When Hermione Fights
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 Kapitel 405-406

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BeitragThema: Kapitel 405-406   Kapitel 405-406 EmptyMo Sep 02, 2013 12:13 am

405. Kapitel Verbale Ohrfeige

Hermiones Sicht

Puh, das war anstrengend. Ich ließ mich, ganz untypisch für mich, kraftlos zurück sinken, legte den Kopf mit geschlossenen Augen nach hinten und atmete tief und beruhigend durch, dabei versuchte ich die pochende Stelle an meinem Hals zu ignorieren.

Jetzt hatten sich beide mal wieder auf mir verewigt. Es war brutal zehrend, was sie hier veranstalten, als wäre ich eine Trophäe, die es rumzureichen galt.

So gönnte ich mir mal einen kurzen Augenblick der seltenen Ruhe. Der Tag hatte noch nicht wirklich begonnen und schon setzte sich meine anhaltende Serie der Komplikationen fort.

Dieses Frühstück war eine Katastrophe und an Peinlichkeit nicht zu überbieten gewesen. Ich hatte lange gehadert, wie ich auftreten wollte. Am liebsten hätte ich mir nämlich eine Papiertüte über den Kopf gezogen, um mir die Demütigung zu ersparen, aber dann hatte doch mein Stolz gewonnen und ich war hocherhobenen Hauptes herein gerauscht.

Natürlich beschäftigte mich noch immer mein vollumfängliches Versagen. Was hatte mich nur dazu getrieben, wie Wachs in Lucius‘ Händen zu zerfließen?

Wie sollte ich denn bitte eine starke Persönlichkeit sein, die dem anderen, dem was mir mein neues Sein auferlegte, also dem Seelensammeln gerecht werden konnte, wenn Lucius mich mit derart primitiven und wenigen Mitteln völlig überrumpeln und in gewissem Sinne total ausschalten konnte?

Ich war völlig erschrocken darüber, wie heftig ich auf ihn reagiert hatte und ich war mir sicher, dass er genau das wieder schaffen würde, wenn er es darauf anlegte und das machte mir mehr Angst als es der Lord je konnte.

Es war zum Verzweifeln.

Ich wollte Lucius in seinem Bestreben, mich zu bezwingen, nicht nachgeben, doch kaum begann er wieder, seinen Charme spielen zu lassen und alles gab um mich zu überrumpeln, oder um den Finger zu wickeln, da verlor ich die Kontrolle.

Das durfte nicht sein. Ich konnte nicht stark sein, wenn ich so schwach war, mich dem einfach hinzugeben!

Er hatte mich gestern kalt erwischt damit, dass er mich, trotz allem was er mit den Dementoren beobachtet hatte, so inbrünstig küssen wollte, aber heute, das war nicht zu entschuldigen, wobei mich seine Argumente und Fakten, die er vorgebrach hatte, sehr wohl verunsicherten, aber das konnte und durfte keine Entschuldigung sein, für mein erbärmliches Verhalten. Ich hätte stärker und vor allem vehementer aufbegehren sollen. Doch vor allen Dingen war mir rätselhaft, wie ich von diesen wenigen Berührungen hatte so in Erregung geraten können, sodass er es geschafft hatte, mir einen derart ermattenden und befriedigenden Höhepunkt zu verschaffen, der im Nachhinein nur schal war und mir Pein und Scham bescherte.

Severus hatte unrecht gehabt, ich war befriedigt, aber andererseits auch nicht, denn wenn ich die Augen schloss, sah ich Lucius wieder vor mir, wenn auch nur verhangen. Ich hatte durchaus bemerkt, wie er auf mich herabsah, bevor er sich zusammengerissen und mich hart in die Realität zurückgeholt hatte. Er hatte mehr gewollt als das was passiert war und wenn mehr geschehen wäre hätte ich es danach bitterlich bereut und bei klarem Verstand sicher nicht gewollt, aber auch ich war nur ein Mensch mit viel zu vielen Fehlern.

Ich musste dieser destruktiven Spirale entkommen und endlich wieder die alte Hermione werden!

Mein Platz war an Dracos Seite, Ehefrau hin oder her. Verdammt nochmal, war das alles beschissen. Wer dachte sich solche Sachen immer aus?

Diese zukünftige Frau würde sehenden Auges in diese Ehe gehen. Ihr würde zuvor klar gemacht werden, auf was sie sich einließ und damit war für mich das Ganze geklärt. Ich würde Draco nicht aufgeben, denn ich brauchte ihn. Er erdete mich, er ergänzte mich in den Punkten, die mir fremd und fern waren, brachte mich der Menschlichkeit und den Gefühlen näher, von denen ich mich sehr weit entfernt hatte.

Ich brauchte Draco und er mich, da würde sich Lucius noch so aufführen können. Auch seine Versuche, mir etwas einreden zu wollen würden daran nichts ändern . Ich würde Draco nicht aufgeben, das war mein Ziel, dabei ballte ich meine Hände zu Fäusten.

Na gut, eine von Lucius ausgewählte, unwissende junge Frau, die ohne Vorbereitung in diese Familie und Ehe gehen würde, hätte jedoch schon mein Mitleid und war nicht das was ich wollte, weder für mich noch für Draco und daher würden wohl wir zusehen müssen, dass wir die Richtige für ihn fanden. Eine Frau, die bereit war ihm einen Erben zu schenken und dann damit leben konnte, ihr Leben für sich zu gestalten, in gewissen Grenzen, und die außerdem den Ansprüchen der Familie genügte, also reinblütig war, aber wirklich toll hörte sich das auch für mich nicht an.

Es wäre zum Heulen gewesen, wenn ich mich noch zu derartigen Regungen hinab gelassen hätte, denn selbst in meiner Suite waren mir wegen meiner Verderbtheit keine mehr gekommen.

Entschlossen, nachdem mich Severus in seiner ganz eigenen, entzückenden Weise daran erinnert hatte, dass er auch noch da war, verließ ich als letzte den Salon. Ich berührte auf dem Weg meine geschundene Haut an meinem Hals, die sowohl von Lucius‘ als auch nun von Severus‘ Behandlung wehtat und fragte mich ganz zaghaft, womit ich diese besitzergreifenden und nie eifersüchtigen Männer verdient hatte.

War ich ein sooo schlechter Mensch?

Okay, das war ein ganz schlechter Denkansatz, denn ich war auch kein guter Mensch. All die Grübeleien und das Selbstmitleid, in welche ich gerade verfiel und die mir nicht zustanden, resultierten daraus, dass ich im Augenblick viel zu viel Zeit hatte, um über dergleichen nachzudenken. So beschloss ich, diese Zeit sinnvoll zu nutzen und steuerte zielstrebig die große Bibliothek des Manors an und nahm mir vor, mich tief in die Bücher zu vergraben und diese Ruhe zu genießen, diesen Tag, an dem keiner nach mir rief, oder etwas von mir forderte. Solche Stunden waren selten, Tage noch viel seltener und so würde ich diese Kostbarkeit zu nutzen wissen. Okay, auch dies ging daneben, denn diese Bücher brachten mir auch keine Ablenkung, das ging gar nicht, nach dem was vorhin in Lucius‘ Suite passiert war, wunderte es mich wenig, dass ich mich nicht konzentrieren konnte.

Es war wirklich gut, dass die beiden despotischen Nervensägen weg waren, denn ich selbst musste hier ebenfalls raus, ich hatte das Gefühl, nicht mehr ich zu sein und vor allen Dingen nicht mehr richtig atmen zu können, deshalb sprang ich eilig auf die Füße.

Ich rief ungeduldig die Elfe, ließ mir meinen langen, schwarzen Mantel bringen und rannte wie von Teufeln gehetzt in die Halle, während ich mir den Stoff überzog, und nach einem vorwurfsvollen Blick in die Runde apparierte ich ohne lange zu überlegen.

Angekommen sog ich erst mal tief die Luft in meine Lunge und fühlte nichts als Erleichterung!

Erleichterung, denn endlich war ich dem Manor und Lucius‘ latenter Aufmerksamkeit entwischt, wobei es schmeichelhaft war, ständig von derart viel Aufmerksamkeit umgeben zu sein, das nährte die Eitelkeit aber leider verlor man den Boden und die Realität unter den Füßen, das musste man mal festhalten, dies erkannte ich nun ganz klar und deutlich.

Aber es würde niemandem bekommen, derart hofiert, umschmeichelt und schlicht angemacht zu werden!

Das konnte nur zu Verblendung führen und ich musste mich wieder erden, verstehen, dass ich einfach nur Hermione war! Nicht mehr und nicht weniger!

Nichts Besonderes, nichts Wichtiges, an sich ein fast ganz normales, magisches Mädchen… na gut, mit der ein oder anderen Besonderheit, aber an sich nicht besser als andere.

Ich musste in all diesem Überfluss, der Pracht und Überheblichkeit den Blick fürs Wesentliche verloren haben, anders konnte ich mir nicht erklären, dass ich es Lucius gewährt hatte, mich derart zu erniedrigen und ihn so weit gehen zu lassen. Ich brauchte ganz flott andere Eindrücke und ich wusste, wo ich Abwechslung finden konnte.

Abwechslung, die mir vor Augen hielt, wer ich immer noch war!

Mit der Kapuze tief im Gesicht schritt ich weit aus und genoss es, allein zu sein. Es tat mir gut, zu den Wurzeln zurückzufinden. Ich war gerne alleine und beobachtete die davonhuschenden Menschen und sofort fühlte ich mich anders. Ich war nicht mehr das Mädchen, das sich verschreckt vor Lucius‘ Avancen flüchtete, sondern eine standhafte Frau, die sehr wohl ihren Mann stehen konnte.

Es war als würde ich diese Marionette abwerfen, zu der ich im Manor zu verkümmern drohte, wenn ich nicht aufpasste!

Es war erstaunlich aber diese andere, diese harte, entschlossene und rücksichtslose Hermione schien sich wieder an die Oberfläche zu graben, denn wie so oft fühlte ich keine Angst oder Sorge um mich, weil ich wusste, ich konnte mich gegen alles und jeden wehren, der da meines Weges kommen würde.

So fragte ich mich vorsichtig, was Lucius mit mir tat, dass ich mich manchmal selbst vergaß und regelrecht, im übertragenen Sinne, bei ihm schwach wurde. Nicht so schwach, dass ich mit ihm ins Bett ging, sondern nachgiebig, weich und weniger stur, wenn er um mich war.

Wobei eines klar war, ich mochte mich jetzt so lieber, wie ich hier alleine war. Ich wusste tief in mir, dass ich jedem Hindernis oder jedem Problem eiskalt begegnen könnte und ohne zu zögern handeln würde. Die zaghafte Unsicherheit in meinem Inneren betraf nur den Umstand, dass ich bei Lucius nicht mehr so sein konnte, obwohl ich es wollte.

Als ich mein Ziel erreichte, stieß ich die Tür schwungvoll auf. Somit wurde das rauchgeschwängerte Innere freigegeben und mir schlugen der schale Geruch, aber auch der Lärm und Krach der Kneipe schonungslos entgegen. Es war zwar erst früher Nachmittag, aber über zu wenig Kundschaft konnte man sich hier nicht beschweren.

Schnell konnte ich, wie erhofft, IHN ausmachen und deswegen legte sich ein sachtes Lächeln auf meine Lippen.

So langsam nahm ein Plan in meinem Hirn Gestalt an, wie ich Lucius zeigen konnte, dass seine Taktik mich weichzukochen nicht wirklich Früchte trug und Rache war schlussendlich auch etwas Schönes, was man genießen sollte.

Ich setzte meinen Fuß ohne zu zögern über die Schwelle und auch wenn der Geräuschpegel anhielt, bemerkte ich durchaus den ein oder anderen kalkulierenden Blick, der mich verfolgte, während ich wie selbstverständlich den Tisch gegenüber der Tür an der hinteren Wand ansteuerte.

Unseren Tisch!

Auch wenn ich heute, da ich so schnell aus dem Manor abgehauen war, keinen Catsuit trug, so zeugte doch mein schwerer, schwarzer Mantel davon, zu wem ich gehörte. Nur das darunter, mein rotes Sommerkleid, passte gar nicht dazu, aber ich fühlte mich trotz allem mehr als wohl.

„Püppchen!“, „Ja, was seh ich da, unser Püppchen ist wieder da!“, „Ich bin ergriffen!“, „Ja und ich erst, ich dachte, du dürftest nicht gestört werden!“, ertönte es von Scabior und Rodolphus erfreut, während Rabastan würgende Geräusche von sich gab und mich seine gehässigen Augen durchbohrten.

„Bitte?“, hauchte ich fragend, war Lucius derart bestimmt aufgetreten und hatte mich wirklich von allem abgeschnitten? Ich wusste gar nicht, was ich darauf sagen sollte, da ich sprachlos war.

Wie es schien, meinte er das mit dem „Urlaub“ wirklich sehr ernst und sicher wäre er nicht erfreut, wenn er wüsste, dass ich mich mit ihnen hier traf, um Urlaub vom Urlaub zu nehmen. Ich sah sein hochmütiges Gesicht regelrecht vor mir, wenn er es erfahren würde und wie ich versuchen würde, ihm zu erklären, dass ich von ihm und meiner edlen Umgebung Erholung brauchte, um mich selbst nicht zu verlieren!

Genau, das wäre es, das würde unsere Situation im Manor noch skurriler gestalten!

„Ja, Ansage von ganz, ganz oben!“, zeigte Scabior mit dem Finger hoch und übertrieben in die Luft und winkte dann der Bedienung, deutete auf die Pokale, woraufhin diese sofort lossauste um für Nachschub zu sorgen, während ich das Offensichtliche bestätigt bekam und mich mal wieder schrecklich bevormundet fühlte. Jetzt stand mein Entschluss erst recht, nicht mehr alles einfach zu schlucken.

„Schrecklich!“, wisperte ich nun auch empört, während ich auf den Sessel plumpste und versuchte, nicht zu konsterniert zu wirken und deshalb lässig mit meiner Hand abwinkte.

„Was treibt er mit dir?“, lehnte sich nun der aufdringliche Rodolphus mit glänzenden Augen über den Tisch und seine wildesten Fantasien spiegelten sich in ihnen wider.

„Ich wüsste nicht, was dich das anginge, Rodolphus!“, flüsterte ich ohne Scheu oder falsche Scham.

Ich genoss es eher, dass sich seine Augen verdunkelten und er sich ärgerte, weil ich ihnen nichts offenbarte. Leider sahen sie aufgrund meiner Kapuze nicht meine verächtliche Miene.

„Ohhh… so geheim gleich? Ob das Draco gefällt?“, hisste Rabastan gehässig und unterstellte mir doch so einiges mit seinem provozierenden Tonfall.

Den Klumpen, der sich in meinen Magen bildete, schob ich gekonnt weg und beachtete ihn nicht weiter, da es sinnlos war, mit diesem Mann zu reden. Dann kam die Bedienung mit einem Humpen für mich und einem Krug zum Nachschenken für die anderen, woraufhin wir verstummten und ich gar nicht auf Rabastan eingehen musste, weil dieser nur mit einem verächtlich schnaubenden Ton zurücksank.

„Was ging letztens ab, als wir alle raus mussten?“, fragte nun Rodolphus weiter, der jetzt wieder normal dasaß und Abstand zwischen uns ließ, wobei das Mädel, das uns bediente, vor Angst zitterte, da sie durchaus den starren Blick von Scabior auf sich fühlte. Dieser Schlawiner genoss ihre sichtbare Furcht offensichtlich sehr.

Diese vollbusige, schlanke Person, die in dieser heruntergekommenen Kneipe auf Zack sein musste, schlotterte vor uns DeathEatern vor Angst, aber sie war bemüht ruhig und versuchte, vorsichtig einzuschenken, doch dann legte Scabior aufreizend seine Hand auf ihre Pobacken und packte fest zu, da sie ihm diesen offenbar in seinen Augen auffordernd hinstreckte, während sie sich über den Tisch lehnte, um an Rabastans Humpen zu kommen.

„Uhhhh…“, stieß sie erschrocken aus und ein wenig der Flüssigkeit schwappte über auf den vernarbten und dreckigen Tisch.

„Verzeiht…“, stotterte sie demütig und wischte bemüht mit ihrer Schürze die Bescherung auf, während sie es stoisch ertrug, dass Scabior sie weiter befingerte, da sich seine Hand unter ihren langen Rock schob und ich rollte mit den Augen, während die anderen unverhohlen dreckig grinsten.

Natürlich fiel auch den anderen Gästen dieser Kneipe auf, was hier abging, aber niemand würde es wagen, auch nur ein Wort zu sagen, denn seien wir ehrlich, es war die nicht jugendfreie Variante, die Scabior hier mit ihr abzog.

Sofort warf sie mir furchtsame Blicke zu, da es nicht oft weibliche Leute gab, die hier platznahmen und wenn ich Bellatrix gewesen wäre, hätte sie zu recht große Sorge haben müssen, aber so überging ich sie einfach lapidar und achtete nicht auf die Obszönität, die sich vor meinen Augen darbot.

Denn, oh Wunder, solange es nicht Lucius war, konnte ich tatsächlich über den Dingen stehen, unglaublich, aber wahr!

„Ohhhh… das werde ich euch mit Sicherheit nicht verraten, der Lord plant gar Großes!“, sprach ich deshalb leise, aber auch eindringlich und als ich den Lord erwähnte, keuchte das junge Ding wieder panisch auf. Oder war es weil Scabior sich in unbekannte Gefilde vortastete?

Sie wollte ängstlich zurückzucken, aber Scabior nahm ihr ein wenig ihrer Bewegungsfreiheit und hielt sie fest.

„Und warum weißt du es… du minderes…“, fauchte Rabastan unbeherrscht los, bis ihm sein Bruder den Ellenbogen grob in die Rippen schlug, da das Mädchen noch immer da war und alles hören konnte. Umgehend drückte es ihm die Luft aus den Lungen und er schnappte nach Atem, dabei funkelte er seinen Bruder wütend an.

„Tja, ich bin halt wichtig!“, sprach ich ohne zu zögern, sehr überheblich und arrogant, hob nun den Krug an und prostete ihm provokant zu.

Ich nahm einen tiefen Schluck der kühlen Flüssigkeit zu mir und betrachtete Scabior abwägend, während er die Bedienung gerade erniedrigte, da sie hochnotrot angelaufen war und Tränen der Demütigung in den Augen hatte. Aber sie verhielt sich ruhig, weil sie sich nicht traute, sich zu wehren. Wobei ich mir sicher war, dass sie dies bei vielen anderen in dieser Kneipe tun würde. Sie würden ihnen eine Backpfeife verpassen, die auch Scabior gerade verdiente, aber er hatte hier in dieser Gasse einen gewissen Ruf, war ein DeathEater und damit hatte sich das Thema.

„Pfff, du schläfst dich hoch!“, giftete mich Rabastan vorwurfsvoll an und ich funkelte verborgen unter meiner Kapuze zurück und dachte mir bei seinem Anblick: Ernsthaft? Dieses Spermium hatte gewonnen? Fast nicht zu glauben, für die Menschheit echt ein Armutszeugnis.

Aber das Schreckliche war, bei Lucius könnte man so was fast behaupten und das Dramatische war, nach der Aktion in seiner Suite war ich hier sehr empfindlich, denn auch das Beispiel der wehrlosen Frau neben mir offenbarte mir, dass man sich oft eben nicht aussuchen konnte, was einem widerfuhr. Man konnte nur das Beste daraus machen.

„Das wird es sein…“, blieb ich somit seelenruhig und sehr kalt, bevor ich wieder den Krug hob und einen durstigen Schluck trank.

Mir behagte gar nicht, dass wohl wirklich alle dachten, dass ich jetzt auch schon mit Lucius das Bett teilte und wenn ich an den frühen Morgen dachte, hätte ich am liebsten gewütet wegen meines eigenen kolossalen Versagens darin, Lucius nicht vehementer zurückweisen zu können!

„Könntest du das jetzt unterbrechen und sie arbeiten lassen? Sie stört!“, fauchte plötzlich Rodolphus, zu meiner großen Verwunderung, Scabior an.

Nicht nur ich war überrascht, denn auch Scabior ruckte hoch, beziehungsweise zurück, während die Kellnerin sehr flott getaktet war, denn sie spurtete eilig davon und suchte ihr Heil in der Flucht, während ihr Scabior einen traurigen Blick schenkte. Ihm schien es Spaß gemacht zu haben, sie zu ärgern.

„Immer mit der Ruhe, du Bremse, ich wollte nur Spaß!“, wehrte Scabior mit erhobenen Händen ab und strich sich sehr lasziv seine braunen Haare mit den roten Strähnen zurück, dabei warf er der Kellnerin am anderen Ende des Raumes einen kecken und frechen Blick zu.

„Was du unter Spaß verstehst… während wir hier sitzen…“, murrte der missmutige Rodolphus.

„Ey, sonst stört dich das auch nicht…“, konterte Scabior knapp und ich spitzte die Ohren. War Rodolphus jetzt keusch weil ich hier war? „Und Bellatrix findet es eher lustig… und spaßig!“, schob Scabior auch sofort hinterher und erntete eine grimmige Grimasse.

„Wo ist denn die werte Bellatrix, während ich mich ja angeblich hochschlafe? Da stellt sich mir die Frage, schläft sie sich gerade runter?“, fragte ich absichtlich ganz herausfordernd.

Sofort erntete ich von Rabastan zumindest ein wütendes, aufgebrachtes Funkeln, während der gehörnte Ehegatte dunkel auflachte und mir spöttisch zuprostete und auch Scabior mein Zynismus zu gefallen schien, denn er kicherte übermütig.

„Hast schon recht, sie ist bei Greyback!“, lachte Rodolphus noch immer und wirkte nicht wirklich wie jemand, den es kümmerte, was seine Frau trieb, oder auch mit wem. Dafür übernahm Rabastan diese Rolle perfekt und sah aus als hätte er auf einen sauren Drops gebissen.

„Versteh ich immer nicht, stört es dich gar nicht?“, wollte Scabior vorsichtig wissen und trank nun selbst einen großen Schluck, danach wischte er sich mit der Handfläche den Schaum wenig galant vom Mund.

„Neee, dann bin ich die Gestörte los und hab meine selige Ruh!“, wiegelte Rodolphus ab und meinte es todernst.

„Dass dir das immer so egal ist…“, echauffierte sich sein Bruder erhitzt, dabei funkelte er ihn böse an.

„Rabastan, ganz ehrlich, interessiert es mich, wem du deinen Hintern hinhältst?“, giftete er düster seinen Bruder an, der, wie wir alle wussten, bi war und der ihn jetzt vorwurfsvoll anstierte, aber nicht darauf antwortete.


„Wenn ich eine Frau finde, die ich interessant finde, wechsle ich Bellatrix offiziell aus und sie wird noch nicht mal was dagegen haben…“, murrte Rodolphus irgendwie sehr entschlossen.

Ich schnaubte. Männer; konnte ich nur denken. Als ob es so erbaulich war, einfach so abgeschoben zu werden. Das war nicht schön, für niemanden, aber da Bellatrix keinen Erben geboren hatte, durchaus sein gutes Recht und eine Möglichkeit für Rodolphus, sich herauszureden. Das zeigte wieder, in was für einer mittelalterlichen Gesellschaft wir lebten.

Sofort zog ich wegen der archaischen Ansichten dieser Kreise wahrlich eine Grimasse.

„Uhhh, eine treue Dienerin des Lords kannst du aber nicht so einfach loswerden wie ein normales Eheweib!“, warnte Scabior hinterhältig und grinste diabolisch. Unterdessen behielt ich alle drei Männer konstant im Blick.

„Sag ich was in der Richtung…? Das will ich gar nicht. Sie kann machen, was sie will…“, stöhnte Rodolphus leidgeplagt „Da hatte es Lucius viel einfacher… er hatte schon immer ein verdammtes Glück…“, dabei schielte er zu mir und ich konnte nichts gegen das dämonische Grinsen tun, welches sich auf meine Lippen schlich.

„Wie meinen?“, fragte Scabior interessiert nach und ich hing meinen eigenen Gedanken nach, da ich selbst bei der Nennung von Lucius‘ Namen immer mit ganz eigenen Erinnerungen gesegnet wurde.

„Wie ich es sage… Narcissa war nicht an den Lord gebunden, ihrer konnte man sich ungestraft entledigen. Ich hingegen… ich armer, bemitleidenswerter Mann, kann das nicht, sonst verliert der Lord eine treue, ergebene und vor allem eifrige Dienerin!“, ätzte er wütend und schien betroffen wegen seines schweren Schicksals, sodass ich nur noch das Haupt schütteln und mich fragen konnte, ob die noch alle normal waren.

„Harte Worte“, warf ich deshalb dann auch spitz ein und wandte ihnen wieder mein von dem Stoff geschütztes Haupt zu. Wobei ich nicht gegen mich ankam und in Gedanken sehr gehässig dachte: der Hirntod bleibt ja bei vielen jahrelang unbemerkt und Bellatrix hatte es jahrelang geschafft, dies gekonnt zu tarnen, aber seit Askaban wusste es wahrlich jeder und sie konnte mir einfach nicht leidtun, so sehr ich mich auch bemühte. Selbst Kreaturen wie Rodolphus erkannten wie seine Frau war.

„Sagt die Richtige… aber mir geht es auf den Sack,…“, entgegnete Rodolphus fies grinsend und setzte seinen Humpen recht schwungvoll wieder auf, sodass es schwappte.

„Bellatrix war eine so prächtige und wunderschöne Schwarzmagierin, aber dass sie sich von Fenrir knallen lässt, geht selbst mir gegen den Strich“, warf Rabastan mit verzerrter Fratze ein, denn das schien er Bellatrix wirklich übel zu nehmen und nur das, wie es sich für mich anhörte.

„Warum tut sie es?“, wagte sich Scabior wieder vor. Der Typ war aber auch eine neugierige Schnüffelnase.

Ich fragte mich, warum ich, wenn ich Abwechslung suchte, an einem Gespräch über Sex teilnehmen musste und dann auch noch eines über Sex zwischen Bellatrix und Fenrir, das war grenzwertig. Aber immer noch besser als an Sex mit Lucius zu denken.

Somit war ich gewillt, meinen Schädel auf den Tisch zu schlagen, dabei hörte ich ihnen gar nicht mehr zu, weil Rodolphus gerade erklärte, welche Gründe Bellatrix für ihr Handeln haben könnte. Aber ich nahm an, dass er bestimmt keine Ahnung hatte, warum Bellatrix etwas tat, so wie sich diese beiden Eheleute mochten und anscheinend auch schon früher gemocht hatten. Das wäre, wie wenn man Lucius zu Narcissas Neigungen befragt hätte. Absolut sinnlos!

Ich selbst nahm einfach brutal ehrlich an, dass Bellatrix nach 12 Jahren Askaban einfach keinen Bock mehr auf die starren Regeln der reinblütigen Gesellschaft gehabt hatte und nun nur noch ihren Spaß suchte. Dass sie sich ausleben wollte und das starre Korsett endgültig abgeworfen hatte und sie die Freiheit suchte und diese in dem fand, was ihr Fenrir bot.

Sie mochte es hart, brutal und rücksichtslos und damit konnte kein „normaler“ Zauberer mithalten. Bestimmt fühlte sie nicht mehr richtig und spürte nur noch wenig. Denn bitte, was gab es animalischeres als Fenrir? Dass das aber die Männer nicht nachvollziehen konnten, das glaubte ich sogar!

Auch wenn ich fand, dass speziell Fenrir hier an Geschmacksverirrung litt, aber bitte, solange ich nicht mit ihr schlafen musste und Fenrir sie von mir fernhielt und ich ihnen nicht wieder beim Sex zusehen konnte oder musste, war von meiner Seite alles prächtig!

Okay, Draco, Severus und Lucius sollten bitte auch von der Schreckschraube die Finger lassen, aber nach Lucius‘ Erzählung in Syon war meine Sorge in diesem Punkt gering. Er hasste Bellatrix aufrichtig und Severus konnte ich mir mit der Nervensäge keine Sekunde vorstellen und Draco, der war ihr sicherlich zu jung und zu nett.

So hing ich meinen eigenen, abstrakten Gedanken nach, bis man mich sachte anstupste und ich aufsah.

„Hu…?“, meinte ich abgelenkt und achtete darauf, dass meine Kapuze dort blieb wo sie hingehörte, über meinem Haupt.

„Was treibt dich eigentlich zu uns, Püppchen? Ich dachte, man kümmert sich gar eindringlich um dich…“, zog mich nun Scabior gewohnt lässig und keck auf.

Er zwinkerte mir aufdringlich zu und lehnte sich vertraulich nah an meine Schulter, woraufhin ich von ihm ungesehen eine Augenbraue lüpfte. Ging es ihm noch gut?

„Wenn du so schön fragst, ich wollte zu dir… Strähnchen!“, betonte ich seinen ihn veräppelnden Spitznamen provokant und er ruckte tatsächlich leicht getroffen weg, dabei genoss ich es, dass ich hier die richtige, die alte Hermione war, die immer noch das Sagen hatte und es verstand, sich Respekt zu verschaffen.

Ich konnte es also noch, leider zeigte es aber auch sehr klar, dass ich es bei IHM , Lucius, meiner Persona non grata nicht konnte!

„Arrogantes, eingebildetes, minderwertiges Mud…“, brauste der Nervigste der hier Anwesenden auf und diesmal reichte es mir. Unwirsch und in einer sehr herrischen Geste hob ich meine Hand und die gesichtslose Schwärze meine Kapuze wandte sich ihm zu, nahm ihn ins Visier und er schien unter diesem nicht sichtbaren Blick zu erstarren, denn er hielt in seinem Wortschwall ein.

„Weißt du was, Rabastan...“, fuhr ich ihm hörbar genervt, mit harter Stimme über den Mund und er starrte mich unwohl an und so grinste ich genießerisch und sehr zufrieden, aber auch wohlverborgen.

„Ich bin mittlerweile viel zu vornehm, um es laut zu artikulieren, deshalb nenne ich dich nun eine „Humanoide Rektalöffnung mit charakterlich bedingtem Negativ-Sympathie-Potential“, alles davon trifft voll auf dich zu!“, hauchte ich ihm nun süßlich zu.

Die Stille legte sich über unseren Tisch, während ich mich langsam erhob. Wie nebenbei bedeutete ich dem sprachlosen Scabior mir zu folgen, was er sofort gehorsam tat, aber wenn Scabior eines nicht war, dann dumm. Ich hatte die Runde erfolgreich mundtot gemacht. Erst langsam schienen sie die Bedeutung meiner Worte zu verstehen und sie schien langsam zu sacken.

„Wie hat sie mich gerade genannt?“, fragte ein vor Zorn kalkweißer Rabastan leise, während ich langsam, aber ohne zu zögern auf den Ausgang zuhielt.

„Hahaha…“, lachte mittlerweile Rodolphus immer lauter und schien sich köstlich zu amüsieren.

„Was hat sie gesagt, hat sie gesagt, dass ich…?“, begehrte Rabastan derweil empört auf.

Ich selbst kam mittlerweile an der geschändeten Kellnerin vorbei und so nützte ich noch im Gehen die Zeit, um ihr einige Münzen für ihr Leid in die Hand zu drücken und Scabior nützte den Moment, um ihr noch rasch auf den Hintern zu klopfen, was sie leise keuchen ließ.

Es war ein durchwegs dramatischerAbgang, den wir hinlegten und es fühlte sich gut an.

„Wow, Püppchen, dem guten Rabastan hast du es aber gegeben. Schon lustig, sonst lässt er sich nie was gefallen, aber gerade sitzt er immer noch mit offenem Mund da und kann es nicht fassen, dass du ihn schlicht ein Arschloch genannt hast…“, kicherte Scabior atemlos und schüttelte sich vor Lachen.

„So ein Idiot. Denkst du wirklich, er hat es verstanden? Aber ehrlich, ich verstehe ihn nicht. Er hält mich für arrogant. Ich frage mich, woher er das wissen will? Ich rede nicht mal mit ihm!“, ätzte ich weiter, genoss, dass ich es Rabastan auf der verbalen Ebene gezeigt und ihm nicht schlicht meine Faust ins Gesicht gedonnert hatte, währenddessen brüllte das Strähnchen nun gut unterhalten auf.

Während ich mich mit einem Bein lässig an der Wand hinter mir abstützte und mich mit den Schultern ebenfalls dagegen lehnte, wartete ich ab, bis er wieder sprechen konnte.

„Du bist göttlich… in deinem Sarkasmus!“, schnappte er beeindruckt nach Luft.

„Rabastan ist beschränkt!“, winkte ich eilig ab, aber da riss sich Scabior am Riemen und sah mich nun ernst an.

„Püppchen, du solltest ihn nicht unterschätzen, er ist nicht umsonst im Inneren Kreis!“, warnte er mich gutgemeint und ich nickte, aber diesen Fehler würde ich nie begehen, das schwor ich mir im Stillen.

„Da, wo du hin willst… tu nicht so!“, präsentierte ich ihm schonungslos die Wahrheit. Eine Feststellung, die ihm ein hinterhältiges Lächeln ins Antlitz zauberte.

„Ist es verboten, nach Höherem zu streben?“, fragte er provozierend und dann verzog er seine Mundwinkel, zwinkerte mir kess zu, währende er sich mir langsam, aber lasziv näherte.

„Nein… solange du niemand Wichtigem in die Quere kommst…“, warnte ich ihn dezent, was mir ein sachtes Schmunzeln von ihm einbrachte und mir rutschte die Kapuze etwas vom Haupt.

„Sagst du mir nun, was du von mir willst?“, forschte er somit mit rauchiger Stimme nach und kam mir mit seinem Gesicht immer näher. „Ich höre es an deiner Stimme, aber jetzt verraten es mir sogar deine Augen… was kann ich für dich tun, mein Püppchen?“, hauchte er leise, dabei strich sein Atem über meine Haut.

„Ich hätte da einen ganz besonderen Wunsch…“, flüsterte ich selbst ganz gespannt, wie sich meine Idee entwickeln würde und packte ihn ungeduldig, als er nah genug war, übergangslos am Hemd, zog ihn ganz nah zu mir, was er mit fast spöttisch erhobener Braue wahrnahm.

Unterdessen studierte ich den dunklen Kajal unter seinen Augen, während ich anfing, ihm meinen Wunsch eilig ins Ohr zu wispern.

Was ich wollte?

Ich wollte mich an Lucius rächen, für alles was er mir die letzten Tage über angetan hatte und wenn es nur war, dass er es schaffte, dass ich selbst wankte und das verdiente Strafe. Vor langer Zeit hatte ich mal eine Eingebung gehabt, was ich ihm schenken könnte und gerade heute hatte mein Plan seine Reife erreicht. Für seinen Geburtstag würde dies das perfekte Geschenk sein, vor allem, so wie ich es mir vorstellte, wollte ich bösartig testen, wie er reagieren würde.

Scabior riss sich ruckartig los, sichtbar perplex wegen dem was er gehört hatte und stützte sich dann mit seinen Händen an der Wand hinter mir ab, schottete mich damit von der Umwelt ab, während er weiterhin gespannt meinen Ausführungen lauschte.

„Nicht dein Ernst, Püppchen?“, wisperte Scabior überrumpelt und blinzelte entsetzt.

„Warum? Glaubst du, dass du nicht liefern kannst, Strähnchen?“, fragte ich aufreizend und appellierte an seinen stolz als Hehler, aber er wusste natürlich, für wenn diese Gabe sein würde und dass er hier vorsichtig wurde, konnte sogar ich verstehen. Doch dann verzog er seine Mundwinkel in einer süffisanten Geste und blickte mich überheblich an.

„Hey, ich liefere alles!“, tönte er sicher, dabei warf er sein langes Haar zurück.

„Du hast bis morgen Nachmittag Zeit!“

„Ich habe meinen Preis…“, hauchte er doppeldeutig und senkte seinen Kopf, doch darüber lächelte ich nur sarkastisch.

„Das weiß ich doch, dass du ein käufliches Herz hast…“, raunte ich verführerisch, zückte mein Säckchen mit Gold und hielt es ihm hin.

Daraufhin löste er eine Hand von der Mauer, um gierig danach zu greifen, dann wog er es in seinen Händen und ich lehnte mich vor, streifte mit meinen Lippen flüchtig seine Wange, die von seinem Dreitagebart geziert wurde.

Zu meiner Zufriedenheit erlebte ich, wie er erschrocken zurückzuckte und mich somit freigab. Seine Reaktion tat mir gut, zeigte sie mir doch, dass ich es immer noch konnte. Somit machte ich mich wieder auf den Weg nach Hause.

Ich fühlte mich leichter, befreiter und bestätigter, da ich bei den anderen noch immer den Ton angeben konnte, während ich daheim kläglich versagte.

Mein Abendessen ließ ich mir in meiner Suite servieren, nachdem mir eine der Hauselfen mitgeteilt hatte, dass der Master mir ausrichten ließe, dass er am Abend auch noch unterwegs sein würde. Und auch am nächsten Tag hatte ich zum Glück meine Ruhe, denn offenbar beanspruchte der Lord Lucius und Severus gleich doppelt, das sollte mir recht sein.

Wie es schien, fiel es auch Lucius nicht leicht, das Vorgefallene zu verarbeiten, wenn er ostentativ fernblieb. Auf der anderen Seite fragte ich mich, ob ich mir nicht zu viel einredete? Aber gleichzeitig kratzte in mir eine Stimme, dir mir gar nicht gefiel und die sich fragte, wo er sich rumtrieb?

Ob er der angestauten, unerfüllten Lust bei wem auch immer Abhilfe verschaffte?

Das war ein unliebsamer Gedanke, der es schaffte, dass ich beim Mittagessen mein Besteck fallenließ und mich in die Badewanne verzog, um zu verdrängen und zu vergessen, bevor ich den Rest des Tages an mir vorbeiziehen ließ.

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BeitragThema: 406. Lucius‘ Fauxpas   Kapitel 405-406 EmptyFr Sep 06, 2013 12:12 am

406. Kapitel Lucius‘ Fauxpas


Dieser ganz besondere Tag, der 19.07., versprach sehr warm zu werden und ich hatte mich daher für ein langes, elegantes, aber sehr luftiges Sommerkleid aus Seide entschieden, denn schlussendlich war es kein normaler Tag. Das Kleid war dezent in Pastelltönen, Hellgrün und Zartrosa, gehalten und in diesen Farben mit großen Blütenblättern bedruckt, die auf cremefarbenem Grund gut zur Geltung kamen. Der weite Rock umspielte flatternd meine Silhouette.

https://dl.dropboxusercontent.com/u/59240814/kleid%20kapitel%20406.jpg

Meine Arme waren nackt und über meinen Brüsten lag der Stoff in Falten, bildete ein tiefes Dekolleté, bevor das Kleid in breiten Trägern auf meinen Schultern endete. Unter der Brust unterteilte ein breites, ebenfalls zusammengerafftes, leicht schillerndes, grünes Band das Kleid und öffnete sich ab dort in einen sehr weit schwingenden, durch die Seide geradezu schwebend leichten Rock, der bis zum Boden reichte.

Es war mir ein Bedürfnis gewesen, mein Gewand heute wie eine Waffe zu tragen, denn es war elegant, chic und sehr sommerlich zugleich, also passend für diesen nicht alltäglichen Tag und sollte zeigen, dass ich mich nicht versteckte, trotz allem was passiert war. Ich betrat also mit viel Elan und wehendem Kleid den Salon und musterte dabei abwägend seine souveräne Erscheinung, denn ich musste mir eingestehen, dass es nicht einfach für mich war, ihn jeden Tag aufs Neue sehen zu müssen.

So dankte ich der Wirkung des kräftigen Schlaflostrankes. Denn diesen hatte ich mir wohlweislich gegönnt, um alles aus meinen Gedanken zu verbannen, so fand ich den Verursacher eben jenes unglücklichen Umstandes, dass ich überhaupt diesen verflixten Trank benötigte, alleine am Frühstückstisch vor!

Auch er hatte sich wie gewohnt herausgeputzt und stand mir in seiner edlen Gewandung in nichts nach. Hemd, Weste und Plastron sowie Gehrock in sommerlich leichten Stoffen vervollständigten seine gewohnt herrische Aufmachung.

„Guten Morgen“, begrüßte ich ihn betont neutral.

„Guten Morgen…“, kam es langgezogen von ihm, dabei lag sein gespannter Blick auf mir, aber nach seinen letzten Kapriolen lag es mir fern, zuvorkommend zu ihm zu sein, denn ich bemerkte sehr wohl, dass er auf etwas wartete.

Ich hatte ihn nun seit vorgestern Morgen, dem Desaster in seiner Suite und dem folgenden Frühstück mit Severus, nicht mehr gesehen und war auch froh darüber gewesen. Nur langsam ging ich auf den Tisch zu und behielt Lucius im Blick.

Natürlich war mir sehr gegenwärtig, worauf er wartete.
Doch warum sollte ich dem nachgeben? Er schien irgendwie lauernd in seiner aristokratischen Haltung und in mir wollte ein fast spöttisches Lachen aufkeimen, aber so hielt ich meine Maske aufrecht und hatte vor, mich beschwingt auf meinen Platz zu setzen, ohne ihn weiter zu beachten.

„Hermione… hast du nicht etwas vergessen?“, fragte er dezent pikiert über meine vollkommene Nichtbeachtung.

Gerade noch konnte ich das höhnische Auflachen unterdrücken, denn Lucius konnte wirklich dramatisch konsterniert spielen, oder sollte ich sagen leicht beleidigt, wenn man ihn seiner Meinung nach nicht richtig beachtete oder wertschätzte.

„Bitte?“, zeigte ich mich gespielt irritiert.

„Komm hier her zu mir!“, forderte er kompromisslos. Sofort rückte er ein Stück vom Tisch ab und winkte mich viel zu herrisch für meinen Geschmack zu sich. Ich knirschte mit den Zähnen.

Konnte er nicht abwarten?

Was war seine Sorge, dass ich es vergessen würde?

Oder hatte er tatsächlich von mir erwartet, dass ich mit einem Happy Birthday auf den Lippen hier herein hoppelte?

Aber ganz ehrlich, etwas anderes als die Pest wünschte ich ihm gerade eigentlich nicht wirklich und ihm nahe zu kommen, nach dem katastrophalen vorgestrigen Morgen war auch nicht mein präferiertes Vorhaben und das wusste oder ahnte er sehr genau.

„Ich wünsche mir nur eine ordentliche Begrüßung an diesem Tag… ist das so schlimm?“, umging er es wenigstens profan, seinen Jubeltag heraus zu posaunen und ich stieß schnaubend die Luft aus.

„Das ist mir bewusst!“, erwiderte ich nun etwas schärfer und wägte noch immer ab, aber er hielt mir noch immer auffordernd seine Hand entgegen.

Als er mir einen unleserlichen Blick sandte und langsam nun doch den Arm sinken zu lassen begann, überwand ich mich und eilte schließlich notgedrungen auf ihn zu, denn ich hatte mich entschieden, so zu tun als wäre das alles letztens zwischen uns nicht geschehen. Ich musste über den Vorfällen stehen, sonst würde ich untergehen, hatte ich spontan beschlossen.

Dabei achtete ich peinlich genau darauf, dass ich ihn ja nicht weiter berührte, denn das wollte ich nicht. Also beugte ich mich sehr vorsichtig vor, um ihn nicht an der Schulter anzufassen und wollte ihm einen raschen, sehr flüchtigen Kuss auf die Wange hauchen, doch er durchschaute mein Vorhaben und ließ das gar nicht zu, denn er packte mich stattdessen übergangslos an der Taille und zog mich vor sich, spreizte seine Beine und delegierte mich dazwischen. Manchmal konnte ich es nicht fassen, wie unglaublich dieser Mann war.

„Hey…“, protestierte ich umgehend und wollte wieder weg, da ich nun gefangen zwischen Tisch, seinen Beinen und ihm dastand. Das erschien mir weniger glücklich. Er hatte mich wieder überrumpelt und es ausgenutzt, dass ich aufs Abstand halten konzentriert gewesen war. Die Tischkante drückte hart gegen meinen Po und ich versuchte so gut es ging, diesem aufdringlichen Menschen auszuweichen, was schwerfiel, da Lucius mir sehr wenig Platz ließ.

„Also?“, hob Lucius fragend eine helle Braue und überging lapidar meinen Protest. Mir war nur zu gegenwärtig, was er wollte. Er wollte provozieren, wie immer, und es nervte mich gewaltig.

Ich atmete tief ein und seufzte ergeben, denn ich musste einfach nur einen Weg finden mit ihm umzugehen, so ging das nicht weiter. Ich musste lernen, ihm anders zu begegnen als bisher, aber mit vehementem Widerstand würde ich es nie schaffen, denn das reizte ihn und so versuchte ich, seine Hände an meiner Hüfte auszublenden. Trotzdem fühlten sie sich an, als würden sie sich durch die zarte Seide des Kleides brennen.

„Alles Gute zum Geburtstag, Lucius!“, verkündete ich somit zuckersüß und sehr gezwungen, beugte mich jedoch tapfer vor, um es hinter mich zu bringen.

Ich nahm gerade wieder Kurs auf seine Wange, als er sein Antlitz von mir zurückzog, um absolut tadelnd zu mir zu blicken.

„Das kannst du besser!“, zog er mich gutmütig auf, eine Tatsache, die mich die Augen rollen ließ.

Aber mit Erinnerungen gesegnet, wie ich meinen DeathEater-Kollegen gegenübertrat, sprach ich mir Mut zu, dass ich alles konnte und so beugte ich mich rasch vor, um ihm einen kurzen, keuschen Kuss auf die Mundwinkel zu hauchen, mehr würde er nicht bekommen. Mich durchzuckte ein regelrechter Stromstoß, den ich so nicht erwartet hatte, als meine Lippen ihn berührten. Ich zuckte zurück, wobei er mich nicht aufhielt, um daraufhin das selbstgerechte Grinsen von Lucius sehen zu müssen, während er mich von unten musterte.

„Schon besser, … ich danke für die Wünsche… aber nun lass mich dich bewundern!“, erklang Lucius‘ samtige Antwort auf meinen ihn sichtbar nicht befriedigenden Kuss und doch klangen seine Worte wie eine Drohung.

Doch er schaffte es wie niemand sonst, mich zu überraschen, denn im nächsten Augenblick hatte er mich in einer fließenden Bewegung hochgehoben, um mich vor sich auf den Tisch zu setzen. Erschrocken sog ich die Luft ein, während Lucius sich in derselben Sekunde ebenso geschmeidig erhob und nun über mir stand, vor mir aufragte.

Ich starrte kurz auf seine verschnörkelte Weste, die jetzt auf meiner Blickhöhe lag, doch da beugte er sich vor und ich war so perplex, weil ich vor ihm auf dem Frühstückstisch gelandet war, dass ich fast schon automatisch auszuweichen versuchte und mich unweigerlich weiter in die Falle brachte, mich von ihn weggehend zurücklehnte, bis ich meine Bauchmuskeln anspannte und ich damit auf dem Rücken, mehr oder weniger auf dem Tisch, wie eine Opfertrophäe vor ihm lag.

Kurz wunderte ich mich, an einem banalen Gedanken festhaltend, wo das Geschirr geblieben war, das hinter, beziehungsweise unter mir sein müsste, aber Lucius war nicht umsonst ein Zauberer.

„Oh… hör auf…“, hisste ich hörbar genervt und verzog widerwillig mein Gesicht, dabei blieb ich dieses Mal erstaunlich ruhig und gefasst, während er mich bedrängte. Schlussendlich konnte man sich an alles gewöhnen, sagte ich mir.

Der weite aufbauschende Rock ließ es zu, dass Lucius meine Beine bestimmt und recht entschlossen auseinander schieben konnte und sich zwischen meine über die Tischkante hängenden Beine positionierte. Ich ließ es zu und entschied mich dazu, mich lässig zu geben, obwohl er wieder so anmaßend war, aber mir war nur zu bewusst geworden, mit offenem Kampf reizte ich Lucius nur und stachelte seinen Jagdtrieb noch weiter an. Jede andere Erklärung für mein Verhalten als die, Lucius den Wind aus den Segeln zu nehmen, ließ ich nicht zu und schob ich weit von mir.

„Ahhh… das ist doch bitte nicht dein Ernst… Lucius…“ Ich zog mich auf meine Unterarme, stützte mich auf sie. So lag ich nun recht provokant vor ihm und blickte ihn gespielt abschätzig an.

Wenn ich ihn nicht fernhalten konnte, weil ich zu weich und nachgiebig war, dann würde ich nun versuchen, lässig, gleichgültig zu sein und vollkommen neutral über dem Ganzen zu stehen, jedoch fragte ich mich innerlich sehr wohl, wieso ich bei Fenrir, den Lestranges oder dem Strähnchen immer oben auf schwamm, aber bei Lucius unterzugehen drohte? Darüber wollte ich eigentlich nicht nachdenken.

„Süperb!“, verkündete er samtig und bescherte mir eine Gänsehaut, bei dieser doch wieder so kompromittierenden Lage, in der ich gerade war, aber er schien in seinen ganz eigenen Gedanken gefangen zu sein.

„Das ist nicht lustig, lass mich aufstehen!“, begehrte ich mit sehr entschlossener und leiser Stimme auf, aber ich kämpfte nicht körperlich. Letztendlich war es ein halbherziger Versuch von ihm wegzukommen, kein Vergleich zu wirklicher Gegenwehr meinerseits und sogar lascher als meine Wehrhaftigkeit bei unserem Kuss auf der Lichtung.

„Geduld!“, begrub er meinen Protest gewohnt dominant und ich stieß fast einen frustrierten Schrei aus, den ich nur schwer unterdrückte, worauf seine Mundwinkel zuckten.

Nun löste er seine Hände von meinen Knien und legte eine locker auf meine Hüfte. Mit der anderen fuhr er zu meinem von ihm mit dem Knutschfleck verschandelten Hals und streichelte diesen sanft mit seinem Daumen, bevor er an mein Kinn fasste und es auf die andere Seite drehte. Somit offenbarte er die Stelle, die Severus gestern markiert hatte.

„Tse… tsssss…“, schnalzte er übertrieben mit der Zunge, aber er schien alles andere als verärgert darüber, sondern wirkte eher sachte amüsiert.

„Zufrieden?“, knurrte ich dunkel, bestrebt, mein neues Verhalten ihm gegenüber beizubehalten.

Aber er reagierte nicht darauf, ließ stattdessen sofort von meinem Kinn ab und legte seine Hand flach, sehr lasziv und aufreizend auf mein offenherziges Dekolleté. Ich knurrte auf und warf ihm einen stechenden Blick zu. Dieses Mal wollte ich nicht zu einer willenlosen und leicht zu manipulierenden Puppe mutieren, sondern kontrollieren, wie weit ich ruhig blieb und was ich zuließ. Bisher versuchte ich, keinen Fehler zweimal zu begehen, somit würde es mir nicht wieder passieren, dass er mich einlullte.

Soeben überlegte ich ernsthaft, die schräg neben mir stehende Kaffeekanne aus Porzellan zu packen und sie ihm unprätentiös über den Schädel zu ziehen, doch in der nächsten Sekunde handelte er schon.

Noch wusste ich nicht genau, was er mit der Aktion bezweckte, außer seiner gewöhnlichen, sinnlichen und erotischen Anmache, die mich weichkochen sollte, nur heute ließ mich das bisher recht kalt und unbeteiligt zurück. Er ließ seine Hand kurz auf dem grünen Gürtel liegen, nur um sie dann auch schon weiter hinab zu meinem Bauch gleiten zu lassen. Durch die dünne Seide konnte ich seine warme Hand sehr deutlich wahrnehmen und verbot mir entschlossen jedes Erschauern. Plötzlich fuhr seine Hand um mich herum, unter meine Schulterblätter, was kein Problem war, da ich meinen Oberkörper auf meine Arme stützte. Lucius zog mich ruckartig zu sich hinauf und vereitelte damit leider meinen grandiosen Plan, ihn mit der Kanne bewusstlos zu schlagen.

„Mein Merlin, wie viel Stoff…“, regte er sich über die mehrlagigen Reihen Stoff auf, die sich zwischen seinen Beinen aufbauschten.

„Wie gut, dass du das Kleid ausgesucht hast!“, spottete ich überheblich und bekam einen langen Blick aus sturmgrauen Augen.

„So, und nun gratulierst du mir richtig!“, verkündete er kompromisslos und im nächsten Augenblick lagen seine Lippen wieder bestimmt auf meinen, doch er küsste mich erstaunlich sanft, aber so ganz und gar nicht keusch.

Seine Zunge glitt fordernd über meine Lippen, wobei ich soeben meine Hände gegen seine Brust legte und ihn von mir wegstoßen wollte, denn wie gesagt, nochmal würde mir das nicht passieren. Erneut spielte mir mein Geist einen Streich, denn in Gedanken sah ich, wie ich meine Stirn mit voller Wucht gegen seine rammte, denn genau das würde ich bei einem DeathEater tun, der es wagen würde, mich derart anzugehen.

Ich war im Prinzip auf eine richtige, körperliche Auseinandersetzung aus, die sich gewaschen hatte und nicht auf Sex, oder auch nur auf Küsse. So glitten meine Lippen auf, da ich ihm sagen wollte, was ich davon hielt, dass er es nicht lassen konnte. Es tat gut, sich wieder selbst besser zu fühlen und nicht nachgiebig zu sein.

Aber er erwartete meine Gegenwehr und legte seine Arme nur noch fester um mich, schloss mich mit seinen Armen ein. Protestierend ging mein Mund auf und ich wollte mich zurückziehen und schimpfen, aber er ließ mich nicht entkommen und nützte die Gunst, um durch meine offenen Lippen zu gleiten. Es war kein langer Kuss und ich überlegte ernsthaft, ihm auf die Zunge zu beißen. Warum ich es in der Sekunde nicht tat, wollte ich nicht so wirklich überlegen.

Fieberhaft überlegte ich, wie ich gegen ihn ankommen könnte. Heute trug ich meine Dolche, sollte ich sie zücken und ihm ähnlich wie Fenrir klarmachen, dass es hoffnungslos war und ich nicht hilflos? Ich sagte mir zumindest, dass ich gewillt war alles nur Mögliche zu tun, damit dies hier nicht wieder in einer ähnlichen Katastrophe wie vorgestern auf seiner Couch enden würde. Eine solch vollkommene Demütigung reichte mir für ein ganzes Leben.

Schließlich schaffte ich es, mich ihm zu entwinden, dabei schüttelte ich mich, denn wenn ich mir zusätzlich vorstellte, dass wir hier morgens immer alle zusammen aßen, dass ich gerade hier auf dem Tisch saß und Lucius zwischen meinen Beinen hatte, ließ mich erst recht nicht wanken, sondern fachte meinen Willen, mich ihm zu entziehen, zusätzlich an.

Dies war meine Chance, ich musste ihn überrumpeln und in bester Marilyn Monroe-Manier hauchte ich:

„Alles Gute zum Geburtstag!“

Ich bemerkte, dass mein Plan aufging und es ihn überraschte, dass ich derart lasziv reagierte. Endlich konnte ich mich etwas von ihm lösen, doch sogleich glitt seine Hand an meine Wange und fuhr sanft mit dem Daumen über meine geröteten Lippen.

„Möchtest du dein Geschenk sehen?“, versuchte ich ihn weiterhin abzulenken, doch er ließ sich dadurch nicht wirklich beirren.

„Gleich!“, antwortete er nur abwesend, während er mich intensiv studierte.

Manchmal fragte ich mich wirklich, was in ihm vorging, was er dachte, während nun seine Hand sachte von meiner Wange glitt, seine Fingerspitzen zart an meinem Hals entlangfuhren, bis sie an einem Punkt liegen blieben. Die ganze Zeit folgte sein Blick seinen Fingern und letztendlich betrachtete er wieder den mittlerweile deutlich bläulich und rot angelaufenen Fleck an meinem Hals.

Langsam, wie unter Trance, beugte er sich vor und ich starrte ihn wenig einladend an.

„Was wird das?“, fragte ich irritiert, worauf Lucius‘ Lippen meine Haut am Hals berührten und ich auf seine blonde Haarpracht schielen konnte. Irgendwie fühlte ich mich mächtig von ihm belästigt.

„Autsch…!“, rief ich im nächsten Augenblick auch schon überrumpelt, fasste recht grob in seine langen, blonden Haare und zerrte wenig zärtlich daran.

Denn ich fühlte an der sowieso leicht schmerzenden Stelle, die der kleine Bluterguss zierte, ein schmerzhaftes Ziehen und Pieken und erkannte sprachlos, was er da schon wieder tat. Lucius saugte an meiner Haut und biss sogar leicht zu, nicht so weit, dass ich blutete. Es war ein fast zärtlicher Biss, aber wieder bearbeitete er meinen Hals intensiv. Ich war derart platt von seiner Aktion, dass ich nicht mehr tat als an seinem Haar zu ziehen und zu zerren, was ihn von seinem Tun aber nicht abhielt, er knurrte nur leise.

Doch schon nach wenigen Augenblicken, in denen ich zwischen Pein und Genuss hin und her gerissen gewesen war, löste er sich wieder von mir, dabei verblieben meine Finger in sein Haar verkrallt.

Ich schüttelte mein Haupt, denn ich wollte nicht, dass er den Knutschfleck erneuerte und so fand ich mich wieder in meinem Zorn und zog nun fester an seinem Haar, riss grob daran.

„Autsch…“, kam es nun unerträglich nachsichtig von Lucius, der mein Handgelenk mit harter Hand einfing und jetzt seine Haare seelenruhig aus meinen Finger befreite.

„Störe ich?“, fragte urplötzlich eine schnarrende Stimme und ich riss mich von dem Anblick blonden Haares los und reckte meinen Hals.

So blickte ich nun verkehrtherum zu Severus, der sich uns mit bedächtigen Schritten in seiner schwarzen Pracht näherte.

„Severus…“, entkam mir fast ein hoffnungsvoller Hauch, weil er nun diese Provokation unterbinden würde.

Seine Musterung galt dem Anblick, den wir boten, ich auf dem Tisch, Lucius vor mir, zwischen meinen leicht geöffneten Beinen. Langsam und bedächtig löste sich Lucius gänzlich von mir, worauf ich wieder rasch mit meinem Haupt zu ihm herumfuhr. Er sah Severus stoisch an, dabei lag sogar so etwas wie ein verruchter Zug, der seltsam anmutete, um seinen Mund.

„Wir wollen doch schließlich, dass auch Draco noch seine Freude daran hat, nicht wahr?“, verkündete Lucius maliziös und schien zufrieden, während ich unter seinen bösartigen Worten zu Eis gefror.

Dann trat er aber endlich vollends zurück und gab mich somit frei, schob den Stuhl hinter sich und verkündete blasiert:

„Und nun, zeig mir mein Geschenk!“ Ich war bewegungsunfähig.

Dass er sich überhaupt noch daran erinnerte. Ich selbst hatte schon ganz vergessen, dass ich es ihm gerade verraten hatte. Aber Lucius hielt mir auffordernd seine Hand hin, um mich vom Tisch zu ziehen.

„Und ich frage nochmal, störe ich?“, betonte Severus akzentuiert, bevor er neben uns stoppte.

„Nein, sicher nicht! ... Mich nie…“, erwiderte Lucius leichthin, denn unterdessen glitt ich sehr rasch vom Tisch und ignorierte Lucius‘ Hand gekonnt, während meine Finger tastend zu der malträtierten Stelle wanderten, um darüber zu reiben.

Ich fasste es immer noch nicht. War ich auf einer Viehbeschau gelandet? Denn auch Severus‘ obsidianfarbene Augen lagen wie gebannt auf meinem misshandelten Hals.

„Severus, ich bin sooo froh, dass du da bist…“, konnte ich nichts anderes tun, als aufrichtige Erleichterung zu fühlen, dass er gerade jetzt erschienen war, „… bitte, willst du uns nicht begleiten? Ich möchte Lucius mein Geschenk geben!“, sprach ich wild darauf los, denn ich wollte partout vermeiden, wieder alleine mit Lucius zu sein.

Darüber lüpfte Severus lediglich nur seine schwarze Augenbraue, denn ich klang bei meiner Verkündung gekünstelt vorfreudig, aber noch froher war ich in Wahrheit darüber, von diesem doofen Tisch gekommen zu sein. Ich strich mir mein Kleid wieder glatt. Ich musste unbedingt Severus dabeihaben, wenn ich Lucius mein Präsent überreichen würde.

Er war meine Rückversicherung!

Lange schien es mir, als würde Severus uns sehr abwägend mustern, bevor er sachte sein Haupt neigte:

„Aber sicher!“, murmelte er leise, während es mir so schien als liefe zwischen Severus und Lucius eine nicht nur stumme, sondern wohl verborgene Kommunikation ab, deren Bedeutung oder Inhalt nur sie entschlüsseln konnten.

Vor allem ließ Severus‘ Gesicht nicht erahnen, was er dachte, nachdem er uns derart kompromittierend auf dem Tisch entdeckt hatte, seine nichtssagende Maske saß. Nur schwer gelang es mir, mich von der unheimlichen Atmosphäre loszureißen, die im Frühstückssalon herrschte, um entschlossen auf die Glastüren zuzuschreiten, die in den Park führten und so folgten mir schlussendlich beide.

„Wohin geht es?“, wollte dann doch Lucius wegen des Ortswechsels erstaunt wissen.

„Das ist eine Überraschung…“, verkündete ich selbstsicherer als ich war. Schon ließ ich die Salontüren hinter mir und trat auf die Terrasse, lief die Stufen zum Park hinab.

Zielstrebig steuerte ich den Bereich an, den ich den Hauselfen angewiesen hatte um mein Geschenk zu deponieren, bis es zum Einsatz kam. Denn natürlich hatte Scabior mich nicht enttäuscht und wie erwartet rechtzeitig geliefert, wobei er dafür auch fürstlich entlohnt worden war und er wusste, auf Versagen reagierte ich allergisch. Er hatte sich bestimmt für meinen Wunsch die Beine in den Bauch gerannt.

Auf dem Weg nach draußen dachte ich versunken über alles nach und das schien Severus zu bemerken, da er plötzlich zu mir aufschloss.

„Was?“, hisste er leise und ich zog überrumpelt eine Braue hoch.

„Was schenkst du ihm?“, flüsterte ich schnell und versuchte umzuschwenken, denn Severus war nicht der Richtige, um zu bereden, was mich wirklich beschäftigte und es war auch nicht der rechte Zeitpunkt, mit Lucius in meinem Rücken.

Nur war ich nicht leise genug, da nun auch Lucius schneller zu werden begann und der Kies lauter unter seinen Schritten knirschte, weil er zu uns aufschloss. Das war nicht schwer, aber Severus stoppte sichtlich perplex wegen meiner Frage und ich blinzelte ihn irritiert an.

„Ich? ... Mich?“, kam es reichlich sparsam von Severus, der mehr als konsterniert wirkte und der mir einen unverständigen Blick sandte.

„Hahaha… das klingt schrecklich falsch und zweideutig, Severus!“, lachte Lucius herzhaft auf.

Selbst ich konnte mich nicht halten, denn das war der wahrlich trockene Severus wie er leibte und lebte, unnachahmlich köstlich. Hinzu kam aber auch, dass Lucius recht hatte, denn es klang mehr als doppeldeutig, wobei ich es genial fand, wie er sich gekonnt aus der Affäre zog, weil er nicht bereit war, sich um ein Geschenk zu scheren.

Wobei, wenn ich dies so zu Lucius sagen würde, wollte ich wetten, dass er dies dann absichtlich falsch verstehen würde in seiner Doppeldeutigkeit.

„Mhm… es reicht, dass ich da bin!“, knurrte Severus unwillig und reckte seine große Nase auch recht arrogant in die Höhe, dabei bildete sich eine steile Falte auf seiner Stirn.

„Na, so schön bist du auch nicht!“, tat Lucius immer noch sehr locker ab und schenkte mir nun einen unleserlichen Blick, der so viel mehr aussagte.„Aber was schenkst du mir nun, Hermione? Es würden mir gar mannigfaltige Dinge einfallen, die du mir offerieren könntest!“, wisperte er gewohnt lasziv zu mir, doch ich überging diese Doppeldeutigkeit ebenfalls gekonnt und grinste bloß spöttisch.

„Geht es noch hochgestochener?“, fiel Severus dem Ganzen barsch ins Wort und erntete ein verächtliches Schnauben.

Als wir bei dem sehr großen Stall ankamen, fühlte ich doch so etwas wie Nervosität in mir aufsteigen, eben weil ich wusste, wie schwer es war, Lucius zu überraschen und das Richtige zu finden, wenn man ihm Geschenke machte.

„Was, Severus? Du selbst bist nur mürrisch, da du noch ewig auf deinen Jubeltag warten musst!“, gab Lucius selbstredend Konter und ich fand es köstlich, wie diese beiden sich mal wieder nichts nahmen.

„Bin ich ein Pfau? Ich lege auf dergleichen keinen Wert…“, ging Severus sofort in die Offensive. Als ich mit weit ausholenden Armen zu ihnen herumfuhr und verkündete:

„Okay, wir sind da…“, stoppten die Männer und sahen sich interessiert um. Sie sahen nicht mehr als eine große Kiste in der Mitte des Platzes.

„Hier, für dich, Lucius, ich dachte, da du schon alles hast…“, begann ich, während ich gleichzeitig das weiße Tuch von der Kiste zog und sofort stürmten die vier Exemplare neugierig, aber auch erleichtert endlich befreit zu werden, aus ihrem Gefängnis heraus.

„Was ist das?“, hauchte Lucius hörbar irritiert, während Severus kurz davor stand, seine sonst so gut sitzende Maske vollends zu verlieren.

Es waren violette Pfauen, ausgesuchte Raritäten der Muggel, dieses changierende Violett war eine große, wunderschöne Seltenheit. Diese außergewöhnliche Farbe der Federn leuchtete kräftig schimmernd auf der Schleppe. Ich selbst fand diese farbigeren Pfauen viel schöner als die weißen, die selbstherrlich durch den Park des Manors stolzierten. Natürlich, sie waren auch prächtig, aber so blass in meinen Augen, daher fand ich das Farbenspiel der anderen faszinierender wegen ihrer facettenhaften Reichhaltigkeit.

http://www.pfauenzucht.eu/Violett.html

http://www.pfauenzucht.eu/Weiss.html

Natürlich hatte ich nicht aus meiner Haut gekonnt und alles genauestens studiert, als ich mich entschieden hatte, Lucius Pfauen zu schenken und meine Recherche hatte ergeben, es gab nicht nur die Blauen, die auch prächtig, aber doch gewöhnlich waren, nein, es gab noch viele andere Sorten: Bronze, Gescheckt, Schwarzflügel, Pfirsich und noch mehr, aber dieser satte lilafarbene Ton hatte es mir angetan und ganz ehrlich, die stinknormalen blauen Pfauen, die jeder kannte, die konnte ich Lucius nicht schenken.

Hermiones Sicht Ende

Severus Sicht

„Wie kamst du darauf?“, flüsterte ich interessiert und beugte mich nah zu ihr, während sich Lucius vorsichtig seinem Geschenk näherte und die farbige, violette Pracht mit einer gewissen Distanz ins Visier nahm.

Als eines dieser so arroganten Tiere seine Betrachtung registrierte, schlug es sofort begeistert und um Beachtung heischend sein Rad und stolzierte wie ein König daher, sonnte sich in der Aufmerksamkeit. Das war ekelerregend zu erleben und erinnerte schrecklich an Lucius, wenn er mal wieder einen pfauischen Tag hatte. Unterdessen lehnte sie sich vertrauensvoll zu mir. Ich spürte die leichte Seide ihres schönen, flattrigen Kleids an meinen Händen.

„Sein Patronus…“, entgegnete sie leise und sofort legte ich ihr die Hand auf die nackte Schulter, drückte kurz zu und erlangte somit ihre volle Aufmerksamkeit.

„Sag ihm das nie…“, wisperte ich ihr vertraulich zu. Sogleich erstarrte sie. Sie war umgehend auf der Hut, aber sie fing sich schnell und nickte dann.

„Was meinst du genau? Ich soll nicht sagen, dass ich weiß, was sein Patronus ist?“, drehte sie sich endgültig um und daraufhin nickte ich nur schweigend, wobei ich darauf achtete, dass der etwas von uns entfernt stehende Lucius es nicht bemerkte.

Er wirkte sehr abwesend. Dass ihr Geschenk ihn nicht überraschte, konnte er nicht behaupten, derart perplex wie er wirkte, das schaffte wahrlich nicht jeder!

Aber es stimmte, er wüsste es nicht zu schätzen, dass sie wusste, wie sein Patronus aussah. Nicht einmal Draco kannte Lucius‘ Patronus, genauso wenig wie ein anderer meinen zweiten Patronus kannte, da mich dieser immer wieder überraschte und ich es nicht schaffte, mich mit diesem zu identifizieren.

Aber mich verunsicherte oder beunruhigte etwas ganz anderes, was mir soeben auffiel.

Was war das hier? Warum wollte ich sie, das Biest, neuerdings davor bewahren, mit Volldampf voraus ins Fettnäpfchen zu treten?

„Hermione? Pfauen?“, echote nun Lucius wenig erfreut und wirbelte anklagend zu uns herum.

„Ja, ich dachte, dir könnten diese Exemplare gefallen, schon alleine wegen ihrer Seltenheit… sie sind violett…“, versuchte sie unverfroren zu erklären und zögerte keine Sekunde, aber die Stimmung war dahin, da der menschliche Pfau missbilligend auf die prächtigen Tiere starrte.

Wobei sich das radschlagende Männchen redlich in die Brust warf und regelrecht über sich hinauszuwachsen schien und das im übertragenen Sinne. Es war köstlich, mitzuverfolgen, was für abstruse Geschenke sie Lucius offerierte und auch noch erbaulich amüsant für mich. Diese beiden Pfauen zusammen waren ein Erlebnis der besonderen Art für mich.

„Sie sind nicht magisch!“, begehrte Lucius wehleidig auf und ich selbst verkniff mir ein gehässiges Grinsen.

„Stimmt, sie kommen aus einer Muggelzucht. Die magischen Pfauen sind ja leider nur blau oder weiß“, zeigte sie Unwillen und strich sich eine Strähne aus dem Gesicht.

„Ja, die weißen gibt es nur bei uns, hier, auf meinem Grund und Boden…“, setzte Lucius mit der ihm eigenen Exaltiertheit hinterher.

„Echt?“, kam es ernsthaft von mir und auch sie schien überrascht über die Auskunft zu sein. „Weiß immer weiß, ist nicht so prickelnd…“, murrte sie nur leise, sodass er es überhören konnte, wie es ihm auch gerade beliebte, es zu tun.

„Ja, ich habe sie gezüchtet! Aber Lila…“, stöhnte er exzentrisch und es klang todunglücklich, dass nun diese Farbflecken das Bild seiner reinen weißen auf den Ländereien beschmutzen würden.

Nun stöhnte auch ich, da ich mich an unsere Jugend erinnerte und an seine wahre Passion, diese scheiß Viecher zu züchten. Seine Mutter brachte ihn als kleines Kind auf den Geschmack und er selbst war danach besessen von diesen zu lauten Schreihälsen und als er seinen geliebten, weißen Pfau hatte, war seine Selbstverliebtheit nicht zu ertragen gewesen. Ich erinnerte mich mit Grauen daran.

Wobei, dann erinnerte ich mich auch daran, wie ich den einen Pfau geröstet hatte und sofort ging es mir besser! Denn seitdem hielten diese Viecher respektvollen Abstand zu mir und verschluckten sogar ihre krächzenden Töne. Ich hatte somit erreicht, was ich wollte, RUHE!

„Violett, diese Mutation entstand…“, wollte sie ihn in ihrer besten Schlaumeierstimme belehren, aber er unterbrach sie eilig:

„Sie sind eine Mischung?“, dabei lag sein taxierender Blick konsterniert auf den stolzen Tieren, die fröhlich und forsch ihr neues Reich arrogant erkundeten. Es waren zwei Männchen und zwei Weibchen. Diese Pfauen hingegen, anders als die weißen, wagten es noch, diese belästigenden, lauten Töne in meiner Nähe auszustoßen, um ihr Terrain zu sondieren. Na sie kannte mich halt noch nicht und daher fletschte ich leicht vorfreudig die Zähne.

„DU hast von den Muggelvarianten keine Ahnung, oder?“, brauste sie auf. „… Bitte, was denkst du denn, ist mit deinen weißen Pfauen? Der weiße Pfau ist ebenfalls eine Mutation, ob magisch oder nicht!“, stemmte sie ihre Hände aufgebracht in die Hüften und funkelte ihn zornig an, wie er es wagen konnte, ihre Gabe geringzuschätzen.

„Das stimmt NICHT, ich kenne mich aus, aber gerade der weiße Pfau ist etwas ganz Besonderes, da er eben einen einwandfreien, einen durchgängigen, einen perfekten Leuzismus hervorbringt!“, legte er inbrünstig los und ich schlug mir innerlich mit der Hand auf die Stirn. Kam jetzt wieder diese unsägliche Leier, wie einzigartig doch die weißen Tiere waren?

„Und darum geht es dir? Perfektion? Reinheit?“, hauchte sie fragend und irgendwie war mir ihr durchdringender Blick zu berechnend und ihr Ton eine Spur zu lauernd, aber er in seinem Eifer bemerkte es nicht in vollem Ausmaß, denn er selbst plusterte sich, den Tieren gerade zu ähnlich, prächtig auf und ich dachte noch, bitte nicht. Das Problem war nur, sie hatte auch gerade im Ansatz gezeigt, Ahnung von der Geschichte zu haben und das war wie eine Steilvorlage zu einem unsäglichen Grauen, denn schon legte er los:

„Um ihre Einzigartigkeit geht es mir. Du musst wissen, die weißen Pfauen sind keine Albinos, auch wenn sie oft für einen Albino gehalten werden. Es handelt sich hierbei jedoch nicht um Albinismus, sondern um Leuzismus, da die Iris dunkel und nicht rot ist. Leuzismus ist eine Defekt-Mutation, die dazu führt, dass das Fell weiß und die darunterliegende Haut rosa ist, da die Haut keine Melanozyten enthält. Im Gegensatz dazu sind beim Albinismus die Zellen zwar vorhanden, aber unfähig, den Farbstoff Melanin zu bilden. Die meisten Formen der Unregelmäßigkeit sind auf abgeschwächte Formen des Leuzismus zurückzuführen und es ist egal, ob magisch oder nicht und das ist das Interessante!“, palaverte er hochtrabend und ich hätte aus der Erinnerung heraus mitmachen können, wie sehr ich diese brutale, unschöne Erkenntnis doch verachtete.

„Aha… naja, vielleicht gefallen dir die violetten Pfauen ja doch noch, denn sie sind auch selten in ihrer Mutation und schillern so viel schöner…!“, presste das Biest leicht pikiert hervor und überging mit absoluter Nonchalance seinen Vortrag. „Aber wenn es dir nicht gefällt… ich dachte nur, dass dies eine ganz besondere Idee wäre, bei einem Mann, der schon alles hat, aber wenn du sie nicht willst!“, kam es nun brüsk von ihr, worauf er tief luftholte, weil er bemerkte, was für einen Fauxpas er sich erlaubt hatte. Aber er kam zu keiner Reaktion, da sie sich von uns endgültig abwandte.

Innerlich applaudierte ich ihr für ihren dramatischen Abgang, wie sie ihm die nackte Schulter wortwörtlich hinhielt und sich angepisst darüber gab, dass er sich nicht freute. Tja, zusätzlich zu der Aktion vorhin im Salon, nannte man das sprichwörtlich eine sehr schmerzhafte Bruchlandung und dabei wollte ich nicht mal sarkastisch sein.

„Naja, wie auch immer, ich hätte noch einen Termin!“, verkündete sie hörbar verschnupft und entfernte sich mit flatterndem Kleid.

„Was? Du gehst?“, fragte er sichtlich fassungslos, wegen ihre Art ihn stehenzulassen.

„Wenn du es gestattest, ja, ich würde meinen Termin gerne wahrnehmen…“, bremste sie keine Sekunde und man bemerkte sehr wohl, dass sie nicht fragte, sondern dies voraussetzte und jetzt überraschte mich Lucius.

„Oh… noch einen Termin, heute… tatsächlich? Aber gut, wie du wünschst…“, forschte er ironisch nach, aber er hielt sie nicht auf, erst als sie den Schotterweg verließ, rief er etwas lauter:

„Heute Nachmittag erwarte ich allerdings, dass du deine Zeit mir widmest!“ Darauf antwortete sie gar nicht, sondern nickte nur und sofort entschwand sie um die Ecke, worauf er etwas verloren wirkend dastand und ihr nachsah.

„Pfff… alles haben… schön wäre es!“, flüsterte er ihr mit einer mir unbekannten Wehmut fast unhörbar, leise hinterher.

Umgehend warf ich ihm einen langen, sehr ernsten Blick zu und versuchte mir eine Meinung zu bilden, bis ich zusammenzuckte, denn diese verdammten Viecher, egal ob weiß, lila, blau oder schwarz, sie alle schnatterten in einer enervierenden Tonlage und stießen grauenvolle, schrille Töne aus, die mir gehörig auf die Nerven gingen.

Severus Sicht ende

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