When Hermione Fights
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 Kapitel 423-424

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queenie
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BeitragThema: Kapitel 423-424   Kapitel 423-424 EmptySo Nov 03, 2013 10:06 pm

423. Kapitel Ein Unglück kommt selten allein


Bei genauerem Hinsehen erkannte ich vollkommen irritiert, dass hinten, am Ende des Grundstückes, eng an den braunen Zaun gedrückt, eine ockerbraune, im Gesicht gescheckte Großkatze, oder eher Raubkatze, denn als sie gerade das Maul aufriss, revidierte ich diese Meinung eilig, stand.

Sie presste sich verängstigt und zitternd an das Holz des Zaunes und wirkte sehr panisch, wenn nicht sogar angriffsbereit. Wütend fauchend krümmte sie den Rücken zu einem drohenden Buckel, während ihre Häscher ihr zu nahe kamen.

Seit wann hatten wir hier solche Tiere? Seit wann lebten hier überhaupt Tiere, außer den Eulen und Harrys Schlange? Und zum Teufel überhaupt, was war das? Ein Luchs?

Nein, das passte nicht ganz, aber Tiere waren hier mehr als dünn gesät, denn das hier war Wiltshire und nicht die Pampa.

Selbst in Hogwarts gab es solche Viecher nicht, man dachte nur an Krummbein, dieser war schließlich auch schon lange im Wald verschollen und schaute nur ab und an vorbei, wenn er im Winter zu wenig Futter im Verbotenen Wald fand. Also woher, zum Kuckuck, kam dieses riesen Katzenvieh?

Inbrünstig und bösartig fauchte die Raubkatze nun und schlug mit ihrer Pfote, die offenbar mit messerscharfen Krallen bestückt war, in Richtung von Harry und Blaise.

„Was ist hier los?“, fragte Draco sofort, während wir auf der Terrasse verharrten.

„Psst, Malfoy, du erschreckst sie noch mehr! Seid, um aller Magier willen, sehr leise!“, fuhr Ron ihn flüsternd an und wandte sich mit sichtbar angespannter Miene zu uns.

„Dann komm!“, winkte ich und er folgte uns, mit einem glucksenden Kleinkind auf seinem Arm, welches das alles eher irre komisch zu finden schien, ins Wohnzimmer.

„Also, was ist hier los?“, zeigte sich Draco vollkommen perplex.

War dies das Problem, wegen dem Dobby das Manor erstürmt hatte?

Das war nicht ihr Ernst, deshalb konnte weder Draco seinen Unmut im Ton noch ich meine Vergärung aus meiner Miene halten.

„Ja, warum ruft ihr uns so überstürzt? Dem Balg da geht’s doch gut!“, schimpfte ich los, da ich mich nicht mehr halten konnte, aber Ron sah auch zu schuldbewusst aus.

Ich konnte es nicht fassen, dass ich offenbar für nichts und wieder nichts nun Lucius Rede und Antwort würde stehen müssen. Das ärgerte mich gewaltig.

„Echt? Wer? Wie rufen?“, echote Ron ungläubig und schüttelte verwirrt den Kopf, wobei seine Miene dann entgleiste, weil er sich wohl gerade selbst vorstellen konnte, was eine derartige Benachrichtigung anrichten konnte.

„Wir haben niemanden geschickt… wen denn auch?“, wies er auch schon rigoros von sich.

„Wen?“, „Na, wen wohl, diesen unnützen Elf!“, „Ja, Dobby!“, „Er war bei uns im Manor!“, „Vater hat ihn gesehen!“, gaben Draco und ich abwechselnd weniger erfreut kund.

„Ohhhh, autsch! Das ist nicht gut…“, wisperte Ron aufrichtig betroffen, dabei sah er etwas blass um die sommersprossige Nase aus, da ihm sofort die Tragweite klar wurde.

„Was für eine Erkenntnis! Ich habe es euch immer gesagt, dass der doofe Elf zu nichts nutze ist! Wo steckt er überhaupt?“, ätzte Draco sichtlich nachtragend. Leider musste ich ihm recht geben, dass Dobby zu selbstherrlich entschied war inakzeptabel. Es half auch nicht, dass Ron entschuldigend die Schultern hob.

„Ich kam hier im Chaos an, ich hab nicht wirklich eine Ahnung, was hier genau passiert ist, aber naja, so in Ordnung ist alles nicht!“, sprang Ron nun eilig in die Bresche. „… hört mir zu! Es gerät immer mehr außer Kontrolle und vielleicht dachte der kleine Mann, ihr könnt helfen, ich weiß nicht! Aber wenn´s um Lucien geht, wird Dobby regelrecht zur Bestie! SIE hätte ihn fast angefallen, also nicht Dobby, sondern Lucien, eben weil er so komische Töne von sich gibt und da ist Dobby mit einem riesen Krach und einem Schrei auf den Lippen… schwuppdiwupp verschwunden… ganz ehrlich, ich hab mich schon gefragt, wohin…“, erklärte er geschwind.

Dabei warf Ron dem Baby in seinen Armen einen unsicheren Blick zu und das war irgendwie das einzig Gute an diesem Stunt von dem Elfen, nämlich zu erkennen, dass Dobby für Lucien sogar bereit war, sprichwörtlich in die Höhle der Schlangen, oder eben zu seinem ehemaligen Master, zu Lucius, zu gehen. Aber Ron war noch nicht fertig.

„Also, jetzt gibt Lucien zum Glück endlich Frieden, aber er hat so eigenartig gezischt und es hörte sich so komisch an, aber das machte sie total fuchsig und um das Chaos perfekt zu machen, geht es hier drunter und drüber…“

„Wovon zum Teufel redest du?“, unterbrach Draco ihn ungehalten.

„Ohhh? Nun, Daphne hat mir nur den Kleinen auf den Arm gedrückt, dann hat sie sich in die Schlacht geworfen und versucht seitdem, Astoria zu beruhigen. Harry hat es auch versucht, aber ich glaub, er hat alles nur schlimmer gemacht… und dann wollte Dobby helfen und dann hat sich Lucien wieder eingemischt und dann hat sie Dobbys lauter Knall, als er verschwand, vollkommen verrückt gemacht…“

Ab jetzt stand ich, dank Rons wirren Erklärung, vollkommen auf dem Schlauch, aber er machte fröhlich weiter: „… ach, es ging alles drunter und drüber… und, ich hab doch keine Ahnung, ich war doch kaum hier diese Ferien… ihr wisst doch… Apolline…!“

Er wirkte am Ende leicht beschämt, während er versuchte, uns unglaublich eloquent in Kenntnis der Geschehnisse zu setzen, was ihm aber dramatisch misslang.

„Häää, steh nur ich auf dem Zauberstab? Und deswegen macht ihr so einen Aufstand?“, fauchte Draco nun ungehalten, der anscheinend genauso viel verstand wie ich.

„Er hat gezischt?“, hakte er nach, dabei schüttelte Draco perplex sein aristokratisches Haupt.

„Ja, aber schaut doch, versteht ihr nicht? Das da… das da hinten…“, fuchtelte Ron erregt in den blühende Garten und ich hob in seliger Unwissenheit, was er mit seinem wilden Rumgedeute meinte, die Schultern.

„Das da, das ist Astoria! Sie ist eine… eine Riesen-KATZE! Schwupps, von jetzt auf gleich, oder so, wir wissen nicht, was wir tun sollen und fangen lässt sie sich auch nicht!“, lamentierte Ron nun hilflos, mit sich überschlagender Stimme und konnte sich wegen dieser neuen Katastrophe gar nicht beruhigen. Selbst ich blinzelte jetzt mehr als konsterniert aufgrund dieser unerwarteten Offenbarung und diesem unglaublichen Desaster.

„Das… das ist nicht dein Ernst… das… das ist Astoria?“, stieß ich atemlos aus, dabei gingen mir die Augen fast über. Wenigstens war nicht nur ich fassungslos, denn auch Dracos Maske verrutschte malerisch, als wir dies neue Entwicklung erfassten.

Sie hatte sich verwandelt! Es gab keine andere logische Erklärung. Sie war ein Animagus.

„Ein Animagus?“, sprach Draco das aus, was ich dachte.

Was zum Teufel war sie? Eine reine Katze war das da aber nicht!

In meinem Hirn ratterte es. Das war beinahe nicht zu fassen. Ich hatte viel, vor allem nach McGonagalls Stunt, als sie in unserem ersten Jahr als Katze vom Pult gesprungen war und sich dabei im Sprung zurückverwandelt hatte, über diese Art der Wandlung nachgelesen, aber richtig intensiv beschäftigt hatte ich mich mit diesem magischen Phänomen erst nach Sirius‘ plötzlichem Auftauchen.

Natürlich war dies ein großes Thema bei Harry, Ron und mir gewesen, nachdem feststand, dass die Marauder alle und explizit Harrys Vater ein Hirsch hatte werden können, aber wir hatten es ad acta gelegt, denn diese Sparte der Magie war komplex und schwierig und absolut nicht zu steuern.

Man wurde, was man wurde, man konnte nicht wählen!

Hinzu kam, dass Harry selbstkritisch meinte, dass er keine Affinität für Verwandlung hatte. Wie er betont hatte, war er nicht wie seine Eltern!

Seine Fähigkeiten und Fertigkeiten lagen in der Verteidigung und naja, seit neuestem auch in der dunklen Magie. Er war nicht hoffnungslos schlecht im Fach Verwandlung, aber die Geduld, die es bedurfte um ein Tier werden zu können, lag ihm nicht. Man bedachte seine Probleme mit der Okklumentik. Sich mit seinem Geist zu befassen, fiel Harry sehr schwer. Aber auch mir sagte die Animagus-Magie nicht zu, da ich mir nicht vorstellen wollte, in einem tierischen Körper gefangen zu sein.

Auch hatte uns die Aussicht auf das was wir werden könnten wahrlich nicht zugesagt, denn wie wir wussten waren ja auch Tiere wie Ratten und Käfer möglich. Vor nichts war man sicher, ein weniger schöner Aspekt dieser Magie und Ron hatte panische Angst gehabt, dass einer von uns eine Spinne werden würde und hatte lautstark und sehr vehement sein Veto eingelegt.

Mal ganz ehrlich, ich wusste nicht, was seine größte Sorge war, dass er im blinden Horror auf uns, also auf Harry oder mich, trat oder er, wenn er eine Spinne werden würde, sich nie mehr in seiner eigenen Haut wohlfühlen würde! Beides waren urkomische Gedanken gewesen und Harry und ich hatten ihn wochenlang damit aufgezogen.

„Ja, das sag ich doch! Das da ist Astoria!“, fuhr Ron leicht überfordert fort und raufte sich mit einer Hand verzweifelt die Haare, während er auf dem anderen, kräftigen Arm, das ruhige Baby auf seiner Hüfte balancierte.

„Warum?“, hauchte nun Draco ergriffen und fasste sich, als hätte er Kopfweh, an seinen Schädel.

„Tja… woher soll ich das wissen? War ich da? Sie kriegen sie einfach nicht eingefangen, sie entwischt jedes Mal! Das geht jetzt schon viel zu lange so und sie wird immer aggressiver und faucht nur noch rum. Ihr Gebiss ist brutal! Daphne ist ganz aufgelöst und heult, Astoria hätte Blaise fast gebissen, Blaise ist wütend, Harry genervt, Lucien zischelt immer mal wieder Unruhe stiftend rein und ich dreh hier durch! Und immer wenn Dobby zu helfen versucht, greift Astoria so richtig an, mit Zähnen, Fauchen und Klauen… nicht schön!“, erklärte Ron jämmerlich und vollständig überfordert.

Währenddessen konnten Draco und ich beobachten, wie Harry und Blaise weiter fast wie in Zeitlupe auf das verängstigte Tier zuhielten. Dieses lachhafte Bild erinnerte mich brutal an Lavenders Versuch, ihre Hasen zu fangen, die alle nicht von Erfolg gekrönt gewesen waren.

Warum beschworen sie sich kein Netz? Ein schönes Fangnetz? Wobei diese Katze wahrlich muskulös und sehr kräftig wirkte, aber mit bloßen Händen war es zwecklos.

„So wird das doch nichts!“, herrschte Draco Ron entnervt wegen ihres ungeschickten Vorgehens an, dann zog er auch schon seinen Zauberstab und verließ mit großen Schritten das Haus.

„Petrificus Totalus!“, ließ er bestimmt verlauten und zielte aus vergleichsweise großer Entfernung auf das Raubtier.

Dieses machte einen hohen, drohenden Buckel, stellte seinen Schwanz mit dem schwarzen Büschel an dessen Spitze auf und fauchte aggressiv, als es Draco auf sich zustürmen sah, weil es nun von drei Seiten gleichzeitig bedrängt wurde und sich nicht entscheiden konnte, wie es reagieren sollte.

Sie war nun völlig überfordert, panisch und somit traf sie der rote Zauber, der rasant surrend auf sie zuhielt. Die Raubkatze fiel erstarrt vornüber. Sie war vollständig steif eingefroren und blieb reglos auf dem Gras liegen. Sofort richteten sich Blaise als auch Harry und Daphne auf und wirbelten erschrocken herum.

„Sag mal, spinnst du?“, fuhr Blaise Draco ungehalten, darüber wie rüde Draco seine Freundin ausgeschaltet hatte, an.

„Nein, tue ich nicht! Selbst schuld, ihr kriegt das ja nicht auf die Reihe!“, schimpfte Draco wütend in seiner Verachtung und warf allen Beteiligten vernichtende Blicke zu.

„Also kommt endlich und bringt sie schon rein. Ich will wissen, wie es zu dieser neuen Katastrophe kommen konnte!“, erklärte er sehr von oben herab, dabei deutete er wenig begeistert, aber auch wenig mitleidig, auf die, in ihrer doch durchaus großen Katzengestalt, am Boden liegende Astoria.

Nach dieser Ansage ließ er die anderen wie bestellt und nicht abgeholt stehen. Umgehend ließ er sich in seinem Sessel nieder und ich tat es ihm gleich und wünschte mir, trotz der frühen Stunde, inbrünstig einen Drink herbei, aber Dobby blieb wohlweislich wie verschollen.

Die Gefahr bestand, dass Draco ihn köpfen könnte und ich würde ihm vielleicht sogar dabei behilflich sein, denn wenn ich die Augen schloss, sah ich Lucius viel zu klar vor mir.

„Also, was ist hier passiert, Blaise?“, richtete Draco seinen stechend scharfen Blick auf seine Rechte Hand.

Der junge Mann trug wahrlich nicht leicht an seiner verwandelten und vor allem starren Freundin. Sie war noch immer in ihrer mächtigen Tiergestalt gefangen und erstarrt. Diese doch recht große, bewegungslose Katze zu tragen war offensichtlich keine leichte Aufgabe. Immer wieder musste er nachfassen, weil sie ihm zu entgleiten drohte. Da sie wie versteinert war, konnte er sie sich nicht über die Schulter legen, sondern musste sie auf seinen Armen tragen und diese Raubkatze war sicher schwerer als Astoria sonst. Blaise wirkte angestrengt und trug schwer an ihr. Sie war bei vollem Bewusstsein, lediglich gelähmt, was an ihren dahinhuschenden Augen auszumachen war. Wenig elegant schlug sie auf dem Polster auf, als Blaise sie schließlich von seinen Armen schmiss. Er richtete sich leise stöhnend auf, dabei hob er sein dunkelhäutiges Gesicht und blickte uns unglücklich an. Dann zog er seinen Zauberstab und richtete ihn auf seine Hand. Mit einem Episkey heilte er den Biss, den Astoria ihm zugefügt hatte.

„Was soll ich erzählen? Sie hat sich auf einmal verwandelt. Schwupps, war sie plötzlich das hier…“, strich er über ihr irgendwie borstig erscheinendes Fell und wirkte vollständig überfordert.

„Tja, und als ich versucht habe, zu ihr durchzudringen, habe ich sie wohl verschreckt! Alle waren geschockt, es war laut… das übliche Chaos halt und… naja… danach ging die Jagd los!“, bekannte Blaise leise.

„Was machen wir jetzt?“, warf Ron vorsichtig fragend ein und hielt Lucien weiterhin gekonnt auf seinen Armen.

„Warum seid ihr überhaupt hier?“, fiel Harry plötzlich derangiert wirkend dazwischen und plumpste atemlos und verschwitzt auf einen Stuhl.

„Dobby hat uns geholt!“, bekannte ich zerknirscht, dann gingen nicht nur Harry die Augen über.

„Völlig überflüssigerweise! Aber von dem blöden Elf nicht anders zu erwarten!“, fügte Draco gehässig hinzu und Harry offenbarte eine mehr als mitgenommen aussehende Miene.

„Bitte? Hat ER ihn gesehen?“, fragte Harry sichtlich blass, weil ihn eine Vorahnung beschlichen hatte.

„Oh jaaaa… prächtig am Frühstückstisch…“, warf ich erklärend ein, bevor mir Draco das Wort abschnitt.

„Vater konnte sein Glück gar nicht fassen!“, murrte Draco wenig begeistert.

„Was denkt denn der? Wir hätten das schon geschafft!“, giftete Blaise hörbar zornig auf Dobby los und Draco schnaubte spöttisch auf. Er schien nicht überzeugt und so wirbelte Blaise beleidigt zu seinem Freund herum.

„Ich werde mit Dobby sprechen…“, bot Harry sichtlich mit schlechtem Gewissen gesegnet an, worauf ich die Hand hob.

„Meint ihr wirklich?“, zweifelte Ron offen und kam mir zuvor.

„ Ich glaub nicht, dass ihr es geschafft hättet. Ihr habt ganz schön lange versucht, sie zu fangen und keiner von euch ist darauf gekommen, sie zu schocken… außerdem hat Lucien…!“, wollte Ron weiter ausführen, doch da wurde er rüde unterbrochen, weil keinem von den anderen schmeckte, was er sagte.

„Wir hätten es geschafft!“, grollten Harry als auch Blaise gemeinsam, aber sowohl ich als auch Draco übergingen diese Selbstüberschätzung gerne.

„Was hat Lucien?“, mischte sich nun Daphne ein. „… Schieb die Schuld nicht auf ihn, nur weil du die ganzen Ferien über dieser Französin hinterherrennen musst, hast du nichts, aber auch gar nichts mitbekommen!“, fauchte Daphne sichtlich mitgenommen los.

Ungeweinte Tränen schimmerten dabei in den besorgt blickenden Augen, wobei ihre Aufmerksamkeit stetig auf ihrer Schwester lag.

„Tja, dann wäre ich jetzt echt froh, wenn ihr mich aufklären könntet! Warum zischt Lucien seit Neueste m?“, verteidigte sich Ron nicht weniger aufgebracht, worauf sich Harry die Haare raufte und stöhnte.

„Natürlich zischt er, Ron! Er versucht, Parsel zu sprechen…!“, bekannte Harry leidlich. Wieder blinzelte ich überrascht und auch Dracos ungläubiger Blick zuckte zu dem kleinen Baby.

„Oder besser gesagt, es gelingt ihm besser Parsel zu reden als normal…“, zierte Harrys Züge nun ein recht stolzer Zug.

„Wirklich?“, quollen Ron staunend die Augen über, während er Harry wie eine Fata Morgana anglotze, aber da war er nicht der einzige und nicht nur ich schaute dumm aus der Wäsche. Damit hatte ich nicht gerechnet, aber Draco genauso wenig, auch wenn ich nie ausgeschlossen hatte, dass Harrys Kind eines Tages diese Fähigkeit zeigen würde, doch dass es so früh und so vehement der Fall war, war wirklich eine Überraschung.

„Natürlich, was denkst du denn?“, fauchte Daphne nun wieder ungehalten und entriss Ron ungeduldig ihren Sohn, der dabei erstaunlicherweise nicht erwachte, sondern nur gemütlich schmatze, als er ihrer Brust nahekam. Was für ein bequemes Kind.

„Cool!“, war Rons sprachloser Kommentar, nachdem er die Neuigkeit verdaut hatte.

„Jetzt versteh ich wenigstens, warum Astoria so austickt. Katzen mögen keine Schlangen!“, legte Draco dann sehr besonnen nach und besah sich das Debakel mit einer gewissen Distanz.

„Aber kann jetzt jemand meiner Schwester helfen? Bitte!“, klang Daphne sofort viel sanfter und flehender. „Ich habe keine Ahnung, was man tun kann!“, bat sie weiter in die Runde und kuschelte sich noch mehr an ihren Sohn.

Doch sie erntete von uns allen nur ein Schulterzucken. Wie gesagt, die Materie war von uns als wertlos verworfen worden. Ich hatte keinen blassen Schimmer von der Animagusverwandlung. Außer dem Zauber, der einen Animagus offenbarte, kannte ich keinen Spruch, der hier helfen könnte. Damals hatte Sirius zusammen mit Remus diesen Fluch auf Peter angewandt, um ihn zu einer Rückverwandlung zu zwingen.

Das war aber ein Risiko, wie wir nun wussten, denn es war gefährlich, die Rückverwandlung zu erzwingen. Ein Fakt, der bei Peter egal gewesen war, aber nicht bei Astoria.

Hinzu kam, dies war Astorias erste Wandlung, sie hatte ihr jetziges Dasein noch nicht mal im Ansatz akzeptiert, vielleicht noch gar nicht bewusst wahrgenommen, somit barg die Anwendung dieses Spruches in diesem Fall ein zusätzliches, unkalkulierbares Risiko.

Nur dieser Spruch war die einzige Möglichkeit, die uns bekannt war, aber auch eine große Gefahr für sie. Zudem musste dieser Zauber von zwei Personen ausgeübt werden, um den starken, willentlichen Widerstand des Animagus zu brechen und keiner von uns hatte dies jemals getan. Das hatte ich nicht mal bei Rita gemacht. Jetzt wünschte ich, ich hätte mal an ihr geübt und sie gezwungen, den Käferpanzer abzustreifen, wobei auch da hätte ich jemanden gebraucht, der den Zauber mit mir sprach.

„Ich wüsste nicht, was zu tun ist!“, bekannte Draco knurrig und sehr widerwillig, aber auch ich musste eingestehen, dass auch ich nichts Genaues wusste, wenn ich Daphne mit vielleicht und eventuell kam, bestand die Gefahr, dass sie mich würgen würde, derart bewegt wie sie gerade erschien.

Selbst Harry und Ron, die damals in der Heulenden Hütte mit dabei gewesen waren, sahen mich nur abwartend an und legten die Entscheidung ganz großzügig in meine Hände.

„Severus?“, warf ich an Draco gewandt in die Runde, da er schließlich damals auch dabei gewesen war und mit den Maraudern als Animagi auch in seiner Jugend zu tun gehabt hatte. Vielleicht wusste er mehr.

„Hm, wäre eine Überlegung wert!“, gab er nachdenklich von sich.

Ich nickte sofort entschlossen, denn von der Animagus-Transformation hatte ich durchaus meinen Respekt und niemand konnte behaupten, dass ich aus der Sache mit der Nekromantie nicht gelernt hätte. Man durfte nicht zu stolz sein, um Hilfe zu bitten, wenn man Personen kannte, die vielleicht helfen konnten.

So wäre ich vielleicht meinem Schicksal entkommen, das wie ein Damoklesschwert über mir schwebte. Natürlich kam auch noch hinzu, ich hatte meine Entscheidung selbst und aus freiem Willen gefällt, hingegen Astorias Wohlbefinden zu gefährden, weil wir rumpfuschten, fand ich dann etwas zu gewagt.

Also schickte ich geschlagen meine Elster los zu Severus und wir warteten gespannt und schweigend auf eine Antwort. Bis sich endlich die silbrig schimmernde Abgottschlange vor uns aufbaute, um mit gespaltener Zunge zu uns zu sprechen, welche die gewohnte Schärfe von Severus‘ Stimme enthielt.

„Wie kommt ihr auf die abwegige Idee, ich wäre ein Animagus?“, legte das Zischen eine tadelnde, sehr bedeutende Stille ein. „… Als würde ich auch nur die entfernte Sehnsucht hegen, als kriechendes, springendes oder hüpfendes Getier durch die Gegend zu kreuchen und zu fleuchen? Es ist an sich schon beleidigend, wenn man genau betrachtet, wer diese Gabe besitzt… McGongall als Katze, geht es schlechter? Oder der Köter? Ein Hirsch… bitte, wie pathetisch! Von der Ratte mal gar nicht zu reden… soll ich weitermachen? Dies ist meiner absolut unwürdig! Und nein, ich trage nicht die Sorge einer Fledermaus in mir… auch wenn sie dies nun zu denken belieben!“, echauffierte er sich hörbar gehässig wegen unserer Anfrage und ich verbiss mir das Grinsen bei seinen vor Sarkasmus triefenden Aussagen.

Als er, oder besser seine silbrige Schlange, wieder eine kleine Kunstpause einlegte, bevor er tief und leidend aufstöhnte, blickten die Versammelten sich gegenseitig bedröppelt an. Nur er schaffte es, dass seine Präsenz auch über seinen Patronus übermittelt wurde.

„… Aber sollten sie, so wie ich sie kenne, in ihrer unsäglichen Dummheit tatsächlich Hilfe benötigen… wenden sie sich tatsächlich und unglaublich an LUCIUS! Dieser Gockel hat nie auf mich hören wollen und sich mit dem Thema tatsächlich… ja, eine Zeitlang wirklich INTENSIV beschäftigt!“, hörte man die in beißenden Spott getränkten Worte , die offenbarten, wie lächerlich Severus diese Bemühung empfunden haben musste.

Dabei suggerierte er uns, dass Lucius es versucht hatte und gescheitert war? Aber ging das? Sollte Lucius gescheitert sein? Oder was war mal wieder vorgefallen und Severus wusste nicht alles?

„Also, wenn… geht zu ihm und belästigt ihn, meine Zeit war mir für DAS immer zu schade!“, endete seine gehässige Rede abrupt, auch wenn er nach meiner ironischen Ansicht nach in seiner Gardinenpredigt den Käfer vergessen hatte aufzuzählen, aber dies sei ihm verziehen. Unterdessen löste sich seine silbrige Schlange sehr malerisch in Luft auf.

„Wow, das war mal eine Ansage! Malfoy? Was weißt du darüber?“, wandte sich Harry, nachdem er sich gefangen hatte, fragend an Draco, der betont die Schultern hochzog.

„Keinen Schimmer! Das muss lange vor meiner Zeit gewesen sein. Von diesen Begebenheiten weiß ich nichts!“, bekannte Draco überlegend und offensichtlich verwundert über diese Neuigkeiten, dass sich die beiden Männer hierüber nicht einig gewesen waren.

„Gut, dann werden wir Astoria wohl mit ins Manor nehmen!“, entschied ich schweren Herzens laut seufzend und erhob mich.

Denn dank Dobbys aufmerksamkeitsheischendem Auftritt war es eh schon egal, dass es nur noch mehr Scherereien geben würde, wenn wir Lucius aktiv in die Sache mit reinziehen würden. Aber eine andere Lösung sah ich nicht wirklich vor mir aus dem Nichts auftauchen.

Ich wollte sicher nicht mit einer Slytherin beim Orden auftauchen und McGonagall um Hilfe ersuchen, da biss ich schon lieber in den sauren Apfel und ging zu Lucius, auch wenn mir vor seinen despotischen Fragen schon jetzt graute.

„Aber, nein, ihr könnt sie doch nicht dorthin mitnehmen, nein!“, fiel Blaise geradezu panisch dazwischen. „Nicht zu ihm, nicht mit dorthin… also ich meine, bitte nicht!“

„Keine Widerrede, Blaise!“, fuhr ihn Draco hart an, denn ihm schien auch keine andere Lösung einzufallen.

„Aber, er… er ist… er!“, wollte Blaise stotternd beginnen und jetzt erlebte ich zum ersten Mal hautnah mit, wie viel Respekt und auch Furcht Blaise vor Lucius doch hatte, denn ja, Lucius war Lucius und sonst nichts.

„Nein, hör auf, Blaise! Du solltest nicht von seinem Verhalten dir gegenüber auf andere schließen, hör auf!“, drohte Draco nun entnervt.

Wobei wir alle sofort gespannt zwischen den beiden hin und her blickten. Seit diesen Ferien wusste ich zwar, dass Draco und Blaise mehr Geschichte miteinander verband, als ich zu Anfang vermutet hatte, aber gerade die anderen wussten wahrscheinlich nicht wirklich viel davon und waren umso erstaunter, aber auch gespannter, was sich ihnen hier offenbarte.

„Wir gehen und nehmen sie mit. Wenn du dir allzu große Sorgen machst, dann komm halt mit, aber halt dich zurück, Blaise!“, lenkte Draco zu meiner großen Verwunderung ungewohnt großzügig, aber auch warnend ein und auch die anderen schienen überrascht zu sein, dass er seinem Freund entgegenkam.

„Unter einer Bedingung, ich werde sie nicht aus den Augen lassen!“, entschied Blaise nun unerwartet wacker, aber für Astoria schien er in den Kampf ziehen zu wollen und fasste sich ein Herz.

Umgehend wollte er Astoria hochheben, doch dann besann er sich wohl, wie schwer sie gewesen war und zog seinen Zauberstab. Er sprach einen leichten Wingardium Leviosa und griff dann beherzt unter die nun leicht schwebende Großkatze.

Nur so würde er sie wirklich bis ins Manor tragen können, ohne sie fallen zu lassen. Eine schlafende, schlaffe Person zu tragen war schon schwer genug, auch wenn es Severus und Lucius mit mir immer wieder taten, aber diese Katze, die gelinde gesagt mit ihren steifen, ausgestreckten Beinen und ihrem Schwanz als sperrig zu bezeichnen war, war somit wirklich unhandlich, selbst für den jungen, großen und trainierten Blaise.

„Das werden wir sehen!“, entschied ich abwägend, denn ich bezweifelte immer noch, dass Lucius uns einfach so helfen würde. Es stand meiner Ansicht nach noch in den Sternen, ob er sich dazu herablassen würde und wenn ich daran dachte, was er für seine Mögliche Hilfe fordern könnte, stieg in mir das kalte Grausen auf, aber es half alles nichts.

Wir verließen also zu dritt, plus missglücktem Animagus, das Cottage und apparierten mit Blaise Seit an Seit direkt ins Manor.

„Dixi, hier her!“, kommandierte Draco herrisch und umgehend ploppte es.

„Master wünschen…?“, weiter kam die unterwürfige Hauselfe nicht.

„Wo ist mein Vater?“, donnerte Draco ungeduldig.

„In seinem Büro, Master Draco, Sir!“, verkündete er piepsig und verschwand dann wieder eilig.

Ohne ein weiteres Wort stürmte Draco los und wir eilten hinterher. Blaise trug noch immer seine verwandelte Freundin und die weiten Wege des Manors ließen ihn dann etwas schwerer atmen, obwohl er sie schon mit Magie schweben ließ und sich so behalf, aber einen Teil musste er dennoch selber tragen und Draco legte nicht gerade ein langsames Tempo vor. Schließlich stoppen wir im ersten Stock vor einer großen Tür und Draco klopfte bestimmt an.

„Herein!“, tönte es fast sofort von drinnen.

Draco stieß die Tür entschlossen auf und er trat mit einer gewissen Souveränität vor, denn er hatte die Führung übernommen und ich überließ sie ihm nur zu gerne. Vielleicht würde ich dann damit ungeschoren davonkommen. Ich wollte einmal an mein Glück glauben, dass nicht ich diejenige war, welche die Kohlen aus dem Feuer holen musste.

Denn Lucius unter den gegebenen Umständen um etwas zu bitten, war bei weitem nicht das, was ich wollte. Mir schwante gar Übles, wenn ich daran dachte, wieder in seiner Schuld zu stehen und auch vor den geforderten Antworten Lucien betreffend, wollte ich mich dezent drücken und deshalb sah ich es recht gerne, dass sich Draco nach vorne drängte.

„Vater, ich… naja, wir brauchen deine Hilfe“, begann Draco ausholend, klang bei seinem Geständnis aber auch wenig begeistert, während Lucius nun aufblickte und uns scharf musterte.

„Severus hat mich an dich verwiesen!“, bekannte Draco und erntete einen durchdringenden Blick.

Lucius hinter dem wuchtigen Schreibtisch war einschüchternd, anders konnte man es nicht beschreiben. Seine Persönlichkeit strahlte absolute Macht aus, als langsam aber sicher eine seiner silberblonden Brauen in die Höhe wanderte. Er schien uns regelrecht zu durchleuchten und natürlich musterte er unsere seltsame Gruppe sehr genau.

„Was ist das da?“, deutete er übertrieben mit seinem Gehstock auf die reglose und verwandelte Astoria, die Blaise schwer balancierend trug. Dabei lag eine gewisse, kühle Ablehnung in Lucius‘ Ton, als wären Tiere im Manor absolut unerwünscht.

„Das da, wie Sie so schön sagen, Mr. Malfoy, … das ist meine Freundin, Sir! Astoria Greengrass!“, erklärte Blaise kleinlaut, aber doch bemüht fest, dabei trat sein Kiefer sehr deutlich hervor, als er nun seine Zähne zusammenpresste. Es war jedoch nicht auszumachen, ob wegen der Schwere der Last, die er trug, oder weil es ihm so schwer fiel, Lucius gegenüberzutreten.

„Ah, Mr. Zabini. Sie wieder hier, sieh an… sieh an! Willkommen zurück!“, huschte ein durchaus süffisantes Grinsen über Lucius‘ aristokratische Züge, bevor er sehr gefährlich, samtig fortfuhr: „Ich nahm nicht an, dass Sie sich jemals wieder außerhalb eines Balles und ohne Drängen Ihrer Frau Mutter hierher trauen würden und das auch noch ungeladen. Soll ich Ihre Erinnerungen an unsere letzte Begegnung in diesem Büro auffrischen?“, klang er durchwegs doppeldeutig.

Natürlich spitzte ich die Ohren. Jetzt konnte ich beobachten, wie der sonst so durchsetzungsfähige und selbstsichere Blaise, der Slytherin in Dracos Abwesenheit mit harter Hand führte, unwohl schluckte und einen Tick blasser zu werden schien, was eine Leistung war, in Anbetracht seiner natürlichen Hautfarbe. Er griff unwohl nach, so als ob ihm Astoria aus den Händen rutschen würde und ruckte sie in seinen Armen zurecht.

„Nein, Sir, ich weiß sehr gut, was ich damals versprochen habe!“, bekannte Blaise kleinlaut.

„Und warum lassen Sie sich dann von meinem Sohn herbringen?“, fragte Lucius schrecklich kalt und blasiert. „Um mich zu belästigen?“, setzte er in sanftem, fast schon freundlichem Ton nach, was es umso drohender erscheinen ließ.

„Ja, ich weiß, es ist gewagt, Sir, verzeihen Sie! Aber bitte, helfen Sie Astoria. Ich weiß nicht, was ich tun soll. Sie hat sich verwandelt und ich kann nicht zu ihr durchdringen, sie ist völlig verängstigt!“, bat Blaise eindringlich und ungewohnt unterwürfig und ich nahm sehr deutlich wahr, wie furchtsam er doch klang.

„Hm, sollte ich das tun?“, fragte Lucius lauernd in die Runde.

Sein kalkulierender Blick glitt zum ersten Mal seitdem wir eingetreten waren auch über mich und seine Vorteilssucht stand ihm in den sturmgrauen Blick geschrieben.

„Sag mir, Hermione, sollte ich ihm helfen?“, maß er mich hart, dabei war mir sofort gegenwärtig, dass mich mein Glück mal wieder kläglich im Stich ließ und er hier fragte, was ich ihm dafür bot, dass er unserem Freund und unserer Freundin half.

„Vater, Blaise ist mein Freund, das geht Hermione absolut nichts an!“, fuhr Draco eilig dazwischen, während ich mir eine lockige Strähne aus dem Gesicht strich.

„Wirklich?“, spottete Lucius und wandte sich schon fast belustigt Draco zu.

„Ja, Vater, ich hätte nach unserem Gespräch gestern nicht damit gerechnet, es schon einlösen zu müssen, aber ich habe etwas gut bei dir und so würde ich dies gerne in Anspruch nehmen und… so bitte ich dich, hilf Astoria!“, bat Draco sichtbar schweren Herzens, aber unverwandt und ganz untypisch für ihn, worauf Lucius seine Augen sehr konzentriert auf Draco richtete und sich seine Stirn ungewohnt bewegt in Falten legte.

„Hast du dir das auch gut überlegt, mein Sohn?“, forschte Lucius eindringlich nach, als könnte er nicht glauben, was Draco hier bereit war aus der Hand zu geben und ich selbst dachte auch nicht, meinen Ohren zu trauen.

Erstens die Erkenntnis, dass sie ein Gespräch geführt hatten und zweitens die Offenbarung, dass Lucius Draco etwas zu schulden schien und Draco eben jenen Gefallen sehr großmütig einforderte. Es war ja nicht oft so, dass man dergleichen gegen Lucius in der Hand hatte und oft die Gelegenheit bekam, etwas von ihm zu fordern, also musste es immer gut überlegt sein, diese Carte Blanche auszuspielen.

Aber Dracos Blick lag die ganze Zeit starr auf mir und er tat dies absichtlich, da er seinem Vater durch die Blume sagen wollte, dass er dies nicht nur für Blaise und Astoria tat, sondern auch für mich, weil ich sonst wieder Lucius‘ Geltungsdrang würde befriedigen müssen.

Leidenschaftslos betrachtet hatte Draco an sich nichts zu bieten, was Lucius befriedigen würde und so nickte Lucius langsam und mit Bedacht. Er verstand und akzeptierte Dracos Standpunkt.

„Gut, wie du wünschst, Draco. So sei es… leg sie auf dem Sofa ab und dann geht, alle!“, wies er rigoros bestimmend an, aber mit seidenweicher Tonlage, die einem Gänsehaut bescheren konnte.

Es war beeindruckend, wie er seine Autorität sofort hervorbrachte, dabei blieb er noch immer ungerührt hinter seinem wuchtigen Schreibtisch sitzen, während Blaise nun doch aufgrund der Anstrengung und Anspannung schwitzend zur kleinen Sitzgruppe ging und widerwillig seine Freundin ablegte, oder das große Katzenvieh eher unsanft niederplumpsen ließ.

Niemand von uns wagte aber einen Einspruch wegen seines Wunsches, alleine zu sein, denn alles an ihm zeigte seinen offenen Widerwillen und so steuerten wir drei rasch die Tür an, während Lucius noch immer verharrte.

Als sich die Tür hinter uns geschlossen hatte, sackte Blaise merklich zusammen und sein besorgter Blick blieb an der Tür zu Lucius‘ Büro hängen. Er war sichtlich zerrissen darüber, dass er seine Freundin dort drin allein bei Lucius ließ.

„Komm, das wird schon!“, klang Draco erstaunlich aufmunternd und mitfühlend, während er Blaise eine Hand auf die Schulter legte, während Blaise sich die Arme massierte, um die Durchblutung anzuregen, da sie eingeschlafen waren, was bei dem Vieh, was Astoria war, nicht verwunderte.

„Wir sehen uns später!“, entschied Draco dann, wandte sich eilig zu mir und küsste mich kurz auf die Stirn, bevor er Blaise an der Schulter herumdrehte und ihn von mir weg, in Richtung seiner Räume führte.

Ich stand etwas perplex da und blinzelte konsterniert, weil Draco mich offenbar nicht dabei haben wollte, wenn er mit Blaise wartete und redete, was mich zwar schon irgendwie überraschte, derart geschmeidig abserviert worden zu sein, aber andererseits konnte ich es auch verstehen.

Männergespräche sozusagen, es war nicht so als ob ich alles wissen musste.

Ich überlegte kurz, ob ich ins Cottage zurückgehen sollte, um die noch Verbliebenen zur Rede zu stellen, entschied aber, dass dafür noch Zeit blieb, wenn Astoria wieder sie selbst war und beschloss daher, in meinen liebsten Raum zu eilen und mal ein wenig das Alleinsein zu genießen.

Hermiones Sicht Ende


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BeitragThema: 424. Basic Instinct   Kapitel 423-424 EmptyFr Nov 08, 2013 3:41 am

424. Kapitel Basic Instinct

Lucius Sicht

Nachdem diese renitenten Störenfriede weg waren, lehnte ich mich seufzend nach vorne, stützte mich mit den Ellbogen auf dem Tisch ab und massierte mir die Nasenwurzel. Das war ja nicht zu fassen, das konnte ja was werden.

Mit Hermione und Draco im Haus gab es immer neue Aufregung. Dass es langweilig war, konnte niemand behaupten.

Nach diesem fulminanten Beginn heute Morgen, nachdem dieser verräterische und abtrünnige Hauself es ganz plötzlich gewagt hatte, bei mir zu erscheinen, war meine Laune in den Keller gerutscht. Es hatte mich daran erinnert, dass Dooby, dieser Verräter, mir meine Gutmütigkeit, dass ich ihm bei Dracos Erziehung viele Freiheiten ließ, damit dankte, indem er bei der ersten Möglichkeit mit Potters Hilfe sein Heil in der Flucht gesucht hatte.

Undank war der Welten Lohn, das wurde mir hier wieder bewiesen!

Aber es ging abenteuerlich weiter, denn jetzt schleppten sie mir auch noch ihre verwandelte Freundin an, die schlicht zu dumm war, die Finger von Dingen zu lassen, die sie nicht beherrschte. Und zu allem Überfluss brachte Draco auch noch den jungen Zabini mit. Er wusste doch, dass ich nichts von dem Jungen hielt. Er hatte Draco nur zu Blödsinn angestiftet, oder beziehungsweise Draco in seinen Flausen noch bestärkt, was fast genauso schlimm war.

Ich konnte es nicht brauchen, dass jemand Draco von seinem Weg abbrachte und Draco wusste, dass ich den Zabinijungen nur noch hier duldete, wenn seine Mutter zu Gesellschaften eingeladen war. Schließlich gehörte sie in unsere Kreise, aber sie war wie viele eine derer, die ich aus Pflicht heraus einlud, nicht weil es mir gefiel.

Mir sagte es bei den wenigsten zu, sie zu Ereignissen wie dem großen Ball einzuladen, aber da sie dazugehörten musste es sein.

Mein Blick glitt wieder zu der im Tierkörper gefangenen Hexe.

Brachte diesen Kindern denn keiner mehr bei, dass sie erst lesen, lernen, denken und dann handeln sollten und sich nicht blind in irgendwelche Experimente stürzen sollten?

Was dabei rauskam sah man ja nur zu gut, wenn man sich die starre Raubkatze auf meinem Sofa so ansah. Es war fast urkomisch, wenn es nicht so tragisch wäre, dass ich beinah über ihr Missgeschick laut hätte lachen können.

Aber nun gut, so brachte mir dieses Dilemma wenigstens die Carte Blanche meines Sohnes zurück und dass er bereit war, sie hierfür zu zücken, sollte mich befriedigen. Ich würde dieses Mädchen schon dazu bringen, sich zurück zu verwandeln.

Ich erhob mich kopfschüttelnd und ging geschmeidig auf sie zu, zog meinen Zauberstab fließend aus meinem Gehstock und richtete ihn bedächtig auf das Tier vor mir.

Ich blickte in die starren, weit aufgerissenen und sichtbar panischen Katzenaugen und sprach "Legilimens", dann drang ich mit rücksichtsloser Macht in ihren Geist ein. Zwar war ich kein so guter Legilimentiker wie Severus, aber hier reichten meine Fähigkeiten allemal aus. Ich stieß auf keinerlei Gegenwehr, nein, noch schlimmer, ich konnte nicht mal klare Gedanken wahrnehmen. Mir schlug nur ein dicker, trüber Nebel aus Angst und Furcht entgegen, zutiefst animalische Gefühle, Instinkte, aber keine menschlichen, strukturierten Gedanken.

Gedanklich applaudierte ich der Weitsicht von Hermione und Draco, wie gut, dass die Kinder nicht den „Rückverwandlungsspruch“ für Animagi versucht hatten.

Bei einer missglückten Wandlung, die anscheinend auch noch ungeplant abgelaufen war, hatte der Magier nicht mal registriert, was er nun war und da könnte ihn die magisch erzwungene Rückverwandlung zwar wieder in seinen menschlichen Körper drängen, aber den Geist des Menschen auf ewig schädigen und ihm den tierischen nicht existenten Verstand des Tieres bescheren.

Damit würde man den Zauberer an das Tier verlieren.

Kurz hielt ich inne und mir kam der Gedanke, dass Hermione vielleicht etwas aus ihrem ganz eigenen Dilemma, was ihre Spielchen mit der Nekromantie anging, gelernt hatte, denn sie hatten Severus um Hilfe ersucht. Er hatte ihnen den Weg zu mir gewiesen, somit sollte ich mich vielleicht freuen, dass sie es lieber wagten, zu mir zu kommen, wissend, dass es sie etwas kosten würde, als es allein zu versuchen. Man lernte eben nie aus.

Aber ich legte diese Regung ab und konzentrierte mich wieder. Schnell ließ ich diese graue Suppe aus Instinkten hinter mir und begann, tiefer vorzudringen, dabei verzog ich mein Gesicht, da es durchaus eine anstrengende und schweißtreibende Arbeit war.

Ich musste sie finden, die Hexe in diesem Nebel aus Tierinstinkten.

Ich arbeitete mich mechanisch und methodisch vor, ließ alles links liegen was auf ihre momentane, mindere Natur hindeutete. Erst tief in ihrem Gehirn fand ich zurückgezogen und verwirrt, geradezu ähnlich ängstlich wie sie sich als Tier verhielt, ihren Verstand. Er war regelrecht zu einer Kugel zusammengerollt, die unbeholfen darum kämpfte, wieder an die Oberfläche zu gelangen. Ihr Verstand musste sich erst mal wieder die Vorherrschaft in ihrem Körper sichern, damit sie sich dann wieder zurück verwandeln konnte. Doch offenbar wusste sie in diesem Zustand nicht mal das Elementarste, nämlich wie sie wieder zur Hexe werden konnte!

Erst hier, in ihrem menschlichen Verstand, stieß ich auf eine Mauer, die darauf hindeutete, dass sie wenigstens etwas Okklumentik beherrschte, aber sie war so löchrig und bröckelig, dass ich sie schnell einreißen und überwinden konnte.

Leider erkannte ich auch sogleich, dass sie keinerlei Ahnung hatte, wie sie es geschafft hatte, in diese Situation zukommen, geschweige denn, wie sie sich selbst wieder aus diesem Körper befreien konnte.

Inkompetenz, wohin das Augen blickte. Ich stöhnte verächtlich, leidgeplagt auf, denn es war genauso wie ich es erwartet hatte. Sie hatte keine Ahnung von all dem, erst recht nicht davon was sie getan hatte und war bei weitem noch nicht so weit gewesen, sich zu verwandeln. Dumme, sich in ihrer Ignoranz selbst überschätzende, Kinder!

Ich mochte Kinder nicht, sie waren schrecklich einfältig, ich mochte so was nicht, ich verachtete dergleichen!

Und Severus hatte sie also an mich verwiesen, nur weil er grantig war, wegen seiner Ernennung zum Schulleiter. Andere hätten für diesen Posten gemordet, aber er zierte sich wie eine Jungfrau in ihrer Hochzeitsnacht und ließ seine miese Laune an mir aus, indem er sie zu mir schickte!

Das würde ich ihn nicht so schnell vergessen lassen, dass er einfach zu faul war, denn er hätte so oder so helfen können, aber dann lenkte ich meine Gedanken wieder auf dieses Problem, das sich nicht von selbst lösen würde.

Ich würde sie also wirklich den kompletten Weg führen müssen, aber das würde nicht gehen, solange sie in ihrer magischen Starre gefangen war und auch nicht, wenn sie weiter so voller Angst war.

Langsam begann ich, mich aus ihren wirren Gedanken zu lösen. Ich spürte großen Aufruhr in ihnen, sah Bilder an mir vorbeiziehen, die mich darauf schließen ließen, dass es einen Streit gegeben haben musste.

Dort war ein malerischer Garten, in dem sie offenbar auf einer Decke meditiert hatte, doch dann füllte sich dieser Garten plötzlich mit mehreren Personen, während sie sich auf einmal auch schon verwandelt hatte. Doch offenbar schien sie an diesem Punkt in ihrem Verstand soweit bei sich zu sein, dass sie diese Bilder vor mir zu verbergen versuchte, was meine Neugierde nur noch mehr weckte.

Mir kamen die Schutzzauber in den Sinn, die Severus erwähnt hatte und die Hermione und Draco auf alle sie umgebenden Menschen gelegt hatten. Außerdem rief ich mir in Erinnerung, was ich in dem Büchlein gelesen hatte, welches Severus zu Weihnachten von Hermione bekommen hatte und das ihre Erfindungen enthielt.

Ich hatte es eines schönen Tages aufgeschlagen in Severus' Labor in den Kellern des Manors gefunden, als ich mal wieder nach Severus gesucht hatte. Daraufhin hatte ich nicht widerstehen können, darin zu stöbern und ein wenig zu lesen.

Hermiones Entwicklungen waren beeindruckend, aber Severus hatte sich zu einigen Randnotizen hinreißen lassen und ein paar Verbesserungsvorschläge angemerkt. Eine dieser Anmerkungen hatte gelautet, dass er annahm, dass ihr Schutzzauber Credere Tacientiae eine Schwäche hatte und zwar, dass er höchstwahrscheinlich nicht immer wirkte und zwar dann, wenn der Verstand durch Ohnmacht, oder Schlaf quasi ausgeschaltet war.

Doch dabei hatte auch er etwas übersehen, was ich testen würde, denn was bedeutete es, wenn der Verstand des Menschen im Kopf eines Tieres steckte?

Hinzu kam, dass er seinen Verdacht, beziehungsweise seine Vermutung einschränkt hatte und betonte, dass es nicht so sein müsste, er aber explizit wegen mir, als Oberhaupt der Familie, große Zweifel hätte. Deshalb war mir dies so im Gedächtnis haften geblieben und ich selbst hatte mich veranlasst gesehen, mich mit der Materie der Zeichnung an sich zu befassen, denn hier berief sich Severus auf meine magische Vormachtstellung innerhalb der Familie, eben als Oberhaupt!

Selbst, wenn ich sie nicht aufgenommen hatte, sondern Draco, war ich es, der die Macht als Anführer erlangt hatte, da Draco sie mit seinem Blut gezeichnet hatte, sein Blut, das auch das meine war, das er durch mich erlangt hatte. Aber die Familie lag in meinen Händen, dieses altertümliche Ritual war dramatisch rückschrittlich, deswegen auch in diesem Fall so herrlich passend für mich. Ich würde mich nicht beschweren.

Was für eine interessante Vorstellung, dass ich nur aufgrund meines Ranges eventuell einen Zauber von dem Biest austricksen könnte, aber hinzu kamen noch einige andere sehr komplizierte Hürden, die genommen werden mussten, denn in den Verstand einer Person einzudringen, die in diesem „bewusstlosen“ Zustand war, war nicht einfach und nicht ganz Legilimentik im klassischen Sinne. Es war möglich für geübte Geister wie mich. Hier bot sich mir eine große Gelegenheit und die würde ich mir nicht entgehen lassen.

Ich blickte mit einem fast dankbaren Lächeln auf sie, mein kleines, dummes, so unschuldiges Opfer hinab. Gezielt drang ich rasch vor, zerschmetterte regelrecht ihre Barrieren und versuchte, die Gedanken an ihre Verwandlung wieder heraufzuholen. Sie widersetzte sich verzweifelt, aber mickrig, weil sie immer noch nicht verstand, was überhaupt passiert war. Sie versuchte, mich erbarmungswürdig abzublocken, aber sie war viel zu unerfahren dafür, dazu kam noch ihr tierischer Zustand, der ihren Verstand schwächte und sie sowieso schon so in eine Ecke zurück gedrängt hatte, sodass Abwehr kaum noch möglich war.

Ich nutzte ihre Situation gezielt, schamlos und skrupellos aus, aber das war mir egal, denn ich wollte endlich wissen, was die Kinder alles vor mir verbargen. Draco und Hermione hatten eine Menge Geheimnisse und hier bot sich mir endlich die Möglichkeit, an einige von diesen auf relativ humanem Wege zu gelangen.

Schließlich schaffte ich es, ihre Erinnerungen an die Situation vor ihrer Verwandlung wieder hervorzuzerren und diesmal mehr zu erleben, wenngleich ein gewisser Schleier über den Erinnerungen lag. Ich konnte nachfühlen, wie sie die Kontrolle verlor. Sie war tief in ihre Meditation eingedrungen, als sie sich offenbar von jetzt auf gleich mit dem jungen Zabini, ihrem Freund, aufs Heftigste gestritten hatte. Sie war aufgewühlt gewesen durch mannigfaltige Gefühle.

Dumm, unsäglich dumm. Man durfte sich nie mit Hilfe der Magie geistig von seinem Körper trennen und sich nicht wieder vollständig in ihn begeben, bevor man diese weitreichende Art Meditation abrupt abbrach, das war katastrophal, aber bei diesen naiven Kindern sollte es mich nicht wundern.

Und um alles noch konfuser und chaotischer zu machen, bemerkte ich schemenhaft immer mehr Leute, deren Bilder in ihrem Geist aufflackerten. Ich dachte, Potter, dann einen Rotschopf, der sicher einer der Weasleys war, und dann die ältere Greengrass ausmachen zu können, die neben Potter stand und das machte mich doch tatsächlich kurz einfach schlicht sprachlos. Sie hielt ein Baby mit schwarzen, wirren Haaren auf ihrem Arm. Das war doch mal überraschend.

Ein Baby!

Diese Kinder waren fulminant dümmer als angenommen, sie waren unmessbar dumm!

Ob sie überhaupt zum Denken fähig waren?

Severus' Gekeife bezüglich seines geschrumpften, fast nicht mehr existenten Erwartungshorizonts hinterherhinkender, grenzdebiler Schüler war mir nun vollständig nachvollziehbar!

Potter mit drei Slytherins unter einem Dach und mit einem Baby gesegnet, wenn das mal nicht spannend war. Vielleicht würde es mir doch noch etwas bringen, wenn der junge Zabini und die kleine Greengrass hier mir etwas schuldeten.

Dann drang ich zu dem Moment vor, den ich gesucht hatte. Eine kleine, giftgrüne Schlange schoss aus dem Gras und zischelte. Das kleine Balg klatschte laut in die Hände und lispelte zurück, dabei erinnerte es mich schockierend an den Dark Lord und dann passierte es, dieses dumme Mädchen hatte sich schon so weit von ihrer menschlichen Form gelöst, es geschafft, das Elementare der Animagusverwandlung zu beschreiten, dass ihre tierischen, ihre animalischen Instinkte sich gemeldet hatten. Tja und Schwupps war es geschehen und tatsächlich war nun das Pech ins Spiel gekommen, dass sie als Katze empfindsam auf die Schlange reagierte. Es war einfach eine tief verwurzelte Abneigung und hatte ihren Fluchtinstinkt ausgelöst und eine abrupte vollständige Wandlung.

Wobei jetzt, wo ich wusste was passierte war, meine Aufmerksamkeit darauf lag, dass Potter einen Parselmund gezeugt hatte. Das war unfassbar fantastisch, wenn das der Lord wüsste, da ging meine Ironie mit mir durch und ich schnaubte gepeinigt auf, während ich genervt die Augen schloss und entschied, dass ich vorerst genug von dem Drama gesehen hatte.

Ich zog mich aus ihrem Verstand zurück, dabei ging ich aber wenig rücksichtsvoll vor, denn ich versuchte, sie mit mir zu reißen und ihren Verstand durch den Instinkt gesteuerten Nebel aus Angst und Panik hervorzuziehen, sodass ich beginnen können würde, mit ihr zu arbeiten. Wenn sie sich zurückverwandelt hatte, würde sie vor Erschöpfung sowieso erstmal schlafen, es eilte also nicht, ihr ihre gesamten Geheimnisse jetzt gleich zu entreißen.

Leider hatte ich nur geringe Erfolge. Das was ihren Geist verdrängte, wich nur langsam und wenig, aber ich musste wohl damit weiter machen und so zog ich meinen Geist völlig aus ihr zurück und richtete mich minimal entnervt wegen ihres spärlichen Entgegenkommens auf.

Nun würde es auf das Timing ankommen.

„Finite Incantatem“, sprach ich ruhig und hob den Petrificus Totalus auf, gleichzeitig behielt ich sie genau im Blick, weil sie, sobald sie konnte, vom Sofa wie von der Acromantula gestochen aufsprang und an die Wand zurückwich.

Erneut sprach ich den Legilimens und drang wieder ohne gehindert zu werden in ihre Gedanken ein, doch diesmal traf mich die volle Kraft ihrer tierischen Instinkte und ich musste leidlich erkennen, das würde so nichts werden. Sie war zu unsicher, ich musste es ihr vorführen, es ihr verständig machen, dass sie nun ein Tier war und nicht mehr sie selbst, anders ging es nicht.

Verdammt noch mal, diese Erniedrigung hatte ich vermeiden wollen, aber es ging zu meinem Leidwesen wohl nicht anders. Resigniert und unwillig zog ich mich aus ihren verworrenen Gedanken zurück. Das würde nichts werden, mit dem dummen Ding.

Ich sah mich gezwungen, etwas zu tun, was ich schon seit Jahren, ach was, seit zwei Jahrzehnten nicht mehr getan und mir vorgenommen hatte, auch nie wieder zu tun. Mit Todesverachtung starrte ich dieses Katzenvieh an, das es wagte, mich mit gefletschten Zähnen anzufauchen.

Es fiel mir leicht, erschreckend leicht. Diese Art der Magie hatte mir immer gelegen. Ich konzentrierte mich und ausschließlich nur auf mich. Dass ich dies tatsächlich und wirklich nur einmal getan hatte, würde nie jemand denken, es sei denn man erlebte mit, wie leicht es mir von der Hand ging, denn sogleich merkte ich, wie mein Körper sich zu verwandeln begann und sich langsam aber sicher veränderte.

Unterdessen wich die kleine Raubkatze völlig von Furcht und Flucht getrieben vor mir zurück. Nun kauerte sie in einer Ecke neben dem Kamin in Lauerstellung, doch ich beachtete sie gar nicht, sondern verwandelte mich weiter gut sichtbar vor ihren Augen und hoffte, sie würde mich nicht als Beute ansehen.

Schließlich war die Transformation abgeschlossen und ich stand als stolzer, blaugrün schillernder Pfau im Raum und schlug ein prächtiges Rad, auf dass sie erkannte, dass ich stärker und kräftiger als sie war.

Sie hatte alles ganz genau beobachtet, so setzte ich mich ganz langsam, ganz bewusst jede bedrohliche Geste vermeidend, in Gang, stelzte Schritt für Schritt mit den langen Beinen daher. Die Situation war mir so was von zuwider. Ich hasste meine Form zutiefst und verheimlichte sie, wo es ging.

Selbst Severus nahm an, ich wäre gescheitert und das war mir lieber, als wenn er wüsste, was ich wirklich war!

Nie wieder hatte ich mich in diese nutzlose Animagusform verwandeln wollen, das hatte ich mir geschworen, einmal hatte völlig gereicht. Wie gesagt, nicht mal Severus wusste, dass ich Erfolg gehabt hatte. Ich hatte damals verkündet, aufzugeben, weil ich keinen raschen Erfolg zu verzeichnen hätte, aber in Wahrheit hatte ich nur verbergen wollen, was dabei herausgekommen war.

Ich erinnerte mich noch zu gut, wie mich Severus verspottet hatte, als ich offenbart hatte, dass ich das Animagigebiet aufgeben wollte.

„Du hast doch nur Angst, ein Pfau zu werden!“, war seine verhöhnende, gewohnt bissige und zu meinem Leidwesen gewohnt zutreffende Analyse gewesen.

„Und du, du fürchtest dich doch nur vor der Fledermaus!“, hatte ich zurück gegiftet, weil Severus gar nicht erst begonnen hatte, sich mit diesem Thema zu beschäftigen.

„Pah, tu nicht so als sei ein Pfau so ausgeschlossen!“, hatte er schrecklich selbstgefällig zurückgegeben.

„Die Fledermaus aber auch nicht!“, war meine spottende Antwort gewesen und dann hatten wir uns schweigend gegenübergesessen und einander niedergestarrt.

Es war so typisch gewesen. Severus hatte mich direkt durchschaut und ich war mir sicher, er weigerte sich nur wegen Potter und Konsorten, denn dieser Sippschaft auf diesem Gebiet nachzueifern missfiel ihm sicher zutiefst. Dabei verkannte er, dass auch die Animaguswandlung durchaus eine nützliche Fähigkeit war, aber wenn Severus sich einmal etwas eingeredet hatte, bekam man ihn nicht mehr davon weg, also hatte ich es dabei belassen.

Der Klügere gab nach!

Ich mochte Pfauen, auch meinen Patronus, aber es ging niemanden etwas an und als Animagusfigur war diese Form einfach unbrauchbar, also war das Thema damit für mich gestorben!

Unterdessen war ich der kleinen Raubkatze ein wenig näher gekommen, aber sie saß noch immer in ihrer Ecke, was nicht unbedingt positiv war, denn mir war bewusst, wenn sich das Tier noch mehr in die Enge gedrängt fühlte, konnte es durchaus sein, dass es zum Angriff über ging, was angesichts meiner jetzigen Form gar nicht gut wäre, daher musste ich weiter sehr vorsichtig vorgehen.

Doch als ich den nächsten, vorsichtigen Schritt vorwärts gehen wollte, kam was ich schon vorausgesehen hatte. In einer schnellen, sehr angespannten und zielgerichteten Bewegung schoss die agile Raubkatze mit gebleckten Zähnen fauchend auf mich zu und ich reagierte fast nur noch instinktiv, um Selbstschutz bemüht. Ich verwandelte mich umgehend, in Sekundenschnelle zurück und noch in der Verwandlung begriffen streckte ich mich schon aus, sodass schließlich mein mit dem Stiefel bekleideter Fuß, die auf mich zu fliegende Katze mit voller Wucht traf, ihren Angriff stoppte und dafür sorgte, dass sie in hohem Bogen schwungvoll nach hinten geschleudert wurde.

Krachend und ungebremst schlug sie gegen das Bücherregal neben meinem Kamin und fiel dann bewusstlos, wie ein nasser Sack, zu Boden. Dort blieb sie reglos liegen. Ich war gerade dabei mich zu richten, während ich mitverfolgen konnte, wie das Tier vor mir wieder langsam zum Menschen zu werden begann.

Sie wuchs und wuchs, bis ein ohnmächtiges, unbekleidetes und damit nacktes, junges Mädchen vor meinen Füßen lag. Tja, nur wirklich begabte Magier verwandelten sich mir ihrer Kleidung, alle anderen mussten es erst lernen, sie schien zur zweiten Gattung zu gehören, wie wahrlich misslich… für sie!

Na endlich, war das einzige, was ich zufrieden denken konnte, Mission ausgeführt!

So rückte ich meine blaugrün gemusterte Weste zurecht. Dieser trotteligen, jungen Frau schenkte ich keinen weiteren Blick, selbst in ihrer Blöße nicht.

„Dixie!“, rief ich meinen Hauselfen scharf.

„Bring Hermione her!“, wies ich streng an, bevor der Elf auch nur einen Ton vermelden konnte.

Wenig später klopfte es und Hermione eilte, sich rasch umsehend, herein.

„Du hast mich…“, unterbrach sie sich abrupt. „Was?“, war ihr erstes Wort, da ihr Blick auf das nackte Mädchen fiel und ihre nächste Reaktion war köstlich und süperb und einer Malfoy mehr als würdig.

„Na endlich!“, verkündete sie und ich schenkte ihr doch glatt ein zufriedenes Lächeln.

Sie war göttlich, sie machte mir keine Vorwürfe, dass das Mädchen leicht derangiert, verletzt und bewusstlos, aber auch aufgrund ihrer Nacktheit völlig ihrer Würde beraubt dalag, sondern hatte das Wesentliche im Blick, nämlich dass die kleine Greengrass erlöst von ihrer Katzenform war.

„Kümmere dich um sie, bring sie in eines der Gästezimmer. Sie bleibt hier, bis sie aufwacht. Und keiner spricht mit ihr, bevor ich sie nochmal in Händen hatte… verstanden?“, befahl ich sehr bestimmt und kalt, dann wirbelte ich herum und verließ den Raum.

Ich selbst brauchte nun auch Ruhe, beziehungsweise einen kleinen Stärkungstrank. Mich mit meiner eigenen, unerwünschten Animagusform wieder beschäftigen zu müssen, sagte mir gar nicht zu und diese spontane Wandlung nach viel zu langen Jahren, hatte sehr wohl auch an mir gezehrt, auch wenn ich mir keine Erschöpfung anmerken ließ.

Lucius Sicht Ende

Dracos Sicht

Blaise und Vater, das war eine ganz eigene Story.

Gut, er war nicht so nachtragend wie Abraxas, der seinen eigenen Enkelsohn verstoßen hatte, aber er war ein Malfoy und die vergaben bekanntlich nicht so einfach.

Und nach dem lieblichen Empfang von Vater, war ich sicher, dass mehr zwischen meinem Freund und meinem Vater vorgefallen war, als ich bisher gewusst oder auch nur geahnt hatte und das wollte ich schlicht erfahren.

Aber ich erkannte, dass Blaise merklich aufgewühlt war und hinzu kam, in Hermiones Gegenwart würde er aus vielerlei Gründen nicht so offen reden, als wenn wir alleine waren, daher hatte ich sie weggeschickt.

Zielstrebig hatte ich ihn in meine Suite geführt und uns beiden einen dringend benötigten Drink eingeschenkt, während ich Blaise schon einen der gemütlichen Sessel angeboten hatte.

Nun saßen wir uns schweigend gegenüber und schütteten nach dieser wenig erfreulichen Tragödie den rauchigen, brennenden Feuerwhiskey in uns.

„So, jetzt erzählst du mir von Anfang an was passiert ist und lass nichts aus, ich will alles wissen!“, forderte ich eindringlich und lehnte mich leicht nach vorne.

„Pfff… das sagst du so leicht, Draco! Wo soll ich denn da anfangen?“, fragte Blaise verzweifelt und rieb sich über seinen Kopf.

„Dort, wo alles seinen Anfang nahm! Ganz einfach, wie kommt ihr auf den Unsinn, das zu lernen? Haben wir noch mit mehr tierischem Nachwuchs zu rechnen?“, ätzte ich höhnisch, worauf Blaises dunkle Augen wie im Schock groß wurden.

„Was? Oh… um Morganas willen, NEIN! Naja, soviel ich weiß haben die Twins Astoria ein Buch über die Animagustransformation geschenkt, weil sie etwas Besonderes lernen wollte. Aber ich habe es nicht so ernst genommen, sie hat doch nur darin gelesen, etwas meditiert aber immer gesagt, sie wäre noch nicht so weit, irgendwas wirklich zu versuchen und hätte großen Respekt davor und wüsste um die Risiken und dann hat sie sich heute Morgen einfach so von jetzt auf gleich verwandelt!“, bekannte er vollkommen überrumpelt und zuckte etwas hilflos mit den Schultern.

„Aha, und warum hat sie sich verwandelt? Das ist doch nicht einfach so passiert… da muss mehr gewesen sein!“, drang ich weiter vor und ließ nicht locker, während er eine irgendwie schuldbewusste Miene zur Schau trug und ich freute mich, dass mich mein Gefühl nicht trog.

„Ja, du hast ja recht!“, gab er kleinlaut zu.

„Also, was war los?“, forderte ich erneut.

„Naja, Astoria war halt sehr sauer auf mich. Du weißt doch, ich trainiere als BL Teamführer einige Gruppen in Irland, nicht nur unsere direkten Klassenkameraden, sondern auch Ältere, die schon von der Schule abgegangen sind, aber auch ein paar wenige Sechstklässler, die schon volljährig sind und vielleicht was für die BL oder die VenTes sein können, also nur die besten sozusagen!“, begann er weitschweifig und hörbar unwillig, bis er dann zögerte.

„Ja und, das weiß ich wohl und du willst ablenken, also wo ist das Problem?“, drängte ich und hob meine Hand in einer auffordernden Geste an und er stieß die angehaltene Luft aus.

„Naja, das ist so… also, einige der Mädchen, oder eher nur zwei, fangen beim Training immer wieder an mit mir zu flirten…“, stieß Blaise sichtbar unwohl aus, „… Draco, du kennst mich, ich war und bin so was ganz sicher nicht abgeneigt und ja, ich gebe zu, auch heute finde ich nichts Schlimmes an einem Flirt, aber erklär das mal Astoria. Als sie vorgestern mit ihrer Truppe auch in der Höhle war, da hat sie gesehen, wie eines der Mädels heftig mit mir rumgeflirtet hat. Astoria hat das gar nicht gefallen! Und naja, letzte Nacht waren wir mit Marcus auf einem VenTes Kontrollgang, also bin ich nicht heimgekommen. Du weißt, er setzt alle ein, die er kriegen kann, um möglichst viel abzudecken und ich bin halt mit einem Team los, in dem diese zwei Mädels auch drin waren...“, erzählte er missmutig und kippte gerade seinen Drink in sich rein, während ich gespannt wartete.

„Ähhhh, naja, Glück gehört dazu! Astoria hat uns losziehen sehen und als ich dann am späten Morgen erst wieder zurück war, ist sie sauer geworden. Ich weiß gar nicht, wie es passiert ist, ein Wort hat das Nächste gegeben, Lucien hat angefangen zu schreien und zu zischeln, woraufhin Harry sauer geworden ist, dass wir auf seinen Sohn Rücksicht nehmen sollen und da ist Astoria völlig ausgetickt und dann ist Daphne hinterher, weil sie Apsis einfangen wollte, da wohl Lucien ihn gerufen hatte, keine Ahnung, es war recht laut... Ich wusste ja nicht, dass sie so schrecklich keifig und eifersüchtig sein kann…“, bekannte er unglücklich und ich verstand, von Hermione konnte man nicht gerade behaupten, dass sie vor Eifersucht verging.

Anscheinend sollte mich das freuen, wenn ich mir Blaises sichtbar genervtes Leid gerade so anhörte. Somit schenkte ich ihm mitleidig in meinem Verständnis nach und nippte selbst.

„Ich meine, ich weiß nicht, was sie will? Sie hat mich, bisher kann sie sich wahrlich nicht über unsere Beziehung beschweren, ich meine, sie kann doch froh sein. Sie unterliegt keinen Zwängen, muss nichts tun was ihr nicht gefällt und sie darf in allem frei wählen. Snape schreibt ihr als Vormund nicht wirklich etwas vor und wenn bald Harry ihr Vormund wird, wird ihr noch weniger verboten werden. Was will sie denn?“, echauffierte er sich sehr und wurde von Sekunde zu Sekunde wütender.

„Bisher war ich ihr treu, … zumindest hab ich mit keiner anderen geschlafen!“, schränkte er etwas zu schnell für meinen Geschmack ein, aber ich behielt dies für mich, vor allem da ich mich an den Vorfall unter den Duschen erinnerte und durchaus vor Augen hatte, wie er Hermione geküsst hatte.

„… und ich weiß, dass du in Bezug auf Slytherin Pläne mit ihr hast. Ich verstehe sie nicht! Jedenfalls hatten wir hoppla di hopp eine große Katze in einem Kleiderhaufen vor uns und sie hat sofort losgelegt zu beißen… gemeingefährlich, wenn du mich fragst!“, bekannte er zum Ende hin erst perplex, dann fassungslos, bevor er einen großen Schluck zur Beruhigung trank.

„Langweilt sie dich? Blaise, du weißt, wenn es mit Astoria nicht funktioniert, du bist jederzeit auch Vollzeit in Irland willkommen!“, bot ich nachdenklich an.

Mir war gegenwärtig, Blaises Wesen konnte man nicht völlig umdrehen. Es war schon ein Wunder, dass er sich so lange an eine einzige Frau gebunden hatte und dabei glücklich war, aber andererseits bemerkte ich sehr wohl, dass es ihm gut tat.

Seine folgende Reaktion auf meine Worte verwundert mich, da er dunkel zu lachen begann, weswegen meine Brauen in die Höhe wanderten, doch dann beruhigte er sich.

„Hahaha… sorry, aber langweilen? Der kleine Wirbelwind, der jetzt selbst deinen Vater beschäftigt? Also mit ihr kann es gar nicht langweilig werden! Echt nicht! Und nein, ich will nicht nach Irland, ich habe im Cottage so was wie Familie gefunden, das gebe ich nicht so schnell auf, keine Sorge! Aber das einzige Problem ist gerade zwischen Astoria und mir, in letzter Zeit vertraut sie mir nicht so viel, wie sie es in Hogwarts tut. Ich weiß nicht so ganz, warum. Gut, wir haben uns in den letzten Wochen oft nur abends gesehen, weil sie in ihrer Truppe beim Training war und ich in meinem, oder ich im Cottage geblieben bin, um Daphne und Harry sowie die Twins zu trainieren, oder ich auf Patrouille mit den VenTes war, aber das heißt doch nicht, dass sie mir weniger vertrauen kann!“, murrte er sichtlich verzagt, aber ich erkannte auch deutlich seine innere Unruhe.

„Mhm… das sind wohl normale Beziehungsprobleme, nehme ich an, nicht dass ich darin ein Profi bin!“, schränkte ich rasch ein, denn ehrlich, meine Beziehung konnte man wirklich nicht als normal bezeichnen und er sah es wohl ähnlich, denn er offenbarte ein recht freches Grinsen.

„Meinst du, es dauert noch lange? Mir ist nicht wohl dabei, wenn sie mit deinem Vater alleine ist!“, bekannte Blaise ehrlich und ging nun auf ein anderes Thema, aber gut, ich würde mich in ihre Kabbeleien nicht einmischen, deshalb blickte ich ihn ernst an.

„Er wird ihr helfen! Nur was es euch noch kosten könnte, das steht in den Sternen!“, warnte ich leise, denn es stimmte, Vater half und das ohne etwas von mir und Hermione zu fordern, aber ob das für die anderen beiden galt, war nicht sicher und so neigte Blaise auch verständig sein Haupt.

„Aber sorge dich nicht, Blaise, denn Vater übernimmt nicht etwas, wenn er denkt, er könnte scheitern, also ruhig Blut…“, beruhigte ich ihn.

„Das sagst du so leicht…“, murrte Blaise und ich zuckte die Schultern.

„Erzähl mir lieber, was du ihm damals hast versprechen müssen!“, hakte ich interessiert nach, denn der Teil unseres Gespräches in Vaters Büro hatte mich hellhörig werden lassen, da mir nicht bewusst gewesen war, dass Vater nach dem Vorfall mit dem Abraxaner mit Blaise persönlich geredet hatte.

Blaise schluckte sichtlich unwohl. Das war erstaunlich, denn der Blaise, den ich kannte, der war selten um Worte verlegen, aber er rang wirklich sichtlich darum.

„Komm sag schon, was ist da vorgefallen? Ich dachte, er hätte dich sofort raus geschmissen, während der Heiler mich untersucht hat!“, ließ ich nicht locker.

„Nein, er hat mich noch in sein Büro zitiert und mir eine saftige Standpauke gehalten, dass ich schuld wäre und überhaupt, weil wir so dumm waren!“, bekannte er reumütig und schielte irgendwie peinlich berührt zu mir.

„Ja und? Das kann kaum so schlimm gewesen sein, dass du nicht mit mir darüber reden willst. Wir haben öfters mal gemeinsam eine Standpauke von ihm bekommen, das hat dich nie mehr bekümmert als mich…“, drängte ich weiter.

„Naja…!“, begann er sehr stockend. „Er hat mir gedroht… du weißt, wie er wirkt, wenn er Drohungen ausstößt…“, bekannte er dann ehrlich.

„Und womit? Beziehungsweise, ja, das weiß ich, da ist nie gut mit ihm Kirschen essen!“, entgegnete ich verstehend.

„Mmmpfff… Er hat recht deutlich gemacht, dass er für Mutters Taten durchaus Beweise hätte und ich mich lieber von dir fernhalten solle, wenn ich sie nicht in Askaban sehen wollte. Er hat mich mit dem einzigen erpresst, das mir außer meiner Freundschaft zu dir damals noch etwas bedeutet hat!“, gab er sehr widerwillig zu.

Ich war kurzzeitig wirklich überrascht und bekam große Augen. Wobei, eigentlich hätte mich nicht überraschen sollen, dass Vater alles ausspielte was er zur Verfügung hatte, um an sein Ziel zu kommen und er hatte Blaise damals als Gefahr für den Werdegang seines Sohnes und Erben gesehen, dass er da alle Register zog, sollte niemanden wundern.

„Aber warum hast du dann doch in Hogwarts nach und nach den Kontakt zu mir gesucht, obwohl du dich vorher überhaupt nicht gemeldet hast?“, fragte ich leicht irritiert, weil sich mir das nicht so recht erschloss.

„In der ersten Zeit nach dem Unfall mit dem Abraxaner habe ich mich zurückgehalten. Ich bin nicht lebensmüde und verrückt, dein Vater war echt sauer! Und das war eine Zeit, die etwas ruhiger um Mutter war, das heißt, ich war nicht so einsam und alleine zu Hause wie sonst. Zu der Zeit überließ sie mich nicht völlig den Hauselfen und jedes Mal wenn ich sie sah, war mir klar, warum ich das alles tat. Ich wollte meine Mutter nicht auch noch verlieren, denn dass dein Vater sicher keine leeren Drohungen ausgestoßen hatte, daran habe ich keine Sekunde gezweifelt, selbst als Kind nicht!“, stieß Blaise wenig erfreut aus.

„Ja, Vater kann und konnte immer Eindruck machen!“, verzog ich missbilligend die Mundwinkel, das war eine Tatsache.

„Wohl wahr! Dann kamen wir nach Hogwarts und es war schon verdammt schwer, dir im ersten Jahr aus dem Weg zu gehen, aber ich wollte nicht wirklich, außerdem hoffte ich einfach, dass dein Vater nicht davonausging, dass ich dich in Hogwarts auch würde meiden können und nicht erfahren würde, wenn wir miteinander zu tun hätten, aber besorgt war ich dennoch. Auf der anderen Seite, es waren Jahre vergangen… ich hoffte einfach, aber was dann wirklichen Ausschlag gab…“, er holte kurz Luft und trank einen großen Schluck.

„Jaaaa…?“, fragte ich gedehnt.

„Die ersten Sommerferien. Ich kam zu Hause an, Mutter hatte mich nicht mal von dem scheiß Bahnhof abgeholt, daher haben mich die Parkinsons freundlicherweise nach Hause appariert. Mutter hatte völlig vergessen, dass ich Ferien hatte und war gerade dabei zu packen. Sie verkündete mir nur noch, dass sie mit ihrem neuen Ehemann nun für zwei bis drei Monate in die Karibik und danach nach Asien reisen würde und wir uns dann sehen würden, also war ich die ganzen Ferien über alleine. Sie hat mich mit den Hauselfen alleine zu Hause gelassen. Ist das zu fassen?“, stand der Zorn über diese Vernachlässigung noch immer in seinen Augen geschrieben und vertrieb alle Zurückhaltung, die wir Slytherins sonst zeigten, wenn es um so persönliche Belange ging.

„Deine Mutter hat meiner schon immer das Wasser reichen können!“, merkte ich flüsternd an, vereint im Wissen mit Rabenmüttern gesegnet gewesen zu sein.

„Pffff… na klar, aber das hat mir gezeigt, voll egal ob sie in Askaban oder sonst wo hockt, ich steh alleine, also habe ich mir gedacht, wer nicht wagt, der nicht gewinnt! “, erklärte er leise und es war deutlich zu erkennen, dass ihm das dann doch schwer fiel, denn über so was sprachen wir Slytherins erst recht nicht. Er nahm erneut einen stärkenden Schluck von seinem Drink.

„Als dann unser zweites Schuljahr begann und ich miterlebte, wie schnell und geradewegs du dich hoch an die Spitze in Slytherin arbeitest, habe ich beschlossen, dass ich mir das nicht entgehen lassen will, dass ich neben dir dort oben stehen will und deine Rückendeckung sein werde“, gab er nun schon deutlich fester zu, denn das war etwas, was gerade ich verstand, das Streben nach Macht und diese zu ergreifen, wenn man die Chance dazu bemerkte, aber ich hasste es, dass er mich für dumm zu verkaufen versuchte.

„Unfug, versuch mich nicht einzulullen, Blaise, du hast gesehen, dass dein Weg nach oben über mich führt und du wolltest diese Macht!“, ging ich scharf dazwischen, denn ich war kein Idiot.

„Touché, mein Guter. Ich werde es nicht abstreiten, ich bin eine Schlange!“, grinste Blaise verschlagen über meine wahren Worte und da blieb mir bei dieser entwaffnenden Ehrlichkeit nichts anderes übrig als ihn verschwörerisch anzulächeln, denn es stimmte, wir waren ein gutes Team.

„Halt mich für sentimental, oder glaub es mir nicht, aber ich wollte wirklich das tun, was ich mal geschworen hatte!“, flüsterte er plötzlich bewegt und ich starrte ihn nur noch sprachlos an. Damit hatte ich nicht gerechnet, aber ich glaubte ihm, weil er sich hier auf unseren Blutsbrüderschwur bezog.

Seine Ausführungen ließen mich grübeln, denn so einiges fügte sich nun zusammen. Ich hatte mich oft gefragt, warum Blaise im zweiten Jahr von sich aus wieder auf mich zu gekommen war.

Wobei wir uns erst in den letzten anderthalb Jahren, seitdem er an Weihnachten ins Cottage gezogen war, wieder richtig freundschaftlich angenähert hatten und begonnen hatten, offen miteinander zu reden. Davor war er zwar zu meiner rechten Hand aufgestiegen, aber das hatte eher auf dem alten, wieder aufgeblühten Vertrauen aus Kindertagen beruht denn darauf, dass wir uns auch als Jugendliche so gut kannten wie als Kinder.

Ich wusste vieles nicht von Blaise, das wurde mir gerade sehr bewusst und auch er wusste vieles nicht von mir. Ernste Gespräche führten wir beide und Slytherins einfach nicht wirklich, oder überaus selten, dafür war der Kreis, dem man als Slytherin wirklich vertraute, einfach viel zu klein und wir viel zu streng erzogen. Man sprach nicht über so was, über Gefühle, zumindest nicht, wenn man ein Slytherin war. Die Kreise, in denen wir uns bewegten, waren einfach geprägt von Äußerlichkeiten.

„Dann sollte ich mich wohl geehrt fühlen, dass du deine Loyalität zu mir über deine Familie stellst!“, kommentierte ich jovial nickend, worauf es listig in Blaises Augen blitzte.

„Bild dir ja nichts darauf ein, Alter!“, prostete er mir auf einmal keck zublinzelnd zu und hob sein Glas.

Es entstand eine eigenwillige Atmosphäre zwischen uns und mir wurde bewusst, ich hatte damals geschworen, ihn auch zu schützen, mehr als ich meine Slytherins schützte.

Ich mischte mich sonst nur ein, wenn man mich bat, aber Blaise würde mich nie darum bitten, dafür war er zu stolz und stark, doch auch er hatte seine Grenzen und erreichte diese wie heute, wenn er auf Vater traf. Wenn ich es mir so besah, war es wohl meine Pflicht, aber auch ein persönliches Anliegen, Blaise zu helfen, auch wenn er nicht darum bat.

Wir lachten beide, als plötzlich die Tür zu meiner Suite aufgestoßen wurde und Hermione herein eilte.

„Astoria ist wieder sie selbst, aber sie ist nicht bei Bewusstsein! Ich habe sie ins Gästezimmer hier gegenüber gebracht!“, verkündete sie rasant, nachdem sie eingetreten war.

„Ich muss zu ihr!“, stand Blaise sofort auf und wollte hinauseilen, doch ich ruckte auch hoch und ergriff rasch seinen Arm und hielt ihn zurück, da Hermione sofort in seinen Weg trat.

„Du kannst entweder noch bei Draco bleiben, oder gehst zurück ins Cottage! Zu Astoria wirst du jedenfalls nicht gehen. Lucius' Befehl steht und ich habe nicht vor mich zu widersetzen, nicht für dich!“, hielt sie ihn zu meiner Verwunderung sehr kalt und entschlossen auf, worauf er sichtlich die Schultern hängen ließ.

„Warum?“, hauchte Blaise getroffen.

„Lucius' Wunsch!“, verkündete Hermione bestimmend und wie sie dies sagte, gab mir wieder einen unwohlen Stich in mein Herz, den ich jedoch nicht weiter beachten konnte.

„Ihr geht es gut, geh nach Hause!“, beschied nun auch ich, aber erstaunlicherweise sehr viel einfühlsamer. „Ich bringe sie später zurück!“, bot ich ungewohnt großzügig an, dabei warf ich Blaise einen geradezu beschwörenden Blick zu und bemerkte sehr wohl, dass Hermione uns misstrauisch maß.

„Na gut, dann bis später!“, gab Blaise abrupt nach und ich geleitete ihn rasch hinaus, damit er nicht noch auf Dummheiten kam und ließ Hermione mit einem dankbaren Nicken zurück.

Dracos Sicht Ende


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