When Hermione Fights
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 Kapitel 501-502

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queenie
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BeitragThema: Kapitel 501-502   Kapitel 501-502 EmptyDi März 10, 2015 7:51 pm

501. Kapitel Wiedervereinigung

Dracos Sicht

Wir gingen durch den vollen Gemeinschaftsraum, indem sich die Slytherins scharrten, doch niemand wagte es, uns auch nur im Ansatz aufzuhalten. Sie lief mit absoluter Grazie vor mir her und ich starrte auf ihre wiegenden Hüften und ärgerte mich, dass ich nichts wusste.

Nicht wo sie gewesen war und nicht was sie getrieben hatte!

Irgendetwas machte ich falsch und das schürte meinen Ärger. Als sie durch meine Tür trat, war ich schnell, denn noch bevor die Tür hinter mir zuschlug, hatte ich sie an ihrem Handgelenk gepackt und bestimmt zu mir herumgewirbelt.

„Draco“, meinte sie nicht sichtbar überrascht, bevor meine Lippen auch schon auf die ihren krachten. Mit einer herrischen Geste hielt ich ihr Kinn gefangen, küsste sie fordernd, mit Emotionen und legte mein Frustration hinein. Deswegen begann sie, gegen meine ungnädigen Lippen zu wimmern.

„Dra… Draco“, versuchte sie sich von mir zu lösen, doch ich schaffte es, sie weiter an mich zu ziehen und erstickte ihren Protest rigoros.

Wobei ihre Hände nicht nutzlos auf meinen Schultern lagen, denn sofort zog sie an meinen Haaren, kratzte über meinen Nacken, versuchte mich wegzustoßen, aber ich biss kurzerhand in ihre Unterlippe, so fest, dass sie aufschrie.

„Ahhh“, kurz löste ich mich von ihr. „Was fällt dir ein?“, fauchte sie los.

Meine Augen waren dunkel vor Gefühlen. Alle Gefühle von mir tobten in dem eisigen Grau, wobei es in ihren Braunen ganz plötzlich nicht anders zuging. Ihre Unterlippe schwoll an und sie leckte sich über die malträtierte Lippe.

„Ich brauche dich“, raunte ich und riss mir mein Hemd mehr oder weniger mit einem Ruck vom Leib und während sie mich noch überrumpelt ansah, zog ich sie mit Schwung zu mir.

Ihre Brust war somit gegen meinen nackten Oberkörper gepresst, bebte unter jedem gehetzten Atemzug und so schlang ich eine Hand grob um ihren Nacken und sah sie fast verächtlich an.

„Du warst zu lange weg“, informierte ich sie rau. „Ich mag es nicht, nichts zu wissen.“

„Fick dich…“, raunte sie mir in ihrer unnachahmlichen Art entgegen und ich quittierte es mit einem bösen Lächeln, denn ich würde sie nehmen und eben das tun. „Nein, dich“, informierte ich seidig.

„Wenn du…“, begann sie, aber ich unterbrach sie eilig, küsste sie erneut inbrünstig und ihre Worte verstummten unter meinen gierig küssenden Lippen.

Effektiv lag meine Hand immer noch um ihren Nacken geschlungen, zwang sie stillzuhalten und sie zog und zerrte durchaus gleichwertig an meinen Schultern. Mit der anderen Hand riss ich an ihrem Rock, löste ihn und sie zuckte und protestierte unter jedem Reißen gegen meine Lippen.

Ganz plötzlich lag meine Hand auf ihrer bloßen Hüfte, Haut an Haut. Meine Augen hatten sich wie von selbst geschlossen, während ich ihre Hände nun zwang, auf meinem Oberkörper zu liegen. Ich drängte sie rückwärts, stieß mit ihr gegen den Schreibtisch, sodass ihr bei dem Aufprall die Luft wegblieb.

Jetzt wollte sie weg von mir, aber ich ließ sie nicht. Meine Augen waren immer noch geschlossen und mein Mund verließ ihre Lippen, küsste ihre Wange, die Linie ihres Kiefers, ihren Hals heißhungrig, während sie leise aufstöhnte.

Ich schlug die Augen auf und erkannte den Hunger in ihrem Blick, der meinem nicht nachstand. Mit einer kraftvollen Bewegung fiel ihr Rock endgültig von ihren Hüften, so dass sie nur noch die zu brave Bluse trug, ihr Höschen, die Strümpfe und die flachen Schulschuhe. Die Sprache war uns abhanden gekommen, denn gerade leckte sie sich wieder über die dicke Lippe, dabei huschte ihr Blick über meinen entblößten Oberkörper. Ich wusste, er war muskulös, sehnig und kraftvoll. Aus den Augenwinkeln bemerkte ich, wie sie die Beule in meiner dunklen Anzugshose begutachtete.

Meine Hände griffen plötzlich fast erschreckend sanft nach ihrem Gesicht, hielten es fest, während ich langsam den Kopf senkte. Meine Zunge glitt wieder zwischen ihre Lippen, so dass all unsere überflüssigen Gedanken abrupt abbrachen. Der Abstand zwischen ihr und mir wurde immer enger, bis er gänzlich verschwand. Ich vernahm, wie ihr Herz hämmerte und das Blut rauschte auch in meinen Ohren. Schließlich schlang ich den Arm um sie und hob sie abrupt mit großer Leichtigkeit hoch. Ich trug sie weg vom Schreibtisch, weiter zum Bett. Danach löste ich mich kurz von ihren Lippen.

Ihre Finger hatten sich in meinem Nacken versteift, denn sie hatte sich festhalten müssen. Nun ließ ich sie entgleiten, bis sie inmitten meines Bettes lag, während sie unter ihren dichten Wimpern zu mir auf sah. Merlin nochmal, es war noch immer da, dieses seltsame Gefühl, diese seltsame Elektrizität, die von ihr weiterhin ausging und es verging diese eine bedeutungsschwere Sekunde. Ich stand vor ihr, die Arme hingen an meinen Seiten hinab, während ich sie beobachtete, wir beide wussten, gleich würde der Moment vorbei sein.

So kam auch fast sofort Bewegung in mich und ich kletterte auf die Matratze, schob ihre Beine ungeduldig zur Seite und platzierte mich zwischen ihren Schenkeln.

Ihre laszive Präsenz erschlug mich fast. Ihre unverhohlene Sexualität, aber vor allem ihr einladender Blick. Soeben musste sie sichtbar schlucken. Ich schloss den Abstand so heftig, dass mein Mund praktisch auf ihre Lippen krachte. Der stöhnende Ton, der ihr dabei entwich, ließ mich förmlich explodieren. Meine Zunge drang ungestüm zwischen ihre Lippen und sie keuchte wieder auf. Ich fuhr mit der Zunge an ihrer entlang und spürte die Hitze augenblicklich, sowie das angenehme Prickeln.

Ich war gefangen von ihrer Nähe, denn ich hatte sie vermisst, die Weichheit ihres Körpers. Als ich das leise Geräusch hörte, was ihrem Mund entwich, war es ein fast unhörbares Stöhnen und es schickte tausend Schauer meine Wirbelsäule hinab.

Mit einem mehr als zornigen und ungeduldigen Knurren zerriss ich ihr störendes Höschen. Sie bog den Kopf zurück, genießend, dass das jetzt passierte!

Ich kämpfte mit meiner Hose, um sie endlich gänzlich zu öffnen. Ich entfernte genervt das lästige Kleidungsstück, dennoch ließ ich nie von ihrem Mund ab und erkundete sie mit meiner Zunge. Ihre Finger krallten sich in meine Schultern, als ich mich nach einer gefühlten Ewigkeit vor ihr positionierte. Ihre Augen flogen auf.

Sie war so unglaublich feucht, dass es schamlos war! Endlich! Es war zu lange her, dass ich sie so vor mir gehabt hatte, zumindest kam es mir so vor.

„Draco“, entfuhr es ihr heiser, doch ich sah sie nicht an, hörte nicht auf, da mich die Ungeduld ergriff, so fasste ich unter ihren Po, um sie anzuheben.

Erst jetzt sah ich hoch und blickte ihr in die Augen. Ich schien ihr bedeuteten zu wollen, zu sprechen, oder was auch immer sie sagen wollte, zu sagen.

Im Nachhinein wusste ich nicht, warum, aber sie sagte kein einziges Wort. Doch der Moment war zu süß, dass ich mich nicht mehr beherrschen wollte, noch konnte. Meine Brust hob sich schneller, als ich mit einem entschlossenen Stoß nach vorne drang, während ich ihre Lippen mit meinen verschloss. Ich glitt wunderbar erfüllt in sie und sie keuchte in meinen Mund, da ich mich nur mit einem einzigen Stoß versenkte.

Hermione klammerte sich praktisch an mich und ich bewegte mich getrieben von Glückseligkeit. Immer wieder entfernte ich mich, nur um wieder in sie zu stoßen. Ich küsste ihre Schulter, ihr Schlüsselbein, während ich mit einem rauen Stöhnen wieder und wieder in sie eindrang.

„Fuck…“, entfuhr es mir fast genüsslich. „Fuck, zu gut!“, keuchte ich, woraufhin sie in meine vollen Haare griff und sie recht grob mein Gesicht nach zu sich zerrte um nun mich fordernd zu küssen.

Ich erwiderte den Kuss sofort und sie zuckte zusammen, als meine Hand zielstrebig zwischen unsere Körper glitt und ich wusste sofort, dass ich diesen einen Punkt zwischen ihren Beinen gefunden hatte, der sie sehr glücklich machen würde.

Meine Hand presste sich gegen ihren empfindlichen Punkt und schon rollte ihr erster Orgasmus in Wellen durch ihren Körper und schüttelte sie. Ich versenkte mich so tief in ihr, dass ich glaubte, sie würde zerbrechen. Als ich nicht mehr konnte und zitternd mit einem tiefen Grollen in ihr kam, fühlte ich eine Erlösung, die mich süchtig machen konnte. Ich war so ausgepowert, dass ich fast nichts mehr wahrnahm. Doch gleichzeitig schlang ich meine Arme um ihren Körper und meine Lippen küssten sie fast sanft. Hingebungsvoll küsste ich ihr Gesicht, ihren Hals, bis mein Kopf schwer atmend auf ihrer Schulter zum Ruhen kam.

Ich war immer noch in ihr, sie roch sogar nun nach mir. Mein Duft war überall an ihr. Sie hielt mich ebenfalls noch immer fest, aber dann verging dieser Moment und die Zeit ging weiter und ich hob ermattet und befriedigt den Blick.

„Ich…“, begann ich heiser, aber sie schüttelte fast ängstlich den Kopf.

„Nein… nicht, nicht jetzt!“, unterbrach sie mich gefasst, aber auch entschieden.

Anscheinend wollte sie jetzt nichts von mir hören und das konnte ich verstehen.

„Gut, gut, dann schlaf gut“, murmelte ich leise und deckte uns gekonnt zu, nachdem ich mich von ihr gerollt hatte.

Das hatte gut getan, keine Vorwürfe, oder sonstige Streitigkeiten, einfach nur, dass wir uns in den Armen hielten und eine entspannte, aber vor allem vertraute Nacht verbrachten.

Draco Sicht Ende

Hermiones Sicht

Am nächsten Tag musterte er mich an meinem Schreibtisch sitzend, während ich mir meine Socken überzog. Ich warf ihm immer wieder taxierende Blicke zu. Nachdem mich sein überfallartiger Akt gestern mehr als überrascht hatte, wartete ich regelrecht mit Spannung auf das folgende Gespräch.

Doch zu meiner Überraschung stand er plötzlich auf und trat mit einem großen Päckchen auf mich zu. Wo hatte er das jetzt hergezaubert?

„Was ist das?“, fragte ich fast furchtsam. „Happy Birthday, mein Liebling“, hauchte Draco an meinem Ohr und ich zuckte zusammen „Auch wenn´s nachträglich ist“, meinte er lieblich und hielt mir die riesige, in buntes Geschenkpapier verpackte Schachtel hin.

„Nein“, hauchte ich getroffen, erst Severus, nun Draco. Warum konnten sie es nicht einfach gut sein lassen?

„Sag nicht, dass du es vergessen hast“, wollte er sofort ungläubig erfahren und ich zuckte mit den Schultern, denn ich wollte es vergessen, aber Draco machte mir das gerade unmöglich.

„Ich hatte gehofft, du hast es vergessen“, seufzte ich tief, als er dastand und mich musternd ansah. Er konnte augenscheinlich nicht nachvollziehen, warum ich nichts wollte.

„Warum das denn?“, bestätigte seine Frage meine Vermutung, dass er mich hier nicht verstand.

„Mir ist nicht nach feiern“, entgegnete ich recht dumpf und während ich auspackte, verschlug es mir die Sprache.

Somit saß ich nun hier, nach Dracos fabulöser Leistung, mir den Start in den Morgen zu versalzen, und starrte bitterböse in meinen sehnsüchtig herbeigesehnten Kaffee und versuchte, alles zu verdrängen.

Warum musste mir Draco ein derartiges Präsent reichen? Ja gut, er würde damit Lucius ärgern, aber mich ärgerte es auch!

Verdammt, ich war in meinen Gedanken versunken, als sich die Jungs mit Schwung neben mich schmissen und mit interessierten Gesichtern zu mir sahen.

„Wir haben vernommen, dass du gestern unabkömmlich warst“, grinste Harry und zwinkerte zu Draco. Bestimmt hatte Ron ihm erzählt, dass wir gemeinsam die Versammlung verlassen hatten und so hob ich nur in Zustimmung meine Schultern an.

„Happy Birthday, Schönste“, erklang es von ihnen doppelt und ich schnaubte erschrocken auf.

„Mmpf, ihr nicht auch… mein Jubeltag ist lange vorbei!“, erklärte ich gepresst und krallte mich an meine Tasse.

„So gut gelaunt, da scheint dein Malfoy ja schlechte Arbeit geleistet zu haben“, murmelte Harry schrecklich gehässig, woraufhin Ron wenig einfühlsam losprustete. Bei den Freunden musste man wahrlich keine Feinde mehr haben.

„Hahaha, hört auf zu lachen“, murrte ich und erntete recht harte Klopfer auf meinen Rücken. Sie meinten es nicht so. Sie waren regelrecht gutmütig, nur halt eben Jungs.

Als eine Eule vor Harry landete und er plötzlich sehr emsig und sehr geschickt einen Brief von ihrem Bein entgegennahm, der das Siegel Gringotts trug, wurde ich sofort misstrauisch, da er so sehr versuchte, ihn vor mir zu verstecken.

„Was ist das, Harry?“, fragte ich daher auch, was seine Ohren leicht rosa anlaufen ließ.

„Mhmmm, oh nichts weiter“, kam es lapidar von ihm und er wollte ihn gerade in den Tiefen seiner Tasche verschwinden lassen.

„Harry“, forderte ich härter, worauf er von Herzen tief seufzte.

„Okay, okay, du willst es wissen?“, sahen mir grüne Augen hinter runden Brillengläsern entschlossen entgegen. „Es ist die Bestätigung, dass deine Mitgift bei Malfoy eingegangen ist“, ruckte sein Kinn hoch und ich fühlte die Bestätigung, dass es kein guter Tag werden konnte.

„Jetzt will ich brechen. Warum? Warum, Harry, musst du dich da so einmischen?“, wollte ich fast schon zittrig erfahren und klammerte mich an meinen Kaffee wie an einen heiligen Gral.

„Hier, Hermione, ein Geschenk von uns“, wollte sich Ron schlichtend einmischen und ich stand kurz vor einem Schreikrampf und blickte leicht verschnupft auf das Päckchen.

„Harry hat genug Geld bezahlt, ich will es nicht“, stieß ich wütend aus und kam auf die Beine. Ich musste hier weg.

„Schönste, so warte doch… Nicht“, versuchte Ron mich aufzuhalten.

„Lass sie“, vernahm ich noch Harry zu ihm sagen.

Aber natürlich blieb mein Abgang nicht unbemerkt, vor allem dank so einer bescheuerten Eule, die besonders edel aussehen musste und die mich mit ihrem kleinen Paket so sehr bedrängte, bis ich mich genötigt sah, ihr ihre Last abzunehmen, um dann mit wehenden Fahnen von dannen zu eilen, unter dem Getuschel der Halle.

Und jetzt, jetzt stand ich hier, hoch oben auf dem Astronomieturm, umtost von einem frischen Wind, der mir die lockigen Strähnen ums Gesicht wehte und war innerlich zerrissen, während ich darauf wartete, dass die Glocke zur ersten Stunde läuten würde. Ich überlegte, wie es kam, dass Lucius mir so etwas als Geschenk offerierte.

Er hatte es nicht vergessen und ich wollte mir nicht vorstellen, wie die Eule seit Tagen jeden Morgen die Halle auf der Suche nach mir unsicher machte und schüttelte betrübt den Kopf.

Immer wieder starrte ich auf meine Hände hinab. Meine Finger fuhren langsam den kleinen, aber sehr aufwendig gestalteten goldenen Rahmen entlang, während ich das kleine Bild betrachtete, das es enthielt. Es war ein wertvolles Geschenk.

Wie kam Lucius darauf, mir so was zu senden? Wie konnte er so eine Idee haben, mir so etwas zu meinem Geburtstag zukommen zu lassen? Es war eine sehr, sehr kostbares Gabe und das aufgrund mehrerer Gründe, denn das Bild zeigte eine Seltenheit!

Eine wahre Rarität, wie ich wagemutig annahm.

Ich konnte meine drei Männer auf einem Haufen zusammen sehen!

Unfassbar, es gab ein Foto von ihnen, nach Dracos Aussehen zu urteilen musste es nach seinem dritten Jahr von Hogwarts, in den Ferien auf Malfoy Manor. entstanden sein. Er stand sichtlich stolz in der Mitte und erzählte etwas, was sowohl Severus als auch Lucius unerwartet ehrlich lachen ließ. Es wirkte wie aus dem echten Leben geschnitten und nicht gestellt, oder geplant.

Sie lachten zusammen und grinsten sich an. Vielleicht erzählte Draco, wie ich ihm einen Kinnhaken verpasst hatte?

Wie auch immer, es wirkte einfach fesselnd, diese Szene immer und immer wieder sehen zu können, dieses ausgelassene, ehrliche Lachen von Lucius und Severus, Dracos freches Grinsen. Noch nie hatte ich sie derart gelöst und locker erlebt!

Waren sie das, weil es den Lord damals noch nicht gegeben hatte? Ich wusste es nicht und wie es kam, dass diese Szene auf einem magischen Foto festgehalten wurde, konnte ich nicht sagen, da kein Brief dabei gewesen war, aber es war eine wunderbare Momentaufnahme, die mir an sich unsagbar viel bedeutete und mich unerwartet schwer schlucken ließ.

Imme wieder fuhren meine Fingerspitzen vorsichtig die Konturen der Personen nach. So unbeschwert hatte ich sie wirklich noch nie gesehen, aber sie waren es und es wäre sehr schön, es einmal zu erleben, wenn sie derart leger waren.

Wie konnte es sein, dass mich Lucius‘ Geschenk derart berührte, ähnlich wie Severus‘ Gabe, indem er mir hier meine Privatsphäre einräumen wollte?

Kurz ging mir sehr zynisch im Kopf rum, was für ein fantastischer Manipulator Lucius doch war. Er wusste, was für Knöpfe er bei mir zu drücken hatte, um mich unerwartet tief zu berühren. Doch sofort schüttelte ich mich wieder. Ich durfte nicht vergessen, was er mir antat, gerade Harrys Brief war zu präsent, auch dass mir Lucius nichts wegen Harrys Geld geschrieben hatte ließ mich gleich wieder wütender werden und meine Finger krallten sich in den filigranen Rahmen.

„Hier bist du“, ließ mich die dunkle Stimme herumwirbeln und sie riss mich aus meinen Gedanken.

„Darf ich nach den neuen Regeln hier nicht sein?“, fragte ich provokant und ließ Lucius‘ Gabe geschickt in meiner Schultasche verschwinden, da ich nicht wollte, dass Severus es sah.

Es war kindisch, aber es war nur für mich bestimmt!

„Eher weniger, mich hatte interessiert, was dich derart eilig aus der Halle trieb“, entgegnete er ziemlich wegwerfend und strich sich mit einer unwirschen Geste eine im Wind tanzende, so dunkle Strähne aus dem markanten Antlitz.

„Heute ist ein Scheißtag“, kam ich unverfroren ehrlich seiner Frage nach. Natürlich gingen sofort seine Brauen in die Höhe.

„Ausdruck“, kam es wieder enervierend von ihm, wie letztens in seinem Büro und ich rollte übertrieben stark mit den Augen.

„Du mich auch, Severus. Wenn ich heute noch mehr bescheuerte Geschenke bekomme, kotze ich, oder verfluche denjenigen!“, grollte ich und ballte meine Hand zur Faust, aber er gab mir keine Antwort, sondern schüttelte nur missbilligend sein Haupt. Anders als Draco und Harry erinnerte er mich nicht in einer Tour an die Verlobung, wobei das tat Lucius auch nicht, sein Geschenk war absolut ohne Hintergrund zur Verlobung, aber alles an ihn erinnerte mich automatisch daran, also hatte Lucius meine Missachtung mehr als verdient.

Aber Severus hier, er hier tat das nicht, zu keiner Zeit und damit verdiente er mehr als meine miese Laune.

„Du hast deine neuen Räumlichkeiten noch gar nicht ausprobiert?“, schoss er eher rein rhetorisch zu mir und sein Blick aus den dunklen Augen entließ mich keine Sekunde.

„Wann denn? Ich war bei Draco!“

„Aha, daher also deine prächtige Laune“, meinte er fast genauso anzüglich wie zuvor die Jungs. „Miss Granger, der Unterricht beginnt gleich“, mahnte er von einer Sekunde auf die nächste ernst und wieder hoben sich nun meine Brauen.

„Ohhh, und was willst du mir damit sagen? Der Unterricht ist ein Witz sondergleichen!“, begehrte ich auf.

„Du bist erwachsen und solltest deine Laune verstecken“, gab er unheimlich belehrend von sich und ich schnaubte undamenhaft.

„Alles klar, du willst nicht, dass ich Dummheiten begehe?“, stieß ich verärgert aus. Als ob ich das nicht selbst wusste, doch weiter kam ich nicht, denn schon war er bei mir und schloss den Abstand zwischen uns.

Hermiones Sicht Ende

Severus Sicht

Ich wollte nichts mehr aus ihrem Mund hören, denn auch wenn ich nicht fragte, so war es mir ersichtlich, dass Lucius‘ Eule mit ihrem Geschenk am Bein sie sichtbar aus dem Konzept brachte und das konnten wir nicht gebrauchen und ich wusste, wie ich sie ablenken konnte.

Und so wollte ich nichts mehr von ihr hören, außer ihr Stöhnen.

Selbstverständlich gehörte sich das nicht wirklich für einen Schulleiter, aber mir hing mein Job schon jetzt so sehr zum Halse raus, dass mir das Biest mehr als gelegen kam. Also wollte ich nicht an mich halten und das tun, was ich schon die ganze Zeit tun wollte. Meine linke Hand packte ihren Hinterkopf und meine rechte Hand festigte ihren Nacken und somit zog ich sie mit einem entschlossen Ruck an mich heran.

Endlich war Ruhe.

Ich konnte ausmachen, wie sich ihre Augen weiteten, statt sich zu schließen. Vielleicht genoss ich es doch, die absolute Macht zu besitzen?

Es gab niemanden, dem ich mehr Rechenschaft schuldig war in dieser Umgebung. Als sie mich noch immer mit großen Augen ansah und mich leicht in die Unterlippe biss, zog ich mich von ihr zurück.

„Was?“

„Sind wir übermütig, Schulleiter?“, fragte sie provokant, wich aber keinen Zentimeter vor mir zurück und trotz ihrer Anmaßung zuckte mein Mundwinkel und bevor ich die Prozedur wiederholen konnte, um sie zum Schweigen zu bringen, hielten meine Lippen kurz vor einer Berührung an, dabei durchbohrte mein Blick sie regelrecht.

„Jedes Mal, wenn du frech wirst, werde ich das wieder machen. Und dabei sogar noch kreativer vorgehen“, bevor sie etwas erwidern konnte, verschloss ich bestimmt ihre Lippen, nur jetzt war der Kuss fester und fordernder.

Nie würde sie etwas zur Reglosigkeit bringen, denn schon konnte ich ihre kleinen Hände spüren, die sich ihren Weg zu meinem Brustkorb bahnten, entweder um mich von sich wegzustoßen, oder um mich zu sich zu ziehen. Das konnte man bei ihr nicht wissen, doch ich lehnte mich mit meinem Gewicht extra schwer gegen ihren Körper und sperrte sie zwischen mir und der Balustrade ein.

Ich verstand es selbst nicht, dass ich das Bedürfnis verspürte, sie überall dort zu besitzen, wo es mir eben möglich war. Das war das einzig Gute daran, Schulleiter zu sein. Natürlich war es verboten, verrucht verboten, aber deswegen nicht weniger erstrebenswert, mich über alle Regeln hinwegsetzen zu können.

Manchmal schaffte es das Biest immer noch, dass ich erstaunt über mich selbst war. Ihre vollen Lippen fühlten sich sanft, weich und genau richtig an. Ihre Lider flatterten auf und ab und nach wenigen Sekunden schlossen sie sich gänzlich, ehe sie sie sofort wieder mit aller Kraft aufriss und ihren Kopf mit einem Ruck zurück riss.

„So selbstherrlich brauchst du mir gar nicht kommen“, meinte sie atemlos. „Außerdem beginnt gleich die Stunde.“

„Falsch, ganz falsch“, knurrte ich und küsste sie wieder.

Ich legte sehr viel Intensität in den Kuss und versuchte, ihr zu zeigen, dass ich sie jetzt wollte!

Und wenn ich jetzt wollte, dann sollte es jetzt passieren!

Mir war völlig Schnuppe, dass wir hoch oben auf dem Astronomieturm standen, umtost von einem jetzt schon kühleren Septemberwind. Sie übte trotz der langen Zeit, die ich sie nun schon besaß, eine enorme Anziehung auf mich aus und ich war gewillt, über sie herzufallen.

Langsam fuhren meine Hände unter ihren hässlichen Rock, über ihre Oberschenkel und hoben sie hoch, um sie auf der Balustrade der Brüstung abzusetzen. Meine Hände erkundeten routiniert ihren Körper, während meine Lippen über ihren Hals wandern. Ihr mittlerweile ungehemmtes Keuchen und Stöhnen trieb mich in animalische Höhen, trieben mich weiter und erregten mich noch mehr. Nun ließ ich meine Hand zu ihrem Höschen wandern, spreizte dabei ihre Beine und sie gehorchte brav, um das störende Stück Stoff zur Seite zu schieben, öffnete selbst mehr als gekonnt meine Hose um mich zu befreien.

Ihre Hände lagen noch immer auf meinen Schultern und krallten sich in den Stoff meines schwarzen Umhangs, der sich hinter mir immer wieder aufbauschte.

Behände erreichte ich das Ziel und kurz legte ich meine Hand auf ihre Mitte und ließ eine Fingerspitze in ihre feuchte Enge eintauchen, dabei behielt ich ihr Antlitz im Blick, konnte mit verfolgen, wie sich ihr Kopf in den Nacken legte, dabei wehten ihre Haare im Wind und sie biss sich begierig auf ihre Unterlippe. Oh ja, sie war mehr als bereit für mich, als ich nicht gleich weitermachte, schlug sie die Augen auf und ich erkannte Verlangen und Lust darin, aber auch Ungeduld und zu gerne kam ich dieser Bitte nach. Vollständig drang ich mit einem meiner Finger in sie ein und sie stöhnte kehlig auf. Es klang so perfekt in meinen abgeklärten Ohren, dass ich auch noch einen zweiten Finger vorsichtig und langsam hinzuzog und mich in ihr bewegte.

Langsam drangen meine beiden Finger immer wieder in sie und ich genoss jeden Laut des Begehrens, den sie von sich gab. Sie wehrte sich nicht, sondern forderte immer mehr und streckte sich mir sogar noch weiter entgegen, so dass ich noch tiefer in sie eindringen und die Nässe über die gesamten Länge meiner Finger spüren konnte.

„S… Severus, ich dachte, wir… wir hätten keine Zeit!“, wimmerte sie sich beschwerend und ein gemeingefährliches Grinsen schlich sich auf meine ansonsten so unleserlichen Züge, als ich besonders langsam weitermahte.

„Sev… Severus, bring das endlich in Ordnung!“, keuchte sie befehlend und bäumte sich unter meinen Bewegungen auf. Sie reckte sich mir immer ungeduldiger entgegen und kurz fragte ich mich, ob sie gar keine Sorge hatte, nach hintenüber fallen zu können, oder aber es zeigte wie sehr sie mir vertraute, das ich sie halten würde und dann kam der Moment an dem ich mich selbst nicht mehr länger quälen wollte. Ich zog meine Finger aus ihr heraus und spreizte ihre Beine noch etwas weiter. Ich stellte mich zwischen ihre Beine, befreite mich und nahm meinen Schwanz in meine Hand, der ohne großes Bestreben steinhart war und positionierte mich vor ihrem feuchten Eingang.

Meine von ihr nassen Finger griffen dann um ihr Kinn, ich wollte, dass sie sah, wer hier war!

Kein Draco und kein Lucius, sondern ich!

Vorfreudig blickte sie mir entgegen, anscheinend hatte sie dasselbe Verlangen als ich mich mit dem erlösenden Stoß in ihr versenkte. Eilig verschloss ich ihre Lippen mit meinen, um ihren Aufschrei zu schlucken, schlussendlich könnte man uns immer noch sehen oder gar hören. Ich küsste sie und biss in ihre Unterlippe, wie sie es vorhin getan hatte. Diese Enge!

Die Enge war immer ein so wundervolles Gefühl, auf dass ich kurz in ihr verharrte. Erst jetzt bemerkte ich, wie sie sich krampfhaft in meinem Nacken festhielt und die Beine um mich schlang, eben weil ich ihre einzig wirkliche Standhaftigkeit war, um nicht in die Tiefe zu fallen. Quälend langsam zog ich mich aus ihr zurück. Ich umfasste mit meinen Händen ihre kalten Pobacken, die über den rauen Stein rieben und zog sie näher zu meiner Mitte um noch tiefer in sie stoßen zu können und als ich zum zweiten Mal in sie vorstieß, war es genauso eng, genauso erstrebenswert, wie beim ersten Mal.

„Das gefällt dir?“, keuchte sie mit hochroten Bäckchen „Schneller.“

„Das sagst du immer“, stieß ich hervor und Hermione atmete laut und atemlos, gerade vergruben sie ihre Fingernägel in meinen Schultern und ich fand es gut, dass ich noch komplett bekleidet war, sonst hätte sie mich mal wieder bis aufs Blut gekratzt. Doch so zog ich sie an ihrem Po immer näher und ich drang immer weiter in sie ein. Ich glitt genießend aus ihr zurück und drang dieses Mal ein wenig kraftvoller in sie ein. Diese Anstrengung, sie zu halten und mich gleichzeitig in ihr zu versenken, trieb mir die Schweißperlen auf die Stirn, aber der kühle Wind trocknete diese sofort.

Ich genoss die Kontrolle, die ich aufgrund unserer Stellung hatte und gab das Tempo vor. Es gefiel mir immer wieder, wenn ich über ihr und sie mir völlig ausgeliefert war und auch wenn sie es nie zugeben würde, es schien ihr ebenso zu gefallen. Meine Stöße wurden immer stürmischer, aber auch ihr Stöhnen.

Ein verruchtes Funkeln in ihren braunen Augen, das sie mir nun gewährte, machte mich an und machte meine Stöße immer kraftvoller und doch wollte ich sie reizen und nahm mir die Zeit, dass ich immer wieder in ihr verharrte und mich rhythmisch aus ihrer angenehmen Wärme zurückzog, um daraufhin härter in sie zu stoßen. Aber wie gesagt, völlig ruhig würde sie nie werden, denn ihre Beine schlangen sich immer fester um meine Hüften, denn wenn ich mich aus ihr zurückzog, drückte sie sich mir fordernd entgegen und das entlockte mir ab und an ein wohliges Raunen, das ihr besonders zu gefallen schien, wenn man den zufriedenen Zug um ihre Mundwinkel wahrnahm.

„Hör auf damit“, verlangte ich gepresst, wobei sich meine Augen verengten.

„Du willst führen?“, grinste sie leicht gezwungen und stöhnte leise auf.

„Treib es nicht zu weit“, stieß ich erbarmungslos hart in sie und meine gesamte Länge bohrte sich tief hinein und raubte ihr kurz den Atem. Sofort wurde ihre Umarmung krampfhafter, sie versteinerte unter mir und meinen Stößen und ich fühlte noch mehr Enge und ihr Orgasmus überrollte sie vehement.

Ich spürte mit voller Inbrunst ihre Kontraktionen und wie sie ihren Höhepunkt auslebte, vernahm ihr Keuchen und Stöhnen und der Zeitpunkt war gekommen, um ihr zu folgen. Auch mich erfasste der Orgasmus hemmungslos, dieser durchzog meinen ganzen Körper. Ich wollte immer tiefer in sie hinein und vergessen aber vor allen verdrängen!

Mein Blick lag, trotz dem ich mich gerade in sie verströmte, auf die Ferne gerichtet, ich konnte alles überblicken, die Berge, den See, den Wald.

„Fuck!“, stöhnte ich und presste wieder meinen Mund auf ihren, um unsere Geräusche etwas zu mildern, gerade war es mir scheißegal, dass ich ein Magier war und mit einem kleinen Zauber Abhilfe schaffen könnte.

So intensiv war ich noch nie gekommen, vielleicht lag es an der Höhe, oder dem weit schweifenden Blick, hier hoch oben über den Ländereien von Hogwarts!

In Wahrheit war es ein relativ kurzes Intermezzo gewesen, was mich aber durchwegs befriedigt zurückließ und während ich mich wieder herrichtete, war ihr Blick plötzlich hinab in den Innenhof gerichtet.

Was könnte sie daran derart fesseln und so trat ich näher und linste selbst hinab. Doch das was ich ausmachen konnte, gefiel mir selbst nicht und ließ meine Mundwinkel schon wieder selbst herabfallen. Wir beobachteten, wie eine der Klassen im soldatengleichen Stechschritt Richtung Gewächshäuser marschierte.

„Das ist der neue Ton? Meinte Alecto das?“, fragte sie wispernd gegen den Wind und ich rang mich zu einer Antwort durch.

„Das ist der neue Ton“, verkündete ich kühl, da ich sehr wohl ihre Skepsis aus ihrer Stimme vernahm, bevor ich mich ihr mit dem gewohnt unleserlichen Blick zu wandte, da sie mich mit großen Augen ansah.

„Was ist?“, fragte ich plötzlich vorsichtig. „Müsstest du dich nicht endlich in den Unterricht begeben?“, wollte ich sie rügen, doch sie starrte mich weiterhin an und rührte sich nicht, bis ich schon kurz davor war, ein Machtwort zu sprechen.

„Hogwarts lebt“, flüsterte sie mir über den Wind hinweg zu und ich erstarrte.

„Was?“, verengten sich meine Augen zu misstrauischen Schlitzen. „Was meinst du?“

„Du weißt, was ich meine, Severus, ich bin mir sicher“, bekannte sie derart überzeugt, dass ich kurz stockte und es mir überlegte. Das klang nicht gut.

„Nicht hier“, murrte ich unwohl, vor allem war das Thema, das hier angeschnitten wurde, sehr delikat und so wandte ich mich mit aufwirbelndem, schwarzem Umhang ab und rauschte davon, dabei ging ich schlicht davon aus, dass sie mir gehorsam folgen würde.

„Erkläre dich“, forderte ich knapp und nahm mit Schwung hinter meinem Schreibtisch Platz.

Dabei blickte ich ihr fordernd entgegen. Dass wir es vor nicht mal 5 Minuten noch auf dem Turm miteinander getrieben hatten, hätte uns niemand an unserem Verhalten ansehen können.

Dass die Gemälde um uns herum vollständig geplättet waren, dass das Biest schon wieder Gast in diesen heiligen Räumen war, war nicht zu übersehen. Aber sie waren im ersten Moment verstummt, selbst Dumbledore hielt seinen Rand und starrte nur bitterböse zu ihr hin.

Oh ja, meine sogenannten Vorgänger mochten sie ja so gerne, was nicht verwunderte, aber die würden schon noch ihr Wunder mit dem Biest erleben und ich gönnte es ihnen von ganzem Herzen.

Ich beobachtete sie aus meiner erhobenen Stellung und erlebte, dass sie eben nicht sofort zu einer Erklärung ansetzte, sondern ganz vorsichtig, wie auf Eierschalen, durch den großen, kreisrunden Raum ging, bevor sie ganz abrupt stehen blieb und sich an ihr Herz fasste, dabei stand sie im Profil zu mir.

„Hier, hier ist sein Herz“, krallte sich nun ihre Hand in ihre Robe über ihrem Herzen, woraufhin sich meine Braue in hohe Höhen schraubte, da mir erst jetzt auffiel, dass Hermione auf dem Platz stand, an dem ich das Ritual abgehalten hatte, bei der Aufnahme als Schulleiter. Fast sofort dachte ich an die Edelsteine unter ihr.

Nach ihren Worten brausten die Gemälde umgehend losgelöst auf und ich blieb weiterhin wortlos sitzen und verfolgte nur, wie sie mit sich kämpfte, dass ihr Effect, der mich immer wieder aufs Neue fesselte, nicht überhandnahm. Sie wollte den Bildern nicht offenbaren, dass sie diese weißen Augen hatte, ein Umstand, den ich gut nachvollziehen konnte.

Diese gemalten Ärgernisse waren zu neugierig!

„Haltet sie auf“, „Sie ist eine Gefahr für uns“, „Sie muss gestoppt werden“, „Wie kann das sein?“, „Das kann niemand wissen“, „Wie… Wo… Was?“, riefen sie inbrünstig und so laut, dass man fast gar nichts mehr verstand und das Biest war so gütig, sie nicht im Ansatz zu beachten.

„Verräter“, schallte es mir von Dippet entgegen und ich hob konsterniert eine dunkle Braue.

Was bildete sich dieser Trottel ein? Als könnte ich reden, selbst wenn ich wollte!

„Ja, Snape, woher kann sie so etwas wissen?“, „Sie müssen geredet haben“, „Sie haben Ihren Eid gebrochen“, „Eidbrecher“, dröhnte es nun mir entgegen und ich war gewillt, diese Leinwände in Schutt und Asche zu legen. Wie sollte ich die auf lange Sicht ertragen?

Das Schicksal war eine sehr launische Schwester!

Sie schien das gar nicht zu hören, was man mir vorwarf, während sie weiterhin sehr abwesend wirkte, in ihrer Versunkenheit, den Raum zu mustern.

„Unfug“, rief nun Black sehr laut über die Schar hinweg. „Er hätte nie reden können“, stellte er sich auf meine Seite und selbst Albus nickte unglücklich mit dem silbrigen Haupt.

Sie rang noch immer mit sich, aber nicht wegen der Nervensägen und anders als die Schreihälse konnte ich abwarten und erst als sie ihr Gesicht vollständig zu mir wandte, neigte ich leicht meinen Kopf. Auf den Schwachsinn der Bilder, dass ich geredet hätte, reagierte ich nicht mal im Ansatz, das war unter meiner Würde.

„Jetzt verstehe ich das alles erst“, flüsterte sie so leise, dass ich sie fast nicht verstanden hätte, weil um uns herum noch immer die Empörung der Bilder tobte.

„Was meinst du?“, wandte ich daher sehr ruhig ein, viel mehr darauf gespannt, was sie wusste, als mir das Geschrei der anderen anzuhören, die nun nach meinen Worten langsam, aber sicher verstummten.

„Den Raum der Wünsche“, meinte sie jetzt entschlossen nickend, woraufhin ich die Hände wie im Gebet faltete.

„Was ist mit ihm?“, konkretisierte ich, da sie nicht so wirkte, als wäre sie gerade vollständig hier bei uns.

„Er war unglaublich kooperativ… mir gegenüber… verstehst du, Severus?“, blickte sie mich nun fast bohrend an und ich versuchte, zu verstehen, was sie mir zu sagen versuchte, aber ich konnte nur mit dem Kopf schütteln. „Bei den Kämpfen, die Realitäten verschwimmen, dort ist mir viel möglich, das ist eine Magie, sie ist unglaublich. Die Gründer waren fantastische Magier, die keine Grenzen kannten und anscheinend auch keine akzeptiert haben.“

„Wie meinst du das?“, wollte ich präzise erfahren und ließ sie keine Sekunde aus den Augen.

„Wenn es damals alles gegeben hätte, was uns heute hemmt, würden sie in Askaban verrotten“, erklärte sie und doch blieb ihre Aussage kryptisch.

„Ein Ort, wo sie hingehören“, warf Albus charmant aus dem Hintergrund ein, aber wir waren uns einig, ihn vollständig zu übergehen.

„Hermione, du weißt, dass was du gerade von dir gibst… sehr delikat ist?“, fragte ich über meine gefalteten Hände hinweg und versuchte, nicht den Eindruck vor den anderen zu erwecken, als wäre ich in Sorge.

Wobei ich dies durchaus ihr gegenüber war. Denn das, was Hogwarts darstellte, sein Geheimnis von dem es zusammengehalten wurde, war schützenswert und das vor jedem! Und seitdem ich diese unselige Stelle angetreten hatte, war ich zu meinem Leidwesen mit Haut und Haaren an dieses alte Gemäuer gebunden!

„Ohh?“, hauchte sie, denn sie verstand den Wink mit dem Zaunpfahl und ich verbot mir eine zufriedene Reaktion, weil sie nicht so eine Idiotin war, wie die anderen Flachpfeifen, die erst eine offene Drohung benötigten, um zu verstehen, was man von ihnen wollte. Kurz sah sie mich perplex, mit gerunzelter Stirn an. „Was muss ich tun?“, fragte sie mich dann sichtlich ergeben, da ihr in Ermangelung einer Idee nichts Besseres einfiel, aber ihre Kooperation offenbarte.

„Was für ein schlaues Mädchen“, murrte Black wiederwillig zufrieden, während Albus abgrundtief verächtlich schnaubte. „Was bietest du uns an?“, fragte Dilys mit unerwartet gierigem Ton, woraufhin sofort alle Unkenrufe verstummten.

„Was wird gefordert? Mein Schweigen? Ein Eid?“, fragte sie die Gemälde und blickte die vollbehangenen Wände entlang, bisher erntete sie nur Schweigen. „Dieses Geheimnis ist es wert, für immer bewahrt zu werden“, verkündete sie durchaus vehement und ich wusste, sie meinte das sehr ernst, wobei die Bilder nicht wussten, wie es sein konnte, dass sie dergleichen wusste.

Ihre vorherigen Beschuldigungen zeigten es, nur ich konnte mir schon denken, wie es kam, dass das Biest das große Geheimnis von Hogwarts herausgefunden hatte!

„Ein Blutschwur“, „Ein unbrechbarer Schwur“, „Blut“, raunte irgendwer und das Biest nickte eifrig.

„So sei es“, meinte sie gewichtig.

Mir selbst blieb nur ein Blinzeln, denn es geschah alles innerhalb von Sekunden, da zog sie schon ihren Dolch unter ihrem Schulumhang hervor, um sich ohne zu Zögern mit einem gekonnten Strich über ihr Handgelenk einen Schnitt zuzufügen. Dieser löste bei den Damen der Rektorenschaft einiges Quietschen aus, während sie hingegen keine Miene verzog und ihr dunkelrotes, stark hervorquellendes Blut den steinernen und doch so gierigen Boden von Hogwarts tränkte.

„Ich schwöre bei meiner Magie, dass ich Hogwarts‘ Geheimnisse für immer für mich behalten werde und sie einem Unwissenden nie offenbare!“, erklärte sie ernsthaft, dabei zeugte alles an ihrem Verhalten von Aufrichtigkeit, da soeben der Schwur seine magische Wirkung tat und sich in einem satten Rot um sie herum manifestierte.

Als mein Kopf zu ihr fuhr, da sie auf einmal ganz plötzlich in die Knie ging und ihre Handfläche in ihr Blut tunkte und in der Sekunde passierte es, ihre weißen Augen leuchteten wie zwei Sonnen zur Mittagszeit an einem wolkenlosen Tag regelrecht grell auf.

„Diese Augen“, „Weiße Augen“, „Was ist das?“, „Beängstigend“, „Sollte so was auf Hogwarts sein?“, „Was ist das überhaupt?“, „Ist das eine Krankheit?“, während sich die Gemälde echauffierten, lief es mir eiskalt und doch auch verheißungsvoll den Rücken hinab. Gerade war es, als würde sich aufgestaute Magie sammeln und in Wellen durch das Schloss rollen.

„WAS?“, fragte ich daher leise und beugte mich ein wenig über den Schreibtisch zu ihr und sie starrte plötzlich mit diesen unnatürlichen Augen zu mir, drohte, mich mit ihrem Blick zu durchbohren.

Diese Augen, ähnlich unnormal wie die rot glühenden des Lords, aber in ihrem satten Weiß doch irgendwie weniger bedrohlich als vielmehr verheißungsvoll, vor allem in der Finsternis der Nacht, wie ich nur zu gut erlebt hatte, fesselten mich und ich war nicht gewillt, diese Einmaligkeit herzugeben.

„Helga“, stieß sie völlig aus dem Zusammenhang gerissen aus, was alle verstummen ließ.

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BeitragThema: Re: Kapitel 501-502   Kapitel 501-502 EmptyDi März 17, 2015 8:07 pm

502. Kapitel SoulGatherer unter sich

„Helga? Helga Hufflepuff?“, fragte ich einer Intuition folgend als erster und lehnte mich noch weiter vor, als sie langsam nickte.

„Ja“, murmelte sie versonnen, noch immer kniend mit Blut und Haut mit dem Schloss verbunden. Dabei konnte ich nur staunen, was Hermione alles für Informationen erhielt, die uns bisher verwehrt waren.

„Sie ist die Nekromantin?“, fragte ich rasant, vollständig angespannt und wie immer schnell getaktet. Ich konnte mit ihren mickrigen Informationen, die sie mir gab, sehr wohl etwas anfangen, als sie wieder sachte nickte. „Damit hätte ich nun am wenigsten gerechnet“, meinte ich reichlich sparsam und rief mir die Merkmale ins Gedächtnis, die Hufflepuff auszeichneten.

„Nein“, kam es entschieden von Hermione und sie strahlte mich fast schon vorwurfsvoll an, dabei entging ihr, wie die Gemälde sie nicht weniger gebannt beobachteten. „Das verstehst du falsch, Severus. Sie alle waren Nekromanten, sonst hätten sie das hier nicht erschaffen können“, erklärte sie absolut leger und meine Augenbrauen ruckten in die Höhen. Die Gründer waren für mehr als eine Überraschung gut, das musste man ihnen lassen. Doch das Biest war noch nicht fertig und öffnete schon wieder den Mund um sich mitzuteilen: „Verstehst du? Aber sie, Helga, sie war der SoulGatherer von ihnen!“

„Ohhhh“, schaffte ich es nicht, mein gewöhnliches Desinteresse vorzuspielen und sank zurück in meinen Stuhl, sichtlich getroffen von dieser Offenbarung. Helga Hufflepuff war das, was Hermione geworden war? Das war fast unvorstellbar, diese als gütig und freundlich verschriene Frau sollte diese Seltenheit gewesen sein? Auch die Bildnisse blickten gerade mehr als skeptisch drein. „Woher willst du das wissen?“, legte ich jeden Zweifel, zu dem ich fähig war, in diese Frage, was das Biest auf einmal kleine Muster in ihr Blut malen ließ, während sie den Kopf schief legte und fast schon mit einem versonnenen Blick aus weißen Augen zu mir sehen ließ.

„Das Schloss, ihre Hinterlassenschaft, ich spüre es, ich kann es zuordnen…“, versuchte sie zu erklären und ich ließ sie. „So wie die Treppen mit ihren magischen Trickstufen, die ständig ihre Richtung ändern, es ist ein Gedächtnistraining, sich innerhalb des Schulgebäudes zurechtzufinden und geht auf Rowena zurück“, kam es regelrecht gehetzt von ihr. Sie wirkte auch, als wäre sie ganz weit weg. „Und während die Kammer des Schreckens auf Salazar zurückzuführen ist, elitär und nur für ihn und seinesgleichen zu erreichen, ist der Raum der Wünsche auf Helga geprägt und sie wollte allen etwas Gutes mit dem Raum tun“, murmelte sie abgehackt mehr zu sich selbst, als würde sie etwas verstehen, was mir bisher verborgen geblieben war. „Und Godric hat… oh, wie originell, Rüstungen… eigenwillig, ja, er hat diese erschaffen. Rüstungen symbolisieren auch Mut und Kampfkraft“, verstummte sie, ebenso wie die Malerei ihres Zeigefingers auch aufhörte, während aber immer noch Blut aus ihrer Wunde tropfte.

„Wie interessant“, erklärte ich fasziniert, nachdem ich mich gefangen hatte. Noch nie hatte jemand benennen können, wer für was verantwortlich war. Ich fühlte mich als absoluter Insider. „Aber warum die als warmherzig verschriene Hufflepuff? Es passt nicht? Oder?“, stellte ich die Frage von uns allen, wie mir das Nicken der anderen vergegenwärtigte und ich wollte das wahrhaftig beantwortet haben.

„Oh, Severus, so unheimlich charmant kannst wirklich nur du sein!“, kam es mit einem sarkastischen Schnauben von Hermione, die noch immer kniend soeben mit ihrem Zauberstab ihren Schnitt heilte und nun wieder mit normal braunen Augen zu mir aufsah.

Kurz registrierte ich, dass sie das Gleiten zwischen den beiden Welten wesentlich besser hinbekam als früher. Es fiel auf, wie leicht es ihr mittlerweile gelang, die weißen als auch die normalen Augen wieder zu bekommen. Früher hatte sie geblinzelt und benommen gewirkt, bis sie wieder im Hier und Jetzt war, aber nun geschah es völlig unauffällig.

„Was habe ich gesagt?“, entgegnete ich daher lakonisch und lehnte mich weiter entspannt in meinen Stuhl zurück.

„Du hast impliziert, dass niemand der warmherzig ist ein SoulGatherer sein kann… und damit gezeigt, was du über mich denkst“, meinte sie leicht schnippisch und kam in einem Schwung auf die Füße und ich versuchte noch immer, das Gesagte zu verdauen.

„Frauen“, stieß ich anklagend aus und fragte mich betroffen, ob sie das ironisch meinte, denn naja, passte das alles zusammen?

„Sag ich doch, einfühlsam wie eh und je“, zeigte sie sich nicht betroffen und wedelte wegwerfend mit ihrer verletzten Hand, die ein greller, roter Strich zierte. „Aber wegen Helga, sie war es, sie war all das, was man ihr nachsagte, lieb, nett, aufopferungsvoll und eben weil sie selbstlos die Nekromantie einging, wurde sie, was sie wurde. Die anderen drei Gründer hatten ihre Gründe, ihre Vorbehalte, ihre Ressentiments und all dies spielt hier eine Rolle, wie weit man eben in der Nekromantie gehen kann“, ging mir bei ihrer Erklärung beinah der Mund auf und nur so gerade eben konnte ich verhindern, das Gesicht zu verlieren. „Naja, das haben wir doch bei mir gelernt, oder nicht?“, offenbarte sie sich nun fast schon verächtlich und verzog ihre Mundwinkel.

„Wohl an, derjenige, der ein Soulgatherer werden will, muss selbstlos und großmütig handeln?“, fragte ich sichtlich zweifelnd und warf einen misstrauischen Blick zu Albus, der mehr als widerwillig nickte. Das schien dem Alten gar nicht zu schmecken, aber wenn er es sogar zugab, war es so. Und selbst ich, dem diese Erkenntnis noch gefehlt hatte, blieb sprachlos wegen dieser Offenbarung zurück.

„Mehr oder weniger und sie war es!“, bekräftigte Hermione und blickte auf den saugenden Stein, der ihr Blut regelrecht gierig bis auf den letzten Tropfen einsog. Ich selbst saß da und musste diese neue Sichtweise erstmal verdauen.

Hermione, mein Biest, war so viel mehr als man auf den ersten Blick denken mochte.

Das sollte ich selbst nie vergessen, war ich kurz gedankenverloren, bevor ich ihr wieder meine widerwillige Aufmerksamkeit zukommen ließ.

„Du solltest in den Unterricht gehen“, murmelte ich weiterhin abgelenkt und sie nickte nur knapp, bevor sie sich umdrehte und ging. Ohne weitere Worte schlug die Tür hinter ihr zu, während ich ihr nachdenklich nachsah und die Tragweite all dessen zu verdauen hatte.

Albus wirkte sichtlich mit sich ringend, die anderen blickten nur schockiert umher und selbst ich musste die Tatsache verarbeiten, dass Hermione selbstlos war!

Auch wenn sie nie so wirkte, musste sie so gehandelt haben. Das war nicht leicht zu akzeptieren und die Stille im Büro war fast schon drückend und nicht mehr auszuhalten, bis endlich etwas dieses lastende Schweigen brach.

„Jetzt verstehe ich besser, was an ihr faszinierend sein kann“, verkündete Black durchaus blechern in seiner Sprachlosigkeit über das eben Erlebte „Als Mudblood… wohlgemerkt“, kam der verstorbene Schulleiter nicht aus seiner Haut.

„Eine durchaus selten erlebte Darbietung“, rang Everard mit sich und rieb sich seine Schläfen.

„Rede Unsinn, so was hast du noch nie erlebt… ich auch nicht“, schimpfte Dylis enthusiastisch.

„Wir alle nicht“, wandte Dippet erregt ein.

„Schade, dass die Gründer keine Portraits von sich schaffen konnten“, bedauerte Fortescue aufrichtig.

„Sie mussten das Gebäude mit allem was sie hatten erhalten, aber schade ist es trotzdem“, „Ich hätte so viele Fragen“, „Das Mädchen hält gar einige Überraschungen parat“, „Albus, denken Sie, dass Sie recht in Bezug auf Sie haben?“, „Hallo Albus?“, „Snape, was denken Sie?“, plapperten diese Nervensägen fröhlich vor sich hin, doch ich beachtete sie nicht.

Da Albus und ich uns sehr lange anstarrten, ohne etwas zu sagen, war es, als würden wir ohne Worte kommunizieren.

Severus Sicht Ende

Hermiones Sicht

Wie auf Eierschalen lief ich den Rest des Tages durch die Schule.

Nicht nur, dass ich es hemmungslos mit meinem Schulleiter auf dem Turm an der frischen Luft getrieben hatte, was durchaus meinem Geschmack entsprach, ich war zusätzlich endlich auf des Rätsels Lösung gestoßen, was Hogwarts für schreckliche Geheimnisse barg.

Was mich daran konfus machte?

Vielleicht die Tatsache, dass ich mit den Gründern mehr gemein hatte als man es je für möglich hätte halten können. Es war eben doch überraschend, dass sowohl Albus als auch Severus durch ihren Posten mit einem Blutzauber auf ewig an die Schule und eben das Schulleiterbüro gebunden waren.

Ich würde es Severus nicht sagen, aber ich wusste ab nun, was jeder Schulleiter tun musste um eben der rechtmäßige Herr von Hogwarts zu werden.

Und wie immer war Albus‘ Gewissen sehr dehnbar, wenn es augenscheinlich um das „Größere Wohl“ ging. In so einem Fall konnte er dann sogar über tiefschwarze Blutmagie hinwegsehen und sich auf ewig binden, was für ein Heuchler. Ich hatte ihn schon lange durchschaut und bei ihm wunderte mich nichts mehr. Dafür schafften es die Gründer, mich in schöner Regelmäßigkeit zum Staunen zu bringen, denn dass Helga wirklich das war, was ich heute war, riss mir regelrecht den Boden unter den Füßen weg. Ich hätte nie gewagt, zu denken, dass sie es sein könnte.

Als ich mit Gellert über das Thema gesprochen hatte, war mir nie im Leben in den Sinn gekommen, dass Helga hier tatsächlich die Rädelsführerin hätte sein können. Dass sie eben wirklich ein SoulGatherer war! Wirklich, nach so vielen Jahrhunderten, zu sagen wer es war, nur anhand des Ausschlussprinzips war ziemlich unmöglich, daher war ich umso überraschter, es nun genau zu wissen.

Slytherin war durchaus eine Möglichkeit gewesen, aber Gryffindor hatte ich von Anfang an für wenig wahrscheinlich gehalten, dafür gab es viel zu viele Egoisten unter ihnen und gerade den Gründervater meines Hauses, Godric, schätzte ich ähnlich ich-bezogen ein und Ravenclaw? Eben auch bei Rowena konnte ich es mir schlecht vorstellen, dass sie ein SoulGatherer gewesen war. Ich fand, dass für einen so kopfgesteuerten und von Wissbegier getriebenen Menschen, wie Rowena es gewesen sein musste, die Umstände schon drastisch sein mussten, damit sie zu selbstlosem Handeln griff.

Warum es mich trotz aller Überlegungen überraschte, dass es doch Helga Hufflepuff sein könnte, eine weitere Frau?

Ich hatte es irgendwie nicht sehen wollen und intuitiv auf Slytherin geschlossen, vielleicht weil mir die Eigenschaften, die dieses so unscheinbare Haus der Hufflepuffs vertrat, mir so gar nicht nahe waren, aber ich sie gerade deswegen nicht hatte völlig ausschließen können.

Im Nachhinein sprangen einem die Eigenschaften, die Helga Hufflepuff für ihr Haus wollte, geradezu ins Gesicht. Sie wollte nicht die reinblütigen und indoktrinierten Slytherins, nicht die mutigen, aber sich in ihrem Mut eben auch oft überschätzenden und über Mut definierenden Gryffindors, die sicher im Team spielen können, aber immer diesen Machtkampf suchten, dass einer von ihnen oben stehen will. Aber halt auch nicht die rationalen Ravenclaws. Helga wollte die Leute, die mit dem Herz denken und wer das tut, wird auch selbstlos handeln können, eher als die anderen.

Dass es Helga war, war auch für mich daher eine Überraschung, aber auch an meinen Gedankengängen, die zu Slytherin oder Ravenclaw aufgrund meiner eigenen Erfahrung tendiert hatten, erkannte man mal, wie voreingenommen wir waren und nur das sehen wollten, was uns passte. Gerade war ich schwankend zwischen Glückseligkeit und Fassungslosigkeit, denn wir waren so unglaublich selten, dass ich nie damit gerechnet hätte, jemals namentlich einen anderen SoulGatherer benennen zu können. Dass ich es nun doch konnte, war überwältigend.

Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Frau diesen Terrorakt auf der anderen Seite des Seins überstand, war eben unwahrscheinlich, aber mit den drei anderen auf ihrer Seite, hatte sie ebenso wie auch ich dank Gellerts und Severus‘ Hilfe überleben können!

Und Helga hatte keine Nachkommen, was somit mehr als verständlich war, sie konnte nicht! Wie ich!

Wobei Helga aus einer großen, sehr kinderreichen Familie gekommen war und die berühmte Linie von Helga Hufflepuff deswegen nicht völlig ausstarb, da ihre Verwandten sich fröhlich vermehrten. Slytherin und Gryffindor hatten augenscheinlich schon vor ihrer nekromantischen Karriere und dem Aufbau von Hogwarts ihre Familien gegründet und damit sich eben an die Regel gehalten, dass Nekromanten keine Kinder bekommen sollten. Rowena hingegen hatte Helena erst danach bekommen und damit einen Tabubruch begangen, womit auch ihre Linie ausstarb und wie das ausgegangen war, erzählte uns die Geschichte Hogwarts!

Vielleicht kam auch daher die Überzeugung, dass die Nekromanten eben freiwillig auf Nachwuchs verzichten sollten?

Wie auch immer, es war sehr spannend, was ich herausgefunden hatte!

„Du versteckst dich aber gut. Wo warst du den ganzen Tag heute?“, stand plötzlich Ron vor mir am Ausgang des Geheimganges hoch oben in unserem Stockwerk und ich sah ihn überrumpelt an.

„Ich habe mich nicht versteckt“, gab ich regelrecht empört von mir und fühlte mich leicht ertappt.

„Das nicht, du bist aber allen mehr als geschickt ausgewichen“, gab er stoisch zurück. Sofort verzogen sich bei seiner zutreffenden Aussage meine Mundwinkel und ich lächelte gequält.

„Ich musste nachdenken“, versuchte ich es erneut, woraufhin mir Ron einen reichlich sparsamen Blick schenkte.

„Wegen der Eule?“, fragte er und musterte mich intensiv.

Er riss mich aus meinen bisherigen Überlegungen und ich verzog leidend die Mundwinkel. Das hatte ich gerade so schön verdrängt und ich konnte mir den verräterischen Impuls, zu der Innentasche meines Umhanges zu greifen, nur in letzter Sekunde verkneifen.

„Was?“, meinte ich somit aufrichtig irritiert und erntete doch nichts anderes als eine skeptisch erhobene, rote Braue.

„Das behauptest du… war es ein Geschenk? Hast du es behalten? Schließlich willst du unser Geschenk nicht“, präzisierte er und ich rollte mit den Augen, aber von Lucius‘ Bildgeschenk wollte ich nicht anfangen und so winkte ich nur ab. „Nein, es ist etwas anderes. Hogwarts hat viele Geheimnisse und eines hat sich mir heute offenbart.“

„Wow, sagst du uns, was für eines?“, fragte er hörbar an mir zweifelnd und das versetzte mir einen sehr feinen Stich und ich atmete tief durch, dabei war ich mir der Tatsache bewusst, dass Vertrauen zwischen uns Freunden enorm wichtig war.

„Wenn du ein Nekromant wirst, dann ja! Aber solange du das nicht bist, muss ich schweigen“, meinte ich aufrichtig in meinem Bedauern, denn dann könnte und würde ich es den Jungs sofort sagen und offenbaren, wenn sie wie ich wären, aber da ich nie zulassen würde, dass sie das werden würden, würde mein Mund ihnen gegenüber versiegelt bleiben. Mit meinem Blick bat ich ihn inbrünstig um Verzeihung, während Ron mich genau musterte.

„Berufsehre?“, stieß er dann nach einigen Sekunden aus und ich wiegte meinen Kopf hin und her, während ich seinen mit Narben übersäten Arm fasste.

„So in der Art“, entgegnete ich sehr involviert, worauf er seine Hand auf meine legte und langsam darüber streichelte.

„Dann muss ich das wohl oder übel akzeptieren?“, fragte er wieder vorsichtig und so etwas wie Bedauern lag in seinem aufrichtigen Blick.

„Es tut mir Leid“, flüsterte ich zurück, als er jedoch mit der Hand, die mich bisher streichelte, eine wegwerfende Geste machte.

„Muss es nicht. Ich kann so was schon verstehen. Mein Dad darf auch nicht über alles in seinem Beruf reden und du weiß, dass das keine besondere Abteilung ist!“, gab er verstehend und sehr erwachsen nach, daraufhin huschte ein aufrichtiges Lächeln über mein Gesicht.

Ron mauserte sich zu einem wahren Goldstück, das musste man ihm lassen. Als ich ein eigenartiges Geräusch vernahm, wollte ich um die Ecke sehen, aber Ron hielt mich an der Hand zurück. Umgehend zogen sich meine Augen zu Schlitzen zusammen.

„Sag mal, hältst du mich zurück, damit ich nicht in den Flur gehe?“, wollte ich argwöhnisch erfahren und als sich seine Pupillen etwas weiteten, fühlte ich mich bestätigt.

„Was? Ich nie!“, konnte seine etwas zu schnelle Antwort mein Misstrauen nicht mehr zerstreuen.

„Das wird es sein… pfff“, entgegnete ich schnaubend, ließ mich von ihm nicht aufhalten, beugte mich vor und linste um die Ecke. „Boah, was will die denn hier oben?“, fuhr ich zu Ron herum.

Pansy!

Zu meiner Verwunderung konnte ich kurz vor der Ausgangssperre im siebten Stock beobachten, wie Pansy langsam, fast zögerlich auf Harry zuhielt und er ihren Blick mit einer gewissen nicht zu leugnenden Intensität einfing.

War das ein Treffen, das ich gerade störte? Eine Verabredung?

Fast glaubte ich, die Spur eines wehmütigen, beinah traurigen Lächelns auf Harrys Zügen auszumachen, als zu meinem Erstaunen Pansy ganz offen Harrys Hände ergriff und sie sehr vertraut festhielt. Er hingegen drängte sie geschickt zu einer Statue, sodass sie nicht sofort ins Auge fielen, wenn man den Flur betrat.

Schade, dass ich keine Lippen lesen konnte, das war zu ärgerlich!

Im nächsten Augenblick zog Pansy ihn plötzlich recht flink in ihre Arme, was Harry wiederum zu kennen schien, denn er wirkte nicht zu überrumpelt, wenngleich er ein wenig starr erschien. Doch dann erwiderte er zögerlich diese allumfassende und so innige Umarmung.

Man wollte brechen!

Schließlich lösten sie sich voneinander und ich konnte kaum glauben, was ich dann sah!

Pansy beugte sich auf einmal vor und gab Harry einen zarten, liebevoll wirkenden Kuss auf die Wange, bevor sie verschämt herumwirbelte und eilig, wie auf der Flucht, den Flur entlang huschte, um die Treppen hinab in die Kerker zu stürmen.

Jetzt würgte ich sogar!

Harry blickte ihr nach dieser Zärtlichkeitsbekundung offensichtlich gedankenverloren hinterher und ich schüttelte mich, als Ron mich stupste, auf dass ich mit den verächtlichen Geräuschen aufhören sollte.

„Was war das?“, murmelte ich wie benebelt und ließ mich nicht mehr aufhalten und hielt auf Harry zu, der noch immer bei der Statue stand.

„Willst du ihr nicht folgen?“, riss ich Harry aus seinem „Traum“ und deutete mit dem Kopf in die Richtung, in die Pansy gerade verschwunden war, während Ron mir auf dem Fuße folgte.

„Hä? Wen meinst du? Warum?“, blinzelte mich Harry konfus durch seine runde Brille an und kratzte sich verwirrt an der Stirn.

„Na, Pansy und warum? Das müsstest du am besten wissen, nicht ich…“, erklärte ich mit einem verzerrten, gequälten Lächeln.

„Warum?“, wirkte Harry noch immer konfus, während Ron neben mir ostentativ zu husten begann.

Seitdem ich wusste, dass er das Geld wirklich bezahlt hatte, war meine Geduld mit den Jungs extrem kurz, wie ich gerade jetzt herausfand. Ich fand es von Harry unglaublich frech, so zu tun, als wäre ich hinter dem Mond aufgewachsen. Was sollte das?

Schlussendlich wusste ich aufgrund von Blaises Indiskretion von Harrys und Pansys Eskapaden.

Ich hatte gerade zuvor mit mir über die Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit in Freundschaften gerungen und wusste, dass ich viel falsch machte, aber das hier war von Harry mir gegenüber auch nicht fair.

„Du sollst zu Draco“, verkündete nun auch noch Ron wenig subtil, um dem aufziehenden Sturm zuvorzukommen und ich schnaubte nur mit verschränkten Armen und drehte bedauernd ab.

Schon wieder wurde ich so davon abgehalten, mein eigenes Reich in Hogwarts in Besitz nehmen zu können. Tragisch, wirklich tragisch!

„Lenk nicht ab!“, wandte ich mich nun wieder an Ron und ging dann zu Harry über: „Was sollte das gerade mit Pansy?“

Mein Blick war starr und forschend auf ihn gerichtet. Harry war nun völlig aus seiner Starre aufgetaucht und blickte mir unerschrocken entgegen.

„Das geht dich nichts an!“, gab er resolut von sich. „Komm, Ron!“, winkte er Ron ihm zu folgen, wirbelte herum und so ließen sie mich beide einfach wie irgendwen stehen.

Das Thema war noch nicht beendet für mich, aber ich hatte an Harrys Blick erkannt, ich würde jetzt nichts aus ihm herausbekommen, also konnte ich genauso gut gleich zu Draco gehen.

Hermiones Sicht Ende

Dracos Sicht

Unglückselig starrte ich auf den Tisch vor mir, als Marcus mein Büro mit der ihm innenwohnenden Grazie eines Halbtrolls betrat.

„Du wolltest mich sprechen?“, kam er ohne Umschweife zum Thema, noch während er hinter sich die Tür eher zuhaute denn schloss.

Er wusste genau, meine Zeit, die ich außerhalb der Ferien hier verbringen konnte, war sehr begrenzt und dass ich sie effizient nutzen musste. Außerdem kam ich nicht oft unangekündigt nach Irland und regelte die Dinge meist von Hogwarts aus, während Marcus mein Vertreter war, auf dessen Tatkraft ich stets vertrauen konnte.

„Ja, setz dich“, deutete ich wegwerfend in Richtung meiner Sitzecke und kam nun mit Schwung wieder aus meinem Stuhl hoch und schlenderte zur Bar. Ich schenkte auch Marcus einen Drink ein, denn ich hatte mir schon einen genehmigt.

Nach allem was passiert war, mit dem neuen Auftrag des Lords an mich, brauchte ich das jetzt. Wobei mir bewusst gewesen war, dass der Lord über kurz oder lang einen solchen Auftrag erteilen würde, nur ob es gut oder schlecht war, dass er mich zum Anführer auserkoren hatte, fragte ich mich noch immer. Hätte er ihn einem der anderen Trottel des Inneren Kreises erteilt, wären meine VenTes vielleicht sicherer gewesen, denn sie waren besser als viele der DeathEater, andererseits hätte es auch jemanden treffen können, der kein ganz so großer Hohlkopf war. Ich hingegen würde Erfolge zeigen müssen, was bedeutete, es würde Opfer geben, aber ich würde sie so gering wie möglich halten müssen. Meine Hand krampfte um die Gläser, während ich auf Marcus zu ging.

Pest oder Cholera also, eine super Auswahl. Dass die DeathEater von den VenTes wussten, war allen spätestens seit der Patrouille, an der ich teilgenommen hatte und bei der wir angegriffen worden waren, völlig klar.

„Danke“, nahm Marcus seinen Drink entgegen und ich ließ mich auf dem zweiten Sofa nieder.

„Du wirst in der nächsten Zeit mit Verlusten unter den VenTes rechnen müssen“, begann ich gerade heraus und erntete einen scharfen Blick über das Glas hinweg, aber ich hielt meine arrogante Maske aufrecht.

„Der Lord hat sie ins Visier genommen? Du sollst sie finden?“, hakte Marcus sehr zielsicher nach, nachdem er eine Sekunde überlegt hatte und ich schenkte ihm ein huldvolles Nicken.

„Ja, leider… was abzusehen war. Sie sollen härter trainieren und schärf ihnen noch mal ein, dass sie niemals nachlassen dürfen in ihrer Wachsamkeit!“, mahnte ich eindringlich und nahm einen großen Schluck.


„Das gefällt mir nicht, Draco… wir schicken die Leute sehenden Auges ins Verderben“, begehrte meine Rechte Hand in Irland vehement auf, dabei stand ihm sein Widerwillen ins Gesicht geschrieben.

„Was erwartest du von mir? Versagen?“, fragte ich aggressiver als beabsichtig. Aber was sollte ich tun?

„Mhm… natürlich, das kommt für einen Malfoy nicht in Frage“, ätzte er munter zurück und ich ballte die Hand zur wütenden Faust, es trat genau das ein, was wir ganz zu Beginn unserer Zusammenarbeit besprochen hatten.

„Marcus, das haben wir als Eventualität sehr wohl in unserem Grundsatzgespräch durchgesprochen“, mahnte ich ihn und erinnerte mich, wie Marcus mich vor langer Zeit „Was ist, wenn du als DeathEater gegen das, was du hier aufgebaut hast, wirst kämpfen müssen?“ gefragt hatte und ich hatte schlicht geantwortet: „Dann werde ich es tun und du wirst hier alles schützen und wenn ich es bin, ist es das Beste, was uns passieren kann“, daher sprach ich ihn nun mit Schärfe an.

„Hör auf, Marcus… darum geht es nicht und das weißt du, aber wenn ich keine Resultate liefere, werde ich abgelöst und dann Gnade euch die Magie, dass der Lord keinen der männlichen Lestranges, oder Dolohow wählt“, versuchte ich, ihm schonungslos die Konsequenzen aufzuzeigen, woraufhin Marcus die Hände hochriss.

„Ich weiß, Draco, aber es sind meine Leute, damals war es alles so theoretisch… und heute ist es anders, aber ich bin dein Mann, war ich immer“, offenbarte er selten gezeigte Emotionen, die er bestimmt seiner Frau zu verdanken hatte und ich verzog leidlich meine Mundwinkel.

„Das weiß ich zu schätzen, Marcus“, entgegnete ich nun honorig.

„Gut, wird gemacht“, murmelte er widerwillig.

Aber Marcus wusste genau, dass ich zwischen zwei Stühlen saß und nur versuchen konnte, Schaden von unseren Leuten abzuwenden, aber nicht garantieren konnte, dass keinem etwas geschehen würde. Wir konnten froh sein, dass ich derjenige war, der die VenTes finden sollte, so konnten wir wenigstens steuern, was passieren würde und die Verluste so gering wie möglich halten, mehr ging nicht, auf der anderen Seite war es makaber, sich als Richter aufzuspielen.

Wobei ich versuchte, mich in ihn hineinzuversetzen. Er war täglich hier, beschäftigte sich, auch wenn er die Geschäfte der Firma zu leiten hatte, trotzdem ständig mit denen, die wir gerettet hatten und noch retten würden und war generell noch involvierter als ich. Ich konnte das Ganze nur pragmatisch sehen, sonst hätte ich mich wohl in Selbstmitleid ergangen, denn jetzt von denen, die wir hierher geholt und ausgebildet hatte, sehenden Auges jemanden zu opfern, war sicher nichts was ich gerne tat.

Wir waren im Krieg, da gab es Opfer, wir konnten nur versuchen, diese so gering wie möglich zu halten.

„Gibt es sonst noch was? In Hogwarts alles in Ordnung?“, fragte er mich nach einer Zeit des Schweigens aufmerksam musternd und ich ahnte, worauf er hinaus wollte, doch ich hatte keine Lust, über Hermione und Vater zu reden, oder diese vermaledeite Verlobung.

„Nein, das war alles“, wiegelte ich daher recht entschieden ab.

„Ok, dann gehe ich wieder an die Arbeit“, erhob sich Marcus und stellte sein Glas unberührt ab. Er war schon fast an der Tür, als er sich nochmal spontan umdrehte: „Ach ja, ich soll von dem irren Alten ausrichten, dass er dich unbedingt sehen muss!“

Eine Aussage, die mich die Brauen hochreißen ließ, aber noch bevor ich etwas erwidern konnte, verließ Marcus mein Büro.

Ich seufzte und vergrub mein Gesicht in meinen Händen, denn das hatte mir gerade noch gefehlt. Auf Gellerts hochtrabendes Gerede und sein geheimnisvolles Getue hatte ich so gar keine Lust, aber wer wusste schon, was der Alte gefunden hatte und angesichts dessen, dass er in den Kerkern der alten Burgruine an den gefundenen Schriften arbeitete, konnte es durchaus brauchbar sein, was er zu sagen hatte.

Lustlos verließ ich also das Büro und begab mich eilig in die Burg.

Dort angekommen betrat ich als erstes die große Halle, in welcher einige Leute in kleinen Grüppchen beieinander saßen und sich leise unterhielten, oder über Unterlagen brüteten, die vor ihnen ausgebreitet lagen.

Die Geschäftigkeit vor Ort war fast mit Händen zu greifen, in einer der Ecken bemerkte ich Krum und Clearwater zusammen sitzen und beide fuchtelten abwechselnd mit den Händen, oder schrieben etwas eilig auf ein Pergament, das vor ihnen lag und das sie sich immer wieder hin und her schoben. Irritiert runzelte ich die Stirn. Mir war gar nicht so richtig aufgefallen, dass Clearwater und Krum seit neuestem so aufeinander hingen, aber ich war auch in letzter Zeit wenig in der Burg gewesen. Ich hatte Leute, die hier dafür sorgten, dass alles lief und solange ich nichts Gegenteiliges hörte, verbrachte ich wenig Zeit hier, denn ehrlich gesagt war mir auf der Burg mittlerweile meistens zu viel Drama und Getratsche.

„Hey, Jüngelchen, hat man dich endlich zu mir geschickt!“, wurde ich dann jedoch abgelenkt und der, den ich gesucht hatte, stand fast zahnlos breit grinsend vor mir.

„Ja?“, antwortete ich gedehnt, noch abgelenkt von dem Anblick, den Krum und Clearwater boten und überhörte sogar, dass er mich schon wieder Jüngelchen nannte.

„Hihi, witzig, was?“, kicherte der Alte derweil schadenfroh in sich hinein, als er meinen Blick bemerkte und deutete auf die beiden.

„Wie? Was?“, fuhr ich dann doch zu ihm herum und sah den Schalk in seinen so strahlend blauen Augen aufblitzen.

„Na die zwei Turteltäubchen. Endlich hab ich meine Ruhe“, verkündete er sehr zufrieden und klatschte infantil in die Hände.

„Ruhe? Weshalb fühlten Sie sich von ihnen gestört? Was haben sie getan?“, nahm ich daher Gellert hart ins Visier, doch meine Stimme klang eher resignierend. Zu glauben, dass der Alte seine Dinge nicht selber regelte, wäre dumm gewesen. Man durfte nie vergessen, auch er war ein Dark Lord gewesen und wenn er sich gestört fühlte, handelte ein Mensch wie er.

„Och, der Bulgare hat mich mit seinem Genörgel, Gezeter und dass er dauernd aufgebraust ist, sobald er mich gesehen hat, genervt“, rollte er abschätzig mit seinen Augen. „Ich meine, ich mag meine Ruhe, weißt du, Jüngelchen“, gab Gellert lapidar und schulterzuckend von sich, doch seine Haltung konnte mich nicht darüber hinweg täuschen, dass er nicht so harmlos war wie er gerade tat.

„Gellert“, drohte ich daher seidig und stemmte meine Hände in die Hüften.

„Ist ja gut… dass ihr Malfoys immer alles wissen müsst. Außerdem, vielleicht sieht der Hohlkopf dann mal, dass er sich besser mit der Kleinen beschäftigen sollte, als mit seinem Zorn und Selbstmitleid. Die himmelt ihn doch schon seit Wochen an“, Gellert verdrehte genervt die Augen. Krum schien ihn wirklich zu nerven.

„Also, was haben sie getan?“, hakte ich nochmal nach und verschränkte abwartend die Arme vor der Brust, während mein Blick noch mal zu den beiden huschte, die sich wirklich eigenwillig gebärdeten.

„Oh, mit der Kleinen?“, fragte er nochmal nach und warf einen Blick zu der ehemaligen Ravenclaw. „Gar nichts. Sie war nur so doof, sich vor meinen Zauberstab zu werfen und jetzt hat sie dasselbe wie Krum. Dummes, verliebtes Gör. Selbst schuld. Und der Bulgare, ich sagte ja schon, er ist mir tierisch auf die Nerven gegangen und den anderen auch. Ich habe uns allen einen Gefallen getan!“, sinnierte Gellert zufrieden wirkend und streichelte dabei sein Kinn.

„Geht’s auch genauer?“, knurrte ich langsam genervt.

„Ach, ich hab ein wenig gespielt und seine Zunge am Gaumen festgeklebt, schwarzmagisch versteht sich von allein, und sie hat es auch erwischt“, grinste er fies. „Na, wie auch immer, jetzt kann er nicht mehr sprechen, bis er MICH“, deutete er gewichtig auf sich, „bittet, den Fluch aufzuheben!“, erklärte der Alte äußerst hämisch und strich sich mit seinen knochigen Fingern über seine stoppelige Glatze.

„Warum nicht gleich so?“, resignierte ich und fragte mich ängstlich, ob ich in einem Kindergarten angekommen war, oder ob im Alter vielleicht Infantilität ausbrach. Ich wusste schon, warum ich so wenig Zeit wie möglich in der Burg verbrachte, seitdem alles so groß geworden war.

Mir war eigentlich egal, was mit Krum passierte, denn mir war es schon ein Dorn im Auge, dass er überhaupt in der Burg war und außerdem konnte ich ihm sein Techtelmechtel mit Hermione nicht verzeihen, auch wenn das irrational war, das war mir in dem Punkt gleich. Er machte nur Ärger, wie wir schon am ersten Tag gesehen hatten, als man ihn nach der Hochzeit bei den Weasleys hierher brachte, ganz zu schweigen von seinem Stunt bei dem Auftrag, aufgrund dessen Marcus verletzt worden war.

Gellert indes kicherte boshaft vor sich hin und schien sich an dem Anblick der beiden zu erfreuen.

„Mir egal was mit Krum ist, aber Clearwater muss wieder zur Arbeit kommen. Lösen Sie den Fluch von ihr, heute noch!“, wies ich schließlich hart an und hoffte, dass der Dickkopf Gellert nachgeben würde. Kurz maßen wir uns eisern.

Strahlendes Blau traf auf helles Grau, er wollte nicht, das konnte ich aus ihnen lesen, aber es war mein Wunsch, keine Sekunde zuckte meine Aufmerksamkeit von seinen Augen weg. Es war wie ein Kampf, bis er plötzlich etwas zurückzuckte, jedoch ohne den Blickkontakt zu brechen.

„Wenn´s denn sein muss, Jüngelchen“, schlich sich ein gehässiger Ausdruck in seine Züge. „Wie du wünschst! Aber erst später…“, erwiderte er mit wenig Elan, wandte sich aber endlich von uns allen ab.

„Ich hab was gefunden“, meinte er jetzt energisch, während er auf dem Absatz kehrt machte und aus der Halle lief. Er überließ es mir, ob ich ihm folgen würde und ich seufzte tief, aber auch ergeben auf, als ich ihm hinterher eilte.

Er eilte auf die Keller der Burg zu und ich bekam die Vermutung, dass er etwas in den Kellern der Ruine gefunden hatte. Wir kamen nur kurze Zeit später an unserem Ziel an, dorthin transportiert durch die Vorrichtung, welche die alten Bewohner dieser Burg im Keller geschaffen hatten und ließen alles und jeden hinter uns.

Gellert eilte immer noch mit Schwung vorweg und als er um die Ecke in den Bereich der Keller mit den kleinen Räumen, in denen die Tafeln lagerten, abbog, vernahm ich aufgebrachtes Geschimpfe.

„Da sind Sie ja endlich“, erschallte es genervt. „Wo zur Magie haben Sie gesteckt, Gellert? Ich warte schon seit zwanzig Minuten hier. Ich bin nicht Ihr Diener und habe Besseres und Wichtigeres zu tun, als auf Sie zu warten!“, knurrte die Stimme ungehalten und als ich in diesem Moment um die Ecke bog, erkannte ich Davis, der mit aufgebrachter Miene und vor der Brust verschränkten Armen wütend mit Gellert sprach.

Mutig und dumm, war alles was ich denken konnte!

„Malfoy!“, sah er mich soeben und schon entkam ihm dieser Ausruf, als hätte man die Luft aus einem Ballon entlassen und sofort ließ er die Arme fallen und sie hingen geradezu schlaff an ihm herab. Fast wirkte er ertappt.

„Davis“, begrüßte ich ihn brüsk.

„Du hast mir gar nichts zu sagen, Kleiner, und werde bloß nicht frech!“, spottete Gellert regelrecht gutmütig, der deutlich kleiner war und geradezu schmächtig wirkte, gegen den großen, jungen und agilen Davis.

„Hmpf“, gab Davis nur sichtlich angefressen von sich und ich war mir sicher, er gab nur so bereitwillig nach, weil ich dabei war. Ich hatte durchaus die Belustigung in Gellerts Blick gesehen und dass er einem guten Streit nie in aus dem Weg ging, war mir auch schon aufgefallen. Er liebte es, zu provozieren, aber es war dämlich, sich Gellert als Gegner auszusuchen. Diese Erfahrung würde Davis schon noch selbst machen.

„Komm, komm“, überging damit Gellert Davis und wedelte einladend mit einer Hand zu mir, während er nun zielstrebig auf einen der kleinen Räume zuhielt und Davis einfach links liegen ließ.

„Was bildet der sich ein?“, murmelte er wütend vor sich hin, daraufhin warf ich dem ehemaligen Ravenclaw, dem ich die Aufgabe gegeben hatte, die Arbeit hier unten in den Kellern zu überwachen und zu koordinieren, einen mahnenden Blick zu, den er stoisch erwiderte und folgte dann Gellert.

Der Ravenclaw mochte gut in Sprachen sein und hier vieles übersetzen können, aber der Experte für die Magie, die man angesichts dessen was wir hier schon gefunden hatten, in den Texten zu erwarten war, war Gellerts Gebiet. Wenn Davis mit Gellert nicht klar kam, war das sein Problem. Davis war, auch wenn er gut für mich arbeitete, in dieser Position ersetzbar, Gellert mit seinem großen Wissen um die Magie der alten Bewohner dieser Burg jedoch nicht.

„Also?“, fragte ich, als ich den Raum betrat, während Gellert schon dabei war, den kleinen Holztisch, den man hier zum Arbeiten aufgestellt hatte, mit Steinplatten auszulegen, die mit verschlungenen und uralten Schriftzeichen und Zeichnungen übersät waren.

„Sieh es dir an!“, forderte er mich eifrig auf, während er weiter die Platten durchging und einzelne aussuchte, die er vor mir auf dem Tisch ablegte.

Mein Blick glitt über die Runen. Ich konnte nicht viele von ihnen entziffern, erkannte nur hier und dort eine, die mir bekannt vorkam und noch seltener eine, deren Bedeutung ich wusste.

„Ich habe noch nicht viel übersetzt, aber ich bin sicher. Es ist eine ältere Version, sie ist umfangreicher, das ist… aufregend… nicht zu glauben“, plapperte der Alte geradezu euphorisch drauf los, während ich die Tafeln weiter betrachtete und noch nicht wirklich wusste, was hier vor mir lag, aber es musste etwas Großes sein, wenn er so in Euphorie verfiel.

Nach einer langen, bisweilen für mich doch schwer zu ertragenden, aber überschwänglichen Erklärung Gellerts, die mir auch klar gemacht hatte, wie herausragend sein Fund war, kehre ich schließlich nach Hogwarts zurück.

Ich machte es mir mit einem Drink vorm Feuer im Gemeinschaftsraum bequem und hörte mir an, was meine Slytherins zu berichten hatten, bis wir unterbrochen wurden.

„Wo zur Hölle warst du nach dem Frühstück?“, begrüßte ich Hermione unduldsam als sie den Gemeinschaftsraum der Slytherins betrat und auf uns zu eilte, woraufhin sie mit den Augen rollte.

„Blaise, Astoria“, setzte sie sich, die anderen höflich grüßend, zu mir, während ihr Blick durch den Raum zuckte und über die Schlangen wanderte.

Dabei fiel mir auf, dass sie Greg, genauso wie Vincent musterte, bevor sich eine ihrer Brauen hob, als ihr Augenmerk auf Pansy und Theo fiel, die es sich in einer Ecke auf einem Sessel zusammen gemütlich gemacht hatten und rum machten. Man könnte es auch als Knutschen und Kuscheln bezeichnen und ich fragte mich schon, was sie daran gerade so fesselte.

Aber vor allem ärgerte es mich, dass sie die anderen begrüßte und mich nicht!

„Im Unterricht?“, fragte sie täuschend sanft und ich ließ meine Fingerknöchel knacken.

„Du bist immer verschwunden. Und was hast du gemacht?“, insistierte ich, während sie seufzte und unglücklich zu mir blickte.

„Mich abreagieren“, umschrieb sie dezent einen Aussage, die alles bedeuten konnte, während Blaise und Astoria versuchten, unsichtbar zu spielen.

„Was hat dir Vater gesandt?“, wollte ich nun unumwunden erfahren.

„Wie?“, fing sie gedehnt an, dabei bemerkte ich, wie ihre Finger zuckten und so hob ich eilig meine Hand um sie zum Schweigen zu bringen. Ich mochte es nicht, wenn sie mich anlog, dann sollte sie lieber gar nichts sagen.

„Streite es nicht ab, ich habe die Eule erkannt. Was war es?“, drang ich daher weiter in sie und sie belohnte mich damit, dass sie auf ihrer Unterlippe rum kaute.

„Nichts… nichts… von Bedeutung“, entgegnete sie zum Schluss hin sichtbar verärgert, da mich ihre so braunen Augen zornig anfunkelten.

„Alles hat Bedeutung, was von ihm kommt“, wandte ich daher herrisch ein und war nun wirklich sehr gespannt, was er ihr schönes offeriert hatte und ob seine Gabe mit meiner mithalten konnte.

„Nein“, entfuhr es ihr plötzlich ernst und ich ruckte mit meinem Kopf in die Höhe, wobei Blaise und Astoria sich augenscheinlich ganz weit weg wünschten.

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