When Hermione Fights
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 Kapitel 86-87

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queenie
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Kapitel 86-87 Empty
BeitragThema: Kapitel 86-87   Kapitel 86-87 EmptyDo Feb 09, 2012 2:33 am

Nun wird es ernst!


McGonagall rief uns in die Große Halle, die nun leer war, keine vier großen und langen Haustische zierten mehr denn großen Saal, denn nun befanden sich je vier Pulte nebeneinander, mit viel Platz zwischen den einzelnen Sitzen, die sich dann bis zur Tür in Reih und Glied zogen.

Allein dies wirkte schon auf viele aufregend, da es richtig nach dem Flair einer Prüfung schrie.

Die Stimmung der Schüler steigerte sich ins Uferlose und die Aufgekratztheit war mit Händen zu greifen und so bat uns die Professorin in ihrer üblich geordneten Art, Platz zu nehmen. Ich fühlte eher, wie so oft bei Prüfungen, einen erregenden Kitzel der Vorfreude. Nein, keine Angst oder Nervosität ergriff von mir Besitz, sondern eher eine eisige Ruhe, im Bewusstsein, alles richtig und perfekt erledigen zu wollen und um auch noch Spaß und Vergnügen an der ganzen Sachen zu finden, setzte ich mir auch noch ein zeitliches Limit, es so schnell als möglich zu schaffen.

„Setzen sie sich bitte ganz frei hin, sie müssen nicht neben ihren Freunden sitzen, da die Pergamente magisch gegen Betrügereien abgesichert sind!“, erklang ihre harte, magisch verstärkte Stimme durch die Halle.

Ich konnte Rons panischen Blick ausmachen und sah ihn beruhigend an.

„Ich möchte sie alle mit der Vorsitzenden der Prüfungskommission bekannt machen, Professor Griselda Marchbanks“, deutete sie auf die neben sich stehende, uralte Frau, die wenn sie sprach, dies sehr laut tat, da sie aufgrund ihres Alters fast taub war. Sie hatte schon Dumbledore vor 100 Jahren dessen UTZ abgenommen und tja, so runzelig sah sie auch aus. Die Frage, ob die magische Welt keine Rente oder Pensionierung kannte, drängte sich mir regelrecht auf!

Und nun ließ ich mich gespannt überraschen, was wir tun sollten.

Zauberkunst, eines der Grundfächer das in Hogwarts gelehrt wurde und in dem wir den kleinen Flitwick hatten, war eine Herausforderung für viele von uns, wenngleich es mir immer erstaunlich leichtgefallen war. In diesem Fach lernten wir Gegenstände oder Lebewesen mit dem Zauberstab in Verbindung mit einem Zauberspruch so zu verzaubern, dass sich diese anders verhielten als üblich, denn hier wurde nur das Verhalten verändert, nicht die Gestalt.

Unter diese Kunst fiele auch das Manipulieren und Löschen gewünschter Erinnerungen mit einem Zauber, was nicht praktisch gelehrt wurde, aber wie wir alle wissen, von mir schon angewandt worden war und das erfolgreich, wie ich mich versonnen und etwas selbstgerecht an die beiden Angreifer in der Gasse erinnerte und wie ich mich gegen sie siegreich zur Wehr gesetzt hatte.

In Zauberkunst benötigte man, um die gewünschte magische Wirkung zu erzielen, genau richtige Bewegung mit dem Zauberstab und hier musste man sehr exakt sein. Man durfte ihn also nicht zu heftig aber auch nicht zu lasch schwingen. Die Bewegung nicht zu schnell oder zu langsam zu machen, nicht zu weit auszuholen aber auch nicht zu kurz und so weiter. Wie gesagt, das war die Kunst an der ganzen Sache, Feingefühl, Takt und Verständnis für die Magie!

Für die normalen Zauberer und Hexen ist es wichtig, den Zauberspruch richtig zu betonen und zu artikulieren.

Für welche wie mich, die seit diesem Jahr nonverbale Magie wie eine Verrückte paukte, musste ich noch mehr Kraft und Macht in die Zauber legen um sie ohne Worte wirken zu können. Je mehr Vorstellungskraft und Willenskraft erforderlich war, desto schwieriger wurde es den Spruch wunschgemäß auszuführen. Aber für mich war ja gerade der Wille das kleinste Problem und so hätte ich in der praktischen Prüfung an diesem Tag in Zauberkunst den Spruch gar nicht akustisch von mir geben müssen, aber ich hütete meine Geheimnisse viel zu sehr, als dass ich damit prallen würde.

Die praktische Aufgabe war für alle die gleiche.

Wir sollten die vor uns liegenden Niffler einem Farbwechsel unterziehen, Farbe egal, nur ihr saftiges, sattes, schwarz mussten sie verlieren und dies hätte ich auch ebenfalls ohne einen Ton geschafft. Es war lachhaft einfach und ich gab meinem ein purpurrot, damit man auch sah, dass der Zauber gelungen war. Ich warf einen Blick in die Runde und machte aus, wie Harry gerade die falsche Bewegung ausführte, dass er die ähnliche Bewegung zum Wachstumszauber machte.

Ein Flüchtigkeitsfehler, ich verdrehte über seine Nervosität die Augen, denn er erkannte kurz darauf selbst seinen Fehler und besserte dann richtig nach, bleib cool, Harry, so schwer ist das gar nicht.

Es ging Schlag auf Schlag, nun kam Verwandlung, das von McGonagall unterrichtet wurde.

Hier lernten wir, die Gegenstände oder Lebewesen mit Spruch und Stab so zu verzaubern, dass sie ihre Gestalt oder ihren Wesenszustand veränderten, so konnte man ein beliebiges Tier in einen beliebigen Gegenstand verwandeln, die armen Viecher!

Einer meiner liebsten Sprüche dieses Faches war der Invisibility-Zauber, der mir ja inzwischen locker von der Hand ging und diese Unsichtbarkeit war Gold wert, der aber natürlich auch nicht gelehrt wurde und den ich mir selbst beigebracht hatte.

Auch hier war in der Ausführung der Zauber hohe Sorgfalt zu verwenden, da unterschied es sich nicht von der Zauberkunst.

Die theoretische sowie die praktische Prüfung bereiteten keine Probleme, und so verwandelte ich mit einem Schwenk meines Stabes die Maus in einen schönen, filigranen und aufwendig verzierten Pokal.

Danach hatten wir Verteidigung gegen die dunklen Künste, wahrlich einfach, als auf einmal ein silbriger Hirsch durch den Raum galoppierte und ein kleiner, kahlköpfiger Prüfer mit Namen Tofty ganz erfreut auf seinem Brett herumkritzelte.

Ich wusste, wem dieser prächtige Patronus gehört hatte und schmunzelte darüber, wie zufrieden Harry aussah!

In diesem Fach sollte uns beigebracht werden, sich gegen gefährliche, magische Bedrohungen und Angriffe zu wehren. So sollten wir uns gegen Hinkepanks oder Vampire schützen können, Irrwichte vernichten und schwarz-magischen Übergriffen widerstehen lernen.
Zu meinem großen Leidwesen lehrte Dumbledore ausschließlich die Verteidigung und nicht den Angriff, wie sollte man sich erfolgreich verteidigen gegen die dunklen Künste, wenn man sie nicht verstand, aber genug, sonst ärgerte ich mich nur wieder über die Engstirnigkeit des alten Professors und ich sollte mich lieber auf meine Prüfung konzentrieren.

Mein Test war ein Stupor, den ich lässig vorführte. Dieser Schockzauber gelang mir ohne weiteres und ich verzichtete auf die Nachahmung Harrys, es kannten selbst meinen Otter schon genug Menschen. In dieser Hinsicht war ich eine Geheimniskrämerin und ich musste dabei innerlich über mich schrecklich lachen, da ich annahm, dass alle vom Glauben abfallen würden, wenn sie wüssten, dass die übereifrige Miss-now-it-all ihr Wissen und Können absichtlich in einer Prüfung zurückhielt.

Danach folgte Zaubertränke, das erste Fach, in dem wir ohne unsere Zauberstäbe arbeiteten und diese weglegten. Hier kam es auf viele, wichtige Schritte an, die mit größter Genauigkeit und Aufmerksamkeit ausgeführt werden mussten.

Aber genau das liebte ich an diesem Fach, auf alles so akkurat und penibel zu achten und so braute ich genüsslich den Schrumpftrank, was ein Witz war aber gut, genau musste man auch hier sein und so musste dieser Trank die Lebewesen, die ihn einnahmen, immer jünger werden lassen und verringerte ihre Größe und ihr Aussehen entsprechend.

Folgende Zutaten mussten vorbereitet werden. Die Gänseblümchenwurzel, die musste ich besonders fein raspeln, Schrumpelfeige, diese musste ebenfalls gut zerkleinert werden, Rattenmilz klein schneiden, die Raupen kleinhacken und von dem Blutegelsaft nur einen Schuss beifügen.

Dies alles zur richtigen Zeit, bei der richtigen Hitze zugeben und akkurat die Rührbewegungen ausführen, dann entfaltete der Trank unter meinen werkelnden Händen seine magische Wirkung, als er die richtige Farbe und Konsistenz annahm.

Er war mir exzellent gelungen und ich gab meine Probe sehr zufrieden mit mir ab, selbst Harry schien diesmal keine Probleme beim Brauen zu haben, da ihm Snape nicht mit seiner verfolgenden Gehässigkeit im Nacken saß.

Pflege magischer Geschöpfe wurde nur in der Theorie abgefragt.

Die banalen Fragen drehten sich um Knarle, Bowtruckle und um die Haltung von Feuerkrabben und um die Erklärung des Krankenfutters für Einhörner. Diese Prüfung machte ich im Schlaf, ab diesem Zeitpunkt hatte ich eh die Sorge und den Kampf nicht einzuschlafen.

Die Kräuterkundeprüfung war ein Klacks, nur der praktische Teil war so gar nicht mein Fall.

Wir mussten eine Fangzähnige Geranie umpflanzen, genau mein Albtraum, war das doch die Pflanze, die ich so unproblematisch in den Tod geschickt hatte, aber dank eines ungesehenen, nonverbalen Zaubers, versetzte ich das Scheißding in eine Stasis und arbeitete unbehelligt. Ich weiß, ich betrog aber mittlerweile war mir so langweilig, dass mir das scheißegal war.

Nun war erstmals wieder eine Pause und dann musste ich schon alleine weiter, zu alte Runen und Arithmantik.

Alte Runen ähnelte zumindest teilweise den Runen der Muggel, die seit dem ersten Jahrhundert n. Chr. verwendet wurden. Und hier passierte mir der erste Fehler in den ganzen ZAG Prüfungen.

Ich verwechselte die Runen „Ehwaz“ und „Eihwaz“, was aber auch zu ärgerlich war, aber Hochmut kommt vor dem Fall. Diese beiden Runen wurden in der „Futhark-Reihe“ aufgeführt, der ersten kompletten Überlieferung des Runenalphabets aus dem 3. Jahrhundert.

Es war aber auch zu frustrierend. Ich übersetzte die Ehwaz-Rune mit „Partnerschaft“, da sie als Pferd oder auch Ehe übersetzt werden konnte, aber Eihwaz bedeutete Eibe, insbesondere abgeleitet von dem Weltenbaum Yggdrasil! Da hier das alt-germanische Runenalphabet zum Tragen kam und hier Eihwaz als Ihwa bezeichnet wurde, war es ein Fehler, denn leider wurde diese Rune gefragt.

Ich musste schnell nach diesem Schnitzer, der mir nach Abgabe des Test durch eine Kontrolle in einem Buch meinerseits selbst auffiel und ich mich schrecklich darüber ärgerte, meine innere Ruhe wiederfinden, da nun das Fach Arithmantik dran war.

Dieses galt als eines der schwierigsten Fächer, da es eine Kombination aus Rechnen und der Wahrsagekunst war, schon eher mein Ding als nur Wahrsagen, welches ich weitsichtig in der 3. Klasse geschmissen hatte.

Aber hier ging es um Vorhersagen mit der Hilfe von Zahlen. Dabei wurden viele Zahlentabellen und verschiedene Zahlenkombinationen erstellt und Rechnungen mit großen Zahlen durchgeführt. Ich weiß nicht, aber hier machte es mir Spaß, die Zukunft vorherzusagen und mit der Zahlenmystik zu arbeiten und erledigte meine Aufgabe mit Bravour. Denn hier basierte das Ganze auf Logik, nicht auf schwammigen Wahnvorstellungen!

Während dieser Zeit hatten Harry und Ron ihre Prüfung in Wahrsagen, aber hier erzählten mir die beiden, schrieben sie irgendwas zusammen. Harry meinte noch, dass er mit Sicherheit nicht bestanden hatte. Ich tröstete ihn mit dem Hinweis, dass das alles eh Humbug war.

Danach waren alle erst einmal so was von geschafft, dass wir wie ausgelaugte Puppen im Gemeinschaftsraum rumlagen, nur leider konnten wir alle nicht schlafen gehen, da wir ab 23 Uhr die nächste Prüfung hatten und Astronomie leider des Nachts unterrichtet wurde, da hier naturgemäß die Gestirne mittels Teleskopen beobachtet wurden und wir ihre Position in Karten eintrugen und das ging halt mal nur nachts.

Aber nach so einem langen, anstrengenden Tag, wirklich eine Mammutaufgabe. Ich fühlte mich zwar noch relativ fit, aber auch kein anderer absolvierte so ein Tagespensum wie ich es mir jeden Tag abverlangte.

Und so schleppte sich die fünfte Klasse von Gryffindor auf den Astronomieturm und starrte in den dunklen Nachthimmel, auf dass er uns seine Geheimisse offenbarte und wir zeichneten gewissenhaft die Planetenkonstellationen ein, als ich Harry anstupste.

„Schau…“, zeigte ich auf die vor uns darniederliegenden Hogwartsgründe und wir konnten trotz der Dunkelheit beobachten, wie Umbridge in Begleitung von vier Auroren mitten in der Nacht auf Hagrids Hütte zuhielt.

„Das da ist Dawlish, der auch im Büro von Dumbledore war!“, zeigte Harry mir aufgeregt den Mann mit dem Bürstenhaarschnitt, gut zu erkennen dank meines Teleskops.

„Was meinst du wollen die von ihm?“, flüsterte er furchtsam.

„Keine Ahnung, nichts Gutes!“, gab ich wispernd zurück, als auch schon Professorin Marchbanks und Professor Tofty, die auch diese Prüfung abnahmen, zu uns kamen.

„Was flüstern sie da, die Herrschaften?“, fragte Tofty streng.

Ich kam gar nicht mehr zum Antworten, ich zeigte mit ausgestrecktem Finger auf das nun folgende Geschehen, das schlussendlich alle von dem Test ablenkte.

Denn nun ging es los, die fünf Angreifer schossen übergangslos auf Hagrid Schockzauber um Schockzauber ab. Sie griffen ihn einfach so an, die grellen und hellen Lichter der Zauber, die in Richtung Hagrid einschlugen, zuckten aufleuchtend durch die dunkle Nacht.

Da Hagrid aber Riesenblut in sich trug, war er gegen diese Zauber recht immun und sie trafen ihn wenn überhaupt, dann wirkungslos. Jetzt konnte man beobachten, wie eine einzelne Person, in der wir Professor McGonagall erkannten, auf dieses Geschehen zueilte.

Als wir alle durch unsere Teleskope auf das dort herrschende Chaos blickten, mussten wir geschockt und hilflos mitverfolgen, wie vier rote Schockzauber die alte Frau mitten in die Brust trafen und sie sofort niederstreckten, wir alle, selbst die Prüfer, holten zischend Luft und zuckten betroffen zurück, ob dieser öffentlichen und sehr brutalen Gewalt.

Das laute Brüllen, das Hagrid daraufhin ausstieß, war sogar bis zu uns in den höchsten Turm glockenklar zu hören, woraufhin er sich nun voll ins Kampfgetümmel warf. Wir erlebten alle, durch unsere Fernrohre sehend, wie er drei Angreifer auf brutale und rücksichtslose Weise bewusstlos schlug.

Aua, die würden sich die ein oder andere gebrochene Rippe wieder heilen lassen müssen, aber sie taten mir nicht leid, geschah ihnen aber auch recht, dann schnappte er sich den bewusstlosen Fang, warf ihn sich über die Schulter und verwand auf Nimmerwiedersehen im dunklen Wald und ließ alle recht perplex hinter sich zurück.

Harry sah mich mit großen, schreckensstarren Augen an.

„Meinst du, McGonagall geht es gut?“, fragte er zittrig, man sah das Entsetzen in seinen dunklen, grünen Augen schimmern.

„Keine Ahnung, vier Schocker… wir werden sehen!“, meinte ich besorgt und so gab ich meinen Test lustlos ab, da ich eigentlich schon vor dem Drama fertig war und alle taten es mir gleich.

Auch wenn viele, so wie Harry, noch nicht fertig gewesen waren, aber alle hatten nach dieser Vorstellung einfach keine Lust mehr, was war eine Note gegen ein Leben? Unter Anbetracht dessen was wir gesehen hatten, erkannte man schnell, dass sich dort augenblicklich das wahre Leben abgespielt hatte und eine Note hier oder dort, nicht so wichtig war.

Das Gesprächsthema, egal wo, war das nächtliche Geschehen. Es war eine unruhige Nacht für den Turm, da schließlich unsere Hauslehrerin die Geschädigte war und so wurde viel diskutiert und gesprochen, auch sollte morgen noch die letzte Prüfung stattfinden und so kamen die erregten Gemüter gar nicht mehr zur Ruhe.

Am nächsten Morgen, nach vielleicht drei Stunden Schlaf, wenn überhaupt, sah Harry völlig übernächtigt und übermüdet aus. Er gefiel mir gar nicht, er wirkte angeschlagen und so als würden seine Mauern nicht mehr wirklich stehen, ihn nahm das Erlebte sehr mit und als wir wieder in der Großen Halle saßen und über dem Test für die Geschichte der Zauberei brüteten, warf ich seinem Rücken immer wieder besorgte Blicke zu.

Es war eine umfangreiche Aufgabenstellung und ich schrieb und schrieb, als wäre der Teufel hinter mir her, da die Themen breit gefächert waren. Als erstes die mittelalterliche Hexenverfolgung, die Aufstände der Kobolde gegen die Vorherrschaft der Zauberer und schließlich die Verfolgung, Vertreibung und Ausrottung der Riesen, waren gefragte Prüfungsaufgaben.

Ich kam gut voran und setzte gerade meinen letzten Punkt und wollte beginnen alles noch einmal Korrektur zu lesen, als ich bemerkte, wie Harry direkt vor mir zusammenzuckte und unruhig hin und her rutschte und ich legte die Feder besorgt zur Seite!

Shit, das war wohl alles zu viel für Harrys Geist gewesen. Als ich beobachtete, wie er verkrampfte und gepeinigt aufschrie, es war ein erschreckender, schmerzverzerrter Laut und er schlug seine Hände plötzlich vors Gesicht und wie in Zeitlupe glitt er von seinem Stuhl und schlug hart auf dem Fußboden der Halle auf. Alle sahen entsetzt auf, was denn passiert war, was so einen lauten Ruf auslöste.

„Harry!“, rief ich schockiert aus und stürzte auf ihn zu, das Kratzen der Federn auf den Pergamenten stoppte sofort und unruhiges Wispern und Rascheln setzte ein.

„Weg, was hat er? Sie können nicht die Prüfung unterbrechen, Miss Granger!“, tönte mir da Umbridge entgegen, während ich Harrys Kopf besorgt in meinem Schoß barg. Scheiße, das war bestimmt wieder eine Vision gewesen, aber schlimmer und intensiver als die letzten Male.

„Ich bin fertig, Professor und Harry auch, ich werde ihn auf die Krankenstation bringen!“, zischte ich ihr unterdrückt wütend, aber abwartend zu. Alle anderen saßen da wie die Ölgötzen und starrten auf die sich ihnen bietende Szene, nur Draco zeigte mir ein Aufflackern in seinen Augen und ich erwiderte besorgt seinen intensiven Blick und strich über die glühend heiße Narbe von Harry.

„Tun Sie das, meine Liebe, der Junge ist gar nicht bei sich!“, übernahm nun Professor Marchbanks die Führung und überging Umbridges gekünsteltes und nervendes Räuspern.

„ChrChr…“, begleitete mich dies auch als ich aufstand und den bewusstlosen Harry vor mir her aus dem Raum levitierte und fühlte mal wieder alle Augen auf uns und auch einiges boshaftes Raunen, dass Harry mal wieder eine Extrawurst brauchte.

Im nächsten leeren Klassenraum ließ ich Harry auf einen Tisch schweben und versuchte einen Evigilat-Zauber, um ihn wieder aufzuwecken und es funktionierte tatsächlich. Harry kam stöhnend und wimmernd zu sich und presste sofort seine Hand an die Narbe.

„Harry, was ist passiert, hast du deine Mauern vergessen?“, rief ich aufgebracht aber trotz allem besorgt.

„Hermione, Hermione, ahaaaaa… tut das weh, mein Kopf platzt!“, hielt er sich gepeinigt den Kopf und das Gesicht war zu einer schmerzenden Grimasse verzogen.

„Hier, nimm das!“, hielt ich ihm die Phiole mit dem Kopfwehtrank an den Mund und er schluckte brav.

„Beruhige dich, schsch, ganz ruhig! Was war, erzähle, wenn du kannst?“, versuchte ich ihn streichelnd zu beruhigen, auf dass er wieder Herr seiner Sinne wurde.

„Oh Gott… ich bin eingenickt… diese ganzen Prüfungen, der Stress! … Ich bin über der Arbeit eingedöst und dann… dann war ich in einem schwarz gefliesten Raum, der über und über mit schmalen Regalen gefüllt war und auf diesen waren kleine durchsichtige, runde Kugeln… Sirius lag am Boden und wand sich dort vor Schmerz und Voldemort stand über ihm und folterte ihn, es sah schrecklich aus… er meinte, er will Sirius töten! Die Narbe brennt höllisch!“, presste er seine Faust grob auf die Stirn, als wolle er Schmerz mit Schmerz bekämpfen und ich stand nach dieser Erzählung sinnend vor dem liegenden Harry und schob überlegend die Unterlippe vor.

„Es tut mir leid, dass ich die Mauern gesenkt habe!“, entschuldigte er sich erstmals atemlos und erhob sich zitternd, saß nun verschwitzt auf dem Tisch und barg den Kopf in seinen Händen.

„Geht es wieder? Nun, nach dem Stress und der geistigen Belastung und der wenig erholsamen Nacht ist es nachzuvollziehen. Du bist immer noch nicht gut genug um jedweder Belastung standzuhalten und deinen Geist konstant zu verschießen, das kommt, wir müssen nur weiter daran arbeiten!“, redete ich um des Redens willen.

„Hermione, warum reagieren wir so ruhig, so… ach, ich meine, du glaubst auch, dass es Sirius gut geht, oder?“, fragte er sehr unsicher und blinzelte unruhig zu mir auf.

„Mhmh, das weiß man nie! Aber ja, ich glaube, dass es eine Falle vom Lord ist, ja!“, stimmte ich ihm zunickend zu und freute mich, dass Harry nicht sofort total kopflos loslief.

„Mhm, was sollen wir tun? Ich würde schon gerne überprüfen, ob Sirius daheim ist!“, bekannte Harry sorgenvoll und sah mir standhaft in die Augen.

„Ich bin eher positiv überrascht, dass du nicht kopflos durch die Gegend rennst sondern erst überlegst!“, rieb ich mir über das Gesicht und gab meine Gedanken kund.

„Tja, du färbst halt ab und wenn er doch Sirius haben würde, machen die paar Minuten nachdenken auch nichts aus!“, verzog er schmerzlich das Gesicht.

„So schlimm, was du gesehen hast?“, er nickte nur und sah mich unglücklich und sehr ängstlich an. Er versuchte, überlegt zu handeln, war aber kurz vor der Panik, das sah man an seinem verschreckten Aussehen. „Aber nun gut, was wollen wir tun, die Mitglieder des Ordens fragen?“

„Mhm, sollen wir zu McGonagall gehen?“, fragte Harry und ich nickte und half ihm auf die Beine.

„Geht’s?“, wollte ich besorgt wissen und stützte ihn.

„Dank dir und dem Trank, ja, es muss gehen, komm schnell!“, rannten wir dann doch, dank unseres täglichen, gemeinsamen Trainings, rasant durch die Schulkorridore, wichen aufgrund der Geheimgänge den Sümpfen geschickt aus und kamen lautstark im Krankenflügel an.

„Was machen sie für einen Lärm, Mr. Potter, Miss Granger?“, herrschte uns die Schulkrankenschwester Madame Pomfrey ungehalten an und sah uns unter ihrer weißen, gefalteten Haube, die ihre schlohweißen Haare verbarg, missbilligend an.

„Professor… zu Professor McGonagall, es ist sehr wichtig!“, sprudelte ich atemlos hervor.

„Immer schön langsam, Miss Granger! Professor McGonagall ist nicht mehr hier, sie musste ins St. Mungos überstellt werden, sie ist halt leider nicht mehr die Jüngste, aber sie wird wieder, dort kann man ihr nur besser helfen!“, meinte die alte Dame gütlich und wirkte berührt.

„Oh, oh, wenn das so ist, danke!“, ließen wir sofort eine überrumpelte Pomfrey stehen, die empört über unsere Ruppigkeit die Luft ausstieß und über so viel Unhöflichkeit vernehmlich schimpfte.

Harry und ich achteten darauf nicht und gingen nur schnell weiter, das war doof, was nun?

„Wir können noch zu Snape, Harry!“, regte ich an, wenngleich es nicht mein Traum war, ihm schon wieder von Augen zu Augen gegenüberzustehen.

„Ja, ich weiß aber nicht, dass ich ihm jetzt was vorwerfen will… aber ich denke, je länger ich den Gedanken abwäge, dass die uns eh alle nicht die Wahrheit sagen würden. Du weißt schon so in der Art: „Dem geht’s gut! Sorge dich nicht“ selbst wenn meine Vision der Wahrheit entspräche, was ich nicht glaube!“, stellte Harry eine glasklare Beobachtung an, die zeigte, wie sehr sein Vertrauen dem Orden gegenüber doch schon erschüttert war.

„Ja, … du könntest richtig liegen, zuzutrauen wäre es den Ordensmitgliedern, da sie dich schützen wollen, aber was willst du dann tun? Wir hätten nur noch Hagrid gekannt und der ist geflohen! Und ich denke auch nicht, dass die Vision echt ist. Ich meine, es ist Hauptgeschäftszeit im Ministerium, die Aktivitäten des Lords fallen dann doch mehr in die Nacht!“, nickte mir Harry bei meinem Argument zu.

„Du weißt doch, dass ich in Umbridges Büro eingestiegen bin…“, blinzelte mich Harry an.

„Du willst wieder ihren Kamin nutzen?“, fragte ich leidlich und er nickte.

„Gut versuchen wir’s, was haben wir zu verlieren?“, bestimmte ich und Harry zuckte die Schultern.

„Danke, komm schnell!“, rannten wir wieder gehetzt los, als uns am Ende des Ganges ein besorgt aussehender Ron entgegenkam und auf uns zueilte.

„Da seid ihr ja, Harry, Kumpel, was hattest du, geht es dir gut?“, ratterte er besorgt herunter als wir abwinkten.

„Nicht jetzt, Ron! Wir müssten überprüfen, ob Sirius in der Gewalt von Voldemort ist, dafür müssen wir bei der Bitch einsteigen, kannst du sie ablenken?“, kam es von Harry schnell und abgehackt.

„Was soll ich ihr sagen?“, meinte Ron bereitwillig zu helfen und schien fieberhaft zu überlegen, „Ich könnte behaupten, dass Peeves gerade die Verwandlungsräume verwüstet!“, bot er geschäftig an.

„Warum solltest du so was sagen, Ron?“, fragte da urplötzlich Ginny, die mit Luna um die Ecke kam und uns drei interessiert anstarrte.

„Ginny!“, rief Harry und diese sah ihn irritiert an, da seine Stimme so erfreut geklungen hatte.

„Wollt ihr uns helfen? Wir müssen ins Büro der Kröte, könntet ihr aufpassen, dass niemand kommt?“, bat Harry erregt.

„Klar… warum?!“, „Was ist passiert?“, „Wenn ihr uns braucht!“, boten sie perplex, aber sofort an.

„Später!“, warf ich ein und kassierte einen bösen Blick von ihr, da wir sie übergingen. „Informiert uns, falls jemand kommt, indem ihr Krach macht!“

Gesagt, getan!

Harry pressierte es und ich lief mit ihm schnell weiter und sobald wir die Klassentür schlossen, löste ich mit meinem Zauberstab aufgeregt die Zauber, die auf der Bürotür lagen, nonverbal. Als Harry die Hand nach der Klinge ausstreckte und ich ihn aufhielt, meine Linke bestimmt auf seine legte und ihm mit einem missbilligenden Kopfschütteln zeigte, dass er warten solle. Er starrte mich überrumpelt an.

„Was…?“, fragte er irritiert.

„Schsch… nicht jetzt!“, brach ich gerade den schwarzen und letzten Zauber mittlerweile gekonnt.

So drückte ich nun seine Hand an der Klinge nach unten und betrat mit ihm das geschmacklose, Kleinmädchen Büro.

Harry schluckte seine Fragen hinunter und sprintete zum Kamin, warf ohne zu zögern das Flohpulver hinein, das er vom Sims genommen hatte, schmiss sich auf die Knie und steckte seinen Kopf in die grünen Flammen des lodernden Kamins.

Ich war unruhig, was würde herauskommen? Ich hatte ein komisches Gefühl und ich hatte gelernt mich auf meine Instinkte zu verlassen und so hob ich meinen Stab und vollführte mehrere Aufspürzauber.

Ich stockte, auf dem Schreibtisch, den ich durchsucht hatte, lagen noch immer keine weiteren Zauber, aber auf dem Kamin, auf dem lag jetzt einer! Der war neu!

Bei Harrys letzten Besuch musste er etwas am Kamin verändert haben, dass sie sich genötigt sah, hier einen internen Alarmzauber daraufzulegen, shit, wir mussten hier raus… wir waren aufgeflogen und ich wollte gerade auf Harry zustürzen als auch schon die Tür abrupt aufgerissen wurde.

Das Inquisitionskommando um Draco erschien und führte oder eher schupste Ron, Ginny und Luna gesammelt herein und ich erstarrte und wollte mich wehren als mir Crabbe nahekam und mich fassen wollte.

„Lass das Mudblood!“, schnarrte Draco mir kalt entgegen, aber ein bestimmtes Kopfschütteln von Draco unterband meine sofortigen Versuche, aber ich glaubte in seinen Augen ganz kurz Sorge aufflackern zu sehen. Ich tat, wie er von mir verlangte und hielt ruhig als er mir meinen Schulzauberstab abnahm und da packte er mich auf einmal grob und schlang seine Arme nachdrücklich um meinen Körper. Ich würde ja sagen, er genoss es, mich derart nah zu sich zu ziehen. So wurde nun jeder von uns von einem Slytherin festgehalten.

Harry reckte noch immer seinen Hintern in die Höhe, während er mit seinem Schopf im Kamin steckte und bekam von unserem kleinen Drama nichts mit.

Auch Neville wurde jetzt als letzter durch die Tür gestoßen, was mich verwundert aufschauen ließ, der war doch bisher gar nicht mit von der Partie gewesen?

Ich ärgerte mich noch immer über mich, dass ich den Kamin nicht eher geprüft hatte, als auch schon die Kröte ihr Büro mit einem befriedigten und triumphalen Lächeln betrat, Harry unsanft an der Schulter packte und ihn in das Büro zurückzerrte.

Er schaute leicht perplex von seiner knienden Position im Raum umher, bis er erkannte, dass wir alle aufgeflogen waren und sich seine Augen ärgerlich verengten, dabei presste er seine Lippen missgelaunt zusammen.

„Sososo, Sie sind also in mein Büro eingedrungen, Mr. Potter! … Um meinen Kamin zu benützen… wen haben Sie kontaktiert?“, schnurrte sie ihm süßlich entgegen und kicherte entsetzlich aufgesetzt zum Schluss. Sie klatschte auch in die Hände und ihre Wangen röteten sich erregt.

„Ich sag Ihnen gar nichts!“, verschränkte Harry noch immer kniend die Arme aggressiv und abweisend vor der Brust und seine Mimik zeigte seine Unnachgiebigkeit.

„Mr. Crabbe, holen Sie Professor Snape!“, befahl sie samtig, dabei spannte ich mich bei diesen Worten genauso wie Harry an, während mich Draco weiter in seinen Armen hielt und ich seinen Atem auf meinem Haar spüren konnte, was sollten wir tun?

Als auch schon die Tür aufging und ein sichtbar schlechtgelaunter Professor das Büro erstürmte und sich seine Verwunderung, uns alle hier so zu sehen und das Büro von Umbridge ebenso überfüllt vorzufinden, nicht anmerken ließ. Erstaunlich, wie sehr Snape sich immer unter Kontrolle hatte, da ihn der Anblick von sechs Gryffindors, alle in den festen Griffen von Slytherins in dem kleinen, runden Raum, doch unerwartet treffen musste.

Aber er zeigte, wie immer, nur seine starre, kalte Maske und schnarrte ungeduldig zu der Kröte.

„Sie wünschen?“, sah er frostig zu Umbridge, die immer noch über den knienden Harry gebeugt stand.

„Ah, Professor Snape, schön, dass Sie so schnell erschienen sind! Ich brauche noch einmal eine Phiole mit Veritaserum!“, reckte sie fordernd ihre Krötenfinger nach Snape aus.

„Ich habe Ihnen das letzte verfügbare Serum erst vor kurzem ausgehändigt. Mein Vorrat an diesem Trank ist nicht unbegrenzt, da er hier sonst nie gebraucht wird. Ich kann Ihnen anbieten, einen zu machen, er ist dann in vier Wochen fertig!“, kam es in bester schneidender Manier von ihm, er war prima, er mochte die Alte genauso wie ich, wenngleich er sehr hilfsbereit erschien.

„Vier Wochen!“, empörte sich Umbridge auch schon und lief rot an, was nicht gut zu ihrem heute wie immer pinken Gewand passte.

„Es tut mir leid, gerade dieser Trank braucht die Beachtung vieler Mondphasen, Madame!“, zuckte er gleichgültig die Schultern. „Wenn es das war?“, fragte er gewohnt kalt und wandte sich um, nachdem ihm Umbridge ein verkniffenes Nicken geschenkt hatte, als Harry plötzlich rief:

„Er hat Tatze, da, wo sie sich befindet!“, schrie er laut.

Snape drehte sich wie in Zeitlupe um und sah ihn emotionslos an, während Umbridge alles aufgeregt beobachtete.

„Was, was meint er?“, fragte sie erregt und Snape ließ sich nicht das kleinste Bisschen anmerken, auch nicht, ob er die Botschaft verstanden hatte. Aber gut, ich verstand ihn, wenn er es tat würde er Umbridge Rede und Antwort stehen müssen.

„Ich habe keine Ahnung! Ich habe absolut keine Ahnung, was dieser Bengel für unnützes Gewäsch von sich gibt! Ich gehe!“, kam es patzig von ihm und er schlug die Tür hinter sich zu und Harrys Schultern sackten nach vorne. Wie es schien war sein Gespräch nicht gut verlaufen, also kein Sirius! Aber was hatte Harry erwartet, dass Snape zu erkennen gab, dass er ihn verstand?

Als die Tür laut ins Schloss fiel meinte Umbridge:

„Tse tse… zu ärgerlich, Potter. Aber nun gut, im Sinne des Ministeriums brauche ich die Informationen und da sollte jedes Mittel erlaubt sein, nicht wahr?“, blickte sie bestätigungsheischend in die Runde und die Slytherins nickten brav.

„Natürlich, Madam!“, quakte Pansy Parkinson und ich lehnte mich schwer stöhnend gegen Draco, der mich an sich presste, so als wolle er mich eher schützen denn mir schaden.

„Ich meine, es ist zwar gegen das Gesetz, aber was Cornelius nicht weiß, macht ihn nicht heiß, der von mir verordnete Dementorenangriff hat ihn auch gefreut!“, als sie dies verträumt verlauten ließ und sie wie eine Irre vor sich hinbrabbelte, riss ich die Augen entsetzt weit auf. Diese Verrückte hatte Harry die Dementoren auf den Hals gehetzt, sie hatte seinen Tod, den Verlust seiner Seele billigend in Kauf genommen und hier wurde ich so sauer, dass ich dachte, ich würde im nächsten Moment platzen. In mir begann es zu kochen und meine Entscheidung fiel in dieser Sekunde, diese Frau war böse!

„Nun, Potter! Letzte Chance, sagen Sie es oder ich muss Sie leider foltern!“, trat ein irrer, vorfreudiger Glanz in ihre Augen.

„Darauf können Sie lange warten!“, entgegnete Harry hitzig, er zeigte sich hart und stur, aber da er wusste, wie der Cruciatus wirkte nahm ich ihm sogar ab, dass er diese Entscheidung kaltblütig wissend traf.

Da spürte ich Dracos warmen Atem an meinem Ohr. „Tu was!“, forderte er eindringlich wispernd.

Er klang eindeutig wütend, denn ihm schien es nicht zu passen, dass er die Situation nicht im Griff hatte, dachte ich mir jedenfalls und er schien besorgt, wenn Harry nicht reden würde dann wäre ich früher oder später die Nächste und das passte Draco mit Sicherheit nicht.

Jetzt hieß es Vorhang auf, ich schrie panisch: „Harry, bitte, du musst es ihr sagen!“, kreischte ich regelrecht und kämpfte nun gegen Dracos gar nicht so festen Griff dramaturgisch an. Harry sah mich an als hätte ich sie nicht mehr alle und schüttelte schockiert den Kopf über meine Darbietung und rief:

„Hermione, spinnst du? Ich sag ihr gar nichts!“, wollte Harry aufspringen.

„Harry, sag es ihr!“, insistierte ich eindringlich weiter und schniefte.

„Halten Sie ihn fest, Zabini!“, kreischte diese Verrückte auf, als Blaise Harry packte und zur Ruhe zwang.

„Halten Sie den Mund, Potter!“, zischte da Umbridge übergangslos und ich schniefte auf, die Tränen flossen brav über mein Gesicht und ich starrte panisch im Raum umher. Die Gryffindors und Luna starrten mich entsetzt an und die Slytherins, bis auf Blaise, maßen mich mit ketzerisch befriedigtem Blick.

Ich schluchzte theatralisch auf. „Bitte, bitte, tun Sie Harry nichts! Ich sage Ihnen alles, alles was Sie wollen! Das dürfen Sie nicht tun!“, versuchte ich meine Arme freizubekommen und in mir ratterten die Gedanken, wie ich uns hier rausbekam. Ich musste weg von so vielen Zeugen. Ich hatte ja meinen weißen Stab und die Dolche und auch meine reine, trainierte Körperkraft war ausreichend, um Umbridge außer Gefecht zu setzen.

„Hermione, nicht!“, begehrte Harry besorgt auf, der überhaupt nicht verstand, was ich von ihm wollte und da verpasste Umbridge ihm einen Silencio, was ihn sie und mich wütend anstieren ließ, perfekt. Harry, weiter so, wenn du so an mir zweifelst, denkt sie erst recht, ich erzähle ihr die Wahrheit, in mir drin grinste ich gerade sehr fies, das lief alles sehr gut.

„Er… er hat Dumbledore… versucht zu kontaktieren… wir…!“, stotterte ich hektisch schluchzend und konnte miterleben, wie Harry aufgab, sich zu wehren, als er hörte, dass ich log. Nicht! Du Idiot, dachte ich da verärgert und sah ihn kurz böse an! Und er schaltete tatsächlich sein Hirn an und verstand, wütete weiter, na wenigstens hatte er den Hinweis verstanden.

Umbridge hingegen sah aus als wäre Weihnachten und sie bekam gerade besonders viele rosa Geschenke mit pinkfarbener, verzierter Schleife und die würde ich ihr jetzt unter die Krötennase reiben.

„Ja, wo ist er?“, drängte sie sichtbar erregt und wandte sich mir begierig zu.

„Ich… keine Ahnung, wir sollten ihn kontaktieren, wenn es fertig wäre und das haben sie gerade verhindert!“, schniefte ich wenig damenhaft, dafür schauspielerisch top.

„Was ist es?“, schnappte sie pikiert und rang die dicken Wurstfinger.

„Eine Waffe, die wir fertigen sollten!“, hauchte ich verschämt und schlug die Augen nieder aber Harry lernte gerade im Schnelldurchlauf Theaterspielen, er rollte sogar mit den Augen, dass man nur noch das Weiße sah und machte es Blaise nicht leicht, ihn zu halten.

„Waffe, was für eine Waffe, wo?“, kam es aufgeregt von Umbridge, die war sogar noch dümmer als erlaubt, dachte ich verachtend. Ron schaute die ganze Zeit nur wie ein Auto und Ginny, Luna und Neville sahen vollkommen überfordert aus. Ich spürte, dass sich Draco hinter mir langsam entspannte, er erkannte sicher meine List und dass ich schauspielerte.

Ich schniefte nochmal und schüttelte dann verzweifelt meinen Kopf und sah ungläubig zu ihr auf „Sie wollen doch nicht, dass ich das vor allen sage? Oder? Sie ist viel zu mächtig! Alle wollen sie“, wisperte ich inbrünstig und rieb meinen Po unauffällig an Draco und hoffte, er verstand, wie er reagieren sollte.

Ich hingegen sah, wie Umbridges kleine Augen zu Dracos Gesicht huschten und ich hoffte, er zeigte einmal so was wie Gier in seinem Blick und so zurückzuckend wie sie reagierte, hatte mein lieber Draco zur vollsten Zufriedenheit seinen Gefühlen Ausdruck verliehen.

„Wo befindet sich die Waffe?“, herrschte sie mich ungehalten scharf an.

„Außerhalb der Schule, sie wäre viel zu gefährlich!“, wand ich mich wie unter Qualen bei dem Eingeständnis.

„Mhmhmh“, trippelte sie mit ihren Füssen unruhig hin und her und hielt überlegend ihr Kinn, dann fasste sie einen Entschluss „ Sie beide kommen mit mir und zeigen mir das Versteck und wenn Sie nicht spuren, foltere ich Potter hier, verstanden?“, zischte sie mir zu und ich zuckte gespielt verschreckt zusammen. Verstanden, du Kröte, nur bist du mir gerade in die Falle gegangen. Dilettantin, dachte ich höhnisch. Die Überraschung wird dir nicht gefallen, ganz und gar nicht.

„Inquisitionskommando, sie bewachen die Gefangen, aber Sie, Mr. Malfoy, gehen zu Professor Snape und informieren ihn, dass ich zwei Auroren des Ministeriums hier her beordere zum Abtransport der Waffe!“, delegierte sie nun gewichtig und geschäftig.

„Natürlich, Professor Umbridge, dürfte ich Mr. Zabini mitnehmen?“, schnarrte Draco, das hatte er sehr gut von seinem Onkel gelernt.

„Wie Sie wollen, ein Bewacher pro Person sollte reichen, nun kommen sie!“, drängte die kleine, dumme Frau aus dem Büro. „Gehen Sie vor Granger, wird’s bald!“, ordnete sie ungeduldig an.

Draco ließ von mir ab und so zielte sie drohend auf Harry, da sie ja dachte, mich über ihn kontrollieren zu können und für das was ich plante, brauchte ich Abgeschiedenheit und wo wäre die vollumfänglicher als im verbotenen Wald?

Ich steuerte gefolgt von den beiden die Ländereien an und ging gezielt immer weiter und ich wusste, Harry hatte keinen Schimmer was ich plante und so ging ich den unwegsamen, beschwerlichen Weg, den Hagrid mit uns genommen hatte, tief in den Wald hinein, ganz tief und hoffte, dass er langsam verstand, wo ich uns hinführte.

„Wo ist jetzt diese Waffe?“, herrschte sie mich nach einer Weile ungeduldig an.

„Gleich da um die Ecke!“, zeigte ich an eine dunkle Stelle, gleich bist du dran, dachte ich nur kalt und absolut entschlossen.

Ich hoffte, nicht auf die Zentauren zu stoßen und so zog ich unauffällig meinen weißen Stab aus meinem Holster und sprach einen nonverbalen Spruch auf eine Wurzel, die ich gerade passierte, die aber jetzt, wie von mir gewünscht zum Leben erwachte und Harry angriff, der mir direkt folgte und ihn mit ihren langen Wurzeln attackierte.

Er schrie erschrocken auf, als die Wurzeln nach ihm packten und ihn zu Fall brachten, nur hörte man es nicht, da noch immer der Zauber auf ihm lag. Währenddessen nutzte ich Umbridges Überraschung, den fallenden Harry zu beobachten und ließ mich nach rechts in die Dunkelheit gleiten, wurde eins mit ihr und umrundete geschwind den großen Baum, um nun im Rücken von ihr zu stehen. Dies war so rasant, innerhalb weniger Sekunden geschehen, dass sie gar nicht bemerkt hatte, wo ich war, somit trat ich lautlos auf sie zu, während sie wie gebannt zusah, wie Harry mit der Wurzel schwer kämpfte und rang, aber die Wurzel würde ihn nicht töten, nur an Ort und Stelle halten.

Aber wie um meinen schlechten Eindruck von ihr zu bestätigen tat sie nichts, weder half sie Harry noch tat sie irgendwas außer blöd dazustehen.

So glitt ich in ihrem Rücken nah an sie heran und rammte ihr grob meinen Zauberstab in den feisten Hals und hörte sie sofort loskreischen.

„Ahhhhh, wer da?!“, wollte sie sich erschrocken umdrehen, aber ich hatte meinen Arm um ihren Oberkörper geschlungen, davor hatte ich ihr ihren Stab mit einem harten Schlag der Handkante aus den schlaffen Fingern gehauen, gerade fiel er unspektakulär zu Boden, während sie hilflos wimmerte und empört losschrie, somit sprach ich nun rasch den Silencio auf sie.

„Wer soll hier schon sein? Mitkommen!“, hauchte ich seidig und fühlte, wie sie verkrampfte, als sie mich in ihrem Rücken identifizierte. Harry stöhnte schwach und rief leise nach mir, da, nachdem ich sie entwaffnet hatte, auch ihre Zauber gebrochen worden waren und ihm somit seine Stimme wiedergegeben worden war.

Ich zog sie nun schnell von Harry weg und sie stolperte ungelenk mit mir, als wir aus seiner Sichtweite waren, wurde es Zeit und ich wirbelte schwungvoll herum und knallte sie mit Wucht an einen Baum und sie prallte energisch und ungebremst an diesen, sodass ihr Kopf laut aufschlug.

Aua, Kopfweh, dachte ich mitleidlos, nun, nicht mehr lang! Ein gehässiges Grinsen zierte nun meine Mimik.

Nachdem sie nun ihre Augen groß aufriss, als sie mich vor sich langsam wahrnahm, verengten sich meine Augen dann bösartig.

„Wenn Sie nicht schreien, nehme ich den Zauber von Ihnen!“, versprach ich und einen Wisch später hatte sie tatsächlich ihre Stimme wieder.

„Was fällt Ihnen ein, Sie dreckiges, kleines Schlammblut, den Zauberstab gegen mich zu erheben und mich tätlich anzugreifen, mich, eine hohe Angestellte des Ministeriums!“, fauchte sie mich giftig und von oben herab an, dabei legte sie ihre ganze Verachtung für mich in jedes Wort.

„Tja, was fällt mir ein? ...Tja, ich kann es!“, tat ich ihr höhnisch kund und zeigte ihr meinen Stab.

„Was ist mit der Waffe?“, gab sie ihre arrogante Art nicht auf und stierte mich wütend an, als ich die Augen vor ihr rollte.

„Was für eine Waffe? Sie sind einfach zu blöd, meine Gute!“, spuckte ich ihr verachtend vor die Füße.

„Wenn wir wieder zurück sind, erwartet Sie Askaban, Sie minderwertiges Mudblood!“, schleuderte sie mir nun hochmütig und hassenswert entgegen und funkelte mich zornig an, ihr Gesicht verzog sich zu einer wütenden Fratze.

„Sie schmeicheln mir, aber Sie haben recht, eigentlich gehöre ich da wirklich hin und wenn wir zwei fertig sind, noch ein bisschen mehr!“, versprach ich leise gesprochen, dabei verengten sich nun meine Augen drohend und ich wusste, ich meinte das todernst, nur sie blickte mich eher verächtlich an und schnaubte abfällig auf, sie glaubte mir kein Wort!

„Sie drohen mir, mir!“, gab sie aufgebracht zurück. „Kindchen, da müssen Sie eher aufstehen, Sie können mir gar nichts! Fudge ist ein enger Freund von mir… Sie hingegen sind ein Nichts!“, troff es gehässig verachtend aus ihrem Schandmaul und am liebsten hätte ich ihr gezeigt, dass ich jetzt schon dem Namen nach mehr war als sie je sein würde.

„Das denken Sie, nun gut, aber in ein paar Minuten werden Sie anders denken, sagen Ihnen die Namen Bole und Derrick etwas?“, konnte ich beobachten, wie sie angestrengt überlegte und dann die Namen mit der Tat in Verbindung brachte und sich die Erinnerung in ihren Augen spiegelte, während sich ihre Pupillen deutlich weiteten.

„Oh, ich sehe, Sie wissen was den beiden passiert ist. Ich verraten Ihnen ein Geheimnis, Dolores, ich bin ihnen passiert!“, wisperte ich leise, was dem Ganzen einen unheimlichen Aspekt gab und durfte erleben, wie sich nach dieser Offenbarung so etwas wie Furcht in ihrem Blick zu spiegeln begann.

„Was? Sie? Sie waren das? Sie gehören ins Gefängnis!“, kreischte sie sofort los und ich verdrehte die Augen, hatte ich das vorhin nicht gerade selbst gesagt? Begriffsstutzige, dumme Kröte.

„Hören Sie mir nicht zu? Aber keine Angst, das wird ab jetzt eh nicht mehr nötig sein, Sie haben mich zu lange aufgehalten, ich muss zu Harry!“, starrte ich sie eiskalt und mörderisch entschlossen an.

„Was haben Sie vor?“, krächzte sie nun doch furchtsam und sie war vor meinem Blick weiter zurückgewichen, aber das ging leider nicht, da dort der Stamm war.

„Sagen Sie Lebewohl!“, schenkte ich ihr noch ein mildes Lächeln, dies hier wäre nun eine Premiere.

Dann sammelte ich meine Wut und meinen eisigen Willen und sprach entschlossen:

„Avada Kedavra“, sie riss vor Angst und Unglauben, dass es vorbei war, die Augen, in denen das pure Grauen stand, schreckensweit auf und schrie verzweifelt. Als sie auch schon der kalte, grüne Lichtstrahl mitten in die Brust traf und ich miterlebte, wie das Lebenslicht in ihren Augen erlosch und ihr bösartiger Geist sich von ihrem Körper löste, der dann übergangslos schlaff und kraftlos zu Boden sackte.

Ich ging einen Schritt zurück und blickte zufrieden auf mein Werk, starrte auf ihre leblose, zusammengesunkene Gestalt, betrachtete die Frau, die nun eine Leiche war und versuchte kurz zu ergründen, was ich fühlte?

Ich war mir nicht sicher gewesen, diesen Zauber wirklich sofort gegenüber einem Menschen zu beherrschen, schließlich war dies der erste geplante und ausgeführte Mord, den ich gerade begangen hatte, ich hatte es getan!

Mit einem Avada gemordet!

Natürlich, ich hatte schon seit längerer Zeit einmal diesen Zauber testen wollen und ich muss sagen, es war sehr viel cleaner und weniger persönlich als mit einem Messer aber gut, diese Frau hatte es verdient. Diese absolut böse, skrupellose und gefährliche Frau hatte es verdient. Es war nicht schade um sie, niemand würde ihr eine Träne nachweinen, außer vielleicht Fudge!

Meine Entscheidung, dass ich sie nicht leben lassen würde, war gefallen als sie zugab, Harry absichtlich den Dementoren ausgeliefert zu haben und ihn damit vorsätzlich, willentlich und bösartig einer lebensgefährlichen Bedrohung, die diese Wesen darstellten, ausgesetzt zu haben. Dass sie ihn auch noch foltern wollte, war schlimm genug aber das kleinste Übel, nein echt, ich war froh, dass ich das getan hatte. Wer sich mit meiner Familie anlegte hatte auch meine Rache zu tragen, dachte ich mit grimmiger Genugtuung.

Dass mir mal wieder ein als sehr schwer geltender Fluch leicht über die Lippen gegangen war, war eine nette Bestätigung aber nicht mehr!

Ich meine, es liefen so viele böse Personen durch die Gegend seit er zurück war, da sollten alle froh sein, dass ein bösartiges Weib weniger unter uns weilte. Ich hatte keine Skrupel und drehte mich um, rannte besorgt zu Harry, um ihn von der Wurzel zu befreien, ließ meine kaltblütige Tat gedankenlos hinter mir zurück, sie ging mir nicht nahe, jetzt nicht, wir hatten wichtigeres zu tun.

„Harry, geht’s?“, rief ich aufgeregt, rannte rasch auf ihn zu und zog an einer armdicken, graubräunlichen Wurzel. Meinen Zauberstab hatte ich wohlweislich schon wieder vor ihm verborgen.

„Ja, danke! Boah, was war das denn? Ich hab gedacht, das Ding wollte mich erwürgen, aber dann hab ich daran gedacht, was du im ersten Schuljahr bei der Teufelsschlinge gesagt hast, stillhalten! Und tada, das Ding hier hat auch aufgehört mich zu würgen!“, meinte er sichtlich stolz, während ich ihn befreite und das war ich auch, dass Harry anscheinend immer seinen Verstand in Gefahrensituationen fand, war gut. Er hatte gute, logische Schlüsse gezogen und so zog ich ihn auf die Beine.

„Wo ist die Bitch?“, fragte er sich umschauend „Und wo warst du?“

„Keine Ahnung! Ich hab euch aus den Augen verloren und dann war sie auf einmal weg. Du weißt, wie gefährlich der Wald ist!“, lenkte ich ab und blickte in die Finsternis des Waldes.

„Ja, scheiße und wir haben nicht mal unsere Zauberstäbe, warum hast du uns hier reingeführt?“, fragte er überfordert nach und rieb sich die Stellen, die leicht von der Wurzel gequetscht worden waren.

„Warum? Wir sind sie los!“, bot ich an, während er seinen Hals massierte.

„Ah, ja, hast ja recht! Nur für wie lange?“, wollte er wissen, oh, wenn du wüsstest, das Scheusal waren wir endgültig los.

„Was war denn jetzt am Grimmau…“, ich wollte weiter reden, als wir das bekannte Hufgetrappel der Zentauren wahrnehmen konnten.

„Scheiße“, entwich es mir und Harry gleichzeitig und schon waren wir umzingelt und sahen uns wieder den auf uns gerichteten Schusswaffen der wütenden Zentauren gegenüber, diese Pfeile sahen echt spitz aus…


Zuletzt von queenie am Fr Mai 10, 2013 9:25 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Kapitel 86-87 Empty
BeitragThema: Die Mysterien der Mysteriumsabteilung   Kapitel 86-87 EmptyDo Feb 09, 2012 2:34 am

Die Mysterien der Mysteriumsabteilung


Seitdem ich den unverzeihlichsten der unverzeihlichen Flüche angewendet hatte, fühlte ich erstaunlich wenig. Ich war innerlich recht kalt und erstaunlich klar, etwas was gerade ausgezeichnet passte, da ich ruhig und gleichgültig auf die auf uns gerichteten Pfeile blickte, die drohend auf uns zielten.

Ein übelgelaunter Magorian trappte donnernd auf uns zu und hielt wutschnaubend vor uns.

„Was habt ihr hier zu suchen, haben wir nicht deutlich gemacht, dass auch ihr hier nicht willkommen seid?“, fragte er herrisch und reckte die große, starke, männliche und nackte Brust.

„Wi… Wir…!“, stotterte Harry verunsichert und wischte sich über die schweißnasse Stirn.

„Lass uns endlich ein Exempel statuieren! Die verstehen uns sonst nicht und nehmen uns nicht ernst!“, rief der Rappe namens Bane tollwütig, da bekam man ja Angst, dass den ein Werwolf in die Flanke gebissen hatte, sollte ich das zu ihm anmerken, würde sein Pfeil wohl aus mir herausragen, aber über so einen Hitzkopf durfte man sich ja wohl doch noch erheitern.

„Aber wir sind Fohlen!“, rief nun Harrys brüsk und blickte aufgeregt in die Runde der uns umzingelnden, wuchtigen Pferdekörper, die unruhig auf der Stelle scharrten, wie die Pferde, die nicht vor dem Beginn eines Rennens in die Startboxen wollten und aufbockten.

„Dieses Recht habt ihr verwirkt!“, kam es kalt von Magorian und ich bemerkte, wie besonders ich ins Visier der aufgebrachten Blicke und auch der auf uns gerichteten Pfeile geriet. Oh, sie hatten wohl einen Späher geschickt, der mich beobachtet und verpetzt hatte und dabei sollten sie froh sein, dass Umbridge keinen Zentaur in die kleinen, dicken Wurstfinger bekommen hatte. Denn das wäre für diese Mischwesen auch kein Vergnügen gewesen, wie gesagt, aber um diese niederträchtige Person tat es mir weniger leid als um Bole.

Harry wirkte bei ihrem verbohrten Verhalten mehr als erstaunt „Was meinen die?“, wisperte er neben mir leise und bewegte kaum die Lippen, er hatte bemerkt, dass ich augenblicklich ins Zentrum des Interesses gerückt war.

„Seid doch nicht so hart!“, hörten wir nun die melodische und schwermütige Stimme eines Rotfuchses, der auch auf seinem menschlichen Körper erstaunlich viele rote Haare vorzuweisen hatte und es nun wagte, sich sachte in die Diskussion einzumischen, indem er auch hervortrabte und mit Bedacht einen Huf vor den anderen setzte.

„Oh, Ronan, halt dich da raus!“, zischte ihm Bane aufgedreht zu, tänzelte dabei unruhig und vorfreudig auf der Stelle, also auf dem würde ich nie reiten wollen!

Ganz schlechter Gedanke, aber gut, sollten sie uns angreifen würde ich uns verteidigen, ohne Rücksicht auf Verlust, denn wie es schien würden sie keine Rücksicht walten lassen und versuchen uns zu töten, die Situation spitzte sich merklich zu.

Mir kam es so vor als wäre die Zeit der Toleranz, der gegenseitigen Anteilnahme, vorbei und das hatte nicht nur mit meiner bösen, wirklich bösen Tat Umbridge gegenüber zu tun, sondern auch damit, dass sich die Pferdchen hier vor mir auch immer wilder, ungezähmter und ungebärdiger gaben.

„Ja, Ronan! Bane hat recht, diese beiden hier sind keine Fohlen mehr!“, beschied Magorian scharf.

„Siehst du, Ronan, selbst Magorian sieht ein, dass diese jungen Menschen hier arrogant und überheblich sind. Sie betrachten uns nur als dumme Nutztiere und denken, dass sie sich alles in unserem Wald erlauben können!“, fauchte da wieder Bane hasserfüllt und stieg wütend in die Luft auf.

„Sie lassen sogar ihresgleichen gleichgütig zurück und beseitigen es…“, schrie er anklagend weiter und schlug mit seinen Vorderhufen aus. So, jetzt wurde ich auf die Pferdchen aber auch sauer. Ich hatte gerade meinen ersten Avada erfolgreich gesprochen und wenn sie wollten konnte ich ihn auch mal an ihnen testen. Die sollten ihre Mäuler halten, mussten die Harry das so ostentativ auf die Nase binden?

Wie gesagt, ich hatte nichts gegen die Zentauren und ich achtete Mischwesen an sich, aber deren selbstgerechte Art ging mir gerade gefährlich auf die Eier, ups… ich hatte keine, dann halt Eierstöcke, aber das überhebliche Getue nervte an sich genauso wie Umbridge, die ebenfalls von sich und ihrer Selbstherrlichkeit überzeugt gewesen war.

„Hermione, was reden die denn da?“, fragte Harry verzweifelt, ich zuckte darüber nur die Schulter, blickte aber nicht zu Harry, sondern behielt die Bedrohung vor uns konstant im Auge. Leider befand sie sich aber auch in unseren Rücken, so wie sie einen Kreis um uns geschlossen hatten, wir waren eingekesselt.

Ich wollte gerade, in dieser Sekunde meinen Zauberstab ziehen, als auch schon die ersten Pfeile auf uns zuschossen und haarscharf an uns vorbeizischten, um surrend in den Waldboden einzuschlagen und sich in ihn hineinzubohren. Harry packte sofort meine Hand und sah mich furchtsam an, unter dem einsetzenden Beschuss. Wir spürten urplötzlich die Erschütterungen des Bodens, der unter unseren Füßen erbebte und die Bäume knickten ein wie Streichhölzer, da erschien auch schon Grawps hässliches Gesicht über den Wipfeln der Bäume und ich hatte nie gedacht, dass ich mich mal so über seinen gewöhnungsbedürftigen Anblick freuen würde. Da sich die kriegerische Aufmerksamkeit der Herde sofort dem riesigen Eindringling zuwandte, der immer wieder„Hagga… Hagga… Hagga!“ rief und anscheinend Hagrid suchte, als er zu uns Winzlingen auf die Erde blickte. Da schien er mich auf einmal zu erkennen, verzog den schiefen Mund noch mehr und schrie nun:

„Hermi… Hermi!“, und ich tat das Einzige was mir einfiel, ich winkte ganz aufgeregt.

Der Riese schien dies wirklich als Aufforderung zu sehen, näher zu kommen und jagte mir einen Schock ein, als seine großen, breiten Hände, die in ihrer Größe eher an Schaufelbagger erinnerten, nach mir grabschten und die Zentauren gingen umgehend panisch und energisch gegen den Riesen vor. Sie schossen in schneller Abfolge ihre Pfeile nun mitleidlos auf ihn und die spitzen Metalle bohrten sich in die Haut von Grawp, drangen ein und dieser jaulte gequält auf und begann zu bluten. Er brüllte wütend auf, als er seine gespickte Hand zurückzog und stürzte von Rache getrieben auf die Pferde los, die jetzt in gestrecktem Galopp davonstürmten und ein wütender, alles umwälzender Riese stapfte hinter ihnen her und ich musste kurz verachtend aufschnaufen. Idioten, sich so einfach mit einem Riesen anzulegen, mit Pfeilen, die von ihrer Länge her nicht mal so tief eindrangen, wie bei Menschen ein Bienenstachel, aber nun gut, wir waren sie los.

Als Geschenk hatte Grawp noch einige Tropfen seines Blutes auf uns regnen lassen und so sahen wir recht rotbesprenkelt aus, als Harry erleichtert aufatmete.

„Scheiße, war das knapp! Sind die irre? Was geht hier ab? Jetzt spinnen alle… oder?“, zog mich Harry hektisch aber vor sich hin schimpfend immer weiter, dabei hatte er seine Hand fest mit meiner verwoben. „Was hatten die denn?“, wollte er unwirsch wissen und ich wischte mir über meine feuchte Wange, hatte dann eine rote Hand, super, es schien mir, als hätte mich ein Pfeil gestreift, der an meiner Backe vorbeigesurrt war.

„Wenn ich das wüsste, Harry! Aber ich würde mal sagen, seit letztens waren die ja eh nicht mehr gut auf uns alle zu sprechen! Zentauren sind komische Zeitgenossen… Aber jetzt erzähl doch was war… der Kaminfunkt? Was hast du erfahren?“, bat ich schnell, während wir unvermindert rasch über den unebenen Boden weiterliefen.

„Ich bin in der Küche auf Kreacher getroffen und er sagte, Sirius sei in die Mysteriumsabteilung gegangen und würde wohl nie mehr zurückkommen. Er war sehr hämisch und gehässig! Ich bin weiter in ihn gedrungen, aber dann hat mich die Kröte an der Schulter zurückgerissen!“, riss nun er seine Hand von mir los und fuhr sich verzweifelt durch die wirren Haare „Was soll ich glauben? Ich hab bei Kreacher so ein schlechtes Gefühl, er war so, so… ich weiß nicht, so schadenfroh!“, wollte Harry verzweifelt erfahren, wie er zu reagieren hatte.

„Ich weiß es nicht, Harry, ich denke immer noch, dass es unwahrscheinlich ist, dass Sirius, der gesuchte Sträfling mittags ins Ministerium marschiert. So viel Intelligenz möchte ich ihm zusprechen!“, meinte ich überlegend und versuchte nur, die Fakten dazulegen und meine Gefühle oder gar jegliche Sorge zu unterdrücken.

„Tja, siehst du, da hast du auch wieder recht! Wir hatten die Prüfungen als ich die Vision erlebte, aber Sorgen mache ich mir halt trotzdem und wenn wir jetzt zurückgehen, werden sie uns eh nichts sagen, und das mit Snape…!“, zeigte er mir einen unwohlen Blick und rang unglücklich die Hände.

„Harry, wirf ihm jetzt nichts vor… was hätte er denn in Umbridges Nähe zeigen oder offenbaren sollen?“, fragte ich eindringlich und wedelte beschwichtigend mit meinen Händen durch die Luft.

„Sag ich was…? Ich bin nicht doof! Aber was weiß ich, was ich erwartet habe? Ich hab sogar versucht, meinen Geist für ihn zu öffnen und ihm zu zeigen, was ich gesehen habe. Ich glaub nicht, dass es geklappt hat, aber dass er sich gegenüber Umbridge nichts anmerken lassen konnte ist mir auch klar… ich weiß nicht…!“, zuckte er unglücklich die Schultern.

„Das verstehe ich, aber ich denke, er ist schlau genug!“, versuchte ich Harry Hoffnung zu schenken.

„Hermione, das mag sein und ich weiß auch, es ist eine Falle! Es muss eine Falle sein aber ich hätte… ich möchte diese Chance beim Schopfe packen, sonst werde ich nie erfahren, um was es geht. Ich will ins Ministerium, nicht nur um zu überprüfen ob es Sirius wirklich gut geht, aber ich will endlich wissen, was das alles bedeutet, ich will ausbrechen! Diese ständigen Bilder von ihm, der will, dass ich dorthin komme, das macht mich wahnsinnig! Und sie werden es mir nie sagen, was dort ist… entweder ich finde es alleine raus, oder niemals… kommst du bitte mit? Jetzt ist eh schon alles egal! Dumbledore ist nicht hier, Umbridge… das ist die Frage…“, stockte er kurz und wagte nicht, mir in die Augen zu blicken, bevor er rasch fortfuhr: „ … die Auroren in der Schule, ich will jetzt nicht zurück und nichts tun!“, drängte er mit beschwörender Stimme als er sich erklärte, während ich über seine Bitte nachdachte.

Als ich nun stoppte und an einem Baumstumpf atemlos stehen blieb, bevor ich meine Antwort formulierte:

„Du hast recht und ich komme immer mit dir, egal wohin der Weg auch führt! Sei dir aber der Konsequenzen bewusst, kannst du damit leben, falls es in die Hose geht und einem von uns, oder vom Orden, etwas passieren sollte? Denn ich denke schon, dass Snape irgendwas aus dem Schloss heraus machen wird!“, zählte ich rational, wie ich war, vorausschauend auf.

„Nein, nie! Aber ich werde dann damit wohl leben müssen, wäre ja nicht das erste Mal, dass Menschen wegen mir draufgehen!“, erklang es verbittert von ihm und ein sehr abgeklärter Ausdruck legte sich in seine soeben vergrämt erscheinende Miene.

„Dann komm!“, war ich mir der Konsequenzen durchaus bewusst, aber ich wusste, in die Mysteriumsabteilung konnte ich ihn locker führen, die wäre nicht das Problem, als ich zu lachen begann:

„Hahaha… du weiß schon, dass wir nicht ganz dicht sind, oder? Sehenden Auges in eine Falle zu laufen!“, lachte ich schallend auf und freute mich auf das bevorstehende Abenteuer.

„Ich weiß, aber so kann das nicht weiter gehen. Ich werde noch verrückt, wenn ich diese lockende Holztür weiter sehe und sie nicht aufmachen kann, das halte ich lange nicht mehr aus! Ich denke auch das ist das Problem. In mir hat sich mittlerweile so eine große Neugier aufgestaut, dass ich fast nicht mehr widerstehen kann. Wenn sie doch nur einsehen würden, dass ich die Wahrheit besser verkraften und verstehen würde als diese Geheimniskrämerei, auf der dann meine Neugier gründet und Voldemort feuert sie noch weiter an. Er manipuliert mich hier gnadenlos!“, erkannte Harry sehr klar, aber ich konnte es gerade sehr gut nachvollziehen, dass es unter diesen aufwühlenden und ungewissen Umständen echt schwer war, seinen Geist zu verschließen.

„Und Dumbledore spielt ihm damit voll und ganz in die Hand!“, zog ich mein enttäuschtes Resümee. Und dann schwiegen wir kurz betroffen, bis Harry urplötzlich fragte:

„Was machen wir ohne Zauberstäbe?“, schaute er sich nun neugierig nach mir um.

„Unsere Freunde befreien!“, beschied ich ihm und ging entschlossen vorweg denn, dass ich einen Stab verborgen hielt, verschwieg ich ihm wohlweislich.

So stapften wir nun schweigend und über unserer Entscheidung brütend durch den Wald als wir plötzlich Stimmen vernahmen, die aufgebracht diskutierten. Ich hielt mir rasch einen Finger vor den Mund und Harry nickte mir zu und so schlichen wir leise auf die Gruppe zu, die sich anscheinend nicht einig war und eine Auseinandersetzung hatte, als wir die Stimmen erkannten.

„Und du glaubst wirklich, dass du gesehen hast, wie sie hier rein sind? Der Wald ist gefährlich!“, fauchte da Ron Ginny an, als wir aus dem Dickicht hervorbrachen und auf die kleine helle Lichtung traten.

„Ja, habe ich…!“, antwortete Ginny keifend und drehte sich dann zu uns um, als wir so einen Lärm machten, da die Äste laut knackend brachen, während wir uns unseren Weg bahnten.

„Harry, Hermione!“, schallte es aus vielen Mündern erleichtert. „Wie seht ihr denn aus?“, riefen sie erschrocken als sie unsere blutigen Umhänge sahen.

„Äh, lange Story, nicht so wichtig, uns geht es gut!“, winkte Harry lächelnd ab und die Anspannung wich aus den besorgten Gesichtern.

„Psst, seid leiser!“, befahl ich, schließlich wollten wir nicht wieder den Zentauren begegnen, aber die waren schließlich nicht die einzigen Bewohner dieses magischen Waldes.

Die Gesichter unserer Freunde erhellten sich zusehends, da wir unversehrt vor ihnen standen und ich hob fragend die Braue, während Harry rief:

„Leute, wie seid ihr entkommen?“, dabei freute er sich sichtlich, dass alle anderen ebenfalls wohlbehalten da waren.

„Nun, das war so… ich hab Bullstrode, die unsere Stäbe hielt, mit einer schnellen Bewegung alle aus der Hand geschlagen und dann war ein kleines Durcheinander und ich hab mir meinen gegriffen und ein paar Schocker geworfen. Neville war auch schnell und hat einen voll coolen Lähmzauber auf Goyle geschmissen, der ist zusammengeklappt und Luna kann gefährlich gut zutreten, aber Ginny war phantastisch mit ihrem Federwichtfluch, so haben wir jeden vom bescheuerten Inquisitionskommando alle gemacht! Die stehen so schnell nicht wieder auf…“, bekannte Ron, dabei sahen alle verlegen aber auch irgendwie stolz aus.

„Was? Das ist so toll, Leute!“, rief Harry erfreut aus und Ron reichte mir und Harry unsere Zauberstäbe mit einem beschämten Grinsen über das Lob. Ich sah mir die vier an und freute mich, gut, dass Draco nicht da war und gratulierte uns, dass er den Bogen gekriegt und sich aus dem Staub gemacht hatte. Aber Malfoys waren in so was exzellent, zur rechten Zeit die Biege zu machen, musste wohl am Blut liegen, dachte ich ironisch.

„Aber war doch klar, dass ihr den Dumpfbacken entkommen konntet!“, gab Harry großkotzig zu und Ginnys Wangen leuchteten bei Harrys Lob rot auf. „Hermione, kommst du?“, forderte mich Harry plötzlich zusammenhangslos für die anderen auf und hielt mir seine Hand hin. Ich ging auf ihn zu und bemerkte, wie uns alle komisch ansahen.

„Moment!“, „Halt“, „Stopp!“, „So wartet doch!“

„Wo ist die Bitch? Was habt ihr vor?“, fragte da Ron eindringlich, als Harry meine Hand wieder fest in seine nahm.

„Keine Ahnung, war auf einmal weg! Ich hab so meine Zweifel, dass sie wiederkommt. Und was wir vorhaben? Nun, wir haben uns entschieden, ins Ministerium zu gehen, um endlich zu erfahren, was das alles soll. Ich verliere sonst den Verstand, bei dieser Ungewissheit!“, bekannte Harry ereifernd.

„Wir kommen mit!“, kam es wie aus dem Zauberstab geschossen von Ron.

„Nein, das tut ihr nicht!“, kam es entschieden von mir und ich sah alle strafend an.

Ich hatte gerade getötet, das war kein Spaß, für diese Kinder wäre das nichts, die hatten keine Ahnung und mir wurde schlecht, wenn ich in ihre offenen, ehrlichen und freundlichen Augen blickte. Ich war mir sicher, sähen sie intensiv in meine, würden sie erkennen, dass sich etwas mal wieder in mir verändert hatte, eine Grenze weniger, aber sie mussten das nicht tun. Sie hatten noch immer die Wahl. Ich hatte meine schon vor langer Zeit getroffen, für mich war es zu spät.

Zu spät, zu bereuen, zu spät für eine Umkehr!

„Hermione, das ist ja wohl immer noch meine Entscheidung!“, schrie nun Ron empört und Ginny machte mit und band sich gerade kämpferisch die langen roten Haare zu einem Pferdeschwanz.

„Das ist doch nicht dein Ernst!“, flüsterte Neville.

„Harry, wir kommen mit dir, du brauchst uns!“ Falsch, Süße, Harry brauchte nur mich, das wäre das Vernünftigste, da aber Harry nicht alles wusste, bremste er etwas im Gehen.

„Harry, ich war bisher bei allen unseren Abenteuern mit dabei!“, holte Ron auf und legte seine Hand auf Harrys Schulter.

„Ich weiß, aber wir werden so oder so in eine Falle laufen. Ron, ich will nicht, dass dir was passiert!“, bekannte Harry nun offen.

„Und was ist mit Hermione?“, fragte da Ginny herausfordernd und stellte sich neben uns.

„Ich bin was anderes, Ginny!“, beschied ich ihr kalt und mit einer knappen, sehr abschätzenden Musterung.

„Aha und warum?“, fragte sie pikiert, ich war versucht, ihr zu antworten, weil ich töten kann, weil ich skrupellos bin, du doofe Ziege, begann ich mich wirklich über sie zu ärgern.

„Hört auf! Ginny! Hermione weiß, was auf uns zukommen kann!“, war Harry sofort an meiner Seite.

„Aber ich doch auch…“, warf Ron anklagend ein.

„Nein, du nicht, du weißt nicht, wie es ist einem Death Eater gegenüberzustehen!“, da gab ich Harry recht, es war kein Vergnügen und wenn es gestandene Männer wie Lucius oder Snape waren erst recht nicht.

„Ja, aber sie doch auch nicht!“, rief Ginny erhitzt und Ron nickte zustimmend und ich dachte nur, wenn ihr wüsstet, aber ich bemerkte auch Harrys kurzen, flackernden Blick, der leichte Skepsis barg. Oh, mein Lieber, was wusstest du von mir, was du mir noch nicht erzählt hast?

Aber gerade war nicht die rechte Zeit, dies zu ergründen!

„Wir kommen mit!“, bestimmte Ron kompromisslos und zeigte seine sture Miene.

„Ich komme auch mit, Harry!“, summte Luna träumerisch aber der Ernst stand ihr in den Augen geschrieben.

„Ja, ... ja, ich auch!“, stotterte Neville und ich verdrehte über diese nervende Bande die Augen.

„Und wie kommen wir da hin?“, entkam es Ginny nun aufgedreht als würden wir planen shoppen zu gehen und nicht in eine bösartige Falle zu rennen.

„Die Thestrale!“, meinte Luna verträumt und zeigte auf einmal mit ausgestrecktem Zeigefinger in eine dunkle Ecke und da bemerkte auch ich die knochigen, geflügelten Pferde zwischen den dichten Gebüschen.

Okay, ich appariere, komme was da wolle, war mir doch vollständig gleichgültig, wenn dieses Geheimnis aufflog, aber ich würde nicht auf dem da reiten, äh fliegen, oder was auch immer, auf keinen Fall, auf gar keinen Fall.
Ich hasse fliegen!

„Woher kommen die denn?“, fragte Neville verwundert und blinzelte ins Nichts.

„Ich denke, sie haben das Blut gerochen!“, erklärte Luna vollkommen ungerührt und deutete auf Harry und mein derangiertes Aussehen.

„Ihr könnt nicht mit, das ist zu gefährlich!“, flüsterte ich sehr leise und sah Harry eindringlich an. Er zuckte die Schultern und die anderen beobachteten uns und unsere Kommunikation.

„Harry, wenn ihnen was passiert, kannst du damit leben? Selbe Frage wie vorhin, kannst du das? Wenn Ron etwas passiert? Weiterleben?“, hielt ich ihn am Arm fest und drang ernsthaft in ihn.

„Warum gehst du davon aus, dass dir nichts passiert?“, fragte Neville da plötzlich sehr schlau.

„Ich kann auf mich aufpassen!“, kam es ungeduldig von mir und ich wischte seinen Einwand beiseite.

„Das kann ich auch, schließlich sind wir den Schlangen auch entkommen!“, zu süß, Ginny, du vergleichst die Babys mit Lucius?

Wow, ich denke, dass sich Ginny mit Sicherheit vor Angst in die Hose machen würde wenn Lucius versuchte sie als Steak zu verspeisen und genießend seine Zähne in ihrem Fleisch vergrub, aber ich würde immer lebend rauskommen, so oder so, dafür hatte Draco weitblickend gesorgt.

„Du weißt nicht, wovon du sprichst!“, belehrte ich sie schon kalt.

„Ich nicht, aber du Miss Neunmalklug, tu doch nicht so, woher willst du das alles wissen?“, meinte sie schnippisch und stemmte ihre Hände aggressiv in die Hüften.

Ich war kurz davor, alle hier zu verhexen. Ich war schrecklich geladen und da nahm Harry wieder meine Hand sachte in seine.

„Wenn sie mit wollen!“, sagte er bittend und ich konnte in seinem Blick sehen, wie er aufgab und über die zusätzliche Unterstützung vielleicht sogar froh war. Nur weil ich es oft vorzog alleine herumzustreunen bedeutete das nicht, dass dies auch Harry gerne tat.

„Wenn du sie mitnehmen willst, dann tue es!“, erklärte ich wütend und entriss ihm meine Hand

„Gut!“, „Endlich!“, „Lasst uns gehen!“, „Wir wollen mit, das tun Freunde füreinander!“, riefe alle vier mit überschäumender Energie und viel zu naiv für meinen Geschmack. An sich war es ja wirklich nett, aber sie unterschätzten die Lage.

Nun zog Harry mich auch schon zu den Pferden, auf keinen Fall, ich würde apparieren, entschied ich und blickte mit purem Horror auf diese geflügelten Viecher.

„Wo sind die Thestrale?“, fragte Ron irritiert und Luna packte seine Hand, legte sie auf die schwarze, glatte Haut des Tieres und Ron fuhr zurück, als er etwas im Nichts berührte.

„Wow cool, ich sehen nichts, aber da ist was!“, und schwang sich dann ohne lange zu überlegen auf, das war dann wohl das berühmt berüchtigte Gryffindortemperament.

Luna führte Ginny zu einem dieser drachenköpfigen Pferde und half ihr auf, während Neville sicher aufstieg, da ja auch er diese Wesen sehen konnte. Harry trat auf mich zu und führte mich zu einem dieser Tiere, die ich natürlich sehr gut ausmachen konnte, in all ihrer Pracht, aber er wusste dies nicht.

„Komm“, meinte er, da er meinen Widerstand durchaus wahrnahm.

„Du Harry, ich finde einen anderen Weg, wirklich!“, wehrte ich mich gegen seinen Griff.

„Das glaub ich dir sogar, aber was soll ich ohne dich tun? Bitte komm, bleib bei mir!“, bat er da so leise, dass ich von einer Sekunde zur Nächsten geschlagen die Augen schloss und mich zu diesem Tier führen ließ.

Als ich die glatte, ledrige Haut fühlte, schlug ich die Augen auf und sah, wie der Thestral seinen Kopf gedreht hatte und mich mit seiner weißen Pupille fixierte. Ich wusste, dieses Wesen erfühlte, dass ich nicht nur den Tod gesehen, sondern ihn auch schon gebracht hatte.

„Komm, ich helfe dir!“, sagte Harry und hob mich hoch, sodass ich nun auf dem Tier zum Sitzen kam. Die Knochen, auf denen ich nun saß, fühlte ich intensiv und ich krallte mich an der schwarzen Mähne panisch fest und schon schwang sich Harry auf seines und nannte unser Ziel:

„Zaubereiministerium in London!“

Ich fasste es nicht, dass ich wirklich auf diesem Ding hockte! Warum war ich so bescheuert?

Denn nun stiegen alle Thestrale wie auf Kommando in die Höhe, erhoben sich in die schwindelerregenden Lüfte. Ich verkrallte mich und presste meine Beine fest an den dünnen Körper. Sie breiteten ihre fledermausartigen Flügel weit aus und schlugen damit kräftig, um uns und sich selbst in den weiten, viel zu hohen Himmel zu erheben und ich fühlte die Sehnen und Muskeln in diesem knochigen Körper arbeiten, als es nun den Boden unter sich verlor und in die Luft abhob.

Ich hielt mich leicht verzweifelt auf dem Rumpf des Pferdes, lehnte mich nach vorne und schluckte panisch die Säure in meiner Kehle hinunter. Ich wünschte mich ganz weit weg, als ich zu meinem Leidwesen bemerkte, wie wir immer höher und höher in den Himmel aufstiegen. Wir wurden immer schneller, die Geschwindigkeit, die sie in der Luft aufnahmen, war rasant und die Erde mit den Bäumen wurde schnell immer kleiner. Der Wind blies mir die Haare aus dem Gesicht und es wurde richtig frisch in der hohen, luftigen Höhe, die wir nun erreichten.

Sie beendeten nun endlich den Steigflug und wählten den geraden Luftweg nach London. In dieser Zeit, während ich meine Panik entschlossen niederrang und versuchte mich krampfhaft zu entspannen, bereitete ich mich darauf vor, wie ich uns schnell durch das Ministerium führen könnte.

Leider dauerte der schnelle Flug trotzdem viel zu lange für meinen Geschmack und so blickte ich kein einziges Mal woanders hin als auf die Mähne meines Flugtieres, meine Gedanken wanderten zu Umbridge und ich haderte, ob ich sie wirklich hatte töten müssen.

Und die Erkenntnis, dass ich sie mit Sicherheit nicht hatte töten müssen, sondern es wollte, schmeckte mir gar nicht. Ich wollte nicht der Herr über den Tod werden und selbstherrlich bestimmen, wer leben durfte und doch hatte ich es getan, aber mir war auch klar, dass diese Frau für Harry immer eine Gefahr gewesen wäre und auch für Muggelgeborene wie mich. Sie war keine Frau, der man einen Träne nachweinen würde, aber das was ich getan hatte, war auch nicht „nett“.

Aufstöhnend verbarg ich mein Gesicht an der lederartigen Haut des Thestrals und kühlte mein erhitztes Gesicht durch die eisige Höhenluft. So lange ich nicht die Moral aus den Augen verlor, hoffte ich, noch ein „normaler Mensch“ bleiben zu können. So ähnlich wie die Soldaten bei den Muggeln, die mussten im Krieg auch zu ihren Waffen greifen und Leben nehmen, was aber nicht als Verbrechen angesehen wurde, oder sie automatisch zu Mördern machte. Man erkannte es als legal an, als Verteidigung.

Ich weiß, ich weiß, ich redete mir gut zu, aber es war so einfach gewesen, so schockierend einfach. Da war der Unsichtbarkeitszauber, der mir ja einige Probleme bereitet hatte, eine schwierigere Aufgabe gewesen. Aber der Avada ging mir so erschreckend einfach von der Hand, dass es erschütternd war. Und ich schwor mir, ihn wenn überhaupt immer nur sehr überlegt einzusetzen, aber es war eine saubere Sache, kicherte ich nun haltlos und dann zuckte ich zurück, denn ich fühlte, wie mein Pferd mir seinen Kopf zudrehte und mich aus diesen unheimlichen Augen unbewegt ansah. Auch wenn diese Augen gespenstisch waren mochte ich das Tier und es mich, diese Wesen schienen eine wahrliche Affinität für den Tod zu haben.

Als wir urplötzlich in einen abrupten Sinkflug gingen, ich mich wieder krampfhaft festhielt und die Erde in einem rasenden Tempo auf uns zukam, erblickte ich London. Die Straßen und Gassen mit den Menschen, in dem fast schon beendeten Sonnenuntergang. Die Nacht und damit die Finsternis senkten sich über die Stadt und dies war perfekt, um in die Falle zu gehen.

Ich durfte erleben, wie Harry mir auf seinem Pferd einen zweifelnden Blick zuwarf, in dem sich die Sorge und Ungewissheit, in der wir uns befanden, spiegelte. Ich schenkte ihm einen aufmunternden Blick, denn ich freute mich ein bisschen darauf, wieder in die verborgenen Geheimnisse der Mysteriumsabteilung einzudringen. Ich liebte es, das konnte ich an dem vorfreudigen Gefühl, das in mir entstand, erspüren, die Aussicht, wieder einbrechen zu dürfen und so setzten wir leicht holprig auf, aber das war mir egal, solange wir endlich wieder festen Boden unter den Füßen hatten.

Wir waren in einer verlassenen, düsteren und heruntergekommen Gasse gelandet, direkt vor einer kaputten Telefonzelle, in der es recht muffig roch.

„Wo sind wir hier?“, fragte Ron perplex und fiel erleichtert von seinem, für ihn unsichtbaren, Reittier. Da er als einziger mit Ginny zusammen die Wesen nicht sah, zog ich schon meinen Hut vor ihnen, dass sie den Mut hatten auf „Nichts“ in der Luft zu reiten, aber die beiden liebten das Fliegen, vielleicht kam daher ihre Tapferkeit.

Und auch ich sprang so schnell hinab, wie man gar nicht schauen konnte und das sehr viel besser als Ginny, Luna und Neville, die auch rasch versuchten, von den Rücken der Tiere zu kommen, aber dank meines Trainings war ich sehr gelenkig.

„Das ist der Besuchereingang!“, erklärte Harry, während mich mein Pferd in den Rücken stupste und mit seiner spitzen Drachenschnauze mit mir schmuste und das Blut von meinem Umhang leckte, die anderen Tiere machten die Mülltonnen der näheren Umgebung unsicher. Das war ja so eklig, das dachten anscheinend auch die anderen und die Grimassen ihrer Mienen waren Aussage genug.

Und so strebten wir auf die Telefonzelle zu und drängten uns alle zusammen hinein, was mit sechs Leuten recht eng war und Harry griff sicher zur Wähltastatur und ich beobachtete gespannt, wie er die Nummer eingab:

62442!

Und da ich Arithmantik belegt hatte, erkannte ich die Zahlenkombination sofort, die Ziffern ergaben übersetzt das Wort „Magic“!

Als auch schon aus dem Nichts eine amtliche Frauenstimme blechern erklang und uns einige Belehrungen erteilte und nach unserem Begehren fragte.

Harry antwortete nach einem hilflosen Blick zu uns:

„Rettungsaktion“, und schon machte es Ping und der Lift, beziehungsweise die rote Telefonzelle senkte sich samt dem Boden abrupt unter die Erde und so kamen wir mit diesem „Lift“ in der Eingangshalle des Ministeriums an.

Sie hatte sich in der Zeit seit Weihnachten nicht verändert, außer dass es vollkommen menschenleer war.

Ich meine, gut, es war nach Dienstschluss, aber ich konnte mir nicht vorstellen, dass niemand da war, auch kein Wachschutz und selbst der Sitz des Sicherheitszauberers war leer. Während unsere Kameraden bewundernd die Halle musterten, sah ich kalkulierend zu Harry und Harry zu mir und er nickte mir unmerklich zu, dass er es auch sehr komisch fand, dass alles so ausgestorben war, wir gingen rasch und schnell weiter.

Das ungute Gefühl in mir stieg an!

Die anderen registrierten unseren Austausch nicht, sondern glotzten wie die Ölgötzen auf die prächtige Halle, die sich ihnen darbot und so leer wusste sie durchaus zu beeindrucken, mit dem dunklen, polierten Parkettboden, auf dem unsere Schritte fast wie in einer Kathedrale widerhallten.

Das dunkle Schwarz, das hier vorherrschte faszinierte, da das verzierende Gold, das überall als Dekoration angebracht war umso stärker hervortrat und die Decke in ihrer pfauenblauen Pracht war wahrlich überwältigend! Auch der geschmacklose, goldene Brunnen „Der magischen Geschwister“ war den anderen einen überwältigten Blick wert.

„Wow, krass!“, „Ja, echt beeindruckend!“, „So eine Pracht!“, dies waren ihre verständlichen Aussagen, während sie uns hinterher liefen.

„Kommt dir das auch komisch vor?“, wisperte mir Harry besorgt zu, während die anderen sich noch immer bewundernd umsahen.

„Ja, wir rennen wie die Kaninchen in die Falle, willst du Ron, Ginny, Neville und Luna wirklich dieser Gefahr aussetzen?“, flüsterte ich nachdrücklich.

„Nein, aber du kennst sie, sie werden nicht umkehren, hast du Angst?“, fragte er besorgt nach und warf mir einen unsicheren Blick zu.

„Die Wahrheit?“ Er nickte. „Nein und du?“

„Gespannt! Das passt wohl eher, komm wir müssen weiter!“ Harry lief wie ein Getriebener zu den Liften in dem Nebenraum, öffnete eine der goldenen Gittertüren des Liftes und drückte auf den neunten Stock. Rumpelnd setzte sich der Aufzug in Bewegung und so glitten wir in die Tiefe und meine Aufmerksamkeit nahm von Sekunde zu Sekunde zu.

Damals, als ich zum ersten Mal hier war, war ich vollkommen auf mich fokussiert gewesen, aber gerade fiel es schwer, mit den anderen in meinem Rücken, deren Nervosität neue Höhen zu erreichen schein.

Die filigranen Gittertüren des Aufzugs glitten auf und gaben den Blick auf den langen, fensterlosen Gang frei, den ich schon kannte und an dessen Ende die schlichte, dunkle Holztür zu erkennen war, die den Zugang zur Mysteriumsabteilung darstellte.

Wir traten aus dem Aufzug, hasteten eilig auf die Holztür zu, während einige das hektische und nervöse Atmen nicht unterdrücken konnten und ich sprach, wie nebenbei, einige nonverbale Zauber, um zu überprüfen, ob Aufspür- oder Überwachungszauber darauf lagen. Wie ich erwartet hatte, lagen nicht einmal mehr die laschen Zauber vom letzten Mal darauf, was meine und Harrys Vermutung nur zu bestätigen schien und ich zupfte ihn am Ärmel und schüttelte den Kopf, denn er hatte meine Stabbewegungen aus den Augenwinkeln beobachtet.

Ein Erkennen war in seinen Augen aufgeblitzt, als er die Stabbewegungen verfolgt hatte, die ähnlich denen waren, die ich bei Umbridge benützt hatte.

Die anderen schlichen auf leisen Sohlen hinter uns her und sahen sich aufgrund der düsteren, ungemütlichen Umgebung unbehaglich um.

Und nach meiner Erlaubnis und Aufforderung öffnete Harry nun die Tür der Mysteriumsabteilung, die sich wie erwartet problemlos öffnete, dachten die Death Eater, wir waren dämlich?

Alle liefen in den dahinterliegenden, dunklen Raum und blieben in der Mitte des runden Raumes stehen, der wieder in seinem blauen Licht flackerte, welches unruhige Schatten auf den schwarzen Stein der Wände warf. Ich war noch nicht eingetreten und hielt die Tür weiterhin auf, da ich ja die Tücken des Raumes kannte und schmunzelte, ohne mich wären sie wie die Mäuse in die Falle des Ministeriums gelaufen, aber wofür hatten sie mich?

Ich war halt die letzte, beziehungsweise die zweite Maus und die bekam bekanntlich ja immer den Käse!

„Die sind ja alle gleich!“, erkannte Ron messerscharf, ein paar entscheidende Sekunden zu spät.

„So viele!“, hauchte Ginny ehrfürchtig. Luna summte verträumt und spielte mit ihren blonden Locken, während Neville sich unsicher umsah.

Ich schüttelte den Kopf und richtete meinen Stab auf die Ausgangstüre, die ich aufhielt und sprach den Flagrate, was die anderen herumfahren ließ, da ein Zischen ertönte, als sich das flammende Kreuz in das Holz brannte und es markierte.

„Was…?“, meinte Harry verwundert und blinzelte mich fragend an, perplex über meine überlegte Art, denn er wusste ja nicht, dass ich das Spiel hier schon kannte.

„Was? Du willst doch die richtige Tür finden!“, entgegnete ich lapidar und alle sahen mich komisch an, somit ließ ich die Tür nun zufallen, in der Erwartung, dass der Raum rotierte.

Wie erwartet begannen die Wände sich fast augenblicklich im Kreis zu drehen, was die anderen erschrocken Luft holen ließ und als es endete und meine Markierung uns zeigte, welche Tür uns in die Freiheit führte, bemerkte ich, wie mich Harry skeptisch musterte und ich sah ihn provokant an und zog langsam die Schultern hoch. Ich spürte, er ahnte oder wusste mehr als er sagte, aber das musste warten.

Ich lenkte mit einer Geste zu den Türen, auf dass Harry eine öffnete und er trat an die erste heran und rüttelte, sie ließ sich aber nicht öffnen, deshalb ging ich zu ihm und sprach den Alohomora. Nun öffnete sie sich und ich erkannte den Raum, der sich mir auch beim ersten Mal offenbart hatte, war da System hinter?

„Was ist das?“, zeigte Ron auf das Bassin, aber ich antwortete rasch:

„Das ist der Raum des Denkens!“, klärte ich alle auf und erntete betretene Ah´s und Oh´s über mein Wissen.

„Das sind Aquaviriusmaden!“, meinte Luna sehr bestimmt und alle fuhren erstaunt zu ihr herum, sie war wirklich eigenartig.

„Was ist denn das, bitte?“, fragte da auch schon Ron abfällig.

„Etwas Geheimes!“, flüsterte sie besorgt und wirkte ein wenig seltsam und sehr eigen.

Ich hatte nach meinem Einbruch hier recherchiert und herausgefunden, dass dieser Raum, wie gesagt, als der Raum des Denkens beschrieben wurde. Wir blickten in den langgestreckten Raum mit den schwarzen Schreibpulten zu beiden Seiten und dem gläsernen Bassin, welches zentriert in der Mitte des Zimmers stand und mit einer dunkelgrünen Flüssigkeit und darin schwimmenden, weißen, wabbligen Gehirnen, die lange Tentakeln hatten, gefüllt war. Aber alles klar, Luna, das dort waren Maden, ja sicher!

Hier waren wir eindeutig falsch und ich kennzeichnete auch diesen Raum.

Jetzt kam der Nächste und nun war ich mir sicher, dass die Ministeriumstypen sich das zu leicht gemacht hatten und da wirklich ein System hinter steckte, da wir die Halle des Todes erblickten, die mir wieder das kalte Grausen über den Rücken jagte. Diese unwirkliche, düstere Halle, die ja von beiden Seiten Zugänge hatte und auf deren mittigem Podest der steinerne, uralte, verwitterte Torbogen stand, mit dem fast nicht zu fassenden, wehenden Schleier. Ich erkannte, wie die anderen fasziniert in die Halle starrten und warf die Tür rasch nach der Zeichnung mit Schwung zu.

„Boah, was war das? Voll gruselig?“, murmelte Ron und rieb sich über seine Arme, als hätte er Gänsehaut.

„Die Halle des Todes!“, flüsterte ich zurück.

„Sag mal, Hermione, woher weißt du das alles? Ich meine, ich dachte, hier ist alles so geheim?“, kam es doch echt anklagend von Harry.

„Nun, sagen wir mal so, ich habe mich schon länger für diese Abteilung interessiert!“ Und schon wieder hatte sich der runde Raum schwindelerregend gedreht und Harry ging entschlossen zur nächsten Tür und hier wich das Schema zum ersten Mal von meinem Besuch ab und Harry rüttelte verzweifelt an der Tür, die er erwählt hatte.

Auch meine Sprüche, egal welche, schafften es nicht, sie zu öffnen und damit meine ich, wirklich egal welche… sie ging nicht auf und so zückte Harry das Messer, das ihm Sirius in der Vierten zu Weihnachten geschenkt hatte. Ein magisches Messer, dass, wenn alle magischen Arten versagten, das Schloss aufschneiden und somit jedes Schloss knacken konnte. Nur als er es einführte war ein Zischen zu hören und die Scheide des magischen Messers schmolz, es floss silbrig an der Tür hinab. Harry zog den Griff erschrocken zurück und starrte es erstaunt an.

„Boah!“, „Krass…!“, „Heftig!“, „Tja!“, sagte ich nach den anderen erstaunten Ausrufen recht lässig und zeichnete die Tür.

„Was ist wohl hinter dieser Tür?“, frage Ginny unbehaglich und furchtsam, während wir alle nur die Schultern zuckten.

Wir öffneten die nächste Tür und mir entfuhr sofort:

„Der Raum der Zeitabläufe, faszinierend!“, und ich erlebte, wie alle die Augen verdrehten über mich und meine belesene und wissende Art.

„Moment! Halt, das ist es, da müssen wir durch, den kenne ich von meinen Träumen!“, ging Harry sicher über die Schwelle und wir folgten ohne zu zögern. Ich zeichnete aber noch schnell die Tür und zog sie dann entschlossen hinter mir zu und wir standen in einem fantastischen, unwirklichen Raum voller Uhren.

Dieser Raum war über und über voll mit tickenden Uhren und Zeitmessgeräten unterschiedlichster Größe und Art. Standuhren oder kleine Taschenuhren. Das Ticken der Uhren ließ einem die Vergänglichkeit des Seins doppelt zu Bewusstsein kommen.

Mit deren Botschaft, die Zeit läuft!

Wir passierten Schaugläser, in denen sich Zeitläufe und Entwicklungen vollzogen, und eine Vitrine mit Zeitumkehrern erkannte ich auch, da ich ja einen schon ein Jahr lang besitzen durfte. Es war beeindruckend von allen Seiten schillerte und reflektierte es das Licht, das von einer auffällig großen Glasglocke ausging. In der befand sich ein Ei, das sich wie in einem Zeitraffer zu einem Vogel entwickelte, der lebte, alterte und dann wieder ein Ei wurde und das in schneller Folge. Wow, ich wollte dem mehr auf den Grund gehen, es erforschen.

Aber dafür war wahrlich keine Zeit, wir alle gingen staunend durch den recht lauten Raum, mit dem Ticken und Token der unzähligen Uhren.

Und so näherten wir uns mit klopfendem Herzen und einem unguten Gefühl der Tür am Ende des Raumes, die Harry zielsicher anstrebte.
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