probleme gebrauchen konnten, sondern auch für sich selbst.

„Ich werde das nie meinen Eltern erzählen können… NIE! Sie sind Reinblüter!“, brach es schlussendlich panisch aus ihr heraus und sie verkrallte ihre Finger in ihrem langen Haar und zog schmerzhaft daran, sodass selbst ich meine Mundwinkel verzog, denn das musste wehtun.

„Was willst du mir damit sagen?“, fragte ich interessiert und leicht irritiert.

„Dass ich Panik habe was meine Eltern sagen könnten, wenn sie mich sehen, Hermione. Ich meine nicht, dass sie wie die DeathEater sind, das nicht, aber Werwölfe mögen sie trotzdem nicht!“, sprudelte es erregt aus ihr und ich erkannte, dass sie das meinte, was Remus an Ressentiments entgegenschlugen seitdem er lebte. Wir lebten wahrlich in einer von Vorurteilen beherrschten Gesellschaft.

„Es steht nicht fest, dass du…!“, wollte ich einwenden, doch ein lautes Kreischen ließ mich innehalten.

„AAHAHHH… egal ob ein ganzer oder ein halber oder was auch immer! ABER ich werde nie wieder Lavender Brown sein!“, brüllte sie wütend, mit hervorquellenden Augen und ich verstummte. Nur weil ich keine Eltern mehr hatte, durfte ich nicht vergessen, diese Seite ihrer Situation auch zu betrachten. Die Tatsache, dass jeder in der magischen Welt Vorurteile gegenüber jedweden magischen Wesen hatte, war nicht von der Hand zu weisen.

„Okay, deine Sorge ist verständlich. Eines deiner Bedenken ist, dass du im Sommer zu ihnen musst?“, forschte ich nach und war selbst erstaunt, dass dies seit 5 Jahren die erste längere Unterhaltung mit dem Mädchen war, mit dem ich mir einen Schlafsaal teilte.

„JAAAAA…“, schniefte sie jämmerlich. „Und meine Mama bekommt das sofort mit, wenn ich meinen komischen Heißhunger jetzt schon spüre…“, hangelte sie gerade zum Nachttisch um ein Taschentusch zu erwischen und sich geräuschvoll die Nase zu putzen, während ich sie mit überschlagenen Beinen beobachtete und ihr Zeit gab sich zu fangen, bevor ich einfing weiterzusprechen.

„Okay, wenn ich dir sage, dass ich mir was einfallen lasse und dir jetzt schon versprechen kann, dass du im Sommer auf gar keinen Fall nach Hause musst, würde dich das ruhiger machen, sodass du nun endlich damit anfängst zu lernen damit zu leben und es zu verstecken?“, wollte ich reichlich entnervt wissen.

„WIE!?“, hörte ich die Hoffnung, aber auch den Unglauben aus ihrer ängstlichen Frage.

„Wieso sie dich gehen lassen sollten? Mhm… du schreibst ihnen und sagst, dass du mit mehreren Freunden weggehst, weil du dich vorbereiten willst auf das nächste Jahr. Das wäre sogar im Ausland, oder so… du könntest die Patil-Schwestern als Alibi nutzen“, schlug ich selbstvergessen vor und eine Idee formte sich in meinem Inneren, die ich dringend Draco würde unterbreiten müssen.

„Echt?“, fragte sie reichlich ungläubig und sah mich hoffnungsvoll, mit großen Augen an.

„Lavender, hab ich jemals enttäuscht?“, kam es in gewohnter Malfoymanier schrecklich arrogant von mir und sie schüttelte nach kurzem Überlegen sachte das Haupt.

„Nein, du hältst was du versprichst!“, flüsterte sie bedeutungsvoll und so endete unser Gespräch und ich ließ sie, nur unter dem Versprechen allein nichts Dummes zu tun, was sie mir auch schwor, alleine. Aber sie wollte einmal ohne größere Aufsicht sein und ich tat ihr den Gefallen, überließ sie sich selbst. Sie schien zwar immer noch hadernd, leidend und trauernd, aber für sie hatte sich ein Streifen Hoffnung am Horizont gezeigt und ich ging mit dem Gefühl, dass sie es schaffen könnte, schließlich war sie nicht umsonst Gryffindor.

Den restlichen Tag verbrachte ich in der Bibliothek, denn da sich das Schuljahr dem Ende neigte, waren zwar viele dort, aber es war ruhig und ich fand auch meine Ruhe vor Slytherins bis hin zu Gryffindors. Weder Blaise noch Harry störten mich und nach dem Abendessen, an dem Dracos Platz wieder leer geblieben war, wie auch Severus‘ Stuhl am Lehrertisch eilte ich in die Kerker und verschanzte mich in Severus‘ Räumen und las, da ich nicht vorhatte, Draco heimlich an seinem Krankenbett aufzusuchen.

Als Severus später am Abend wiederkehrte, sagte er gar nichts, nur ein hämisches Schmunzeln zierte seine gehässigen Züge, weil er durchaus erkannte, dass ich mein Versprechen beide zu meiden einhielt. So wurde es eine erinnerungswürdige Nacht, wobei am nächsten Tag, am Montag, die nächste Trainingsstunde bei Severus sein würde und was wir da erleben sollten war inspirierend bösartig.

Davor langweilten wir uns im Unterricht unsäglich und die Stimmung unter uns als Gruppe war so mies und kalt, dass uns wirklich ausnahmslos alle Schüler egal ob BL, DA oder halt eben nicht, scheue Blicke zuwarfen und eindeutig erkannten, dass etwas nicht stimmte, auch wenn wir wie gewohnte als Trio-Einheit auftraten.

Eine Einheit, die mit 1/3 nicht sprach, da ich mich weiterhin stur weigerte, Harry zu beachten und da konnte Ron noch so viel versuchen, oder Lavender, die in Wahrheit Fred war, selbst als ich Draco reichlich blass und ausgezehrt, aber wieder unter den Lebenden am Slytherin Tisch sitzen sehen konnte, schaffte ich es nicht, ihn anzusehen. Sonst hätte die Gefahr bestanden, dass ich ihm für seine brodelnde Eifersucht eine gescheuert hätte und das unter den Augen aller, was eine selten dämliche Reaktion gewesen wäre und so starrte ich gebannt auf die Ausgabe meiner Zeitung und ignorierte gekonnt mein Umgebung.

Ich wollte gar nicht so genau wissen, wie wir auf die anderen Schüler wirkten wenn Harry und ich die Gänge entlangeilten und dabei bestimmt äußerst verdrießlich wirkten, bevor wir tief in den Kerkern verschwanden um die versammelten Schlangen vorzufinden. Sie warteten schon in ihren Kampfanzügen, selbst Fred alias Lavender war dabei, denn anscheinend hatte Lavender wieder um Ruhe ersucht und wie gesagt, ich fand sie sei ihr gegönnt. Sie war nie ein Mensch gewesen, der sich selbst etwas antun würde, dafür liebte sie sich doch noch immer zu sehr, selbst wenn sie nicht mehr makellos war.

Während wir uns herrichteten und sich alle nacheinander aufwärmten, durften wir beobachten, wie Draco für sich blieb und Harry ebenso, jeder weit entfernt vom anderen, auf gegenüberliegenden Seiten, wobei Daphne irritiert war, dass sie selbst hier gerade von Harry ignoriert wurde, aber in Harry selbst waren seine Emotionen bestimmt in Aufruhr, nun da er wieder mit dem genesenen Draco in einem Raum war, dann noch mit mir und Severus. Ja, das musste an Harry wirklich nagen. Aber auch Draco und ich warfen uns nur rasche, scheue Blicke zu um uns dann abzuwenden, weil uns alles zu einer dunklen Stimme herumfahren ließ:

„Potter, mein Buch?“

„Oh ja, Sir, das liegt draußen auf Ihrem Schreibtisch, ich war so frei!“, kam es unterwürfig von Harry, während Severus nur düster zu ihm sah und ihn verächtlich anblickte, um dann brüsk zu nicken. Unterdessen starrte ich auf Harrys Rücken und konnte mir nicht helfen, aber Harrys Tonlage, seine Haltung, irgendwie wusste ich, dass er log, wegen was auch immer und egal um welches Buch es ging, Harry hatte Severus soeben zwar sehr überzeugend angelogen, aber er hatte gelogen. Ich vermutete es nur, aber da ich Harry schon so lange kannte, war ich mir sicher, als der nächste überraschende Befehl erfolgte.

„Potter, Sie kämpfen heute mit mir!“, schnarrte es bitterböse von Severus, dabei hörte ich regelrecht die befriedigende Gehässigkeit, dass dies ein Teil von Harrys Strafe werden sollte. Ebenso Dracos selbstgefälliges Grinsen, das ich unter gesenkten Lidern sehr wohl registrierte, erzählte mir dies.

„Und ihr anderen haltet kein Teekränzen ab, legt los!“, murrte er düster und schnell suchten wir uns unsere Partner, wobei ich mich mit Blaise zusammentat, der eindeutig unbefriedigt war über seinen nicht vorhandenen Informationsaustausch, da ich mich seit 4 Tagen nicht in den Räumlichkeiten der Slytherins hatte blicken lassen und Draco augenscheinlich mit niemandem ein Wort gesprochen hatte.

„Okay, Schönste, was geht hier ab? Draco kommt heute von der Krankenstation? Ich war ihn 2-mal besuchen und flog im hohen Bogen hinaus. Der Prinz wünschte keinen Besuch! Du lässt dich auch dort nicht blicken! Harry und Draco schenken sich keinen Blick und ich weiß von Fred und Ron, dass du mit Harry genauso wenig redest wie mit Draco und ihr seht aus als wolltet ihr euch gegenseitig an die Gurgel gehen, hinzu kommt Snape, der seit 2 Tagen im Unterricht Angst und Schrecken verbreitet und gerade so aussieht, dass ich wirklich ANGST um Harry bekomme!“, quiekte er zum Ende seines Vortrages recht unmännlich, aber als ich den Grund dafür, den Schlag, den Harry abbekommen hatte, beziehungsweise die Auswirkungen desselbigen ausmachen konnte, verstand ich es, denn dass Harry überhaupt wieder auf die Beine kam war ein Wunder.

„Das hat wehgetan!“, meinte ich noch recht gefühlskalt, während die furchtsamen Rufe und Schrei der Mädels verklangen.

„OH jaaaaaa!“, stimmte mir Blaise sehr viel inbrünstiger und leidvoller zu, aber ich tat es mit einem Schulterzucken ab und ging in die Angriffsstellung und nützte seine Abgelenktheit, indem ich mir Blaise über die Schulter schmiss, aber er war gut und rollte gekonnt ab.

„Wirst du antworten?“, forderte Blaise unnachgiebig, während er sofort auf die Beine kam und mich lauernd umkreiste, rollte ich mit den Augen.

„Es ist eine Sache zwischen Draco und Harry!“, meinte ich schnell, denn ich musste mich ducken, weil er ausholte, ich konnte aber unter seiner erhobenen Faust wegtauchen.

„AHA und seit wann hältst du dich raus?“, fragte er atemlos, während er weit zurücksprang, um meinem Fußfeger zu entgehen.

„Seitdem ich erkenne, dass ich nicht ihr Kindermädchen bin! Ich bin Dracos feste Freundin und Harrys beste Freundin, nicht mehr und nicht weniger! Ich bin nicht immer da!“, fauchte ich genervt von Gott und der Welt und erwischte ihn nun gerade leicht am zurückzuckenden Kinn, aber Blaise war gut. Er war sehr gut im Ausweichen, wenngleich er sich nun ein wenig Blut von der Lippe wischte und mich frech angrinste.

„Du meinst, sie müssen erwachsen werden?“, fragte er nur nett um sich rasch zu drehen und ich rief nur:

„JA!“

„Ich dachte, das wären sie schon?!“, warf er keuchend ein. Unterdessen erkannte ich seine Finte und kam ihm schon entgegen, um ihm meine Faust in den Magen zu rammen. Dies trieb ihm effektiv die Luft aus den Lungen, dabei taumelte er zurück.

„Das dachte ich auch, bis vor kurzem! Ich meine, Himmel, Harry ist Vater und Draco ist der Boss in Irland und von Slytherin, da könnte man erwarten, dass sie es sind…!“, echauffierte ich mich in der Zeit, in der er sich sammelte, was ein Fehler war, denn so schwer hatte ich ihn nicht getroffen.

„Aber sie sind es nicht? Was ist vorgefallen…?“, wollte er neugierig wissen, als er sich mir näherte und mir kräftig gegen mein Schienbein trat.

„Blaise!“ knurrte ich wütend und sprang zurück, als es in unserem Rücken wieder laut patschte und wir herumfuhren und uns nun dem erbitterten Kampf von Severus und Harry widmeten, da er uns mehr fesselte als sonst was.

Hermiones Sicht ende

Dracos Sicht

Ich hielt Potter, nachdem er vollständig von Severus vermöbelt worden war, zurück. Es erinnerte mich an meinen Zusammenstoß mit Severus im Manor. So zog ich ihn mit mir, während die anderen verschwanden und Hermione uns betont die kalte Schulter zeigte. Augenscheinlich war sie von Severus instruiert worden und hielt sich daran und ich schaffte es noch nicht mal, sauer darüber zu sein, da die Tage in der Krankenstation mir durchaus aufgezeigt hatten, dass ich mich wie ein unwürdiges Kleinkind benommen hatte.

Sollte mir aber gerade recht sein, schließlich wollte ich keine Mitwisser, bei dem was ich jetzt vorhatte, als ich Potter, der mehr hinkte denn ging, in ein leeres, verstaubtes Klassenzimmer hier unten im Kerker zerrte, legte ich gleichzeitig die Privatsphärezauber.

Potter sackte gegen die kalte Wand und wirkte noch recht fertig. Er wehrte sich relativ wenig, als er sich schließlich aufraffte um von mir weghumpelnd und zu einem Tisch wankte, dort versuchte er sich dann zu stützen, denn Severus hatte ihn wirklich heftig vermöbelt, aber er setzte gekonnt seine abweisende Miene auf. Widerwillig blickte er auf meine Hand, die ihn seit kurzer Zeit festhielt. Ich hatte gar nicht bewusst bemerkt, dass ich ihm geholfen hatte und ließ ihn rasch los als hätte ich mich verbrannt.

„Was willst du, Malfoy? Dich für deinen Angriff entschuldigen?“, fragte Potter provozierend hart und kalt. Das war ja wohl die Höhe von diesem impertinenten Narbengesicht und ich schnaubte abfällig.

„Ha, das ich nicht lache, du hast mich angegriffen, Potter! Ich mich entschuldigen? Ich bin ein Malfoy!“, erwiderte ich von oben herab und beobachtete, wie Potter mit den Augen rollte. Während ich mich fragte, wo Potter lebte. Warum sollte ich mich entschuldigen? Er hatte sich mir aufgedrängt und mich nicht in Ruhe gelassen, schließlich war er mir gefolgt nicht anders herum.

„Ich habe dich besiegt! Dein Ego ist verletzt, Malfoy, mehr nicht!“, höhnte Potter aggressiv, wobei ich die Maske der Gleichgültigkeit soweit fallen ließ, dass meine Kiefer fest aufeinander mahlten.

„Pah, pures Glück, das wird dir nicht noch einmal gelingen!“, schwor ich inbrünstig, als ich die geflüsterten Wörter durch meine Lippen presste, denn das würde ihm wirklich nie wieder gelingen, dafür würde ich schon sorgen, ich hatte mich von diesem bescheuerten Geist ablenken lassen, ein Fehler, der mir nicht nochmal passieren würde.

„Wer´s glaubt, außerdem zählt nur der Ausgang des Kampfes. Tja, und da hab ich dich nun mal besiegt! Wenn Glück mir zusätzlich zu meinem Können hilft zu überleben, wer bin ich, es abzulehnen?“, fragte er provokativ und glubschte überheblich durch seine runden Brillengläser, aber ich bezwang meine Wut durch eisige Kälte.

„Mit Glück überlebt man nicht, Potter, damit stirbt man nur vielleicht schmerzfreier. Du überschätzt dich!“, erwiderte ich höhnend, aber Potters absolute Unfähigkeit zu denken und dessen Überheblichkeit waren einfach ätzend.

„Das werden wir ja sehen!“, gab Potter mit abwehrend verschränkten Armen stur zurück und lehnte hilfesuchend an dem Tisch in seinem Rücken. Stumm und voller Abneigung blickten wir uns an, lieferten uns ein Blickduell, das töten könnte, wir mochten uns sowas von nicht, das war immer so, das würde immer so bleiben.

„Ich habe gehört, du bist nicht mehr Teamkapitän?“, ätzte Potter plötzlich süffisant grinsend.

„Du auch nicht!“, erwiderte ich grollend, über diese Tatsache.

„Aber freiwillig“, warf Potter sichtbar amüsiert ein und ich legte eine maskenhaft ausdrucklose Miene auf meine Züge, da es mich sehr wohl geärgert hatte, dass mir Severus von oben gewohnt gehässig beschieden hatte, dass er es nicht gutheißen könnte, was ich getan hatte und als Strafe nicht mehr der Teamkapitän des Quidditchteams wäre, sondern nur noch der Sucher! Wobei er es mir freigestellt hatte, es nach außen hin als eigene, freiwillige Entscheidung zu verkaufen, die ich mit meiner Zeitknappheit erklären konnte, damit mein Ansehen in Slytherin nicht litt. Severus wusste einfach zu gut Bescheid, wie es in seinem Haus lief und diese Brüskierung meinerseits wäre nicht gut gewesen, aber Hermione und Potter erkannten durchaus, dass dies etwas war was ich nicht freiwillig aufgegeben hatte.

„Touché“, antwortete ich gönnerhaft und zuckte mit den Schultern, denn wirklich traf es mich nicht, weil meine Zeit immer knapper wurde. Irland und die DeathEater forderten immer mehr meine Aufmerksamkeit, da schadete es nichts, dass Blaise nun das Training koordinierte, dabei wirkte Potter derart selbstzufrieden, dass ich ihm liebend gerne meine Faust in das Brillengesicht gedonnert hätte.

„Deine Strafe für den Vorfall steht noch aus, Potter!“, informierte ich ihn dann überheblich, dabei blickte ich ihn scharf an.

„Wofür willst du mich bestrafen? Dafür, dass ich dich besiegt habe? Malfoy, wie du weißt hat Snape uns schon bestraft. Was willst du also? Du hast mir gar nichts mehr zu sagen!“, giftete Potter sofort zurück und baute sich trotz schmerzverzerrter Miene drohend vor mir auf, selbst wenn ihn sein Fuß noch nicht ganz zu tragen schien, wollte er mir ebenbürtig ins Antlitz sehen.

„Oh doch, denn DU, Potter, hast mich angegriffen und nahezu tödlich verletzt...!“, schnarrte ich demonstrativ kalt und beherrscht, doch innerlich wütend, alleine bei dem Gedanken daran, wie feige Potter mich überrumpelt hatte, hätte ich über meinen Fehler brechen können.

„Pah, der erste Angriff kam von dir, du verträgst es doch nur nicht, dass ich gewonnen habe!“, rief ein aufgebrachter Potter zornbebend aus und seine Wangen färbten sich vor Wut rot.

„Hüte deine Zunge, Potter. Du weißt genau, dass es deine Schuld ist, was passiert ist. Wenn du gegangen wärest, wie ich es dir sagte, wäre nichts passiert! …ABER nein, der dumme Gryffindor musste ja mal wieder seinen Kopf durchsetzen und wollte bleiben, um mir blöd zu kommen. Severus hat uns für die Dummheit bestraft, hier in Hogwarts offen mit schwarzmagischen Flüchen ein Duell zu führen, trotzdem obliegt es mir, dich zu bestrafen!“, erklärte ich vollkommen nüchtern, dabei strafte ich ihn mit einem stechend scharfen Blick meiner eisgrauen Augen, während Potters Mimik von absolutem Unglauben zu entsetztem Verstehen wanderte, als seine grünen Augen einen harten, entschlossenen Ausdruck bekamen.

„Ganz sicher nicht, nicht dieses Mal! Wir sind quitt!“, zischte Potter wütend, mit hart pochender Ader an der Schläfe, seine Hände hatten sich zu drohenden Fäusten geballt, er strahlte absolute Aggressivität aus, während ich absolut beherrscht blieb, bis Potter auf dem Absatz umdrehte um aus dem Raum zu humpeln. Ich packte ihn rasch an der Schulter und schubste ihn rasant gegen die steinerne Mauer, bevor er die Tür erreichte. Er war angeschlagen und hatte mit meinem Angriff nicht gerechnet, so hatte ich in dieser Hinsicht leichtes Spiel mit ihm.

„Hey, sag mal spinnst du, Malfoy!?“, fauchte Potter, da es ihm die Luft aus den Lungen drückte, als er Bekanntschaft mit dem harten Hintergrund machte.

„Halt, Potter! Ich werde dich nicht so davonkommen lassen und du wirst diese Strafe annehmen!“

Potter schüttelte meine Hand rüde ab und fragte eisig: „Sagt wer?“, dabei erkannte man, dass er mich absolut nicht für voll nahm, aber das könnte ich ändern, dachte ich gehässig und spürte, wie das hämische Grinsen an meinen Mundwinkeln zupfte. Ich war vielleicht noch nicht so gewandt, geschmeidig und gut wie Severus und Vater aber ich war auch nicht nett und das musste dieser Volltrottel von Potter mal wieder erfahren und so ließ ich mir extra Zeit, als ich gespielt tadelnd den Kopf schüttelte, zeigend, was ich von Potters Frage dachte.

„Das sage ich, Potter, oder soll ich mal Severus anregen, seine Aufgabe als Daphnes Vormund ernster zu nehmen und ihr nicht so viele Freiheiten zu gewähren? Oder denkst du, Hermione vergibt dir, wenn du nicht zeigst, dass du an einer Versöhnung mit mir arbeitest? Ich werde alles tun um es so wirken zu lassen, dass es nicht an mir liegt!“, drohte ich seidig und durfte erleben, wie der sichtlich erregte Gryffindor erstarrte und mich ungläubig anstarrte, so als würde er nicht verstehen, was ich gedroht hatte.

„Das würdest du nicht tun!“, hauchte er entsetzt, während ich ihm ein bösartiges, diabolisch anmutendes Lächeln schenkte, das sehr wohl implizierte, dass ich zu allem fähig wäre.

„Was macht dich da so sicher? Ich bin eine Schlange!“, fragte ich ernst nach, denn das hätte mich mal schon interessiert, wie er darauf kam, dass ich groß auf die Animositäten und Belange anderer Rücksicht nahm?

„Weil das nur uns betrifft, nicht SIE, sie war noch nicht mal auf dem Klo, das ist nicht fair und das würde Daphne treffen und nicht nur mich! Und Hermione… sie…“, brüllte er erregt und kam einen drohenden Schritt auf mich zu. „Gut, dann sollten wir einen Punkt finden, der dich betrifft, Potter, nicht wahr?“, stimmte ich ihm ungerührt, süßlich zu, wobei ich keinen Schritt zurückwich. Potter maß mich, als würde er sich am liebsten wieder gleich mit mir duellieren wollen, aber ich war bereit. Als er nichts erwiderte, legte ich weiter los ihn zu ärgern, indem ich nur den Kopf provokant schieflegte.

„Daphne ist doch schon genug bestraft. Erst ihr Ausschluss aus jeglicher Gemeinschaft und dann darf sie nicht mal am Rande in die DA oder BL!“, fuhr Potter mich nun aufgelöst an.

„Pah, du willst doch selber nicht, dass Daphne in deine kleine Armee kommt, außerdem ist das nur eine Konsequenz aus ihrer Strafe, oder wie soll sie Mitglied werden wenn sie keine Kontakte haben darf? Hä, Potter? Schon mal dein Hirn eingeschaltet? Und meinst du wirklich, dass sie in die BL sollte? Dass sie dort gut aufgehoben ist? Gehört eine Mutter wirklich in die ersten Reihen?“, giftete ich drauf los.

Potter verschränkte abwehrend die Arme vor der Brust, funkelte mich böse an und grummelte etwas Unverständliches, sagte aber nichts, weswegen ich zynisch fortfuhr: „Aber bitte, sie kann ja nächstes Jahr dabei sein, dann wird euer Sohn halt ohne Eltern und nur mit MIR als Paten aufwachsen, mal sehen, wie sich der kleine Potter formen lässt…!“

Ich lachte ihm diabolisch ins Gesicht, während ich beobachtete, dass Potter sich sehr anstrengen musste sich zu beherrschen und nicht auf mich loszugehen. Immer wieder ballte er seine Händen zu Fäusten und öffnete sie dann wieder, fast glaubte ich, er würde gleich anfangen vor Wut zu schnauben, aber dann schien er sich zu fangen und erwiderte erstaunlich kühl: „Und was lässt dich annehmen, Malfoy, dass gerade du diesen Krieg überlebst?“

„Ich bin ein Malfoy!“, erwiderte ich nur arrogant und blasiert und maß ihn herablassend, was seine Wut sofort wieder anschürte.

„Und das ist dein Grund? Sehr gewichtig, wirklich!“, spottete er auch herablassend und humpelte wieder zu dem Tisch, um sich etwas mit seiner Kehrseite darauf abzustützen.

„Ja, nicht?“, erwiderte ich süffisant grinsend und ging auf seinen Spott oder Zynismus nicht ein, sondern sprach einfach weiter, denn seine Art nervte mich gerade wieder gewaltig und ich war mir sicher, wenn er ehrlich zu sich war, wollte er doch Daphne selber nicht im Kampf. „Also, zurück zum Thema, eine Strafe für dich, die du annehmen wirst und ich erkläre dir jetzt auch, warum du tun wirst was ich will. Ich denke, Warrington wäre zwar kein guter Verlobter, aber wer anders ließe sich bestimmt finden…!“, da fuhr er mir brüsk über den Mund, indem er mit einem spitzen Wutschrei einen unerwartet weiten Sprung aus dem Stand hinlegte und mit seiner Hand zu mir stieß, er wollte mich vorne an der Brust schubsten aber ich erwartete dies und wich geschmeidig aus, während er selbst strauchelte.

„Es geht hier um mich, nicht Daphne…!“, hisste er böse, aber ich grinste nur gönnerhaft und hob beschwichtigend die Hände, bevor ich weitersprach: „Warts doch ab, Potter, lass mich ausreden. Aber es gäbe sicher Anwärter, die Severus durchaus annehmbar fände, vielleicht sollte ich das anregen!“

„LASS DAPHNE DA RAUS!“, explodierte er förmlich vor mir und seine durchaus vorhandene, magische Stärke ballte sich in einem beinahe fassbaren schwarzen Nebel um ihn herum, als ich die elegant geschwungene, helle Braue hob ob dieses Temperamentsausbruchs.

„Ruhig, Potter, oder willst du, dass man uns erneut erwischt?“, fragte ich süffisant grinsend und lehnte mich lässig entspannt mit verschränkten Armen an die Wand und demonstrierte ihm meine nicht vorhandene Angst und Furcht vor ihm, während der junge Vater vor mir schwer mit seiner Selbstbeherrschung rang, bevor er schwer schluckte.

„Außerdem würde Hermione nie zulassen, dass du Daphne verschacherst…!“, erwiderte er weniger laut, aber genauso angriffslustig. Er baute sich, obwohl er kleiner war, drohend vor mir auf und reckte das Kinn in die Höhe. Wie putzig, Potter wollte, nachdem er sich wieder im Griff hatte, weiterhin aufmüpfig bleiben, nun gut, das würde ich ihm effektiv austreiben.

„Glaub mir, wenn ich mit Daphne fertig wäre, würde sie dich nicht mehr wollen, …ich kann sehr überzeugend sein! Sie würde freiwillig einen anderen nehmen, solange er sie nur, so beschmutzt wie sie schon ist, nehmen würde! Schließlich gilt eine unverheiratete Frau mit einem Bastard in Reinblüterkreisen nicht viel… Oder ich überzeuge sie, dass es für ihren Sohn das Beste ist auf Abstand zu gehen, oder aber, dass es das Beste für dich ist, den armen Helden, den es zu schützen gilt! Daphne ist sensibel genug um auf derartig pathetische Phrasen reinzufallen, da sie denkt, sie würde das Beste für dich tun! Du siehst, ich bin einfallsreich und es gibt so schrecklich viele Möglichkeiten! Aber schließlich dachte ich auch bisher, du würdest mein Wohlwollen anstreben, Potter und mich nicht zum Feind? Ich könnte mich aber auch irren?“, erklärte ich gemein, wobei ich zuerst desinteressiert auf meine Nägel blickte, als wären sie deutlich interessanter als er, dann jedoch langsam mein Haupt hob um den wutschnaubenden Potter gehässig anzusehen und diabolisch grinste, während Potter um Beherrschung ringend die Hände durch die Luft bewegte.

„Was willst du, Malfoy?“, brachte Potter nun vor Wut bebend zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor.

„So ist´s brav!“, reizte ich ihn grinsend weiter, aber es machte auch zu viel Spaß, ihn so in der Hand zu haben, vor allem nachdem er mich durch sein verdammtes Glück besiegt hatte, in unserem kleinen Duell aber ich war ihm in Intrige, List und Tücke überlegen und das führte ich ihm gerade ostentativ vor Augen.

Knapp erklärte ich Potter was ich forderte um wieder besänftigt zu sein und auch wenn sein überforderter Blick deutliches Erstaunen und gelebten Unwillen zeigte, gab er aufgrund meiner dann wohl doch besseren Argumente nach und fügte sich leidend in sein Schicksal, auch wenn er ganz und gar nicht zufrieden damit war und sogar versuchte, mich auszufragen, was ich planen würde, da er darauf verwies, dass die Schönste das gar nicht gutheißen würde.

„Was planst du, Malfoy? Du hast doch etwas vor!“, fragte er misstrauisch.

„Das geht dich nichts an, Potter, tu es einfach und schweig über unseren Deal, ansonsten…!“, drohte ich ihm süffisant, mit tadelnd erhobenem Finger, denn natürlich stand es außer Frage, dass ich etwas plante.

Potter schluckte unwohl und sah mich hasserfüllt an.

„Hör mir jetzt mal gut zu, Malfoy! Du bekommst deinen Deal. Dafür wird sie dich eh hassen! Aber das ist dann dein Bier! Aber ich will auch etwas dafür, dass ich mich darauf einlasse!“, ätzte Potter widerlich.

„Oh… bekommt dir die Gesellschaft der Schlangen nicht?“, spottete ich arrogant, in Wahrheit war ich erstaunt, dass er etwas forderte.

„Höchstwahrscheinlich! Ich will etwas von dir und das betrifft sowohl die BL als auch die DA…“, glitzerte es regelrecht durchtrieben durch die runde Brille zu mir und das machte mich doch glatt neugierig und ich bedeutete ihm zu reden . Etwas was er nun gewohnt ausschweifend und wenig zielgerichtet tat und ich hörte ihm genau zu, da ich durchaus auch den Vorteil für mich aus dieser BITTE erkennen konnte und deshalb mit einem knappen Nicken wohlüberlegt zustimmte.

„Okay, dann machen wir das so! Abgemacht, das ist ein Deal! Aber Potter, vergiss nie, auch wenn ich so großmütig die Patenschaft für dein Balg übernommen habe, wir sind keine Freunde und ich niemals nett! Ich rate dir, halt dich an das was ich fordere. Einen schönen Tag noch!“, rief ich ihm noch mal in Erinnerung und wandte mich dann entschlossen ab und ging, ließ Potter wütend, überrumpelt und wohl noch immer sprachlos zurück, aber von dem was er verlangte war es nur mein Recht, das letzte Wort zu haben.

Ich kam verhältnismäßig gut gelaunt, wenn man es mit meinen Launen in den letzten Tagen verglich, zurück in den Gemeinschaftsraum. Dass ich Potter mal wieder in der Hand hatte und ihm eine Zusage hatte abringen können und mit dem was ich nun tun würde, gehörte er mir ganz und das hatte meine Laune sehr angehoben. Ich freute mich darauf, wenn ich es einfordern würde was ich von ihm verlangte, an sich hatte mir Potter beinahe wie von selbst in die Hände gespielt.

Vor dem Kamin saßen bereits Blaise und Astoria. Sie hatte auf seinem Schoß platzgenommen und kuschelte sich an ihn, während Daphne ein ganzes Stück abseits auf einem der Sofas alleine dasaß und las. Was sollte sie auch anderes im Gemeinschaftsraum tun, denn wie von mir angeordnet, wurde sie von allen Slytherins gemieden wie die Pest, schließlich wollte niemand riskieren, auch noch bestraft zu werden.

Sie wirkte blass, verlassen und einsam, aber für diese riesen Dummheit, die sie sich geleistet hatte, musste sie büßen, da führte kein Weg vorbei und wenn ich daran dachte, was sie, Potter und Weasley dort im Wald für einen unsäglichen Unsinn verzapft hatten, tat es mir diesmal auch so gar nicht leid, sie leiden zu lassen.

Ich steuerte zielstrebig auf meinen Sessel zu, doch noch bevor ich mich niederlassen konnte, bemerkte ich, wie Blaise Astoria bedeutete sich zu erheben.

„Ich will dich sprechen, Draco?“, fragte Blaise auch schon vorsichtig und war schon dabei, seinerseits auch aufzustehen, denn offenbar wollte er mit mir alleine reden. Ich runzelte die Stirn, da ich nicht wusste, was er von mir wollen könnte aber ich stoppte und nickte nur.

Wir betraten mein Zimmer und ich deutete zu den Sesseln vor dem kleinen Kamin, was Blaise als stumme Aufforderung verstand ruhig Platz zu nehmen. Unterdessen schenkte ich uns beiden einen Drink ein.

Ich ahnte schon worauf Blaise mich ansprechen wollte und haderte noch, ob ich mit ihm darüber reden wollte. Seitdem wir in Hogwarts waren war unser Verhältnis zueinander immer enger und durch die Connection schließlich endgültig wieder innig geworden, auch wenn es gänzlich anders war als früher, denn Blaise und ich hatten sehr wohl eine Geschichte, eine gemeinsame Vergangenheit.

Eigentlich kannten wir uns schon so lange, von Kindesbeinen an, aber es hatte etwa zwei Jahre vor Schulbeginn einen großen Bruch zwischen uns gegeben. Wir hatten einige Zeit gebraucht, diesen auch nur annähernd zu kitten, zumal ich vermutete, dass Blaise, als wir nach Hogwarts gekommen waren, wo ich sofort in Slytherin aufgrund meines Namens jemand gewesen war, nicht gewusst hatte, wie er mit mir umgehen sollte, schließlich kannte er mich und meine wenig nette Art nur zu gut. Er war sehr unsicher gewesen wie wir zueinander standen.

Ich glaube, er, der zwar aus einer wohlhabenden, reinblütigen, aber weniger bedeutenden Familie stammte, hatte damals Respekt vor mir gehabt, den er noch nicht gehabt hatte, als wir Kinder gewesen waren. Letztendlich war es schwer gewesen, unsere ehemalige Freundschaft wieder aufzubauen, vor allem, da ich nicht wirklich gut darin war tatsächliche Nähe zuzulassen.

Ja, Blaise war mehr oder weniger von Anfang an meine rechte Hand, ich vertraute in seine Entscheidungen und wusste, er war mir treu ergeben und absolut loyal, aber auch Blaise hatte von Beginn an seine Stellung eingenommen und akzeptiert, dass ich im Rang über ihm stand und das letzte Wort hatte. Nur wie ich jetzt reagieren sollte, wusste ich noch nicht, als ich mich hinsetzte.

„Also, fang schon an!“, wies ich Blaise an, nachdem wir einige Minuten schweigend unser Getränk genossen hatten und mehr in die Flammen des Kamins starrten denn zu uns.

„Was ist passiert, dass du im Krankenflügel lagst? Und absolut niemanden sehen wolltest?“, kam Blaise auch sofort wenig zaghaft zum Punkt. Er wusste, wie sehr ich es hasste, wenn jemand dumm herumredete.

„Ich wurde verletzt, reicht das nicht?“, blaffte ich genervt zurück, denn über Details wollte ich eigentlich nicht reden, denn als besonders ruhmreich konnte man die Episode Klo nicht bezeichnen.

„Und daran ist Harry schuld?“, fragte er zaghaft und ja, Blaise traf zielsicher den Punkt und fuhr fort: „Rede schon, ich kenn dich doch. Also was hat Harry verbrochen und was wolltest du mit ihm nach dem Training klären?“

Blaise lächelte hoffnungsvoll und ich sah ihn abwägend an. War ja mal wieder klar gewesen, dass er das merkte und als meine Augenbraue fragend nach oben wanderte begann er zu lachen.

„Deine Laune war unterirdisch, auch vor dem Training noch und jetzt bist du gut drauf, oder jedenfalls besser, was nur daran liegen kann, dass du Harry gerade eins ausgewischt hast. Ihr mögt euch zwar zivilisiert geben, für die Schönste, aber ich weiß nur zu gut, dass du Harry nicht leiden kannst… also, warum solltest du sonst mit ihm reden wollen, wenn du nicht etwas von ihm fordern kannst?!“, stellte Blaise knapp und nüchtern dar und zeigte, warum er eine Schlange war.

„Wie scharfsinnig, aber das warst du ja schon immer, nicht wahr? Nun gut, ja, du hast recht!“, erklärte ich abwägend und nahm einen großen Schluck, dann fuhr ich fort: „Potter und ich hatten ein kleines aber vor allem sehr spontanes Duell, bei dem der Trottel begann mit schwarzmagischen Flüchen um sich zu werfen und als ich versucht habe ihm diese Dummheit auszutreiben, hat dieser bescheuerte, kreischende Geist mich abgelenkt und da hat er mich doch tatsächlich getroffen, mit einem Fluch, den Severus entwickelt hat. Dieser Idiot!“, wettert ich drauf los und Blaise war das Grinsen wie aus dem Gesicht gewischt.

Natürlich verbog ich die Wahrheit etwas, aber zu erzählen wie es wirklich gelaufen war, offen zuzugeben, dass ich mit dem Cruciatus begonnen hatte und dass Potter eher reagiert als agiert hatte, das wollte ich nicht mal Blaise gegenüber zugeben.

„Ich hoffe, du warst hart?“, fragte Blaise mitleidlos, diese Offenbarung schien ihm nicht zu schmecken.

„Ja, du kennst mich!“, antwortete ich knapp und blickte ihn unleserlich an. Wir verstanden uns, das hatten wir schon immer. Unsere Mütter waren Freundinnen gewesen. Mich hatten Narcissas Freundinnen zwar immer genervt, aber wenn Mrs. Zabini kam hatte ich wenigstens jemanden zum Spielen gehabt, der genauso alt war und tickte wie ich. Ja, wir hatten viel Blödsinn angestellt als Kinder und waren wirklich so etwas Seltenes wie echte Freunde gewesen.

Blaise nickte und prostete mir bestimmt zu, dann erklärte er erstaunlich ernst: „Dann auf Harrys Strafe!“, das ließ ich mir nicht zweimal sagen und erwiderte den Gruß und trank wieder.

„Schon seltsam wie sich alles entwickelt. Erinnerst du dich noch an den Sommer nachdem mein Vater gestorben ist?“, kam es plötzlich von Blaise in fast wehmütiger Stimmung.

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BeitragThema: 337. Kapitel Die Spreu vom Weizen   Kapitel 336-337 EmptyDo Dez 20, 2012 11:47 pm

337. Kapitel Die Spreu vom Weizen


Ich nickte, denn natürlich erinnerte ich mich noch dran, selbst wenn wir damals noch sehr jung gewesen waren, gerade einmal 6 Jahre alt. Bei Blaise hatten sich in dem Jahr, in dem sein Vater so plötzlich, von einem Tag auf den anderen, verstorben war, die ersten magischen Ausbrüche gezeigt. Ich hatte schon deutlich früher welche gehabt, aber den ersten Ausbruch mit 4-6 Jahren zu haben war normal, nur ich war nicht normal.

Wir Malfoys waren immer anders und besonders.

Blaise stellte nun gemächlich sein Glas ab und knöpfte die Manschette seines Hemdes auf, bevor er anfing, den Ärmel sachte aufzurollen, dann fuhr er bedächtig mit den Fingerspitzen über eine kaum noch zu erkennende Linie, die sich nur ganz wenig heller von seiner restlichen, dunklen Haut abhob.

„Seitdem haben wir alle viele Pakte und magische Versprechen geschlossen, nicht zuletzt im letzten Jahr, für die Connection, aber das war mein erster! Gilt das noch, erinnerst du dich noch?“, fragte er überlegend, mit belegt klingender Stimme, besah sich erst die feine Nabe, bevor er aufsah und mich intensiv fixierte. Seit damals hatten wir das nie wieder erwähnt, auch nicht darüber geredet und ich hatte es verdrängt und fast vergessen, denn wir waren weder noch wie die Kinder von damals noch war unser Verhältnis heute wieder so wie ehedem, auch wenn es wieder gut war.

Leise stöhnte ich auf und fasste ganz automatisch an mein Hemd, denn natürlich erinnerte ich mich noch daran, schließlich hatte ich auf meinem rechten Arm dieselbe, feine Narbe. Wir hatten damals mal wieder ewig den Tiraden unserer Mütter über reines Blut und Blutsverräter und Mudbloods und Muggel sowie über die Verunreinigung unseres edlen Blutes gehört, bevor wir uns schlussendlich hatten absetzen können, um den Blödsinn anstellen zu können, der uns immer in den Köpfen herum geschwirrt war. Das Manor war groß und der Park noch größer. Wir hatten es jedes Mal genutzt, um etwas anzustellen, bei dem wir meistens glücklicherweise nicht erwischt worden waren.

An diesem erinnerungswürdigen Tag war mein Vater mal wieder unterwegs gewesen und Severus hatte mich nachmittags auch nicht unterrichten können. Wenn Blaise mich mehrere Tage am Stück besucht und ich Training hatte, hatte er immer mit trainiert, war eine Zeit lang sogar gezielt von seiner Mutter zum Training geschickt worden, was die Grundlage für sein späteres Training gebildet hatte. Wir waren jedenfalls an diesem Tag durchs Manor gestrichen und hatten uns über die nervigen Stunden ausgelassen, die wir bei unseren Müttern hatten absitzen müssen und Blaise hatte gejammert, dass er wenn er nicht hier war so einsam, allein und verlassen sei.

Niemand sei im Herrenhaus, seine Mutter sei ständig auf Männerfang, selbst nur eine Woche nach der Beerdigung seines Vaters hatte sie sich wieder in die Gesellschaft begeben und nun, Blaise blieb auf der Strecke. Zwar war das Herrenhaus der Zabinis nicht annähernd so groß wie das Manor, aber selbst mir erschien es grausam, mit 6 Jahren die meiste Zeit alleine in einem solch alten Prachtbau leben zu müssen, also war mir eine Idee gekommen, die damals für mich total genial angemutet hatte, im Nachhinein und heute betrachtet war es einfach nur dämlich gewesen.

Nur wenige Tage zuvor hatte ich, als ich meinen Vater in seinem Büro hatte aufsuchen müssen um mir eine Strafpredigt über mein unangemessenes Verhalten anzuhören, bei ihm einen prächtigen Schlangendolch entdeckt, den ich zu gerne noch mal hatte sehen und anfassen wollen. Außerdem hatte ich bei der Gelegenheit das Geheimfach ausmachen können, wo mein Vater ihn sofort, nachdem ich das Büro betreten hatte, verstaute. Das hatte meine unbändige Neugierde geschürt, denn ein so gesicherter Dolch war bestimmt wichtig, da er mit dem Wischen seines Stabes auch noch magische Banne aktivierte. Ich war mir nicht sicher, ob ich es würde öffnen können, aber das auszuprobieren, danach war mir in dem Augenblick der Sinn gestanden. Aus heutiger Sicht war es wirklich eine absolute Schnapsidee gewesen.

Ich hatte Blaise also dazu angestiftet, in das Büro meines Vaters mehr oder minder einzubrechen und nach einigem rumprobieren hatte ich es sogar geschafft, das Fach zu öffnen. Wie ich heute wusste, nur weil ich Malfoyblut in mir trug, aber damals waren wir fast 1000 Tode, in der nervösen Aufgeregtheit aufzufliegen, gestorben.

Blaise und ich hatten den kleinen, schmalen Holzkasten rasch mit uns genommen und waren hinaus ins Freie geflohen, sodass uns niemand würde erwischen können. Wir waren im Park unter genau der großen Weide verschwunden, unter der am Weihnachtsball ironischerweise auch Vater mit Hermione verschwunden war, wie sie mir in einem späteren Gespräch einmal erzählt hatte, weil sie nicht wirklich unter diesen Baum gewollt hatte, als wir in den letzten Ferien spazieren gegangen waren.

Ehrfürchtig hatte ich damals den protzigen, goldenen und vor allen Dingen schweren Schlangendolch aus der edlen Holzschatulle genommen und Blaise hatte ihn genauso vorsichtig bestaunt wie ich. Aus der Nähe hatte er noch viel imposanter ausgesehen und mich hatten die Smaragde und Rubine beeindruckt, die wenn das Sonnenlicht spärlich durch die Äste gebrochen war und sie es einfingen, atemberaubend gefunkelt und geschillert hatten.

Aus einer heute für mich nicht mehr so richtig nachvollziehbaren Laune heraus hatte ich Blaise aufgefordert, seinen Arm frei zu machen, während ich es auch getan hatte.

Übermütig hatte ich den Dolch über meinen Unterarm gezogen. Ich weiß wirklich nicht mehr, ob ich es damals getan hatte um zu beweisen wie schmerzresistent ich war und ob Severus‘ Lektionen halfen, oder weil ich vorgehabt hatte was folgte, aber im Endeffekt war das heute auch egal.

Blaise hatte den Dolch nach einigem Zögern auch ergriffen und dann die Klinge über seinen Arm gezogen. Es war wie ein Wettstreit gewesen, dass keiner dem anderen nachstehen wollte. Fasziniert hatten wir beide betrachtet, wie das rote Blut aus den Schnitten gequollen war. Auch ich hatte gebannt beobachtet, wie das dunkelrote, dicke Blut über meine so helle Haut geflossen war, während es auf Blaises dunkler Haut fast schwarz gewirkt hatte. Eigenartigerweise hatten wir beide weder wegen den Schmerzen geschrien noch uns irgendwie angestellt, wofür wir uns heute in Erinnerung an früher schämen müssten.

„Lass uns einen Schwur eingehen, Draco!“, hatte Blaise schließlich in die Stille hinein übermütig vorgeschlagen, während wir noch immer unsere blutenden Arme gedankenversunken angesehen hatten. Darauf hatte ich abrupt aufgeblickt und in das ernste Gesicht von Blaise gesehen.

„Was meinst du damit?“, hatte ich perplex gefragt, denn ich hatte nicht wirklich gewusst, worauf er hinaus wollte.

„Mein Pate hat es mir erklärt, wenn man nicht Blutsverwandt ist, kann man eine ähnliche Beziehung eingehen und damit seine Verbundenheit beschließen, indem man sein Blut vermischt“, hatte Blaise leise zugegeben und mich dann etwas ängstlich, aber auch hoffnungsvoll angesehen, wohl weil er gefürchtet hatte ich könnte ablehnen oder gar schlimmeres, ihn auslachen.

Ich hatte darüber nicht lange nachdenken müssen, denn auch wenn ich nie Geschwister hatte haben wollen, nicht wirklich gebraucht hatte, so war Blaise doch mein bester Freund gewesen und ich hatte nichts gesehen was dagegen sprach mich ihm verbindlich zu erklären. Somit hatte ich nickend und schrecklich naiv zugestimmt.

„Streck deinen Arm aus, wir müssen sie so nehmen!“, war es geschäftig und eifrig von ihm gekommen. Er hatte seine Hand um meinen Arm gelegt und seinen Arm auf meinen gedrückt, während ich dann auch seinen Arm fest und entschlossen ergriffen hatte und so unsere blutenden Schnitte aufeinander getroffen waren.

„Und was jetzt?“, hatte ich Blaise mit meinen 6 Jahren neugierig, kindlich gefragt, doch er hatte nur mit den Schultern gezuckt und etwas zögerlich erklärt: „Mein Pate hat mir gesagt, dass man einen Schwur sprechen muss, aber ich weiß nicht wie der genau lautet!“

Schweigend hatten wir uns angesehen, bis mir eine Idee gekommen war.

„Dann machen wir einfach unseren eigenen Schwur!“, hatte ich überschwänglich vorgeschlagen und Blaise hatte enthusiastisch zugestimmt. Ich hatte gesehen, wie er sofort angefangen hatte zu überlegen, was er sagen könnte, dann hatte er genickt und sich schließlich geräuspert, bevor er loslegte.

„Chrm… Ahäm, ich verspreche… nein… ich schwöre, zu dir zu halten wie… ein…ein Freu…? Ein… ein Br… ein Bruder, öh ähm… nein? Okay, dann ein brüderlicher Freund, ja? Besser? Okay, also dann ein brüderlicher Freund, dich nie zu verraten und dich zu unterstützen bei dem was du tust. Ich werde dein… Begleiter sein!“, hatte Blaise zuerst zögerlich und stotternd, doch dann immer fester gesprochen, das Beste war, dass es zeigte, wie schwer wir uns eigentlich taten Nähe zuzulassen. Er hatte gestottert und mich immer wieder fragend angesehen, als er überlegt hatte wie er uns bezeichnen sollte. Ein Bruder ging mir entschieden zu weit, wir Malfoys bekamen meist nur einen Sohn, da wir die Rivalität nicht wollten, daher hatte ich hierbei meine Mundwinkel herabgezogen, sodass er das akzeptablere „brüderlicher Freund“ eingefügt hatte und damit konnte ich leben. Als seine Worte verklungen waren hatte ich ohne zu zögern weitergesprochen:

„Ich werde deinen Lebensweg begleiten und dich schützen wie es nur dir gebührt, als meinen brüderlicher Freund!“, hatte mein Schwur gelautet und ich weiß bis heute nicht warum, aber danach hatte die Magie um uns herum nur so vor Spannung geprickelt und mir war, als hätte um unsere Arme etwas hell aufgeleuchtet, obwohl wir keinen Zauberstab gehabt hatten. Bis heute war uns nicht klar, wie weitreichend dieser Schwur war oder ob wir uns das danach nur eingebildet hatten, aber zu dem Zeitpunkt waren wir so ergriffen von der intensiven Situation, dass wir es glauben wollten, ob es tatsächlich so war? Keine Ahnung!

Heute weiß ich nur, dass mit Blutmagie nie und nimmer zu spaßen war und wir als Kinder schrecklich naiv in unseren Handlungen gewesen waren.

Von diesem Tag an hatte ich diesen Dolch besitzen wollen, daher hatte ich auch so sauer reagiert als Vater ihn Hermione geschenkt hatte, denn er hätte mir gehören sollen. Ich war der Erbe, mir gebührte er, aber schon damals hatten wir ihn wieder zurückbringen müssen und es war uns ungesehen gelungen, aber jetzt gehörte er ihr.

Blaise war damals wirklich einsam gewesen, denn nur so hatte ich mir erklären können, dass er diesen Schwur vorgeschlagen hatte und mich noch als seinen Bruder hatte bezeichnen wollen. Er hatte in diesem Jahr seinen Vater verloren und seine Mutter war recht schnell dazu übergangen, sich einen neuen Mann zu suchen, da war verständlich, dass er sich dann alleingelassen und ohne Familie gefühlt hatte.

Sein Wunsch nach Eltern, Geschwistern und Familie musste sehr stark gewesen sein. Natürlich war ich auch oft alleine in dem großen Manor, aber Vater hatte mich ab und an unterrichtet, oder ich war halt bei Severus und hier hatte es auch noch Mutter gegeben, die ich zwar selten gesehen hatte, aber sie war da gewesen. Und zu guter Letzt hatte es noch meinen Großvater Abraxas gegeben, der seinen eigenen Flügel bewohnte, also so alleine im herkömmlichen Sinne oder so verlassen wie Blaise war ich als Kind nie gewesen.

Gut, Blaise hatte zu dieser Zeit noch seinen Paten gehabt, der war aber schon sehr alt, öfters kränklich und nun, sein Vater, auf den er früher hatte ausweichen können und der auch für ihn da gewesen war, lebte nicht mehr. Er war unter sehr diffusen Umständen verstorben, welche die Menschen über Blaises Mutter tuscheln ließen. Dass einem Jungen in seinem Alter diese Einsamkeit zu schaffen gemacht hatte, verstand ich.

Meine Aufmerksamkeit kehrte zurück ins Hier und Jetzt und ich antwortete Blaise auf seine zuvor gestellte Frage ob ich diesen Schwur hätte vergessen können.

„Natürlich erinnere ich mich!“, erklärte ich daher knapp und trank schnell einen Schluck des scharfen, torfigen Whiskeys. „Es war einschneidend!“, warf ich sarkastisch ein und hob meinen noch bedeckten Arm.

„Gilt er noch? Bin ich deswegen deine rechte Hand? Schließlich waren wir als wir in Hogwarts ankamen wohl nicht mal mehr Freunde! Nur noch Bekannte, oder?“, fragte er nun gerade heraus und ich musste wirklich überlegen. So offen hatten wir schon lange nicht mehr gesprochen.

„Hm, ich denke, es ist etwas von beidem. Nach dem Vorfall damals mit dem Abraxaner war vieles nicht mehr wie vorher und wir haben uns lange nicht gesehen! Warum fragst du? Fühlst du dich an deinen Teil des Schwurs gebunden?“, führte ich irritiert aus, während ich Blaises Gestalt vor mir genau maß und mich wieder zurückerinnerte zu dem verhängnisvollen Vorfall, der alles für uns verändert hatte.

Zwei Jahre nach unserem großartigen Schwur hatten wir es mit unserem Blödsinn übertrieben. Ich hatte Blaise an einem Nachmittag die Abraxaner von Großvater gezeigt und ihm begeistert erzählt, wie ich zum ersten Mal alleine auf einem von ihnen hatte reiten dürfen. Blaise war fasziniert von den edlen, geflügelten Tieren gewesen und hatte mich nach einiger Zeit dazu überredet gehabt, dass wir auf einem von Großvaters liebsten Tieren, einem der größten und schönsten Hengste reiten sollten.

Er hatte es geschafft, mich beim Ehrgeiz zu packen, dass ich es doch jetzt wohl auch alleine könnte, weil ich es beigebracht bekommen hatte und im Prinzip hatte es mich schon gereizt, eines der geflügelten Pferde wirklich vollständig alleine zu reiten, schließlich war ich schon ein großer Junge.

Wir hatten schließlich gemeinsam auf dem breiten, großen und muskulösen Rücken eines der prächtigsten Tiere gesessen und waren unbemerkte von den Stalljungen von der Koppel losgeritten, doch ich hatte Blaise verschwiegen gehabt, dass ich nur auf einer der lammfrommen Stuten hatte reiten dürfen und nicht auf einem der wilden Hengste.

Es war gekommen, wie es hatte kommen müssen.

Wir 8jährigen Kinder hatten den wilden Abraxaner nicht halten können. Er war durchgegangen und ohne Kontrolle in die Luft aufgestiegen, woraufhin wir panisch geworden waren, wobei ich nach dem anfänglichen Schock versucht hatte die Ruhe zu bewahren, aber es war etwas anders, ein Pferd zu reiten als ein Pferd zu fliegen. Ich hatte das fliegende Pferd nicht unter Kontrolle bringen können und es war schließlich mit den Hufen in einem Baum hängen geblieben und somit waren wir mitsamt dem Tier abgestürzt.

Es war eine 1 A Bruchlandung, mit viel Geschrei und der Sturz war nicht ohne gewesen. Als wir es schließlich geschafft hatten uns unter den Flügeln des verwundeten und leidenden Tieres heraus zu kämpfen, hatte schon mein Vater wie ein Zerberus, der zu viele Köpfe hatte, auf uns herab gestarrt. Er war unbewegt und in seinem wortlosen Tadel erschreckend einschüchternd erschienen. Denn wir Jungs waren nicht wirklich schwer verletzt gewesen, nur ein paar Kratzer und blaue Flecken hatten wir uns zugezogen, aber der Hengst hatte sowohl offene Verletzungen an den Flügeln und den Beinen abbekommen, aber auch innerlich schien er verletzt zu sein und so hatte Vater ihn noch an Ort und Stelle erlösen müssen, indem er ihn als Strafe vor unseren Augen ohne zu zögern mit dem Avada tötete. Das alleine war schon ein sehr einschneidendes Erlebnis sowohl für mich als auch für Blaise.

Auch wenn ich mich von Blaise hatte überreden lassen, hatte ich tapfer alle Schuld auf mich genommen und Vater auch gebeten, nur mich zu bestrafen, aber er hatte uns beide bestraft, weil wir, wie er sagte „zusammen diese Dummheit begangen hätten und Blaise sowieso eine harte Hand bräuchte, da er keinen Vater mehr hätte!“

Zum Glück hatte Vater mir aber erspart, Abraxas das ganze Übel in vollem Umfang gestehen zu müssen, doch nach diesem Vorfall hatte ich meinen Großvater, zu dem ich bis dahin ein recht gutes Verhältnis gehabt hatte, nur noch ein Mal gesehen. Vater hatte mich zu ihm geschickt um meine Entschuldigung vorzubringen, dass es überhaupt zu dem Vorfall gekommen war, was ein Unterschied war. Aber mein Großvater hatte sich schweigend die Entschuldigung angehört und mich nicht mal angesehen, dann hatte er mich noch minutenlang schweigend dort stehen lassen, mit dem Rücken zu mir, bis er sich dazu herab gelassen hatte mich überhaupt zu beachten um mich einer Antwort wert zu befinden.

„Ich werde dir nicht verzeihen, Draco und ich nehme deine Entschuldigung nicht an. Geh und tritt mir nicht wieder unter die Augen!“, hatte der verbitterte, alte Mann eisig entgegnet und ich war gegangen. Das waren die letzten Worte gewesen, die ich von meinem Großvater gehört hatte und obwohl er im selben Haus wohnte, wusste ich nicht mal ob er noch lebte, denn seit diesem Tag hatte ich ihn nicht wieder gesehen. Mich hatte es hart getroffen, dass er mich so einfach verstoßen hatte, doch zu ändern war daran nichts mehr.

Eine weitere Folge war gewesen, dass Vater verboten hatte, dass ich weiter mit Blaise spielte, da er, wie er mir erklärte, durchaus wisse, dass wir jedes Mal etwas anstellen würden, doch bisher hätte er keine Notwendigkeit gesehen etwas dagegen zu unternehmen, da sich unsere Ausbrüche im Rahmen gehalten hätten, wir aber nun endgültig zu weit gegangen seien. Es hatte mich geschmerzt, Blaise als Freund und Kamerad verloren zu haben und in gewisser Weise hatte ich ihm die Schuld daran gegeben, dass unsere Freundschaft so abrupt beendet worden war. Die folgenden gut drei Jahre bis wir nach Hogwarts kamen hatten einen wirklichen Bruch zwischen uns dargestellt und als wir nach Hogwarts gekommen waren, hatten wir uns ernstlich voneinander entfernt gehabt und unsere Freundschaft neu aufbauen müssen.

Wir waren uns fremd geworden.

Aber auch eine Folge war gewesen, dass Vater zusammen mit Severus meine Ausbildung zur Vollendung hatten bringen wollen. Es war als hätte dieser erste Avada etwas in ihm ausgelöst, was er von dem Zeitpunkt an unerbittlich vorangetrieben hatte und ich hatte gelernt, schon in jungen Jahren Dinge zu sehen und zu erleben, die andere das Glück hätten nie erblicken zu müssen. Und diese Erlebnisse waren etwas, das es mir noch zusätzlich erschwert hatte wieder Kontakt zu Gleichaltrigen aufzunehmen, denn uns trennten, durch das was ich in diesen Jahren erlebt und gelernt hatte, Welten.

„Ja, ich war und bin dir immer loyal, Draco!“, bekannte Blaise nun inbrünstig auf meine Aussage und riss mich aus meinen Gedanken, danach fügte er nachdenklich hinzu: „Wenn ich darüber nachdenke, wie wichtig für unsere Geheimnisse momentan Blutschwüre und Unbrechbare Schwüre sind… aber hat auch keiner damit gerechnet, dass wir im Krieg leben werden! Wie naiv wir damals doch waren. Mir wurde in letzter Zeit erst klar, wie dumm, blind und kindisch wir damals gehandelt haben, meinst du nicht?“, warf Blaise überlegt ein.

„Hm, ja, wir waren Kinder und haben nicht wirklich nachgedacht! Aber im Endeffekt hat es uns doch nicht geschadet, dass wir dies so unwissend getan haben. Klar, wir wissen nicht welche Auswirkungen dieser Schwur hat, aber ich habe auch nie auch nur daran gedacht, dass was ich geschworen habe zu brechen! Du bist ein Slytherin, warum sollte ich dir meinen Schutz also verwehren?“, erwiderte ich lakonisch, denn ich hatte Blaise auch immer in Irland bei mir gesehen.

„Ich weiß nicht, aber es hätte auch anders kommen können, siehe Warrington. Es gibt auch Slytherins, die dir nicht folgen…“, zuckte Blaise mit den Schultern, darauf sagte ich nicht gleich etwas, denn das stimmte, zu meinem Leidwesen.

„Oder weil ich an dem Desaster mit dem Abraxaner schuld war und du mir auch die Schuld dafür gegeben hast, so dachte ich, dass für dich der Schwur nicht mehr von Bedeutung ist. Abraxas und so?“, warf er vorsichtig ein, wobei er mir immer wieder verstohlene, schuldige Blicke zuwarf, vorsichtig hoffend, wie ich reagieren würde.

„Hm, mag sein, aber auch wenn ich sauer auf dich war, wir waren Kinder, aus den Augen aus dem Sinn, oder der Schwur wirkt nicht, ich weiß es nicht!“, entgegnete ich sinnierend und trank einen weiteren Schluck.

„Außerdem nehme ich an, dass du so oder so hinter mir stehst!“, erklärte ich selbstverständlich.

„Ja, ich respektiere dich, Draco und ich weiß sehr gut, wie viel ich dir verdanke und was du alles tust! Ich bin dein Mann!“, erklärte Blaise inbrünstig und stellte sein leeres Glas ab, dann krempelte er seine Ärmel entschlossen herab.

„Astoria wartet?“, fragte ich, denn eigentlich war das Gespräch wohl beendet und ich hatte auch noch Arbeit, die auf mich wartete.

„Ja, ich gehe dann!“, antwortete Blaise und erhob sich langsam.

„Danke!“, sagte er noch als er die Tür erreichte und drehte sich noch mal um, um mir einen ernstlich dankbaren Blick zu schenken. Ich nickte annehmend und sah einen Moment auf die sich schließende Tür. Das war ein selten ernstes und tiefsinniges Gespräch zwischen mir und Blaise gewesen, aber wir hatten auch schon so viel erlebte Geschichte miteinander. Er war der Einzige, der mich von den Gleichaltrigen so gut kannte und dass er mein Freund war, kam nicht von ungefähr, auch wenn ich trotzdem in der Hierarchie über ihm stand. Aber es war gut, jemanden neben sich zu haben, der einen kannte.

Dracos Sicht ende

Hermiones Sicht

Wir, das hieß Ron und ich, warteten vor dem prasselnden Feuer sitzend auf Harry, der auch relativ rasch, aber zum Glück auch noch in einem Ganzen wiederkehrte, ohne dass sich Draco und Harry zerfleischt hatten.

„Hey Kumpel, was wollte Malfoy? Erfahre ich endlich, was euch seit Tagen über die Leber gelaufen ist? Oder auch warum, Malfoy so lange auf der Krankenstation war?“, fragte Ron auch schon missgestimmt, worauf Harry abfällig schnaubte.

„Ähm… also Malfoy, keine Ahnung und Ron, du musst nicht alles wissen und was er wollte, was wohl? Nerven! Er ist ein eingebildeter Schnösel. Wie du den auch nur eine Sekunde erträgst, ist mir ein riesengroßes Rätsel, Schönste!“, keifte Harry giftig und ich blies mir eine lockige Strähne aus der Stirn, da ich gerade Harrys Gegenwart als nicht erstrebenswerter empfand als Dracos.

„Jupp, Schönste, mir auch, so ein… ach… aber Snape ist auch nicht besser! Wollen wir von was anderem reden?“, kam es eifrig von Ron, nachdem er bemerkt hatte, dass ich mich versteifte, da es ja nicht so war als würde ich die letzten Tage groß die Kommunikation mit Harry suchen. Dass ich mich distanzierte, wütend und zurückhaltend war, dies war wahrlich jedem aufgefallen.

„Was sollte das vorher mit dem Buch? Welches Buch überhaupt?“, fragte ich da neugierig nach und Harry zuckte unter meinen allerersten Worten, die ich nach dem Desaster wieder an ihn richtete zusammen und linste unwohl durch seine Brille zu mir auf.

„Äh, ja also, das war Snapes Strafe. Er wollte sein Buch zurück, das Tränkbach des Halfblood-Prince!“, meinte Harry widerwillig und ich fuhr mit einem scharfen Ruck zu ihm herum.

„Warum?“

„Weil der Spruch aus dem Buch kam! Wir haben ihn noch nie geübt, weder bei Snape, noch bei unseren Connection-Treffen im Raum der Wünsche! Ich hab ihn daraus!“, bekannte er etwas leutselig.

„Dann war es einer von Severus‘ selbst entwickelten Sprüchen!“, murmelte ich eher zu mir denn zu den Jungs, da ich nun verstand, warum Severus so wütend war. Die Sprüche, die er und ich entwickelten waren meist nicht einfach wieder zu heilen oder zu beheben, dafür musste man auf andere Arten der Magie zurückgreifen. Wäre er nicht zufällig dahergekommen, hätte es für Draco knapp werden können. Und diese Erkenntnis sorgte dafür, dass sich mein Herz aber auch mein Magen hart zusammenzogen, denn Draco verlieren wollte ich unter keinen Umständen .

Diese Gedanken brachten einen bitterbösen Zug in mein Gesicht als ich Harry ansah und ihn attackierte.

„Aber das hast du nicht getan, oder?“, zischte ich gefährlich leise und kalt.

„Wassss…?“, fragte er überrumpelt und auch ein wenig scheu, da ihm mein Stimmungsumschwung nicht verborgen geblieben war.

„Ich kenn dich, Harry James Potter, du hast ihm nicht das Buch geben. Was hast du getan?“, tadelte ich und er schielte mich ertappt an.

„Bitte…“, jammerte er flehentlich.

„Was hast du getan? Und warum?“, forschte ich nach und durfte erleben, dass Ron sich total raushielt, was auch besser war, aber früher undenkbar.

„Nun ich… ich hab das Buch dupliziert…!“, wisperte er schuldig um danach die Augen niederzuschlagen.

„Wow!“, hauchte Ron ehrfürchtig, da er nicht von einer Kopie sprach sondern von einem Duplikat.

„Nicht schlecht! Die magische Duplikation, dafür bist du aber nicht in der weißen Magie geblieben!“, resümierte ich recht sparsam.

„Jupp, es war nicht leicht… aber ich wollte es behalten. Ich weiß, wenn ich ihm das Richtige gegeben hätte, dann würde ich es nie wieder sehen können, aber es bedeutet mir irgendwie irgendwas nicht nur aufgrund dessen was ich alles erfahren habe, sondern es hat den Anfang des 6. Jahres bereitet, dass ich überhaupt so nah an Slughorn herankam, schließlich hätte ich sonst nie Felix so gut brauen können!“, bettelte Harry nun jämmerlich um Verständnis.

„Also hast du Severus ein gefälschtes Werk untergeschoben und ihn sehendes Auges angelogen! Ich hoffe für dich, dass es gut ist!“, blieb ich ungerührt und überschlug die Beine, dabei lag mein tadelnder Blick konstant auf Harry.

„Das ist es und meine Hoffnung ist, dass er es sich nicht zu genau ansieht…“

„Wo ist das Echte?“, fragte ich nach.

„Ich hab es versteckt, eines Tages hole ich es mir wieder…“, als er meinen und Rons fragenden Blick sah, führte er hektisch weiter aus, „ich hab es im Raum der Wünsche versteckt… da gibt es einen Raum… so einen, wo allerlei Gerümpel steht. Total beeindruckend da drinnen, er ist riesig und total viel Zeug und dort hab ich das Buch zusammen mit Ginny und Lavender versteckt!“

„Ginny und Lavender?“, kam mir Ron erstaunt zuvor.

„Ja, nun, also Ginny war bei Lavender im Raum als ich kam und als ich mir einen Raum wünschte, wo ich das Buch verstecken könnte, waren sie bei mir, deshalb! War total abgefahren, was da alles in dem Raum drinnen ist, er ist bombastisch!“, erinnerte er sich fast schon enthusiastisch.

„Ah, verstehe!“, kam es erleuchtend von Ron und ich lobte mir Harry, dass er versuchte ehrlich zu sein, aber auf der anderen Seite wollte ich gar nicht wissen, dass er die Strafe von Severus schon wieder gemildert hatte, somit reagierte ich nicht groß weiter.

„Ich geh ins Bett, Jungs, morgen findet die Auswahl der DA-Mitglieder statt und das Schuljahr nähert sich dem Ende!“, erhob ich mich tatsächlich müde und etwas desinteressiert.

„Ja und es ist das erste Mal, dass ich mich darüber überhaupt nicht freue!“, murrte Ron düster und ich implizierte, dass er meinte wie sich unser Leben entwickelte, wie wir uns entwickelten, denn irgendwie lief grade alles schrecklich falsch.


Somit war ich nicht mit den Jungs in den Schlafsaal gegangen, zu Draco oder gar zu Severus, sondern verschanzte mich in meinem eigenen Bett, wenngleich ich genervt den gleichmäßigen Atem meiner 4 Zimmernachbarn ertragen musste, wobei eine ja Fred war, der Lavender nur darstellte.

Aber es war besser als schon wieder zu Severus zu gehen. Ich wollte Draco nicht zu sehr vor den Kopf stoßen und ich brauchte auch die Ruhe, um mir Gedanken über das morgige Training zu machen.

Ich fragte mich, ob Harry und Daphne schon wussten, dass SIE für mich und Draco schon vor dem Desaster nicht wirklich eine Option für DA und BL gewesen war? Im Zuge ihres dämlichen Vergehens würde sie nun wirklich nur zur BL stoßen um dort ihr Heilwissen weiterzugeben und Katie Bell zu schulen, aber nicht aktiv ein Mitglied werden.

Sowohl mir und Draco war gegenwärtig, dass dies Daphne tief treffen würde, wieder etwas wovon sie ausgeschlossen war, wohingegen ich sicher war, dass Harry mehr als froh sein würde, sie aus der direkten, ersten Reihe zu wissen.

Kurz fragte ich mich, ob ich zu viel von Draco und Harry forderte.

Verlangte ich zu viel, indem ich von ihnen ein harmonisches Nebeneinander erwartete?

Auf der anderen Seite, war das wahrlich zu viel gefordert? Ich meine, was für faule, schmerzhafte und bindende Kompromisse ging denn ich jeden Tag aufs Neue ein?

Beschwerte ich mich? Legte ich mich quer? Nein, zum Teufel, ich verbog mich, dass ich dachte, ich wäre ein sehr bewegliche Brezel!

Es war gerechtfertigt, dass ich sauer war auf die beiden Idioten, aber ich musste zu meinem unendlichen Leidwesen auch registrieren, dass es mich nicht glücklich machte, auf sie wütend zu sein. Es bedrückte mich, machte mir das Leben unnötig schwer und belastete mich.

Ich konnte es auch nicht haben wenn Missgunst herrschte, dafür musste ich mich zu sehr auf sie verlassen können. Es war auch zu ärgerlich, dass diese beiden ihre Animositäten nie würden beilegen können.

Dafür waren beide zu sehr darauf fixiert das Alphamännchen zu mimen. Ein Machtkampf, den es nie bei Severus und Lucius zum Beispiel gegeben hatte, nahm ich an, da nie zur Debatte gestanden hatte, dass Severus kein großer Führer war! Schon aus dem einfachen Grund, dass er gar nicht wollte! Wenn Lucius die führende graue Eminenz im finsteren Hintergrund war, so war Severus der Obskurant allererster Güte in seiner dunkel bedeckten Zurückhaltung.

Dahingegen forderte Draco den unbedingten Gehorsam aller, während Harry, der sich für alle verantwortlich fühlte, eher für alle einstand. Sie waren grundverschieden in ihrer Einstellung anderen gegenüber und ich wusste nicht, wie lange ich noch Draco ignorieren konnte. Diesen Gedanken hing ich nach, bis ich endlich in einen etwas unruhigeren, wenig erholsamen Schlaf fiel.

So begann auch der nächste Tag, in der immerwährenden Tristes des Schulalltages und ich versteckte mich hinter meinen Papieren, Dokumenten und Überlegungen wie mit der DA heute Abend zu verfahren sein würde. Wir mussten die neuen Mitglieder rasch einführen.

Es war doch immer wieder erhellend, wenn auch nur einen, aber doch den verrückteren der beiden Twins vor Ort zu haben. Seine Ideen bezüglich der BL waren an Bösartigkeit nicht zu überbieten und ich fragte mich beständig, woher diese Red Devils ihre Inspiration herholen. Es war fast beängstigend, was für einen teuflischen Geist sie unter diesem roten Haar verbargen, dabei dieses schelmische Grinsen, wobei man ihnen fast nichts übel nehmen konnte, es war brutal.


Zum vereinbarten Zeitpunkt am Nachmittag füllte sich der Saal bis die komplette DA mit 74 Mitgliedern versammelt war, dazu kamen wir, das Trio. „Wie ihr alle wisst, werden uns einige 7-Klässler verlassen…“, fing Harry an. „Wir müssen deshalb eure Ausbilder aufstocken, da mindestens drei wegfallen, weil Katie, Jack und Tom uns verlassen werden!“

„Was heißt das?“, „Gibt es Tests?“, „Wow, kann jeder aufrücken?“, „Das ist ja cool!“, „Wieder ein Parcours?“, brandete die Neugierde in hohen Wellen auf.

„RUHE“, donnerte Ron laut und einige sahen betreten aus und wandten schnell den Blick ab, während Harry ostentativ die Augen rollte.

„Dazu wäre ich gerade gekommen! Zuerst mal können sich alle 7-Klässer freuen, da sie nicht getestet werden, weil sie schließlich genauso ausscheiden wie die Drei genannten BL Mitglieder!“, winkte er zum Abschied Cho und so einigen zu, die rasch aufstanden und aus dem Raum verschwanden, wie mir erschien zum Teil froh, dass sie einen Abend freihätten, schließlich arbeiteten sie auf ihre UTZ-Abschlüsse hin.

„Dann bitte ich auch noch die 3- und 4-Klässler zu gehen!“, dieser nett formulierte Befehl sorgte für großes Murren, da damit die Anzahl doch sehr schrumpfte, aber wir wollten den jungen Leuten das nicht zumuten, was wir heute planten, dafür waren sie noch zu sehr Kinder und das sollten sie auch noch bleiben dürfen.

Somit blieben nur noch die 5- und 6-Klässler, die sich aus insgesamt 28 Schülern zusammensetzten, wovon es 9 aus der 5. Klasse gab und 19 Leute aus dem 6. Jahrgang, dies wären die besten Potentialträger bzw. Nachwuchskräfte.

„Nur die Teamführer bleiben, auch die anderen BL Mitglieder können gehen und sich einen schönen Tag machen!“, entließ Harry, denn hierbei könnten sie uns nicht helfen, was auch diese freute, da die Tage immer schöner wurden, verbrachten viele noch etwas die Zeit bei einem Spaziergang.

In dieser Zeit des Tumultes und der Unruhe sah ich mich um und es war zum ersten Mal, dass Lavender als echte Lavender wieder unter Mitschülern weilte. Sie hatte nach unserem ernsten Gespräch entschieden, an diesem Test unbedingt teilnehmen zu wollen und da sie zur Zeit im Raum der Wünsche lebte, war es leicht dieser Bitte nachzukommen.

Fred hatte sich bis zur morgigen Schulstunde entschuldigt und war sehnsüchtig zu seinem Bruder ins Cottage entschwunden, womit auch dieses Problem gelöst worden war, dass kein Twin und kein Doppelgänger, egal von wem, in Hogwarts herumirrte.

So sah ich gespannt auf diese Gruppe, hielt mich aber wohlweislich zurück.

„Leute, wir werden heute mit euch einen Eignungstest machen!“, verkündete Harry nun laut, als alle gegangen waren, die hier heute nichts zu suchen hatten.

„Was? Krass! Um was genau zu testen?“, „Irre, wofür?“, „WIE?“, „Warum? “, riefen die Teilnehmer wild durcheinander und ihr Enthusiasmus zeigte sich deutlich und war durchaus erfreulich.

„RUHE, erst mal!“, „Beruhigt euch!“, brüllten Blaise und Ron durcheinander und sorgten für die geforderte Stille, aber 28 Mitglieder waren eine an sich große Gruppe, die wir dringend durchsieben und die Spreu vom Weizen trennen mussten.

Aufgrund Harrys Wunsch änderte sich nun das Aussehen des Raumes und mehrere Reihen Tische in Reih und Glied erschienen, ähnlich wie bei unseren Schultests in der Großen Halle. Dies sorgte umgehend für Ruhe, aber auch für Unverständnis bei den Schülern, da wir so etwas noch nie gemacht hatten.

„Ja, ihr seht richtig! Wir haben uns etwas Neues einfallen lassen, ein schriftlicher Test!“, beschied Harry alle Verwunderung übertönend und klatschte auffordernd in die Hände.

„Boah…!“, „Mann, das ist doch öde!“, murrten so einige, bis eine Stimme ungehalten laut aufbrauste:

„Wer denkt, er hat es nicht nötig kann gerne gehen!“, sorgten die Worte Hannahs dafür, dass alle recht schnell Platz nahmen, mit dem dazugehörenden Knarzen der Stühle, dem zurechtrücken und dem leidlichen Schnaufen, das mit der Aussicht auf eine schriftliche Prüfung einherging.

Nun flogen die Papiere magisch zu ihnen und die speziell von den Twins präparierten Blutfedern folgten und senkten sich auch noch neben jedem einzelnen auf den Tisch.

Sogleich griffen die Ersten eifrig zu den Federn.

„Alle aufgepasst, damit keiner erschrickt, das sind Blutfedern, aber nicht so wie die von Romildas Strafe, sie sind noch lange nicht so schmerzhaft. Es geht nur um einen Tropfen eures Blutes, aber einen kleinen Stich könntet ihr verspüren!“, erklärte Harry und ich durfte so einige Gesichter ausmachen, die nicht wirklich erfreut über die Aussicht waren mit so einer Feder schreiben zu müssen. Mit dieser Idee waren wir wieder bei den brillanten Twins, die diese Federn präpariert hatten.

Trotzdem behielten viele die Federn entschlossen in den Händen aber die ersten leisen und verhaltenen Stöhner waren zu vernehmen, etwas was zeigte, dass der eine schmerzempfindlicher gegenüber dem kleinen Pieks war als der andere, aber jetzt gerade ging es nicht speziell um den Schmerz.

Eher ging es darum Dinge über die Leute und Personen zu erfahren. Wie sie dachten. Wo sie standen. Was sie erreichen wollten. Was ihre Stärken und Schwächen waren.

„Schönste, denkst du, die Fragen sind nicht zu schwer?“, wisperte mir da plötzlich Blaise vertraulich nah in mein Ohr und ich schüttelte nur den Kopf.

Dieser Test beinhaltete an sich unwichtige Fragen, die mit einem Kreuz markiert wurden und solche bedeutungslosen Fragen enthielten wie: Welches der 4 aufgeführten Tiere magst du am liebsten? Welches nicht und bist du gerne allein oder in Gesellschaft? Der Test war nur eine Seite lang und schnell ausgefüllt. Das Blut personifizierte den Test und enthüllte die wahre Persönlichkeit und würde damit Grundlage für die kommenden Tests sein.

Wir wussten, dass die Auswahl der neuen Mitglieder mit großem Bedacht getroffen werden musste und deshalb gingen wir akribisch vor. Nach 10 Minuten endete der kurze Test für alle und viele schienen erstaunt ob der Einfachheit und auch wenig schmerzvollen, ersten Aufgabe.

„So, nachdem dies erledigt ist, steht auf, damit die Tische verschwinden! Denn nun geht es ans Eingemachte! Der Raum hier mit einigen Säulen, sonst nichts! Das ist alles eure Aufgabe, magische Stärke und Schnelligkeit zu beweisen. Ihr arbeitet nur mit 2 Zaubern, dem Expelliarmus und dem Stupor! Verstanden? Einfach entwaffnen und oder ausschalten, egal, nicht fesseln oder sonst was! Versucht gut durchzukommen, jeder gegen jeden!“ , forderte Harry die Gruppe auf. Es war die harmlose Version der BL, aber die DA wurde schließlich auch nicht in dunkler Magie unterrichtet, also hatten wir uns dies überlegt, weil es mit die adäquateste aber auch schnellste Methode war, rasch die Spreu vom Weizen zu trennen.

Nun verschwanden die Tische und die Säulen erschienen und schon legten die ersten temperamentvoll los und brüllten oder riefen enthusiastisch laut die Flüche und schossen wild um sich. Aber es gab auch welche, die sich hinter den Säulen verborgen hielten und einige, die zu vorfreudig waren und sofort von hinten im Rücken getroffen wurden. Es war ein Chaos aus blitzenden Lichtern.

Die Ersten fielen wie die Fliegen und die Zauberstäbe surrten wie Geschosse durch den Raum, aber es war durchaus unterhaltsam.

Hier erkannte man, dass aber auch das beständige Training mit der DA Wirkung zeigte, denn die, die entwaffnet wurden, ließen sich nicht automatisch mit einem Stupor ausknocken, sondern einige hechteten oder rannten davon, suchten und fanden zum Teil verlorengegangene Zauberstäbe und kämpften weiter. Sie waren keine einfachen und willenlosen Opfer mehr, sondern bereit sich zu wehren und kämpften zum Teil verbissen darum, nicht zu scheitern.

Das galt natürlich nicht für alle, aber wie gesagt, einige überraschten schon sehr. Sehr schnell war ersichtlich, wer bleiben würde und wer nicht. Der Kampf tobte bis sich 8 Gegenspieler herauskristallisiert hatten, die verbissen hinter den Säulen ausharrten und immer wieder aus ihrem Schutz feuerten, hinweg über die verstreut herumliegenden bewusstlosen Leiber ihrer Kameraden.


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