When Hermione Fights
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 Kapitel 94-95

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queenie
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Kapitel 94-95 Empty
BeitragThema: Kapitel 94-95   Kapitel 94-95 EmptyDo Feb 09, 2012 2:41 am

Auroren


Ich kehrte nun wieder dem Turm den Rücken, da ich mich fertig umgezogen hatte und da ja dieser Tag der letzte in Hogwarts war, trug ich ein figurbetontes, dunkelblaues Jerseykleid mit halblangen Ärmeln und nicht meine Uniform. Ich fühlte mich nach dieser Nacht sehr schön und begehrenswert und das wollte ich auch ausdrücken und da es nun recht spät war, hatte ich es eilig auf dem Weg in die Halle.

Ich fühlte mich trotz allem rundherum wohl. Die Nacht mit Draco war wunderbar gewesen, aber Snapes letzte Worte zu Draco, „Sie passt zu uns!“, die ließen mich dann doch immer noch stocken seit den Vorfällen… da schluckte ich immer noch schwer, dass selbst Snape sagte, dass ich wunderbar in die Familie Malfoy passte.

Wie sehr ich mich schon verändert hatte. Ich hatte ja auch schon fast jedes Tabu gebrochen und es schien ihm zu gefallen, was er da präsentiert bekam. Er hatte ja selbst zugegeben, dass er sehr zufrieden war, wie ich alles Erlernte gekonnt umsetzte!

Aber genauso gingen mir Dracos letzte Worte, Snape betreffend, nicht aus dem Sinn. „Er wird dir bald das Du anbieten.“ Um Himmels willen, ich wusste nicht, ob ich das konnte oder auch nur wollte. Ich musste immer noch schwer an mich halten, wenn er mir so nahe kam wie gestern, da ich nie einschätzen konnte, was er mit mir vorhatte. Und das machte mich dann doch ein wenig unsicher, aber nun gut!

Wie meinte Draco? Ich würde ihn brüskieren, es nicht anzunehmen. Aber bitte, selbst die beiden siezten sich stets in der Öffentlichkeit, nun, genau genommen wusste niemand, dass Snape, Dracos Patenonkel und enger Verwandter war, das bedeutete auch, ich würde das Spiel immer aufrechterhalten müssen und wenn ich bei Fragen und Antworten in seiner Gegenwart geschickt war, konnte ich es vielleicht umgehen und umschiffen, ihn derart vertraulich anzusprechen, es war mir unangenehm… er war mein Lehrer… er war… arrrhhh… ich würde es auf mich zukommen lassen.

Ich befand mich in einem richtigen Gefühlswirrwarr, denn was diese Schlangen mit mir machten war unglaublich, auch auf der emotionalen Ebene. Mal war Draco so liebevoll und sanft, dann wieder der Herrscher über alles und lasst mich nicht von Snape anfangen. Mal zurückhaltend und stoisch, dann das aufbrausende, rabiate Temperament unter dieser doch so eisigen Hülle, dank ihrer Masken, unter denen sie all ihre Gefühle verbargen, brachen die unterdrückten Gefühle, wenn sie sich einmal involviert sahen, umso brachialer Bahn und dies dann leider nicht nur verbal sondern auch physisch, wie ich gestern hatte wieder am eigenen Leib erfahren und erleiden dürfen.

Das ließ mich mit Erschaudern auf Lucius blicken, aber wie so oft vertraute ich hier auf mein Glück, das mich bisher so süperb durch das Leben gebracht hatte und nahm mir mal wieder mein Motto zu Herzen, nimm‘s wie´s kommt! Du musst und du wirst mit allem fertig werden!

So betrat ich die Große Halle und erblickte einen strahlenden Harry, das heiterte mich doch glatt auf. Er sah auf und mich freudestrahlend an, während er rasch auf mich zulief, dass wir dank vieler Vorkommnisse und Ereignisse wie immer im Mittelpunkt standen, war uns ja so was von egal, da sich dies zu einem Dauerzustand zu entwickeln schien.

Ich warf nur hastig einen Blick zum Schlangentisch und bemerkte Dracos emotionslose Maske und Daphne, die auch irgendwie treudoof versuchte, ihre gleichgültige Slytherinmaske aufrechtzuerhalten, aber anscheinend liebend gerne mit mir den Platz getauscht hätte. Nun hauchte mir Harry einen sachten Morgenkuss auf die Wange und führte mich verschmitzt grinsend zum Tisch.

„Womit habe ich diese stürmische Begrüßung verdient, Harry?“, lachte ich leise auf, als er begann, mich genauso beim Frühstück zu versorgen wie die Twins und ich schüttelte sehr erheitert meinen Kopf. Auf alle bis auf Daphne, Blaise und Draco musste es so wirken als wären wir wirklich zusammen, denn ich erhielt gerade meinen dringend benötigten Kaffee von ihm fürsorglich gereicht.

„Hier, … warum? Ich glaub, das weißt du! Ich denke, dass ich sagen kann, ich hab meine erste Freundin und wenn’s nach mir ginge, auch gleich die letzte! Sie ist bezaubernd. Ich bin total verliebt!“, wisperte er ganz aufgeregt in mein Ohr und ich grinste erfreut.

War er nicht zu süß? Immer so loyal und treu, seine erste Freundin und gedanklich schon die letzte, aber so war Harry.

„Wow, du gehst aber ran, wie weit seid ihr denn gegangen, wenn du so eine Aussage triffst?“, wollte ich neugierig erfahren.

„Ach, wir… nicht, dass was du denkst, wir haben uns geküsst, aber du darfst nicht vergessen, sie kommt aus einer guten Familie und ist noch… na, du weißt schon, eine wie sie wartet bis zur Ehe!“, meinte er da eindringlich und war gerade feuerrot angelaufen, sah aus wie Ron in seinen schlimmsten Zeiten und ich versuchte nicht zu kichern.

„Aha, also Harry, findest du nicht, dass du beim ersten Treffen jetzt auch nicht unbedingt so ran gehen solltest? Um schon vom Sex zu sprechen?“, fragte ich unbefangen und ob man es glaubt oder nicht, er wurde noch röter, seine Durchblutung schien sehr gut zu funktionieren. Wenn ich ihm meine Nacht mit Draco schildern würde, hätte er wohl gar kein Blut mehr im Leib, denn alles würde in seinen Kopf steigen, dachte ich gemein, aber sehr belustigt.

„Was? Da hast du jetzt was falsch verstanden, so wäre ich nie rangegangen aber, dass ich sie geküsst habe und sie mich, das war meine Initiative und es war viel besser als mit Cho… ach, … ich wollte ja nur sagen, dass ich mich wohl in sie verliebt habe, und das viel intensiver und inniger als in Cho! Und ich bin verliebt, sie ist so nett, lieb und vor allem ehrlich!“, trat ein sehr verklärter Ausdruck in seine grün strahlenden Augen und ich warf einen schnellen Blick zu Daphne, die, wie es schien, von Blaise unbarmherzig ausgequetscht wurde.

Ich wusste, er deichselte die Sache mit dem Cottage, aber so rot wie sie gerade aussah, trotz der ihr angeborenen Zurückhaltung beim Zeigen von Gefühlen, war ich mir nicht so sicher, um was sich das Gespräch gerade drehte, also nicht ums Cottage, wohl eher um Harry, arme Daphne, Blaise war aber auch zu neugierig.

Aber eigentlich war ich froh darum, dass sie so eine Reaktion zeigte, das machte sie mir sehr sympathisch, dass sie kein derart abgebrühtes Miststück war, wie ich mich wohl selbst als solch eines bezeichnen würde. Ich weiß, diese Sichtweise war für mich nicht schmeichelhaft, aber wie gesagt, zu mir selbst war ich immer brutal ehrlich.

Da sie und ihre Gefühle für Harry sehr glücklich und ernstgemeint rüberkamen, aber sie sich damit auch nicht brüstete, gut bei den Schlangen würde das auch auf wenig Gegenliebe stoßen, waren ihre Gefühle wohl auch tief, innig und aufrichtig. Das hoffte ich auch für sie, denn sollte sie das nur spielen oder Harry verletzen, jetzt, wo er so selig war und hoffte hier jemanden haben zu können, zu dem er eine Liebesbeziehung aufbauen konnte und all dies so lebensfroh nach Sirius Tod tat, sollte sie da etwas spielen, dann Gnade ihr Merlin und alle Götter dieser Welt würden sie vor meinem Zorn nicht schützen können.

So riss ich mich aus meinen Beobachtungen und Gedanken und fragte:

„Ach, das wäre ja so schön und sie? Ist sie auch verliebt?“, wollte ich wissen und war mir der Antwort ziemlich sicher.

„Ja, also anders als bei Cho bin ich bei ihr sehr sicher, dass es ihr gefallen hat und sie mich mochte… ganz und gar…“, wurden wir abrupt unterbrochen, da die Eulen mit der Post angeflattert kamen und ich mit klammem Gefühl darauf wartete, wie Harry auf die Horrornachricht, dass alle Death Eater aus Askaban ausgebrochen waren, reagieren würde und trank schnell, während er las, meinen Kaffee. Ich schloss die Augen und zählte bis 5, warum musste unser Glück immer so nah an schlechten Nachrichten liegen?

„Waswaswas!?“, wollte Harry loslegen und auch der Geräuschpegel der Halle hatte gefährlich zugenommen, als die ersten die Titelstory erspähten, aber so packte ich mir Harry sofort am Genick und raunte los:

„Fass dich, bleib cool, sich jetzt offen zu erregen wäre wohl die falsche Methode!“, brachte ich sehr eindringlich hervor und nun trat das ein, was ich von ihm seit einiger Zeit beobachtete und sich seit Sirius‘ Tod so stark abgezeichnet hatte.

Er kniff sofort die Lippen zusammen, verengte seine Augen zu angestrengten Schlitzen und tat das, was er mir in der Nacht im Raum der Wünsche versprochen hatte, erst überlegen, dann handeln, erst überlegen, dann reagieren und so nickte er nur knapp und zog sich knisternd den Propheten heran, um in Ruhe weiterzulesen und ich löste meinen festen Griff von seinem Nacken.

Ich schielte zu den Schlangen, die nun wussten, dass ihre Väter wieder frei waren, ich sah aber nicht wirklich glückliche Gesichter. Sie sahen aus wie immer, selbst Daphne ließ sich nicht anmerken, was sie empfand. Und Draco hatte ein undurchdringliches Maskenantlitz aufgesetzt, blickte mich aber scharf an und nickte leicht, zeigte mir, dass er Harrys Benehmen wohl wahrgenommen hatte und guthieß, dass dieser nicht gleich wie ein eruptierender Vulkan in die Luft gegangen war.

„Du hast es gewusst, du hast es gewusst, woher Hermione?“, zischte nun Harry gepresst durch zusammengebissene Zähne und sah mit seinen zerzausten Haaren leicht wild aus, aber er beherrschte sich noch immer krampfhaft.

Wow, langsam bekam ich Angst, dies wäre ihm vor einiger Zeit noch nicht derart schnell aufgefallen, dass ich nicht wirklich überrascht war, er wurde richtig aufmerksam und sehr gut im Kombinieren.

„Hermione, antworte!“, schlug er ähnlich Blaise auf den Tisch, was gar nicht weiter auffiel, kam es mir süffisant in den Sinn und hier und jetzt beschloss ich, ich würde nicht mehr zum Frühstück kommen, wenn ich immer der geartet im Zentrum des Interesses stand, das würde nicht mehr lange gutgehen, wie gut, dass morgen die Ferien begannen.

„Nein, Harry, ich wusste es nicht… ich habe es nur gestern Nacht eher erfahren, also wärest du so freundlich und schraubst deine Lautstärke herunter?“, fauchte ich ihm aufgebracht zu und erntete viele komische Gesichter, die, seit ich Dumbledore derart frech angemacht hatte, danach lechzten, zu erfahren, ob meine Warnungen wahr waren und Harry schien ihnen das auch noch zu bestätigen, indem er sagte:

„Hermione, woher du immer alle Information bekommst, warum weißt du immer alles vor anderen?“, und damit gab er den Neugierigen um uns herum die Offenbarung, dass meine gestrige Drohung Dumbledore gegenüber ernst gemeint war und dieser wirklich ein wenig den Schwanz eingezogen hatte, da ich immer alles eher wusste als die breite, unwissende Masse.

„Tja, das ist mein Geheimnis, Harry! Denk nur an den Käfer, dann verstehst du vielleicht, dass ich viele Kontakte habe!“, grinste ich teuflisch und erahnte, dass dies von einigen belauscht wurde, aber das war mir nur recht. Und Harrys Augen spiegelten auf einmal auch sein Verstehen, als ihm einfiel, dass ich ihm ja vor einiger Zeit erzählt hatte, dass ich Rita erpresste.

Ich konnte ihm nicht sagen, dass ich mein Wissen von Draco hatte, noch nicht, aber bald!

„Sag mal, Harry, wann gehen wir denn in die Krankenstation?“, schwenkte ich zu einem anderen, unverfänglicheren Thema, was Harry verwirrt hinter seinen runden Brillengläsern blinzeln ließ und so sah ich ihn abwartend, mit schiefgelegtem Kopf an.

„Ähä… und dazu sagst du nichts?“, tippte er auf die Zeitung.

„Tja, was soll man dazu denn sagen, außer dass sich das Ministerium durch erschreckende Unfähigkeit auszeichnet?“, kam es abgeklärt uns sehr abfällig von mir, während ich schnaubte.

Meine verächtlichen Wort führten sofort zu einem riesen Getuschel und ich verdrehte genervt die Augen. Kritik am Ministerium war schon schlimm, aber nach Umbridge sollte man meinen, die könnten selbst denken!

„Wo du recht hast, aber ist das nicht schlimm?“, gab er traurig zu und zeigte immer noch seine totale Verzweiflung darüber, dass die Death Eater hatten entkommen können.

„Natürlich ist das schlimm, aber du und ich, wir können daran absolut nichts ändern“, bekannte ich realistisch und zuckte unglücklich, aber auch schicksalsergeben die Schultern und trank gierig um keine Wut aufkommen zu lassen über etwas, woran wir wirklich und absolut nichts ändern konnten.

Ich wendete meine Aufmerksamkeit anderen Dingen zu, als urplötzlich durch die geöffneten, großen Flügeltüren zwei Männer und einen Frau, geballt hereinkamen, mit lauten, sehr forschen Schritten und selbstsicherem Auftreten.

Die eine war Tonks, die heute in einen blauen Zauberumhang gekleidet war und die ihr original herzförmiges Gesicht mit ihren unauffälligen, hellbraunen Haaren zeigte sowie die ihr eigene sportliche Figur trug. Sie sah heute sehr engagiert aus und stellte eine gewichtige Miene zur Schau. Der neben ihr gehende Mann war vielleicht ein bisschen älter als Tonks, aber nicht viel und er trug seine langen, blonden Haare zu einem akkuraten Zopf gebunden, gleichzeitig trug er einen auffälligen, scharlachroten Zauberumhang, der sehr protzig wirkte, auch er offenbarte ein geschäftiges Gesicht, als sie derart wichtigtuerisch an den Schülern vorbeischritten.

Harry flüsterte mir zu:

„Was machen die denn hier…? Tonks und der neben ihr ist Williamson, hab ihn vor meiner Anhörung kennengelernt, den Umhang, den trägt er immer!“, wisperte er immer leiser, das war doch so klar, ein eingebildeter Gockel, und so hauchte ich kurz:

„Kannst du dir das nicht denken?“, zog ich meine Augenbraue spöttisch hoch und konnte zusehen, wie das Verstehen langsam in Harrys Augen Einzug hielt und ich nickte zufrieden, als ich erkannte, dass Harry es verstanden hatte und nun regelrecht arrogant hochblickte und sein Kinn forsch reckte.

Diese beiden liefen hinter dem bulligen, bürstenhaarschnitt tragenden, schwarzhaarigen Dawlish her, der mit seiner weit nach vorne gereckten Brust der Inbegriff der verkörperten Disziplin und des Gehorsams war, der von gesetzestreuen Auroren erwartet wurde, auch sein gedeckter, brauner Umhang trug diesem Auftreten Rechnung.

Mein Blick ging unauffällig hin und her, als sich Dumbledore erhob und das bedächtige Wort an die Neuankömmlinge richtete:

„Meine hochverehrten Auroren, was dürfen wir für sie tun?“, als ich auch schon spürte, wie Dawlish hinter Harry und mir hielt.

„Professor Dumbledore, wir sind im Auftrag des Ministeriums hier, um die Morde an der ersten Untersekretärin, Dolores Jane Umbridge und Peter Jugson zu untersuchen und im Zuge dessen möchten wir Miss Granger und Mr. Potter zu einem Verhör bitten…“, wurde der geschäftige Mann durch das laut einsetzende Brausen der getuschelten und entsetzten Gespräche unserer Mitschüler unterbrochen.

Aber ich blieb bei dieser Eröffnung vollkommen ruhig und ungerührt, mir konnten die nichts. Uns würde nichts passieren und Harry erst recht nicht, da dieser ja gar nichts getan hatte. Das würde ein Spaß werden und so hob ich völlig unbeteiligt meine Tasse an und trank nach dieser Offenbarung einen Schluck. Ich wollte aber eigentlich nur mein abfälliges Grinsen verstecken, das sich gerade breit auf meinen Zügen zeigte. Aber ich wirkte durch diese Geste auf alle verdammt cool und entspannt, was mir erst auffiel als mich einige Gryffindors regelrecht schockiert anstierten.

Ich hatte mit so etwas gerechnet, früher oder später, sie mussten uns befragen, aber war ja klar, dass das dramaturgisch öffentlich stattfinden musste und da wären wir wieder bei meiner These, Glück musste der Mensch haben und davon hatte ich ja reichlich.

„Aber meine Herren…!“, begann Dumbledore salbungsvoll und ich unterbrach ihn und sein das-wäre-doch-nicht-nötig-Gefasel resolut, indem ich mich schwungvoll erhob und mich zu den Auroren umwandte und Harry machte mich mit seiner Reaktion auf meine Aktion stolz, denn er demonstrierte so eine geschlossenen Einheit mit mir. Er hatte sich auch keine Überraschung anmerken lassen, nur seine Stirn hatte sich unwillig gerunzelt, aber er hatte sich fast synchron mit mir erhoben.

„Aber immer gerne doch, Auror Dawlish!“, zwitscherte ich die Auroren an und sah aus den Augenwinkeln, wie Harry nickte. Ich bemerkte, wie Tonks die Mundwinkel missmutig nach unten verzog und entsetztes Schweigen sich breit machte, dass ich Dumbledore mal wieder das Wort abschnitt.

„Ich schließe mich gerne an!“, meinte Harry jovial und überraschte mit seiner umgänglichen Art alle, selbst die Slytherins sahen blöd aus der Wäsche, Dumbledore hingegen wirkte gar nicht glücklich, aber er konnte nichts tun, wenn wir uns so zur Kooperation bereit erklärten und es passte ihm gar nicht.

„Nun, erfreulich! Würden Sie uns einen Raum zur Verfügung stellen, Direktor Dumbledore?“, zeigte sich auf dem harten Gesicht von Dawlish ein zufriedener, selbstgefälliger Ausdruck, als wären wir mit unserer Einwilligung schon in die Falle gegangen und hätten ein Geständnis abgelegt, selbstgefälliger, vorschneller Ministeriumsmann, schließlich hatte er in mir eine geborene Opportunistin gefunden.

„Ähm, natürlich, wie sie wünschen, am besten gleich hier im Raum… hier!“, deutete unser Schulleiter etwas widerwillig hinter sich auf die Tür, durch die damals Harry nach der Auswahl des Pokals für das Trimagische Turnier hatte hindurchgehen müssen und so nickte der Auror zustimmend und Harry und ich setzten uns unter den so aufmerksamen und skandalhaschenden Augen der gesamten Schülerschaft von Hogwarts in Bewegung.

Auf in das erste Verhör von Auroren des Ministeriums, welches in der Schule stattgefunden hatte, um den Mord an einer Professorin aufzuklären, das war doch mal eine sensationelle Nachricht. Harry Potter und der unaufgeklärte, mysteriöse Mord an der ehemaligen Direktorin von Hogwarts, ja, ja, die Klatschbasen dürften genügend Stoff zum Tratschen haben.

Als Harry und ich ungerührt erscheinend hinter Dawlish und abschließend von Tonks und dem anderen Mann so eingekesselt abgeführt wurden, gaben wir wohl eher das Bild von Straffälligen ab, die schon verurteilt waren und deren Überstellung nach Askaban nur noch eine reine Formalität war, aber das Spiel begann doch erst jetzt, nicht?

Und eins war klar, ich freute mich und mir juckte es gefährlich in den Fingern, mich auf das Spiel einzulassen.

Hoffentlich war dieser Dawlish ein Gegner, mit dem es sich lohnte die Klingen zu kreuzen? Ach, ich war gespannt auf mein erstes Verhör, ob es wohl das letzte in meinem Leben bleiben würde, wagte ich mich dann doch kurz zu fragen.

Und so ließen wir eine aufbrausende Halle hinter uns, ich wandte mich noch einmal um und mein Blick kreuzten Dracos Augen im Schein des Lichtes, seine glitzerten gefährlich und ich wusste, sollten sie etwas verssuchen, würde er den nächsten Sturm auf Askaban befehlen und anführen. Das kalte Blitzen der eisgrauen Augen schickte kleine Wellen der Erregung durch mich und ich musste mir das diabolische Grinsen schwer verkneifen. Es war schön, zu wissen, einer Familie anzugehören, die auch die Macht und die Möglichkeiten besaß alles durchzuziehen was nötig war und sich dabei nicht von störenden Skrupeln oder falsch verstandener Moral aufhalten ließ.

Als wir den Raum betraten, der sowohl Tische als auch große, gläserne Schaukästen enthielt, in denen unterschiedliche Trophäen in Gold, Silber und Bronze in jeglicher Form als Pokal, große Teller oder Medaillen standen und die im Schein der Kerzen funkelten, blinkten und blitzten, verstand dieser zu beeindrucken denn über allem zierte ihn eine beeindruckende Kreuzdecke. Dieser Raum hatte keine Fenster, was diesem Zimmer eine sehr eigenwillige Atmosphäre verlieh.

Hübsch, aber schade, dass der sonst nicht frei zugänglich war, hier war es sehr schön und wir steuerten einen großen Tisch an. Dawlish setzte sich uns selbstsicher gegenüber, während Tonks und Williamson hinter uns Stellung bezogen. Man bedeutete uns, Platz zu nehmen, was wir mit einem einstimmigen Nicken, welches wir uns schenkten, auch taten.

Ihr Versuch uns mit ihrer Umzingelung einzuschüchtern gelang nicht wirklich.

Ich war leicht verwirrt, bei den Muggel fanden Verhöre doch immer getrennt statt, damit keine Absprache oder Beeinflussung möglich war? Ich war erstaunt, darüber mussten doch selbst die Zauberer etwas gehört haben?

„So… Mr. Potter und Miss Granger, wie sie sich denken können hat das Ministerium so einige Fragen zu ihren Taten und Unternehmungen der vorletzten Tage!“, begann der Auror mit gewichtiger Tonlage und blickte uns eindringlich, aber auch sehr ernst an.

„Wir sind von oberster Stelle beauftragt, diese ungeklärten Fragen zu beantworten, die sich um die Geschehnisse, die zum Tod von Dolores Jane Umbridge, die bis dahin Direktorin von Hogwarts war, geführt haben. Ebenso sollen Erklärungen um die Kämpfe in der Mysteriumsabteilung des Ministeriums, die auch ein Todesopfer zur Folge gehabt haben, abgegeben werden. Wir hoffen auf ihre aktive Mithilfe!“ und dies sagte er ernst und harsch, sehr routiniert und ich spürte auf einmal Harrys Knie an meinem, wie er es fest gegen meines drückte.

Bitte, wenn er wollte, durfte er beginnen, denn ich würde ihm den Vortritt lassen und so stupste ich unauffällig zurück.

„Natürlich wollen wir helfen, Mr. Dawlish, wie können wir das?“, bot Harry eifrig an und riss seine Augen groß auf, bei so viel Eifer legte sich ein zufriedenes Lächeln auf die Züge des Aurors, als Harry schon rasch fortfuhr:

„Das im Ministerium waren wildgewordenen Death Eater, wir können froh sein, dass wir alle sechs heil da rausgekommen sind, denn seien Sie versichert, die haben mit Avadas nur so um sich geschossen! Aber wir haben uns nur mit weißen, legalen Sprüchen verteidigt. Und nur damit, oder wollen Sie etwas anderes behaupten?“, fragte er nun provozierend und erntete einen gespielt betroffen wirkenden Gesichtsausdruck.

„Nun, Mr. Potter, wenn Sie dies sagen, aber trotzdem haben wir einen Toten! Mr. Jugson und einen Mr. Nott, der durch einen schwarzmagischen Fluch gehandikapt war. Alles wird per Feder notiert und aufgenommen, Aurorin Tonks, wären Sie dann so freundlich… und nun, was haben Sie detailliert gemacht, Mr. Potter?“, forderte der bullige, unsympathische Auror. Und wir hörten, wie Tonks in unserem Rücken das Erbetene herbeizauberte und wie die Feder kratzend in der Luft das Gesagte schnell notierte.

„Also bitte, sollte das Ministerium nicht die ausgebrochenen Death Eater suchen?“, ging Harry darauf gar nicht ein und sah ihn böse an, als er seine provokante Frage stellte.

„Das lassen Sie mal Sorge des Ministeriums sein und wir machen das schon, keine Sorge!“, meinte Dawlish hochmütig, wo dies gewiss nicht angebracht war.

„Das macht mir ja gerade Sorge!“, murmelte Harry bösartig, aber hey, Harry wurde ja richtig zynisch, hatte er das von mir?

„Mr. Potter, ich muss doch sehr bitten! Was war jetzt?“, tadelte Dawlish empört und wurde zum Schluss hin ungeduldig.

„Nichts! Die Flüche flogen nur so durch die Gegend, was soll ich sagen, die waren so hohl, da kann es durchaus sein, dass sie sich mit ihren eigenen Flüchen verhext haben!“, verschränkte Harry wütend die Arme vor der Brust und sackte gegen die Lehne seines Stuhls.

Was ihm einen abwägenden Blick aus den aufmerksamen Aurorenaugen einbrachte. Aber Harry funkelte ihm aus wütenden, aufgebrachten Augen entgegen, hielt sein Temperament aber unter Kontrolle und so wanderten die beobachtenden Augen von dem Auror zu mir und nahmen mich in Augenschein.

„Und was ist mit Ihnen, Miss Granger? Was haben Sie im Ministerium getan?“, forschte er nun freundlich erscheinend nach und versuchte offenbarg in mir zu lesen. Dachte wohl, er konnte ein armes, naives, kleines Mädchen unter seinem stechenden Blick verunsichern, ah genau, mein Junge, komm nur, lass uns spielen.

„Viel… ich bin zum Beispiel um mein Leben gerannt!“, entgegnete ich sehr sarkastisch.

Was für ein Idiot, so eine bescheuerte Frage! Was dachte sich Fudge, uns so etwas zu unterziehen? Vielleicht… verdammt, ich musste in Umbridges Büro, hoffentlich war das noch nicht leer, als mir eine brandheiße Idee durch den Geist schoss und ich mich zwang, nicht unruhig zu werden.

„Miss Granger, das ist nicht von Interesse, uns interessiert, was Sie getan, was Sie gezaubert haben?“, kam es forsch und herrisch von diesem idiotischen Mann vor mir, während er mich strafend und irgendwie anklagend anstierte und ich blinzelte irritiert und legte meine Hand betroffen auf meine Brust.

„Was… es ist nicht von Interesse, dass wir angegriffen wurden? Wir Kinder? Naja, die haben versucht, uns, minderjährige Zauberer, zu töten! Und das interessiert Sie nicht? Sie schockieren mich!“, sprach ich sehr kühl zu ihm und nach einem schnellen Blick zu Harry erkannte ich, wie dieser schwer mit seinen Kiefern mahlte.

Ah, ich hatte vergessen, die Death Eater mussten natürlich geschützt werden, was war nochmal mit Opferschutz, der ganz eindeutig hinter dem Täterschutz kam? Wir lebten schon in einer komischen Welt.

„Würden Sie bitte auf die Frage antworten?“, blieb der ministeriumstreue Angestellte stur und ich stöhnte leidlich auf.

„Ich habe mich mit Stupors und Reductios gewehrt, danach habe ich mich versteckt und versucht, Ginny und Luna zu helfen!“, log ich wie selbstverständlich und lehnte mich danach zurück.

„Gut und nun zu Ihnen, Mr. Potter?“, schwenkte sein bohrender Blick rasch zu Harry.

„Dasselbe und noch Impedimenta und Petrificius Totalus, das war´s auch schon!“, kam es gepresst von Harry, beeindruckend, wie er gegen seine aufbrausende Art kämpfte.

„Gut, dann haben sie ja wohl kein Probleme damit, uns ihren Zauberstab zur Überprüfung zu überlassen!“, zischte da Dawlish plötzlich ganz aggressiv, als hätte er uns jetzt und wir blinzelten irritiert über diese doch sehr harsche Forderung.

Ich wollte schon protestierend den Mund öffnen, da so eine Untersuchung erst, wenn überhaupt vor Gericht als Anklage zulässig wäre aber da war mal wieder jemand schneller als ich und schon flog ein Stab in hohem Bogen durch die Luft um klappernd und scheppernd auf dem Holz des Tisches aufzuschlagen.

„Ja gut, wie Sie wünschen!“, spuckte nun Harry ätzend aus und ich schnappte nur noch nach Luft.

Hatte er sie noch alle? So schnell hatte ich gar nicht schauen können. Ich hatte ihm doch damals bei seiner Anhörung im Gamot erzählt, wie das funktionierte und der letzte Zauber, war doch sein Cruciatus an Lestrange gewesen. Warum hatte er das getan?

Das Ministerium hatte keine Handhabe gegen uns, um diese Untersuchung fordern zu dürfen. Harry verpasste mir gerade einen Herzinfarkt, der besonderen Art!

„Harry, das musst du nicht!“, rief ich erschrocken.

„Das weiß ich, aber ich möchte unserem Ministerium doch helfen, die bösen zu schnappen!“, ätzte er giftig und ich saß nur erstarrt da und wir sahen uns einem bösartig lächelnden Dawlish gegenüber. Aber eins erkannte ich bei Harrys Antwort deutlich, er schien etwas zu wissen, was ich nicht wusste und so zuckte ich gleichmütig die Schultern und sackte zurück, ich würde Harry dieselbe Ehre erweisen und ihm vertrauen und betete, dass er wusste, was er tat.

„Das Ministerium weiß Ihre Mitarbeit zu schätzen, Mr. Potter!“, konnte ich hinter mir Tonks schwer aufatmen hören, sie klang nicht glücklich, bei Dawlishs schleimigen Worten.

Und so zog dieser unsympathische Breitschädel von Auror, seinen dunkelbraunen Zauberstab und richtete ihn auf den auf dem Tisch liegenden von Harry und sprach:

„Prior Incantato“, und wir alle konnten mitverfolgen, wie ein silbriger, wunderschöner, großer Orchideenstrauß aus der Spitze des Holzstabes brach und kurz darauf in all seiner Pracht auf dem Tisch lag und sich dann auflöste.

Mann, ich konnte es nicht fassen, er hatte Daphne mit dem Orchideus-Zauber einen Blumenstrauß beschworen und hey, wie ich erkannte, war der Beschwörungszauber echt gelungen. Toll gemacht, Harry, das hatte ihr bestimmt gefallen, aber puh… kurz hatte ich Sorge gehabt, aber Harry war ja nicht doof. Aber war er nicht süß? So ein lieber, da hatte Daphne aber einen Fang gemacht, freute ich mich für die beiden aufrichtig.

Jetzt durften wir das zutiefst unbefriedigte Gesicht von Dawlish sehen und wie er seine Lippen ärgerlich aufeinanderpresste und sich mit einem Schnauben mir zuwandte, Harry seinen Stab mehr oder weniger unwirsch zuwischte und auf Harrys Miene zeigte sich tiefe Zufriedenheit.

„Miss Granger, was ist vorgefallen, dass Professorin Umbridge mit ihnen beiden in den Wald ging?“, fragte er mich nun eindringlich und ich wandte ihm meine kalten Augen zu und sagte erst mal gar nichts, ließ mir Zeit.

„Wie kommen Sie darauf, dass etwas vorgefallen ist?“, antwortete ich ruhig mit einer Gegenfrage.

„Nun, man hat erfahren, dass Sie sich nicht schockiert über den Tod der Lehrerin gezeigt haben, als dieser verkündet wurde!“, kam es von ihm reichlich gehässig und er lehnte sich leicht über den Tisch nach vorne.

„Dazu stehe ich ja auch, aber nur weil mir der Tod einer Person nicht sonderlich nahe geht, habe ich diese nicht zwangsläufig ermordet!“, erwiderte ich reichlich trocken und vernahm, wie Tonks erschrocken Luft holte, da dachte ich nur, dass die Gute noch an ihrer Beherrschung würde arbeiten müssen, das musste man Dawlish zugutehalten, denn er blieb ungerührt und musterte mich weiter forschend.

„Sie sprachen von einer Waffe, die sich im Verbotenen Wald befindet, was hatte es damit auf sich?“, ging er nicht näher auf meine Aussage ein und eine meiner Brauen wanderte in die Höhe.

„Nichts!“, erklärte ich dann knapp.

„Wie nichts?“, drang er weiter in mich und ich strich mir eine Strähne meines lockigen Haares hinter mein Ohr.

„Wie ich es sage, nichts! Es gibt keine Waffe, das war nur eine List um der Folter, die uns die Professorin angedroht hat, zu entgegen. Sie wollte Mr. Potter mit einem Cruciatus belegen und das konnte ich nicht zulassen und was Schnelleres um sie abzulenken ist mir nicht eingefallen, entschuldigen Sie!“, kam es mir perlend, zynisch über die Lippen, das Ministerium würde ich über kurz oder lang so was von alle machen, nach außen gab ich die coole und relativ um Aufklärung bestrebte Schülerin, aber innerlich brodelte es.

„Nun, gibt es Zeugen für Ihre Behauptung?“, fragte er zweifelnd und verzog die Stirn missbilligend über meine Eröffnung, dass die hochwohlgeborene Umbridge drohte, einen Unverzeihlichen anzuwenden.

„Natürlich, die Gryffindors Ron und Ginny Weasley, Neville Longbottom, die Ravenclaw Luna Lovegood und die Slytherins Malfoy, Zabini, Nott, Crabbe, Goyle, Parkinson und Bullstrode. Professorin Umbridge hat in diesem Zusammenhang noch bekannt, für den Angriff auf Mr. Potter in den Sommerferien dieses Jahres verantwortlich gewesen zu sein und die Dementoren damals in den Ligusterweg beordert zu haben!“ Da hörte ich Tonks leise, aber auch sehr überrascht keuchen und Williamson stieß zischend die Luft aus und auch Dawlishs selbstgefällige Maske krachte zum ersten Mal ein wenig ein, das war für die lieben Auroren aber ein Schock, nicht wahr? Àch taten sie mir leid.

„Miss Granger, Sie sind sich bewusst, dass dies schwerwiegende Anschuldigungen gegen eine hochdekorierte Mitarbeiterin des Ministeriums sind, deren Andenken in Ehren gehalten wird?“, hisste er aufgebracht und lief leicht rot an, als er sich reinsteigerte, aber ich blieb sehr ruhig.

„Ja, aber wenn es wahr ist? Wie beliebte Professorin Umbridge darauf zu bestehen, „Du darfst keine Lügen erzählen!““, spielte ich auf Harrys Folter mit der Blutfeder an und ich bemerkte aus dem Augenwinkel, wie er instinktiv an die Narbe an seinem Handrücken fuhr und sachte darüberstrich, so was vergaß man wohl nie.

„Das werden wir bei den Verhören der von ihnen genannten Personen überprüfen!“, gab er mit säuerlicher Miene zu Protokoll. Das Verhör lief wohl nicht so, wie von ihm erhofft, dachte ich hämisch, als er sich räuspernd wieder fing und weiterzumachen versuchte.

Was Fudge wohl damit erreichen wollte?

Höchstwahrscheinlich hoffte er in seiner verqueren Denkweise, Harry irgendwas nachweisen zu können und mit einem kleinen Deal, ihm großzügig anbieten zu können, alles unter den Tisch zu kehren, wenn dieser sich vor den Karren des Ministeriums spannen ließe.

Ja genau, so was konnte sich nur eine so machtbesessene und sich an seinen Status klammernde Personen wie Fudge ausdenken. Oder wollte er mir, oder unseren Freunden etwas anhängen um Harry damit zu erpressen?

Oh ja, dass passte einfach zu gut zu seinem bisherigen Vorgehen, aber nicht mit uns, wir würden das Kind schon schaukeln, der Auror würde seine Überraschung bei den Slytherins erleben, denn Draco würde nicht für Umbridge lügen und so würde er es auch darstellen. In Wirklichkeit würde er es natürlich nur für mich tun, aber das musste das Ministerium ja nicht wissen.

Am liebsten hätte ich jetzt laut gelacht, das Ministerium und Fudge blamierten sich schon wieder, erst seine Verleugnung, dass der Dark Lord zurück war, dann der Ausbruch der Death Eater gestern und nun das, eine durchgeknallte Hexe, welche die Kinder der magischen Bevölkerung Englands foltern wollte, gar nicht gut, autsch! Aber Mitgefühl wollte nicht so richtig bei mir aufkommen.

„Was haben Sie sich dann von diesem Waldspaziergang erhofft? Was geschah im Wald, was zum Ableben von Direktorin Umbridge führte?“, fragte er nun wieder sehr schroff nach und versuchte, wieder die Führung zu übernehmen.

„Ich hoffte auf die Zentauren, dass sie uns helfen könnten, nur so weit kam es nicht…!“, führte ich erklärend aus, als mir Harry lautstark über den Mund fuhr.

„Ja, soweit kam es nicht, denn wir, Hermione und ich wurden von einer Wurzel gepackt und diese war mit einer Teufelsschlinge zu vergleichen, die war voll stark, die hat uns zu Boden gerungen und fasst erwürgt, es war wirklich beängstigend, in dem so finsteren Wald. Aber Umbridge hat uns nicht geholfen und so versuchten wir, ruhig zu bleiben. Es hat geholfen, als wir uns mit unserem Schicksal abgefunden hatten, wurde die Wurzel nachgiebiger und wir konnten uns wieder etwas bewegen. Als wir dies so ganz alleine geschafft und uns befreit hatten, war weit und breit niemand zu sehen, keiner! Umbridge war wie vom Erdboden verschluckt und so haben wir uns auf den Rückweg gemacht… wir wollten die Nacht nicht im Wald verbringen, auf dem Weg haben wir dann unsere Freunde getroffen und sind auf den Rücken der Thestrale nach London geflogen, mehr kann ich Ihnen nicht sagen!“, machte Harry mich sprachlos, mein Herzschlag hatte sich gut verdoppelt, er wusste es… er wusste es, er musste es wissen!

Nur so erklärte sich seine Lüge und dass er mir so über den Mund gefahren war. Um mir ein erlogenes Alibi zuzugestehen, er wusste es! Er musste es wissen, oder ahnen, warum sollte er sonst so lügen?

Harry wusste, dass ich Umbridge ermordet hatte!

Und er log wie gedruckt und wurde noch nicht mal rot, stotterte oder zeigte eine sonstige Unsicherheit. Er wirkte eher sehr souverän, wie er seine Lügengeschichte vortrug und mir somit mitteilte, was ich sagen sollte.

Und was soll ich sagen, ich nahm die Hilfe dankbar an und verkniff mir das Schmunzeln, gefährlich. Harry war doch eine größere Schlange, als bisher von mir angenommen.

„Genau, Auror Dawlish, als wir uns freigekämpft hatten, was schwer genug war, konnte auch ich keine Professorin mehr sehen, aber Sie sehen ja, wie unwägbar es in dem unheimlichen und gefährlichen Wald ist!“, hieb ich in dieselbe Kerbe und konnte beobachten, wie Dawlish sehr aufgebracht schaute und es ihm gar nicht schmeckte, wie wir uns gegenseitig deckten!

„Nun, dann dürfte es auch für Sie kein Problem sein, mir Ihren Zauberstab zur Überprüfung zu reichen, Miss Granger?“, zog er seine Augenbraue kalkulierend hoch und schaute mich überlegen an.

„Nein, Sir, wie Sie wünschen!“, zog ich meinen Schulzauberstab ruhig aus meinem Umhang und reicht ihm das gute, reine und jungfräuliche Stück.

Und auch hier sprach er: „Prior Incantato“ und ein silbriger Strahl trat aus, machte ein lautes, knallendes Geräusch und leuchtete rot auf, ein eindeutiger Stupor wurde somit erkennbar und das hatte ich gewusst, da ich, bevor ich meine beiden Stäbe gewechselt hatte, in der Mysteriumsabteilung die Regale und die Death Eater mit dem Schulzauberstab mit Schockern und Reductio-Flüchen angegriffen hatte.

Erst danach führte ich meine schwarzen Zauber aus, aber nur mit meinem weißen Stab, ich war ja nicht bescheuert.

Natürlich hätte der Auror sowohl bei mir als auch bei Harry weiter zurückgehen können, dafür fehlte ihm nach diesen herben Rückschlägen allerdings jede Grundlage. Dass wir ihm unsere Zauberstäbe freiwillig überließen war schon eigentlich ein großes Entgegenkommen von unserer Seite, da wir das nicht hätten tun müssen. Und bei Harrys Stab war dies wohl ein großes Glück!

Und so schaute er auch sehr unbefriedigt aus der Wäsche, als ich ihm meinen Stab aus den Händen zog.

„Zufrieden?“, fragte ich, er antwortete jedoch nicht und sah uns nur misstrauisch an.

„Wäre es das dann, wir müssten noch packen, Sir?“, kam es nun genervt von Harry.

„Ähm, ja, nun ja, wir müssen ja noch die anderen befragen!“, erhob sich nun Dawlish unzufrieden, die schlechte Laune von ihm drang fast aus jeder seiner Poren.

So standen wir nun alle auf und verließen gemeinsam den Raum, der sich hinter dem Lehrertisch befand und kamen wieder in der Großen Halle heraus, traten von dem Podest herunter und sahen in eine erstaunlich volle Halle. Es hatten wohl alle dableiben und sehen wollen, ob wir nun sofort nach Askaban gebracht werden würden, oder eben nicht.

Alle blickten zu uns auf, wie die Ölgötzen und ich konnte ausmachen, das Draco die aristokratische Augenbraue elegant hob und ich nickte minimal was er wohlwollend zur Kenntnis nahm, aber Dawlish überraschte mich, da er nun die Stimme erhob:

„Sind die Schüler Malfoy, Zabini, Crabbe, Goyle, Nott, Parkinson und Bullstrode hier?“, großes Getuschel war die Folge und die betreffenden Slytherins erhoben sich nach einem kurzen Blick zu Draco, da er ihnen zu verstehen gab, dass dies in Ordnung ging und sie kamen brav und schritten stumm auf uns zu.

„Auror Dawlish, dürfte ich fragen, was Sie von diesen Schülern wollen? Wie ich sehe, sind Sie mit Mr. Potter und Miss Granger fertig?“, forderte nun Dumbledore bestimmt zu erfahren, der neben McGonagall der einzig anwesende Lehrer war und auf seinem Platz am Tisch saß.

„Natürlich, Professor Dumbledore, ich benötige diese Schüler, um die Umstände aufzuklären und zur Überprüfung der Angaben von Mr. Potter und Miss Granger!“, schnarrte der Auror geschäftig, was zu einem riesigen Rumoren führte, da die Slytherins unsere Worte bezeugen sollten, das war zu komisch und für die Schule wohl auch unglaublich, aber ich wusste, die Slytherins würden, dank Draco, nicht lügen.

So würden sie mit der Wahrheit genau das sagen, was uns half und unsere Aussage bestätigen. Perfekt, eine bessere Aussage als vom Feind gab es doch gar nicht und es würde zeigen, wie die Kröte wirklich gewesen war. Dank Fudges übereiltem, viel zu präsentem Handeln würde es offiziell bekannt werden, und das würde dann ein doppelt schlechtes Licht auf ihn und sein Ministerium werfen, ach, war das herrlich, wenn man es nur mit Idioten zu tun hatte.

Rita würde heute noch von mir einen Bericht über das heutige Geschehen erhalten und dass die Auroren geheim vorgingen, konnte man nun wirklich nicht behaupten.

Harry und ich ließen Dumbledore und seine eventuellen Fragen an uns und die Halle hinter uns, gaben Gas und erstickten somit alle Fragen im Keim. Die Auroren verschwanden mit den Schlangen wieder durch die Tür und uns hätten alle wohl am liebsten ausgequetscht, aber wir liefen schnell weiter. Ich hatte noch was zu tun und Harry würde mir wohl nicht von der Seite weichen.


Zuletzt von queenie am Fr Mai 10, 2013 9:36 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Kapitel 94-95 Empty
BeitragThema: Wahrheiten   Kapitel 94-95 EmptyDo Feb 09, 2012 2:42 am

Wahrheiten


„Hermione, wohin so schnell?“, keuchte Harry atemlos hinter mir.

„Schsch…, Harry, bitte nicht jetzt!“, bat ich nur brüsk und spurtete gehetzt in den dritten Stock, dank unseres täglichen Lauftrainings kamen Harry und ich gut voran, ohne zu sehr außer Puste zu kommen, unsere Kondition war wirklich erstaunlich gut, auch wenn mich mein Kleid etwas behinderte, aber ich zog es mir mit der Hand über die Oberschenkel, ohne falsche Scheu und hastete weiter. Harry war heut wirklich erstaunlich, er fragte nicht warum, wieso, weshalb, er lief brav mit.

Das Positive an Umbridges Ableben war auch, dass sich Professor Flitwick hatte aufraffen können, den bisher unüberwindbaren Sumpf der Twins im Handumdrehen verschwinden zu lassen, nachdem Professor Dumbledore zurückgekehrt war und so war das Passieren und Überqueren der Flure und Gänge wieder ohne weiteres möglich.

Als wir in den Flur einbogen, in dem das Verteidigungsklassenzimmer war und ich ihm mit dem Finger auf dem geschlossenen Mund bedeutete, nun ganz leise zu sein, huschten wir mit Bedacht in das Klassenzimmer und die Wendeltreppe hinauf, die paar Schutzzauber, die noch auf dem Büro lagen, löste ich gekonnt.

All dies geschah unter den aufmerksamen Augen von Harry und als ich über meine Schulter blickte und mich diesem bedachtsamen Blick ausgesetzt sah, konnte ich ein raues Auflachen nicht unterdrücken, da wir schon wieder zusammen einbrachen und auch auf seinem, seit dem Gespräch… äh… Verhör mit den Auroren etwas verstimmt wirkenden Gesicht, breitete sich nun ein spitzbübisches Grinsen aus.

Er zwinkerte mir belustigt zu und ich wandte mich wieder um, damit wir endlich in das Büro kamen, als die Tür auch schon aufschwang und wir rasch eintraten. Es sah immer noch genauso aus wie damals, die Kätzchen maunzten in einer Tour, ich hätte ihnen gerne ihre Mäuler gestopft, das war ja nicht auszuhalten.

Harry blieb noch etwas verloren an der geschlossenen Tür stehen und mein Blick zurück sagte mir, dass er an sein Kamingespräch mit Kreacher dachte, aber ich wandte mich nun dem ordentlichen Schreibtisch zu und musste Harry in seinen traurigen Gedanken sich selbst überlassen.

Ich bückte mich jetzt zu der rechten Schublade, um sie auf Zauber und Flüche zu untersuchen, lieber ein bisschen vorsichtiger sein als einmal zu wenig. Ich wurde richtig pedantisch und konnte Snape da plötzlich richtig gut verstehen.

Als ich merkte, dass da nichts darauf lag, keine Flüche und Banne mehr, lächelte ich leicht und zog die Lade auf, um sie im nächsten Moment laut fluchend wieder mit einem geräuschvollen Schlag zuzustoßen.

So ein Mist aber auch, diese blöde Kröte ärgerte mich selbst noch im Tode, das war ja nicht zum Aushalten! Blöde, hässliche Kröte, hätte ich doch wenigstens noch ihrer Kehle ein paar Schmerzenslaute entlockt, dann würde ich dies nun leichter ertragen könne, diese… ahhh… hatte kein so sanftes Ende verdient.

Harry trat aufmerksam zu mir.

„Was ist, was regt dich so auf?“, kam es ruhig, aber auch sehr interessiert von ihm.

„Ahhhhhrrrr… diese widerwärtige Kröte!“, stieß ich aufgebracht heraus. „Sie hat einen schwarzen Zauber auf ihre Unterlagen gelegt, sodass die sich zerstören, wenn sie aus dem Leben scheidet, scheiße!“, zischte ich aufgebracht und trat den Schreibtisch mit meinem Fuß, autsch!

„Was soll mich jetzt mehr erstaunen, dass du auf eine arme, tote Frau, die gewaltsam aus dem Leben geschieden ist, so schimpfst, oder dass du genau weißt, wo du zu suchen hast?“, entgegnete Harry erschreckend kalt, aber auch überlegt, dabei schob er mit seinem Zeigefinger den Bügel seiner Brille wieder auf sein Nasenbein, was sehr überlegen wirkte.

„Ach, hör schon auf. Ich bin nicht doof. Du weißt es oder du vermutest es, sonst hättest du mich nicht bei Dawlish unterbrochen und munter erzählt, ich wäre mit dir von der Wurzel gefangen genommen gewesen!“, keifte ich missgestimmt drauflos, aber ich war auch sauer, das war so ärgerlich, warum hatte sie diesen scheiß Zauber darauf legen müssen. Ich hätte so gerne all ihre Unterlagen gehabt, oder aber auch wenigstens nur das Wissen, was sie über Percy gehabt hatte, die Betonung lag auf der Vergangenheitsform, das war aber auch zu ärgerlich.

„Natürlich vermute ich es, bin ich doof? Aber wie es scheint bestätigst du es gerade eindrucksvoll!“, schrie er nun ungehalten und stemmte beide geballten Fäuste aggressiv an seinen Körper.

„Harry, was willst du hören? ... Am besten der Reihe nach, ich hab hier mal Unterlagen gefunden und wurde unterbrochen, hier war eine Akte über Percy Weasley drin, irgendetwas hatte sie gegen ihn in der Hand. Ich wollte wissen was… aber das hat sie selbst im Tode zu verhindern gewusst!“, ärgerte mich das gerade am meisten.

„Sag mir bitte nicht, dass du das getan hast, was ich vermute, bitte sag mir, dass du das nicht warst… Bitte! Hermione!“, flehte Harry jetzt sehr leise und musterte mich dabei scharf.

„Das kann ich nicht, Harry… das kann ich nicht!“, wich, wie aus einem Luftballon, die Luft aus meinen Lungen, meine Wut verpuffte und ich ließ den Kopf hängen und schüttelte ihn traurig, als ich vor Harry meine Schuld eingestand.

„Du hast sie wirklich…?“, echote er so leise, dass ich ihn kaum verstand, während ich ihn nicht anblickte.

„Ja!“, kam es zwar nicht laut, aber sehr fest von mir. Ich bedauerte es immer noch nicht und würde es jederzeit wieder tun, nur diesmal würde sie dabei vor Schmerzen schreien, das schwor ich mir.

„Oh Gott!“, hörte ich, wie er sich die Hand betroffen vor den Mund schlug.

„Nein, nichts oh Gott, Gott sei Dank! Sie wäre dir immer gefährlich gewesen!“, wandte ich ärgerlich ein, selbstgerecht, was sage ich! Das war immer meine Sorge gewesen, dass meine „Freunde“ selbstgerecht und überheblich urteilen würden.

„Aber… aber wir tun so was nicht… das ist nicht gut!“, als er dies so bewegt stotterte, blickte ich auf und sah ihn hart an, konnte sehen, wie er unruhig hin und her lief und sich seine Haare noch mehr verzwirbelte.

„Ach... aber das ist gut, man schnappt die Bösen und sie entwischen in der nächsten Minute wieder und schlachten alles ab, was ihnen im Weg steht? Wie viele Auroren starben gestern in Askaban? Wie viele, Harry?“, forderte ich beherrscht und kalt von ihm, hatte ihn dabei fest im Blick und er blieb abrupt stehen und hob mir seine Augen unsicher entgegen.

„17!“, schluckte er sichtbar schwer und würgte leicht.

„Siehst du und Jugson kann niemandem mehr was!“, erklärte ich ihm harsch, was ich vom Vorgehen des Ministeriums hielt.

„Der auch?“, gingen seine großen Augen noch weiter auf und er schüttelte ungläubig den Kopf.

„Vielleicht?“, meinte ich kleinlaut.

„Hermione, was passiert mit uns? Das ist nicht gut, das kannst du nicht getan haben, nicht meine Hermione!“, war er entsetzt und blankes Grauen glänzte in seinen grünen Seelenspiegeln.

„Harry, ich bin immer noch ich!“, bat ich nun inbrünstig, dabei ging ich langsam zu ihm, der mich mit großen, grünen, völlig geschockten Augen anstarrte wie eine Halluzination.

„Ja, das bist du wohl, ist das nicht entsetzlich!?“, rief er aufgebracht, zog mich aber gleichzeitig überraschend fest an sich, riss mich in eine bewegte Umarmung und umklammerte mich entschlossen. „Was machen die aus uns?“, wisperte er geschlagen in mein Haar und schluchzte unterdrückt auf.

„Warum?“, fragte er nach langem Schweigen, drückte sich dabei noch immer bedürftig an mich und ich erwiderte diese Umarmung.

„Sie wollte… und hat dich gefoltert, hat den Kuss des Dementors für dich in Kauf genommen… und höchstwahrscheinlich noch viel mehr, was hätte ich tun sollen?“, erklärte ich überzeugt davon, das Richtige getan zu haben und er vergrub aufseufzend sein Gesicht in meiner Halsbeuge. So standen wir im Raum, schweigend, bis Harry wieder etwas sagte:

„Ich kann das nicht gutheißen…“, hauchte er mir seinen heißen Atem an den Hals, da sein Haupt immer noch an meine Schulter gekuschelt lag.

„Das ist mir bewusst, das war´s dann wohl, oder?“, kam es bitter von mir, da sich hier all meine Zweifel gerade fulminant bestätigten.

Eine unendliche Welle der Traurigkeit schien mich zu überrollen und ich zog mich zurück, aber er ließ mich nicht und zog mich wieder fest zu sich.

„… Aber ich kann auch nicht sagen, dass ich der alten, bösartigen Kröte hinterherweine, … ich verstehe dich sogar und habe vor deiner Courage wahrlich Respekt. Ich habe ja nicht einmal im Angesicht von… von Sirius‘ Tod Rache an seiner Mörderin nehmen können! Die vor mir herlief, die ich hatte, ich bin ein Schlappschwanz…“, erwiderte Harry durchwegs bewegt, mit zittriger Stimme. Dass er Bellatrix nicht geschnappt hatte, ging ihm sehr nah, als er leise aufstöhnte, bevor er fortfuhr:

„… Ich bin ein Versager, sonst nichts, du hättest dir Lestrange gekauft, wenn du eher da gewesen wärst, du hättest es gekonnt, so wie du alle Zauber und Flüche kannst, die du willst. Du bist so stark und dir immer so sicher… wo ich immer so unsicher bin!“, bekannte er flüsternd und mit unendlicher Trauer in der Stimme und ich verharrte stumm und lauschte perplex.

„Und du weißt bestimmt schon sehr lange, dass es die Frage ist, was Gut und was Böse ist? ... Denn ob das Ministerium gut ist, bleibt abzuwarten? Genau wie auch die Frage, was Dumbledore ist, nicht wahr? ... Oder auch meine Eltern, war das gut, was James getan hat? Mit Sicherheit nicht und ich glaube, das Schlimmste ist, dass er es bis zu seinem Tod nie eingesehen hat, dass es das nicht war! Denn er wird geglaubt haben, dass alles was man Slytherins antut, gut ist! Das ist es aber nicht, die sind auch Menschen wie du und ich, mit Gefühlen…! Das sehe ich alleine an Daphne… sie… sie will das auch alles nicht, aber was sollen wir tun? So werden wir von der Gesellschaft getrieben und nun frage ich mich, war es gut, eine so böse Kröte zu beseitigen? Sie war noch nicht fertig mit uns in dem Wald, das wissen wir beide!“, kam es atemlos, regelrecht gehetzt von ihm als er mir sein Herz ausschüttete, dabei hielt er mich nun an den Schultern und sah mir fest ins Antlitz.

Ich war bewegt und schloss ergriffen die Augen, bevor ich ansetzte:

„Oh nein, Harry… daran ist nichts gut. Ich habe oft Angst böse zu sein, aber was bleibt einem übrig… wer hilft mir, uns? Und du hast recht mit deiner Frage Gut und Böse betreffend. Das Ministerium mit Fudge, das uns am liebsten nach Askaban bringen würde? Dumbledore, den ich immer nur sehe, wenn alles vorbei ist? Wer Harry? Was hätte ich tun sollen, denn sie hätte uns nicht gehen lassen, sie war fanatisch!“, rechtfertigte ich mich eindringlich.

„Ich weiß, was du meinst… wir sind allein, und es heißt leben oder sterben, ohne Rücksicht!“, bekannte er desillusioniert, so trat in Harrys grüne Iris ein so bestimmtes Aufblitzen, dass es mir glatt kalt den Rücken hinablief, was passierte mit diesem Jungen in den letzten Tagen?

„Ich muss… du entschuldigst, Hermione? Ich muss denken, ich muss über alles intensiv nachdenken, über alles! Aber eins sag ich dir, ich liebe dich! Immer! Egal, was du tust! ...“, meinte er so überzeugend ernst, so vollkommen ehrlich, dass mich eine Welle des Glücks fast überrollte, aber dann setzte das schlechte Gewissen umgehend ein, dass er immer noch nicht im Ansatz alles, wirklich alles wusste.

„Sag so was nicht, erst wenn du alles weißt!“, bat ich deshalb verzweifelt.

„Gut, aber das wird an meiner Einstellung nichts ändern! Du bist und bleibst meine Schwester und die werde ich immer lieben! ... Es bleibt alles, wie wir es besprochen haben, okay? Aber das alles… das schlägt mir gefährlich auf den Magen, es zu ahnen, es zu wissen, das sind zwei Paar Schuhe… ich muss…! Ich brauche Ruhe, um das alles zu verarbeiten! Die letzten Tage waren einfach zu viel für mich. Ich weiß, ich müsste mit dir jetzt alles besprechen, aber ich kann nicht! Mir geht zu viel im Kopf rum, Sirius…, Daphne…, du…, Fudge…, Dumbledore…, das wird alles zu viel…“, bekannte er und er hatte ja recht, das alles war ein bisschen viel auf einmal.

„Harry, geh in den Krankenflügel, informiere die anderen darüber, dass sie befragt werden und sie die Wahrheit sagen sollen, das lenkt dich ab, bis zu dem Tag an dem ich dich abhole, wirst du genug Zeit zum Denken haben!“, bot ich ihm an, danach umarmten wir uns noch einmal und ich trat zurück, gab ihm den Freiraum, um den er bat, er wirkte immer noch leicht durch den Wind.

„Ja, du hast recht, ich gehe dann mal, bis später!“, schenkte er mir ein verzagtes Lächeln, so holte er seinen geschrumpften Tarnumhang aus seinem Mantel und zog ihn über, ließ mich in diesem Katzenraum allein.

Ich rieb mir nach Harrys Abgang heftig über mein Gesicht und stöhnte leidend auf, er wusste es!

Aber über seine Reaktion sollte ich mich wohl eher freuen als traurig sein, ja, das schon. Aber zu wissen, dass Harry nun wusste, zum Teil wusste, was ich tat, machte mich nicht stolz, eher zeigte es mal wieder, zu was ich geworden war und ob ich darauf stolz war, stand auf einem ganz anderen Pergament!

Ich hätte nie damit gerechnet, dass Harry das so aufnehmen könnte. Gut, er war immer noch geschockt und ich denke, wenn er eine Nacht darüber schlief, auch abgestoßen, aber dass er so relativ ruhig geblieben war, verdankte ich wohl nur den weltbewegenden letzten Tagen, die Harrys Ansichten und Grundsätze alle vollkommen auf den Kopf gestellt zu haben schienen.

Aber ich wäre die letzte, die sich darüber beschweren würde, kam es mir doch zugute, meinen besten Freund nicht zu verlieren. Ich hielt mir mein Motto wieder vor Augen, nimm es, wie es kommt!

Ja, genau, jetzt reiß dich am Riemen, du musst hier raus… aber halt, ein bisschen stöbern hat noch niemandem geschadet und der Direktor schien mit dem Besuch der Auroren zu beschäftigt, also hatte ich Zeit und so drehte ich mich im Kreis und nahm das Zimmer in Augenschein.

Ich ging den Raum systematisch ab, so wie in Ritas Wohnung, aber es schien, als hätte sie alles Belastende mit diesem idiotischen Zauber belegt, entweder sie hatte dies ihren Erpressungsopfern versprochen oder aber sie wollte als Scheinheilige sterben, um dann um so toller betrauert zu werden, beides war ihr zuzutrauen. Aber nun gut, ich hatte die Aktenkopien von Fudge und Scrimgeour und ich wusste, dass Percy Dreck am Stecken hatte, war doch schon was… ich stockte in meinen Überlegungen, was war das?

Bei der rosafarbenen Récamière stand auf dem kleinen, runden Nebentischchen eine Schmuckdose, die nicht ganz geschlossen war und das Glitzern darin zog meine Aufmerksamkeit auf sich.

Ich schritt rasch darauf zu und schlug den silbernen Deckel ganz zurück, erblickte etwas im Inneren der mit pinkfarbenem Samt ausgelegten Schmuckkose. Mhmh… irgendwie kam mir das Medaillon, das ich sah, bekannt vor und als ich es an seiner feingliedrigen, silbernen Kette anhob um es genau zu betrachten, erkannte ich es sofort.

Aber wie hatte Umbridge es besitzen können? Ich wusste, dass ich das gute Stück in einer Vitrine des Salons im Stammbaumzimmer der Blacks gesehen hatte. Ich hatte noch gedacht, dass es gut in das Blackhaus passte, da hier viele Schlangenembleme angebracht waren. Ich hatte ja ab und an einige Zeit in diesem Salon verbracht, da mich der Stammbaum und die Verzweigungen der magischen Familien brennend interessiert hatten und so fiel mir auch die Vitrine ins Auge und ich hatte mit einem gequälten Seufzen mein Mitleid mit den schwarzmagischen Artefakten gehabt, die wohl Mollys Säuberungswahn zum Opfer fallen würden, mir unverständlich, aber zu diesem Zeitpunkt recht egal, dies hier waren Sirius‘ Besitztümer, nicht meine.

Der Edelstein, der im Licht der durch die Fenster hereinfallenden Sonnenstrahlen aufblitzte und der in einem warmen, goldenen und tiefen, satten, braunen Schimmer erstrahlte, könnte ein Citrin sein. Der Stein, der achteckig geschliffen und mit Weißgold eingefasst war, nahm einen aufgrund seiner durchscheinenden Schönheit gefangen.

In der Mitte war mit kleinen Smaragdsplittern eine sich windende Schlange dem Slytherinsymbol nachempfunden und dies war magisch eingelassen worden. Das Medaillon wäre zum Aufklappen gewesen, aber es ging nicht, wie ich nach einigen erfolglosen Versuchen feststellte und ich konnte fühlen, dass es nicht nur ein Schmuckstück war. Die Magie, die durch dies Kleinod hindurchflutete, war mit den Händen zu greifen.

Man erkannte, dass es uralt war, da die feinen Verzierungen im Weißgold einer vergangen Zeit angehörten und auch das Zeichen war eindeutig dasselbe, das Slytherin für sein Wappen verwendet hatte. Ich war mir sicher, dass ich das Medaillon vom Grimmauld Place in Händen hielt, das einzige was ich mir vorstellen konnte und dabei knabberte ich auf meiner Lippe herum, war, dass es Flügel bekommen hatte. Der einzige, der für so etwas vorstellbar war, war Dung, und mit dieser Erkenntnis würde heute noch ein Brief auf den Weg gehen, das nahm ich mir vor und ließ die Kette in meine Tasche gleiten, das würde ich mitnehmen.

Mein Blick glitt wieder zu den miauenden Katzentellern, also die hätten zu Asche zerbröseln können, dachte ich echt giftig und verließ das Büro und das Klassenzimmer, schade, es hätte so schön laufen können!

Sollte ich mich auch auf den Weg zur Krankenstation machen?

Ich wusste nicht, ob ich Harry nach seiner Erkenntnis und Einsicht, was ich tat und wer ich war, wirklich jetzt schon wieder unter die Augen treten wollte. Aber wo sollte ich hin?

Und so entschied ich mich, als erstes die Briefe zu schreiben und dann Orange damit zu beauftragen, diese zu transportieren.

Ich musste Harry den Freiraum geben, den er brauchte und ich hatte ihn absichtlich zu unseren Freunden geschickt, da ich wollte, dass er deren Wärme, Nähe und Freundschaft fühlte und spürte und er sah, dass es auch noch adäquate Alternativen zu mir gab.

Ich wollte mich ihm nicht aufdrängen, unter keinen Umständen, denn sind wir ehrlich, ich bin nicht nett, wenn man sich für mich entschied, entschied man sich nicht zwangsläufig für die liebe, gute und nette Seite, es war gefährlich und meist nicht schön, die Twins wussten, auf was sie sich einließen, die Schlangen eh, aber Harry?

Harry wusste es wohl auch, wie ich mir auf meinem langsamen, gedankenversunkenen Weg zum Turm eingestand. Ja, Harry war nicht mehr der kleine, dumme Junge. Nein, Harry war wohl unter meinen Augen in der letzten Zeit zum Mann gereift und auch ich musste mich daran erst gewöhnen und ihn als gleichwertigen Partner ansehen, so wie Draco, … na vielleicht noch nicht ganz aber auf dem Weg dahin, ja auf dem Weg dahin war er.

Denn wie Draco war auch Harry durchaus eine Person, die führen konnte, anders als Draco wollte und forderte er es nicht so vehement wie dieser ein, aber die Leute folgten Harry durchaus.

Wo sie dies bei Draco taten, da er Macht, Stärke und Grausamkeit zeigte und sie in seinem Schatten Schutz und Erfolg suchten, folgten die Menschen Harry, da dieser augenscheinlich auch Macht hatte und zeigte, aber auch Mitgefühl und Opferbereitschaft, in Harrys Schatten suchte man auch Schutz, aber man fand auch Geborgenheit.

Und so musste ich Harry Zeit und Raum geben, damit er die Entscheidungen bewusst traf, die sein Leben bestimmen würden und er musste noch Kraft tanken, für meine nächsten Offenbarungen, dass man mich nicht ohne die Familie Malfoy bekam, das würde was werden, dachte ich ironisch.

Ich tat mir leid und auch Harry tat mir leid. Ich hatte ihn nie vor so eine Wahl stellen wollen und trat tief seufzend und stöhnend durch unser Portrait.

Ich lief schnell hoch und holte mir Pergament und Tinte, dann fiel mir noch ein, dass ich das Medaillon in meinem Schrankkoffer sicher verstauen sollte. Ich war mir sicher, dass es sehr wertvoll war, als ich es noch einmal gedankenverloren betrachtete, da es nur aus edelsten Materialien gefertigt worden war. Ich legte es in meine Schmuckschatulle, die ich mit einigen nicht so freundlichen Zaubern geschützt hatte und als ich mich erhob um den Schlafsaal zu verlassen, fühlte ich mich wieder viel leichter und nicht mehr so schwermütig?

Was komisch war, wie ich mir eingestand! Ob die Magie des Medaillons was damit zu tun hatte, fragte ich mich sorgend.

Nun, ich würde es mir merken aber so schnell würde ich das Geheimnis wohl nicht lüften und so rannte ich in den Gemeinschaftsraum und setzte mich an einen der Tische. Anders als die Slytherins, die eigene Schreibtische in ihren Zimmern hatten, mussten wir mit den Tischen im Gemeinschaftsraum vorlieb nehmen, war das nicht diskriminierend?

Immer mehr schwatzende Gryffindors kamen herein und warfen mir zweifelnde Blicke zu und ich tat mir leid, hatten diese neugierigen Kinder keine eigene Lebensgeschichte, dass sie meine so zu fesseln schien?

Ich schrieb zuerst den Brief mit der Bitte an die Twins, sich Dung auf die liebevollste Weise zu kaufen und ihn zu fragen, ob er das Schlangenamulett aus dem Stammbaumzimmer am Grimmauld Place gestohlen hatte und formulierte dieses als sehr eilige Bitte. Mal sehen, wie schnell sie die Information besorgten und lieferten, ich war gespannt.

Und an Rita hatte ich einen ellenlangen, ausführlichen Bericht geliefert über den Kampf im Ministerium, über unsere Angreifer und über den Kampf Dumbledores gegen den Lord.

Umbridges Tod und die Umstände, die dazu führten, dass wir in den Wald gingen und die jetzige Untersuchung zu ihrem Tod, in dessen Mittelpunkt Harry gestanden hatte, mich nahm ich mal dezent zurück, beschrieb ich aber auch flüchtig. Ich war schließlich für die breite Masse der Öffentlichkeit ein Nichts und das war auch gut so und so versiegelte ich auch diesen Brief und lehnte mich mit einem genüsslichen Lächeln zurück.

Ich sah schon die morgigen Schlagzeilen vor mir!

Ich erhob mich und blinzelte perplex, als ich bemerkte, dass mich der ganze, volle Raum sehr gespannt ansah und ich erwiderte ihr aufmüpfiges Starren und ging nicht eingeschüchtert sondern selbstsicher, aufgrund dieser so offen zur Schau getragenen Neugier, Richtung Ausgang, als mich Lavender wacker ansprach und sich mir in den Weg stellte.

„Du, Hermione, sag mal, was ist hier in letzter Zeit eigentlich los?“, war sie ätzend neugierig, aber auch schrecklich mutig.

„Was meinst du?“, fragte ich unbeteiligt.

„Das alles, diese Ministeriumssache und nun das... dass da Auroren kommen?“, versuchte sie es weiter und offenbarte eine leicht verbissene Miene.

„Tja, da darfst du mich nicht fragen, frag Fudge!“, zuckte ich die Schultern.

„Ach und was war das gestern mit Dumbledore? Wir sollten froh sein, dass er wieder da ist!“, verteidigte sie unseren ach so hochgelobten Direktor hitzig.

„Sag ich was? Er ist besser als Umbridge!“, erklärte ich dann überzeugt, denn besser als die Kröte war er allemal.

„Nicht, nicht! Sag nicht so respektlos den Namen einer gerade Verstorbenen!“, echauffierte sie sich furchtsam, was für eine verlogene Person sie doch war.

„Was, warum? Was soll die Kröte mir noch tun? Im schlimmsten Fall würde sie mir wohl als Geist begegnen, aber wie es aussieht hat sie es vorgezogen, die Erde auf immer zu verlassen!“, dankte ich der Göttin sehr.

„Ahah, du bist pietätlos, Hermione, so kenn ich dich gar nicht!“, zeterte sie weiter, wirklich erst jeden Tag lästern und schimpfen und nun so tun, als sei sie ein netter Mensch gewesen, wirklich dumm.

„Ist ja gut, du entschuldigst mich?“ Ich hatte wirklich keine Lust, auf so dämliche, zeitverschwendende Gespräche.

„Nein, warte, was sollte das also, dass du Dumbledore so lächerlich gemacht hast?“ Die ließ wohl nicht locker, verdrehte ich leicht genervt die Augen.

„Kein Kommentar, dazu kann ich nichts sagen, sorry!“, erwiderte ich kalt.

An mir würdest du dir die Zähne ausbeißen, Mädchen, dir sag ich doch nichts, wenn sogar die Auroren nichts aus mir herausbekamen, würdest du es erst recht nicht schaffen, dachte ich höhnisch.

„Ach, weil du, wie du sagst, so viel weißt, machst du dich nicht ein bisschen sehr wichtig? Das bekommt unserem Ansehen nicht!“, erklärte sie grob, oh, jetzt schob sie also das Ansehen unseres Hauses vor. Lächerlich, entwischte mir ein abfälliger Laut.

„Mhm, das wird wohl so sein!“, ließ ich sie glauben was sie wollte, sie als auch die Löwen eiskalt stehen, den Turm hinter mir und eilte zur Eulerei.

Was für eine bescheuerte Zicke, was Ron nur an ihr fand… ich hetzte zum Westturm, in dem sich die Eulerei befand und betrat das runde, steinerne Gebäude mit den unzähligen, glaslosen Fenstern, damit die Eulen jederzeit jagen konnten. Ich schaute mich nach Orange um, als sie mich auch schon mit ihren einzigartigen Augen erspähte und sich in die Lüfte erhob um auf einer der hölzernen Balken vor mir zu landen, mir ihren kleinen Fuß auffordernd hinzustrecken und ich band beide Briefe an.

„Hallo, Orange, der erste Brief geht zum Käfer, aber nur zu ihr, verstanden? Danach fliegst du zu den Twins ins Cottage, dort wartest du bist sie abends kommen und dann bleib bei ihnen. Ich werde im Laufe der Ferien auch ins Cottage kommen, verstanden, Süße?“, fragte ich sie und sie biss mir zärtlich in den Finger, erhob sich elegant, aber geschäftig und flatterte durch eines der Fenster ins Freie, sie wurde schnell im schwindenden Licht der Abenddämmerung kleiner.

Auf dem Rückweg ging ich langsamer und ließ Hogwarts noch einmal auf mich wirken, denn jetzt würde ich fast drei Monate dieses so schöne Schloss nicht mehr sehen, als mich eine große Gestalt aus meinen Gedanken riss und ich Hagrid auf das Portal zu stampfen sah und nun meinerseits auf ihn zu hielt.

„Hagrid, du bist wieder da? Wie das? Da wird sich Harry freuen!“, strahlte ich zu dem Halbriesen hinauf und war froh, ihn heil zu sehen und auch er strahlte richtig und dabei erkannte ich, dass er nicht mehr so verprügelt aussah wie zuletzt. „Wo hast du dich versteckt?“

Hagrid strahlte mich mit seinem bärtigen Gesicht breit an und legte sich gespielt verschwiegen den Finger an den Mund und flüsterte nun:

„Aber nur für euch, ich hab mich in der Berghöhle versteckt, in der auch Sirius damals war!“

„Da… gut gemacht, Hagrid!“, lobte ich.

„Danke, aber nun, da Professor Dumbledore wieder da ist, ist alles wieder beim Alten!“, brummte er zufrieden.

„Aber sag, Hagrid, was ist mit Grawp? Die Zentauren hatten mit ihm eine Auseinandersetzung!“, wollte ich wissen und hielt laufend neben ihm Schritt.

„Oh, ja, ich weiß, aber die haben sich beide wieder beruhigt und vertragen sich! Denn seitdem ich weg war und nun wieder hier bin, ist Grawp sehr umgänglich geworden, da er sich freut, dass ich wieder da bin!“ Diese Sichtweise mochte ich bezweifeln, aber wenn Hagrid das glücklich machte, bitte, ich würde ihm nicht im Wege stehen, schließlich hatte uns Grawp vor den wütenden Pferdchen gerettet.

„Kommst du mit in die Halle zum Abendessen, Hermione?“, fragte er da auch schon und ich nickte, seit dem Frühstück würde ich zum ersten Mal wieder etwas Essbares bekommen. Ich fragte mich wirklich, wo der Tag geblieben war.

Wir traten zusammen durch die Flügeltüren und da dies Hagrids erstes Auftauchen nach seiner spektakulären Flucht vor Umbridge und den Auroren war, war ich mal wieder gar nicht im Mittelpunkt des Interesses. Innerlich verzog ich das Gesicht als würde ich auf einer Zitrone kauen, Mann, wenn das so weiterginge würde ich alle Mahlzeiten ausfallen lassen müssen, aber Hagrid schien mein Beistand gut zu tun, da er wohl wusste, dass seine Flucht sehr wohl die Runde gemacht hatte.

Als ich wahrnahm, dass unsere Freunde entlassen worden waren und eng belagert von den Löwen ausgequetscht wurden, dasselbe schien der sonst eher im Abseits stehenden Luna am Tisch der Raben zu passieren, registrierte ich auch auf die Entfernung Harrys genervten Blick, der unter seinen ihm ins Gesicht fallenden Strähnen hervorfunkelte. Er sah sehr enerviert aus.

Aber als er aufsah und uns beide erblickte, trat Freude in den so schlecht gelaunten Blick.

Er erhob sich, nachdem er Ron auf Hagrid aufmerksam gemacht hatte und kam auf uns zu, um den Halbriesen erleichtert zu begrüßen.

„Hagrid, wie schön, dich zu sehen!“, meinte da auch schon Harry fröhlich.

„Ebenso, ebenso und danke, dass ihr euch gekümmert habt!“, kam es von diesem leutselig und doppeldeutig, wegen Grawp. So ging er nun winkend weiter auf das Podest zu und ließ einen dümmlich dreinsehenden Harry stehen, der die Aussage nicht so verstand und ich flüsterte schnell:

„Er ist anscheinend umgänglicher, seit der Zentauren und wegen der Freude, dass Hagrid wieder da ist!“, erklärte ich ihm die kryptische Aussage, aber Harry blinzelte mich immer noch zweifelnd an und ich zuckte die Schultern.

„Ron, wie schön, dass ihr wirklich alle draußen seid, wie geht es dir?“ Als wir uns setzten, zog mich dieser in eine ehrliche Umarmung, was mal wieder den wenigsten gefiel, allen voran Lav.

„Danke, recht gut, den anderen auch, du siehst, wie Ginny von Dean und ihren Klassenkameraden vereinnahmt wird und Neville konnte sich vor Seamus, Lavender und Parvati nicht retten, aber denen geht es allen wieder sehr gut, nur Neville hinkt noch ein bisschen wegen seiner Nerven, aber das wird, meinte Pomfrey!“, zählte er geschäftig auf und ich nickte.

„Und dir?“, fragte ich besorgt nach.

„Mhm besser, aber das da wird bleiben!“, zog er die Ärmel seines Shirts weg, er sah traurig auf seine Arme, da auch er ab nun ein für immer Gezeichneter wäre und offenbarte lange, noch gerötete Narben, wo sich die Tentakel in seine Haut fest eingeschnitten hatten und es sah wirklich nicht schön aus, aber er konnte froh sein… der eine Death Eater, der sie auf den Kopf bekommen und dem niemand geholfen hatte, der würde ganz anders aussehen, das sagte ich ihm auch.

„Weiß du, Hermione, manchmal kann dein Verständnis für Humor echt grausam sein!“, bescheinigte mir da Ron lustlos, da ich gemeint hatte, er sollte sich freuen, während er seine Arme wieder unter dem Stoff versteckte.

Harry, der wenig sprach und die ganze Zeit nur hierhin und dorthin blickte, kicherte bei dieser Feststellung und ich war versucht, ihn böse anzufunkeln.

„Wie waren eigentlich die Befragungen?“, fragte ich, da sich aber Ron gerade auf weniger vornehme Art und Weise Kartoffelpüree mit einem Löffel in den Mund schaufelte, antwortete mir Harry.

„Nun, alles war in Ordnung, unsere Freunde haben ihre Aussagen gemacht und die Wahrheit gesagt über Umbridges Drohung und ihr Geständnis die Dementoren betreffend, das war´s. Danach ist Dawlish mit wehendem Mantel abgezogen und sah echt wütend drein und Tonks hat uns allen ein fröhliches Zwinkern geschenkt und mehr nicht. Was die Slytherins gesagt haben, weiß ich leider nicht, aber sieh sie dir an, die sitzen da wie immer!“, erklärte Harry und nickte zu ihnen und sein Blick streifte eine ganz bestimmte Person, als meine Münze zu glühen begann und ich sofort meinen Blick zu Draco wandern ließ, dieser hob nur die Augenbraue leicht und ich stand fast sofort auf.

„Ihr entschuldigt mich, wir sehen uns gleich im Turm, ich müsste kurz wo hin!“, bat ich und beide nickten, so ließ ich die Halle hinter mir und huschte in die Nische in den Kerkern, die Draco und ich meist nutzten, und wartete.

Ich lehnte an der kühlen Kerkerwand und spürte, wie ich durch die Kälte der Wand in meinem dünnen Kleid zu frieren begann und bevor ich einen Wärmezauber sprechen konnte, hörte ich Schritte auf dem Boden klackern und dann bemerkte ich, wie das Licht von einem großen Mann verdeckt wurde.

„Draco!“, hauchte ich erfreut und schon war er bei mir und drückte mich noch mehr an die Wand.

„Hey, mein Mudblood!“, küsste er gierig meine Lippen und löste sich unwillig, presste aber seinen Körper noch immer gegen meinen.

„Wie war euer Verhör?“, fragte ich heiser, verschränkte die Arme in seinem Nacken und spielte mit den Spitzen seiner Haare.

„Gut, wir haben die Wahrheit gesagt, das was wir im Büro mitbekommen haben, das war doch das, was du wolltest, die Wahrheit?“, hakte er noch mal interessiert nach.

„Ja, genau, wunderbar und was hat der Auror gemacht?“, war ich sehr neugierig.

„Och, der konnte es gar nicht glauben und hat uns gefragt, ob wir wüssten, dass wir damit Gryffindors helfen! Und ich habe für uns geantwortet, dass er doch vorher die Wahrheit gefordert hätte und die habe er nun bekommen und dass wir nicht lügen!“ Jetzt kicherte er sehr böse „Das Gesicht von diesem Dawlish hättest du sehen sollen. Er ist Rot angelaufen, wie ein Heuler und hat schwer luftgeholt, der konnte kaum noch an sich halten. Dass Umbridge dies alles getan hat, was sie ja auch hat, schien ihn echt zu schockieren, auch die beiden anderen Tröten haben sich kaum eingekriegt, alles Dilettanten, wenn ich ihr Chef wäre, hätte ich sie schon längst gefeuert!“, kam es verachtend von ihm.

„Ja, Idioten… nur… Harry weiß es, Draco!“, lenkte ich auf das Thema, was mich nicht ruhen ließ.

„Was weiß er denn?“, wollte er explizit erfahren.

„Dass ich Umbridge das Licht ausgepustet habe…!“, erklärte ich knapp.

„Echt…? Das ist… nicht gut!“, echote er ungläubig und strich mir beruhigend die Wange entlang.

„Er… er hat mich schockiert. Er hat mir ein Alibi gegeben. Er hat absichtlich gelogen, Draco! Er hat es geahnt und gelogen. Er ist mir über den Mund gefahren und meinte, wir beide wären von einer Wurzel festgehalten worden!“, beschrieb ich ihm die schockierenden Ereignisse rasant.

„Hut ab, hätte ich dem so scheinheiligen Löwen gar nicht zugetraut, aber höchstwahrscheinlich hat er es nur für dich getan, dafür verdient er meine Achtung, dass er zu dir hält, es muss ihn sehr schockiert haben, was du tust, mein eiskalter Liebling!“, musterte er mich mit Stolz im Blick.

„Ja, ich war auch erstaunt und er ist relativ beherrscht geblieben, als ich ihm seine Vermutung bestätigte… ich hatte… ich habe Angst, ihn dadurch zu verlieren!“, gestand ich leise ein, dabei leckte ich mir über die trockenen Lippen.

„Wenn er so ein Volltrottel ist, dich aufzugeben, hat er es nicht anders verdient, aber ich kann dir versichern, dass das nicht passieren wird, der Trottel liebt dich, so schwer es mir fällt das zuzugeben, aber als du mit dem verblödeten Riesen durch die Tür kamst leuchtete sein Gesicht auf und glaub mir, so sieht er nur dich oder Daphne an, er ist nicht gut im Masken tragen, das glaube mir!“, teilte er mir seine wieder überaus treffenden Beobachtungen mit und ließ mich hoffen.

„Und du bist der Meister darin, hinter diese zu blicken!“, neckte ich ihn etwas.

„Ich sage doch, du bist so lernfähig und so schlau!“, grinste er nun sehr verschlagen.

„Ich glaube, es wird sehr spannend, wenn ich Harry aus seinem Gefängnis hole!“, bekannte ich leise.

„Ich hoffe, wenn er mich sieht, trifft ihn der Schlag!“, kam es böse von Draco und ich sah im schwachen Schein der Nische seine weißen Zähne aufblitzen.

Als er sich aufstöhnend an mich drängte und ich seine Erregung nur zu gut an meinem Bauch fühlen konnte, entwischte mir ein verruchtes Lächeln.

„Hattest du Angst, oder warst du beunruhigt wegen der Befragung?“, wollte ich wissen, denn so wie er sich gab erlebte ich ihn selten.

„Ich mache mir ständig Sorgen um dich! Zeige mir einen Schüler, der es in den letzten 50 Jahren geschafft hat, in seiner Schulzeit von Auroren verhört zu werden?“, wo er recht hatte und so presste ich meine Lippen hungrig auf seine und zog ihn nah zu mir, stöhnte wohlig in den fordernden Kuss als ich wieder Schritte hörte und Draco erstarrte, so verharrten wir, bis der oder die ihren Weg fortsetzte und uns nicht behelligte.

„Wo war ich stehen geblieben, Mudblood?“, sah er wollüstig zu mir und ich lachte ihn an, als auch schon seine Hände meine durch die Kälte und seine Künste steil aufgerichteten Nippel bedrängten.

„Ich glaube, du wolltest mich vernaschen, nur haben wir da ein Problem, ich kann nicht, mein Pureblood, keine Zeit und so sage ich bis morgen im Zug!“, gab ich dem überrumpelten Draco einen dicken Schmatz auf den Mund.
Ich hatte ihn total überfahren und schlängelte mich einer Schlange gleich durch seine Arme, rannte zu dem Geheimgang und drehte mich noch einmal um, dabei durfte ich erleben, wie er nun im Gang stand und ein erschreckendes Grinsen zeigte, das mir zu verstehen gab, dass ich das wohl noch bereuen würde, ihn so … ja, mit der eindeutig sichtbaren Beule in der Hose stehen gelassen zu haben.

Aber ich schenkte ihm nur ein übermütiges Kichern, verschwand hinter dem Teppich und lief in den Turm, aber man sollte es einem Malfoy nie zu einfach machen.
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Kapitel 94-95
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