When Hermione Fights
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 Kapitel 84-85

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Kapitel 84-85 Empty
BeitragThema: Kapitel 84-85   Kapitel 84-85 EmptyDo Feb 09, 2012 2:31 am

Ein filmreifer Abgang


Als ich mich erstaunlich beschwingt auf den Weg in den Turm machte, war ich sehr froh über meine Entscheidung, zu Draco gegangen zu sein, es war richtig und sehr wichtig für mich gewesen. Ich war dankbar und glücklich, dass ich ihn hatte, dass nichts zwischen uns stand, auch wenn ich das fast gar nicht fassen konnte, aber ich nahm es einfach vorbehaltlos an und freute mich. in Draco jemanden gefunden zu haben, der mich ohne viele Worte verstand und mir auf so unglaubliche Art geholfen hatte, als würde er noch besser verstehen, was nötig war um mich zu heilen. Ich fühlte mich aber gefestigt wie lange nicht mehr. Ich war mal wieder über mich selbst erstaunt, wie ich es immer nach kürzester Zeit schaffte, mein Schicksal anzunehmen und mit unliebsamen Erinnerungen abzuschließen, aber ich war sehr dankbar, dass es so war!

Denn das Leben, für welches ich mich entschieden hatte, würde, wenn ich diese Fähigkeit nicht hätte, kurzen Prozess mit mir machen und mich früher oder später in den Wahnsinn treiben.

Aber so freute ich mich verhalten darauf, Snape wiederzusehen und ihn zu ärgern.

Als ich so überlegend den leeren Gemeinschaftsraum betrat, der doch nicht so leer schien wie ich angenommen hatte, da ich, als ich hineinkam, hörte, wie mir die eindeutigen Geräusche entgegen schlugen, die bei rauem, sehnsüchtigem und vor allem freiwilligem Sex entstanden. Stöhnen, Keuchen, kleine Schreie und das Klatschen von schweißnasser Haut aufeinander und ich erblickte zwei Personen, welche die Couch opportunierten und auf dieser sich einem leidenschaftlichen Liebesspiel hingaben, wie nur die Twins es konnten. Mir klappte doch glatt der Mund entsetzt auf, waren die irre, um die Zeit? Jeder könnte sie sehen. Würden erleben, wie Fred George mal wieder das Hirn rausvögelte, nee, also warum musste das immer ich sehen und das nach meinem einschneidenden Erlebnis gestern? Wenigstens machte es ihnen gegenseitig einen großen Spaß, wie ich lautstark vernahm!

Sie lieferten sich mal wieder eine grenzwertige, sexuelle Erfahrung, ging es seit gestern in meinem Leben nur noch um Sex. Leute, es gibt echt was Wichtigeres, so schüttelte ich meinen Kopf schicksalsergeben und fühlte mich irgendwie müde.

Aber in dem Moment war es auch schon vorbei, beide schrien bei einem gemeinsam erlebten Höhepunkt beglückt auf und damit war die Mission Befriedigung erfolgreich beendet, sie hatten die Couch eingeweiht, einige würden sagen entweiht und da glitt Fred mit einem glückseligen, verblödeten Ausdruck von George und als sie mich entdeckten und ihre Augen sich in kurzer Überraschung weiteten, kam Leben in sie, wobei ich betonen mochte, dass sie weder peinlich berührt noch beschämt wirkten.

„Hermione, da bist du wieder, Gott sei Dank, geht es dir gut! Wir haben uns Sorgen gemacht!“, sprudelte es aus ihnen heraus und ich hielt mir die Hand vor die Augen, als Fred derart unbekleidet auf mich zu rannte, in seiner nackten Pracht, so genau wollte ich das nicht sehen und wissen, wirklich nicht. Verdammt noch mal, dass ich für die nächste Zeit genug Schwänze gesehen hatte, meinte ich ernst. Und dass die zwei ihre Sorge um mich immer in körperlicher Nähe verarbeiteten, fand ich, nun ja, twinsmäßig, sollte ich mich da jetzt geehrt fühlen? Glitt dieser ironische Gedanke durch mein geschädigtes Hirn.

„Bedecke dich, bitte!“, flehte ich da wimmernd und George hexte ihnen schnell ihre Klamotten an, ungewohnt einfühlsam, also musste etwas in meiner Stimme gewesen sein, was sonst nicht mitschwang.

„Was ist passiert, Blaise hat gestern noch seine Münze aktiviert und uns gesagt, dass du zu Draco kamst, aber wieso bist du so lange geblieben, was ist passiert, Schönste?“, kam es aufgeregt von beiden, ihr Tête-à-tête schien vergessen und so zogen sie mich zu meinem Sessel und schubsten mich hinein. Auch wenn sie immer noch außer Atem und ihre Gesichter leicht gerötet waren wirkten sie aufnahmefähig.

„Viel, erstens, ich war erfolgreich, zweitens, Snape… weiß es jetzt…“, fasste ich mir aus einem Impuls heraus an den Bauch, an mein Zeichen und die Twins warfen sich bedeutungsschwangere Blicke zu, sagten aber erstaunlich einfühlsamer Weise nichts. Die kleinen Petzen würden wohl zu Draco rennen und ihn ausfragen, sollte mir recht sein. „Und dann bin ich noch Lucius über den Weg gelaufen, ich war so erschöpft, ich habe Draco gebraucht und… hat es jemand mitbekommen und was soll das von euch? Jeder hätte euch überraschen können?“, stellte ich nun meine Fragen in schneller Folge.

„Nuuuuun, der Reihe nach… du magst ja so multimäßig drauf sein aber wir nicht… erstens, erzählst du uns was erfolgreich war? Scheiße, das mit Snape, aber bei dem liebreizenden Ausdruck, den deine Mimik annimmt, verzichten wir dankend auf Nachfrage!“, zählte George auf und Fred nickte stark bekräftigend. „So was… wie ging´s weiter?“, schaute George überlegend aus.

„Lucius, sie meinte, Malfoy ist ihr über den Weg gelaufen, George!“, kam es schnell von Fred.

„Moment, ich sag mal was zu erstens, ja, ich werde es euch allen in den Sommerferien im „Cottage“ sagen! Danke, dass ihr nicht fragt, ist auch nicht so wichtig, jetzt weiß er es halt! Lucius war in der Kneipe und hat mich dumm angemacht, aber ich konnte mich erfolgreich vom Acker machen, da fällt mir noch ein, bevor wir den nächsten Punkt klären, ihr habt mich bei Draco verpfiffen!“, drohte ich ihnen gespielt böse, mit erhobenem Zeigefinger, doch die beiden sahen mich mit gelassenem Blick an. Ich wollte noch wissen warum, aber nach den Entwicklungen war ich eigentlich froh drum und wollte sie nicht ausschimpfen. Ich wollte nur ihre Beweggründe verstehen.

„Das ist richtig, deine Entscheidung, einfach so zu gehen war falsch und wir hoffen, du verzeihst uns, aber wir denken, wir haben richtig gehandelt. Draco ist kurzzeitig, als wir ihm gesagt haben, dass du gehst, die Maske gefährlich verrutscht, er macht sich Sorgen… verrat ihm das nur nicht!“, baten beide sorgenvoll und ich nickte knapp.

„Nein, nein, ihr hattet ja recht, ich hätte es Draco sagen sollen, aber jetzt ist es auch egal, nun sagt lieber, warum treibt ihr es so öffentlich?“, zeigte ich auf die Couch und wechselte rasch das Thema.

„Hm, du kennst die Neuigkeiten noch nicht, Harry will gleich in Umbitchs Kamin mit Sirius reden…“

„Was? Ist der irre, seid ihr alle irre!?“, rief ich bestürzt aus, das passierte wenn man mal eine Nacht unpässlich war. Die kamen doch nur auf durchwegs bescheuerte Ideen.

„Jupp… wir starten in einer halben Stunde, um so richtig für eine schlaflose Nacht zu sorgen, nur diesmal brauchen wir kein Alibi! Wir hauen endgültig ab, das war unser Abschied vom Turm, und ich sag dir eins… mir reicht’s echt! Wir haben den ganzen Turm zum Essen geschickt, als Alibi, daher wussten wir, dass wir ungestört sind“, meinte Fred stur und verschränkte seine Arme vor der Brust, regelrecht herausfordernd starrte er mich an, als würde er erwarten, dass ich versuchen würde, sie hier in Hogwarts zu halten und so hob ich versöhnlich die Hände.

„Wenn ihr gehen wollt, halte ich euch nicht auf, aber was will denn Harry?“, kam es von mir irritiert, mit einer Handgeste zeigte ich mein Einverständnis.

„Er hat uns nicht alles gesagt, nur dass er Gewissheit braucht, wie sein Vater war…“, meinte Fred schulterzuckend und ich verstand Harry ja, aber musste er so waghalsige Dinge tun?

Ich würde für ihn die Zauber lösen müssen, damit er eindringen konnte, das würde er nicht schaffen. Vor allem den schwarzen Fluch würde er nicht umgehen können, stöhnte ich genervt auf. Schon wieder Aufregung, konnte nicht mal ein Tag ohne nervenaufreibende Aktionen vergehen? Dies fragte ich mich echt angesäuert und blies mir eine lästige, lockige Strähne aus dem Blickfeld.

„Okay, ich helfe euch, Harry wird sonst nie in ihr Büro kommen!“, rieb ich mir über meine pochenden Schläfen, die gerade zu schmerzen begannen. Auf der anderen Seite fragte ich mich, ob dies nicht genau die Ablenkung nach gestern war, um nicht über die Nacht mit Snape nachdenken zu müssen?

„Woher willst du das wissen?“, forschte George neugierig nach.

„Weil ich letztens die Gelegenheit genützt habe und eingestiegen bin. Die Gute schreckt nicht einmal vor einem schwarzen Fluch an ihrer Tür zurück, da kommt Harry ohne meine Hilfe nie rein!“

„Was? Krass!“, „Wie geil ist das denn?“, „Gratulation! Du bist bei der Bitch eingestiegen! Mann, hast du Eier, Hermione!“, „Willst du uns heiraten?“, „Wir verehren dich!“, brachten mich die zwei Spinner schallend zum Lachen, es war unheimlich befreiend, so frei von der Leber zu lachen. Die beiden taten mir unheimlich gut, ich würde sie vermissen.

„Oh, ihr seid unmöglich…!“, kicherte ich immer noch erheitert.

„Ach, da fällt mir ein, wegen der kleinen Brünetten, wir haben Harry gesagt, dass die ihn heiß findet, du hättest mal sehen sollen, wie er rot geworden ist. War so süß, manchmal möchte man ihn einfach knuddeln!“, zeigte sich Fred sehr gerührt und George verdrehte die Augen.

„Ja und was heißt das? Wie war seine Reaktion und warum habt ihr es ihm gesagt?“, wollte ich nun interessiert wissen und beugte mich leicht vor.

„Also, Blaise hat uns von deinem Akt im Gemeinschaftsraum erzählt, sehr erheiternd, sehr lustig! Schade, dass wir dich so nicht erleben dürfen! Blaise hat uns das richtig vorgespielt, genial… hahaha… nun ja und uns hat gefallen, was er uns über das Gespräch so erzählt hat und da dachten wir, Harry würde die Blicke eh nie bewusst wahrnehmen also ihn mit Schwung draufstoßen! Manchmal ist er selbst mit Brille blind, echt, da ist selbst Ron spitzer als er!“, erklärte George bissig.

„Außerdem braucht er Perspektiven, das was letztens passierte, worüber weder du noch er bereit seid zu sprechen, beschäftigt ihn so sehr, dass wir ihn aus seiner Eierschale holen wollten und ich denke, es hat funktioniert, sie hat Risse! Er hat sie heute Morgen stark im Fokus gehabt, ich glaube, sie gefällt ihm!“, meinte Fred sichtlich zufrieden und zeigte ein gefährlich durchtriebenes Lächeln.

„Ja, aber sie ist eine Schlange!“, zweifelte ich noch an Harry und seiner Toleranz.

„Tja, vergiss nicht, Schönste… das hat er dir doch bestimmt auch erzählt, dass der Hut ihn eigentlich nach Slytherin stecken wollte!“, wandte da George diplomatisch ein und sah mich gespielt unschuldig an.

„Was, euch auch?“, war ich echt überrascht, ich hatte gedacht, ich wäre die Einzige, der er das erzählt hatte, dies war aber nichts was mich ärgerte sondern eher freute, wenn sich Harry etwas öffnete.

„Yepp, wir haben ihn in der Zweiten heulend in der Nähe von Dumbledores Büro gefunden und da hat er es uns sehr aufgelöst erzählt, war ganz aus dem Häuschen. Wir haben ihn dann zu dir geschickt, dass er sich bei dir ausspricht und du ihn wieder runterholst, dass das doch nicht das Ende der Welt ist!“, kam es bereitwillig von George.

„Ach, jetzt verstehe ich erst, warum er damals nur mich sprechen wollte, ihr wart das! Habt ihr ihm auch gesagt, er soll es Ron nicht sagen? Da war er damals ganz panisch!“, erinnerte ich mich zurück.

„Yes, wir denken nicht, dass Ron da so drüber stehen könnte, er mag die Schlangen echt nicht!“, rollten sie verächtlich, über ihren jüngsten Bruder, mit ihren fast gleichen, sehr identischen Augen.

„Aber zurück, aufgrund dessen sieht Harry, denke ich… äh… wir, die Grenzen nicht so eng wenn ihm das Mädel gefällt, wird er sich davon nicht abhalten lassen. Ich denke, ich konnte sogar ein zartes, blitzschnell beendetes, verschämtes Blinzeln erkennen, er ist zu süß… so unbeholfen! Wir sind gespannt!“

„Puh, ihr haut ab und ich darf die Arbeit machen, das gefällt mir!“, lachte ich tatsächlich erheitert auf, „Aber sagt mal, gibt es Ärger mit den anderen?“, und zeigte auf mich.

„Nee, du solltest vielleicht nur deinen Zwilling aus dem Bett verschwinden lassen. Ginny hat dich schlafend gefunden und gemeint, wenn du so tief schläfst, wirst du es brauchen. Ich denke, sie war froh, einmal ungehinderten Zugang zu Harry zu haben, der Arme! Aber er hat sich gut geschlagen!“, erzählte George und ich wedelte mit meinem Zauberstab und löste den Zauber, der meinen Geminio in meinem Bett aufrechterhielt.

„Wie viel Zeit haben wir noch, bevor ihr Hogwarts auf immer Ade sagt? Werdet ihr ins Cottage gehen?“, erfragte ich nun noch gezielt die wichtigsten Fakten.

„Über dem Haus in der Diagon Alley ist ja eine kleine Wohnung, aber die soll später für Jordan sein, ja also, wenn du nichts dagegen hast, hätten wir das so machen wollen!“, druckste George vorsichtig herum und sah mich unter gesenkten Lidern hervor schelmisch an.

„Das freut mich, dann steht es nicht leer!“, ging ich sofort darauf ein und klopfte ihm aufmunternd auf den Schenkel.

„Danke Hermione, wie viel Miete willst du?“, da blickte ich perplex auf.

„Hä, gar keine, schenkt mir, wenn ich ihn brauche, euren genialen Geist, das reicht mir. Geld hab ich genug!“, winkte ich fast schon beleidigt ab.

„Danke, du bist die Beste, Schönste!“, kreischte jemand eindeutig zu laut und beide kamen nun vor überschäumender Freude zu mir und schlossen mich in eine herzlichen Gruppenumarmung mit ein und je einer küsste mich eindeutig zu nass auf meine Wangen. Als sie sich lösten, sprach George weiter, um seine Rührung zu überspielen: „Aber nun komm, es geht gleich los, wie machst du´s?“

„So!“, meinte ich geheimnisvoll und wurde vor ihren Augen von einem zum nächsten Moment im Sessel unsichtbar. „Ich geh schon zum Büro von der Kröte und breche die Zauber!“, starrten sie mich mit weit offenen Mündern an.

„Cool!“, „Wie geil ist das denn?“, „Du bist immer wieder für eine Überraschung gut!“, „Krass!“

„Und genau, mach das so, du wirst das Chaos lieben, das wir veranstalten, da ist auch eine neue Erfindung bei… das wird unvergesslich!“, erzählte Fred sichtlich stolz und wuschelte durch sein wirres Haar.

„Euch bekommt Draco nicht!“, konstatierte ich noch, als ich in ihre vor Spannung und Vorfreude leuchtenden Gesichter sah.

„Wenn der Junge eins drauf hat, dann ist es der richtige Auftritt, das kann er wie kein Zweiter!“, lobten beide und ich lachte kurz auf, dass die sich mal alle so verstehen würden, wer hätte das geglaubt?

So stiegen wir drei durch das Portraitloch und gingen zügig unserer Wege.

Ich verließ sie leise und lautlos, dank meiner Zauber und strebte zielstrebig auf den Verteidigungsklassenraum zu und sobald ich das Schulzimmer betreten hatte, machte ich mich sofort an das Lösen der Zauber. Als ich urplötzlich einen höllischen Lärm vernehmen konnte, musste ich schmunzeln und ein wüstes Geschrei und wildes Gerufe ertönte, auf dass ich fast taub wurde und so beeilte ich mich noch mehr und da bemerkte ich, wie sich auch schon die Tür öffnete und „niemand“ eintrat, das war dann wohl Harry unter dem Tarnumhang! Ich spürte den sachten Lufthauch als er an mir vorbeiging und verharrte ruhig an Ort und Stelle, nicht dass wir in unserer Unsichtbarkeit noch kollidierten.

Also Entschuldigung, Harry war mein Freund, klar, aber manchmal auch so selten dämlich, wie Snape immer behauptete, er war schlicht hereingestampft, hatte die Tür einfach so aufgerissen und war reingegangen. Wofür dachte der Junge, dass ein Zauberstab da war? Ärgerte ich mich gerade maßlos und da machte es mir nicht einmal was aus, Snape in Gedanken heranzuziehen.

Ohne mich wäre Umbridge schon mit wehenden Fahnen auf dem Weg hierher und ich stand verstimmt am Ende der Treppe, da ich nicht wollte, dass Harry wusste, dass ich keinen Tarnumhang brauchte und zweitens, wenn er wollte, würde er mir von dem Gespräch erzählen und auf Sirius‘ Gesicht konnte ich nach der Nacht echt verzichten, ich musste nicht dabei sein.

Als ich beobachtete, wie nach zehn Minuten urplötzlich, ohne Vorwarnung die Klassentür laut aufgerissen wurde, ein schlurfender und seinen Fuß hinter sich herziehender, hektischer Filch durch die Tür hetzte, wobei seine dünnen, langen, grauen Strähnen nur so durch die Luft flogen und dessen stetig verkniffener Mund ein irres Grinsen zierte, als er auf Umbridges Tür zuhielt. Er legte einen Schlüssel darauf und die Tür öffnete sich, Mann, da hatte die alte Kröte aber Vertrauen zu dem Kerl, da er nach ein paar Sekunden selig lächelnd mit einem Stück Papier in den alten, verklebten Händen wieder aus dem Zimmer stürmte, so nahm ich mal ganz wagemutig an, dass Harry sein Kommen frühzeitig bemerkt und das Gespräch rechtzeitig beendet hatte, aber bei dem Krach, den der Hausmeister veranstaltet hatte auch kein Wunder.

Ich konnte nun sehen, wie sich die Tür wieder wie von Zauberhand öffnete und schloss, als ich sicher war, dass Harry weg war, baute ich die Zauber wieder auf, da selbst der Schlüssel diese nicht brach sondern nur Filch unbesorgt eintreten ließ, aber die Zauber blieben intakt. Und so arbeitete ich routiniert rasch und lief dann eilig raus, nahm die Zauber von mir und näherte mich dem lauten Gekreische und den lauten Rufen und damit dem Zentrum der Unruhe.

Das ganze Schloss schien sich versammelt zu haben, mitten in der zentralen Eingangshalle machte ich den Massenauflauf aus, in dessen Mitte die strahlend hellen, orangeroten Haare der Twins hervorleuchteten und ich registriere, wie sich Umbridge und Filch auf den sich bewegenden Treppen einen Weg nach unten bahnten. Was nicht leicht fiel, da die Treppen immer wieder abrupt die Richtung wechselten, so als wollten sie ganz speziell Filch ärgern und er kam nur schwer an den glotzenden, sensationslüsternen Schülern vorbei, welche die Treppen verstopften. Auch die Portraits gaben lautstarke Kommentare ab und vergrößerten die Kakophonie und sorgten damit für eine totale Unübersichtlichkeit.

Ich lehnte mich gespannt über das Geländer und erkannte Harry zwei Stockwerke unter mir, ohne Tarnumhang und machte mich kurzerhand auf den Weg zu ihm. Unten im Erdgeschoss waren alle Lehrer versammelt, selbst Snape stach aufgrund seiner so dunklen Gewandung an einer Mauer im Hintergrund lehnend hervor, da er die Ruhe selbst inmitten des Chaos war. Sogar alle Geister von Hogwarts waren anwesend und besahen sich das einzigartige Spektakel schweben in der Luft und machten die Umgebung damit noch unwirklicher.

Ich trat an Harry heran und legte meine Hand auf seinen Arm, was ihn zu mir herumfahren ließ, als er mich erkannte, stahl sich ein Lächeln auf sein Gesicht aber seine Augen sahen nicht fröhlich aus, da kam die Frage nach dem Verlauf des Gespräches unweigerlich auf und ich hob fragend eine Augenbraue .

„Später, Hermione, später!“, legte er nun einen Finger an seine Lippen und deutete in die Tiefe, als auf einmal Umbridges unerträgliche Stimme, durch einen Sonorus verstärkt, durch die Flure hallte und mich zusammenzucken ließ, aufgrund der krächzenden, fast nicht ertragbaren Tonlage.

„Schüler, ich verkünde hiermit, dass der Ausbildungserlass Nr. 29 nun in Kraft tritt, der die körperliche Züchtigung wieder einführt und diese beiden, die für die Tat verantwortlich sind, mehrere Gänge und Flure unbenutzbar gemacht zu haben, werden die ersten sein!“, hallte es durch das Schloss und alles schauten sich aufgrund dieser Drohung geschockt an und nun verstand ich das irre Lächeln auf den Lippen Filchs, endlich würde sein langersehnter Wunsch in Erfüllung gehen, nur dass sich auch ein teuflisches Grinsen auf meine Lippen schlich, da ich ja wusste, dass dieser Erlass bei den Twins nicht zum Zuge kommen würde.

Und so kam es auch. Ich erlebte live mit, wie beide ihre Zauberstäbe in die Höhen reckten und so wie ich es ihnen beigebracht hatte, einen eins A nonverbalen Zauber ausführten und auf einmal ihre Besen rasant auf sie zu zischten, über die Köpfe von allen hinweg und sie sich geschickt darauf schwangen und die völlig überrumpelte Kröte mit ihrem Fetzen Papier recht doof dastehen ließen. Sie schossen als begnadete Flieger gekonnt in die Luft und schwebten selbstsicher in der luftigen Höhe.

„Ab jetzt ist unser Geschäft eröffnet! Weasleys Zauberhafte Zauberscherze, in der Diagon Alley, alles was wir dieses Jahr vorgeführt haben, gehört auch zu unserem umfangreichen Sortiment, wir freuen uns auf euch, viel Spaß noch mit dem „Schlammspektakel“, es ist so schwer wegzumachen, wie es aussieht!“, erläuterte George seelenruhig an der hohen Deck schwebend, uns allen sehr ausführlich, sein Sonorus trug seine Stimme weiter.

„Genau, und wer unsere Produkte gegen die rosa Kröte einsetzt, erhält Rabatt!“, tönte nun Freds Stimme und massenhaft weit offenstehende Schüleraugen starrten ihn ungläubig an. Ich verbiss mir mein Lachen, als mein Blick auf die Lehrer fiel, die alle ob dieses Theaters geschockt und erstaunt wirkten, aber sich erstaunlich zurückhielten und augenscheinlich nicht im Traum daran dachten, die Twins aufzuhalten.

Dann langte Fred auch schon in seine Tasche und warf ein Paket zu Boden, das in diesem Moment auch schon losging und wie beim letzten Mal die Kracher und Böller zündete und Umbridge kreischte sofort erschrocken los. Aufgrund ihrer immer noch magisch verstärkten Stimme war es mehr als laut, während ihr potthässlicher, rosafarbener Umhang auch schon Feuer fing.

Sie begann hektisch, mit einem brennenden Umhang, im Kreis zu laufen und Filch versuchte glücklos, sie zu löschen, es war ein zu lustiger Anblick. Über diesen Affentanz, den die beiden Deppen da aufführten, lachten viele Schüler Tränen.

Die anderen Professoren sahen dem dramatischen Geschehen ausgesprochen unberührt zu, während die unterschiedlichen Raketen und Knaller wieder Jagd auf Schüler und alles Brennbare machten, was sie finden konnten.

Das Chaos, das Ausbrach, als die Schüler kopflos von den sich bewegenden Treppen zu flüchten begannen, nutzten die Zwillinge für einen letzten Gruß. Es herrschte ein unübersichtliches Tohuwabohu und die fliegenden Twins klatschten sich mit dem vor ihnen salutierenden Peeves ab und flogen in einer filmreifen Vorstellung aus dem Portal. Sie verschwanden in den nachtschwarzen Himmel und hinterließen ein wahres Schlachtfeld.

Harry ergriff meine Hand und zog mich weg, zu einem Geheimgang, der vom ersten Stock über verschlungene Umwege zu uns in den siebten führte. Es war gut, dass wir so gingen, denn nach einem kurzen Blick den Flur hinab, zu unserem Eingang in den Turm, sahen wir das Sumpfspektakel, das sich davor wie eine braune Suppe ausbreitet hatte und es den Gryffindors an sich unmöglich machte, in den Turm zu kommen. Da der Boden mit stinkender, schlammiger, graubrauner, ekeliger Sumpfbrühe bodenlos schien, ein wahrer Morast eben und wir setzten unseren Weg in den Raum der Wünsche fort.

Als wir uns in die gemütliche Sitzecke kuschelten, sahen wir uns intensiv an und begannen, aufgrund des epischen Gedankens an die Twins laut zu lachen. Der Auftritt war aber auch zu herrlich, das ging in die Annalen der Geschichte Hogwarts ein. So viel Einfallsreichtum, denn Umbridge würde die Magie hinter dem Sumpf nie gelöst bekommen, sie war keine mächtige oder belesene Hexe, das war zu herrlich und auf die Mithilfe des Kollegiums schien sie lange warten zu können.

„Sag, Hermione, geht es dir wieder besser, ich hab mir Sorgen gemacht?“, kam es dann auch ziemlich atemlos von Harry, als wir uns wieder gefangen hatten und unsere Tränen aus den Augenwinkeln wischten.

„Danke, Harry, mir geht’s gut. Ich denke, ich könnte Bäume ausreißen, das Schlafen hat gutgetan!“, strahlte ich ihn an. Und dank Dracos Fürsorge, setzte ich gedanklich hinzu.

„Du weißt, dass du das Lernen übertreibst?“, schollte er mich ernsthaft an und strafte mich mit tadelndem Blick.

„Wenn du meinst, Harry, dann ja! Weiß du, warum die Twins das gemacht haben?“, deutete ich über die Schulter.

„Mhmh, ja aber du wirst nicht erfreut sein, wenn ich es dir sage, aber ich möchte mit dir darüber reden!“, bekannte er recht frei und diese Offenheit ließ mich zufrieden grinsen.

„Das freut mich doch, Harry, leg los!“, bat ich und freute mich wirklich, dass er mir freiwillig von dem Gespräch erzählen wollte.

„Also, die Erinnerung von Snape… ich war verunsichert und ich wollte wissen, was Sirius dazu zu sagen hat, natürlich habe und konnte ich mein Versprechen, explizit die Szene zu erwähnen nicht brechen, wollte ich auch gar nicht, geht schließlich niemanden etwas an!“, setze er die Brille ab, fasste sich an die Nasenwurzel und atmete tief ein, „Das beschäftigt mich echt, was für Menschen meine Eltern waren… ich hab ein bisschen mit den Twins geplaudert und gesagt, ich müsste mit Sirius reden und ich nicht weiß, wie ich das bis zum Sommer aushalten soll und dann haben die beiden Verrückten mir ihren Plan dargelegt. Dass sie eh abhauen wollen und sie mir Zeit für ein kurzes Gespräch verschaffen können. Nun, es hat funktioniert!“, strahlte er jetzt nicht wirklich glücklich aber zufrieden, dass ihr Plan hingehauen hatte.

„Und was dann, hast du mit Sirius gesprochen?“

„Ja, Remus war auch da!“, blickte er betreten auf seine Hände und spielte mit seinem leichten Pullover. „Ich wollte wissen, was zwischen Vater und Snape vorgefallen ist. Auch, warum sie sich alle nicht mit ihm verstehen!“, versank er in Schweigen und ich brach es nicht, ich wartete, ich hatte Zeit.

„Ich weiß nicht, ob ich mich verrenne, warum ich das so wichtig nehme, ob diese Reaktion überzogen ist?“, blickte er mich überfordert an, klang sehr unsicher und biss sich unwohl auf die Unterlippe.

„Nein, Harry! Ich denke nicht, du hast ein Recht auf die Wahrheit und nicht diese geschönten Erinnerungen, die man dir immer vorsetzt! Diese Glorifizierung von Menschen ist meist nicht die Wahrheit!“, erklärte ich leise und er nickte zustimmend, bevor er weitersprach.

„Danke! … ja, was soll ich sagen? Sie haben gefährlich rumgedruckst, ich hab aber nicht locker gelassen und dann meinte beide, dass sie als die Marauder zwar viel Unfug begangen hätten und auch besonders James als Anführer der Gruppe, dass dieser aber trotz der blöden, pubertären Angeberei ein guter und loyaler Freund gewesen war. Und dass er als er erwachsen wurde, niemanden mehr zum Spaß verhext hätte … das habe ich überhaupt nicht wissen wollen! Ich wollte wissen, was da abging, warum er überhaupt etwas so Grausames tun konnte und warum Mum so selbstgerecht durch die Gegend gerannt ist, aber sie erzählen mir, er ist ein loyaler Freund. Hallo? Das ist mir schon klar, dass er lieb und nett zu ihnen war, obwohl ich da auch mittlerweile ein wenig zweifle…“, stieß er ein tiefes Stöhnen aus und sackte leicht zusammen.

„Und warum?“, fragte ich perplex, diesen Gedankengang hatte ich bisher nicht gehabt.

„Nun, es muss ja einen Grund dafür geben, dass Wurmschwanz übergelaufen ist und wenn James so schon zu seinen Feinden war, weiß ich ja nicht, wie er zu seinen „Freunden“ war, verstehst du, was mir da im Kopf rumgegangen ist? Es muss für alles einen Grund und eine Ursache geben!“, wow, erklärte Harry sehr eindringlich und schien sich wirklich mit der Materie bis ins kleinste Detail auseinandergesetzt zu haben. Hut ab, wo er recht hatte, so weit, musste ich zu meiner Schande gestehen, hatte ich es noch nie durchdacht.

„Ja, ich versteh, was du meinst. Peter muss sich in der Gruppe nicht so wohl gefühlt haben wie die anderen, wie lässt sich sonst sein Vertrauensbruch erklären?“

„Genau und das Schlimme ist, setzen sich Sirius und Remus mit dieser Vergangenheit eigentlich wirklich nicht auseinander? Waren sie so bösartig in ihren „Späßen“, dass sie sich selbst Freunde zu Feinden gemacht haben? Nachdem, was ich bei Snape gesehen habe und dem Rumgedrckse von gerade eben, tendiere ich zu meinem Leidwesen eher nicht zu ihren Gunsten“, bekannte Harry sehr bedrückt und stieß wiederholt ein tiefes, unglückliches Seufzen aus und sah mich deprimiert an.

„Ach, Harry, ich meine, ihr hattet ja nicht viel Zeit…“, insistierte ich, doch da unterbrach er mich unwirsch.

„Hermione, hör auf sie in Schutz zu nehmen, das sind erwachsene Männer, sollte man meinen und ich bin auch kein Säugling mehr, reicht es nicht, dass sie aus dieser Prophezeiungsgeschichte so einen Hickhack machen? Müssen die mich echt alle für blöde verkaufen? Ich bin unsagbar enttäuscht von Sirius. Ich dachte, er wäre der, der immer ehrlich zu mir ist, aber da ist ja Snape schonungslos offener! Was denken die sich? Dass das häppchenweise Herausfinden, woher man kommt und wer man ist, einfacher ist und mehr Spaß macht? Ich fühle mich so was von nicht ernstgenommen, oder bilde ich mir das nur ein?“, war er nun hochrot im Gesicht und wütete, die magische Spannung im Raum hatte eindeutig zugenommen und ich verstand ihn zutiefst.

„Nein, Harry! Ich gebe dir recht, man fühlt sich leicht verarscht, vor allem da es dein Leben ist und schlimm finde ich auch, dass man Snapes Erinnerungen wohl wirklich eine hundertprozentige Echtheit bescheinigen muss und den Blickwinkel mit Peter, der ist echt gut. Aber wie du sagst, wirft er kein positives Licht auf alles! Ich… es tut mir so leid für dich… was hast du dir überlegt?“, legte ich ihm beruhigend meine Hand auf seinen Arm, denn ich war sehr wohl besorgt um Harry.

„Ich denke, ich sollte erwachsen werden, nicht meine Eltern machen mich aus, sondern ich und die Entscheidungen, die ich treffe! Und ich finde es nicht gut, auf Unwissenheit zu treffen, ich will endlich alles wissen, nur wie? Tja, das überlege ich die ganze Zeit!“, hörte er sich in meinen Ohren verbittert an.

„Harry! Ich müsste dir so viel sagen und erzählen aber ich plane das alles zu den Sommerferien hin, wäre das für dich okay? Meine Erkenntnisse haben aber jetzt nichts mit den Maraudern oder dergleichen zu tun! Aber sie wären sehr interessant…“, drückte mich mein Gewissen sehr wohl, als ich unbehaglich zu ihm blinzelte. Dabei beobachtete er mich ganz genau, er legte sein struppiges Haupt schief.

„Klar, ich find es toll, dass du mir endlich sagen willst, was dich so sichtlich treibt, aber gut, ich kann warten… nur die andere Sache, da will ich nicht mehr warten. Ich übe und übe diese scheiß Okklumentik mit dir und mit Snape und es ist besser, aber immer sehe ich diese Scheißtür. Ich weiß, er zeigt mir das, bin ja nicht voll blöd, aber weißt du was? Allein nur um den anderen zu zeigen, dass ihr heimliches Getue nichts bringt, würde ich am liebsten freiwillig hingehen, das ist doch unmöglich…“, schüttelte er erregt den Kopf und barg diesen verzweifelt in seinen Händen, dass ihn das mitnahm glaubte ich ihm.

„… aber du, Hermione, ich find’s ja lieb von dir aber wie willst du mich in den Sommerferien informieren, ich hock doch eingesperrt bei meinen Verwandten?“, wandte er mit belegter Stimme ein und schien noch ein Stückchen trauriger zu werden.

„Du vertraust mir doch?“, fragte ich zaghaft.

„Immer!“, kam es sofort wie aus dem Zauberstab geschossen, was mir ein dankbares Lächeln entlockte.

„Das ist schön… eines Tages werde ich kommen, ja, zu den Muggel und dann musst du schnell sein, unter dem Tarnumhang und mir folgen und dann… dann erfährst du alles!“, versprach ich inbrünstig. Dabei klappte sein Mund auf und er starrte mich perplex an.

„Okay… jetzt machst du mir Angst, was hast du vor? Ich denke nicht, dass der Orden, Sirius oder Dumbledore das gerne sehen würden, wenn ich einfach abhaue!“, sah er mich eindringlich an. „Musst du immer so geheimnisvoll sein?“, stöhnte er frustriert und nach der Sache mit den hinter den Berg haltenden und lügenden „Erwachsenen“, wusste ich, Ehrlichkeit Harry gegenüber wäre elementar wichtig.

„Sorry, Harry, ja! Da bin ich mir sicher, aber da habe ich dann die Möglichkeiten, dich da rauszuholen und ich sehe keine Veranlassung, dass du die ganzen Ferien bei diesen grausamen Menschen ausharren sollst, da kannst du bei mir sinnvolleres mit deiner Zeit anfangen!“, zischte ich wütend und verengte meine Augen.

„Du regst dich gerade mächtig auf, aber ich versteh nur Bahnhof!“, sahen mich seine grünen Augen verständnislos an.

„Ich weiß, es tut mir ja auch leid, aber ich bring dich wo hin, wo du genauso geschützt bist, wie am Grimmauld Place, sorge dich nicht“, wiegelte ich ab und war dann doch etwas verstockt.

„Tue ich nicht! Wie gesagt, ich vertraue dir, wenn du kommst bin ich bereit, dann pack ich gar nicht aus!“, bot er vertrauensvoll an und ich war sehr berührt, als ich seinen Oberschenkel dankbar drückte.

„Tu das!“

„Du bist sauer!“, blickte er gekonnt hinter meine Maske.

„Ja, Harry, ich verstehe immer noch nicht, dass du dort elf Jahre ausharren musstest, aber vergiss es…“, schnaufte ich wie ein wütendes Pferd aus.

„Ich mag es, wenn du dich für mich so einsetzt? Danke! ... Was sagst du zu dem Abgang der Twins?“, wollte er wohl ablenken und ich nahm dankbar an.

„Beeindruckend!“, grinste ich ein teuflisches und sehr dreckiges Lächeln.

„Mehr nicht? Ich dachte, die Vertrauensschülerin Hermione wäre entrüstet. Die zwei haben gerade ihren Schulabschluss geschmissen, kurz vor Ende!“, zeigte er sich erstaunt, über meinen Zuspruch.

„Nein, es ist ihre Entscheidung und mal ehrlich, ich sehe sie nicht hinterm Schreibtisch, sie tun das was sie wollen!“, erklärte ich ein bisschen stolz.

„Wow, ich hätte nicht gedacht, dass du ihre Entscheidung so akzeptierst, erstaunt mich… aber versteh das jetzt nicht falsch… es erstaunt mich positiv!“, meinte er erschüttert und ich lachte rau auf.

„Harry, was denkst du denn von mir? Ich kann doch nicht über das Leben von anderen bestimmen und glaub mir, den Twins würde ich nie reinreden, die wissen selbst was für sie das Beste ist! Ich halte mich nicht für allwissend!“, entgegnete ich rasch und kicherte, während Harry mich mit so etwas wie neuem Erkennen in den smaragdgrünen Augen ansah.

„Da würden Ron und Lavender und ein paar andere was Gegenteiliges sagen!“, warf er ein.

„Das mit Sicherheit, aber bei Ron und Lav würde ich auch nicht zwingend voraussetzen, dass sie wissen, was für sie das Beste ist!“, gab ich geschickt kontra und Harry lachte kurz auf.

„Und bei mir?“, forschte er neugierig.

„Hmm, du bist auf einem guten Weg, wenn du bereit bist Ratschläge anzunehmen!“, schränkte ich ehrlich ein und strich mir eine verirrte Strähne hinter mein Ohr.

„Mhm, akzeptabel!“, meinte Harry abwägend und rieb sich seinen Nacken.

„Das freut mich, Harry, wirklich!“, strahlte ich ihn glücklich an.

„Sag mal, was anderes, woher kommt diese Sicherheit von dir, zu denken, du kennst die Twins so gut?“, wollte er dann noch wissen und blickte mich recht lauernd an, ich verzog die Mundwinkel, bevor ich mich durchrang etwas zu sagen:

„Das ist eines der Dinge, die du erst in den Ferien erfahren solltest, eines, wie du sagst, der Geheimnisse! Ich bin echt dicke mit den Twins, seit Jahren, mehr als mit Ron. Ich hab mich bei ihnen auch mit 1.000 Galleonen eingekauft, wie du! Schau nicht so, wir verstehen uns echt gut!“, bekannte ich mich nun zu den Red Devils und erntete einen fassungslosen Blick durch runde Brillengläser.

„Wow, aber warum, das versteh ich jetzt nicht, macht ihr da so ein Geheimnis draus? Ich mein, ich mag die Twins doch auch? Gut, dass ihr euch versteht ist jetzt leicht abwegig… duuuu und dann die zwei Chaoten, das passt jetzt nicht so… auf den ersten Blick zumindest!“, fragte er perplex nach, ich würde gespannt sein, wie Harry reagieren würde, wenn er von der Beziehung der Twins erfahren sollte. Denn ihn schien schon meine Freundschaft mit ihnen zu überrumpeln.

Es war so, ich wollte nicht für die Twins sprechen, dass sich unsere Freundschaft auf dem Zusammentreffen in der Verbotenen Abteilung, in der Erforschung dunkler Magie und dem Antreffen beim Sex gründete.

„Es obliegt leider nicht mir, dir dies zu sagen, das ist Sache der Twins und nicht meine, sorry, Harry!“, sagte ich entschuldigend und er sah mich mit großen Augen irritiert an.

„Ist es schlimm, ich meine, hast du noch mehr solcher… Offenbarungen?“, echote er sprachlos.

„Ja! Ja, habe ich, aber hier ist weder der richtige Ort noch die Zeit, wie gesagt, in den Ferien. Ich hole dich aus dem Ligusterweg, versprochen!“, lächelte ich aufmunternd und bat stumm um Verständnis, wissend, dass ich seine an sich kurze Geduld überstrapazierte.

„Da wirst du aber Ärger bekommen!“, warnte Harry und ich winkte ab, als er weiter sprach. „Nicht dass ich mich dagegen sträube, ich hau als erster ab!“, bekannte er ernst.

„Dann ist es ja gut, abgemacht!“, sagte ich entschlossen und dann sprach auch Harry schon weiter:

„Noch etwas anderes, die Twins haben mich auf was hingewiesen heute Morgen, da soll ein Mädchen auf mich stehen… ähm…! Die haben irgendwie überall die Finger mit drin!“, erkannte er klar und malträtierte seine Lippen unsanft, wirkte so herrlich schüchtern und nervös, stellt ihm den Dark Lord gegenüber und er zückt seinen Zauberstab, stellt ihm ein Mädchen gegenüber, das er mag und der Junge hier hat von Tuten und Blasen keine Ahnung mehr, zu süß!

„Das wäre nach der Enttäuschung durch Cho und der Erkenntnis, dass du für Ginny so nicht fühlst, doch nett!“, sprach ich ihm sofort gut zu.

„Mhm, wohl wahr, ja!“, murmelte er sehr leise, ich verstand ihn kaum.

„Was, gefällt sie dir nicht, oder was treibt dich?“, drang ich in ihn.

„Nein, das nicht. Ich finde sie sogar hübscher als Cho!“, war er schnell bei der Sache und seine Wangen verfärbten sich in einem saftigen Rot.

„Ohlala, was hindert dich dann?“

„Sie ist eine Slytherin!“, ratterte er schnell, sehr peinlich berührt herunter und ich lachte auf.

„Ja und, Harry? Was soll daran schlimm sein? Nur weil sie eine Schlange ist, … wenn sie nett ist?“, winkte ich lässig ab und zeigte mich tolerant.

„Aber vielleicht sind ihre Eltern Death Eater?“, wandte er besorgt ein und blickte mich zurückhaltend, fast schüchtern an.

„Du hast vorhin gerade selbst gesagt, dass dich nur deine Taten ausmachen und nicht die Taten deiner Eltern, Harry!“, rief ich ihm seine eigenen Worte etwas rüde ins Gedächtnis.

„Oh, du hast recht!“, lächelte er nun scheu und fuhr sich verschämt wieder in die Haare.

„Wenn sie dir gefällt, gefällst denn du ihr?“

„Weiß nicht, Fred meinte, sie schaut mich soooo an! Ich hab sie kurz angesehen und dann hat sie ganz schnell weggeschaut!“, zuckte er unbehaglich die Schultern.

„Aha, von wem reden wir eigentlich?“, wollte ich nun gespielt unwissend erfahren.

„Oh ja, sorry! Hab ich ganz vergessen, Greengrass, Daphne Greengrass!“, lief er schon wieder über und über rot an.

„Oh, die kleine Hübsche, ja, die ist sehr hübsch und so ganz anders als Parkinson und ihr Schatten Bullstrode!“

„Glaubst du, die wär was?“, fragte er hoffnungsfroh.

„Harry, allein die Frage ist unmöglich jetzt zu beantworten! Aber lass es halt auf dich zukommen, meinen Segen hast du!“, tätschelte ich seinen Arm freundlich und wir schwiegen kurz, bis Harry meinte:

„Danke! Ach, morgen fängt ja der Unterricht wieder an und dann ist auch noch das letzte Spiel mit Ron. Ravenclaw gegen uns!“, landete er sprunghaft beim nächsten Thema.

„Da denke ich, werden wir Ron aufbauen müssen, die Sperrstunde fängt gleich an. Komm, nicht dass wir Ärger bekommen, die Kröte dürfte die Demütigung nicht gut verkraften!“, eilten wir durch sumpfige, muffige Gänge zu unserem Gemeinschaftsraum, in dem es hoch her ging und die Twins wie Helden gefeiert wurden, die eine Schlacht gewonnen hatten.

Ab heute waren sie Legenden in Hogwarts!


Am nächsten Tag herrschte weiterhin ein chaotisches Treiben, da ein normaler Schulalltag, dank des Abschiedsspektakels der Twins und den bisher noch nicht beseitigten Sümpfen, die nur mit Stocherkähnen zu überqueren waren, nicht möglich war, es war eine fast nicht zu bewältigende Aufgabe, zu den Klassenräumen zu kommen.

Aber alle Professoren schienen es mit unerwarteter Langmut zu ertragen, dass diese Hindernisse ihren Schülern im Weg waren und so kämpften wir drei uns wacker durch Hogwarts, was dem Irrlauf durch ein Moor glich.

Es stank von Stunde zu Stunde bestialischer und viele Schüler spielten versteckt weiter Aktionen, mit denen sie Umbridge weiter Richtung Wahnsinn trieben, denn diese kam mit ihren Aufsichts- und Kontrollmaßnahmen nicht hinterher. Man sah sie nur völlig kopflos durch die Gegend sausen. Von einem Ende zum anderen.

Peeves nahm seinen Auftrag, den er von den Red Devils erhalten hatte, extrem ernst und begleitete, wie ein widerborstiger Schatten, die Kröte auf Schritt und Tritt und machte dieser ihr Dasein wahrlich zur Hölle, mit seiner enervierenden, unnachgiebigen Art.

Da Ron über die Kaltschnäuzigkeit seiner Brüder immer noch entsetzt war, und sich fragte, was Molly dazu sagen würde, dass ihre Kinder die Schule geschmissen hatten und woher die das Geld für ein Geschäft in der Diagon Alley hatten, gestand Harry ihm am Morgen, den beiden damals das Turniergeld geschenkt zu haben.

Dies ließ Ron mit ungläubig offenem Mund zurück und er stotterte ab diesem Moment den Rest des Schultages nur noch, ein sehr erheiterndes Bild. Als er sich dann doch wieder fing, meinte Ron, Harry solle sich vor seiner Mum in Sicherheit bringen, sollte diese jemals erfahren, dass er ihnen durch sein Geld die Möglichkeit geboten hatte, die Schule vorzeitig abzubrechen. Da stimmte ich Ron von Herzen zu, es wäre für unser aller Nervenkostüm besser, wenn sie es nie herausfand.

Mein Glück war mir hold, dachte ich ironisch und so war die letzte Stunde vor dem Mittagessen und damit die letzte des Tages, Zaubertränke, ja nicht wahr, das war doch wahrhaftig keine Überraschung.

Danach würde dann gleich das Quidditchspiel mit Ron stattfinden und so begannen wir den heiklen und langwierigen Abstieg in die Kerker des Schlosses. Und wir schafften es mit Müh und Not rechtzeitig, bevor die große, hölzerne Tür mit einem lauten, endgültigen Knall schloss und ich die Luft kurz anhielt, um dann das gleichgültigste und unbeteiligtste Gesicht zu zeigen, dessen ich fähig war.

Denn nun war es so weit, ich sah ihn kalt an, nahm meinen Stammplatz vorne in der ersten Reihe ein und spürte Dracos Blick, erwiderte diesen kurz und bemerkte das zufriedene Funkeln in seinen Augen, als er meine perfekte Maske sah, die eines Malfoys würdig wäre und so zierte ein leichtes, befriedigtes Lächeln seine ebenmäßigen Lippen.

Der Professor weigerte sich strikt, einen Blick in meine Richtung zu tun. Ich hatte ihm den ein oder anderen kalkulierenden Blick unter meinen gesenkten Lidern hervor zugeworfen, aber immer versperrten seine schwarzen, langen Haare die Sicht, da er es bevorzugte, zu korrigieren, während wir in stiller, ängstlicher Ruhe unseren Trank brauten.

Er dachte wohl, er könnte es sich einfach machen und mich ignorieren, aber ich kochte und dies nahm mit seiner schneidenden Art zu, mich so zu missachten, dachte wohl, wenn er mich nicht ansah könnte er es ungeschehen machen, aber ich würde ihm schon zeigen, dass ich das nicht auf mir sitzen lassen würde, nicht in diesem Leben!

Als die Glocke das erlösende Ende dieser endlos erscheinenden Stunde verkündete, rannten alle schnell aus dem Klassenraum, da es jetzt hieß, sich fürs Quidditch fertig zu machen und dann Mittagessen, bevor das Spiel begann, auch ich stürmte eilig aus dem Raum und bremste dann ab.

„Hermione, komm, was ist denn?“, meinte Ron ungeduldig und hielt auch neben mir an.

„Ich hab mein Buch liegen lassen!“, meinte ich entschuldigend und schlug mir gespielt auf die Stirn.

„Ach, nee…!“, kam der erwartete, sehr genervte Ausruf.

„Geht schon vor, Jungs, ich komm gleich nach, bis dann!“, kam es jovial von mir und die beiden nahmen ihre Beine in die Hand und sausten davon, ich straffte meinen Körper und wurde sehr gerade. Ich war nicht ganz dicht, mich ihm jetzt zu nähern und zu stellen, aber wie sagte ich so schön, ich liebte es, zu spielen.

Und so stand ich in der offenen Tür und beobachtete, wie er an seinem großen, wuchtigen Schreibtisch, in diesem doch relativ dunklen Gewölberaum saß und aufgehört hatte zu schreiben und die Feder abgelegt hatte. Nun hatte er sein Gesicht in den Händen vergraben, dieser so unbeugsame Mann saß hier und versteckte sich, wie es aussah, unter seinen Haaren, die wie ein Schleier vor sein markantes Antlitz fielen.

Als ich auf den sonst so aufrechten Snape starrte - was fühlte ich in meinem Herzen? - verschränkte ich die Arme über meiner tristen Schuluniform und legte den Kopf überlegend schief, nichts! Erschreckend, aber wahr. Er tat mir nicht leid, auch wenn ich stark vermutete, den Grund für seine gebeugte Haltung zu kennen.

Aber ich fühlte eher eine teuflische Freude darüber, ihn in einer angeschlagenen Minute zu erwischen, um ihm noch mehr das von mir gewetzte Messer in den Leib zu stoßen und so grinste ich fies, denn in meinen Gedanken sah ich immer wieder seine bösartige Tat und wie skrupellos er zu mir gewesen war, als ich auf leisen Sohlen vorwärts schlich.

Ich erkannte in dem Moment als er mich bemerkte, nicht direkt mich erkannte, sondern eher instinktiv spürte, dass er nicht mehr alleine war, dass sich seine in schweren Stoff gehüllten Schultern strafften und er rasch die Hände senkte, um dann ruckartig sein Haupt zu heben und mich mit einem stechenden Blick zu durchbohren.

Ich sah, dass seine schwarze Iris kurz flackerte, als er mich endlich erkannte und wahrnahm. Ich stand nun direkt neben ihm an seinem Schreibtisch. Er stieß sich an der Kante ab und richtete sich in seinem Stuhl auf und sah erhaben zu mir auf, mit einem gehässigen Ausdruck in den Mundwinkeln. So wirkte es als würde er nicht vor mir sitzen und hätte wieder das Zepter in der Hand.

„Was wollen Sie, Miss Granger?“, schnarrte er in typisch höhnischer, öliger Snapemanier und blickte mich verachtend an.

Ich ließ mich nicht von seinem Gebaren oder seinen abwägenden Gesten einschüchtern, sondern reckte mein Kinn nur stolzer in die Höhe und er zeigte Ungeduld in seiner Mimik, da ich nicht sofort antwortete.

Ich registrierte, wie er ansetzte wieder etwas Giftiges zu sagen und kam ihm zuvor:

„Sie schulden mir was, Professor!“, sprach ich sehr akzentuiert, dabei konnte ich mitverfolgen, wie meine eisige Forderung bei ihm ankam, da sich seine Pupillen, trotz aller Masken, erstaunt weiteten. Ich konnte richtig sehen, dass es bei ihm ratterte, was ich meinen könnte, aber er ließ sich nicht herab zu fragen.

„Sie haben mich nicht bezahlt!“, spuckte ich kalt, da fuhr ich mit meinen Händen an meinen Seiten schroff nach unten um zu unterstreichen, dass er meinen Körper besessen hatte.

Ich erlebte, wie sich sein Mund zu einem wütenden Strich verkniff und er mich wieder mit dieser Wildheit im Blick betrachtete, die so viel über den sonst so gefühlskalten Mann aussagte. Ich trieb ihn mal wieder an seine Grenzen, nur heute würde ich mich wehren.

„Hat Ihr Verstand gelitten, Miss Granger?“, schnarrte er kalt und verschränkte die Arme, um sich wohl gewaltsam daran zu hindern, mir den Hals umzudrehen, was mir ein hämisches Lächeln aufs Gesicht zauberte und ihn mich noch skeptischer anschauen ließ.

„Nicht mehr als gewöhnlich, Sir. Ich würde ihn als gestochen scharf beschreiben, aber nun im Ernst, Sie hatten Ihren Spaß und das zweimal und hey, man kann nicht sagen, dass Sie nicht kamen!“, spie ich höhnisch.

„Miss Granger, Sie vergessen sich!“, tadelte er scharf.

„Sie haben anscheinend vergessen, für meine Dienste zu zahlen, Sir!“, provozierte ich weiter, nun knarzte sein Stuhl über den rauen Steinboden. Als er sich schnell aufrichtete und sich zur vollen Größe erhob, fiel der Stuhl polternd um und landete mit einem lauten Bumm in dem ansonsten stillen Raum.

Er trat einen drohenden Schritt nach vorne, ich hatte dies erwartet und trat einen zurück.

„Sie scheinen sich erstaunlich gut erholt zu haben, wenn Sie heute schon wieder so unverforen sind, habe ich Ihnen Ihren vorlauten Mund nicht zur Genüge gestopft? Sie können mich nicht reizen!“, hisste er sehr frostig und über meinen Körper zog sich eine Gänsehaut, bei den Erinnerungen, wie er mich gedemütigt hatte aber gleichzeitig entbrannte auch mein Widerstand zu einer Feuersbrunst.

Kann ich nicht? Doch Sir, ich denke ich schaffe das!

„Tja, vielleicht waren Sie nicht annähernd so gut wie von Ihnen erhofft? Und ich denke schon, dass ich Sie reize!“, kam es frech und dreist von mir, was mich ritt? Rache, warum ich mir die Finger verbrennen wollte?

Tja, mein hirnrissiger Stolz. Ich sah direkt, wie ich es sekündlich schaffte ihn zur Weißglut zu treiben. Seine mühsam aufrecht erhaltene Beherrschung, nachdem ich ihn eh so angreifbar aufgefunden hatte, nahm immer weiter ab und ich reizte ihn bis aufs Blut. Er stürzte vor und ich wich weiter zurück, mir meiner Flucht sicher, die Tür war ja offen, damit ich schnell verschwinden konnte.

Ich spürte, wie mein Rücken auf Holz traf und runzelte irritiert die Stirn, aber als ich sein kaltes Raubtiergrinsen gewahrte, wusste ich, er hatte die Tür lautlos mit Magie verschlossen. Tja, selbst schuld, man sollte seinen Fluchtweg halt nicht aus den Augen lassen, ärgerte ich mich schrecklich über meine eigene Dummheit. Ich war so verblendet in meiner Rachsucht gewesen, dass ich dieses elementare Grundwissen großzügig übersehen hatte.

Und schon war er da, legte beide Hände neben meinen Kopf, schenkte mir diesen grobsinnlichen Blick und ich zwang mich, seinem Blick stoisch und ruhig zu begegnen. Nur keine Gefühle oder Nervosität zeigen.

„Sie dummes Mädchen wollen es wohl auf die Spitze treiben, hat Ihnen das letztens nicht gereicht?“, raunte er mir klirrend kalt ins Gesicht und ich überlegte knallhart kalkulierend, wie ich ihn aus dem Konzept bringen konnte.

Ihm mein Knie, wie schon einmal, in die Weichteile zu rammen, wäre sehr befriedigend, wie ich innerlich befand. Das Doofe war nur, darauf wartete er und so tat ich das Einzige, von dem ich hoffte, dass es ihn überrumpelte. Ich überwand die kurze Distanz unserer Lippen, presste meinen Mund auf seinen wütenden Strich und leckte mit meiner Zungenspitze darüber. Sofort löste er sich mit einem brüsken Stoß von mir und riss sich zurück, gab mir so wieder Raum.

„Was fällt Ihnen ein?“, zischte er aufgebracht und war anscheinend tatsächlich fassungslos über meine Tat und ich leckte mir doch tatsächlich aufreizend mit der Zungenspitze über meine Lippen, fesselte damit seinen Blick.

Ich trat an die Türklinke, drückte diese herunter und blickte ihn wieder fokussierend an.

„Was mir einfällt? ... Nun, ich wollte Ihnen nur zeigen, was Draco immer haben kann…, Sir!“, hisste ich nun, schenkte ihm einen hämischen Blick und ging, drehte mich nicht um, ging ohne einen Blick zurück und es hatte gut getan, diesen kurzen, stechenden Blick zu erleben, als ich dies sagte und so begab ich mich etwas befriedigter zum Quidditchfeld.


Zuletzt von queenie am Fr Mai 10, 2013 9:22 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Kapitel 84-85 Empty
BeitragThema: Schlag auf Schlag   Kapitel 84-85 EmptyDo Feb 09, 2012 2:32 am

Schlag auf Schlag


Ich kam nach meiner unvergesslichen Auseinandersetzung mit Snape natürlich zu spät, unser kleines Intermezzo hatte doch länger gedauert, als ich erwartet hatte.

Ich schmunzelte, wenn ich an sein perplexes Gesicht dachte als er vor mir zurückgeschreckt war, da war seine Maske eindeutig verrutscht. Ich genoss es und wusste, ich konnte von diesem Mann einfach nicht die Finger lassen. Es reizte mich, ihn zu ärgern und mein Stolz ließ es nicht zu, ihn denken zu lassen, er könnte sich mir geistig aufzwingen, da erwachte so was von mein Widerstandsgeist und mein Kampfwille und es gefiel mir, mit ihm die Klingen zu kreuzen. Angst hatte ich keine und auch seine versteckte Drohung, das Geschehene zu wiederholen, schreckte mich nicht, da ich nun sagen konnte; und wenn schon. Ich hatte es einmal ertragen und stand nun hocherhobenen Hauptes hier, das würde jedes Mal wieder so passieren, ja, mein lieber Snape, da würdest du dir was anderes einfallen lassen müssen, um mich noch aus der Reserve zu locken.

Und so erreichte ich leicht gehetzt das Spiel und setzte mich neben Harry auf die überlaufene und überfüllte Tribüne von Gryffindor. Er hob zwar fragend die Braue, aber ich schüttelte nur den Kopf und er zuckte die Schultern. Wir sahen, wie Ron das erste Tor von Ravenclaw kassierte und Harry versuchte, seine Mimik nicht zu ändern und die Enttäuschung herauszuhalten, als uns etwas an unseren Schultern berührte und wir drehten uns um, auf dass wir in Hagrids, seit diesem Jahr in allen Farben des Regenbogens erstrahlendes, Gesicht blickten.

Er sah schrecklich aus, in seinem dicken, grauen, borstigen Mantel und mit den strohigen, rauen, braunen mit einzelnen, weißen Strähnen durchzogenen Haaren und dem buschigen, das halbe Gesicht verdeckenden Bart, wirkte er wie etwas sehr Gefährliches und Böses. Und nicht wie der gutmütige, leicht schusselige Hagrid, der er war.

Er bedeutete uns, ihm unauffällig zu folgen und wir warfen Ron, der auf seinem Besen tapfer darum kämpfte, keinen Quaffel durch sein Tor zu lassen, einen letzten, unsicheren Blick zu und stiegen die Treppen der luftig hohen Tribüne hinab.

Wir gingen zügig und schweigend auf den Verbotenen Wald zu. Und in Anbetracht dessen, dass der Wald verboten war, hielt ich mich ganz schön oft in ihm auf, schoss es mir erheitert in den Sinn. Wir, Harry und ich, folgten Hagrid über den steinigen und durch Wurzeln schwer zugänglichen Weg immer weiter, immer tiefer in den, trotz der Sonnenstrahlen, sehr diffus erscheinenden Wald.

Er begann, als wir die Grenze des Waldes hinter uns gelassen hatten und nun vor Lauschern keine Angst mehr haben mussten, zu erzählen, wie er Firenze vor seiner Herde rettete, weil diese ihn als „Verräter“ fast zu Tode getrampelt hätten.

Wir zeigten uns zutiefst bestürzt über die unnachgiebige Art der Zentauren, als er weiter ausführte:

„Ich brauche eure Hilfe, wisst ihr? Ich werde sicher bald gefeuert.“ Diese Einsicht seinerseits ließ uns schicksalsergeben nicken. Wir waren so schon erstaunt, dass er so lange durchgehalten hatte.

Er meinte traurig: „Die Umbridge hängt mir das mit den Nifflern an. Sie hat ein paar Mal welche in ihrem Büro gefunden und meint nun, ich wär das gewesen.“

Niffler waren wirklich tolle Tiere. Kleine, flaumige, schwarze Wühltiere mit langen Schnauzen, spartenartigen Vorderpfoten, die an einen Maulwurf erinnerten. Sehr putzig, aber auch nervige Biester. Denn sie konnten absolut nicht aufhören zu graben, da waren sie mit Begeisterung dabei und brachten sogar ganze Häuser zum Einsturz. Wir wussten, Hagrid hatte ihr die Niffler nicht untergeschoben, sondern Schüler aller Häuser. Immer mal wieder einen, da die Gute mit ihrem ganzen glitzernden Nippes das perfekte Opfer dieser Tierchen und ihr entsetzliches Gekreische einfach zu herrlich war, wenn es durch die Gänge Hogwarts hallte.

„Was immer es ist, Hagrid, du kannst auf unsere Hilfe zählen!“, sprach Harry voreilig und mir gingen die Augen über, ich überlegte seitdem ernsthaft, ihn zu würgen und seinen Schädel dabei ab und zu an einen Baum zu schlagen, damit mal Leben in die eindeutig toten Hirnzellen kam. Denn das, was da auf uns zukam, konnte, so wie ich Hagrid kannte, nicht gut sein, wenn es so weit in dem magischen Wald verborgen war.

Wir liefen immer weiter, so tief war bisher bei meinen Ausflügen noch nicht einmal ich vorgedrungen, der Wald wurde noch dunkler, fast kein Lichtstrahl schaffte es noch durch das dichte Geäst. Wenn ich mich bei so einer bedeutungsschwangeren Atmosphäre ängstigen würde, wäre jetzt der ideale Zeitpunkt, nur das tat ich nicht, ich sah eher mit leuchtenden Augen durch die Gegend, da ich, wie gesagt, diesen Teil des Waldes noch nicht kannte und somit hatte ich schon einige interessante Pflanzen und auch kleine Tierwesen entdeckt, die mein reges Interesse weckten.

Nun erzählte Hagrid, warum er so lange am Anfang des Jahres gebraucht hatte um zurückzukehren und woher er seine Verletzungen hatte. Mich traf fast der Hirnschlag, als er zugab einen Riesen mitgebracht zu haben. Der Riese hatte gar nicht mit ihm kommen wollen und er präsentierte uns diesen stolz als seinen Halbbruder, als wir auf eine kleine Lichtung kamen und dort einen etwa fünf Meter großen, oder wohl für einen Riesen klein geratenen, Mann erblickten. Sein Anblick war abstoßend und selbst mir glitt der Mund über Hagrids Beschränktheit weit auf, Entschuldigung! Das musste mal gesagt werden, der hatte gar nicht mitkommen wollen und das sah man Hagrids Gesicht auch deutlich an.

„Hagrid, wie konntest du, was soll das?“, fuhr ich ihn aufgebracht an.

Dieser erklärte sich in seiner gewohnt einfältigen Art: „Och, Hermione, die anderen Riesen haben Grawp wegen seiner Größe gehänselt. Er ist doch ein Riese und trotzdem so klein, weißt du. Sie haben ihn schikaniert. Und er ist halt mein Bruder, das musst du doch verstehen.“

Hagrid sah uns traurig, bittend an. Das war Hagrids weltbewegender Grund, einen nicht zu kontrollierenden Riesen in den Verbotenen Wald gebracht zu haben? Dachte Hagrid auch nach, oder war sein großer Kopf nur schmückendes, unnützes Beiwerk?

Grawp war einfach hässlich, schockierend hässlich und hatte einen überproportional großen, kugelrunden Kopf, auf dem, neben seinen grünen Locken, ein einzelnes Ohr saß. Hilfe, Riesen waren echt nicht schön, seine schlammfarbenen Augen waren extrem klein. Er holte erbärmlich schwer und laut durch seine platte und unförmige Nase Luft. Sein Mund war schief und wenn er diesen öffnete um unverständliche Laute auszustoßen, sah man seine wenigen Zähne, die einfach ekelerregend waren, sie waren gelblich und einfach grotesk, riesengroß und schief in seinem Mund.

Ich, wir konnten ihn nur geschockt anstarren, wie kam Hagrid auf solche abstruse Ideen? Und Harry, dieser Idiot, hatte schon zugesagt. Ich funkelte ihn wütend an und er kratzte sich verlegen am Kopf, dabei zuckte er zu mir entschuldigend mit den Schultern. Er erkannte wohl sein übereiltes Handeln.

„Hagrid!“, rief ich aufgebracht. „Du kannst doch keinen Riesen im Wald ansiedeln!“

Er meinte dann entschuldigend und auch stolz: „Der Kleine bemüht sich doch schon, sich einzuleben und er kann sogar schon ein paar Worte und sogar seine Manieren haben sich gebessert!“

Ich fuchtelte aufgebracht vor meinem Gesicht herum und rief: „Und was denkst du, macht er mit uns? Sollen wir uns so zu Brei hauen lassen, wie du dir dein Gesicht?“, Seine Platzwunden, Blutergrüße und andere Verletzungen, die er als harmlos bezeichnete, hatten wir ja noch sehr gut vor Augen.

Da rief er auch schon seinen Bruder zu sich und machte auf uns aufmerksam, stellte uns als Harry und „Hermi“ vor, ich war kurz davor im Kreis zu hüpfen und bemerkte aus den Augenwinkeln, dass sich Harry gerade gefährlich ein Lachen verbiss und unterdrückt erbebte, sehr witzig! Sein Name wurde ja nicht verunglimpft.

Als Grawp uns, diese winzigen Besucher, bemerkte, setzte er sich urplötzlich in Bewegung und es war als würde eine Dampfwalze auf uns zu walzen und wir nahmen unsere Beine in die Hand und brachten uns hinter dem Stamm eines besonders dicken und großen Baumes in Sicherheit, während Hagrid versuchte, die überschäumende Freude seines Bruders du dämpfen.

Als dieser dann auf dem Boden saß, wurden wir ihm nochmal vorgestellt und die Sabberfäden flossen ihm dabei aus seinem nur halbgeschlossenen Mund. Ich verzog schmerzlich angeekelt mein Gesicht, Göttchen, tat ich mir leid. So gingen wir nach ein paar Minuten des Anstarrens und machten uns völlig fassungslos auf den Heimweg. Wir konnten über Hagrids Bitte nur den Kopf schütteln, wie sollten wir diesen Riesen kontrollieren? Und ich hätte mich am liebsten bei Harry bedankt, in dem ich ihm eine geknallt hätte, voreilig, viel zu voreilig.

Wir gingen immer noch durch den Wald, als wir lautes Hufgetrappel hinter uns hören konnten. Der Waldboden vibrierte leicht unter unseren Füßen, als wir bemerkten, dass wir urplötzlich umzingelt waren und Hagrid leicht unruhig wurde, als sichtbar wurde, dass eine große Gruppe von Zentauren uns umstellt hatte. Ihre Waffen hielten sie drohend im Anschlag und zielten damit auf uns. Mit ihren Bögen und Pfeilen vermittelten sie einen wilden, ungebärdigen Eindruck.

Ich blieb ganz ruhig, denn ich fand diese Halbpferde immer wieder beeindruckend, sie in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten war spannend, als ein brünetter, langhaariger Mann mit einem kastanienbraunen Pferdekörper aus der Reihe vortrat und begann, Hagrid ruhig, aber respektgebietend in seiner ganzen Haltung entgegenzutreten.

„Hagrid, du weißt, dass du, nachdem du dich in unsere Angelegenheiten eingemischt hast, nicht mehr in „unserem“ Wald willkommen bist. Wir werden ab jetzt alle Menschen angreifen, die hier eindringen! Wir werden heute nochmal eine Ausnahme machen, da du Fohlen dabei hast, aber denke daran, dies gilt nur für heute!“, verkündete dieser hochtrabend.

„Magorian, ich bitte dich…“, meinte Hagrid begütigend, wurde aber wütend von einem wild aussehenden, schwarzen Zentaur mit Rappenkörper brüsk unterbrochen, der anscheinend sein hitziges Temperament nur schwer unterdrücken konnte, da er immer wieder aufstieg und mit seinen Hufen scharrte.

„Du hast gar nichts zu bitten, Hagrid! Hast du uns nicht auch diesen riesigen Eindringling vor die Nase gesetzt, nach dem Gesetz müssten wir viel härtere Maßnahmen…“, ätzte dieser Zentaur böse.

„Schweig still, Bane, noch bin immer noch ich der Herdenführer… und nun sage ich, geht und kehrt nicht mehr wieder!“, beschied Magorian bestimmt, wandte sich entschlossen ab und trabte von dannen. Während Bane zornig schnaubte wie ein wütendes Pferd, das er war, danach galoppierte er rasch davon, auf dass die Erde unter seinen wütend gesetzten Hufschritten aufwirbelte und hoch durch die Luft flog.

„Wow, Hagrid, die sind wohl nicht wirklich gut auf dich zu sprechen!“, meinte Harry sehr trocken, war aber erstaunlich ruhig geblieben, während der Bedrohung durch die Herde.

Aber auch ich, da ich durch das Wissen aus meinen so heiß geliebten Büchern wusste, dass wir beide nicht wirklich in Gefahr gewesen waren und hatte dabei auch gleich vorsorglich den Zauberstab stecken lassen, denn reizen wollte ich die Herde lieber nicht. Aber beeindruckend waren diese Mischwesen schon. Ich könnte die Schönheit ihrer Körper stundenlang betrachten, der Übergang des menschlichen Oberkörpers in den stämmigen Unterkörper des Pferdes war faszinierend.

Wir konnten miterleben, wie Hagrid der davonreitenden Herde mit einem traurigen und wehmütigen Blick hinterher sah und sich dann seufzend abwandte und nur noch meinte, es wären halt schwierige Zeiten, so ganz ohne Dumbledore, was mich verstimmt den Mund zusammenpressen ließ, dass Hagrid aber auch Dumbledore so hörig sein musste.

Schon am Waldrand, wo wir uns trennten und Hagrid deprimiert zu seiner Hütte schlurfte, konnten wir ausmachen, dass das Quidditchspiel zu Ende war und rechneten mit dem Schlimmsten. Aber als wir uns näherten vernahmen wir, dass wir, die Gryffindors, sangen und sie hatten das Spottlied, das sich die Slytherins hatten einfallen lassen um Ron zu verhöhnen, umgedichtet und feierten Ron frenetisch. Was bei Harry, trotz der tiefen Sorge in seinen Augen, ein freudestrahlendes Lächeln auf seine Züge zauberte.

Als wir uns schlussendlich nach dem langen Spaziergang sehr hungrig zum Abendessen begaben und sich die Gryffindors selig in den siegestrunkenen Armen lagen, wurden Harry und ich von einigen gefragt, wo wir gewesen waren. Wir flüchteten uns in unsere Lüge, dass auch wir mal die Gunst der Stunde für Zweisamkeit nutzen mussten und dass dies somit privat sei.

Was waren wir doch für Lügner, aber besser als zuzugeben, dass wir im Wald auf einen zu kleinen, aber noch immer viel zu großen Riesen und eine wütende Zentaurenherde gestoßen waren und somit wieder einmal die Schulregeln gebrochen hatten. Harry beeindruckte mich von Tag zu Tag mehr, ich war so stolz, wie er inzwischen log ohne rot zu werden, das war doch mal der richtige Weg.

Kurz bevor wir uns zurückzogen, raunte mir Harry zu, dass er morgen in Ruhe Ron von Grawp, er sprach den Namen sehr verzagt aus, erzählen würde und ich nickte dankbar.


Als wir im Verlauf des nächsten Tages die Flure, die immer noch eher Mooren glichen, entlanggingen und dies sich immer mehr zu einem Slalomlauf entwickelte, flüsterte mir Harry zu, dass er Ron noch nichts erzählt habe, da dieser noch immer ganz benommen sei von seinem Erfolg und er ihm nicht die Stimmung mit dieser doch schockierenden Eröffnung verderben wolle.

Ja, Unwissenheit konnte so schön und auch erstrebenswert sein!

„Na, dann hoffe ich, dass er, wenn gleich die Beratungsgespräche stattfinden, wieder zu sich findet, sonst hat die Kröte gleich was um an ihm rumzumeckern!“, hörte mir nur Harry zu, denn Ron zeigte eine wahrlich nicht anwesende Mimik und wirkte sehr verklärt.

Ich drehte mich um und bemerkte, dass Daphne alleine an einem Sumpf im hinteren Teil des Ganges verzweifelt kämpfte, da sie mit ihrem Fuß am Rand eingesunken war und krampfhaft versuchte freizukommen, sie aber anscheinend gestolpert war und dabei ihre Tasche, in der wohl ihr Stab war, verloren hatte und diese war weit von ihr weggerutscht.

Leute, wie konnte man so nachlässig mit seinen Verteidigungswaffen sein? Dies fragte ich mich dann doch mal verzweifelt. Aber ich wollte diese Chance für Harry nicht ungenützt verstreichen lassen, die Twins würden mich lynchen, sollten sie erfahren, dass ich solche Begebenheiten nicht ausnützte. Sie war alleine, ohne Anhang, also der perfekte Moment und so zupfte ich Harry an seinem Umhang.

„Pssst“, meinte ich leise und zeigte in die andere Richtung, zum Ende des langen Flurs und konnte erkennen, dass er rasch verstand, wer da in Not war und genau wie ich erwartete, erwachte der Ritter in ihm, welcher der holden Maid zur Hilfe eilte.

Ich sah ihn auffordernd an, doch er warf Rons Rücken einen zweifelnden Blick zu und ich nickte verstehend, trat neben Ron, hakte mich bei unserem Quidditchhelden ein und bat:

„Ron, könntest du mir auf dem Weg noch einmal ganz genau erzählen, wie der Knoten bei dir geplatzt ist und du den ersten Quaffel so erfolgreich abgewehrt hast?“, und schon war die Mission erfüllt und ich machte in Rons Rücken eine wegscheuchende Geste zu unserem Retter, der, als Ron und ich die Treppen herabstiegen, schon zu Daphne geeilt war und ihr ritterlich half, was mich befriedigt lächeln ließ, ich war gespannt, wie sich das entwickelte.

Ich konnte noch beobachten, wie er ihr galant die Hand reichte und sie ihn mit überwältigtem und sehr überrumpeltem Gesicht vom Boden aus ansah und dann…, dann war leider die blöde Wand dazwischen.

Und Ron legte inbrünstig los und erzählte mir das ganze Spiel, in aller Ausführlichkeit und ich dachte mir gerade die Strafe für Harry aus, wenn er wieder auftauchte, dass ich so etwas für ihn auf mich nahm. Mann, da hüpfte ich doch glatt lieber mit Snape in die Kiste, das war wenigstens nicht langweilig, da bevorzugte ich doch auch den dazugehörigen Schmerz.

Als ich daran dachte, während Ron von seiner Heldentat schwärmte, wie ich gestern wieder Snape gereizt hatte, grinste ich leicht wenn ich an seine zusammengesunkene Gestalt dachte, ich setzte dem Guten ganz schön zu und das Einzige was ich fühlte war Befriedigung.

Als Harry dann mit leicht roten Ohren beim Mittagessen erschien.

„Und wie war´s, hast du sie retten können?“, fragte ich leutselig und gutgelaunt aber sehr leise.

„Ja und ich war gar nicht so bescheuert wie sonst, ich konnte reden!“, zierte ein fettes Grinsen sein Gesicht und seine Augen funkelten strahlend.

„Harry, du warst unserer Sprache schon immer mächtig!“, wandte ich nüchtern ein und nahm einen Löffel der Suppe.

„Nein, so meinte ich das gar nicht, Hermione, sie hat wirklich Hilfe gebraucht und da ging es mir ganz leicht und natürlich von der Hand, ihr zu helfen und mit ihr zu reden, wenn ich so versucht hätte sie anzusprechen, wie damals Cho, hätte ich das bestimmt wieder verbockt!“, erkannte er klar und richtig seine Defizite. Respekt, Mister Potter, gratulierte ich ihm stumm zu seiner Selbsteinschätzung.

„Du bist halt der typische Retter, ist bestimmt ein Syndrom!“, zog ich ihn auf und lachte laut.

„Ähm, von was redet ihr? ... Ach, auch egal… Harry, Dean wollte, dass ich ihm das Fall-Manöver nochmal vormache, denkst du, wir können heute Abend auf das Feld, wie lange meinst du gehen die Gespräche?“, wollte ein wichtiger und aufgeregter Ron wissen.

„Ähm, ich denk, nicht lang, ich hab jetzt gleich, Hermione auch und du gleich nach mir, soweit ich mich an den Plan erinnere, den du mir heut in der Früh gezeigt hast!“, schaute Harry ihn scharf nachdenkend an.

„War alles richtig, Harry!“, meinte ich zu ihm, trank einen Schluck Wasser und nahm noch einen Happen von meiner Suppe, während sich alles ganz wunderbar entwickelte.

Und so gingen wir im großen Pulk zu den Zimmern, die für die Interviews vorbereitet worden waren und ich fragte Harry weiter aus:

„Da wir ja so nett von Ron unterbrochen worden sind, wie ist die Kleine? Warum war sie alleine, die Schlangen haben doch sonst immer so einen Sammeltrieb?“, hakte ich mich nun bei ihm auf der linken Seite unter.

„Oh, sie hatte noch was in der Bücherei nachgeschlagen und die anderen wollten nicht warten, typisch Slytherin eben, aber sie ist nett, schüchtern und scheu, aber nicht so verschämt wie Cho und bei weitem nicht so aggressiv wie Ginny. Sie war zuerst total überrascht, dass ich ihr helfen wollte, hat dann aber meine Hand ohne Berührungsängste genommen und mir dabei ein nettes Lächeln geschenkt. Ich meine, ich bin Potter! Harry Potter, die hassen mich alle und sie lächelt und fasst mich an! Sie meinte, sie würde sich freuen…“, hauchte er fassungslos und drehte seine rechte helfende Hand im Licht.

„Also hat dir der erste Kontakt gefallen?“, forschte ich.

„Ja, unglaublich, aber wahr. Sie ist süß, so nah noch viel hübscher!“, ich lachte schallend und klopfte auf sein Herz „Na, klopft das da schneller oder hier?“, und legte meine Hand auf seinen Bauch.

„Verrats keinem aber ich glaub, beides!“, lächelte er schüchtern. Die tiefschwarzen Augen, die uns aus der Dunkelheit eines verborgenen Ganges beobachteten, bemerkte ich nicht, auch nicht wie diese sich ärgerlich verengten, als ich Harrys Körper so vertraut berührte.

Als wir auch schon in unsere Kabinen traten und ich mich Flitwick gegenübersah und ich ihm vorspielte, über eine Karriere im Ministerium oder als Heilerin nachzudenken, dank Snape fühlte ich, die Lüge überzeugend verkaufen zu können. Wobei mir zu meinem Erstaunen Flitwick vom Heilen abriet und er meinte, mein analytischer, strategischer Verstand wäre in der Politik besser aufgehoben, da er dachte, ich würde nicht die Geduld und das Mitgefühl für meine Patienten über lange Zeit aufrechterhalten können. Ich dachte, ich würde mich gleich wegschmeißen vor Lachen. Ich meine, der kleine Professor war gut und so gewitzt und hatte wohl ein bisschen hinter meine Fassade gesehen, Hut ab, das hatte bis jetzt nicht einmal McGonagall geschafft.

So verließ ich erheitert das Berufsvorbereitungsgespräch und gesellte mich zu Ron, der darauf wartete, seinen Platz mit Harry zu tauschen, bei dem es anscheinend länger dauerte, dafür durfte ich mir Lavs schmachtenden Blick antun, der an Rons Lippen hing, was dieser in vollen Zügen genoss.

Als Draco aus seiner Kabine mit einem mürrischen Ausdruck kam, anscheinend hatte er sein Gespräch nicht bei Snape gehabt, sonst wäre das eine kurze, „Onkel“, „Ja, mein Patensohn“-Geschichte geworden, die schnell beendet gewesen wäre, so sah er aber nur absolut genervt aus und ich blinzelte ihn erheitert an, als er mich rüde anfuhr:

„Was grinst du so blöd, Mudblood?“, baute er sich regelrecht aggressiv vor mir auf, was mich mir amüsiert auf die Zunge beißen ließ um nicht lauthals zu lachen, denn auch Dracos Augen zeigten mir einen amüsierten Touch, aber es sorgte dafür, dass Ron sich sofort zu uns umwandte und zu meiner unnötigen Rettung schritt.

„Halt den Mund, Malfoy, sonst sollte man ihn dir mal mit Seife auswaschen!“ Lav sah ihn ängstlich aber über Rons Mut auch ganz verklärt an.

„Ron, es war doch nichts, beruhige dich, ich fühle mich nicht beleidigt… hätte mich nur interessiert was ihm von wem auch immer… geraten wurde, so wie er ausgesehen hat vielleicht Auror!“, zuckte ich die Schultern und kicherte dann hämisch, da er sich, wie ich mich selbst, dann gleich in Askaban einsperren könnte und kostete mein Amüsement auf Dracos Kosten aus.

„Sehr witzig, Mudblood, pass auf was du sagst und nur zu deiner Information, was diese dicke Kräutertante da erzählt, ist so was von unter meiner Würde, als hätte ich das als Malfoy nötig… und anders als du, Wiesel, kann ich machen was ich will!“, kam es sehr gehässig von Draco und er fletschte seine Zähne. Dabei lieferte er mir gekonnt die gewünschte Information, Sprout also, gut, die war auch nicht meine Lieblingslehrerin, ich sage nur, Pflanzen und Tod gehörten bei mir unweigerlich zusammen, so verzog ich meinen Mund widerwillig.

„Jetzt bin ich neugierig, was war… der Vorschlag?“, fragte ich wirklich, ganz ehrlich interessiert und hoffte, er würde mir die weiteren Infos großzügig geben.

„Sie meinte, ich soll professioneller Quidditchspieler werden, wo denkt die hin?“, spuckte er aufgebracht und Ron sah vollkommen überfahren aus und nun trat Blaise, mir ein zartes Lächeln schenkend, lässig an Draco heran und fragte interessiert:

„Und was ist daran so schlimm?“, und zeigte sein unverschämt attraktives Grinsen.

„Ich bitte dich, Malfoys machen so was doch nicht für Geld, wenn dann kaufe ich ein Quidditchteam, jeder in der Zauberwelt weiß, dass ich der Erbe meines Vaters bin und seine Geschäfte übernehmen werde!“, schaute er hochmütig in die Runde und man sah Ron an, dass dieser nicht verstand, was schlimm daran war, den Traum, den er hatte zu leben.

Und ich? Nun ich lachte immer noch und versuchte so gut es ging, dies hinter einem Hustenanfall zu verbergen und Blaise schenkte mir einen Blick, der so viel aussagte wie: Du versagst gerade ein bisschen in deinem Bestreben, meine Gute.

Aber es war doch zu komisch. Ich meine, ich wusste, Draco hatte Sprout noch nie gemocht und Quidditch mochte er zwar, aber eigentlich nur zum Spaß. Seit Harry ihn Jahr um Jahr schlug, hatte sich seine Leidenschaft dafür deutlich abgekühlt. Malfoys beliebten nur Dingen, in denen sie erstklassig waren treu zu bleiben und diesen zu frönen, alles andere schoben sie gerne von sich und bei Quidditch war dies so. Ich denke, ohne Harry hätte die Sache anders ausgesehen aber so war Sprouts Vorschlag ein Schlag ins Gesicht für Draco, da er nie gegen Harry gewonnen hatte!

Mein armer düpierter Draco.

„Und was ist bei dir, Mudblood, was wurde dir empfohlen?“, zeigte er mir ein höhnisches Grinsen, aber war auch neugierig. Ich liebte es, mit ihm zu spielen. Es war sehr anregend, sich so zu unterhalten, unter den Augen unserer Freunde.

„Obwohl wenn ich so überlege, solche wie du können nur eins werden…!“, setzte er provokant nach und grinste mich fies und anmaßend an, als seine Augen doppeldeutig über meinen Körper wanderten. Er schien seinen Ärger an mir abreagieren zu wollen, ich hatte nichts dagegen, da ich wusste, die Story mit Flitwick, dem Heilen und dem Ministerium würde er erheiternd finden und mir wieder sagen, dass man damit sah, dass die Kleinsten nicht die Dümmsten waren.

„Nimm das sofort zurück!“, brüllte nun ein knallroter Ron und wollte sich sofort auf Draco stürzen. Dieser lächelte nur ein überhebliches Grinsen, mit vor der Brust verschränkten Armen und Blaise verzog leidend das Gesicht. Und bevor Ron Draco erreichte, traten auch noch seine beiden Schatten, ich beliebe ja immer noch Dick und Doof zu sagen, neben Draco und ich setzte vor, packte Rons Arm grob und stoppte seinen Angriff plötzlich und dies ließ Ron leicht stolpern und so schüttelte ich bestimmt den Kopf, als sein hitziger Blick zu mir flog.

„Hab ich was gesagt, Blaise? Ich denke, da sind die Gedanken von dem Wiesel hier mit ihm durchgegangen, was willst du mir unterstellen, Wiesel, dass ich was gesagt haben soll?“, provozierte Draco gekonnt weiter.

„Du… du!“, rief Ron aufgebracht und wollte sich von mir losreißen aber er schaffte es nicht, sich meinem eisernen Griff zu entwinden.

„Ich was… was kann ich dafür, wenn du deine Gedanken in der Gosse hast?“, zischte Draco hämisch und in dem Moment trat Snape, wie gewohnt unerwartet, in Erscheinung.

„Was kann ich dafür, dass du, Wiesel, dem Mudblood so was unterstellst?“, meinte Draco noch verachtend zu Ron.

„Was geht hier vor?“, dröppelte es gewohnt seidig aus Snapes Mund und er besah sich die Runde überheblich, mit seinem bestechend scharfen Blick.

„Nichts, Professor Snape! Wir waren uns nur uneinig, was Granger werden könnte, ich hatte da einen Vorschlag, der schien aber Weasley nicht zuzusagen, nur dass ich ihn gar nicht artikulieren konnte, Sir!“, zuckte er kühl die Schultern und Snape sah doch wirklich fragend zu mir und ich verdrehte leicht die Augen.

„Er wollte sich aufgrund einer Vermutung mit mir schlagen!“, petzte Draco ungerührt weiter.

„Nun denn, Mister Weasley, was hat Mister Malfoy gesagt, was zu Miss Granger passt?“, zog Snape nun süffisant seine dunkle Augenbraue hoch und musterte mich abwertend von oben bis unten, es erinnerte sehr an den Blick, den mir Draco geschenkt hatte.

Er hatte schon erkannt, was Ron für Schlüsse aus Dracos Aussage gezogen hatte und mit seinem kalkulierenden Blick versuchte er mich herabzusetzen, aber bitte, ich hatte wahrlich eine dickere Haut, Sir! Und so erwiderte ich seinen beleidigenden Blick standhaft und stoisch.

Denn ich wusste sogar im Gegensatz zu den anderen, dass Snape in mir tatsächlich die Hure sehen konnte!

Ich konnte beobachten, wie Rons Gesicht die Farbe verlor und seine Ohren sich pink röteten, ach der Arme, er wurde hier zwischen uns dreien zerrieben, nur weil wir alle irgendwie nicht gut aufeinander zu sprechen waren und die beiden Schlangen den internen Witz der Hure gut nachvollziehen konnten.

„Vielleicht wissen Sie ihre Freunde doch besser einzuschätzen, als gedacht!“, kam es ätzend aus Snapes Mund und ich sah ihn erstaunt an, auch Draco kämpfte um seine unbeteiligte Maske, Blaise schloss ergeben die Augen. Dick und Doof lachten verblödet auf und Ron richtete seinen Blick abrupt zu mir und Lav quiekte erschrocken auf und schlug sich die Hand vor den Mund.

Bei Snapes Unterstellung, die er mir als seine bösartige Rache servierte, aber gut jeder tat bei einem Spiel seine Züge und das war seiner, mich unmöglich zu machen und Gerüchte über mich zu streuen, schenkte ich ihm ein kaltes Grinsen. Ich hätte ihm darauf so gerne blöd geantwortet, aber besser nicht, ich war weder zusammengezuckt noch sonst irgendwas, denn so wusste ich, stichelte ich Snapes Ego am meisten.

Göttin sei Dank öffnete sich in diesem Moment die Tür von Harrys Kabine und er kam auch mit erhitztem Gesicht heraus und starrte verwundert auf unsere Gruppe und ich riss sofort das Ruder entschlossen an mich.

„Ron, du bist dran, du darfst sie nicht warten lassen! Entschuldigung, Sir, das war ein Missverständnis…!“, schob ich Ron bestimmt zu McGonagall hinein und beachtete Snape nicht weiter.

Und ich erntete verwunderte Blicke und einen stechenden kalten von Snape, der, wie es schien, die Schmach von gestern noch nicht verwunden hatte und dem meine jetzige Reaktion so gar nicht passte.

Als wir alle herumfuhren, da wir ein charakteristisches Räuspern „Chrchrchrm….“, vernahmen und erlebten, wie Umbridge aus der Tür trat, durch die ich gerade Ron geschoben hatte.

„Was…?“, erhob sie die Stimme und so schnell konnte sie gar nicht schauen, zerstreute sich unsere Gruppe.

Hier herrschte anscheinend selbst bei den Slytherins Einigkeit, ihr sofort zu entkommen und Snape legte dann doch noch den beeindruckendsten Abgang hin, indem er flott auf dem Absatz kehrt machte und sein Mantel sich wie weite, große Fledermausflügel erhoben und hinter ihm her flatterten. Harry und ich nahmen die Beine in die Hand und rannten die Treppen hoch und selbst die Mitglieder des Inquisitionskommandos, dem Draco als Oberboss vorstand, suchten das Heil in der Flucht, denn auch Draco konnte die krächzende Kröte nicht ab.

Und wir lachten, als ich Harry die Situation schilderte, bevor er aus dem Raum gekommen war.

„Meinst du, Ron wird irgendwann mal lernen, sein Temperament zu zügeln? Das war von Malfoy doch Absicht! Dass er Ron so aufs Glatteis geführt hat?“, schüttelte Harry mitleidig den Kopf.

„Natürlich war es das und Ron ist mit Anlauf rein. Es war provokant, mehr nicht!“, zuckte ich gleichgültig die Schultern.

„Tja, das ist halt Ron, so lange es dir nichts ausmacht!“, meinte Harry sehr einsichtig für sein früher so ausuferndes Temperament.

„Und wie war dein Gespräch?“, fragte er und ich schüttelte auf die erste Frage den Kopf und antwortete dann:

„Meins? Gut. Flitwick meinte, ich sollte in die Politik und somit ins Ministerium!“, erklärte ich neutral und fuhr über meinen hässlichen, in Falten gelegten Schulrock.

„Mhmh und möchtest du?“, fragte Harry zweifelnd, denn sehr viel hielt er vom Ministerium nicht.

„Mal schauen… wie war es bei dir, warum war die Kröte in deiner Kabine?“, lenkte ich rasch ab.

„Tja, ich weiß nicht, warum aber ich denke wegen mir, also ich hab halt gesagt, dass ich Auror werden will, das hat die Bitch gleich im Keim zu ersticken versucht und meinte, das wäre nichts für mich und ich wäre zu schlecht in den Fächern. Dann hat McGonagall gemeint, sie würde das Gespräch führen und ich wäre ein ausgezeichneter Auror und in Zaubertränke würde ich schon noch besser werden… ich sollte gut für die Prüfungen arbeiten und dann haben die zwei sich eigentlich nur noch gezankt und das war’s dann auch schon!“, verzog er leidend den Mund.

„Oh Mann, dass McGonagall mal so ausrastet hätte ich nicht gedacht!“, erheiterte mich der Gedanke doch sehr „Ach, sag mal, willst du Ron jetzt noch von Grawp erzählen?“

„Nee, wenn es dir recht ist, Hermione, dann nicht, er hat jetzt das mit den Slytherins, das hat ihn von seiner rosa Wolke geholt und da soll er sich doch lieber über seinen Erfolg im Quidditch freuen und sich nicht Sorgen wegen einem Riesen machen und dann fangen ja morgen die ZAG`s an, oder was meinst du?“, entgegnete er unsicher.

„Sehe ich auch so, also gut, schweigen wir!“, besiegelten wir unsere Entscheidung mit einem Handschlag.


Am nächsten Morgen war es so weit, fast alle unsere Klassenkameraden waren kurz vor einem Nervenzusammenbruch, alle versuchten noch, unmittelbar vorher ihre ganzen Unterlagen hektisch und aufgeregt durchzublättern. Ich hielt von einem solchen Verhalten gar nichts, da ich mich schon vor langer, langer Zeit auf das vorbereitet hatte, war halt nicht jeder so strukturiert wie ich, dachte ich höhnisch.

In den letzten Tagen war ein Schwarzmarkt-Handel mit magischen Aufputschmitteln und Gehirn Stimulanzien erblüht. Ich erlitt einen Wutanfall in unserem Gemeinschaftsraum, der die Wände gefährlich zum Beben brachte. Ich schaute mir wirklich zu viel von dem Verhalten der Schlangen ab, so ein Haus zu dominieren passierte gewöhnlich nur in Slytherin, aber wie gesagt, ich erlitt einen sehr gepflegten Wutanfall, als ich herausfand, dass diese Mittel für horrende Wucherpreise gehandelt wurden und die meisten dieser minderwertigen Drogen enthielten unwirksame oder sogar giftige, gefährliche Zutaten.

Ich trommelte den ganzen Turm zusammen, ohne Rücksicht auf Verluste, mitten in der Nacht, als ich dem Ganzen auf die Spur kam und kaufte sie mir alle! Ein paar wollten aufmucken von wegen:

„Was führst du dich so auf, Granger?“,, „Du bist hier nicht die Chefin!“, „Denkst du, weil du dir Potter angelacht hast, könntest du einen auf dicke Hose machen?“, „Genau, die will sich doch nur wichtigmachen“, „Deine selbstgefällige Art ist ja unerträglich!“ und ich hätte ja fast Rot gesehen, wenn ich mich nicht immer so vorzüglich unter Kontrolle hielte, hätte ich jetzt einige weniger nette Flüche gesprochen.

Ich baute mich auf dem Absatz auf, auf dem die beiden Treppen zusammenliefen, die zu den Schlafsälen führten, sodass ich einen guten Blick über die ganze Meute hatte, die ich in den großen Raum unter mir gescheucht hatte. So wütend wie ich war, ließ ich ihre dummen Einwürfe nicht zu. Draco färbte echt ab und gerade wünschte ich mir in meinem Haus eine ähnlich starke Position zu haben, aber so was gab es in Gryffindor ja leider nicht, zu dumm.

Etwas Hirn hätte vielen gut getan. Ich erklärte ihnen klipp und klar:

„Auch wenn es euch nicht passt, ihr Hohlbirnen, ich bin Vertrauensschüler und damit habe ich das Recht, basta! Wenn ihr nicht wollt, dass ich zu McGonagall gehe solltet ihr jetzt schleunigst die Klappe halten und gut zuhören!“, zeigte ich mich so resolut, dass es den meisten den vorlauten Mund stopfte!

Wenn sie mir schon so keinen Respekt zollten, dann musste ich halt die Macht des Amtes nutzen, das Dumbledore mir freundlicherweise zugesprochen hatte. Und was wollten die überhaupt? Schließlich war mein Eingreifen doch zu ihrem Besten!

Ich griff in die Tüte, die ich konfisziert hatte, holte die Mittel heraus und fragte die aufmüpfige Runde:

„Habt ihr einen Schimmer, was ihr da nehmt?“, rief ich und ereiferte mich sehr, sah in mich blöde anstarrende Gesichter, in die geringe Intelligenz geschrieben stand, dachte ich böse und sehr gehässig.

Ich setzte ihnen mit einigen Zaubern, die ich sprach, die Bestandteile auseinander und erhielt bei den meisten Zutaten so grausame Ergebnisse, die selbst mir den Atem stocken ließen, welche die anderen aber nur verständnislose Blicke tauschen ließ, wie doof und minderbemittelt konnte man eigentlich sein?

Ich hätte sie doch in ihrer Unwissenheit verrecken lassen sollen, sie verdienten es wirklich nicht, dass ich ihnen half, aber irgendwo hatte ich dann wohl doch noch ein Quäntchen Mitgefühl mit ihnen.

So nahm ich die wohl bekannteste Zutat und sagte ihnen unverblümt, was sie da so treu doof nahmen.

„Habt ihr eine Ahnung, was Doxymist ist, kennt ihr denn alle?“, was alle mir mit Nicken bestätigten, denn die Kacke von Doxys sollte allen gegenwärtig sein und ich erkannte, dass bei dem ein oder anderen nicht alle Hoffnung vergebens war, da sie angeekelt das Gesicht verzogen. Ich rieb ihnen genüsslich mein Wissen unter die dummen Nasen.

„Dieser Kot ist giftig und somit gefährlich und das nehmt ihr freiwillig und zahlt dafür überteuerte Preise. Das Zeug macht nicht nur krank, es wirkt nicht mal! Ich hoffe, es ist euch klar, dass ihr da freiwillig Scheiße in euch schmeißt, ihr esst die verdauten Ausscheidungen von kleinen magischen Viechern! Soooo, wer jetzt noch immer der Meinung ist, ich will mich wichtigmachen, darf das Zeug gerne weiter nehmen, guten Appetit!“, ereiferte ich mich sehr, wenigstes zeigten sich jetzt wirklich alle geekelt über die Erkenntnis, was sie da für Zeug schluckten. Ich meine, wer schluckte schon gerne Scheiße?

Alle, die mit dem Intellekt eines Wurms gesegnet waren.

Einige begannen gerade zu würgen, andere kotzten und wieder anderen brach der kalte Schweiß aus.

So saß ich inmitten des geschockten, kopflosen Haufens, dem ich meinen Willen aufoktroyiert hatte und hing meinen Gedanken nach, wie ich alle meine Pläne noch durchführen konnte und, und, und…

Dabei genoss ich es geradezu gehässig, dass es vielen so schlecht ging.

Als ich mich in meiner Häme bremste, ich musste immer so viel bedenken und dann kamen diese Idioten und aßen so was, da möchte man doch glatt brechen.

Schon nervig, dass ich mir jedes Mal aufs Neue Respekt verschaffen musste, wenn etwas war. Ich sah es schon kommen, bei der nächsten Szene mit Harry oder wenn wieder etwas passierte, würden trotzdem wieder alle Anfangen zu tuscheln, die Gryffindors vergaßen wirklich zu schnell, vor wem sie Respekt haben sollten.
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