When Hermione Fights
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 Kapitel 355-356

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queenie
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BeitragThema: Kapitel 355-356   Kapitel 355-356 EmptyMo März 04, 2013 3:36 am

Meiner ersten Beta, der mein ganzer Dank gilt, Nira26 ! Vielen Dank für deine Mühen, deine Kreativität und deine Hilfe!

Und unserer über alles geliebten, Liselotte, die ab nun, jedes Kapitel gegenliest bevor es gepostet wird, so wollen wir ihr ewig dankbar sein!

355. Kapitel „Erwachender Löwe“


Wir schafften es gar nicht mehr bis in sein Zimmer, da ich ihn noch auf der Treppe begehrlich an die Wand drängte, um Draco leidenschaftlich zu küssen, seine Lippen waren weich, viel weicher als Severus‘ und sie pressten sich fordernd und wie ausgehungert gegen die meinen und ich hoffte, ihn so vielleicht zu besänftigen, denn seine misstrauischen und missbilligenden Blicke waren mir nicht entgangen.

Dann löste er sich bestimmt von mir und zog mich die Treppen hinauf zu seinen Räumen und ich folgte nur zu gerne. Wir küssten uns immer wieder stürmisch, doch als die Tür zu seinem Reich hinter uns zufiel, löste er sich schwer atmend von mir und sah mir mit ernsten, neugierigen Augen tief in die meinen und die Seifenblase, dass er nicht nachforschen würde, platzte über mir, zu meinem Verdruss.

„Wir müssen reden!“, erklärte er schließlich erstaunlich fest und ernst für die Situation, wobei mir die Erkenntnis gegenwärtig war, er würde nicht nachgeben. Als ich nach ihm greifen wollte trat er einen zusätzlichen Schritt zurück, dann raufte er sich geradezu entnervt durch die hellblonden Haare, während auch sein Blick sich veränderte und härter wurde.

„Hermione, so geht es nicht weiter. Ich habe dich nie gedrängt oder gar bedrängt. Ich habe dir deine Geheimnisse gerne gelassen, aber langsam fangen sie an uns zu behindern. Ich kann nicht wissen wie ich dich unterstützen kann, wenn du nichts sagst. Am Ende schadet dir noch was ich tue oder ich durchkreuze deine Pläne, weil ich nicht weiß was du verbirgst. Alleine das heute, Gellert Grindelwald! Wie du alleine mit ihm umgehst! Seit wann seid ihr so eng? Wie oft gehst du zu ihm? Herr, verdammt nochmal, ich weiß gar nichts!“, echauffierte er sich in seinem gerechten Zorn und als ich nicht reagierte fuhr er entschiedener zu mir herum.

„Sonnenschein?“, warf er nur als einziges fragendes Wort in das Zimmer und ich stand noch immer etwas verloren vor dem prasselnden Kamin und zuckte nur die Schultern. Wenn ich Draco gegenüber zugab, dass mich Gellert aufgrund meiner weißen Augen so nannte, dann würde ich zugeben, dass ich deswegen zu ihm gegangen war und ich das Phänomen alleine nicht handhaben konnte, das wollte ich keinesfalls.

Und wenn es nach mir ging, würde es für immer so bleiben! Und so blickte ich ihn entschuldigend an, als er aufstöhnte und rasch fortfuhr:

„Er nennt dich Sonnenschein, es ist…! Ach…, dafür muss es doch einen Grund geben… welchen? Sag es mir, du kannst mir alles sagen“, bedrängte er mich eindringlich, doch als ich nicht sofort reagierte wandte er sich zackig um, von mir weg und stockte in seiner Bewegung, dann raufte er sich erneut verzweifelt durch die Haare:

„Sprich doch endlich mit mir!“, bat er mich inständig, wobei er mir den Rücken zudrehte und ich schloss kurz erschöpft von heute die Augen.

„Ich spreche mit dir! Und ich weiß nicht warum er mich so nennt! Er sagt immer, ich bin sein Licht in finsterster Nacht! Vielleicht weil ich es war, die ihn aus Nurmengard geholt hat? Dort ist es wahrlich nicht schön!“, erklärte ich mich rechtfertigend und in einer Lüge verstrickend. „Solange er den Namen mag, lass ihm doch den Spaß!“

„Sonnenschein? Naja, er ist wunderlich, aber so wunderlich? Es ist überraschend, sehr unerwartet…“, warf Draco wenig überzeugt ein und es stimmte, denn Gellerts Kosename für mich bezog sich einzig und allein auf mein Dasein als SoulGatherer.

„Aber da ist noch mehr, ihr seid so unendlich vertraut miteinander! Das ist mehr als überraschend… was findest DU an ihm?“, fuhr Draco weiter fort und ich überlegte fieberhaft was ich ihm sagen sollte. Sein plötzlicher Stimmungs- und Themenumschwung und die Unterbrechung unseres vielversprechenden Kusses hatten mich unvorbereitet getroffen, auch wenn ich mich nicht dem Irrglauben anheim gegeben hatte, dass Draco nach den heutigen Ereignissen nicht nachfragen würde.

„Was willst du mir vorwerfen, Draco? Dass ich meine Quellen nutze?“, war meine kalte Frage und ich verschränkte abwehrend die Arme vor der Brust. „Und das andere, ich kann gut mit ihm, sein Humor ist herrlich, er ist schlau…, er war ein großer Magier!“, erklärte ich wispernd und als er mir einen sehr langen Blick über seine Schulter sandte, verstand ich nicht wirklich, was Draco bewegte, was ihn an meiner Erklärung zweifeln ließ.

„Nein, sicher nicht!“, hob er begütend die Hände und fuhr fort: „Ich brauche nur langsam Antworten, Hermione, es wird gefährlich, dass du schweigst. Du solltest mich doch so weit kennen, dass du weißt, du kannst mir vertrauen. Ich werde damit umgehen können, egal was es ist, aber ich muss es wissen. Lass mich nicht mehr so lange warten!“, mit diesen Worten überraschte er mich, entließ mich jedoch erstaunlicherweise für diesen Abend und wechselte stattdessen wieder das Thema:

„Und nun komm lieber her und lass uns die Gelegenheit nutzen, dass wir Zeit für uns haben, davon haben wir in letzter Zeit viel zu wenig!“

Er streckte mir fordernd eine Hand entgegen und ich nickte nur langsam, legte meine Hand vertrauensvoll in seine.

„Gut, irgendwann, Draco, aber nicht heute!“

Mit einem gezielten Ruck zog Draco mich zu sich an seine Brust, sogleich spürte ich wieder seine Lippen heißhungrig auf meinen und es dauerte nur Augenblicke, da war das Feuer wieder zurück, welches wir beim Hinaufstürmen in sein Zimmer verspürt hatten.

Ich keuchte lustvoll auf, als ich Dracos Zunge bittend über meine Lippen streifen spürte und ich öffnete ganz selbstverständlich meinen Mund. Natürlich deutete er dies als eine Einladung, den Kuss zu vertiefen, was er auch umgehend tat. Wir verfielen in einen regelrechten Rausch.

Nach einer Weile lösten wir uns voneinander, wobei ich ganz außer Atem war, als Draco mich entschlossen weiterzog und mich trotz aller Eile erstaunlich sanft zum Bett dirigierte, wo wir beide schwungvoll auf der Matratze landeten.

Wir waren wie Getriebene und ich spürte seinen heißen Atem abgehackt an meinem Ohr, als er sich auf mich legte und sich verlangend gegen mich presste. Somit spürte ich ihn Körper an Körper mit meinem und genoss das Gefühl, in derart nah an mir zu fühlen.

Seine Lippen streiften hungrig über meinen Hals und sandten kleine Lustschauer durch meinen Leib. Immer wieder widmete er sich meinem Hals, was mir ein ums andere Mal ein leises Stöhnen entlockte. Meine Finger krallten sich ungeduldig in sein Hemd, zerrten daran, bis ich es schließlich schaffte, Draco das Hemd entnervt vom Körper zu reißen. Eine heiße Welle der Leidenschaft schlug über uns zusammen und ließ uns alles um uns herum vergessen, was genau das war, was ich gerade suchte.

Mit einer einzigen Bewegung streifte Draco mir mein Kleid von meinem Körper und warf es ungeduldig beiseite. Seine Hände glitten gierig über meinen hungrigen Leib und blieben an meinen Brüsten liegen, um diese dann sanft zu kneten, während er mich weiter sehnsüchtig küsste. Ich warf mich verlangend dem entgegen, denn das unheimliche Wispern Irlands war mir noch immer gegenwärtig und so suchte ich bei Draco gerade das Vergessen. Ich keuchte atemlos in seinen Mund und krallte die Nägel noch fester und sehr rücksichtslos in seine so weiße Haut.

Unser Atem ging stoßweise und es gelang uns tatsächlich, alles auf der Welt zu vergessen, in unserer Hingabe und so konzentrierten wir uns nur auf den jeweils anderen. Mittlerweile war Draco geschickt seine restliche Kleidung losgeworden. Währenddessen hatte ich den Kopf sehnsuchtsvoll in den Nacken geworfen, während Draco abwechselnd an meinen erregten Nippeln leckte und saugte. Seine Hand selbst war zielstrebig zwischen meinen Schenkeln verschwunden, was mir immer wieder ein wollüstiges Stöhnen entlockte.

Dann ging alles auch schon ganz schnell, denn mit einer einzigen fließenden Bewegung drang Draco in mich ein und begann sich sofort langsam in mir zu bewegen, dabei trieb ich ihn an, indem ich ihm meine Hüften begehrlich entgegenreckte.

Immer wieder trafen sich unsere Lippen und blieben gierig aneinander hängen, während sich unsere Leiber stürmisch vereinigten.

Nach einer Weile wurden Dracos Bewegungen schneller, ungestümer und unkontrollierter und auch ich trieb ihn an, weil ich seine harten Stöße willkommen hieß.

Plötzlich traf er tief in mir einen Punkt, der mich laut aufschreien ließ und dafür sorgte, dass ich Sterne hinter meinen geschlossenen Augenlidern wahrnehmen konnte. Sekunden später folgte Draco laut aufstöhnend und dies ließ ihn über mir erbeben.

Nach einigen genüsslichen und langsamen Stößen verharrte er noch kurz in mir, bevor er sich schwer atmend von mir hievte und sich auf seinem Ellenbogen abstützte, um mich mit unleserlicher Miene zu betrachten, während ich nur kurz blinzelte, doch dann wieder mit nun geschlossenen Augen dalag und noch den Gefühlen nachspürte, die durch mich rauschten.

Erste eine Weile später schlug ich erschöpft wirklich die Augen auf und wandte mich ihm zu. Die ganze Zeit waren wir still nebeneinander liegengeblieben, denn es bedurfte heute keiner weiteren Worte zwischen uns. Zum Schluss hauchte Draco mir einen unendlich sanften Kuss auf meine Stirn, bevor wir zusammen einschliefen.


Der Morgen nach dem Umzug der Unerträglichen war erfrischend und der Empfang am Gryffindortisch in der Großen Halle erbaulich.

Wie gut, dass Dumbledore noch immer verschollen war, denn dem wäre die angespannte Stimmung bestimmt sofort aufgefallen.

Aber anders als früher waren es eher versteckte Blicke, die mich trafen, auch folgte nicht sofort eine allumfassende Stille, denn sie hatten gelernt, aber auch Harry und Ron und die anderen, die bei erhalt der Patronusnachricht anwesend gewesen waren, zeigten sich im Vergleich zu früher betont neutral und ließen nicht vermuten, dass die Neugierde unter ihren Fingern brannte. Also setzte ich mich gemütlich und bekam meinen Kaffee von Harry fürsorglich zugeschoben.

„Du siehst übernächtigt aus!“, kommentierte Harry mein prächtiges Aussehen.

„Ja, selbst so sieht man die Augenringe!“, warf doch glatt Lavender aufgeschlossen ein, was ihr von mir ein schiefes Grinsen einbrachte.

„Mhm danke…, ich bin erst so um 3 Uhr ins Bett gekommen!“, murrte ich unwillig.

„Dann lass dir sagen, dass alles glattlief. Neville, Lavender und Parvati haben uns geholfen!“, meinte Harry gewichtig.

„Das ist schön… aber Jungs, auch wenn ihr platzt, fragt bitte nicht weiter! Nur so viel, alles ist absolut in Butter! Bei den Twins herrscht Ruhe… äh… vergesst das! Bei ihnen herrscht nun kein Chaos… äh, nein, vergesst das auch! Bei ihnen ist nun alles in normalen Bahnen und sie sind dort alle zufrieden und glücklich! Auch das große Ärgernis ist relativ zufrieden!“, umschrieb ich großzügig.

„Und mehr wollten wir auch schon nicht wissen!“, kam es zackig von Harry und er prostete mir spöttisch mit seiner eigenen Tasse zu.

Das war gut, sehr gut, da Gellert für alle, bis auf die Connection, bisher ein Unbekannter war und nur weil die in Irland bis jetzt noch so blind waren und in dem agilen Alten nicht den verstorbenen Gellert erkannten, hieß das nicht, dass das immer so sein würde.

Zum Teil war es gestern auch so spät geworden, da wir noch die Zauber, Banne und Flüche auf die Bewohner der Burg gelegt hatten, eben damit, wenn es soweit war und sie es schafften ihn zu enttarnen, er trotz allem dort sicher war.

Hermiones Sicht ende

Severus Sicht

Hochkonzentriert rührte ich gerade 5 mal links und 5 mal rechts nacheinander den Trank, sehr akkurat mit sparsamen und knappen Bewegungen, denn auch wenn das Biest gut war, so war doch ich brillant im Tränkebrauen und dies war der kleine, aber sehr feine Unterschied zwischen uns.

Man konnte nicht in allem genial sein.

Sie brach Flüche und Banne wie keine zweite! Und hatte den ein oder anderen defensiven Fluch entwickelt, der die „Privatsphäre“ schützte, aber auch ich war geschickt darin, Flüche und Banne aufzubauen, siehe den Wasserfall im Manor, den ich für oder auch gegen sie immer weiter entwickelte. Aber auch mein Geschick offensive Flüche zu entwickeln, wie den Sectumsempra, war ausgeprägt. Auch die Grundlagen des Peitschenfluches hatte ich im ersten Krieg erstellt und sie dann vor einiger Zeit Draco übergeben, damit er den unfertigen Zauber zusammen mit dem Biest ausarbeiten konnte, um eine effektive Waffe gegen das Rudelpack in der Hand zu haben.

So war es auch mit diesem Trank, dem „ego consciousness“, welchen sie Draco zu seinem Geburtstag zu schenken wünschte. Wenn ich nicht ab und an von ihr unbemerkt eingegriffen hätte, wäre der Trank nichts geworden, was ein Jammer wäre, da die Zutaten einfach zu wertvoll waren um zu verderben. Sie hatte an sich gute Arbeit geleistet und so sprang ich meilenweit über meinen langen, schwarzen Schatten und umsorgte den Trank, sodass er gelang.

Diesen bewusstseinssteigernden und stärkenden Trank würde Draco gut gebrauchen können unter diesen verruchten Vögeln, die sich Veelas schimpften und schließlich musste er den Lord zufriedenstellen, das war elementar in diese Zeiten.

Wir brauten nun den Trank schon Monate und es war erstaunlich gut und harmonisch verlaufen zwischen uns, wie ich mir widerwillig eingestand. Sie hatte sich noch nicht mal zu doof angestellt, auch wenn sie an einigen, delikaten Stellen leicht überfordert gewesen war, wenn man mehrere Ingredienzien auf einmal hatte dazugeben müssen, aber bei mir brachte dies die Routine mit sich.

Noch immer blubberte dieser ewiglich und zeitintensive Trank in dem Messingkessel vor sich hin. Mittlerweile hatte er eine goldgelbe Färbung angenommen. Die zerstoßenen Skarabäuskäfer waren eingearbeitet. Selbst das sehr seltene, schwarz-rot glühende Aschwinderin-Ei schwamm noch immer im Ganzen in dem Trank rum. Dieses musste als effektiver Schutz vor den Veelas so lange wie möglich seine Magie an den Trank abgeben. Auch die in Würfel gehackte Baldrianwurzel war schon verkocht. Die grob zerriebenen Billywig Stachel waren als Raspeln in den Trank gefallen. Beim letzten Mondzyklus hatte ich das Einhorn-Horn direkt über dem Kessel einrieseln lassen müssen, weil es direkt über dem Kessel zermahlen werden musste, seitdem schillerte der Trank golden. Das enorm teure Re´emblut war auch schon verarbeitet worden, was beinahe den Trank verdorben hätte, wenn ich sie dies hätte tun lassen, da sie wie das Buch anwies die Phiole auf einmal reinkippen wollte, ein Fehler, den ich beim ersten Brauen dieses Trankes auch gemacht hatte.

Ich hatte danach lange gegrübelt und den Fehler dann erkannt. Es war enervierend, aber unabdingbar, das Blut höchst genau Tropfen für Tropfen zuzufügen. Danach war der Gestank der Gürteltiergalle, die ganz rasch zugeschüttet wurde, eine Herausforderung für die Sinne. Die Streifen der scharfwürzigen Ingwerwurzeln trieben einem nach der Zugabe Tränen in die Augen. Auch den Saft der Lenkpflaumen hatten wir schon zugegeben.

Gerade war ich dabei die Pufferfischaugen einzeln, je eines nach jeweils 10 Minuten, dazuzugeben und dann in die eine und die andere Richtung zu rühren. Sie würden darin schwimmen und einen mit toten Augen ansehen, bis man sie abschöpfte. Zum Schluss würde noch ein gehacktes Bündel Liebstöckel dazu kommen und damit war der allgemeine Trank dann fertig. Einzig das Personalisieren auf Draco blieb dann noch und dafür würde abschließend eine Mixtur aus Dracos Blut und dem Moschus als wirklich allerletzte Zutat hinzukommen. Somit wäre dies dann ein vollkommener Trank, perfekt auf Draco abgestimmt.

Dieser personifizierte Trank würde fulminant in seiner Wirkung werden und wirklich etwas ganz Besonderes. Diese 11 Ingredienzien waren wahrlich eine Herausforderung gewesen, zusätzlich zu der korrekten Zugabe mit Dracos Schicksalszahl, und Herzzahl.

Zufrieden blickte ich in den zähflüssig blubbernden Trank mit seinem goldigen Schimmer und richtete mich stöhnend auf, strich mir die von den Dämpfen des Trankes feuchten Strähnen aus dem Gesicht, während ich mit einem lässigen Schwenk meinen Arbeitsplatz reinigte. Nun musste das Gebräu endgültig auskühlen, damit Hermione zum richtigen Zeitpunkt Dracos Blut hinzu geben konnte.

So wandte ich mich ab und meinen Wohnzimmer zu, strebte zu einem heißen Tee, den ich mir mit einem Schuss Rum veredelte und streckte mich gemächlich in meinem Sessel, als plötzlich mein Kamin knisterte und sich grün färbte. Ich runzelte die Stirn, denn ganz Hogwarts war seit Umbridge vom Flohnetzwerk genommen und als der Schulleiter zurückgekehrt war auch nicht wieder angeschlossen worden.

Also konnte dies hier nur einen hogwartsinternen Besucher ankündigen, der aber nicht aus dem Kamin treten konnte, sondern nur über diesen kommunizieren. Natürlich hatte ich immer extra Schutzzauber darauf liegen, dass niemand über diesen Eingang meine Privatsphäre stören konnte. Weder sah man hier weit rein noch hörte man etwas, nur ich sah und verstand was derjenige von mir wollte. Ich konnte kein Risiko eingehen, nicht bei dem Verkehr, den ich hier zu verzeichnen hatte und da erschien auch schon McGonagalls Gesicht in den grün züngelnden Flammen.

„Professor Snape! Würden Sie bitte SOFORT im Lehrerzimmer erscheinen? Ich berufe gerade eine externe Lehrerkonferenz ein!“, sprach´s geschäftig und verschwand auch schon wieder in den Weiten des Kamins.

Wie gut, dass ich diesen expliziten Zauber auf der Feuerstelle liegen hatte, dass niemand weiter sehen konnte als bis zur ersten Reihe der Bodenfliesen, denn mir hatte die Vorstellung noch nie behagt, in meinem Wohnzimmer ausspioniert zu werden!

Ein wehleidiges Stöhnen entrang sich meiner Kehle, doch ich genoss meinen Tee weiter, ohne mich stören zu lassen.

Warum ich? Reichten die normalen, die veranschlagten Konferenzen nicht? Derer es meiner bescheidenen und völlig unwichtigen Meinung viel zu viele gab! Es war ja nicht so als würde sich die Schülerschaft über Nacht exorbitant erhöhen! Somit fand ich das normale Maß schon erschreckend zu häufig und zu rasch wiederkehrend, um meine Kollegen in diesem kleinen Kreis treffen zu müssen!

Hatte ich das verdient? Ich fand nicht! Was sollte sie uns neues erzählen? Eben, nichts Wichtiges!

Ich seufzte schon wieder leidlich und trank den letzten Schluck wehmütig, bevor ich mich wieder aus dem Sessel zog, um mich meinem unendlich ermüdenden Schicksal zu stellen.

„Weshalb ereilt mich diese Ehre?“, fragte ich somit auch schon zweifelnd, als ich in das Lehrerzimmer rauschte und auf den Eckstuhl gleich am untersten Ende am nächsten zur Tür stehend glitt, da dies mein Platz war.

„Professor Snape, immer wieder erhellend Sie zu sehen!“, bescheinigte mir Minerva schmallippig ihr ironisches Wohlwollen.

„Mhmmpf…“, gab ich murrend von mir.

Im nächsten Moment traf der noch mehr verspätete Flitwick ein, der einen sichtlich peinlich berührten Blick trug, wohl weil seine kurzen Beine schuld daran waren, dass er zu spät kam, was ich mit einem gehässigen Blick auf selbige kommentierte. Nun konnte die Versammlung aber beginnen, alle waren anwesend, wie unsagbar dramatisch, ich wollte wirklich weg und wo anders sein.

„Nachdem mich heute Schulleiter Dumbledore per Fawkes informiert hat, dass er noch einige Zeit abwesend sein wird, habe ich mich bemüßigt gesehen auch die neuen Informationen zu verwerten, die ich letztens erhalten habe und sie ihnen mitzuteilen!“, dabei streifte mich ihr abwägender Blick und es wurde deutlich, sie spielte auf meine Aussage an, dass Dumbledore nicht mehr lange zu leben hätte.

„Und dazu kann ich nur zu einem Schluss kommen, egal was Professor Dumbledore treibt, ich muss mehr meine Rechte als stellvertretende Schulleiterin nützen!“, kam es forsch von ihr und diese Eigeninitiative nahm ich fast begeistert auf, denn endlich erwachte mal jemand aus seinem dornröschenhaften Schlaf und trat entschlossen auf.

„Hört, hört, erwacht der Löwe?“, murmelte ich sehr spöttisch, sehr leise in meinen nichtvorhandenen Bart, da aber alle sprachlos über diese Eröffnung dasaßen, hörten sie mich durchaus.

„Sehr witzig, werter Herr Kollege!“, erwiderte sie gekonnt schmallippig.

„Unsere Runde ist doch immer für einen Spaß offen!“, ätzte ich sarkastisch und fletschte leicht die Lippen.

„Unter Anbetracht, dass ich noch Ihre Lehrerin war, Severus Snape, geben Sie sich sehr forsch!“, konterte sie weiterhin und schwang damit die einzige Karte, von der sie dachte, dass sie mich noch einschüchtern würde.

„Und ich dachte immer Frauen reden nicht über ihr Alter!“, gab ich despektierlich zurück. Empört klappte einigen der anwesenden Frauen der Mund auf.

„Lasst ihn doch lästern! Ich möchte wissen, was dich zu dieser ungewohnt schroffen Aussage verleitet, Minerva?“, wollte Sprout wissen und schlichtete, wie es so oft ihre Art war, unseren aufkeimenden Disput.

„Ach, Pomona!“, stöhnte die Angesprochene wehleidig, in genau dem leidenden Ton, den ich tief in mir verspürte, genauso wie ich mich gestraft fühlte, mich dem hier aussetzen zu müssen.

„Pomona, ich bitte dich! Ich finde das von Minerva richtig! Ich frage mich schon die ganze Zeit, wo Dumbledore bleibt! Die Kinder entgleiten immer mehr! Keiner hat mehr Interesse an Quidditch!“, echauffierte sich Hooch und ihr Anliegen trieb mir fast ein ironisches Lächeln auf die ausdruckslosen Züge.

„Da gebe ich Rolanda recht! Es geht gar merkwürdiges vor in den alten und ehrwürdigen Hallen von Hogwarts!“, entgegnete die Astronomieprofessorin Sinistra tragend und veranlasste mich ob ihrer gewichtigen, hochtrabenden Art die Augen zu rollen.

„Aurora, rede nicht immer derart geschwollen!“, brauste Minerva sehr ungewohnt für ihre sonst so reservierte Person genervt auf.

„Was für eine Laus ist dir denn über die Leber gelaufen?“, fragte Bathsheda Babbling, die Lehrerin für alte Runenkunden vorsichtig. So langsam fand ich das regelrecht spannend hier, denn derart angreifend, keifend und ungehalten waren die Lehrer untereinander sonst nicht!

Fast könnte ich mich hier zum ersten Mal in meiner beruflichen Laufbahn wohlfühlen!

Augenscheinlich bedrückte auch sie alle die augenblickliche, unendlich komplexe Situation. Die Spannung war regelrecht mit den Händen zu greifen!

„WARUM ist Dumbledore nicht da? Ich dachte, der Schutz der Kinder ist am wichtigsten?“, „Das dachte ich auch!“, „Ja, ich auch!“, „Ich verstehe ihn nicht…!“, „Dass wir so völlig unwissend sind ist indiskutabel!“, echauffierten sich die Professoren abwechselnd und taten ihren angestauten Unmut lautstark kund.

„Wer hat das jemals? Also, ihn verstanden?“, fragte die piepsige Stimme von Flitwick.

„Moment, Moment ich bin mir sicher, dass es wichtig ist! Sonst wäre er nicht weg!“, warf Bathsheda Babbling überzeugt ein.

„Hat denn keiner Angst vor den Ferien?“, fragte eine ängstliche Charity Burbage, die Muggelkunde unterrichtete, mit rauer Stimme und aller Augen richteten sich verständnislos auf sie und sie zuckte unter diese Aufmerksamkeit auf ihrem Stuhl noch mehr zusammen.

„Naja, ich meine ja nur! Die Nachrichten! Hier sind wir und die Schüler sicher, aber da draußen? In über etwas einem Monat sind wir auf uns gestellt. Wir alle!“, flüsterte sie furchtsam und eine glubschende Sybill Trelawney beugte sich über Babbling und Hooch hinweg zu ihr:

„Sie haben ja so recht, Charity, das Böse kommt über uns… unaufhaltsam… oh, oh und was sehe ich! Charity, speziell über Sie! Himmel…, meine Liebe, das sind warnende Vorahnungen über das Böse, dass es ein schlimmes Ende mit uns hat!“, warnte diese Wahrsagetussi aufmerksamkeitsheischend eindringlich und schaffte es, die andere Frau zu Tode zu ängstigen und ich rollte genervt die Augen, ebenso wie Minerva, die nicht weniger von Sybill entnervt schien als ich, als ich anders als die anderen im Lehrerzimmer ein peinliches Zusammenzucken unterdrücken konnte, weil dieses unerträgliche Schleierweib einen markerschütternden und durchdringenden Schrei ausstieß.

„ARRRR… ich sehe Ihren Tod, Charity! Bleiben Sie wie ich im Schloss! Ich werde den Turm nicht verlassen…“, beschwor diese Verrückte und ich betete darum, wenn sie auf immer dort oben blieb, würde mir ihr beleidigender Anblick erspart bleiben und mein Sehnerv um einiges geschont werden.

„Oh, Sybill, jetzt ist aber Schluss mit dem Unsinn!“, begehrte Minerva harsch auf und schaffte es, dass besagte schuldig zusammenfuhr.

„Aber ich sehe…!“, beteuerte sie schwach und erntete eine unwirsche Geste mit der Hand der Löwenmama, nachdem der Todgesagten am Tisch ersichtlich die Knie schlotterten.

„Sie sehen viel, wenn der Tag lang ist, meine Gute!“, ätzte nun selbst der gutmütige Flitwick brüsk und das zeigte, dass die Nerven von tatsächlich allen angespannt waren.

„Zu was anderem, mich beunruhigt auch das totale Versagen des Ministeriums bei der Attacke der Werwölfe auf die Diagon Alley, das ist unendlich schrecklich!“, mokierte sich Septima Vektor, die Arithmatikerin. „So viele Halbwaisen und Waisen hatten wir seit Jahrzehnten nicht mehr!“

„Seit Harry Potter!“, wisperte eine ergriffene Aurora Sinistra, durch ihr Fach der Astronomie stand auch sie den Sternen nahe.

„Ich erinnere mich noch an eine Zeit, wo die Zahl noch höher war!“, flüsterte Filius Flitwick leise und damit erstarben die gewisperten Gespräche der anderen, während ich mit eisiger und unbeteiligter Maske dasaß und darüber nachsann, dass beim ersten Krieg ich bestimmt an dem ein oder anderen Tod beteiligt gewesen war und so versuchte ich nicht zu sehr darüber nachzudenken.

„Ja, das ist leider korrekt, Filius. Nur wird uns nichts anderes übrig bleiben als nichts zu tun und dieses Jahr zu Ende zu bringen wie alle anderen davor auch!“, reglementierte Minerva hart.

„Und warum? Warum können wir nichts tun? Aber warum müssen wir überhaupt darüber nachdenken? Was macht das verfluchte Ministerium?“, entrüstete sich Pomona Sprout und ihre massige Gestalt bebte.

„Eben nichts! War es je anders? Erinnert euch als dieses unsägliche Weib, diese Umbridge, hier war und ihr Unwesen trieb!“, rief uns Septima Vektor unliebsam in Erinnerung.

„Die Welt ist doch gerecht, denn wenigstens stolpert Fudge endlich und bekommt das was er verdient, nachdem er uns dieses eine Jahr mit dieser Unsäglichen aufgebürdet hat!“, bedankte sich die mit gefalteten Händen dasitzende Rolanda Hooch bei wem auch immer.

„Amen!“, „Die Gerechtigkeit siegt halt doch irgendwann!“, „Das war ein Jahr!“, stöhnten die Lehrer abwechselnd.

„Habt ihr das mit diesem Trainingscamp gelesen?“, warf auf einmal Bathsheda Babbling ein. Diese sehr eigenwillige Lehrerin der alten Runen war immer sehr akribisch und genau und durchstöberte alles was es zu lesen gab und so lauschte ich sehr wohl, wenngleich ich mir mein Interesse nicht anmerken ließ.

„Was, wie bitte?“, schnarrte McGonagall unwillig, sie runzelte die Stirn. „Was soll das sein?“

„Na, das zauberhafte Camp for young Witches and Wizards in Wales! Mit Prüfsiegel des Ministeriums und offizieller Beglaubigung!“, wurden wir davon gewichtig in Kenntnis gesetzt und ich überlegte, ob ich jemals so etwas auch nur im Ansatz gehört hatte. Babbling wirkte schrecklich selbstgefällig.

„Nein!“, „Nein, wo?“, „Was für ein Camp?“, hagelte es rasche Fragen. „Also ich hab eine Zeltstadt in meinem Traum gesehen!“, kassierte Sybill für ihren sinnfreien Einwand so einige perplexe Blicke aber keiner ging auf ihre völlig nutzlose Aussage ein. Was erwartete sie von einem Camp?

„Naja, es stand letztens in der Zeitung ganz hinten, ganz klein!“, betonte Babbling und gestikulierte zur Verdeutlichung.

„Und was stand da genau?“, fragte nun ich mit bestimmtem Ton unwirsch über diese aufgescheuchte Herde hinweg.

„Oh… naja… was stand da nochmal?!“, biss sie sich auf die fleischigen Lippen und überlegte, bevor sie sich aufrichtete: „Genau da stand, dass es kostenlos ist und dass dort die Kinder gut aufgehoben sind, ähnlich gut wie in Hogwarts! ABER genau, es muss ein schriftlicher Test von den Kindern absolviert werden, sonst können sie nicht hin, es klang selektiv und elitär!“

„Was soll das sein?“, wollte ein sichtlich perplexer und irritierter Flitwick wissen, während ich mit großen Augen dasaß und zu verkraften versuchte, was diese Nervensägen hier neues versuchten anzustellen, als meine weniger schönen Gedanken von der hektischen Tonlage von Babbling unterbrochen wurden.

„Moment…, Moment, da stand noch, dass der Prophet selbst eine Empfehlung für alle Eltern ausspricht und diese Premium-Einrichtung nur zu empfehlen wäre und dass selbst der Herausgeber Cuffe sein Kind dorthin schicken würde!“, meinte sie gewichtig und ich war mir nun endgültig sicher, dass Pest und Cholera oder auch besser bekannt, als Draco und Biest, ihre Hände im Spiel hatten, denn Cuffe gehörte Lucius Malfoy und dieser Name würde bei dem Herausgeber der Zeitung Berge versetzen können.

Was planten diese Kröten? Hatte Potter seine Griffel mit drinnen? Was wollten sie damit erreichen?

Wie gut, dass ich wenigstens das alles durchschaute, während die anderen mal wieder von nichts eine Ahnung hatten. Wie man nur so blind sein konnte? War das angeboren? Ein geistiger Defekt? Aber andererseits wussten sie auch weniger als ich. Doch was das Biest und Draco damit bezweckten, erschloss sich mir nicht so ganz, auf der anderen Seite war es mir minimal egal, mich interessierten die Bälger schon in der Schule eher peripher. Außerhalb der Schule war mein Interesse schon gar nicht mehr messbar, man könnte es auch getrost als non existent bezeichnen.

„Meint ihr, das sind die DeathEater?“, wisperte Charity Burbage furchtsam und umfasste ängstlich ihre Kehle.

„Glaub ich nicht…, ist nicht ihr Stil!“, entgegnete Hooch recht ruppig.

„Tja, sollten wir halt die Quelle fragen, Severus, hast du uns etwas zu sagen?“, wollte Minerva mit schiefgelegtem Haupt schrecklich selbstgefällig wissen und ein falsches Lächeln lag auf ihren ältlichen Zügen, als sie despektierlich auf mich deutete.

„Was für eine nette Aufforderung!“, wisperte ich gehässig und strich mir eine schwarze Strähne zurück. „Der Lord hat kein Interesse an kleinen, unnützen Kindern! Ich möchte behaupten, dass keiner der Diener des Lords prädestiniert ist, sich um dergleichen zu kümmern!“

„Hola, was für eine Erkenntnis!“, ätzte Sprout ungewohnt bösartig, aber seitdem es so viele Todesfälle in ihrem Haus gab, war sie auf mich gar nicht gut zu sprechen und meine Implikation, dass auch ich als DeathEater wahrlich ungeeignet war Schüler zu unterrichten, war nicht hilfreich. Aber was sollte ich zu dieser wahrgewordenen Offenbarung sagen?

Dass ich sowohl Albus als auch dem Lord dies gesagt hatte, aber Lucius dieser Obernerver dafür gesorgt hatte, dass ich musste, ob ich wollte oder nicht?

Denn als pädagogisch wertvoll oder gar geeignet sah ich mich selbst nicht!

„Pomona!“, tadelte Minerva scharf und die kleine, dickliche Dame wirkte zerknirscht, während ich die Zähne fletschte.

„Ist doch wahr!“, meinte sie trotzig.

„Wie auch immer! Das Argument von Severus verstehe ich… aber wer dann?“, wandte sich Sinistra wieder an unsere neue Anführerin, wie ich sie in Gedanken hämisch anfeuerte.

„Vielleicht das Ministerium?“, warf Flitwick vorsichtig ein.

„Könnte sein! Aber wenn ja, würden sie etwas tun, was wir hätten vorschlagen müssen, denn an sich ist es eine brillante Idee, wenn sie wirklich so gut geschützt sind wie sie behaupten!“, wagte sich Vektor vor.

„Naja, in so was ist das Ministerium sehr genau…“, zeigte Sprout eine Spur Ironie, die leider nicht alle Mitglieder des Kollegiums erreichte.

„Ja, das ist so…, da kümmert man sich, mein guter Freund Hubertus dort legt größten Wert auf die Sicherheit der Kinder… also, ich denke, das hat alles seine Richtigkeit…“, legte Slughorn wichtigtuerisch los und über dessen aufgeblasene Dummheit, mit seinen Kontakten anzugeben, war ich gewillt zu brechen, aber anscheinend nicht nur ich, sondern Minerva auch, so verbiestert wie sie den dicken Mann niederstarrte, der zum ersten Mal etwas sagte.

Der Rest dieser nichtigen Begegnung versank in den Untiefen meines Bewusstseins, da ich kurz vor einem Wachkoma stand und ich, wie es mir schien, endlose Stunden später endlich in mein Bett fallen konnte. Da waren wenigstens die schrecklich langen Treffen mit dem Lord noch spannender, war einer meiner letzten so aufheiternden und sehr zynischen Gedanken, bevor ich einschlief.
Severus Sicht ende

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Zuletzt von queenie am Fr März 08, 2013 9:51 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: 356. Kapitel Die belauschte Seherin    Kapitel 355-356 EmptyFr März 08, 2013 2:41 am

356. Kapitel Die belauschte Seherin


Hermiones Sicht

Im Klassenzimmer roch es irgendwie angebrannt und Seamus, unser Feuerteufel, schaute beschämt auf das Häuflein Asche vor sich, das mal ein hölzernes Schülerpult gewesen war.

„Das wären dann 20 Punkte Abzug von Gryffindor, Mr. Finnigan! Eine vorzügliche Leistung! Sie sollten berufsmäßig unbedingt etwas Explosives anstreben. Sie wären nur mit minimaler Mühe unschlagbar! Immer wieder erhellend, zu erleben, was Gryffindor für Magier produziert! Wenn Sie sich mit Longbottom zusammentun und dessen durchschlagendes Geschick in Zaubertränke einrechnen, wobei er jeden Kessel pulverisieren kann, bräuchte der Lord wahrlich niemanden vorschicken, denn sie beide würden eine Schneise der Verwüstung hinterlassen, ohne besondere MÜHE!“, erhob er zum Ende hin wütend die Stimme. Er ärgerte sich nicht über die Zerstörung des Schuleigentums an sich, nur über die Tatsache, dass es immer noch passierte, obwohl die Situation so anders war als früher und die Schüler neben dem Unterricht so viel mehr lernten. Ich konnte ihn verstehen, mein Mitleid war ihm sicher und mein mitfühlender Blick spiegelte das auch wider.

„Heute ist er ja wieder grottig drauf!“, „Jemals anders erlebt?“, „Naja, heute ist es schon besonders mies!“

„Wenn die Herrschaften nach dieser beeindruckenden Feuerveranstaltung noch immer nicht genug haben, können wir weiter fröhlich Punkte abziehen! Seid endlich ruhig!“, giftete Severus entnervt und es wirkte, als hätte er gestern Nacht nicht viel Schlaf bekommen, etwas was sich schon immer sehr auf sein Gemüt auswirkte. Er schien Kopfweh zu haben.

Somit war eigentlich jeder dankbar und froh, als der Unterricht bei einem schlecht gelaunten Severus endete und wir endlich vor seiner unberechenbaren Laune entfliehen konnten.

„Stopp! Halt, Miss Granger, sagte ich, dass Sie gehen können?“, stoppten mich seine scharfen Worte tatsächlich, sodass ich fast stolperte und der Fluss der flüchtenden Schüler dank mir ins Stocken geriet.

Sofort wurde ich wie eine ansteckende Krankheit gemieden. Die Kameradschaft war doch immer wieder erbaulich. Ich wartete, während er mit wallenden Roben zu seinem Schreibtisch schritt um dann fließend Platz zu nehmen, selbst meine sogenannten besten Freunde suchten ihr Heil in der Flucht.

Ich wartete, bis der Letzte aus dem Raum war um dann zu ihm zu gehen. Er sagte nichts, saß nur mit unleserlichem Gesicht da und sah mir stoisch entgegen.

„Kopfweh?“, fragte ich, während ich mit wiegenden Hüften auf ihn zu kam und meine Tasche ablegte, um mich dann lasziv auf der Kante von seinem Schreibtisch niederzulassen.

„In dieser Gesellschaft sollte es nicht verwundern, oder?“, murrte er düster und ich schenkte ihm ein nachsichtiges Lächeln.

„Nimm einen Trank!“, empfahl ich eindringlich und legte eine Hand auf seine, die er abrupt zurückzog und ich runzelte über diese rüde Art die Stirn.

„Für diese Erkenntnis habe ich dich benötigt…“, hisste er leise, dabei ruckte mein Kopf hoch. Ich fühlte mich durch sein abweisendes Gebaren weggestoßen und wurde sofort widerborstig.

„Oh, für was brauchst du mich? Soll ich es dir besorgen?“, provozierte ich sofort schamlos.

„Musst du so schrecklich ordinär sein?“, fragte er mit verächtlich verzogenen Mundwinkeln und ich warf meine Haare über meine Schulter zurück.

„Das war keine Ablehnung!“, warf ich amüsiert ein.

„Du bist unmöglich!“, entgegnete er minimal, fast unmerklich sanfter.

„Du auch, alle schlottern vor Angst vor dir! Wenn es dir hilft besser gelaunt zu sein, würden mich bestimmt alle vergöttern!“, spottete ich ohne Furcht und zwinkerte ihm verführerisch zu.

„Schrecklich zynisch!“

„Tja, das kommt von meinem Umgang mit dir, du bist der beste Lehrer in allem, den man sich vorstellen kann!“, ärgerte ich ihn weiter und strich mir sinnlich über meinen hässlichen Schulmädchenrock und seine obsidianfarbenen Augen klebten regelrecht an dem in Falten gelegten Stoff.

„Soll dies jetzt dafür sorgen, dass meine Laune steigt?“, fragte er sarkastisch und lüpfte ironisch eine seiner dunklen Brauen.

„Keine Ahnung, ich weiß nur, dass dein Mundwinkel gerade gezuckt hat!“, warf ich rasch, verspielt ein und erntete ein Schnauben.

„Ich will…“, fing er an, als ich ihn rasch unterbrach, mit einem diabolischen Funkeln in meinen Augen.

„Ah, endlich… soll ich auf die Knie gehen?“, stieß ich mich bei meinem durchaus ernstgemeinten Angebot von dem Tisch ab.

„Hast du es so nötig?“, schlug er wie eine hinterlistige Schlange zurück und ich rollte geschlagen die Augen.

„Nein…, wobei du immer eine Versuchung bist!“, raunte ich sinnlich und stieß abrupt vor und fasste ihm verwegen in den Schritt, um zu testen ob ich falsch lag oder nicht, denn seine vielen Roben verhinderten einen Blick. Er verharrte reglos bei meiner Attacke, eher lehnte er sich nur noch weiter in seinem Sitz zurück, dabei musterte er mich mit sarkastischer Miene, aber er war auch ganz entspannt.

Es verwunderte mich nicht, dass er sich zu sehr unter Kontrolle hatte, als dass er reagierte, aber so schnell gab ich nicht auf und begann ihn durch Robe und Hose sachte zu streicheln, was etwas über seine Züge huschen ließ, was sehr schnell wieder verschwand als er nun doch zu meiner Hand fuhr und sie mit seinen Fingern am Handgelenk umfasste, um mich daran zu hindern, ihn weiter derart intim zu berühren und zu verwöhnen.

Die Brisanz dieser Situation, dass ich mit meinem Lehrer in seinem Klassenzimmer stand und ihn unsittlich berührte, tangierte mich dabei weniger!

„Ich wollte dir mitteilen, dass Dracos Trank soweit gediehen ist, dass heute Abend die letzte Brauphase eintritt! Hast du sein Blut?“, informierte er mich geschäftig, dabei zuckte ich bei seinen Worten zurück und ließ weit von ihm ab. Während ich zurückwich entließ er auch mein Gelenk aus seinem Griff.

„Oh…“, hauchte ich überrascht.

„Du hast es vergessen!“, resümierte er zufrieden.

„Nein, nicht vergessen, nicht wirklich! Aber die Zeit aus den Augen verloren! Danke!“, erwiderte ich und schenkte ihm ein freundliches Grinsen.

„Immer doch!“, erklärte er doppeldeutig.

„Ich besorge das Blut, wann soll ich kommen? Es sind 11 Zutaten, die Berechnungen des Gleichsinns sagen, 23 Uhr sollten die letzten Zutaten zugeführt werden!“, erklärte ich rasch und ratterte die Fakten herunter, worauf er nur sachte nickte, bevor ich weitersprach:

„Ich werde nicht zu spät erscheinen! Und jetzt?“, fragte ich anzüglich und schob lasziv etwas meinen Rock von meinem Knie zurück und offenbarte meinen Oberschenkel und damit auch sein Zeichen, dabei entging mir sein gieriger Blick durchaus nicht.

„Miss Granger! Noch nie etwas davon gehört, dass sich Geduld auszahlt…? Jetzt entschwinden Sie endlich, in 3 Minuten beginnt der nächste Unterricht, ich denke, das sollte selbst Ihnen zu… kurz sein!“, argumentierte er zynisch und ich warf das Haupt amüsiert über diese Doppeldeutigkeit in den Nacken und lachte auf.

„Hahahaha…, war das ein Witz? Herrlich! Als würdest du das nicht schaffen! Aber gut, gut, ich bin weg…, bis heute Abend!“, lief ich los schnappte mir meine Tasche und warf ihm übermütig eine Kusshand zu, während ich die Tür aufriss und offenließ, damit die verängstigten Zweitklässler endlich eintreten konnten, die schon vor langer Zeit gelernt hatten, dass man die Tür des Professor Snape nicht öffnete, solange er dies nicht anwies oder sie sich von innen öffnete.

Kurz, als ich einen Blick über die Schulter warf, dachte ich so etwas wie Amüsement in seinen tiefdunklen Seelenspiegeln auszumachen. Ich hatte ihn so oder so etwas aufgemuntert und vielleicht würden die Zweitklässler davon profitieren.

Ich hetzte hinab zu Slughorn, irgendwie war ich heute immer spät dran, aber es wäre perfekt, denn Draco war nahe an meinem Arbeitsplatz, da würde mir schon etwas einfallen wie ich an sein Blut käme, das sollte kein Problem werden.

Gerade noch schaffte ich es, vor dem Gong ins Klassenzimmer zu schlüpfen und schlitterte mehr zu meinem Arbeitsplatz als dass ich ging. Die Blicke meiner Kameraden waren mir sicher und ich winkte atemlos, aber erheitert zurück. Irgendwie war ich gut drauf, zu wissen, dass mein Geburtstagsgeschenk bald fertig sein würde und der Trank sogar auch noch gelungen war, machten mich fast schwindelig vor Freude.

„Brauen sie bitte den Trank, der an der Tafel angeschrieben ist!“, verlangte Slughorn in seiner abwesenden Stimme, die nicht mit dem Timbre von Severus mithalten konnte, worauf wir folgsam loslegten. Der Braukerker war kurze Zeit später erfüllt von den Dämpfen und Ausdünstungen der Kessel.

„Hey Malfoy...!“, rief ich leise zu meinem Vordermann und er wandte sich sofort verwundert um, weil ich ihn im Unterricht ansprach.

„Was willst du, Granger?“, hisste er unfreundlich auf, während seine Augen mir Unverständnis signalisierten.

„Reich mir doch mal bitte einen Fledermausflügel, ja? Ich kann grad nicht weg…“, bat ich liebreizend und hielt mein gezücktes, scharfes Schneidmesser in Händen.

„Sag mal spinnst du?“, fragte er konsterniert über die Unverschämtheit meiner Forderung, spielte schön seine Rolle, aber in derselben Sekunde hatte er es schon getan und ließ einen Flügel pikiert auf meine Tischplatte fallen und ich hechtete vor, damit der getrocknete Flügel nicht bei seinem Aufprall kaputtging. Ich hatte damit gerechnet, dass ein Slytherin so etwas tun würde, aber natürlich war absichtlich mein Messer mit dabei, das ich noch immer in der Hand hielt und schon schnitt ich ihn, ganz unabsichtlich versteht sich, mit eben jenem, scharfen Arbeitsutensil. Er zog erschrocken seine Hand sofort zurück.

„Autsch…, sag mal, bist du bescheuert?“, brauste er ungehalten auf.

„Was geht hier vor? Mr. Malfoy und Miss Granger?”, war der sonst geistig abwesende, dicke Slughorn auf dem Weg zu uns.

„Diese Schnepfe hat mich geschnitten!“, heilte Draco schon murrend den Cut, während ich ihn entschuldigend anblinzelte und das blutige Messer unter die Tischplatte zur Phiole führte, um das Blut, das an der Klinge hing, aufzufangen. Da ich nur einen Tropfen brauchte, reichte es locker.

„Ist das so, Miss Granger? Mehr Umsicht bitte, das macht 5 Punkte von Gryffindor!“, so verhallte Slughorns Stimme und ich erntete mehrere fragende Blicke, wobei ich nur die Schultern zuckte, denn diesen kleinen Schnitt hätten alle recht schnell wieder vergessen.

So verging diese Stunde und der restliche Schultag und abends hetzte ich schon wieder die Gänge der Schule entlang um ungesehen, da es schon nach der Sperrstunde war, zu Severus zu gelangen. Dabei bemerkte ich mal wieder, dass mir wirklich niemand begegnete, sprich kein Peeves und kein Geist, die waren für mich echt wie ausgestorben!

Schon komisch und etwas was mich nicht wirklich zufriedenstellte, vor allem da ich durchaus die Gespräche der anderen Schüler wahrnahm, wo sie von dem Unsinn berichteten, den Peeves anstellte, also waren sie durchaus noch da und aktiv, nur halt für mich nicht!

Ich passierte die geschützten Türen und gelangte in das private Tränkelabor von Severus. Er selbst hing schon hingebungsvoll über einem dampfenden Kessel, während meiner auch bereit stand, aber links von ihm und kühl. Er dampfte nicht. Ich eilte ohne Worte zu meinem Messingkessel, denn wenn Severus beschäftigt war, legte er keinen Wert auf Höflichkeit, was ich natürlich respektierte und so linste ich in den Kessel, in dem sich eine teerige und klebrige Masse befand und allerlei Getier noch herumschwamm. Angeekelt verzog ich die Miene. Dass viele Tränke immer so eine Sauerei sein mussten, wirklich grausam.

„Schöpf es ab!“, raunte er nur nebenbei und schüttete was in seinen eigenen Trank und ich tat wie befohlen, hangelte sofort nach der Kelle und siebte solange, bis der Trank sauber von jedweder festen Zutat war.

Plötzlich spürte ich seine Präsenz in meinem Rücken, wie er sich nah zu mir beugte, ohne mich wirklich zu berühren.

„Er gelingt… hier!“, schob er mir eine kleine, geschwungene Karaffe zu, die den gelblichen und flüssigen Moschus enthielt und ich zückte, ohne mich durch seine Nähe verwirren zu lassen, aus den tiefen meiner Rocktasche die kleine Phiole mit dem roten Blutstropfen von Draco.

„Willst du?“, fragte ich, ohne mich umzudrehen.

„Warum sollte ich? Mach du!“, bestimmte er und ich entkorkte gespannt den Verschluss des Moschus und sofort erfüllte ein schier schwindelig machender Duft das Labor, mit einer reifen, verführerischen und tiefen Note.

Ich unterdrückte eine Gänsehaut und auch auf Severus hatte dieser betörende Geruch eine Wirkung, wie ich an seiner stockenden Atmung wahrnahm. Die Pheromone, die durch die Luft zogen, waren wahrlich aphrodisierend.

Vorsichtig öffnete ich auch die Phiole, platzierte sie in einer Stellvorrichtung und gab dann genau einen Tropfen des Moschus in sein Blut, dann schloss ich beide Phiolen wieder und schüttelte die mit dem Blut, damit sich das Blut und das Moschus vermischten.

Danach gab ich das aromatisierte Blut präzise in den Trank, beobachtete, wie sich der einzelne Tropfen langsam von dem Glas löste, um dann in dem braunen, schlammigen Trank aufzugehen, als Severus in dieser Sekunde auch schon seinen Zauberstab über den Topf schwang und er den Rührlöffel 5 mal in die eine und 5 mal in die andere Richtung dirigierte. Unterdessen konnte ich mit staunenden Augen beobachten, wie der Trank vor meinen Augen zu verdampfen schien, die Flüssigkeit schrumpfte rapide vor sich hin und von Rührung zu Rührung, wurde der Trank immer röter und röter, bis er an eine glänzende, rote Lackschicht erinnerte.

Nun ließ Severus gekonnt den Kessel schweben, während er eine Phiole hochhielt und so den Trank vorsichtig umfüllte, damit auch nichts von dem kostbaren Gebräu verloren ging. Dabei verbreitete der Trank eine unverkennbare süße, erotische Note im ganzen Raum, dass mir fast schwindelte. Unwillkürlich fragte ich mich, was für eine Wirkung hätte er, wenn Draco ihn trinken würde?

Gerade eine Phiole schafften wir mit der Flüssigkeit zu füllen, das war dramatisch wenig, wenn man an die mannigfaltigen Zutaten dachte. Es reichte für mich, aber dass nur so wenig übrig bleiben würde hatte ich nicht erwartet, aber andererseits brauchte es nur einen Tropfen, damit der Trank genügend Wirkung erzeugen würde, die Dosis war also gering, selbst im Vergleich zu der so kleinen Menge, die entstanden war. Severus verkorkte die kleine, nun sehr wertvolle Phiole und überreichte mir schließlich stolz, mit einer gespielten Verbeugung den kleinen Glaskolben.

Ich war sichtlich gerührt, als ich die rotglitzernde Flasche im Licht ansah: „Danke Severus, ohne dich hätte ich das nicht brauen können!“, wisperte ich rau, bewegt von wahrlich ernstgemeinter Dankbarkeit, währenddessen verbeugte er sich noch einmal gespielt spöttisch vor mir, indem er seine Haltung nachahmte, die er auch vor dem Lord präsentierte und ich knickste sofort affektiert zurück.

Plötzlich war er in einer rasanten Bewegung bei mir und packte mich an den Hüften. Er zog mich überraschend nah zu sich, ich bog mich unbewusst weg und ging ins Hohlkreuz, aber er war stark und ging mehr oder minder mit, bedrängte mich mit einem unleserlichen Ausdruck in den tiefschwarzen Augen.

„Du weißt, dass sehr viel bei Dracos Auftrag passieren kann?“, raunte er auf einmal samtig, dabei strich sein heißer Atem über meine Lippen und ich blinzelte irritiert, fand den Fokus nicht, da ich mich nicht zwischen seinen Lippen und seinen Augen entscheiden konnte.

„Oh… naja, tut es das bei unseren Aufträgen nicht immer?“, wisperte ich atemlos zurück und ein fast maliziöses Lächeln legte sich auf seine Lippen, eines das eher zu Lucius gepasst hätte als zu ihm. Wusste er etwas über den Trank, was ich nicht wusste? Oder war das eine Anspielung auf vergangene Aufträge?

„Es ist immer gut, wenn du dich keinen Illusionen hingibst…“, strich sein Atem nun lasziv über meine erhitzte Haut, aber er ließ mich nicht los und meine Augen zuckten nervös hin und her.

„Tu ich nie… will ich denn zum Beispiel wissen, was bei deinem Auftrag bei den Vampiren genau passierte?“, hauchte ich nun unsicher zurück und vermied es geschickt, in sein Gesicht zu sehen, aber er wäre nicht Lucius‘ Vertrauter, wenn er nicht geschmeidig über das hinweggehen könnte, also zog er uns in einer fließenden Bewegung hoch.

„Es sagt keiner, dass du nicht schlau bist!“, sagte er betont bedeutungslos, etwas was mich sofort misstrauisch machte und ich fragte mich unwillkürlich, was dort in Transsilvanien gesehen war, aber ich stand nun wieder gerade und zuckte somit betont gleichgültig die Schultern, während er mich weiter derart komisch und intensiv anstarrte.

„So schlimm? Was du zu gestehen hättest?“, fragte ich, unsicher ob ich es wissen wollte und das war das Letzte, was ich fragte, bevor ich mich über seine Schulter geschmissen vorfand, da er mich nun einem Neandertaler gleich in sein Reich, das sein Schlafgemach darstellte, verschleppte und mich meine Frage vergessen ließ.

Dies war ein herrliches Spiel und der Abend sowie die Nacht ein besinnlicher Spaß. Unsere von Leidenschaft getriebene Vereinigung war regelrecht hitzig, denn es war die letzte unbeschwerte Zeit vor dem Sturm, der nun unbarmherzig über uns hereinbrechen würde, der jede Entscheidung zu einem Impuls der Sekunde reduzieren würde.

Ab morgen, Sonntag, würden sich die Ereignisse überschlagen und es war als ob wir dies spürten, so sehr wie wir diese Nacht genossen. Wir würden nicht mehr überlegt entscheiden können, sondern nur noch von Instinkten und schnellen Reaktionen getrieben agieren, aber all das wussten wir jetzt noch nicht.

Wie so oft hätte ich mich mal wieder tief in den glatten, dunklen Seidenlaken vergraben sollen, wenn ich denn gewusst hätte, dass heute der Tag aller Tage war!

Es war einfach brutal, aber so freute ich mich selten dämlich, dass mir Severus als erstes einen Kaffee offerierte, bevor ich am Haustisch von Gryffindor mit einem etwas weniger schönen Thema konfrontiert wurde.

„Was hat denn Hannah?“, fragte gerade noch Lavender dezent leise und schon brauste ein Wirbelwind zu uns.

„Wusstest du es? ... Wusstest du es?“, fauchte eine einem Berserker gleichende Hannah laut durch die Halle und stürmte über Bänke krabbelnd zu uns und ließ sich mit einem Plumps neben mir nieder, dabei wedelte sie mit einer zerknüllten Zeitung wüst durch die Luft. Das Chaos, das sie anrichtete und die Aufmerksamkeit, die ihr zuteilwurde, ignorierte sie gekonnt!

„Bitte?“, meinte ich minimal perplex, als mich ihre stahlharten, blauen Augen in den Fokus nahmen.

„DAS DA!“, raschelte es als sie die Zeitung ostentativ aufschlug, dabei lehnten sich nicht nur die Jungs, Neville und Lavender zu uns, sondern auch Padma, die neugierig zu uns stieß, fehlte an sich nur noch Blaise, dachte ich, während Ron geistesgegenwärtig zauberte und uns gegen die neugierigen Ohren der anderen abschottete. Doch wenn ein Slytherin offen zu uns stoßen würde, würde dies noch mehr Aufsehen hervorrufen als wir es sowieso schon taten und Blaise wusste das auch, blieb gelassen am Slytherintisch sitzen, warf uns aber einen fragenden Blick zu.

So zog ich mir den Propheten zurecht und warf einen Blick auf ihren Finger, der auf der fünften Seite auf einen etwas kleineren Artikel deutete.

Und hier fing es schon an, ich stöhnte laut auf, ich hätte sofort aufhören sollen zu lesen und wieder in ein Bett kriechen, egal in welches, in irgendeines, alles wäre besser gewesen als das, was da heute noch kommen mochte!

Mein fast vergessener Toast fiel mir aus den Händen, denn mir war gerade gar nicht nach Essen, nachdem ich dies nun gerade lesen durfte!

Ein rascher Blick zu Severus und Draco, beide beobachteten den Trubel hier bei uns am Gryffindortisch argwöhnisch, genauso wie die anderen Lehrer, aber keiner von ihnen schien schon an der Stelle angelangt zu sein, zu der sich Hannah schon vorgekämpft hatte.

„Und…, Hermione?“, forderte sie hart und unnachgiebig, während ich noch nachdachte.

„Was, was steht da?“, „Ja, was steht da?“, wollten alle Jungs neugierig wissen und ich stöhnte leise.

„Sag du es ihnen!“, ätzte das Mädchen böse gegen mich und ich leckte mir über die trockenen Lippen.

„Ja, hier steht, dass gestern Nacht ein reines Muggelmädcheninternat überfallen wurde und aus ihm fünf 18-19 Jährige Mädchen geraubt wurden… Erwähnung findet es nur hier im Propheten, da das Dark Mark am Firmament zu sehen war, während es aber weder Tote noch Verletzte zu vermelden gibt!“, fasste ich den Artikel in knappen Worten zusammen.

„Was? Krass… aber wie kommst du darauf, dass Hermione etwas davon wissen könnte?“, wollte Ron irritiert zu Hannah wissen, während deren vorwurfsvolle Augen unverwandt auf mir lagen.

„Weil da weiter unten noch steht, dass das Aurorenkommando vermutet, dass Werwölfe mit von der Partie waren, da die Türen eindeutige Prankenspuren aufweisen… also?“, drängte sie unbeirrt weiter und ich rollte die Augen. Fenrir hatte schnell gehandelt, das musste man ihm lassen.

„Wow, echt… krass!“, „Hermione?“, „Schönste?“, „Warum?“, riefen sie allen nun durcheinander.

„Oh und aufgrund des Artikels letztens, mit Greyback und Herminoe in der Diagon Alley, vermutest du, dass sie enger mit den Werwölfen ist?“, fragte Padma logisch in die atemlose Stille, die auf die Fragen folgte.

Ich stöhnte schon wieder. Es war enervierend, dass so viele mittlerweile wussten was ich war, das nervte echt, denn damit gingen die Rechtfertigungen einher, die ich noch mehr hasste.

Aber was ich noch schlimmer fand, war das Schicksal dieser Mädchen, die nun in der Höhle vor sich hin rotten würden. Wenigstens erkannte ich, dass Fenrir das Gespräch im Lager augenscheinlich in Erinnerung behalten hatte, denn in diesem Internat waren bestimmt nicht nur die „alten“ Semester gewesen, sondern auch junge! Er schien meine Bitte zu respektieren, dass ich keine Minderjährigen dort haben wollte und ja, ich war schon dafür dankbar, für diese mikroskopisch kleine Mildtätigkeit.

Ich war mir nur ziemlich sicher, dass die anderen meine Dankbarkeit nicht würden nachvollziehen können und so blickte ich wehmütig auf meinen Toast, der mir vor ein paar Minuten noch geschmeckt hatte, aber jetzt fühlte ich eher eine latente Übelkeit denn Hunger, aber auch hier… wenn ich gewusst hätte, was noch heute passieren würde, hätte ich die Stärkung doch bevorzugt und etwas gegessen, da ich aber brutal mies in Wahrsagen war, tat ich es nicht und rannte einfach so frohgemut in mein Unglück!

„Naja…“, setzte ich widerwillig an.

„Du wusstest es?“, hauchte Lavender entsetzt.

Und auch Ron blickte mich mit riesigen Augen fassungslos an, während Hannah zufrieden aussah, dass sie recht gehabt hatte. Auch Padma wirkte relativ selbstzufrieden, denn sie schien ebenfalls damit gerechnet zu haben, dass ich mehr wusste, während Harry erstaunlich wenig in sich sehen ließ. Er war fast als unleserlich zu bezeichnen aber Neville schluckte nervös um nun rasch mit etwas Orangensaft nachzuhelfen, den er tollpatschig wie er immer noch war in die Luftröhre bekam und erbärmlich loshustete, worauf ihm Lavender ungewohnt hart und roh auf den Rücken klopfte.

„Ähm, seid doch nicht sooooo schrecklich voreilig! Ich wusste es nicht! Nicht richtig zumindest…“, verteidigte ich mich rasch.

„Könntest du vielleicht auf den Punkt kommen? Sonst bist du auch nie um Worte verlegen! Außerdem stehen wir alle unter zig Zaubern und Flüchen. Wir können gar nicht reden, selbst wenn wir wollten!“, zischte Hannah recht böse, als ich aus den Augenwinkeln wahrnahm, wie sowohl Severus als auch Draco die betreffende Stelle erreichten und genauso reagierten wie ich erwartet hatte, sie hatten es auch gewusst, dass für Nachschub gesorgt werden musste. Allein schon der Gedanke wollte mich schaudern lassen, implizierte er doch, dass mit den vorhergehenden Mädchen das Schlimmste geschehen sein musste was konnte! Oder doch auch das Beste für sie, da der Tod eine Erlösung war?

„Okay, dann diese Variante! Ja, natürlich wusste ich es! Ich war im Rudel und hab extra mit Fenrir verhandelt und ihn GEBETEN nur Ältere zu holen!“, perlte es gehässig aus mir, denn ich fühlte mich in die Enge gedrängt, was ich gar nicht haben konnte und wenn sie sich mit der unschönen Wahrheit, an der es nichts zu ändern gab, plagen wollten, bitte!

„Und damit findest du hat es sich? Mit dem Alter?“, keuchte Neville mit heiserer Stimme, nach seinem Erstickungsanfall.

„Nein! Und ich werde euch nicht sagen für was, wie oder wo es für diese Frauen hingeht, denn das geht euch nichts an! Und niemand, weder ICH noch ihr, könnte daran etwas ändern, denkt nicht mal daran!“, würgte ich ihre Anteilnahme ab.

„So schlimm?“, flüsterte nun Harry fast tonlos neben mir und ich ruckte zu ihm herum, weg von meinen Richtern.

„Wie?“, runzelte ich fragend die Stirn.

„So wie ich es sage, du klingst und reagierst so, als wäre es selbst für dich schlimm!“, erklärte Harry in die Stille von unserer Gruppe und ich biss mir hart auf die Lippe und ärgerte mich schwarz, dass Harry wieder mal mehr sah als er sehen sollte.

„Sagen wir so, es ist einer der weniger schönen Aspekte! Ich heiße das weder gut noch sonst was, aber was soll ich dagegen tun?“, bekannte ich zäh.

„Selektive Auswahl?“, forschte Padma recht brüsk nach, blickte aber so aus der Wäsche als wollte sie brechen.

„Oh, für so arrogant halte ich mich nicht! Aber ich kämpfe nur Schlachten, die ich gewinnen kann und gegen den Lord, den Zirkel und alle DeathEater kann ich nicht gewinnen! Und selbst Severus und Draco halten sich auch hier wohlweislich zurück…, dies hier befriedigt die niederen Instinkte des Pöbels, versuch es hinzunehmen oder er wird dich vernichten!“, resümierte ich abgestumpft, denn mit dem Gewölbe hatte ich mich immer noch nicht ausgesöhnt und würde es wohl auch nie.

„Das ist grausam!“, wimmerte Lavender.

„Aber halt leider die Wahrheit!“, kam es recht bissig von mir. Was dachten die, was ich im Gewölbe immer erlebte?

„Was können wir dagegen tun?“, wisperte Neville betroffen.

„Sag mal, Neville, hörst du mir nicht zu? NICHTS!“, meinte ich deutlich ungehaltener aber sein Blick aus harten, fast schon verbitterten Augen traf mich.

„Das sagst du sooo leicht!“, ätzte er vorwurfsvoll.

„Leicht?“, echote ich und erlebte zu meiner Verblüffung, wie Lavender ihre Hand auf seinen Arm legte und auch Hannah sich leicht über den Tisch zu ihm beugte. „Ihr könnt nur tun was ihr schon tut, euch weiter vorbereiten und Harry unterstützen, mehr nicht!“, erklärte ich brüsk.

„Neville, sag bitte so was nicht zu ihr, … ja?“, bat Lavender leise und ich machte große Augen, denn auch Hannah nickte bestätigend.

„Lass es mit den Vorwürfen gut sein!“, raunte auch sie zu ihm, anscheinend hatte sie mein Eingeständnis besänftigt, dass ich um volljährige Frauen bat, wenngleich mir auch ansonsten die Hände gebunden waren.

Aber ich wollte mich diesen ganzen Vorwürfen geschickt entziehen und wandte mich freundlich an die Runde.

„Damit ihr euch nicht wundert, ich bin heute Nachmittag auswärts… wie lange es dauert, lassen wir uns überraschen, ich weiß es nicht, deckt mich!“, verabschiedete ich mich rasch, denn ich wollte nur weg aus dieser Situation.

„Wohin gehst du?“, fragte ein besorgter Harry, während ich entschlossen aufstand.

„In mein Haus!“, antwortete ich ihm knapp.

„Ohhh…, dann viel Glück, schließlich haben sie sogar die Twins in den Wahnsinn getrieben!“, waren dies die letzten aufbauenden Worte von ihm, die ich wahrnahm, bevor ich den Bann durchbrach und die heftig diskutierende Runde hinter mir ließ, aber Harry folgte mir auf dem Fuß.

„Hey, Hermione, warte kurz, hier schau mal!“, rief er noch eilig und während wir nun gemeinsam die Treppen hinaufstiegen, reichte er mir einen alten, vergilbten Zeitungsartikel.

„Hier, das haben wir in der Schulbibliothek gefunden, über eine ehemalige Schülerin namens:
„Eileen Prince“! Der Name lässt gefährlich was in mir klingeln! Besonders dieses bezeichnende Prince!“, während er aufgeregt neben mir sprach, las ich schon gespannt den Artikel über einen Tränkewettbewerb, den Eileen in den 1940´er Jahren gewann und dass sie eine Zeitlang erfolgreich den Koboldsteinclub leitete. Daher also seine Begabung, ein begnadeter Braukünstler zu sein, er hatte von ihr dieses Talent geerbt, das er zu einer Kunstform entwickelt hatte. Dies war also Severus‘ Mutter, natürlich kannte ich ihren Namen von dem Stammbaum in der Malfoybibliothek, aber damals war es nur ein inhaltloser Name auf einem Blatt Papier gewesen. Jetzt bekam die Frau ein Gesicht und eine Historie.

Sie war schmal, geradezu zierlich gebaut, hatte feine, aber auch schmale Gesichtszüge und wirkte recht blass, dazu stach ein Merkmal besonders hervor, das sie offenbar an Severus vererbt hatte, dicke, schwere, pechschwarze Haare, die ihr in leicht gewellten Strähnen über die Schultern fielen. Ihre dunklen Augen, ob sie schwarz waren, wie Severus‘, war auf dem Bild nicht ganz zu erkennen, strahlten freudig ob des gewonnen Wettbewerbes. Sie war alles in allem eine hübsche, junge Frau, sehr dunkel und sehr blass, aber sehr hübsch, in einer gewissen düsteren Schönheit!

„Wow, das darfst du ihm nie sagen! Er mag es nicht, wenn man in seiner Vergangenheit gräbt!“, warnte ich eindringlich, denn ich erinnerte mich an die delikate Auseinandersetzung als er mich im Manor über den Stammbäumen entdeckt hatte.

„Ja, ist mir schon klar! Aber daher der Name, oder? Sie hat keinen Reinblütigen geheiratet, oder? Daher der Halfblood-Prince, oder? Das Halbe halt…“, zeigte sich Harry von seiner gewohnt neugierigen Seite.

„Ja, Harry, er wäre über dein logisches Geschick, das Offensichtliche zusammenzuführen, bestimmt beeindruckt!“, meinte ich leicht hämisch als er mir sehr erwachsen die Zunge rausstreckte.

„Weißt du, du hängst zu oft mit ihm ab, es ist als würde man mit ihm sprechen, echt gruselig!“, kommentierte ich diese Beleidigung gar nicht, als wir auf den verschlungenen, abkürzenden Wegen am Raum der Wünsche vorbeikamen und leider gerade miterleben durften, wie soeben eine Person unsanft aus dem Raum flog.

Selten, dass dieser Raum aktiv gegen das Eindringen von jemandem vorging, aber es passierte gerade und somit lag die vom Raum verschmähte Person recht unglücklich auf dem Boden und brabbelte wirres Zeug vor sich hin, als sich Harry, gutmütig wie er war, mit einem Stöhnen bückte, um der Person aufzuhelfen.

Dabei klirrte es, verdächtig nach einigen leeren Flaschen, in ihren verstreuten Taschen, die um sie herum lagen und nach einer dieser eindeutig nach Sherry duftenden Flaschen griff ich nun und ließ dann diese der Reihe nach mit einem Seufzen magisch verschwinden. Für einen normalen Magier war dies an sich kein Ding der Unmöglichkeit und so fragte ich mich zaghaft, wie so etwas eine Lehrerin sein konnte.

„Professor… was machen Sie hier?“, fragte Harry ruhig.

„Oh…,oh…, mein Junge, das ist eine gute, eine vorzügliche Frage, um genau zu sein…! Dieser Raum ist widerlich, ich hab um Hilfe gerufen,… um mein Leergut loszuwerden und dann will er es nicht, mir unverständlich! Das ist doch eine bodenlose Frechheit, oder?“, beschwerte sie sich weinerlich und ich fragte mich nochmal, warum sie die Flaschen nicht einfach magisch wegzauberte.

Das hatte sich auch bestimmt der Raum gefragt!

„Sind Sie sich sicher?“, fragte Harry vorsichtig nach und schien betont nur noch mit dem Mund zu atmen, um ihrer starken Fahne zu entgehen.

„Oh, was? Naja, vielleicht war auch schon ein anderer im Raum? Ich weiß es nicht, ich hörte Geräusche, verdächtige Geräusche! Dann wurde alles dunkel…, stockdunkel und ich wurde hinausgeworfen…, ist mir noch nie passiert!“, glubschte sie durch ihre dicken, runden Brillengläser wie ein zu großes Insekt und schüttelte total überfordert das wirre Haupt.

„Ich fühle mich hintergangen, bestimmt spioniert man mir nach! Es wäre nicht das erste Mal!“, wedelte sie wie wild mit ihren Armen durch die Luft und ihre Schals und Schleier schwirrten wie verrückte, bunt flatternde Flügel um sie herum und vervollständigten das leicht debile und betrunkene Bild, das sie abgab. Wir warfen uns nur genervte Blicke zu.

„Aber ich habe ja nie Glück, da erinnere ich mich an mein Bewerbungsgespräch im Eberkopf mit Dumbledore… ach…, dort hat mich der damals ebenfalls arbeitssuchende Snape belauscht, aber da wurde wenigstens ER vom Wirt hinausgeworfen… und nicht ich… Tsetsetse… Kindchen, wo sind meine Flaschen hin?“, fragte sie nun mich lallend und ich warf ihr einen sehr sparsamen Blick zu.

Harrys Blick flackerte kurz, da ihm natürlich die Erkenntnis kam, dass damals Severus die halbe Prophezeiung an den Lord weitergeleitet hatte, aber er hatte sich mittlerweile genug im Griff, um an sich zu halten und bei dieser Erkenntnis nicht auszuflippen. Trelawneys Worte waren für Harry offenbar das letzte Puzzleteil, das alles zusammensetzte, aber auch mir bestätigten sie nur die Vermutung, dass es Severus gewesen war, der damals spioniert hatte. Ich konnte sehen, wie in Harry die Erkenntnis sackte, er aber ruhig blieb, das war ungewohnt, aber schön.

Aber selbst ich dachte wieder an die Szene in Dumbledores Büro zurück, als wir nach dem desaströsen Ministeriumsbesuch in dem Büro des Schulleiters gelandet waren und er uns dort mit seiner Erinnerung von Trelawney konfrontiert hatte. Er hatte damals nur ausweichend von einem „Spion“ des Lords gesprochen, der spioniert und verraten hatte, was er belauschte aber nicht bekannt, wer es gewesen war.

Dass es Severus gewesen war, hatte er wohlweislich unterschlagen und dass Severus nie darüber gesprochen hatte, verstand ich. Er sprach sowieso so gut wie nie über irgendetwas, wieso sollte er also mit dieser delikaten Offenbarung freiwillig rausrücken?

Eben, das wäre sonst nicht er!

Über die Professorin hinweg tauschten wir uns gerade nonverbal aus. Wir waren anscheinend in derselben Erinnerung gefangen und ich zuckte abwägend mit den Schultern und selbst Harry schien nicht wirklich wütend, eher irritiert über die Erkenntnis, wer der Verräter gewesen war!

Wobei ich mir sicher war, dass Severus damals nicht hatte abschätzen können, was diese halbgare Prophezeiung auslösen würde, wenn er sie weitergab. In meinen Augen hätte ich sie auch weitergetragen, da sie nicht wahrlich aussagekräftig schien, vor allem nicht bis zu dem Punkt, an dem sie belauscht worden war.

Es war eine Verkettung von unglücklichen Umständen, dass der Lord die Aussage dieser Möchtegern-Wahrsagerin ernstnahm, damit hatte wahrlich keiner rechnen können.

Selbst Harry schien zu einem ähnlichen Ergebnis in seinen Überlegungen zu gelangen, denn plötzlich zog nun auch er seine Schultern hoch und legte ein schiefes, beinahe entschuldigendes Grinsen auf seine Züge.

„Oh, da fällt mir ein! Dumbledore wollte, dass ich Ihnen, Mr. Potter, ausrichte, dass Sie zu ihm kommen sollen! Ja genau… also husch, husch mit Ihnen! Sie wollen doch den Direktor nicht warten lassen… das hatte ich ja völlig vergessen…“, pikiert starrte Harry auf die flatternden Hände von Trelawney, die ihn wegscheuchten und er blinzelte fragend zu mir.

„Geh!“, meinte ich zu einem rasch enteilenden Harry, während ich die sichtlich verwirrte Frau zurückließ um mich umzuziehen, damit ich meinen Tag angehen konnte.

So war es dann auch, dass ich entschlossen, aber mit unbestimmtem Gefühl die Treppe zu meinem Elternhaus hinaufstieg.

Ich konnte Gellert verstehen, dass er es vermisste, ich vermisste es auch schon, ihn hier zu sehen, jetzt würden mir zwei skeptisch gegenüberstehende Personen hier wohnen und leben.

Auf der anderen Seite war es, aufgrund des Wissens, das Severus und Lucius von meinem Haus hier hatten, besser, wenn Gellert weiter weg war, nicht auszudenken wenn sie ihm über den Weg gelaufen wären.

Trotzdem öffnete ich mit leisem Wehmut klackend die Tür und lauschte erst mal Sekundenlang, bevor ich langsam eintrat, um die Tür wieder sicher zu schließen. Hier Gellert zu besuchen war schon schöner gewesen als mich dem mir ganz und gar nicht wohlgesonnen Paar, Remus und Tonks gegenüberzusehen, die mir oft etwas zu überdreht war, wo er schwermütig daherkam.

Gellert hatte auf eine Art Leben in dieses Haus gebracht, wie es mir gefallen hatte, mit seiner Neugierde für all die Muggeldinge in diesem Haus, der Begeisterung, mit der er den Kräutergarten eingerichtet hatte und wie er in der Küche fröhlich die Schürze meiner Mutter tragend gebacken hatte. Außerdem waren die Besuche bei ihm für mich immer hilfreich gewesen, wir waren Gleichgesinnte in einer Welt, in der es verschwinden wenige von uns gab, das verband uns und machte Gellert für mich zu fast so etwas wie einem großväterlichen Freund, der mir mit Rat und Tat zur Seite stand, auch wenn ich dabei nie vergaß, wer Gellert war und dass er trotz seiner verschrobenen Art ein sehr gefährlicher Zauberer und gemeiner Verbrecher war.

Ich stoppte trotz aller Vorsicht abrupt, da ich nun etwas hörte, etwas was dazu führte, dass sich meine Augen ungläubig weiteten. Das hörte sich nicht wie streiten an, eher wie das Gegenteil davon.

Mir schlug ein Stöhnen und Seufzen entgegen, sowie das Quietschen einer sich im Rhythmus bewegenden Feder. Erst schüttelte ich ungläubig den Kopf, doch dann breitete sich ein fast sardonisches Grinsen auf meinen Zügen aus. Es würde mir ein Spaß sein, schwungvoll um die Ecke des Flurs zu biegen, um flott das Wohnzimmer zu erstürmen und die beiden zu schocken.

Wie so oft fragte ich mich kurz, warum ich mir so was immer freiwillig antat.

Das Bild, welches sich mir bot, war amüsant!

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