When Hermione Fights
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 Kapitel 371-372

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BeitragThema: Kapitel 371-372   Kapitel 371-372 EmptySo Apr 28, 2013 9:30 pm

371. Kapitel Prost, ein Glas Whiskey (von Zareyja)

Unter Anbetracht, was sie alles verschwieg, das fing bei Grindelwald, wie ich aus meinem Gespräch mit ihm ahnte, an und hörte bei Severus, Vater und Potter noch lange nicht auf, hatte ich das Gefühl!

„Hey, Draco! Komm mal her!“, rief plötzlich ein erschöpfter Adrian. Es war nicht leicht, Struktur in dem Chaos, das hier herrschte, zu schaffen!

Gerade ging es mit Sammelportschlüssel für die ersten ins Wohnheim, wo sie empfangen werden würden und einige andere, die gerade durch einen kleinen Test gezeigt hatten, ob sie mehr machen wollten als nur Ferien, würden in die Burg kommen!

Wir wollten alles ein wenig entzerren! Sobald sie an ihren Bestimmungsorten ankamen, würden sie in Empfang genommen werden und die Flüche, die sie zum Schweigen verdammten, präzisiert werden!

Vertrauen mochte gut sein, aber Kontrolle war besser!

Somit war es denkbar ungünstig für ein klärendes Gespräch oder auch einen befreienden Streit!

Die Sonne stand hochsommerlich sehr hoch am Himmel und strahlte unbarmherzig heiß auf uns nieder. Jeder arbeitete, auch Hermione, aber auf der anderen Seite des Burghofes. Während ich ihr ab und an einen bitteren Blick schenkte, half auch ich, aber meine Gedanken kreisten um unseren Disput.

Potter, wie gut, dass er nicht hier war!

Immer Potter, okay, wir hatten nun die drei Heiligtümer des Todes!

Er hatte seinen doofen Unsichtsbarkeitsumhang, der ihn auch vor dem Tod schützte, den Ring des Lords, der sicher verwahrt im Safe lag und jetzt hatten wir auch noch den Elderstab, den SIE vor uns versteckt hatte!

Wir waren die Besitzer der Heiligtümer des Todes! Wir beherrschten den Tod, müsste dies nicht gerade SIE, die mit der Nekromantie spielte, wie ich annahm, in Verzückung stürzen?

Aber nein, genau andersherum schien es zu sein! Sie wollte so viel Abstand wie möglich zwischen sich und diese Gegenstände bringen!

War ihr dieses widersprüchliche, kontradiktorische Gebaren bewusst? Das war paradox!

Ich ärgerte mich gerade fulminant! Derart konträr kannte ich sie sonst nicht. Sie interessierte sich für diese Art der Magie, warum versuchte sie dann nicht, sie zu beherrschen, wenn sich hier die Möglichkeit bot?

Dumbledore hatte Zeit seines Lebens zusammen mit Grindelwald versucht, dieser Gegenstände habhaft zu werden, wir besaßen sie nun und sie durchkreuzte die Pläne, dass wir die drei Heiligtümer vereinten.

Ich verstand sie gerade nicht wirklich!

Gut, nach dem Gespräch mit Grindelwald hatte ich mich auch etwas schlau gemacht und vor allem nach ihrem Auftritt an Weihnachten mit dem Lord und diesen unheimlichen weißen Augen, die aber nur einmalig gewesen zu sein schienen. Und das, was ich über die Nekromantie im Allgemeinen herausgefunden hatte war abwegig und ich fand dazu überhaupt keinen Zugang. Mir war der Ehrgeiz, zu verstehen wie der Tod funktionierte, fremd und ich schämte mich nicht für mein mangelndes Interesse, denn als ich anfing mehr zu erforschen fand ich noch heraus, wie eklig das alles war, das wollte ich alles gar nicht wissen. Es ging oft um Blut, um viel Blut, nicht nur einen Tropfen, den man verwendete, sogar trank und ähnliches und das war so gar nicht meins.

Das Spielen mit Leichen, mit Untoten und dann die Bilder der verrottenden und verwesenden Inferi erregten in mir einen natürlichen Widerwillen.

Was tot war, sollte tot bleiben!

Das war meine Einstellung zu der Sache, alles andere war widernatürlich! Und als es darum ging was ein Nekromant leisten musste um dies alles zu bewerkstelligen, hatte ich das Buch zugeschlagen, denn das wollte ich erst recht nicht wissen. Gut, ich würde sie nie verteufeln oder verachten, für das was sie tat, aber ich musste mich noch lange nicht selbst damit beschäftigen, nur weil sie es tat.

Denn ich musste mir sachte eingestehen, dass Hermione dies wohl alles getan haben musste, um diese weißen Augen beim Lord zu bekommen und das gruselte mich ungemein, nicht weil ich Angst hatte, das nicht, es schüttelte mich um Hermiones willen!

Natürlich fragte ich mich, wie sie das hatte tun können, hatte sie sich wirklich derart gedrängelt gefühlt und gedacht, das als Ausweg tun zu müssen?

Aber warum? Um interessant, um einzigartig zu sein?

Aber nach dem Gespräch mit Gellert Grindelwald verstand ich alles insofern, dass es keine großen Informationen gab und damit blieb die Frage, warum diese Heiligtümer für sie derart tabu waren? Ob sie es bewusst machte und darum so einen Bogen schlug?

Ich verstand gerade sehr vieles nicht und diese Umstände waren mal wieder alles andere als leicht, da sich alles schon wieder rasant überschlug. Gerade legte ein hysterisches Kleinkind einen Schreikrampf aller erster Güte hin, von wegen:

„Ich will zurück zu meiner Mama!“ Der Silencio war dem Kind so gut wie sicher, als ich den besorgten Bruder das kleine Mädchen eindringlich trösten sah, dabei wirkte der Drittklässler selbst irgendwie überfordert.

„Das geht nicht, Jerry! Mum hat gesagt, wir sollen gehen und ich soll dich mitnehmen, es wäre sicherer!“, versuchte der kleine Ravenclaw seine aufgelöste Begleitung zu beruhigen, wobei ich es interessant fand, was die Eltern dachten. Sie schienen wahrlich das Camp als Chance zu erkennen, ihre Kinder aus der Gefahrenzone zu schaffen.

Doch dann klappten wieder übergangslos die Schilde hoch, diesmal erneut bei den Hufflepuffs, denn da war der nächste unwillkommene Besucher. Doch diesmal schien dort mehr zu passieren, da das Geschrei immer mehr zunahm und so kam ich nicht umhin, nach dem Rechten zu sehen und erblickte eine unerquicklich große Schar, die sich um einen Hufflepuff kauerte, den ich dachte der DA zuordnen zu können, als auch ein gehetzter Marcus neben mir auftauchte.

„Was geht hier vor?“, fauchte er zu der relativ großen Gruppe aus insgesamt 6 Menschen, die sich um den ältesten Jungen furchtsam sammelten.

„Ähh… hey, das ist meine Familie!“, bekannte der ängstliche Junge tapfer.

„John… John Whitby, was ist passiert?“, wollte nun sofort Hannah Abbott von dem Jungen, der ab nächstem Jahr in die 6. Klasse gehen würde, wissen. Dabei nahm sie ihm das strampelnde und schreiende Kleinkind ab, das er ungerne hergab, aber er war eindeutig zu erschöpft, um es noch länger zu umklammern.

„Nun… was?“, fragte der traurig aussehende John und blickte besorgt auf seine Fracht „… Gute Frage, am Abend meiner Ankunft wurde unser kleines Dorf überfallen! Meine Eltern haben mich in ein magisches Versteck im Stall geschickt, mit all den Kindern hier, das da ist mein Bruder Kevin, er geht jetzt dann in die 4te, das hier ist Sally, meine Cousine, sie geht nach den Ferien nach Hogwarts!“, deutete er auf ein kleines, rotblondes Mädchen, das sehr müde wirkte und den Eindruck machte, sofort einzuschlafen.

„Dann noch ihr jüngerer Bruder Leo und hier meine Nichte Tina und das Baby ist die Jüngste von uns, Esther, keine Verwandte… aber sie gehört zu mir…“, stellte er alle vor und man bekam mit, dass er unter Schock stand.

„WAS IST passiert?“, wisperte Susan Bones ergriffen, während der sorgenvolle, aber auch erschreckend desillusionierte Blick des Jungen zu den Kindern ging, wobei sein Bruder Kevin, der bisher nicht in der DA vertreten war, sich erstaunlich erwachsen um die Jüngeren kümmerte.

„Nicht hier, nicht jetzt… bitte!“, bat er tränenumflort und jeder, wirklich jeder konnte sich denken, dass dies hier die mickrigen Reste des kleinen, magischen Dorfes waren, die übrig waren.

„Gut, dann herzlich willkommen! Ihr braucht euch keine Sorgen mehr zu machen! Du, John, hast das einzig Richtige getan, hier wird sich um euch gekümmert!“, verkündete Marcus ehrenvoll und man bemerkte regelrecht, wie dem Jungen eine schwere Last von den Schultern zu fallen schien und er aufgrund der Erleichterung taumelte, weil er hier Zuflucht gefunden hatte und alle bleiben durften.

Die Frage war, was wäre mit ihnen passiert, wenn wir ihnen nicht diese Fluchtmöglichkeit geboten hätten? Hätte ihnen das Ministerium geholfen? Ich wollte es bezweifeln!

„Hey, Whitby! Du wirst aber noch einige Fragen beantworten müssen!“, warf ich versucht einfühlsam ein und er nickte nur ernst, denn ab nun war dieser im höchsten Fall 16 Jährige für seine 5 Anverwandten zuständig. Sollte sich bei den Fragen, die wir ihm stellen würden, nicht noch andere Personen herauskristallisieren, die Verantwortung übernehmen könnten, trug er sie, aber wie es sich anhörte, war dieses englische Dorf nicht mehr existent und bestimmt war die Familie nah zusammen gewesen, aufgrund der Gefahr von außen und nun, wenigstens hatten die Kinder überlebt.

„Natürlich“, wisperte er erschöpft, augenscheinlich hatte er seit dem Abend des Angriffs, also seit gut 3 Tagen, nicht mehr lange geschlafen, aus Angst, Sorge und Verantwortungsbewusstsein.

„Hast du davon in den Medien gelesen?“, fragte mich nun Blaise leise, worauf ich das Haupt schüttelte.

„Ich könnte mir vorstellen, dass das dem Ministerium gar nicht mehr auffällt!“, flüsterte ich zurück.

„Schrecklich!“, hauchte Blaise merklich blasser.

„Tja, was soll man dazu sagen?“, resümierte ich und stoppte, da gerade bei den Slytherins der Alarm schrillte!

So ging das hin und her und als der unendliche Ansturm abebbte, erlebte ich, wie die Anführer hier regelrecht Angst hatten nach Irland zu gehen, da dort das Einteilen und Überprüfen weitergehen würde und dieser ewig lange Tag noch lange nicht zu Ende sein würde.

Aber ich war mir sicher, erst mit Hermione ins Manor zu gehen, bevor ich mich dem hier weiter stellen würde.

Dracos Sicht ende

Hermiones Sicht

Das hier war beeindruckend, wie so vieles was Draco auf die Beine stellte.

Anglesey, ein Zentrum der walisischen Druiden, soweit ich mich aus meinem Geschichtsunterricht daran erinnern konnte, auch die „Insel der Druiden“ genannt. Warum nicht, es war nah an Irland und wirklich eine gute Idee, denn hier sah kein Unberechtigter was passierte. Wir brauchten uns nicht allzu viel Sorgen um zu neugierige Muggel zu machen, trotzdem gab es natürlich Zauber, die uns schützten und verbargen, aber diese konnten weitaus weniger kompliziert ausfallen als es in einer belebteren Gegend nötig gewesen wäre.

Das Einzige was mich sorgte war diese komische, nicht zu benennende Distanz zwischen Draco und mir, aber ich konnte mich nicht überwinden, diese Brüskierung einfach zu vergessen und zu vergeben. Als ich ihm einen letzten, langen Blick gönnte, erkannte ich, dass auch er offenbarte wie ich enttäuscht war.

Auf der anderen Seite konnte ich Draco sogar verstehen! Auch ich hatte ihm gegenüber Geheimnisse, belog ihn und intrigierte gegen ihn. Wie konnte ich von ihm fordern und verlangen, dies nicht zu tun?

Nur war diese Erkenntnis bitter, dass er auch so sein konnte wie ich es zum Teil war. Das war nichts, worauf ich stolz war und auch nichts, worauf er sich etwas einbilden sollte.

Irgendwie machte mich diese Offenbarung einfach unfassbar traurig, aber das Chaos vor Ort, mit seinen ganz eigenen, kleinen oder auch größeren Dramen, verstand es, mich effektiv vom Denken abzuhalten. Als Ron mit dieser Apolline daherkam war ich sowohl erstaunt als auch durchaus glücklich. Ein hübsches Ding, das ihm augenscheinlich den Kopf verdreht hatte, kam mir gerade recht und so war ich sofort dafür, dass sie blieb. Sie würde Ron, den Terrier doch von Lavender ablenken und da ich mit dieser anderes plante, kam mir das gerade recht!

Auch nicht nett von mir und intrigant, also sollte ich vielleicht Draco gegenüber nicht derart ins Gericht gehen!

Aber ich hatte die Macht des Stabes gespürt, hatte erkannt, was für eine Verlockung er sein konnte, dieser fast unwiderstehliche Sirenengesang der Macht, war mehr als nur eine Herausforderung und ich wusste nicht, wenn ich mir die Geschehnisse rund um den Elderstab und seine Historie besah, ob Draco widerstehen könnte und wollte, so wie ich!

Und selbst ich war der Versuchung fast erlegen, sodass ich mich nur schwer von dem Stückchen Holz hatte trennen können.

Aber schon wurden meine Gedanken unterbrochen, da der nächste Krach in diesem Durcheinander einsetzte. Es war wahrlich wie in einem Bienenstock und die „Flucht“ der Kinder, keine Sekunde zu früh, wenn ich mir ansah, wie viele Mütter ihre noch nicht schulpflichtigen Kinder, den älteren Geschwistern vertrauensvoll mitgegeben hatten, das war überwältigend, aber auch wirklich erschreckend. Die Zauberer erkannten durchaus, was ihnen bevorstand, dass der Krieg wohl schon längst Einzug gehalten hatte und griffen nach jedem Strohhalm, zumal unser Camp ja durchaus auch wie eine sehr sichere Sache auf die Eltern wirken musste und sollte und dies auch war.

Diese Erkenntnis, dass die Familien sich zu solchen Handlungen gezwungen sahen, konnte einem Angst und Bange machen. Die Zeiten waren aber auch zu dramatisch!

Okay, mein Zynismus schlug mal wieder durch aber dass ich so vollkommen über die Sorgen und Nöte der anderen Kameraden von mir hinweggesehen hatte, schaffte es, dass ich mich wirklich reuig über meine Ignoranz fühlte.

Schließlich musste ich selbst am besten wissen, wie es war, wenn sich niemand um einen scherte, egal ob Hogwarts, Ministerium oder Orden!

Und doch hatte ich mich so verhalten, das tat schon weh, diese Offenbarung war bitter, vor allem da ich in Teilen immer noch versuchte, mich selbst nicht zu belügen und offen vor mir zu sein. Ich war selbstgerecht geworden, geborgen im Schoße meiner Familie, während Draco und Harry die anderen nicht vergessen hatten! Ich aber sehr wohl!

Vor allem Draco, der in einer so selbstgerechten Familie und bisweilen mit dem goldenen Löffel im Mund aufgewachsen war, hatte niemanden von den Seinen vergessen. Was sagte mir das über ihn, über mich? Wog sein Engagement um diejenigen, die auf der Flucht waren, die in Gefahr waren und für die Schwachen unter uns, die Kinder, seine sicher nicht selbstlosen Hintergedanken dies hier alles zu schaffen auf?

Dann brach ein riesen Trubel bei den Hufflepuffs aus, da Whitby mit einem Tross Kleinkinder eintrudelte und es sogar schaffte, das bisherige Mindestalter zu unterbieten, indem er einen Säugling bei sich trug, der mich erschreckend an Lucien erinnerte.

Das was das Halfblood Whitby verkündete war verstörend. Ich erinnerte mich dunkel, dass ich wusste, dass er aus einer uralten Hufflepuff treuen Familie stammte und seine Mutter eine Muggel war, diese war von den anderen der magischen Sippschaft herzlich aufgenommen worden. Die kleine Gemeinde lebte recht einsam in einem beschaulichen, abgelegenen Dorf, das fröhlich miteinander verwandt war und das es nun wohl nicht mehr gab!

Vielleicht würde Draco nun einen Kindergarten einrichten müssen? Eine Pre-School? Eine Kinderkrippe?

Aber sicher gab es auch Leute in seiner Firma, die sich für so einen Job interessieren würden, oder sogar unter den neuen Hogwartsabgängern und es eröffneten sich neue Möglichkeiten für ihn. Eine wirklich spannende Idee, wenn man überlegte, dass die Kinder so vielleicht nicht nur über die Ferien bleiben würden, denn wo zum Beispiel sollten die hier gestrandeten Kinder aus dem zerstörten Dorf am Ende des Sommers hin? Sie hatten nichts mehr, außer einander und diese Zuflucht hier!

Ich hatte absolut keine Ahnung, wer für den Angriff auf das Dorf aus dem Whitby kam verantwortlich war, aber machte es einen Unterschied, zu wissen, welcher Trupp es gewesen war?

Wobei sich fast ein gehässiges Grinsen auf meine Züge schlich, als ich Draco erblickte und wie er konsterniert auf die Kinderschar starrte, vor allem auf das Baby. Das geschah ihm recht.

Als sich langsam, aber sicher der Ansturm legte und der Abend Einzug hielt, ging ich mit Padma, Hannah und Neville die Listen der benützten Transportschlüssel durch.

„Schon komisch… oder?“, flüsterte Neville gerade und alle von ihnen wirkten durch den langen Tag geschlaucht, aber besonders Hannah schien noch immer mit ihrer eigenen Tragödie zu kämpfen zu haben, denn wirklich frisch sah keiner aus.

„Soweit ich das verstanden habe wollten die BL-Abgänger alle wiederkommen! Sprich Ella Wilkins genauso wie Marcus Belby und Tamsin Applebee!“, erklärte Padma geschäftig und warf mit gerunzelter Braue einen Blick zurück zu den einzelnen Ankunftspunkten.

„Schon krass, dass auch McLaggen kommt, um hier zu leben, auch wenn er im Ministerium arbeiten will… vertraut ihr ihm?“, zweifelte Neville offen an dem unsympathischen Gryffindor.

„Du kannst den Flüchen trauen, Neville und vergiss nicht, wo ist es denn noch sicher? In England? Selbst wenn er nicht bei Contino arbeitet, wohnt es sich in Dublin leichter als in London!“, entgegnete Padma realistisch.

„Schon komisch, wo die anderen 3 abgeblieben sind…“, sorgte sich Neville offen und überging diesen Einwurf, denn er mochte McLaggen einfach nicht und ich ebenso wenig.

„Lasst uns erst mal schauen, wie viele von der DA noch fehlen!“, warf ich ein.

„Es sind viel mehr Leute angekommen als erwartet, sehr viel mehr!“, erklärte Hannah müde und wischte sich erschöpft über die Stirn. „Ich frage mich ernsthaft, ob die alle Platz haben, denn wir haben uns sicher verdoppelt oder sogar fast verdreifacht, wenn man sich die Pläne ansieht. Wir gingen nicht mal annähernd davon aus, dass wirklich alle kommen würden und schon gar nicht davon, dass so viele ihre jüngeren Geschwister mitbringen würden!“, schielte sie erschrocken auf die Papiere.

„Ja, viele Geschwister oder auch Verwandte, aber ob wirklich alle aus der DA hier sind… sorry, Schönste, das können wir noch nicht überblicken, denke ich!“, zuckte Neville entschuldigend die Schultern und ich klopfte ihm aufmunternd darauf, da er regelrecht aufgelöst aussah.

„Ich denke schon, dass es alle sind!“, sinnierte Hannah, während sie immer noch in ihren Papieren blätterte.

„Hey, ihr… boah… bin ich K.O.!“, schlenderte ein sichtlich übermüdeter Blaise auf uns zu, oder versuchte er, sein Taumeln zu kaschieren?

„Wo sind Ron… Astoria und die anderen?“, fragte ich irritiert, als er da so alleine daherkam.

„OH, die sind zur Burg! Ron hängt an seiner französischen Eroberung und diese hat wiederum Parvati am Arsch kleben!“, frotzelte Blaise gemein und grinste wahrlich böse.

„Echt? Wie fies!“, meinte ich verschwörerisch und zwinkerte dem diabolischen Blaise verständig zu.

„Nichts könnte dir lieber sein, oder?“, warf er erschreckend weitsichtig, aber auch nüchtern ein und ich blickte ihn unleserlich an.

„Wie kommst du darauf, Blaise?“, flötete ich nun unschuldig, da er mich zu intensiv gemustert hatte.

„Nur eine Vermutung, dass du andere Pläne hast und nichts gegen ein Tête-à-tête von Ron einzuwenden hättest!“, resümierte er gewichtig und ich reagierte schnell, sehr unschuldig, oder eher ertappt, indem ich rasant das Thema wechselte.

„Bleibt ihr nun die ganze Zeit hier?“, fragte ich und erntete eine sarkastisch erhobene Braue.

„Nööö, Astoria, Ron und ich kommen nur ab und an! Ich werde mein Regiment im Cottage nicht abgeben! Sonst verweichlicht ihr nur! Und ich habe Ron vorhin selbst gefragt, da ich gezweifelt habe und er meinte, nichts könnte ihn von SEINEM Harry fernhalten!“, kam es schrecklich affektiert von Blaise, als er am Schluss Ron imitierte und ich kicherte böse.

„Tja, wenn Ron mal eine Entscheidung trifft, dann bleibt er stur dabei!“, stellte ich mich hinter den zweiten meiner ältesten Freunde, die ich hatte und war ehrlich froh, dass sich Ron derart gut entwickelt hatte. Es war nicht zu erwarten gewesen, dass er so gut die Kurve bekam, aber er hatte es geschafft und ich freute mich sehr für Harry.

„Das ist eine seiner besseren Eigenschaften!“, bekannte Blaise ernsthaft.

„Wohl wahr, dann gehst du heute auch noch in die Burg?“, setzte ich interessiert hinterher.

„Nach diesem Chaos hier? Natürlich! Dies hat sich hier wie ein Selbstläufer entwickelt! Es gingen einige Patroni hin und her, dort in Irland herrscht wahrlich ein Durcheinander, die freuen sich über jede helfende Hand!“, erzählte er hitzig und sehr entschlossen.

„Ich bin nur verwirrt, wollten wir nicht einen Stopp in die Portschlüssel einbauen? Dass sie sich selbst zerstören?“, fragte ich ihn irritiert, da es sich schließlich nun schon den ganzen langen Tag hinzog, dass neue Personen ankamen. Doch nun trat Montague zu uns, dabei schüttelte er den Kopf, denn er hatte meine Frage gehört.

„Sorry Leute, dass ich mitgehört habe! Aber Granger, das ist ganz einfach, wir hatten keine Zeit mehr, dieses feine Extra einzubauen… die Zeit! Jetzt leben die Portschlüssel unbenützt für 2 Tage, erst dann verliert der Zauber seine Wirkung! Deshalb bleiben Davies, Miles und ich hier in Wales, denn wir sind die armen Wächter…“, murrte der große, junge Mann missmutig.

„Tust du dir mal wieder selbst leid, Graham?“, schnarrte Blaise gehässig.

„Naja, ich könnte mir was Schöneres vorstellen, als mir in einem ausgestorbenen und verlassenen walisischen Schloss die Eier zu schaukeln!“, entgegnete Montague recht derb, dabei fletschte er die Zähne.

„Ist er nicht erbaulich eloquent?“, wollte Draco, der gerade auf uns zutrat süffisant wissen, unterdessen biss ich gerade heißhungrig in ein Sandwich, das man sich hier überall zur Stärkung nehmen konnte und bot wie von alleine Draco auch einen raschen Bissen an, den er doch glatt mit einem vorsichtigen, zuversichtlichen Funkeln in den hellgrauen Augen annahm. Somit teilten wir uns das Essen, bevor er wieder anfing zu sprechen:

„Leute, ich komm heut erst am späten Abend nach Irland, denn ich werde mit Hermione kurz ins Manor gehen!“, fasste er mich sachte am Arm und apparierte auch schon mit mir, dabei unterband er gekonnt jeglichen Protest von meiner Seite.

Hermiones Sicht ende

Prost, ein Glas Whiskey (von Zareyja)

Severus Sicht

Ich hatte mich leidvoll meinem Schicksal ergeben und war gehorsam des Abends erschienen und nahm gerade den mir von Lucius angebotenen Whiskey aus seiner Hand entgegen, als ich das Biest aus den Augenwinkeln heraus den Salon betreten sah.

„Lucius, Severus…" nickte sie jedem von uns - dem blonden Schönling mit deutlich gesenkten Augenlidern - zu, näherte sich der Sitzgruppe am Kamin und nahm elegant auf dem Sofa zu meiner Linken Platz und strich manierlich über Kleid, um den Rockteil zu richten .Ungefragt stellte Lucius ein weiteres Glas der bernsteinfarbenen Flüssigkeit vor ihr ab.

„Wird auch mein werter Herr Sohn erscheinen?“, fragte er nach und sie nickte nur knapp, sodass sich jedes weitere Wort erübrigte.

„Trink", forderte er wie gewohnt herrisch und ignorierte den 'Du wirst es brauchen' Ausdruck in meinen Augen, während auch er sich in seinem Sessel niederließ.

Schweigend, nur unseren Gläsern, Gedanken und gegenseitigen Beobachtungen ergeben, ließen wir die nächsten Minuten verstreichen, während wir auf die Vervollständigung unserer Runde warteten. Einzig das Knistern der verbrennenden Holzscheite erfüllte den Raum, bis es durch das leise, aber gleichmäßige Geräusch von Schritten und schlussendlich dem Öffnen der Tür begleitet wurde.

„Du kommst spät" kommentierte Lucius das Erscheinen seines einzigen Sohnes und Erben, dessen erster Weg nach der Begrüßung der Anwesenden zur Vitrine ging, um sich ebenfalls einzuschenken, bevor er sich neben Hermione setzte, mehr als das Zucken seiner Schultern hatte er nicht wert befunden zu tun, wobei mir nicht entging, dass er recht müde und erschöpft wirkte.

„Geschäftstermine", informierte er brüsk als sein Vater ihn regelrecht pikiert mit seiner Musterung tadelte. Ein kalkulierender Blick des Vaters lag kurze Zeit auf ihm, doch offenbar behielt er sich vor, seinen Sohn ein anderes Mal mit dem zu konfrontieren was auch immer ihm durch den so gemeinen Kopf ging.

„Wir sollten uns dem kommenden Schuljahr zuwenden…“, sagte er stattdessen blasiert und wandte sich mir zu. „Dumbledores Tod ist zwar in erster Linie notwendig gewesen, aber er bietet uns auch den ein oder anderen zusätzlichen Vorteil.“

„Was meinst du?“, brummte ich misstrauisch über das mir bekannte, unheilverkündende Funkeln in seinen dunkelgrauen Augen.

Der leise, fast drohende Unterton in seiner Stimme hatte mir ganz und gar nicht gefallen. Natürlich bot der Tod des vormaligen Schulleiters Vorteile. Ich würde mir nie mehr lächerliche Passworte merken oder Zitronendrops ablehnen müssen. Doch von nun an würde es noch schwieriger sein, dem Lord Geschehnisse aus der Schule zu verschweigen. Als künftiger Direktor würde ich Kenntnisse haben, die ich zuvor hatte abstreiten können zu wissen. Nun ließ sich Lucius untertänig dazu herab, meine Frage zu beantworten, aber ich war nicht sonderlich überrascht, über dessen Gedankengänge. Zu gut hatte ich ihn in den letzten Jahrzehnten kennengelernt.

„Die ganzen Heimlichtuereien, Severus. Keine Eulen, Zettelchen oder weitergegebene Nachrichten mehr. Wenn ich etwas mit dir besprechen möchte, komme ich einfach nach Hogwarts. Nachdem du meine Gastfreundschaft so lange hast genießen können, freue ich mich schon auf deine“, beschlich mich ein unangenehmer Gedanke, ob die Wahl des Schulrates auch schon heute auf mich gefallen war.

„Moment, war das nicht heute mit dem Oberhaupt des Gamots?“, warf Hermione konfus ein, während ich gleichfalls antworte:

„Als ob ich noch nicht genug zu tun hätte", schnaubte ich verächtlich und stürzte sofort den letzten Rest Whiskey meine Kehle hinab.

„Das stimmt, Liebes! Die Wahl hätte mich fast um den Verstand gebracht!“, jammerte er gestelzt und schritt gemächlich vor uns auf und ab.

„Wer ist es dann nun?“, wollte sie neugierig wissen. „Du?“

„Nein, Merlin bewahre! Ich nicht, ich musste ein Gleichgewicht herstellen und es war wahrlich schwer, meinen Wunschkandidaten auf besagte Stelle zu hieven, aber wie wir es von einem Malfoy gewohnt sind…“, beweihräucherte er sich gerade übelkeitserregend selbst.

„Hast du es geschafft, Vater, Gratulation! Wer ist es?“, fasste Draco zusammen und prostete Lucius süffisant grinsend zu.

„Nach insgesamt 5 grausamen Wahlgängen haben wir es geschafft, den bisherigen Sonderberater Elphias Doge zu benennen!“, verkündete Lucius hochtrabend.

„Was? Aber der ist ein Mann Dumbledores?“, echote das Biest fassungslos.

„Naja, das Gleichgewicht, sagte ich doch und ich hatte die Chance, mit dem ein oder anderen Schulbeirat einen kleinen Plausch zu halten und es sieht mehr als gut aus, dass sie den Wünschen ihres Vorstandes, also mir, entsprechen werden und somit melde ich doch mal gleich meine zukünftigen Besuch bei dir an, denn du vergisst, mein lieber, zukünftiger Direktor, dass der Schulbeirat einen engen Kontakt zu allen Belangen von Hogwarts pflegt. Es ist durchaus üblich, dass ein Vertreter regelmäßig mit dem Schulleiter interagiert. Bislang habe ich diese Aufgabe niemals selbst wahrgenommen, denn es schien mir wenig verlockend, mit dem alten Zausel Tee trinkend über Nichtigkeiten zu plaudern, aber ich denke, dass ich es unserem Nachwuchs schuldig bin, mich diesbezüglich in Zukunft ebenfalls zu engagieren. Du siehst, niemand wird die Notwendigkeit meiner Anwesenheit anzweifeln können.“

So war ich versucht, ihn mit offenem Mund anzustieren, denn ich konnte meinen Impuls, die Augen genervt zu verdrehen, gerade noch unterdrücken. Diese Drohungen wurden von Tag zu Tag schlimmer. Schlimm genug, dass ich bald den Schulleiter würde mimen müssen. Die Aussicht nicht einmal mehr in Hogwarts von Lucius‘ Allüren verschont zu bleiben, verbesserte meine Laune nicht unbedingt. Aber offenbar erwartete er von mir keinerlei Antwort, denn schon fuhr er in seiner perversen Freude mich zu triezen fort.


„Ach, Severus, nun freu dich doch mal darüber, nicht mehr in diesem tristen Keller hausen zu müssen. Dumbledore hat sein Büro zwar etwas... eigen... gestaltet, aber ich bin sicher, dass du den Räumlichkeiten deinen persönlichen Stil verleihen kannst. Ein paar eingelegte Kröten hier, etwas Schlangengift dort... Du könntest auch eine Auswahl an Peitschen für ungehorsame Schüler oder Schülerinnen im Raum drapieren …", spottete er böse, dabei lag sein Blick kurze Zeit funkelnd auf Hermione.

„Vielleicht gefällt ihr ja die neue Umgebung", deutete Lucius süffisant grinsend an.

So langsam verlor ich die Geduld.

„Bitte, Lucius, spiel dich nicht derart unerträglich auf! Noch bin ich nicht ernannt!“ brummte ich abwehrend und stellte das bereits seit längerer Zeit leere Glas mit mehr Schwung als nötig auf den Tisch. Ein lautes Klirrend durchbrach nun die eigentlich recht ruhige Atmosphäre.

„Dass ich gute Aussichten habe Schulleiter zu werden, bedeutet nicht, dass Hogwarts dein persönlicher Spielplatz wird!", wehrte ich ab. Das würde ich gottlob zu verhindern wissen, doch ich stutzte, denn der zufriedene Ausdruck, der sich auf seinem Gesicht ausbreitete, ließ mich meine Augen nur noch weiter verschmälern als sie es ohnehin schon waren.

„Ich will dich nicht in der Schule sehen, Lucius …!“ warnte ich ihn knurrend, doch seine einzige Reaktion bestand darin, seine Mundwinkel noch weiter zu heben.

„Hast du Angst, mein lieber Severus, dass ich dich von den angenehmen Dingen des Lebens abhalten könnte?", wisperte er samtig und sowohl Draco als auch das Biest schienen etwas angespannter in ihrer Körperhaltung.

„Ich bitte dich. Den ganzen Tag von den Bildern grenzdebiler, toter Direktoren umgeben zu sein, kann auch nur in deinen Augen als angenehm bezeichnet werden, Lucius“, grollte ich wenig geschmeichelt, denn mir grauste es schon jetzt, wenn ich mich offiziell als „Schulleiter“ Snape schimpfen sollte.

„Es wird dir gut tun, nicht ständig allein in den Abgründen Hogwarts zu versauern. Ein wenig mehr regelmäßige Interaktion - und sei es nur mit Gemälden - hat noch keinem geschadet. Ich bin zu neugierig, wie Dumbledore reagiert, wenn du auf dem Stuhl sitzt, der viel zu lange unter seinem greisen Gesäß stand", malte sich Lucius das Ganze schon schön aus.

Er sah träumerisch in die Ferne, als mir urplötzlich auffiel, dass das Biest ihre Finger fast schon krampfhaft um das Glas geschlossen hatte. Sie liefen schon weiß an. Sofort war mein Misstrauen geweckt, denn diese Reaktion hatte sie nicht unterdrücken können, als Lucius das Gemälde von Dumbledore erwähnte. Was könnte sie in diesem Zusammenhang beunruhigen?

Dann wurde ich abrupt aus meiner Betrachtung gerissen, da Lucius vor mir angehalten hatte und mich nun sehr ernst ansah, es schien ihm plötzlich ein Gedanke gekommen zu sein.

„Sex im Büro ist dann wohl vorbei, oder stehst du auf Zuschauer, Hermione?“

Bei den letzten, demütigenden Worten schweiften seine gehässigen Augen erneut zu dem Biest, deren Blick nichts weiter als kalkulierte Kälte zeigte, wobei sie ihr Kinn noch ein Stück höher in die Höhe reckte. Keiner von beiden sagte ein Wort und weder Draco noch ich waren dumm genug, die Stille zu brechen. So verbrachten wir erneut einige Zeit schweigend, während Lucius hin und wieder an seinem Glas nippte, ohne Hermione dabei aus den sie genau beobachtenden Augen zu lassen.

Sein Blick lag bereits bedenklich lange auf ihr, als ihn das klirrende Geräusch der Whiskeyflasche an meinem Glas, da ich mir nachschenken wollte, wieder zurückholte. Wortlos hielt er mir sein inzwischen ebenfalls leeres Glas entgegen und erst als es erneut gefüllt war, begann er wieder zu sprechen.

„Es ist spät, Draco und der Tag mit dem Ministerium unermesslich nervend. Ich habe Montag früh einen Termin mit Gringotts für dich arrangiert. Hermione, also erwarte ich dich diesmal pünktlich zum Frühstück“, befahl Lucius.

„Vater… das ist ungünstig, ich wollte über Nacht wegbleiben! Wäre es dir nicht recht, dich mit mir in Gringotts zu treffen?“, bot Draco überlegend an.

„10 Uhr!“, beschied Lucius arrogant.

Die Angesprochenen verstanden seine Worte als Aufforderung den Raum zu verlassen. Während Draco den restlichen Whiskey in seine Kehle leerte, stellte Hermione das beinahe unberührte Glas auf den kleinen Tisch vor ihren Knien ab, dabei hatte sie nicht mehr als eine Handvoll Worte gesprochen und doch war ihre Gegenwart durchgängig mehr als präsent gewesen. Nach einer knappen Verabschiedung verließen sie gemeinsam den Raum.

Uns allen war bewusst, dass Lucius sich nicht um die Uhrzeit oder den ausreichenden Schlaf der Jüngeren scherte. Aber bevor er, welches Thema er auch immer mit mir allein besprechen wollte, ansetzen konnte, entschuldigte ich mich um mir die Hände zu waschen. Meine Hände waren mir ziemlich egal, aber nicht nur er kannte die Gepflogenheiten netter Umschreibungen um in Ruhe gelassen zu werden. Gemäßigten Schrittes verließ ich den Salon um das geräumige Badezimmer im Erdgeschoss aufzusuchen.

„Ich denke nicht, dass Vater dich in Hogwarts aus den Augen lassen wird. Lass dich nicht provozieren“, hörte ich Dracos eindringliche Stimme aus einem seitlichen Gang flüstern.

„Denkst du, ich würde ihn inzwischen nicht gut genug kennen um das nicht zu wissen? Aber er wird dort vorsichtiger sein um es niemanden wissen zu lassen, dass ich zu euch gehöre, denn das ist noch immer ein Geheimnis. Er wird kein Problem darstellen“, entgegnete sie sehr entschlossen.

„Seine Blicke…“, setzte Draco an. Keiner von beiden wirkte überrascht, als ich aus den Schatten auf sie zutrat und vermutlich waren sie es tatsächlich nicht, aber doch brach er ab.

„Du solltest dir nicht allzu sicher sein… Hermione, hör auf Draco!“, flüsterte ich ebenso leise. „Er kennt sämtliche Geheimgänge, die mir bekannt sind und vielleicht noch einige mehr.“ Meine Mundwinkel hoben sich einige Millimeter als ich mir ausmalte, wie das Biest in Zukunft um jede Ecke spähen würde, bevor sie diese umrundete. Mit Sicherheit würde sich Lucius nicht vor jedem Besuch ankündigen und selbst wenn er es täte würde keiner von uns Männern sie darüber in Kenntnis setzen, vielleicht Draco, aber ich sicher nicht.

Wo bliebe denn da der Spaß?

Offenbar gelangte sie zu dem gleichen Schluss, den ich mit meinem Kommentar impliziert hatte. Ihre Augen verengten sich misstrauisch als ihr bewusst wurde, dass ihr nun noch ein weiterer Mann jederzeit würde auflauern können. Im folgenden Schuljahr würde sie des Nachts zwischen Dracos und meinem Bett wechseln, während sie tagsüber darauf achten müsste, nicht plötzlich von Lucius hinter irgendwelche Mauern gezogen zu werden.

Mit einem letzten, leicht amüsierten Blick wandte ich mich ab um meinen Weg ins Badezimmer fortzusetzen. Das Letzte was ich hörte, bevor ich die Tür hinter mir schloss, war ihre mild amüsierte Stimme.

„Womit habe ich euch verdient?“

Severus Sicht ende

Hermiones Sicht

Ja, womit hatte ich diese Männer verdient?

Draco hatte nach einem Patronus von irgendeinem seiner Leute tatsächlich rasch das Weite gesucht und ich war, recht müde von dem lärmenden und aufregenden Tag, in mein Zimmer gegangen.

Das Gespräch war der Hammer gewesen, dass Lucius derart selbstverliebt war, dass er Severus Ernennung schon voraussetzte, war unbeschreiblich und das mit dem Sex war gelinde gesagt daneben gewesen, nur hatte ich nicht reagiert, da es mir zu blöde gewesen wäre, als würde ich vor den Gemälden ein Techtelmechtel mit Severus in Kauf nehmen.

Unsinn!

Aber davon abgesehen, vermisste ich Severus und unsere ruhige Zeit in seinen Gemächern in Hogwarts und auch Draco vermisste ich indirekt, aber da ich nicht über sein Vergehen mich zu hintergehen hinwegsehen wollte, verbot ich mir diese Regung rigoros!

Und da Severus augenscheinlich noch lange nicht Lucius‘ Klauen würde entschlüpfen können, wollte ich mich für morgen ausruhen, denn auch morgen würde es in Irland viel zu tun geben.

Eine himmlische Nacht war mir gewiss, ich träumte von dieser nervige Höhle mit den noch nervigeren Inferi, kein Wunder, dieser Stress schien mir nicht zu bekommen. Ich war genervt, schon als ich erwachte und dann beim Frühstück von Griesgram und Pfau begrüßt wurde.

Die beiden schienen einander mächtig auf den Senkel zu gehen, oder aber gestern Abend hatte sich Lucius noch derart mit Severus amüsiert, dass dieser gar nicht mehr unbeteiligt aussehen konnte, denn Severus schien das weniger gefallen zu haben.

Diese beiden faszinierten mich in ihrem eigenwilligen Gebaren, so unterschiedlich und doch hingen sie aufeinander wie die Glucken, dürfte man ihnen nur nie offen sagen, denn dann wären sie sich von Sekund an erstaunlich einig, mich zu lynchen, das hatte ich im Gespür!

Ich nippte gerade an meinem brütend heißen Kaffee, als es mich aus heiterem Himmel überrollte und die Wucht mich derart überraschte, dass ich unabsichtlich ein paar braune Tropfen auf die edle weiße Tischdecke verschüttete.

Unsere Blicke gingen sofort verständig zueinander, als wir uns auch schon synchron, wie in einem Tanz erhoben.

Wir eilten rasant ins Foyer, riefen uns mit dem Accio unsere schwarzen Mäntel und legten sie uns beeindruckend in ihren schwarzen Weiten über die Schultern.

„Er erscheint gar schlecht gelaunt!“, resümierte Severus als wir im Foyer standen und uns die Masken anhexten.

„Ja, sein Ruf war ungewohnt intensiv!“, entgegnete Lucius seelenruhig und ich stimmte zu, denn so konnte man den stechenden Schmerz, der mir so plötzlich in meinen Nacken gefahren war, auch beschreiben. Das wirklich Schlimme war, sie spielten es nicht einmal, sie waren wirklich derart hart im Nehmen, dass sie keine Reaktion über den harten Ruf hatten erkennen lassen!

Dramatisch, dass ich mir die Blöße des verschütteten Kaffees gegeben hatte.

Also apparierten wir und kamen selbst jetzt in der warmen Jahreszeit im windumtosten Dark Manor an. Zwar war es nicht mehr so kalt, aber wirklich einladend konnte man das auch nicht nennen. Ich konnte noch flatternde, dunkle Mäntel ausmachen, die durch die großen, offenen Tore verschwanden und als wir uns in Bewegung setzten, erschien soeben auch Draco passend gewandet und schloss sich uns an.

Diese Einheit aus 4 bedrohlichen Personen, die wir abgaben, war gewiss ein erhebender Anblick.

Draco fügte sich einfach ein, kein einziges Wort wurde gewechselt, aber auch er hatte zugesehen, Irland rasant hinter sich zu lassen. Ich fiel zurück, ließ die drei Männer als Dreieck vor mir hergehen und folgte dezent im Hintergrund.

Es war gar nicht gut aufzufallen, sollte der Lord derart süperb gelaunt sein, wie sein Ruf vermuten ließ und wir hatten uns die letzte Zeit über selten gesehen. Nachdem er Draco zuletzt gestraft hatte, legte ich keinen gesteigerten Wert darauf, in seinen Fokus zu geraten.

Wir waren wahrlich nicht die ersten, die eintrafen, denn der Boden war gesäumt von den verängstigt auf den Knien herumrutschenden DeathEatern des Innern Kreises, die offensichtlich hierher gerast waren wie die Verrückten.

„Na endlich, so sind wir denn alle versammelt!“, grüßte der Lord trügerisch sanft und ließ mit einem knappen Schwenk seiner Hand die Tür in unseren Rücken zuknallen. Ich blieb gleich bei der kriechenden Masse zurück und versank in dem tiefsten Knicks, der mir möglich war, denn noch wollte ich mich nicht auf den Boden werfen, wobei ich durchaus wusste, dass dem Lord gegenüber stolz sehr fehl am Platze war.

Während meine Familie, arrogant wie eh und je, als Dreigestirn einherschritt um dann ihre gewohnt knappe Respektsbezeugung dem Lord gegenüber abzugeben, blieb ich also zurück. Selbst Draco war arrogant genug, dies trotz seinem letzten, schmerzhaften Erlebnis beizubehalten, das war das Malfoygen, eindeutig!

Der Lord überging diese Gesten vollständig und ließ seinen verstörend roten Blick über uns alle schweifen.

„Eine ganz einfache Frage… Wo sind die Kinder hin? Wo ist der Nachwuchs in diesem einen Tag seit gestern hin verschwunden?“, brauste es kühl über uns hinweg, worauf sich niemand wagte zu rühren.

„Draco, Mudblood! Das sind eure Kameraden! Was wisst ihr?“, fragte er derart leise, dass ich meine Ohren im hinteren Bereich sehr spitzten musste um etwas zu verstehen, so hob ich sachte mein bisher gesenktes Haupt aber blieb in meinem Knicks, während Draco ebenfalls den Kopf hob und ruhig zum Lord blickte. An sich musste man seine Coolness wirklich bewundern, gerade bei dieser Frage so ruhig zu bleiben.

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BeitragThema: 372. Kapitel Ausreden   Kapitel 371-372 EmptyFr Mai 03, 2013 1:02 am

372. Kapitel Ausreden


„My Lord, wir, die Slytherins, sind sehr separiert von den anderen Häusern! Die Slytherins sind auch nicht diesem Ruf gefolgt! Keine von den Schlangen ist „verschwunden“, wenn laden sich nur wie gewöhnlich alle gegenseitig ein, da unsere Eltern sehr beschäftigt sind und wahrlich fast keine Zeit für ihren Nachwuchs haben, wir aber die Ferien auch nicht alleine verbringen wollen!“, erklärte er sich rechtfertigend, aber mit klarer, fester Stimme.

„Weiter…“, wisperte der Lord ungeduldig.

„Nichts weiter! Ich konnte nur erleben, wie eine gewisse Aufregung herrschte, wegen eines Artikels im Propheten, über ein magisches Camp… mehr nicht…“, log Draco gekonnt, seine Stimme ließ nichts vermuten und auch wenn der Lord überlegend seine haarlosen Brauen zusammenzog und stumm nachdachte, war ich gespannt!

„Servus, was weißt du darüber?“, glitten die glutvollen Augen zu dem beherrschten Mann.

„Nicht viel, my Lord, der Prophet ist wahrlich nicht meine Kernkompetenz!“, brachte mich Severus‘ gezeigter Sarkasmus fast zum Lachen und selbst der Lord wedelte gnädig und huldvoll mit seiner skelettartigen, blassen Hand.

„Potter muss das geplant haben…“, warf Draco sachte, aber auch anklagend ein, worauf der Lord sofort zu mir herumfuhr.

„Zu ärgerlich!“, resümierte der Lord gebieterisch, dessen rotglühender Blick mich nun fordernd durchbohrte und ich reckte das Kinn hoch. „Mudblood…“, wisperte er unterschwellig fragend und ich reagierte sofort.

„My Lord, wenn hat nicht Harry dies geplant, dann würde ich es wissen, abgesehen davon wäre er dazu nicht fähig. Ich denke eher, es war der Orden! Aber der Orden hält uns fern, weil wir zu jung dafür sind…“, entschuldigte ich mich demütig für mein Versagen, als nicht alt genug angesehen zu werden und hielt aus meiner Tonlage meine Verstimmung über den unsäglichen Orden nicht heraus, worauf der Blick des Lords wieder von mir wegschwenkte.

„Severus, warum wissen wir davon nichts?“, schnellte sein totenkopfähnliches Schlangenprofil zu Severus und nagelte nun diesen unter seinem herrischen Blick fest.

„My Lord, der Orden wurde von Potter über meine Tat informiert. Ich bin eine Persona non grata!“, servierte Severus prompt, sehr geflissentlich, dass er an sich keine Informationen mehr liefern konnte.

„Ich will Informationen…, das kann doch nicht so schwer sein…“, grollte der Lord düster auf und die auf dem Boden Kriechenden zitterten sichtlich unter seiner schlechten Laune. Auch mich überlief es eiskalt, während meine Männer fast zu lässig erschienen und sich schließlich die gefährlich flackernden, roten Augen des Lords auf Lucius richteten.

„Wer hält den Imperius über Cuffe?“, hisste der Lord auch schon extrem genervt auf und alle am Boden zuckten furchtsam zusammen.

Der Lord war immer ruhig, bis er auf einmal explodierte und man musste am besten nach einem Versteck suchen, denn man konnte nie einschätzen, wann er gefährlich für einen von uns wurde. Das Problem war, es gab beim Lord keine Vorwarnung und man konnte es nicht vorausahnen, wann er einen Wutanfall bekam. Das Schlimmste daran war, es konnte jeden treffen, wie wir nur zu gut wussten, na gut, außer Severus und Lucius. Er würde es sich dreimal überlegen, sie derart vor den anderen zu demütigen.

„Avery“, entgegnete Lucius geschmeidig und wenig kollegial, da sich sofort das Augenmerk des Lords auf Avery legte.

„Komm näher…“, wehte es samtig vom Lord über die Versammelten und er ließ Avery zu sich robben, worauf der Lord auch schon in einer unheimlichen, unbeteiligten Art seinen Wutausbruch an ihm auslebte, weil dieser die Annonce in der Zeitung hatten publizieren lassen.

Als der letzte schrille Schrei verebbte und der Gestrafte röchelnd, blutend und fast bewusstlos auf dem Boden lag und der Lord noch immer lässig, aber hoheitsvoll in seinem Thron saß, rezitierte er seine Gründe, was äußerst selten war.

„Nicht nur dein Versagen beim Artikel über die Diagon Alley und dabei als Krönung, das Bild mit dem Mudblood darauf, sondern auch noch dieses Inserat von diesem ominösen Camp führten zu deiner Bestrafung!“, fauchte er nun ungehalten und wirklich jeder zog den Kopf ein, bei seiner unmenschlich schneidenden Tonlage.

„Lucius, Severus ist euch auch dieser klitzekleine Eintrag entgangen?“, wehte nun die vorwurfsvolle Stimme zu den beiden Stehenden und ganz ehrlich, ich war gespannt, wie sie sich da rausreden würden, nachdem ich sie gestern erst belauscht hatte und wusste, dass sie genau im Bilde waren.

„My Lord, ich war in Paris und habe Eure Geldgeschäfte wieder zum Laufen gebracht!“, kam es sofort aus Lucius geschossen und dem Lord passte es zwar augenscheinlich nicht, zumindest huschte ein widerwilliger Ausdruck über seine hässlichen Züge, aber er neigte knapp das Haupt, bevor er zu Severus blickte und dieser in einer gespielt dramatischen Geste die Hände von sich streckte.

„Ich braue die Tage, seitdem ich aus Hogwarts vertrieben wurde und weigere mich, dieses Schundblatt zu lesen!“, grollte Severus unnachahmlich und wich keinen Zentimeter zurück, seitdem er der Mörder Dumbledores war, schien er noch weiter in der Gunst des Lords gestiegen zu sein, denn ein geisterhaftes, sehr grausames Lächeln umspielte den bleichen Mund des Lords.

„Servus, deine Laune kann sich mit der meinen gar messen, will mir scheinen! Was gefällt dir nicht an dem Blatt?“, hisste der Dark Lord finster auf und starrte Severus hart an.

„WAS? Nur um mir die Lobhudeleien Dumbledore gegenüber anzutun und seiner großen und glorreichen Taten zu gedenken? Wahrlich nicht. Ich bin so froh, endlich diesen alten Quacksalber los zu sein und dann soll ich jeden Tag dieses Trauerdrama mit diesen nervenden, sich stetig bewegenden Bildern von ihm lesen? Ich habe ihn lange genug sehen, erdulden und ertragen müssen! Ich bin kein Masochist!“, nahm er kein Blatt vor den Mund und unterstrich seine Geringschätzung darin, indem er gewohnt sarkastisch sprach. Es war ein Erlebnis, ihn in Aktion zu beobachten, aber auch wie geschmeidig und gekonnt die beiden den Lord eiskalt über ihre angebliche Unwissenheit belogen.

„Hahahaha…“, reagierte der Lord mit einem schrecklich hohlen Lachen, das mir aber auch den anderen das kalte Grausen bescherte.

„Ich denke auch, dass Avery alleine in der Lage sein sollte, den Propheten zu überwachen! Wir können nicht alles machen!“, warf nun Lucius arrogant ein, nachdem der Lord verstummt und seine geballte, dunkle Macht im Raum zu fühlen war.

„Ich stimme zu!“, erhielt er nüchtern recht vom Lord und so zeigte nun Lucius eine sehr selbstgefällige Miene. Es herrschte kurz eine unheimliche Stille, nur das leise Stöhnen des Gefolterten war zu vernehmen und man konnte schon hoffen, dass er uns gleich entlassen würde, als meine Hoffnungen aber so was von fulminant zunichte gemacht wurden, dass daran nur wieder mein wankelmütiges Glück schuld sein konnte.

„Mudblood… tritt näher!“, befahl er plötzlich sehr harsch und seine feingliedrige, weiße Hand winkte mich mit einer fast lasziven Geste näher.

Sofort erhob ich mich aus meinem Knicks, stur überging ich das Kribbeln in meinen eingeschlafenen Beinen und Füßen. Nach dieser doch langen Zeit, die ich so verharrt hatte, war es kein wirkliches Wunder, dass alles taub war. Ich biss die Zähne schmerzhaft zusammen, während ich versuchte selbstsicher zu ihm zu gehen und nicht zu schwanken unter dem unangenehmen Stechen, das durch meinen Körper zog.

Ihn fest im Blick klackten meine Stiefel viel zu laut in meinen Ohren, als ich immer näher zum Thron schritt und unsicher vor den Stufen hielt, bis er mir bedeutete, auch dieses Hindernis hinter mir zu lassen. Schritt für Schritt näherte ich mich ihm und achtete sorgsam darauf, mir absolut nichts im Gesicht anmerken zu lassen, wie sehr es mich beunruhigte, ihm derart nah kommen zu müssen.

Als ich vor ihm und seinem Thron stoppte, mir der versteckten Blicke der anderen DeathEater mehr als bewusst, glitt ein gehässiges, kühles Grinsen über sein unansehnliches Antlitz.

„Furcht…“, wisperte er so leise, dass es sonst vielleicht nur die an den Stufen Verharrenden vernehmen konnten, die da wären Lucius, Severus und Draco.

„Respekt, my Lord!“, wagte ich zu flüstern.

Das schien ihm irgendwie zu gefallen. Zu meiner Verwunderung bedeutete er mir, noch näher zu ihm zu gehen, das löste ein gefährliches, aufgebrachtes Zischen im Hintergrund aus, das sich sehr weiblich anhörte und, da Bellatrix die einzige Frau neben mir unter den Mitglieder des Inneren Zirkels war, leicht zu identifizieren war.

Betont langsam folgte ich seinem Wunsch, dabei schluckte ich mühsam und reckte mein Haupt zu ihm empor.

„Gibt es etwas, was du mir zu sagen hast?“, hauchte er mir nun eisig entgegen, aber so leise, dass nun wirklich nur noch ich und er es hören konnten. Dabei strich sein kühler Atem über meine Wange und bescherte mir eine sehr unwohle Gänsehaut.

„Nein, my Lord!“, bekannte ich vorsichtig, als ich einen gefährlichen Blick in seine zu nahen, rotglühenden Augen wagte und verstand, was er wissen wollte, dabei leckte ich mir instinktiv über die trockenen Lippen, obwohl ich so was besser nicht tun sollte in einer solchen Situation.

„Sie verhalten sich ruhig, sind fast nie unruhig! Sie warten geduldig und keine Unruhe stört ihre Einsamkeit!“, zeigte ich mich sehr vertraulich über die Inferi, worauf er mir aber leider kein Zeichen gab mich zu entfernen und so verharrte ich abwartend.

„Ist dies so? Du weißt, sollte etwas sein, hast du die Erlaubnis mich zu… belästigen!“, bot er ungewohnt an, aber nett klang er dabei nicht wirklich, eher missgelaunt und ungeduldig. Ich verbot mir, furchtsam zu sein, aber ein leichter Schweißfilm bildete sich auf meiner Oberlippe.

„My Lord sind zu gütig… dann… nun dann, muss ich gestehen, dass ich einmal vor einiger Zeit gedacht hatte, in einem Spiegel zu bemerken, dass ich weiße Augen hatte, aber das dauerte nur Sekunden, bis heute… bin ich unsicher, ob ich es mir eingebildet habe oder ob es passiert ist!“, haspelte ich rasant herunter und versuchte, seinem stechenden Blick standzuhalten, aber ich folgte einem Instinkt, dass ich ihm etwas geben musste, um ihn zu beschwichtigen.

„Interessant! Und sonst NIE?“, wollte er sofort genau wissen, dabei war er wie eine Schlange auf der Jagd und ich hatte die Sorge, wenn ich nicht achtgab sofort von ihm angefallen zu werden.

„Nein, das war am Abend von Dumbledores Ermordung und unter dem daraus resultierenden Stress…“, bekannte ich kalkulierend, bevor ich wagemutig fortfuhr:

„… Denkt ihr, das hat irgendwelchen Einfluss?“, hauchte ich furchtsam und log ihm genauso eiskalt ins abstoßende Angesicht, wie zuvor meine Männer.

Wir spielten wahrlich ein brandgefährliches Spiel!

„Mit Sicherheit! Es wäre wünschenswert, dass die GABE wieder Auftritt. Ich denke, wir sollten deine Ferien durchaus für die ein oder andere Lektion auf diesem für dich neuen Gebiet nutzen, damit du lernst mit deiner Fähigkeit umzugehen!“, erklärte er samtig und mir fielen fast die Augen aus dem Kopf und ich sah zu, dass ich trotz meiner vorgebeugten und zu ihm geneigten Haltung, ganz rasch in einen demütigen Knicks versank. Das war ein schrecklich unerwartetes Angebot, wobei ich heraushörte, dass es darum ging, mich zu lehren, wie ich die Nekromantie anwenden sollte, zu lernen die Inferi, meine Selbsterschaffenen a la Rita, zu beherrschen. Aber sein Angebot traf mich doch unvorbereitet.

„Das ist der Ehre zu viel, my Lord!“, flüsterte ich rau und wünschte mich weit, weit weg, etwas was ihn süffisant auflachen ließ und den anderen anscheinend gar nicht gefiel, so wie ich das verächtliche Schnauben in meinem Rücken deuten konnte.

„Das entscheide ICH!“, brauste er laut auf und ich zuckte leicht zurück, denn da war es, das berühmte Temperament.

„Wie my Lord wünschen“, meinte ich unterwürfig und er wedelte mich ungnädig von sich, worauf ich zusah, dass ich schnell Abstand zu ihm bekam. Natürlich würde ich ihn nicht brüskieren, indem ich ihm den Rücken zuwandte, sondern ging vorsichtig rückwärts, aber das in einem irren Tempo.

Nachdem er mir die prickelnde Zukunft eröffnet hatte, unter seiner Ägide neue Inferi zu erschaffen, war mir ein wenig übel, denn die Frage war, hatte ich mich in meinem neuen Zustand schon genug unter Kontrolle um zu vermeiden, dass etwas brutal schiefging?

Siehe Gellert und Albus!

Mir wurde immer schlechter, je länger ich über diese Aussicht nachdachte. Das konnte gefährlich in die Hose gehen!

In meine horrorerfüllten Gedanken drang schließlich der laute, kreischende Schrei von Bellatrix und erst da registrierte ich mit einem raschen Blick, dass sich ALLE anderen DeathEater auf dem Boden umherwälzten und schreckliche Schmerzen zu haben schienen.

Sofort schoss mein Augenmerk zu meinen Männern, die aber noch immer vollkommen unbewegt dastanden und von dieser kollektiven Bestrafung augenscheinlich ausgenommen waren, genauso wie ich.

Alle anderen lagen schmerzverzerrt zu den Füßen des Lords und wanden sich vor unvorstellbaren Qualen, während ich nun vorsichtig zu ihm schielte und ausmachte, dass er regelrecht gelangweilt seinen Zauberstab zwischen den langen schlanken Fingern hielt.

Dieser Fluch war mir gar völlig unbekannt!

Sollte mich nicht wundern, dass dieser Mann eigene Flüche kreiert hatte, denn wer, wenn nicht er, hätte so spezielle Folterflüche erfinden können und wollen? Beeindruckend! Ich wollte gar nicht wissen, wie das ging, dass Draco, Severus, Lucius und ich noch unberührt dastanden, während sich alle anderen der Wut des Lords hilflos ausgeliefert sahen und nicht entkommen konnten, aber ich fürchtete auch den Tag, an dem es auch mich treffen würde. Bei meinem Glück war das mehr als wahrscheinlich!

Dieser ganz pragmatische Gedanke schaffte es, dass ich es gar nicht genießen konnte, zu beobachten, wie sie sich die Seele aus dem Leib plärrten, wirklich schade, denn verdient hatten sie es alle!

Urplötzlich, von einer Sekunde zur Nächsten, endete der Fluch und die lauten Schreie verstummten. Seine Opfer wiegten sich nur noch in ihrer Pein hin und her und einige begannen, sich rasant aufzurappeln, um auf allen vieren zum Ausgang zu kriechen. Ich war kurz verwirrt und mein Blick ging hin und her. War das die Entlassung? Konnte auch ich gehen?

Die Entscheidung wurde mir fast abgenommen, da Draco sich zackig verbeugte und offenbar mehr als erleichtert, nicht auch einer derer gewesen zu sein, die sich auf dem Boden gerollt hatten, auf mich zukam.

„Draco!“, stoppte ihn diese vertrauliche Ansprache des Lords und er verharrte sofort reglos und unterwürfig.

„Wir erwarten Großes von dir und deinem Auftrag bei den Veelas… Enttäusche uns nicht, Lucius wäre bestimmt untröstlich, solltest du versagen!“, erklang es seidig.

„My Lord können sich auf mich absolut verlassen!“, entgegnete Draco überzeugt und auch sehr entschlossen. Dies alles geschah unter den eifersüchtigen Blicken der Gepeinigten. Dann entließ er Draco, aber auch die anderen und mich mit einem knappen Wink, doch noch bevor sich die Türen in meinem Rücken schließen konnten sprach der Lord weiter und wir mussten eine wenig gute Nachricht hören.

„Ich will Ollivander!“, befahl der Lord urplötzlich.

Hermiones Sicht ende

Lucius Sicht

„My Lord, dürften wir erfahren, warum Ihr Ollivander begehrt?“, fasste ich mich über diese, wie mir schien, mehr als ungewöhnliche Forderung und da ich sehr wohl wusste, dass der Lord nie etwas ohne Grund tat, war ich sehr gespannt auf seine Antwort.

Mit Freude, aber auch mit Sorge hatte ich mir die Folterung des Lords angesehen. Severus und ich standen hoch in seiner Gunst, alleine weil von meiner Seite alles mit Fudge und dem Ministerium rund lief, sowie meine Verhandlungen mit den Kobolden gütliche Tendenzen zeigten und bei Severus hatte Dumbledores Ermordung durch Severus uns zusätzlich in unserer Stellung als rechte und linke Hand weit über die anderen erhoben und bestärkt.

Dass er Draco und Hermione nicht mit dem anderen zusammengestraft hatte, war eine Genugtuung für die Familie, aber auf der anderen Seite auch besorgniserregend, vor allem gegenüber dem Biest, weil sein Handeln die Wut der anderen nur noch mehr gegen sie schüren würde, da gab ich mich keinen Illusionen hin. Auch dieser merkwürdige Auftritt war bedenklich, den beide hingelegt hatten als er sie hoch zu sich gerufen hatte um mit ihr zu vertraulich etwas zu flüstern, als wäre er kein Magier, der mit einem Fingerschnipsen für Ungestörtheit hätte sorgen können.

Ihm gefiel dieser innere Zwist, er genoss die Eifersucht der anderen auf das Biest und wie sie um seine Gunst buhlten. Es waren sehr niedere Instinkte, die ihn dazu trieben, sie derart gegeneinander auszuspielen und aufzuhetzen.

„Natürlich, Ollivander ist sehr wichtig. Ich habe mannigfaltige Fragen an ihn!“, erklärte der Lord geschmeidig, aber erstaunlicherweise auch sehr offen und ich legte die Stirn überlegend in Falten.

„Was bewegt euch?“, wollte ich ergeben wissen, während Severus neben mir gespannt verharrte.

„Niemand, wirklich niemand kennt sich gut in der wahren Magie der Zauberstäbe aus und ich benötige einen Fachmann. Es ist ein sehr verschlossenes Gewerbe, das mich bisher nie wirklich tangierte!“, bekannte der Lord verdrießlich und fletschte seine kleinen, spitzen Zähne, dabei verzog sich seine Fratze zu einer hässlichen Grimasse.

„Wie auch immer, die Zeit ist reif, dass Potter und ich einander wieder gegenüberstehen und ich sorge vor, dass dergleichen wie auf dem Friedhof nicht wieder passiert! Es war indiskutabel, dass mir ein mittelmäßiger Jugendlicher die Stirn bieten konnte und es lag mit Sicherheit nicht an ihm, sondern an seinem Zauberstab! Nun, meine Recherchen haben bedauerlich wenig ergeben! Dieses Wissen halten diese eitlen Gecken von Zauberstabmachern in ihrer Gilde geheim und hüten es wie ihren Augapfel und daher will ich Ollivander!“, erzählte er zuerst ruhig, um dann zum Ende hin wütend aufzubrausen.

„Wie gewohnt weitsichtig, my Lord! Dann werde ich dafür sorgen, dass er unversehrt in unsere Hände gelangt und das so schnell wie möglich!“, bot ich unterwürfig an, erhielt ein gehässiges Grinsen, bevor auch wir uns zurückziehen konnten und im Manor die Zeit nützten uns beide zu beraten.

„Was denkst du?“, fragte ich Severus vertraulich.

„Wegen ihr? Oder wegen Ollivander?“, wollte er dann auch schon knapp und geschäftig wissen.

„Wegen beidem!“, bot ich augenrollend an und nippte rasch an dem wohltuend, brennenden Brandy.

„Hat mir nicht gefallen, was sie da besprochen haben und nein, ich habe es nicht verstanden, aber ihr schien es nicht wirklich zuzusagen“, umschrieb er kantig seine Beobachtungen, die sich mit meinen deckten.

„Du hast es auch bemerkt, ihre Fingerspitzen haben kurz gezuckt!“, setzte ich ihm meine Beobachtungen auseinander.

„Oh, du bist ein formidabler Beobachter, Lucius und ja, wenn man sich intensiv mit ihr beschäftigt lernt man durch ihre sehr gute Maske zu schauen. Es ist recht schwer, aber es kann gelingen!“, resümierte Severus sinnierend und mit wiegendem Haupt.

„Was denkst du wollte er?“, fragte ich lauernd, wobei ich selbst so eine wage Vermutung hatte.

„Keine Ahnung, frag sie!“, wies er sofort resolut von sich und eine meiner hellen, makellosen Brauen wanderte konsterniert in die Höhe, denn mir fiel sehr wohl auf, dass er sich neuerdings bemühte, sich rauszuhalten und sie seitdem sie sein Zeichen trug durchaus mehr behütete als zuvor.

„Sie wird mir und wohl auch dir nichts sagen!“, resümierte ich pragmatisch.

„Sehr weitsichtig von dir!“, ätzte er gewohnt gehässig und überschlug elegant die schwarzgewandeten Beine.

„Denkst du, er lässt die „Schüler“ und sein Interesse wo sie hin verschwunden sind so leicht fallen? Dir ist aufgefallen, dass er es nicht weiterverfolgt hat?“, überlegte ich gewichtig.

„Keine Ahnung, er ist schwer einzuschätzen, denn an sich sind es für ihn nur Kinder! Die sind unwichtig und die neuen Mitgliederzahlen sind recht ansehnlich und für ihn rentabler, weil es gestandene Erwachsene sind und somit also bei weitem interessanter als Schulabgänger. Dennoch sollten wir Vorsicht walten lassen. Er wird es mit Sicherheit nicht zu schätzen wissen und sein Augenmerk wird er irgendwann auf die Zukunft richten!“, gab Severus wohlüberlegt zu bedenken.

„Das habe ich noch nie, gewagt den Lord zu unterschätzen!“, warf ich snobistisch ein.

„Das glaub ich dir sogar aufs Wort, Lucius!“, stimmte er mir mit tragender und überzeugter Tonlage zu und es war korrekt, diesen Fehler hatte ich nie in meinem bisherigen Leben begangen.

„Wem wirst du den Auftrag geben?“, fragte er übergangslos und warf mir einen unleserlichen Blick aus forschenden Augen zu.

„Draco…“, wisperte ich leise, aber entschlossen.

„Damit er wieder im Ansehen des Lords steigt? Das ist durchaus eine Überlegung wert, soll ich…“, bot er ungewohnt involviert an, worauf ich rasch mit meiner aristokratischen Hand abwinkte.

„Nein, danke für das Angebot, Severus, ich weiß es zu schätzen, aber ich denke, dies sollte mal ich zusammen mit meinem Sohn tun! Es würde nicht schaden, wenn ich mir mal ein eigenes Bild über ihn mache!“, entgegnete ich wohlüberlegt und diese Strategie nahm in meinen Gedanken immer mehr Formen an.

„Da spricht der weise Vater aus dir!“, schnarrte Severus ölig und irgendwie hielt es mich nicht in meinem Sessel und ich kaum auf die Füße, schritt zu der Fensterfront des Salons. Ohne es wirklich wahrzunehmen, blickte ich hinaus in den sonnigen Tag.

„Spar dir deinen bösartigen Spott über mich!“, warf ich ihm noch versnobt zu, bevor ich mich wortlos umdrehte, um ihn scharf ins Visier zu nehmen.

„Du weißt, was du zu tun hast?“, fragte ich ihn berechnend, während er offen, verächtlich mit diesen so schwarzen Augen in den Höhlen rollte. Dabei ließ er erkennen, wie beleidigend er meine Frage fand.

Also verließ ich den Salon, um mich auf den Weg nach London zu begeben, denn meine anderen Aufgaben warteten auf mich.

„Pfau, was für ein Pfau! Als ob ich nicht immer die Drecksarbeit erledigen dürfte!“, vernahm ich gemurmelte Worte, die sicher nicht für meine Ohren bestimmt waren, daher kräuselte sich ein teuflisches Lächeln um meine Mundwinkel.

Lucius Sicht ende

Severus Sicht

Warum war ich mit diesem gefiederten, schrecklich eingebildeten Vieh gestraft?

Manchmal fragte ich mich schon, womit ich so was verdient hatte! Hatte ich mich soooo schlecht benommen?

Naja, diesen Gedanken sollte ich vielleicht nicht weiter verfolgen, schließlich war ich seit meiner Jugend ein DeathEater und damit ein Mörder, ein Dieb, ein Verbrecher und alles was damit einherging und seit jüngster Zeit auch ein Professor, der ein Verhältnis mit einer schutzbefohlenen Schülerin hatte.

Wobei ich gerade tief in mich horchte, das tangierte mich schon lange nicht mehr wirklich, denn das Biest war vieles, aber schon lange keine Schülerin mehr!

Aber auf mein Konto gingen mehr negative denn positive Aspekte, also sollte ich nicht jammern, wie man sich bettet so liegt man, hieß es doch so wunderbar ironisch.

Somit wandte ich mich dem zu was ich mit am besten konnte, dem Beobachten, denn es war genüsslich allen dabei zuzusehen, wie sie von einem Ort zum Nächsten hetzten!

Wie gut, dass ich mich dem im Großen und Ganzen verstand, galant zu entziehen.

Ich wollte nicht zu sehr involviert sein, nicht zu viele Pläne haben, die dann doch wieder nicht fruchten würden, vor allen Dingen jetzt, wo eine Seite weniger an mir zerrte und nach mir verlangte, weil ich für den Orden nicht mehr von Belang, höchstens noch ein Feind war. Lucius, Draco und das Biest liebten das Schmieden von Plänen, die dann doch nicht aufgingen, aber ich war eher der Improvisator.

Mit einem leisen Seufzen beschwor ich meinen Patronus herauf, sandte ihn mit seiner Botschaft los und begab mich dann in mein prächtig ausgestattetes Labor im Manor, das ich Lucius zu verdanken hatte.

Ich wusste immer noch nicht, ob ich dankbar für die Verwüstung meines Labor sein sollte und dem damit einhergehenden schlechten Gewissen von Lucius, aufgrund dessen er mir ein umso prächtigeres, neues Labor eingerichtet hatte, oder nicht. Wie so oft hatte alles zwei Seiten.

Gerade braute ich an einem seltenen Elixier, das ich in einem uralten Buch entdeckt hatte, das eigentlich gar nicht existieren durfte. Sollte es mir gelingen und es halten was es versprach, würde es einen guten Schutz gegen die Schmerzen des Cruciatus bieten.

Es würde währenddessen aber auch danach gute Dienste leisten, aber noch war ich mir nicht sicher und das Geschriebene vor mir in einem derartig alten und unleserlichen Gälisch verfasst, dass das Brauen schon mehr an bloßes Experimentieren erinnerte denn an das Brauen nach Vorgabe.

Gerade schnüffelte ich in die Dunstschwaden, die von meinem soeben grünschillernden Trank aufstiegen, um nachzuvollziehen wie die gemixten Zugaben zusammen harmonierten, als sich die Tür knarrend öffnete.

„Du hast mich rufen lassen, Severus?“, ertönte Dracos wohlklingende Stimme fragend.

„Korrekt, dein Vater lässt grüßen…“, wandte ich mich nicht zu ihm um, sondern sinnierte weiter und machte mir Notizen.

„Was will er?“, hakte Draco nach und blieb in gebührendem Abstand stehen.

„Wenn du mich nicht unterbrechen würdest, wüsstest du es schon…“, ätzte ich genervt und rührte in aller Seelenruhe dreimal in meinem nun blubbernden, himmelblauen Trank. Draco erwiderte gar nichts, wirkte aber so, als würde er ungerne den Platz verlassen, wo er stand, nämlich weit weg von meinem brodelnden Kessel.

„Morgen Abend möchte dein Vater mit dir zusammen einen Auftrag des Lords ausführen!“, erklärte ich ihm, dabei hoffte ich, dass er von alleine die Bedeutung dessen erfasste.

„Wie BITTE? Seid ihr deswegen noch beim Lord geblieben?“, schossen die Fragen aus ihm heraus.

„Korrekt, dein Vater wünscht, dass ich dich informiere, dass ihr Morgen Ollivander entführen werdet!“, setzte ich ihn weiter ins Bild und fragte mich selbst so ganz nebenbei, warum ich Papa spielen musste, wo ich noch nicht mal selbst Vater war. Und alles nur, weil ER, der Gockel, persönlich keine Lust hatte, seinem Kind zu erklären was von ihm erwartet wurde.

„BITTE?“, hauchte er sprachlos.

„Draco, das Warum hat dich nicht zu tangieren!“, erinnerte ich ihn scharf und drehte mich noch immer nicht zu ihm um.

„Warum sagst du es mir dann schon jetzt im Auftrag von Vater?“, fragte er hörbar perplex.

„Tja, tue ich das? Wenn du das nicht weißt, dann…“, ließ ich indigniert ausklingen, dabei klang bei jeder Silbe hindurch, dass ich ihn für schrecklich minderbemittelt hielt. „… dann kann ich dir auch nicht helfen!“, wobei ich beim letzten Wort jede Silbe genau akzentuierte.

„Ohhh… ohhh, oh… okay … okay, das ist unerwartet!“, schien es endlich bei meinem Patensohn Klick zu machen, was ich implizieren wollte.

„Chrmmm… was will der Lord von Ollivander?“, räusperte er sich schließlich.

„Er ist unglücklich über seinen Zauberstab und wie dieser mit Potters-Stab auf dem Friedhof interagiert hat. Ich denke, er möchte nun alles über die Magie der Zauberstäbe erfahren und wissen!“, entgegnete ich sparsam und arbeitete weiter ruhig vor mich hin.

„Aha… das ist… nun ja schlau, nehm ich mal an!“, stotterte Draco immer noch leicht überrumpelt.

„Das hätte ich auch gesagt! Und nun geh und komme rechtzeitig wieder!“, schmiss ich Draco gleichgültig raus und zerhackte gerade mit einer blinden, zielsicheren Leichtigkeit das Schlierenkraut. Keine einzige Sekunde hatte ich meine Arbeit hier vernachlässigt.

„Was ist mir IHR?“, fragte er dann doch noch.

„Was soll mit dem Biest sein?“, wollte ich perplex wissen, während das Kraut durch meine Finger hinab in die heiße Brühe rieselte.

„Wir brauchen sie nicht?“, fragte er tastend nach und ich zuckte nur mit den Schultern, da ich gerade bemerkte, dass es etwas zu viel des Guten von dem Kraut war und der einsetzende Schimmer aus silbrigem Dampf zu grau kippte und der Trank selbst zu einem zähen Braun wechselte.

„Verdammt!“, murrte ich finster, denn das war´s dann mit dem Trank.

Ein Misserfolg bei diesem verfluchten Trank mehr. Ich notierte mit einer magischen Feder den Fehler und ließ mit einem unwirschen Evanesco die Schande vor mir verschwinden, dabei bemerkte ich Dracos Abgang gar nicht mehr wirklich.

Mein Trank, oder mein soeben verdorbener Trank, war gerade deutlich wichtiger!

Severus Sicht ende

Dracos Sicht

Dieser Auftritt war genial gewesen!

Ich war gerade kurz nach dem Besuch beim Lord in Irland gewesen und hatte verschiedene Dinge angeleiert.

Als sich urplötzlich Severus‘ Schlangenpatronus vor mir manifestierte und er mir in äußerst knappen Worten mitteilte, dass ich zu erscheinen hätte, was ich umgehend tat, um zu erfahren, dass ich die Ehre hätte, mit meinem Vater morgen einen Auftrag auszuführen!

Zuvor hatte ich es noch geschafft, Percy Weasley anzuweisen, dass er seine Aktivitäten das Camp betreffend im Ministerium besonders sorgfältig verschleiern musste.

Danach hatte mich Marcus informiert, dass drei Schulabgänger spurlos verschwunden blieben und eben nicht in Wales angekommen waren, darunter Ella Wilkins, eine Slytherin, Marcus Belby, ein Ravenclaw und Tamsin Applebee aus Hufflepuff.

Das hörte sich nicht wirklich gut an, war noch mein Gedanke, als mir der nächste Schlamassel serviert wurde, nämlich dass sich Gellert Grindelwald in letzter Zeit total eigentümlich verhalten würde. Ich erklärte ihnen, dass der Alte verrückt sei.

„Ja, das ist mir bewusst, aber jetzt ist er auch noch irre geworden! Er spricht mit sich selber!“, hatte Marcus sichtlich leidend verkündet, als ich ihn bat, Grindelwald zu holen und in die Burg zu bringen.

Ich hoffte, endlich mehr aus dem Alten rauszubekommen was es mit Hermione und seiner komplexen Beziehung auf sich hatte, vor allem da ich das Verhalten des Lords und ihres bei der Versammlung vorhin im Dark Manor als mehr als bedenklich empfunden hatte. Ich musste endlich einfach wissen, was sie mit diesen Männern verband.

Mit Grindelwald, mit dem Lord und selbst mit Severus und Vater!

Als ich Severus‘ Labor schließlich verließ, fragte ich mich unwillkürlich, ob der Auftrag ein beschissener Test von Vater sein sollte.

Das Gespräch war beendet als ich registriert hatte, dass Severus fern von allem war, da er regelrecht in seinen blubbernden, übelriechenden Trank zu krabbeln schien.

Klar, ich war gut in Tränken aber mein favorisiertes Gebiet war es nicht. Mir fehlte in dieser Kunst Severus‘ Brillanz und Hingabe zu diesem Fach. Er hingegen schien das Tüfteln, das Suchen und das Abwägen, derer es bei der Erschaffung eines neuen Trankes bedurfte, regelrecht zu faszinieren.

Mit abgrundtief schlechter Stimmung rauschte ich zurück nach Irland!

Er wollte Ollivander!

Ganz gleich warum oder wieso, ich dachte, dass ich verstanden hatte, was die beiden Despoten von mir erwarteten, denn was würde mit den Zauberstäben passieren? War es dies, was mir Vater und Severus über ihre verschlungenen, so oft nicht nachzuvollziehenden Wege versucht hatten klarzumachen?

Sollte ich dafür sorgen, dass diese erstens nicht in die Hände der DeathEater fielen und mich auf der anderen Seite darum kümmern, dass die neuen Hogwartsschüler welche bekommen konnten? Aber warum sollten sie auf die Idee kommen, dass ich gerade Letzteres bewerkstelligen konnte?

Etwas anderes fiel mir zu dem wahrlich kryptischen Gespräch aber wirklich nicht ein! Warum konnten sie nicht einmal offen sagen, was sie von mir wollten? War das zu viel verlangt?

Anscheinend ja, denn einen anderen, logischen Grund, warum mich Severus vorab informierte, gab es nicht wirklich!

Nur wen sollte ich da um Mitarbeit fragen?

„Draco hier… dein Gast …“, riss mich Penelope aus meinen abschweifenden Gedanken und deutete hinter sich, wo ein genervt aussehender Gellert rumlungerte.

Warum sah der genervt aus? Der hatte den ganzen, lieben, langen Tag nichts zu tun und wirkte abgrundtief mies gelaunt und schrecklich genervt. Wie sollte es dann mir und Hermione gehen? Ich kam nicht mal im Ansatz dazu, mit Hermione in Ruhe zu reden, geschweige denn mich mit ihr zu vertragen!

Von körperlicher Nähe mal ganz abgesehen, nur dass es ihr und Severus anders ging, glaubte ich auch nicht, dafür war er zu mies gelaunt, denn Hermione wirkte sich sehr wohl auf seinen fast nicht vorhanden Charme aus.

So raffte ich mich auf und näherte mich Gellert, diesmal mit dem festen Vorsatz, sofort zum Wesentlichen zu kommen. Der Alte war mir letztens nur entwischt, da ich nicht erkannt hatte, wie nah sich ER und SIE wirklich standen.

Ich hatte damals nicht begriffen, dass er wegen IHR nichts sagen würde, eben weil er sie deckte. Ich hätte mich auf den Kopf stellen und strampeln können so viel ich wollte, Gellert hätte geschwiegen, denn was auch immer diese beiden verband, es war stark, es war sichtbar und es war einnehmend.

Vielleicht war es auch nur die Tatsache, dass sie beide Nekromanten waren?

Es wäre ein Ansatz, der mir sehr logisch erschien, dass diese rare Fähigkeit ein enges Band der Loyalität zwischen ihnen hatte entstehen lassen, schließlich gab es nur sehr wenige von ihnen unter uns!

Auch dass sie es war, die ihn aus dem Gefängnis geholt hatte, durfte nicht außer Acht gelassen werden, denn auch das hatte ihr den Zugang zu dem alten Zausel sicher erleichtert, im Vergleich zu mir. Außerdem schien er von meiner Familie an sich keine hohe Meinung zu haben, was wohl meine Stellung ihm gegenüber weiter erschwerte.

Mittlerweile war ich mir fast sicher, dass es bei Hermione um mehr ging als um die schnöde Nekromantie.

Ich hatte mich, soweit möglich, mittlerweile eingehend mit dem Thema beschäftigt, aber es gab nirgends Hinweise auf diese unheimlichen, weißen Augen. Dieses Merkmal schien etwas Besonderes, um nicht zu sagen eine Seltenheit zu sein, oder ein noch größeres Tabu als die Nekromantie und Blutmagie an sich. Insgesamt erschien mir das Thema aber nicht sehr verlockend und noch tiefer einzusteigen, fand ich nicht erstrebenswert, denn der ausgeprägte Aspekt, dass ständig Blut zum Einsatz kam, oder Leichen, stieß mich schon ab. Trotzdem wollte ich mehr wissen aber nur um zu erfahren, was Hermione tat und vollbrachte.

Meine Geduld neigte sich langsam bedrohlich ihrem Ende zu und seitdem ich Hermione und Gellert in der Burg bei seiner Umsiedlung so vollkommen vertraut und aberwitzig als Team zusammenarbeitend gesehen hatte, war mir klar, ich musste anders bei ihm agieren, um an Informationen zu kommen. Doch ich hatte eine Idee, womit ich den widerspenstigen Alten vielleicht würde locken können, mir mehr zu offenbaren und endlich offen mit mir zu reden.

Also ging ich entschlossen in die große Halle, in der er separiert gleich in der Nähe des Eingangs saß und mürrisch durch die Gegend blickte. Kurz überlegte ich, wie ich die Dinge angehen sollte, als ich auf ihn zusteuerte und beschloss, es vorerst mit Freundlichkeit zu versuchen, oder zumindest etwas höflicher als letztes Mal, aber schließlich befand sich Gellert nun in meinem Refugium, hier ging es nach meinen Regeln.

Ich baute mich mit verschränkten Armen vor ihm auf und blickte auf ihn hinab, doch der Kahlkopf schien mich gar nicht zu beachten oder zu bemerken, sondern grummelte unentwegt etwas in seinen nichtvorhandenen Bart.

Wurde er jetzt wirklich vollkommen verrückt?

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