When Hermione Fights
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 Kapitel 346-347

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BeitragThema: Kapitel 346-347   Kapitel 346-347 EmptyFr Feb 01, 2013 3:33 am

346. Kapitel Wie gewonnen, so zerronnen


„Scabior pass du auf, dass Fenrir nicht noch mehr Scheiß baut! Und haltet die Auroren in Schach. Ich will in 5 Minuten hier weg sein!“, rief sie ihm hastig über den Schlachtlärm zu. Scabior kämpfte nun mit seinen beiden Händen gegen eines der wildgewordenen Federviecher, während Hermione an ihm vorbeisprang und auf uns zu, in die finstere Gasse hinein, lief.

„Mist…“, hörte man nur noch, als sie vor der bewusstlosen Frau besorgt zu Boden ging. Wenngleich man nichts von ihr ausmachen konnte, nur ihre sie verdeckende Maske, vernahm man ihre Verärgerung sehr gut. Also löste ich mich übergangslos aus dem schützenden Schatten und durfte erleben, wie das Biest sofort aus der Hocke heraus angriffsbereit herumwirbelte, sowohl mit Dolch als auch mit Zauberstab bewaffnet.

Aber ihre bewundernswerte Reaktionsschnelligkeit war vorhanden, da sie sofort stoppte als sie mich erkannte:

„Severus?!“

„Ja!“, gab ich knapp von mir.

„Gut! Das da ist Tonks, sie lebt! Naja, noch, das ist nicht der erste Fluch, der sie traf!“, informierte sie mich geschäftig.

„Du musst zu Greyback!“, überging ich ihre Information und wies sie auf das für mich Elementare hin, da nicht auffallen durfte, dass sie nach einem Auror sah.

„Ich weiß!“, erwiderte sie, aber sie rührte sich nicht, als wollte sie nicht gehen.

„Wir kümmern uns!“, zeigte ich rüde mein Entgegenkommen, damit sie endlich ging, als sich ihre Augen hinter der Maske fragend verengten.

„Wir?“, forschte sie schon zweifelnd nach.

„Geh!“, befahl ich nur genervt und wobei sie ganz kurz stutzte, doch dann stürzte sie ohne weitere Fragen davon, zurück in den Kampf, zu den wild zuckenden Flüchen und warf sich furchtlos in die Schlacht.

„Sir?“, ertönte es unsicher aus der Düsternis.

„Kommen Sie her!“, forderte ich resolut und bückte mich schnell zu dem bewusstlosen Körper, worauf ich begann schon eilig einige starke Heilzauber zu sprechen. „Bringen Sie Tonks ins Cottage! Sie ist schwer verletzt. Versuchen Sie Ihr bestes, Ihre Ausbildung dürfte reichen, um sie über den Berg zu bringen, aber Sie dürfen mich verständigen, sollte es ihr schlechter gehen und nun…“, duckten wir uns rasch, als ein grell gelber Strahl eine Steinmauer neben uns geräuschvoll pulverisierte. „Gehen Sie!“

„Ja, Sir!“, „Verstanden!“, gehorchten die beiden Devils unerwartet rasch und ohne Widerworte. Warum waren sie nicht schon so in der Schule gewesen?

Aber vielleicht läuterte der Krieg jeden? So ploppten sie auch schon weg und hinterließen eine bis auf mich leere Gasse.

Und als ich mich wieder interessiert dem Geschehen in der Diagon Alley zuwandte, war es vielleicht auch besser, dass sie nicht Zeuge des nun Kommenden wurden.

„Was fällt dir ein!?“, schrie das Biest in einer für sie ungewohnt mitgenommenen, schrillen Stimmlage, dabei zerrte sie den animalischen Werwolf grob und rabiat an den Haaren gepackt von seinem kleinen Opfer, das mehr tot denn lebendig war, weg.

„Was mir einfällt!?“, brüllte der blutbesudelte Werwolf aufgebracht, dabei wirkte er total instinktgesteuert und sein Antlitz war eine albtraumhafte, hässliche Fratze des Grauens. Er sah schlimm aus und wirkte wie der Stoff, aus dem gewöhnlich die schlimmsten Albträume waren.

„Schämst du dich nicht? Das ist sooooo… ERBÄRMLICH!“, fauchte sie nicht im mindesten besorgt darüber, dass ihr eine rücksichtslose, mordlüsterne Bestie gegenüberstand und schaffte es, dass er sie wutentbrannt und rasend vor Zorn anfunkelte, während die beiden Zankenden wüst von zuckenden Flüchen umtost wurden.

„FÜR WAS?“, grollte er zornig zurück, sodass sogar ich ihn aus meinem Versteck verstehen konnte.

„HALLO? Das ist ein KIND! Ein Kleinkind, noch nicht mal im Hogwartsalter! Hast du gar keine Ehre in dir?“, rief sie entrüstet und ging sogar so weit, ihm zornig mit ihrer kleinen Hand gegen die monomentale Brust, auf sein blutbesudeltes Hemd zu schlagen, etwas was ihm ein dunkles, aber gefährliches Grollen entlockte.

„WAS FÄLLT DIR EIN!? Sie sind selbst schuld! Montgomery wollte nicht mit uns zusammenarbeiten!“, brüllte er erbost über den Kampflärm hinweg und funkelte sie wahrlich drohend an, worauf sie ihn erneut stoßen wollte, er ihr aber geschickt auswich.

„Na und, das soll ein Grund sein?! Und was mir einfällt? ALLES! Einen Erwachsenen, einen Muggel einen Auror, okay, aber ein kleines wehrloses Kind zu zerfleischen ist sooooo, soooo…“, empörte sie sich wild fuchtelnd und es war gut, dass die Maske ihr Antlitz verbarg. Ich war mir sicher, dass es diesmal nicht derart kühl wäre wie sonst in solchen Situationen.

„WWWWAAAAASSSSSSSS?“, röhrte er unmutig und ballte seine Krallen zu aggressiven Fäusten.

„VERACHTENSWERT! Aber ich vergaß, so was machst du ja nur zum Spaß, hast du ja schon öfters!“, ätzte sie verächtlich und sie spielte giftig auf Lupin an, der als 7- oder 9jähriger von Greyback durch einen Biss gewandelt worden war. Dabei deutete sie auf das kleine zerfetzte Kind, dessen Blut sich mit dem Schmutz auf dem Boden vermengte.

„Spielst du auf den verräterischen Weichwolf an?“, stellte auch Greyback, selbst durch seine heiß brodelnde Wut hindurch, die richtige Verbindung her.

„Ja und ich finde das einfach nur… bääh…! An dem ist doch nicht mal genug dran um satt zu werden…“, keifte sie ungerührt weiter. Die beiden stritten sich wie alte Waschweiber inmitten einer heißumkämpften Schlacht.

Dabei waren sie sich, zumindest glaubte ich dies, dessen nicht mal bewusst, dass sie sowohl Auroren als auch DeathEater ablenkten, durch ihre mehr als ungewöhnliche Debatte wer von was satt werden konnte. Währenddessen verloren sie jedoch nicht den Blick für das Wesentliche, da sie auch Augen im Hinterkopf zu haben schienen und geschmeidig wie in einem bizarren Kampf den auf sie zufliegenden Flüchen auswichen. Ja genau, es erinnerte mich an einen makabren Tanz, den sie gemeinsam aufführten.

Diese Reaktion aber zeigte, dass sie nicht so selbstvergessen waren wie es vielleicht auf den ersten Blick erscheinen mochte. So etwas erwartete ich von ihr, immer die Kontrolle, selbst in einem Streit. Genauso sollte es sein und es war dämlich von Greyback, inmitten der Diagon Alley ein Blutbad an einem Kind anzurichten, vor allem noch am Mitglied einer an sich reinblütigen, hochangesehenen Familie, die sich bisher als neutral gesehen hatte.

„Ich lasse mir von dir GAR NICHTS vorschreiben!“, wütete nun Fenrir durchdringend, dabei riss er sein Raubtiergebiss ungehalten weit auf und stieß ein lautes Wutgebrüll aus. Sogleich blitzte das Mondlicht unheilverkündend auf seinen großen Reißzähnen, etwas was sie nicht wirklich auch nur im Ansatz zu beunruhigen schien, da sie sich ihm gegenüber keinen Millimeter rührte. Sie zuckte weder noch reagierte sie sonst groß, außer dass sie eine Hand in die Hüfte stützte, während aber die anderen Menschen in der Diagon Alley vor Furcht erstarrt wirkten, wegen des brandgefährlichen Werwolfs.

„Okay, gut! Wie du willst! Wenn du dich absichtlich in meinen Augen klein…, klitzeklein machen willst! BITTE! Hält dich keiner auf…, tu dir keinen Zwang an! ABER du bist so viel mehr als das DA! Aber gut! Mach was du willst! Mach dich lächerlich, indem du kleinen Kindern an die Kehle gehst! Was bist du doch angsteinflößend! Buhu…, ich bin weg! Viel Spaß beim Aufräumen!“, nach einem langen, intensiven Blickaustausch mit dem aufgebrachten Werwolf, ohne Angst, Furcht oder Scheu von ihrer Seite, durch ihre nun gut sichtbare Maske, die im Mondschein rotsilbrig glänzte, entschied sie sich resolut.

„Leute…, meine Leute, haut ab! Wir sind hier fertig!“, befahl sie brüsk und nachdem sie mit einem raschen Blick in die Runde ausmachte, dass Yaxley, Selwyn und Warrington sowie als letztes Scabior ihrer Anweisung schon gefolgt und verschwunden waren, apparierte auch sie auf der Stelle.

Dabei würde mir ihr Blick, ihr fast wehmütiger Blick aus vorwurfsvollen, braunen Augen unvergessen bleiben. Sie schien sehr enttäuscht von dem Wolf zu sein und nachdem sie tatsächlich weg war, stand ein vor Wut schäumender Fenrir Greyback zornig, aber durchaus beeindruckend in seiner massigen, verdreckten Gestalt da.

Es war ein wahrlich ungewöhnlicher Anblick, als er seinen Kopf in den Nacken legte und inbrünstig aufjaulte. Tief und dröhnend ging einem der Ton durch und durch, passte zu der imposanten, tierischen Bestie, die er war. Dabei lief es den Auroren sichtlich kalt den Rücken hinunter, sodass ihre Flüche nicht mehr wirklich genau trafen.

Fenrir lebte seinen Zorn kurz und knapp an den Auroren aus, auch wenn sie nun alleine waren, aber wenn ihn nichts mehr zusammen mit seinen Werwölfen hielt, war er eine beachtliche Waffe. Dann gab auch er seinen Werwölfen schließlich das Zeichen zum Aufbruch.

Sie hinterließen ein Chaos sondergleichen. Viele Auroren waren verletzt, der halbtote Junge lag wie eine zerfetzte Spielzeugpuppe am Boden, während sich nun die Mutter, Mrs. Montgomery, von einem Auror losriss, um endlich zu ihrem schwerverletzten Sohn zu eilen, den sie nun leblos wie er war, schluchzend an ihre bebende Brust zog und herzerweichend ihr Leid klagte.

Währenddessen umkreisten die Eulen klackernd und federnlassend das Kaufhaus und die Gasse, die nur noch ein Schlachtfeld war. Es war ein abstraktes, sehr unrealistisches Bild.

„Gehen Sie weg, er muss ins St. Mungos!“, hörte ich schon die geschäftige Stimme eines Aurors, der einen Notfallportschlüssel hervorzog. „Mrs. Montgomery!“

„Retten Sie ihn!“, bat die Frau nur halbherzig hoffend, aber umso inbrünstiger, da das kleine Menschenbündel in ihren Armen mehr als nur verloren wirkte und die Atmung sehr flach war.

Als ich dem Geschehen entschlossen den Rücken kehrte, bauschte sich mein Mantel eindrucksvoll weit auf. Ich ging wieder zurück, da ich noch nicht das bekommen hatte wofür ich hergekommen war und ich wollte das erledigen!

Man könnte dies jetzt als was… als herzlos bezeichnen? Vielleicht, nachdem ich einen blutigen Kampf beobachtet hatte, aber für mich war es einfach nur normal.

Severus Sicht ende

Hermiones Sicht

Ich platzte sprichwörtlich vor Wut. Es hatte mich schon immer gestört, wenn die Männer über schwächere, wehrlose Personen herfielen und da erinnerte ich mich doch immer widerwillig an Kingswear oder Mould-on-the-Wold, oder aber an meinen ersten Auftrag zusammen mit Severus. Wenigstens hatte sich Abbott damals erbittert gewehrt, ach, was wollte ich, ich war doch an sich kein Stück besser als die!

Wobei, das mit Fenrir heute war echt mal wieder grenzwertig gewesen. Er hatte auf eigene Faust gehandelt, ohne Befehl, nur weil er dachte es wäre lustig. Ich könnte ihn zu Hackfleisch verarbeiten.

Derweil hatte es recht gut begonnen und ich war mit meinem Trupp in diese verräucherte und heruntergekommene Kneipe gegangen, um mich selbst davon zu überzeugen, wie die mittlerweile als schwarzmagisch verschrienen Gruppen hier zusammen der Ablenkung frönten.

Es war nett gewesen.

Scabior, der mir unanständige, lästerliche Dinge ins Ohr gewispert hatte, die anderen, die Poker spielten und die komischen Gestalten zu beobachten, die diese Kneipe frequentierten, wobei mich die Vampire am meisten interessiert hatten.

Sobald ich einen zu lange fokussierte, war es mir gewesen als würde sich mein „White-Eye-Effect“ melden, aber auch die Vampire schienen mich zu umschleichen. Sie hatten sich mir nicht genähert, aber ab und an hatte ich den ein oder anderen irritierten Blick von ihnen aufgefangen. Ich wusste nicht, was das bedeuten könnte.

Auf der anderen Seite hatte ich mir ins Gedächtnis gerufen, dass gewandelte Vampire nichts anderes als Tote waren, daher vielleicht die Erklärung, dass meine neue Gabe sich meldete? Aber wie stand das mit geborenen Vampiren? Keine Ahnung, auf dem Gebiet war ich weniger versiert!

Dann hatte ich zu meinem Erstaunen ein sehr einprägsames Paar ausgemacht und mir gedacht, dass ich die zwei doch kannte. Nachdem ich sie beständig, wohlverborgen unter meiner Kapuze, beobachtet hatte, war ich mir sicher, das waren eindeutig die diabolischen Red Devils. Ich hatte es an ihren Bewegungen erkannt und daran, dass sie die Hände nicht voneinander lassen konnten. Aber gut, ich erkannte an, dass sie wohl niemand anderer als die Weasley-Twins erkennen würde, aber ihre getarnten Identitäten waren zu überzogen, um überzeugend zu sein.

Ich hatte gar nicht wissen wollen, warum sie dort gewesen waren, wobei ich später mal ein ernstes Wort zwecks Tarnen und Täuschen mit ihnen reden wollte, denn ihre war doch etwas auffällig. Wenigstens waren sie düster und nicht schick in ihre grellen Lederanzügen gekleidet gewesen, sondern hatten sich dem finsteren Klientel in der Kaschemme angepasst.

Plötzlich, von einer Sekunde zur nächsten war ich angespannt gewesen und hatte zur Tür blicken wollen. Es hatte sich angefühlt als hätte sich die Atmosphäre sofort verändert, aber dann hatte mir in dem Moment Scabior dazwischen gefunkt. Er hatte sich nah zu mir gebeugt und mir die Sicht geraubt, aber auch etwas wissen wollen was absolut nicht hatte warten können und so hatte ich ihm widerwillig meine Aufmerksamkeit zugewandt.

Von da an hatte ich mich stetig beobachtet gefühlt, aber ich hatte nicht zu den Twins sehen wollen, nicht dass noch meine Meute auf die beiden aufmerksam wurde und so hatte ich meinen Leuten eine weitere Runde ausgegeben.

Als John, mein ehemaliger Werwolf, angehetzt gekommen war und aufgescheucht rumgeplärrt hatte, dass sein „Boss“ die Diagon Alley mit den Auroren unsicher machte, ratterte es schnell in mir, da mich mehrere Gründe bewogen zu ihm zu eilen.

Der Zusammenhalt, die Werwolfe unterstanden mir. Es gab vielfältige Gründe, die mich bewogen meine Männer zum Kampf zusammenzurufen, aber was ich dann erlebt hatte überstieg mein Verständnis und mittlerweile wollte ich nicht mehr, wie bei Lucius damals, darüberstehen.

Und ich hatte noch erkennen müssen, dass anscheinend Tonks Dienst als Auror in der Gasse verrichtete und dass die Gute seit Remus‘ Verschwinden nicht mehr wirklich einsatzfähig war, konnte jeder Blinde erkennen. Genauso hatte sie sich auch dann im Gefecht geschlagen. Sollte ich sagen, dass es mich nicht verwunderte, dass Severus in der Gasse war und sich um Tonks kümmern wollte? So wusste ich nun, wer mich auch noch in der Kneipe beobachtet hatte. Es war Severus gewesen!

Ich hinterfragte nichts, vor allem da ich meinen Ärger über Fenrir ausleben musste, also konnte er sich ruhig um Tonks kümmern.

Wie konnte es ihm, Fenrir, Spaß machen, ein kleines Kind zu zerreißen und zu zerfetzen?

Ich war immer noch aggressiv geladen, als ich meine Männer abrief. Sollte dieser Berserker doch sehen wo er blieb! Ich mochte keine hirnlosen Idioten, die nur drauflospreschten. Wie auch immer, meine Männer gehorchten mir aufs Wort, bevor auch ich nach einem abgrundtief verächtlichen Blick verschwand. Nun stand ich hier und versuchte wieder Luft zu bekommen, damit ich nicht doch noch platzte vor unbändigem Zorn.

Ich straffte mich, um rasch in das Haus zu kommen, während ich die Maske, die bisher mein Gesicht wohl verborgen hatte, in Rauch aufgehen ließ.

„Wir brauchen Wasser…“, „Ich hol es…“, „Wo ist der doofe Elf, wenn man ihn braucht?“

„Jungs…, heute ist nicht euer Tag, ihr seid Hexer!“, rief ich ihnen von der Tür aus in Erinnerung und beschwor eine Schüssel mit Wasser. Sogleich zuckten zwei identische, junge Männer von der Couch zurück und blinzelten perplex zu mir.

„Also wenn ich schreckhaft wäre, hättest du mich nun zu Tode erschrecken können, Schönste!“

„Tja, dann ist es ja gut, dass du es nicht bist!“, blieb ich trocken, während ich mir den Umhang von den Schultern zog.

„Warum nicht unser Tag… und apropos warum bist du hier?“, fragte Fred, der auf George achtete, der gerade mit seinem Zauberstab über Tonks‘ mitgenommen wirkenden Körper fuhr. Ich wusste nicht, ob es nötig gewesen war sie bis auf die Unterwäsche zu entkleiden, aber wenn es ihnen Spaß machte.

„Weil ich schon in der Kaschemme durch eure mehr als fragliche Tarnung blicken konnte, bitte, Dick und Doof oder auch Pat und Patachon, das war so klischeehaft!“, entgegnete ich abfällig.

„Mist…“, „Wenn SIE das auch sagt“, „Verdammt!“, „Zu brutal ärgerlich!“

„Dann hat euch Severus auch schon darauf aufmerksam gemacht?“, schlussfolgerte ich messerscharf aus ihren leidlichen Aussagen.

„Ja, er hat zielstrebig auf uns zugehalten!“, murrte Fred jämmerlich und schien tief getroffen in seiner Ehre, während er sich verärgert durch seine karottenroten Haare strich.

„Und die andere Frage von euch…, nachdem Severus in der Gasse so nett „WIR“ sagte und ich euch in der Kneipe gesehen hatte, habe ich schlaues Wesen, das ich nun einmal bin, eins und eins zusammengezählt. Die Chancen, dass er euch meinte, waren recht hoch!“, blieb ich weiterhin staubtrocken.

„Du bist beängstigend!“, „Dramatisch durchblickend!“, wechselten sich beide ab und bastelten weiter an der langsam wieder aufwachenden Tonks herum. Sie schlug flatternd die Lider auf, bevor ich dazu kam, mir wieder meinen Mantel über meine Lederkluft zu ziehen.

„Wo bin ich…?“, fragte sie benommen und kam langsam, aber sicher zu sich.

„AAHHHHHH…“, kreischte sie plötzlich viel zu laut, als sie bemerkte, dass sie vor den teuflisch grinsenden Twins lag und dass sie tatsächlich mehr oder minder unbekleidet war. Also versuchte sie, sich hektisch zu bedecken, nur um dann mit einem gurgelnden Schmerzensschrei zusammenzusacken, denn der lilablassblaue Strahl von Scabior, der sie in den Bauch getroffen hatte, war ein verhunzter, fleischfressender Fluch gewesen. Severus‘ sofortiger Gegenfluch hatte es geschafft, dass sich die Wunde nicht vergrößerte, aber eine enorme, tiefe Wunde klaffte weit an ihrem Bauch auf und die Twins hatten sie penibel gesäubert und waren gerade dabei, sie per Hand zu vernähen um sie dann zu beschmieren und zu verbinden, aber es würde dauern, bis Tonks schmerzfrei und wieder ganz geheilt sein würde.

Hätte ich nicht in letzter Sekunde Scabior abgelenkt, wäre sein Fluch wesentlich stärker ausgefallen. Alles in allem hatte sie großes Glück gehabt, da lebend rauszukommen.

Aber jetzt lag ein wimmerndes Häuflein Elend auf der Couch und versuchte sich in der embryonalen Haltung Linderung zu verschaffen, wobei sie die angeschlagene linke Seite hinterher zog.

„Hey Tonks, wir wollen die Naht noch verknoten und dich dann verbinden!“

„Shit, der Fluch war lila…, Fleischfresser…, werde ich aufgefressen?“, kreischte sie panisch und fuchtelte hektisch an sich herum, während ihre Haare in abstrusen Farben rasant erblühten.

„Jupp und ein Lähmfluch linksseitig…, deine anderen Blessuren waren leicht zu heilen, aber die Lähmung wird erst in etwa einem Tag ganz weg sein. Dein Schutzschild scheint dem Meisten von dem Fluch standgehalten zu haben…, aber der Fleischfresser…!“, erklärte George gewichtig und wog mit einer Hand ab, wobei ihre Augen immer größer zu werden schienen und sie sich furchtsam auf die Unterlippe biss.

„Schon fies, es zu sehen…, die Wunde war riesig und hat weit auseinandergeklafft!“, zog Fred Tonks unbarmherzig auf. „Hat mich an einen Krater erinnert!“

„AHHHAHHA!“, jaulte Tonks gepeinigt auf. Ja, es war kein schöner Gedanke, von einem solchen Fluch getroffen worden zu sein und die Furcht zu haben, von diesem schlussendlich aufgefressen zu werden.

„Schschsch…, wird schon wieder!“, versuchten sie nun das panische Etwas zu beruhigen, was auch gelang als sie sich tränenblind umsah und schniefte.

„Ja, wir haben dich aufgezogen! Es wird heilen! Wir konnten es stoppen!“, „Hörst du?“, „Sooo schlimm ist es nicht!“, „Du wirst nicht bei lebendigem Leibe aufgefressen!“, „Okay?“ Naja, dachte ich nur, so wirklich aufbauend war es auch nicht was die Red Devils da vom Leder zogen und ich musste mein Schmunzeln echt unterdrücken.

„Ja, ja…, ihr seid so gemein. Aber wo…, wo bin ich denn?“, stotterte sie schluchzend, wobei sie langsam verstand und es schaffte, sich zu fassen.

„Oh, du bist bei uns daheim und da wo Mum zu gerne wüsste, wo wir uns verstecken!“, „Jupp, unsere Heimhöhle, geheim, geheim! Buhu Buhu!“, kasperten die Jungs herum, während sie nun sehr viel aufmerksamer ihre Umgebung musterte.

„Her… Hermione? Bist du das? Müsstest du nicht in der Schule sein?“, fragte sie auf einmal tonlos, als sich mich durch ihren Tränenschleier ausmachte und sichtlich blass wirkte, weswegen sie erschöpft zurücksank.

„Müssen? Wohl ja! Aber ich bin es nicht!“, resümierte ich reichlich ungerührt und hatte nun in meinem Sessel platzgenommen.

„Bringt ihr mich ins St. Mungos?“, fragte Tonks gerade hoffnungsvoll und wollte mit der Hand an ihren schmerzenden Bauch fassen, der gerade von George bearbeitet werden sollte.

„Nein! Pfoten weg…, lass dich mal verbinden!“, befahl George schroff und schlug grob ihre Hand weg, aber sie gehorchte furchtsam zusammenzuckend, nur wusste ich nicht, ob sie das Nein darauf bezog, dass sie ihre Verletzung nicht anfassen sollte, oder dass wir sie nicht ins Hospital bringen würden.

Als George fertig war und ihr die Binde um den Bauch schlang, richtete sie sich mit schmerzlich verzogener Grimasse auf.

„Und nun…?“, stöhnte sie gequält, blass und verschwitzt, wie sie war, in ihrem tristen, braunen Unterwäscheensemble.

„Ähm, Schönste?“, gaben die zwei geschickt die Frage an mich weiter.

„Scabior hat Tonks sehr wohl als Ordens-Aurorin erkannt! Und er hat gesehen, dass ich… naja, die Gasse halt!“, umschrieb ich weitschweifig, dass es klar war, wenn ich jemandem nachlief, dieser jemand dann eigentlich nicht mehr leben würde, also ich wusste nicht, was wir mit Tonks machen sollten und so zuckte ich die Schultern, denn gehen lassen, das wäre zu gefährlich, als mir ein besorgniserregender Gedanke kam.

„Ihr Stab?“

„Oh…, keine Ahnung?!“, meinte George hektisch, während Fred sardonisch grinste.

„Den hat der schwarze Mann!“, anscheinend hatte er etwas beobachtet was seinem Twin entgangen war, da dieser ihn grad irritiert anblinzelte, ähnlich wie Tonks, wobei ich sehr wohl verstand, dass Severus so umsichtig gewesen war Tonks‘ Stab an sich zu nehmen.

„Hä?“, war dann auch alles was sie eloquent von sich gab.

„Weg, der Stab ist weg!“, beschied ich ihr rasch und sie schlug sich gepeinigt auf die Stirn.

„Ich bin so blöd!“, grummelte sie blass und mitgenommen aussehend, als mal wieder mehrere Dinge gleichzeitig passierten und unbeschreiblich brutal mein mich mal wieder verlassendes Glück zuschlug, es war dramaturgisch nicht zu toppen. Denn in dem Moment hüpfte Dobby unbekümmert und frohgemut die Treppe hinab und erstürmte das Wohnzimmer, bis er seine beiden Herren entdeckte. Nun wackelten seine langen Ohren fröhlich und er plapperte in seiner, den Hauselfen eigentümlich dümmlichen, Art daher:

„Master Lucien schläft und Dobby kümmert sich nun um Master Lupin, dem geht es heute nicht gut!“, schlugen seine Worte wie eine Bombe ein und Tonks drohte sofort ohnmächtig zu werden, als die Red Devils nicht bereit waren, dies kommentarlos hinzunehmen oder sie wollten die neue Gefangene einfach, gemein wie sie waren, nur schocken.

„Master Potter für dich, Dobby!“, krähte Fred böse und streckte dem Hauselfen die Zunge raus.

„So wie wir Forge und Gred für dich sind, Dobbylein!“, warf George nicht wirklich erwachsener ein.

„Bäähhh…“, streckte Dobby den Brüdern doch tatsächlich die Zunge raus, bevor er mit einem Plopp verschwand. Es war nur logisch, dass sich dieser Hauself früher oder später seinen neuen Mitbewohner anpassen würde. Armer Lucien und armer Draco.

„WAS…, was…, was…, Remus? Lupin? Er ist hier? Er lebt!“, war diese Information nun auch in Tonks‘ umnebeltes Hirn gedrungen und sie blickte kalkweiß und fassungslos durch die Gegend.

Ich sagte gar nichts sondern überschlug nur die Beine, eine liebende oder gar verliebte Frau sollte man nicht aufhalten, als sie nun mit schmerzverzerrter Grimasse begann, sich auf die Beine zu ziehen.

„Wo, wie, wo ist er… Remus?!“, rief sie inbrünstig. Okay, dieses Melodram zerrte gerade sehr an meinen missbrauchten Nerven und so bedeutete ich den überforderten Twins, dass diese sie irgendwie zu Remus schaffen sollten, solange ich nur Ruhe haben würde.

Als mir plötzlich, zu meiner Verwunderung, ein Drink relativ grob in die Hand gedrückt wurde.

„Was?“, wollte ich perplex wissen.

„Siehst so aus als könntest du den brauchen!“, meinte Fred augenzwinkernd, während George ungehalten brüllte:

„Dobby, mach hier Plopp, aber auf der Stelle!“, befahl er dann doch recht harsch und tatsächlich hörte der Elf sofort, der nun ohrenschlackernd, aber mit genervter Miene dastand.

„Was ist denn? Der werte Master ist wirklich miesepetrig… ist es wichtig?“, frage der Elf frech, wie nur Dobby es konnte.

„Halt doch mal den Mund und ja, bring Tonks hier zu Remus in den Raum!“

„Sicher?“, forschte der Elf mit riesigen Augen nach.

„JA!“

„Okay, okay, Dobby macht wie befohlen!“, tapste er zu einer unglaublich erleichtert wirkenden Tonks, die ein bisschen überfordert schien und deshalb blieben bestimmt ihre Fragen aus als es erneut ploppte und die beiden endlich verschwanden.

„Besser? Was machen wir nun?“, wollte George überfordert in der nun unendlich schönen Stille wissen, nachdem er auch auf der Couch zusammenbrach, doch dann zuckte er zusammen, weil Dobby wieder ploppend auftauchte.

„Schrecklich, schrecklich! Der Master ist fast in Ohnmacht gefallen und die Frau hat sich ihm an den Hals geworfen und umklammert ihn dann… schluchzend und heulend! Und dann ist sie wirklich in Ohnmacht gefallen. Erkonnte sie gerade noch auffangen!“

„Und du hast dich aus dem Staub gemacht…“, grölte Fred und schlug Dobby auf die schmächtigen Schultern.

„Nun ja, er hat mich etwas böse angesehen, ich glaube, dass sie nicht groß bekleidet war, hat ihm gar nicht gefallen und da dachte ich, dass ich besser verschwinde… aber soll ich zurück?“, bot Dobby gespielt unterwürfig an.

„Bloß nicht, ich denke, es ist besser wenn sie zu zweit sind! Schließlich hat die Schönste nie erlebt, wie schrecklich schmalzig die beiden sich angeschmachtet haben!“ „Wow, ja unerträglich! Dagegen war Ginny mit Harry fast erträglich!“, „Ja, episch sag ich nur! So heldenhaft zum Kotzen!“, spuckten die Twins verächtlich aus.

„Nein, nicht, Geliebte! Ich weise dich von mir! Hinfort und weg mit dir! Denn ich bin das Böse…, weiche…, hinweg, du weißt nicht, wie gefährlich ich bin!“, kam es inbrünstig von George. „Ich habe es nicht verdient, ich bin eine BESTIE!“, lamentierte er, mit auf das Herz gepresster Hand.

„Nein, nein Geliebter! So halte ein, du verstehst das nicht, meine Liebe ist tief, innig und beständig, sie trägt das Leid, das dein Schicksal ist und macht es zu unserem! Ich bin leidensfähig! Teste mich! So nimm mich endlich! Ich liebe dich, so wie du bist!“, führte Fred weiter theatralisch aus und reckte seinem Bruder eine Hand dramaturgisch entgegen. Ich stand kurz vor einem ausgewachsenen Lachanfall, weil es zu komisch war, wie die Twins vorführten auf welche Weise sich Tonks und Remus die letzten Monate gebärdet hatten und einander unsäglich angeschmachtet hatten. Die Twins schafften es herrlich, sie zu karikieren.

Das war so selbstlos, tragisch und melodramatisch, dass es fast nicht auszuhalten war.

„Ihr übertreibt!“, kicherte ich haltlos und musste aufpassen, nicht meinen Brandy zu verschütten.

„Ach was, wo denkst du hin? Sie haben es geschafft, das aufzuführen ohne diese offenen Worte, auch eine Kunst, aber stell es dir noch 10 mal Schlimmer vor, dann weißt du, was wir mitgemacht haben!“, jammerte George relativ ernst, mit rollenden Augen.

„Genau, zum Schluss ist er vor ihr nur noch abgehauen, wie auf der Flucht, damit er nicht schwach wird und standhaft bleibt. Das war soooo schlecht! Hey, sie ist erwachsen, sie wird schon wissen, was gut für sie ist! Wir oder einige waren kurz davor, sie einzusperren, damit sie sich aussprechen und endlich auf einen Punkt kommen, es war nicht auszuhalten!“, jammerte nun Fred.

„AHA und deshalb sperrt ihr sie nun zusammen?“, fragte ich lachend nach.

„Jupp, vielleicht beruhigt er sich, denn die letzten Nächte waren hart!“, erklärte George und prostete mir nun zu.

„Vollmond!“, resümierte ich und nippte ebenfalls und genoss das leichte Brennen in meinem Hals.

„Exakt!“, „Der Trank war gut und half, aber seine Laune ist grottig!“

„Moment, stimmt ja, was ist mit seinem Fuß? Dem Knie? Die Hoffnung lag doch auf der Wandlung, oder?“, forschte ich mich erinnernd nach, nachdem mir einfiel, dass Remus noch immer nicht ganz geheilt von der erlittenen Folter gewesen war.

„Yes und es lief gut! Aber sehr schmerzhaft, die Wandlung schien durch die Verletzungen zusätzlich erschwert. Er hat so laut geschrien, dass ich behaupten kann, man hörte ihn selbst durch die Zauber!“, kam es recht spärlich von George, der diese schwierige Woche alleine mit Remus, Lucien und Dobby hatte zurechtkommen müssen, da Fred bei uns in Hogwarts gewesen war.

„Aber, jetzt hinkt er weniger, ist immer noch da und er hat Schmerzen aber es ist besser! Nur seine Laune ist seitdem unterste Schublade!“, verdeutlichte er seine Aussage mit einer klatschenden Handbewegung als würde er einen Deckel zuschlagen.

„Dann bleibt Tonks also hier!“, resümierte plötzlich Fred und damit war ihr Schicksal besiegelt.

„Aber wie geht es dir?“, fragte nun George auf einmal eindringlich nach. Er prostete mir erneut zu und ich trank diesmal mehr, nahm einen ordentlichen Schluck, der süßlich scharfen, bronzefarbenen Flüssigkeit und genoss es abermals, wie es in meiner Kehle brannte.

„Du weißt schon, dass du furchterregend wirken kannst im Kreis von den irren, bösen Kerlen?“, kam es ungemein ernsthaft von George.

„Letztens hatten wir das Vergnügen, die Lestrange-Schlampe auch im Kreise ihrer Leute beobachten zu können und lass dir gesagt sein, sie wirkte nicht halb so gefährlich wie du!“, flüsterte Fred ehrfürchtig, wie mir schien.

„Wie meint ihr? Bellatrix ist in der Alley herumgeirrt?“, wollte ich irritiert wissen.

„Sie haben ein wenig die Knockturn Alley aufgemischt, wie es häufiger in letzter Zeit vorkommt. Wir sind es fast schon gewohnt! Aber George will was anderes sagen! Die Irre war ein Teil der Gruppe, ob irre und verrückt oder nicht! Bei dir war es das zwar auch, dass du dazugehörst, was erschreckend ist, doch ist es bei dir anders, mehr so als fürchten oder achten dich die meisten von dem verdorbenen Haufen und haben echt Angst vor dir!“, erklärte Fred nun ausführlicher und schien regelrecht aufgeregt und aufgekratzt zu sein.

„Voll spannend, das zu beobachten! Snape schien das auch mächtig zu fesseln!“, warf George ein und ich fand diese Erzählung allemal interessant, vor allem weil Severus mich beobachtete hatte.

„Nun, ich versuche sie zu führen…“, tat ich lapidar, mit gezuckten Schultern ab.

„Nein, nein, das ist es nicht! Eher diese Autorität und Souveränität, die du ausstrahlst. Du bleibst in ihrer Mitte vollkommen ruhig!“, „Bei dem Pack kann man sich nur erarbeiten!“, „Joooo und das scheinst du geschafft zu haben!“ „Die Frage ist nur, WIE?!“, „Aber die Antwort gefällt bestimmt niemandem!“, „Pass nur auf, dass es dir mal nicht zu gut gefällt!“, „Jupp, die passt da bald besser hin als zu jeder DA oder BL!“, waren beide eindringlich und sprachen mit sich als wäre ich nicht da.

„Oh, na gut, danke für die Warnung!“, denn als das verstand ich ihre Aussagen.

So wurde dieser Abend noch recht gemütlich, wobei wir versuchten, das Thema außen vor zu lassen.

Dobby bestätigte uns, dass sich Remus aufopferungsvoll um die nun von der Heilung geschwächte Tonks kümmerte und sie sich nun gesund schlief, bevor ich spätnachts aufbrach um mich in mein Bett im Gryffindorturm zu verziehen. Dabei versuchte ich, nicht zu sehr darüber nachzudenken, was es nun bedeutete, dass wir Tonks auch noch im Cottage hatten, denn ich wusste, auf ewig würde das nichts werden, aber gerade wollte ich nur noch schlafen und das tat ich dann auch tief und fest.

Jetzt kam es wieder, der alte Klassiker!

Wenn ich gewusst hätte, was der nächsten Morgen für mich bereithielt, hätte ich mir die Decke über den Kopf gezogen und hätte weiter geschlafen, da mir aber die hellseherischen Fähigkeiten so was von abgingen tat ich all das nicht, sondern stand treudoof auf und lief meine Runden und trank gemütlich in der Früh meine Tasse heißen, belebenden Kaffee. Ich nahm relativ gelassen meinen Propheten entgegen und wollte lustlos darin rum blättern, vor allem da ich ahnte um was es sich in der Titelstory drehen würde. Ich wollte gerade die Titelseite studieren, als ich durch einen markerschütternden Schrei, der es schaffte selbst mich innehalten zu lassen, unterbrochen wurde. Ich landete mit meinen Gedanken im Hier und Jetzt, denn dieser Schrei hatte auch dafür gesorgt, dass die komplette Halle in gespannter Erwartung verstummte, wodurch ich noch intensiver auf die Zeitung blickte.

Nochmal warf ich schielend rasch einen Blick auf die Titelstory und natürlich erkannte ich, dass es mich nicht überraschen sollte, dass ein Bild von gestern, das den zerstörten Tatort zeigte, auf der ersten Seite prangte!

Aber das, was das Bild zeigte, ließ mich erschaudern und ich schluckte die Säure, die in mir aufstieg entschlossen hinunter.

Hermiones Sicht ende

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Kapitel 346-347 Queeniesig-1
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Kapitel 346-347 Empty
BeitragThema: Re: Kapitel 346-347   Kapitel 346-347 EmptyMo Feb 04, 2013 8:02 am

Bitte folgenden Link beachten, erklärt einige wichtige Charakterentwicklungen und versucht, ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen.

https://whfff.forumieren.net/t529-entwicklung-der-charaktere#5248



347. Kapitel Nevilles Stunde

Severus Sicht
Es war unsäglich, zu beobachten, dass die Eulen mit den schwarzgeränderten Briefen bei Sprout zusammen mit den anderen gewöhnlichen Posteulen ankamen, sprich, die Seiten des Tagespropheten raschelten schon eifrig, um die Neuigkeiten von gestern zu verbreiten. Schlimm, zu erleben wie gemächlich das Ministerium arbeitete, sodass alle mehr oder weniger zeitgleich die Nachricht erhalten würden. Genau das war der Sinn des Ganzen, dass man als Hauslehrer Vorsprung hatte um die Betreffenden geruhsam auf schlimme Nachrichten vorzubereiten, dabei ging hier ganz eindeutig mein Sarkasmus mit mir durch, aber ich empfand diese Informationspolitik schon als sehr inkompetent und auch pietätlos.

Ich war kurz irritiert. Zwar wusste ich, dass der kleine Montgomery Junge wahrscheinlich tot war und dass zwei Schwestern von ihm derzeit Hogwarts in den jüngeren Jahrgängen besuchten, aber warum sollten die Schwestern in zwei extra Briefen über das Unglück informiert werden?

Unter dem intensiven Blick meiner tiefschwarzen Augen, die durch die Gegend schweiften, ereignete sich dann in kurzer Zeit sehr viel. Als ich selbst rasch einen Blick in meine Zeitung warf, wurde ich mit den durchdringend funkelnden Augenschlitzen eines dunkelbraunen Augenpaares hinter einer DeathEatermaske konfrontiert.

Die zierliche, eindeutig weibliche Person, die gerade magisch auf dem Foto immer wieder dasselbe tat, und zwar, nachdem sie hart in die breite Brust des blutgetränkten Werwolfs Fenrir Greyback geboxt hatte, sich abzuwenden und mit klirrend kaltem Blick genau in die Kamera zu sehen und das immer wieder.

Die furchtlose Attacke und dann der dramatische Abgang in einem sich ständig wiederholenden Augenblick, auf ewig gebannt.

Es waren die Augen des Biestes, die mir wutentbrannt, lodernd entgegensahen. Rasch hob ich den taxierenden Blick und durfte erkennen, dass ihre Maske vorbildlich saß. Niemand könnte sagen ob sie Angst oder Furcht vor Entdeckung und Enttarnung hatte, denn sie ließ sich absolut nichts anmerken und spielte ihr Schauspiel gewohnt gekonnt.

So schob sie sich sogar gerade lässig einen Käsewürfel in den Mund und studierte so wie alle interessiert die Zeitung. Abgebrüht, war der einzige Gedanke, der mir bei diesem beherrschten Auftreten einfiel.

Der Tagesprophet titelte erneut gewohnt sehr reißerisch:

Drama in der Diagon Alley!

Zerstörerischer Angriff auf das altehrwürdige Eeylops Eulenkaufhaus.

Gestern Nacht wurde erneut eine geschätzte Familie der magischen Gesellschaft von der uns umgebenden Gefahr attackiert und nach einem Angriff der Werwölfe auf ewig zerstört! Dabei wurde der kleine 5-jährige Sohn der Familie Montgomery rücksichtsloses Opfer des tollwütigen und verbrecherischen Werwolfs Fenrir Greyback. Der arme Junge erlag nach einem langen Kampf seinen schweren Bisswunden im St. Mungos Hospital. Der Hunger des blutrünstigen Werwolfs auf Kinderfleisch schien einfach zu groß gewesen zu sein. Das junge Opfer wurde, wie vermutet wird, nicht zufällig ausgesucht sondern hat vermutlich mit der Weigerung von Mrs. Montgomery zu tun, eines Gamotmitgliedes, nicht mit den DeathEatern zusammenarbeiten zu wollen.

Aber dies ist nicht die einzige tragische, zu vermeldende Todesnachricht nach diesem Angriff auch Mrs. …
Hier endete abrupt meine Lektüre, weil ein lauter, markerschütternder Schrei die Geräusche in der Halle zerriss und das Biest anscheinend gerade genau an derselben Stelle ankam, wie auch die Tochter, die gerade lesen musste, dass sie ihre Mutter für immer verloren hatte.

Auch die zwei Montgomery Schwestern waren offenbar schon von ihren Hausbewohnern darüber informiert worden, dass ihr kleiner Bruder tot und ihr Geschäft zerstört war, so wie sie gerade bleich und tränenüberströmt dasaßen und vollkommen überfordert schienen, mit der für sie tragischen Information des mehrfachen Verlustes.

Professor Sprout hatte gerade die zwei Briefe des Ministeriums durchgelesen, etwas was sie nicht hätte tun müssen, wenn sie Augen im Kopf hätte, aber so war das immer! Das unterschied mich auch von meinen werten Kollegen, denn ich war unheimlich schnell getaktet, die anderen eher weniger, aber schließlich konnte nicht jeder wie ich sein, zeigte ich mal wieder meine gehässige Fratze.

Aber ich gönnte es ihr von Herzen, denn nun musste sie insgesamt drei Mädchen trösten, da die beiden Montgomery Schwestern schon laut wehklagend und jämmerlich um ihren Bruder trauerten. Wenn dies jemals meine Slytherins derart öffentlich gestalten würden, bestünde die Gefahr, dass ich brechen müsste.

Nur nun geschah etwas, was sonst nicht passierte, wenn die Todesbotschaften eintrafen. Diejenige, die ihren erschreckten Schrei nicht hatte unterdrücken können, sprang gerade eben zornentbrannt auf und bebte sichtlich am ganzen Körper. Mit verhärmter Grimasse und biestigem Blick steuerte sie zielstrebig auf den Gryffindortisch zu. Sie hielt direkt, von Wut getrieben, auf das Trio zu, weswegen ich um eine unschöne Szene besorgt hochschoss und einfach nur froh war, dass der Alte nicht da war, dabei wollte ich der Katastrophe entgegeneilen, denn anscheinend hatten so einige der BL-Führer das Biest trotz Maske erkannt.

Das könnte haarig werden, auch wenn alle an Zauber und Banne gebunden waren. Ein Aufstand der Rechtschaffenden, die auch nur im groben das Biest mit der Person auf dem Bild in Verbindung brachten, wäre mehr als kontraproduktiv.

Doch dann überraschte mich eine Person besonders, als ich soeben bei den Treppenstufen angekommen war, die den Lehrertisch von der unteren Ebene trennten.

„Komm…, ganz ruhig! Beruhige dich! Ich bin da!“, fing ein erstaunlich und ungewohnt flexibler sowie sich rasch bewegender Junge das aufgelöste und verstörte Mädchen ab, packte sie fest an der Schulter und zog sie hart an sich. Sie wehrte sich vehement, aber derart hart an die Männerbrust gepresst machte er sie mehr oder weniger absichtlich Mundtot, bevor sie mit ihren Anschuldigungen hätte beginnen können.

Gerade IHM hätte ich ein derart weitsichtiges als auch rasches Handeln niemals zugetraut.

Als nächstes sprangen auch schon Potter und Weasley wie von Wespen gestochen auf und halfen mehr oder weniger brutal mit, das sich sträubende Mädchen mit Gewalt aus der Halle zu ziehen. Es sah aus wie ein makabrer Tanz, wobei aber niemand eingriff, denn es ereignete sich innerhalb weniger Sekunden und ließ sowohl Schüler als auch die Lehrerschaft perplex zurück.

Die überwältigte, junge Frau beruhigte sich erst nachdem sie sah, dass sich das Biest auch, wenn auch langsamer als die anderen, erhob um ihnen aus der Halle zu folgen.

„Wartet…, wartet, ich habe Neuigkeiten! So wartet doch…“, rief die beleibte Sprout hektisch, während die zwei heulenden Mädchen tröstend an ihrem großen Busen lagen und sie verzweifelt dabei war sie zu beruhigen, aber auch total überfordert zu der flott entschwindenden Gruppe sah, die sie nicht wirklich beachtete.

Was für ein Drama und ich, der stille Beobachter all dessen, ich fühlte mich wie in einer Schmierenkomödie, war aber genug Zyniker um gewillt zu sein, mir dies mit abwartendem Amüsement anzusehen.

Severus Sicht ende

Hermiones Sicht

Rasch ließen wir die volle, neugierige und zu interessierte Große Halle hinter uns. Ich hatte schon vor den Ereignissen erleichtert registriert, dass McGonagall sowie Dumbledore nicht anwesend waren, wodurch der Auftritt nicht ganz so dramatisch geworden war wie befürchtet.

Nur dem schnellen und unerwartet weitsichtigen Eingreifen der Jungs war es zu verdanken, dass unser Abgang derart ungewöhnlich, aber auch glimpflich abgelaufen war.

Ich hatte nicht gewusst, dass so ein bescheuerter Reporter vor Ort gewesen war und dann auch noch eine Aufnahme von mir existierte. Gut, meine Maske verdeckte alles und glänzte wie alle anderen DeathEatermasken für Außenstehende, nicht markierte, silbrig gleich, aber mich einmal selbst in Bewegung und Aktion auf einem Bild zu sehen, wenn ich sie war, dieser DeathEater, das war ungemein erschreckend, abgrundtief verstörend und fast nicht für mich zu fassen, denn ich wirkte tatsächlich wie ein anderer Mensch. Ich überlegte, wenn ich mir schon so fremd vor kam, wie sahen mich dann die anderen, wenn sie mich so sahen?

Schließlich hatten diese unheimlich anmutenden Gestalten uns damals bei der Quidditchweltmeisterschaft und dann im Ministerium sehr wohl einen Schrecken eingejagt, nun aber selbst so auszusehen, zu wissen, dass ich unter dieser Verkleidung steckte, das war selbst für mich eine gewöhnungsbedürftige Offenbarung und eine Erkenntnis, die mir weniger behagte.

Ich fühlte mich unwohl, als ich den anderen eilig hinterher lief, dabei durfte ich erleben, wie anscheinend jemand sie mit einem Silencio belegt hatte, vielleicht sogar schon in der Halle, da es zu ruhig abgelaufen war. Aber sie gab nicht auf und versuchte, sich aus dem Griff der Jungs weiterhin vehement zu entwinden, auch während sie jetzt gerade relativ unsanft in ein leeres Klassenzimmer gestoßen wurde, nur um dann zu uns, wobei ich gerade die Tür schloss, außer sich vor Wut, Trauer und Zorn herumzuwirbeln. Sie wirkte nicht eingeschüchtert oder furchtsam, eher wie eine Furie kurz vorm Austicken, ein beeindruckender Anblick.

Schnell errichtete ich die Privatsphärezauber, bevor Ron ihren Silencio aufhob. Sie dachte offenbar gar nicht daran, dass sie eine Hexe war, als sie versuchte, ihre hektische Atmung zu kontrollieren. Während ich mich im Fokus ihres hasserfüllten Blickes wiederfand, kam eine fast beängstigende Ruhe über mich, da ich auf ihren Vorwurf und ihre Anklage vorbereitet war.

„Warst DU das…, warst DU das?“, lamentierte sie wie in einem Mantra bebend vor sich hin und funkelte mich mit irren Augen intensiv an, dabei verkrampften sich ihre Fäuste aggressiv als wollte sie mir so oder so an die Gurgel gehen. Ich verstand ihren labilen Gemütszustand sehr gut, denn auch für mich war es ein Schock gewesen, zu lesen, dass diese Frau in den Trümmern des Geschäfts gestorben war.

„Warst du das? Hast du meine Mama umgebracht?“, wimmerte sie mal leiser, mal lauter.

Ich weigerte mich schlicht, mit einer aufgelösten Irren zu reden, die meinen Argumenten bestimmt nicht zugänglich wäre und so schwieg ich erst mal weitsichtig, da sie geradezu hyperventilieren schien, bis sich Neville ein Herz fasste und entschlossen vortrat, Hannahs Gesicht in seinen beiden Händen barg und versuchte, sie mit seiner Nähe zu beruhigen, indem er ihr tief in die Augen sah.

„Hannah! Du musst dich beruhigen! Sie sind hier, um dir Rede und Antwort zu stehen! Schau! Aber nicht so!“, meinte Neville drängend und schaffte es tatsächlich, Blickkontakt mit ihr herzustellen.

„Meine Mama…, meine Mama… war doch alles was ich noch hatte…, nach Papa…“, schluchzte das arme, in diesem Jahr arg gebeutelte Mädchen plötzlich und auf einmal war es als würde sie die Kraft verlassen, die sie bisher aufrecht gehalten hatte, denn ihre Beine sackten abrupt unter ihr weg, bei der bitteren Erkenntnis, die jetzt unbarmherzig in sie eindrang, dass sie ab nun ohne Vater und Mutter war.

Dass sie für immer allein war! Dass sie ihre Eltern verloren hatte und das auch noch kurz hintereinander. Es war ein bedrückendes Bild, das sie bot, das es schaffte mir durchaus ein schlechtes Gewissen zu machen, auch wenn ich sofort versuchte, dieses unerwünschte Gefühl zu unterdrücken.

Es war rührend, wie Neville rasch, einem Instinkt folgend, nach ihr Griff und sie vor einem Sturz bewahrte. Er hielt sie fest in seinen Armen und sank nun mit ihr langsam zu Boden, während sie ihre Hände vor ihr Gesicht schlug um laut schluchzend verzweifelt zu weinen.

Während Ron berührt zu mir schielte, stand ihm das Mitleid für Hannah ins Gesicht geschrieben, selbst in Harrys smaragdgrünen Augen, hinter den runden Gläsern seiner Brille, konnte ich die ungewohnten Tränen ausmachen und ja, so fühlte ich mich ebenfalls nicht kaltgelassen von dieser erneuten Katastrophe, vor allem da ich vor Ort gewesen war, aber keine Ahnung gehabt hatte, wie schrecklich die Auswirkungen dieses gestrigen Angriffs noch werden würden.

Aber was fühlte ich, während ich zusah, wie sie zusammenbrach? Ja, was? Ich stand da und empfand über Hannahs Verlust und ihrer Verzweiflung tatsächlich so etwas wie Mitgefühl. Vor allem, da ihr nun das passiert war, was auch Harry, Neville und mir im Laufe der Zeit passiert war.

Sie war nun genauso allein und verlassen auf der Welt wie wir drei. Wir hatten alle unsere leiblichen Eltern auf die ein oder andere Weise verloren. Es war tragisch, dramatisch und schrecklich, egal wie es geschehen war, denn sie waren unerreichbar weit weg und das für immer. Nun wiegte sie sich selbst auf dem Boden kniend hin und her. Neville hockte fürsorglich neben ihr, während er sie sorgsam hielt und sie sich die Seele aus dem Leib weinte, wobei sie nicht wirklich laut war, eher zu leise und damit war ihr Leid umso inbrünstiger zu fassen. Die Atmosphäre und die Vorwürfe, die im Raum standen, lagen unheilschwanger auf uns.

„Schschsch…, beruhige dich! Schschsch…“, beruhigte Neville geduldig, bevor Ron ihr ein Taschentuch reichte, damit sie sich schnäuzen konnte, dann hoffte ich, mir endlich Gehör verschaffen zu können.

„Hannah…, Hannah!“, bat ich ungewohnt geduldig und näherte mich mit erhobenen Händen vorsichtig der am Boden kauernden, worauf sie mir ihr gerötetes und verweintes Gesicht entgegen hob und unterdrückt schluchzte, aber da sie ruhig blieb, sprach ich betont neutral weiter.

„Hannah… Ja, das auf dem Foto bin ich!“, bekannte ich offen und erlebte die unterschiedlichen Reaktionen auf das Offensichtliche, indem sie doch noch alle kurz nach Luft schnappten. Es war für sie wirklich ungewohnt, mich in dieser Aufmachung wahrzunehmen.

„Das will ich gar nicht verheimlichen! Das bin wirklich ich! Und ja, das war ein Angriff von den Werwölfen und NEIN, hörst DU, nein, ich habe deine Mutter nicht umgebracht! Das war jemand anderes, vielleicht auch die Auroren? Ich weiß es nicht, denn es herrschte schreckliches Chaos vor Ort! Ich hätte dich informiert, wenn ich es gewusst hätte, dass sie ein Opfer gewesen ist… aber ich wusste es nicht…“, verteidigte und rechtfertigte ich mich ungewohnt für mich, aber gerade war es wohl leider nötig, während sie immer wieder stockend schniefte, aber sie versuchte zuzuhören, wenngleich ich in ihren tränenumflorten Augen das Misstrauen und die Zweifel über meine Behauptung lesen konnte.

„Hannah, bitte glaube mir, wenn ich dir nun sage, dass ich von deiner Mutter bis zu dem Artikel heute Morgen nichts wusste! Ich wusste von dem Kind! Ja, das tat ich wirklich, aber nicht, dass noch ein Mensch involviert war! Das war mir unbekannt! Hätte ich gewusst, dass sie bei dem Angriff gestorben ist, hätte ich es dir heute Morgen beim Lauf gesagt! So viel Ehrgefühl besitze ich, nachdem dir meine Identität bekannt ist! Ich wusste es nicht! Da lag sonst niemand…“, versuchte ich ihr eindringlich klarzumachen, während sie mir hart und fest in die Augen sah, obgleich die Tränen ungehindert über ihre blassen Wangen rannen.

„Wie… kann… ich… glauben?“, stotterte sie hicksend.

„Ich würde dies sogar auf meine Magie schwören, da es die Wahrheit ist! Desweiteren können dir die Twins sowie Sev… Snape bestätigten, dass als wir kamen von deiner Mutter weit und breit nichts zu sehen war!“, offenbarte ich die Umstände, während mir die Jungs überrumpelte Blicke schenkten, da von ihnen niemand gewusst hatte, dass ich erstens unterwegs war und ich die anderen gesehen hatte. Dem Thema Tonks hatte ich mich erst später widmen wollen, wobei mir erst jetzt auffiel, dass das Ministerium das Verschwinden einer Aurorin verschwiegen hatte!

Bestimmt wollten sie die Bevölkerung nicht noch mehr verunsichern.

„Sie… waren… auch…!“, haspelte sie weiter und zeigte sich vollkommen überrollt von meinen Offenbarungen.

„Nur als Zuschauer! So wie ich auch…, eigentlich! Wir haben nichts mit den Opfern zu tun!“, unterstrich ich dies mit einer weitausholenden Geste.

„WARUM SIE? Warum ich?“, schrie sie nun wütend und schlug wild um sich, sodass sie fast Neville eine Ohrfeige verpasst hätte, wenn er nicht schnell ausgewichen wäre, als ich mich hier vorsichtig näherte.

„Keine Ahnung! So was passiert! Sie war vielleicht zur falschen Zeit am falschen Ort?“, bot ich an.

„DAS SAGST DU SO LEICHT!“, kreischte sie nun ohrenbetäubend.

„Schschsch… Hannah..., ruhig!“, flehte Neville erneut und legte ihr beruhigend die Hand auf den Rücken, während sie knurrte und mich wieder wild fokussierte.

„War es… dieser…, dieser Wolf?“

„Ich hab den Artikel nicht geles…!“, versuchte ich auszuweichen, da ich es wirklich nicht wusste, denn als ich angekommen war, hatte Fenrir über dem Jungen gehangen, das Geschäft war zerstört gewesen und die Eulen hatten es nicht wirklich übersichtlicher gemacht. Dazu kamen noch die blitzenden Flüche der Auroren. Ich wusste nur wenig, resümierte ich, als uns ein abruptes Räuspern unterbrach:

„Chrm… Es war ein Sprengfluch, der sie in das Innere des Eulenkaufhauses geschleudert und der auch den Laden zerstört hat!“, warf nun Ron knapp ein, worauf wir ihm alle einen erstaunten Blick schenkten. „Ich konnte den Artikel zu Ende lesen!“, meinte er lapidar, sich unter unserer Musterung unwohl windend.

„Sprengfluch…? Mhm…, Fenrir zaubert nicht! Auch die anderen Wölfe eigentlich nicht, zumindest nicht im Kampf, dafür sind sie viel zu instinktgetrieben!“, überlegte ich laut. War es somit vielleicht einer meiner Männer gewesen?

„Vielleicht einer der Auroren, als sie Fenrir von dem Kind wegholen wollten? Ich weiß es nicht!“, meinte ich weiter, bis wieder ein Schrei ertönte, der mich verstummen ließ.

„Auwaaaa, allein…“, jaulte Hannah geschlagen auf und vergrub sich schutzsuchend an Nevilles Brust.

Plötzlich pochte es laut an die verschlossene Tür und nach einem raschen Rundumblick öffnete Harry entschlossen, schnell die Tür. Wir hatten an sich schon viel mehr Zeit gehabt als wir hatten hoffen dürfen ungestört zu bleiben, nach unserem Abgang und so offenbarten sich nun zwei Professoren, nämlich Sprout und McGonagall, die sich gewichtig in den Raum hineindrängten.

„Was geht hier vor?“, schnarrte McGonagall fordernd und sehr lauernd, während Sprout besorgt zu der am Boden kauernden eilte und sie hochziehen wollte, doch Hannah wich zurück und krallte sich noch fester an Neville.

„Sie hat einen Nervenzusammenbruch!“, bescheinigte ich seelenruhig.

„Warum, warum haben Sie sie aus der Halle gebracht?“, fauchte nun Sprout ungewohnt harsch, dabei sah sie uns alle tadelnd an und ihr großer Busen wogte empört. „Ihr geht es verständlicherweise nicht gut!“

„Wir wollten nicht, dass Hannah sich diese Blöße gibt, denn nachträglich hätte sie es gehasst!“, meinte schon wieder ich rasch, aber auch ein wenig brüsk und die Jungs nickten alle zustimmend, denn es stimmte, seitdem Hannah ihren Vater verloren hatte und eine BL-Leiterin war, schaute das gesamte Haus Hufflepuff vertrauensvoll zu ihr auf und sie erwarteten Stärke und Kraft von ihr, aber nun gut, natürlich hätten sie Verständnis gehabt, dass sie diese Nachricht mitnahm. Aber die tatsächlichen Gründe, dass wir sie aus der Halle schafften waren schließlich anders geartet, denn dass sie, Hannah, hätte versuchen können mich einfach so umzubringen, schien erschreckend wahrscheinlich zu sein.

„Das Mädchen hat gerade ihre Mutter verloren, nachdem sie erst so kurz vorher den Vater verloren hat, da ist es nicht verwerflich, sich dem Kummer über den Verlust hinzugeben!“, wurde ich scharf zurechtgewiesen, daraufhin rollten sowohl ich als auch Harry und Ron die Augen.

„Nein, Madame! Hannah hätte das nicht gewollt vor den anderen! Sie will immer stark sein! Wir haben sie getröstet! Wir haben nichts falsch gemacht!“, kam es entschieden von Neville, der sich nun berufen fühlte für uns alle zu antworten, während sich Hannah an ihn krallte und ihr Gesicht in seinem Hemd barg. Dabei schien gerade unsere Hauslehrerin sowohl über seinen Ton als auch sein nicht schüchternes Auftreten konsterniert u nd runzelte die Stirn.

„Sie übertreiben, Mr. Longbottom!“, schnarrte McGonagall abwiegelnd, aber ihr besorgter Blick hinter ihrer Brille ließ sich nicht verbergen. Es traf sie sehr, heute wieder 2 Todesnachrichten an Schüler überbracht zu wissen. Auch für die Lehrer waren dies keine leichten Umstände und auch keine leichte Aufgabe.

„Nein, Professor! Darf ich Hannah in die Krankenstation bringen?“, zeigte Neville eine ungewohnte Dickköpfigkeit, die sogar McGonagall zu überraschen schien, denn sie zuckte etwas zurück über seine ungewohnt bestimmende Art.

„Ähm… nun, jaja natürlich, oder soll ich dich bringen, Kind?“, wollte die andere, dickliche Professorin, der die Situation sehr nahe ging und die selbst mit den Tränen kämpfte, aufgelöst wissen.

„Neiiiin!“, jaulte das verweinte Mädchen auf und ließ sich von einem kräftigen Neville entschlossen auf die Füße ziehen.

Wir blickten den beiden Personen, die gemeinsam aneinandergeklammert den Weg zurücklegten, nachdenklich hinterher und ich stöhnte leidlich auf und fuhr mir durch mein Haar.

„Verdammt!“, murmelte ich, denn wofür hatte ich Mrs. Abbott damals gerettet, wenn sie nun doch auch tot war? Das Schicksal war manchmal schon eine wankelmütige Schlampe!

„Ich gehe, Minerva, denn mich brauchen die Montgomery Mädchen!“, kam auf einmal Leben in Sprout und sie wuselte rasch aus dem Raum.

„Ja, tu dies, Pomona und schließe bitte die Tür!“, entgegnete McGonagall sehr ruhig, bevor dies nicht geschehen war, sagte sie nichts, sondern scannte misstrauisch unsere Gestalten und wenn ich nicht wüsste, dass sie keine Legilimentikerin war, hätte ich gedacht, sie wäre eine, aber dann nahm sie uns ins Gebet!

„Sehen Sie? Das ist es, warum ich nicht mehr will, dass sie Hogwarts verlassen, Miss Granger! Menschen sterben…, zuhauf! Jetzt wird das nächste Ordensmitglied vermisst!“, brach es ungewohnt gefühlsbetont aus ihr heraus und sie zeigte sich ehrlich besorgt und eindringlich, denn das Verschwinden von Tonks schien sie erneut sehr mitzunehmen.

„Natürlich, Professor! Das habe ich schon bei unserem letzten Gespräch verstanden! Und wer wird vermisst? Leider habe ich es nicht geschafft, alles zu lesen!“, heuchelte ich recht spärlich, da ich gar nicht diskutieren wollte.

Ich musste raus, das war Fakt, aber wenn sie die Augen vor der Realität verschließen wollte, dann bitte, das einzig Gute war, anscheinend hatte sie mich nicht auf dem Bild erkannt. Bestimmt war dies die allerletzte Option, die sie wahrhaben wollte, sei ihr das Nichtwissen gegönnt.

„Tonks, Nymphadora Tonks wird vermisst. Sie wurde in Ausübung ihres Dienstes überwältigt und das steht nicht in der Zeitung. Das Ministerium will dazu nichts sagen, aber wir wissen es von Kingsley! Und trotzdem wollen Sie sich mit Moody treffen!“, beschuldigte mich McGonagall unwirsch und fasste sich mit ihren Händen an das Samtrevers ihrer Robe.

„Wie kommen Sie darauf, Professor?!“, fragte ich perplex.

„Tun Sie nicht so, junges Fräulein! Ich weiß, dass Sie mich belügen, dass Sie sich die kommende Zeit mit Alastor…, Mr. Moody treffen wollen!“, herrschte sie mich ungeduldig an und kniff ihre Lippen zu einem dünnen Strich zusammen.

Ich überlegte und war mir sicher, dass als Severus ihr hatte folgen müssen ein Ordenstreffen stattgefunden hatte, gleichzeitig bemerkte ich sehr wohl, dass sie gesagt hatte „treffen wollen“ nicht „getroffen haben“! Wie es schien hatte der verschlagene Fuchs, welcher der pensionierte Auror war, seinen Schwur umgangen und nicht von unserem Treffen erzählt, aber bekundet, dass wir uns noch treffen würden, schlauer Mann aber das war ich auch.

„Tatsächlich? Nun, noch weiß ich davon nichts! Da wissen Sie augenscheinlich mehr als ich, Professor! Sollte er mich kontaktieren und in Versuchung führen mich mit ihm außerhalb der Schule zu treffen, werde ich Sie informieren! Dann könnten wir zusammen gehen!“, meine Unverfrorenheit raubte ihr anscheinend kurzzeitig die Sprache.

„Miss Granger, treiben Sie es nicht zu weit! Ich warne Sie!“, drohte sie mir unverhohlen und sichtlich echauffiert über mein Angebot.

„Fragen Sie ihn, Madame!“, bot ich unschuldig blickend an, während sie mich zweifelnd maß, nur um dann tadelnd zu den Jungs zu blicken.

„Und was Sie angeht, meine Herren…“, wollte sie predigend beginnen, als beide auch schon mit wüsten Gesten und wildem Gebaren loslegten:

„Wir gehen eh nicht raus, Madame!“, „Nie!“, Würden wir nie wagen!“, „Wird nicht passieren!“, „Das ist verboten!“, „Und außerdem würde es Hermione NIE zulassen, dass wir so was machen!“, riefen Harry und Ron durcheinander, wobei seit dem Fiasko mit Lavender stimmte die Aussage sogar, diese beiden würden Hogwarts ohne mich oder meine Erlaubnis nicht mehr verlassen. Sie waren in jeder Beziehung geläutert und wenn nicht, würde ich sie eigenhändig erwürgen.

„Warum sind sie 4 eigentlich mit Miss Abbott gegangen?“, schwenkte die Lehrerin abrupt vom Thema weg und blickte mich sehr, sehr eindringlich an, worauf ich wie meist sehr besonnen reagierte und unter ihrem sengenden Blick das Haupt schieflegte.

„Warum? Weil Neville, Harry und ich, alle ohne leibliche Eltern aufgewachsen sind, oder sie verloren haben, wir befinden uns in einer ähnlichen Situation und sind allein! Ohne Eltern, auf uns allein gestellt und Ron, der gehört zu uns! Er hat Glück!“, erwiderte ich ernsthaft und diese Gedankengänge schien sie noch nicht gehabt zu haben, da sie plötzlich ganz blass um die Nase wurde, während die Jungs brav wie Wackeldackel nickten und mir stumm zustimmten.

„Oh, aha, stimmt, verzeihen Sie! Ich vergesse das mit Ihren Eltern und dem Unfall immer, Miss Granger! Sie wirkten nie derart betroffen wie Miss Abbott!“, verteidigte sie sich peinlich berührt, wobei sie auf Neville und Harry nicht einging, musste sie auch nicht, schließlich lebten die seit dem ersten Lebensjahr ohne Eltern.

„Nur weil ich schlecht bin, im Zeigen von Gefühlen, heißt es nicht, dass ich keine habe!“, schoss ich gemein hinterher und nützte ihre Emotionalität aus, während ich ihre Aussage mit einer wegwischenden Geste abtat.

„Natürlich nicht…, das würde ich nie unterstellen…, ich…“, schallte die Glocke und verkündete den Beginn des Unterrichtes.

„Gehen Sie,… Ihr Unterricht beginnt!“, entließ sie uns rasch und sichtbar froh, dass sie dem weniger schönen Thema entkommen konnte und wir ließen uns dies nicht zweimal sagen.

Während wir nun die Gänge entlangrasten, kamen die kurzen und knappen Fragen, schließlich waren wir uns der spionierenden Gemälde bewusst:

„Heute Abend im Raum?“, „Was ist passiert?“, „Oh, und das mit Tonks hättest du uns sagen können!“, „Ist sie? ... Naja. Lebt sie?“, „Nicht jetzt, aber ja und jetzt kommt…“, warf ich nur gehetzt ein, als sie immer wieder vor sich hin murmelten:

„Das Foto ist heftig!“, und ich nickte nur, denn mir war gegenwärtig, dass sie vor Neugierde vergingen.


„Wow, wow…, ich bin sprachlos!“, „Und ich bin geflasht! Das ist so krass…“, „Ein spannender Abend für dich!“, ging es hoch her, als die komplette Connection im Raum der Wünsche versammelt war, selbst Daphne hatte mit den 4 Slytherins kommen dürfen, wenngleich sie sich sehr zurückhielt.

„Das Bild von dir ist dramatisch!“, „Beeindruckend“, „Kein Wunder, dass Greyback wie ein bedröppelter Klotz dasteht, du wirkst stinksauer!“, „Beängstigend!“

„Ich liebe es, mein Mudblood!“, schmunzelte mich Draco an und lehnte sich rasch zu mir, um mir sanft einen Kuss auf die Stirn zu hauchen.

„Naja, ich wäre eigentlich glücklicher, wenn es kein Bild gäbe! Ich denke, spätestens jetzt hätte mich Padma identifiziert! Hoffentlich fällt Shacklebolt nichts auf!“, meinte ich überlegt, denn ich erinnerte mich sehr wohl an meinen Kampf mit dem dunkelhäutigen Auror in Kingswear und dass er mich intensiv angesehen hatte und dies auch so hielt, wann immer ich ihm begegnete.

„Trotz allem bist du der schönste, böse Maskenträger, den ich kenne!“, schmeichelte Draco amüsiert und ich schnaubte auf.

„Wie geht es Hannah?“, fragte Blaise interessiert nach seiner BL-Partnerin und lenkte geschickt von dem mir unangenehmen Thema ab.

„Sie liegt auf der Krankenstation bis morgen früh. Neville ist bei ihr, das durfte er den ganzen Tag!“, erzählte Ron.

„Es liegen in letzter Zeit zu viele von uns im Krankhaus, oder darnieder!“, resümierte Astoria verärgert und es stimmte, wenn auch nur zur Tarnung Ginny, dann die wirklich verletzte Lavender, nun Hannah, von Tonks und Remus mal ganz zu schweigen.

„Wird auf Abbott Verlass sein? Oder wird sie dir noch mal an die Kehle gehen wollen?“, schnarrte nun Draco arrogant dazwischen.

„Da ich es wirklich nicht war, wäre dies von ihr wohl vermessen, aber ehrlich! Ich weiß es nicht, ob sie alle DeathEater hasst, also pauschal, oder ob sie unterschieden kann! Aber ich schätze Hannah eher so ein, dass sie ihren Hass auf andere fokussieren wird…“, wedelte ich mit meinen Händen durch die Luft und ärgerte mich noch immer, dass Fenrir diesen Schwachsinn verbockt hatte.

„Jupp, Hannah ist mittlerweile echt gefährlich, in unserer letzten Simulation im Lestrange Haus ist sie skrupellos weit gekommen!“, informierte nun Ron sehr ehrfürchtig und wir nickten zustimmend.

„Dann ist also viel von ihr zu erwarten! Glaubst du, ihr Hass wird sich nur auf die Wölfe richten?“, wollte Astoria wissen und setzte sich auf ein großes Kissen.

„Mhm…, nach Lavender? Vielleicht, oder aber sie erkennt die Tatsache an, dass die Wölfe wirklich keine Sprengfluch verwenden!“, erinnerte Harry und antwortete versonnen auf Astorias Frage.

„Jetzt verteidigt nicht dieses Getier!“, fauchte Draco ungehalten. Seine Liebe zu den Werwesen war tatsächlich erbaulich und brachte alle dazu, dass sie ihn verwundert aufgrund seines ungewohnten Ausbruches ansahen.

„Mal was anderes, was passiert nun mit dieser Tonks?“, warf nun Blaise rasch ein.

„Ja, genau! Was ist mit Tonks? Du hast gesagt, sie wäre am Leben, also was machen wir nun mit Tonks? Wo ist sie?“, ruckte Ron hoch und starrte mich intensiv an, daher ließ ich mein Haupt in meine Hände sinken und wischte mir einmal über das Gesicht, gerade noch unterdrückte ich das leidliche Stöhnen.

„Sie ist bei den Twins im Cottage! Um genauer zu sein, bei Remus im Zimmer und… ich hab absolut keine Ahnung!“, bekannte ich irgendwie erschöpft, denn das war alles so gar nicht geplant gewesen.

„Krass“, „Du hast sie gerettet?“, „Noch eine mehr im Cottage?“, „Die Red Devils werden sich bedanken!“, warfen die anderen wild und wüst ein.

„Überlass sie mir!“, bot aus heiterem Himmel Draco an.

„Wirklich?“, „Ernsthaft?“, „Echt?“, so reagierten Harry, Ron und ich auf das unerwartete Angebot.

„Ja, mal sehen, was die Twins die Tage schreiben, ob wir einen Obliviate anwenden, ob sie offiziell leben kann und lauter so Sachen! Ich geh heute Abend mal in die Höhle und hör mich um… Außerdem, sie ist ja meine Cousine, nicht wahr?“, erklärte er erst geschäftig, grinste bei seiner letzten Aussage aber diabolisch. Ich nickte zustimmend, denn es war normal dass sie, die Meute, vor Draco als Gleichgesinnten offener sprechen würde als vor mir, das war gut.

„SOOOOO dann ist es mal gut! Daphne ist ja letzte Woche volljährig geworden und ich dachte, wir geben ihr die Geschenke!“, klatschte bei dieser Kundgebung Astoria bestimmt in die Hände, was dafür sorgte, dass die in einer Ecke fast schon dahinvegetierende Daphne erschrocken aufsah.

„WAS? Wirklich?“, konnte sie es fast nicht glauben.

Die Geschenkübergabe ging recht schnell vonstatten. Weder Draco noch ich hatten etwas für sie, schließlich waren wir beide der Ansicht, dass sie nicht wirklich etwas verdiente, also beobachteten wir das Ganze nur aus der Ferne, vor allem hatte ich selbst das verboten aber anscheinend hatte dieses kleine Luder einen Deal mit Draco ausgehandelt, so erzählten mir dies die verständigen Blicke zwischen den beiden. Aber ich war weit davon entfernt mich zu ärgern, ich hatte wichtigeres im Kopf als Daphne. Blaise und Astoria überreichten ihr als erstes ein größeres Päckchen. Als Daphne das dunkelgrüne Geschenkpapier entfernt hatte, kam eine große, wie weiches Fell aussehende Decke zum Vorschein und zauberte ein dankbares Lächeln auf Daphnes unerwartet gereifte und erwachsen wirkende Züge, die Schwangerschaft, die tragische Geburt und die unerfüllte Mutterschaft sowie ihre Strafe und der Tod ihres Vaters hatten sich markant in ihrem jungen Gesicht eingegraben.

Anders Astoria, die schien sehr unbelastet auch nach unserem Duscherlebnis, sie trauerte um ihren ermordeten Vater nicht wirklich, da dieser ihr diese Stiefmutter aufs Auge gedrückt hatte, sie konnte sehr nachtragend, rachsüchtig und böse sein, eine geborene Slytherin!

Als Daphnes Geschenk kommentiert wurde und damit meine Aufmerksamkeit einfing.

„Ich dachte, wenn du mit Lucien im Sommer draußen sitzt am Abend kannst du die gebrauchen!“, erklärte Astoria freudig und fügte hinzu: „Außerdem frierst du doch immer so viel in den Kerkern!“

„Danke, ihr beiden, die ist wirklich schön!“, erklang Daphnes Antwort leise, aber fest und sie umarmte beide herzlich.

„Hier, das ist von Fred, George und mir!“, reichte dann Ron ihr rasch sein Geschenk, das deutlich nach einem Buch aussah. Dankend nahm sie es entgegen und packte es aus. Zum Vorschein kam wirklich ein dickes Buch.

„Wir dachten, das könnte dich interessieren und es ist ganz neu erschienen!“ Auch Ron umarmte sie kurz herzlich, doch schnell trat sie wieder zurück und wirkte etwas verlegen, während ich erkennen konnte, dass sie ihr ein Buch über Heilkunst geschenkt hatten.

Als letztes trat Harry zu ihr. Er schien etwas unschlüssig wie nahe er ihr angesichts des eigentlichen Kontaktverbotes kommen durfte, sie wirkten ungelenk und sehr unsicher, wie sie sich verhalten sollten. Eine gewisse Distanz war zwischen ihnen wahrzunehmen. Kurz huschte sein Blick zu Draco und mir, doch Draco machte nur deutend eine ungeduldige Kopfbewegung in Harrys Richtung und bedeutete ihm, endlich weiterzumachen.

Nun, da Harry Daphne entschlossen zu sich zog, schienen Ron, Astoria und Blaise ihnen etwas Privatsphäre geben zu wollen und kamen rüber zu uns, so konnte ich nur noch beobachten, wie Harry Daphne eine kleine Schachtel reichte und sie diese vorsichtig öffnete. Ich bemerkte wie etwas golden glitzerte und blinkte zwischen ihren Finger, bevor sie Harry um den Hals fiel und sie sich erneut küssten, doch offenbar übertraf dies nun Dracos Geduldsspanne.

„Das reicht jetzt, Daphne!“, fuhr Draco kalt und laut dazwischen, worauf Harry und Daphne wie ertappt auseinanderstoben. Daphne senkte beschämt den Kopf, während Harry Draco wütend anstierte.

Daphne wirkte eher wie mit den Nerven am Ende und auf der anderen Seite feierten wir mehr oder minder einen Geburtstag, der nun abrupt beendet war.

Gedanklich landete ich bei Hannah, die ab nun ebenfalls immer ohne Eltern sein würde und auch die beiden Schwestern waren nun Waisen, ohne Eltern, auch wenn sie hier nicht wirklich zu trauern schienen, aber Mord blieb Mord, tot blieb tot ! Komme was da wolle. Hier das Ende dort ein Geburtstag! Da sah man es, das Leben ging halt trotzdem immer irgendwie weiter und weiter und weiter…, komme was da wolle!

Hermiones Sicht ende

Severus Sicht

„Miss Granger? Hätten Sie die Güte?“, stellte ich die Gruppe um die Connection beim Verlassen des Raums der Wünsche, denn ich wollte mit ihr über diese Titelstory und den gestrigen Abend reden. Die Gryffindors blickten mich irritiert an, als sich die Tür erneut öffnete und die gesammelten Slytherins offenbarte, die nach ihnen herausgehen sollten.

„Sir?“, fragte Draco auch schon perplex mit dem gebotenen Respekt, wenn wir uns in der Schule über den Weg liefen.

„Wie gut, dass ich Sie sehe, Mr. Malfoy! Ihr Vater wünscht Sie alsdann zu sehen!“, umschrieb ich freundlich die Aufforderung, dass er umgehend im Manor zu erscheinen hatte. Das verstehende Aufblitzen in den grauen Augen meines Patenkindes signalisierte mir, dass er gehorchen würde, weswegen er sogleich mit einer forschen Drehung auf der Ferse rasch dem Geheimgang entgegeneilte. Wir alle wussten, warum wir in der Öffentlichkeit diese Scharade spielten, denn in einem Schloss, das voll von zu vielen Ohren war, war dies besser.

„Miss Granger, dürfte ich dann bitten?“, schnarrte ich gewohnt böse und lotste auch sie zu dem Geheimgang, während die anderen Schlangen den großen Umweg in die Kerker über das Treppenhaus wählten.

„Natürlich Sir!“, perlte es trügerisch sanft von ihren Lippen, während sie Potter und Konsorten zuwinkte, um sich zu verabschieden. Den ganzen Weg bis in meine Räume wechselten wir keine Worte, aber soweit kamen wir gar nicht, da ich sie im Geheimgang überholte und mich so schnell bewegte, dass ich es tatsächlich schaffte, diese stets vorsichtige Frau zu überrumpeln.

Plötzlich war sie an die Wand gepresst und meine Hand lag auf ihrer Kehle.


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