When Hermione Fights
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 Kaptiel 338-339

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BeitragThema: Kaptiel 338-339   Kaptiel 338-339 EmptyFr Jan 04, 2013 4:35 am

338. Kapitel Aufnahmeprüfung extrem


Die, die sich bisher hielten, waren Tracy Davies, Pansy Parkinson, zwei Purebloods aus Slytherin, sowie aus Ravenclaw Antonie Goldstein, der ein Halfblood und Lisa Turpin, die muggelgebürtig war. Aus Hufflepuff bestanden bisher Ernie McMillan, ein Pureblood, sowie der einzige 5-Klässler John Whitby, ein Halfblood. Aus Gryffindor überzeugte Parvati und zu unserer übergroßen Überraschung eine erstaunlich flexibel und wenig rücksichtsvoll erscheinende Lavender Brown, wobei beide Purebloods waren.

„Überraschend, oder?“, hauchte mir Ron leise zu und ich nickte, während sein Blick fixiert auf Lavender lag.

„Bedenklich, wenn du mich fragst! Schade, dass nur 6-Klässler noch stehen, Whitby zähle ich nicht!“, wandte ich ein und erntete zustimmendes Nicken von den Teamchefs, denn bedenklich war Lavenders Wandlung auf alle Fälle. Vom trübsinnigen Häuflein Elend hatte sie sich zur kämpferischen Amazone gewandelt.

„Anscheinend macht dieses eine Jahr viel aus!“, resümierte ich überlegend weiter.

„Soooo, Schluss… Relaschio!“, schrie Harry nun über den Kampflärm hinweg und zauberte einen Regen roter Funken in die Luft, was die Gegner dazu veranlasste, ihr andauerndes Feuer einzustellen und die letzten Flüche verpufften einschlagend in den Stein.

Erschöpfte und verschwitzte Mienen blickten uns abwartend an.

„Geht ihr bitte da rüber, trinkt etwas und ruht euch kurz aus, während wir die anderen wieder erwecken!“, bestimmte Padma herrisch und so schritten wir über das Feld und zauberten die 20 Ausgeschalteten wieder zurück ins Leben, behandelten verstauchte Füße und schickten sie in ihre Gemeinschaftsräume. Das Ganze dauerte natürlich etwas.

„War ja so klar, dass ihr mich aussortiert!“, giftete Zacharias Smith gewohnt giftig, aber da er einer der ersten gewesen war, der einem Stupor zum Opfer gefallen war, reagierten wir nicht einmal auf seine Gehässigkeit.

„Schade…, hätte mir mehr erhofft!“, zeigte sich ein Michael Corner sichtlich betrübt über sein Scheitern, weil er einer war, der mit am Längsten durchgehalten hatte.

„Du warst wirklich gut, Michael! Ein wenig Übung und du schlägst alle anderen!“, heiterte Neville ihn freundlich auf, worauf Michael mit einem wehmütigen Lächeln von dannen eilte.

Mädchen wie Mandy Brocklehurst und Su Li schienen eher froh zu sein, dass sie gehen konnten und so stellen wir uns ihnen nicht in den Weg.

Stephen Cornfoot, Kevin Entwhistle und Morag MacDougal wirkten an sich mit sich und ihrer Leistung zufrieden. Sie waren jetzt nicht total betrübt, aber auch nicht himmelhochjauchzend. Das waren alle, die aus Ravenclaw angetreten waren.

Bei den Hufflepuffs gingen nun Megan Jones, Roger Malone, Oliver Rivers und Wayne Hopkins und waren etwas unglücklich darüber, dass John Whitby, der einzige 5-Klässer aus ihrem Haus, sie ausgestochen hatte.

Bei den sturen Gryffindors waren mürrische Gesichter auszumachen, vor allem bei den Männern vorherrschend, weil es nur Lav und Pav geschafft hatten und das passte den 5-Klässlern Andrew Kirke, Geoffrey Hooper, Sage Kelleen und Alexander Williams weniger, auch Demelza Robbins war nicht so glücklich, da sie großen Ehrgeiz gezeigt hatte, aber doch leider nicht hatte überzeugen können.

Bei den Slytherins herrschten lange Gesichter, denn dort konnte es grundsätzlich keiner ab zu versagen und so zogen Loyle Prichard, Jake Farley, Kris Harper und Vincent Crabbe sehr missmutig von dannen.

Als wir nun unter uns waren, studierte ich die Fragebögen. Wir hatten explizit getarnte Fragen gestellt, bei denen zutage kam, welche mentale Überwindung für unsere Probanden am größten war. Wir hatten durch psychologische Fragestellungen herausfinden wollen, welche Ängste in unseren Mitgliedern steckten und schlussendlich hatten wir die Fragen an uns geprobt.

Wobei ich wohlweislich verzichtet hatte, dabei mitzumachen, aber bei den anderen war es umso lustiger gewesen. So war wenig überraschend zutage gekommen, dass Ron an einer ausgeprägten Arachnophobie litt, die sich seit Aragog sogar noch verstärkt zu haben schien.

Harry war eher treudoof in den Test geschlittert und hatte ohne zu überlegen daran teilgenommen, etwas was mir nicht passiert war. Das was Harry fürchtete war das beängstigendste, denn weder die Enge schockte ihn, hatte er doch jahrlange in seinem Schrank dahinvegetiert noch Schlangen, Mäuse oder Spinnen, so waren doch diese Mitbewohner im Schrank eher seine Freunde gewesen, noch hatte er Angst vorm Fliegen oder dem Wasser, oder dass ihm dabei die Luft ausging, wie wir aus dem Turnier wussten. Mittlerweile war auch seine Furcht vor den Dementoren gewichen, da er felsenfest von seinem Patronus überzeugt war. Er hatte somit auch keine ersichtliche Angst vor dem Tod, dafür aber eher vor dem Leben und dem, was damit einherging! Er hatte Angst, zu leben und allein zu sein, ohne Familie und Freunde.

Ich hatte die Tests ausgewertet und seinen danach umgehend vernichtet. Kurz hatte ich es gewagt, mich zu fragen, was bei mir rauskommen würde, aber um zu erahnen, dass ich mich vor dem ungewissen Dasein als SoulGatherer am meisten fürchtete, dafür musste ich kein Hellseher sein, also machte ich diesen Test nicht.

Es war praktisch, auch von den anderen, mittlerweile Ausgeschiedenen zu wissen was sie fürchteten und so würden nun die 8 Zurückgebliebenen mit ihren Ängsten konfrontiert werden.

Aber zuerst dachte ich noch über die Phobien unserer Teamchefs nach, die auch diesen Test absolviert hatten.

Padma hatte erstaunlicherweise eine Aviophobie, sprich Flugangst, weshalb ihre Eltern sie auch nach dem Vorfall in Kingswear in kein Flugzeug nach Indien hineinbekommen hatten, dasselbe galt für Besen. Anders als ich wäre die Gute auch nie auf die Thestrale geklettert, um zum Ministerium zu fliegen. Der Test offenbarte, dass sie schier panisch wurde, wenn es in die Luft ging.

Neville hatte wenig überraschend Panik davor, zu versagen, in was auch immer, in allem. Er war davon regelrecht besessen, kämpfte aber überraschenderweise am meisten von allen gegen seine Ängste an. Er entwickelte sich gerade rasant, um ein Anführer zu werden und im Zuge dessen zu akzeptieren, dass Versagen zwar nicht schön, aber menschlich war.

Blaise war da schon ein anderes Kaliber, ihn trieb die SORGE, nicht die Angst, vor dem Verlassen sein oder alleingelassen werden. Er war wirklich geprägt und an sich bisher unfähig eine permanente Beziehung einzugehen. Er hatte keinen an sich herangelassen, so nach dem Motto: wenn ich niemanden in mein Herz lasse, kann mir derjenige auch nicht wehtun, wenn er geht. Aber auch er bekämpfte diese Einstellung mit Astoria.

Hannah kämpfte seit dem Tod ihres Vaters mit ganz anderen Problemen, der sogenannten Thanatophobie. Der Angst vor dem Tod, die an sich normal war, denn wer sorgte sich nicht mit der Frage, „Was danach kam“ aber trotz allem waren das ihre beherrschenden Sorgen und Nöte, der Tod in all seinen Facetten.

Das waren wir, das Trio und die Führer der BL. Es war gut zu wissen, um nun gegen diese tiefsitzenden Ängste zu agieren, aber jetzt spielten sie gerade keine Rolle, denn wichtig waren jetzt die verbliebenen 8 Kandidaten. Sie waren an der Reihe und würden sich ihren Ängsten real stellen müssen und sie im besten Fall auch überwinden.

Als erstes stellte sich uns Lisa Turpin, eine Ravenclaw aus derselben Stufe wie wir. Sie befand sich nun von den anderen getrennt, in einem separaten Raum. Sie war allein und sie wusste nicht, dass wir sie sehen konnten. Es war dieser herrliche Raum der Wünsche, der es uns derart leicht machte zu arbeiten.

Ich lenkte diese Szenarien, da ich nicht wollte, dass andere Mitleid mit dem zu Testenden hatten und nach der Hälfte abbrachen. Mir war gegenwärtig und sehr bewusst, dass es für die Eingesperrten um ihre existenziellen Ängste ging und sie durchaus fähig wären auszurasten und physisch und psychisch an ihre Grenze getrieben werden könnten, aber da mir Mitleid fremd war, würde ich weder zögern noch gar wanken.

Die gute Lisa war wahrlich panisch, wie der Test aussagte, als Ursache bei einer derart ausgeprägten Angststörung galt als Erklärung:
„Je weiter ein Tier oder Gegenstand vom menschlichen Erscheinungsbild abweicht, desto stärker, mehr und weiter verbreitet ist die Angst“.
Das war Psychologie und das wollte ich jetzt so für mich nicht bestätigen, aber ich konnte mir mit als Grund bei einer Spinnenphobie durchaus vorstellen, dass wenn zum Beispiel echte Spinnen mitunter plötzlich und unerwartet nahe am Körper bemerkt werden würden, dass dann dies ein wahrlicher Schock für die Person sein konnte.

Hier traf wohl diese Phobienerklärung zu, dass ihre, in Relation zur Körpergröße, schnelle und unvorhersehbare Art der Fortbewegung mit für die Spinnenangst verantwortlich gemacht wurde und anders als Ron, der vor dem Teddybär/Spinnen Attentat der Twins bestimmt seine Angst vor Spinnen hatte, so saß auch Lisas Angst tief und war echt in ihr verwurzelt.

Wir wollten die Teilnehmer nicht nur quälen und an den Rand ihrer Leidensfähigkeit treiben, sondern sie auch weiterbringen, dass sie ihre Furcht verarbeiten konnten, also versuchte ich, das Ganze auch gleich als eine Art Therapie zu starten und das ging natürlich nur wenn man es als Konfrontationstherapie sah.

Zum Glück hatte ich die anderen gut weggesperrt, denn der gerade bis ins Mark erschütternde, spitze Schrei von Lisa, der zu uns gelangte, war besorgniserregend laut und kläglich.

„Weg, WEG…WEG… HILFE!“, kreischte das Mädchen in dem engen Raum, der ihr Gefängnis war, panisch, wobei wir ihr absichtlich ihren Zauberstab gelassen hatten. Sie durfte und sollte mit allem was sie hatte gegen ihre Ängste kämpfen. Ich setzte Lisa direkt mit ihrer Phobie, also der Spinne, auseinander. Es war ihr fast nicht möglich, keine der Vogelspinnen, die den Raum bevölkerten, zu berühren, da es viel zu viele waren. Die Konfrontation damit, von ihnen berührt zu werden, war unumgänglich.

Wir beendeten den Spaß, als die Tiere begannen das wehrlose Mädchen unter sich zu begraben. Sie war schreckstarr und regte sich nicht, wie versteinert lag sie auf dem Boden, fast konnte man denken, dass sie aufgehört hatte zu atmen. Sie war wie tot. Ihr Zauberstab lag weit von ihr entfernt. Sie hatte aufgegeben. Aber als wir sie mit einem Zauberstabwischen von den Spinnen befreiten, war sie verständlicherweise nur froh, hektisch wegzukommen. Ich war mir sicher, dass sie ihre Furcht noch nicht überwunden hatte, was diese Tiere betraf, wobei diese possierlichen Tierchen nicht mit den Acromantulas mithalten konnten, denen Ron gegenübergestanden hatte.

Und schon war die nächste Probandin dran, Pansy. Sie litt an Akrophobie, oder was auch schlicht als Höhenangst bezeichnet wurde. Sie hatte eine rechte ausgeprägt Form und trat bei ihr schon auf Türmen, hohen Bergen, vor Abhängen, auf Brücken, Balkonen und Leitern auf, daher war sie bekanntermaßen sehr dankbar, in den Kerkern zu leben und weigerte sich auch auf die Quidditchtribünen zu gehen, da sie die Höhe hasste und Astronomie hatte sie rasant abgewählt.

Ich hatte mich natürlich akribisch auf diesen Test vorbereitet und hatte herausgefunden, dass um diese Angst auszulösen, nicht zwingend eine große Höhe notwendig war, wenige Meter reichten aus. An sich galt die Höhenangst als tiefe Angst vor dem „Sich-Fallenlassen“.

Gleich würden wir feststellen, wo Pansys sogenannte Angsthöhe lag, denn ich hatte einen kleinen Hochseilgarten für sie angelegt und ihre Aufgabe war es, den versteckten Schatz in der höchsten Höhe zu finden und zu bergen, auch wenn dieser nur beinhaltete, dass sich danach die Bäume in Luft auflösen würden.

„Sie ist gut…“, wisperte mir auf einmal Blaise sachte ins Ohr und ich nickte zaghaft, während wir ihr gespannt zusahen, wie sie die für sie schwere Aufgabe meisterte.

„Ja, sie versteht gerade zu beeindrucken!“, gab ich imponiert zurück, denn das Mädchen, das auch darauf verzichtet hatte Draco in seinen jungen Jahren beim Quidditch anzufeuern, kletterte gerade mit grimmig entschlossener Miene eine Stickleiter hoch. Sie schwitzte dabei erbärmlich und sprach murmelnd eine Art Mantra vor sich hin, aber sie versuchte intensiv, ihre Angst zu überwinden.

Ihre sogenannte Angsthöhe schien relativ schnell erreicht zu sein, wie wir erkannten, weil sie plötzlich auf der Leiter verkrampft innehielt und beklagenswert zu Zittern begann. Sie hatte ersichtlich Herzrasen und kämpfte mit ihrer Schnappatmung, aber sie weigerte sich stur, hinunterzusehen und nach einer mitreißenden Minute, in der sie sich fing, kletterte sie umso entschlossener weiter. Sie hatte ihre Angst überwunden und bekämpft!

Es war bewegend, zu erleben, wie sie sichtlich schwer mit sich rang und gewann, denn sie schaffte es tatsächlich auch wenn sie danach mit dem „Schatz“ in der Hand als weinendes Häuflein Elend am Boden saß und leicht hyperventilierte, so war sie doch glücklich, sich selbst überwunden zu haben, wie ihr leicht irrwitziges Grinsen deutlich zeigte.

Rasant ging es mit John Whitby weiter, der einzige, der zu unserer Überraschung aus der 5ten Jahrgangsstufe übrig geblieben war. Seine Angst war eine weit verbreitete und verständliche, die Achluophobie! So wird eine unangemessene (weil beeinträchtigende) Angst vor Dunkelheit, beziehungsweise bei der Nyktophobie, die Furcht vor der Nacht bezeichnet.

Diese Angststörung war bis zu einem gewissen Grad normal und jedes Kind hatte sie einmal durchlebt und in der Regel verringerte sich die Intensität dieser Wahrnehmung beim Heranwachsen auf ein erträgliches Maß.

Aber John war ein Halbblut und sein Vater war so blutrünstig oder auch unbedacht gewesen, ihm schon früh sehr plastisch und intensiv von den magischen Wesen zu erzählen. Das schien den Jungen geprägt zu haben, indem sich für ihn die in der Dunkelheit verborgenen Gefahren zu materialisieren schienen. Diese Phobie schränkte die Wahrnehmung in der Nacht ein und intensivierte das Gefühl der Einsamkeit, die sich durch die Finsternis manifestierte. Als dann auch noch seine Muggelmutter gegangen war und ihn bei seinem Vater zurückgelassen hatte, war es für ihn anscheinend ein Ding der Unmöglichkeit geworden, der Dunkelheit zu entkommen. Hannah hatte erzählt, dass es im Haus der Hufflepuffs bekannt sei, dass John ein Nachtlicht benützte, das immer hinter seinen zugezogenen Vorhängen brannte, damit er beruhigt schlafen konnte.

„Bitte, Hermione, beende das!“, bat mich auf einmal Hannah drängend und ich lenkte meine Aufmerksamkeit auf den vor uns in totaler Schwärze liegenden Raum, aus dem nur noch absolut panische und angstvolle Schluchzer zu vernehmen waren. Der junge John wimmerte wie ein verendendes Tier und ich reagierte umgehend, indem ich den Raum in ein leichtes Tageslicht tauchte. Der total verängstigte Junge hatte sogar vergessen, dass er sich jederzeit mit seinem Zauberstab hätte Licht herbeizaubern können. Seine Angst schien sehr tief zu gehen, da er immer noch apathisch und in seiner Furcht gefangen zu einem Embryo zusammengekugelt auf dem Boden lag und weinte, aber noch bevor ich etwas sagen konnte, sprach Padma auch schon meine Gedanken aus:

„Daran müssen wir arbeiten! Seine Angst ist irrational! Vor allem muss er lernen, sich einfach nur zu verteidigen, sich zu wehren und nicht in Panik zu verfallen! Schließlich sind sie mit ihrem Zauberstab bewaffnet! Ich will diesen Test für die gesamte DA und auch für uns!“, forderte sie vehement, als sie erkannte wie die Menschen reagierten, wenn sie mit sich alleine konfrontiert wurden.

„Dann willst du wirklich auf einen Besen klettern?“, zog ich das hübsche, indische Mädchen hinterhältig mit ihrer Flugangst auf, worauf sie mir einen recht frostigen Blick schenkte.

„Nein, ganz sicher nicht! Aber wenn er die einzige Rettung ist, dann sollte ich so logisch und in der Lage sein, ihn zu benützen!“, ätzte sie gemein, aber man erkannte das Aufflackern von Furcht in ihren dunklen Augen, doch auch die Entschlossenheit dahinter und ich nickte zustimmend, denn es imponierte mir durchaus, dass sie sich ihren Ängsten stellen wollte. Sie war nicht umsonst eine Teamführerin in der BL geworden.

Dann eilte Hannah schon besorgt auf den verstörten Jungen zu und sprach fürsorglich auf ihn ein. Es war ihm nun im Schein des Tageslichts sichtlich unangenehm, derart die Kontrolle verloren zu haben, weswegen er rasch und hektisch unter peinlich berührten Entschuldigungen den Ausgang suchte.

Somit wandten wir uns dem Nächsten zu, Ernie McMillan. Er litt an einer leichten, wenn auch weitverbreiteten Form der Klaustrophobie. Diese Raumangst zeigte sich durch das Gefühl des Eingesperrtseins, wenn er sich in einem für seine Gefühle zu engen Raum befand.

Er ging mit dieser Situation, dass ich ihn wenig nett in einen Sarg verfrachtete, weniger gut um. Unkoordiniert und wild schlug er in dem engen Holzsarg um sich und schrie bis er Schaum vor dem Mund hatte, dabei hyperventilierte er und stand kurz vor einer Ohnmacht.

„Wir sollten ihn rausholen!“, sorgte sich Harry und schob sich seine Brille bei dem dramatischen Anblick auf seiner Nase zurecht. Jeder von uns war mittlerweile mitgenommen davon was wir zu sehen bekamen. Es war nicht leicht für die anderen, ihre Klassenkameraden dabei zu beobachten, wie diese Todesängste und Todesqualen ausstanden. Wir waren sichtlich bewegt und berührt.

„Ja, Scheiße! Er kriegt sich nicht mehr ein!“, kamen von Ron ernsthafte Bedenken, dass Ernie kollabieren könnte und als ich schon einschreiten und diese Prüfung beenden wollte, ließ mich eine lautstarke Explosion abrupt innehalten.

Ernie war doch noch auf die glorreiche Idee gekommen seinen Sargdeckel mit einem verzweifelt hervorgestoßenen Fluch weg zu sprengen. Er hatte sich soweit in seiner Panik gefasst, dass er erkannt hatte, dass ihm sein Zauberstab vielleicht doch helfen könnte.

Er war kalkweiß, nassgeschwitzt und kotzte nun gerade erbärmlich über den Rand des Sarges auf den Boden, während er uns immer wieder bitterböse anfunkelte, weil wir ihm das angetan hatten, denn nett war anders.

„Schau nicht so, Ernie! Freu dich, du hast genug Geistesgegenwart besessen, dich aus der misslichen Lage zu befreien!“, beschied ihm Blaise recht knapp.

Eine spärliche Aussage, die Ernie nur noch mehr würgen ließ, aber ein kurzes Grinsen war doch zu sehen gewesen, das über seine leidlich verzogenen Züge gehuscht war, denn Stolz war er augenscheinlich schon, vor allem als er der Beengung des Sarges entkam, aus dem er nun weniger galant stolperte.

Hannah und Padma sahen schon recht blass aus und Ron auch, denn in einen Sarg eingepfercht zu sein konnte auch einen Menschen, der nicht an Raumangst litt, an das erträgliche Limit bringen. Es war wohl eine Furcht vieler Menschen, bei lebendigem Leibe in einem Sarg zu landen!

Aber ich gönnte mir oder auch uns keine Pause und kam zur nächsten Anwärterin. Es war Parvati und die war etwas ganz Besonderes!

An sich war es köstlich, was ihr Test ergeben hatte, beziehungsweise es hatte nicht eine eindeutige Definition ergeben an dem was sie litt. Am besten bezeichnete man das was sie hatte als eine Dysmorphophobie. Dabei handelte es sich um eine Störung der Wahrnehmung des eigenen Leibes. Seit Kingswear schien sich dies ausgeprägt zu haben, aber es war auch keine richtige Angststörung, denn sie hungerte weder noch dachte sie, sie sei hässlich oder entstellt. Sie fand sich schön, sie hatte eher panische Angst, entstellt zu werden. Anders ausgedrückt, sie plante vor, zu amüsant wenn es nicht ein derart ernstes Thema gewesen wäre.

Angefangen hatte dieser Angstzustand anscheinend damit, dass Padma, ihre Schwester, sprichwörtlich in Kingswear hatte Haare lassen müssen und dann hatte Parvati natürlich unglücklicherweise bei Fred in der Form Lavenders auch noch deren Narben gesehen, als Fred als Lavender im Waschraum gewesen war.

Das war sehr unglücklich abgelaufen, aber wenigstens war Fred so was von schwul, auch ein Grund weshalb Fred hier war, um ein Mädchen zu geben und nicht George, sodass dieser auch nie in Versuchung geriet. Fred würde wohl im Cottage kurz vor einem, wenn auch völlig unangebrachten, Eifersuchtsanfall stehen, wenn er auf Lucien und das Geschäft hätte aufpassen müssen, aber wie auch immer, das Geschrei als Parvati die Narben auf Lavenders Rücken bemerkt hatte war ohrenbetäubend schrill gewesen und hatte Gryffindor kurzzeitig in Aufregung versetzt.

Im Nachhinein betrachtet war es gut, dass Lavender dies nicht erlebt hatte, als Parvati ihren Zusammenbruch erlitten hatte, weil Lavender so gezeichnet aussah. Gott sei Dank war Lavender zu diesem Zeitpunkt immer noch im Raum der Wünsche gewesen. Schließlich hatte sie selbst genug damit zu kämpfen, zu akzeptieren wie sie nun aussah, da brauchte sie nicht eine panische Pav, die sich aufführte wie eine Irrsinnige.

Zum Schluss hatten wir tatsächlich Padma holen müssen, die ihr von diesem schrecklichen Unfall erzählte, wobei sie so ungefähr die Hälfte großzügig weggelassen hatte. Seitdem hatte sich eine regelrechte Panik in Pav breitgemacht, dass es ihr ähnlich gehen und sie auch von einem Werwolf angefressen werden könnte.

Und dies spiegelte sich nun in ihrer eigenwilligen Phobie wieder. Wenn es nicht so tragisch wäre, hätte ich sie ausgelacht.

Nachdem Parvati von Lavenders Unfall und den bleibenden Narben wusste, war auch diese bedeutend ruhiger und für Fred alias Lavender II. leichter zu handhaben gewesen als gewöhnlich, da auch sie ihre kindische, kichernde und emotionale Art fast vollständig verloren hatte.

Trotzdem blieb ihre Angst und ihr Raum war daher nun voller Spiegel und jeder einzelne zeigte ihr ein anderes, hässliches Spiegelbild von ihr, mal mit Glatze, mal mit halb angesengtem, verkohltem Haar, mit zerkratztem, vernarbtem und verbranntem Gesicht, entstellt mit nur noch einem Auge, ohne Nase, ohne Ohren. Es war wie ein makabres Gruselkabinett und selbst für uns Unbeteiligte nicht leicht, diese grausamen und abscheulichen Bilder zu betrachten.

„Muss das sein?“, fragte Padma mit bebender Stimme, als sie ihre weinende und aufgelöste Schwester beobachtete und wie diese ihrem Schrecken ausgesetzt war und gerade alle Symptome einer Panikattacke offenbarte.

„Sie mag deine Schwester sein, aber jetzt gerade ist sie genau wie alle anderen eine zu testende Person, nicht mehr und nicht weniger… und das sag ich jetzt nicht, um dich zu ärgern! Ich würde das bei jedem tun!“, lehnte ich erklärend ihre Bitte aufzuhören ab, woraufhin sie einen eindeutig missbilligenden Schmollmund zog.

„Das weiß ich sogar! Und deshalb werde ich es akzeptieren!“, beschied sie mir doch recht giftig, aber sie hielt sich daran, während sie sich eindeutig auf die Zunge biss, um keine weiteren Einwände vorzubringen.

Als Pav schlussendlich nach einer hysterischen Panikattacke ohnmächtig wurde, ohne einen Zauber von sich gegeben zu haben, hielt ihren Zwilling nichts mehr und Padma eilte besorgt auf ihre Schwester zu und ließ sich zu deren Füßen nieder.

„Sie ist bewusstlos… was machen wir?“, fragte sie sorgenvoll, während sie über das schweißnasse Gesicht ihrer Schwester strich. Ihr abgehackter Atem war sogar von uns aus gut zu sehen.

„Meint ihr, Parvati wird das verkraften?“, zweifelte Harry offen, denn sie war die erste, die wir wirklich an die Ohnmacht verloren hatten, worauf ich zweifelnd die Schultern hob.

„Ich habe Sorge, dass sie das nicht verkraftet und aus der Phobie ein sich verschlimmernder Angstzustand wird, nun auch gerade nach Lav!“, warf Hannah vorsichtig ein.

„Was schlagt ihr vor? Ein Gedächtniszauber?“, fragte Neville beherrscht, aber der Widerwille war ihm deutlich anzusehen.

„Naja, vielleicht ja?!“, kam es hoffnungsvoll von Ron, während alle Blicke zu mir wanderten. Das war gar nicht nett, dass sie voraussetzten, dass ich so was können würde, aber natürlich tat ich das! Doch dass sie es so offensichtlich erwarteten war zu süß und da sie weder etwas sagten noch taten, schritt ich zur Tat und zückte meinen Stab, näherte mich den beiden Schwestern.

„Okay, wenn wir uns einig sind mach ich es! Keine Sorge, ich bin gut in solchen Zaubern!“, antwortete ich auf die stumme Frage von Padma, die besorgt auf meinen weißen Zauberstab schielte.

„Warum überrascht mich das jetzt nicht wirklich?“, zeigte sich Hannah schrecklich zynisch, als ich ihr daraufhin als Antwort ein freundliches Zähnefletschen schenkte, denn augenscheinlich erinnerte sich die Gute an das Hufflepuffmädchen, dem ich auch das Gedächtnis genommen hatte, nachdem diese mich mit weißen Augen gesehen hatte.

Somit hatten wir uns entschlossen. Selbst Padma hatte keine Einwände, ihrer Schwester diese Erinnerung zu nehmen. Wir würden Parvatis irrationale Ängste behutsamer angehen müssen, denn sie war eindeutig sehr sensibel.

Sie alle behielten mich genau im Auge als ich den Zauberstab an Pavs Schläfe führte, während ihr Kopf in dem Schoß ihrer Schwester lag, die mich wahrlich keine Sekunde aus ihrem argwöhnischen Blick entließ. So sprach ich den Obliviate und wusste, es war das Richtige was wir taten. Pav war nicht stark genug dafür und als sie fast umgehend nach meinem Zauber die Augen aufschlug, um uns irritiert anzublinzeln, übernahm ich gekonnt das Lügen:

„Das war alles ein wenig viel für dich, Parvati! Du bist einfach so ohnmächtig geworden! Geh was essen!“

„Echt…, wie das? Ich darf nicht probieren und versuchen, ob ich es kann?“, meinte sie sich leicht benommen aufrichtend, wobei ihr Padma half. Sie wirkte sehr perplex über diese Anweisung.

„Das nächste Mal ist auch noch Zeit, Schwesterherz!“, stellte Padma einfühlsamer fest und strich ihrer Schwester die nassen Strähnen zärtlich aus dem nun geröteten Gesicht, bevor sie sie zur Tür geleitete.

„Schade!“, murrte Parvati traurig, aber sie ging, während sich Padma rasch zu uns gesellte und mich fest ins Visier nahm.

„Und sie wird sich nicht mehr erinnern?“

„Nie mehr!“, versprach ich ernst.

„Gut!“, gab sie mir ein knappes und brüskes Nicken, bevor sie noch einmal zu mir herumfuhr. „Komm niemals auf die Idee, das bei mir zu tun!“, drohte sie mir eindringlich, mit erhobenem Zeigefinger.

„Keine Sorge, du bist ein anderes Kaliber als deine Schwester, das hab ich schon in Kingswear festgestellt!“, sprach ich absolut pragmatisch zu ihr und sie ließ leicht blässlich ihren Finger fallen und schluckte schwer, als ich ihr in Erinnerung rief was ich war, bevor sie sich kopfschüttelnd von mir abwandte.

„Musste das sein? Gerade wenn sie es vergessen?“, warf Harry leise ein, während er zu mir trat.

„Sie sollen nie vergessen was ich bin oder wer ich bin!“, bestimmte ich entschieden, wobei mir Harry einen mehr als unglücklichen Blick sandte, der etwas enthielt als würde er selbst zu gerne nur manchmal kurz verdrängen wer ich nun war.

Nun war Tracy Davis aus Slytherin an der Reihe. Sie schoss den Vogel ab, da sie sich mit einer Herpetophobie herumschlug, was fast komödiantisch war, an sich gesehen, denn diese Angststörung richtete sich gegen Reptilien, Eidechsen und wird schlicht meist auf die Furcht vor Schlangen reduziert. Dass dies einer Schlange aus dem Haus der Schlangen passierte, die ein geborenes Pureblood aus einer alten Schlangenfamilie war, hatte fast etwas Aberwitziges.

Sie schlug sich wahrlich nicht schlecht, stellte sich ihrer Angst in einem abgesperrten Raum mit Reptilien und auch wenn sie wie Espenlaub zitterte, weinte und auf einem Bein wie blöde herum hopste, so war sie doch weitsichtig genug, dass sie die Tiere magisch in Kästen sperrte, bis sie sich auf den nun tierfreien Boden setzen konnte um stoßhaft zu schluchzen, aber sie hatte es geschafft.

Wir applaudierten ihr und ihrem Können. Als nächstes kam der an Nekrophobie leidende Antony Goldstein an die Reihe und dass einer sich mit dieser Angststörung herumschlug war ja so unendlich klar gewesen, warum ging dieser Kelch nicht an mir vorüber?

Damit fürchtete er alles was mit dem Tod, Toten oder damit assoziierten Dingen zu tun hatte. Das war schlecht, aber wenigstens war er einer mit der verständlichsten Form der Furcht, die ich hier erlebt hatte. Wenn ich mir meine Inferi vorstellte, dann verstand ich sehr gut, dass man sich vor ihnen fürchtete. Sie waren gierige, kleine Biester und verfressen und gefräßig noch dazu.

Damit servierte ich Antony Zombies, wobei ich ihm absichtlich eher die Muggelvariante vorsetzte, denn die wahren Inferi, diese süßen Kleinen, sah ich meiner Meinung oft genug.

Schlussendlich, als sich die potthässlichen Untoten ihm unheimlich schleichend näherten, kollabierte Antony mit rollenden Augen, bis man nur noch das Weiße in ihnen wahrnahm. Im Fallen verwandelte er mehr unabsichtlich als gezielt einen der Zombies in einen Feuerball, aber dennoch lag er danach epileptisch und apathisch zuckend am Boden, um sich von den anderen, sich anschleichenden Untoten töten zu lassen. Es war erbärmlich, aber nun gut, als wir darüber nachdachten auch ihn zu löschen, kam er zu sich und fauchte uns an, dass wir es nicht wagen sollten einzugreifen.

Anscheinend kam er über seine Phobie hinweg, indem er wütend wurde, denn das war er offensichtlich.

Somit kam die Letzte dran, Lavender! Es hatte mich erstaunt, dass die echte Lavender sich dazu durchgerungen hatte, an dieser Auswahl teilzunehmen. Sie hatte bisher verschlossen und zuerst zusammen mit einer schweigsamen, sie stetig unsicher anblickenden Parvati in einer Ecke gesessen und war ungewohnt stumm und in Gedanken versunken gewesen. Nun stellte sie sich mit abweisender Miene ihrem Test.

Die naive, leichtgläubige und lächerliche Lavender gab es nicht mehr und würde es wahrscheinlich nie mehr geben. Umso größer war die Überraschung, dass sie sich trotzdem, obwohl noch nicht Freitag und damit auch kein Vollmond gewesen war, dazu entschlossen hatte, sich schon jetzt dieser Herausforderung zu stellen.

Dabei meisterte sie diese überraschend, verbissen und gekonnt. Sie stellte sich nun als Letzte ihren Ängsten. Diese hatten seit dem Wald eine exorbitante Wandlung erfahren, was wohl niemanden groß verwunderte.

Sie stand furchtsam in dem verwandelten Raum und die Unsicherheit war ihr ins blasse Antlitz geschrieben, während sie leicht verängstigt auf ihren blutleeren Lippen kaute, denn da brach auch schon der Vollmond durch die bis dahin dichte Wolkendecke und beschien nun die Lichtung, auf der Lavender verängstigt stand. Als das silbrige Mondlicht sie fast erreicht hatte, wich sie furchtsam in die hinterste Ecke unter die tiefhängenden Äste der Bäume in dem unechten Wald zurück.

Doch dann ertönte plötzlich ein entsetzliches Jaulen, das einen sich nähernden Werwolf vortäuschen sollte, der rasch durch das raschelnde Gebüsch näher kam. Wen wunderte es nach ihren Erfahrungen, dass sie eindeutig lykantropische Ängste hatte?

Sie zuckte panisch zusammen und blickte sich hektisch um, während sie kopflos auf ihre Hände stierte. Sie war vollkommen in ihrer Horrorvorstellung gefangen, denn es war unter dem fahlen Mondlicht wie wenn sie eine echte Verwandlung in einen Werwolf durchleben würde. Die Muskeln unter ihrer sich bewegenden Haut arbeiteten heftig und sie kreischte wild auf, bis sie zu meinem Erstaunen ihre nun goldfarbenen Augen auf einmal wie unter schrecklichen Schmerzen aufriss, aber zu schreien aufhörte, denn nun blickte sie mit einem fast irren, aber sehr entschlossenen Blick zum Himmel auf.

Was sie nun tat hätte ich von einer oberflächlichen Person wie Lavender nicht erwartet, aber sie umklammerte ihren Zauberstab entschlossen mit ihrer deformierten Hand und zielte auf den Vollmond und verhexte ihn. Sie zauberte mit einem Maxima Solem die Sonne herbei, die daraufhin in dem diffusen Licht aufkam. Sie blendete alles und jeden, aber sie vertrieb auch ihre Ängste, somit setzte die eingebildete Wandlung zu einem Werwesen auch aus.

„Boah, das hätte ich jetzt nicht erwartet!“, staunte Ron mit offenem Mund über seine Affäre, dabei stierte er Lavender mit großen, ungläubigen Augen an. Wir alle taten das eigentlich, denn es war unglaublich, dass Lavender die innere Stärke gefunden hatte sich selbst derart wirkungsvoll zu verteidigen. Das hätte ich nach dem Wald nicht von ihr erwartet, umso überraschender und positiver war diese Änderung.

Somit waren Parvati, John Withby und Lisa Turpin raus aus der Gleichung und hatten den Raum schon verlassen. Von den 8 Teilnehmern blieben 5 übrig, was noch immer zu viele waren, denn leider suchten wir nur 3 Neue für die BL, deshalb würden wir weiter aussieben müssen. Das bedeutete, dass ihr Leidensweg noch nicht zu Ende war.

Wir würden es ganz einfach testen, indem wir wissen wollten, ob sie Angst vor Schmerzen hatten und ob sie den Mumm hatten sich selbst welche zuzufügen.

Ich hatte lange überlegt und mich entschieden, alle dasselbe Szenario erleben zu lassen, um dann entscheiden zu können, wer besser reagiert hatte.

Sie würden mit ihrer Hand, mit der linken Hand an einen Mechanismus gefesselt sein, daneben würde ein spitzer, pfeilähnlicher Metallstift liegen. Er erinnerte mich an einen größeren und längeren Zahnstocher. Wenn sie bereit und willens waren sich das dünne Ding durch die Hand zu jagen, würde der Button ausgelöst werden und sich der Mechanismus öffnen, der ihre Hand gefangen hielt und sie wären frei, zwar mit einem wahrlich kleinen Loch in der Hand, das leicht zu heilen wäre, aber es war eine Überwindung, sich selbst und absichtlich zu verletzen und ich war gespannt, wie die Leute damit umgehen würden.

Als sich Antony Goldstein festgebunden wiederfand grabschte er nervös zu dem Papier mit der Anweisung und las sie sich fassungslos durch, bevor er sie ungläubig in der freien Hand zerknüllte und wütend durch den Raum schleuderte, während er konsterniert den Kopf schüttelte.

„Es liegt an dir, dich zu befreien! Überwinde dich! Ein beherzter Stoß sollte Abhilfe schaffen!“, stand auf dem Blatt.

Schließlich umfasste er nach langem Zögern die Nadel und besah sie sich skeptisch, bevor er sie mit sehr, sehr großem Bedacht weglegte und seine freie Hand auf seine gefesselte ablegte. Er gab auf und schüttelte zur Bekräftigung das Haupt.

„Das mach ich nicht!“, schrie er auch schon ernst und so trat ich aus dem Schatten und befreite ihn sofort, bevor wir ihn mit einem Wink entließen, denn niemand musste sich selbst verletzen, wenn er nicht wollte.

„Das dachte ich mir schon“, „Ja, dass der kneift!“, „Jupp, Weichei!“, waren die wenig schmeichelhaften Kommentare von den Jungs, aber gut, er war ein Ravenclaw, der sehr kopfgesteuert war und da wunderte es weniger, dass seine Logik gewann, denn ein wenig Verrücktheit gehörte dazu, sich einen spitzen Gegenstand durch die Hand zu jagen.

Dafür durften wir das absolute Gegenteil erleben, als eine schon an Irrsinn grenzende Lavender mit einem durchdringenden Schrei die Nadel packte um sie sich mit erschreckender Wucht durch ihre Hand zu jagen. Ob ihrer harschen Brutalität stockte selbst mir der Atem, zwar schluchzte sie danach erbärmlich, als sie ihre Hand lösen konnte und sie hielt sie mit der anderen Hand am Handgelenk umklammert, dabei ragte die Nadel noch immer aus ihrem Handrücken und sie hielt die Hand wie einen Fremdkörper von sich weg, aber sie hatte es mit überraschender Raschheit und Grobheit getan ohne langes Überlegen.

Als ich die Nadel wegzauberte und ihre Wunde heilte, glänzten ihre Augen aufgrund der geweinten Tränen wehmütig und ich war versucht ihr über den Kopf zu tätscheln, doch Ron nahm sie in den Arm, um sie nah zu sich zu ziehen.

Tracy Davis, die andere Slytherin, die es geschafft hatte, saß sinnierend vor dieser Nadel. Sie wartete und wartete eine Ewigkeit, tat nichts, bevor sie vorsichtig zur Nadel griff und sich vorsichtig piekste um gleich zu kreischen, dabei hatte sie nicht mal die Haut durchstochen. Das war krasser als jeder Twin in seiner Eigenheit mit Schmerz umzugehen. Als das Mädel schluchzend zusammenbrach, befreiten wir sie und Blaise geleitete sie leicht peinlich berührt zum Ausgang.

Als nächstes war Ernie McMillan dran, der auf seine unbewegliche Hand starrte, nachdem er den Zettel gelesen hatte, der dann unbeachtet auf den Boden segelte. Schließlich surrten seine Augen unruhig durch den Raum.

„Das ist nicht euer Ernst?“, brüllte er wütend und sein Speichel sprühte als er ätzte. „Seid ihr total irre?“, wütete er weiter und in einem Ausraster schmiss er die Nadel durch den Raum, wobei sie dann klirrend an der Wand abprallte.

„Okay, dann halt nicht, McMillan!“, raunte Harry und wollte gerade das Szenario beenden als Ernie uns überraschte, da die Nadel nonverbal zu ihm zurücksauste und er sie aus der Luft griff um sie sich rasch, ohne langes Zögern in den Handrücken zu rammen. Den Schmerzensschrei, der ihm über die Lippen kommen wollte verbiss er sich, indem er sich gut sichtbar auf die Zunge biss.

Wir waren alle eingefroren in unseren Handlungen als Lavender noch immer verborgen an Rons Brust hauchte:

„Was war das?“

„Gute Frage?“, raunte Blaise.

„Tja, da ist wohl einer über sich hinausgewachsen in seiner Wut!“, resümierte ich recht kühl, während Leben in Hannah kam um zu ihrem Hausmitglied zu hasten.

„Ich… ich werde ihn heilen!“, eilte sie zu ihm und kümmerte sich um den sichtlich erschütterten jungen Mann, der gar nicht fassen konnte was er gerade selbst getan hatte.

Nun trat die Letzte an. Es war Pansy und sie stierte im wahren Horror auf die Nadel und nachdem sie die Anweisung gelesen hatte, heulte sie Rotz und Wasser, aber sie fasste zitternd nach der Nadel um sie dann zaghaft zu ihrer Hand zu führen. Sie bebte von unterdrückten Schluchzern als sie sich tatsächlich überwand und hinab drückte, leider tat sie es zu langsam, nicht mit Schwung sondern viel zu langsam, sodass der Schmerz präsenter war als der Überraschungseffekt. Zwar kam sie weiter als die andere Slytherin, die nicht mal die Haut angeritzt hatte, aber tief steckte die Nadel nicht in ihrem Fleisch, bis sie sie mit einem Schrei hinaus riss und schluchzend zusammenbrach.

„Theo… Theo, tut mir so leid… ich wollte…!“, jammerte sie unter Schluchzern als wir sie befreiten und somit wurde auch klar, was sie angetrieben hatte all das zu schaffen. Sie wollte anscheinend unbedingt an Theos Seite mit in der BL sein.

Damit hatten wir 2 Finalisten für die BL, nämlich Lavender und Ernie, welche die Aufgabe eindeutig bestanden hatten, aber wir brauchten 3.

Wir repetierten im Geiste, dass Tracy, die die Schlangen und Echsen in die Kisten packte, nicht gar so über sich hinausgewachsen war wie Pansy, als sie den Hochseilgarten gemeistert hatte und auch hier bei den Schmerzen lag Pansy vorne, da sie wenigstens eindeutig Blut gelassen hatte, was man von Tracy nicht behaupten konnte.

Erstaunlich, dass es drei Purebloods waren, die nun unsere Reihen füllen würden, wobei Pansys Antrieb ganz klar ihr Freund Theodore Nott war, der nun von Anfang an bei der BL gewesen war und sie hatte die Chance genützt zu ihm zu stoßen, während Ernie schon beim letzten, beim ersten Mal in der engeren Auswahl gewesen war und nur von mir aussortiert worden war, da ich bei ihm als Pureblood und mich an einen Diplomaten erinnernden jungen Mann die fehlende Motivation gesehen hatte, aber augenscheinlich war der junge Mann zu mehr bereit.

Die echte Überraschung war Lavender. Sie schien regelrecht aus sich herauszuwachsen oder aber sie hatte so sehr mit ihrem neuen Dasein abgeschlossen, dass ihr alles egal war? Das könnte auch sein. Wir würden darauf achtgeben müssen, dass ihre Entwicklung nicht in Selbsthass umschlagen würde, aber dafür würde Ron sorgen müssen.

Diese drei hatten jedenfalls hohe Professionalität, mentale Stärke und robuste Überwindung gezeigt! Sie alle hatten eine ausgewogene Mischung von geistiger und körperlicher Frische, um den hohen Anforderungen als BL Mitglied gerecht zu werden.

„Was passiert nun mit uns?“, fragte Ernie sich unsicher am Kopf kratzend, während Lavender noch immer in Rons Armen lag und Pansy absolut ungläubig auf ihre Hand starrte und es gar nicht fassen konnte, dass sie in der Truppe war, der auch ihr Liebster angehörte.

„Ja, was passiert nun mit uns?“, wisperte auch Pansy, als Harry, Ron und ich uns zurückzogen, nachdem Ron sich schwer von Lavenders Händen frei gemacht hatte.

„Warum geht ihr?“, forderte Ernie, woraufhin Harry sich zu ihm wandte.

„Eure Chefs sind Neville, Blaise, Hannah und Padma! Sie werden euch einweihen!“, sprach er geschäftig, winkte ihnen zu und entschwand mit uns. Wir waren von dem Tag sichtlich erschöpft, gerade auch dem Raum alles abzuverlangen ging selbst an mir nicht spurlos vorbei und unser Test war nicht alltäglich gewesen.

„Lavender? Ron… meinst du das wird gehen?“, fragte Harry gleich als wir die weiten, leeren Flure betraten. Ron fuhr sich müde durch sein mittlerweile deutlich längeres Haar und zog die Schultern hoch.

„Was meinst du genau, Harry? Sie in der BL zu haben? Oder ob das mit ihr und mir nun fest ist?“, zeigte sich in Rons Ton ein leichter Unwille.

„Beides!“, kommentierte Harry, während ich schweigend zuhörte.

„Nüchtern betrachtet kann sie uns in der BL nur nützen, was immer nach dem Vollmond passiert. Ganz „normal“ wird sie wohl nie mehr sein! Und somit schätze ich ihr kämpferisches Potential als viel höher ein als noch vor kurzem und auch ihre Motivation dürfte gestiegen sein…“, offenbarte Ron, wie sehr er sich gemausert hatte in der letzten Zeit, da er nun endlich, egal in welcher Situation, den Strategen zuerst zurate zog und dann erst auf die Gefühlsebene wechselte. Es war erbaulich, zu erleben, dass nicht alles umsonst war was wir taten.

„Bei uns? Mhm… ich finde sie nun deutlich interessanter als vorher…“, bekannte er sichtlich beschämt.

„Was? Weil sie nicht mehr makellos ist?“, kam es überrumpelt von einem lauter werdenden Harry, der ihn wie ich mit erhobenen Brauen maß, was Ron sichtlich unangenehm war und eine leichte, peinliche Röte schlich sich auf seine blassen Wangen, doch plötzlich ruckten seine Arme vor und mit seinen Händen schob er seinen Pulli hoch.

„Ach, du meinst wegen deinen vernarbten Armen?“, kam es unglaublich einfühlsam von Harry.

„Ja, genau, Harry, sie versteht es besser als eine der anderen, was es heißt so auszusehen!“, ätzte Ron leicht verschnupft, wobei er ein entschuldigendes, aber sehr rasches Grinsen von Harry bekam.

„Ron, verwechsle Gleichheit durch das Erlebte… also, dass ihr beide Narben davongetragen habt, nicht damit, dass sie tatsächlich eine richtige Partnerin für dich sein könnte!“, belehrte ich ihn gewohnt hochnäsig und bekam dafür prompt die Quittung.

„WAS wollt ihr überhaupt? ANGST, dass ich jemanden ins Cottage bringen könnte?“, hisste er nun wütend auf und da war wieder sein berüchtigtes Temperament und ich verstand ihn sogar, schließlich war er der Einzige im Cottage, der immer alleine war.

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BeitragThema: 339. Verdrängte Erinnerungen   Kaptiel 338-339 EmptyMo Jan 07, 2013 1:41 am

339. Kapitel Verdrängte Erinnerungen


„Nein, wie kommst du auf den Scheiß? Wenn du eine Freundin hättest, mit der es dir ernst genug ist, würde jeder der Connection die Frau an deiner Seite willkommen heißen!“, schlichtete Harry sofort und fuchtelte wie wild mit den Händen in der Luft rum, was Ron fast wie ein Pferd schnauben ließ, während ich schweigend nebenherging. Ich hielt mich raus, bis mir Harry eindeutige Gesten in seiner Mimik gab, dass ich etwas sagen sollte, da Ron nicht wirklich überzeugt wirkte und nur verärgert und abweisend die Arme vor der Brust verschränkte.

„Natürlich!“, meinte ich knapp und das war es, was Ron zu uns beiden herumfahren ließ.

„Euer Ernst?“, fragte er ungläubig und ich konnte etwas in seinen Augen aufflackern sehen, das wie Hoffnung aussah, aber ich war nicht sicher, ob sich dies auf Lavender bezog oder eher darauf, dass er sich gleichberechtigt innerhalb der Gemeinschaft fühlen wollte.

„Klar, was denkst du denn, Kumpel?“, klopfte ihm Harry jovial auf die Schulter, aber Ron rührte sich nicht und blickte mich immer noch fordernd an, bis ich nur mein Haupt sachte neigte. Das sollte Aussage genug sein, befand ich, weswegen, als ich langsam weiterging, uns nun ein sprachloser Ron folgte. Dass wir das ernst meinten, sollte er eine Partnerin haben, wäre sie willkommen, dies schien ihm wirklich die Sprache zu verschlagen.

Dabei wirkten meine Züge eingefroren, denn die eventuelle Aussicht auf eine Lavender im Cottage, verursachte mir ein bisher unbekanntes Grauen unvorstellbaren Ausmaßes.

Und ich war versucht, mein Glück anzubetteln, das doch zu verhindern, nur in letzter Sekunde hinderte ich mich es zu tun, schließlich kannte jeder mein wankelmütiges Glück. Bei meiner Glückssträhne stünde die Gute ratzfatz auf der Matte, dies ließ mich leise aufstöhnen.


Harry, Draco und ich standen uns gegenüber, im Klo der Maulenden Myrte, es war so weit, das Schweigen ging nicht mehr!

„Was mache ich hier?“, wollte ich genervt wissen, schließlich war Lavender gerade im Raum der Wünsche, zusammen mit den Führern der BL und Ron und es würde sich zeigen, was sie ab jetzt war und sollte der schlimmstmögliche Fall eintreten, wäre Severus unverzüglich zu verständigen, denn es war heute Vollmond und wir waren alle sehr angespannt.

Leider war Severus nicht gut zu erreichen, da gerade eine Lehrerversammlung stattfand um ihn zu ärgern und somit war er wirklich nur zu verständigen, wenn es nicht anders gehen sollte. Wir hofften das Beste. Warum ich aber nun hier war und nicht dort im Raum der Wünsche, stand auf einem ganz anderen Blatt.

„Was tu ich hier?“, fragte ich schlechtgelaunt. Ich stand in einem Raum mit den beiden Hohlköpfen, mit denen ich noch immer nichts Persönliches bereden wollte. Sie standen zusammen, wie eine Wand, wenn es einen gemeinsamen Feind gab konnten sie sogar zusammenarbeiten, wie erfrischend, nur schade, dass ich gerade der Feind war.

„Mit uns reden… du weichst uns aus! Ich muss dir aber sagen, wie leid mir das tut! Ich wollte Malfoy nicht ärgern und es ist etwas außer Kontrolle geraten, aber wir haben uns ausgesprochen, so was kommt nicht mehr vor…“, plapperte Harry drauf los und blickte mich wie ein Dackel an wenn’s donnerte.

„KOMMT NICHT MEHR VOR?“, echote ich, sprachlos über so viel Ignoranz und Harry zuckte unter meinem anklagenden Ton zusammen. „ES hätte nicht vorkommen dürfen!“, brauste ich wütend auf und funkelte beide erbost an, wobei mir Draco einen überheblichen Blick schenkte. Er kehrte gerade ganz den geborenen Malfoy raus.

„So… sorry!“, kam es dann auch recht kleinlaut von Harry, dem das schlechte Gewissen ins Antlitz geschrieben stand, während das andere an Arroganz nicht zu überbieten war.

„Was willst du?“, fauchte ich Draco an.

„Dass du wieder zu mir kommst!“, bat er mit aufrichtigem Ton und seine grauen Augen blickten plötzlich mit einem entschuldigenden Ausdruck zu mir. Er würde typisch Malfoy nicht wie Harry um Entschuldigung bitten, aber dass er traurig war, dass ich sauer war, das zeigte er mir mit seinem ungewohnt belebten Ausdruck in den Zügen.

„Schön für dich!“, erwiderte ich kalt.

„BITTE!“, setzte er nun eindringlich hinterher und sowohl ich als auch Harry starrten ihn kurz an, denn das Wort an sich befand sich nicht im Wortschatz meiner drei Männer, das war ausgeschlossen. Als ich mich nicht rührte, schüttelte sich Harry über Dracos Ausdrucksweise und kam vorsichtig bittend auf mich zu.

„Komm, sei nicht mehr sauer auf uns! Bitte, du brauchst ihn, verschwende nicht deine Energien, um auf uns sauer zu sein! Tu das nicht! Du hast wichtigeres zu tun! Ich mach mir Sorgen, denn du wirkst müde und du bist blass!“, flehte er mich an und da war Harry bei mir und strich mir eine meiner wirren Locken aus dem Gesicht und beugte sich zu meinem Ohr wo er leise wisperte:

„Du brauchst ihn! Ich bin schuld, dass er sich hat gehen lassen!“, bekannte er noch typisch Gryffindor, bevor er mir einen Kuss auf die Wange hauchte und ging, um mich und Draco in dieser so unglaublich romantischen Umgebung stehen zu lassen.

So standen wir uns abwartend gegenüber, während Draco plötzlich einen Mundwinkel verzog.

„Du weißt, dass er ein Idiot ist?!“

„Vor allem weiß ich, dass du auch einer bist!“, ätzte ich verächtlich.

„Autsch… ich vermisse dich wirklich!“, war er auch schon blitzschnell bei mir und küsste meine Stirn. Es war nicht vergeben und vergessen, als wir hinab in die Kerker stiegen, aber ich brauchte ihn und hatte ihn auch vermisst.

Die Tage bei Severus waren wunderbar und schön gewesen, aber doch in ihrer Gesamtheit nicht ausreichend, da Severus und ich oft das einvernehmliche und durchwegs angenehme Schweigen pflegten, aber Draco hielt mich mit seinen Emotionen im hier und jetzt und so war ich gerade einfach nur eigennützig, als ich sowohl Draco als auch Harry ihre Dummheit viel zu großzügig vergab. Ich hatte weder die Zeit noch die Kraft, um meinen Animositäten nachzuhängen, dafür war ich einfach zu sehr beschäftigt. Außerdem wusste ich, Draco würde nicht zu mehr Worten oder Taten bereit sein, um seine Tat zu entschuldigen, denn schon sein Verhalten und seine „Entschuldigung“ waren mehr als er normalerweise zu tun bereit war. Er musste mich wirklich vermisst haben, wenn er sich zu einem „Bitte“ durchrang und ich nahm es als Entschuldigung, denn mehr hätte er selbst bei einer Ablehnung durch mich nicht gegeben, denn bitten oder betteln tat ein Malfoy nicht.


Am nächsten Morgen, es war ein Samstag, hatte ich es erst spät geschafft, zum Mittagessen zu erscheinen, denn Draco hatte einiges gut machen wollen. Die Mienen der Slytherins waren Gold wert, als sie mich wieder sahen. Sie schienen es genossen zu haben, dass ich einige Zeit nicht aufgetaucht war, nun, jetzt war es damit wieder vorbei.

„So Schönste, das wäre geschafft!“, platzte Harry heraus, als er sich neben mich niederließ und riss mich aus meinen Gedanken.

„Was?“, fragte ich irritiert.

„Schau mal da rechts rüber…!“, deutete er auf eine erleichtert wirkende Lavender, die an Ron hing wie eine Klette. Er schien wohlweislich Abstand zu mir gewahrt zu haben, weil Lavender versuchte, ihr früheres Ich zu imitieren, schlauer Mann.

„Dann entnehme ich ihrem Kichern, dass sie gestern Abend kein Wolf geworden ist?“, fragte ich äußerst leise nach und beugte mich weit zu Harry.

„Nun, ich gehe davon aus, dass ihr eure Versöhnung dingfest gemacht habt? Sag nichts, nun ich ging nach unserem Treffen in den Raum und wir alle waren da, es war… unschön…“, bekannte er stockend und ich ruckte erschrocken zu ihm und lehnte mich weit vor.

„WAS? Sie wandelt sich?“, kam es verblüfft von mir und ich war ihm brüsk ins Wort gefallen, denn ich hatte nicht erwartet, dass sie dann derart gefasst mit dieser Tatsache umgehen würde.

„Lass mich doch ausreden, NEIN, tut sie nicht! Aber sie reagiert auf den Mond. Sie verhält sich sehr… äh, wie umschreibt man das? Sie gibt sich sehr triebgesteuert in mehr als einer Hinsicht!?“, erklärte er leise und stockend und sichtlich peinlich berührt.

„Sex?“, hauchte ich fragend, da mir der streifende, verschämt wirkende Blick zu Ron nicht entgangen war.

„Jupp, wir haben es gerade noch raus geschafft, bevor wir davon hätten Zeuge werden können, wie es ist, wenn die zwei sich paaren!“, stockte Harry, da er den Fehler beging einen Schluck Kürbissaft trinken zu wollen und natürlich verschluckte er sich, in Erinnerung an diese ungewöhnliche Situation und kämpfte darum, dass ihm die Flüssigkeit nicht aus der Nase lief.

„Was macht sie noch?“, überging ich diese Kinderei arrogant.

„Oh… schnüffeln, als würde sie mehr riechen und ich glaub, sie war versucht den Mond anzujaulen oder auch anzuhimmeln! Aber sie verwandelt sich nicht, wobei ihre Augen goldig aufgeschimmert haben!“, entgegnete er mit rauer Stimme und zählte die Fakten auf.

„Dann denke ich, dass sie es Severus‘ Trank zu verdanken hat, dass sie sich nicht wandelt. Eigentlich müsste sie sich verwandeln! Aber anscheinend waren wir schnell genug, sie hat Glück gehabt!“, resümierte ich recht zufrieden und trank nun selbst ein kühles Wasser. Gedanklich fragte ich mich, ob sie auch stärker und kräftiger war und ebenso robust wie echte Werwölfe. Lavender wurde für mich von Sekunde zu Sekunde interessanter und ungewöhnlicher.

„Glück und einen begnadeten Meister der Trankkunde zur Hand!“, lehnte sich plötzlich Neville zu uns rüber und raunte uns dies verschwörerisch zu, schließlich war er bei Lavenders Rettung hautnah dabei gewesen.

„Wie kommt sie damit klar?“, wollte ich genauer wissen.

„Leicht irrsinnig!“, erklärte Neville rasch.

„Warum das denn?“, echote ich fragend.

„Ach, sie hat Ron irgendwas von innerer, doppelter Zerrissenheit erzählt!“, erklärte mir nun Harry und Neville nickte verschworen.

„Ist bestimmt nicht leicht! Aber für die BL ist sie wahrlich von Interesse. Padma hat eine Theorie aufgestellt und alle Möglichkeiten durchgespielt, von sie verwandelt sich, oder nicht, oder auch nur knapp so wie ja nun geschehen und nun… sie meinte, dass wir vielleicht dann das vorhandene Potential eines Werwesens nützen könnten, ohne dass sie ein irrer Werwolf wird! Ihr versteht…? Ja, sehr schön, es könnte nützlich sein!“, zeigte sich dieser geborene Tollpatsch erschreckend und ungewohnt kaltschnäuzig, indem er über Lavs Schicksal stand und versuchte, aus dem Furchtbaren was ihr widerfahren war, dass für uns beste herauszuschlagen. Das waren ihre nun verstärkten Kräfte, Stärken und Instinkte. Wie gut, dass unsere Leute dasselbe Potenzial in ihr erkannt hatten wie ich.

„Sehr gut. Sie wird selbst innerhalb der BL ein gesondertes Training benötigen!“, erklärte ich überlegt und erntete ein fast verächtliches Nicken. Augenscheinlich hatten die BL-Führer das schon selbst erkannt.

„Gut, gut, ich werde Fred heute wegbringen, wundert euch nicht!“, informierte ich sie noch kurz.

„Es ist was ganz anderes, was mich wundert“, warf Neville ein und lehnte sich noch weiter zu uns, „…und nicht nur mich!“

„WAS?“, wollte Harry sofort neugierig wissen und rückte seine Brille auf der Nase zurecht.

„Wie kann es sein, dass Dumbledore keinen Schimmer hat… von Lavender, von Snape aber auch von Fred, der fröhlich als Ginny und dann als Lavender durch die Gegend hüpft? Nicht, dass er kein fantastischer Schauspieler wäre, kein Wunder, dass er die Lehrer täuschen kann, denn er gibt die Menschen, die er imitiert perfekt wider, nur in Gryffindor kann man erkennen, dass es nicht die richtigen Menschen sind, die er darstellt, aber da die Leute aufgrund der Zauber uns gehören ist es nicht schlimm!“, legte er uns seine Zweifel und Erkenntnisse dar. Es war erstaunlich, dass Neville es nun schaffte über seinen Schatten zu hüpfen, währenddessen erhob ich meine Tasse und nippte an der heißen, aber derart vollmundigen Flüssigkeit, als er gewichtig weitersprach:

„Aber wie gesagt, was ist mit dem Direktor? Er weiß doch sonst immer alles! Müsste er das nicht wissen?“, drängte Neville, worauf ich die Augen rollte. Meiner Ansicht nach wusste der Alte schon seit Jahren nichts. Dann legte auch schon Harry los, wie ein angestochener Luftballon. Er mochte den Alten mittlerweile sehr.

„Scheiß Hogwarts, nur deshalb weiß ER einiges. Es ist ein verräterisches Schloss, sonst ist nichts dahinter! Alles Spione, Tratschtanten…“, schimpfte er wie ein Rohrspatz los und zerfetzte sein Fleisch vor sich auf dem Teller.

„Du meinst die Gemälde?“, unterbrach Neville und erhielt ein unwirsches Nicken, bevor Harry weiter machte:

„Aber meiner Ansicht nach weiß ER nichts! Es gibt mehrere Beispiele und das seit dem ersten Jahr! Das mit dem Stein war witzlos, ein Test! Wen sollte das von dem Stein abhalten? Kinder, ja, aber einen Vol… einen Lord? Nie und nimmer! ER hat von Anfang an Sachen geplant… warum auch immer, vielleicht um mich zu testen? Nur deshalb wusste ER wie die Dinge liegen, aber Ahnung? Der doch nicht! Oder erinnert euch an Mad-Eye, da hat ER auch nicht erkannt, dass es der verrückte Crouch war!“, ätzte Harry giftig und lehnte sich noch näher zu uns, während die Gryffindors in unserer Nähe akzeptierten, dass ein BL-Führer und wir beide etwas besprachen was nicht für sie bestimmt war. Früher wäre das Ganze anders ausgegangen, aber auch unsere Nachbarn Dean, Seamus, Parvati und Co. sorgten dafür, dass wir für uns ungestört waren.

„Wow, stimmt, hab ich ganz vergessen!“, senkte Neville verlegen den Blick, denn es stimmte und Neville erinnerte dies noch immer an die Episode, als uns der falsche Moody die Unverzeihlichen nahegebracht hatte und wo er Neville sogar noch nach dem Unterricht bei sich behalten hatte, um ihn zu trösten, wobei Crouch selbst dabei gewesen war, als die Lestranges seine Eltern in den Wahnsinn gefoltert hatten.

„Noch was! Er ist so oft weg, dass ich mich wundere, dass er den Job überhaupt noch macht! Ich schau manchmal, wenn ich nicht schlafen kann, auf die Karte, hab ich oft gemacht und er ist fast nie mehr da. Früher ist er immer in seinem Büro rumgelaufen, aber seit diesem Jahr ist er fast nie in Hogwarts! Ich bin mir nur nicht sicher, wie viele das wissen, dass er fast nicht mehr da ist!“, überlegte Harry.

„Ist er nicht?“, kam es atemlos von Neville, dem fast die Augen aus dem Kopf fielen, bei den für ihn augenscheinlich neuen Informationen.

„Doch, Neville und mir ist letztens noch was eingefallen… ich, ich habe schon mit 11 Jahren getötet! Schau mich bitte nicht so entsetzt an! Ist so! Nicht erst letztens und nein ich rede nicht von der Nacht als ich meine Eltern verloren habe, sondern von meinem ersten Jahr hier. Das fiel mir letztens so ganz nebenbei ein, nun nachdem das passiert ist mit… mit…, im Wald halt…“, stockte Harry in seinen zynisch gesprochenen Worten und ich runzelte die Stirn und blickte ihn konsterniert über diese Feststellung an, etwas was Harry auffiel, auch wenn ich mich aus dem Gespräch gerade sehr raushielt.

„WAS?“, quietschte da auch schon ein reichlich erschrockener und schockierter Neville, der verängstigt zurückzuckte und seinen Kürbissaft ausschüttete, eine Bescherung, die ich rasch mit dem Stab beseitigte. Natürlich hatte dies uns Aufmerksamkeit eingebracht, aber ein recht düsterer Blick von mir in die Runde sorgte dafür, dass wirklich alle Tische sich dran machten sich mit sich zu beschäftigen und was die Lehrer dachten war mir gerade vollkommen egal und Neville und Harry schenkten nur sich gerade Aufmerksamkeit. Somit sicherte ich mit einigen Zaubern unsere Privatsphäre.

„Ja!“, kam es nur monoton von Harry, als ich meine Hand auf seine Schulter legte und zudrückte, da ich mich auch an unser Gespräch im Bett über den Avada erinnerte und hoffte, dass Harry nicht zweifelte wo es keine Zweifel geben durfte. Er hatte richtig gehandelt.

„Von was redest du, Harry? Von Quirrell?“, fragte ich besorgt nach, woraufhin sein Kopf zu mir fuhr und mich furchtbar alte Augen fixierten.

„Ja, du warst ja nicht dabei, keiner! Aber ich habe ihn mit meinen Händen umgebracht! Damit! Mit den bloßen Händen!“, echote er, dabei hob er beide Arme an und streckte die Hände weit von sich und starrte auf seine abgespreizten Finger.

„Wie kommst du nun darauf? Das hast du bei unserem letzten Gespräch über den Avada nicht gesagt!“, rief ich mir die vorhergehende Diskussion in seinem Bett ins Gedächtnis.

„Ich weiß nicht, dass was im Wald war scheint eine Schleuse geöffnet zu haben! Ich habe jahrelang eigentlich nie darüber nachgedacht was damals bei dem Stein passiert ist, aber seit kurzer Zeit habe ich regelrecht Flashbacks und vieles was ich total verdrängt habe kommt hervor!“, zitterte seine Stimme vor verborgenen Emotionen und gerade barg er sein Gesicht in seinen Händen, was dafür sorgte, dass mir Neville, der noch weniger von dem Stein wusste und was damals geschehen war als ich, mir einen besorgten Blick über Harrys gebeugte Gestalt hinweg zuwarf.

„Hört sich merkwürdig an… was ist da passiert?“, wisperte Neville nervös.

„Damals? Bei Quirrell? Ich… ich habe ihn regelrecht weggebrannt! Direkt mit meinen Händen. Es war eklig und nicht schön. Er hat sich unter meinen Händen rasch in Asche verwandelt! Wow, ich erkenne immer klarer, dass ich schon damals jemanden tatsächlich umgebracht habe! Warum ist mir das nicht eher aufgegangen? Klar, der Geist von ihm… von Volde… äh, vom Lord fuhr aus dem sterbenden Körper, ABER Quirrell nicht! Der war tot. Ich mein, okay, er hat seinen Körper mit dem Lord geteilt, aber er war vom Lord nie umgebracht worden… ich, ich habe den Professor ermordet, mit 11… Quirrell ist einfach zu Asche zerfallen und von innen verbrannt, nur durch meine Berührungen ist er gestorben! Ich… ich habe ihn paralysiert…“, stotterte Harry und dabei traten für uns die Geräusche in der Halle alle in den Hintergrund.

Ich musste erkennen, dass Harry Dinge feststellte, die nicht von der Hand zu weisen waren und die ich bisher noch nicht groß beachtet hatte. Neville war kalkweiß und wirkte als wünsche er sich, gleich ohnmächtig werden zu dürfen. Aber Harry selbst erschien auch sehr aufgelöst, während ich nur Ärger über meine eigene Blindheit verspürte.

„Harry, mein Lieber, ich glaub Neville meinte nicht, wie du ihn umgebracht hast, sondern dass es merkwürdig ist, dass du Flashbacks hast!“, durchbrach ich ihre Verstörtheit über die Offenbarung und kam zum Wesentlichen zurück.

„Hä?“, fragte Harry selten dämlich, herrlich eloquent der Junge.

„Sag mir, Harry… nach dem Stein, an was erinnerst du dich als nächstes?“, fragte ich sachte nach.

„Ich? Mhm… wie ich im Krankenflügel aufwache und Dumbledore an meinem Bett sitzt!“, kam es rasch von ihm, woraufhin sein Mund aufging und Neville mit der flachen Hand laut auf den Tisch schlug, was wieder dafür sorgte, dass viele Blicke zu uns gingen, selbst Ron blickte nun mit einem besorgten Ausdruck in den Augen zu uns aber ich bedeutete ihm, dass nichts war und er wandte sich wieder Lavender zu.

„ER hat was getan, oder? Hermione?“, fragte da auch schon Neville mit unwohl aussehender Miene, dabei streifte sein sorgenvoller und mitleidiger Blick Harry.

„Ja, ich glaub schon, keinen Gedächtniszauber aber einen Blocker, damit Harry sich nicht mit Schuldgefühlen oder Vorwürfen quält! Schließlich konntest du die Thestrale erst nach Cedric sehen! Eigentlich hättest du es immerhin schon nach Quirrell tun können müssen! Das ist doch seltsam, wenn sich ein Mensch, ein Körper vor deinen Augen auflöst, er zu Asche zerfällt, dann ist er doch auch vor deinen Augen gestorben, oder? Also warum konntest du jahrelang die Tiere nicht sehen? Auf der andren Seite, vielleicht war er durch den Lord schon halbtot? Und konnte damit nicht mehr wirklich streben?“, fabulierte ich, aber eine andere Erklärung gab es nicht, denn Harry zeigte keine Symptome für einen größeren Zauber. Dumbledore schien nur Harrys Wunsch nach Verdrängung nachgekommen zu sein, verständlich, schließlich hatte dort unten ein 11-jähriger um sein Leben kämpfen müssen. Es war verständlich, aber auch nicht nett und auch fragwürdig.

„Das ist echt seltsam!“, stimmte Neville inbrünstig zu als auch schon Harry explodierte und sein unberührter Teller mit dem Mittagessen erhielt einen Stoß und rutschte laut klappernd fast auf der anderen Seite runter, worauf ein verwunderter Colin den Teller stoppte und zu dem fuchsteufelswilden Harry blickte und sich schnell überlegte, dass er nicht nachfragen sollte.

„Dieses Arschloch!“, brauste Harry wütend auf.

„Harry, Aussprache!“, rügte ich sofort und kassierte ein beleidigtes Ausschnauben.

„Ist doch wahr!“, echauffierte er sich. „Ich bin seit Jahren ein Mörder!“

„Harry, klar aber gib mir doch mal ein paar Minuten! Das ist Magie, es kann auch was anderes sein! Hast recht, er ist ein manipulativer Bastard. Aber wirklich umgebracht hast du Quirrell nicht, nicht willentlich mit einer Waffe! Dass du eine Waffe gegen ihn warst, hast du nicht wissen können! Außerdem war es Selbstverteidigung, schließlich hätte er dich auch umgebracht, machen wir uns nichts vor! Aber du sahst ihn sterben, das ist Fakt und das ist Magie aber seit dem Turnier teilt ihr euch das Blut, vergiss das nicht, das kann auch von Vorteil sein! Das betrifft aber den Lord! Also, zurück zum Thema, dass du ein Mörder bist, du hast damals nicht wirklich getötet, nicht wie im Wald mit dem Avada! Bestimmt war Quirrell schon innerlich tot. Er war parasitär verseucht, dadurch, dass er dem Lord seinen Körper als Wirt bot und er auch noch Einhornblut trank! Wie kannst du überhaupt etwas Halbtotes töten? Das ist ein Paradoxon!“, erklärte ich betont langsam, während ich versuchte die Zusammenhänge zu erstellen und durfte erleben, wie Harry sowie Neville an meinen Lippen hingen.

„Oh Mann, bei ihr hört sich alles immer sofort wie eine wissenschaftliche Abhandlung an! Das klingt alles total logisch. Wie kommst du auf sooooo was?“, jammerte Neville.

„Was sieht der Alte in mir? Ein Experiment? Ich fass es nicht! Boah, mir ist schlecht, ich glaub, ich muss kotzen! Mir kommt immer mehr zu Bewusstsein, zu was ich fähig bin! Ich bin weg…“, sprachs rasch, sprang auf und eilte rasant aus der Halle. Wir sahen Harry sehr konsterniert nach, aber auch verständnisvoll, denn es war nicht leicht, nur diesmal konnte ich ihm da nicht durchhelfen.

„Neville, sagst du bitte Ron, er soll Harry diesen Unsinn ausreden, dass er ein elfjähriger Mörder ist… ich hab dafür leider keine Zeit!“

„Geht klar…, SCHÖNSTE!“, kam es zum ersten Mal noch recht unsicher von Neville. Es war das erste Mal, dass er das Kosewort benützte und ich blickte ihn überrascht an, denn dies bedeutete einen neuen Schritt in unserer angespannten Beziehung, die wohl begann als ich ihn das erste Mal in unserem ersten Jahr mit dem Petrivicus Totalus verzaubert hatte und nun darin gipfelte, dass er mich als DeathEaterin erlebt hatte, aber gerade war es so, als würde er mir symbolisch die Hand reichen zur Versöhnung. Und so verließ ich die Große Halle und machte mich mit Fred zusammen auf den Weg ins Cottage, sein Gastspiel bei uns war beendet.

„Ah, wie bin ich froh euch zu sehen!“, empfing uns ein leicht zerzaust aussehender George atemlos. Er balancierte ein weinendes Baby auf den Armen, das er weit von sich gestreckt hielt, da gerade an seinem grell violetten Pulli die saure und ausgekotzte Milch hinablief. Er wirkte alles andere als glücklich, aber es sah sehr malerisch aus. Als er sich uns mit diesem krächzenden Ungetüm näherte, duckte ich mich doch rasch weg, während Fred sich seines Liebhabers erbarmte und ihm den kleinen Schreihals kurzerhand abnahm.

„Wo ist Dobby?“, fragte ich und setzte mich rasch auf das Sofa.

„Remus sein Essen bringen, sonst wäre das da nicht passiert!“, zeigte George fast stolz auf das abstrakte Muster der Kotze an seiner Kleidung und zauberte sich nun schon sehr gekonnt sauber und rein, während es Fred tatsächlich gelang, mit dem kleinen jammernden Mann zu kuscheln, sodass er aufhörte sich die Seele aus dem Leib zu plärren, als es ploppte.

„Na, was hat denn der kleine Master?“, trällerte Dobby viel zu gut gelaunt und nahm Fred das Baby fürsorglich bemüht ab und verschwand nuschelnd mit ihm. „Tse, haben wir uns nass gemacht, ist doch nicht schlimm!“, redetet er die ganz Zeit mit Lucien, während er Fred von seiner Last befreite und mich nicht weiter beachtete und nur Augen für seinen Schützling hatte, aber das kümmerte Fred auch herzlich wenig, da er sich nun zu seinem Bruder drehte, um sich ihm augenblicklich wie ein Wirbelwind an den Hals zu werfen.

„Ich bin wieder da! Frei, ich bleibe!“

„Endlich!“, stöhnte George nur sehnsüchtig auf und drückte seinen verlorenen Twin fest an sich.

„Hast du mich vermisst?“, fragte Fred verführerisch schnurrend, dabei kuschelte er sich in die Arme von George.

„Ich wollte es nie zugeben, aber ja! Ich vermisse dich nicht nur, ich brauche dich! Meine Kreativität geht ohne dich verloren. Ich bin einsam und allein und ich hasse das! Ich war noch nie ohne dich und ich will ohne dich nicht sein!“, bekam er gerade eine leidenschaftliche Liebeserklärung serviert und dies schien dem Schlingel zu gefallen, so wie er gerade zu seinem Twin hochstarrte. Mich hatten sie bei ihrer Wiedersehensfreude dezent vergessen.

„Das sag ich dir doch seit Jahren, Forge!“, kam es liebevoll, bevor sie in einem schnulzigen Zungenkuss versanken.

Nach einer endlos langen Zeit, in der ich Angst hatte, dass ich gleich Zeuge von noch mehr werden könnte, lösten sie sich schließlich atemlos.

„Weißt du, Hogwarts ist ohne dich schrecklich, alles Lahmärsche!“, informierte ihn ein nach Luft schnappender Fred, während George seinen Kopf betrübt über seinen armen Bruder schüttelte und sich schwer in den Sessel plumpsen ließ. Er war heute weit weniger lustig als sonst!

„Was ist George?“, fragte ich besorgt nach.

„Bin ich es echt? Bin ich George? Ich weiß es nicht mehr!“, bekannte er sichtlich verwirrt und raufte sich die roten Haar. Sofort warf mir Fred einen alarmierten Blick zu und ich zuckte die Schultern über diese Aussage.

„Wie bitte?“, „Was laberst du da?“, „Dir geht es echt nicht gut!“, kam es von mir und Fred aufrichtig besorgt.

„Oh, der Orden, Lee, Verity selbst Angelina und Mum und Dad! Ich bin verwirrt! Ich gebe abwechselnd mal dich, mal mich! Jetzt weiß ich gar nicht mehr, wer ich bin!“, erklärte er sichtlich überfordert und zeigte uns, dass auch er sehr beschäftigt gewesen war in dieser Zeit der Täuschung.

„Ist er noch ganz richtig?“, fragte ich flüsternd zu Fred und der zuckte die Schultern.

„Oh, wispert ihr ruhig!“, empörte sich ein aufmüpfiger George, verschränkte die Arme und überschlug die Beine „…ich meine, es ist ein Vorteil, dass uns keiner auseinanderhalten kann!“

„Nun ja, wenn es selbst dir abhandengekommen ist, zu wissen was oder wer du bist, das wäre echt schlecht, oder George?“, wandte ich sparsam und nüchtern ein, was einen frustrierten Aufschrei zur Folge hatte.

„Was haben sie getan um dich in den Wahnsinn zu treiben?“, fragte Fred besorgt und schloss seinen erschöpft wirkenden Bruder in die Arme. Eines war soeben erfolgreich getestet worden, beide konnten nicht ohne den anderen und eine längere Abwesenheit war auch nicht förderlich. Gut, nicht jeder konnte alles und schließlich waren sie nicht mal als Föten im Mutterleib allein gewesen, was sollte man erwarten, zeigte ich meine pragmatische Seite und entschloss mich, dies geistig zu vermerken.

„Ach… Lucien fängt mit einer Kolik an! Remus ist wegen dem Vollmond brummig und unruhig, was wiederum Dobby nervös macht! Dies macht wiederum mich nervös! Der Orden nervt… „Wo ist Fred? Wo ist George?“… als würden sie plötzlich ganz alleine den Lord alle machen wollen und es hängt von uns ab! Schwachsinn! Mundungus liefert zuerst spät, dann scheiß Qualität! Dann nervt Lee wo du bist! Und zu guter Letzt denkt Verity, sie muss ein Date nach dem nächsten an Land ziehen und will uns alles aufbürden und schlussendlich denken alle Leute, sie brauchen in der Zeit wo ich alleine bin alle Scherzartikel und kaufen den Laden leer… und ich… ich bin allein!“, jammerte George wehleidig und jetzt warf mir selbst Fred einen verzweifelten Blick zu, denn so wehmütig kannte man den Twin sonst nicht.

„Wow, mein Schatz, das ist krass… hast du aber toll gemacht!“, tätschelte er George mitfühlend die Schulter und kassierte dafür einen bitterbösen Blick.

„Das nächste Mal bleibst du daheim!“, drohte der verärgerte Twin böse.

„Hey, Hogwarts war auch kein Spaß, ist schon lang nicht mehr das was es mal war!“, sprach Fred trübsinnig, gefangen in seiner ganz eigenen vergangenen Erinnerung.

„Wie meinen?“, fragte George indigniert, während ich auf der Couch saß und einfach das Cottage genoss und mich gut unterhalten fühlte. Ich wusste, wo es für mich heute noch hinging und nichts zog mich so wirklich dahin.

„Die sind so bierernst! Total die Lahmärsche, das glaubst du nicht, George, wir wurden eindeutig nicht beerbt! Ein Trauerspiel ohnegleichen, ich sag’s dir! Traurig, fast schon dramatisch schrecklich, wie öde es ist… lernen, lernen, lernen und üben und trainieren und ernst rumsitzen. Frag mich, warum der Laden so gut läuft? An Hogwarts kann es nicht liegen, echt nicht! Oder die Mädels vergehen in Heulorgien! Drama, echt!“, erzählte er bereitwillig von seinem tristen Dasein, was George die Mundwinkel traurig verziehen ließ.

„Hört sich auch nicht rosig an, was du erzählst!“, bekannt er dann gnädig, während sein Twin sich geschlagen an die Stirn fasste.

„Bitte, ich war ein Weib! Zuerst unsere Schwester, gruselig, echt! Und dann Lav, unvorstellbar grausam! Die Schlafsäle der Weiber, unsäglich, was für ein Geschnatter, was für ein Gewusel, was bin ich froh ein Mann zu sein!“, jammerte Fred unsäglich leidend.

„Äh Fred, du bist nicht so ganz ein Mann!“, warf ich freundlich ein, aber eine wegwischende Geste bedeutete mir, zu schweigen.

„Klappe, Schönste, ich habe Attribute eines Mannes, die ich nicht bereit bin herzugeben!“, beschied mir Fred von oben herab.

„Jetzt habt ihr zwei bedauernswerten Jammerlappen es ja geschafft!“, gönnte ich ihnen meinen Spott und kuschelte mich mit einem Kissen in den Sessel.

„Sie strotzt vor Mitleid!“, nörgelte Fred gerade los.

„Wenigstens kann man nicht behaupten, dass sie welches will!“

„Stimmt auch wieder, somit vergeben wir ihr!“, zeigte sich Fred großzügig und streckte mir doch glatt die Zunge raus. Ich hingegen verbot es mir, ins infantile Verhalten abzurutschen.

„Ihr seid Spinner, alle beide!“, erklärte ich knapp.

„Dafür liebst du uns, Schönste! Wird denn alles gut? Hat es geholfen, diese Komödie?“, kam es nun doch ernsthafter von George und er zog Fred auf seinen Schoß, als bräuchte er ganz viel Nähe.

„Mhm… Lavender verwandelt sich nicht! Ist doch schon was, oder? Harry hasst Dumbledore immer mehr. Könnte es nicht besser laufen?“, entgegnete ich zynisch und strich mir leicht müde eine Strähne hinter das Ohr.

„Dein Sarkasmus ist erbaulich! Sag mir lieber, ob es dir gut geht?“, wollte George wissen.

„Klar!“, erwiderte ich, aber eigentlich hatte ich keine Lust auf ein Gespräch mit den Twins über mein Befinden, die immer zu viel wussten und sahen.

„HALLO? Bin ich von gestern? Du hattest ein Date mit Lucius, ich bin böse, Malfoy! Fred war da und hat mir alles brühwarm erzählt! Da hat er ganz schön in die Trickkiste gegriffen, als er dir das gekauft hat!“, entgegnete nun George und es war ja so klar gewesen, dass sie darüber geredet hatten.

„Tratschtanten seid ihr! Schämt euch, es ist nichts passiert!“, wiegelte ich ab, denn über Lucius wollte ich genauso wenig reden wie über den Streit zwischen Harry und Draco.

„Soll man ihr das glauben?“, „Ich weiß nicht, Bruderherz!“, „Ich zweifle sehr!“, tuschelten die beiden und taten so als wäre ich nicht da.

„Nein, wirklich, wir hatten einen schönen Abend und eine gute Nacht, es ist nichts passiert!“, gab ich nun doch nach und hoffte aber, damit war es dann genug.

„Oha!“, „Pffff!“, stöhnte der eine und der andere Pfiff.

„Wenn bei dem nichts passiert, passiert im Hintergrund bestimmt ganz viel!“, fabulierte George, der heute in einer eigentümlichen Stimmung war und ich seufzte innerlich, denn es war ja klar gewesen, die Twins gaben nie schnell nach.

„Ich weiß nicht, was Lucius treibt! Viel schlimmer ist die Dummheit, die Harry und Draco begangen haben… ich rege mich immer noch darüber auf… so…, so…, so…, ich könnte sie erwürgen!“, erzählte ich offen und würgte mit meinen beiden Händen imaginär ihre Hälse genüsslich und hoffte, dies lenkte sie ab, denn solange ich mich über Draco und Harry aufregen konnte, war mir dies dann doch lieber als dass sie wegen Lucius nachbohrten und nachfragen, obwohl ich über ihn nicht mal genauer nachdenken, geschweige denn reden wollte.

„Okay, langsam… ich weiß, dass Draco im Krankenflügel war, aber ich konnte nicht rausbekommen warum! Und das mit Harry hab ich am Rande mitbekommen, beide schweigen! Das wäre eh meine nächste Frage gewesen!“, lauerte Fred regelrecht auf meine Ausführungen, die ich ihnen dann auch gab und ihnen alles erzählte. Ihre Reaktionen waren gewohnt teuflisch.

„Das ist, wow!“, „Geil, Harry macht sich!“, „Das hat Draco wehgetan!“, „Armer Draco!“, „Armer Harry… er hasst sich bestimmt wieder selbst!“, „Ganz schön hohl, aber hey, sag nicht, dass dich das überrascht hat?“, „Die beiden mögen sich nicht wirklich!“, „Aber das ist auch total schade, denn ich mag Draco!“, plapperten die Twins abwechselnd munter drauflos, langsam aber sicher kamen sie über die Trennung hinweg und schmiegten sich aneinander.

„Ist ja gut, hört auf mit dieser Art zu reden, das macht mich blöd!“, bat ich und sie verstummten als ich leise stöhnte „ Und ja, ja, ja… dies war überfällig! Wundern tut es mich nicht wirklich! Hirnverbrannt ist es allemal!“, legte ich die Hände an meine pochenden Schläfen.

„Es sind Jungs… selbst Draco, sie sind 16, bald 17, was erwartest du? Sie sind nicht so wie Snape und dein LUCIUS!“, informierte mich ein aufmüpfiger Fred liebenswürdig.

„Stimmt wohl, ich kann Draco und Harry nicht mit Severus und Lucius vergleichen, das geht nach hinten los!“, stimmte ich zu, wobei Lucius und Severus sich ja auch nie so verabscheut hatten wie Draco und Harry. Sie hatten nie eine Zweckgemeinschaft eingehen müssen, sondern waren schon immer von ähnlichem Schlag gewesen.

„Genau und dein SEVERUS und LUCIUS werden als Jugendliche bestimmt auch noch mehr Schrott gebaut haben als sie heute zugeben werden!“, zwitscherte Fred gerade affektiert und ich rollte die Augen.

„Niemand ist perfekt!“, resümierte ich müde. „Aber es tut gut, mit euch zu reden!“

„Tja, wir sind halt einmalig! Brüderchen, du hättest Ronnekins erleben sollen, zum Brüllen, wie er um Lav herumscharwenzelt!“, ereiferte sich nun Fred und wechselte das Thema.

„Wie? Ich dachte, er wäre der King der Armbändchen!“, echote George perplex und erreichte, dass ich mich fast verschluckte vor Lachen.

„Naja, irgendwie scheint es ihm grad zu gefallen, an Lav die Narben zu zählen, frag mich nicht! Ist halt Ronnekins!“, verzog Fred leidlich das Gesicht zu einer Grimasse.

„Na, selbst wenn ihr mich für gemein haltet, ich kann nur sagen was ich denke und es könnte sein, dass dieser Biss Lav nicht schaden und ihr Profil geben wird, wo vorher nicht viel war!“, kam es recht trocken von einem gar nicht netten George.

„Oh, ihr seid zu fies! Aber ein Kompliment dafür, wie rasch ihr den Wald in ein Schlachtfeld verwandelt habt! Danke!“, dabei versuchte ich zu unterschlagen, was es für mich bedeutet hatte, dass ich meinen Trupp verloren hatte, denn es ärgerte mich noch immer, dass ich es geschafft hatte bei Lucius wehrlos dazuliegen, nachdem ich blöd gefallen war. Dies war keine Glanzleistung von mir und somit bestimmt nicht erwähnenswert, außerdem hatte dies in meiner Beziehung zu Lucius etwas verändert was ich nicht benennen konnte und somit wollte ich es gar nicht zu genau betrachten.

„Wir sind halt deine bewegliche Einsatztruppe!“, entgegnete George stolz, mit einem eindeutig sardonischen Lächeln. Ihm hatte es Spaß gemacht, zumindest vermittelte dies sein Gesichtsausdruck.

„Das seid ihr wirklich! Ohne euch hätten wir nie tarnen können, dass Lavender schwer verletzt war!“

„Dafür sind wir da, Schönste!“, zeigte sich Fred sehr rührselig, während ich ein leichtes Gähnen unterdrückte.

„Du bleibst über Nacht?“, fragte da auch schon der aufmerksame George.

„Wenn ihr ein Bett für mich habt?“, fragte ich kurzentschlossen, denn ich war zu geschafft, um zu Gellert zu gehen und mein Ritual würde ich auch noch abhalten müssen, aber da morgen Sonntag war sollte es reichen, wenn ich ihn morgen in der Früh aufsuchte und spätestens mittags in Hogwarts war. Mittlerweile deckten mich die Connection sowie die BL perfekt. Ich hatte keine Sorge, dass ich selbst nach McGonagalls Wahrung auffliegen sollte.

„Für dich immer… kannst aber auch gerne in unseres schlüpfen!“, bot George ganz uneigennützig an und in gespieltem Schock riss ich die Augen weit auf.

„Das ist klar, aber ich denke, ich will der leidenschaftlichen Wiedervereinigung nicht im Wege stehen!“, wehrte ich ab und hob dabei die Hände.

„Wer sagt im Wege stehen? Du kannst mitmachen!“, grinste Fred teufelsgleich.

„Oh Mann…!“, stöhnte ich leidend und begab mich nach oben, denn die beiden hatten gerade begonnen, sich wenig rücksichtsvoll die Klamotten vom Leib zu reißen. Eins konnte man dem leidenschaftlichen Paar nicht vorwerfen, sie lieben sich wirklich heiß und innig und hatten sich vermisst.

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