When Hermione Fights
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 Kapitel 425-426

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BeitragThema: Kapitel 425-426   Kapitel 425-426 EmptyMo Nov 11, 2013 12:06 am

425. Kapitel Baby on Board

Lucius‘ Sicht

Ich saß in meiner Suite und gönnte mir ein paar Augenblicke zum Durchatmen, bevor ich wieder zu Miss Greengrass gehen würde, um hoffentlich auch die letzten Geheimnisse aufdecken zu können, die Hermione und mein Sohn vor mir verbargen.

Unterdessen rekapitulierte ich, was ich in den Gedanken der kleinen Greengrass gesehen hatte. Langsam begannen sich alle Teile, die ich über die letzten zwei Jahre gesammelt hatte, zu einem Puzzle zusammenzusetzen. Dass Zabini Dracos rechte Hand war, war mir bekannt und letztendlich egal.

Draco hatte sein Vertrauen wieder in ihn gesetzt und mittlerweile war Dracos Ausbildung und Entwicklung so weit, dass keine allzu dummen Ideen dabei rauskommen sollten. Sie waren beide alt genug in der Beziehung, selber zu entschieden, deshalb war ich auch nicht eingeschritten. Es war mir nur wichtig gewesen, dass Zabini sich in den Jahren vor Dracos Schulbeginn von ihm fern hielt und ihn nicht ablenkte in dieser äußerst wichtigen Phase seiner Ausbildung, in der wir noch die Möglichkeit gehabt hatten, ihn jeden Tag auszubilden und zu formen.

Aber wie auch immer. Nun hatte ich wieder etwas gegen Zabini in der Hand, oder eher gesagt, er stand in meiner Schuld!

Und auch, wenn weder er noch seine Freundin mir momentan etwas zu bieten hatten, so konnte man doch nie wissen, wofür es noch mal gut sein würde und Geduld war eine Tugend, der ich durchaus frönte.

Ich genoss es zutiefst, derart zu spielen, vor allem wenn alle beliebten, das Blatt in meine Hände zu geben.

Ich ging durch, was ich wusste. Draco schuf etwas durchaus Großes und Beeindruckendes in Irland, hatte sich dort eine Firma aufgebaut, in der er überraschenderweise sowohl Slytherins als auch Hufflepuffs, Gryffindors und Ravenclaws beschäftigte. Ich war mir sicher, er war für den Schwund an Schulabgängern, die nicht ins Ministerium, zum Orden oder auch zum Lord wechselten, verantwortlich. Hinzu kam, dass er und das Biest dafür gesorgt hatten, dass selbst die Kinder auch in den Ferien fernab von zu Hause und den Einflüssen der Eltern sicher waren.

Dann zu Potter:

Er hatte eine Freundin, nein, sogar eine Verlobte, nachdem ich ihn und sie, das Biest, damals in dem Schmuckgeschäft überrascht hatte und spätestens nach den heutigen Bildern wusste ich, dass sie nicht nur eine Slytherin, sondern Daphne Greengrass war und das Erschreckendste war, offenbar hatten die beiden sogar ein Kind.

Ein KIND!

All dies durfte der Lord keinesfalls erfahren, das wäre fatal.

Dazu war es noch ein Parsel sprechendes Kind!

Er wollte Potter mit allen Mitteln in die Hände bekommen und wüsste er, dass Potter eine Familie hatte, wäre dies ein ausgezeichnetes Druckmittel. Eigentlich hätte ich dies alles besser nicht wissen sollen, aber nun wusste ich es und würde sehen, was ich damit anfangen konnte.

Und letztendlich hatte ich erfahren, dass die beiden Greengrass-Schwestern und Zabini offenbar mit Potter und seinem Weasleyfreund unter einem Dach lebten, zusammen mit dem Baby, wobei sich mir die Frage stellte, wer zum Merlin sich um das Baby kümmerte, wenn sie in der Schule waren.

Beziehungsweise wie sie derart minderbemittelt hatten sein können, ein Baby zu fabrizieren!

Wusste Severus es und verschwieg es mir mal wieder? Na gut, vielleicht hinderten ihn auch ihre bescheuerten Bänne, aber es wäre spannend, zu erfahren, ob sie es geschafft hatten, ihn zu täuschen. Auf der anderen Seite fragte ich mich sowieso, wie sie sie es bewerkstelligt hatten, die Schwangerschaft zu verbergen, sodass niemand etwas davon erfuhr.

Mir kam ein Gedanke. Könnte es vielleicht sein, dass er sein Mal Hermione hatte einbrennen dürfen, als Zahlung oder Forderung eben, weil er der Bagage mit diesem doch sehr wesentlichen Problem geholfen hatte?

Im Endeffekt warfen die neuen Informationen mehr Fragen auf, als dass sie Antworten lieferten, wie ich zu meinem Missfallen wahrnehmen musste!

Denn wer Lucien war, wusste ich noch immer nicht hundertprozentig, wobei ich einen Verdacht hatte, der mir gar nicht schmeckte, den aber Dobby fast bestätigt hatte.

DAS BABY!

Die Frage war nur, was würde ich mit diesem neuen Wissen anfangen, zumal mir immer noch der Name sehr unpassend vorkam. Warum nannte Potter seinen Sohn Lucien? Das klang so gar nicht nach Potter.

Ich hätte eher mit Sirius gerechnet, wie sein Pate, vielleicht noch Remus, nach dem verräterischen Wolf, oder aber James, seinem Vater, aber Lucien?

Lucien klang eher nach einem Namen, den Draco oder ich ausgewählt hätten, aber doch nicht Potter. So schätzte ich ihn nicht ein, oder lag ich bei ihm mal wieder falsch, wie ich es laut Hermione schon öfter getan hatte?

In diesem Moment ploppte es leise.

„Master, Ihr Gast liegt in Mr. Dracos Gästezimmer!“, verkündete der Hauself und verschwand sofort wieder.

Ich wurde unruhig, sie schlief nun schon länger und wenn Severus‘ Vermutungen stimmten, wäre nun die perfekte Zeit für meinen zweiten Versuch.

Ich selbst fühlte mich durch den Trank erholt und so hielt mich hier nach meinen Überlegungen nichts mehr und ich verließ sofort eilig meine Räume und begab mich in Dracos Flügel.

Da lag sie, wie ein schlafendes Dornröschen, in dem großen Doppelbett unter der dünnen Decke, den Kopf auf dem Kissen leicht zur Seite gedreht. Ihr Haar breitete sich fächerig aus und sie schlief tief und fest. Ich schloss leise die Tür hinter mir, wollte sie ja keinesfalls wecken und schlich lauernd, wie ein Raubtier, auf sie zu.

Bei meinem Eindringen vorhin hatte ich alles nur schleierhaft und schemenhaft erkennen können und ich hatte nicht die Möglichkeit gehabt, gezielt zu suchen, dafür war ihr Verstand zu wach gewesen, auch wenn er von tierischen Instinkten gelenkt worden war. Doch jetzt war es hoffentlich etwas anderes. Sie schlief, lag eventuell sogar immer noch in ihrer Ohnmacht und genau das würde ich rücksichtslos ausnutzen.

Ich ließ einen Stuhl neben das Bett schweben, mich nieder und lenkte meine Konzentration auf die Aufgabe, die vor mir stand.

In einen schlafenden Geist einzudringen war, wenn man wusste, wie man es tun konnte, nicht so schwer wie anzunehmen war, aber die Schwierigkeit lag darin, dass einem das Opfer keinen Zugang über die Augen ermöglichte, da diese geschlossen waren, also musste man den Geist der Person, in deren Kopf man eindringen wollte, erspüren und das war die eigentliche Schwierigkeit daran. Ein gewisses telepathisches Talent war daher sehr hilfreich hierfür.

„Legilimens“, sprach ich leise und ließ meinen Geist tastend auf die Suche gehen, schloss selbst dabei die Augen.

Nichts hinderte mich, nichts stellte sich mir in den Weg, es war erschreckend einfach, bis ich doch kurz die Zauber spürte und wahrnahm, wie sie zuerst versuchten mich zu hindern. Aber an dieser Stelle passierte tatsächlich das, was Severus in Bezug auf mich gedacht hatte und zu meiner unbändigen Freude stimmte es, die Zauber erkannten mich an!

Ich konnte es selbst fast nicht fassen, doch dann zuckte ich, arrogant wie ich war, mit den Schultern. Das was ein Malfoy in die Hand nahm, funktionierte meist.

Die Zauber ließen mich ohne weitere Gegenwehr weiterziehen und so dauerte es nicht lange und ich fand, wonach ich suchte, eine dumpfe, schläfrige Präsenz. Ihre Gedanken, wenn man sie überhaupt so nennen konnte, waren träge und trieben ungesteuert und ziellos dahin. Hatte sie als Tier noch bis zu einem gewissen Grad, aufgrund ihres Wachseins, ihre Gedanken steuern können, oder aber zumindest den Versuch unternehmen können, mich auszusperren, standen nun alle Pforten weit offen und verschwommene Bilder dominierten ihren Geist.

Umso besser für mich, denn je weniger fokussiert sie war, desto schneller und einfacher konnte ich nach dem suchen, was ich erfahren und wissen wollte.

Ich beschloss, bei dem was mit ihren tieferen Gefühlen verknüpft war zu suchen, denn dass sie ihre Schwester gewohnt kitschig und klischeehaft liebte, hatten mir schon die verschwommenen Erinnerungen offenbart, die ich zuvor wahrgenommen hatte.

Erst traf ich auf eine große, mehr als triviale und langweilige Flut an Kindheitserinnerungen, geprägt von der großen Schwester, die auf sie achtete und sie beschützte wie eine Mutter, doch das ließ ich schnell hinter mir, das interessierte mich nicht wirklich. Schließlich wurden die Erinnerungen aktueller.

Ich sah die ältere Greengrass mit Potter.

Ich konnte erkennen, wie die Kleine hier sich gefreut hatte als sie erfahren hatte, dass sie Tante wurde, wie putzig, da wollte man am liebsten brechen, aber ich kam nicht dazu, denn nun kam ich zu einer Erinnerung, die wirklich meine Aufmerksamkeit erregte.

Die beiden Greengrasses, Potter, Draco, Hermione und offenbar die unsäglichen Weasleyzwillinge sowie ihr Bruder, Potters Anhängsel, waren alle auf einem Haufen versammelt. Die ältere Greengrass lag erschöpft und sehr blass im Bett und hielt ihren offenbar gerade geborenen Sohn in den Armen und ich vernahm, dass sie über den Namen diskutierten und alle verworfen wurden, ein nicht wirklich spannendes Thema. Leider schob sich gerade fast so etwas wie eine Nebelbank über die Erinnerung, als würde sie langsam aber sicher erwachen und ich ärgerte mich kolossal.

Nichts Relevantes bekam ich mit, dafür das Selbstmitleid der kleinen Greengrass, weil sie nicht Patin wurde. Das war mir persönlich herzlich egal, stattdessen suchte ich nach weiteren Erinnerungen, die mir zeigen würden, wer es dann wurde, denn diese Entscheidung verwirrt mich sehr wohl. Wer sollte es sonst werden? Hermione vielleicht, oder diese rothaarige Sippschaft?

Eine mehr als bedenkliche Vorstellung, die mir nicht behagte, wobei mich sofort eine weitere, horrorgleiche Vorstellung heimsuchte und mich damit ein mehr als unwohles Gefühl beschlich. Ich wagte es, mich vorsichtig zu fragen, ob mein werter Herr Sohn wirklich diese Dummheit begangen haben könnte.

Schließlich wurde ich Zeuge eines alten Rituals, das ich nur zu gut kannte, da Severus und ich es auch einmal vor langer Zeit vollführt hatten. Wobei ich es gerade aus tränenfeuchten Augen der ergriffenen und gerade jetzt Ohnmächtigen verfolgte und nur das verdammte Baby sah und die Hände die es hielten, aber immer noch nicht mit Sicherheit erkennen konnte wer es hielt!

Konnte diese doofe Kuh mal nicht bitte zu den Protagonisten schielen?

Ich konnte das Gefühl nicht abschütteln, dass ich es sehen musste, dass es elementar war, zu erkennen, wer dort stand.

Aber es war nicht leicht, da sie gerade jetzt daran dachte, unter mir unruhig zu werden. Das war doch unmöglich, ich verfolgte recht unscharf mit, wie das Zeichen auf die Stirn des Kindes gemalt wurde.

Sie wurde immer „wacher“ und damit schlugen so langsam Hermiones Zauber an und ich wurde etwas hektischer beim Suchen und ich begann nun, aufs Geratewohl durch ihre Erinnerungen zu wühlen, doch nichts offenbarte mir, ob ich richtig lag mit meiner gewagten Vorstellung, dass Draco der Pate von Potters Kind war.

Laut hallten nun die Worte „Lucien Sirius Potter“ in ihrem Kopf wider, aber diese doofe Kuh blickte die ganze Zeit nur verträumt zu dem Balg, anstatt mir mal die Güte zu schenken, die Menschen darum herum anzusehen. Blöde, gefühlsdusselige Weiber!

Wenigstens wusste ich jetzt zu hundert Prozent, wer dieser bescheuerte Lucien war! Und dieser Name war so prägnant und charismatisch, dass mir fast übel wurde.

Als nächstes ging es mit einer unfassbaren Szene weiter, denn da saß mein Sohn in einem viel zu viel geblümten Sessel und hielt Potters Sohn wahrhaftig in seinen Armen. Draco wirkte nicht glücklich darüber und ich konnte nicht glauben, was sich mir da bot. Das Bild war so surreal.

Mein Sohn, mit diesen hellblonden Haaren und dazu das Potterbalg, mit kohlrabenschwarzem, wirrem Flaum, das sah nicht nur brutal falsch aus, das fühlte sich auch so schrecklich falsch an. Dazu hüpfte dieser bescheuerte Elf um Draco herum und jetzt verstand ich seinen Stunt heute Morgen. Dies war das Kindermädchen, nicht dumm, schließlich hatte ich dem liederlichen Elfen auch Draco als Kind anvertraut.

Und nach seiner Befreiung durch Potter konnte man davon ausgehen, dass er diesem loyal ergeben war, noch ein Puzzleteil, das ich nun wusste, das mich aber wahrlich nicht glücklicher machte.

Das Bild all dessen, was mein verflixter Sohn und das kleine Biest so trieben, könnte mir graue Haare bescheren. Es war zum Haare raufen, etwas vollkommen despektierliches, was ich nie tun würde, aber ich war versucht, es zu tun, denn mir standen fast die langen Haare zu Berge.

Plötzlich wurde ich mental von einem heftigen Schlag getroffen, es war wie ein harter Hieb, der mich rücksichtslos hinausschleuderte und ich flog geradezu aus ihrem Geist, völlig chancenlos, etwas dagegen zu unternehmen.

Ich selbst hielt mir meinen pochenden Schädel und unterdrückte ein Stöhnen, während sie wieder aufwachte. Aber eines musste man neidlos eingestehen, Hermiones Schutzzauber schlugen effektiv zu.

Gut zu wissen, dass er eigentlich wirkte und ich, wirklich nur ich, die kleine Schwäche ausnutzen konnte, die ihre Schutzzauber hatten und von der niemand erfahren durfte, dass es diese gab. Ich ärgerte mich sehr, weil ich noch nicht im Ansatz alles gefunden hatte, was ich suchte, vor allem ob sie wusste, zu was ich geworden war, hatte ich nicht herausgefunden.

Die Informationen, die diese Gruppe, die sich selber Cottage Connection schimpfte, besaßen, waren so brisant, dass sie uns alle Kopf und Kragen kosten konnten, wenn etwas davon herauskam.

Wenn man sie, diese ewigen Kinder, nicht ständig im Blick hatte, machten sie einem nur unsäglichen Ärger, egal wie alt sie wurden.

Nachdem es mich zurückgeschleudert hatte, dröhnte mir der Schädel gehörig, aber ich konnte meine Contenance bewahren und während ich mich erhob überspielte ich mein eigenes Unwohlsein, indem ich mich nun betont gefasst gab, da sie gerade stöhnend und seufzend die Augen aufschlug.

„Sie sind erwacht, sehr schön!“, trat ich ans Bett heran und blickte intensiv auf die kleine Greengrass hinab, die sich schläfrig, verwirrt und überfordert in dem prächtigen Raum umblickte.

Sie antwortete nicht, sondern starrte mich nur mit leicht geöffnetem Mund furchtsam an und rieb sich die schmerzenden Schläfen.

„Bevor Sie uns gleich wieder verlassen, Miss Greengrass, habe ich noch einiges mit Ihnen zu klären, können Sie mir soweit folgen?“, fragte ich akzentuiert, während ich spöttisch auf sie hinab blickte und ausnutzte, dass sie noch nicht so recht bei Sinnen war.

Sie kämpfte sichtlich mit sich, den Schock, dass ich vor ihr stand, zu verdauen, das sah man ihren ängstlich geweiteten Augen an, bis sie sich sichtbar zusammenriss, doch anscheinend ahnte sie nicht, dass ich in ihrem Geist gewesen war.

„Ja, Sir!“, kam es schließlich zögerlich und schwach von ihr, dann fasste sie sich an den Kopf und stöhnte. Offenbar hatte sie wirklich starke Kopfschmerzen, was nach meinem geistigen Angriff und dem vorherigen Sturz, bei dem sie sich den Schädel angeschlagen hatte, auch kein Wunder war. Vielleicht hatte sie sogar eine leichte Gehirnerschütterung.

„Diese Aktion, dass ich Ihnen dabei geholfen habe, dass Sie es schaffen konnten, sich zurück zu verwandeln, die war einmalig! Verstanden? Auf meine Hilfe können Sie in der Beziehung nicht noch einmal setzen!“, stellte ich sehr eindeutig klar, dass sie sich nicht auf mich würde stützen können, wenn bei ihren etwaigen zukünftigen Versuchen wieder etwas schief ging und überging ihre Pläsierchen großzügig.

„Ja, Sir!“, drang erneut eine zaghafte Antwort von ihr zu mir und sie blickte mich leidend an.

„Gut! Woran erinnern Sie sich?“, forderte ich sehr neutral zu erfahren, während ich innerlich sehr gespannt war, denn wenn sie sich an meine Verwandlung erinnerte, würde ich handeln müssen.

„Ich weiß es nicht, es ist alles so verschwommen!“, bekannte sie schließlich langsam und zögerlich, doch für mich zu zögerlich, denn ich erkannte, dass da mehr war als sie zugab.

Ihr Blick huschte unsicher von mir weg, sofort verengten sich meine Augen misstrauisch.

„Erinnern Sie sich, dass Sie mich angegriffen haben?“, fragte ich daher direkter, in süßlicher, trügerischer Tonlage.

Geschockt und plötzlich sehr wach zog sie sich auf einmal hoch und blickte mich aus großen Augen panisch an.

„Ich habe Sie angegriffen?“, stotterte sie schließlich zittrig und geschockt, doch ich nahm ihr diesen Unglauben nicht ganz ab. Sie war keine geborene Schauspielerin, anders als Hermione.

„Das haben Sie!“, beschied ich kühl.

„Wie bin ich hierhergekommen?“, wollte sie schließlich sich vorsichtig umblickend wissen und zupfte an der Decke, als würde sie sich bewusst werden, dass sie unbekleidet war.

„Hermione hat Sie hergebracht!“, verkündete ich ihr knapp. Was dachte sie? Dass ich sie nackt durch das Haus trug?

„Hm… in Ihr Haus?“, fragte sie weiter irgendwie konfus klingend.

Darüber kam mir der Gedanke, ob ihr vielleicht nicht mal klar war, wie ich sie zurück in ihre normale Form gebracht hatte, oder wie sie tatsächlich hierhergekommen war, als wäre sie zu sehr vom Tier beherrscht worden.

„Ich denke, Sie beginnen noch mal von Anfang an. Was ist das Letzte, an das Sie sich deutlich erinnern?“, drang ich weiter unerbittlich vor, während sie nun unschlüssig ihre Augen hin und her huschen zu lassen begann und unsicher auf ihrer Unterlippe kaute.

Bei Merlin, war es etwa so schwer, diese Frage zu beantworten, oder wollte sie nicht?

„Nun fangen Sie schon an, Ihr Freund, Mr. Zabini, war auch hier, Sie sagen mir nichts Neues, also erzählen Sie, … sonst kann ich Sie nicht gehen lassen!“, drohte ich seidig, worauf sie mich sofort ängstlich fokussierte und ein geschockter Ausdruck in ihre Augen trat.

„Ich habe mich gestritten, mit Blaise!“, begann sie zögerlich.

„Weiter!“, befahl ich harsch.

„Dann, ich weiß nicht… Daphne hat auch rumgebrüllt, wegen Blaise… und dann, dann ist alles verschwommen. Ich hatte plötzlich Angst!“, erklärte sie schließlich doch recht fest.

„Gut und weiter? Was wissen Sie danach noch? Können Sie sich erinnern, was hier im Manor passiert ist?“, forderte ich eindringlich.

„Ähm… nichts… es ist so im Nebel!“, begann sie sofort, ohne zu zögern, aber stockend als wäre sie unsicher was sie sagen sollte, dabei rückte sie noch weiter von mir weg und zog die Decke schützend noch höher, über ihren noch immer nackten Leib. Ihr Verhalten drückte eindeutig aus, dass sie sich fürchtete und flüchtete und ich ahnte auch weswegen.

„Lügen Sie mich nicht an. Ich werde herausfinden, was Sie noch wissen, so oder so!“, drohte ich entschlossen, dann griff ich überganglos an, fasste sehr schnell nach ihrem Gesicht, hielt ihr Kinn fest mit meiner Hand und zwang sie, mich direkt anzusehen.

„Legilimens!“, sprach ich schnell erneut und drang wieder rücksichtslos in ihren Geist ein.

Diesmal war ihre Gegenwehr spürbar und auch wie die Schutzzauber agierten. Aber sie kannten mich schon und hatten mich anerkannt, somit waren sie kein Hindernis mehr. Ich war das Oberhaupt von der Familie und konnte die Zauber deshalb durchdringen. Es war anstrengend.

Zwar konnte ich deutlich erkennen, dass sie nicht ganz unerfahren war, einen Eindringling aus ihrem Verstand zu verbannen, aber sie war noch viel zu geschwächt von der Verwandlung und meinen Attacken auf sie, als dass sie mir die Stirn hätte bieten können, dazu kam, dass ich ihr deutlich überlegen war, sodass ich es nach einigen Sekunden schaffte, ihre Schilde völlig einzureißen. Sie war jung und musste noch viel lernen und üben.

Sie wehrte sich vehement, wand sich auch unruhig unter mir und zappelte rum, doch ich war stärker und meine andere Hand umfasste nun ihre Schulter, die andere hielt weiterhin ihr Kinn, als ich ihre Gedanken über mich zu greifen bekam und sah, was ich befürchtete hatte, mich, wie ich mich in einen Pfau verwandelte.

Diese Erinnerung konnte ich ihr auf gar keinen Fall lassen, aber ich wollte, dass sie sich erinnerte, dass ich sie zurückgeholt hatte und sie in meiner Schuld stand.

Ich konzentrierte mich so verbissen auf diese Erinnerung, dass ich fast übersehen hätte, dass sie einige andere Erinnerungen wohl noch vehementer zu schützen versuchte als die an den heutigen Tag. Doch ich interessierte mich dafür nicht, schließlich hatte ich schon, als sie noch geschlafen hatte, genug gesehen. Jetzt wollte ich nur wissen, was sie von mir noch wusste. Mittlerweile zappelte sie heftig unter meinem Griff, hatte den ersten Schock, dass ich in ihre Gedanken eingedrungen war, überwunden und wehrte sich noch immer gegen meine Gewalt. Meine Hand glitt von ihrer Schulter auf die Mitte ihrer Brust, somit presste ich sie mit meiner freien Hand nieder, tief in die Matratze.

„Halten Sie still, verdammt!“, befahl ich harsch und genervt.

In diesem Moment vernahm ich Schritte vor der Tür, ich musste mich beeilen, daher löste ich mich geradezu hastig aus ihren Gedanken und richtete meinen Zauberstab auf die junge, verängstigte Frau, die unter mir zitterte.

„Obliviate“, wisperte ich leise, aber eilig.

Rasant löschte ich all ihre Erinnerungen an den Pfau, hinterließ nur einen Nebel aus Benommenheit und dass sie zwischendrin mein Gesicht wahrnahm, wie ich zu ihr Kontakt aufzunehmen versuchte.

Gerade als ich meinen harten Griff an ihrem Kinn lösen wollte, flog die Tür auf und Draco sowie Hermione stürmten herein, während ich noch immer Astorias Gesicht in Händen hielt, mich über sie beugte und ihre Decke so weit herabgerutscht war, das ihre nackten Brüste freilagen.

Eine leicht kompromittierende Situation…

Lucius Sicht Ende

Hermiones Sicht

„Wassss?“, hisste Draco auf, als er Lucius über die nackte Astoria gebeugt dastehen sah und ich selbst stoppte abrupt wegen dieses unerwarteten Anblickes.

Wir verfolgten, wie er ihr Kinn festhielt und eine Hand auf ihr Dekolleté drückte, dagegen kämpfte sie wild strampelnd an, während Lucius‘ Haare wie ein Vorhang hinab hingen. Es wirkte alles sehr eindeutig.

Sofort lüpfte ich bei dem denkwürdigen Anblick nur eine Braue, so wie ich es von den drei Männern gelernt hatte und besah mir dieser Szene eiskalt, analytisch.

Denn hier lag nichts Amouröses, oder gar Erotisches in der Atmosphäre, eher etwas, das mich widerwillig die Stirn runzeln ließ, da ich eine Vermutung hatte, die mir so gar nicht gefallen wollte.

Auf der anderen Seite fragte ich mich doch, ob ihm die wahrlich hübsche und schöne Astoria so gar nicht gefiel, aber in diesem Moment erstarrte Astoria unter Lucius zu einem Eisklotz, während sich dieser nicht aus der Ruhe bringen ließ und sich betont gelassen und langsam aufrichtete, um sich dann mit unbewegter Miene zu uns umzudrehen, während Astoria weiter barbusig dalag. Ich blickte in Lucius‘ sturmgraue Augen und wusste, woher auch immer, dass ihm Astorias Reize absolut gleichgültig waren, daher zuckte es um meine Mundwinkel verdächtig, während sich Draco echauffiert vor Lucius aufbaute.

„Warum krabbelst du mehr oder weniger zu Astoria ins Bett?“, forderte Draco zu erfahren und eine von Lucius‘ silberweißen Brauen wanderte bedenklich in die Höhe und etwas Gefährliches blitzte in seinen Augen auf, was ich als Startsignal verstand, einzugreifen.

„Hahaha… Lucius, wenn du jetzt noch sagst, dass es nicht so ist, wie es aussieht, dann bekomm ich echt einen Lachkrampf!“, fuhr ich den beiden über den Mund.

Sofort wirbelte Draco zu mir herum und auch Astorias fassungsloser Blick zuckte zu mir. Ich hingegen behielt den Patriarchen, der gerade ebenso wie ich gegen das Zucken seiner Mundwinkel kämpfte, kalkulierend im Blick und ich hätte echt gerne gewusst, was er gerade dachte.

Aber irgendwie verstanden wir uns wirklich, denn ich wusste, es war nicht das, was man auf den ersten Blick denken könnte.

„Das wäre eines Malfoy mehr als unwürdig, ich denke nicht daran!“, hauchte Lucius betont seidig, dabei zog er sich in den Hintergrund zurück.

„Nicht dein Ernst…“, murrte Draco und ich schenkte ihm einen erheiterten Blick, während sich Astoria ihrer Nacktheit bewusst wurde und sich rasch mit ihrer Decke bedeckte, um ihre kleinen Brüste zu verstecken.

„Wie geht es dir, Astoria?“, fragte ich und überging Vater und Sohn.

„Mhmmm… oh, recht gut. Aber ich hab Kopfweh und einen Druck hinter den Augen und meine Knochen fühlen sich wie Gummi an… und ich hab etwas Angst, wegen dem was passiert ist… ich meine, ich weiß nicht mal, was ich war…“, fing sie nun an aufzuzählen, dabei beobachtete ich, wie sich Lucius weiter zurückzog und einen fast verächtlichen Ausdruck offenbarte.

Augenscheinlich nervte es ihn, dass sie nicht einfach sagte: „Nein, alles in Ordnung!“ Gut, das hätte ich gesagt, aber es sagte ja auch keiner, dass Astoria ein zweites Ich war!

„Hey Süße, du bist ein Karakal!“, warf ich ein, um ihre Wehwehchen nicht mit anhören zu müssen und Draco blickte mich blinzelnd an.

http://de.wikipedia.org/wiki/Karakal

„Ein was? Ein Karnickel?“, flüsterte Astoria sprachlos und massierte sich die Schläfen. Diese Vorstellung schien ihr gar nicht zu gefallen.

„Neee, du bist ja goldig! Ein Karakal ist eine Wildkatzen-Art…“, amüsierte ich mich über ihr nicht vorhandenes Wissen.

„Eine Wildkatze?“, wisperte sie und ihr Blick ruckte hoch.

„Tja, also fälschlicherweise wurde gerade deine Abart als Wüstenluchs bezeichnet, aber das ist falsch, da deine Art der Gattung Felis, einer Großkatze, nähersteht und daher…“, erklärte ich, wurde jedoch unterbrochen.

„Wow, echt, woher weißt du das, Liebling?“, wollte Draco wissen und ich war gewillt, mit den Augen zu rollen. Was dachte er hatte ich getan als er mit Blaise gesprochen hatte?

Dumm rumsitzen? Natürlich versuchte ich, meine Wissenslücken rasch zu füllen.

„Weil ich, während ihr Männergespräche geführt habt, geforscht habe und tada… ein Karakal und neueste Untersuchungen haben ergeben, dass du eine afrikanische Goldkatze bist!“, wedelte ich zur Unterstreichung meiner Aussage mit meinen Händen zu ihr.

„So was schimpft sich Slytherin!“, flüsterte Lucius in seiner Ecke verächtlich wegen Astorias Form, aber ich blickte eigentlich nur zu der sichtlich überwältigten Astoria, die immer wieder tonlos das Wort Katze formte.

„Du und die Bücher…“, kam es leidlich von Draco und da könnte er sich glatt in das Stöhnkonzert von Harry und Ron mit einreihen, denn auch wenn alle nun fleißiger waren, an mich und meinen Bücherkonsum kam irgendwie keiner ran.

„Jaaa, Draco, da steht viel Interessantes drin und Astoria, bitte hör auf, das wie in einem lautlosen Mantra zu sagen, du bist keine Katze! Du bist kein Stubentiger! Du bist ein Raubtier, eine Großkatze, von mir aus vom Aussehen her auch ein Luchs, wenn du dir dann was darunter vorstellen kannst, verstanden? Sag dir Raubkatze vor!“, befahl ich herrisch, dabei blickte sie mich leicht verloren an, nickte aber brav.

Die ganze Zeit wusste ich um Lucius‘ bestechende Musterung von der Seite. Ich hätte zu gerne gewusst, was er über mich dachte.

„Stimmt, eine kleine Katze, oder ein schmusiger Stubentiger, bist du echt nicht!“, schmeichelte Draco soeben, wie nur ein Mann es konnte und sie schloss auch klappernd den Mund und starrte ihn empört an.

„Tja und natürlich fand ich es spannend, mir das Gebiet der Animagus Magie an sich anzusehen und ich muss sagen, du hattest wahrliches Glück, dass sowohl ich als auch Harry und Ron nicht auf die glorreiche Idee gekommen sind, die Rückverwandlung zu erzwingen!“, überging ich Dracos Spott und fuhr einfach fort.

„Du kanntest den Spruch?“, forderte urplötzlich Lucius aus der Ecke zu erfahren und ich wandte mich ihm leicht zu.

„Ja, Sirius und Remus haben ihn bei Wormtail angewandt… wobei es bei dem nicht schade gewesen wäre, wenn es schiefgegangen wäre… was es leider nicht tat, wäre auch zu schön gewesen!“, erging ich mich in meinem Spott.

„Etwas viel wäre, oder?“, wandte Lucius überheblich ein und ich schenkte ihm ein ironisches Grinsen.

„Da dies nun geklärt ist, würde ich sagen, lösen wir diese Versammlung auf und ich erwarte, dass Sie, Miss Greengrass, nicht vergessen, dass ich es war, der Ihnen half… Draco!“, verabschiedete sich Lucius mit einer letzten Ermahnung an Astoria.

„Vater…“

„Mr. Malfoy, ich… ich, danke!“, stotterte Astoria los.

„Danken Sie mir nicht, danken Sie mir nie!“, klangen diese Worte nicht nur in meinen Ohren wie eine bedrohliche Warnung, wobei Astoria mehr als blass wurde. Sie sah schrecklich klein aus in dem riesigen Bett, weswegen ich ihr ein Sommerkleid, das ich bisher in Händen gehalten hatte, auf das Bett schmiss, doch dann berührte mich schon ein Schlangenkopf, der von hinten kommend auf meiner Schulter zum Liegen kam.

„Ich denke, die beiden schaffen es alleine…“, bestimmte Lucius kompromisslos.

„Aber!“, „Ich wollte…“, fingen sowohl Draco als auch ich an, während ich mich rasch umdrehte. Der kühlte, silberne Kopf glitt von meiner Schulter und ich lächelte Lucius betont sanft an.

„Natürlich!“, gab ich schlussendlich nach und mein Kiefer zeichnete sich bestimmt stärker ab, da ich die Zähne zusammenbiss.

„Ja, heute Abend findet eine Soirée statt!“, verkündete Lucius plötzlich schrecklich hochtrabend.

„Ach, nein, bitte nicht! Keine Abendgesellschaft!“, entschlüpfte es mir eilig und dramatisch jämmerlich. Gut, eine Soirée war keine Gartenparty, aber die Erinnerung lag mir echt quer im Magen. Wohingegen Lucius‘ Augen nur fordernd auf mir lagen, aber er sagte nichts, hielt nur diese lauernde Musterung aufrecht, die mich regelrecht in die Knie zwang.

„Natürlich!“, würgte ich hervor, dabei war mir Astorias Anwesenheit mehr als gegenwärtig und ich hasste es jetzt schon, zu erkennen, dass sie Zeuge wurde, wie ich vor diesem Despoten einbrach.

Dann drehte er sich endlich sichtlich zufrieden um und rauschte hochherrschaftlich, wie ein König, aus dem Raum, schließlich hatte er doch erreicht was er wollte.

„Puh… brutal, ihr Armen!“, lautete nun Astorias nicht wirklich aufbauender Kommentar, welchen ich überging.

„Draco?“

„Ja?“

„Kommst du auch zur Soirée?“, fragte ich betont neutral, denn ich wusste, Draco selbst zweifelte noch immer wegen dem, was in seiner Abwesenheit passiert war.

„Möchtest du das denn?“, fragte er irgendwie mit einer nicht zu benennenden Doppeldeutigkeit nach und klang unsicher.

Als Reaktion ballte ich die Hände zu Fäusten, registrierte, dass Astorias Kopf wie der eines kleinen Vögelchens hin und her huschte, bis ich mich abrupt abwandte, um wortlos in meine Räume zu gehen.

Hermiones Sicht Ende

Dracos Sicht

„Was war das?“, wisperte Astoria atemlos, aufgrund unseres kleinen, aber feinen Dramas.

„Nichts… komm!“, forderte ich forsch und zu meiner Verwunderung dauerte es nicht lange, bis Leben in sie kam, worauf sie sich doch tatsächlich ohne Scheu nackt aus der Decke schälte und sich das Kleid eilig überzog, während sie durchaus meine taxierenden Blicke bemerkte.

„WASSS? Du hat mich schon nackt gesehen!“, hisste sie genervt auf und ich zuckte mit den Schultern, denn sie schien es eilig zu haben, von hier wegzukommen. Sie war zum Glück unkompliziert in ihrem Gebaren und das stimmte mich mehr als gnädig.

Denn nun stand sie fertig vor mir und zupfte nervös an meinem Arm rum.

„Komm, rasch…“

„Was ist denn, du bist ja schrecklich drängend!“, stöhnte ich genervt, aber in dem Moment griff sie sich stöhnend an den Kopf und schwankte bedenklich.

„Ich will hier weg! Hier ist es unheimlich!“, bekannte sie dann doch scheu und wirkte umso jünger.

Sofort drückte sie sich instinktiv schutzsuchend näher an mich und ich musste nachsichtig schmunzeln, wenn ich mich daran erinnerte, wie unbeeindruckt sich Hermione an ihrem ersten Tag im Manor gegeben hatte.

Genau so etwas führte mir immer vor Augen, wie sehr sie sich doch von anderen unterschied.

„Wie meinst du das?“, wehrte ich ihre Nähe ab und blickte sie forschend an, dabei hielt ich aber trotz allem ihre Hand.

„So, wie ich es sage… dein Vater jagt mir Angst ein! Er ist echt gefährlich! Du bist ganz anders… oh, sorry! Natürlich ist mit dir auch nicht gut Kirschen essen, aber nichts gegen Mr. Malfoy! Naja, und ich frage mich, wie Hermione das hier ihr Zuhause nennen kann!“, erklärte sie entschuldigend, dabei huschte ihr unruhiger Blick nervös hin und her.

„Was bin ich?“, forschte ich lauernd nach.

„Nicht dein Vater! Und dafür danke ich allen Magiern!“, hauchte sie inbrünstig.

„Also, ich finde, du übertreibst!“, wiegelte ich arrogant ab, aber sie sah mich eindringlich an und Unglaube spiegelte sich in ihrem Blick wider.

„Findest du? Finde ich nicht, wenn ich mir gerade ausmale, wie dein Vater Hermione dazu bringt, kleinbeizugeben! Das tut sie NIE! Und du und sie, ihr wart gerade ganz anders als sonst, im Cottage, oder in Irland! Läuft es nicht gut?“, ließ mich ihre letzte Frage erstarren. „Also äh, zwischen euch beiden?“, fragte sie unsicher.

Lief es nicht gut?

Nach unserer Aussprache lief es besser, aber gut?

Und unschuldig daran war ich nicht, aber sie auch nicht, wenn ich mir vor Augen führte, dass selbst Astoria gerade erlebt hatte, wie sie vor Vater nachgab und alles tat was er wollte, nur weil er es wollte.

Aber ich fand es gut, wie sie sich verhielt, so hatte ich sie doch in unserem Zweiaugengespräch aufgefordert, genau das zu tun und Vater nicht unnötig zu provozieren, aber gefallen tat es mir trotzdem nicht. Wenngleich ich mich freute, dass sie mich dabei haben wollte, war ich im ersten Moment unsicher gewesen, ob ich erwünscht wäre und ihre Reaktion, als sie die Hände ballte, hatte mich darin bestätigt, dass sie meine Unterstützung wünschte und die war ich mehr als bereit zu geben.

Doch trotz allem war und blieb es beschissen.

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BeitragThema: 426. Soirée   Kapitel 425-426 EmptyDo Nov 14, 2013 10:16 pm

426. Kapitel Soirée

Dracos Sicht

Tat Hermione das nur aus Furcht und Sorge vor seinen Repressalien, die in den Kerkern enden könnte, oder weil sie es als nicht wert befand, mit ihm zu streiten?

In mir brodelte es, aber ich würde es mir nicht anmerken lassen, denn ich lebte meine neue Gelassenheit.

„Unsinn und nun komm endlich! Ich dachte, du möchtest flott weg!“, sprach ich wenig freundlich zu Astoria, aber das ließ sie sich nicht zweimal sagen und daher verließen wir rasch das Manor.

Als ich nach einem großen und viel zu lauten Willkommen im Cottage, mit viel zu vielen Fragen wieder verspätet ins Manor zurückkehrte, war die Soirée schon in vollem Gange.

Das Gedudel zog durch die Korridore, während ich mich sputete, um mich passend für diesen gesellschaftlichen Anlass anzuziehen.

Ich zwängte mich in Hose, Hemd, Weste und Gehrock und strich die edle, dunkelblaue Seide glatt, bevor ich wieder die viel zu weiten Korridoren entlanglief.

Nach einem Blick hatte ich erfasst, dass anscheinend die erste Pause stattfand und die Musik nur im Hintergrund erklang. Unterdessen wurden Getränke gereicht, danach kam das Souper und später würden die Kartenspiele stattfinden.

Ich stoppte schließlich abrupt, weil ich ein flatterndes, blaues Kleid eilig um eine Ecke biegen sah. Irgendetwas sagte mir, dass ich dies näher sehen wollte, vor allem, da dort die privaten Salons lagen, die nicht der Öffentlichkeit zugänglich waren.

Ich verengte misstrauisch meine Augen zu Schlitzen, weil ich Hermione bisher noch nicht ausgemacht hatte, dann hielt ich vor der Tür, die soeben vor mir zugefallen war, inne. Aber nach kurzem Nachdenken entschied ich mich, die daneben liegende Tür zu öffnen, um ungestörter lauschen zu können, denn dieser kleine Prunksalon in Gelb, in dem die Person verschwunden war, führte über eine Mitteltür zu dem nächsten Salon. Das zog sich durch das Manor, so dass an sich alle Räume mehr oder minder drei Türen hatten und miteinander verbunden waren, die Geheimgänge nicht mitgerechnet. Ich wollte ungern im Korridor lauschen, denn wie sähe das denn aus? Ein Malfoy, der dabei ertappt werden könnte, wie er in seinem eigenen Heim das Ohr gegen eine Tür drückte, um jemanden zu bespitzeln! Das wäre ein Unding.

Somit betrat ich den Nebenraum und hoffte, das, was sich im Gelben Salon abspielte, hören zu können. Ich freute mich, denn mir war das Glück zur Abwechslung hold. Die Tür zum gelben Salon war nicht vollends geschlossen, sondern lediglich angelehnt, was in einer Flucht nicht unüblich war..

Ich frohlockte, dass ich tatsächlich unentdeckt bleiben würde, während ich mich der offenen Tür sehr behutsam und durch Magie zusätzlich geschützt näherte. Kurz darauf vernahm ich auch schon ihre Stimme, die immer deutlicher wurde und ich machte aus, dass mich mein Instinkt nicht getrogen hatte. Sie war es tatsächlich.

„Wenn du nicht willst, dass ich Pius die Kehle durchschneide, sieh zu, dass er aufhört mich zu betatschen!“, kam es kühl, aber auch sehr aggressiv von ihr.

„Das wagt er nicht…“, nahm Vater sie hörbar nicht ernst, da er ihre Forderung als lächerlich abtat.

„Ohhh, das ist dem zukünftigen Minister anscheinend entgangen, oder er denkt anders, nachdem er mich im Gewölbe gesehen hat!“, fauchte sie erbost. Zu meinem Leidwesen, wagte ich es nicht, meinen Kopf vor zu strecken. Ich hätte gerne mehr gesehen, doch die Gefahr, dann entdeckt zu werden, war zu groß.

„Was stört dich wirklich?“, fragte Vater betont ruhig.

„Dieses Gedudel!“, schoss sie bissig, scharf zurück.

„Unfug!“, gab er dem sofort nicht statt und sie stöhnte mit einem Schnauben auf, während ich es rascheln hörte, als würde sie sich in ihrem Kleid ruckartig bewegen.

„Dass Severus nicht hier sein muss… warum nicht? Und warum ich?“, jammerte sie nun doch inbrünstig, worauf ich Vater ungewohnt tief und rau auflachen hörte, weil er sich köstlich amüsierte.

„Hahaha… du tust dir zu sehr leid, Liebes! Du verbringst zu viel Zeit mit Severus…“

„Uffff“, wollte sie einwenden aber er war schneller und schnitt ihr vernehmbar das Wort ab.

„ Severus hat viel zu tun in Hogwarts! Er ist Schulleiter… vergiss das nicht, das ist ein ehrenvoller Posten!“, belehrte er sie, woraufhin ihr ein frustrierter Ton entschlüpfte.

„Arrr… das glaubst du doch selbst nicht? Das sagt Severus nur, weil er erfolgreich flüchten will!“, echauffierte sie sich aufgebracht und ich verbiss mir ein Lächeln, denn natürlich hatte sie recht und das wussten wir alle. Auch schien sie Severus nachzutragen, dass er seine Flucht plante und gekonnt durchzog, sie aber zurückließ.

„Tja…“, vernahm man deutlich, dass es Vater nicht wirklich leidtat.

„Nichts tja, Lucius… ich hab auch was zu tun, warum soll ich zu diesem Volk? Außerdem gefallen mir Scrimgeours Musterungen nicht! Ich mag so eine Soirée nicht, diese „kleine Schwester des großen Balls “ ist so gar nicht meins. Die Weiber sind tranig, die Männer geil und ich komm mir vor wie ein Museumsstück, das niemand klauen darf!“, jammerte sie kläglich und ihr Missmut über ihr Schicksal war vernehmbar.

Auf der anderen Seite war ihre Parabel zum nicht zu klauenden Museumsstück herrlich, suggerierte sie doch, dass sie durchaus ihrer Leidenschaft, etwas zu stehlen, frönen wollte. Es sage mal einer, sie wäre keine diebische, kleine Elster.

„Ja, ich weiß, du hast es zu schwer, Liebes…“, klang seine Stimme absolut nicht verständnisvoll und so schnaubte sie nur schon wieder. „… und zu Rufus: Du bist halt auffällig! Und das andere, du bist eine Malfoy!“, entgegnete Vater kompromisslos, dabei enthielt seine Aussage die Botschaft, die so ungefähr lautete wie: du bist eine Malfoy, da musst du nun durch!

„Jaaaa, erinnere mich daran!“, ätzte sie höhnisch. „Was Rufus angeht… auffällig bin ich heute auch nur, weil ich wieder als Abraxina durch die Gegend rennen muss!“, zickte sie hörbar herum, aber zu meiner großen Verwunderung ließ Vater ihr dies großmütig durchgehen und schien eher mildtätig amüsiert als verärgert.

„Du scheinst heute etwas unausgeglichen zu sein, was beschäftigt dich?“, forderte er eher interessiert, aber auch sehr intim zu erfahren und überraschte mich noch mehr. Sie waren so völlig anders, wenn sie sich alleine und unbeobachtet wähnten. Der Stein, der sich in meinem Magen bildete, wog immer schwerer in mir.

„Ohhhh, sind wir nun bei der Wahrheit angelangt?“, fragte sie provokant. „Ich dachte, die Gesellschaft darf deiner nicht beraubt werden!“, zeigte sich Hermione gewohnt geschickt und es raschelte erneut.

„Das ist deiner unwürdig, Liebes! Du willst ablenken…“, tadelte Vater mit einem ungewohnt tiefen Timbre in der Stimme und ich vernahm leise Schritte, die ihr zu folgen schienen.

„Was mich beschäftigt, Lucius?“, fragte sie eindringlich. „Na gut, dann halt so! Ich frage mich nun schon seit Stunden, was du von MIR fordern wirst, weil du IHR geholfen hast!“, rückte Hermione mit der Sprache raus und man hörte eine gewisse Verbitterung in ihrem Ton, der mir durch und durch ging.

Da blieb es kurz absolut still im Raum nebenan und ich konnte nur ihren erregten Atem vernehmen, als sie ihm sehr offen seine Raffgier vorwarf.

„Wie kommst du darauf? Draco hat bezahlt!“, erwiderte er nun überraschend kühl.

„Ja, genau, das hat er, aber ich bin mir sicher, damit lässt du es nicht auf sich beruhen. Ich bin nicht von gestern, Lucius… auch wenn ich mich frage, wofür Draco diesen Freifahrtsschein von dir bekommen hat“, fuhr sie hemmungslos offen fort und ich ballte die Hände zu Fäusten, denn sie musste vorsichtig sein, Vater könnte sich von ihr sehr angegriffen fühlen.

„Gespräche zwischen Vater und Sohn!“, raunte er seidig zurück und ich spannte mich an. Jetzt war ich gespannt, ob Vater sich an unsere Vereinbarung hielt und nichts von mir und Wena verraten würde.

„So was könnt ihr führen? Ich bin sprachlos beeindruckt!“, kam es sehr sarkastisch von Hermione. „Aber mal ehrlich, Lucius, was auch immer bei den Veela passierte, war nicht schön für Draco!“

„Bist du dir da sooo sicher?“, zweifelte er doppeldeutig.

„Ich bin mir sogar sehr sicher, zu wissen, dass es dir zum Beispiel dort gefallen hat!“, lachte sie heiser auf und schüttete ihren Spott über ihm aus, nur zu meiner Verwunderung stieg er in ihr Lachen mit ein.

„Eine denkwürdige Zeit!“, bekannte er rau.

„Das glaub ich dir sogar aufs Wort… nur ist Draco nicht du!“, verkündete sie eindringlich.

„Wohl wahr… er ist nicht ich…“, begann er langsam und kam nicht weit.

„Eben und deshalb meine Frage von vorhin, von der du geschickt abzulenken versuchst. Was verlangst du von mir? Diese beiden gehören nicht nur zu Draco, sondern auch zu mir!“, lenkte sie ihn geschickt zurück.

„Du magst sie?“, fragte er da plötzlich mit Nachsicht und meine Augen gingen weit auf. Dieses Gespräch, wie sie es führten, war für mich mehr als merkwürdig.

„Mögen? Pfff… ich finde sie nicht schlimm!“, schränkte sie mit Entschlossenheit ein und ich, der ich sie mit Astoria und anderen erlebte, konnte das bestätigen. Hermione war weit davon entfernt, sie eine Freundin zu nennen, aber sie konnte sie ertragen, was bei ihr schon viel bedeutete. Hier log sie nicht einmal.

„Hahaha…“, lachte er dunkel auf. „Mehr wird man von dir nicht bekommen, oder?“

„Das sagt der Richtige! Also, damit dieser unselige Abend weitergehen kann, sagst du mir nun, was du von mir willst, damit ich weiß, worauf ich mich einzustellen habe!“, kam es sehr fordernd von ihr und ich konnte mir bildlich vorstellen, wie sie ihn herausfordernd mit ihren dunkelbraunen Augen anfunkelte. „Denn auch wenn Draco diese Carte Blanche gezückt hat… denke ich nicht, dass es damit getan ist… ich kenne dich!“, raunte sie provozierend.

Da zog mir seine nächste Aussage den Boden unter den Füßen weg und mir schwindelte kurz wegen der Ungeheuerlichkeit, die sich mir hier offenbarte.

Ich musste mich an der mit Seidentapete verkleideten Wand anlehnen, um nicht zu fallen, denn noch immer hallte sein einziges, mit Überzeugung und Ernsthaftigkeit ausgesprochenes Wort in meinem Schädel wie eine verdammte Drohung wider:

„Nichts!“

Dracos Sicht Ende

Hermiones Sicht

„Nichts!“

Dieses aussagekräftige und vor allem überzeugend vorgebrachte Wort hallte tief in mir nach. Das sagte er einfach so unglaublich lässig, ganz schlicht, aber doch auch so gewichtig!

Ich kämpfte eisern damit, dass mir meine Maske nicht verrutschte, denn natürlich stand er mal wieder viel zu nah vor mir, blickte mir mit seinen sturmgrauen Augen intensiv in meine und der Unglaube schien mir regelrecht ins Antlitz geschrieben zu sein, denn er schenkte mir ein überhebliches und sehr zufriedenes, aber auch maliziöses Lächeln, wie nur er es konnte.

Schließlich hielt ich es nicht mehr aus und meine Lippen öffneten sich leicht zu einem erstaunten Keuchen, weil er seine Mauer so weit senkte, dass ich erkennen konnte, dass er diese Aussage tatsächlich aufrichtig und ernst meinte.

Lucius Malfoy wollte nichts von mir für seine Hilfe! Das war nicht vorstellbar!

„Wer bist du und wo ist Lucius Malfoy?“, fragte ich todernst und war versucht, mein Gegenüber mit meinem Zauberstab zu bedrohen, während sich meine Züge verhärteten, da mein Misstrauen ins Unermessliche wuchs.

„So schwer zu glauben? Mhm…“, wisperte er seidig und schmunzelte irgendwie traurig auf mich nieder, wenn ich ihm so eine bewegte Gefühlsregung zugestehen würde und so antwortete ich nicht.

„Dracos Freikarte, wie du es nennst, reicht… nur sei dir sicher, Zabini und die kleine Greengrass werde ich nicht vergessen lassen, was ich für sie getan habe! Aber ihr zwei, ihr seid wirklich und wahrhaftig aus dem Schneider! Glaubst du dann, dass ich es bin?“, raunte er zum Schluss hin mehr als samtig und strich mir lasziv über die nackten Schultern, worauf mich eine sichtbare Gänsehaut überlief.

„Schwerlich…“, bekannte ich heiser, aber sein letzter Zusatz machte es mir leichter, zu glauben, dass er wirklich er selbst war, wenngleich diese ausbleibende Forderung mich verwirrte. So zuckte aber doch ein erleichtertes Lächeln an meinen Mundwinkeln, da ich doch nicht gegen einen unter Vielsafttrank stehenden Lucius Malfoy hatte kämpfen müssen. „Lass uns etwas anderes in den Fokus nehmen!“, bat er ungewohnt involviert, dabei blickte ich ihn mit großen Augen an.

„Was?“, hauchte ich abgelenkt.

„Na dich, lass mich dir ein Kompliment aussprechen. Diese Robe de Soirée passt perfekt zu deinem weißblonden, hochgesteckten Haar und das Blau steht dir süperb!“, schmeichelte er gewohnt galant und lobte meine Aufmachung in charmanter Weise, darauf winkte ich mit einer wegwerfenden Geste ab.

http://www.edressit.com/fr/edressit-2013-nouveautes-agreable-bleu-fonce-robe-de-soiree-robe-mere-de-mariee-26133505-_p2476.html

Das Kleid war wirklich ein Traum, auch wenn es nicht ganz Lucius‘ Bekleidungsvorschriften entsprach, weil es die Schultern frei ließ, musste ich es einfach tragen. Ich hatte sowieso beschlossen, auf diese weniger zu achten und mehr das zu tun, was ich wollte. Außerdem war dieses Kleid ja trotz allem recht züchtig und eher sehr erwachsen elegant, als dass es zu einer jungen Frau wirklich passte, aber es gefiel mir einfach zu gut.

Der obere Teil des Kleides, der Brustbereich, war aus schwarzer Spitze, die mit silbrigem Stoff unterlegt war. Die Schultern blieben gänzlich unbedeckt, lediglich um die Arme schmiegte sich eng die dünne Spitze und gab den Blick auf meine Haut frei. Unterhalb der Brust begann ein langer, fließend und leicht fallender, dunkelblauer Rock aus mehreren Lagen Chiffon. Unter der Brust befand sich ein breites Band aus dem blauen Chiffon, welches mit einer silbernen Applikation in Form einer Blüte verziert war und dessen Enden lang und flatternd auf den langen Rock fielen.

„Du willst mir nur meine Verwandlung schön reden!“, wiegelte ich resolut ab und betrachtete ihn in dem dunkelgrauen Brokatgewand mit Weste und Gehrock, welches ihm vorzüglich stand. „Und ja, ich kann französisch… du hast auch einen prächtigen Habit de Soirée vorzuweisen!“, schnaubte ich etwas abfällig zum Schluss, worauf er sich schon wieder zu etwas Ungewohntem hinreißen ließ, denn er lachte leise, aber aufrichtig, ein Ton, der mich völlig durchdrang. .

„Hahaha… deine Aussage könnte als Doppeldeutigkeit durchgehen, das ist dir bewusst? Ich finde es schön, dass du „französisch“ kannst…“, reizte er, während ich die Augen verdrehte.

Zweideutigkeiten, wohin das Auge reichte, dabei schien er es zu bedauern, dass ich eine Hochsteckfrisur trug und meine Haare glatt waren, denn er hatte anscheinend aus Gewohnheit mit einer meiner Locken spielen wollen. Seine Hand fuhr stattdessen zu einem meiner langen, weißgoldenen, diamantbesetzten Ohrringe, um sich mit diesem zu Vergnügen und ich versuchte, nicht vor seiner Berührung zurückzuschrecken. „Schön, dass du dich einmal am Schmuck bedient hast!“, hauchte er verführerisch, seine andere Hand glitt währenddessen zu der Brosche, die ich über meiner Hüfte am hohen Bund des Kleides, unterhalb der Spitze befestigt hatte.

„Ich dachte, du wünscht deine Besucher zu beeindrucken!“, räumte ich geschäftig ein und stand sehr starr und unbewegt da.

„Mhm… Mrs. Thicknesse frisst den Schmuck mit ihren Augen auf!“, stimmte er mir dunkel zu und meine Lider flatterten leicht, als er mich mal wieder zu sanft berührte und sein Augenmerk durchgängig auf mir lag. Mich überliefen heiße und kalte Schauer.

Schrecklich, dass Lucius eine derartige Anziehung auf mich ausübte, aber ich war zu stur, als dass ich mich dieser knisternden Atmosphäre hingeben würde und ich wusste, eine, irgendeine Reaktion von einem von uns beiden würde dazu führen, dass wir uns wieder küssten und das wäre gefährlich.

„Ich komm mir vor, wie in einen schlechten Jane Austen Roman… stehengeblieben im letzten Jahrhundert!“, versuchte ich eine gewisse Leichtigkeit in die angespannte Atmosphäre zu bringen und zog alles ins Lächerliche.

Dabei entging mir nicht, dass meine Stimme ganz heiser geworden war, Lucius bemerkte es natürlich ebenso, somit blickte er mir nur weiter inbrünstig in die Augen, näherte sich mir beständig und mein Herz schlug hart gegen meine Brust, aber nun, nachdem auch Draco wieder da war, war es so schrecklich falsch, einfach ganz und gar falsch, so absolut falsch, dass ich den Atem abrupt ausstoßend den Kopf abwandte und eilig zur Seite drehte.

So lag mein langer, geschwungener Hals frei. Ich vernahm ein sehr leises Seufzen von ihm, denn natürlich verstand er, was ich damit aussagte, nämlich dass ich ihn nicht küssen wollte, dass ich ihn abwies und ich war dankbar, dass er mich nicht dazu zwang, zumindest bis jetzt nicht, denn seine Finger, die sich von dem langen Ohrgehänge lösten, um mit den Fingerspitzen zart über meine Haut zu tanzen, ließen sich nicht aufhalten. Er fuhr sinnlich, liebkosend, leicht den Schwung meines Halses nach und ließ sie dann über mein Schlüsselbein gleiten, womit er mir eine permanente Gänsehaut bescherte.

„Komm, bald wird das Souper serviert“, wisperte er nah an meinem Ohr und sein Atem strich über meine Haut und sandte ein leichtes Zittern durch mich. Fast automatisch zuckte ich leicht zusammen, denn weil ich nur noch seiner Berührung nachgefühlt hatte, war ich überrascht, dass er mich auch jetzt so einfach entkommen lassen wollte.

Es betäubte mich noch immer die Erkenntnis, dass er nichts von mir forderte, nicht mal einen Kuss, wobei er es hätte tun können, aber er verzichtete großmütig nach meiner Weigerung und ich wusste nicht, was mir mehr Angst machen sollte!

So fasste er galant meine Hand, hauchte mir dort einen sanften Kuss auf die Haut und führte mich wieder ganz der aufmerksame Gentleman aus dem Salon, zurück zu der illustren Runde, die es zu unterhalten galt.

In der Gesellschaft ertrug ich mein Leid tapfer. Gerade saß ich auf einem unbequemen, aber schönen Sofa, vor einer Harfe, deren Saiten magisch gezupft wurden und war gewillt unprätentiös einzuschlafen, als ich plötzlich einen durchdringenden Blick auf mir spürte. Ich weigerte mich aber stur, mich umzudrehen, denn gerade lächelte ich künstlich zu meinem Nachbarn, versuchte aber in einen Spiegel auf der Seite zu spähen, um auszumachen, wer mich hier so genau im Blick hielt.

„Sagen Sie, meine Gute, was denken Sie darüber, dass Snape Schulleiter von Hogwarts wird?“, fragte mich soeben eine dieser Tratschtanten, die mich in ihrer Aufmachung an Fudges Frau erinnerte, vergnügungssüchtig.

„Die armen Kinder!“, versuchte ich nicht zu ehrlich rüberzukommen und erntete konsternierte Blicke, denn ich hatte meine Aussage bitterernst gemeint. Ich wünschte niemandem Severus als Schulleiter auf den Hals, zumindest nicht, wenn man nicht gegen ihn aufbegehren konnte.

„Nichts da, endlich jemand, der eines Slytherins würdig mit harter Hand durchgreift, nicht so wie dieser lachhafte, alte Opa!“, echauffierte sich Pansys Mutter, Mrs. Parkinson, sichtlich schrill und bescherte mir fast einen Tinnitus.

„Oh, Professor Dumbledore war wahrlich eigenwillig, aber ich denke, Snape ist nicht wirklich gesellschaftsfähig… er erscheint immer so schweigsam und missgelaunt!“, wisperte die uralte, ehemalige Zaubereiministerin Millicent Bagnold, die diesen Posten während der ersten Herrschaft des Dark Lords innegehabt hatte und erst 1990 zurückgetreten war, um Cornelius Fudge den Ministerposten zu überlassen.

„Ihm fehlt nur die richtige Frau an seiner Seite!“, schaltete sich die geschwätzige Mafalda Hopfkirch, die Harry damals vor langer Zeit wegen Minderjährigenzauberei abgemahnt hatte, gewichtig ein.

Sie war im Büro für Missbrauch der Zauberei tätig und eine sehr gewissenhafte Person. Aber bei dieser trockenen Aussage über Severus‘ Familienstand verschluckte ich mich fast an meinem blubbernden Roséchampagner und war gewillt, in ein hysterisches Lachen auszubrechen.

Jetzt wollten sie Severus verkuppeln, wenn ich ihm das am besten im Bett erzählte, wollte ich seinen ausgelebten Zorn erleben. Die Vorstellung, diesen blasierten Damen jetzt zu offenbaren, dass er es seit über einem Jahr mit mir, seiner Schülerin, trieb, kam mir wahrlich verlockend vor, nur um ihre dummen Gesichter zu sehen.

Schließlich durfte man in Wunschträumen schwelgen! Einige Ohnmachten rechnete ich fest mit ein, das wäre unterhaltsam, aber nicht das hier, was ich hier seit qualvollen Stunden mitmachen musste!

Immer winken und lächeln, denn du kannst sie nicht alle töten! Das hielt ich mir gerade stur vor Augen. Entweder bekam mir der Alkohol nicht, oder aber die Gesellschaft, denn ich war kurz davor, auszurasten und wünschte mich inbrünstig zu meinem Trupp. Okay, jetzt bekam ich selbst Angst vor mir und meinen falschen, verschobenen Prioritäten.

„Dürfte ich zum Souper bitten?“, ließ Lucius an der Flügeltür seine Stimme gewohnt souverän und autoritär erklingen und alles erhob sich geziemend.

Jeder Gentleman schnappte sich eine Tischdame und als dieser Pius mit vorfreudigem Grinsen auf mich zusteuerte, sah ich zu, genau in die andere Richtung zu entschwinden. Es war ein Slalomlauf, doch ich bemerkte mit Schrecken den neugierigen Rufus, der ebenfalls mit einem dümmlichen Grinsen meinen Weg kreuzte und so drehte ich auch hier gespielt unschuldig, rasant ab und wünschte mir alles herbei, selbst Scabior oder Fenrir hätte ich jetzt vorgezogen, oder auch Rodolphus errang gerade unvorstellbare Höchstpunkte auf meiner inneren Skala, jeder wäre mir lieber als die Auswahl hier.

„Draco!“, rief ich erleichtert aus, als ich mein Glück kaum fassen konnte und auf ihn zueilte. Er sah fantastisch aus und grinste mich verwegen an, dabei pustete er eine Strähne seines kürzeren, blonden Haares frech aus der Stirn.

„Ohhh, Abraxina, dürfte ich bitten!“, schob sich Lucius geschickt in mein Blickfeld und hielt mir seinen Arm auffordernd, aber galant hin und ich blinzelte und stoppte abrupt, denn eigentlich hätte er Mrs. Scrimgeour, oder Madame Bagnold zu Tisch bitten müssen, wenn man die Rangfolge betrachtete und nicht mich. Diesen Bruch der Regeln und mein Unverständnis darüber, ließ ich auch aus meinem Blick sprechen, denn er verstieß hier eindeutig gegen die Gepflogenheiten und er schien zu erahnen, was ich dachte.

„Draco wird Madame Bagnold geleiten!“, verkündete er so laut, dass Draco sich nur brav fügen konnte, auch wenn sein Kinn sehr scharf gezeichnet hervortrat.

„Natürlich!“, verwendete ich Lucius gegenüber leise das Wort, das ich zu hassen lernte.

Okay, der Saal war himmlisch, das Essen war köstlich, die Runde relativ klein mit gut 17 Leuten, also überschaubar, nicht so wie das orientalische Gartenfest, wo sicher hundert Menschen das Manor bevölkert hatten. Lucius als Gastgeber zu beobachten war herrlich, nur dass ich Draco fast nicht ausmachen konnte, da er am anderen Ende thronte, war ärgerlich.

Wobei wir neben Percy die Jüngsten hier Anwesenden waren und den Schnitt erschreckend senkten, somit konnte man sich vorstellen, dass die Gespräche nicht wirklich spannend waren.

Das Essen ging schneller vorüber als erwartet und Lucius war der perfekte Gastgeber und ein stets bemühter und aufmerksamer Tischnachbar. Schließlich fand ich mich auch schon im Spielsalon wieder, in dem verteilt mehrere Tische aufgestellt waren, welche die unterschiedlichsten Varianten des Amüsements darboten.

Ich war beim Pharo gelandet und ich hätte diese Ruhe mehr genossen, wenn ich auch nur im Ansatz geahnt hätte, wie es bald wieder für mich aussehen würde.

Aber so war ich einfach nur schrecklich ahnungslos, tierisch genervt von den gaffenden Männern und langweilte mich wegen der schnatternden Frauen.

„Wollen Sie Paroli bieten?“, fragte Pius soeben zu vertraulich, zu doppeldeutig und mit einem bescheuerten Zwinkern und meine heute blauen Augen verengten sich.

Oh, was für ein unsäglicher Idiot, ich würde ihm gleich was ganz anderes bieten. Meine Hand zuckte vorfreudig mit dem Kartenblatt in der Hand.

„Sept et le va!“, knirschten fast meine Zähne, als ich es bot und ich blieb währenddessen ganz ruhig, selbst als ich wieder gewann. Zu meiner inneren Freude, wanderte nun der Pot mit den golden glänzenden Galleonen, der auf das Siebenfache meines ursprünglichen Einsatzes angewachsenen war, zu mir.

„Sie gehen wirklich aufs Ganze! Gewagt… das mag ich, wagen Sie weiter!“, kokettierte er schmierig und grinste mich wohl versucht lasziv an. In meiner Faust juckte es mich, ihm ins Gesicht zu schlagen.

Ich war wagemutig, aber seltendämlich war ich nicht. Den nächsten Parolischritt, das Fünfzehnfache zu erwarten, würde ich nicht gehen, denn diesen zu gewinnen waren die Chancen mehr als gering. Dieser Mann zehrte an meinen Nerven.

„Oh, das denke ich nicht, die Dame möchte gerne mit mir an die Luft!“, kam Draco charmant und rettend zum rechten Zeitpunkt daher, stellte sich neben mich und nahm selbstherrlich meine Hand, küsste sie korrekt gespielt, während er mich mit einer grazilen Bewegung hochzog.

„Sie sehen, ich muss mich verabschieden! Die Damen, die Herren!“, entfernte ich mich mit flatterndem Kleid an Dracos Arm von meinem Tisch, nur zu gerne, dabei fiel mir Lucius‘ Blick vom anderen Ende des Saales auf. Ihm gefiel es anscheinend gar nicht, dass wir den Raum verließen, aber da er zu weit weg war um uns aufzuhalten, konnten wir ungehindert durch die offenen Fenstertüren auf die Terrasse hinaus treten.

„Danke!“, wisperte ich erleichtert und atmete tief die erfrischende, kühle Nachtluft ein.

„Bitte, ich denke, weder der Lord noch Vater wären froh, wenn Pius zu früh sterben würde!“, gab Draco leise zu bedenken, dabei hörte ich sein amüsiertes Schmunzeln regelrecht in seiner Tonlage, denn er hatte sehr wohl erkannt, wie sehr der Typ an meiner Beherrschung rüttelte.

„Witzig! Wie war´s im Cottage?“, forschte ich seine Ironie übergehend nach, während wir alle anderen hinter uns ließen.

„Laut! Sie freuen sich alle und versprechen großspurig, dass nichts mehr passieren wird, bis das Nächste passiert!“, prophezeite er wenig erfreut, aber realistisch und gedanklich stimmte ich ihm aus vollem Herzen zu, denn das war eine Chaostruppe ohne Ende!

„Wie war der Abend, bis ich kam?“, fragte er nun nonchalant, aber mir kam es vor, als läge eine gewisse nicht zu benennenden Schärfe in seiner Frage, die mich konzentriert aufhorchen ließ. Ich wandte den Blick nicht von dem Park ab, der, nur vom Mondlicht beschienen, herrlich aussah.

Die weißen und violetten Pfauen stolzierten wie die Herrscher über diese Pracht über die Rasenflächen und verbreiteten den Geschmack von Dekadenz in Hülle und Fülle.

„Nicht… besonders!“, wiegelte ich betont lässig ab und versuchte, die Episode in einem der privaten Salons zu verdrängen, als mich Lucius in einer kurzen Pause entführt hatte. Denn mir war nur zu gegenwärtig, wie knapp ich Lucius mal wieder entkommen war, aber warum Draco damit belasten?

„Machst du dir da nichts vor?“, fragte Draco zweifelnd und ich stoppte kurz abrupt, dabei raschelte mein Kleid um mich herum.

„Vielleicht? Draco, was meinst du wirklich, hast du mir was zu sagen?“, forderte ich von einem unbestimmten Gefühl getrieben, dass mehr hinter seiner Frage stand, denn ich kam mir wie beim Katz-und Maus Spiel vor.

„Ich weiß nicht, sag du es mir! Was hat Lucius getan?“, präzisierte er seine Frage und ich runzelte die Stirn, da mir Lucius‘ Entgegenkommen wieder klar vor Augen stand, als er betonte, dass er nichts von mir fordern würde. Ich schluckte und leckte mir über die trockenen Lippen.

„Nichts!“, hauchte ich rau, denn dies enthielt irgendwie so viel mehr, als wenn ich mehr zu sagen hätte. „Nichts…, es ist wie immer…“, gestand ich lügend, mit starrem Blick, wobei dieser weiterhin in den schönen Park gerichtet war und ich verfolgte, wie ein weißer Pfau gerade königlich, eitel sein Rad schlug.

„Wie immer also… aha…“, stieß Draco irgendwie betroffen aus. Mein Augenmerk ruckte sofort zu ihm, aber da beugte er sich schon zu mir und hauchte mir einen sanften Kuss auf die gefurchte Stirn, bevor er mich weiter dirigierte und der Abend seinen weiteren Lauf nahm.

Hermiones Sicht Ende

Severus Sicht

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