When Hermione Fights
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 Kapitel 359-360

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queenie
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BeitragThema: Kapitel 359-360   Kapitel 359-360 EmptyMo März 18, 2013 12:03 am

359. Kapitel Die Flucht des Prinzen, Flight of the Prince

Haarscharf gelang es mir auf den Wald auszuweichen, ohne zu zersplintern. Das war verdammt knapp gewesen!

Ich materialisierte mich zitternd am Waldboden kniend und rang keuchend nach Luft. Was genau mich gerade so mitnahm, nach der Action auf dem Turm, wusste ich wirklich nicht und ich fragte mich jetzt wieder nur so nebenbei, ob ich es wissen wollte, bevor ich mich wieder notgedrungen aufrappelte und über die Schlossgründe gen Hogwarts lief.

Hierbei ging mir aber das Problem mit dem Stab nicht aus dem Kopf. War es weil er eben ein Heiligtum des Todes war und ich nun… ja, diese SoulGatherer-Geschichte mit mir herumtrug?

Oder fühlte jeder dieses schreckliche Verlangen nach diesem Stab?

Ich überlegte gedankenversunken und mir fiel auf, dass ich auch Harrys Umhang nun schon seit langer Zeit, ähnlich der Geister, nicht mehr wirklich in meiner Umgebung wahrgenommen hatte!

Ich brauchte ihn nicht mehr, dank meiner Unsichtbarkeitszauber, aber es wäre interessant, zu wissen, wie ich auch auf diesen reagieren würde!

Aber dieser Stab pulsierte vor Macht, gespeist vom Tod. Ich fühlte, dass, selbst wenn ich nicht Herr des Stabes war, sondern Draco, er gut mit mir harmonieren würde. Wie wäre es, ihn als rechtmäßiger Besitzer in Händen zu halten?

Mir schoss die Gier in die Glieder, worauf ich mich bei diesem Gedanken entschlossen zur Raison rief, da mein gehetzter Blick zu dem unschönen Anblick des Totenkopfes ging, mit der sich in ihm windenden Schlange, am Nachthimmel über Hogwarts! Es war ein Bild, das wir wohl alle nie so hatten sehen wollen, das enorme Dark Mark am Himmel wirkte so deplatziert.

Ich sollte mich nicht von Machtgier treiben lassen, schließlich hatte Albus‘ Jagd nach den Heiligtümern sowohl ihn als auch Gellert zerstört und selbst bei Draco und mir schafften sie, Unfrieden zwischen uns zu säen!

Dieser Stab war gefährlich und dank meiner Erfahrung als SoulGatherer war ich mir sehr sicher, nicht noch eine Bürde mehr tagen zu wollen.

So hastete ich rasch weiter, dabei passierte ich die Schlossmauern und das Schlosstor, ging diesmal nicht durch den Geheimgang zurück ins Schloss. Man sah am Schlosstor und den Mauern deutlich die Einschlagspuren von Flüchen, die hier brutal gewütet hatten aber als ich an Hagrids niedergebrannter Hütte vorbeilief, ärgerte ich mich wirklich über Warrington, der diese zerstörenden und demolierenden Irren ins Schloss gelassen hatte.

Ich stockte, da zwischen dem Weg zum Schloss und Hagrids Hütte ein DeathEater lag, ein toter wohlgemerkt! Es war Wilson, einer aus Bellas Team und ich hoffte, dass es Harry gewesen war, der sich damit hervorgetan hatte, auch wenn ich es bezweifelte. Und so fragte ich mich kurz, auf welches Konto der Tote ging. Mitleidlos passierte ich ihn und schenkte ihm keinen weiteren Blick.

Ich stoppte abrupt, da ich am Fuße des Astronomieturms eine große Anzahl von Menschen wahrnahm, die zum Teil ihre erleuchteten Stäbe pathetisch gen Himmel erhoben.

Das war mein Ziel und so schlich ich leise auf die Ansammlung zu und wurde von Schluchzern, Wimmern und Gejaule empfangen, da alle den toten, auf dem Boden liegenden Körper von Albus Dumbledore betrauerten.

Auch die Mitglieder des Ordens, die im Kampf gegen die eingedrungenen DeathEater geholfen hatten, versammelten sich mit den schockierten und sprachlosen Lehrern und den ängstlichen und furchtsamen Schülern hier draußen.

Selbst wenn sie zum Teil DA und BL waren, so war dies das erste Mal, dass sie dem Grauen gesammelt ins Antlitz geblickt hatten, während Harry gezeichnet vom Kampf am Boden neben der Leiche kauerte und so schmiss ich mich ebenfalls zu ihm, neben den Toten, der mir ein dermaßen unglaubliches Zwischenspiel zwischen Leben und Tod geliefert hatte, dass mir noch immer eine Gänsehaut aufzog.

Ich hatte Sorge, einen Blick auf ihn zu werfen, aber als ich es wagte, konnte ich sagen, dass da nichts mehr war, kein Sog, keine Anziehung. Er war schlicht nur noch eine Leiche, etwas was mich ungemein erleichterte!

Harry warf mir unter seinen wirren Haarsträhnen, die ihm wild ins verdreckte, blutige und zerkratzte Gesicht hingen, einen taxierenden Blick zu und ich nickte sachte. Sowohl die DeathEater als auch Severus, Draco und Gellert waren weg. Das Schloss war rein und doch kämpfte ich noch immer gegen die Verlockung des Stabes an!

Wie gut, dass mich meine Inferi und meine weißen Augen Demut, Duldsamkeit, Disziplin und das Widerstehen gelehrt hatten, auch wenn es nicht leicht war!

Augenblicklich beobachtete ich, wie Harry aus den toten, erschlafften Fingern von Dumbledore eine Kette hinwegzog und sie gekonnt in seiner Hosentasche verschwinden ließ. Das war doch, oder? Die kannte ich doch! Das war der ganze Akt gewesen? Ich war verwirrt, wie gesagt, diesen Horkrux verwahrten wir doch sicher in unserem Safe im Cottage auf!

Plötzlich kam mir eine Eingebung. Harry klaute etwas von dem Toten, ich würde die Chance nutzen und ihm den Elderstab zurückgeben. Rasch schmuggelte ich geschickt den Stab in meine Hand und schluckte würgend, als ich diese unermessliche Gier in mir erwachen fühlte, das Begehren, die Herrscherin dieser unendlichen Macht zu werden und mit einem Keuchen drückte ich entschlossen den Stab in die erschlaffte Hand von Dumbledores Leiche.

Der Schweiß stand mir auf der Stirn, als ich mit Bedacht, geschützt von den langen Gewändern der Leute um mich herum, die nachgiebigen Finger der Leiche einzeln um das dunkle Holz schloss, dabei kam mir gar nicht in den Sinn, dass es viele bestimmt befremdlich fänden, wie ich selbstverständlich mit einer Leiche umging und diese ohne Scheu berührte.

Aber das hier war ich gewohnt! Doch nicht mal Harry achtete auf mich, sondern starrte blicklos in das alte, nun leblose Gesicht.

Erleichtert ließ ich mich noch immer kniend etwas zurücksinken. Ich war unglaublich erleichtert, denn jetzt, mit etwas Abstand zu dem Holz, ging es mir besser, aber je länger ich darüber nachdachte, desto besser fand ich es, die Heiligtümer zu trennen und am besten ganz weit weg von mir zu halten!

Wir hatten nun mehr oder minder alle 3 Teile zusammen, aber gerade wurde mir das zu heiß, zu unkalkulierbar und gefährlich!

Irgendwas hatten die Jungs unter sich abgesprochen und nach dem, was ich mittlerweile über Zauberstäbe wusste, hatte nun Draco die Hörigkeit des Stabes aber er würde ihn nie bekommen, das schwor ich mir inbrünstig und um weiteren Verwicklungen zuvorzukommen, wollte ich ihn sicher verwahrt wissen und wo wäre er sicherer als in Albus Dumbledores Grab?

Auch vor mir, wie ich mir schuldbewusst eingestand!

Plötzlich zuckten wir alle zusammen, da ein unbeschreiblich trauriges Klagelied erschallte und alle Blicke ruckten wieder in die Höhe, als Fawkes singend, beeindruckend in seiner rot goldenen Pracht, das Schloss verließ und auf Nimmerwiedersehen über dem Verbotenen Wald verschwand.

Schon passierte das, was ich erhofft hatte.

„Miss Granger und Mr. Potter, treten Sie bitte zurück!“, versuchte eine tapfer erscheinende McGonagall die Zügel zu übernehmen, nun, nachdem die Stille nach dem Abschied nehmenden Lied umso lastender geworden war.

„Kommen Sie… ich möchte dem Professor eine würdigere Liegestatt schaffen!“, forderte sie knapp und unbewegt, sie schien sich schwer zusammenzureißen und somit kamen wir ihrem Wunsch nach und schon formte sich um ihn herum ein provisorischer, schlichter Holzsarg und verschloss nicht nur den Leichnam, sondern auch den Stab, wie von mir erhofft. Dann erhob sich die Kiste in die Luft, um ins Schloss zu schweben.

„Der Rest der Schülerschaft begibt sich bitte zurück in sein Haus, oder in die Krankenstation!“

Hermiones Sicht ende

Dracos Sicht

Dass etwas ganz und gar nicht stimmte wurde mir bestätigt als ein sehr unauffälliger, silbriger, riesiger Bär in den Slytheringemeinschaftsraum spurtete und rumbrüllte, dass etwas im Raum der Wünsche passieren würde und dass Alarm gegeben wurde.

Weasley, für wie bescheuert ich ihn normalerweise auch halten mochte, würde dies so nie wagen, wenn nicht wirklich etwas ganz, ganz brutal in die Hose gehen würde und so vertraute ich einfach mal seinen Angaben und verbot allen Slytherins unser Haus zu verlassen, selbst Blaise wollte ich nicht dabei haben, als ich gehetzt durch den Geheimgang hoch rannte und mehr oder minder in die kleine Weaselette im 7. Stock hineinrannte.

„Oh, ups…“, entfloh es mir atemlos.

„Endlich!“, keuchte sie und klang wahrlich erleichtert mich da zu haben. Ich hatte auch nicht gedacht jemals von ihr derart ehrlich zu vernehmen, dass sie froh war, mich zu sehen, doch dann bemerkte ich, warum wir kollidiert waren, denn es war hier stockfinster.

„Was ist das? Diese Dunkelheit, mach Licht!“, forderte ich sofort.

„Das ist Fred und Georges scheiß Erfindung! Das Instant-Finsternispulver! Da gibt es nichts dagegen! Sie kamen aus dem Raum, angeführt von…“, haspelte sie leise zu mir und ich unterbrach sie rasch.

„Wer, wie, wo, was? Woher wisst ihr das alles?“, wollte ich geschäftig erfahren und versuchte ob dieser unübersichtlichen Situation einen ruhigen Kopf zu behalten.

„Die Karte der Marauder hat es uns gesagt. Es war Warrington, diese Schlange! Die Karte nennt Namen wie Bellatrix Lestrange, Fenrir Greyback, … irgendwas mit Carrow und noch 3 oder 4 andere Typen, die ich nicht kenne…“, ratterte sie hektisch vor sich hin und man hörte die leise Panik in ihrer Tonlage mitschwingen.

„WAS? DIE SIND IM SCHLOSS?“, entgegnete ich schockiert und runzelte doch gleich die Stirn „Wie sehen die hier was?“, fragte ich mich perplex.

„Oh, er ging mit dem Trupp an mir vorbei. Er hatte an der rechten Hand so einen komischen Handschuh an… der leuchtete ihnen den Weg!“, erklärte sie hörbar rastlos und besorgt.

„Ah, die Hand des Ruhms…, die stand bei Borgin!“, sinnierte ich und ärgerte mich, sie nicht selbst gekauft zu haben. Offenbar hatte Warrington dies von langer Hand geplant gehabt, was mich umso mehr aufbrachte. Er war so dumm.

„Ist doch egal. Niemand kann sie aufhalten, da sieh, keiner sieht etwas! Und Ron sagt, ich soll dir sagen, dass er die BL aktiviert!“, erklärte sie nun hektisch und packte mich grob an den Schultern und bohrte ihre Nägel durch den Stoff in meine Haut.

„Gut… aua…“, wollte ich mich beschweren als wir plötzlich durch die Finsternis unterbrochen wurden.

„Endlich, Malfoy!“, schoss Weasley erstaunlich flink und sicher aus dem Dunkeln auf mich zu, im Schlepptau diese summende Träumerin von Luna Lovegood, die mich bestimmt versonnen anlächelte, aber es fehlte das Licht, daher hörte ich nur ihr eigentümliches vor sich hin summen, woran ich sie auch identifiziert hatte.

„Was?“, hisste ich und entfernte die klammernden Hände seiner Schwester resolut.

„In dieser Sekunde sind Harry und Dumbledore auf dem Astronomieturm angekommen!“, informierte er mich betont strukturiert und erstaunlich ruhig. In dieser brenzligen Situation behielt er augenscheinlich die Nerven und ich dachte mir sofort, dass dies jetzt der Moment war, an dem es kein Zurück mehr gab.

„Gut, ich gehe! Informiert auch die DA! Lasst aber nur die BL aus den Häusern... geht zu Severus und sagt ihm, er soll auf den Turm kommen, „ES IST NUN SOWEIT!“ und passt auf, diese Truppe um Bellatrix ist verrückt, die schießen scharf! Kein Spiel! Und haltet wirklich JEDEN von Greyback fern! Es geht um Leben und Tod! Und die Slytherins werden nicht kommen, ich habe ihnen befohlen, im Haus zu bleiben! Wenn es sein müsste holt nur Blaise“, drehte ich mich zackig um und spurtete rasant zum Turm.

„Geht klar, dafür wurden wir ausgebildet!“, rief mir dieser doch irgendwie loyale Freund von Potter und Hermione hinterher und ich fragte mich, was aus dem cholerischen Idioten von früher geworden war.

Nun spürte ich das Schloss auch schon unter den ersten Flüchen erzittern, denn es tobte ein erbitterter Kampf, da die Wirkung des Pulvers endlich nachließ. Ich nützte die Gunst der Stunde, zu wissen wo Dumbledore war und verzauberte den Durchgang zum Turm mit einer magischen Barriere, sodass niemand mit einem Dark Mark Zutritt hatte. Um Severus machte ich mir weniger Gedanken, der würde sicherlich einen Weg finden und wenn er fliegen musste, für ihn wäre es kein Hindernis.

Es kam wie es von mir mit Potter vereinbart worden war. Ich hatte den ersten, alles entscheidenden Schuss auf Dumbledore und entwaffnete ihn. Natürlich hätte ich ihn auch töten können, aber diese Ehre wollte ich Potter lassen. Schließlich würden wir dem Lord erzählen können was wir wollten und damit Hermione mir doch irgendwann vergeben würde, wollte ich großzügig sein.

Sicher war auch Hermione hier, nachdem ich ihr noch im Lauf auf dem Weg zum Turm meinen Patronus gesandt hatte und dass sie nicht erfreut über meine Tat war, das glaubte ich unbesehen. Als Severus zu uns stieß, machte er kurzen Prozess und tötete schlussendlich den arg gebeutelten Albus Dumbledore mit dem Avada.

Es war sehr malerisch, als der alte Schulleiter über die Brüstung fiel, aber mehr erlebte ich nicht mit, da mich Severus packte und mit sich schleifte. Verfolgt wurden wir von einem wütenden Potter, der es sichtlich nicht spaßig fand, dass Severus ihm seine Aufgabe abgenommen hatte. Aber sowohl Potter als auch ich wussten, dass wir die wildgewordenen DeathEater raus aus dem Schloss haben mussten. Es war für die Schüler viel zu gefährlich, gegen diese Irren zu kämpfen, denn ihre Anführerin, Bellatrix, war nichts anderes als irre und damit nicht einzuschätzen.

So stürzten wir uns vehement in das Schlachtengetümmel der dunklen Schulgänge. Hier wurde heftig gekämpft und erbitterter Widerstand geleistet. Überall lagen und flogen Splitter, Trümmer und Schrott sowie verwundete Körper herum. Die Lehrer und die wohl von ihnen zu Hilfe gerufenen Ordensmitglieder, zu denen zu meinem Erstaunen auch meine Tante Andromeda Tonks aber auch der schwarzhäutige Auror Kingsley Shacklebolt zählten, kämpften verbissen.

Auf unserem Weg durch die Schule nahm ich nur BL Mitglieder wahr, die rumlagen, wegkrabbelten oder kämpften, alle DA`ler waren ferngeblieben und würden ihr Haus von innen schützen, was genug war!

Während Severus uns mit lässigen, magischen Schlenkern den Weg sehr zielsicher freihexte, beobachtete ich in meinem Rücken unsere Verfolger, denn als uns die DeathEater ausmachten, kamen sie uns wie selbstverständlich hinterher. Wenn die Linke Hand ging, dann mussten auch alle anderen gehen, Bellatrix hin oder her.

Potter schlug sich geschickt. Er schien wie eine geschwind wuselnde Schlange hinter uns herzukommen und sich durchzukämpfen. Er bewegte sich rasant und geschmeidig, selten, dass ich ihn derart souverän erlebt hatte, wie gerade eben. Er sprang und hüpfte über die Körper der am Boden liegenden ohne innezuhalten, verpasste im Lauf Wilson und dann sogar Greyback noch eine Ganzkörperklammer, den Petrificus Totalus.

Anscheinend war Potter doch immer wieder für eine Überraschung gut, denn er wurde langsam, aber sicher zu einem Kämpfer.

Aber auch die kleine Ginny Weasley duellierte sich gerade ungemein mutig mit Amycus Carrow und konnte nur mit viel Glück seinen Cruciatusflüchen ausweichen. Doch als Potter an den beiden vorbei kam, lähmte er Carrow wie nebenbei mit einem Impedimenta.

Potter war aber im nächsten Moment nicht schnell genug und ihn traf ein Fluch von Yaxley mitten ins Gesicht, der ihn sogleich hinderte, weiter am Kampfgeschehen aktiv teilzunehmen. Als Folge des Treffers im Gesicht konnte Potter einem weiteren Fluch von Alecto nicht mehr ausweichen und wurde im Rücken getroffen. Dieser schleuderte ihn endgültig auf den Boden, aber bevor jemand Potter etwas mehr antun konnte, tauchte zu meiner rechten Seite plötzlich eine ungemein fidel erscheinende McGonagall auf, die Alecto Carrow wild Flüche entgegenschleuderte und ihre Aufmerksamkeit gezwungenermaßen von Potter weglenkte.

Als ich mich fragte, ob Potter genesen würde, tauchte er schon wieder auf. Was sollte man sagen? Er war unkaputtbar, schrecklich der Typ, er war wohl von einem BL-Mitglied wieder zusammengeflickt worden und lähmte nun schon wieder die beiden Carrows als Rache und so ging die Flucht durch das kämpfende Schloss weiter, bis wir endlich am Eingangsportal anlangten um auf das weitläufige Schlossgelände zu laufen.

Doch bevor wir hinausstürmen konnten, wurden wir von mehreren Ordensmitgliedern in der Eingangshalle bedrängt und so wurde ich Zeuge, wie sich meine verstoßene Tante Andromeda Tonks mit Thorfinn Rowle duellierte, der wild, wüst und unkontrolliert mit allen möglichen Flüchen um sich warf. Mit dieser Taktik hatte er zuvor bereits ein schreckliches Chaos im Schloss angerichtet. Nun kam Shaklebolt unterstützend dazu und brachte gerade sich und Andromeda mit einem wagemutigen Sprung vor einem verirrten Todesfluch in Sicherheit. Rowle war ein solcher Idiot, bald würde er noch einen von uns treffen, weil er eben nicht zielte.

Da schoss nun Fenrir Greyback, als die Bestie, die er war, zu dem soeben aufgetauchten nächsten Rotschopf, den ich, so glaubte ich, noch nicht kannte, aber ich würde alles verwetten, dass er ein älterer Bruder der jungen Weasleys war. Dieser hatte sich gerade fürsorglich zu Longbottom gebückt, weil er von einem Fluch getroffen, blutend zu Boden gegangen war, aber Fenrir nützte diese Ablenkung und sprang den Rotschopf an und stürzte sich regelrecht heißhungrig auf ihn. Der Rotschopf wehrte sich vehement mit Händen und Füßen gegen die Bestie auf sich, doch Fenrir schaffte es, ihn mit schnappendem Kiefer augenscheinlich ins Gesicht zu beißen. In diesem Moment gelang es diesem Weasley, dem Werwolf einen Kinnhaken zu verpassen. Greyback fuhr als Reaktion seine Krallen aus und zerkratzte ihm dafür mit einem harten Wisch die Wange. Sofort sprudelte das Blut und es sah aus, als wäre dem Opfer das halbe Gesicht abhanden gekommen.

Plötzlich stoppte Severus abrupt, auch er schien das Geschehen mitverfolgt zu haben, nur verstand ich nicht, warum wir gerade an einer Ritterrüstung anhielten:

„Miss Lovegood, sorgen Sie für die schnelle Verabreichung!“, wisperte er und erst da fiel mir das hinter der Rüstung schutzsuchende und sehr perplexe Mädchen auf. Er reichte ihr rasch ein Minifläschchen, das durchsichtig einen nachtschwarzen Trank offenbarte.

„Äh… jaja, Sir, wie Sie wünschen…“, flüsterte sie, während Verstehen in ihre Augen trat, da es sie an Brown erinnerte. Also eilten wir weiter.

„Bellatrix! Pfeif deine Leute zurück, wir haben ausgeführt, warum der Lord uns hier haben wollte!“, herrschte Severus über den Lärm hinweg, worauf plötzlich neben ihm eine sehr zerzaust und verstaubt aussehende Bellatrix aus der Großen Halle gelaufen kam und ein bockiger Ausdruck zierte ihre Miene, als Severus sie ins Visier nahm.

„Seid ihr in seinem Auftrag hier?“, fragte Severus trügerisch sanft und da kehrte abrupt Furcht in ihre sonst so stumpfen, dunklen Augen.

„Wa… oh nein, es hat sich einfach so ergeben, der junge Warrington war plötzlich in Burgin als auch wir da waren und diese Einladung durch dieses Verschwindekabinett konnten wir uns wahrlich nicht entgehen lassen!“, flötete sie aber dann doch selbstbewusst zwitschernd, etwas was Severus leise knurren ließ, während er meiner Tante mütterlicherseits einen finsteren Blick schenkte.

„Ich will gespannt sein, ob der Lord dieses Chaos als willentlich ansieht!“, kam es gehässig von Severus und diese Aussicht schaffte es, dass Bellatrix etwas bleicher im Gesicht wurde. Als Reaktion schlüpfte ein sehr befriedigtes Grinsen über meine Züge, während wir gehetzt weitereilten und sie einfach stehen ließen.

Aber in unserem Rücken vernahmen wir, wie Bellatrix nun mit einem Sonorus laut zum Rückzug kreischte.

Erst dies sorgte unter anderem dafür, dass der sich noch immer stark wehrende Weasleyspross, unter dem beißenden und kratzenden Wolf freikam, hinzu kam, dass nun auch Potter wild auf Greyback schoss. In dem Moment als Greyback aufbrüllend durchstarten wollte um Potter das Narbengesicht zu zerfetzen und zu zerfleischen, kam Bellas Anweisung wohl nicht vollständig bei ihm an.

Aber jeder seiner Verbündeten war in ein Gefecht verwickelt, weswegen ich mich gezwungen sah einzugreifen, daher schoss ich nun einen schmerzhaften Brandfluch in den Rücken des wildgewordenen Wolfes. Der Fluch schaffte es doch tatsächlich, zu ihm in seiner Raserei durchzudringen und er bemerkte endlich unseren Rückzug und allein gegen alle konnte auch er nicht kämpfen.

Nun rannten wir verfolgt und gehetzt über die dunklen Schlossgründe. Direkt hinter uns wurden wir gejagt von Shacklebolt und Potter, weswegen Thorfinn Rowle wieder wie irre und wildgeworden Flüche um sich feuerte und da schaffte es der Idiot nun endlich, was ich schon die ganze Zeit prophezeite. Anstatt dass der grünschillernde Fluch Shacklebolt traf, schlug er in Wilson ein und dieser DeathEater ging umgehend tot zu Boden.

Ein Wutschrei von Yaxley trieb Rowle an, sodass er gar nicht registrierte was er angerichtet hatte, dass er einen Verbündeten, einen Kollegen ermordet hatte, denn er schleuderte fröhlich weiter seine Flüche und steckte schlussendlich die Hütte von diesem Riesenverschnitt an. Sie brannte lichterloh und das Kläffen von seinem panischen Köter war durch die geschlossene Türe gut zu vernehmen.

Als Rowle weiter wild rumfuchtelte reichte es plötzlich Severus, weswegen er nun eingriff, damit der Idiot den uns folgenden Potter nicht noch aus Versehen erledigte. Severus traf Rowle soeben mit einem Schnittfluch, der ihm klaffend die Wange aufschnitt und ihm endlich Verstand einhauchte, worauf er seinen Beschuss einstellte. Unterdessen freute sich die irre Bella kreischend und springend darüber, dass die Hütte des Wildhüters in Flammen aufging und lichterloh brannte.

„Ihr Idioten, POTTER gehört dem Lord und sonst niemandem!“, fauchte Severus laut und wütend über die Dummheit unserer Leute.

Da brach urplötzlich aus dem Dickicht Hagrid hervor und raste brüllend auf uns zu. Unsere Flüche prallten an seiner Riesenhaut erfolglos ab und so rannten wir weiter, als hinter dem Riesen auch noch ein flügelschlagender und wildgewordener Hippogreif auftauchte, der ebenfalls kreischend auf uns zuhielt und uns Richtungg Tor trieb.

Potter schoss nun Flüche auf Severus und mich ab, die aber mehr als halbherzig waren und die Severus alle mehr als gekonnt und sehr lässig abblockte. Im nächsten Augenblick konnte ich den starren Blick in Severus‘ Augen bemerken und erkannte, dass Potter stoisch diesem Blick standhielt und da war ich mir sicher, dass Severus per Legilimentik jeden Fluch geschickt vorher in Potters Gedanken las, aber auch, dass Potter erkannte was Severus tat und dem nichts entgegensetzte. Ein Schauspiel, was ich früher wohl auch nie so für möglich gehalten hätte, dass Potter Severus ungehindert in seine Gedanken ließ, damit sie zusammen eine mehr als schlechte Komödie für unsere Beobachter liefern konnten.

Endlich erreichten wir das große, schmiedeeiserne Tor.

„Ab ins Dark Manor!“, brüllte Severus harsch und er wandte sich um, während die lauten Ploppgeräusche verkündeten, dass unsere Leute verschwanden.

„Potter… das Verschwindekabinett im Raum der Wünsche war der Durchgang, das Pendant steht bei Burgin! Zerstört es!“, befahl ich noch rasch sehr leise, während der doofe Riese noch zu weit entfernt war um uns zu verstehen, worauf Potter mich mit großen Augen anblinzelte, aber rasch nickte, während mich nun Severus‘ letzte Worte unangenehm berührten.

„Der Halfblood-Prince verabschiedet sich!“ Darauf verschwand Severus nach einem knappen, verstehenden und absprechenden Nicken zu Potter hin und Potter starrte ihn ebenso perplex nach diesen so schicksalhaften Worten an wie ich!

Doch ich hatte keine Zeit, also sah ich nun zu, dass auch ich schnellstmöglich von da wegkam, da soeben der Riese in Potters Rücken wie ein wildgewordener Berserker auftauchte. Ich durfte gerade noch miterleben, wie Potter einen Patronus beschwor und ihn hoffentlich mal weitsichtig zu jemandem sandte, der das Kabinett für immer zerstören würde.

Während ich nun in den Schlauch gesogen wurde ärgerte ich mich. Verdammt, wir hatten keine Zeit gehabt uns abzustimmen, um zu sagen, wer wen ermordet hatte. Jetzt würden wir bei der Wahrheit bleiben müssen, damit sich Potters und Severus‘ Geschichte deckte. Das war zu ärgerlich und ich würde vor dem Lord über mein Versagen tief buckeln müssen, aber der erste Schuss gegen Dumbledore, der war es wert gewesen.

Dracos Sicht ende

Severus Sicht

„Der Halfblood-Prince verabschiedet sich!“, waren meine Abschiedsworte an Hogwarts, denn das tat ich wirklich. Die Frage war, ob ich zurückkehren würde und wenn ja, als was oder ob überhaupt!

Ich hatte nun doch getan, worum mich Albus Dumbledore ersucht und gebeten hatte. Ich hatte ihn getötet. Ob er den Zeitpunkt als ich es tat gut gewählt fand sei dahingestellt, denn die unwillkommenen Offenbarungen waren gerade nur so auf ihn eingeströmt, sodass ich dem Ganzen sehr rasch ein Ende hatte bereiten wollen.

Es war alles sehr schnell gegangen und es hatte auch schnell gehen müssen, vor allem da wir die DeathEater aus Hogwarts hinausbekommen mussten. Wie die überhaupt reingekommen waren, war eine schauerliche Geschichte und eine Sicherheitslücke ohne Ende. Ich würde nach meiner Audienz einen Patronus schicken müssen, dass Hermione kontrollierte, dass das Verschwindekabinett im Raum der Wünsche wirklich effektiv zerstört worden war!

Ich erinnerte mich an den Beginn dieses durchaus beschaulichen Abends, als Lovegood hektisch gegen meine Tür gehämmert hatte und fast in meinen Raum gefallen war, als ich die Tür aufgerissen hatte. Sie hatte mich mit ihren großen, graublauen Augen angesehen und etwas von Eindringlingen gestottert und als der Name Bellatrix Lestrange gefallen war, hatte ich gewusst, dass ich keine Sekunde zögern durfte. Dann war schon ein sichtlich erregter, kleiner Professor Flitwick herangewuselt gekommen, der etwas davon gebrabbelt hatte, dass Minerva ihn schicken würde und wir zur Verteidigung des Schlosses in die höheren Stockwerke müssten und er würde mich begleiten.

Ich hatte rasch reagiert und den kleinen Halbkobold mit einem Stupor geschockt, sodass er sachte zu Boden gegangen war, dann hatte ich der bleichen Lovegood befohlen, sich um den ohnmächtigen Flitwick zu kümmern. Sie hatte nur bestimmt genickt und selbst gewusst, dass es nicht sofort bedeutete ihn wiederzuerwecken. Sein Aufwachen hatte Zeit, bis ich verschwunden war.

Ich hatte die Geheimgänge genommen, um zum Geschehen zu gelangen, so hatte mir niemand folgen können. Lovegood hatte ich erst später wieder im Eingangsbereich hinter einer Rüstung bemerkt, als ich ihr meinen „prohibitio sorbitio“, den verbotenen Trank, in die Hand gedrückt hatte, damit sie Bill Weasley so heilen könnten wie Lavender Brown letztens. Seit meiner Verletzung, bei der mich das Biest geheilt hatte, trug ich immer, wenn ich unterwegs war, eine kleine Ration von 3 wertvollen Tropfen des wirkungsvollen Trankes mit mir herum.

Gedanklich war ich während unserer „Flucht“ die ganze Zeit auf dem Turm und ich wusste, dass Potter versagt hätte und diese Demütigung zu erleben wollte ich mir ersparen, wenn ich ehrlich zu mir war.

Und Draco?

Nach der Aktion im Waschraum war ich noch immer nicht so gut auf ihn zu sprechen. Einmal vor dem Lord so zu buckeln, wie das Biest und die anderen DeathEater es sonst taten, würde ihm recht gut tun! Außerdem hatte ich nicht die Nerven, ihr heraus zögern noch länger abzuwarten. Die Zeit hatte gedrängt, die DeathEater mussten raus aus der Schule und mir selbst, der ich es Dumbledore sogar versprochen hatte, fiel es erstaunlich leicht, seinen Wünschen zu entsprechen.

Als der Alte auch noch von Liebe anfing, wurde mir fast schlecht und so zögerte ich keine Sekunde!

Natürlich lief das Dracos Befehlen zuwider aber alles in allem sah ich es als erzieherische Maßnahme an, dass er durch diese Demütigung durchmusste und gleichzeitig würde es meine Position stärken, genauso wie von Dumbledore geplant, denn nichts anderes war seine Bitte gewesen!

Der Versuch und der Plan mich noch mehr in den Augen des Lords als treuen und loyalen DeathEater zu Kennzeichen, der seinen größten, lebenden Widersacher für ihn ausschaltete.

Es war verwirrend aber die Vorbereitungen im Ministerium liefen durch Lucius vorangetrieben schon lange. Wer einmal Dumbledores Nachfolge antreten sollte, hatten Lucius, Draco, Hermione und ich bei einem Familientreffen beschlossen. Seitdem war klar, dass ich es werden musste, um Hogwarts zu schützen und aus dem Krieg herauszuhalten und es ging gar nicht darum, gegen McGonagall anzukämpfen, sondern darum zu verhindern, dass ein anderer DeathEater Schulleiter wurde!

Dafür brauchte man aber die huldvolle Erlaubnis des Lords und die würde er mir jetzt umso großmütiger zugestehen, schließlich musste man mich für meine hehre Tat belohnen!

Unsere Flucht war schon fast komödiantisch zu nennen und dieser gespielte Schlagabtausch mit Potter war amüsant. So viel Geschick hätte ich ihm fast nicht zugetraut. Hierbei hatte er seinen schwächlichen Eindruck als es um die Ermordung ging etwas gemildert! Man sollte niemanden verurteilen, weil er es nicht schaffte, eiskalt zu morden! Und wer wollte einen neuen zweiten Lord in einem skrupellosen Potter haben? Nein, sollte er sich ruhig mit seinen Selbstzweifeln herumschlagen, es gab genügend Leute in seiner Umgebung, die keine derartigen Ressentiments kannten und das war es, worauf es ankam.

„My Lord!“, donnerte ich, gefolgt von den Idioten, in den Thronsaal und durfte erleben, wie die rotglühenden Augen sich bei unserem Anblick misstrauisch verengten.

„Severus? Müsstest du nicht in Hogwarts sein?“, fragte er lauernd, während er soeben auf seinem Thron gebieterisch platznahm.

„Ja, My Lord, aber dank Bellatrix‘ Trupp sahen wir uns in Zugzwang… My Lord, es ist vollbracht!“, legte ich eine gewichtige Kunstpause ein und als ein Funke in den roten Augen aufglühte fuhr ich schmeichelnd fort:

„Ich habe euren Widersacher vom Angesicht dieser Erde gewischt…“, eine haarlose, bleiche Braue schraubte sich stetig weiter in die Höhe.

„Albus Dumbledore ist tot!“, schlugen meine eindringlichen Worte bei unseren Begleitern wie eine Bombe ein, da sie diesen Umstand nicht mitbekommen hatten, wobei diese Kretins schon lange vor dem Lord demutsvoll und kriecherisch knieten, aber sie konnten ihre erstaunten Rufe über diesen Fakt dann doch nicht unterdrücken.

„DUUUUU…, Severus? Gratulation!“, hauchte der Lord eisig und sein starrer, rotglühender Blick lag fordernd auf mir und bevor er fragen konnte, hob ich den respektvoll geneigten Kopf und erwiderte stoisch seinen harten Blick.

„Wenn My Lord wünschen, würde ich Euch mit Freuden in meine Gedanken einladen, damit ihr den Genuss des Momentes der absoluten Befriedigung miterlebt!“, fabulierte ich dramatisch wichtig, aber es schien zu gefallen, da ein selten gesehener, aber sehr zufriedener Zug auf der hässlichen Miene des Lords erschien.

„Wie immer eine Freude, Severus … tritt heran!“, hauchte der Lord gewohnt hoheitsvoll und bedeutete mir mit einer geschmeidigen Bewegung seiner grazilen Hand näher zu kommen. Als sich unsere Blicke verhakten und der Lord präsent in meinen Gedanken wurde, glitt er geschmeidig in meine Erinnerungen und gewohnt routiniert wandte ich Okklumentik an, um das geheim zu halten was nötig war.

Ich erschien sehr ruhig und sehr souverän, wenngleich mir ein wenig der Schweiß auf der Oberlippe stand, dem suchenden Lord meine geistige Macht entgegenzusetzen, um ihn zu täuschen.

Denn ich wollte ihm weder Potter auf dem Turm offenbaren noch was sie erzählt hatten und so legte ich über diesen geistig seinen Tarnumhang und auch in der Wiedergabe des Gesprächs ließ ich Potter verschwinden. Dieses „überspielen“ der Szene war eine lang erlernte Spezialität von mir, nicht jeder war in der Lage, diese Magie zu wirken, man musste dafür wirklich sehr begabt und mental sehr stark sein, um es zu bewerkstelligen.

Aber die Kunst war es, geschickt Wahrheit, Wahrheit sein zu lassen und nur minimale Veränderungen an den Erinnerungen vorzunehmen, um sie echt erscheinen zu lassen. Es war kompliziert und anstrengend, aber ich täuschte ihn damit schon immer!

Ich zeigte nur Draco und mich sowie den plappernden Alten, dann dass die nervende Truppe von Idioten uns zum Rückzug drängte, da sie dermaßen öffentlich eingedrungen waren und das Schloss in Schutt und Asche legten, ohne Rücksicht auf die Kinder seiner Anhänger, der Lord wusste, dass der Mord von uns anders geplant gewesen war. Es hätte weniger öffentlich passieren sollen und so erkannte er auch, warum ich ungeduldig geworden war und es selbst in die Hand genommen hatte.

Damit richtete sich nicht sein ganzer Zorn auf Draco. Ich ließ den Lord noch die Flucht aus Hogwarts miterleben und wie Rowle einen unserer eigenen Männer erledigt hatte. Die rotglühenden Augen schienen bei diesem Missgeschick zu eigenem Leben zu erwachen, als er den Zauber ungewohnt sanft beendete und sich unmerklich aus meinem Kopf zurückzog.

Ich schüttelte sachte mein Haupt, denn unangenehm blieb es allemal. Nun konnte ich ausmachen, dass der Lord mit geschlossenen Augen und zur Statue erstarrt auf seinem Thron saß.

Er atmete betont ruhig ein und aus, nur seine Hände waren zu weißen Fäusten geballt.

„So viel … so viel auf einmal, was perfekt und brillant laufen kann und so viel was schon fast dramatisch daneben geht! Wie kann es sein, dass ich unter meinen Leuten sowohl Brillanz als auch absoluten Stumpfsinn finden kann?“, lamentierte er plötzlich kühl, noch immer mit geschlossenen Augen, dabei wirkte er alles in allem beängstigend, denn augenscheinlich fühlte er sowohl Freude als auch Wut und das war bei unserem Lord immer gefährlich.

„ROWLE, du bist dafür verantwortlich, dass wir einen der Unseren verloren haben, bei einer völlig ungeplanten AKTION!“, hisste der Lord umso bedrohlicher, da leise gesprochen auf und bescherte den kriechenden Leuten am Boden sichtbare Gänsehaut.

„An sich würde ich Gleiches mit Gleichem vergelten, denn nur dies ist die gerechte Strafe. Das Problem ist nur, dass ich erkenne, dass ich dann zwei Männer verliere!“, ätzte er betont samtig fort und niemand konnte behaupten, dass der Lord kein schlauer Mann war, als er urplötzlich in einer geschmeidigen Bewegung hochfuhr und sich seine lange, androgyne Gestalt zu seiner beeindruckenden Größe aufrichtete und er gekonnte Zauberstabgesten vollführte und sofort wand sich der große, blonde Rowle vor Schmerz und Qual auf dem kühlen Marmorboden.

Der Lord hatte sein abstoßendes Antlitz zu einer noch hässlicheren Fratze verzogen, da sich seine Oberlippe über seiner Zahnreihe kräuselte, während er genüsslich Rowle folterte. Die schrillen, aber heiser werdenden Schreie seines Opfers gingen durch Mark und Bein.

„Oh Severus, da ich zu belohnen weiß, wo es angebracht ist und sogar bereit bin, ungewohnt großzügig zu teilen! Beteilige dich doch bitte an diesem Spaß und zeige unserer lieben Bellatrix, dass ich es nicht schätze, wenn sie sich in Pläne einmischt, die nicht ihrer Gegenwart bedürfen!“, erzählte mir der Lord seidig, dabei lagen seine Augen auf dem Mann, den er weiter seinen Zorn schmerzhaft spüren ließ.

Ich ließ es mir nicht zweimal sagen und blickte über meine linke Schulter, auf die am Boden kauernde Lestrange, die es nicht wagte, ihr demütig gesenktes Haupt zu heben und ich zögerte keine Sekunde und sprach rasant den Cruciatus über sie. Auch ich hielt mich nicht zurück und so kreischte nun auch sie in hohen Tönen unter meinem harten Folterfluch.

Beim Lord hörte nun Rowle auf zu brüllen, da er gnädiger Weise ohnmächtig geworden war, aber sein Körper bog sich noch immer unter der Wucht des Fluches, die auf ihn einschlug, während Bellatrix‘ Leib von meinem Fluch geschüttelt wurde.

Es war eine Agonie der Grausamkeit, die wir hier aufführten, aber jedes Zögern hätte dazu geführt, Misstrauen zu säen.

Keiner der anderen wagte es, sich auch nur zu rühren, auch Greyback nicht. Schließlich brach der Lord seinen Fluch abrupt ab, aber ich hielt meinen immer noch aufrecht, während ich dennoch geistesgegenwärtig einen Schweigefluch auf Bellatrix jagte, sodass sie nicht mehr zu vernehmen war, denn mir schien, der Lord wollte etwas sagen. Sogleich erkannte er, was ich getan hatte und es nicht wagte aufzuhören bevor es gestattete, was mir ein raubtierhaftes, aber sehr zufriedenes Grinsen einbrachte. Ich sah es, denn ich war der Einzige, der es wagte den Kopf oben zu halten.

„Wormtail!“, rief der Lord auf einmal laut und sofort ging eine Tür auf und der dickliche Mann kam schnell herein gewuselt.

„My Lord wünschen?“, kam es ekelerregend unterwürfig von dem Mann mit der silbrigen Hand.

„Schaff diesen Kretin hinunter! Wir sind noch nicht fertig und wünschen ein Exempel zu statuieren, damit den anderen bewusst wird, dass sie sich nicht gegenseitig umzubringen haben!“, beschied der Lord gemessen.

„Wollen ihn My Lord lebend?“, flüsterte Wormtail unsicher.

„Natürlich! Ein Toter reicht und jetzt aus meinen Augen!“, schoss ein hellblauer Fluch auf diese Ratte zu und er quiekte hoch, als er ihn in den Bauch traf und hinkte dann trotz der augenscheinlichen Schmerzen rasch zu dem Bewusstlosen, um diesen wie befohlen schwebend fortzuschaffen.

Der Lord war ungeduldig, obwohl er mir ein grausames Lächeln schenkte, das ich sachte erwiderte.

„Severus, mein Guter, auf dich ist doch immer Verlass! Sehr schön, denkst du, Bellatrix wird nun ihr Lehrgeld bezahlt haben?!“, klang dies in meinen Ohren wie eine rhetorische Frage, denn dass diese Frau irgendwann noch einmal etwas lernte bezweifelte ich doch stark, aber ich ließ den Fluch mit einer knappen Bewegung meines Stabes enden.

„Nein…?“, wisperte der Lord fast schadenfroh, als er wieder auf seinen Thron glitt, um mit seinem Zeigefinger gegen seine Lippe zu tippen. „Na denn, wir überlassen es Rodolphus Lestrange, die restliche, zeitaufwendige Bestrafung seiner Ehefrau zu übernehmen und auch die hier noch Anwesenden bis auf Draco Malfoy überlassen wir seiner Kreativität… Severus, du wirst später diese Nachricht an ihn überbringen und JETZT… verschwindet, ihr Kretins!“, erklärte der Lord sehr gesellig, bevor er die letzten Worte zischte und die Gescholtenen rasch zusahen, das Weite zu suchen. Keiner von ihnen achtete auf die fast bewusstlose, verletzte und blutende Bellatrix zu ihren Füßen.

„Vergesst ihr nicht was?“, fragte ich verächtlich in die Stille, ein Hinweis, der dafür sorgte, dass Fenrir doch noch auf dem Absatz umdrehte, um sich die ohnmächtige Frau mit einer fließenden Bewegung auf die Schulter zu werfen. Sehr sanft möchte ich ironisch darauf hinweisen. Sie klatschte hart auf seiner mächtigen Schulter auf und hing wie ein nasser Sack darüber und wurde bei jedem Schritt hart gegen seine Rückseite geschleudert. Ein herrlicher Anblick aber er unterstrich auch die Tatsache, dass sich von ihnen jeder selbst der Nächste war.

Nun breiteten die zufallenden Flügeltüren eine lastende Stille über uns drei Zurückbleibende aus.

„Auf die Knie, Draco Malfoy!“, befahl der Lord urplötzlich, mit sich erhebender Stimme. Denn bisher war Draco nur mit gesenktem Haupt unbewegt neben mir gestanden und sofort sank er, wie befohlen, auf den Boden. Es war eine große Ehre, dass der Lord die anderen weggeschickt hatte, denn was nun kam würde sehr demütigend für Draco sein.

„Ich habe versagt, My Lord…“, bekannte er ruhig, während er vorsichtig sein junges Haupt anhob. Dabei verzichtete er auf die Entschuldigung, vor allem da es sinnlos wäre, weil der Lord nie vergab aber ich wusste, dass Lucius mit Dracos würdevollem Gebaren, die Strafe stoisch entgegenzunehmen einverstanden wäre und dann ging es auch schon los. Vielleicht würde es dem Jungen ganz gut tun, mal zu ertragen, was auch das Biest immer stoisch ertrug!

Severus Sicht ende

Hermiones Sicht
Schlussendlich saßen wir alle recht erschlagen im Gemeinschaftsraum. Wie selbstverständlich hatten wir unsere Stammplätze am Kamin eingenommen und Ron hatte seinen heimlichen Whiskeyvorrat hervorgekramt und wir tranken gierig.

Nachdem wir das beschädigte Schloss durchquert hatten, musste ich sagen, die Kämpfenden hatten ganze Arbeit geleistet. Eine Spur der Verwüstung zog sich von oben nach unten durch das Schloss und die Schüler waren alle mehr als geschockt über das Geschehen und die unvorstellbaren Ausmaße.

Viele weinten hemmungslos, andere standen ganz einfach unter Schock und starrten ins Leere, wieder andere plapperten erregt, ohne Luft zu holen, doch ein kleiner Unterschied war vorhanden. Die BL schwieg, während die DA`ler schon sehr bewegt aussahen, über der Tatsache, dass nun auch der Krieg in Hogwarts Einzug hielt!

Jetzt hatten sie alle nicht mehr nur die Todesnachrichten in der Zeitung gelesen, oder wenn der gefürchtete, trauerflorumrahmte Brief daherkam, sondern die meisten hatten nun zum ersten Mal einen Toten hautnah vor sich liegen sehen und dann noch den allseits bewunderten, alten Mann. Der Mann, dem sie vertrauten, in den sie ihre Hoffnungen setzten, dass er sie beschützen würde, er hatte dort zerbrochen, wie eine Spielzeugpuppe, zu ihren Füßen gelegen.

„Was ist nur passiert?“, „Wie konnte das Geschehen?“, „ALBUS DUMBLEDORE TOT!?!“, wisperte es überall aus jeder Ecke, begleitet von Heulen, Schluchzen und Jammern.

„Ron, was ist passiert, nachdem wir weg waren?“, flüsterte Harry rau, natürlich erst nachdem wir gezaubert hatten, denn das musste nicht jeder wissen, was wir zu besprechen hatten.

„Erst einmal danke, für deinen Patronus, Harry! Ich habe mir sofort das Kabinett im Raum der Wünsche herbeigewünscht und es zu Kleinholz verarbeitet, wie du wolltest! Diese Gefahr ist gebannt!“, erzählte nun gerade Ron wichtig, als Harry in knappen Worten Dracos Befehl zusammenfasste und ich verstand, wie dieser Trupp es in die Schule geschafft hatte. Dieser Fakt hatte mir noch gefehlt.

„Krass, dass Warrington das rausgefunden hat!“, murmelte noch ich verärgert, als nun Ron erklärend ausholte.

„Was ist also sonst noch passiert? Naja, also eigentlich muss ich dort anfangen, dass es losging als du von Dumbledore kamst, denn du bist mir schrecklich komisch vorgekommen! So als wäre es nun soweit… frag mich nicht warum. Mir gefiel die Stimmung nicht. Ich bin rauf und hab mir die Karte geholt. Ich wollte, während ihr weg seid, das Schloss im Auge behalten, es war irgendwie ein Gefühl… Dumbledore mit dir weg und die Schönste auch… naja, gesagt, getan!“, zeigte Ron erstaunliche Weitsicht, indem er einfach auf seine Instinkte gehört hatte und erzählte uns alles, dabei fuhr er immer wieder durch sein rotes Haar.

„Sehr gut, Ron, man sollte öfter auf seine Instinkte vertrauen!“, lobte ich über meinen torfigen Whiskey hinweg ernsthaft und sprach meine Gedanken aus, als mir der junge Mann ein erleichtertes, aber auch verhaltenes Lächeln schenkte.

„DANKE! Aber dann… naja, dann sah ich plötzlich zusammen mit Neville und Ginny, dass Warrington beim Raum der Wünsche rumlungert, das fand ich schon sehr seltsam und ich hab mich mit Ginny auf den Weg gemacht, um nachzusehen!“, dabei warf er einen unglücklichen Blick zu seiner Schwester, die etwas derangiert aussah und einige Kratzer und Schrammen aufwies, was erstaunlich war, denn bei dem Trupp hätte es Ginny wahrlich schlimmer treffen können. Sie saß gerade bei Lavender und musste diese beruhigen, da Lavender von Bills Verletzungen erfahren hatte und auch, dass halt eben Fenrir in Hogwarts gewesen war. Die Gute stand nach diesen Informationen etwas neben sich!

„Also, wo war ich? Ja, wir kamen an und schon ging die Tür auf und alles wurde finster! Nichts half, aber die Karte zeigte mir, als ich in einen Nebenraum einbog, die Namen und dann hab ich nur noch reagiert und Malfoy meinen Bären geschickt! Neville hatte Luna inzwischen verständigt, dass irgendwas nicht stimmt, die kam mit mir mit und Malfoy hat sie zu Snape geschickt und dann hab ich noch zusammen mit Ginny die DA verständigt und die BL aktiviert. Als ich Blaise später im Geheimgang traf, sagte er mir, dass aufgrund der DeathEater auch die BL aus Slytherin nicht erscheinen würde, das wäre für diese Personen zu gefährlich…“

„Was in Ordnung geht, da hat er recht gehabt!“, stimmte Harry sofort zu, als er auf einmal traurig zu uns schaute. „Hagrid hat seine Hütte verloren, so ein blonder Idiot hat sie in Brand gesteckt. Hagrid konnte gerade noch Fang rauslassen… ich hab ihm geholfen zu löschen…“, erzählte er monoton und unglücklich und auch wir versanken kurz in den Erinnerung, was wir alles in der Hütte erlebt hatten, über Norbert bis hin zu der Geschichte um Seidenschnabel und vieles mehr.

„Jupp, tragisch, aber sie leben, oder? Jetzt wird sich viel, sehr viel ändern… ähm Harry, ich muss noch gestehen, dass ich bei dir, … also bei dir, Harry, etwas geklaut habe!“, stotterte ein unsicherer Ron.

„WASSS?“, fragte Harry absolut perplex und blickte grübelnd zu Ron und auch ich wollte gespannt sein.

„Naja, ich hab mir halt Sorgen gemacht und dachte, gerade Ginny und sooooo, naja, wir bräuchten bei dem Trupp vielleicht etwas Glück! Ich sag nur Neville und Bellatrix, wir haben ihm verschwiegen, dass der Name auf dem Papier stand! Ich hab deinen Felix stibitzt und jeden einen Tropfen trinken lassen, sobald sie mir über den Weg gelaufen sind… auch Padma und Hannah. Wir waren so überrascht von dem Eindringen, dass nur die BL-Führer zur Verteidigung kamen. Sie wollten, dass die restlichen BL‘er die Stellung bei den Häusern hielten. Was diese auch toll getan haben. So hat sich Padma vor den Ravenclawturm begeben. Neville vor Gryffindor und Hannah vor die Kerker, da die Slytherins eh erst tiefer kommen und unten bleiben wollten, sollte es reichen!“, bekannte er schwermütig und schaute schrecklich alt an diesem Abend aus, während er sich mit seinen großen Händen müde über die Augen fuhr.

„Das hast du gut und sehr überlegt gemacht! Es war wichtig, dass niemandem etwas passierte! Nur Neville wurde leicht verletzt! Das zeigt, dass Glück wahrlich von Nöten war!“, beruhige ich Ron, aber dieser schaute noch immer schuldbewusst zu einem schweigsamen Harry.

„WAS?“, meinte dieser perplex und gedanklich weit weg, als ich ihm mit Wucht den Fuß vors Schienbein trat.

„Ron gesteht gerade seinen Diebstahl…“, hisste ich böse und runzelte die Stirn.

„Oh, oh, jaja… bist du nicht erwischt worden? Sehr gut!“, plapperte Harry hirnlos und ich schlug ihn aus Frust einfach wieder, was ihn schmerzhaft die Luft einsaugen ließ, dabei wurde mir ein vorwurfsvoller Blick zugeworfen.

„Harry, er hat von dir geklaut!“, stöhnte ich mitleidig, da er gar nicht zuhörte und Ron blickte ein wenig bedröppelt drein.

„Sorry, Leute, aber ist auch gut! Nimm dir was du brauchst, Ron, mein Besitz ist dein Besitz!“, erteilte er Ron Absolution, bevor er rasch weitersprach:

„Aber es war alles ein bisschen viel, echt! Nicht nur, dass ich es nicht geschafft habe, Dumbledore wie vereinbart zu töten…“, schluckte er so schwer, dass sein Adamsapfel nervös auf und ab hüpfte. „Das in dieser unheimlichen Höhle war echt brutal! Diese Inferi… ihhhh, widerlich… die waren soooooo eklig!“, ereiferte er sich und ich schlug betroffen die Augen nieder. Wie sollte ich jemals gestehen, dass diese widerlichen, faulenden, vermodernden und verrottenden Untoten meine Kinder waren?

So aber fuhr Harry fort in seiner plastischen Schilderung:

„Ron, von dem grausamen Anblick bekommt man Albträume, überhaupt der Weg dahin war holprig aber auch die Bitte oder eher der Befehl von Dumbledore, immer zu tun was er sagt, widerspruchslos und ihm dann mit meinen eigenen Händen diesen giftigen Trank aus der Schale zu verabreichen, das war brutal! Jetzt hat er sogar verlangt, dass ich ihn vergifte, zu geil! Der Alte hat echt vor nichts zurückgeschreckt!“, resümierte er sehr nüchtern und ich erinnerte mich an die Szene auf dem Felsen. Gerade schweiften meine Gedanken ab, da Ron genauere Details zur Höhle und alles rund um den Kampf gegen die Inferi wissen wollte und ich würde einen Teufel tun und erzählen, dass die beiden ohne mich nie raus aus der Höhle gekommen wären.

„Und das alles nur für das hier…“, spuckte Harry gerade aus und holte mich aus meiner Versenkung, denn er schleuderte soeben die Kette von vorhin auf den Tisch und sie kam klappernd zum Liegen. Ich warf einen Blick aus der Nähe auf das Medaillon und erkannte, dass kein Slytherin-Zeichen auf der Vorderseite eingearbeitet war und es sich somit wesentlich vom Original unterschied.

„Schon reingeschaut?“, wollte Ron zaghaft wissen, bevor Harry mürrisch den Kopf schüttelte. Er stürzte sich auf das Schmuckstück und öffnete es vorsichtig. Darin lag ein kleines, gefaltetes Pergament, das Ron nun raschelnd zwischen seine Finger nahm und es entzifferte.

„My Dark Lord
Ich habe Euer Geheimnis entdeckt
Ich habe das echte Medaillon und werde es zerstören
Ich freue mich darauf, dass IHR dann wieder sterblich sein werdet und selbst auf Euren Meister trefft, wenn Euer Bezwinger naht.
R.A.B.“

Las Ron mit rauer, mitfühlender Stimme vor.

„Wow, was hat das zu bedeuten?“, fügte er gleich noch hinzu.

„Na, dass der ganze Ärger mit den Inferi umsonst war!“, lamentierte Harry verärgert und fuhr fort. „Das ist das Medaillon, das wir schon im Cottage haben und jetzt wissen wir halt noch, wo Sirius Bruder es gefunden hat!“, war deutlich rauszuhören, wie frustriert Harry war. „Das hat uns kein Stück geholfen, einen weiteren Horkrux zu finden!“

„Aber ist schon wirklich ärgerlich, dass der Alte von allen Gegenständen einen Horkrux findet, der gefälscht ist und den wir selbst schon haben! Das nennt man echtes Pech!“, murmelte Ron leidend und ich konnte nur denken, tja, Ron, jetzt lernst du endlich einmal mein mich stetig verfolgendes „Glück“ kennen!

„Shit, es war alles umsonst!“, fauchte Harry plötzlich erneut und diesmal laut aufgebracht los und ich zuckte lakonisch die Schultern.

„Naja, kann man sehen, wie man will! Jetzt ist er tot und er musste bis zu den Ferien sterben, also ist das jetzt schon erledigt! Wobei mich eine ganz andere Frage beschäftigt! Ja, genau die, was dort oben auf dem Turm passiert ist?“, fixierte ich Harry mit hartem Blick und er zuckte schuldbewusst unter eben diesem anklagenden Blick zusammen. Er war das personifizierte schlechte Gewissen, seine reumütige Miene zuckte von meinem Antlitz weg.

„Äh…“, stockte Harry unsicher.

„Verdammt!“, rief Ron dazwischen. „Was ist mit Warrington?“, meinte er überrumpelt und raschelte in seiner Hosentasche, als er die Karte der Marauder zückte und sie zum Leben erweckte und selbst ich musste mir eingestehen, dass ich den ganz vergessen hatte.

„Da…, wie kommt der denn da hin?“, runzelte er perplex die Stirn.

„Ja, wo ist er denn?“, fragte Harry irritiert.

„In Slytherin…“, hauchte Ron leise und wenngleich mich Harrys und Dracos Absprache bezüglich des Elderstabes schon interessiert hätte, lag meine Priorität nun bei Warrington, denn den Stab hatte ich sicher versteckt.

„Du gehst?“, fragte mich Harry, als ich mich abrupt erhob.

„Ja, ich gehe! Kümmert euch um den Rest!“, wies ich an, als Ginny neben mich trat und die Jungs die Zauber aufhoben.

„Hey, McGonagall hat gerade ein Memo geschickt! Mum und Dad sind gekommen wegen Bill und wir dürften jetzt zu ihm…“, informierte sie uns sorgenvoll, mit einem taxierenden Blick auf Lavender, worauf sich die beiden Jungs sofort erhoben und wir alle zusammen dem Krankenflügel entgegeneilten, denn ich hatte mich entschlossen, dass Bill jetzt wichtiger war und dann wäre Warrington dran.


Empfehlung zu einem Special, das hier anschließt:


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BeitragThema: 260. Kapitel Die Klage des Phönix    Kapitel 359-360 EmptyFr März 22, 2013 2:14 am

260. Kapitel Die Klage des Phönix

So führte uns Ginny eilig, da sie es selbst kaum vor Neugierde und Sorge aushielt, zum Krankenflügel, in dem es relativ voll war. Madame Pomfrey wuselte aufgeregt herum, um die Verletzten zu versorgen und zu unserem Erstaunen stand eine einzige Schülerin hier rum und zwar die unverletzte Luna.

Sie stand umsorgend neben Bills Bett, während Neville als einzig verletzter Schüler in einem Krankenbett leise vor sich hin wimmerte, aber ansonsten recht heil wirkte.

Erstaunlich fand ich es eher, dass wieder die Ministeriumsgang zusammen war, Ginny, Neville, Luna und wir drei, das Trio! Das war schon aussagekräftig, fand ich, als Ron und Ginny auf ihren arg geschundenen und schrecklich zugerichteten Bruder zueilten.

Dabei kamen wir auch an einem Bett vorbei, in dem der kleine Filius Flitwick lag und sich gerade von Poppy die dicke Beule an der Stirn heilen ließ. Auch Kingsley und Andromeda lagen in Betten und ließen ihre Wunden versorgen. Seitdem Andromedas Tochter verschwunden war, engagierten sich auch die Tonks‘ im Orden.

Dahingegen war Bills katastrophales Aussehen jedoch ungleich schlimmer. Fenrir hatte wahrlich großartige Arbeit vollbracht. Andere würden sagen, sein Gesicht war von Fenrir zerfleischt worden, aber ich wusste es besser. Bill war noch gut weggekommen und sah meiner bescheidenen Meinung nach noch sehr gut aus. Aber selbst Ron und Ginny schafften es, aufgrund der Erfahrung mit Lavender nicht allzu geschockt zu erscheinen und wirkten erleichtert, dass er noch mehr oder weniger ganz war und nicht allzu große Teile Fleisch von ihm fehlten.

Ja, wir hatten schon zu viel erlebt, schrecklich!

Luna betupfte gerade unaufhörlich Bills Gesichtsverletzungen, da Poppy vollständig ausgelastet war, als sie uns bemerkte und etwas zu Bill wisperte, um dann rasch zu uns zukommen.

„Macht euch keine Sorgen! Snape hat mir noch, bevor er floh, diesen schwarzen Trank gegeben! Den, welchen er auch Lavender damals gab! Ich bin sofort zu deinem Bruder gelaufen und habe ihm den umgehend eingeflößt, noch bevor alle Kämpfenden aus dem Eingang draußen waren! Anders als Lavender hat er den Trank sofort, direkt nach den Bissen erhalten, … danach habe ich ihn magisch gereinigt, wie ich es von Hermione und Snape gesehen habe und ihn dann hierhergebracht, wo Madame Pomfrey weitergemacht hat! Ich denke, auch wenn es Greyback war, dass er sich nicht wandeln und er weniger Probleme als Lavender haben wird! Dafür war ich viel zu schnell!“, flüsterte sie sehr rasch, aber auch für sie sehr ungewohnt klar und strukturiert herunter.

„Wow, Snape denkt echt an alles!“, wisperte Ron sprachlos, mit festklebendem Blick auf seinem Bruder. Ja, es war schon beeindruckend, wie Severus es schaffte, an alles und jeden zu denken.

„Ja, das kam total unerwartet! Ich stand hinter einer Rüstung und er hat extra angehalten… imposant, bevor er mit wehenden Roben entschwand!“, flötete sie jetzt wieder in ihrer gewohnten Art sehr verträumt.

Unterdessen fiel mir nun McGonagall auf, die auch hier rumwuselte. Sie wechselte zwischen den verletzten Lehrern, da auch noch Sprout und Hooch verletzt waren und geheilt werden mussten, sehr erregt hin und her und sprang von einem Bett zum Nächsten.

„Was ist nur passiert?“, wollte der gerade in den Saal herein wankende, ziemlich blasse Slughorn wissen.

„Das wüssten wir auch zu gerne!“, bekannte Sprout laut, als McGonagall aufsah.

„Mr. Potter?“, fragte da plötzlich ihre scharfe Stimme und Harry wandte sich zu McGonagall.

„Sie liefen doch allen hinterher, also was ist passiert?“, fuhr McGonagall herrisch fort.

Sofort zuckte sein fragender Blick zu mir und ich übernahm, da ich seine indirekte Frage verstand. Durfte er das von Severus sagen, oder sollte er Draco nennen? Gute, sehr gute Frage, aber ich dachte, es würde keinen Unterschied machen, da nur Harry als Zeuge galt und der galt im Ministerium nichts. Die Frage war nur, was Severus und Draco dem Lord erzählten und wenn so viele Variablen wie in diesem Fall offen waren, da wir uns nicht hatten absprechen können, war ich mir sicher, dass Severus immer bei der Wahrheit im Großen und Ganzen bleiben würde, daher würde ich dies auch tun und somit würde uns niemand überführen können!

„Madame, Harry hat gesagt, er denkt, dass es Professor Snape gewesen ist!“, bekannte ich leise und warf ihr einen ernsthaften, intensiven Blick zu, den sie geschockt und blasser werdend erwiderte.

„Ich denke es nicht, ich weiß es!“, kam es nun nach meiner Vorlage selbstsicherer von Harry und wir ernteten in dem Krankenhaussaal scharfes Luftholen.

„BITTE? Unser Kollege soll Professor Dumbledore ermordet haben?“, hauchte McGonagall fassungslos und der gesamte Saal lag in totengleicher, geschockter Stille darnieder. Wobei Neville wie kurz vor einem Herzinfarkt aussah und auch Luna war etwas blässlich um die Nase und Kingsley schlug mit der flachen Hand auf seine Bettdecke, sagte aber nichts, während Ginny schwer schluckte.

„Das kann ich nicht glauben!“, „Das muss ein Irrtum sein!“, „Dumbledore hat ihm immer vertraut!“, „Warum?“, „Wieso?“.

„Das sollten sie auch nicht laut glauben!“, warf ich rasant ein und erntete empörte Gesichter.

„Was meinen Sie, Miss Granger?“, wollte eine sichtlich entnervte Professorin wissen.

„Das was ich sage, diese Information sollte nicht diesen Raum verlassen!“, beschwor ich inständig und sehr irritierte Augen lagen auf mir.

„Und warum nicht? Severus Snape ist ein Mörder…“, ereiferte sich Shacklebolt .

„Wenn dies stimmt, was Harry sagt und behauptet!“, warf ich bezweifelnd ein und erntete auch von unseren Kameraden überforderte Mienen.

„Sie zweifeln Ihren Freund an?“, empörte sie sich und selbst Harry sah nun pikiert zu mir und ich rollte die Augen über so viel Begriffsstutzigkeit.

„Der Prophet gehört dem Lord. Viele wichtige Instanzen des Ministeriums unterstehen dem Lord! Lucius Malfoy sitzt fester denn je im Schulbeirat! Wenn sie dies nun öffentlich behaupten und sonst keinen Beweis haben, außer Harrys Aussage, wird das nur wieder in die Hose gehen, wie auch damals im 5. Schuljahr als sich das Ministerium in die Hogwarts Angelegenheiten eingemischt hat und Harry erfolglos beschworen hat, dass der Lord wiederauferstanden ist!“, gab ich zu bedenken und alle lauschten mir, als wäre ich der Heiland, wenngleich ihre Antlitze Unverständnis offenbarten.

„Ich verstehe nicht…“, stotterte ein piepsiger Flitwick und McGonagall brachte ihn mit einer ungeduldigen Geste zum Schweigen, während sie mich gleichzeitig aufforderte fortzufahren:

„Wollen Sie, dass wirklich publik wird, dass Hogwarts nicht sicher war und nicht sicher ist? Dass ein jahrlanger Professor, dem Dumbledore vertraute, ihn ermordet hat? Dann werden im nächsten Jahr keine Schüler mehr hier sein! Stellen Sie es so hin, als hätte Dumbledore beim Kampf gegen die DeathEater gesiegt und sie erfolgreich in die Flucht geschlagen, auch wenn er dabei leider verstarb! Es ist eine heroische Lüge aber besser als die traurige Wahrheit!“, erklärte ich abgebrüht und hoffte, dass meine Argumente auf fruchtbaren Boden fielen, denn wir konnten nicht riskieren, dass Severus nicht Schulleiter wurde, zu wichtig war es, unsere Geheimnisse zu verbergen und zu vermeiden, dass der Lord einen anderen DeathEater als Schulleiter einsetzte! Die Schüler mussten geschützt werden.

„Was… was…, wie kommen Sie auf so was vollkommen Abwegiges? Granger?“, vergaß sie sich insoweit, dass sie mich nicht wie gewohnt höflich mit Anrede ansprach und ich bemerkte, wie tief sie das Erlebte berührte und aufwühlte, während ich wie gewohnt sehr ruhig und gelassen blieb.

„Wie? Keine Ahnung, aber geben Sie den Leuten was sie sehen wollen, einen tragischen Helden, der im aufopferungsvollen Kampf gegen das Böse fiel und die Schule, sowie die Schüler mit seinem Leben schützte! Lassen Sie Dumbledore seinen Heldenstatus bis zum Schluss! Außerdem würden Sie alles wofür er stand torpedieren, wenn Sie das mit Professor Snape publik machen, da er für ihn in den Prozessen gebürgt hat!“, erinnerte ich und erntete betretenes Schweigen.

„Wow, das ist brillant, Schönste!“, flüsterte Ron ergriffen, denn unser Stratege erkannte, dass ich den Orden und die Lehrer wissen ließ, was wirklich geschehen war aber daran arbeitete, dass Severus trotzdem Schulleiter werden könnte.

„Du schmeichelst mir zu sehr!“, wehrte ich Rons Kompliment ab.

„Er hat aber recht, Sie sind beeindruckend, Miss Granger!“, piepste plötzlich die erstaunlich schwache Stimme von Flitwick zu uns, als er seiner Kollegin einen strengen Blick zuwarf. „Und du weißt, dass das Mädchen die Wahrheit spricht, Minerva!“

„Aber Filius!“, wollte sie aufbrausen als urplötzlich wieder das Klagelied des Phönix zu vernehmen war und damit jegliche Diskussion verstummen ließ. Die fassungslosen Personen im Krankenflügel fingen sich während seines traurigen Liedes wieder, die bewegende Melodie vermittelte ihnen Trost und Kraft, um ihre Entscheidung zu fällen, wie sie mit dem Zukünftigen umgehen sollten.

Aus dieser Versunkenheit fuhren wir alle auf, als die Türen aufkrachten und Mrs. und Mr. Weasley sowie Bills Verlobte, Fleur Delacour, in den Krankenflügel hetzten.

„BILL!“, hallte es mehrfach geschockt und fassungslos von den Wänden wider, während ich mich dezent im Hintergrund hielt.

„Um Merlins Willen, was ist passiert?“, „Wie konnte das geschehen?“, „Was ist mit BILL?“, kreischten alle wild durcheinander.

„RUHE!“, donnerte McGonagall ungewohnt harsch und stoppte damit den panischen Aufschrei der Weasleys.

„DANKE! Wir werden nun Licht ins Dunkel bringen, dann dürften auch alle sofort informiert sein! Vieles liegt noch im Dunkeln aber ich hoffe, dass diese Schüler hier Licht in das ganze Desaster bringen können!“, holte sie erklärend aus und ich war gewillt, die Augen zu rollen, wegen der Tatsache, dass sofort alle sowohl mich, Harry, Ron, Neville, Ginny als auch Luna misstrauisch taxierten.

Wobei der Blick, den mir die älteren Weasleys schenkten durchaus als beleidigend zu bezeichnen war, aber ich versuchte, mir nichts anmerken zu lassen und fragte mich, was sie anscheinend zu wissen schienen, was augenscheinlich sonst niemand in diesem Raum von den „Erwachsenen“ wusste.

Ihr Blick war so durchdringend, dass ich verunsichert war, was für Informationen sie besaßen. Hatte Arthur doch erfahren, dass ich einen Malfoy war? Von Moody? Oder Dumbledore?

„Also legen wir los, könnte mir einer von ihnen erklären, wie es möglich war, dass DeathEater in Hogwarts eindringen konnten?“, führte nun eine wieder gefasster erscheinende McGonagall ihr Verhör weiter fort.

„Ähm…“, „Tja, also…“, „Gute Frage!“, stotterten Harry, Ron und Neville los und ich war leicht entnervt, wenn ich wieder anfangen würde zu reden, würden sie mich nur noch mehr für die Rädelsführerin halten und als ich es eben nicht tat, räusperte sich Harry entschlossen und rollte unwohl die Schultern.

Während ich mir nur leid tat und mir vorstellte, wenn sie uns nicht hätten, wüssten sie gar nichts, das war tragisch!

„Äh, also ich möchte erst mal sagen, dass alles sehr, sehr schnell ging! Wir haben sie belauscht und konnten hören, dass sie das Verschwindekabinett von Borgin & Burkes aus der Knockturn Alley benützt haben, um durch das Pendant davon, das im Raum der Wünsche steht, in die Schule einzudringen…“, stotterte Harry drauflos.

„WIE BITTE?!“, kreischte Sprout los und eine bleiche McGonagall wisperte: „So leicht!“, während ein sprachloser Slughorn auf ein Krankenbett sank, als urplötzlich Leben in unsere alte, strenge Professorin kam.

„In Ordnung, das muss umgehend versiegelt werden!“, wies sie entschlossen an, als Ron die vernarbte Hand hob.

„Schon erledigt, Madame, Harry hat mir den Befehl gesandt. Ich habe das Kabinett in seine Einzelteile zerlegt und es mit einem Incendio verbrannt. Da geht nichts mehr durch!“, entgegnete Ron pragmatisch und seine Mutter starrte Ron wie eine Erscheinung an. Stolz auf ihren Sohn war in den Gesichtern der Eltern abzulesen, auch wenn die mütterliche Molly um ihren anderen, verletzten Sohn herumwuselte und seine Wunden fürsorglich betupfte.

„Das… das, sehr gut, Mr. Weasley, 30 Punkte für Gryffindor!“, meinte eine sichtlich beeindruckte Professorin. Ron wandte sich merklich unwohl unter diesen Blicken und winkte peinlich berührt ab.

„Genau, ähm, also es ging weiter…, ich war ja mit Professor Dumbledore gar nicht in Hogwarts…“, bekannte Harry und leckte sich über die Lippen.

„WAS?“, krächzte schon wieder McGonagall perplex.

„Äh ja, genau! Wir waren unterwegs, aber dazu später mehr, also als wir ankamen, auf dem Turm, setzte fast umgehend der Kampf ein, daher hab ich da gar nicht soooo viel Ahnung! Sorry…“, bekannte Harry und fuhr sich durch sein wirres Haar.

„Genau und ich hab gespürt, dass was im Gange ist und war mit Neville, Luna und Ginny durch Zufall vor dem Raum der Wünsche, als die Tür aufging und diese Meute heraus drängte…“, log Ron sehr selbstsicher.

„Zufall?“, zweifelte McGonagall offen, aber wie sollten wir die Karte der Marauder erklären und dieses Geheimnis würden wir nicht lüften, ebenso wie wir Warrington verschwiegen, denn den würden Draco und ich uns noch kaufen, das stand außer Frage!

„Ja, Zufall…, wissen Sie, Professor, die Nargel haben ganz komisch geklungen, da mussten wir nachsehen!“, sprang Luna mit ihrer unnachahmlichen Art ein und erntete skeptische Blicke, ob sie den Unsinn ernst meinte, aber wie immer strahlte sie alle aufrichtig an und Ron fing sich rasch wieder, bevor er fortfuhr:

„Genau … und das Problem war, dass diese Mistkerle Finsternispulver hergenommen haben, das haben sie aber glaube ich am eigenen Leib erfahren!“, wandte er ein, als Harry wieder übernahm:

„Eben und ich war auf dem Turm. Professor Dumbledore war geschwächt, als wir bedroht wurden und Snape Dumbledore schließlich mit dem Avada ermordete… ich bin dann den beiden gefolgt…“, stockte Harry betroffen.

„Beiden? Sie meinen, Draco Malfoy?“, wollte McGonagall wissen, die anscheinend den zwei Flüchtenden begegnet war.

„Ja, Sie sagen es… also ich rannte hinterher, es kam zu den Kämpfen!“, stimmte Harry zu, als er wieder unterbrochen wurde.

„Ich möchte einwerfen, dass Professor Snape für meine Beule verantwortlich ist! Er hat mich mit einem Stupor ausgeschaltet, als ich zu ihm ging um ihn zur Hilfe zu holen, um das Schloss und die Bewohner zu verteidigen!“, erzählte Flitwick pikiert und fasste mit schmerzverzerrtem Gesicht zu seiner Beule.

„Snape?“, echote nun Molly Weasley sprachlos. „Dumbledore tot?“, wiederholte Arthur, die beide erst jetzt augenscheinlich wieder die Sprache gefunden hatten, da sie bisher wie erstarrt gewirkt hatten.

„Dasss ist doch völlisch gleisch. Isch möchte wissen, was mit Bill passiert? Wird er…?“, fragte nun Fleur recht hart, in ihrem typischen, gekünstelten Dialekt, während sie Bills Hand fest umklammerte und furchtsam zur Krankenschwester starrte.

„Nun, Miss Delacour, diese Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten, denn es war ein nicht-verwandelter Werwolf, der Bill gebissen hat, es ist ungewiss, wie es sich auswirken wird. Gewissheit werden wir erst in der nächsten Vollmondnacht haben… sollte er sich nicht wandeln, könnte es immer noch sein, dass er gewisse wölfische Züge annehmen könnte, vielleicht treten diese aber dann nur an Vollmond auf! Es ist sehr schwer, eigentlich überlebt niemand so einen Angriff… Sie verstehen, Sie haben großes Glück, dass Ihr Verlobter noch unter uns ist! Aber die Narben werden bleiben!“, kam es noch leise von der totunglücklich wirkenden Pomfrey, die nichts von unserem Trank wusste.

„Dasss macht nichtsss, das ist nich schlimm… nich wahr, Bill?“, nuschelte Fleur ergriffen und tätschelte Bills Schulter, der ihr einen mitleidigen Blick zuwarf.

„WASSS… duuu, duuu willst ihn trotzdem?“, rief Molly brüsk und schaffte es, dass wirklich alle Personen im Saal sie ansahen.

„Natürlisch, warum nich?“, wollte eine sichtlich perplexe Fleur wissen, die ihren süßen Schmollmund zog.

„Na weil, weil, ach… ist ja auch egal, komm her an meine Brust, Schwiegertochter!“, überrumpelte Molly alle mit ihrer ihr eigenen Art, dabei zog sie Fleur an ihre große Brust.

Augenscheinlich schien sich Molly mit Fleur zu versöhnen und sie endlich anzuerkennen, als diese nun auch noch zu Bill hielt, nachdem er gezeichnet für sein Leben sein würde.

Molly schniefte herzlich und war sehr bewegt, etwas was alle sich unsichere Blick zuwerfen ließ, einschließlich Bill und Arthur.

„Mr. Potter, auf ein Wort!“, bat die stellvertretende Schulleiterin McGonagall und führte Harry aus dem Saal, was auch für mich das Zeichen war, endlich gen Slytherin zu entschwinden.

Hermiones Sicht ende

Severus Sicht

„Was soll das heißen, du hast es getan?“, fragte der blasiert wirkende Lucius, der sein Whiskeyglas einschenkte.

„Lucius, das ist doch zu doof, das was es heißt! Ich habe es getan!“, ging ich genervt auf ihn ein.

„AHA und deshalb liegt Draco oben in seinem Bett… erbaulich!“, kommentierte er gefühlsarm.

„Schadet ihm nicht, wenn man bedenkt, was Hermione erleidet, dann kann auch er ruhig mal durch eine schlimme Zeit gehen!“, blieb ich sehr emotionslos und nippte an dem scharfen Getränk.

„Du meinst, er wird zu weich?“, wollte Lucius sofort auf der Hut wissen, denn das würde ihm nicht passen, dass sein Sohn zu verweichlicht sein könnte, worauf ich das schwarze Haupt schüttelte.

„Das sage ich nicht, aber wenn ich sehe, was das Biest alles auszubaden hat, dann wirst du mir auch zustimmen, wenn ich sage, dass Draco bisher besser durch die Wirrungen des Lebens geschlüpft ist und dann auch noch merklich unversehrter!“, umschrieb ich meine zutreffende Beobachtung und wurde von der typischen Arroganz von Lucius doch irgendwie kalt getroffen.

„Er ist ein Malfoy!“, entgegnete er überheblich und ich stöhnte rasch in mein Glas und trank wieder.

„Ja und schlüpfrig wie eine Schlange! Aber wenn alle Stricke reißen, machen Heimtücke, Verschlagenheit und List dich noch nicht stark oder hart!“, wandte ich durchaus gehässig ein und fletschte die Zähne.

„Wohl wahr! Dann sehe ich aber recht, dass der Lord dies bis zu einem gewissen Grad gerade gerückt hat?“, wollte er ungerührt wissen und ich neigte sachte meinen Kopf.

„So könnte man sagen!“, umschrieb ich Dracos harte Folterstrafe durch den Lord.

„Gut!“, war es erbaulich, Lucius‘ Sorge so offen miterleben zu können, indem er zustimmend über die Strafe des Lords nickte und dann sehr genüsslich an seinem Drink nippte.

„Nun zu den wirklich wichtigen Themen!“, lenkte Lucius das Gespräch nun in andere Bahnen und dabei überraschte es mich nicht, dass er Draco einfach so abhakte und nicht weiter nach ihm sehen wollte. Draco selbst hätte darauf bestimmt auch keinen gesteigerten Wert gelegt in seinem geschwächten Zustand, nachdem ich ihn ins Bett gesteckt und ihn verarztet hatte und Lucius wusste, ich hatte mich um Draco gekümmert und er würde genesen, das war alles was wichtig war.

„Die da wären?“, fragte ich lasziv nach und nippte selbst an dem scharfen, würzigen und torfigen Getränk und versuchte nach diesen aufregenden Stunden endlich zu entspannen.

„Deine Ernennung, selbstverständlich!“, beschied dieser Pfau überheblich.

„Selbstverständlich, das dürfte für einen Mann, wie dich, doch eine reine Formalität sein?!“, ätzte ich gehässig und überschlug die Beine.

„Wohl wahr… ich werde morgen alles in die Wege leiten!“, traf ihn mein Spott keine Sekunde, da er es schlicht überging.

„Damit wäre ja alles gesagt…“, resümierte ich knapp.

„Wirst du bleiben?“, wollte er plötzlich ernst wissen und sah mir mit seinen grauen Augen direkt in meine schwarzen.

„Hier im Manor? Nun, ja, bis SIE kommt?“, zuckte ich nur die Schultern, weil ich es nicht genau wusste, worauf Lucius nonchalant mit seiner aristokratischen Hand wedelte.

„Und nun erzähle mir von Hogwarts! Von allem, auch vom Lord, bis ins kleinste Detail!“, forderte Lucius arrogant und lehnte sich interessiert vor, sodass seine langen blonden Strähnen ihm weit ins Gesicht fielen und ich verstand, dass ich um einen ausführlichen Bericht nicht herumkommen würde und legte gewohnt, von Ironie getrieben, los.

Severus Sicht ende

Hermiones Sicht

„Du kleine, miese Kröte!“, steckte Warrington zwischen mir und der Wand in seinem Rücken fest, dabei war meine Hand unbarmherzig an seine Kehle gepresst.

Die anderen Slytherins duckten sich vor Angst an die Ränder des Raums und so weit weg, wie sie nur konnten.

„Was bildest du dir ein, du minderwertiges… Mudblood?“, fauchte er versucht unbeeindruckt, etwas was ihm nicht gelang, da ihm die Stimme ängstlich wegbrach, unterdessen blickte ich ihn aus verengten Augen böse an.

„Bist du dem Lord Rechenschaft schuldig? Nein, du mischst dich in deiner arroganten und selbstgefälligen Art in Aufträge ein, von denen du in deinem begrenzten Wissen nicht den blassesten Schimmer hast!“, hisste ich leise, was umso bedrohlicher rüber kam, als hätte ich geschrien, dabei konnte ich durchaus das furchtsame Zucken seines Kehlkopfs unter meinem Griff spüren.

„Wenn sich eine Möglichkeit bietet Potter zu töten…!“, versuchte er rau auszustoßen und ich drückte noch etwas fester zu, unbarmherzig in meiner Wut.

„Möglichkeit bieten? Bist du sooo blöd? Harry zu töten, läge jederzeit in meiner, Dracos oder Severus‘ Möglichkeit! Sollen wir es tun? NEIN! Und Dumbledore war so oder so dem Tode geweiht!“, zuckten alle bei meinen harten Worten zusammen, denn dass ich als Harrys beste Freundin so etwas sagte, schockte alle, aber auch den jungen Warrington zwischen meinen Händen, da er mich fassungslos anstarrte.

„Wie…?“, hauchte er heiser.

„Eben, du bist wahrlich nicht in der Position alles zu wissen! Deshalb soll sich ja auch keiner einmischen, du Idiot! Wenn Severus wegen dir nun nicht sein Nachfolger wird, dann Gnade dir irgendein Gott, denn ich werde es nicht tun!“, versprach ich ihm inbrünstig und er versteifte sich noch mehr unter meinem eisernen Griff.

„Ich… ich…“, stotterte er hektisch, als er erkannte, dass der Lord und wir sehr wohl Pläne hatten.

„Spar dir den Atem, Warrington, ich bin so kurz davor, dir den Kehlkopf zu brechen, damit du Geschichte bist!“, knurrte ich drohend.

„Schönste, wir können niemandem seinen plötzlichen Tod erklären!“, warf rasch ein todesmutiger Blaise ein, der Slytherin hermetisch abgeriegelt und mich erst nach meinem Patronus eingelassen hatte.

Slytherin war, als ich kam, vollkommen in Blaises Hand gewesen, auch Warrington war schon entwaffnet gewesen und hatte gefesselt in einem Sitz ausharren müssen, bis über ihn befunden worden war. Es hatte mir sofort gefallen, dass Blaise nicht wartete, sondern selbst in Aktion ging.

„Leider! Sehr bedauerlich… aber ich habe eine Überraschung für dich, Warrington, dein älterer Bruder gehört mir! Er ist in meinem neuen Trupp! Und da du leider gerade „sicher“ vor meinem Zorn bist, solltest du ihm am besten alles Gute wünschen!“, gingen ihm bei meiner Drohung die Augen über, aber auch die der anderen. Ich bemerkte, dass Warrington sich unter meinem Griff etwas entspannte, also fuhr ich rasch fort:

„Merk dir eins, Warrington, ich vergesse nie und gerade bei den Leuten, die mir in die Quere kommen, kann ich sehr nachtragend sein! Du magst zwar in Hogwarts noch sicher sein, da es ein Problem wäre wenn du stirbst, weil Blaise mit seinem Einwand mit der Leiche von dir schon recht hat, aber außerhalb, in den Ferien, ist es für mich kein Problem, verstanden?“, fragte ich so trügerisch sanft, dass ihm deutlich von Kopf bis Fuß einen Gänsehaut aufzog.

„Ich glaube, wir verstehen uns! Blaise eine Frage, hat er mitgekämpft?“, drehte ich mich nicht um sondern starrte den Delinquenten nieder.

„Oh, nein, ich bin noch rasch zum Astronomieturm und hab ihn mir, nachdem das Pulver aus war, geschnappt. Danach bin ich sofort hierher und hab Slytherin dicht gemacht! Oh… und hier, dieser Handschuh!“, meinte er provokant und hielt diese lichtbringende Faust, die er Warrington abgenommen hatte, wie eine Trophäe hoch, während ich noch unverändert Warrington in den Fingern hatte.

„Gut, ich muss zurück, McGonagall ist wie ein Schießhund! Und du wirst Slytherin weiterführen. Draco und Severus mussten fliehen, nachdem … Dumbledore ermordet wurde…“, informierte ich knapp und erntete fassungslose und entsetzte Ausrufe, da niemand hier groß etwas bemerkt hatte, weil sie als einziges Haus von der Außenwelt geradezu abgeschnitten waren.

„Von wem…?“, „WASSSS?“, „WER?“, „Draco?“, „Der Professor?“.

„Geht euch nichts an!“, fauchte ich entnervt und drückte immer fester zu, sodass mittlerweile die Augen in den Höhlen von Warrington rollten und seine Hände verzweifelt an meinen Handgelenken rüttelten.

„Dann obliegt mir die Strafe für Warrington?“, wollte Blaise wissen und ich nickte gedankenverloren.

„Zumindest obliegt dir die Ausführung, korrekt!“, presste ich noch einmal fest zu und durfte ihn zu meinem inneren Genuss röcheln hören.

So ganz konnte ich ihn aber nicht davonkommen lassen, daher riss ich urplötzlich ein Knie hoch, um ihm zum Schluss brutal in den Schritt zu treten. Keuchend jaulte er auf, als ich ungerührt zurücktrat und er unspektakulär auf die Beine ging, während er nun jämmerlich jammerte, röchelte und nach Luft japste, dabei hielt er sich sein Gemächt, aber gleichzeitig fasste er sich auch wimmernd an die malträtierte Kehle und krümmte sich unter Schmerzen.

„Brutal!“, wisperte Blaise beeindruckt und grinste mich recht teuflisch an. Während ich sein gemeines Lächeln erwiderte, zauberte ich wie nebenbei und ließ eine verlorene, einsame Krawatte, die auf einem Tisch lag, zu mir schweben und sprach einen Zauber, nur um ein gewisses Unverständnis in Blaises Augen zu erkennen, als ich schließlich das in Händen hielt, was ich gewollt hatte.

Es erinnerte an ein ledernes Hundehalsband und es war aus purer und reiner Boshaftigkeit entstanden, dabei erinnerte es etwas an Remus‘ Halskrause mit den Metalldornen, das ich ihm bei seiner Folterung um den Hals gelegt hatte. Ich hielt dem auf dem Boden knienden Warrington das Halsband auffordernd hin.

„Na los, leg es um, ich hab nicht ewig Zeit!“, meinte ich bestimmt, so machte sich ein verschüchterter Warrington mit zitternden Fingern daran, sich das Lederband umständlich umzulegen, das sich sofort magisch um seinen Hals schlang um wie eine zweite Haut anzuliegen. Dabei verschwand auch der Verschluss. Es wäre nun nicht mehr abzunehmen, außer von mir, seiner Erschafferin.

„Sehr schön! Blaise, ab nun gehört er dir, mach mich stolz!“, tätschelte ich gönnerhaft die Wange des nun mit seinem neuen Schmuck Behängten und wandte mich ab, wissend, dass sich alle fragen würden, was ich Warrington antat, aber das würde dieser frühestens selbst rausfinden, wenn er sich unanständig berührte, da würde mein Lederhalsband zum Leben erwachen und ihn würgen, bis er es sein ließ!

Ich fand die Strafe von meiner Seite angemessen und genügend bösartig um mich zu befriedigen. Ein Gefühl, welches ihm für lange Zeit verwehrt sein sollte.

So eilte ich rasch zu Severus‘ Gemächern, da ich den Handschuh dort verstauen wollte, aber zu meiner Überraschung funktionierte kein Passwort! Seine Räume waren vollständig versiegelt, aber wie es schien hatte dies Hogwarts übernommen und kein Lehrer. Das war sehr interessant, somit nahm ich den Handschuh vorsorglich mit zu mir nach oben.

Nachdem ich wieder in Gryffindor ankam erschien kurz nach mir Harry, der sich erschöpft zu uns fallen ließ. Mittlerweile graute der Morgen, aber zum ersten Mal in meinem Leben war der Gemeinschaftsraum, selbst um diese frühe Uhrzeit, nicht leer!

Noch immer tummelten sich geschockte, übernächtigte und verängstigte Schüler in ihm, die einfach keine Ruhe finden konnten, ähnlich uns.

„Erzählst du von McGonagall?“, fragte ich, wenngleich Harry und ich alleine waren, denn augenscheinlich waren die Weasleys noch alle zusammen im Krankenflügel, an Bills Bett, besorgt ausharrend.

„Natürlich, ich musste in ihr Büro… oder nein, das stimmt nicht. Wir wollten in das Büro des Schulleiters, aber wir sind nicht reingekommen. Es war versiegelt!“, begann Harry seine Story zu erzählen.

„Mhm, wirklich? Das ist mir bei Severus‘ Räumen auch passiert!“, gestand ich und überlegte, dass dies wohl von langer Hand von Dumbledore geplant worden war, der mit einem abrupten Ableben gerechnet hatte.

„Ohhh, was meinst du bedeutet das?“, fragte Harry gespannt und ich knabberte an meiner Lippe.

„Tja, das hier ist Hogwarts und es hat seine eigenen Gesetze! Wie zum Beispiel bei diesem magischen Schulbuch, das meine Tarnung hat auffliegen lassen! Vielleicht will es Dumbledore und Severus schützen, schließlich wissen wir beide, dass an sich der Tod von dem Direktor durch Severus‘ Hand eine abgesprochene Vereinbarung gewesen war, oder aber das Büro öffnet sich erst für den neuen Schulleiter?“, bot ich überlegend an und wedelte mit meiner Hand durch die Luft.

„Hört sich logisch an… brutal, wenn man wie wir aus der Muggelwelt kommt, oder? Das ist so krass…“, kratzte er sich erschöpft am Kopf und gähnte weit, was ihm einen tadelnden Blick von mir einbrachte und er leicht errötend schnell eine Hand vor den offenen Mund hielt.

„Ich verstehe, was du meinst, Harry! Wie hat McGonagall reagiert?“, wollte ich genau wissen und überging diese Episode.

„Oh, etwas verschnupft, aber sie ist ohne Worte zu ihrem Büro gerauscht, mich im Schlepptau. Sie hat mich in ihrer umwerfenden Art versucht auszuquetschen. Sie wollte wissen, wo Dumbledore und ich gewesen sind, was wir in der Nacht gemacht haben! Ich hab mich auf Vertraulichkeit rausgeredet. Sie hat diesen dünnen, zusammengekniffenen Mund bekommen aber dann knapp genickt!“, erzählte er sehr plastisch, die Situation konnte ich mir gut vorstellen.

„Das ist doch gut!“

„Erfreut war sie nicht und dann hat sie überlegt, ob sie als stellvertretende Schulleiterin die Schule eher schließen müsste, unter diesen tragischen Umständen und ich hab eingeworfen, dass das wohl nicht nötig wäre, es ist ja anders als in unserem 2ten Jahr. Dort war die Gefahr nicht greifbar, jetzt ist das Eindringen in Hogwarts wieder unmöglich, nachdem wir das Kabinett zerstört haben. Aber sie möchte die Schule eher schließen und sich mit den Schulräten beraten… auch wegen der Beerdigung, wusstest du, dass es Dumbledores Wunsch war, hier auf dem Schulgelände bestattet zu werden?“, hauchte Harry zum Schluss hin um Aufmerksamkeit heischend.

„Das geht?“, echote ich ungläubig.

„Sie sagt, ja! Das ginge und das würde auch passieren, da hab ich eingeworfen und dafür plädiert, dass wir taktisch ein großes, beeindruckendes Begräbnis für Dumbledore abhalten sollen, um ihn als den gefallenen Helden zu ehren, der er war! Sie war sehr gerührt, dass ich eine Verabschiedung durch die Schülerschaft für ihn vorschlug!“, grinste Harry nun verschlagen und da verstand ich, warum der Hut überlegt hatte, ihn nach Slytherin zu stecken.

„Ich bin beeindruckt!“, meinte ich freundlich und lächelte versonnen.

„Naja, bin ja lernfähig, nach deinem Auftritt im Krankensaal!“, bekannte er erheitert, aber mit tiefen Augenrändern gesegnet.

„Ein zu großes Lob! Wie ging es weiter?“

„Oh, dann kam Rufus Scrimgeour höchstpersönlich und ich hab rasch das Weite gesucht, selbst Percy war in seinem Windschatten… oh und Fawkes scheint weg zu sein, nirgends ist mehr seine Stimme zu hören!“

„Göttin sei DANK!“, stöhnte ich froh auf, dieser Vogel war mir noch nie gewogen gewesen.

„Warum das?“, wollte ein perplexer Harry mit verengten Augen wissen.

„Oh, der Vogel mochte mich nicht… irgendwie!“, unterstrich ich diese Aussage mit einer unbestimmten Handgeste.

„Warst du ihm suspekt, Schönste?“, kam es provokant von einem mit den Augenbrauen wackelnden Harry.

„Könnte wahrlich sein!“, stöhnte ich leidlich.

„Duuuuu, mir ist was aufgefallen, als ich Dumbledore sterben sah…“, ging Harry anklagend auf ein neues Thema und eines, das mir gar nicht gefiel und ich war überrascht, dass er es von sich aus ansprach.

„Ja, was denn?“, fragte ich trügerisch sanft, denn ich war noch immer verwirrt über die Aktion mit Draco und würde Antworten von beiden verlangen.

„Nun, wir sprachen doch letztens von Quirrell und warum ich die Thestrale trotzdem nicht sehen konnte und was Dumbledore damit zu tun haben könnte! Jetzt fiel mir aber auch noch ein, dass ich doch meine Mutter habe sterben sehen, als der Lord sie mit dem Avada ermordet hat! Ich habe schon mit anderthalb Jahren einen Menschen sterben sehen… warum habe ich die Thestrale nie davor gesehen? Ich bin vollständig verwirrt…“, wisperte er unglücklich und das lenkte mich doch tatsächlich davon ab nachzuforschen, was Draco und er verbrochen hatten. Denn ja, es stimmte, das hatte ich übersehen. Wir konnte man nur so blöd sein und das Offensichtliche nicht erkennen?

„Stopp, ich hab nachgelesen, da mich das Thema natürlich auch nicht in Ruhe ließ und naja, man muss einen Tod verarbeitet und registriert haben! Du warst zu jung und wirst es nicht wirklich gesehen haben!“, ruckte ich in die Höhe und fasste meine Erkenntnisse von letztens zusammen. Eine Erklärung, die ihn kurz innehalten ließ, bevor er zögerlich fortfuhr:

„Okay, aber was ist dann mit den Dementoren? Glaub mir, sie haben mir das sehr deutlich vor Augen geführt, dass ich meine Mutter sterben sah, ich habe sie gehört, das grüne Licht! Es war wie in einem Film, der immer wieder vor meinen Augen ablief! Und das war im dritten Schuljahr?“, wandte er sehr überlegt und leise ein, danach blickte er mich sehr überfordert an und ich schloss kurz meine brennenden Augen und atmete tief ein.

„Eben Harry, ein Film! Es war wie in einem Film, es war nicht wirklich für dich, dafür warst du zu klein, du hast nicht wirklich wahrgenommen, wie sie starb. Man muss sehen, wie die Seele geht, deshalb sahst du die Thestrale nicht und naja, bei Quirrell… ich hab mir diese empfindungshemmenden Zauber genau angesehen, sie sind doch schwerer und ein noch größerer Bann als ich zuvor erwartet habe, viel komplexer und komplizierter als ein Amnesia-Zauber. ER war wahrlich ein begnadeter Magier! Er hat dir wirklich die Erinnerungen einfach geblockt, dass du nicht das ganze Ausmaß in seiner Endgültigkeit erfassen konntest. Hinzu kommt, dass Quirrell bestimmt schon zu einem gewissen Grad tot war und du ohnmächtig wurdest. Bei Cedric war er nicht in deiner Nähe, um so etwas wieder zu machen und da hattest du es schon realisiert… aber du warst auch wirklich kein Kind mehr!“, resümierte ich geschäftig, als ich die Fakten aufzählte.

„Na bravo, ich hasse es, daran zu denken, dass ER an meinem Geist oder an meinen Empfindungen rumgepfuscht hat!“, fauchte Harry auf Dumbledore böse und fuhr mit einer unwirschen Geste durch sein struppiges Haar.

„Er ist tot!“

„Toll…“, klang er nicht wirklich begeistert, oder auch besänftigt.

„Na, so toll ist das nicht, vor allem unter Anbetracht, dass mir nicht klar ist, was das von dir und Draco werden sollte! Das war wahrlich anders abgesprochen!“, erklärte ich relativ lapidar und durfte sein schuldhaftes Zusammenzucken erleben, als ich auf das zu sprechen kam, was mich schon die ganze Zeit ärgerte, die Tatsache, dass sie mich hintergangen hatten.

„Ja, weißt du… also…“, leckte er sich unsicher über seine trockenen Lippen, wobei ihn mein stechender Blick festhielt und darunter schien er sich regelrecht zu winden.

„Nein, leider nicht!“, bekannte ich seidig und hob auffordernd eine Braue .

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