When Hermione Fights
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 Kapitel 373-374

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BeitragThema: Kapitel 373-374   Kapitel 373-374 EmptyMo Mai 06, 2013 12:33 am

373. Kapitel Feuer, Wasser, Erde, Luft


Ich räusperte mich vernehmlich, was wohl trotzdem in den vorherrschenden Geräuschen unterging oder einfach nicht genug war um den Alten aus seiner Versunkenheit zu reißen, also beugte ich mich vor und schlug kurzentschlossen aggressiv mit meinen Händen vor ihm auf den langen Tisch. Bei dem unerwarteten Krach zuckte er zusammen, aber auch die anderen Anwesenden verstummten bei dem Geräusch, denn die Halle war seitdem die „Schützlinge“ eingetroffen waren meistens voll.

„Mein alter Freund, ich denke, Sie haben für heute genug Selbstgespräche geführt, jetzt ist es an der Zeit, dass Sie sich mal als nützlich erweisen. Kommen Sie!“, forderte ich ihn kühl, aber deutlich freundlicher auf als letztes Mal, wo ich einfach nur barsch und befehlend gewesen war.

„Hä… was? Warum sollte ich? Mir gefällt es hier!“, knurrte Gellert mürrisch, nun blickte er widerstrebend zu mir auf.

„Sie und ich, wir werden uns nun nochmal unterhalten und diesmal werden Sie es sich überlegen, mich zu ärgern, zu ignorieren oder auszulachen, denn das hier ist mein Territorium, außerdem können Sie mir kaum erzählen, dass hier alleine rumzusitzen spannend ist. Kommen Sie, ich will Ihnen etwas zeigen, es wird Sie ganz sicher interessieren!“, versuchte ich ihn zu locken, während ich nun wieder mit verschränkten Armen vor ihm stand und auf ihn von oben hinabblickte.

„Mich interessiert nicht, was DU Bubi mir zeigen willst! Ich bin nicht dumm, du willst nur wieder auf SIE hinaus, aber ich werde nichts sagen, vergiss es einfach!“, grummelte Gellert, schien dann wieder noch leiser etwas weiter zu murmeln, bevor er mich noch mal laut anfuhr: „Lass es gut sein, du hast eh keine Ahnung, alles blinde Idioten!“, schimpfte er plötzlich recht laut, wie ein Rohrspatz und meinte mich offenbar nicht.

„Ignoranten, wohin man blickt!“, keifte er weiter.

Ich war überrascht, woher seine plötzliche, ungewöhnlich harsch Regung kam. Er funkelte mit seinen blauen Augen aufgebracht durch die Gegend und fixierte niemanden direkt, schien aber auf einmal recht aufgewühlt zu sein.

Ich schüttelte überfordert den Kopf. Der Alte wurde wirklich langsam verrückt, dabei hatte ich angenommen, dass es ihm gut tun würde, hier nun unter Leuten zu sein, auch wenn nur wenige mit ihm zusammenkamen, aber ich wusste, Marcus, Adrian, Alicia und Angelina hatten durchaus hin und wieder mit ihm geredet. Aber vielleicht hatten die Jahrzehnte in Isolation ihn auch Menschenscheu gemacht. Keine Ahnung, was in Gellert gerade vorging, aber ganz auf der Höhe war er offensichtlich nicht, selbst für seine Verhältnisse nicht.

„Reden Sie mit mir, Gellert, denn ich brauche Ihr Wissen, sonst kann ich SIE nicht unterstützen!“, versuchte ich es anders, ihn zu beeinflussen und appellierte an seine Verbundenheit mit Hermione.

„Gerade wegen IHR sage ich nichts!“, fauchte der Alte mir plötzlich entgegen, dabei kam mir ein kleiner Sprühregen Spucke entgegen, der mich ekelhaft ins Gesicht traf, während er mich aufgeregt fixierte, aber nur für einen kurzen Augenblick, dann wandte er seinen Blick wieder ab, sodass er in der Luft zu hängen schien, bevor er explodierte.

„Mir reicht es endgültig! SEI STILL!“, fauchte er, beziehungsweise brüllte er los und fuchtelte wild mit den Händen um sich.

Alle anderen waren mittlerweile vollkommen verstummt und blickten unwohl zu uns, wie wir uns stritten. Ich war verwirrt, denn mit wem redete er? Seine letzten Worte hatten eindeutig nicht mir gegolten. Der Eindruck, dass sein Verstand sich nun völlig verabschiedet hatte, wurde immer größer.

„Gerade wegen IHR werde ich nichts SAGEN!“, wiederholte er stur und sehr laut, sprach aber noch immer nicht in meine Richtung, sondern blickte ins Leere, dann legte er den Kopf schief, als ob er irgendwem zuhörte und schüttelte dann plötzlich energisch den Kopf, versteifte sich und ballte seine knöchrigen Hände zu Fäusten.

„Sei still, seit STILL, SEIT STILL…! Belästige mich nicht länger!“, wurde er von Mal zu Mal lauter und energischer:

„JETZT HALT VERDAMMT NOCH MAL DEIN SCHANDMAUL!“, schrie Gellert letztendlich wirklich laut in die Leere, womit er erreichte, dass nun auch der letzte hier Anwesende entsetzt zu uns blickte.

Sein wirres Verhalten verwunderte mich immer mehr und ließ mich irritiert die Stirn runzeln. Was ging hier vor? Hatte er wirklich seit meinem letzten Zusammentreffen mit ihm den Verstand verloren?

Ja, er hatte eigenartige Dinge gesagt als Hermione und ich ihn her gebracht hatten, aber der Mann hatte Jahrzehnte lange Isolation überlebt ohne völlig durchzudrehen, war weit entfernt davon zum Beispiel so hirnlos und verrückt geworden zu sein wie Bellatrix nach nur 12 Jahren Gefangenschaft war. Ja, er war wunderlich, aber bitte, doch bisher nicht so verrückt gewesen.

„Gellert, geht es Ihnen gut?“, fragte ich etwas besorgt. Es dauerte einen Augenblick bis er seinen verärgerten Blick von was auch immer löste und mir langsam zuwandte, vorher hatte er noch fast schon wütende Blitze aus seinen Augen in die Richtung geschossen, in die er so lange geblickt hatte.

„Ja…“, knurrte er ungehalten, dabei fuhr dann sein kahles Haupt zu mir herum und sein Blick wirkte auf einmal überraschend erschöpft, fast schon resignierend.

Doch dann erschien ein regelrecht berechnendes Grinsen auf seinem Gesicht, das mich misstrauisch machte.

„Gib mir deinen Zauberstab!“, befahl er leise und präzise, wobei ein Ruck durch seinen Körper zu gehen schien und auf einmal durchaus zu erkennen war, was für ein Anführer und kalkulierender Verstand normalerweise tief verborgen unter seiner wunderlichen, aber auch schnoddrigen und knurrigen Art doch noch irgendwo in diesem Mann steckte.

Seine knorrige Hand schoss fordernd hervor und er beanspruchte eindringlich, vehement mit unbeugsamem Blick meinen Stab.

„Wieso sollte ich?“, fragte ich misstrauisch.

Sein wankelmütiges Verhalten erschien mir völlig wirr und brachte mich gerade echt aus dem Konzept. Ich schwankte, ob ich von dem Irren vor mir wirklich brauchbare Informationen bekommen würde und ärgerte mich, dass ich vielleicht zu spät kam, er verrückt geworden war und seinen Verstand verloren hatte und er mir nichts mehr nützen würde. Ich war so nahe dran gewesen, hinter Hermiones Geheimnisse zu kommen und nun war der Verstand desjenigen, der mir helfen konnte, nur noch Matsche. Das konnte doch nicht wahr sein. Frustriert fuhr ich mir durch die hellblonden Haare.

„Himmel, Merlin und Morgana, könntest du einmal das tun was man verlangt? SIE gibt ihn mir auch, wenn ich es will!“, fuhr mich Gellert plötzlich zänkisch und rüde wie ein Kleinkind an.

Dabei wirkte er weder irre noch wirr im Kopf, nein, sein Blick war erstaunlich klar und fokussiert auf mich gerichtet. Ich verstand echt nicht mehr was hier vor sich ging.

„Das stimmt, Draco… das weißt du, sie hat ihm ihren Stab gegeben…“, mischte sich Marcus nun vorsichtig ein.

„Was haben Sie damit vor?“, fragte ich lauernd und behielt den Alten genauestens im Blick.

„Nichts Schlimmes, rück raus!“, ordnete er ungeduldig an und ich wusste sehr wohl, dass sich hier unsere Zukunft entscheiden würde.

Wenn ich ihm den Zauberstab verwehren würde, würden wir wohl Feinde sein und er mir erst recht nichts sagen, irre hin oder her. Wenn ich es wagen würde, wären wir immer noch weit davon entfernt Freunde zu sein, oder auch davon, dass er mir so vertrauen würde wie Hermione, aber wir würden eventuell eine Basis haben!

„Na gut, Gellert, ich will es wagen, aber enttäuschen Sie mich nicht!“, sagte ich und bedeutete Marcus neben mir, bereit zu sein, sollte Gellert auf dumme Gedanken kommen und war mir sicher, dass unsere anderen Männer ebenfalls auf der Hut waren, denn bei einem Magier von Gellerts Kaliber rechnete ich Marcus‘ Chancen als gering, aber die Masse würde es machen.

Langsam und sehr widerwillig reckte ich ihm meinen über alles geliebten, weißen Zauberstab über den Tisch hinweg entgegen.

Die berechnenden, kalten, klaren, blauen Augen lagen gierig auf dem dünnen Stückchen Holz und gefielen mir gar nicht, zeigten sie doch, wie gefährlich er noch immer war. Verschwunden waren nun alle Zeichen von Wahnsinn in seinem Blick oder Handeln. Fast schon verzweifelt griff er nach dem Zauberstab und dann lag auch schon MEIN Zauberstab in der alten, runzeligen und mit Altersflecken übersäten, feingliedrigen Hand.

Plötzlich ging alles ganz schnell!

Bis heute kann ich nicht sagen, was Gellert Grindelwald da zauberte, denn es geschah nonverbal und ganz rasant, aber fast sofort legte sich ein sehr zufriedenes Grinsen auf seine Züge. Er wirkte sogleich merklich entspannter. Marcus neben mir war durch das unerwartet schnelle Schwenken des Stabes sofort in Angriffsstellung gegangen, bemerkte aber auch, dass an sich nichts passierte und wahrlich die Frage blieb, was der Alte dort getrieben hatte.

Und dann tat er das Unvorstellbare… wie kindisch war das denn? Marcus und ich tauschten einen mehr als perplexen Blick aus.

Denn unvorstellbarer Weise streckte Gellert urplötzlich seine Zunge weit raus und zeigte, wem weiß Merlin auch immer, seine wenig einladende Zunge!

Als hätte er jemandem eines ausgewischt, derweil wagte es Marcus, mit den Augen anzudeuten, was ich die ganze Zeit dachte, dass Gellert verrückt war!

„Puhhhh… Malfoyjunge, du hast keine Ahnung, wie nötig das war, hier… fang!“, riss er uns aus unserer Starre als er so lapidar daherredete, dabei schien er schrecklich zufrieden, unterdessen flog mir schon mein Stab entgegen, den ich gekonnt aus der Luft fischte und immer noch nicht verstand was das sollte.

„Was zur Hölle?“, „Fuck!“, waren die netten, begleitenden Rufe meiner Männer und es fasste meine Gedanken sehr gut zusammen.

„Was… was war das?“, wollte auch ich wissen.

„Papperlapapp, sag mir was du willst, komm zur Sache! Ich hab keine Lust auf lange Diskussionen oder deine plumpen Versuche mir Honig ums Maul zu schmieren… oder so…! Also sprich!“, forderte Gellert nun völlig zielstrebig. Es war leicht an seinem sehr fokussierten und direkten Blick zu erkennen, dass er in diesem Moment wirklich keinerlei Anzeichen von Wahnsinn zeigte.

Sein extremer Wandel von irre zu kalkulierend und klar war verwirrend.

„Lasst uns alleine!“, wies ich meine Leute an und bedeutete Gellert mir zu folgen, was dieser auch unerwartet geschmeidig und agil tat.

„Wohin gehen wir?“, fragte er gespannt, während wir die Halle verließen.

„In die Kerker!“, meinte ich lapidar als ich bemerkte, dass er stockte, dabei war er etwas blasser im Gesicht geworden.

„Wollen Sie nicht, oder können Sie nicht?“, provozierte ich absichtlich, denn nach dem was die beiden damals hier aufgeführt hatten, war für mich mehr als ersichtlich, dass SIE aber auch er sich hier in dieser Burg nicht zu 100 % sicher, oder gar heimisch fühlten. Egal was wir ihm hier anboten an freier Bewegungsmöglichkeit und Entfaltungsmöglichkeiten, er flüchtete regelmäßig nach Dublin.

Ich hatte mir alles ins Gedächtnis gerufen und konnte behaupten, dass ich mich erinnerte, dass sie immer etwas angespannt und abgelenkt gewirkt hatte, wenn sie hier war. Dann waren da auch noch dieses mehr als mysteriöse Vorkommnis mit Blaise und dem Blut in den Kerkern gewesen, all das steigerte meine Skepsis, denn auch ich konnte 1 und 1 zusammenzählen.

„Ich kann, ich will und ich werde!“, ätzte er böse und stieg nun sogar vor mir die gewundene Treppe hinab.

Er raste regelrecht vor mir her, sodass ich ihn am Oberarm fassen und stoppen musste, bevor er an dem Portal vorbeigerannt wäre, dabei fiel mir seine magere Statur auf. Er war an sich wirklich nur ein Gerippe auf Beinen, aber zäh.

„Nicht so rasch… hier geht es rein!“

So murmelte ich und aktivierte die Tür und stellte ihn sofort in die Einbuchtung, dabei bedeutete ich ihm, seinen Finger auf den Knopf zu legen, währenddessen konnte ich durchaus das erregte und gespannte Funkeln seiner blauen Augen wahrnehmen.

Der Stich in den Finger, der ihn umgehend in die unterirdischen Bereiche unter den Ruinen der ursprünglichen Burg transportierte, entlockte ihm keine Regung und sobald er verschwunden war, eilte ich hinterher.

Als ich landete, konnte ich schon ausmachen, wie er seine nähere Umgebung genauestens untersuchte, wobei er aber immer wieder sein Haupt schüttelte als müsste er störende Geräusche verbannen.

Ich beobachtete sein Verhalten interessiert. Offenbar gab es hier etwas, das ihn irritierte.

Auch wenn Hermione es in der Burg nicht so deutlich gezeigt hatte, so hatte ich doch das Gefühl, dass sie sich ähnlich verhielten und die ominösen Umstände um den Kuss bei der Hochzeit hatte ich auch nicht vergessen. In meinen Augen gab es etwas, eine Eigenschaft, die sowohl Hermione als auch Gellert haben mussten und ich war mir auch sicher, diese Eigenschaft hatte mit all dem zu tun, was mir an Hermione ein Rätsel war, was ihr großes Geheimnis war.

Und so doof zu denken es könnte etwas anderes als die Nekromantie sein, war ich nicht!

Schließlich musterte Gellert die beleuchtete, riesige Haupthöhle, in der sich nur im hinteren Teil wenige Personen befanden, die dabei waren zu trainieren. Noch war es hier verhältnismäßig leer, denn die großen Trainingsstunden mit den neu angekommenen Hogwartsschülern würden erst noch beginnen. Außerdem war es noch früh am Tag und die meisten VenTes bei der Arbeit, sie würden erst am Nachmittag zu ihrem Training herkommen.

„Wo sind wir hier? Was ist das?“, fragte Gellert perplex, aber auch sehr wissbegierig und sehr aufgeweckt.

„Nichts wichtiges, ein Trainingsort, eine Höhle, kommen Sie, ich will Ihnen etwas anderes zeigen!“, beschied ich ihm, winkte und ging einfach los. Ich steuerte direkt den Gang an, der in die deutlich kleinere Höhle mit dem Altar führte. Er sagte nichts sondern folgte mir schweigend.

„Ich hoffe, dass Sie mir mehr dazu sagen können! Aber um auf unser letztes Gespräch zu kommen. Diesmal ganz geradeheraus: Ich will alles über die Nekromantie wissen und noch mehr… und kommen Sie nicht auf den doofen Gedanken mich anlügen zu wollen, oder dass Sie wieder verstummen! Aber vielleicht macht Sie das was ich Ihnen hier zeigen kann gesprächiger!“, als er nicht reagierte stöhnte ich leise und ging einfach weiter in den Gang hinein, der uns aus der Haupthöhle und damit von den anderen hier unten wegbrachte.

Wir traten aus dem durch gelbleuchtende Fackeln erhellten Gang in die kleinere, für mich noch immer rätselhafte Höhle, die durch die grünen und gelben Fackeln in ein eigentümliches Licht getaucht war. Ich behielt Gellert genau im Blick und war gespannt, wie er reagieren würde. Selbst ich konnte ein kurzes Erschaudern nicht unterdrücken, als die Kälte, die hier zwar nicht physisch herrschte, aber magisch vordrang, mir abrupt in die Glieder fuhr. Ein durchwegs unangenehmes Gefühl bemächtigte sich meiner, wenngleich ich es absolut nicht bestimmen konnte, dabei fiel mir ein, dass einige meiner Männer dieses Gefühl nicht wahrnahmen.

Ich bemerkte, dass auch Gellert mich beobachtete, doch sein Blick dann offenbar erstaunt durch die kleine Höhle glitt. Vorerst beschloss ich zu schweigen und einfach zu beobachten, wie Gellert sich hier gab. Auch er hatte ein Erschaudern nicht unterdrücken können als er eingetreten war, außerdem hatte ich bemerkt, wie sich ganz kurz seine Pupillen in Überraschung geweitet hatten. Ich hatte die leise Ahnung, dass Gellert mir mehr würde sagen können als unsere Nachforschungen bisher hervorgebracht hatten.

Langsam, fast andächtig durchquerte der Alte die Höhle, dabei schien er wieder etwas vor sich hinzumurmeln aber diesmal wirkte er eher in Gedanken, als dass er wie in der Halle oben mit jemand anderem sprach. Er erreichte schließlich den Altar, vor dem wir das Skelett entdeckt hatten und strich mit seinen knochigen Fingern vorsichtig über den glatten, glänzend polierten Stein.

„Du spürst hier auch etwas, Junge, sag mir WAS!“, forderte Gellert vehement, schien aber noch immer nachdenklich zu sein und wandte mir seinen Rücken zu.

„Wohl das gleiche wie Sie, Gellert, nehme ich an. Ich habe gesehen, wie Sie erschaudert sind!“, erwiderte ich vage, denn ich wollte ihm nicht etwas in den Mund legen, was er mir dann als neue Informationen verkaufen konnte.

„Das glaube ich kaum…!“, sinnierte er gedehnt und wandte sich nun langsam zu mir um.

„Hm?“, hob ich fragend eine Braue, während Gellert mich nun intensiv musterte und überlegend den Kopf zur Seite neigte.

„Du willst Antworten, Junge, ja? Dann gib mir deinen Zauberstab!“, verlangte Gellert urplötzlich erneut erstaunlich entschlossen und wirkte so gar nicht mehr überlegend, sondern eher belebt und fast würde ich sagen, aufgeregt.

Ich zögerte sichtlich. Gellert meinen Stab zu geben, wenn ich von meinen Leuten umgeben war, die mir im Falle eines Angriffes den Rücken decken konnte, war eine Sache aber hier, wo ich mit Gellert alleine war, war es etwas ganz anderes.

„Mach schon, ich habe nicht vor, dich anzugreifen, so dumm bin ich nicht! Ich weiß, dass auch hier deine Leute rumlaufen und bitte, wo sollte ich hin? Auch wenn ich als tot gelte, würde ich wohl kaum weit dort draußen kommen, also gib mir deinen Stab!“, erklärte er ruhig, wobei seine Ungeduld unterschwellig doch mitschwang, denn sein Körper wirkte gespannt. Unterdessen kam er einige Schritte auf mich zu und streckte fordernd die Hand nach meinem Stab aus.

„Na gut, aber keine Tricks und Sie werden mir danach erklären, was Sie getan haben, was ich hier angeblich nicht fühlen kann und mir auf meine Fragen antworten!“, intervenierte ich, während ich langsam meinen Stab zog und heute zum zweiten Mal das lange, dünne, weiße Stückchen Holz in die knochigen Hände legte.

„Keine Tricks, ja! Dass ich auf alles antworten werde, werden wir sehen… Aber erst mal, schau genau zu und lerne!“, stimmte Gellert zu und griff gierig nach meinem Stab, wandte sich erstaunlich geschwind um und schritt fast vorfreudig, wie mir schien, auf den Altar zu.

Ich begab mich an eine der Seiten der Höhle, um besser beobachten zu können was Gellert nun tat.

Zu meinem Erstaunen legte er meinen Stab vor sich auf den Altar und fuhr murmelnd mit den Fingerspitzen über einige Runen vor sich. Es wirkte als ob er den Altar erkundete und nach etwas suchte, schließlich schien er es gefunden zu haben und nickte zufrieden, während er neben sich schielte und laut mit der Zunge schnalzte.

„Ach bitte, spar dir diesen Blick, davon hattest du nie Ahnung, wie auch… unwissend!“, fauchte Gellert plötzlich ganz unvermittelt und es war deutlich klar, er meinte nicht mich, dennoch warf er dann noch in meine Richtung ein:

„Aber ist ja verständlich, dass du auch keine Ahnung hast, Junge, wie auch, bei so blinden und ignoranten Lehren!“

Mir kam es so vor als wolle er nicht mir etwas erklären, sondern hätte einen anderen Grund dies zu sagen, doch so ganz erschloss sich mir seine Aussage nicht. Was für ein komischer Geselle. Wie Hermione mit ihm klar kam, war mir ein sehr großes Rätsel.

Dann erstaunte mich Gellert total, denn er ließ weiterhin meinen Stab vor sich liegen, hob jetzt jedoch seine rechte Hand, ließ sie gewichtig über dem Altar schweben und schien sich sehr zu konzentrieren. Er schloss seine Augen und ich verfolgte im nächsten Augenblick total überrumpelt, wie langsam, aber kontinuierlich, wie als ob es direkt aus dem Stein käme, Wasser in der Mulde inmitten des Altars zu sprudeln begann.

Ganz eindeutig, er zauberte gerade!

Hätte er jederzeit Magie ohne Stab anwenden können, oder war es dieser Ort, der ihn nun dazu brachte, oder wollte er mir einfach zeigen, dass er meinen Stab nicht gebraucht hätte? Ich wusste es nicht und hatte jetzt auch keine Zeit darüber nachzudenken, denn schon ging es weiter.

Gellert öffnete seine so klaren, blauen Augen wieder und der Wasserfluss versiegte sofort. In der Vertiefung im Altar hatte sich ein kleiner, dunkler See gebildet, der nun eine ruhige, glatte Oberfläche zeigte und das leicht flackernde Licht der Fackeln reflektierte.

Interessiert beobachtete ich, was der Alte als nächstes tat. Langsam nahm er endlich meinen Zauberstab auf. Er richtete meinen Stab auf die Erde, die den Boden dieser Höhle allgegenwärtig bedeckte und ließ ein kleines Häuflein Erde langsam in die Luft aufsteigen und zur Mitte des Altars schweben.

Nun begann er immer noch schweigend kompliziert wirkende, kreisende Bewegungen mit meinem Stab zu vollführen und ich konnte erstaunt beobachten, wie sich die Erde akkurat rieselnd am Rand der Mulde verteilte. Kein Bisschen der Erde fiel in das Wasser am Boden der Vertiefung, alles landete präzise auf dem trockenen Stein.

Gespannt lehnte ich mich nun an die Wand hinter mir. Mittlerweile hatte ich die Skepsis aufgegeben ihm meinen Zauberstab gegeben zu haben und war nur noch neugierig was noch kommen würde, denn offenbar wusste Gellert anders als wir wofür dieser Altar zu verwenden war. Meine Leute hatten nur herausgefunden, dass er für alte Ritualmagie verwendet worden sein musste, waren aber bisher nicht so tief in die dunkelsten Bereiche der Magie vorgedrungen um genau sagen zu können, für was genau.

Nun verfolgte ich, wie Gellert meinen Zauberstab auf seine andere Hand richtete und den Stab kurz und schnell wie für einen Schnitt bewegte und das war auch genau das was er tat.

Er vollführte einen nonverbalen Schnittfluch und im nächsten Augenblick tropfte das Blut aus der Wunde, doch Gellert agierte erstaunlich schnell. Insgesamt wirkte er auf mich sowieso überraschend konzentriert, strukturiert und überlegt, wenn man bedachte, wie wild und unkontrolliert er sich noch in der Halle gebärdet hatte.

Noch bevor das tropfende Blut die steinerne Oberfläche des Altars berühren konnte, fing er die wenigen Tropfen geschickt mit einem Zauber auf und hielt sie wie kleine Flüssigkeitskügelchen in der Luft. Langsam und mit viel Bedacht, aber sehr geschickt delegierte er mit der Spitze meines Stabes schwebend die Tropfen seines Blutes in die Mitte des Altars und ließ sie langsam in den dunklen, kleinen See aus Wasser sinken. Ich bewunderte indirekt gerade, wie feinfühlig er mit der Magie noch umgehen konnte, trotz jahrelanger, erzwungener Abstinenz.

Ein bisschen irritierte mich nur, dass er den Schnitt an seiner Hand nicht wieder verschloss, sondern nur die Hand zur Faust geballt hielt und nun waagerecht in der Luft mit ihr verharrte, wodurch nicht noch mehr Blut hinabtropfen konnte, doch ich konnte diesem Gedanken nur kurz nachhängen, denn schon ging es überraschend schnell weiter.

Die Bewegungen des Alten wurden nun zum ersten Mal seitdem ich ihm meinen Zauberstab überreicht hatte weitschweifig. Bisher hatte er kleine, erstaunlich schnelle, knappe und präzise Bewegungen mit der Stabhand vollführt, sowohl mit als auch ohne Stab, doch nun begann er, ihn in komplizierten, weit kreisenden Bewegungen zu schwingen.

Fast sofort wurde es deutlich ungemütlicher in der Höhle.

Plötzlich fuhr mir kalter Wind durch die Haare, wirbelte sie heftig auf und schien bis tief unter meine Kleidung zu kriechen, doch diesmal war es keine magische, eigenartige Kälte, wie sie mich beim Betreten der Höhle beschlichen und nicht wieder verlassen hatte, sondern wirklich Kälte, durch eisige Luft und Wind verursacht.

Ein ohrenbetäubendes Pfeifen und Heulen des Windes, der durch die Höhle pfiff und wirbelte und die gelblichen Fackeln, die wir eingesetzt hatten, gefährlich flackern ließ, setzte ein. Gellert stand wie ein Fels fest inmitten des Wirbelwindes und zauberte. Es sah beeindruckend aus, wie er agierte.

Das laute Geheul des Windes hielt nur Sekunden an, endete abrupt bevor die flackernden Fackeln wirklich ausgehen konnten und es breitete sich wieder wohltuende oder auch fast gespenstische Stille aus. Die umher wirbelnde Luft konzentrierte sich in Einklang mit Gellerts Stabbewegungen über der Mitte des Altars und bildete nach und nach einen kleinen Wirbelsturm, der sich auf den Rand der Mulde im Altar konzentrierte und die dort hingestreute Erde sorgsam aufnahm und diese wie in einem Orkan auf und ab wirbeln ließ.

Erst jetzt wanderte mein Blick langsam nach oben, den Wirbel entlang und ich erkannte, dass Gellert die Schlitze in der Decke der Höhle nutzte und die Luft von dort vereinte und in einem Strudel hinabströmen ließ um einen kleinen Windstrudel zu bilden, in dem die Erde getragen wurde und in dessen Mitte sich der völlig ruhig daliegende kleine See befand, in den Gellert sein Blut getropft hatte. Das Wasser in der Mulde schien wie in einem Hurrikan im windstillen Auge des kleinen Sturms zu liegen.

Plötzlich legte er zu meiner Verwunderung meinen Stab wieder weg, offenbar hatte er ihn für den Windwirbel nur genutzt, um es imposanter wirken zu lassen, denn jetzt hob er schlicht wieder seine Stabhand und streckte sie mit der Handfläche in Richtung des Windwirbels, den er anscheinend weiterhin magisch aufrechterhielt.

Auf einmal flammte inmitten des kleinen Sturmes eine leuchtend blau bis gelbe Flamme auf, die völlig ruhig über der Wasseroberfläche zu schweben schien und wie aus dem Nichts gespeist brannte.

Auch wenn ich wusste, zu was Magie fähig war, war es doch beeindruckend, dieses Bild zu sehen. Da schwebte eine magische Flamme über einer völlig ruhig daliegenden, fast schwarz wirkenden Wasseroberfläche und wurde umwirbelt von einem sich schnell drehenden, kleinen Orkan, welcher rotierend Erde mit sich trug und dies in völliger Stille.

Irgendwie wirkte dieses Bild surreal und ich verstand nicht ganz, warum Gellert diesen Aufwand betrieb.

Natürlich, er vereinte Wasser, Erde, Luft und Feuer, die vier Elemente der alten Magie, aber warum er dabei so eine Show abzog, das erschloss sich mir nicht ganz, es sei denn er wollte mich von dem ablenken was er eigentlich tat, oder einfach demonstrieren, wie machtvoll er war. Was auch immer er damit bezwecken wollte, ich war gefangen von seiner durchaus faszinierenden Vorführung.

Als nächstes vernahm ich, dass Gellert begann etwas zu murmeln, was sich für mich wie eine Beschwörungsformel anhörte, jedoch klang die Sprache sehr fremd und unbekannt für mich. Vielleicht Gälisch, Keltisch oder doch Latein, das ich zumindest in Grundzügen verstanden hätte?

Aber er nuschelte schrecklich, leider.

Langsam, aber gezielt begann Gellert nun seine immer noch zur Faust geballte Hand links von sich wegzustrecken, bis er wohl eine bestimmte Rune erreicht hatte, denn plötzlich öffnete er die Faust, drehte die Hand und ich konnte auf die Entfernung ausmachen, wie wenige, einzelne Blutstropfen auf den glatt polierten, eingeritzten Altar fielen und versickerten.

Der letztendliche Showdown setzte ein, oder wie auch immer man es nennen mochte was folgte, sobald Gellerts Blut die Rune berührt hatte und die letzten, gemurmelten Worte von ihm verklungen waren.

Zischend passierten nun mehrere Dinge gleichzeitig.

Der Wirbelsturm kollabierte augenblicklich in sich und die in ihm schwebende Erde fiel schwer hinab in die Wasserlache am Grund der Mulde, gleichzeitig schwoll das kleine, magische Feuer zu einer großen Flamme an, welche die gesamte Vertiefung einnahm.

Das Feuer schien deutlich an Hitze gewonnen zu haben oder die Magie, die Feuer und Wasser bisher voneinander getrennt hatten war verschwunden. Das Feuer schwoll noch einmal gleißend hell an und vertrieb auch den letzten Rest Nässe vom Altar und aus der Mulde, ließ heißen Wasserdampf aufsteigen, wurde davon jedoch nicht beeinträchtigt. Als letztes verbrannte in seiner großen Hitze auch die nun in der Mulde liegende Erde, dann verschwand auch die Flamme urplötzlich und vorbei war der Zauber!

Fast war es als wäre nichts gewesen!

Weder die durch das verdampfende Wasser entstandene Feuchtigkeit in der Luft noch die durch das Feuer wärmer gewordenen Temperaturen, oder die durch den Wind anhaltende Kälte, lediglich ein kleines Häufchen verbrannter Erde in der Altarmulde zeugte davon, dass etwas passiert war.

Ich wollte gerade einwerfen, dass es eine schöne Show gewesen war, als Gellert sich nun umwandte, dabei meinen Zauberstab wieder griff und wie nebenbei den Schnitt in seiner Hand heilte, während er auf mich zuging.

„Das tut wirklich gut!“, erklärte er erstaunlich gelöst, doch dann wandte er sich plötzlich und ruckartig um. Er erstarrte, dabei erkannte ich gerade noch, dass es in seinen Augen aufgebracht funkelte als er herumfuhr, dann warf er plötzlich seine Hände in die Höhe und rief wie gepeinigt klingend:

„Das habe ich doch nun wirklich nicht verdient!“ Seine Schultern sackten herab und er wirkte auf einmal kraftlos und geknickt, regelrecht erschöpft, als hätte das Ritual ihn doch viel Kraft gekostet.

„Verdammt, was ist da nur schief gegangen?“, schimpfte er wie ein Rohrspatz.

„Was ist los?“, fragte ich, irritiert von seinem jetzt wieder so eigenartigen Verhalten. Irgendwas stimmte mit dem alten Zausel ganz und gar nicht, das war so was von klar.

„Das geht dich nichts an, Junge! Du willst Antworten, dann frag das Richtige!“, fauchte er nun wieder aggressiv, gar nicht mehr so ausgeglichen wirkend und eher wieder aufgebracht, wie vorhin.

Ganz eindeutig lenkte er von dem was vor sich ging ab, aber nun gut, mir war bewusst, mit dem Kopf durch die Wand kam man bei ihm nicht weiter, also ließ auch ich das Thema großzügig fallen, darauf könnte ich später noch zu sprechen kommen.

„Nun gut, dann erklären Sie mir, was Sie da gerade gemacht haben und warum gerade jetzt?“, forderte ich eindringlich, schritt auf ihn zu und nahm endlich meinen Stab zurück, steckte ihn doch etwas erleichtert wieder ein. Ohne Zauberstab zu sein war einfach ein sehr eigenartiges Gefühl, fast wie nackt.

„Was hast du gespürt, als du diese Höhle betreten hast?“, fragte Gellert matt, anstatt auf meine Frage einzugehen.

Ich seufzte, schon wieder antwortete er nicht, aber ich beschloss, auf seine Frage zu antworten, wer wusste schon, worauf er hinaus wollte?

„Es ist schwer zu beschreiben, wie ein Erzittern der Magie. Es geht mir durch Mark und Bein. So eine eigenwillige Präsenz der Magie habe ich noch nie gespürt, es fühlt sich falsch an, als wäre es nicht wirklich Magie… ich sage ja, schwer zu beschreiben!“, versuchte ich zu umschreiben, was hier auf mich wirkte.

„Besser als ich gedacht hatte. Du scheinst mehr Gespür für das hier zu haben, als ich erwartet habe. Doch du hast recht, das hier ist nicht Magie an sich, die du spürst, wenn überhaupt kann man es vielleicht ein leichtes Echo dessen nennen was hier vor langer Zeit getan worden ist, Junge. Und lass dir gesagt sein, die Schleier sind dünn hier, sehr dünn, an sich viel zu dünn… behalt das gut im Auge!“, erklärte er eindringlich, während er eigenartigerweise eine wedelnde Handbewegung nach hinten machte, wie um eine Fliege zu verscheuchen.

Was hatte der Mann nur immer? Er fuhr sich anschließend müde über seine Augen, als würden sie brennen.

„Schleier?“, fragte ich perplex, denn mit dem Begriff konnte ich gar nichts anfangen.

„Dazu sage ich nichts mehr, frag weiter!“, wies Gellert erstaunlich bestimmt an und ich fragte mich urplötzlich, ob er denn alles über diese ominösen Schleier wusste, oder eben nicht und ob dies seine Art war von seinem Nichtwissen abzulenken.

„Okayyy!“, ließ ich mich zögernd darauf ein. „Dann sagen Sie mir jetzt, was Sie genau gerade getan haben!“

„Nun, ich habe dafür gesorgt, dass mich die Effekte, welche die dünnen Schleier verursachen, nicht mehr so sehr tangieren! Kein Wispern mehr!“, erklärte er regelrecht erlöst, aber auch versonnen am Ende, als ob er froh wäre, dies endlich los zu sein.

„Kein Wispern? Was für ein Wispern? Ist es das, was Sie und auch Hermione hier so, wie soll ich sagen, unwohl fühlen lässt? Betrifft Sie das, weil Sie auch ein Nekromant sind?“, hakte ich vorsichtig nach.

„Ja und nein! Aber lass uns hier rausgehen, auch wenn ich dafür gesorgt habe, dass mich das Wispern nicht mehr stört, fühle ich mich hier doch nicht wirklich wohl!“, bekannte Gellert erstaunlich offen und daher gab ich sofort nach, hoffte diese neue Offenheit, woher sie auch immer kam, nutzen zu können.

Gellert wirkte, als ich ihn beim Verlassen der Altarhöhle betrachtete, erstaunlicherweise irgendwie enttäuscht, als hätte bei seinem Blutritual, das er gerade mit so viel Brimborium inszeniert hatte, irgendetwas nicht funktioniert wie er es gehofft hatte.

„Fühlen Sie sich hier unwohl, weil das Ritual schiefgegangen ist?“, fragte ich aufgrund meiner Gedanken geradeheraus, während wir den Tunnel zur großen Höhle entlanggingen.

„Nein, wie kommst du darauf, Junge?“, klang Gellerts Stimme irritiert hinter mir.

„Sie wirken nicht zufrieden!“, warf ich rasch ein.

„Naja, etwas ging schief, aber das ist schon in Ordnung, nichts worüber du dir Gedanken machen solltest! Denn das Wispern hat damit nichts zu tun, ich habe meinen Tribut an diesen Ort als Nekromant gezollt, das lief alles wie es sollte… und das andere, das geht dich mal so gar nichts an!“, antwortete Gellert ausweichend und zum Schluss hin recht schroff.

„Na gut!“, lenkte ich unwillig ein, schwieg einen Augenblick, bevor ich mich aufraffte.

„Hermione ist ein Nekromant?!“, stellte ich mehr eine ganz theoretische Frage, die an sich keiner Antwort bedurfte und das sagte mir auch sein stahlharter Blick, der mich regelrecht festnagelte.

„Kein Kommentar, frag was Gescheites!“, entgegnete Gellert einsilbig und kein Kommentar, war auch ein Kommentar. Na gut, das war auch eine Antwort, also ja, sie war einer. Ich fühlte mich in meiner Annahme mehr als bestätigt.

„Okay, dann also wieder zu gerade eben zurück. Das war ein Ritual, ein Blutritual. Hatte es direkt mit Nekromantie zu tun?“, fuhr ich fort, während wir nun die große Höhle durchquerten und ich direkt auf den Tunnel zusteuerte, der in die Bibliotheken und den Haupteingang führte.

„Wo gehen wir nun hin?“, lenkte Gellert. der sich etwas ermattet anhörte, ab aber er schien seine Umgebung die ganze Zeit genau zu mustern.

„Abwarten, lenken Sie nicht ab!“, erwiderte ich kalt und befehlend. „Oder sind Sie nach dem Ganzen zu müde?“

„Werde erst mal so alt wie ich, aber na gut. Ja, es war ein Blutritual, das hast du richtig erkannt, Junge, und ob es mit Nekromantie zu tun hat, irgendwie schon. Doch sag mal, wofür machst du so einen Aufstand um diese Höhlen?“, fragte nun Gellert seinerseits neugierig nach.

„Wir brauchen Platz, ganz einfach und es ist interessant. Ich möchte das was mir gehört kennen, darum! Aber weiter im Thema. In Ihrem Buch, Gellert, deuten Sie an, dass es Formen der Nekromantie gibt, die tiefer gehen als die, die in den wenigen, auffindbaren Quellen beschrieben sind. Was meinen Sie damit und wie äußert sich dies?“, kam ich geschäftig auf einen Punk zu sprechen, der mich sehr beschäftigte.

„Woher soll ich das wissen? Ich saß ein halbes Jahrhundert in einer Zelle…!“, begann Gellert hinter mir zu lamentieren, doch darüber konnte ich nur laut auflachen.

„Tun Sie nicht so unwissend, Gellert. Das hat nichts damit zu tun, dass Sie in einer Zelle saßen, dieses Wissen ist alt, älter als alles was wir in Hogwarts lernen und daher sicher auch verschollen, also sagen Sie mir, worauf Sie in Ihrem Buch anspielen. Sie hätten nichts darüber geschrieben, wüssten Sie nicht mehr!“, forderte ich eindringlich.

„Hmpf…!“, hörte ich Gellert hinter mir nur Schnaufen und als ich zurückblickte, sah ich seinen störrischen Blick.

„Fangen Sie jetzt wieder an bockig zu werden?“, fragte ich genervt.

„Stell die richtigen Fragen!“, erwiderte Gellert verstockt.

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BeitragThema: 374. Kapitel Auf immer und ewig!   Kapitel 373-374 EmptyMo Mai 13, 2013 2:21 am

374. Kapitel Auf immer und ewig!


Ich wägte kurz ab, hier war es unangenehm zugig, das kalte Wasser rauschte neben uns im Bach entlang und tropfte von den Wänden. Schnell kroch uns die Kälte unter die Kleider und in die Glieder.

„Kommen Sie, hier ist es ungemütlich, wir reden gleich weiter!“, entschied ich schließlich resolut und wandte mich um, um diesen unbehaglichen Ort zu verlassen.

Der Korridor zwischen den Höhlen und dem Keller war wirklich kein Ort um sich zu unterhalten und an Gellerts Schritten hörte ich, dass er es wohl ähnlich sah und mir wirklich folgte.

Wir betraten durch die Bogentür den alten Keller der Burgruine, die darüber nur noch in Trümmern vorhanden war und ich ließ Gellert an mir vorbeigehen, damit er sich umsehen konnte. Er konnte nicht verbergen, dass er wieder neugierig war. Sein Blick wanderte zu den keltischen Schriftzeichen oberhalb der einzelnen Türbögen.

„Schauen Sie sich ruhig um!“, erklärte ich generös, war aber auch leicht genervt, wie lange sich das noch in die Länge ziehen sollte, aber vielleicht kämen wir endlich weiter.

„Wo sind wir?“, fragte Gellert nun wissbegierig, während er einen der kleinen Räume betrat, die früher ganz offensichtlich eine Bibliothek gewesen waren.

„Welche Bedeutung haben weiße Augen?“, wagte ich mich daher vor, überging seine Frage völlig und behielt Gellert ganz genau im Blick. Ich konnte deutlich ausmachen, dass seine Augen sich kurz überrascht weiteten, doch er fing sich sehr schnell wieder und kehrte zu seiner abwehrenden Miene zurück.

„Das zum Beispiel, ist eine sehr gute Frage, Draco!“, grinste mich der Alte zahnlückig an und ich deutete es mal als gutes Zeichen, dass ich gerade nicht Malfoyjunge, Bursche oder Malfoy, sondern Draco war.

„Und?“, fragte ich angespannt, denn so viel hing von seiner Antwort ab.

„Es ist ein anderes Sein, etwas was nicht geplant, oder verfolgt werden kann…“

„Also passiert es einfach?“, schlussfolgerte ich und er nickte knapp.

„Dann hat SIE das damals nicht geplant, angestrebt oder vorausgesehen und der Lord auch nicht!“, sprach ich meine Gedanken weiterhin laut aus und schien aufgrund des Funkelns seiner Augen seine Zustimmung zu erhalten.

„Können Sie mir mehr sagen? Was für Auswirkungen diese Abart hat? In Ihrem Buch aber auch in den anderen stand, dass ein Nekromant relativ unbehelligt mit seiner Gabe lebt, er an sich nicht wirklich eingeschränkt ist und vor allem, dass es für Außenstehende eigentlich nicht ersichtlich ist, wenn jemand diese nicht wirklich akzeptierte Art der Magie wirkt, aber das fällt bei den weißen Augen ja wohl weg, also die Frage, warum gibt es darüber keine Aufzeichnungen? Es ist doch sehr auffällig!“, erklärte ich geschäftig, als sich bei der Erwähnung der Augen die seinigen verschleierten als würde er sie derart in Gedanken vor sich sehen.

„Ist sie dabei nicht wunderschön?“, bestätigte er auch schon versonnen meine Vermutung.

„Bitte? Es ist unheimlich!“, schoss es regelrecht aus mir heraus und dabei handelte ich mir von ihm einen tadelnden Blick ein.

„Nein, es ist ein wunderschöner, heller Sonnenschein in dunkelster Nacht!“, beharrte er stur und schnaubte abfällig über mich.

„Aha…“, zweifelte ich kurz mal wieder an seinem Verstand „WAS ist SIE denn nun?“, begehrte ich ungeduldig auf.

„Dazu werde und kann ich dir nichts sagen, Junge, denn das ist nicht meine Aufgabe!“, wies er mich kühl ab. „Du kannst mir drohen so viel du willst, frag nicht mich, frag SIE!“

„Sie wissen auch nicht wirklich mehr, oder?“, blickte ich kurz hinter die Fassade.

Frustriert stöhnte er auf.

„Ihr Malfoys seid schrecklich, lass dir das gesagt sein!“, meinte er gequält und ich fühlte mich auf seltsame Art und Weise in meiner Vermutung bestätigt. „Jetzt sag mir, wo wir hier sind, ich habe doch wohl genug Fragen beantwortet!“, forderte Gellert abweisend, während er mir nun den Rücken zudrehte und begann geschäftig, die Regale abzuschreiten und seine Finger tastend und suchend über die Oberflächen gleiten zu lassen. Sein Tun erschloss sich mir nicht. Was suchte er?

„Unter den Überresten der ursprünglichen, prähistorischen Befestigungsanlage, ein Stück weit entfernt von der heutigen Burg!“, erklärte ich ihm entgegenkommend und ratterte die Fakten runter.

„Aha, also in den unterirdischen Gewölben. Sie sind magisch geschützt gewesen, auch vor Alterung als ihr sie gefunden habt, nicht wahr?“, stellte er eine eher rhetorische Frage. „Ja… Gellert, was tun Sie da?“, fuhr ich ihn ungeduldig an, denn langsam nervte mich sein Verhalten. Er sah mich nicht mal an, während wir sprachen und sein immer hektischer werdendes, ab-und untersuchen des Raumes war eigenartig.

„Was suchen Sie?“, blaffte ich genervt. Nun wirbelte Gellert ungehalten herum.

„Etwas, das wichtig sein könnte!“, verkündete Gellert inbrünstig und seine strahlend blauen Augen funkelten intensiv.

„Hier ist nichts, die Bücher waren nicht hier, als wir es fanden, alles leer! Also was soll hier schon sein?“, insistierte ich mit überlegend schiefgelegtem Kopf. Mein Ton zeigte deutlich, dass ich ihn für nicht ganz voll nahm.

„Warst du fertig, Malfoyjunge, mich mit IHR zu nerven?“, überging Gellert meine Frage und fuhr dann grinsend fort: „Dann können wir nämlich zu etwas kommen, mit dem ich dich nerven wollte!“ Toll, jetzt war ich wieder „Malfoyjunge“ und er machte erneut dicht, war ja klar gewesen.

Sein hinterhältiges Grinsen gefiel mir gar nicht.

„Nein, bis ich alles weiß, werde ich nie fertig sein, aber ich habe noch eine Frage, dann soll es für heute gut sein! Hat dieses Phänomen einen Namen?“, wollte ich also eindringlich erfahren und trat vertrauensvoll auf ihn zu.

„Bitte, wenn Sie wenigstens das wissen, ich will IHR nichts Böses, wirklich nicht! Und wenn es keine Aufzeichnungen gibt, dann ist es doch gleich ob ich weiß wie es heißt, oder nicht! Gellert, Sie bekommen von mir alles… möchten Sie einen Zauberstab?“, fiel mir eine Bestechungsmöglichkeit siedend heiß ein.

Denn morgen würde Vaters und mein Coup starten, bei dem ich indirekt aufgefordert worden war, die Zauberstäbe in Sicherheit zu bringen, folglich sollte ich über genügend Stäbe verfügen, um einen passenden für Gellert zu finden.

„Obgleich, vielleicht brauchen Sie ja keinen!“, warf ich überlegend und sehr provokant ein, während so etwas wie schlecht versteckte Gier in Gellerts Augen aufblitzte.

„Ach… Jüngelchen, was bringen euch die Leute eigentlich noch bei? Wir sind Magier… die erste und letzte Fähigkeit, die wir haben, ist die über die Elemente, eigentlich sollte NIEMAND einen Zauberstab brauchen, um für ein Ritual in Maßen die Luft, das Wasser und die Erde zu befehligen, wobei die Fähigkeit Feuer zu wirken, wahrlich die letzte Fähigkeit ist, die in dem Moment von uns geht, wenn wir sterben!“, erklärte Gellert schulmeisterlich und überspielte somit gekonnt seine Habgier.

„Sie wissen wahrlich viel, oder?“, fragte ich verblüfft über seine so plötzlich zuvorkommenden Ausführungen.

„Ich habe die Magie studiert, in all ihren Facetten!“, beschied Gellert arrogant und verschränkte die Arme vor der Brust.

„Da sehen Sie es, ich wusste, Sie sind der Richte, den ich fragen muss… und haben wir eine Abmachung, wollen Sie einen Stab?“, drängte ich erneut.

„Mhm… wobei dein Angebot durchaus als großzügig bezeichnet werden kann!“, räumte Gellert widerwillig ein und kämpfte arg damit, nicht zu sehr seine Gier zu offenbaren. „Ja, ich möchte!“, rang er sich endlich durch und ich lächelte zufrieden.

Ich hatte bemerkt, dass er überrascht schien, dass ich es anbot und vielleicht wäre es das gewesen, was er hatte fordern wollen?

„Werden Sie es mir nun sagen?“, blieb ich hart.

„Sorry, erst wenn ich den Stab erhalte!“, verkündete er endgültig.

„Okay, damit kann ich leben, das kann ich sogar verstehen, aber dann werden Sie reden!“, drohte ich, als er mir intensiv und stoisch in die Augen blickte.

„Abgemacht, junger Malfoy… Draco!“, besiegelte er unsere Vereinbarung.

„Abgemacht, Gellert!“

„Und nun hilf mir, junger Malfoy!“, forderte Gellert resolut und wandte sich wieder den Regalen zu. Als ich einen Blick auf sein Gesicht erhaschte, konnte ich erneut diese Euphorie in seinem Blick ausmachen.

„Wobei?“, fragte ich ahnungslos. „Und warum sind Sie so aufgeregt?“

„Alles Idioten! Ja, da wirst selbst DU aufgeregt, nicht wahr?“, schien er wieder mit sich selbst zu sprechen, da er hämisch kicherte, bevor er eindeutig über seine magere Schulter zu mir sah.

„Ihr habt hier wirklich nichts gefunden? Seid ihr so blind?“, schimpfte Gellert nun auf einmal drauf los wie ein Rohrspatz und ich runzelte irritiert die Stirn. „Aber kein Wunder, bei solchen LEHRERN!“, klagte er wieder abfällig und ich kam mir überhaupt nicht angesprochen vor, aber ich antwortete trotzdem.

„Nein, sollten wir? Warum? Die Regale sind leer, das sehen Sie doch!“, blaffte ich zurück, denn meine Leute hatten wirklich gründlich gesucht. „Tsetsetse…“, verkündete ein schadenfroher Gellert.

„Wasss?“, fauchte ich entnervt.

„Derart naiv und vertrauensselig, du hättest es IHR zeigen sollen. Ihr wäre es mit Sicherheit sofort aufgefallen. Schau doch, Malfoy. Die Regale sind viel zu schmal für Pergamentrollen und Steintafeln! Denn Bücher waren in den Zeiten, aus denen dies hier alles stammt, mehr als rar, um nicht zu sagen, noch nicht wirklich in Gebrauch. Das hier stimmt alles nicht. Sieh hier, schau dir die Inschriften an den einzelnen Borden an!“, forderte er gewichtig und deutete auf eines der Borde. „Lies, das ist nicht richtig!“, lamentierte Gellert weiter, doch ich war nicht so fit im alten Keltisch, als dass ich auf Anhieb Fehler finden würde.

„Hier…“, deutete er auf das Wort und erklärte, „… der Stich, der ist zu viel. Und da, ein Buchstabe ist nicht ganz richtig ausgeführt. Die Worte bedeuten fast das gleiche, aber es ist falsch!“, dann wirbelte er aufgeregt herum.

„Und hier, auch da ist ein Zeichen nicht genau und es sind Abnutzungen darum!“, und es ging mit seiner Begeisterung weiter. „Hier auch. An jedem Regal stimmt etwas nicht!“, fuhr Gellert ganz enthusiastisch fort. Gellert ließ seine Hand über den ersten Begriff, den er als falsch identifiziert hatte gleiten, doch es schien nichts zu passieren. Er versuchte es erneut und fluchte.

„Stör mich nicht, halt die Klappe!“, und unterstrich dies mit einer harschen Geste.

Mich hätte ja interessiert, mit wem er schon wieder redete, denn so wirklich angesprochen konnte ich mich nicht fühlen, schließlich hatte ich nichts gesagt. Ich war immer noch damit beschäftigt, herauszufinden was Gellert mir in seiner Euphorie mitteilen wollte.

„Zauberstab, Malfoy, gib ihn mir!“, forderte Gellert plötzlich gebieterisch, ohne sich mir zuzuwenden, streckte mir nur die faltige Hand entgegen und studierte weiter den Begriff vor seinen Augen. Gerade kam ich mir gefährlich zu einem Handlanger degradiert vor.

„Warum?“, bockte ich, denn wie gesagt, mir erschloss sich noch nicht, was er gefunden hatte. Erneut wirbelte Gellert herum und schimpfte:

„Du verstehst wirklich gar nichts, dummer Junge. Hier ist ein Mechanismus, ganz klar, da muss etwas versteckt sein, ich fühle es, ich kann ihn fast auslösen, doch man muss wohl genau hier…“, er deutete auf einen Punkt in dem Schriftzeichen, dass seiner Meinung nach nicht richtig war.

„Es muss einen Hebel geben, irgendwas, das man hier einsetzten konnte um das zu bewegen, etwas wie einen Schlüssel. Gib mir deinen Stab, ich muss etwas beschwören!“, erklärte Gellert nun eindringlich, doch anstatt ihm meinen Stab zu geben, trat ich nun näher heran. Dort, in dem oberen Ende dieses Zeichens, schien eine vieleckige Vertiefung angebracht, in die offenbar wirklich so was wie ein Schlüssel gepasst hatte.

„Nur um den Schlüssel zu beschwören!“, warnte ich Gellert und übergab ihm erneut meinen Stab, worauf Gellert eifrig nickte und sich sogleich wieder umwandte.

Er ließ die Spitze meines Stabes über das „Schlüsselloch“ gleiten und murmelte etwas, das sich aber nicht wie ein Zauberspruch anhört, sondern als ob er wieder mit sich selbst redete, dann schwang er meinen Stab und beschwor einen kleinen, metallenen Schlüssel hervor, der ein vielzackiges Ende hatte und genau passen würde.

Gellert hielt Wort und gab mir kommentarlos den Stab zurück, ohne mich zu beachten. Er war geradezu aufgeregt fokussiert, auf das was er tun wollte. Sogleich steckte er den Schlüssel in die vorgesehene Vertiefung und drehte dann langsam und erwartungsvoll den Schlüssel herum.

Auf einmal glitt die eigentlich schwere, massiv wirkende Steinwand hinter den Regalbrettern hinweg. Sie fing an sich zu bewegen, dabei verursachte sie aber erstaunlicherweise keinerlei Lärm. Die Rückwand, die gleichzeitig auf dieser Seite des Raumes, wie eigentlich in all diesen Räumen an den Regalen die Wand an sich bildete, glitt nach unten hinweg, als sei eine Falltür geöffnet worden.

Ich war völlig überrumpelt, als dies geschah und noch mehr baff, dass dort hinter nischenhafte Vertiefungen im Gestein offenbart wurden, die keinesfalls leer waren.

Wie in Zeitlupe, fast ehrfürchtig streckte Gellert nun seine Hand aus und griff hinein. Er zog eine polierte Steinplatte heraus, die völlig übersäht mit Zeilen von Runen war. Es war beeindruckend und ich verstand, das was schon die Höhle mit dem Altar hatte vermuten lassen, traf zu, hier war etwas passiert und die Leute waren einfach abgehauen und verschwunden, von jetzt auf gleich.

Wir hatten einen Schatz entdeckt. Völlig fassungslos erlebte ich, was Gellert zutage förderte, während er nun gerade wirkte, als hätte er den größten Fund seines Lebens gemacht.

„Dies, junger Malfoy, ist wohl das was die einstigen Bewohner dieser Burg hüten wollten. Wenn es hinter jedem Regal so aussieht, ist alles noch da und wenn ich diese Worte hier richtig deute, haben wir unschätzbares, uraltes und verlorengeglaubtes Wissen gefunden!“, sinnierte Gellert geradezu versonnen und ließ wie liebkosend seine Fingerspitzen über die in den Stein geritzten Schriftzeichen gleiten, dann drehte er sich schnell zu mir um, aber auch ich erkannte sofort, den unbezahlbaren Wert dieser schriftlichen, magischen Geschichte!

„Lass mich hier forschen, deine Leute werden sowieso damit überfordert sein!“, forderte er eifrig und er konnte diesmal weder seine Gier noch seine Begeisterung verbergen. Fast wirkte es auf mich, als hätte er hiermit auf seine alten Tage noch eine Lebensaufgabe gefunden.

Offenbar schien ihn dieses Wissen mehr zu reizen als vieles, was ich ihm hätte anbieten können und irgendwie erinnerte er mich da gerade schrecklich an Hermione, die Bücher auch immer eifrig verschlang und Wissen in sich aufsog wie ein Schwamm. Vielleicht war dies ein weiterer Grund, weswegen die beiden sich derart gut verstanden.

„Nun gut, aber alles wird dokumentiert und ich bekomme alles zu sehen was ihr herausfindet!“, verlangte ich rasch, „Außerdem werden Sie nur mit meinen Leuten zusammen hier arbeiten!“, befahl ich leise.

„Papperlapapp, aber keinen Trottel, jemand der klug ist, der keine dummen Fragen stellt, sonst schmeiße ich ihn raus. Nicht diesen herrischen Halbtroll oder seine aufdringliche Frau, die zwar für hübsche Dinge klug genug ist und ein nerviger kleiner Mensch, aber hierfür nicht helle genug wäre!“, beschied Gellert recht kompromisslos und ich nickte einfach nur, überging seine Beleidigungen bezüglich Marcus und Alicia, zumal sie beide sowieso hierfür nicht eingeteilt waren und andere Aufgaben hatten. Ich würde Roger Davis, der sich sowieso mit den Runen und allem hier beschäftigt hatte damit beauftragen und so endete dieser Tag, während sich Gellert weigerte, den Raum zu verlassen.

Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass er diesen Platz am liebsten nie mehr verlassen würde!

Dracos Sicht ende

Hermiones Sicht

Nach dem Lord und nachdem wir das Dark Manor hinter uns gelassen hatten, im Hof standen, blickten Draco und ich uns noch lange in die Augen, bevor er ohne Abschied apparierte und ich stieß den angehaltenen Atem aus, bevor auch ich sprang, aber ich folgte ihm nicht, sondern ging meiner eigenen Wege und landete vor meinem ehemaligen Haus, dem Cottage.

Eilig begab ich mich hinein und fragte mich, nachdem mir viel zu lautes Babygebrüll entgegenschlug, ob das eine gute Idee gewesen war.

„Hey Schönste, toll, dass du da bist!“, begrüßte mich ein glückselig strahlender Harry, der mir rasch ein Küsschen aufdrückte, während er mit einer Milchflasche hoch in den ersten Stock sauste.

Ich bemerkte, dass gerade niemand sonst in der Nähe war und entschloss mich, in den frühlingshaft, traumhaft blühenden Garten zu gehen und setzte mich unter die Gartenlaube.

„Kann ich der Miss was bringen?“, ploppte es leise und Dobby erschien neben mir.

„Hey Dobby, klar mhm… Eistee!“, bat ich und nur Sekunden später war alles vor mir und ich nippte an dem kühlen Getränk. Dabei versuchte ich, nicht darüber nachzudenken, was die Androhung des Lords für mich bedeuten könnte, als das junge Elternpaar stolz mit ihrem Stammhalter auf mich zueilte.

„Na ihr drei, wurdet ihr verlassen?“, wollte ich neugierig wissen, während sie sich ebenfalls in der Laube niederließen.

„Jupp, Ron zieht es wegen Apolline regelrecht nach Irland, ständig Apolline hier und dort!“, zog Harry herrlich über Ron her.

„Es sei ihm vergönnt!“, fiel Daphne Harry rüde ins Wort und er zuckte amüsiert mit den Schultern.

„Klar gönne ich es meinem Kumpel! Aber er kennt sie jetzt, wie lange? Ein paar Tage, sehr flüchtig!“, grinste mich Harry fies an, aber er wirkte sehr gelöst.

„Na und, Harry? Liebe kommt schnell und dass er in Lavender nicht verliebt war, das war kein Geheimnis!“, erwiderte Daphne sanft und schaukelte den kleine Lucien.

„Aha, dann sind die Twins im Geschäft und die anderen drei in Irland?“, fasste ich fragend zusammen.

„Genau, sie meinten, es wäre noch zu chaotisch, als dass man auf sie verzichten könnte, vor allem da sie aufgrund ihrer Position wichtig sind!“

„Wobei sie damit durchaus recht haben!“, warf ich zustimmend ein.

„Sagt ja keiner und wir genießen die Ruhe zu dritt! Wobei Blaise darauf besteht, dass sie abends wieder da sind, er meinte, nächste Woche allerspätestens übernächste Woche geht alles ruhiger von statten und er will uns wieder hier trainieren… wobei…“, erzählte Harry und wog mit seiner Hand ab, als Daphne übernahm und fortfuhr:

„Wobei, Harry selbst alleine sehr fleißig ist und wie ich finde, härter trainiert als mit den anderen!“

„Und du, Daphne?“, wollte ich sofort wissen und irgendwie schaffte ich es nicht, meine Stimme freundlich zu halten, es klang eher vorwurfsvoll und brachte mir von Harry einen traurigen Blick ein.

„Ich… ich lerne viel über das Heilen und ansonsten kümmere ich mich um mein Kind!“, wehrte sie sofort vehement ab.

„Löblich!“, perlte es irgendwie zynisch über meine Lippen und Harry rollte über uns die Augen. „Harry, hast du eigentlich Apsis mitgenommen?“

„Klar, ich lasse das kleine Schuppenvieh doch nicht die ganze Zeit alleine in Hogwarts, dann verwildert sie noch vollkommen! Sie tummelt sich hier irgendwo im Garten!“, meinte Harry recht liebevoll und blickte suchend umher und ich grinste bei der Vorstellung amüsiert.

„Das ist gut, solange sich Schlange und Kind verstehen und das Baby nicht mit Futter verwechselt wird!“, handelte ich mir mit meinem schrägen Humor vorwurfsvolle Blicke ein und winkte lässig ab.
„Nun zur Hochzeit, noch hab ich nicht mit den Goblins geredet, habt ihr noch was…“, wollte ich fragen, als ich unterbrochen wurde.

„Du hast grad viel zu tun oder? Woher kommst du?“, verzog Harry hinter seiner Brille die Augen zu überlegten Schlitzen und musterte mich genau.

„Ich? Vom Lord!“, entgegnete ich überrumpelt.

„Dachte ich mir doch, du wirkst leicht verstockt!“, meinte Harry dann auch sehr charmant.

„Du verstehst es, Komplimente zu machen! Versuchst du in Konkurrenz zu Severus zu treten?“, ätzte ich genervt, schließlich war ich hier, um eben nicht an den Lord zu denken.

„Lenk nicht ab! Ich weiß, dass gerade alle viel zu tun haben, du auch, aber trotzdem höre ich, dass du bis auf die Zeit in Wales fast nie vor Ort bist, wo die anderen, oder auch dein Freund sind… was ist da im Busch?“, forschte er gewohnt umsichtig nach und Daphne hielt sich wohlweislich zurück.

„Ach… du siehst Gespenster, Harry!“, wiegelte ich ab und lehnte mich zurück.

„Wirklich, oder könnte es nicht eher sein, dass du immer noch sauer bist, wegen der Sache auf dem Turm?“, fragte Harry besorgt nach und offenbarte seine tiefe Sorge, worauf ich meine Miene zu einer wehleidigen Grimasse verzog.

„Wollten wir nicht über die Hochzeit sprechen!?“, wagte sich Daphne einzumischen, aber das brachte ihr nur einen kühlen Seitenblick von Harry ein.

„Nein, jeder kümmert sich um die Hochzeit! Ich denke, sehr viel mehr als hier zu sein muss ich nicht tun!“, ätzte er wenig galant. „Und ich denke, es ist wichtig, denn wenn die Schönste sauer auf ihren Liebsten ist, dann möchte ich nicht wissen, was sie mir gegenüber für einen Groll hegt!“, wies Harry Daphne erstaunlich bestimmt in die Schranken. Die beiden hatten sich seit Ostern enorm verändert, wirkten noch reifer und bildeten eine Einheit, die mir aber weniger verträumt vorkam als noch im letzten Sommer.

Was sah ich, wenn ich beiden nun anblickte, was ich gerade intensiv tat und versuchte, hinter ihre Masken zu sehen?

Nun, ich sah keine Kinder mehr und auch keine Jugendlichen um die 17, sondern erstaunlich reife Erwachsene, die durch die Unbill des Schicksals gereifter wirkten als die meisten Erwachsenen. Sie beide hatten viel erlebt die letzten Monate.

Da waren die verborgene Schwangerschaft, der Verlust ihrer Tochter, noch bevor sie das Licht der Welt erblickt hatte, die schwere Geburt ihres Sohnes, die Jagd, die für Harry einschneidend gewesen war, sowie der unschöne Vorfall im Wald, den Daphne durch ihre Dummheit provoziert hatte und bei dem ihr Vater von ihrem zukünftigen Ehemann getötet worden war und schließlich Dumbledores Ermordung.

Von den Inferi, die Harry in der Höhle erlebt hatte, hatte er sicher noch immer Albträume und es war ganz deutlich, die beiden waren nicht mehr dieselben wie zu Ostern, oder auch wie vor einigen Wochen.

Ihre Augen erzählten eine traurige Geschichte und das war es was ich immer sagte, niemand ging aus dem ganzen Drama hier unbefleckt oder rein heraus, aber bei Harry war die Veränderung noch krasser und eklatanter als bei Daphne, denn Harry hatte gemordet, so wie Ron! Daphnes Veränderung war diffiziler und ich hoffte, das, was ich in Ansätzen zu sehen glaubte, war wirklich da.

Aber ein Mord veränderte einen Menschen unweigerlich auf immer und ewig!

Es raubte einem sehr viel, egal ob aus Notwehr oder aus der Lust am Töten, Mord blieb Mord und tot blieb normalerweise tot!

Dies alles machte einen Menschen hart, einige auch verbittert und andere völlig gefühllos!

Unter Anbetracht dessen, dass sich diese welterschütternden Dinge bei uns in wenigen Wochen abgespielt hatten, war es nicht verwunderlich, dass eine gewisse Disharmonie zwischen beiden herrschte, auch die lange Trennung trug nicht dazu bei, dass sie sich mehr annäherten. Doch ich hoffte für sie, dass ihre jetzige Zweisamkeit dies würde kitten können, denn auch wenn sie gerade uneins erschienen und Harry Daphne herrisch angefahren war, zeigte doch ihre Körpersprache deutlich, dass sie trotzdem eine Einheit bilden wollten.

Aber wenn ich hier war, kam immer noch leichte Antipathie, die sich zwischen Daphne und mir entwickelt hatte, hinzu, wobei klar ersichtlich war, dass Harry mir sehr nahe stand und das war etwas, was Daphne augenscheinlich nicht passte. Vielleicht war sie eifersüchtig?

Auch wenn Schlangen im allgemeinen diese Emotionalität strikt leugneten und meine Männer die ersten wären, die laut brüllen würden, wenn ich ihnen diese Gefühlsregung unterstellen würde, wagte ich zu behaupten, dass Slytherins im Großen und Ganzen alle sehr besitzergreifende Menschen waren!

„Harry, deine Hochzeit, so du sie denn willst, muss einmalig sein!“, warf ich tadelnd über Daphnes mürrischen Blick hinweg ein und erntete von ihr einen kurzen, dankbaren Augenaufschlag.

„Und deine andere Sorge, glücklich bin ich über eure Eigenmächtigkeit wahrlich nicht! Aber was soll man von Draco anderes erwarten? Natürlich bin ich enttäuscht, aber ich kann nicht voraussetzen, dass er ein anderer Mann wird, mach dir also keine unnötigen Gedanken, das renkt sich schon wieder zwischen uns ein, nur zu leicht will ich es ihm nicht machen!“, resümierte ich und als wir kurz schwiegen, lauschte ich den Geräuschen des Gartens.

„Naja und Harry, deine Zeit war noch nicht reif, du hättest es nicht geschafft, Albus zu beseitigen!“, entgegnete ich ergeben und erlebte, wie Harry beschämt die Augen niederschlug und Daphne unwohl die Stirn krauszog.

„Und ich bin froh darüber, dass du es nicht getan hast! Ja, schaut mich nicht so an, ihr beiden! Es ist ein großer Unterschied, meinen verrückten Vater in Notwehr zu stoppen, oder einen alten und wehrlosen Mann eiskalt zu ermorden! Ich bin wirklich sehr froh, dass Luciens Vater kein Mörder geworden ist!“, erklärte sich Daphne inbrünstig und Harry schluckte schwer, wie ich an seinem springenden Adamsapfel verfolgen konnte, während ich mich dezent fragte, was Daphne denn dann in mir sah.

„Na dann…“, erwiderte Harry jetzt nicht wirklich froh oder gar begeistert, dass sie die einzige war, der sein Versagen zu gefallen schien.

So verging die Zeit, bis urplötzlich ein silbriges, sehr aufgeregtes Eichhörnchen zu uns hüpfte.

„Harry, wartet nicht auf uns, wir müssen noch nach Irland, es wird spät!“, löste es sich schon auf und da sah mich Harry überrumpelt an.

„Also kommen die Twins auch nicht gleich heim, bleibst du zum Essen?“, fragte Daphne höflich und erhob sich, nun da die Sonne langsam, aber sicher verschwand.

„Nein, danke! Ich habe euch genügend Zweisamkeit geraubt, genießt es… bald ist es damit vorbei und das meine ich nicht mal böse!“, schmunzelte ich, während auch ich aufstand.

„Das wissen wir!“, meinte Harry überzeugt und schloss mich in die Arme, dabei küsste er mich auf die Wange, nur bei ihr war ich mir da nicht so sicher, als ich mich abwandte und die kleine Familie hinter mir ließ.

Im Manor erwartete mich gähnende Leere, ganz toll. Warum beorderte mich Lucius hierher, wenn er selbst die ganze Zeit irgendwo war, nur nicht hier? Das war doch zu ärgerlich! Das war nur seine Art, mir seinen Despotismus vorzuführen!

Selbst Severus war entflogen, wie mir ein kleiner, diensteifriger Hauself gerne mitteilte und ich bestellte mir meinen kleinen Snack in meine Räume.

Somit eilte ich in meine prächtigen Gemächer, um über das schon bereitstehende Essen herzufallen. Irgendwie schmeckte es mir hier tatsächlich besser als sonst, denn es war als wäre ich wirklich Zuhause angekommen.

Ich versuchte zu ergründen, was mir der nächste Tag bringen würde und kam zu der Einsicht, dass die Höhle und meine Leute etwas von mir sehen mussten. Es war immer ein Akt der Überwindung, mich in ihre Fänge zu begeben, denn wären Rabastan oder gar Bellatrix da, bestünde für mich immer die akute Gefahr angegriffen zu werden. Es war also ein regelrechtes Kaffeekränzchen, was mich dort immer erwartete.

Dann stand noch der Brief an Gringotts an, aber heute wollte ich nicht mehr und ob ich es morgen schaffen würde, war fraglich. Jetzt wollte ich mir erst mal dringend das Dark Manor vom Leib waschen, denn meine Gedanken landeten gerade wieder bei dem, was der Lord in seiner einzigartigen Weise angedroht hatte und so sprang ich mehr von der Couch auf, als dass ich mich sorgfältig erhob, eilte über meinen Salon in mein Schlafgemach zu meinem Bad und sprang unter die riesige Dusche. Ich ließ das warme Wasser genüsslich auf mich einprasseln.

Hermiones Sicht ende

Severus Sicht

Mir war eine wichtige Zutat ausgegangen, die ich rasch versuchte zu besorgen. Zu meinem Ärgernis hatte niemand das Greifenklauenpulver vorrätig, weswegen ich somit mies gelaunt wieder im Manor ankam. Dort verkündete man mir, dass SIE auch wieder in ihren Räumen anwesend sei und mir wurden freundlicherweise, wie nebenbei, auch noch 2 Kuverts von dem unterwürfigen Elfen in die Hand gedrückt.

Und so machte ich mich geplagt auf den Weg nach oben, denn es wäre sinnlos weiterzumachen, ohne die adäquaten Zutaten. Das ärgerte mich gerade noch immer, als ich die Tür öffnete und eintrat. Sogleich hörte ich durch die geöffneten Türen das laute Rauschen der Dusche, augenscheinlich stand sie gerade darunter, sollte mir recht sein, weil ich ihr halbgegessenes Sandwich auf dem Teller vor der Couch ausmachen konnte und mich nun kurzentschlossen dazu aufraffte, diese Reste nicht verkommen zu lassen. Außerdem befanden sich auf der Platte auf dem Tisch auch noch weitere Sandwiches.

Ich setzte mich, öffnete die Briefe und las und aß und lauschte dabei, wie das Wasser zu rauschen aufhörte und es klapperte, leise war sie nicht gerade, während ich aufmerksam die wenig erfreulichen Zeilen überflog und leidlich die Miene verzog, bei den berauschenden Nachrichten.

Warum immer ich?

„Was machst du denn hier?“, wurden urplötzlich meine leidvollen Überlegungen über mein grausames Schicksal unterbrochen als SIE, das Biest, wie es leibte und lebte, hereinwehte.

https://www.dropbox.com/sh/h5my10jgyunwuq6/gvfApXoO3J/Nachtkleid%20Kapitel%20374.jpg
Sie trug ein seidenes, olivsilbernes Nachtkleid und einen bodenlangen, seidenen Mantel in derselben Farbe darüber. Das Kleid wurde nur von dünnen Trägern auf den Schultern gehalten und die Brustpartie war mit creme und rosafarbenen Stickereien verziert sowie mit Borte in der gleichen Farbe wie die Stickereien abgesetzt.

Ihr Duft war berauschend frisch und ihr Nachtkleid ein Augenschmaus als sie locker auf mich zuhielt, während ich ihr mein Gesicht über meine Schulter blickend zugewandt hatte.

„Darf ich nicht hier sein?“, fragte ich dunkel und ihre Augenbraue ging in die Höhe.

„Das sagte keiner… vielleicht bin ich sogar ganz froh, dass du da bist?“, wisperte sie leise, während mein Haupt ihren Bewegungen folgte, wobei sie mit unleserlichem Ausdruck vor mir zum Stehen kam, dabei umspielte das edle Material sinnlich ihre Kurven.

„Hat es geschmeckt?“, fragte sie amüsiert, mit einem raschen Blick auf den leeren Teller und ich reagierte mit einer nichtssagenden Geste, bevor sich meine Augen misstrauisch verengten, da sie den Morgenrock lasziv von ihren Schultern zu streifen begann, sodass dieser flatternd zu Boden glitt. Meine dunklen Augenbrauen wanderten in unbekannte Höhen.

„Was wird das wenn es fertig ist?“, wollte ich dann doch schnarrend wissen.

„Was wohl, ich will dich…“, raunte sie heiser und schon strich sie mit ihrem Zeigefinger die dünnen Spagettiträger des langen, seidenen Kleides verführerisch langsam über ihre Schultern und der glatte Stoff setzte sich in Bewegung, sank gleitend an ihrem Leib hinab.

„Tatsächlich, aber was ist wenn ich dir sage, dass ich keine Zeit dafür habe?“, wollte ich schnöde erfahren und wedelte immer noch verärgert mit dem Papier, das mir den Abend mehrfach versaut hatte und mir ihr verruchtes Angebot doppelt vergällte, durch die Luft.

Sie präsentierte sich ohne Scheu im Licht der Kerzen und mein Blick huschte über ihre ausgezeichnet trainierte Figur, blieb aber immer wieder an den interessanten Stellen hängen, die besonders ins Auge sprangen. Wie zum Beispiel das „M“ am unteren Bauch oder mein „SS“ auf dem Oberschenkel, das nur ab und an bei einer Bewegung des Beines hervorblitzte und ich konnte nicht behaupten, dass mich ihr Anblick kalt gelassen hätte, als sich ihre Augen schon zu Schlitzen verengten.

Dann warf sie ihren Kopf unwirsch zur Seite und ihr langes Haar wehte herum. Sie blickte mich gerade schrecklich versnobt und eingeschnappten an, sodass sie an einen Malfoy erinnerte, nur dass sie eben mit der falschen Haarfarbe gesegnet war.

Im nächsten Augenblick wollte sie auch schon in stiller Wut davonrauschen, aber ich war schneller und hatte den Brief fallen lassen und rasch ihr Handgelenk gepackt. Ich zog nun mit Kraft an ihr, sodass sie rückwärts stolperte und rudernd und nackt wie sie war auf meinem Schoß landete.

„Arrr…“, wütete sie und strampelte aufgebracht, während ich sie geschickt mit meinen Armen umfing, auf dass sie stillhielt.

„Hör auf!“, befahl ich hart, aber sie funkelte mich nur mit diesen braunen Augen zornig an.

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