When Hermione Fights
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 Kapitel 421-422

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queenie
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BeitragThema: Kapitel 421-422   Kapitel 421-422 EmptyMo Okt 28, 2013 3:10 am

421. Kapitel Chronicles

Dracos Sicht

Nachdem das Frühstück ein Reinfall, bestenfalls noch aufschlussreich, gewesen war, war die gemeinsame Zeit danach äußerst gut verlaufen. Selbst den Fragen hatte ich mich erfolgreich stellen oder ihnen ausweichen können und Hermione hatte erstaunlich schnell nachgegeben, wenn ich sie darum gebeten hatte, nicht weiter nachzufragen. Trotzdem war es eigenartig gewesen, mit ihr zusammen zu sein und mit ihr zu schlafen, in dem Wissen, dass ich sie betrogen hatte und ihr dies zu verschweigen, aber es war besser so.

Unwissenheit konnte ein Segen sein.

Wir hatten einander vermisst, nicht nur ich sie, was mich sehr freute und nach meinem Ausrutscher in Irland, wo ich bei unserem ersten Gespräch nach Dumbledores Tod wieder aufbrausend geworden war und mich erneut meiner Abneigung gegen Potter hingegeben hatte, war mir hier, mit Hermione, umso klarer geworden, was ich in Bulgarien gesucht und doch nicht gefunden hatte. Die Erkenntnis, dass eben keine andere ein Ersatz für sie sein konnte, egal wie schlecht es gerade zwischen uns lief, oder wie mies es mir ging, gab mir Sicherheit und die Gewissheit, dass ich weiter kämpfen würde, um sie an meiner Seite zu halten, denn dort gehörte sie hin.

Ich war froh, dass ich den Schritt gewagt und Hermione meine Erinnerungen zum Teil offenbart hatte und trotzdem hatte zurückhalten können, was mit Yakor passiert war und dass ich schlussendlich auch mit Wena geschlafen hatte.

Natürlich schien sie noch immer unbefriedigt wegen der offenen Fragen zu sein, aber sie zeigte sich kooperationsbereit.

Nur hatte auch ich das beständige Gefühl, dass auch Hermione mir einiges verschwieg. Sie konnte mir nicht erzählen, dass sie und Vater sich nicht nähergekommen waren, auch wenn sie nicht miteinander geschlafen hatten. Trotzdem hatte ihre Körpersprache heute Morgen doch mehr als Bände gesprochen und mir offenbart, dass meine Freundin hin und her gerissen war und nicht gewusst hatte, wie sie nun, da ich wieder da war, Vater gegenüber agieren, auf ihn reagieren und sich verhalten sollte.

Er hatte ihr etwas geschenkt und er tat nie etwas ohne Grund, einfach so und ich war mir sicher, auch hierbei hatte er seine Gründe und er hatte seine Gründe, es gerade heute Morgen zu tun, wenn ich wieder da war.

Ein weiteres Indiz dafür, dass sie sich nähergekommen sein mussten, war für mich, dass Vater Hermione offenbar Geschichten aus meiner Kindheit, wie den Abraxanerunfall und Blaise erzählt hatte, was ich für mehr als untypisch für ihn hielt. Er war sonst ein verschlossener Mensch, aber ihr gegenüber öffnete er sich, was mir so gar nicht behagte.

Wenn ich ehrlich zu mir war, fürchtete ich, dass er es bitterernst mit ihr meinte, hoffte aber noch immer, dass sein Vorsprung, trotz meiner längeren Abwesenheit, nicht zu groß geworden war um sie zu erreichen.

Es tat gut, Hermione wieder so friedlich in den Armen halten zu können. Lange hatten wir nicht mehr so ruhig miteinander gesprochen, auch wenn wir wieder nicht völlig offen alles aus- oder auch angesprochen hatten und immer noch ihr neues Sein und dass was mit Vater wirklich passiert war zwischen uns standen, so war ich bereit, darüber hinwegzusehen, um unser beider Willen, damit wir eine Chance hatten.

Von meinem Ausrutscher bei den Veela würde ich ihr nicht erzählen, ich würde es ihr nicht beichten, denn ich hatte für mich beschlossen, es zu halten wie Severus es tat, was bei einem Auftrag passierte blieb dort, fertig.

Ich würde durch diese Dummheit nicht alles zwischen uns kaputt machen, oder noch weiter ihr Vertrauen in mich strapazieren.

Ich spürte, dass Hermione in meinen Armen sogar langsam aber sicher eindämmerte und war wirklich erstaunt. Entweder hatten die letzten Tage deutlich an ihren Nerven gezerrt, und dies mehr als sie zugeben wollte, oder sie vertraute mir immer noch so sehr, fühlte sich noch immer so wohl, dass sie in meinen Armen entspannen konnte. Oder aber es war schlicht die Tatsache, dass sie am Abend zuvor so viel getrunken hatte, dass der Antikatertrank zwar die Kopfschmerzen, aber nicht die Mattheit vertrieb und ihr Körper nun wirklich nach Entspannung lechzte, was eine nüchterne und weniger schöne Betrachtungsweise war, aber ich ging davon aus, dass es eine Kombination von allem war.

Wir würden abwarten müssen, wie sich alles in der nächsten Zeit entwickelte und ich war gespannt, denn schon in den nächsten Tagen würde ich zurück nach Irland müssen und ich vermutete, dass Hermione mich nicht würde begleiten können, oder wollen.

Ich fand es äußerst schade, dass meine Vision, dass Hermione und ich gemeinsam Contino führen würden, immer unwahrscheinlicher wurde, doch gegen Severus‘ und Vaters Pläne konnte ich nichts sagen und musste sie gewähren lassen, vor allen Dingen, wenn Hermione so freudig mit machte, denn dass das, was Vater ihr beigebracht hatte, ihr gefiel, war offensichtlich.

Diesen Wissensdurst, den sie in den Augen gehabt hatte, als sie erzählt hatte, dass Vater ihr die schwarze Magie gezeigt hatte, kannte ich nur zu gut von ihr. Sie liebe es, Neues zu lernen, in neue Gebiete vorzudringen und ich gönnte es ihr von Herzen, dass sie einem ihrer liebsten Hobbys hatte nachgehen können, dem Lesen. Dass sie Gefallen am Fechten gefunden hatte, störte mich auch nicht, im Gegenteil, so würde Vater mich sicher nie wieder dazu nötigen, sofern Hermione auch nur etwas Talent zeigte.

Ich wusste, sie würde auch noch Zeit mit Severus, mit dem sie eindeutig auch der Wissendurst verband, verbringen wollen und ich hatte nicht vor, sie daran zu hindern, auch wenn ich es schade fand, dass sie an Irland wenig Interesse bekundete. Es kränkte mich etwas, aber ich wollte sie das nicht spüren lassen.

Meine Gedanken schweiften immer weiter ab und so nickte auch ich irgendwann ein, während ich Hermione noch immer in meinen Armen hielt.

Dracos Sicht Ende

Severus Sicht

„Sie müssen den Hut aufsetzen!“, störte diese langhaarige, ringellockige Hexe Dilys, mit dem silbrigen Haar meine Gedanken und wagte es, mich nach dem Ansturm noch mehr zu nerven. Sofort ruckte meine dunkle Braue in unbekannte Höhen.

„Was?“, murrte ich wenig begeistert zu der Schulleiterin aus dem 18. Jahrhundert. Ein wenig Stille und Ruhe wäre jetzt schön gewesen, aber nein, das war mir nicht vergönnt, wie sollte es sonst sein?

„Was? Was, … was! Tun Sie, was man Ihnen sagt, JUNGE!“, fauchte Armando Dippet weniger freundlich und schon ungeduldiger. Sofort ruckte mein Augenmerk zu dem Vorgänger von Albus Dumbledore und ich stöhnte auf. Würde es in der Gesellschaft dieser Nervensägen immer so sein?

Kein Wunder, dass Albus Dumbledore ein derart komischer Kauz geworden war. Bei der Gesellschaft dauerte es bestimmt nicht lange, bis man den Verstand verlor.

„Na, nicht in dem Ton, Armando!“, maßregelte ihn diese impertinente Hexe gleich eilig und warf mir einen nachsichtigen Blick zu.

„Dilys… lass ihn, Armando ist mies drauf, seitdem der da immer schläft!“, meinte Everard beschwichtigend und gewichtig zu seiner Nachbarin Dilys Derwent. Dies war ein fahlgesichtiger Zauberer mit kurzen, schwarzen Stirnfransen, der vor einem schwarzen Vorhang gemalt worden war und der einen abschätzigen Blick zu dem selig schlafenden Albus warf. Als könnte er es selbst nicht fassen, dass Dumbledore bisher nicht erwacht war.

„Was wollen sie?“, stöhnte ich somit gestraft auf, nachdem sie mir die Möglichkeit boten, trotz des Geplappers, endlich einmal meine Meinung äußern zu können.

„Nana, junger Mann, nicht in dem Ton… wir haben auch Toleranzgrenzen und als einer von uns müssen Sie Erwartungen erfüllen!“, verkündete Amrose Swott, ein besonders steifer Mann mit weißer Halskrause und aus einer längst vergangenen Zeit. Da richtete ich mich in meinem Stuhl gleich höher auf, diesem Kollegium würde ich am besten jetzt zeigen müssen, wen sie hier vor sich hatten.

„Ich kenne meine Grenzen, ich überschreite sie ja oft genug… und es tut mir leid, wenn ich ihre Erwartungen nicht erfülle, werte Kollegen, aber meine sind mir wichtiger!“, schoss ich recht süßlich zurück und erntete betroffene Mienen, die mich innerlich sehr dreckig grinsen ließen.

Dabei kam mir mit Schrecken die Erkenntnis, dass diese Schreckgespenster nun immer hier sein würden. Mein fast erschrockener Blick sauste zu Black, der mich höhnisch aus seinem Rahmen musterte und meine Gedanken zu erraten schien.

„Das werden Sie hassen!“, prophezeite der alte Slytherin bösartig, was mich die Zähne fletschen ließ, als er es kommentierte. Aber niemand hier schien von unserer Kommunikation Notiz zu nehmen und so ging es fröhlich weiter mit dem nervenden Gefasel.

„Wenn Sie mal auch hier hängen!“, spottete Black leise weiter und erging sich in seiner Gehässigkeit.

„Sie müssen den Hut aufsetzen!“, deutete Eupraxia Mole entschlossen aus ihrem Bild zu dem zerschlissenen, alten Zauberspitzhut, der zusammengesunken und leicht krumm auf einem Regal lag und somit schenkte ich nun diesem meine Aufmerksamkeit.

„Ich muss was?“, fragte ich pikiert, meine Brauen zuckten zusammen und bildeten fast ein Ganzes.

Warum sollte ich dieses lästige Flickwerk wieder aufsetzen wollen, nachdem ich schon als Kind gemusst und nicht gewollt hatte?

Ich runzelte missbilligend die Stirn und erinnerte mich mit Grauen an meinen ersten Tag in Hogwarts, als ich eingeschüchterter, magerer Junge die viel zu riesige Große Halle entlang gegangen war und schlussendlich diesen wenig passenden Hut aufs lange Haar gesetzt bekommen hatte. Er war mir weiter übers Gesicht gerutscht, da er viel zu groß gewesen war und hatte die hämischen Gesichter meiner Mitschüler ausgeschlossen.

Als dann Slytherin verkündet worden war, hatte ich die eisige Stimmung, die jedem Neuankömmling in diesem Haus zuteilwurde, gespürt.

Ich verzog widerwillig die Mundwinkel, weil mir seine damaligen Worte gegenwärtig wurden:

„Ohhh… wenn haben wir denn da…? Ein halbblütiger Prince! Wie unerwartet spannend und noch auf einem derart klugen, faszinierend Haupt! Noch kennst du dein Potential nicht… nicht mal im Ansatz… aber du wirst groß sein in deinem Haus… SLYTHERIN!“, hatte der Hut laut in meinem Ohr geschrien und damit war mein Schicksal besiegelt worden.

Ich hasste es, an meinen Muggelvater erinnert zu werden und dass man mir ständig vorhielt, dass ich nicht reinblütig war, dafür sorgte meine Großmutter Honoria beständig. So war es kein Wunder, dass ich mit meinen elf Jahren nicht vor Selbstbewusstsein gestrotzt und sehnsüchtig zu dem Tisch der Gryffindors geschielt hatte. Ja, diese Erinnerung enthielt weniger erinnerungswürdiges Potential.

Na bravo, jetzt sollte ich also wieder das von den Gründern von Hogwarts verzauberte Artefakt, das eher einem Lupen glich denn einem Hut, aufsetzen, um was zu erleben?

Das war nicht der Ernst dieser bemalten Leinwände!

Ich fühlte mich genötigt, mich der Lächerlichkeit auszusetzen und schielte wenig angetan zu dem fransigen Hut.

Was wusste ich über den Hut? Nur dass die Gründer es geschafft hatten, dass der alte Stofffetzen sich nicht über die Jahrhunderte zersetzte und natürlich, dass er ihre Weisheit in sich barg, zu erkennen, welche Schwerpunkte die Häuser setzten. Er teilte aufgrund des Charakters eines Kindes und dessen Begabung, die er in einem jungen Geist unter sich erkannte, ein.

Ich gestand es ungerne, natürlich hatte mich zu Beginn meiner magischen Ausbildung diese Magie fasziniert, erst Recht nachdem mir diese hallende Stimme in den Ohren gelegen hatte und somit hatte ich mich damit beschäftigt, aber heute waren andere Themen dringlicher für mich.

Selbstredend kannte keiner die Sprüche, welche die Gründer für diese bisher einmalige Magie verwendet hatten, bis auf die Inanimatus-Verwandlung, die toten Gegenständen „Leben einhauchen“ konnte und die sie bei diesem Hut verwendet hatten. Doch selbst die Bücher in Hogwarts, Malfoy Manor und Prince House gaben, sehr zu meinem Verdruss, nichts darüber her.

Aber so war der sortierende Hut eben einmalig in seiner Existenz. Er erkannte, bedachte und reagierte auf die Gedanken von denjenigen, die ihn aufsetzten und genauso fällte er dann auch seine Entscheidung recht eigenwillig, wie es die Schulgründer ebenfalls getan hatten mit ihrem Wissen und ihrer Denkweise, die sie auf den Hut übertagen hatten. Ich hatte das schon immer faszinierend gefunden.

„Setzen Sie ihn endlich auf!“, „Es ist nicht schlimm!“, „Es muss leider sein!“, riefen die Nervensägen aufgeregt, sodass mein Blick zu Black ging und er meine stumme Frage mit einem Nicken annahm.

„Schon richtig, das mussten wir alle tun… leider!“, gestand er grummelnd.

„Aber warum?“, fragte ich pikiert nach.

Aber man erkannte, dass dem herablassenden, spitzbärtigen Black diese Zelebration ebenfalls nicht gefallen hatte. Und auch wenn er wahrlich eine unangenehme Persönlichkeit hatte, vertraute ich diesem verstockten Portrait mehr als den meisten hier, die einfach viel zu gut waren in ihrer Naivität und Einfältigkeit.

„Das werden sie herausfinden!“, resümierte diese Dilys verstockt.

So sah ich mich tatsächlich genötigt, ihrer Forderung nachzukommen, sprang entschlossen auf und lief auf das Regal zu. Natürlich war es undenkbar, dass die Demütigungen an diesem Tag ein Ende finden konnten.

Wie hatte ich auch annehmen können, dass es einfach wäre, der neue Direktor zu sein, oder gar zu werden?

Fehler! Großer Fehler, dachte ich noch ironisch, über meine eigene Selbstgefälligkeit, da ich selbst gespannt war, was nun kommen würde, während ich dieses mottenzerfressene Relikt anstarrte, um es dann mit Todesverachtung herunterzuziehen und damit in Händen an meinen Platz am Schreibtisch zurückzukehren.

Ich konnte mir lebhaft vorstellen, dass es Dumbledore bei seiner Ernennung zum Direktor bestimmt mit diebischer Freude erfüllt hatte, wieder wie in seiner Jugend mit elf Jahren den Hut aufzusetzen. Zu dem Paradiesvogel mochte das passen aber ich, ich fühlte mich nur tragisch gegängelt und hasste es jetzt schon.

Dabei blinzelte ich vorwurfsvoll zu Albus, nur um festzustellen, dass er sich diese Demütigung meiner Person doch tatsächlich entgehen lassen würde. Das war mehr als komisch und unerwartet, machte mich misstrauisch und ließ mich noch mehr stutzen.

Schlussendlich stöhnte ich leidend, raffte mich aber auf und stülpte mir diesen Hut rasch auf mein Haupt. Diesmal glitt er nicht hinab, er passte perfekt und thronte hoch auf mir.

Da überfiel mich ganz plötzlich ein sehr unangenehmes Gefühl, vor allem nachdem ich nun geschult in der Magie des Geistes war und somit das Eindringen des Hutes sehr wohl spüren und fühlen konnte.

Tja, als Kind war man doch noch anders veranlagt und so wehrten sich meine Schilde vehement, aber die einmalige Magie der Gründer schaffte das, was selbst der Dark Lord nicht vollbrachte. Sie zerschmetterten regelrecht meine Mauern und ich knirschte mit den Zähnen, als der Schmerz wie eine scharfe Nadel durch meine Schläfen zog und stöhnte leise auf.

„Ohhhh…. Wehre dich nicht, mein Junge!“, flötete es zuckersüß in meinem Hirn und ich schnaubte, was für ein bescheuerter Rat.

Leider musste ich zugestehen, dass diese Gründer in ihrer Genialität faszinierend waren, wie sie das schafften, ihr Können, ihre Magie auf diesen Gegenstand zu transferieren war bravourös. Also versuchte ich, mich zu lockern und meinen Geist unter dem schmerzhaften Pochen in meinem Kopf zu leeren.

„Eine Ehre, dich wiederzusehen, halber Prince und ganzer Snape, denn gar zu selten kommen meine Ehemaligen wieder zu mir und nur zu selten kann ich sehen und erleben, wie recht ich doch mit meiner Entscheidung hatte! Du warst ein Slytherin, von den Haar- bis in die Zehenspitzen…“, fabulierte das geschwätzige Ding plappernd und ich rollte mit den Augen über diese Selbstbeweihräucherung, da mochte man am liebsten brechen.

Blablablabla, dachte ich noch, bevor ich abrupt innehielt und lauschte, da mich seine folgenden Worte nun doch überraschten. „… aber du bist einer derer, der trotz seiner großen Jugend gar wachsen um noch stärker, mächtiger und weiser zu werden. Du, junger Snape, bist gerade einer der wenigen Schulleiter, die Hogwarts sah, der gar alles in sich vereinte, was UNS wichtig war und ist!“, ertönte nun nicht mehr nur eine Stimme in mir und ich ballte die Hände wegen dieser Sinnesflut.

„Denn du vereinst den Mut, die Loyalität, die Klugheit und die Listigkeit, die es braucht um Hogwarts als den Hort zu bewahren, den es darstellen soll… gerade in diesen schweren Zeiten!“, hörte nur ich den Hut eindringlich zu mir in meinem eigenen Kopf sprechen, worauf ich den Instinkt des Zusammenzuckens gerade noch so unterdrücken konnte, denn jetzt brüllte der Hut laut singend in den Raum:

„Hoggy-hoggy-hoggy-hoggy- Hogwarts... ein Hoch auf Hogwarts!“

Ich riss mir wütend diesen verrückten Fetzen vom Schädel, woraufhin er in meinen Händen recht zerknautscht aussah, bevor sich nochmal seine Hutkrempe öffnete.

„Ähm... sorry, für diesen Überschwank… er passt, er wird wirklich anerkannt! Ein Hoch auf unseren neuen Schulleiter, Snape!“, kam es nun etwas leiser und gesitteter von ihm, während ich diese Impertinenz vernichtend anstarrte.

Ich war versucht, dieses kreischende Ding in die Ecke zu schleudern. Doch ich riss mich noch gerade soeben zusammen, während ALLE Personen vollkommen übertrieben in den Gemälden aufgestanden waren, um ihren Respekt und ihre Ehrbezeugung zu zeigen, dabei klatschten sie auch noch gewichtig, die einen von ihnen enthusiastischer, die anderen weniger, so wie Black, aber wahrlich alle, bis auf einen. Dies lenkte mich effektiv von dem schreienden Hut ab.

„Willkommen!“, „Herzlichen Glückwunsch!“, „Fühlen Sie sich geehrt!“, „Ein Hoch auf den Schulleiter!“, riefen die Gemälde und erst jetzt erkannte ich den Unterschied zu vorhin. Sie waren nun wesentlich offener und aufrichtiger, nicht mehr so steif.

Es hätte durchaus erhebend und schmeichelnd sein können, im Mittelpunkt dieser Aufmerksamkeit zu stehen und ich kannte jemanden, der jetzt glückselig gewesen wäre, aber verdammt, ich war kein GOCKEL!

Meine Laune versank bei dieser übertriebenen Theatralik in bodenlosen Tiefen und gerade als ich wenig erwachsen „Maul halten“ schreien wollte, hörten sie endlich auf, aber sofort erstarrte ich wieder, denn ich dachte, nicht richtig zu hören oder mich gar verhört zu haben.

„Nun gehen Sie auf die Knie und geben Sie Hogwarts Ihr Blut, Schulleiter Snape!“, verkündete Dexter Fortescue sehr selbstsicher.

Sogleich wurde auch dieser Typ von mir mit meinen tiefschwarzen Blicken erdolcht. Was wollte er?

„Wie bitte?“, fragte ich konsterniert. „Mein Blut?“

„Sie haben schon richtig gehört!“, „Man bekommt nie was für umsonst!“, „Sie müssen sich schon binden!“, „Auf, auf!“, „Ja, nur keine falsche Scheu!“, aber ich blieb noch immer verwirrt sitzen wegen dieser doch sehr harschen Forderung, die ich so nicht erwartet hatte.

„Ja, Hogwarts will immer Blut, es lebt regelrecht davon. Jedes jemals hier vergossene Blut wird aufgesogen von diesen magischen Hallen! Daraus schöpft es Kraft, Stärke und Schutz!“, erklärte ein Bild wichtigtuerisch.

Aber ich verstand sehr wohl und das Bild, welches ich sonst von Hogwarts gehabt hatte, wurde gerade bis in die Grundfesten erschüttert. Jetzt erkannte ich auch, warum die Schulleiter nicht unbedeutende Persönlichkeiten waren, die erwählt worden waren um Hogwarts zu führen und zu leiten, oder eben auch um ihr Blut an und für Hogwarts zu geben.

Nichts passierte hier ohne Grund!

„Wir alle gaben unser Blut!“, verkündete Dilys Derwent, die einst eine Heilerin gewesen war, bevor sie Schulleiterin geworden war, sehr stolz. Sie blickte mich einfühlsam an, weil ich nicht weiter auf diese Aussagen regierte, denn ich starrte vor mich hin.

Ja, das erklärte so vieles, diesen ungewöhnlichen magischen Ort betreffend.

Es war nirgends vermerkt, dass Hogwarts auf Blut gegründet war, aber es war, wenn man hinter den Spiegel schaute, nicht wirklich verwunderlich.

Aber nicht nur die damals naseweise und besserwisserische Miss Granger hatte „Eine Geschichte von Hogwarts“ verschlungen, sondern auch ich und hiervon hatte niemals nirgendwo auch nur im Ansatz etwas gestanden.

Blut war eine mächtige, magische Ware. An sich gab es nichts Kraftvolleres!

Aber wie gesagt, es erklärte so vieles: das eigenwillige Eigenleben von Hogwarts, sein fast eigenständiges, selbstständiges und lebensfähiges Fungieren und Agieren.

„Sehe ich das recht, dass das Blut der Gründer ebenfalls durch diese Mauern fließt?“, fasste ich recht knapp zusammen, nachdem ich endlich wieder meine Stimme fand und sorgte dafür, dass die Gemälde kurz verstummten, wodurch sich eine lastende Stille über das Büro legte.

„Wie kommen Sie nun darauf, Sir?“, fragte Walter Aragon vorsichtig, ein sehr distinguierter und zurückhaltender Direktor und ich überlegte genau, bevor ich antwortete, denn es war schon eigenartig, wie die Magie in Hogwarts funktionierte, nirgends gab es solche „selbstständig denkenden und lebenden“ Gemälde wie die im Schulleiterbüro von Hogwarts.

Ich rief mir ins Gedächtnis, was ich von diesen magischen Bildern wirklich wusste. Die anderen Bilder in Hogwarts, die keinen ehemaligen Schulleiter zeigten, oder der anderen, magischen Einrichtungen, spulten ihre alten Phrasen immer und immer wieder ab, wie in einer Endlosschleife ohne Weiterentwicklung.

Hingegen die Gemälde der alten Hexen und Zauberer, die einmal Schulleiter gewesen waren, diese hatten hier vor Ort wichtige Taten vollbracht und in diesem Sinne hatte ihre Aura, ihre Art und ihr „Geist“ diesen Raum geprägt und ihre blutige Opfergabe speiste das Schloss. Somit lebten sie in einer gewissen abstrakten Art hier tatsächlich weiter.

Ein Schicksal, welches mir ebenfalls bevorstand, wie ich mir mit abgrundtiefem Grausen vergegenwärtigte. Mein Gesicht sollte wirklich eines Tages von einem dieser Wände herabschauen, was für eine fürchterliche Vorstellung. An sich passte mir das gar nicht!

Wenn ich heute, hier mein Blut gab, war dies eine Entscheidung, die mein Dasein im Tod mit Sicherheit beeinflussen würde.

Das war Nekromantie!

Im Tod sollte man tot sein und bleiben, diese Entscheidung hatte ich bei meinen nekromantischen Experimenten gefällt, als ich mich willentlich entschied, nicht weiter zu machen!

Dies hier war Nekromantie vom Feinsten, denn das Wesen, die Seele der ehemaligen Schulleiter blieb hier in den Räumen, in Hogwarts, auch wenn ihr Körper schon längst zu Staub zerfallen war.

Ich verzog angewidert die Mundwinkel. Es überraschte mich eigentlich nicht wirklich, dass die Gründer auch vor diesem Zweig der Magie nicht haltgemacht hatten. Sie hatten diesem Gemäuer in mehr als nur einer Hinsicht ewiges Leben eingehaucht, denn die Bindung galt bis über den Tod hinaus.

Überlegend glitt mein düsterer Blick über die Gemälde und ich runzelte die Stirn, denn ich ließ mir Zeit. Es musste mehr als Blut sein, dass sie es geschafft hatten, dieses Schulleiterbüro mit seiner Eigenheit zu erschaffen, daher ließ ich mich nicht drängeln in dieser elementaren Entscheidung.

„Wie ich darauf komme, dass das Blut der Gründer durch die Mauern fließt?“, wiederholte ich die Frage des letztens Gemäldes. „Nun ja, es ist auffällig, dass es im gesamten Schloss kein Bild der Gründer gibt, das lebt! So lebt wie sie, meine Damen und Herren…, die vier sind nicht hier im Büro…“, sprach ich meine Gedanken mit lauerndem Ton aus und durfte das Zusammenzucken gar so einiger gemalter Gestalten registrieren.

„Ohhhh… Sie sind wahrlich gut, Albus hat Sie weit unterschätzt!“, dröhnte die Stimme von Amrose Swott gewichtig daher, als er sich als einer der ersten fing.

„Naja, greif dem nicht vor, Amrose, noch hat er nicht die rechten Schlüsse gezogen!“, warf Phyllida Spore, eine mittelalterliche Dame, verhalten ein.

Ich lauschte ihren Disputen nur mit einem Ohr, denn in mir arbeitete es. Dieses Gemäuer war mehr als viele andere Gebäude und ich war mir sicher, die Gründer hatten ohne Ressentiments mit jeglicher Art von Magie gearbeitet, sonst hätten sie dies hier nicht erschaffen können.

Nichts ging in der wirklichen Magie, nicht dem oberflächlichen Einblick, den die Schüler hier bekamen, ohne einen Preis!

Und wie es aussah, war es den vier Gründern wert gewesen, alles zu bezahlen was sie mussten, um ihr ehrgeiziges Ziel zu erreichen, denn sie waren willig darauf eingegangen, um diese Schule zu gründen.

Dazu kam, es gab weder ein Grab noch ein Gemälde von ihnen, es gab weit und breit nichts von ihnen, nur dieses Schloss: Hogwarts!

Gut, das stimmte nicht ganz, bis auf ihre vereinzelten Gegenstände wie das Schwert und andere, kleine Dinge und ihre Blutlinien, die fast alle ausgestorben waren, hatten die Gründer nichts Wirkliches hinterlassen, somit zog ich meine Schlüsse und stöhnte leidend auf. Das waren grässliche Schlussfolgerungen, die sich mir aufdrängten!

Gleichzeitig fragte ich mich, was die Unsäglichen, oder das Ministerium in 1000 Jahren über Hogwarts rausgefunden hatten. Anscheinend nichts!

Wie gewöhnlich, aber ich fragte mich schon, waren die so blind, um nicht zu erkennen, was für düstere und dunkle Geheimnisse dieses Gebäude barg, oder wollten sie es nicht sehen?

Schließlich waren diese Mauern auch schon das Heim eines versteckten Basilisken gewesen und es hatte mehr als einen Toten gegeben oder auch Schüler, die ab und an auf Nimmerwiedersehen verschwunden waren.

Wobei ich dies nun eher als zweitrangig ansiedelte, wenn alle einmal nachdenken würden, wäre es so offensichtlich, was die Gründer hier getrieben hatten. Ich strich mir meine schwarzen Strähnen aus dem Gesicht!

„Oh, ich denke, er hat eine Spur!“, „Oh, ja, jetzt bin ich gespannt, ob sie richtig ist!“, „Was denken Sie zu wissen?“, plapperte man mir erregt entgegen und als ich die Hand rigoros hob, verstummten sie sofort um mir zu lauschen.

„Gehe ich recht in der Annahme, dass die Gründer nach ihrem Tode im Schloss aufgingen?“, hielt ich mich mit meiner Erkenntnis wage und stellte mir vor, wie sie hier im Schloss starben und dieses sich ihrer bemächtigte, um sie zu einem Teil des Gebäudes zu machen.

Wie ihre sterblichen Überreste von den Mauern eingeschlossen wurden, hier verwesten und vermoderten, während sie mit allem was sie waren mit dem Schloss verwuchsen, um endgültig in ihm aufzugehen.

Auf Ewig in ihm und mit ihm vereint, im Leben und so auch im Tod!

„Wenn Sie es so formulieren wollen…“, murmelte Everard zustimmend leise und auch andere nickten gewichtig.

„Dann hat Salazar Slytherin niemals die Schule verlassen!“, murrte ich düster und zog mein nächstes Resümee.

Denn was man sich auch immer in Legenden über die Zeit der Gründung erzählte, dass sich die vier Gründer angeblich zerstritten hatten, weil sie Salazars Ansicht nicht teilten, dass nur reinblütige Zauberer und Hexen das Recht haben sollten, Magie zu erlernen und er daraufhin angeblich die Schule im Streit verlassen hatte, konnte somit nicht wahr sein. Das war ein Widerspruch an sich.

Denn dass Salazar einfach so gegangen war, nachdem er sich an Hogwarts gebunden hatte, das konnte nicht stimmen. Er konnte Hogwarts nicht verlassen haben, denn für das magische Ritual, das sie verwendet hatten um das Schloss zu dem zu machen, was es heute war, hatte es auch Salazars Präsenz, selbst im Tode, bedurft. Sonst wäre alles irgendwann nach Jahrhunderten zusammengebrochen.

Man konnte niemanden nach so einem magischen Blutritual einfach austauschen oder außenvorlassen, das war unmöglich!

Was wiederum bedeutete, genau wie die anderen drei Gründer, starb und verblieb Salazar auch hier im Schloss!

Er musste hier gestorben sein, was wiederum kein gutes Licht auf die anderen Gründer warf!

Wie, warum oder durch wen, blieb dahingestellt und ich schmunzelte amüsiert, denn das düstere Mittelalter war gar blutig gewesen und wenn man bedachte, dass der tolle Godric Gryffindor mit seinem Schwert am längsten durchgehalten hatte und erst als letzter verstorben war, dann konnte man seine trüben Augen darüber gar nicht verschließen, dass der gute Godric gar nicht so gut hatte sein können wie die Legenden behaupteten!

Erst mit dem Tod des letzten Gründers in den Schlossmauern, war die Magie, die wir selbst jetzt noch erlebten, endgültig aktiviert worden. Deshalb gab es auch keine Portraits der vier, denn nur durch sie und ihre Hingabe gab es diese Magie, die eben gerade auch diese Gemälde einmalig machte und damit war ihr Wissen an sich auch für immer verlorengegangen.

Tja, dieses alte Gemäuer war echt was Besonderes. Menschen, die sich dafür vollständig aufgegeben hatten, um es zu etwas Einzigartigem zu machen!

Hogwarts!

„Wie bitte? Ich hab Sie nicht verstanden!“, kam es reichlich spitz von Dippet als Reaktion auf meine Feststellung, dass Salazar genauso hier um uns rum war, wie die anderen drei immer gegenwärtig sein würden. Daraufhin musterte ich ihn abschätzig. Wollte er mich für dumm verkaufen?

„Und wir, die Schulleiter, halten alles mit unserem Blut am Laufen?“, fragte ich recht samtig und ging auf Dippet gar nicht ein.

„Oh naja, das stimmt so nicht nur!“, warf die geschäftige Hexe Dilys unsicher ein, wobei ich nur eine Braue lüpfte, während sie schon geschäftig weitermachte:

„Alles Blut, auch das der Schüler… alles Blut, was vergossen wird…“, rief sie mir eindringlich in Erinnerung und ich sah sofort Draco vor mir, der gebadet in Blut und Wasser in der Toilette lag und sein Blut in den Stein sickerte, dabei nickte ich nur sachte und erhob mich langsam.

Ich hatte genug Zeit vertrödelt.

„Ist ihnen klar, dass das Ministerium, wenn es um diese schwarzmagische Blutmagie der Bindung wüsste, diese Schule umgehend geschlossen würde?“, fragte ich rein rhetorisch, aber mit einer gewissen Gehässigkeit nach und schwebte mehr als dass ich ging um den Schreibtisch herum.

„Natürlich!“, „Wie gut, dass sie es nicht wissen!“, „Und wie gut, dass sie es nie erfahren!“, erschallte es umgehend von den Wänden und ein gewisses schadenfrohes Lächeln untermalte ihre Boshaftigkeit.

„Hat sich Hogwarts deshalb Umbridge verweigert?“, wollte ich recht lapidar weiter erfahren, während ich die Stufen herabschritt und meine schwarze Robe um mich raffte.

„Unter anderem!“, „Sie war keine Wahl, die akzeptabel gewesen wäre!“, „Hogwarts wählt immer selbst!“, „Hogwarts fällt die endgültige Entscheidung nur selbst!“, wechselten sich die Portraits rigoros, kategorisch und sehr endgültig ab.

Ja, Umbridge wäre tot umgefallen, hätte sie gewusst, wie Hogwarts wirklich tickte. Es wunderte mich fast, dass Dumbledore, dieser Lichtmagier, sich doch tatsächlich darauf eingelassen hatte. Er musste genau wie alle anderen Schulleiter auch sehr genau gewusst haben, was er hier tat, so wie ich es wusste, aber er hatte es getan. Was sagte mir das über ihn?

Er würde alles für „das größere Wohl“ tun, so wie er es oft gesagt und auch von anderen gefordert hatte und hier hatte er anscheinend seine Prinzipien der schwarzen Magie gegenüber geopfert, um sich im Gegenzug Hogwarts zu opfern!

Das war zu episch und deshalb schon fast wieder zum Brechen. Ich musste, seitdem ich hier war, permanent gegen den Würgereiz ankämpfen.

„Und da Sie erwählt wurden, Severus Tobias Snape, werden Sie und wir mit Blut aneinander gebunden, denn unsere und Ihre Einsatzbereitschaft für die Geschicke der Schule sind immer gefragt. Wir alle sind verpflichtet, den gerade amtierenden Schulleiter vollständig und widerspruchlos zu unterstützen!“, verkündete Black tragend und wirkte dabei so erfreut, als hätte er gerade einen Zahn ohne Betäubungszauber gezogen bekommen. „Wir sind zur Geheimhaltung, Treue und Loyalität Ihnen gegenüber verpflichtet!“, stieß er regelrecht erzwungen hervor.

Dabei verstand ich seine Aussage sehr wohl, denn sein als auch mein Blick lag auf Dumbledore. Black hatte mir sichtbar widerwillig eine sehr wichtige Nachricht hinterlassen, nämlich dass die Portraits mir gehorchen mussten, sie mir unterstellt waren und mich nicht verraten durften oder auch konnten. Das war sehr wichtig!

Sein Kinn war dabei arrogant gehoben und seine Nase ragte hoch in die Höhe, seine Überwindung war verständlich, wenn er sich Albus verpflichtet gefühlt hatte, das war verdammt schwer zu ertragen. Das Leben war wahrlich eine bösartige Karikatur unseres Daseins auf Erden.

„Ist das so?“, flüsterte ich daher leise, aber auch dankbar und nickte ihm deswegen aufrichtig zu.

Denn ich entnahm den gewichtigen Worten durchaus die vollständige Verpflichtung und Unterstützung sowie die willige Akzeptanz von allem was ich entscheiden würde. Aber ich bemerkte auch, dass die anderen Gemälde irgendwie bewegt wirkten, während unseres Austausches.

„Ich bin sprachlos!“, „Ich auch, Phineas hat zum ersten Mal freiwillig darüber gesprochen!“, „Zwick mich mal jemand!“, „Mir fehlen die Worte!“, ärgerten die anderen sichtlich ihren elitären Kollegen, der mich gestraft ansah.

„Mmpf…“, murrte er leidlich und ich bemerkte schon, dass es mir mal ähnlich ergehen würde wie ihm!

Was für grausame Zukunftsaussichten.

Aber ich verstand, dass er es aus Respekt mir gegenüber getan hatte, von Slytherin zu Slytherin.

Somit stand ich nun vor dem Schreibtisch in der Mitte des Raumes und verharrte, bis alle nickten. Erst dann ging ich übergangslos in einer geschmeidigen Bewegung auf die Knie und untersagte mir das leidvolle Stöhnen wegen meiner Kapitulation, weil ich tun musste, was verlangt wurde.

Unterdessen rückten die Gegenstände, die hier standen, wie von Zauberhand an die Wände und der Steinboden öffnete sich magisch vor mir. Die Atmosphäre in dem kreisrunden Büro war sofort spannungsgeladen und erfüllt mit der Gewichtigkeit des Kommenden. Jeder Ton wurde unterdrückt, die lastende Stille war allen gegenwärtig.

Soeben enthüllte das Loch vor mir eine Stele, die sich langsam in die Höhe schraubte. Es erinnerte mich an das Sator Ritual, das wir auch im Malfoy Manor durchgeführt hatten.

Die Stele hier war ebenfalls beschriftet und kam langsam in die Höhe, dabei erkannte ich in der Mitte der oberen Spitze das „H“, das für Hogwarts stand, sowie einen großen, oder besser sehr großen, dunkelroten Rubin, einen tiefdunkelblauen Saphir, einen tiefgrünen Smaragd und einen satten, gelben Citrin. Diese Edelsteine standen stellvertretend für ihre Häuser und die Gründer. Die Stele offenbarte ihre Schönheit nun in voller Pracht. Die Magie pulsierte gewichtig durch alles und selbst ich spürte die unvorstellbare Macht, die von diesem Relikt ausging. Kein Wunder, dass der Lord von Hogwarts fasziniert war. Wenn er wüsste, was ich gerade erlebte, er würde toben, weil es ihm verwehrt geblieben war.

Die Spannung kribbelte in meinen Fingerspitzen, alles schien sich aufzuladen. Die Stärke der Magie war überwältigend und ich schluckte schwer, bevor ich rasch, aber auch entschlossen meinen Zauberstab zückte.

Ich schnitt mir rücksichtslos quer über die Handinnenfläche und biss mir schmerzhaft in meine Unterlippe, um jeden Ton zu verhindern. Alles wurde genauestes von diesen neugierigen Gemälden beobachtet. Das rote Nass quoll aus dem Schnitt und sofort tropfte mein Blut auf die bunten Edelsteine.

Mir war, als würde es mir die Luft aus den Lungen treiben, während mein Blut auf die Edelsteine traf. Sie begannen, alles in ein diffuses, pulsierendes Licht zu tauchen, während auch die Stele und das Zeichen auf ihr geheimnisvoll aufzuleuchten begannen.

Die Atmosphäre war dicht und drückend, während ich mich mit dem Schloss verband. Alles in mir vibrierte und bebte, aber mein Blut wurde langsam aber sicher von den Steinen aufgesogen. Ich wartete angespannt und verfolgte, wie sich ein goldener Schimmer von der Stele immer weiter im Raum ausbreitete. Dieser blendete mich nicht nur, sondern ging mir regelrecht wärmend durch und durch. Schließlich schloss mich das goldene Licht ein, dabei wurde mir ganz schrecklich warm. Ein unbeschreibliches Gefühl der Macht durchlief mich zitternd und raubte mir kurz den Atem, als ich spürte, mit was ich mich hier auf ewig verband.

Es war eine starke, ewige Verbindung, die sich aufbaute!

Ich blinzelte blind durch die Helligkeit, da immer wieder Bilder in eiliger Abfolge vor meinen Augen auftauchten. Die Treppen, die Gemälde, die Halle, die Klassenzimmer, die Kerker, die Küche, die Geheimgänge, die Ländereien, der See und der Wald. Vergangenes und Gegenwärtiges überlappte sich an Wissen und Information in einem Schnelldurchlauf, der mich schwindelig werden ließ, während ich das Zittern entschieden zurückdrängte und dem Ansturm, der mich bedrängte, standhielt.

Ich mobilisierte alle meine Kräfte, der Fluss war enorm und der Schweiß stand mir auf der Stirn, aber ich weigerte mich, die kleinste Schwäche zu zeigen, bis der goldene Schimmer endlich langsam verblasste, bevor er schlussendlich ganz verschwand und das Büro regelrecht finster zurückließ.

Als nächstes schloss ich selbstbewusst meine Wunde, danach erhob mich doch etwas schwerfällig. Dieses Ritual hatte sehr wohl an meinen eigenen, magischen Kräften gezehrt und war nicht ohne gewesen. Ich wischte mir den Schweiß von der Stirn. Ich hatte diesem Schloss soeben unendlich viel gegeben, es mir im Gegenzug aber auch!

Während die Stele mit den Steinen nun wieder von selbst im Boden verschwand und sich verschloss, bis mein Nachfolger kommen würde, sammelte ich mich und verarbeitete was ich gesehen hatte.

Ich selbst stand noch einige Zeit etwas verloren, mit pochenden Schläfen vor meinem Schreibtisch und offenbarte meiner Umgebung nur eine nichtssagende Maske. Ich war mir sicher, dass mit dergleichen auch der Dark Lord nie im Leben gerechnet hatte.

Schließlich ließ ich das Büro vorerst hinter mir und wandte mich zu der gewunden Treppe, die flankiert von Büchern in meine neuen Räume führte.

So erklomm ich bemüht flott die Stufen, bis mich eine Stimme hoch oben an der Empore herumfahren ließ. Ich legte eine Hand auf die gedrillte Balustrade des Balkons und blickte von dieser Zwischenebene hinab in das kreisrunde Büro.

„Sir, Schulleiter Snape, bei allem gebotenen Respekt! Es ist nicht normal, dass ein Portrait immer schläft! Sie verstehen? IMMER! Ab und an können wir schlafen, aber nicht immer! Das geht nicht, das ist nicht normal!“, betonte Black eindringlich, dabei durchbohrte mich sein stechender Blick, während vor meinem inneren Auge die Begebenheit auf dem Astronomieturm herumspukte, bei der sich das Biest, während wir flohen, todesmutig mit ihrem Oberkörper über die Brüstung geworfen hatte.

Nach dem Erlebnis mit den Dementoren sollte es mich nicht wundern, wenn sie ganz selbstverständlich da mit herumgepfuscht hatte.

Spannend zu sehen war, dass ihre Nekromantie anscheinend stärker gewirkt hatte als die Nekromantie der Gründer, die ihn nicht in das Bild hatten bannen können. Aber sollte mich bei ihr noch etwas wundern?

Auf diese Information hin nickte ich knapp, um dann bestimmt dem Ganzen den Rücken zu kehren und mein neues, privates Reich zu erstürmen.

Severus Sicht Ende

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BeitragThema: 422. Gespräche zwischen Vater und Sohn    Kapitel 421-422 EmptyFr Nov 01, 2013 8:47 pm

422. Kapitel Gespräche zwischen Vater und Sohn

Lucius Sicht

Draco, den ich für den Nachmittag zu mir bestellt hatte, betrat in diesem Moment den Salon.

Nachdem ich wieder aus Hogwarts zurückgekehrt war, wollte ich mit ihm reden, denn mir war gegenwärtig, dass wir uns bezüglich der Veela würden aussprechen müssen, wenn sich unser Verhältnis nicht noch mehr verschlechtern sollte.

Ein Fakt, der inakzeptabel wäre, gerade unter den gegebenen Umständen!

Hinzu kam, dass er uns zusammen auf dem Fest gesehen haben musste, denn mir hatte heute nach meiner Ankunft im Manor ein Elf berichtet, dass Draco schon abends zu meinem Fest erschienen war, um sich nach einer zu kurzen Zeit auf der Terrasse in seine Räumlichkeiten zu begeben. Ich vermutete grob, dass dies der Zeitpunkt war, an dem wir die Vorhänge geschlossen hatten, somit war eine Aussprache weniger erfreulich, aber auch unabdingbar und diese nahm ich nun in Angriff.

Ich musterte Draco abwägend. Hatte er sich verändert?

Ja, das hatte er. Der Ausdruck in seinen Augen schien härter und entschlossener geworden zu sein. Ich nahm diese Wandlung wohlwollend zur Kenntnis.

„Draco, erfreulich, dass du pünktlich bist“, kam es dann auch schon generös von mir und ich deutete mit meinem langen Gehstock auf den Sessel mir gegenüber.

„Immer doch, Vater“, hörte sich dies selbst in meinen vornehmen Ohren zwar etwas spitz, um nicht zu sagen ironisch, an, aber ich war gewillt, es zu übergehen und so unterzog ich ihn nun einer durchdringenden Musterung.

„Draco, ich möchte dir meine Glückwünsche aussprechen, dass du diesen Vertrag hast aushandeln können. Es ist erfreulich und der Lord wird dich heute Abend empfangen…“, sprach ich gewichtig, als ich ihm meine aufrichtigen Glückwünsche übermittelte. Ich hatte nichts anderes erwartet. Währenddessen hielt sich Draco mehr als gerade.

„Reicht ihm dieser Pakt denn?“, zweifelte mein Sohn sogleich offen und versuchte, eine absolut unleserliche Miene aufrecht zu erhalten.

„Er hat nie anderes erwartet“, bekannte ich ungewohnt ehrlich, daraufhin zog Draco sofort eine seiner hellen Brauen in die Höhe, während er nun seine Beine betont lässig überschlug.

„Ist das so?“, echote Draco hörbar ungläubig, was mich zu einem sachten Schmunzeln veranlasste.

„Ja, das ist so! Die Veela gelten allgemeinhin als schwierig und deinem Großvater als auch mir gelang nie mehr… wobei dies schon mehr war, als andere jemals zustande brachten…“, gab ich nun kund und erntete einen langen Blick meines Sohnes. „War dir das nicht bewusst?“, forschte ich interessiert nach, während mein Sohn mich weiter schweigend betrachtete. So schickte ich ihm erst mal lautlos ein Glas und prostete ihm zu, bevor ich wieder mit gewichtiger Tonlage das Gespräch fortsetzte:

„… wer es schafft, eine Veela zu verführen und ihnen, anders als sie es gewöhnt sind, einmal Lust zu bereiten, schafft es damit, sie zu beherrschen! Veela sind den Genuss der leidenschaftlichen Hingabe nicht gewöhnt, nur dass sie diese erzeugen. Schaffe es, dies zu ändern und du wirst sie führen...“ Ich verstummte und machte eine kleine Pause, in der ich Zoricas Antlitz vor meinem geistigen Auge vor mir sah, bevor Draco meine Gedanken unterbrach. Er hatte sich bei diesen Worten immer weiter in seinem Sitz aufgerichtet.

„Warum sagst du mir das erst jetzt, Vater?", schwang ein vorwurfsvoller Ton in seiner Stimme mit, worauf ich die Stirn runzelte.

„Du hast nie gefragt, Draco! Und ich dachte, es käme für dich nicht in Frage, aufgrund deines Verhältnisses zu Hermione, oder lag ich hierbei falsch?“, fragte ich ganz absichtlich sehr provokant nach.

Denn die Antwort darauf interessierte mich rasend. Wäre er bereit gewesen, aufgrund dieser Information, Hermione wissentlich und willentlich zu hintergehen und zu betrügen?

„Das spielt absolut keine Rolle, Vater!“, schränkte er sofort ein, dabei klang er sehr beherrscht. „Es wäre eine entscheidende Information gewesen, die relevant hätte sein können… aber habe ich das eben richtig verstanden? Weil ich nicht gefragt habe, ist es also mein Fehler?“, fegte er mit einer rigorosen Geste meinen Einwand beiseite.

Nun funkelte er mich aus eisig grauen Augen an, worauf ich das verräterische Zucken meiner Mundwinkel unterdrückte. Mein Sohn machte sich langsam, aber sicher und das imponierte mir, denn egal was passiert war, es hatte ihm gut getan, um reifer zu werden.

„Das weiß ich nicht, Draco… ich kann nur sagen, hättest du gefragt, hätte ich geantwortet. Du musst wissen, damals, zu meiner Zeit, fragte ich meinen Vater Abraxas sehr wohl, aber lass dir gesagt sein, seine Antworten waren nicht wirklich hilfreich!", erinnerte ich mich missmutig an meinen Vater, der mich damals schlicht ausgelacht und mir augenzwinkernd viel, viel Spaß bei den Geiern gewünscht hatte.

„Willst du mir sagen, dass deine Antworten erbaulicher gewesen wären?“, versuchte Draco mich zu provozieren. Eine meiner Augenbrauen wanderte unaufhaltsam in die Höhe. Ja, mein Sohn hatte sich verändert.

„Nein...“, bekannte ich offen und ehrlich, ohne Zögern, woraufhin Draco wegen meiner Aufrichtigkeit langsam den Kopf neigte, wie als hätte ich ihm nur Offensichtliches bestätigt.

„Warum?“, fragte er dann mit Bedacht. Daraufhin ließ ich mir Zeit mit meiner Antwort. Es war, als würden wir uns umschleichen, daher musste meine Antwort gut überlegt sein.

„Weil… die Veela an sich für uns nicht gefährlich sind! Gerade für einen Malfoy sind sie „lenkbar“ und kooperationsbereit... aber wenn sie doch... oder gerade, wenn sie doch für dich gefährlich wären, dann wärest du kein würdiger Erbe!“, gab ich schonungslos zu, dabei flackerte es kurz in seinen helleren Augen und er drehte und wendete sein Glas nachdenklich in seinen Händen.

„Verstehe...“, wisperte er leise. Nun klang er ernüchtert und absolut nicht erbaut aufgrund meiner bekennenden Aussage, die mal wieder offenbarte, was für eine Bürde es war, ein Malfoy zu sein. „Also ein Test…“, murmelte er sehr, sehr leise und nachtragend.

Wenngleich ich selbst es nie einfacher und sogar noch schwerer gehabt hatte als Draco, wollte trotzdem bei mir nicht so recht Mitleid für meinen Sohn aufkommen.

„Was wirfst du mir konkret vor? Ich habe mit keinem Wort den Trank erwähnt, das ist korrekt, aber ich wusste auch nichts von dem Trank im Speziellen… woher auch? Woher sollte ich wissen, dass sie dir den Trank schenken wollen? Woher sollte ich wissen, dass du ihn nimmst? Somit habe ich nicht in diese Richtung interveniert! Das kannst du mir nicht anlasten…“, entgegnete ich genervt und tippte mit meinem Gehstock ungehalten auf den Boden. Man konnte mir schlussendlich sehr viel ankreiden, aber dies hier nicht. Mit dem Trank hatte ich nichts zu schaffen.

„Wohl wahr!“, presste Draco irgendwie sichtbar am Rande seiner Selbstbeherrschung nachtragend hervor. Sofort schnalzte ich tadelnd mit meiner Zunge.

„Tse… tse… Draco… vergiss nicht, mit wem du sprichst!“, rügte ich ihn harsch, woraufhin er seinen anklagenden Blick hob und ich seufzte unhörbar. „Was hältst… oder besser, was wirfst du mir also genau vor?“, entschied ich mich, unseren Disput offen anzusprechen.

Ich wollte mich seiner Anklage aber auch der Konfrontation stellen.

„Yakor...“, stieß er auch schon flüsternd hervor, worauf ich abrupt nickte.

„Yakor… schön und gut… und was willst du mit diesem einen Namen sagen?“, fragte ich aufreizend, denn ich wollte es Draco nicht zu leicht machen. Natürlich wusste ich aufgrund des Heulers, in welche Richtung dieses Gespräch gehen würde, aber wie gesagt, es war nie leicht, ein Malfoy zu sein.

„Du hast Yakor nicht erwähnt... du hättest mich mit oder ohne Trank vor ihm warnen können… müssen! Das wäre das Mindeste gewesen…“, entgegnete er rüde, bevor er gierig einen großen Schluck trank und ich seufzte schon wieder lautlos auf.

„Warum hätte ich dies tun sollen? Mir war nicht ersichtlich, dass ich dies hätte tun müssen...“, wiegelte ich wenig involviert ab, denn erstens: woher sollte ich ahnen, dass dieser Bastard nachtragend war? Zweitens: woher hätte ich ahnen können, dass Draco sich anscheinend von dem Subjekt überrumpeln lassen würde?

„Er sah es anders... er sah mich als perfekte Plattform, um an dir Rache zu nehmen... und ich habe nicht damit gerechnet…“, grollte mein Sohn unversöhnlich und verkrampfte seine Finger um das Glas.

„Und das hätte ich wissen, oder gar ahnen sollen? Ich muss dir gestehen, dass ich Wahrsagen sehr schnell abgewählt habe…“, ging meine Ironie mit mir durch, während ich mir seelenruhig eine lange Strähne hinters Ohr strich.

„Sehr witzig, Vater... aber unter Anbetracht, was du diesem Veela angetan haben musst, kaum verwunderlich…“, hakte Draco lauernd nach, dabei hielt er mich fest in seinem Fokus.

Ich musste fast schmunzeln, bei seinem Versuch mich aus der Reserve zu locken.

„Was habe ich ihm getan? Nichts, was er mir nicht auch antun wollte!“, umging ich gekonnt seine fragende Behauptung, denn ich war mir sicher, Draco wusste nicht, was zwischen Yakor und mir vorgefallen war, aber es war ein netter Versuch von ihm, es aus mir herauszubekommen!

Aber noch entschied ich, was ich wann und wie preisgab.

„Eben...“, stimmte er nun unsicher zu und ich schenkte ihm ein maliziöses Lächeln.

„Eben... du sagst es, Draco!“, prostete ich ihm überheblich zu, nippte ostentativ an meinem Glas und genoss das brennende Gefühl, das in meiner Kehle entstand.

„Vater, was ist damals vorgefallen?“, forderte er nun konkret, aber mit hörbarem Nachdruck in der Stimme, zu erfahren. Sofort runzelte ich die Stirn. Ich überlegte mit schiefgelegtem Haupt, ob ich es Draco erzählen sollte. Es gab nichts, wofür ich mich schämte, oder weswegen ich es zurückhalten sollte und so nickte ich knapp, folgte einem Impuls, der mir klarmachte, dass ich es Draco nicht vorenthalten wollte. Er verdiente die Wahrheit, vielleicht musste er sie auch einfach schlicht erfahren, wohingegen ich nicht gewillt war, zu offenbaren, dass mir Zorica geschrieben und mich über den Vorfall rund um Draco und die Verurteilung genauestens informiert hatte.

Ich konnte also im Gegenzug von mir behaupten, dass ich alles bis ins kleinste Detail über Dracos Missgeschick erfahren hatte, auch über seinen kleinen, amourösen Ausflug mit Zoricas Nichte Wena, war ich im Bilde.

So erkannte ich sehr wohl, dass es unfair war, ihn unwissend zu lassen. Selbst wenn ich auf Fairness nicht viel gab, stieg in mir trotzdem ein Gefühl auf, es ihm nicht gerade schuldig zu sein, aber ihm auf seinem Weg damit helfen zu können, wenn ich nun zu ihm ehrlich über meine Vergangenheit war.

In einer stummen Geste, die er richtig deutete, erlaubte ich ihm somit, den Legilimens an mir auszuführen. Sofort nahm er begierig mein ungewöhnlich großzügiges Angebot an und rutschte auf seinem Sessel nah an die Kante, suchte und fand meinen Blick, bevor er den Zauberstab auf mich richtete und den Zauber ausführte.

Umgehend drang er in mich und meinen Kopf ein. Ich fühlte ihn in meinen Erinnerungen und steuerte ihn gekonnt, indem ich ihm meinen Geist zu diesem Erlebnis öffnete.

Ich selbst war trotz seiner Anwesenheit in meinem Kopf genug im Hier und Jetzt, um zu beobachten, wie sich die Maske vom Gesicht meines Sohnes verabschiedete, als er mitbekam, was damals wirklich alles in dem Zelt passiert war. Seine Miene war gefüllt von Emotionen. Manchmal fragte ich mich, woher er diese Regungen hatte, denn von mir oder gar von Narcissa konnte diese Eigenschaft nicht kommen.

Er wirkte bodenlos entsetzt, aber auch angewidert, als er verfolgte, was ich mit Yakor angestellt hatte. Daher war es ein leichtes, über Draco die Kontrolle in meinem Geiste zu behalten. Als wir am Ende meiner Erinnerungen angelangten, schmiss ich ihn umgehend wieder aus meinem Geist heraus, woraufhin er in seinem Sessel zurückflog und sich mit verzerrter Grimasse an den Kopf, den er sich an der Lehne gestoßen hatte, fasste, während er atemlos luftholte.

„Arrr… das… das war widerlich!", stieß er aufgebracht hervor und wischte sich mit einem Handrücken den Schweiß von der Stirn.

„Bitte, Draco, du kennst mich...“, wandte ich wenig berührt wegen dieser Feststellung ein.

Ich schüttete ihm etwas von dem Whiskey nach und mir selbst auch, während er sich wieder langsam fing, nun aber seine Wangen nicht mehr blass waren, sondern sichtbar gerötet aufgrund des soeben Erlebten.

„Das erklärt natürlich alles...“, sagte er mehr zu sich selbst als zu mir und dabei hörte er sich gar nicht gut an.

„Ich bereue nicht...“, bekannte ich entschlossen, auch weil ich es ihm leichter machen wollte, „... er wollte spielen, ich habe mitgespielt, er hat verloren...“, führte ich lässig aus, dabei erhob ich erneut mein Glas und nippte, aber es stimmte, ich würde jederzeit wieder so handeln und das ohne zu zögern.

„Ja, nach dem Motto lebt ihr! Du und Severus… das ist mir mehr als gegenwärtig…“, ätzte mein Sohn irgendwie verächtlich. Sofort hob ich im Tadel wieder meine Braue. „… aber dir muss doch klar gewesen sein, dass er dir das nachträgt... uns!“, trug mein Sohn weiter vor und ich zuckte mit den Schultern.

„Nein...“, meinte ich es todernst, denn Yakor war mir eben nicht wirklich gegenwärtig. Wenn ich an die Veela dachte, dann eher an Zorica. Dieses Erlebnis mit Yakor war für mich jetzt nicht arg einschneidend gewesen.

„Meinst du das ernst?“, fragte Draco ungläubig, dabei lehnte er sich überrascht weiter vor.

„Natürlich! Er dachte, gegen mich bestehen zu können, er tat es nicht, er wurde bestraft. Es war erledigt, damit habe ich diese Sache ad acta gelegt!“, gab ich lapidar zurück und unterstrich dies mit einer abschließenden Handgeste, denn das war nicht gelogen.

„Du machst es dir sehr leicht, Vater, unter Anbetracht dessen, was du diesem stolzen Typen angetan hast…“, schwang ein deutlicher Vorwurf im Ton von Draco mit und ich schürzte die Lippen deswegen.

„Nur, weil ich davon überzeugt bin, wie ich handele... und das immer?“, resümierte ich recht schlicht und war mir meiner vollständig gewiss, während ich mich entspannt zurücklehnte.

„Wer´s glaubt...“, stieß Draco anklagend aus.

„Was willst du damit sagen?“, hakte ich misstrauisch und etwas angespannter nach.

„Dann bedauerst du dein zweifelhaftes Verhalten Hermione gegenüber nicht?“, forschte Draco provokant nach und beobachtete mich daraufhin genau.

Und das saß, denn natürlich bedauerte ich genau dies sehr, weil es zu unserer anfänglichen Disharmonie geführt hatte, die heute noch nachklang. Mein Albtraum neulich hatte mir deutlich vor Augen geführt, wie schrecklich falsch ich zu Beginn und Zwischendurch, zu Anfang dieses Jahres, ihr gegenüber agiert hatte. Leider hatte hier Draco sehr recht und ich biss meine Zähne schmerzhaft aufeinander.

„Ich sage nicht, dass ich fehlerlos bin…“, gestand ich schweren Herzens ein, aber ich war Manns genug, mich dieser unumstößlichen Tatsache zu stellen, „… nur, dass ich das meiste, was ich in meinen Leben getan habe, nicht wirklich bedauere und immer bereit bin, die Konsequenzen zu tragen...“, fasste ich souverän zusammen, woraufhin Draco abfällig schnaubte.

„Oder du lavierst solange rum, bist du mit den Konsequenzen leben kannst...“, zeigte sich Draco gefährlich sarkastisch.

„Das sollte ein Grundsatz der Malfoys sein...“, gab ich mich überheblich und reckte mein Kinn arrogant in die Höhe.

„Natürlich, Vater...“, klang eine gewisse Resignation aus der Stimme meines Sohnes mit durch.

„Hast du dich trotz Yakor gut mit den anderen Veela amüsiert?“, erinnerte ich mich wieder an Zoricas detailverliebten Brief.

Aber auch so wäre mein Sohn, dem das schlechte Gewissen wegen seines Vergehens an der Nasenspitze abzulesen war, ein offenes Buch für mich gewesen.

„Du glaubst doch nicht, dass ich dir darauf antworten werde, oder Vater?“, entgegnete er reichlich pikiert und ich zuckte recht gleichgültig mit den Schultern.

„Oh, nur bin ich gut darin, andere zu lesen. Ob ihr das gefallen wird?“, provozierte ich ihn mit Hermione absichtlich, aber trotz all meiner Versuche, die beiden zu trennen, hatte ich wahrlich nicht vor, mich derart einzumischen, denn die Eröffnung meines Wissens würde sie mehr von mir weg als zu mir hintreiben.

Sie würde sehr genau erkennen, warum ich ihr mein Wissen offenbarte und dies ganz und gar nicht begrüßen, egal was Draco getan hatte und am Ende würde sie sich mit Draco wieder zusammen raufen und auf mich sauer sein, weil ich indiskret war. Ich wusste, wann ich zu schweigen hatte.

„Vater!“

„Es wird nicht an mir sein, es ihr zu offenbaren…“, bekannte ich leise.

„Woher willst du dergleichen wissen? Du redest dir etwas ein…“, starrte mich Draco aus kühlen, grauen Augen, die seine Schuldgefühle für mich doppelt unterstrichen, misstrauisch an.

„Wenn du es behauptest, wird es so sein…“, gab ich großzügig nach.

„Zorica wollte mir ihre Nichte als Gattin geben…“, gab er preis und betrachtete mich dabei geradezu lauernd, damit ihm kein Detail meiner Reaktion entging. Ich fühlte regelrecht seine Anspannung.

„Ich hoffe, du hast abgelehnt“, entgegnete ich reichlich sparsam.

„Wirklich? Ist es das, was du willst, Vater? Wäre es nicht andersherum wünschenswerter für dich?“, klagte er mich unverhohlen an und ich verbiss mir heroisch das aufsteigende Lachen.

„Nein, wie kommst du auf derart abwegige Gedanken?“, wedelte ich affektiert mit der Hand, wobei ich natürlich zu genau wusste, worauf er anspielte, nämlich darauf, dass wenn er eine neue Frau an seiner Seite fand, ich es mit Hermione leichter hätte.

Seine Augen zeigten auch gerade deutlich, dass er mir kein Wort glaubte.

„Ich bitte dich, Draco, wir werden, solange alles derart unsicher ist, kein magisches Wesen im Kreise der Familie aufnehmen… was würden gar einige Death Eater denken, oder sagen? Unser Ansehen muss makellos sein…“, bekannte ich hart.

„Ich hätte nicht gedacht, dass du es so siehst…“, flüsterte er aufrichtig konsterniert.

„Doch! Ich denke, erst dein Sohn muss wieder diese Bürde tragen, dein Blut scheint auch so noch genügend Veelamagie in sich zu tragen…“, zeigte ich mich sehr verständig.

„Muss dies hypothetisch wirklich sein? Was ist, wenn er eine wie Fleur Delacour finden würde? Eine, die ein Mischblut ist? Reicht das nicht?“, setzte er an und wirkte recht engagiert.

„Kämpfst du gerade für ein noch ungeborenes, ja sogar noch nicht mal gezeugtes, Kind?“, goss ich meinen Spott über Draco aus und erntete ein abfälliges Schnauben.

„Du weißt, was ich meine!“, wedelte er mit der Hand durch die Luft. „Ich möchte alles bedenken!“

„Ich würde es nicht ausschließen… ich rate dir, mit der zukünftigen Herrscherin in Kontakt zu treten, wenn die Zeit für deinen Sohn gekommen ist. Sie wird sich dir bestimmt wohlgesonnen zeigen!“, räumte ich ein und nippte wieder an meinem Glas, während sich Dracos Augen verengten.

„Bereitest du mich gerade vor?“, war das Erstaunen gut zu vernehmen.

„Denkst du das?“, ließ ich mir nicht so leicht in die Karten blicken.

„Ja“, kam es kurz von Draco, bevor er mir fest in die Augen blickte. „Warum willst du Hermione nichts von deinem „Verdacht“ offenbaren?“, fragte er misstrauisch.

„Tja, das treibt dich um, oder?“, genoss ich meine Überlegenheit in vollen Zügen.

„VATER!“, rief er mich ungeduldig zur Ordnung, sichtbar nervös. „Wegen der Veelasache habe ich etwas gut bei dir! Darüber verhandele ich nicht!“, klang seine Stimme entschlossen.

Ich legte mein Haupt schief und musterte den jungen Mann mir gegenüber. Gerade war ich milde gestimmt. „Draco, ich erwarte ebenfalls, dass du ihr gegenüber nichts von Yakor sagen wirst, sie muss das nicht wissen!“

„Wegen mir oder wegen dir?“, fragte er mit einem anzüglichen, fast aufreizenden Lächeln.

„Du bist mir gleich…“, stieß ich aus und er konnte sein Zusammenzucken wegen meiner barschen Worte nicht ganz verbergen.

„Dann abgemacht, Vater, wir werden den Mantel des Vergessens über diese unselige Sache legen!“, murrte Draco. „Ich werde ihr nichts von dir sagen und du behältst dein Wissen, was mich betrifft, ebenfalls für dich!“, forderte er hart, somit neigte ich zustimmend mein Haupt.

Damit beendete ich auch gleichzeitig unser Gespräch und winkte Draco zum Ausgang. Das ließ er sich nicht zweimal sagen, denn fix war er entschwunden.

Lucius Sicht Ende

Hermiones Sicht

Nach Dracos und meiner Aussprache und unserer Akzeptanz, dass wir an der Situation nichts ändern konnten, waren wir am nächsten Morgen wieder alle versammelt beim illustren Frühstück im Manor.

Wir waren fast fertig, als unsere Ruhe, die entstanden war, da Severus miesepetrig und Lucius selbstzufrieden über der offiziellen Ernennung des „großen Severus Snape“ als neuen Schulleiter von Hogwarts im Tagespropheten brüteten, auf einmal empfindlich gestört wurde. Urplötzlich ploppte es erstaunlich laut aus heiterem Himmel neben uns.

„Was ist das?“, fragte Lucius indigniert, aber noch reagierte keiner ob der Unfassbarkeit des Anblicks, der uns beschert wurde und eins musste man dem Hausherren zugutehalten, er verzog keine Miene.

Denn da stand ein kleiner, furchtsam gekrümmter Hauself, der zwar schlotterte, aber trotz allem wacker und entschlossen seine großen, tellerrunden Augen auf uns richtete. Draco und ich konnten den Impuls gar nicht unterdrücken und warfen uns sofort sorgenvolle Blicke zu.

Dabei schielte ich vorsichtig zu Lucius, der seinen zornigen Blick nicht von dem Geschöpf wenden konnte, während sich seine schmalen Lippen widerwillig bei dessen Anblick verzogen.

„Dobby!“, hisste Lucius bedrohlich leise auf, wobei die Ohren des Elfen furchtsam schlotterten. Es war mehr als zu erkennen, dass er überall nur nicht hier sein wollte und so beachtete er seinen ehemaligen Herren gar nicht weiter.

„Sie müssten sofort kommen, am besten alle drei, gleich!“, plapperte Dobby aufgeregt los und blickte hektisch zwischen mir, Draco und Severus hin und her.

Während Severus die Brauen dicht zusammenzog, kamen wir gar nicht dazu, nachzufragen.

„Bei uns geht es drunter und drüber! Wir kriegen das nicht in den Griff mit der Miss und ähhh… Lucie…, ähaaa…. ich mein… Dass gefährdet IHN… kommen sie bitte schnell… Miss, Master… und Master!“, klang Dobbys Ton regelrecht gehetzt, während er sich wacker dem Zorn von seinem ehemaligen Herrn stellte.

Nur sah Dobby sich auch eben mit meiner Wut konfrontiert, da ich ihm augenblicklich am liebsten den Hals umdrehen wollte, als er Lucien fast vollständig namentlich erwähnte.

Sofort warf ich Lucius einen misstrauischen Blick zu und erntete dabei eine lauernde Musterung, die ihn anscheinend von dem unerwarteten Auftauchen seines flüchtigen Hauselfen ablenkte.

„Dobby!“, hisste Lucius plötzlich schon wieder klirrend, eiskalt und dieser kleine Elf schlackerte furchtsam mit den Ohren. Man bemerkte natürlich die spannungsgeladene Atmosphäre und noch bevor einer etwas sagen konnte, ploppte es und weg war der Hauself.

Anscheinend hatte er es nicht mehr ausgehalten und seine Nerven hatten versagt, somit blieben wir zurück. Mir war nur zu bewusst, dass Lucius uns nicht aus den Augen ließ. Severus hingegen schien ungerührt, nippte gewohnt lässig an seinem Kaffee und starrte mit Todesverachtung auf die sich bewegenden Bilder der Zeitung und schien ungestört. Seine Ruhe hätte ich auch gerne mal gehabt.

„Was war das? Oder nein, besser und ihr meint, ihr könntet jetzt deswegen einfach gehen?“, fragte Lucius sofort provokant, wobei ich erstaunt war, dass er Dobbys Erscheinen einfach derart nonchalant überging.

„Warum nicht, Vater? Sind wir Gefangene?“, war Draco mit seiner Gegenfrage nicht weniger aufreizend und leider schneller als ich, da ich eher diplomatisch an die Sache herangegangen wäre.

Mein abwägender Blick war zu Lucius geglitten, während dieser Draco keines Blickes würdigte, sondern mich ins Visier nahm und eine seiner weißsilbrigen Augenbrauen auffordernd anhob.

„Nun, Hermione, was sagst du dazu?“, wandte sich Lucius ausschließlich an mich.

Nur dachte ich, wir hätten jetzt nicht wirklich die Zeit für diese Spielchen, denn an sich musste etwas wirklich Schlimmes im Cottage passiert sein, wenn sie gleich nach Severus, Draco und mir riefen.

„Dass man nicht nur mich gerufen hat, Lucius?“, erwiderte ich kokett und tupfte leicht schnippisch mit der Serviette meine Mundwinkel ab.

Dabei nahm ich mir einfach diese Zeit, wobei ich ganz kalkulierend nicht auf die Aussage der „Gefangenschaft“ einging, denn das würde im Nichts und Nirgendwo enden, also blieb ich eher verschwörerisch.

Ich dachte, mit diesem berechnenden Verhalten könnte ich bei Lucius mehr erreichen, als wenn ich provokant wie Draco reagieren würde. Lucius hob überlegend eine Braue und musterte mich lange, leider nur mit unleserlichem Blick, dann legte er sein aristokratisches Haupt langsam schief.

„Ist dem so? Nun, ich denke aber, du wirst mir genauso Auskunft geben können, wie Draco oder Severus, also…?“, schoss er sich weiter ausschließlich auf mich ein.

Seine Stimme klang schrecklich lauernd. Vor allem nachdem wir nun schon öfters ein Gespräch über den ominösen Lucien geführt hatten!

Ein Umstand, der ihn sehr zu beschäftigen schien. Ich bewegte mich auf verdammt dünnem Eis, mal wieder, aber wir mussten schnell ins Cottage, daher unterdrückte ich heldenhaft meine aufsteigende Nervosität und faltete fast schon zu langsam die Serviette, bemüht um Ruhe, zusammen.

„Vater, können wir das später besprechen? Ich denke, wir müssen los!“, drängte nun Draco wacker dazwischen, doch auch diesmal beachtete Lucius ihn gar nicht, wandte seine Aufmerksamkeit nicht von mir ab, wobei ich seinen Argwohn stoisch ertrug. Er blickte mir tief in die Augen und schien genau seine nächsten Worte abzuwägen.

„Du wirst mir Rede und Antwort stehen, wenn ihr zurück seid… nur du! ... Und nun geht!“, befahl Lucius auf einmal kompromisslos und doch auch wieder nachgiebig. Bei ihm sollte man durchblicken, aber ich zögerte nicht, ich erhob mich sofort, war aber perplex ob des plötzlichen Stimmungsumschwunges. „Man erwartet euch schließlich ganz dringend…“, verkündete er irgendwie sarkastisch, aber mir war bewusst, dass es keine gute Ausgangssituation für mich sein würde. Lucius würde gewiss nicht nachgeben, wenn wir wieder zurück waren und vehement Antworten fordern.

Auch Draco erhob sich sogleich, während sein Blick zu Severus glitt.

„Kommst du?“, fragte er auffordernd.

„Ich denke gar nicht daran!“, antwortete Severus brummig, verschränkte abwehrend die Arme vor der Brust, bewegte sich jedoch ansonsten kein Stück und schien durch und durch autoritär in seiner ablehnenden Haltung.

„Na gut, wie du meinst!“, zuckte Draco ziemlich mürrisch mit den Schultern, streckte mir seine Hand hin und wir verließen eilig verließen das Manor und apparierten umgehend gemeinsam vors Cottage.

Mit schnellen Schritten stürmten wir hinein. Drinnen war es ungewohnt still, fast wie ausgestorben. Keine Stimme, kein Ton, nicht mal ein krächzendes Babygeschrei war zu vernehmen.

Fragend blickte ich Draco an, dann eilten wir ins Wohnzimmer und konnten sogleich einen Blick in den Garten werfen. Dort waren sie alle versammelt.

Uns präsentierte sich ein wahrlich eigenartiges Bild.

Ron stand am nächsten zur gläsernen Gartentür, mit dem Rücken zu uns, doch es wirkte so, als hätte er Lucien auf dem Arm.

Daphne befand sich mitten auf der Wiese und schien alles besorgt und schrecklich aufgeregt zu beobachten, dabei war sie in gebückter Haltung, als würde sie ein Huhn füttern, während ich verwirrt ausmachte, dass Blaise und Harry von zwei entgegengesetzten Seiten, wie auf der Pirsch, langsam auf einen Punkt hinten im Garten zu schlichen.

Was, bei allen Magiern, war hier los?

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