When Hermione Fights
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 Kapitel 369-370

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BeitragThema: Kapitel 369-370   Kapitel 369-370 EmptySo Apr 21, 2013 8:37 pm

369. Kapitel Fluchtgeld


Am nächsten Tag stand ich gewohnt früh auf und fand Ianus, Dracos Eule, vor meinem Fenster, die mir etwas beleidigt einen Brief entgegenhielt. In diesem Brief zeigte sich Draco leicht unverständig über mein gestriges Verschwinden und erklärte, dass ihm leider die Zeit fehlen würde um ins Manor zu kommen, daher fragte er, wann er denn wieder mit meiner werten Anwesenheit in Irland rechnen dürfte, da morgen die gefälschten Einladungen der Slytherins aktiviert werden würden und diese Fuhre über einen Vorposten außerhalb Irlands ankäme, wie es für alle geplant gewesen und aufgrund der wenigen Zeit nicht zu realisieren gewesen war.

Dies war Dracos und Blaises ureigenes Projekt im Haus der Schlangen gewesen, weil die meisten Bewohner nicht zur DA und BL gehörten, aber diese „unentschiedenen“ Purebloods sehr wohl nicht im Dunstkreis der DeathEater daheim belagert werden wollten und eine Fluchtmöglichkeit suchten.

Draco hatte für diese eigene, kleine Gruppe innerhalb des Dubliner Wohnkomplexes etwas freigehalten, sodass sie nun, wenn sie denn wollten, unbehelligt die Ferien verbringen oder sich auch etwas mehr in die Gemeinschaft einfügen konnten. Es war ein langsamer, fast schleichender, aber durch Draco auch stetiger Prozess, die Slytherins mehr einzugliedern in das Gefüge der Häuser in Hogwarts. Auf jeden Fall waren viele dieser Kinder für seine Unterstützung dankbar und hatten gerne an diesem Komplott teilgenommen, sich gegenseitig wüst einzuladen und damit ihren Eltern das Blaue vom Himmel zu lügen, wo sie die Ferien verbringen würden.

Draco klang in seinem Brief recht patzig, an sich wie gewohnt überheblich und arrogant aber ich spürte, dass es ihn ärgerte, wie ich ihm sein wertvolles Geschenk mehr oder minder vor die Füße geschmissen hatte.

Gehässig grinsend ließ ich das Papier in Flammen aufgehen, da niemand wissen musste was mir Draco schrieb und entschied erst mal, nicht sofort zu antworten, weil morgen, am Samstag, die DA-Mitglieder mit dem Portschlüssel im walisischen Camp ankommen würden, um dann nach Irland zu gehen und das würde ich mir nicht entgehen lassen, also würde Draco sich bis dahin gedulden müssen.

Ich hatte keine Ahnung, was Flint und Co. zusammen mit Draco angestellt hatten um das alles wirken zu lassen wie ein sicheres Camp und ich war gespannt, wie es werden würde. Natürlich hatte ich die Koordinaten vor einiger Zeit genannt bekommen, also musste ich nicht nachfragen und würde ihn dann einfach überraschen, so wie er mich auch auf dem Turm mit seinem Deal überrascht hatte, den er mit Harry geschlossen hatte.

War ich ein nachtragendes Biest?

Vielleicht, aber ich schwelgte gerade in Rachegelüsten, denn ich hasste es, wenn man meine Pläne terminierte und ganz ehrlich, warum sollte ich immer nachgeben?

Wie auch immer, ich zog mich nun an, wählte ein leichtes Sommerkleid. Es war aus herrlich kühler, glatter Seide gearbeitet und mutete leicht japanisch an. Der gerade Etuischnitt und der leichte Wasserfallkragen machten es elegant und die verspielten, unregelmäßig verteilten Blumen und Pflanzenarrangements auf dem Kleid verliehen ihm mehr Sommerlichkeit. Der weißgraue Grundton des Kleides ließ die bunten Blüten umso mehr strahlen und ich fühlte mich einem warmen Sommertag gewachsen, da das Kleid nur bis zu den Knien reichte und keine Ärmel hatte.

https://www.dropbox.com/s/3oviq1zhwabuoq7/Kleid%20Kapitel%20369.jpg

Danach ging ich hinunter in den Salon nur um fast von einem hektisch entschwindenden Lucius überrannt zu werden, gefolgt von einem flatternden, dunkeln Mann.

„Morgen!“, rief ich perplex.

„Morgen, der Lord ruft!“, beschied mir Lucius, während Severus nur grimmig aussah und schon apparierten sie aus der Halle und ich stand da, wie bestellt und nicht abgeholt.

„Na dann halt nicht!“, sprach ich zur mir, denn es wunderte mich selbst, dass er noch nicht gerufen hatte, aber ich wartete täglich auf den Ruf meines Lords. Ich hoffte, dass er nicht morgen erfolgte, aber vielleicht wüssten die Männer heute Abend mehr.

Ich war so frei, ging in das hergerichtete Frühstückszimmer, bemerkte wie der Elf dabei war, die benützten Teller der Männer wegzuschaffen und wie er bei meinem Eintreten mir rasch meinen schwarzen Kaffee einschenkte.

Dabei wusste ich gar nicht, wie ich es sagen soll, aber ich genoss meine Ruhe in vollen Zügen. Ich las in absoluter Ruhe, in wirklicher, ungestörter Stille die Zeitung, trank und aß ein wenig, dabei blickte ich auf in die erblühende Parkanlage und merkte, wie gut es mir tat alleine zu sein!

Es half mir, den roten Faden in diesem Wirrwarr nicht zu verlieren!

Denn schlussendlich hatte ich wirklich überall meine Finger mit drinnen, egal ob im Orden, in der Connection, der DA und BL, in Irland, meiner Familie oder bei den DeathEatern.

Wenn man es so betrachtete, war es ein wagemutiger und sehr wackeliger Balanceakt, den ich hier vollführte, wie ein Seiltänzer ohne Netz.

Als ich mir die letzte Himbeere in den Mund steckte und zur verschnörkelten, barocken Standuhr blinzelte, die gerade 10 Uhr zeigte, wurde mir so richtig klar, heute hatte ich wahrlich getrödelt aber mein nächstes Treffen stand an und so begab ich mich in meine Räume und richtete mich her, band mir die Haare aus dem Gesicht, aber ich nahm von einem Pferdeschwanz abstand, denn bei dem wusste man schließlich nie, wohin er verbotenerweise schielen würde.

Und schon stand ich im Park des Grimmauld Place und wartete auf ihn, der da auch schon an gehumpelt kam in seinem, wie mir schien, für diesen warmen frühlingshaften Tag viel zu dicken Ledermantel.

„Sie sehen gut aus, viel ausgeruhter als vor 2 Tagen, Miss… ach, lassen wir das!“, brummte er grummelig und tippte sich an die vernarbte Stirn.

„Ihnen auch einen schönen Tag, Sie alter Haudegen!“, meinte ich gutmütig und grinste frech zu ihm auf. „Gibt es was Neues, oder wollen wir los?“, fragte ich dezent, da er keine Anstalten machte sich zu setzen.

„Nee, gemeinsam oder einsam?“, wollte er hämisch grinsend wissen und ich rollte die Augen.

„Natürlich einsam! Sie wissen schon, diese ständige Wachsamkeit!“, zog ich ihn auf und zwinkerte ihm zu und er verzog seinen schiefen Mund zu einem hämischen Grinsen.

„Ich schlage den Magnolienring vor, dann können wir bis zu Harrys Haus gehen…“, bot ich an, worauf er nickte und so sprang ich sofort, noch im Sitzen und landete stehend auf diesem gestutzten, runden Kreisel, der die verkehrsreiche Straße von Little Whinging von den ruhigen Wohnstraßen abgrenzte.

So krachte es ebenfalls ganz leise neben mir und plötzlich stand Moody auch schon da und grinste mich verschlagen an, während wir uns an die Überquerung der Straße machten.

„Grässlich, diese Muggelgegenden!“, ätzte er verächtlich.

„Wohl wahr, es lebe das Spießbürgertum!“, gab ich ihm von Herzen recht und schüttelte mich, das Manor verzog mich wahrlich.

„Frage mich immer noch, was Albus damals damit bezweckt hat, den jungen Potter hier abzustellen!“, murrte der alte Mann neben mir giftig.

„Das werden wir von ihm bestimmt niemals erfahren!“, entgegnete ich süßlich und so bogen wir in den Ligusterweg ein.

Bestimmt gaben wir ein originelles Bild ab, die junge Frau in dem hübschen, seidigen Kleid und der alte, verkrüppelte, entstellte und einäugige Mann, der humpelnd daher kam, mit seinem groben Gehstock.

Aus den Augenwinkeln konnte ich einige Blicke auf mir spüren, die eindeutig nicht zu den Nachbarn gehörten.

„Sie haben Harry beschatten lassen?“, wollte ich leise wissen.

„Natürlich sind hier Bewacher! Ich will wissen, wenn der Ort auffliegt, sie werden auch bleiben, wenn Potter weg ist!“, grummelte er vor sich hin und ich nickte von seiner Sorgfalt und Weitsicht beruhigt.

Moody schien Dinge zu bedenken über die Albus gerne hinweggesehen hatte, weil sie nicht wichtig genug für ihn erschienen. Dieser alte Haudegen war sich seiner schützenden Aufgabe wenigstens allen gegenüber bewusst!

„Das ist weise! Ich könnte mir vorstellen, dass Harrys Heimatadresse bestimmt bald dem Lord offenbart werden wird!“, gab ich großzügig und auch ein wenig doppeldeutig zu bedenken und erntete nur einen schellen Blick, der zeigte, dass er die Anspielung durchaus verstand.

„Gut zu wissen, dass wir das denken!“, nuschelte er zweideutig und ich verbiss mir wacker das Lachen, da durchaus durchklang, dass er vermutete, dass ich den Lord nicht nur aus Erzählungen kannte, aber ich reagierte nicht wirklich, sondern nickte nur sachte.

Somit betraten wir den Vorgarten zum Ligusterweg Nr. 4 und schritten auf die Haustür zu. Ich läutete an der Klingel, worauf die Tür auch fast sofort von Harry aufgerissen wurde, der sich als sichtlich entnervt entpuppte. Seine Haare waren struppiger als sonst und er stand mit schiefer, runder Brille auf der Nase vor uns. Wir erlebten ihn, wie er früher gewesen war, mit überschäumendem, kaum gezügeltem Temperament.

„ENDLICH!“, stöhnte er laut und schon hing er an mir und umarmte mich wie einen Rettungsanker, seine ungeliebte Familie schien ihn an den Rand der Kontrolle zu treiben.

„War es so schlimm?“, wisperte ich schmunzelnd in sein Ohr, während ich ihn zurückdrückte und die Umarmung erwiderte, mir Moodys Anwesenheit sehr wohl bewusst.

„Bäähhh… ich hatte verdrängt, wie sehr ich es hier hasse!“, flüsterte er zurück, aber Moody hörte es sehr wohl, während wir uns vorsichtig lösten.

„Aber sie waren anständig zu dir?“, wollte ich weiterhin wissen, mit drohendem Unterton in der Stimme, dabei ignorierte ich, dass seine Verwandten ihre Köpfe neugierig aus dem Wohnzimmer zu uns in den Flur steckten.

„Jupp, passt schon, ich war meistens oben!“, ging sein Zeigefinger in die Höhe.

„Na dann, hast du noch was hier was du holen musst?“, fragte ich sofort.

„Nee, alles in meiner Hosentasche, ich will hier weg!“, kam es recht geschäftig von Harry und ich schmunzelte über seine Art, am liebsten sofort zu verschwinden.

„Nicht so schnell, Potter!“, polterte Moody dann auch sofort los und hievte seinen stämmigen Körper an uns vorbei, durch den engen Flur.

Wir hörten ein erschrockenes Quietschen, als er sich durch den Türrahmen in das Wohnzimmer schob.

„WASSS wollen Sie hier?“, hörte man die hohe, schrille und auch irgendwie aggressive Stimme von Harrys Tante aus dem Wohnzimmer schallen. Sie fühlte sich eindeutig bedrängt.

Als wir rasch hinzukamen, versteckten sich Mutter und Sohn hinter dem massigen Herren des Hauses.

Wobei eindeutig auch diesem Choleriker anzusehen war, dass ihm Moodys eigenwillige Erscheinung nicht behagte. Sein imposanter, schwarzer Schnurrbart wackelte bedrohlich in seinem geröteten Gesicht, das noch runder wirkte, da er fast keinen Hals aufzuweisen hatte und seine wässrigen Augen funkelten uns böse, aber auch furchtsam an.

Eine gefährliche Mischung!

„Und sie sind mit den Potters verwandt? Was für eine Schande!“, resümierte Moody recht barsch und schüttelte sich etwas, was die tadellos, in einem einfallslosen, sommerlichen Kostüm gekleidete Hausfrau erbeben ließ. Sie empfand diese Provokation eindeutig als die Beleidigung, als die sie auch gedacht war, daher reckte sie trotzig ihr Pferdegesicht in die Höhe und schnaubte einem Gaul gleich aus.

Ich machte aus, dass sie total dürr war, ohne Rundungen, ganz im Gegensatz zu den Männern in ihrem Haushalt, dazu offenbarte sich ein wenig schmeichelhafter, überlanger Hals, auf dem ihr nicht sehr ansehnliches Antlitz thronte.

„Und was soll uns das interessieren? Wir hatten nie Interesse an den Potters!“, spuckte sie mutig über die Schulter ihres Mannes.

„Mum… nicht… Mum… lass Harry… Mum…“, jammerte plötzlich der imposante Junge der Frau ängstlich zu. Dies war Harrys Cousin, Dudley, der einen genauso runden Kopf wie sein Vater mit dünnem blondbrünettem Haar hatte, das ihm wenig schmeichelhaft an seinem runden Kopf klebte. Sein Kopf saß genau wie bei seinem Vater fast ohne erkennbaren Hals auf seinem massigen Körper.

„Was, Junge?“, forschte Moody ungeduldig und sein magisches Auge kreiste wie irre in der Höhle, das schien den Dursleys den puren Horror auf Erden zu bescheren.

„Nichts… nichts …“, stotterte Dudley panisch und blickte rasch auf den Boden, aber er schien seit den Dementoren eine etwas andere Einstellung Harry gegenüber gewonnen zu haben, auch wenn er uns augenscheinlich fürchtete.

„Hören Sie auf der Stelle auf meine Familie einzuschüchtern! Wir haben, wie Sie wollten, den Freak… naja, Potter aufgenommen, was wollen Sie noch?“, brüllte Vernon aufgebracht, dabei bebte sein Schnurrbart bedenklich und ich verzog den Mund, denn irgendwie juckte es mich in den Fingern, diesen Muggeln Manieren beizubringen und das Schlimme war, Lucius‘ vielfältige Kreativität kam mir sofort in den Sinn.

Die Erkenntnis, wie sehr mich dieser Mann beeinflusste, jagte mir einen widerwilligen Schauer über den Rücken und ich nahm geistig davon Abstand, Harrys unmögliche Familie zu foltern oder zu verfluchen.

„Halten Sie die Klappe!“, knurrte ich durch mühsam zusammengebissene Zähne, denn meine Aggressionen gegenüber diesen Menschen waren riesig, wenn ich mich daran erinnerte, was mir Harry ab und an schweren Herzens erzählt hatte.

Irgendetwas an meinem Gebaren sorgte dafür, dass mal wirklich alles und jeder den Mund hielt. Wie wohltuend.

„Wer sind Sie überhaupt?“, fasste sich dann wieder dieses unerträgliche Weib als erstes und glubschte mich an.

„Entweder die Frau, der Sie ein neues Leben verdanken oder aber das Alte bald aushauchen wird, wenn Sie nicht endlich zuhören!“, drohte ich seidig und erntete empörtes Luftschnappen, aber auch furchtsame Fassungslosigkeit, während ich sie alle zusammen mit kaltem Blick in Grund und Boden starrte.

Moody schien es zu gefallen, denn mittlerweile hatte er sich mit seinem Ellenbogen auf seinen Stock gestützt und beobachtete nur noch gut unterhalten die Konversation.

Gerade wollten sowohl Vernon als auch Petunia ansetzten, mich zusammenzubrüllen, da sie ihre Münder empört aufrissen, als:

„Ärgert sie nicht! Ist wirklich besser für euch!“, warnte Harry vom Türrahmen her, an dem er lässig mit der Schulter gelehnt stand. Er sah chic aus in seiner dunkelgrauen Stoffhose und dem grünen Hemd, das nicht ganz zugeknöpft war. Man erkannte deutlich die neue Eleganz, die er seit einiger Zeit sein eigen nannte und die ihn wesentlich älter und reifer erscheinen ließ als fast 17-jährig.

„Wa…“, begehrte Vernon auf.

„Das was ich sagte, Onkel Vernon! Hört ihr zu und seid besser still, denn mit Hermione ist nicht zu spaßen!“, erklärte Harry weiterhin ernsthaft und die fassungslosen Blicke aller drei Muggel lagen ungläubig auf mir, dem jungen Mädchen in seiner eleganten Aufmachung.

„Er hat recht, hören sie auf Harry! Lassen sie sich von der äußeren Erscheinung nicht täuschen, bitte! Und um ganz ehrlich zu sein, wollen wir alle das ganz schnell hinter uns bringen und je länger sie uns mit ihren enervierenden Einwürfen ausbremsen, desto länger werden wir hier sein müssen! Ein Umstand, den wir alle vermeiden wollen! Und ich muss ihnen leider mitteilen, dass ihre Räumlichkeiten bei weitem unter meinem gewöhnlichen Niveau liegen…“, beschied ich schrecklich selbstgefällig und arrogant, ahnend dass Lucius stolz auf mich wäre.

„Was soll das heißen?“, meinte nun Vernon sehr, sehr leise, als hätte ich ihn gerade tödlich beleidigt, während der eingebildeten Frau über meiner Behauptung, dass sie und ihre Umgebung gewöhnlich wären, der Mund weit aufging.

„Wie ich es sage! Es ist kein Vergnügen, in ihrem kleinen Haus zu sein… ich fühle mich deutlich beengt!“, wedelte ich affektiert über das zu kleine Wohnzimmer, das mein Ankleidezimmer hätte sein können, mit meiner Hand.

„WIE BITTE?“, krächzte sie angegriffen und reichlich pikiert.

„Was wollen Sie sagen?“, polterte Vernon verärgert.

„Was ich gesagt habe! Meine Familie ist es gewöhnt, mehr Platz ihr eigen zu nennen!“, informierte ich überheblich, wie nur ein Malfoy es konnte und durfte erleben, wie Moody mit einer sehr raschen, sehr knappen Bewegung zu Harry sah, da er noch immer wissen wollte, ob dieser wirklich von meiner „neuen“ Familie wusste, ob Harry wusste, dass ich eine Malfoy war, aber da Harr vollkommen emotionslos, mit verschränkten Armen dastand, sprach das wohl für mich.

„Ihre Familie? Von Freaks! Von Leuten mit Stäben, die wild rumfuchteln und sich gegenseitig umbringen!“, ätzte Vernon gehässig weiter und ich rollte die Augen.

„Bitte, meine Familie würde in dieser wie in jener Welt nicht mit ihnen verkehren! Schon alleine, da sie den gesellschaftlichen Anforderungen nicht entsprechen!“, schnarrte ich ölig, wie es Severus‘ oder Lucius‘ Manier wäre, wenn sie mit Kretins sprachen.

„Bäh, Schönste, hör bloß auf, sonst muss ich brechen! Mir kommt es grad so vor als stünde Malfoy Senior persönlich vor mir und so gern hab ich den alten Querulanten auch gerade wieder nicht, dass ich ihn in dir wieder erkennen will…“, rief Harry widerwillig leidend und es geschahen nun mehrere Dinge gleichzeitig.

Moody schnaubte befriedigt aus, da ihm Harry nun eindeutig bestätigt hatte, dass er genau wusste, wer meine Familie war, aber auch Harry hatte augenscheinlich gewusst, dass Moody es schon von mir wusste, eben weil ich derart offen gesprochen hatte und damit hatte er es bestätigt. Es zeigte auch, wie unsere nonverbale Kommunikation funktionierte.

„Moment… mal, Malfoy? Wie von M. Inc.?“, forschte der nun leicht blässliche, dicke Mann stotternd nach.

„Ja!“, meinte ich nur schulterzuckend.

„Aber… aber, das ist ein Imperium und die… die sind auch… also, die sind auch… das da?“, deutete der Dicke hilflos und deutlich sprachlos auf seinen Neffen.

„JA!“, entgegnete ich knapp, als es augenscheinlich zu viel für den Koloss wurde, da er nun verstand, wie reich meine Familie sein musste und er plumpste in den Sessel hinter sich, was seine Familie veranlasste, nun rasch hinter dem Sitz Schutz zu suchen.

„Ihr seid überall, oder?“, wisperte er nach langen Sekunden der Stille, die schwer auf dem Zimmer lastete.

„Wenn Sie es so sehen wollen, dann ja. Was haben Sie erwartet? Wir sind Magier…“, stellte ich arrogant in den Raum und erlebte aus den Augenwinkeln, wie Harry versuchte, sich das abfällige Grinsen zu versagen und ich wedelte nun wieder affektiert mit meiner Hand.

„Nun zum Wesentlichen, was hier schon vorher Mr. Moody versucht hat zu erklären! Das was wir nun mit ihnen besprechen, wird für sie elementar werden! Und ich möchte darauf hinweisen, dass sie dies nur Harry zu verdanken haben! Meiner bescheidenen Ansicht nach, hätten sie den ihnen gewissen Tod verdient…“, ließ ich sachte die Drohung ausklingen. Die Frau schlug sich gerade fassungslos die Hände vor den Mund und nun begann der alte Auror zu husten, um eindeutig ein fieses Lachen zu unterdrücken.

„Was?“, echote Vernon heiser und ich bedeutete Moody, dass nun er dran war, nachdem ich seine Zuhörer mundtot gemacht hatte.

„Tja, wie dieses junge, aber sehr skrupellose Schätzchen ihnen gerade erklärt hat, wartet hier nichts anderes auf sie, als der schnöde, aber sehr endgültige Tod!“, knurrte der brummige Auror los und hinterließ mehr als sprachloses und überrumpeltes Publikum.

„Aber wir, die sie an sich derart verachten, denken nicht, dass es sein muss… also hier unser einmaliges Angebot, das sie es sich gut überlegen sollten auszuschlagen! Wie gesagt, es wird einmalig ausgesprochen, wenn sie nicht wollen, dann stehen sie alleine da!“, erklärte Moody eindringlich.

„Sie werden auswandern…“, stellte er nun fest.

„WIE bitte?“, „Sind Sie noch ganz bei Trost?“, „Okay!“, das waren die Reaktionen von Petunia, Vernon und Dudley, in genau dieser Reihenfolge, wobei erstere beiden außer sich vor Wut losplärrten und der andere es nur wisperte. Ich hörte es und fasste den verschüchterten Jungen ernster ins Auge, denn diesem schien tatsächlich etwas Verstand erwachsen zu sein in den letzten Jahren.

„Was verstehen sie nicht daran? Die Zauberer, die hinter den Potters her waren, sind nun auch hinter ihnen her! Wenn sie nicht, wie ihre Schwester und deren Mann enden wollen, sollten sie das tun was wir ihnen empfehlen!“, blieb Moody inmitten der Entrüstung seelenruhig.

„Das ist alles nur DEINE schuld!“, fauchte Petunia verbittert zu Harry und dieser fuhr durch sein struppiges Haar, während er gleichzeitig mit den Schultern zuckte und herrlich amüsant meinte:

„Naja, also nicht ICH direkt, Verkettung wirklich unglücklicher Umstände! Du solltest Trelawney die Schuld geben, die diese schrecklich doofe Prophezeiung gemacht hat und dass der Lord aber auch Dumbledore, sie für bare Münze genommen haben… ich …“, fuchtelte er mit der Hand zu sich selbst „… also ich selbst war der unschuldigste Part!“

„Eben, selbst wenn Potter nicht bei ihnen gelandet wäre, hätten die DeathEater sie schon vor Jahren besucht und sie aus purer Rache einfach so umgebracht!“, resümierte Moody reglos, während alle Dursleys blass wurden.

„Aber… Sie wollen, dass wir von hier weggehen? Aus Little Whinging?“, fragte Vernon sichtlich betroffen.

„Nicht aus Whinging, aus England raus, weit, weit weg!“, setzte der pensionierte Auror ihnen eiskalt die Tatsachen vor und bescherte ihnen allen eine sehr ungesunde, jetzt grünliche Gesichtsfarbe.

„Wohin?“, krächzte zum ersten Mal mutig Dudley und Moody warf mir einen taxierenden Blick zu und so antwortete ich:

„Spielt doch keine Rolle, weit weg von hier…!“

„Wenn wir bei ihren blöden Spielchen mitmachen würden, was wir nicht vorhaben… wie stellen sie sich das vor? Ich bin wichtig, ich bin Direktor bei Grunnings, mit einem großen Büro im 9. Stock der Firma! Ich habe ein Haus, ein Auto, eine Familie!“, brüllte Vernon nun wieder ungehalten und mir tat Harry, der all die Jahre hier verbracht hatte unendlich leid.

„Klappe, Dursley!“, schnappte nun Moody drohend und der gewichtige Mann schwieg tatsächlich, nachdem Moody ihm mit einem schmallippigen Grinsen einen Silencio auf den Hals gehetzt hatte, während Harrys Onkel erschrocken seine Lippen weiter bewegte, ohne dass sie ein Ton verließ.

„Natürlich, erhalten sie ein Haus wie dieses, ein Auto wie ihres und einen Job wie eben jenen! Wir haben unsere Mittel und Wege und ehrlich, Grunnings ist nicht die einzige Bohrmaschinen Firma der Welt!“, schnarrte er nun böse und erntete betretene Gesichter. „Sie haben Zeit bis zwei Tage vor Potters Geburtstag, dann wird hier ihr letzter Tag sein, weil es ab Potters Geburtstag hier dann nie mehr sicher sein wird!“, verstummte Moody andächtig, bevor ihm noch etwas einzufallen schien.

„Vorausgesetzt natürlich, sie wählen die Option des Überlebens!“, murrte er in der ihm eigenen Art und alle starrten ihn entsetzt an.

„Sie meinen das ernst!“, raunte eine atemlose Petunia, die sich furchtsam in der Schulter ihres Mannes verkrallte.

„Lag mir fern, über Leben und Tod Witze zu reißen!“, brummte der düstere Ex-Auror, der absolut nichts mit den Menschen vor ihm anfangen konnte und ihrem langsamen Verständnis für den Ernst der Lage.

„Wir machen es…“, flüsterte Dudley auf einmal sehr leise, aber dabei sah er entschlossen auf und zu meinem Erstaunen Harry sehr fest in die Augen.

Sofort fuhren die Köpfe seiner sichtbar sprachlosen Mutter und eines stumm gehexten, aber ebenso an sich wortlosen Vaters zu ihm, während Harry ihm ein fast wehmütiges Lächeln schenkte.

„Gute Idee, Big D!“, entgegnete dann Harry sehr leise aber irgendwie auch stolz auf seinen Cousin, dann stieß sich Harry vom Rahmen der Tür ab und winkte zu der Dreiergruppe. „Wir sehen uns dann!“, trat er aus der offenen Terrassentür in den Garten hinaus und auch Moody wandte sich ab und hinkte eilig hinter Harry her, dabei ließ er Vernon mit dem Fluch zurück und ich lächelte darüber, während ich noch immer vor ihnen stand und sogar erleben durfte, wie sie ängstlich zurückwichen, als ich nun einen Schritt näher trat.

„Damit wir uns verstehen! Ich mag sie nicht, das tut keiner von uns… aber ich biete ihnen zusätzlich zu allen anderen Leistungen, die der Alte aufgezählt hat, 100.000 Pfund, damit sie einfach für immer verschwinden!“, gingen allen drei wieder der Mund auf, bei der für mich lächerlich niedrigen Summe, die für sie jedoch hoch sein musste, aber ihnen noch mehr zu bieten, brachte ich einfach nicht über das Herz.

„Sie haben nun bis zum 29.07. Zeit, alles hier im Haus zu verkaufen, oder auf einen Anhänger zu laden, das Haus wird an dem Tag leer sein! Sehen sie auch zu, dass sie alles von ihren Konten abgehoben und ihre Pensionen zu Barem gemacht haben! Wo auch immer sie landen werden, dort werden sie einen Job, ein Haus und ein Auto haben und dank mir, 100.000 Pfund mehr. Sie brauchen keine Angst haben, dass sie schlechter gestellt sein werden! Aber das ganze Angebot wird hinfällig, sollten sie Harry bei ihrer Abreise auch nur ein falsches Wort an den Kopf werfen… haben wir uns verstanden?“, flüsterte ich eindringlich und sie klebten regelrecht gierig an meinen Lippen.

„Was würde mit meinem Haus hier passieren?“, fragte Petunia vorsichtig, sehr leise.

„Keine Ahnung! Leerstehen… es wird weiterhin ihnen gehören, wenn sie die Besitzurkunde mitnehmen!“, bot ich an, als Vernon ungeduldig und aufgebracht auf seinen Mund deutete und ich ihn mit einem lässigen Schlenker meines Zauberstabes von dem Zauber erlöste, dabei folgten ihre Augenpaare ängstlich jeder Bewegung meines Stabes.

„150.000 Pfund!“, forderte dieser gierige, schmärbäuchige Mann sofort als er wieder seine Sprache hatte und ich grinste plötzlich regelrecht diabolisch, während ich leise kicherte. Er wollte mit mir verhandeln!

„Hihihi… ich kenne solche Menschen wie Sie einer sind… aber Sie haben noch nie mit jemandem wie mir zu tun gehabt! 80.000!“, schnappte Petunia nach Luft und Vernon knurrte gar, denn ich verringerte in dem Geschachere nun die Summe eiskalt.

„Mum, Dad, hört auf… sofort!“, stapfte ein nun ungewöhnlich harscher Junge auf, der rot anlief, da ich ihn sogleich anvisierte.

„Sie sollten auf ihn hören!“, bot ich generös an.

„Also gut, Sie haben gewonnen, wir gehen!“, grunzte der blutrote Mann, bevor ich mich mit einem angeekelten Gesichtsausdruck abwandte und zu den Wartenden in den Garten ging.

„Lasst uns verschwinden!“, bat ich hastig, auch wenn es mehr wie ein Befehl klang, dabei nickten Moody und ich uns nur zu, denn die Verabredung stand, es war alles gesagt. Das weitere Vorgehen, wie wir Harry rausholen würden, diese Scharade würden wir noch absprechen und sollte etwas sein, müsste er mir eine Eule oder einen Patronus senden.

Also gingen der schweigsame Harry und ich wenig später in das wie so oft erschreckend laute Cottage.

Während Harry unerwartet rasch die Treppen hochraste, nach einem Blick in ein an sich leeres Wohnzimmer, ging ich wacker hinein und da passierte das, was selten geschah, aber ich wurde überrumpelt und flog und stolperte mehr zu meinem Sessel als sonst etwas, denn Ron schubste mich ungewohnt frech, sodass ich rudernd in meinen Sessel fiel.

„Was?“, wollte ich aufbegehren, als ich schon Türen klappern hörte.

„Hey, Mann, beruhige dich!“, rief eindeutig George, denn jetzt erst bemerkte ich Rons hochnotrotes Gesicht.

„Wo ist SIE? Wo hast du sie hingebracht? Sie ist verschwunden!“, brüllte der für sein durchaus cholerisches Temperament bekannte junge Mann.

Ich schielte mit gerunzelter Stirn zu ihm hinauf, denn natürlich war ich in der unkomfortableren Situation, dass er hochaufragend vor mir stand, aber ich lenkte gerade meinen leicht versonnenen Blick zu seinem Schritt und überlegte, ihm einen schönen Schlag zu verpassen, der die Größenverhältnisse dramatisch zu meinen Gunsten verändern würde.

Denn dann läge er sich vor schmerzend krümmend auf dem Boden, ein verlockender Gedanke.

So registrierte ich erst jetzt seine Worte. Die gute Lavender hatte ich schon längst wieder aus meinem Bewusstsein verdrängt, wow, aber andererseits, sie hatte die letzte Nacht augenscheinlich ohne Zwischenfälle in der freien Wildnis Irlands, so man denn dies als Wildnis bezeichnen konnte, verbracht und war offensichtlich noch nicht schreiend in Dublin erschienen oder hatte die Münze oder einen Patronus genützt.

Entweder, sie war tot, das war eine Option, oder sie hielt tatsächlich durch… mal sehen, wie lange, ich war gespannt.

„Hör mir zu!“, brüllte er nun erregt und wollte mich grob an den Schultern packen und dann holte ich doch zu einem Faustschlag aus, als seine beiden Brüder wie aus dem Nichts erschienen und leider schneller waren als ich.

„Ganz ruhig, Ronnilein!“, „Ja, Ronniespätzchen, einmal tief durchatmen!“, „Dann vor allem einmal nachdenken!“

„Was soll das? Lasst mich los!“, brüllte der aufgebrachte Ron temperamentvoll und zerrte an seinen Brüdern.

„Du Depp! Du wurdest grad gerettet!“, „Bist du so hohl, Ron?“, „Oder tust du nur minderbemittelt?“, „Gelingt dir erschreckend gut!“, riefen sie ihm abwechselnd entgegen.

„Unsinn!“, schnappte Ron zurück.

„Und wir sind mit so was verwandt?“, „Soll uns das peinlich sein?“, „Naja, mit Ruhm bekleckern tut es uns nicht!“, sprachen die Red Devils wieder mit sich selbst, in ihrer ganz eigenen, unnachahmlichen Art.

„Ihr seid so was von hohl!“, brüllte Ron wütend und das brachte ihm die taxierenden Blicke von zwei pikierten Red Devils ein.

„Naja, Fred, wir sind zu hohl, hätte sie ihn ruhig kastrieren sollen!“, „Jupp, George, wer so blind ist, verdient es wohl nicht anders!“, „Dann lerne auf die harte Tour!“, ließen sie ihn auf Kommando los und stießen ihn wieder zu mir, sodass er sich rudernd vor mir fing und dann sein Blick plötzlich meiner noch immer zum Schlag erhobenen Faust ansichtig wurde, die ich gewillt gewesen war, ihm in die Weichteile zu rammen, eine Erkenntnis, die ihn nun doch schlucken ließ.

„WO ist sie?“, riss er sich nun rasch zusammen und flüsterte dies viel besonnener, ein Umstand, der mich leicht die Zähne fletschen ließ.

„Was ist denn hier los?“, „Was ist das für ein Krach?“, kam soeben die kleine Familie hinunter, dabei trug Harry seinen Sohn stolz in seinen Armen.

„Dein Kumpel dreht am Rad!“, „Yes, Sir, unser Brüderlein schreit die Schönste in Grund und Boden!“, kommentierten Pat und Patachon.

„Warum?“, fragte ein perplexer Harry, während sich Daphne geschickt im Hintergrund hielt.

„Weil sie Lavender verschleppt hat! Deshalb! Keiner weiß, wo sie hin verschwunden ist!“, rief Ron wieder laut und Harry hutschte sofort seinen Sohn beruhigend, der leise vor sich hin krähte.

„Sei doch nicht so laut!“, hisste nun Daphne böse auf und deutete besorgt auf den schläfrigen Lucien.

„T´schuldigung!“, murmelte Ron verschämt.

„Warum, ich hab doch gesagt, es ist alles in Ordnung, oder hat dir das Flint nicht gesagt?“, entgegnete ich ausweichend.

„Pffft, der Troll sagt echt viel, wenn der Tag lang ist!“, hisste Ron verächtlich auf.

„Äh jooo, also wo er recht hat, Schönste!“, bescheinigte ein Twin recht abfällig. „Ey, Troll bleibt Troll!“, kommentierte der Nächste und ich stöhnte leidlich.

„Ron, ich werde es nur einmal sagen, vergiss Lavender! Sie ist nun was sie ist und damit hat sie genug zu kämpfen und eigene Probleme…“, erklärte ich zum Ende hin leise, dabei fand ich die Parallelen von meinem zu ihrem Schicksal beängstigend, denn wir beide standen vor der Aufgabe, unser neues Dasein zu meistern, es zu akzeptieren und dieses Schicksal anzunehmen.

Wenn ich so etwas Kostbares wie Zeit besitzen würde, dann würde ich mir auch 2 Wochen in der Einsamkeit stehlen, um mich mit meinem neuen Sein auseinanderzusetzen, aber so würde ich es nebenher meistern müssen, aber sagte wer, dass ich es leicht mochte?

Ich stand zwischen drei Männern und meinen Aufgaben, eine Herausforderung, während Lavender das Glück hatte, sich auf sich selbst konzentrieren zu können.

„Aber was hast du mit ihr gemacht?“, forschte er beharrlich weiter.

„Mann, Ron, was denkst du von mir? Echt nur das Schlechteste, oder wie?“, fragte ich recht traurig und schenkte ihm ein wehmütiges Lächeln, worauf er leicht betroffen wirkte, aber unsere Zuschauer auch.

„Ich hab ihr nichts getan, wir haben miteinander gesprochen und sind übereingekommen, dass sie diese Zeit für sich braucht! Das ist ein großes Privileg, nicht jeder kann sich diese Zeit für sich nehmen! Freu dich für sie und mach mich nicht doof von der Seite an!“, meinte ich doch tatsächlich beleidigt, lehnte mich verärgert zurück und überschlug die Beine.

„Sorry… aber…“, stotterte er nun unbeholfen.

„Schenk es dir!“, murrte ich abwehrend.

„Schau, jetzt ist sie grantig!“, „Danke, Hohlbirne!“, schimpften die Twins und schafften es, mir doch ein leichtes Lächeln zu entlocken, da sie ihrem Bruder auf die rote, dumme Birne klopften und ihm Kopfnüsse verabreichten. „Aua…“, beschwerte sich Ron.

„Mal was anderes, wo sind Blaise und Astoria?“, warf ich nur rasch ein.

„Ohhh… die sind in Irland geblieben!“, murmelte Daphne leise.

„Werden sie dort bleiben?“, fragte ich irritiert die mich informierende Daphne und schenkte ihr seit Hogwarts zum ersten Mal richtig meine Aufmerksamkeit.

„Nein, sie wollen nur helfen, den Sammelplatz für dieses Fake-Camp aufzubauen, denn sie brauchen dort irgendwie jede Hand!“, erklärte sie weiter.

„Was tust du dann hier, Ron?“, kam es recht gehässig von mir.

„Ich wollte Harry begrüßen!“, grummelte er leise und rieb sich über sein Haupt.

„AHA!“

„Naja und halt dich fragen, wo Lavender ist! Parvati und Padma machen sich auch Sorgen!“, gab er nicht auf und ich rollte geschlagen mit den Augen.

„Das müssen sie nicht!“, entgegnete ich endgültig, sehr bestimmt, denn zu dem Thema würde ich nicht mehr sagen. „Sag mir lieber, ob deine Schwester ins Camp gehen wird?“, fasste ich wieder Ron ins Visier.

„Keine Ahnung, es scheint Probleme zu geben, aber ich wollte heute Nachmittag mal zum Fuchsbau apparieren und mit meinen Eltern reden…“, zeigte er sich geschäftig und ich lüpfte taxierend eine Braue. Nach der ersten Besichtigung waren viele wieder nach Hause zurückgekehrt um erst zum wirklichen Beginn des Camps wieder nach Irland zu gehen, so auch Ginny. Es war nur für die, die mithelfen würden, also die Anführer der BL und wenige, die auf keinen Fall nach Hause konnten, angedacht, dass sie sofort blieben.

„Oh ho, du willst ihnen vorführen, dass du schon apparierst, ohne Erlaubnis?“, wollte ein dreckig grinsender Harry wissen, dem die Erleichterung, dem Ligusterweg entkommen zu sein, sehr gut anzusehen war. So grinste Ron nur frech, als ich tief stöhnte.

„Sieh zu, dass sie morgen da ist! Wir haben nur noch das eine Jahr. Das Problem ist, dass dann die meisten BL-Führer ausscheiden werden, dann hätten wir fast niemanden mehr in Hogwarts… Ginny, Astoria, die Creeveys und jungen Konsorten müssen lernen, unsere Aufgaben zu übernehmen. Sie werden unsere Augen und Ohren in Hogwarts sein, wenn wir draußen sind! Sie muss nach Irland, sie muss lernen!“, offenbarte ich inbrünstig was uns antrieb und einige der Augen wurden groß.

„Geht klar!“, meinte ein nun sehr viel geläuterter Ron, der aber nicht wirklich glücklich wirkte, obwohl er sich nun doch trollte und anscheinend seinen Besuch in seinem Elternhaus vorzog, ohne wirklich Informationen von mir erhalten zu haben.

„Lass dich nicht von ihm ärgern…“, bat Fred versöhnlich, während er mir gerade ein Glas Wasser in die Hand drückte, von dem ich tatsächlich durstig trank.

„Du Hermione, ich hätte eine Frage: Wie steht es mit der Hochzeit? Was müssen wir tun?“, meldete sich eine erstaunlich ruhige und besonnen erscheinende Daphne zu Wort und ich legte den Kopf, der mir plötzlich beträchtlich schwer erschien, leicht schief.

Die Hochzeit, tja, die hatte ich doch glatt verdrängt!

Sie schien es nicht abwarten zu können unter die Haube zu kommen, aber für mich bedeutete es, dass ich noch zu Rangok müsste. Das wehleidige Stöhnen lag mir schwer auf der Zunge, doch ich schluckte es hinunter.

„Nichts… mach ich alles… wir werden hier im Cottage bleiben, also macht es hübsch, such dir dein Kleidchen aus und so…“, wedelte ich mit den Händen, weg von mir, während nun Daphne sehr pikiert zu mir blickte, als ich „Kleidchen“ sagte und empört schnaubte, was die Twins herrlich fanden.

„Schönste, du musst nicht alles machen!“, rief mir Harry besorgt zu und ich schenkte ihm ein nettes Lächeln.

Das ließ ich doch mal unkommentiert.

So verbrachte ich dann noch einen vergnüglichen Nachmittag im Cottage und ließ doch glatt das Abendessen im Manor sausen, aber ich hatte so im Gefühl, heute wurde ich sowieso nicht vermisst, so beschäftigt wie Lucius in den letzten Tagen wirkte.

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Kapitel 369-370 Queeniesig-1
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BeitragThema: 370. Kapitel Der Lauscher an der Wand, hört seine eigene Schand!   Kapitel 369-370 EmptyDo Apr 25, 2013 9:37 pm

370. Kapitel Der Lauscher an der Wand, hört seine eigene Schand!


Als ich am nächsten Morgen die Treppen hinunter eilte und zum Frühstück wollte, vernahm ich durch die angelehnte Tür schon ihre Stimmen.

„Severus…?“, kam es fragend.

„Mhm…“, murrte er.

„Severus!“, zeigte er sich ungeduldiger.

„Mhmmmh…“, murrte er länger, aber nicht kooperativer.

„Severus!“, forderte er nun eindringlich und sehr harsch.

„Ja, Lucius, was willst du?“, fauchte nun eine ungehaltene, dunkle Stimme genervt durch den Raum.

„Ich möchte etwas wissen!“, entgegnete der Nervende nun befriedigt, eben weil er endlich die Aufmerksamkeit der Person besaß, die ihn bisher erfolgreich ignoriert hatte, ein Umstand, der malfoyunwürdig war.

„Ja, sag bloß? Das dachte ich mir fast!“, schnarrte Severus bemüht geduldig zurück, klang aber durch und durch zynisch und ich zeigte ein selten offenes und ehrliches Grinsen, denn die beiden zusammen, ohne dass sie wussten, dass ein anderer sie hören oder gar sehen konnte, das war ein einmaliges Erlebnis, wie es nur sehr wenigen Menschen vergönnt war und selbst mir viel zu selten.

„Ich bin heute über eine Annonce im Propheten gestolpert…“, fing Lucius gewichtig an.

„Und das interessiert mich, weil?“, ätzte Severus ihn unterbrechend, in gewohnt gehässiger Manier.

„Mein Merlin, Severus, könntest du mich mal ausreden lassen? Das würde die Höflichkeit gebieten!“, wies ihn Lucius trügerisch sanft zurecht, woraufhin Severus gar nichts entgegnete, sodass sich Lucius genötigt sah fortzufahren.

„Da stand ein ganz, ganz kleiner Artikel drinnen, über ein Feriencamp! ...“, legte er nun eine gewichtige Kunstpause ein.

„Wenn er so klein ist, warum ist er dir aufgefallen? Bist du in die Zeitung reingekrochen?“, stichelte Severus einfach herrlich zurück und ich biss mir vor Erheiterung auf die Lippe, wenngleich ich umgehend auf der Lauer war, denn ich hatte sofort den Verdacht, dass es sich nur um ein ganz bestimmtes Camp handeln konnte.

„Hörst du nun endlich auf, mich zu unterbrechen?“, schlug der silberne Schlangenkopf geräuschvoll auf den wertvollen Tisch und unterstrich Lucius‘ kalte Stimme. Unterdessen bekämpfte ich mein aufsteigendes Lachen rigoros, denn wenn ich ihnen sagen würde, dass sie sich wie ein altes Ehepaar aufführten, würden sie mich bestimmt windelweich hauen aber es war einfach zu herrlich.

Severus ließ sich nicht dazu herab, etwas zu antworten und so räusperte sich Lucius pikiert über die Unterbrechungen, bevor er geschäftig fortfuhr:

„Wo war ich…? Genau, hier wird ein magisches Sommercamp in Wales angepriesen, das Jugendliche, in netter Umgebung, spaßig unterhalten will… sein wohlklingender Name, „Camp for young Witches and Whizards“. Was sagt und das?“, verkündete er nun hochtrabend.

„Ich bin sprachlos, dass es so was geben soll!“, hörte ich leider nicht aus Severus‘ neutraler Stimmlage, ob er das ironisch meinte oder nicht.

„Wie auch immer, es machte mich hellhörig, vor allem nachdem ich las, dass es Infobroschüren, Beglaubigungen, Zertifikate und Prüfsiegel besitzen sollte und nun, meine Quellen im Ministerium fanden raus, dass alles wirklich vom Ministerium abgesegnet wurde. Jetzt kommt es aber und da bin ich doch sehr gespannt, was du dazu zu sagen hast…“, erzählte Lucius misstrauisch und bedachte Severus mit einem lauernden Blick, dem dieser stoisch standhielt.

„Jetzt mach es nicht noch spannender, Lucius, denn ich halte es vor Spannung nicht mehr aus. Was erwartest, oder erhoffst du? Dass ich vor Spannung platze?“, ätzte Severus typisch sarkastisch.

„Oh… jetzt vielleicht noch nicht, aber gleich! Mal sehen!“, kam es von Lucius ehrlich gespannt und irgendwie vorfreudig aber auch gehässig, selbst Severus schien nun interessiert, wenn Lucius es schon so spannend machte.

„Also, wie gesagt, ich bekam die Akte, umso erstaunter war ich, herauszufinden, dass ALLE Lehrer von Hogwarts dieses Camp den Eltern ihrer Schüler wärmstens empfehlen und ihnen ans Herz legen, sie dort über die Ferien hinzuschicken!“, sprach er in die unheimliche Stille. Lucius schien diesen Moment, als er die Bombe platzen ließ, sehr zu genießen, während ich furchtsam die Lippen aufeinanderpresste, aber Severus blieb stumm.

„Ja, Severus, so auch du!“, legte Lucius hämisch nach.

„BITTE?“, hauchte Severus irgendwie überrumpelt.

„Ja, ich hatte jetzt, soeben, doch gerade die Befürchtung, dass du senil wirst, alter Junge!“, er genoss es ganz eindeutig, Severus etwas mitzuteilen, was dieser noch nicht wusste, während er nun genießerisch weitersprach:

„Aber jetzt denke ich eher, dass du davon gar nichts weißt und das ist bedenklich! Somit bin ich mir sicher, dass etwas vor sich geht!“, resümierte das Oberhaupt so vieler Parteien eindeutig gewichtig.

„Oh, diese Biester! Eine Fälschung!“, empörte Severus, sich nur über den Fakt aufregend, dass er gefälscht worden war, aber das bedeutete wiederum für mich, er hatte schon eine gewisse Kenntnis über das Camp gehabt und ärgerte sich nur über unsere Vermessenheit.

„Beliebtest du von ihr, dem Biest, zu sprechen, oder beziehst du mit Biester, unseren werten Sohn mit ein?“, forschte Lucius schrecklich trocken nach und spätestens jetzt klangen sie wie ein altes Ehepaar, als Lucius Draco als „unseren“ und nicht nur „seinen“ Sohn betitelte.

„Beides! Es ist eine Frechheit, eine Empfehlung von mir zu fälschen!“, kam es erschreckend kühl, mit versteinerter Miene von Severus und mein Herz schlug etwas schneller in der Brust, weswegen ich mich weder regte noch rührte. Aber Severus schien Lucius‘ Formulierung zu Draco egal zu sein, in seiner Aufregung, oder schon geläufig, wer wusste das schon?

„Wahrlich schön, zu sehen, dass deine Gedanken in dieselbe Richtung zielen wie meine! Und noch schöner, dass du das Wesentliche aufpickst und dich über den Wagemut echauffierst, dass sie dich fälschen! Wobei ich darauf hinweisen möchte, dass mich als Elternteil weder ein Brief noch eine Infobroschüre erreicht hat und auch nicht mich als Schulrat einer Schule, deren Lehrer geschlossen dieses Camp empfehlen!“, mokierte er sich distinguiert.

„Oh, das wundert dich? Ich möchte dich mal hören, wenn sie es bei dir wagen sollten… Aber was denken die sich? Was wagen sie sich… mich, MICH zu fälschen! Denken sie überhaupt nach? Wenn die Kinder verschwinden, werden der Lord und viele andere zusätzlich unruhig werden!“, schnarrte Severus kalt und blickte düster vor sich hin.

„Ja, aber anscheinend wünschen gar viele Kinder ihrem Elternhaus zu entschwinden!“, warf Lucius ruhig ein.

„Können wir es stoppen?“, wisperte Severus zu meiner Verwunderung plötzlich ernsthaft und blickte Lucius eindringlich an und dieser wiegte sein Haupt bedächtig hin und her.

„Sollen wir es stoppen?“, ertönte auf einmal sein tiefer Bariton und ich riss die Augen weit auf.

„Dein Ernst?“, echote auch schon Severus irgendwie sprachlos.

„Natürlich!“

„Ein gefährliches Spiel, Lucius, was du da spielen willst!“, warnte Severus dann eindringlich.

„Seit wann bist du der, der auf Nummer sicher spielt? Außerdem, seit wann tun wir das? Sind nicht alle unsere Spiele gefährlich?“, wollte nun Lucius absolut selbstherrlich erfahren.

„Also werden wir es geschehen lassen?“, fragte ein hörbar mit sich selbst leidender Severus, während ich sehr gespannt weiter lauschte.

„Ich weiß von nichts …“, entgegnete Lucius absolut überzeugend.

„Also gut, wie du wünschst!“, ging Severus rasant auf Lucius‘ Entscheidung ein und fasste sich nun dramatisch an die schwarzgewandete Brust.

„Ich bin eh ein armer Mensch, der noch nie was gewusst hat! Mit mir spricht keiner und sagen tut mir erst recht niemand was!“, lenkte Severus geschmeidig ein, während sein tiefer Bass daher schnarrte und mir lief eine Gänsehaut über den Rücken.

Während ich Zeuge wurde, wie diese beiden herrschenden Despoten doch tatsächlich diese weltbewegenden Entscheidungen locker flockig, über unser aller Köpfe hinweg beschlossen, stand ich wie gebannt da und konnte einfach nur lauschen. Sie trafen, so schien es für mich, aus einer Laune heraus Entscheidungen, die doch so weitreichend sein konnten, wie sonst weniges. Aber andererseits, vielleicht wirken sie dabei nur so flexibel und taten im Grunde nur das, was sie immer getan hatten und ihren Plänen entsprach, wenn man Severus‘ Andeutungen richtig deutete, könnte das jedenfalls sein. Es ging ihnen erschreckend lapidar von der Hand, auch wenn sie anders gewählt hätten, sie beschlossen hätten, es zu vereiteln, wären sie nicht weniger tangiert als jetzt. Dieser Entscheidung und ihrem Verhalten beizuwohnen war erschütternd.

„Genau, Severus, wie konnte ich nur vergessen, dass du der ahnungsloseste Mensch bist, der mir je das Unglück hatte über den Weg zu laufen!“, überzog soeben Lucius Severus mit seinem beißenden Spott.

„Immer schön, wenn wir uns verstehen!“, waren sie sich erschreckend einig und zu erleben, wie es war, wenn sie eine geschlossene Einheit bildeten, war beängstigend. Niemand, wirklich niemand kam gegen sie an, wenn sie zusammenhielten, das erkannte ich gerade sehr klar. Alleine mochten sie angreifbar sein, aber zusammen waren beide unbesiegbar, denn sie schienen sich perfekt zu ergänzen!

Da kam mir auch in den Sinn, dass ich damals ihr Gespräch nach meinem Schädelbruch belauscht und ich damals herausgefunden hatte, dass sie über mein Treffen mit Moody im Bilde waren. Zu dem Zeitpunkt hatte ich zum ersten Mal live gehört, wie sie interagierten, aber nun bei etwas völlig anderem mitzuerleben wie es sich entwickelte, war episch! Außerdem konnte ich nicht von mir sagen, dass ich damals auf der Höhe und völlig bei Sinnen gewesen war, anders als jetzt, wo ich umso aufmerksamer lauschen konnte.

Gerade wusste ich gar nicht, wie ich ihnen gegenübertreten sollte, da sie mich zu Recht verdächtigten. Auf der anderen Seite fürchtete ich, dass wenn ich nicht zu ihnen ging, sie früher oder später merken würden, dass ich vor der Tür war und so raffte ich mich auf, straffte mich entschieden, strich über mein Seidenkleid und stieß die Tür nun ganz auf.

„Guten Morgen!“, kam es gewohnt beherrscht von mir und ich grüßte höflich, als ich mir der mir entgegenschlagenden Stille bewusst wurde und auch ihrer dauerhaften Beobachtung und so spielte ich meine unwissende Rolle weiter und setzte mich, griff zu, nahm mir einen Drink und lächelte wohlwollend in die Runde.

„Morgen!“, „Sei auch du gegrüßt!“, rafften sie sich auf, mich doch noch zu grüßen, dabei schlug mir das pure Misstrauen entgegen und ich wusste, irgendwie durfte ich mir nicht anmerken lassen, dass ich verstand, warum sie gerade komisch zu mir waren. Ich musste sie ablenken und aufgrund meiner Gedanken vorhin hatte ich eine recht gute Idee, wie ich sie erweichen konnte, ohne groß neues kundzutun.

„Ich müsste mit euch über Harry sprechen!“, stieß ich für sie aus heiterem Himmel aus und tat so, als wäre dies der Auslöser, der mich etwas steifer als sonst erscheinen ließ und erntete bei dieser Eröffnung blinzelnde Augenpaare.

„Tatsächlich?“, kam es sehr, sehr leise von Lucius, dabei klang er ungemein affektiert.

„Ja, es ist so, ich muss euch was gestehen… also, ich… ich habe mich mal mit Moody getroffen!“, stieß ich stotternd aus und gratulierte mir innerlich zu meinem fabulösen Theaterspiel.

„So…“, echote Severus, dabei ging seine dunkle Braue in ungeahnte Höhen, denn auch ihm kam es spanisch vor, dass ich plötzlich derartiges offen zugab. Wie schön es doch war, dass wir uns allen vertrauten.

„Tatest du das?“, zeigte Lucius seine überhebliche Reaktion auf mein Geständnis und ich konnte nur denken: Was für Schauspieler wir alle miteinander waren.

Denn auch er gab nicht zu, dass er sogar dabei gewesen war, als das Gespräch mit Moody und mir stattgefunden hatte. Aber so spielte ich mit und nickte vorsichtig betreten mit meinem Haupt, als würde ich eine große Sünde eingestehen.

„Ja, tat ich! Ich weiß, dass ihr das bestimmt nicht gutheißt, aber hey, Crouch Junior hatte ihn überwältigen können, dann sollte es mir noch leichter gelingen und ich fand es interessant, was er zu sagen hatte…“, verteidigte ich mich mal ungefragt und ungewohnt, nur um sie mit meinem, ach so tollen Vertrauen zu füttern, dass ich mich ihnen großmütig anvertraute. Niemand, der uns beobachtete würde erkennen, dass wir verlogen waren bis dort hinaus.

„Also und naja, es geht darum. Harry wird das Haus seiner Verwandten verlassen, ein paar Tage vor seinem Geburtstag. Der Orden will ihn in Sicherheit wissen, wenn der Blutschutz zu seiner Volljährigkeit fällt!“, fuhr ich rasch fort.

„Die können auch mal denken!“, rief Severus unnachahmlich gehässig aus.

„Ungewohnt, aber recht haben sie! Die DeathEater sowie der Lord stehen in den Startlöchern!“, ging auch Lucius mit und blickte mir stoisch entgegen.

„Eben und seine Flucht sollte schön spektakulär sein… aber schön wäre es auch, wenn sie denn gelänge…“, bekannte ich und knapperte auf meiner Unterlippe, hoffend, dass sie dahin blicken würden, es sagte keiner, dass ich nicht eine manipulative Schlampe war.

„Und was willst du von uns? Hermione?“, wollte Severus irgendwie ironisch klingend wissen, während Lucius‘ graue Augen unverwandt auf mir lagen.

„Vorschläge und Ideen?“, bot ich an und erkannte wenigstens, dass sie unsere neueste Tat von sich aus bereit waren hinten an zustellen.

Ein Glück, weil Severus bestimmt nicht froh über die Fälschung war. Ich hatte mir auch sehr schwer getan als ich seine Unterschrift türkte, es hatte mich große Überwindung gekostet, aber ich tat nun mal pragmatisch was getan werden musste und Draco hatte schon sehr genau gewusst, warum ich Severus hatte kopieren müssen.

Hermiones Sicht ende

Severus Sicht

Dieses Biest!

Ich war mir nicht sicher, ob sie mehr wusste als sie gerade zugab, aber ich fragte mich natürlich, warum sie mit diesem uns bekannten Geheimnis daherkam?

Ich war mir immer uneins, ob ich ihr nicht den zarten Hals umdrehen sollte, denn ich war mir sicher, dass sie es gewesen war, die es gewagt hatte, mich zu fälschen!

Was heckten mein unsäglicher Patensohn und seine unnennbare Freundin da wieder aus?

Wollte ich es überhaupt wissen? An sich NEIN!

Aber sie gingen dafür sehr weit und sie hatten bestimmt nicht mit diesem Pfauen gerechnet, der jedes Korn umdrehte, das ihm auf den Weg fiel! Mit Lucius musste man immer rechnen, der hatte einen Instinkt vor dem selbst ich noch meinen Hut ziehen würde, wenn ich denn einen tragen würde.

Hatte sie uns belauscht? Ich würde es ihr zutrauen, das warf nur die Frage auf, warum sie uns das andere frei Haus servierte?

Taktik?

Wobei, sie hatte durchaus wohlüberlegt, wir mussten hier vorsichtig vorgehen, wenn wir Potter vor aller Augen aus dem Haus holen wollten. Sie lag völlig richtig, uns einzuweihen, damit wir gemeinschaftlich einen Plan entwerfen konnten.

„Moment, offiziell ist bis jetzt, dass er an seinem Geburtstag geholt wird!“, warf ich wohlweislich ein, mich an etwas erinnernd, was mal im Orden fabuliert worden war.

„Aber ein Spion…, könnte dem Lord ja zwitschern, dass sich das geändert haben könnte!“, warf ich verschlagen ein und spielte auf mich an, dabei prostete ich ihr mit meiner Tasse zu.

„Und der wäre?“, fragte sie doppeldeutig erheitert, mit erhobener Braue und schien genau zu ahnen, auf wen ich anspielte.

„Meine Wenigkeit?!“, bot ich knapp an und ein ironisches Lächeln geisterte um meinen Mundwinkel.

Dann rief ich mir das unerträgliche Gespräch mit der Lehrerschaft in Erinnerung und wie ich damals schon von dem unsäglichen Camp erfahren hatte, wenngleich ich damals noch nichts von der Unverfrorenheit geahnt hatte, dass sie es wagten, mich zu fälschen, eine Frechheit!

Aber ich ließ mir nichts anmerken und sinnierte nur über die Verstrickungen und Verwirrungen der kommenden Zeit nach. Es würde anstrengend werden und ich würde meiner ehemaligen Einsamkeit hinterhertrauern.

Severus Sicht ende

Lucius Sicht

Seit wann ich wusste, dass sie lauschte?

Von Anfang an!

Warum ich nichts sagte und mir nichts anmerken ließ?

Taktik!

Man lernte sein Gegenüber nur ganz genau kennen, wenn man alles an ihm austestete und um jede Regung von ihm wusste. Es war vollkommen gleichgültig, um was es sich handelte, man musste lernen, wie jemand reagierte egal und gleich in welcher Situation, nur dann lernte man, wie man eine Person effektiv lesen konnte!

Ich fand es sehr interessant, dass sie um zu überspielen, dass sie gelauscht hatte, mit einer anderen Sache herausrückte, ganz gleich, dass wir darüber schon bescheid wussten, sie war augenscheinlich jemand, der immer abwog was man offenbaren konnte, um dann doch mit heiler Haut davonzukommen und ein größeres Geheimnis zu schützen. Sie gab Kleinigkeiten preis, um das Große weiter verschweigen zu können.

Das war interessant und ich genoss es, sie mit unleserlichem Blick zu beobachten, während sie so minimale Fehler machte, dass sie nur für einen exzellenten, gezielten und genauen Beobachter wie mich zu erkennen waren, der sie auch schon ein bisschen kannte. Sie spielte das Täuschungs-und Ablenkungsspiel fast perfekt, nur um eine Millisekunde zu langsam, als dass es auf mich unbeschwert gewirkt hätte.

Genau speicherte ich diese neugewonnenen Informationen über sie ab, denn es würde mir helfen, sie zukünftig besser zu durchschauen, um zu erkennen, wann sie mich belog, wann sie versuchte etwas zu verheimlichen oder wann sie tatsächlich auch mal versuchen sollte, ehrlich zu sein.

Sie war exzellent, selbst Severus, der zwar misstrauisch war, schien eher geneigt zu sein, anzunehmen, dass sie es nicht gehört hatte, aber ich wusste es besser, schließlich war ich Herr über Malfoy Manor, mir entging nur wenig oder auch sehr selten etwas ,was sich in diesen heiligen Hallen abspielte!

Gerade lenkte ich meine Gedanken aber durchaus auf die interessante Frage, wie Potters Flucht aussehen sollte, denn das war so oder so etwas, was mich fesselte und so schenkte ich den beiden Menschen vor mir meine ungeteilte Aufmerksamkeit und ließ Hermione in ihrem Ablenkungsmanöver gewähren.

Lucius Sicht ende

Hermiones Sicht

Wir hatten somit im Großen und Ganzen einen recht brauchbaren Plan, den wir bei der großen Versammlung des Inneren Zirkels am 30.06. in Malfoy Manor präsentieren wollten.

Als wir soweit fertig waren, erhob sich Lucius.

„Du gehst schon?“, fragte ich irritiert, aber andererseits musste ich auch bald los.

„Natürlich, Liebes, meine Aufgaben rufen! Hast nicht du auch einiges zu erledigen?“, entgegnete ein viel zu freundlicher Lucius aufmerksam.

„Oh, ja, natürlich! Aber…“, bezwang ich meine Neugierde, etwas was Severus‘ Mundwinkel süffisant zucken ließ.

„Frag ruhig! Das Ministerium ruft mal wieder! Da Dumbledore den Platz als Oberhaupt des Wizengamots einnahm und dieser nun vakant ist, müssen wir einen neuen Vertreter dieses ehrwürdigen Amtes erwählen! Eine mühselige Aufgabe, bis eine absolute Mehrheit erreicht ist, dafür müssen genügend Leute überzeugt werden!“, erklärte er gewohnt manierlich und richtete sich seinen langen Gehrock.

„Dann viel Spaß!“, echote ich und bewunderte Lucius‘ Gleichmut, denn dass er das spannend fand, konnte ich mir nicht vorstellen.

„Wo wirst du sein?“, fragte Severus mich, während er Lucius dabei beobachtete, wie dieser gerade seine Handschuhe überzog, die ihm ein Elf gereicht hatte.

„Bei Draco!“, gab ich brav bereitwillig Auskunft, dass ich heute wieder zu ihm gehen würde.

„Meinen ausgebüchsten Sohn, wahrlich? Grüße ihn! Und sage ihm, er soll achtgeben, denn der Lord erwartet gar Großes von ihm!“, entgegnete ein sarkastischer Lucius, der mich fast zum Kichern brachte. Wenn Lucius Draco wirklich hätte um sich haben wollen, hätte er mannigfaltige Möglichkeiten gehabt, ihn zu rufen, vom Dark Mark über einen Brief bis hin dazu mich zu schicken, aber wie es schien, wollte er Draco seine Freiheiten lassen, nur mir nicht! Was mir das wohl sagen sollte?

„Natürlich!“, stimmte ich sofort zu, wobei mir auffiel, dass er gar nicht wissen wollte, wo Draco steckte. Konnte es sein, dass Lucius mehr über Dracos Aktivitäten wusste, als wir alle annahmen? Hatte er deswegen vielleicht auch vorhin, bei seinem Gespräch, so schnell vorgeschlagen, in punkto Camp nichts zu unternehmen?

„Dann sehen wir uns abends!“, forderte Lucius.

„Ich hoffe!“

„Severus?“, forschte Lucius nach und ich hörte ein leidliches Stöhnen, während er nur nickte, dann entschwand Lucius gewohnt souverän.

„Was ist? Warum wirkst du derart tangiert?“, fragte ich vorsichtig, nicht wirklich einschätzend, ob Severus, nun da Lucius weg war, die unwissende Maske fallen lassen und mich erwürgen würde aufgrund meiner Unverfrorenheit ihn zu fälschen.

„Weil er es nicht unterlassen wird, mich oder auch uns mit dem unheimlich langweiligen Geschwätz des Ministeriums zu strafen, nur weil wir das Glück haben, daran nicht teilnehmen zu müssen… er ist rachsüchtig und nachtragend!“, erregte sich mein düsteres Gegenüber empört und ich lächelte schnell in mein Glas und trank einen Schluck.

„Zusammen werden wir den Abend überleben!“, versprach ich gütlich und erntete eine für ihn so typische gelüpfte Braue.

Danach ging alles ganz schnell, er entschwand wohin auch immer, in dieser Beziehung war er nicht wirklich mitteilsam oder gar aufgeschlossen und ich würde mich hüten, unsere Basis, auf der wir sehr gut miteinander zurechtkamen, zu zerstören, indem ich in seinen Augen anmaßend wurde und ihn fragte, was er vorhatte!

Ich war nicht lebensmüde und genoss es einfach, dass er mir dieselbe Ehre zuteilwerden ließ und eben nicht wissen wollte, was auch ich vorhatte und tat!

So machte ich mich zu Draco auf, ins Camp, um zu beobachten, wie alles heute laufen würde. Es war ein weltbewegender Tag!

Die Flucht der Schüler aus England war definitiv ein Highlight!

Hermiones Sicht ende

Dracos Sicht

Ich hatte nicht geschlafen, denn wer brauchte Erholung? Erst so langsam glaubte ich zu verstehen, wie sich Hermione oft fühlte.

Aufgrund der Tränke ging es mir selbst nach dem Lord und seiner Art sich an mir auszutoben recht gut, aber die Anstrengung der letzten Tage hing mir nach. Es war hektisch und irgendwie gelang alles nur auf den letzten Drücker.

Hinzu kam, dass mir vorgestern mein nachträgliches Geburtstagsgeschenk an den Kopf geflogen war!

So hatte ich mir das sicher nicht vorgestellt, vor allen Dingen weil es mein 17. Geburtstag gewesen und ich nun volljährig war. Ich schien Hermione mehr als verärgert zu haben und Potter hatte es vorausgesehen und ich auch, wenn ich denn ehrlich zu mir war! Aber ich hatte so sehr gehofft, dass sie es verstehen würde.

In den Händen von Potter war dieser wertvolle, einzigartige Zauberstab nutzlos!

Wir mussten uns dringend aussprechen, aber ich schaffte es ja nicht mal ins Manor!

Die nicht in der BL oder DA aufgenommenen Slytherins hatten im Wohnheim isoliert werden müssen bis klar war, wo sie standen, was sie wollten und ob sie sich anschließen würden. Dann der Rundgang mit dem Rest, und letztendlich noch der aufgescheuchte, dumme Weasley, der diese Brown überall gesucht hatte und eine mehr oder weniger verschwundene Hermione.

Und heute würde es losgehen, der große Ansturm auf das Camp!

Genau, das Camp, das auch nur auf den letzten Drücker fertig geworden war!

Aber gerade dachte ich über das mehr als großzügige Geschenk nach, das Hermione mir gemacht hatte. Zum ersten Mal verstand ich, warum sie derart oft bei Severus verschwunden war, auch wenn sie schon mal angedeutet hatte, dass sie Tränke brauten, so hatte ich doch nie damit gerechnet, dass sie für mich brauten. Ihr Geschenk hatte mich überrumpelt und ließ mich einiges klarer sehen und sogar meinem Auftrag bei den Veela sah ich nun einen Tick gelassener entgegen, mit dem Trank in der Hinterhand.

Warum ich, nachdem ich von meinem Auftrag erfahren hatte, nicht selbst angefangen hatte den Trank zu brauen?

Ganz einfach, ich mochte von Severus unterwiesen worden sein, in dieser Kunst der Magie und ich mochte ein guter Schüler sein, aber ich war wahrlich kein Meister auf dem Gebiet, selbst Hermione nicht!

Dieser Trank war mehr als komplex und eigenwillig. Ich hatte sofort gewusst, wenn ich ihn brauen würde, dann bräuchte ich Severus, so oder so, um ihn fertigzustellen und da ging es noch nicht mal um die seltenen und sehr teuren Zutaten, sondern um sein Wissen und seine Künste.

Des Weiteren war mir gegenwärtig, dass Severus sich nicht dazu herablassen würde, mich dafür in seiner Nähe zu dulden, dafür war ich ihm in seiner hoch geschätzten Braukunst einfach zu stümperhaft, selbst wenn ich meine Mitschüler hinter mir ließ, aufgrund seiner Unterweisungen, erreichte ich doch bei weitem nicht das Maß an Perfektion, das er sich erwartet hätte. Tränke brauen war einfach nicht das Fach, in dem meine größte Begabung lag. Aber auch Hermiones Braukünste, selbst wenn sie besser waren als meine und Hermione noch strukturierter vor ging als ich, reichten nicht an die von Severus, einem Meister seines Faches heran, somit erkannte ich durchaus, dass dieser Trank ein gemeinsames Geschenk von beiden war!

Er war nicht nur eine Gabe von ihr, sondern auch von Severus, an mich!

Eine Seltenheit, die ich sehr wohl zu schätzen wusste, aber so ganz wusste ich nicht, was ich davon halten sollte, dass er mit ihr sehr wohl imstande war, ihn zu fertigen und sie dafür lange in seiner Umgebung duldete!

Dass sich zwischen ihnen ein tiefes Verständnis entwickelt hatte, war nicht von der Hand zu weisen, ob es mir gefiel, das stand auf einem ganz anderen Blatt.

„Hey, Draco, wach mal auf! Es geht gleich los!“, rief Marcus ungeduldig, dabei glitt mein müder Blick zu ihm und ich registrierte sein erschöpftes Aussehen, mit den tiefen, umschatteten Augenringen, die seine Erschöpfung der letzten, durchwachten Nächte offenbarte.

Er hielt sich nur noch dank der verschiedensten Tränke auf den Beinen und auch ich fuhr mir gerade mit der Hand in den Nacken und massierte meine verspannten Muskeln.

Alles war so schön geplant gewesen, aber es musste alles übereilt fertiggestellt werden. Gerade schweifte mein nachdenklicher Blick weiter. Wir waren hier auf Anglesey, einer walisischen Insel im Nordwesen von Wales, die durch zwei Brücken mit der „Insel Großbritannien“ verbunden war, also lag es vor der Irischen See.

http://de.wikipedia.org/wiki/Anglesey

Dies hier war eine sehr ländliche Gegend, die eher für ihre Schaf- und Rinderzucht bekannt war und genau das bot was wir anstrebten, Abgeschiedenheit!

Gerade standen wir in einem riesigen, quadratischen Kernburghof, der mit Gras überwuchert und weiterhin geschützt war, durch die riesige Zwingeranlage, die uns quadratisch hoch umgab.

Meine Männer, Marcus und Adrian, hatten Beaumaris Castle schlicht gemietet und die wehrhaften, steinernen Festungsmauern des 13. Jahrhunderts umgaben uns wie ein Schutzwall, aber auch noch das Wasser, denn dies hier war eine Wasserburg, mit Wassergraben um die äußeren Ringmauern.

Somit war Abgeschiedenheit garantiert, aber wir hatten nicht vor, hier länger zu bleiben und die Burg nur für die nächsten Wochen angemietet. Dabei hatte die Nähe zu Irland durchaus eine Rolle gespielt, denn je größer die Entfernung war, desto schwerer war das magische Reisen und bei der Menge und Masse an Menschen, die wir zu transportieren hätten, spielte das sehr wohl eine Rolle.

http://de.wikipedia.org/wiki/Beaumaris_Castle

http://www.beaumaris.com/

Ja, es gefiel mir, was wir hier in der Kürze der Zeit erschaffen hatten. Großzügige, weiße Zelte waren aufgebaut und Absperrbänder zeigten den Leuten wo sie hinsollten, wobei wir uns entschlossen hatten, beim Weitertransport nach Hogwartsjahrgängen zu trennen.

Ich begutachtete alles zufrieden, als es leise ploppte und dann stand sie sich umblickend auf dem Grün und hob ihren Kopf zur strahlenden, vormittäglichen Sonne hin.

„Du kommst aus Dublin?“, rief Johnson in dem Moment und sie nickte und wandte ihren Blick der Fragenden zu.

„Ja, das stimmt, man gab mir diesen Schlüssel, wenn ich her möchte, aber ich wusste ja leider nicht, was für einen Ort ihr gewählt habt!“, erklärte sie sich und reichte die Feder an die sie sofort einsammelnde, schwarzhäutige Schöne. Unser erster Ankömmling sah sich weiter neugierig um und ich stand so gut unter einem der wehenden Zelte verborgen, dass sie mich nicht gleich bemerkte.

Das sommerliche, kurze, mit Blüten aufgefrischte Kleid stand ihr wirklich gut und ließ sie elegant, aber auch gleichzeitig jung wirken. Mir gefiel es sehr, auch wenn mir klar war, Vater hatte es ausgesucht, entsprach es trotzdem auch meinem Geschmack und war jugendlicher als manches was er ihr ausgesucht hatte.

„Hey, Schönste!“, erschallte der erfreute Ruf aus einem der Zelte, in denen sich die BL-Mitglieder tummelten, denn zu meiner geringen Verwunderung waren an sich all jene erst mal bei uns geblieben, schon alleine weil sie ihre Teams hier in Empfang nehmen wollten.

„Du kommst mir gerade recht, wo ist Lavender?“, stapfte schon Padma aggressiv auf Hermione zu, wobei Hermione eher amüsiert wirkte und mit erhobener Hand die bedrohlich wirkende Inderin stoppte.

„Nur die Ruhe, du bist ja fast so schlimm wie Ron!“, winkte sie lässig ab und stoppte das erregte Mädchen, dem empört der Mund aufging.

„Und einmal an alle, hört her! Lavender geht es gut, wenn ihr es genau wissen wollt, ich bin selbst vollkommen erstaunt, dass sie noch durchhält und nicht schon längst ihren Patronus zu uns geschickt hat! Sie beeindruckt mich und nein… Padma, ich werde dir nicht mehr sagen, das ist etwas, was dir wenn vielleicht Lavender eines Tages erzählen wird, wenn sie wiederkommt! Ich habe nur gesehen, dass sie allein sein muss und wollte ihr dies bieten, mehr habe ich nicht getan! Alles Weitere liegt in ihrem Ermessen, anscheinend denkt sie gerade ebenso, sonst hätte sie die Möglichkeit jederzeit wieder hierherzukommen schon genutzt“, das brachte wirklich jeden zum Verstummen.

„Hab dich schon vermisst, mein Mudblood!“, trat ich nun nonchalant aus dem Schatten und schlenderte locker auf sie zu, dabei durchbrach ich die entstandene Stille.

„Draco!“, meinte sie nur neutral und genau dies zeigte wohl, dass sie noch immer nicht erfreut war, wobei mir ihre nächsten Worte nicht schmeckten. „Dein Vater lässt grüßen!“, wisperte sie mir entgegen und ich fletschte die Zähne.

„Wir gehen heute gemeinsam ins Manor!“, murrte ich düster und sie zuckte nur die Schultern. So hatte ich mir das Wiedersehen nicht vorgestellt.

Aber weiter kamen wir nicht, denn als ich sie auf die Stirn küssen wollte, ging es Schlag auf Schlag. Zum Glück hatten wir alle anderen BL-Mitglieder und Führer gestern schon gut eingewiesen und die nun erscheinenden DA-Mitglieder wurden sofort in die farblichen Häuser und dann in ihre Jahrgangsstufen einsortiert, dadurch entstand inmitten des Chaos so etwas wie Ordnung

Binnen kürzester Zeit war der bisher leere Burghof wohl gefüllt und zu meinem absoluten Grauen hatten viele doch tatsächlich gewagt, auch noch ihre viel jüngeren Geschwister mitzubringen, egal ob schon in den unteren Hogwartsstufen, oder noch gar nicht Hogwartsreif. Es war ein Geschnatter ohne gleichen, der Überblick war leicht verloren gegangen, da der Ansturm so riesig und fast nicht zu bewältigen war.

Jeder, der nicht eingeplant war und hier mit ankam, sorgte für Chaos, Aufregung und dafür, dass die Sicherheitsmaßnahmen griffen, aber bisher hatten nur einige ihre jüngeren Geschwister mitgebracht, weswegen sich die Aufregung immer recht schnell wieder gelegt hatte und die BL-Teamführer versuchten, mit meinen Vertretern Lösungen für diese Probleme zu finden.

Dann passierte auch noch, was wir alle gefürchtet hatten, wovon wir aber gehofft hatten, es würde nicht passieren. An einem Ankömmling hing der Vater, der dem Ganzen offenbar nicht zu trauen schien.

Sofort griffen unsere magischen Banne ein und legten damit dieses Ankunftsfeld für die Neuankömmlinge lahm und leiteten sie auf die andere Seite der Burg. Binnen Sekunden stellten sich magisch flatternde Stoffbahnen auf und die Hauszuständigen BL-Mitglieder eilten zu dem erregten, skeptischen und besorgten Vater!

So sah dieser Eindringling nur Gryffindors, bis sich dieses Desaster legte. Man durfte hier in diesem Irrenstall nicht damit rechnen, dass Ruhe einkehrte, denn schon brach an einer anderen, der Hufflepuff Ankunftsstelle, das Chaos aus, da auch hier nicht nur einer, das personifizierte DA-Mitglied wiederkehrte, sondern zwei Personen mehr, von denen eine eindeutig kein jüngeres Geschwisterkind war!

Ich stand ganz nah und so wurde ich Zeuge davon und konnte nur noch blinzeln.

„Stopp, stopp! Ich bin es… zusammen mit Ginny!“, verkündete ein zerrupft wirkender Weasley, der sich gerade aufbaute.

„Halt! Wer ist DAS?“, ging ich gar nicht darauf ein, sondern blickte gerade auf ein wahrhaft zartes, sehr schönes Wesen, das in mir sofort Bauchschmerzen auszulösen verstand!

Es erinnerte mich einfach zu sehr an meine Begegnung mit Dafina, als ich auf der Veelaburg hier in Irland gewesen war.

„Wer ist das?“, wollte nun auch Hermione konsterniert wissen, während die beiden Weasleys zusammen mit diesem hübschen, sehr attraktiven Mädchen mit dem langen, silbrig weißen Haar auf uns zukamen. Dabei sah man regelrecht, dass Weasley aufgeregt nach IHR suchte und als er unserer Ansichtig wurde Gas gab.

„Schönste, Malfoy ! Das hier ist Apolline Delacour, sie ist Fleurs Cousine!“, haspelte er erregt.

„Ihre was?“, wollte eine perplexe Hermione wissen.

„Na, die Tochter vom Bruder von Mr. Delacour, sie ist sogar nach Fleurs Mutter Apolline benannt…“, schnatterte der rothaarige Junge aufgeregt und so bemüht, dass seine blassen Wangen rosa leuchteten.

„AHA und warum ist sie hier?“, forschte Hermione gewohnt trocken nach.

„Oh, das! Naja, also sie hat Gabriele zu Fleur gebracht, damit diese im neuen Haus von Bill und Fleur die Ferien bis zur Hochzeit verbringen kann, danach war sie noch kurz im Fuchsbau und bei Ginny! Und als Mum und Dad Ginny nicht gehen lassen wollten und ich dann noch kam, meinten sie: „Sie würden Apolline vertrauen, wenn diese mit ihren gerade 17 Jahren Fleurs Schwester hierherbegleitet hätte, dann könne sie auch auf Ginny aufpassen!“, erklärte sich der junge Mann und das aufgeweckte Veelamädchen sah sich überwältigt von der Umgebung im Burghof um und starrte vollkommen fassungslos auf den Menschenauflauf.

Die kleine Weasley schien darüber gar nicht erfreut und schimpfte leise: „Als ob ich nicht alt genug wäre…!“

„Dann ist sie volljährig?“, zweifelte Hermione offen.

„Dasss bin isch … seit einem Monat!“, mischte sich nun das Mädchen resolut ein, das es, wie es aussah, gar nicht lustig fand, wenn man über ihren Kopf hinweg sprach. „Und du bissst?“, lispelte sie leicht zu Hermione, die sie mit schiefgelegtem Haupt skeptisch maß.

„Oh nein, oh nein, schau nicht so, Hermione! Sie ist echt in Ordnung, sie ist nicht so eine doofe Kuh wie Fleur!“, rief der kleine, rothaarige Wirbelwind, der eigentlich bisher nur vor sich hin gemault hatte nervös durch die Gegend und versuchte, Oliver Wood in dem Durcheinander auszumachen.

„Charmant, excellence!“, flötete die Französin spöttisch, aber nicht beleidigt, eher geschmeichelt. „Wer bist du?“, wollte sie forsch von mir wissen und meine Augen verengten sich über dieser Vertraulichkeit.

„Malfoy!“, murrte ich düster, es wirkte als hätte ich jetzt schon einen Graus vor Veelas.

„Mais oui , dann bist du der, den ich fragen muss? Du wirkst so!“, verkündete die kleine Französin aufgeweckt.

„Malfoy, sie kann was, wirklich…“, bat der Weasley wenig subtil und man kam nicht umhin, zu denken, dass Brown augenblicklich nicht mehr wirklich so wichtig, oder gar relevant für ihn war.

„Aha!“, entgegnete ich recht zweifelnd, als wohl Hermione der flehende Blick des männlichen Rotschopfes auffiel und ihr minimal auf den Senkel ging, denn sie schnaubte auf.

„Wenn sie die Zauber in Kauf nimmt, warum nicht?“, resümierte sie und ich schüttelte mich leicht.

„Wenn das Mudblood es sagt! Kümmert euch darum, Weasleys!“, befahl ich den Geschwistern genervt und wollte mich an meine Freundin wenden, während wir uns wieder dem Rest zuwandten.

„Es läuft! Schön, zu sehen!“

„Findest du das gut?“, fragte ich im Weggehen und bezog mich darauf, dass Weasley anscheinend schon anderweitig Trost fand.

„Es könnte mir nicht gleichgültiger sein und selbst du hast eine Französin eingestellt!“, spielte sie auf Audrey an.

„Hermione warte… so geht das nicht weiter… wir müssen reden!“, versuchte ich sie zu stellen und wollte sie aufhalten.

„Was sollten wir besprechen?“, meinte sie recht eisig, sodass es fast in dem lauten Geschnatter der Masse unterging, dabei entzog sie mir ihre Schulter und meine Hand glitt ab.

„Das weißt du genau!“, entgegnete ich entschlossen und stoppte ihren Weggang, indem ich hart ihren Oberarm fasste.

„Was sollte es zu bereden geben? Du hast durch deine Tat ein einzigartiges Statement abgeben!“, warf sie mir verbittert klingend vor und ich stoppte betroffen inmitten des Ansturms.

„Hermione, komm schon… ich …!“, versuchte ich anzusetzen und stotterte unsicher.

„Du, was? Da gibt es nichts weiter zu sagen, oder hast du den Stab?“, ätzte sie ungewohnt böse und doch wirkte sie kühl als mich ihr eisiger Blick durchbohrte. Wobei mich ihre gehässige Aussage konsterniert den Kopf schütteln ließ.

„Ich hab den Stab nicht, aber ich hätte ihn gerne!“, bekannte ich nun offen und ihre Mundwinkel verzogen sich süffisant.

„Dann sei dir gegenwärtig, dass du den Stab nur über meine Leiche erhalten wirst!“, bekannte sie absolut emotionslos und ich zuckte zurück von ihr, ließ auch von ihrem Arm ab, als hätte ich mich verbrannt, denn ihre Kompromisslosigkeit traf mich. Ich hatte nie damit gerechnet, dass sie diesen blöden, aber doch so mächtigen Stab derart endgültig zwischen uns stellen würde und so gar nicht verstehen konnte, dass ich ihn haben wollte.

Dass sie sauer wäre, dass sie wütend sein würde, das alles, ja, das hatte ich einkalkuliert, aber dass sie derart abweisend sein würde, damit hatte ich nicht gerechnet.

Sie schien sich nicht mal aufzuregen, eher leuchtete es in ihren braunen Tiefen enttäuscht auf. Das war es, was mich verunsicherte. Irgendwie fühlte ich mich damit schlechter als erwartet. Immer musste es nach ihrem Kopf gehen, immer waren ihre Entscheidungen gefragt und jetzt hatte ich selbst beschlossen, dass Potter noch nicht reif für den Stab war und sie schaffte es nur mit einem intensiven Blick, mir zu offerieren, dass ich die größte Scheiße gebaut hatte, die man sich vorstellen konnte!

Aber auch ich war nun langsam wütend auf sie, weil sie sich so kompromisslos zeigte und keinerlei Bereitschaft für eine Aussprache durchblicken ließ.


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