When Hermione Fights
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 Kapitel 98-100

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queenie
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Kapitel 98-100 Empty
BeitragThema: Kapitel 98-100   Kapitel 98-100 EmptyDo Feb 09, 2012 2:47 am

Sehr dunkle Magie!


Ich hatte mir eine Stunde nach dieser neuen Katastrophe genommen um wieder zu mir zu finden und lümmelte noch immer in dem Gartenstuhl.

Ich brauchte diese Entspannung, ich musste meine innere Ruhe und mein Gleichgewicht wiederfinden, schielte unsicher auf das Gartenhäuschen und nippte an meinem Eistee, da ich nach dem Schock etwas Süßes gebraucht hatte.

Unglaublich, aber war, ich hatte für Snape wieder die Hure gegeben, lasst uns ehrlich sein und das war ich ja immer zu mir, ich hatte mir mit dem Kuss und der körperlichen Nähe Zeit erkauft. Ich hatte wieder mich und meinen Körper eingesetzt, um bei Snape weiterzukommen, was war ich doch für eine Schlampe, meldete sich mein Gewissen?

Ich setzte wohl alle Mittel ein um meinen Willen zu bekommen. Was wohl Draco dazu sagen würde, ob Snape es ihm erzählte?

Gierig trank ich die kühle Flüssigkeit und spürte, wie sie meine ausgedörrte Kehle hinab rann und diese schön kühlte, an diesem sommerlichen Nachmittag, an dem ich alles verlieren sollte und der gleich sehr dunkel werden würde. Ich schloss seufzend die Augen und schüttelte über mich selbst schockiert den Kopf. Ich war über mich selbst ratlos, dass ich es so selbstverständlich getan hatte… obwohl er mich seit jener Nacht, nicht auch nur einmal nett berührt hatte, jedes Mal war es eher ein brutaler Stoß gewesen, der mich irgendwo hin befördert hatte und so einen Mann küsste ich innig und fühlte mich noch nicht mal abgestoßen. Ich ließ den Kopf in meinen Nacken fallen, oh Göttin.

Schon so bald sollte ich ins Manor und Lucius gegenübertreten, daran wollte ich gar nicht denken, was erwarteten oder erhofften Draco und Snape sich davon, mich ihm auf dem Silbertablett zu servieren?

Keine Ahnung und ich würde wahrscheinlich nur Kopfschmerzen bekommen, wenn ich versuchte, ihre Gedankengänge nachzuvollziehen, ich sollte das auf mich zukommen lassen, nur eins wusste ich felsenfest, schön würde es nicht für mich werden… oh ja, ganz bestimmt nicht!

Snape hatte mir gezeigt, dass ich bald auch den Fidelius auf das Haus sprechen sollte, er hatte gewusst, solange er mich berührte, konnte er, trotz des Blutschutzes, auch ohne meine Einladung das Haus betreten. Es war wirklich zu ärgerlich, aber leider war es mir zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich, dies zu tun, da es mir zu viel Kraft abverlangen würde, es würde mich zu sehr schwächen und ich brauchte jedes Quäntchen meiner magischen Reserven, für das Kommende.

Die Flüche, die ich heute schon verwendet hatte, waren auch nicht ohne gewesen, aber wer hatte gesagt, es wäre leicht? Nun gut, ich sollte in die Gänge kommen, genug ausgeruht!

Ich konnte wirklich sehr froh sein, dass Snape wieder abgezogen war und nun hieß es, Beine zusammen und Brust raus, der Tag war noch lang und die Nacht noch länger, mein Schauspiel musste perfekt sein. Die Masken mussten sitzen, aber so was von!

So stand ich entschlossen auf, ich war schließlich kein Kleinkind, das heulend in einer Ecke saß und schritt resolut und wild entschlossen auf die Tür des Gartenhäuschens zu.

Als ich die Tür öffnete und bestimmt eintrat, überzog mich, dank der Kälte, die hier herrschte, eine eisige Gänsehaut, ich konnte mitverfolgen, wie mein heißer Atem sichtbar in kleinen weißen Wölkchen vor mir aufstieg, brrrrr… Die Knospen meiner Brüste verhärteten sich und eine unbestimmte Erregung über das Kommende ergriff von mir Besitz, aber ich schluckte den Kloß des Unwohlseins entschlossen hinunter, das musste jetzt sein, Aus, Ende, Amen!

Ich konnte meine Unsicherheit über das ungewisse Kommende fühlen, aber ich verbot es mir, darauf einzugehen und versuchte, das Zittern zu unterdrücken.

Und so bückte ich mich zu meinem Diebesgut und schlug die Plastikplane gleichgültig bis zur Brust der beiden leblosen Männer zurück und blickte auf die Toten, sie hatten sich nicht verändert, was gut war, sehr gut, sie waren noch genauso mausetot, wie gestern!

Ich sank vor dem Drogenopfer auf die Knie. Ich konnte nicht sein verseuchtes Blut im Körper belassen und so sprach ich über seinen Leib einen Zauber, fuhr dabei mit meinem Stab über seinem gesamten Körper auf und ab und intonierte hier ein schwieriges Reinigungsritual, das die Schadstoffe aus dem Blut waschen sollte. Purgatio de Saguis, was so viel hieß wie Reinigung des Blutes.

Ich fühlte, wie die schwarze Magie gierig nach mir griff und sich der Schweiß auf meiner Oberlippe sammelte, trotz der hier herrschenden Eiseskälte, als ich die Schadstoffe absorbierte, sie aus seinem unreinen Blut wusch, es war als würde man in eine Trance versinken.

Puh… plumpste ich nach hinten auf meinen Po, als sich die Verbindung unterbrach, da es nichts mehr zu reinigen gab und holte erstmals schnappend Luft.

Uff… war das anstrengend, hätte ich nicht gedacht, warum war es so einfach, den Geist einer Person zu beherrschen, aber so aufwendig, das Blut eines Menschen zu reinigen? Vielleicht sollte ich darüber mal eine Abhandlung verfassen, wenn dieser ganze scheiß Krieg vorbei war!

Zurück zur Sache, ich rappelte mich noch leicht atemlos auf und krabbelte zu dem Junkie, starrte kurz angeekelt auf sein vor mir liegendes, totenbleiches Gesicht und konnte beobachten, wie meine Hände zu seinem Antlitz wanderten, zielstrebig seinen Mund ansteuerten und ich versuchte, die von der Totenstarre kalten und fast unbeweglichen Lippen zu teilen.

Wähhh… die Haut fühlte sich so elastisch und eisigkalt an, nicht angenehm unter meinen lebenden, warmen Fingern, ich kämpfte schwer darum, die Lippen zu teilen, was Aufgrund der Gegebenheiten, da er tot war, echt nicht leicht war. Und so begnügte ich mich damit, leicht angeekelt von mir selbst, seine leblosen Lippen schwer mit meinen Fingern zu öffnen und ihm die Phiole mit dem Blut meiner Mutter einzuflößen. Er musste es nicht schlucken, es musste nur langsam seine Kehle herablaufen und als ich dies geschafft hatte, schnaufte ich glücklich auf. War nicht schön, einem Toten was einzuflößen, aber es lief wie am Schnürchen und so wandte ich mich mit einem grausigen Lächeln Nr. 2 zu.

Bei ihm genügte ein Lautus und mit einem Recuro heilte und reinigte ich seine Strangulationsmale auf ewig. Danach begann derselbe Akt, mit dem Blut meines Vaters, wie bei dem Junkie und auch hier schaffte ich es, mit einem großen, körperlichen Einsatz von mir, ihm das Blut einzuflößen. Ich konnte mich gerade noch davon abhalten, mir durch das verschwitzte Gesicht zu wischen und schalt mich selbst, dass ich mich bestimmt nicht berühren würde, solange ich nicht meine Hände gewaschen hatte.

Ich patschte gerade an zwei Tage alten Leichen herum, igitt, da würde ich mich nicht anfassen.

Aber ich war ja noch lange nicht fertig, ich erhob mich keuchend und stellte mich in die Mitte des Betonbodens ,holte tief Luft, besann mich und zückte meinen Zauberstab, nun begann das richtige, das echte Ritual und zeichnete ein magisches Pentagramm.

Die Konturen des fünfzackigen Sterns brannten sich zischend in den Beton und leuchteten feuerrot auf. Ich positionierte eine Leiche im Süden, die andere im Norden, bevor ich nochmal schluckte und die spannungsgeladene Atmosphäre selbst kaum noch aushielt, das wäre nun eine lebensweisende Entscheidung, niemand ging leichtfertig diesen Weg, den ich hier wählte!

Es war soweit, das finstere und böse Unterfangen begann.

Ich schloss hochkonzentriert die Augen und versuchte, alle Gefühle, die mir ein schlechtes Gewissen machen konnten, grob zu unterdrücken und erstickte meine innere, mich anflehende Stimme, es mir noch einmal zu überlegen, im Keim, es gab kein Zurück mehr und ich fing stoisch an, den ellenlangen Zauber zu rezitieren. Ich repetierte den von mir auswendig gelernten Zauber, intonierte die Beschwörung und schwang meinen Stab in den vorgesehen, beschwörenden, rhythmischen Bewegungen. Ich fühlte, wie meine pulsierende Magie aus mir floss, kein angenehmes Gefühl.

Dieser stetige Fluss, es war als würde ich einen Teil von mir verlieren und sich dieser in dem kleinen Raum stauen. Ich fühlte, dass mir aus jeder Pore der Schweiß lief, da ich so gebannt und gefesselt bei der Sache war. Ich presste fest die alten, gälischen Worte aus meinem Mund und zischte sie nun fast lethargisch, da es immer anstrengender wurde, den Zauber aufrechtzuerhalten und ich nicht mehr so tief Luft holen konnte, als würde die angestaute Magie im Raum sich schwer auf meine Lungen legen und mir die Luft aus meiner Brust pressen.

Aber ich durfte jetzt nicht abbrechen, das hätte fatale Folgen, einen schwarzmagischen Ritus abzubrechen würde fürchterliche, unabsehbare Nachwirkungen haben, man spielte nicht mit der dunklen Magie. Wenn man ihr nicht gewachsen war und sie nicht beherrschte, dann zahlte man einen Preis und wenn man dann Glück hatte, zahlte man nur mit dem Leben und so presste ich fest die Zähne zusammen, bis es knirschte und gab nicht auf. Mein Leib zitterte und bebte unter der Anstrengung, aber ich hielt stand und machte stur weiter.

Ich fühlte, wie mir zum Ende hin leicht schwindelte, als ich am Rande meines Bewusstseins wahrnahm, wie die bis zum Bersten aufgestaute Magie wie ein kleiner Lufthauch in der Hütte in Bewegung geriet und kühl über mein verschwitztes Gesicht strich und dann zuckte ich doch leicht, als es Zeit wurde, den Dolch zu ziehen, was ich ohne Zögern tat und schnitt auch mir, wie in der Nacht bei meinen Eltern, über die Hand und verspürte keinen Schmerz. Das tat ich zu oft, ich beobachtete, wie mein roter Lebenssaft frisch aus meiner Wunde trat und verteilte ihn großzügig, indem ich mit der blutenden Hand durch die Luft wedelte und einzelne Tropfen durch die Gegend flogen und auf den Leichen und dem Pentagramm landeten. Es war, als wäre mein Blut Säure, da es laut zischend versickerte, wo es aufkam.

Wie gebannt verfolgte ich dieses Schauspiel. Dann riss ich mich zusammen und sprach noch den letzten Teil der rituellen Beschwörung, auf dass mein Werk vollbracht wäre:

„Inferius!“, rief ich inbrünstig, kaum waren meine so schicksalhaften Worte verklungen, konnte ich ein furchtsames Zusammenzucken nicht unterdrücken, da sich aus meinem Stab ein nachtschwarzer Strahl löste und sich auf einmal ein wabernder, tiefschwarzer Nebel in der Hütte ausbreitete und alles verschluckte.

Es war finster, als sich die Plastikplanen plötzlich raschelnd und knisternd zu rühren begannen, wie ich aus der Schwärze vernehmen konnte. Oh Göttin, war das unheimlich, ich sah die Hand kaum vor Augen und erschauerte vor Unbehagen, ich wusste, wer die Geräusche von sich gab… und so sprach ich eilig und sehr atemlos einen Zauber, der den schwarzen Rauch wirkungsvoll vertrieb.

Ich stellte mich der nun vor mir stehenden Wahrheit und blickte auf die noch am Boden liegenden Inferi, meine Schöpfungen.

Die Augen der toten Männer klappten wie auf Kommando auf und sahen erschreckend kalt und so nichts sehend durch die Gegend, als sie auch schon anfingen, mit beängstigenden, abgehackten Bewegungen auf die Füße zu kommen. Es war wie in einem dieser schrecklichen Horrorfilme, in denen Zombies rumliefen, nur dass ich mit den beiden Untoten zusammen in einer kleinen Gartenhütte stand, aber ich beobachtete all dies, mit einer gewissen makaberen Faszination, konnte mich von dem grotesken Schauspiel gar nicht lösen, als sie ihre Gliedmaßen so steif und ungelenk bewegten. Fehlte nur noch, dass ihr Mund hungrig aufklappte, während sie so drohend auf mich zumarschierten, es wirkte abstrus, dachte ich ironisch und musste die Lippen fest zusammenbeißen, um nicht laut und hysterisch zu lachen.

Oh Himmel, war das unheimlich!

Als sie in ihrer ganzen nackten Pracht vor mir standen, wäre mir wohl das beschämte Rot in die Wangen geschossen, wenn ich nicht schon ein so schlechtes Gewissen darüber hätte, dass ich hier die abartigste, schrecklichste Art der Leichenschändung beging.

Ich hoffte, die Seelen der Verstorbenen könnten mir vergeben, ich würde daran wohl noch einige Zeit zu knabbern haben.

Sie begannen nun, mit ihren verzerrt wirkenden Bewegungen auf mich zuzusteuern und ich rief „Stopp!“, was sie sofort wie meine Marionetten anhalten ließ, es funktionierte, sie hörten auf mich, gut, das war gut, dachte ich doch irgendwie erleichtert.

Sie sahen gar nicht so furchterregend aus, das kam bei Inferi immer erst, wenn der Verwesungsprozess einsetzte, solange sie schön frisch waren, waren sie nur unheimlich in ihrer Art der Fortbewegung, aber es ging, für das was ich plante reichte es aus, man würde nicht viel von den beiden sehen.

Ich registrierte die eingefallenen, bleichen, toten Gesichter der beiden Männer und zückte nun zwei Phiolen und streckte je einem eine auffordernd entgegen.

„Hier, trinkt das!“, befahl ich ungerührt, als sie mir so nahe kamen, aber wie sagte man so schön, alles hört auf mein Kommando und das würden meine zwei toten Sklaven hier für mich tun. Sie tranken brav das ekelige Gebräu und reagierten völlig anders, als es lebende, menschliche Wesen taten, diese verzogen ihre Mimik und machten angeekelte, würgende Laute, aber diese beiden Inferi ließen die Verwandlung ohne sichtbare unwillige Bekundungen über sich ergehen, es war ein skurriles Bild, während sich ihre Leiber verformten.

Nun starrte ich meinen nackten Eltern ins ausdruckslose Antlitz.

„Wunderbar, dass es so schön klappt!“, gab ich laut kund, ich war mir nur zu 90 Prozent sicher gewesen, dass sich die Inferi umwandeln würden, aber so war es süperb. Ich beschwor aus dem Haus Unterwäsche, Kleidung und Schuhe und wies meine Zombies an, sich rasch anzukleiden, was sie auch taten, zwar etwas unsicher und linkisch, aber ich war geduldig.

Ich sprach in dieser Zeit einen Episkey und einen starken Ratzeputz auf mich und schüttelte mich ob der Kälte in diesem kleinen Häuschen, in dem ich viel Schreckliches getan hatte, ich denke, ich werde diese Hütte abreißen, wenn ich wieder kam, um den Fidelus zu sprechen, das versprach ich mir im Stillen.

Ich hatte sehr dunkle Magie angewandt, ach, was sagte ich, die schwärzeste Magie überhaupt!

Ich mochte bezweifeln, dass Snape schon einen Inferi erschaffen hatte, aber ich sagte ja, ich war gut darin, Grenzen zu übertreten, aber niemand sollte denken, meine Eltern könnten noch leben. Nein, nach heute Nacht wären Mr. und Mrs. Granger für immer Geschichte.

„Mum, Dad, habt ihr es?“, fragte ich süffisant meine beiden Zombies, wie ich sie geistig nannte, und trat zu ihnen. „Haltet euch an mir fest!“, befahl ich grob und apparierte umgehend mit ihnen an den verabredeten Waldrand und als wir uns materialisierten löste ich mich schnell von den so starren, kalten und toten Händen der Inferi. Ich schüttelte mich leicht, es war erst 19 Uhr und somit schimmerten noch einige Sonnenstrahlen durch das Geäst des Waldes, was meinen beiden Begleitern nicht so recht behagte, aber nun, da mussten sie durch, bald würde sie die Sonne nie mehr stören.

Ich löste mit einem Wisch eventuelle Zauber und verfolgte, wie der BMW meiner Eltern vor meinen Augen sichtbar wurde, sehr schlau von ihnen, ihn mit einem Zauber versteckt zu halten, bis ich kam und ihn entfernen würde. Die Kobolde waren schon intelligente, verschlagene, kleine Zeitgenossen, darum verstand ich mich wohl auch so gut mit Rangok, wir waren in dieser Beziehung verwandte Seelen, grinste ich erheitert.

Ich öffnete die Türen, deutete auf meinen „Vater“ und sagte:

„Du fährst und du setzt dich neben ihn, verstanden?“, ging ich auf die Rückbank und hoffte, dass die Leiche es schaffte, den Wagen zu steuern und uns nicht zu töten, war dieser Gedanke nicht sarkastisch? Aber erstaunlich, wie ein Roboter machte er, oder eher es, seine Sache erstaunlich gut.

So fuhren wir zügig zu dem gebuchten Hotel und steuerten nach relativ kurzer Fahrt das „The Marquis Inn“ an, fuhren die schwarze Teerauffahrt hinauf und hielten vor dem weißgetünchten, einstöckigen, typisch englischen Landhaus mit dem dunklen Dach, das zu einem fünf Sterne Hotel umfunktioniert worden war. Es beherbergte zusätzlich ein hervorragendes Restaurant. Der Schriftzug des Hotels war an einer Seite der weißen Fassade angebracht worden, hübsch und pittoresk, wie es dort so stand.

Da eilte auch schon ein hilfsbereiter Junge, etwas älter als ich, mit honigfarbenem Haar herbei.

„Kann ich Ihnen helfen?“, fragte er mich höflich, als ich aus der Hintertür stieg.

„Ja, bitte, im Kofferraum ist unser Gepäck, wir haben auf Granger reserviert!“, war ich ausgesucht nett und laut sprach ich weiter:

„So Mum, Dad, ich checke dann mal ein und ihr macht euch einen schönen Abend, genießt eure Fahrt zu den Kreidefelsen, ich weiß, wie sehr ihr sie liebt! Ich sehe euch dann… tschüss!“, flötete ich und sie setzten sich, nachdem wir alle Türen des Fahrzeuges geschlossen hatten, wie verabredet in Bewegung und fuhren ab.

Perfekt, nun hieß es schnell sein und ich ging mit den Pagen zur kleinen Rezeption.

„Ihre Eltern wollen zu den Klippen?“, fragte er neugierig, aber wohl auch um höflich zu sein und ein Gespräch zu beginnen.

„Ja, sie haben ihre Flitterwochen in Dover verbracht und sie genießen immer mal wieder den Sonnenuntergang bei den Felsen, sie sind fast schon zu spät dran und da sie geplant haben, nach Südafrika auszuwandern, wollten sie das noch ein letztes Mal in der alten Heimat genießen und sind wir ehrlich… ich würde da nur stören!“, kicherte ich dümmlich a la Lav, man solle nicht sagen, man könne von der nichts lernen.

„Südafrika… wie schön… da möchte ich auch mal hin! Gehen Sie mit, wenn Sie die Frage gestatten?“, wollte er interessiert wissen.

„Nein, ich besuche das ganze Jahr über ein Internat in Schottland, es sind nur noch zwei Jahre, aber dann werde ich nachkommen!“, antwortete ich leutselig.

„Das verstehe ich, aber ist in Schottland nicht noch schlechteres Wetter als bei uns?“, meinte er kopfschüttelnd und ich lachte auf, die Rezeptionistin, die unserem Gespräch rege gelauscht hatte, begrüßte mich euphorisch, da wir ja die Suite gebucht hatten. Ich hinterlegte die Kreditkarte meines Vaters und wurde von dem Jungen zu unseren Zimmern geführt.

„Ich hoffe, es gefällt Ihnen?“, dabei öffnete er die Tür und führte mich stolz in die Suite.

„Ja, sehr gut, danke, ich denke, ich ruhe mich dann ein bisschen aus!“ Ich drückte ihm 5 Pfund in die Hand und verschloss, nachdem er gegangen war, die Tür.

Ich überlegte gar nicht lange und apparierte sofort in die Seitenstraße zu meinen Zombies, die brav in dem Wagen mit dem laufenden Motor saßen. Selbst auf mich wirkten sie mit ihren starren, unbewegten Gesichtern, wie ferngesteuerte Puppen und ich zauberte mich noch schnell unsichtbar, bevor ich auf den Rücksitz stieg und sie zu den Felsen lotste.

Ich ließ sie auf und ab fahren und als es kurz nach 20 Uhr war, stieg ich aus und befahl ihnen, beim Aussichtspunkt, der noch gut besucht war, die Klippen hinabzufahren und schön laut zu kreischen, dies hatte ich meiner „Mutter“ explizit aufgetragen!

Es sollte wie ein Unglück aussehen.

Ich stand unsichtbar in der Nähe und beobachtete, wie Dad und Mum, wie von mir angeordnet, wild gestikulierend und lautstark um Hilfe rufend in schnellem Tempo auf die Klippen zurasten. Ich hörte hysterisches Geschrei von ihnen, als der Wagen ungebremst, mit hohem Tempo über die Klippen schoss, fiel und schließlich mit einem lauten Schlag auf den Felsen zerschellte.

Ich sah, das sich verbiegende Metall des Fonds, als der Wagen mit ungeheurer Wucht auf die spitzen Felsen traf.

Bumm… technischer Defekt der Bremsen, nicht zu erklären, konnte passieren… na gut, ein kleiner Zauber zur rechten Zeit, aber „Dad“ hatte ja brav auf den Abgrund zugehalten, dank meiner Recherchen hätte ich auch nun die Ausbildung zu einem Mechaniker machen können, mein Perfektionismus nahm durchaus krankhafte Züge an.

Ich stand auf dem Aussichtspunkt und besah das Chaos, welches die wild umherlaufenden, schockiert wirkenden Zuschauer des tödlichen Unglücks veranstalteten.

Kurz darauf schwang ich ungesehen meinen Stab und löste die Verbindung zu den Inferi, übergab sie wieder der Hölle und dem Totenreich, kappte ihre unnatürlich erhaltende Lebensdauer mit einem gälischen Todesgesang, der in den ohrenbetäubenden, tosenden Fluten, dem Lärm der Sirenen und dem Kreischen der Menschen unterging. Die beschworenen Worte perlen über meine Lippen und ich fühlte richtig, wie eine schwere Last von meiner Brust fiel, die bisher erdrückend auf ihr gelegen hatte, ich konnte wieder freier und leichter Atmen. Währenddessen ließ ich die lebenden Leichen wieder tote Leichen werden.

Es war erstaunlich, wie leicht mir dies von der Hand ging.

Ich hatte, dank des Blutes meiner Eltern und mir sowie dem Vielsafttrank, dem ich auch noch jeweils einen Tropfen Blut einverleibt hatte, dafür gesorgt, dass sich die Inferi selbst im endgültigen Tod nicht mehr zurückverwandelten.

Sie würden das Aussehen von Mum und Dad auch im Tode noch behalten, das Ganze hatte ich auch wieder einem genialen Einfall zu verdanken, aber ich wusste, es war so. Diese beiden Männer würden auch als Leichen noch meine Eltern sein, es war makaber und sehr unheimlich, aber genau das was ich brauchte, oder?

Aber nun flott zurück, ich wandte dem unglücklichen Geschehen den Rücken!

Sobald ich im Hotelzimmer ankam, bestellte ich in aller Seelenruhe beim Zimmerservice den teuren Wein und ein paar Canapés und ging danach schnell unter die Dusche, in der ich mir fast die Haut von den Knochen schrubbte. Ich genoss das warme Wasser, das in Strömen an meinem Körper hinablief.

Ich wollte die Inferi vergessen, sie waren so unwirklich und kalt gewesen, dass ich daraus meine Eltern gemacht hatte ließ selbst mich schaudern, wie durchweg ekelig. Aber vor allem war die Erkenntnis widerwärtig, die Herrin über diese Wesen, diese magischen Kreaturen gewesen zu sein, es hatte mich innerlich sehr berührt, auch wenn ich es nicht in Worte fassen konnte und doch war es der beste, der pragmatischste Plan gewesen.

Warum war ich immer so rational?

Allerdings sollte ich wirklich darauf achten, dass dies keiner mitbekam, niemand in der magischen Welt war der nekromantischen Magie zugetan, selbst die Death Eater und schwarzen Magier standen dieser sehr verpönten Sparte der Magie ablehnend gegenüber und ich hatte mal wieder diese Grenze souverän überschritten.

Nun saß ich wartend auf der Couch und nippte immer wieder an dem wohlschmeckenden, schweren Wein und sah immer wieder die Bilder des Tages vor meinen Augen ablaufen, es war wahrlich wie ein Film, ein schlechter Film. Ich fühlte mich erschöpft, müde und ausgelaugt, magisch war es teuflisch anstrengend gewesen und auch das zerschellende Auto, wie sich das Metall spielend leicht an den steinernen Felsen verformt hatte und der laute Knall… all dies kam mir so unwirklich vor, wie einem Drehbuch entsprungen.

Ich kuschelte mich auf der weichen Couch in mein seidenes Gewand und mein noch handtuchfeuchtes Haar kitzelte mich an den Schultern, als die kurze Ruhepause schon vorbei war und es laut an der Zimmertür klopfte, bevor ich mich mit einem resignierten Seufzen erhob, tada, das Schauspiel begann.

„Mum, Dad, nur nicht so ungeduldig, ihr kommt eh spät!“, rief ich durch die noch geschlossene Tür und riss sie daraufhin freudestrahlend auf, in der gespielten Erwartung, meine Eltern zu sehen.

„Was?“, fragte ich peinlich berührt, da ich nur meine Nachtwäsche trug und zauberte gekonnt eine verschämte Röte in meine Wangen.

„Miss Granger?“, fragte ein Mann harsch, der ein dunkelblaues Jackett trug und mit einer Glatze gesegnet war. Ich schätzte ihn auf Mitte 50 und die neben ihm stehende rothaarige, einen Bob tragende Frau sah auch so aus wie eine Mittfünfzigerin. Ich runzelte unwillig die Stirn und nickte.

„Jaaaa?“, kam es misstrauisch von mir.

„Möchten Sie sich nicht einen Morgenrock anziehen?“, fragte die Frau einfühlsam und ich kam mir vor als würden wir von Anfang an guter Cop, böser Cop spielen.

„Ähm, ja…“, natürlich wollte ich die zwei währenddessen nicht einlassen, „warten Sie bitte!“, nach diesen Worten schloss ich bestimmt die Tür und rannte ins Bad, zog den hoteleigenen, flauschigen, weißen Baumwollbademantel über und ging wieder zur Tür.

„Ähm, bitte, was kann ich für sie tun?“, schaute ich die beiden nun unsicher und besorgt an, ließ sie aber schließlich in das Wohnzimmer der Suite.

„Miss Granger, wir sind beide von der Polizei!“, erklärte die Frau fürsorglich, derweil der Mann sich suchend umsah, den Wein registrierte, das Gebäck und dessen Blick letztlich zur Musikanlage glitt. „Ich bin Detective Steel und das ist Inspector Erwin!“, stellte sie sich vor.

„Was… und was möchten sie von mir?“, meinte ich mit unsicherer Stimme.

„Bitte, Miss Granger, setzen Sie sich…!“, klang die Frau fürsorglich und besorgt und ich zeigte mich noch hektischer in meinen Bewegungen.

„Warum…? Sagen Sie mir, was sie von mir wollen!“, beharrte ich nervös und wurde noch unruhiger, hektischer und ein beunruhigtes Timbre lag in meiner Stimme.

„Miss Granger, bleiben Sie ganz ruhig!“, bat der Mann.

„Sagen Sie mir endlich, was los ist, Sie verunsichern mich!“, zischte ich aufgebracht und fuhr fahrig mit meinen Händen durch die Luft.

„Wie Sie wünschen, Miss… Ihre Eltern hatten heute einen tragischen Unfall, wie es aussieht, sie sind…!“, begann der Detective unwohl und blickte zu ihrem Kollegen.

„Was ist mit meinen Eltern?“, fauchte ich aufgebracht, zeigte aber große, erkennbare Sorge in meinen weitaufgerissenen Augen und ballte meine Hände furchtsam zu Fäusten.

„Sie hatten einen Autounfall, sie sind auf der Stelle tot gewesen!“, bekannte die Frau mit ruhiger, jetzt monotoner Stimme und ich sackte wie geschlagen auf den Sessel vor dem kleinen Sekretär, als würde alles Leben aus mir weichen und blickte ausdruckslos und geschockt durch die Gegend.

„Meine Eltern sind was…?“, wisperte ich nach einiger Zeit wie betäubt und begann, leicht auf der Sitzfläche des Stuhls vor und zurück zu schaukeln. „Nein, nein… nein, das kann nicht sein!“, spielte ich die verwaiste Tochter wahrlich gut.

„So leid es uns tut, Miss Granger, Ihre Eltern sind leider verstorben! Geht es, Miss Granger?“, kam es wieder sehr besorgt von der Frau.

Auf diese Weise ging das noch hin und her und wie gesagt, hier verdiente ich ehrlich eine Auszeichnung. Ich kaufte mir selbst die trauernde Tochter mit dem Schock ab. Ich ließ ganz tapfer keine Tränen zu, nur schwammen meine Augen glasig in ungeweinten Tränen, es war herzerschütternd.

Sie fragten mich aus und ich antwortete wie ferngesteuert und stockend, obwohl ich wusste, dass ich das nicht hätte tun müssen, oder einen Anwalt hätte hinzuziehen sollen, aber warum? Wenn ich zu kalt oder gefasst auftrat, würde das Fragen nach sich ziehen.

Nichts deutete auf mich hin und seien wir ehrlich, ich hatte zwei Leichen getötet? Das war nicht so schlimm, hätte ich fast zynisch gelächelt.

Die beiden erklärten mir, dass das Wrack noch heute Nacht geborgen werden würde und dass sie mich morgen in der Früh zur Bestätigung abholen würden, ob diese beiden Personen tatsächlich meine Eltern wären. Ich sollte sie identifizieren und ich blinzelte ihnen ängstlich ins Gesicht, da wagte die Frau, zu fragen, wie alt ich sei, ob sie jemanden hinzuziehen sollten, der alles für mich machen sollte und ich stand kurz vor einem Lachanfall.

Aber bitte, so setzte ich stockend an, zu erklären, dass ich seit zweit Tagen 18 Jahre alt wäre und wir keine weiteren Familienangehörigen mehr hätten, ich nun alleine wäre, da hätte sie beinahe mit mir angefangen zu heulen, es war herrlich.

Ich fragte, ob ich nicht nach Hause, nach Chelsea, konnte und beide sagten, sie würden für mich morgen, nachdem ich im Leichenschauhaus war, schon wieder, wie ich nur zynisch dachte, einen Rücktransport für mich veranlassen und fragten, ob sie mich nun alleine lassen könnten.

Als die zwei Trottel der Muggelpolizei ihre Hintern aus dem Zimmer entfernt hatten, kam ich nicht umhin zu denken, dass es da keinen wirklich sichtbaren Unterschied zu den Auroren gab, anscheinend suchte sich immer derselbe Menschenschlag dieselbe Arbeit, egal in welcher Welt.

Ich schmiss mich auf das weiche, breite Doppelbett, rief mit einem Accio den Wein zu mir und trank ihn entspannt weiter, es war gut, dass das so schnell lief, das hieße, ich würde mich wohl an mein Versprechen Snape gegenüber halten können und wirklich übermorgen im Cottage sein.

Zum Glück hatte ich trotz all der Strapazen eine wirklich erholsame Nacht, die Erschöpfung hatte mir einen tiefen, traumlosen, fast komatösen Schlaf beschert und auch die Erleichterung, dass die Geschichte mit meinen Eltern fast ausgestanden war und die beiden sicher in ihrem Flugzeug gen Australien saßen. Waren sie schon gelandet?

Keine Ahnung, dies war von Anfang an in den Händen der Kobolde gewesen!

Als ich so im Bett lag, rollte ich mich zu einer kleinen Kugel zusammen, doch dann kamen gleich wieder die unerwünschten Gedanken, die durch mein Hirn waberten und mir so sichtbar vor Augen führten, was ich doch für ein verdorbenes Miststück war. Was hatte ich nicht alles getan, einen Imperio gegen meine Eltern, das Problem war gewesen, dass es sich um ein hochoffizielles, amtliches Dokument gehandelt hatte, das ich nicht fälschen konnte und so war mir nichts anderes übriggeblieben als meine Eltern zu manipulieren, um ihre Unterschriften zu erhalten.

Machte es das besser? Wie sollte ich Harry nur erklären, dass ich inzwischen sagen konnte, alle drei verbotenen Flüche zu beherrschen? Puh… am besten gar nicht, der Obliviate, gut mit dem hatte ich mich schon abgefunden, dieser war nötig, Punkt!

Was mich mehr beschäftigte war, dass ich meine Finger wahrlich tief in die Nekromantie gesteckt hatte und das war ein sehr verpöntes Gebiet, da die Totenbeschwörung und -erweckung selbst unter den Schwarzmagiern als dreckig galt, wer spielte schon mit Leichen? Da der Verwesungsprozess nicht aufgehalten werden konnte, war es wahrlich eine ekelhafte Geschichte. Deshalb nahmen selbst sehr dunkle Gesellen davon Abstand und was hatte ich getan? Genau, darauf geschissen! Ich sollte davon wirklich besser niemandem etwas erzählen, ja genau.

Aber gut, genug in diesen nicht wirklich erhellenden Gedanken geschwelgt, ich entrollte mich aus meiner schützenden Kugel, heute Nacht hätte ich mir Dracos warmen und starken Körper gewünscht, der mich in seinen Armen hätte halten können, leider bekam man nicht immer alles was man sich wünschte, ich sollte froh sein, dass alles mit der Nekromantie bisher so problemlos geklappt hatte und keine der Probleme, der Schwierigkeiten oder Widrigkeiten aufgetreten waren, die sonst angeblich mit der Totenbeschwörung einhergingen.

Ganz ehrlich, da fand ich so manche Zauber schwieriger, ich verstand gar nicht, warum die Bücher so einen Hype um diese Sachen machten!

Genug davon, ich kleidete mich heute sehr bewusst in einem dunkelbraunen, dezenten Wickelkleid. Ich wollte nicht zu dick auftragen und mich in Schwarz verhüllen, wer hatte denn im Urlaub nur schwarze Klamotten bei, so gestand ich den Todesumständen meiner Eltern nur ein dunkelbraun zu, musste unter den Faktoren reichen und würde noch meine Hoffnung demonstrieren.

Denn so schnell konnte ich mich doch nicht mit ihrem Dahinscheiden abfinden. Ich rief mir auch ins Gedächtnis, in der Gegenwart der Polizei nie die Vergangenheitsform für meine Eltern zu verwenden, sondern immer in der Gegenwart von ihnen zu sprechen, sonst würde es wirken als hätte ich die Tatsache von ihrem Tod schon akzeptiert und das ging ja nicht so schnell, trichterte ich mir ein.

Ich steckte meine Haare locker hoch, um mir ein erwachseneres Aussehen zu geben und packte die Koffer. Ich hatte mich absichtlich nicht geschminkt und sah deshalb recht blass und mitgenommen aus, aber das war gut, sehr gut, der schwere, rote Wein war nicht spurlos an mir vorbeigegangen, ich war eher Whiskey gewöhnt. Ich hatte auch sehr dekorative Augenränder, die von mir gewirkte Magie hatte arg an meinen Kräften gezehrt, es war sehr hohe Magie gewesen, der Blutschutz sollte auch nicht vergessen werden und so sah ich wahrlich nicht aus als wäre ich auf der Höhe.

Als ich mit meinen Koffern in die Empfangshalle trat, eilte schon der Junge von gestern auf mich zu, um mir damit behilflich zu sein und sah mich an, als würde er gleich in Tränen ausbrechen, sagte aber nichts, wofür ich dankbar war.

Die zwei zivilen Polizisten von gestern holten mich ab und brachten mich schweigend ins Leichenschauhaus, nachdem sie meines leidgeprüften und traurigen Äußeren ansichtig wurden.

Meine Schritte hallten diesmal laut klackernd auf den Fliesen der Halle wider, es wirkte hier ganz anders als das gediegene Krematorium in London, bei dem die Geschichte in den Ecken gehaust hatte. Hier waren wir in einem billigen 70´er Jahre Bau, der einfach schrecklich deprimierend wirkte. Hier musste ich gar nicht meine schlechte Laune spielen, die kam fast von ganz allein!

Der Geruch war grausam, wie es schien versuchte man hier, mit einem starken Orangenreiniger, des Leichengeruchs Herr zu werden, aber dieser leicht süßliche Duft des Obstes erinnerte mehr an eine süßlich verwesende Leiche, als es bei allen anderen verfügbaren Düften möglich gewesen wäre. Schauerlich, da bekam ich eine Gänsehaut und ich versuchte hektisch, nur noch über meinen Mund zu atmen, was ich die beiden Polizisten auch mitbekommen ließ, sie sollten ruhig erkennen, dass ich ein sanftes Gemüt hatte, das nicht zu schwer belastet werden sollte.

Ich rieb mir mit meinen Händen über meine Oberarme, da, wie an jedem Ort, an dem Tote aufbewahrt wurden, eine eisige Kälte herrschte, was mir einen sehr verlorenen Eindruck verlieh und die beiden Polizisten registrierten dies sehr wohl, wie ich an ihren abwägenden, mitfühlenden Blicken bemerkte, gut, sehr gut!

Sie blieben vor einer Eisentür stehen und warteten auf mich, bevor sie mir mit viel Blabla erklärten, was nun auf mich zukam… blabla…

Dann sah ich „Mum“ und „Dad“ vor mir liegen, sie waren sehr auf die Pietät bedacht und zeigten mir nur einen kleinen Teil ihrer noch intakten Gesichter und wenn man mich nun intensiv betrachtet hätte, hätte man einen sehr befriedigten Ausdruck in meinen Augen wahrnehmen können. Meine beiden schnuckeligen Zombies hatten sich nicht zurückverwandelt. Ich war halt doch ein Genie, perfekt, Mr. & Mrs. Granger konnten nun in die Annalen der Geschichte eingehen!

Lasst es mich so sagen, es wurde ein sehr tränenreicher Abschied, Inspector Erwin konnte ein neues, nicht nasses Jackett anziehen, da er mich leicht überfordert tröstete und ich aufgelöst mit den Polizisten vereinbarte, dass alles weitere über meinen Anwalt geregelt werden sollte. Ich gab ihnen die Adresse von meinem Interessenvertreter, dies war ein Muggelgeborener, magischer Anwalt, der in beiden Welten zuhause war und der sich um alles kümmern sollte, eine Empfehlung, mit freundlichen Grüßen von Rangok.

Ich erklärte der Polizei, dass ich mich zurückziehen würde, nachdem ich meine Sachen weggebracht hatte, ich zu Freunden wollte, die mir helfen wollten, mit dem Verlust klarzukommen, dabei log ich das Blaue vom Himmel und sie erlaubten es und wünschten mir alles Gute.

Rangok hatte Anweisung, meinen Brief, den ich schon vorgefertigt hatte, heute Nachmittag an meinen Anwalt zu überstellen. Dieser sollte alles veranlassen, wie die Beerdigung, aber er sollte auch die Lebensversicherung einfordern, Sollten die Muggelbehörden etwas von mir wollen, sollte er mich über die Eulenpost kontaktieren, so lauteten meine Anweisungen.

Ein uniformierter Beamter brachte mich nach London, bis nach Hause, was für ein Service. Die Polizei, dein Freund und Helfer!

Als erstes lag ich in einer wohlduftenden Badewanne, der Schaum warf Blasen und ich versuchte, meine Haut aufzuweichen, da ich die letzten beiden Tage aus mir herauswaschen wollte. Ich fand immer noch, ich stank zum Himmel, aber nun gut, danach cremte ich mich mit der teuren Lotion intensiv ein und zog mich leger an. Eine dreiviertel Hose in dunklem Silber und ein luftiges Twinset in fast derselben Farbe, meine Haare ließ ich offen, es war mir ein tiefes Bedürfnis, gut auszusehen.

So gekleidet packte ich fröhlich meine Sachen, alles was ich brauchte, ich war glücklich, dass alles so reibungslos verlief, dann verriegelte und versiegelte das Haus. Es war gut, dass ich so gefragt und beschäftigt war, ich kam kaum zum Luftholen und somit kamen auch keine unwillkommenen Gedanken, ich hatte einen Plan und an den hielt ich mich und so apparierte ich zum Cottage.


Zuletzt von queenie am Fr Mai 10, 2013 9:41 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Das Cottage   Kapitel 98-100 EmptyDo Feb 09, 2012 2:47 am

Das Cottage


Ich stand unter der Eiche und blickte entrückt auf das Haus, in dem wir in den Weihnachtsferien so viel Spaß gehabt hatten.

Jetzt, im Sommer, sah es bedeutend hübscher aus, so romantisch und idyllisch, die ganzen Rosen, die sich um das Haus rankten, erstrahlten in allen möglichen Farben, Formen und Düften. Die Luft war ganz gesättigt von dem intensiven, schweren Rosenduft, den der sanfte Lufthauch in der Nachmittagsbrise zu mir blies und den ich gierig einsog, um diesen blöden und sehr penetranten Orangenreinigergeruch zu vertreiben.

Da drinnen würde Leben herrschen, anders als der kalte Tod, der mich die letzten Tage umgeben hatte. Die Twins würden da sein, weil sie heute, am Samstagnachmittag, schon geschlossen hatten. Blaise war heute in der Früh gekommen, oder gestern Abend, wie die zwei Mädels wohl auf die Twins reagiert hatten?
Nun, wir würden sehen, die lustigste Frage war, wie sie gleich auf mich reagieren würden.

Ich ging gemächlich im Sonnenschein auf das Cottage zu und öffnete vorsichtig die Tür, um zu lauschen, hätte ich mir schenken können, da niemand da war, im Haus zumindest, da ich, als ich im Wohnzimmer stand, die weit geöffneten, gläsernen Flügeltüren zum Garten hin bemerkte. Ich hörte das unbeschwerte und glückliche Lachen der Twins, was auf mein bisher so verhärmtes und verbiestertes Gesicht ein leichtes Lächeln zauberte. Ich fühlte gleich, wie die Last, die ich trug, kleiner wurde und dass mir die Gesellschaft gut tun würde.

Da trat ich beherzt über die Schwelle zum Garten und blieb verblüfft stehen. Ich sah das Paradies. Ich hatte den Garten seit Jahren nicht gesehen und ja, letztens nur im Winter, aber was ich hier erblickte, raubte mir den Atem, es war herrlich.

Hier herrschte nicht der typische, gestutzte, englische Rasen sondern es erblühte eine Wildblumenwiese und die verschiedensten und unterschiedlichsten Blüten reckten ihre farbenprächtigen Häupter stolz in die Luft. Rot, Weiß, Blau, Lila und Gelb wurde von dem saftigen Grün des Grases unterbrochen. Ich wusste, bei meiner Oma hatte das hier so nicht ausgesehen und auch die verschlungen angelegten Kieswege, auf dem großen Grund, kannte ich so nicht. Sie liefen in verspielten Bahnen zu den großen Kirsch- und Apfelbäumen, die unter ihrem großen Geäst herrlichen Schutz vor der heißen Sommersonne boten, meine Göttin, war das verträumt.

Immer wieder wurde das Rosen-Thema in kleinen, pittoresken Beeten aufgegriffen und die Laube, die ich nicht kannte, in der Mitte des Gartens, war aus dunkelgrünem Metall, das sich in verschlungenen Ornamenten zusammenrankte und dem Jugendstil nachempfunden verspielt war. Die Laube gefiel mir sehr gut, die Rosen rankten um das gewundene Gestänge der Laube und erblühten in satten Farben. Wow, das gefiel mir alles total gut!

Eine Oase der Ruhe, des Friedens und der Schönheit, hier konnte man alles vergessen, wer das wohl alles so gemacht hatte, die Twins? Ich war vollkommen sprachlos, es war wunderschön und das hätte ich ihnen nie zugetraut.

Ich sah, wie die Twins mit ihren karottenroten Schöpfen aus der Laube herausleuchteten und einen Grill zu bedienen versuchten, da der Qualm, der Aufstieg, eindeutig von ihren Versuchen zeugte, diesem Herr zu werden. Der Tanz, den sie um den Grill herum aufführten, war aber auch zu komisch. Ich machte Blaise aus, wie er locker mit einem Glas in der Hand dastand und verzweifelt lachend den Kopf über die Twins schüttelte und ich konnte Daphne und Astoria fröhlich und mit einem breiten Grinsen auf der Bank sitzen sehen, die das Ganze gespannt verfolgten.

Ich lehnte mich an den Türrahmen, besah mir das lächerliche Schauspiel und freute mich, dass sie so viel Spaß hatten, auf der anderen Seite versuchte ich, mein erkaltetes Herz soweit aufzutauen, dass auch ich wieder diesen Spaß verspüren konnte. Jetzt trennte mich auch schon von diesen Menschen hier so viel, obgleich sie so viel mehr von mir wussten als alle anderen, war das nicht schlimm?

Ja, wohl schon, aber wie immer schalt ich mich eine dumme Gans, denn ich hatte es nicht anders gewollt und sie würden mich auch so nehmen. Ich sollte vielleicht nur nicht zu sehr ins Detail gehen, aber sie dort derart ausgelassen und kindisch rumblödeln zu sehen, das stand in so krassem Gegensatz zu dem, was ich die letzten zwei Tage gemacht hatte, dass mir fast schlecht wurde.

Und Mann, dann blickte ich auf die zwei Mädchen, die wohl auch nie ein leichtes Leben gehabt hatten aber mit meiner Dunkelheit konnten es wohl nur die wenigsten aufnehmen und so stieß ich mich mit einem tiefen Stöhnen ab und schlenderte auf die ausgelassenen Truppe zu. Auf dass ich durch sie wieder lernen würde, mehr zu fühlen, das war meine Hoffnung, dass sie mir mit ihrer heiteren Freundlichkeit die Kälte austrieben.

Während ich mich lautlos näherte, dachte ich noch darüber nach, was die zwei Schwestern wohl für ein Gesicht machen würden, da die Twins und Blaise sich geweigert hatten, es ihnen vorher zu erzählen, wie sie mir gesagt hatten, da sie wollten, dass ich erst den Zauber sprach, unter dem auch sie standen. Sie hatten es viel zu gefährlich gefunden, meinen Namen zu erwähnen, also wusste ich, dass die Überraschung auf meiner Seite war und da freute ich mich doch.

Ich beobachtete, wie die gleichen Gesichter der Twins sich langsam hoben und mich erblickten, Blaise folgte ihrem Blick als nächster, doch da stürmten die zwei Roten schon los und rissen mich stürmisch von den Beinen. Sie wirbelten mich überglücklich durch die Luft und ich fühlte, wie sich meine verkrampften Gesichtsmuskeln entspannten und ein echtes Lachen sich auf meinem Antlitz bildete, als sie sich so freuten mich zu sehen, sie küssten mich überschwänglich.

„Schönste, du hast es so früh geschafft!“, riefen sie freudig und überrascht.

„Du bist ja schneller, als es der Auror erlaubt!“, fügte Fred schelmisch hinzu.

Sie lachten und stellten mich ab, es war als würde ich für sie nichts wiegen, das Training, welches Snape ihnen aufzwang und das sie selbst ohne Hogwarts weitergeführt hatten, schien mehr als nur zu fruchten. Schon wurde ich in die dunklen, aber starken Arme von Blaise gezogen, der mich ebenfalls aufrichtig fest umarmte und als er sich leicht löste, sah er mir charmant in die Augen und flüsterte:

„Solange er nicht da ist!“, zeigte er sein verruchtes Lächeln und küsste sanft beide meiner Wangen und ich erwiderte die liebevolle Begrüßung, wo er recht hatte, solange der nie und nimmer eifersüchtige Malfoy nicht da war, durfte er mir ein freundschaftliches Küsschen geben.

Ich nahm aus den Augenwinkeln wahr, dass auch Daphne und Astoria näher an uns herangetreten waren und aufmerksam und neugierig alles beobachteten. Ob sie wohl erkannten, wen sie da vor sich hatten? Wir würden es sehen, aber sie waren sicher schon überrascht genug, dass ich, Hermione Granger, hier so überschwänglich und vertraut von Blaise begrüßt wurde.

„Blaise, du bist und bleibst ein schlimmer Finger!“, kicherte ich seit zwei Tagen zum ersten Mal von Herzen kommend und gut unterhalten. Ich konnte spüren, wie mich nicht nur die Sonne wärmte sondern sich auch mein Herz erwärmte und das sog ich auf wie ein Lebenselixier.

„Passt nur auf, dass das kein bestimmter, platinblonder Schönling mitbekommt!“, kicherte Fred aufgedreht, was uns mit den Augen rollen ließ und einen leicht verwirrten Ausdruck auf den Gesichtern der beiden Schwestern verursachte. Als ich sie nun genauer betrachtete, sah ich, dass sich ihre große Verwirrung langsam in bodenloses Entsetzen verwandelte.

Ich wandte meinen Blick wieder ab und richtete meine Aufmerksamkeit erneut auf die Twins. „Wart ihr das?“, deutete ich mit einer weitausholenden Geste über dieses Blumenparadies, das sich vor mir ausbreitete.

„Gefällt es dir, Schönste?“, kam es scheinheilig von Fred und er streckte die Brust weit raus.

„Ob es mir gefällt? Wie könnte es nicht? Es ist wunderschön, wie?“, zeigte ich meine Freude über die Pracht des Gartens und durfte miterleben, wie die zwei sich stolz selbst abklatschten und George liebevoll über Freds Haare rubbelte.

„George dachte, dir könnte so was gefallen, wir arbeiten seit wir hier eingezogen sind daran, als Überraschung…“, liefen Fred bei dem Eingeständnis die Ohren rot an.

„Die euch gelungen ist, der Garten war nie schöner!“, meinte ich ernsthaft und ich sah, wie Blaise zustimmend mit dem Kopf nickte.

„Sie zwingen uns, seit heute in der Früh die Beete anzulegen, wir sind erst vorhin ganz fertig geworden. Hättest du gedacht, dass unter diesen teuflischen, kleinen Gehirnen ein grüner Daumen steckt?“, fragte er mich da mit einem leidvollen Augenrollen, was ihn sehr attraktiv aussehen ließ, dabei lachte ich rau auf.

„Nein, zum Teufel, woher…? Ich meine, sie dürfen nie wieder ausziehen, ich würde den Garten innerhalb kürzester Zeit töten!“, rief ich erheitert und schon stockte ich kurz und registrierte, wie die drei Männer sich besorgte Blicke zuwarfen und sofort anfingen, mich abzulenken. Sie hatten mein Stocken bemerkt und sie kannten mich zu gut und wussten ein bisschen von dem, was ich getan hatte, aber halt nicht alles.

„Keine Angst, Schönste, so schnell wirst du uns nicht los!“, hakte sich George da schon bei mir ein. „Wir lieben es hier!“, schob Fred hinterher.

„Ey, du glaubst doch nicht, dass ich das nur für dich gemacht habe?“, warf George tadelnd ein und schüttelte sich.

„Nein, natürlich nicht! Nie…“, stimmte Fred gespielt zu und zog mich zur Laube. Die beiden brünetten Mädchen waren mittlerweile unter dem Blumendach hervorgetreten und starrten uns mit unsicheren Gesichtern entgegen, beide trugen weitfließende, leichte farbenfrohe Kleider, die ihre Körper lieblich umschmeichelten, wie es sich für reinblütige Mädchen gehörte und sahen mich mit ihren großen, grünbraunen Augen an. Die fassungslose Überraschung in ihren Gesichtern war etwas gewichen, doch es zeigte sich deutlich, dass sie nachgedacht und offensichtlich ihre Schlüsse gezogen hatten, was ich jetzt auch bestätigt bekam.

„A… Abraxina?“, fragte Daphne stotternd und strich sich aufgeregt ihr glattes, langes Haar hinter die Ohren. Sie war eindeutig sehr nervös und selbst Astoria schien schwer zu schlucken und war vollständig verstummt.

„Unter dem hübschen Köpfchen steckt ein scharfer Geist!“, kam es von mir spöttisch, als sie auch schon eine Demutsbezeugung hinlegen wollte und Fred sie aufhielt und ihr bedeutete, es zu lassen.

„Hey, so lange Mister Ich-hab-das–Hofzeremoniell-geschluckt nicht da ist, darfst du ihr ungezwungen kommen… oder?“, zeigte sich Fred leutselig, aber er warf mir einen fragenden Blick zu. Lustig, dass er annahm, ich würde von mir aus auf solche Umgangsformen bestehen.

„Natürlich hat sie die Erlaubnis!“, gab ich meine Zustimmung, es war herrlich, zu beobachten, dass die Twins sogar nachfragten. Draco musste Angst und Schrecken verbreiten, ohne es bewusst wahrzunehmen.

„Du, Hermione Granger, bist also diejenige, die Angst und Schrecken in unserem Gemeinschaftsraum verbreitet… einige würden jetzt einen Herztod sterben, wenn sie das wüssten!“, kam es von der Kleinen sehr abgeklärt, was zeigte, dass sie doch nicht so klein war. „Heftig, wer hätte auch nur in seinen kühnsten Träumen zu denken gewagt, dass Draco sich eine Gryffindor und dann noch die beste Freundin von Potter anlachen würde und du das so durchziehst!“, meinte sie da noch imponiert, als Daphne ihr aufgebracht die Hand auf den Mund legte und furchtsam zu mir linste.

Die große Schwester schien schwerere Zeiten hinter sich zu haben als die Kleine, sie hatte ihre Schwester wohl immer beschützt, vor allem und jedem, wie es schien und dafür viel in Kauf genommen. Oh ja, dies erzählte mir die so offen gezeigte Sorge, Furcht und auch Angst in ihrem vorsichtigen Blick, wie ich auf die so offenen, aber auch wahren Worte von Astoria reagieren könnte.

„Genau, meine Kleine, die bin ich!“, sah ich ihr tief in die aufgeweckten Augen. Ich war kein Monster, auch wenn die Auftritte im Gemeinschaftsraum der Schlangen auf was anderes hindeuteten, zumindest noch nicht.

„Sei lieber vorsichtig was du sagst, wenn sie schlecht drauf ist, dann ist nicht gut mit ihr Kirschenessen!“, hisste George im Spaß, was sehr hilfreich war Daphnes Sorge zu zerstreuen, aber ihn schien es zu erheitern. Er meinte es nicht wirklich ernst, aber die Kleine nahm ihn beim Wort, nun, da Daphne ihr so den Mund zuhielt und warf mir einen furchtsamen, taxierenden Blick zu und ich verdrehte übertrieben die Augen.

„Hahaha… George! Sehr witzig! Sag mal, wie alt bist du eigentlich, Astoria?“, wollte ich interessiert wissen und schlug einen sehr netten Ton an, dabei überging ich den irren Twin.

Blaise drückte mir ein Glas in die Hand und ich schenkte ihm ein dankbares Lächeln, als ich schnupperte und die Stirn runzelte, sah man mir an, dass es mir tief in meinem Inneren nicht so gut ging? Er hatte mir einen Muggelwhiskey in die Hand gedrückt und ich zuckte die Schultern, war doch egal und trank einen großzügigen Schluck, das ging immer.

„Im Oktober werde ich 15, aber leider gehe ich im September erst in die vierte Klasse!“, bekannte sie und ich verstand, ihr Geburtstag lag genauso schlecht wie meiner.

Ich beobachtete, wie sich Daphne etwas zu entspannen schien, da ich nicht meinen Zauberstab gezückt hatte, Harry würde mich alle machen, würde ich seine Freundin verhexen, dachte ich noch belustigt, was dachte sie von mir?

Ich nickte nur, kam gar nicht zum Antworten, da in diesem Moment eine Schleiereule auf uns zu segelte und recht unelegant auf den Tisch krachte.

„Was?“, fragten alle und ich erkannte, wie das offizielle Siegel von Gringotts in der Sonne aufleuchtete, und ging zu der Eule, um sie von dem Brief zu befreien.

„Scheiße, George, der Grill!“, schrie in dieser Minute Fred und ich verfolgte mit den Augen, wie die drei Jungs zu dem Muggelgrill hechteten und Astoria, die mein Auftauchen recht locker nahm, lachte schallend laut auf.

„Das geht die ganze Zeit so, wenn nicht bald was passiert, wird kein Essen mehr übrig sein!“, prophezeite sie lachend und ich sah mir das aufgeweckte, sympathische Mädchen an, das fasziniert beobachtete, wie die Männer versuchten, alles gleichzeitig sehr hektisch umzudrehen und sich dabei selbst im Weg standen.

„Hat deine Erziehung sie so hinbekommen?“, flüsterte ich zu Daphne, die mich nicht aus den Augen ließ und alles von mir misstrauisch beäugte.

„Ja!“, kam es bündig von ihr, süß aber ich verstand, dass sie vorsichtig war, das war gut!

Auch wirkte sie immer noch sehr verunsichert wegen der Erkenntnis, dass ich, ich war, irgendwie verständlich!

Nicht nur, dass ich, Hermione Granger, die Besitzerin dieses Hause war und sie hierher eingeladen hatte, nein, noch mehr oder genauso schockte es sie sicher, dass ich ebenfalls Abraxina war.

Ich sank zufrieden auf einen der Eisenstühle, die schöne Sitzkissen hatten, die… ratet mal, genau, Rosen zeigten, die Twins waren aber auch zu süß.

Als ich den Brief öffnete und las, verging meine aufkommende gute Stimmung wie bei einer Kerze, deren Licht überraschend ausgeblasen wurde und ich verkniff meinen Mund, das tat weh… autsch!

Ich ließ den Brief sinken und griff schnell zu meinen Glas, dankbar, dass Blaise so weitsichtig gewesen war und trank es auf Ex leer, genoss das starke Brennen und schloss ob des Schmerzes die Augen und versuchte gar nicht, zu denken. Ich wusste auch, dass mehrere oder alle Augenpaare auf mir lagen und mich genau beobachteten.

„Schlechte Nachrichten?“, traute sich Blaise vorsichtig zu fragen und ließ sich auf dem Stuhl neben mir nieder und ich schlug die Augen wieder auf, sah ihn teilnahmslos an und zuckte die Schultern, da spürte ich zwei Hände auf meinem Nacken, die mich sanft zu kneten begannen und das entlockte mir dann doch ein leichtes Stöhnen.

„Die letzten Tage waren nicht leicht, oder?“, fragte George sanft und klang besorgt.

„Nein, das waren sie nicht! Aber kein Grund für Traurigkeit, alles ist erfolgreich verlaufen!“, versuchte ich zuversichtlich zu klingen.

„Na, du solltest dir die Zeit für ein wenig Trauer nehmen!“, warf nun Blaise ebenfalls fürsorglich ein, anscheinend war mein Versuch nicht wirklich erfolgreich. Bei dem Wort Trauer runzelten die beiden Mädchen verwundert die Stirn, trauten sich aber nicht zu fragen.

Ich lachte trocken auf und drehte den Kopf leicht, auf dass George an einen besonders verkrampften Muskelstrang kam und ich fühlte die Blicke der zwei Schwestern auf mir.

„Keine Zeit, ich weiß gar nicht… ach, augenblicklich müsste der Tag für mich mehr als 24 Stunden haben und selbst das wäre zu wenig, irgendwas bleibt immer auf der Strecke!“, rieb ich mir über das Gesicht. Ich war wirklich kaputt und der Brief, da ging´s schon wieder um den Tod … Tod hier, Tod da … Mann, war das ätzend.

„Was steht in dem Brief?“, wollte nun Fred wacker erfahren, der eine Platte mit Gegrilltem vor uns auf den Tisch stellte. Gemüse, Tomaten und Paprika, gefüllt mit Käse, Fleisch, Kartoffeln und Brot, sah sehr gut aus und so setzten sich alle hungrig. Ich hatte noch nicht geantwortet, erst hatte ich noch eine Frage.

„Wie war eure Ankunft, Blaise, lief alles reibungslos?“, wollte ich erst erfahren.

„Dein Lieblingswort, oder? Aber ja, wir kamen gestern Abend an, ich wollte, dass die Twins da sind wenn wir ankommen. Ich denke, du kannst die beiden selbst fragen, sie waren wohl erstaunt, haben sich aber schnell gefangen! Und als die Twins uns verlassen haben, hatten sie uns explizite Anweisungen gegeben, wie die Beete auszusehen hätten! Armer Jordan, ich würde mir dreimal überlegen, für die beiden arbeiten zu wollen…“, zeigte er ein verschnupftes Gesicht.

Arbeit, körperliche Arbeit gehörte bestimmt nicht zu seiner bevorzugten Beschäftigung und dann auch noch niedere Gartenarbeit, ich schmunzelte leicht.

„Du hast dafür gesorgt, dass wir nicht nach Hause müssen? Nicht Blaise ist auf die Idee gekommen?“, hatte Daphne einen Geistesblitz und ich hob amüsiert die Braue, anscheinend hatte sie es doch erst jetzt erfasst.

„Ja, so ist unsere Schönste, immer für eine Überraschung gut!“, meinte Fred jovial und gab jedem reichlich Essen auf.

Er erinnerte mich gerade gefährlich an Molly, sollte ich ihn ärgern und das anmerken? Ich dachte kurz sehr böse darüber nach, aber ich blieb stumm, wollte ihn ja nicht mit so einer Aussicht, seiner Mutter zu ähneln, belasten.

„Warum?“, forschte Daphne nach.

„Warum wohl, Daphne? Harry…“, entgegnete ich nur knapp und ich bemerkte, wie sie den Mund wieder schloss, sprachlos, wie mir schien.

„Sagst du uns jetzt, was an dem Brief so schlimm war?“, bohrte Fred wie das Kleinkind, das er manchmal sein wollte, nach.

„Ich muss am Mittwoch nach Gringotts!“, gab ich resignierend nach und biss ein Stückchen Brot ab.

„Lass dir doch nicht alles so aus der Nase ziehen!“, klagte Fred jämmerlich laut und George verpasste ihm einen Schlag auf den Hinterkopf.

„Aua, ey, was soll das?“, beschwerte er sich da empört, doch sein Bruder verzog nur sein Gesicht und rollte dabei die Augen.

„Sirius‘ Testament wird verlesen!“, verkündete ich und in diesem Moment landete noch eine Schleiereule auf dem Tisch, oder besser auf der nun zum Glück leeren Platte.

Tja und als die Eule mit dem Schnabel klackernd auf die Twins zuhielt, meinte ich lapidar:

„Und wie es scheint, seid ihr auch eingeladen!“, erkannte ich sofort das Siegel.

„Was, warum?“, sie waren sehr überrascht und glubschten sich selbst ungläubig an.

„Woher soll ich das wissen?“, kam es trocken von mir.

„Es macht dich traurig?“, fragte Blaise besorgt nach.

„Ja, ich habe ihn immer noch nicht vergessen!“, bekannte ich leise und erhielt einen verständnislosen Gesichtsausdruck von Blaise.

Stimmt, davon wusste er ja gar nichts, aber ich schüttelte nur den Kopf, sah aber, wie sich George zu ihm beugte und ihm etwas zuflüsterte, was so klang wie, erzähle ich dir später.

„Dann können wir ja zusammen hingehen!“, bot Fred sofort eifrig an, aber ich antwortete mit einem Kopfschütteln.

„Nein, ich werde euch schon morgen wieder verlassen!“, blickte ich bei diesen Worten etwas betrübt in die Runde, denn hier würde es mir wirklich besser gefallen. Hoffentlich hatte Snape die Wahrheit gesagt und das Manor wurde nicht zu einem Gefängnis für mich.

„Waswaswas… warum!?“, schaute ich in absolut geschockte Gesichter.

„Ich muss gehen…!“, gab ich tonlos zu.

„Nein…“, echote es ungläubig. „Das kann nicht dein Ernst sein!“, „Weiß Draco, was er da tut?“, fragte Blaise ganz untypisch zweifelnd an seinem Freund und Hausvorstand.

„Ich weiß es nicht, Jungs, echt nicht, aber mir wird nichts anderes übrigbleiben!“, seufzte ich geschlagen und schob mein Essen auf dem Teller hin und her.

„Krass… und du musst wirklich?“, ereiferten sich die Twins unglücklich.

„Ja, ich muss Fred… aber ich werde angeblich keine Gefangene sein, also vielleicht können Draco und ich uns irgendwann verkrümeln!“, gab ich hoffend kund.

„Wann holst du dann Harry?“, fragte nun George betroffen und ich verfolgte, wie es Daphne aufhorchen ließ, die bisher zusammen mit ihrer Schwester verwirrt unserer Diskussion gelauscht hatte.

„Ich denke, ich werde ihn mir hierbei…“, und da wedelte ich mit der Einladung, „… kaufen und ihm sagen, dass ich am Abend komme und ihn hole. Ja, ich denke, das wäre eine gute Gelegenheit, auch wenn ich nicht weiß, was Sirius von mir will, außer mich in seinem Testament zu beschimpfen, ich meine, ihr wisst Jungs, wie das ausging!“, zuckten beide auch mit den Schulten, aber da unterbrach Daphne.

„Harry kommt, du holst Harry hierher?“, hörte ich, wie sie versuchte, nicht zu erfreut zu klingen, aber sich in ihrer Hoffnung kaum beherrschen konnte. Astoria sah sie belustigt an, oh ja, ihre Schwester schien von ihrem Schwarm zu wissen.

„Klar, was dachtest du, du willst ihn doch näher kennenlernen, oder?“, bemerkte ich, wie sie tiefrot anlief und Astoria vor Lachen in ihr spuckte und sich dafür wiederum einen tadelnden Blick einhandelte.

Das war alles zu komisch, mir tat das hier echt gut. Das Lustigste war, Daphne traute sich nichts zu fragen und ihre Schwester schien lieber alles beobachten zu wollen, aber die Fragen würden wohl schon noch kommen.

So wurde es noch ein feuchtfröhlicher Abend. Die magischen Lichter, die aufstiegen als es dunkel wurde, tauchten alles in ein sehr romantisches, behagliches Licht.

„Was haben eigentlich Molly und Arthur zu eurem Abflug gesagt?“, forschte ich nun neugierig.

„Getobt wäre wohl noch milde ausgedrückt!“, meinte George bedrückt und ich erkannte, wie Fred die Augen zu wütenden kleinen Schlitzen verengte.

„So schlimm?“

„Schlimmer, aber dank unserer Freunde waren wir in unseren Entscheidungen mehr als unabhängig. Es herrscht Eiszeit, wenn wir uns reinsteigern würden, könnte es so ausarten wie bei Percy aber wir bleiben cool!“, erklärte George lässig ihren Standpunkt und zuckte gleichgültig die Schultern. „Das Geschäft läuft schon jetzt klasse und jetzt in den Ferien wird es abgehen, Lee ist gestern oben eingezogen!“

„Mum kommt nicht darüber hinweg, dass sie nicht weiß, woher wie die Menge Kohle haben, aber woher soll sie auch wissen, dass wir so spendable Kontakte haben? Und ihr ist unbegreiflich, warum wir ausgezogen sind!“, kam es frech zwinkernd von Fred und ich kicherte, arme Molly.

Aber ich verstand die Twins, hier konnten sie ihre Liebe unbeschwert und in aller Abgeschiedenheit ausleben und es sei ihnen vergönnt.

„Wie gut, dass meine Mutter es vorzieht, ihre Aufmerksamkeit ihren Ehemännern oder Liebhabern zu schenken. Ich denke, ich würde ersticken, wenn ich so eine Mutter hätte!“, kam es schrecklich blasiert von Blaise, während er sich selbst zuprostete.

„Man gewöhnt sich an alles, Blaise!“, zeigten sich die Twins mit einem verzweifelten Stöhnen resigniert.

„Ihr seid schon eine komische Truppe!“, kam es selbstsicher von Astoria.

„Hey, willst du uns beleidigen?“, rief Fred aufgebracht, aber nicht ernst und grinste wölfisch.

„Ähm, ja… ich hätte nie gedacht, dass ihr so ernst seid!“, meinte sie erklärend zu den Twins und Daphne quiekte erschrocken auf.

„Astoria, was fällt dir ein, so unhöflich zu sein? Es ist sehr freundlich von ihnen uns zu helfen und uns… das zu Hause zu ersparen! Dafür muss ich mich noch bedanken, entschuldige, ich war nur so überfahren… diese neuen Erkenntnisse… du …verstehst du?“, wedelte sie mit ihrer Hand erregt durch die Luft.

„Sie heißt Hermione!“, kam der saublöde Einwurf von George und Blaise lachte trocken auf, woraufhin sich Daphne unbehaglich auf ihrem Stuhl wand.

„Sie haben aber recht, du darfst mich ruhig so nennen, eigentlich waren wir schon einmal soweit!“, erinnerte ich sie an unsere Bekanntmachung durch Harry.

„Danke!“, kam es nur leise von ihr.

„So, nun kommen wir zum ernsten Teil, wie euch zwei Hübschen klar sein muss, müssen wir uns schützen und dafür müsste ich einen Zauber auf euch legen, darf ich?“, stellte ich eine eigentlich rein rhetorische Frage, denn allen war klar, dass die beiden mir und meinem Zauber nicht entkommen würden.

„Du hast einen Zauberstab?“, fragte Daphne sichtlich überrascht und wir alle brachen in Lachen aus, das war zu komisch, wenn ich keinen hätte, tja, wäre wohl vieles anders gelaufen.

„Ja, hab ich, darf ich nun?“, kicherte ich noch leicht.

„Was ist das für ein Zauber?“, fragte Daphne skeptisch.

„Ein Zauber, der unsere Geheimnisse schützt, ihr könnt nichts über das hier erzählen, also würde es euch auch schützen, da es absolut sicher ist… “, zeigte ich auf uns.

„So einen Zauber kenn ich nicht!“, kam es mit tief gerunzelter Stirn überlegend von Daphne.

„Ach, Daphne, du unterschätzt unsere Hermione, das ist ihre Erfindung, sie ist wahrlich ein Genie!“, erklärte Blaise und Daphne starrte mich mit riesigen Augen an und ich lächelte leicht, als auch schon ihre kleine Schwester aufgeregt zustimmend mit dem Kopf wackelte.

Ich zögerte nicht, zog meinen weißen Stab, richtete ihn auf Astoria und sprach:

„Credere Tacientiae“ und fügte unser aller Namen an, sowie auch die von den abwesenden Malfoys und Snapes und natürlich ganz wichtig, Harrys.

„Astoria… nicht so voreilig! Was ist das für ein Spruch, was heißt er genau?“, fauchte nun Daphne böse.

„Zur Verschwiegenheit verbunden, es passiert nichts, du kannst nur nicht vor nicht Eingeweihten darüber reden!“, erklärte ich nochmal.

„Daphne, mach es, bitte! Sie helfen uns und ich mag sie, es hat auch gar nicht wehgetan!“, redete nun Astoria rasch auf ihre ältere, vorsichtigere Schwester begütigend ein und diese nickte schließlich geschlagen, sehr langsam. Aber ich verstand Daphne, sie war aus verständlichen Gründen vorsichtig, das konnte ihr niemand vorwerfen.

Und ich wiederholte das Spielchen, danach fühlte ich mich doch gleich besser, aber ich spürte auch, wie die letzten Tage arg an meinen Kräften zehrten und schloss nach dem Zauber die müden Augen.

Nekromantie schien ganz schön an die Substanz zu gehen, wenn ich daran dachte, wie ich gespürt hatte, wie meine Magie aus mir hinaus und in den Raum geflossen war.

Ja, eine einfache Zauberei war der Spuk echt nicht und so erlaubte ich mir die Schwäche in dem vertrauten Kreis und strich mir die Haare aus dem Gesicht, rieb mir leicht über die schmerzenden Schläfen.

„Was ist, Hermione, ist dir nicht gut?“, forschte nun Daphne ganz mütterlich nach, nachdem sie anscheinend nach dem Zauber keine Veränderung an sich hatte feststellen können.

„Mhmh, oh, geht schon, etwas müde vielleicht!“, beschwichtigte ich sie abwinkend.

„Seit wann bist du müde?“, schoss Fred sofort sehr besorgt seine Frage auf mich ab, da ich sonst eben nicht so war.

„Du schläfst fast nie!“, echote George sehr aufmerksam.

„Was hast du nur wieder getan?“, erschallte es aus zwei Mündern vorwurfsvoll und ich legte mich geschlagen ob der Fürsorge zurück und genoss sie wohl doch ein bisschen.

„Viel…, zu viel, ich hab die letzten zwei Tage vielleicht fünf Stunden geschlafen, wenn´s hoch kommt!“, bekannte ich müde.

„Dann gehst du jetzt ins Bett, wenn du morgen da hingehst musst du ausgeruht sein. Draco macht uns alle, wenn du als wandelnde Leiche dort auftauchst!“, bestimmte Blaise und alle nickten und ich musste bei seinen unwissenden Worten echt schwer schlucken, die wussten gar nicht, was die für Anspielungen raushauten, die alle irgendwie zutrafen, dachte ich zynisch.

„Ich…“, begann ich, doch ich wurde schnell unterbrochen.

„Ich trage dich, wenn du nicht folgst, ist mir egal, ob ich das darf oder nicht!“, knurrte Blaise richtig aggressiv. Diese Slytherins waren doch alle gleich, dachte ich kopfschüttelnd und erhob mich langsam, da mir nach dem Essen und dem Alkohol und dem Zauber doch etwas schwindelte, war halt nicht mehr die Jüngste, hehehe, versuchte ich es mit Humor zu nehmen.

„Warte, ich bring sie!“, sprang Fred vorfreudig auf die Beine, umarmte mich fest und lenkte meine schwerfälligen Schritte zum Cottage.

Als wir den Garten hinter uns ließen war Fred nicht mehr zu halten und er überrumpelte mich vollkommen, als er mich in einer geschmeidigen und schwungvollen Bewegung hochhob. Ich quiekte erschrocken auf, als ich den Boden so plötzlich unter den Füßen verlor und in der Luft schwebte.

„Fred… spinnst du, was soll das?“, er trug mich erstaunlich fest und sicher in seinen Armen.

„Hier sieht uns keiner, Schönste! Ich trage dich hoch… weißt du, du musst nicht immer stark sein!“, wisperte er mir verschwörerisch zu und zeigte mir eine Ernsthaftigkeit in seinem Blick, die ich noch nie bei ihm gesehen hatte.

Die Zeit, in der sie auf selbständigen, eigenständigen Füßen stehen mussten, schien auch die Twins schon verändert zu haben.

„Danke!“, sage ich nur ergeben, wegen so was würde ich nicht streiten und ich beobachtete, wie sich ein zufriedener Ausdruck in seiner Mimik zeigte.

Er trug mich in das Schlafzimmer, das ich mir schon mit Draco geteilt hatte, was mich überraschte.

„Wie…?“, wurde ich schon behutsam auf dem Bett abgelegt.

„Wir haben uns für das Schlafzimmer deiner Tante entschieden, das hier ist das Größte und somit deins!“, bekannte er gewichtig und ich runzelte die Stirn.

„Aber ich bin doch viel zu selten da…!“, begehrte ich auf.

„Nichts da, das ist dein und Dracos Zimmer… hihihi, du solltest mal unseres ansehen, da haben wir schön bunt dekoriert!“, lehnte er entschieden ab.

„Oh Gott, nicht eure Farbgebung, die war schon immer gewöhnungsbedürftig!“, schüttelte es mich gespielt.

„Sag ich ja, aber ich find´s gelungen!“, grinste er sehr teuflisch, wurde dann aber übergangslos ernst und setzte sich zu mir auf die Kante. „Geht’s dir wirklich gut, Hermione, du wirkst sehr blass?“

„Ja, mir geht´s wirklich gut, nur die Magie der letzten Tage war ungewohnt und deshalb wohl auch so kräftezehrend… macht euch keine Sorgen. Morgen nehme ich euch auseinander!“, grinste ich betont gelassen und genoss es trotzdem, einfach nur liegen zu können.

„Darauf freuen wir uns schon… schlaf gut, Schönste. Wenn du uns brauchst, wir sind da!“, bot er sorgend an und verschwand rasch. Ich zog mich im Liegen aus, deckte mich nackt, wie ich nun war, einfach zu. Ich war so müde, der beschauliche Abend hatte gutgetan, mir fielen schon die Augen zu und ich schlief rasch ein.


Leider war die Nacht unruhig verlaufen!

Ich hätte doch jemanden neben mir gebraucht, so wachte ich mit einem Seufzen auf. Puh… hatte ich wirres Zeug geträumt, echt nicht schön… aber als ich die Staubkörner im Licht der aufgehenden Sonne tanzen sehen konnte, war ich doch erstaunt. Wie spät war es? Als ich den Tempus sprach, klappte mir vor Erstaunen der Mund auf.

Es war fast elf… Himmel wie lang war es her, dass ich so lange geschlafen hatte?

Ich fiel lachend wieder in die Kissen zurück, sie hatten mich absichtlich so lange schlafen lassen… nun gut, jetzt war es auch schon egal und ich ging nackt, wie mich die Götter geschaffen hatten, ins Bad und ließ das Badewasser ein.

Heute würde ich viel für mich tun, ich wollte gut aussehen!

Ich genoss es, mir einmal so viel Aufmerksamkeit zu schenken, machte die Duftkerzen an und schüttete die Öle in das warme Wasser, schmiss noch einige getrocknete Rosenblätter hinein und inhalierte genüsslich den sich ausbreitenden Duft in dem kleinen Bad. In der Zeit, bis die Wanne voll war, putzte ich meine Zähne gründlich, nachdem dies erledigt war, glitt ich in das Nass und tauchte unter.

Ich legte meine Haare so oft in Spülungen und Kuren ein, dass ich über eine ganze Stunde im Wasser verbrachte. Als ich herauskam, war ich ganz verschrumpelt und meine Haut dankte es mir, als ich mich gründlich mit der Bodylotion einrieb. Sie begann zu duften, nachdem sie diese wie ein Schwamm aufsog und wurde herrlich zart und weich. Ich hatte heute eine Creme gewählt, die einen leichten Goldschimmer auf die Haut zauberte und ich liebte es, so viel war klar, wie ich glitzernd im Schein der Sonne dastand.

Sobald ich vor dem kleinen Schminktisch in meinem Schlafzimmer saß, zupfte ich mir gewissenhaft die Augenbrauen und schminkte mich intensiv, aber sehr dezent. Ich blieb bei einem leichten Goldschimmer auf dem Lid, auch meine Wimpern tuschte ich nur leicht, in braun. Es war, als würde ich mich für heute Abend rüsten wie für einen Kampf. Meine Fuß- und Fingernägel erhielten auch einen leicht golden schimmernden Nagellack, ich war halt Perfektionistin und ich war aufgeregt, ich gab es ja zu, aber was sollte ich machen?

Ich kämmte und bürstete nun noch hingebungsvoll mein langes, lockiges Haar, bis es mir in weichen, großen Wellen über den Rücken floss. Ich sah hübsch aus und auch die Zeichen der Erschöpfung waren trotz der unruhigen Nacht verschwunden. Ich wirkte wieder viel gesünder.

Danach zog ich mir ein kurzes, leichtes Sommerkleidchen im Vintagestil an. Es war in einem gepuderten Blau gehalten, die Farbe hieß wohl taube. Die schmalen Spitzenträger gingen in eine filigrane Stickerei und Spitze über, die mein Dekolleté umspielte. Unterhalb der Brust fiel das Kleid in sanften Falten über meinen Körper, wurde etwas weiter und auf Hüfthöhe wurde der dünne, taubenblaue Stoff von einem mit floralen Mustern goldbestickten, durchsichtigen Stoff abgelöst.

Nur ein dünnes Unterkleidchen verhinderte, dass man durch diesen goldbestickten Stoff oder den folgenden, feinen Organza meine Haut sehen konnte. Das Kleid endete deutlich oberhalb meiner Knie, mit feiner Spitze. Zu dem Kleid wählte ich halbhohe, mattgoldene Sandalen, mit einem kleinen Pfennigabsatz und dünnen Riemchen. So aufgemotzt, wie ich nun war, ging ich runter in die Küche, um mir mein dringlich benötigtes Koffein abzuholen.

Blaise stand an der Theke und verschluckte sich geräuschvoll an seinem Saft.

„Meine Güte… wie… ein Traum!“, kam es gehaucht von ihm und er bewunderte mich mit leicht benebelten Augen. Was, sah ich so anders aus als sonst?

„Himmel, Hermione, du wirst sie alle um den Verstand bringen, wenn du da so hingehst!“, raunte er leise, dabei konnte er anscheinend den Blick nicht von mir lösen.

„Hey, was sabberst du so…?“, kamen die Twins vom Garten in die Küche und stoppten abrupt, als sie meiner Ansichtig wurden. Sie blieben erstaunt stehen und machten sofort hechelnde Geräusche.

„Jungs, also so anders sehe ich heute auch nicht aus!“, wies ich ihr gespielt doofes Verhalten von mir und schenkte mir seelenruhig Kaffee ein.

„Ach, nicht? Ich weiß nicht, Hermione, Schönste, wie ich dir das sagen soll. Ich bin schwul, schwer verliebt und hab einen Steifen!“, kam es sehr trocken von Fred und nun verschluckte ich mich fast.

„Du bist zu ordinär, aber er hat recht, du lässt mich auch nicht kalt!“, wurde George leicht rot um die Nase.

„Vielleicht sollten wir einen bekennenden Hetero fragen, Blaise?“, wackelte Fred provozierend und sehr auffordernd mit den Brauen und es passierte das, was einem so abgebrühten Slytherin eigentlich nie passierte, er wurde leicht rosa um die Nase. „Ohohoh, bei dem rührt sich auch was in der Hose!“, kicherten beide Twins teuflisch los und ich brach in lautes Lachen aus.

Ich meine, was sollte man bei dieser Diskussion sonst tun? Und als auch noch die beiden Schwestern mit einem Kichern hereinkamen, ließ Blaise peinlich berührt den Kopf auf die Platte knallen.

„Guten Morgen, Hermione!“, kam es gutgelaunt von Daphne, sie schien sich eingefunden zu haben und strahlte mich offen an. „Sie haben völlig recht, du siehst heute sehr gut aus!“

„Danke, Daphne… du siehst aber auch entspannter aus als in Hogwarts!“, versuchte ich mich in höflicher Konversation.

„Das stimmt, da wusste ich ja auch noch nicht, dass ich mir wegen der Ferien keine Sorgen zu machen brauche!“, bekannte sie gutgelaunt und mit blitzenden Augen.

„Kommt, setzen wir uns raus, die Red Devils haben sich nicht umsonst so viel Mühe gemacht!“, ging ich ins Freie und atmete tief ein, es war herrlich hier, ich wollte gar nicht weg.

„Red Devils?“, fragte mich da Astoria kichernd.

„Mein Spitzname für die zwei Chaoten, der passt wie die Faust aufs Auge und ich schenke dir einen Rat, nimm sie immer ernst und unterschätze sie nie!“, warnte ich eindringlich, dabei hielt ich fest Augenkontakt mit ihr und sie erwiderte ihn bestimmt und nickte mir dann sehr ernsthaft zu.

„Danke!“, lächelte sie verschwörerisch.

„Immer gerne doch!“, genoss ich die Sonne, kostete aus wie mich die Männer der Schöpfung umsorgten und mir einen leichten Brunch reichten, es war zu schön, wie sie um mich herumgluckten.

„Und euch gefällt es hier?“

„Ja, du hast hier ein Paradies erschaffen, Hermione!“, erklärte Daphne freundlich.

„Schön, dass es euch gefällt, ich hoffe, ihr kommt mit den Twins klar?“, hakte ich nach.

„Klar, ich mag sie, aber ich mache mir Sorgen wegen Astoria, sie wird nur sehr schwer zu bändigend sein, mit den Twins zusammen, sie heckt immer gerne was aus!“, war Daphne entspannt und offen und erzählte mir ihre Sorgen.

„Lass sie doch, hier musst du nicht so auf sie achten, sie kann tun und lassen was sie will und seien wir ehrlich, soooo klein ist sie auch nicht mehr! Hast du die Blicke von Blaise nicht bemerkt?“, fragte ich und da stöhnte sie tief auf.

„Dann hab ich mir das nicht eingebildet, … leider! Ja, hab ich! Was soll ich tun?“, wollte sie vertraulich erfahren.

„Willst du wirklich wissen, was ich dir rate?“ Sie nickte nur und sah mit mir zu den vieren, die den Garten mit Enthusiasmus weiter verschönerten, selbst Blaise, der ja angeblich nicht wollte, war mit Feuereifer dabei, nur wir zwei saßen unter dem Schatten der Laube und beobachteten sie.

„Lass sie, du machst es sonst nur schlimmer und Astoria weiß deine beschützende Art mit Sicherheit zu schätzen, aber jetzt kommt… oder besser ist sie in einem Alter, wo sie es dir nicht mehr dankt. Frag nicht, was ich in ihrem Alter schon alles getan hab… sie ist kein Kind mehr, begeh nicht den Fehler, nur das in ihr zu sehen. Sie ist eine junge Frau und so leid es mir tut, dir das zu sagen, mit einem starken Charakter, den hat sie wohl von dir!“, schmeichelte ich, wobei ich versuchte, etwaigen Unfrieden oder Streit zwischen den Geschwistern zu verhindern.

„Ach…, Hermione, wie schade, dass ich dich erst jetzt kennenlernen darf und ich verstehe, warum Harry… warum er dich so mag!“, stotterte sie unsicher, dabei wurde sie rot.

„Nicht mag, Daphne, er liebt mich… aber ich ihn auch!“, bekannte ich entschlossen, um die Weichen zu stellen und sie nickte beklommen, als ich ihr sehr wohl ihren Platz zeigte.

„Aber hab keine Angst, ich sehe in ihm das, was du in Astoria hast!“, versuchte ich sofort ihre sichtbaren Bedenken zu zerstreuen.

„Ich weiß, du kannst dich glücklich schätzen, aber meinst du wirklich, dass ich mich da nicht einmischen soll? Blaise ist…!“, gab sie unwohl zu bedenken.

„Ich vertraue Blaise, er wird mit ihr flirten aber er wird nicht bis zum Äußerten gehen, versprochen, das werde ich ihm schon klar machen. Lass uns schauen, was sich entwickelt und sei lieber froh, wenn Astoria dir nichts vorspielt und es heimlich macht, denn ehrlich, Daphne, das machen die meisten!“, erklärte ich ruhig und war froh, mit ihr reden zu können, dass sich die Stimmung entspannt hatte.

„Mhmh, hast ja recht, aber für mich bleibt sie halt mein kleines Baby!“, flüsterte sie ruhig, aber auch besorgt.

„Du bist süß, freust du dich wenn Harry da ist?“, lenkte ich ab.

„Ja, sehr, aber ich weiß so wenig über ihn, nur das Getuschel und Getratsche und was ich von ihm in den letzten fünf Jahren gehört hab, was nicht viel war…“, bekannte sie traurig und da schmunzelte ich sie ironisch an.

So fasste ich mir ein Herz und begann zu erzählen, von unserem Treffen im Zug, von unserem ersten Jahr und wie Harry mich mit Ron zusammen vor dem Troll rettete, von seinem Kampf mit Quirrell. Von seinem zweiten Jahr, als er so geschnitten wurde, da er Parsel konnte und seinem Kampf mit dem Basilisken, was sie mir gar nicht glauben wollte, da es so unglaublich klang. Von unserem dritten Jahr und von Sirius, was mich wieder leicht schwermütig werden ließ. Über unser viertes Jahr und wie ich Harry half dies alles zu überstehen berichtete ich ebenfalls und vom fünften Jahr, erzählte ich ihr die Light Version des Ministeriums.

Sie fragte auch nach seiner Familie, aber da lehnte ich ab, mit dem Verweis, dass ihr dies Harry würde persönlich erzählen müssen, da es mir nicht zustand, dies zu offenbaren, was sie sofort akzeptierte. Aber meine Anspielung, dass das ein wunder Punkt in Harrys Leben war, die erkannte sie messerscharf, wie ich an dem traurigen, wissenden Funkeln in ihren Augen ausmachen konnte.

Dieses Mädchen, das etwas zurückhaltend war, zeigte eine hervorragende Beobachtungsgabe und eine Einfühlsamkeit, die Harrys Launen gewachsen wäre. Denn eins sollte uns allen klar sein, auch Harry war kein einfacher Charakter. Aber dieses hübsche Mädchen war durch eine harte Schule gegangen und kannte Geduld und Ausdauer, was jeder bei Harry brauchte und sie schien zu tiefen Gefühlen fähig. Ich mochte sie sehr und genoss es, mit ihr zu reden, sie war eine gute Zuhörerin.

Es war später Nachmittag und Astoria stieß auf einmal einen spitzen, erschrockenen Schrei aus, weil eine große, silbrige Abgottschlange sich ihren Weg zu uns schlängelte und die säuerliche Mimik ihres Erschaffers zeigte und George sprang sofort herbei.
„Ich gehe!“, rief er nur eilig.

Er spurtete am Haus vorbei und wollte ihm wohl das Gartentor öffnen. Ich verstummte, strich mir noch einmal bewusst die Haare zurück und atmete tief ein. Das Spiel begann. Ich setzte meine Maske auf und wartete beherrscht auf ihn.

Ein „gutgelaunter“, schwarzhaariger Mann, neben einem ernsten George, kam über die Wiese um das Cottage herum, auf uns zugeeilt. Er verzichtete auch heute auf seinen schwarzen Umhang, trug nur den enggeschnittenen, langen Gehrock mit dem hohen Kragen und dem weißen Plastron, der vorne herausschaute, ansonsten war jeder kleine Knopf akribisch geschlossen, seine Miene war säuerlich verzogen, tja, wer bei der Hitze auch so rum lief konnte nur schlecht gelaunt sein, zeigte ich mich zynisch.

Ich spürte, wie sich Daphne bei dem für sie überraschenden Anblick von Snape versteifte.

Er hielt mit einem ironischen Grinsen im Gesicht vor mir und ein gieriges Glimmen trat bei meinem hergerichteten Anblick in seine tiefen, dunklen Obsidiane, das er nicht vor mir verbergen konnte, aber ich wusste, keiner der anderen nahm es wahr.

Dafür musste man ihn schon wahrlich gut kennen und auch ich musste an unser Intermezzo vor zwei Tagen denken. Mein Outfit schien auch ihm zuzusagen, so wohlgefällig wie sich seine Mundwinkel leicht nach oben verzogen, aber so eine Reaktion wie von Blaise oder den Twins konnte man von einem Snape wahrlich nicht erwarten.

Ich war sitzen geblieben und sah ihn nur ruhig an, ließ seine Inspektion abwartend über mich ergehen.

„Komm, wir wollen doch nicht zu spät kommen, du wirst erwartet!“, schnarrte er nur kalt und Daphne sah hektisch und bestürzt zwischen uns hin und her.

„Ach und ich dachte schon, wir könnten Ihnen noch ein Glas Eistee anbieten!“, lächelte ich süffisant.

„Sehr witzig, nun komm!“, drängte er und ich erhob mich folgsam, wollte ihn ja nicht zu sehr reizen. „Miss Greengrass, Mr. Zabini…, die rote Pest!“, verabschiedete er die Runde in seiner so eigenen, charmanten Art.

„Hermione, pass auf dich auf, melde dich!“, verabschiedeten sich alle irgendwie furchtsam. Snape verdrehte genervt die Augen, reichte mir, nun wohl am Ende seiner Nerven, dennoch sehr galant seinen Arm und ich legte artig meine Hand auf den in den schwarzen Stoff eingehüllten Arm, winkte zum Abschied und ging äußerlich gefasst, schweigend meinem Schicksal entgegen. Was sie sich wohl für mich ausgedacht hatten?


Zuletzt von queenie am Fr Mai 10, 2013 9:43 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Kapitel 98-100 Empty
BeitragThema: Malfoy Manor   Kapitel 98-100 EmptyDo Feb 09, 2012 2:48 am

Malfoy Manor


Snapes Sicht

Als wir unter der ausladenden, alten Eiche standen, blickte sie versonnen auf das wirklich romantische, kleine Cottage, das ihr gehörte. Ich verstand auch, warum es sie nicht ins Manor zog, aber sie hatte gewusst, auf was sie sich einließ. Doch sie hielt sich wie erwartet, man sah ihrer Miene nichts an, sie war unleserlich und emotionslos, sie war gut!

Sie hatte mich heute mit ihrem Aussehen regelrecht überrumpelt. Ihr Kleid umschmeichelte ihre schlanke Gestalt sehr vorteilhaft, dank meines Könnens, immer gelassen zu bleiben, hatte ich auch diese Hürde, die sie darstellte, souverän umschifft, aber sie sah heute fantastisch aus und wie sie duftete. Ich hatte sie durch ihre Gedanken damals bei der Überprüfung ihrer Okklumentik-Fähigkeiten in ihrem Ballkleid gesehen und so umwerfend wie damals war sie heute wieder.

Ihre Haut strahlte in einem zarten, goldfarbenen Glanz. Sie würde wohl aus Lucius‘ Sicht wahrlich zum Anbeißen aussehen, dachte ich recht sarkastisch und fühlte wieder ihre Hand, die leicht auf meinem Arm lag und nun blickte ich zu ihr, wartete bis mich ihre dunkelbraunen Augen fokussierten und als sie es taten apparierte ich uns.

Kaum standen wir auf der breiten Auffahrt, die zum Manor führte und die von einer mächtigen, gepflegten, magischen Eibenhecke zu beiden Seiten umsäumt wurde, blieb sie stehen und blickte sich staunend um.

Ich versuchte zu verstehen, was sie erblickte, da ich das Manor seit meiner Kindheit kannte war es für mich unspektakulär normal und so schaute ich auf das große, wuchtige, schmiedeeiserne Doppeltor, welches dasselbe Zeichen in der Mitte trug wie sie auf ihrem Bauch, das verschlungene und verschnörkelte „M“ der Malfoys!

Ich war immer noch verwundert, dass sie es einfach akzeptierte, dass sie nun zu dieser, meiner Familie gehörte und dies mit derartiger Langmut und hocherhobenem Haupt ertrug. Denn sie wusste eindeutig, denn blauäugig war sie noch nie gewesen, dass dies keine nette, normale Familie war.

Wir achteten aufeinander, aber uns machte das gegenseitige Spielen zu viel Spaß, als dass wir nicht immer versuchen würden, uns gegenseitig Knüppel zwischen die Beine zu werfen. Es ging rau zu hinter diesen hochherrschaftlichen, aristokratischen Mauern, aber eines hatte ich in diesem letzten Jahr über sie erkennen müssen, wenn jemand mit uns mitspielen konnte dann sie. Und die Gefahr bestand durchaus, dessen war ich mir bewusst, dass sie irgendwann die Spielregeln für diese Familie aufstellen würde, wenn wir nicht sehr genau aufpassten, da sie ein gerissenes, verschlagenes Biest war.

Den Fehler, sie zu unterschätzen, würde ich nicht begehen… nicht mehr, wie ich mir zähneknirschend eingestand.

Hinter dem Tor konnte man die weit auslaufende Größe der parkähnlichen Anlage erahnen. Vor dem großen Herrenhaus, auf dem breiten Kiesweg, fing ein protziger, weißer Springbrunnen, aus dem unablässig Wasser plätscherte, den Blick jedes Besuchers unweigerlich ein. Und Lucius‘ verdammt nervige, schrecklich eingebildete, weiße Pfauen stolzierten königlich über den Hof als gehörte ihnen die Welt.

Die stolzen Viecher waren über das ganze Anwesen verteilt und gingen mir mit ihren komischen Lauten gefährlich auf die Nerven. Als ich einmal so ein lästiges Viech gegrillt hatte, bekam der Hausherr einen Tobsuchtsanfall, der mich doch das Scheißvieh fast wieder herbeisehnen ließ. Lucius und seine weißen Pfauen, ja die Farbigen kamen ihm nicht ins Haus, das war wie eine Symbiose, eine nervenaufreibende wohlgemerkt! Aber mit ihrem erhabenen Herumstolzieren ähnelten sie Lucius doch irgendwie dramatisch.

Das Anwesen, das sich in den Himmel reckte, hatte eine unglaublich feudale, aber auch düstere Präsenz. Es war uralt und konnte mit Hogwarts mithalten, hatte aber immer wieder bauliche Veränderungen durchlaufen, so war die letzte äußerliche Veränderung zur Elisabethanischen Zeit erfolgt und die Fassade war aus dieser erhalten geblieben. Es war zweigeschossig und dann folgten darauf viele Türme, die noch einen dritten Stock darauf bildeten, auch wenn sie immer nur ein großes Zimmer enthielten. Der zum Bau verwendete goldgelbe Sandstein, ein edler Baustoff, wie er auch für Kirchen und Kathedralen verwendet wurde, untermauerte den hochherrschaftlichen, standesgemäßen Eindruck. Das Dach der spitz zulaufenden Türme war in glänzenden, schwarzen Ziegeln eingedeckt.

Es gab eine Unmenge von riesigen Sprossenfenstern, die blind wirkten und so dem Ganzen vielleicht einen unheimlichen Touch gaben, da sie so ominös reflektierten aber diesem Bauwerk genau dieses vornehme Aussehen verliehen, welches man bezweckte.

Der Haupteingang lag unter einem Vordach, das von mehreren geraden Säulen flankiert wurde und darauf schritten wir nun zu, nachdem wir das Tor passiert hatten, das für mich magisch weit aufschwang.

„Wo sind wir hier, Sir?“, musste ich mir innerlich bei ihrem unsicheren Ton das Schmunzeln verkneifen, kein selbstbewusstes Severus mehr. Das Biest schien sich nicht wirklich zu trauen, mich derart vertraulich anzusprechen, das musste ich mir merken.

„Wiltshire!“, antwortete ich ihr zuvorkommend, als sie abrupt stehen blieb und ich mich ihr zuwandte, um sie mit einer erhobenen Braue zu mustern.

„Aber… aber mein Cottage liegt auch in Wiltshire!“, sprach sie da regelrecht perplex aus und ich verzog ob ihrer Ungläubigkeit erheitert einen Mundwinkel nach oben.

„Wer hat gesagt, dass wir weit weggehen? Wie du vielleicht weißt, ist Stonehenge ganz in der Nähe, da ist es kein Wunder, dass sich ein Malfoy in unmittelbarer Nähe angesiedelt hat!“, kam es sehr bissig von mir, aber sie überraschte mich, da sie mir ein teuflisches, zustimmendes Grinsen schenkte und nickte.

„Da haben Sie recht!“, meinte sie sehr wissend, was mich doch verwunderte, sie schien alles immer sehr gut einschätzen zu können und sich wahrlich keinen Illusionen hinzugeben.

Ich schritt weit ausholend los und wir näherten uns dem großen, prächtigen, doppeltürigen Eingangsportal, das lautlos aufschwang als ich kam, ich war kein Typ der Unnützes grundlos in die Länge zog.

Die Eingangshalle war groß und schlicht, erinnerte in ihrem geradlinigen Charme an die mittelalterliche Zeit, ohne zu viel Schnickschnack, mit dem cremig weißen Stein. Prächtig waren nur die protzigen Ahnenbilder, die im ganzen Haus verteilt waren und eine über tausendjährige Geschichte erzählten. Hier im Eingangsbereich hingen die uralten Gründerportraits der Familie und lasst mich sagen, die Männer der Familie waren immer alle so weißblond wie es Lucius und Draco waren, genauso wie die Mitglieder der Familie Prince immer eine pechschwarze Haarmatte ihr eigen nennen durften!

Ein dicker, wertvoller Teppich lag aus und verschluckte unsere Schritte. Ich strebte zu der großen, hellen, steinernen Treppe, die sich nach fünf Stufen nach links und rechts teilte und in die verschiedenen Flügel führte.

Ich hatte wieder ihren Arm ergriffen und ihn bestimmt untergehakt, führte sie nun bestimmt nach rechts, da die Herren der Schöpfung Malfoy in der rechten Haushälfte residierten, wie ich sie aufklärte und dort ihre Gemächer hatten. Lucius im ersten Stock und Draco im zweiten und genau da lotste ich sie nun hin. Ich informierte sie noch darüber, dass Narcissa im ersten Stock des linken Flügels residierte und sie diesen immer meiden sollte.

Als wir den zweiten Stock erreichten, mussten wir den hinteren Teil des Manors ansteuern, da die vorderen, zum Eingangsportal gelegenen Räumlichkeiten, die persönlichen Repräsentationsräume waren und die privaten Gemächer der oberen Stockwerke nach hinten hinausgingen, mit Blick über die beeindruckende Parkanlage und den dahinter beginnenden, magischen Wald.

Auch das Gestüt war ganz am anderen Ende sichtbar, wo der ganze Stolz von Abraxas untergebracht war. Er hatte die weißen, geflügelten Pferde geliebt, die perfekte Zug- und Reittiere waren. Sein Vater hatte mit der Zucht der Abraxaner begonnen und seinen Sohn nach diesen so stolzen, eigenwilligen und schwer zu züchtenden Pferden benannt und auch noch heute hatte Lucius ein Händchen für die so aufwendige Zucht und Pflege der Pferde.

Das Haus war wirklich riesig. Haus war das falsche Wort, eher Prachtbau. Wir erreichten endlich Dracos Zimmertür und ich öffnete galant, um ihr den Vortritt zu geben. Ich mochte ein ungemütlicher Zeitgenosse sein, aber Erziehung hatte ich dank meiner Großmutter Honoria genossen, sonst hätte es was gesetzt. Und dank Draco, war Hermione eine Dame des Hauses und somit gebührte ihr hier mein Respekt, wie ich verärgert feststellen musste, warum immer ich?

Es machte mir viel mehr Freude, sie durch die Gegend zu schubsen, lächelte ich und hatte imaginär ein sehr plastisches Bild davon vor Augen wie sie hinfiel.

Sie blieb stehen und betrachtete die großzügige Suite von Draco und selbst ich fand den Raum gelungen. Dunkelbraune Holzvertäfelungen waren an den unteren Teilen der Wände angebracht, darüber war eine Seidentapete gespannt. Die Ornamente waren in Silber und Dunkelgrün gehalten, sehr stimmig, genau wie auch die breiten, mit Brokat gepolsterten Sessel der wuchtigen Ruheoase vor dem großen, aufwendig gestalteten, schwarzbraun gesprenkelten Marmorkamin, der sich in der Mitte auf der linken Seite befand. Das Zimmer war lichtdurchflutet, durch die sehr hohen Sprossenfenster, die von den schweren Brokatvorhängen umrahmt wurden.

Ein Blick nach oben zeigte eine mit aufwendigem stuck verzierte Decke. Die rechte, dunkelbraune Tür führte in das Boudoir, das genau dieselbe Farbgebung hatte. Der Wohnraum hatte noch ein Bücherregal mit Dracos bevorzugter Lektüre und eine große Weltkugel, in deren Inneren sich eine gutausgestattete Bar befand. Die hatte ich ihm in einem ungeplanten Anfall von Großzügigkeit geschenkt, als er den ersten Trank der lebenden Toten perfekt gebraut hatte, Belohnung musste sein.

Sie war in die Mitte des Raumes getreten, wo sie nun stand, mitten auf dem edlen Seidenteppich und drehte sich im Kreis. Sie passte ausgezeichnet in diese ausgesuchte Umgebung und selbst ihr Kleid wirkte farblich wie abgestimmt.

„Ich werde dich nun verlassen!“, verkündete ich knapp und sie maß mich mit erhobener Braue.

„Draco lenkt Lucius ab, im kleinen Salon, du solltest hier warten, verlass bloß nicht den Raum…“, warnte ich sie eindringlich.

„Sehe ich so aus als wäre ich lebensmüde?“, fragte sie süffisant über die Schulter und ging auf die Fenster zu, um sich die Umgebung anzusehen.

Ich trat langsam auf sie zu, blickte über ihre Schulter auf die prächtige Aussicht und flüsterte ihr zu:

„Machst du dir Sorgen wegen Lucius?“

„Ein wenig!“, murmelte sie leise und ich war nun ganz nah an ihrem Rücken, ihr unverwechselbarer Duft stieg mir in die Nase und ich mochte, was ich roch.

Ich legte ganz sachte und langsam meine Finger auf ihre unbedeckte Schulter und glitt langsam, spielerisch ihren Arm hinab, sie war bei meiner Berührung nicht zusammengezuckt sondern hatte sich vertrauensvoll an meine Brust gelehnt, eine unerwartete Reaktion, die ich aber durchwegs genoss.

„Das musst du nicht, er wird dich nicht verletzen!“, hauchte ich ihr beruhigend entgegen.

„Das weiß ich, aber er könnte mich in sein Bett befehlen!“, kam es resigniert und sehr hart von ihr, als meine Finger wieder den Weg aufwärts fanden und über ihre so zarte und weiche Haut strichen, konnte ich ihre sehr pragmatische Sichtweise nur bewundern, da sie sich keinen Illusionen hingab.

„Und wenn schon, das sollte für dich doch kein Problem darstellen!“, zischte ich aber doch böse und irgendwie gehässig, da kam der Ärger wieder in mir auf und ich sagte dies sehr kalt und barsch.

Ich fühlte, wie sie sich leicht versteifte, sich wieder aufrecht hinstellte, Abstand zwischen unsere beiden Körper brachte, dabei aber immer noch ihren Blick gebannt über die Landschaft wandern ließ.

„Das sollte es nicht, aber ich will nicht und es würde Draco verletzen!“, erklärte sie sehr bedacht und ging auf meine Provokation nicht ein.

„Wenn das so ist… werde ich ihn nun über dein Eintreffen informieren!“, löste ich meine Hand von ihrer Schulter und wandte mich entschlossen ab, warf einen Blick zurück und bemerkte, wie sie ihre Hand auf die Stelle gelegt hatte, auf der bis vor einer Sekunde die meine gelegen hatte. Anscheinend hatte es ihr Halt gegeben. Ich musste mich sehr zusammenreißen, um ihr nicht zu zeigen, dass nicht nur Lucius sie in sein Bett holen wollte.

Ihre derart neutral gesprochen Antwort hatte mich jedoch aufgebracht, dass sie es wirklich und wahrhaftig durchziehen würde und es sogar akzeptieren könnte, mit Lucius das Bett zu teilen. Sie war wirklich skrupellos, aber Hoffnung gab es noch, da sie selbst sagte, sie wollte nicht und wie ich sie kannte, würde sie bis zum letzten Moment kämpfen, um das zu verhindern.

Währenddessen ging ich zur Tür und eilte den ellenlangen Weg zurück in den Salon, der sich nahe der Eingangshalle befand.

Ich kam wieder im Erdgeschoss an und schritt durch die kleine Tür zum „kleinen Salon“, ja genau, es gab kleine, kleinste, große und größere Salons, verwirrend, ich weiß, aber dieser zentrale Salon war Lucius‘ Lieblingssalon, in dem er sich bevorzugt aufhielt, warum?

Weiß der Teufel, ich nicht.

Der Salon hatte, obwohl er der „Kleine“ war, einen großen, in die Mauer gehenden, steinernen, recht schmucklosen, alles dominierenden Kamin, dieser Teil des Hauses kam aus dem tiefsten Mittelalter. In dem Kamin hätte eine Kuh Platz gefunden um gegrillt zu werden und trotz der sommerlichen Temperaturen prasselte ein großes Feuer in ihm. Der Boden war mit schwarzen Holzplanken ausgelegt, auf denen wieder einer der sauteuren Teppiche lag, auf die Lucius so stand.

Er war so selbstverliebt, dass ein riesiges Bild das „Malfoy Manor“ in seinem ganzen Prunk und in all seiner Pracht zeigte und dabei fast eine ganze Wandseite einnahm .

Er saß in seinem hohen, schwarzen, ledernen Ohrensessel und hielt seinen Cognacschwenker lässig in der aristokratisch Hand, während er die goldene Flüssigkeit nachdenklich betrachtete und gedankenverloren mit seinem Gehstock in der anderen Hand spielte. Ich hasste diesen protzigen Stock, mit dem er immer rumwedelte. Der Raum beherbergte auch noch viele wertvolle Einrichtungsgegenstände, wie einen wunderschönen Sekretär und viele schwere Truhen und Tischchen, auf denen sich allerhand Tand auftürmte.

Lucius trug einen dünnen Brokatgehrock. Die Grundfarbe war grün mit braunen Ornamenten. Er hatte ihn heute hochgeknöpft und an den Handgelenken und am Hals blitzte das blütenweiße Hemd hervor. Sein seidiges, helles Haar trug er offen, dabei blickte er gelangweilt durch die Gegend, an jeweils einer Seite von ihrem „Herrchen“ hockten seine zwei riesigen Wolfshunde, die er schon als kleiner Junge mit einer Vehemenz haben wollte, die so enervierend gewesen war, dass es nicht zum Aushalten war. Er hatte mal in einem Buch gelesen, dass Wilhelm der Eroberer diese Hunde geliebt hatte, sagte doch alles über Lucius‘ Art sich selbst zu sehen und die Namen erst, waren wahrlich dekadent. Ich weigerte mich noch heute, die Namen der zwei Tölen zu benützen. Duke und Duchess, bitte, weil ich einen Hund so ansprechen würde, kam gar nicht in Frage, das würde nie und nimmer passieren.

„Ah… unser dunkler, wie immer schlechtgelaunter Schatten ist wieder da! Den Weg aus den finsteren Kerkern gefunden?“, kam es auch schon süffisant von ihm und er prostete mir zu. „Was hast du gemacht, Severus?“

„Nichts was dich interessieren müsste oder gar würde, Lucius, mein Freund. Draco, leistest du uns weiter Gesellschaft?“, blickte ich interessiert zu dem auf der Fensterbank sitzenden Draco, der nur eine dunkelgraue Hose trug, ein schlichtes weißes Hemd und ein offenes, kurzes, passendes, dunkles Jackett, sehr leger.

„Nein, ich werde mich in meine Gemächer zurückziehen, Vater, Severus!“, verabschiedete er sich höflich und gab Stoff, um zu Grang… ähm, um zu ihr zu kommen!

„Draco, warte… warum hat er es auf einmal so eilig?“, fragte Lucius indigniert und zog verärgert die elegante, schön geschwungene, helle Braue nach oben.

„Woher soll ich das wissen? Die Jugend halt!“, motzte ich gewohnt und glitt geschmeidig auf den Sessel.

„Wie laufen deine so weitläufigen Aufgabenfelder, Severus?“, kam es sehr blasiert von ihm.

„Warum immer so neugierig, Lucius?“, fletschte ich genervt die Zähne.

„Weißt du, wo dieses kleine Mudblood ist?“, wollte da auch schon Lucius gespielt gleichgültig erfahren, dabei fasste er mich betont desinteressiert ins Auge und ich stöhnte auf, wenn ihm langweilig war, kam er nur auf bescheuerte Ideen.

„Beschäftigt sie dich so sehr? ... Aber woher soll ich das wissen, oder vielleicht will ich es dir nur nicht sagen?“, offenbarte ich ihm ein sehr zynisches Grinsen, das ihn affektiert die langen Strähnen zurückwerfen ließ.

„Ach… tu doch nicht so … glaubst du, Draco weiß was? Er ist immer so verstockt, wenn die Sprache auf sie kommt!“, erzählte er träge und langgezogen. Lucius war gut, immer gut in so was gewesen, selbst die kleinsten Nuancen der Veränderung zu erkennen und wahrzunehmen und gerade war er misstrauisch, wie ich sehr wohl bemerkte, dabei spannte ich mich minimal an.

„Apropos, was hast du Draco beschafft, dass er so schnell abgezogen ist?“, legte er sein hübsches Köpfchen provozierend langsam schief und fokussierte mich hart, durchbohrte mich regelrecht.

„Wie kommst du darauf?“, fragte ich betont gleichmütig.

„Ach, wollt ihr mich für dumm verkaufen? Da müsst ihr bedeutend früher aufstehen!“, verkündete Lucius verschlagen, bevor mein alter Freund trocken auflachte, um danach von seinem Getränk zu kosten.

„Lucius, was willst du wissen?“, forschte ich direkter nach und er schüttelte noch immer leicht sein Haupt über unseren Versuch, ihn hinters Licht zu führen.

„Das was ihr verschweigt. Sagst du es mir, oder nicht?“, antwortete er auf meine Frage mit einer provokanten Gegenfrage, was ich gar nicht mochte, aber lustig war es schon irgendwie.

„Warum sollte ich etwas erfinden? Ich finde, da solltest du Draco fragen, rufe ihn doch!“, bot ich generös an, es war sehr belustigend, wie wir uns umkreisten und umlauerten.

Da stellte er sein Glas schwungvoll auf den Tisch mit den gewundenen Beinen und erhob sich geschmeidig aus seinem Sessel.

„Nein, ich denke nicht, ich werde ihm einen Besuch abstatten!“, entschied er, verdammter Lucius, er hatte aber auch immer ein Gespür wie ein Trüffelschwein.

„Lucius…!“, versuchte ich noch ihn zu bremsen, aber es hatte schon keinen Sinn mehr, da er abbrauste wie ein Rennbesen, wenn er einmal Lunte gerochen hatte, war er nicht mehr zu halten, hatte niemand gesagt, dass man sich mit der Rechten Hand des Dark Lords anlegen sollte.

Er war nicht umsonst, der Mann, der er war!

Ich erhob mich rasch und eilte Lucius hinterher, um ihn von eventuellen Untaten abzuhalten. Ich hatte keine Ahnung, in was für einer verfänglichen Situation Lucius die beiden antreffen könnte.

„Lucius!“, erreichte ich ihn an der Tür zu Dracos Gemächern und erreichte, dass er mir kurz über seine Schulter einen ungeduldigen Blick zusandte.

„Waass, Severus…?“, erklang es provozierend langsam und er öffnete schon die Tür, betrat das leere Wohnzimmer.

Wir vernahmen plötzliches Gelächter aus dem Schlafzimmer, da schienen sich zwei köstlich zu amüsieren und ich verdrehte ob der Theatralik des Momentes die Augen, das bekamen echt nur Malfoys hin.

Da drehte sich mir Lucius mit dem Oberkörper zu und fokussierte mich interessiert.

„Du hast Besuch gebracht? Warum wurde ich diesem nicht vorgestellt?“, hauchte er da hochnäsig und warf sein langes Haar dramatisch über die Schulter. Ich rollte die Augen, Lucius und seine bühnenmäßigen Auftritte, ich tat mir leid.

Nun ging er auch schon zur Schlafzimmertür und riss sie rasch auf. Ein Tusch hätte gespielt werden sollen, in diesem denkwürdigen Moment, als sie enttarnt wurde.

Wir erblickten Draco, der mit dem Rücken angelehnt an einem der wuchtigen, gedrillten Beine des Himmelbetts stand und die Arme um eine kleine, vorwitzige Person geschlungen hatte und sie soeben leidenschaftlich küsste.

Als Lucius wie ein blonder Racheengel das Zimmer erstürmte, riss sie sich erschrocken von Draco los und wandte sich uns bestürzt zu. Der Träger auf ihrer rechten Seite war herabgerutscht und verlieh ihr, zusätzlich zu ihren geröteten Lippen und dem nun unordentlichen, wirren Haar, ein verruchtes, verboten sündiges Aussehen.

Ich bemerkte an Lucius‘ sehr geradem Rücken, wie er sich noch mehr versteifte als er registrierte, wer die Frau war, die sich gerade mit seinem Sohn vergnügte. Und ich muss sagen, sie bot ein atemberaubendes Bild, als auch noch die letzten Sonnenstrahlen in das Zimmer schienen und ihre Haut glitzerte und golden aufleuchtete. Es war ein verführerisches Bild, das sie bot… glücklicher Draco!

Was mich auf den Gedanken brachte, mal meinem geschätzten Patensohn einen Blick zu und das was ich ausmachte, ließ mich vorsichtig und wachsam werden. Er trug einen verschlagenen Blick in seinen aufgewühlten, sturmgrauen Augen, nachdem er derart unrühmlich unterbrochen worden war.

Ich konnte sehen, wie er von hinten seinen rechten Arm um ihre Hüfte schlang und sie mit einem besitzergreifenden Ruck an seine Brust zog, was sie überrascht aufatmen ließ. Dracos linke Hand umfasste sie nun von hinten und er legte sie zwischen ihre Brüste, drückte ihren Oberkörper fest an sich, hielt sie so gefangen, presste sie regelrecht grob an seine Brust und ich sah, wie er uns ein diabolisches Grinsen schenkte, während sie einfach nur überrumpelt wirkte.

Ich konnte mitverfolgen, dass sie sichtlich verkrampfte, als Draco ihr plötzlich recht ordinär mit der rechten Hand den Rocksaum ihres Kleides anhob. Ich konnte nicht verhindern, große Augen zu bekommen, das würde er nicht tun, oder?

Das war nicht sein Ernst? Er würde Lucius das nicht so… so provozierend unter die Nase reiben?

Aber ein taxierender Blick in die bösartigen, grauen Augen von Draco überzeugte mich davon, dass ich meine Hoffnungen schnell begraben sollte. Ich sah, wie sie nach der ersten Schrecksekunde verstand und nun begann, sich gegen den festen Griff von Draco zu wehren, da es für sie als Frau doch sehr demütigend war, wie er dermaßen lasziv träge ihr Kleid in seiner Faust raffte und sie langsam, aber sicher vor uns entblößte. Aber er verstärkte nur den Griff um ihre Brust und sie versuchte verzweifelt, diese Hand zu lösen.

„Draco… was hat sie hier zu suchen?“, konnte wir Lucius‘ klaren, kalten Bariton durch den Raum wehen hören, der das Schauspiel bisher stumm verfolgt hatte.

„Geduld, Vater, Geduld!“, meinte Draco da nur geheimnisvoll und enthüllte nun tatsächlich ihren Slip und sie schloss schlussendlich gequält die Augen, drehte geschlagen den Kopf zur Seite, was eine ausnehmend erotische, aufgebende Geste war.

So ungerne ich es mir eingestand, aber diese Frau hatte eine unglaublich fesselnde Anziehung auf mich, aber auch auf Lucius, wie ich an seiner stockenden Atmung vernehmen konnte, oh ja, das Mudblood ließ uns alle nicht kalt, zu meinem unendlichen Leidwesen.

„Was…?“, zischte da Lucius gepresst, als wir immer mehr von ihrem Seidenhöschen mit der Spitze ausmachen konnten.

„Draco… nein!“, bat sie da leise, mit immer noch abgewandtem Haupt.

„Schsch, entspann dich!“, hauchte er ihr verschwörerisch ins Ohr und wir konnten alle beobachten, dass ihr eine Gänsehaut über den unseren Blicken ausgelieferten Körper lief.

„Was geht hier vor?“, versuchte Lucius zu donnern, doch er klang leicht abgelenkt.

Draco ließ sich aber nicht aus der Ruhe bringen, er zog weiter mit Bedacht den Stoff in die Höhe, enthüllte langsam mehr und mehr Haut von ihr und ich trat nun aus Lucius‘ Rücken neben ihn, um eventuell einzugreifen, wenn die Bombe platzen und die Zeichnung erscheinen würde. Alsbald hörte ich, wie Lucius scharf die Luft einsog. Nach einem scheelen Seitenblick zu diesem erkannte ich, dass er leicht blass geworden war, eine ungewöhnliche Reaktion von dem sonst so beherrschten Oberhaupt der Familie.

„Siehst du das, Vater? Ich hab sie mir vor dir geholt, ich habe sie gezeichnet, sie gehört mir… sie gehört zu uns…“, flüsterte Draco sehr anrüchig und wir konnten beobachten, wie er mit einem Finger lasziv, zärtlich über die Konturen der schwarzen Tätowierung strich und sie leicht unter seinen Fingern erzitterte.

„Wann, wie, was fällt dir überhaupt ein?“, zischte Lucius, der sich gerade wieder fing, dann sehr aufgebracht, leise und es wurde sehr kühl im Raum als seine Wut aufloderte.

„Also bitte, Vater, wenn dann bist du jetzt nur beleidigt, dass ich schneller war als du! Aber du fragst wann? Am Abend des Weihnachtsballs habe ich sie gezeichnet und mir einverleibt, du kommst zu spät, ich war es, der sie aufgenommen hat…“, beschied Draco seinem Vater malfoyhaft überheblich und dieser umfasste seinen Gehstock so fest, dass seine Knöchel weiß anliefen, bei dieser offen geäußerten Provokation.

„Du kannst sie doch nicht einfach in die Familie aufnehmen! Bist du von allen guten Geistern verlassen? Sie ist ein Mudblood!“, schrie der sonst immer so beherrschte, snobistische Aristokrat aufgewühlt und starrte seinen Sohn verachtend in Grund und Boden.

„Vater, Vater… Hermione ist mehr als ein Mudblood, der Tag wird kommen, an dem du mir auf Knien danken wirst, dass ich diesen Schritt, für den du dich nie hättest entscheiden können, gemacht habe. Hermione ist so viel mehr!“, klang Dracos Verehrung für diese Frau sehr stark durch und das ließ mich doch abwägend und misstrauisch die Augenbraue heben.

Sie hatte sich Draco zu hundert Prozent vereinnahmt, er war ihr verfallen!

„Draco, wo ist dein Verstand? Mudbloods sind nur zum Ficken gut, sonst nichts!“, verkündete Lucius abwertend, vulgär und wütend. Eine ungewohnt involvierte Reaktion, wie es sonst nicht Lucius‘ gewöhnlich unterkühlte Art war, mit unerwarteten Situationen umzugehen, sollte es ihn doch innerlich so sehr aufwühlen und ärgern, dass sein Sohn ihm zuvorgekommen war?

Dies war ein offener Disput, der zum größten Teil darauf zurückzuführen war, dass Draco Lucius wirklich ausgestochen hatte. So war dieser schrecklich beleidigt und gekränkt, das verkrafteten Malfoys echt schlecht und die beiden sprachen über sie, als wäre sie nicht da, was ihr überhaupt nicht passte, wie ich an ihrer missbilligen verzogenen Miene bemerken konnte.

Aber die anderen beiden waren zu sehr damit beschäftigt, sich gegenseitig aufzuplustern, um dies zu registrieren, dabei hatte ich schon vor langer Zeit gelernt, dass man das Biest nie aus den Augen lassen sollte und so auch jetzt, autsch, Draco, autsch.

Ich vernahm von ihr ein Schnauben, als wäre sie eine wütende Stute und da beobachtete ich sie genau, das würde doch noch sehr spannend und für mich sehr unterhaltsam werden.

Sie stand immer noch schrecklich derangiert, aber auch sündig verboten da, mit dem verführerisch hochgehobenen Saum. Dracos Hand lag nun besitzergreifend flach auf dem gesamten Mal und der Träger hing noch immer vergessen von ihrer Schulter.

Wir sahen an sich immer noch alles und da riss sie sich abrupt los, wirbelte zu Draco herum und verpasste ihm eine gepfefferte Ohrfeige, auf dass sein Kopf nur so nach hinten flog. Da Lucius immer näher an das Paar herangeschlichen war, stand er für sie perfekt. Sie flog herum und fuhr mit einem wütenden Knurren auch Lucius mit ihrer Hand übers Gesicht, hatte dabei nicht weniger Schwung als bei Dracos Ohrfeige, was Lucius überrascht über ihre Brutalität keuchen ließ, etwas, was ihm sonst auch nie passierte.

Aber ich sagte es ja beständig, unterschätzt nicht das Biest, aber es wollte ja keiner hören! Also mussten sie fühlen, selbst schuld!

Sie selbst hielt keine Sekunde in ihrer Raserei inne, stürmte in einer einzigen, geschmeidigen Bewegung zur Badezimmertür und knallte diese mit einem lauten Knall hinter sich zu. Was für ein brillanter Abgang!

Das Drama-Potenzial schien sie von den Malfoys schon perfekt übernommen zu haben, ging es mir sarkastisch durch den Kopf und ich zollte ihrer Dramaturgie durchaus Respekt.

Patsch! Das war faszinierend, innerhalb von Sekunden hatte sie die zwei Malfoy Männer ausgeknockt, die über den so plötzlichen, brutalen Überfall sehr erstaunt und vollkommen perplex wirkten.

Ich trat näher zu Lucius und musste mir ein Lachen schmerzhaft verdrücken, da ihn auf der linken Wange drei wunderbare Kratzer zierten. Sie hatte ihn mit ihren Fingernägeln malträtiert und nicht wie bei Draco nur zugeschlagen, seine Wange schwoll schon an und war knallrot. Offensichtlich hatte sie ihren Schwung gut genutzt, denn das Blut perlte seine Wange hinab und ich sah das absolute Erstaunen in seinem Blick. Der Mann stand vollkommen neben sich, solche Tätlichkeiten war er nicht gewöhnt.

„Ich habe immer gesagt, sie ist eine Wildkatze, dieses Biest!“, entglitt mir nun doch ein gehässiges Schmunzeln und ich erntete einheitliche mörderische Blicke von Vater und Sohn, war klar, jetzt waren sie sich wieder einig.

„Ich glaube, ihr hat nicht gefallen, dass wir so über sie geredet haben!“, stimmte mir dann aber Draco kleinlaut zu. Ihr Handabdruck leuchtete eindrucksvoll rot von seiner blassen Alabasterhaut.

Herrlich, das würde die nächsten Monate für mich lustig werden, dachte ich versonnen, fast schon verzückt, bei der heiteren Aussicht.

„Was ist hier gerade passiert?“, fragte der sonst immer so souveräne Lucius leicht pikiert, aber auch irgendwie abwesend, als er sein Blut auf seinen Fingerspitzen entgeistert begutachtete.

„Das Biest ist passiert, Lucius! Du wirst dich daran gewöhnen, aber ich glaube, wir sollten alles Weitere woanders besprechen, nicht dass sie noch aus dem Bad stürmt und uns alle verhext!“, entgegnete ich sehr erheitert und schüttete meinen Spott über den beiden aus.

Das machte Spaß, schließlich hatte sie mir auch schon einmal einen ungalanten Tiefschlag verpasst, da war es nur gerecht, dass auch die beiden Gockel unter ihr litten.

Lucius, der sonst immer so überlegen und selbstbewusst war, zeigte sich augenblicklich sehr verwirrt und legte eines seiner mit einem Monogramm versehenen Stofftaschentücher an seine blutige Wange. Das Mädchen war Gold wert. Ich hatte ihr soeben großmütig verziehen, dass ich mal so einen perplexen Lucius erleben durfte, war unbezahlbar!

Meine Laune war süperb, wie Lucius sagen würde, er liebte dieses bescheuerte Wort!

Danke, aber eines war klar, er hätte jeden anderen Menschen, der dies zu tun gewagt hätte, auf der Stelle getötet, aber er schien schon jetzt und wenn es nur unbewusst geschah, einem Instinkt folgend darauf zu verzichten. Er schien das Mal sofort anerkannt zu haben, das war gut, sehr gut und diese Erkenntnis war viel Wert für das kommende Gespräch.

„Du wusstest davon, Severus!“ Es war keine Frage, sondern eine Feststellung und es spiegelte sich der unheilverkündende Sturm in den dunkelgrauen Augen, während er mich wissend maß und sich dann wieder mit hochmütiger Miene seinem Sohn zuwandte.

„Ja… du, junger Mann, hast einiges zu erklären!“, drehte er sich drohend um und schritt herrschaftlich hinaus wie nur er es konnte und ich winkte Draco, uns sofort zu folgen, der noch einen verzagten Blick zu der geschlossenen Tür wagte.

Ja, ich würde ihr später auch nicht unter die Augen treten wollen, aber das war sein Problem, er hatte sie mit seiner Entblößung gedemütigt, deshalb zeigte Draco mehr Unbehagen ihr gegenüber als vor seinem Vater, da er diesem nur mit erheitert hochgezogenen Mundwinkel hinterhergesehen hatte, als dieser, einem Pfauen gleich, aus dem Raum stolziert war.

So wandte ich mich ab um Lucius zu folgen, das versprach spannend zu werden, sie brachte eindeutig Leben in unsere Familie.

Snape Sicht ende
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BeitragThema: Malfoy Manor II.   Kapitel 98-100 EmptyFr Mai 10, 2013 11:09 pm

Lucius Sicht

Was war das?

Draco hatte so einen… ja, einen was…? Einen so entscheidenden Schritt getan und unsere Familie erweitert, ohne mich, das Oberhaupt dieser Familie, einzuweihen!

Was fiel dem verzogenen Gör nur ein?

Ich war sehr aufgebracht und heilte während des Weges meine Wunde mit einem lapidaren Wisch meines Zauberstabes, das tat weh, dieses Biest hatte Nägel, was viel denen allen ein?

Ich hielt kurz inne, nachdem ich so empört und entrüstet wieder in den Salon geeilt war,, da sich ein dämonisches Lächeln auf meine Lippen legte. Ich würde es ja nie zugeben, aber ich war stolz auf meinen Sohn, wie er so selbstherrlich vor mir stand und sich keine tieferen Gefühle anmerken ließ. Ich hatte ihn wunderbar erzogen, er würde ein würdiger, verschlagener und intriganter Malfoy sein, wie er im Buche stand, exzellent.

Denn eins war mir gegenwärtig, auch wenn ich sauer und aufgebracht war, dass er mir bei dem Mudblood zuvorgekommen war, so konnte ich ihn doch auch verstehen, begehrenswert war sie. Als ich sie dort in dem schmeichelhaften Sonnenlicht hatte stehen sehen, hätte sie auch eine Elfe sein können. Und dass wir beide denselben exquisiten Geschmack unser eigen nannten, das konnte ich ihm nicht zum Vorwurf machen. Aber sie war ein Mudblood, er war schon sehr über das Ziel hinausgeschossen, das war klar, auch wenn wir Malfoys schon immer besitzergreifend gewesen waren.

Sie war etwas Besonderes, das hatte ich mit meinem untrüglichen Instinkt gleich erspürt, aber viel wusste ich leider nicht von ihr, nur das, was allgemein bekannt war. Dass sie für ihre so gewöhnliche Herkunft doch außerordentliche Leistungen erbrachte und die begabteste und belesenste Hexe war, die alle Schüler in Hogwarts mit ihrem Können hinter sich ließ. Ich erkannte mit meinem schnell arbeitenden Verstand auch die Vorteile, die so eine innige Verbindung mit sich bringen konnte.

In dem Moment, als ich sie in diesem zarten Kleid, diesem Hauch von Nichts, auf dem Ball erblickte, erregte sie etwas tief in mir, was ich schon lange für tot gehalten hatte. Das Wissen, dass ich sie schon fast gierig wollte und hier lachte ich laut sarkastisch auf, nun hatte ich sie!

Zwar anders als von mir gewollt oder beabsichtig aber sie gehörte mir nun mehr als ich sie mir jemals hätte einverleiben können, da sie uns nun mit Haut und Haaren gehörte, dank Draco.

Ja, ich erkannte das Mal, das Zeichen unserer Familie auf ihr an, was blieb mir auch anderes übrig? Ich kannte die alten Rituale und wusste, dass an dieser Entscheidung nichts mehr zu ändern war, die Entscheidung war gefallen, jetzt hieß es, das Beste daraus zu machen. Draco hatte mich sehr gekonnt vor vollendete Tatsachen gestellt, wie listig von ihm, eigentlich wieder ein Grund stolz auf ihn zu sein.

Jetzt verstand ich auch dieses bisher unerklärliche Verhalten, als sie damals diesen degenerierten Werwolf schockte und mir so galant die Flucht ermöglichte, sie hatte gewusst, dass sie es nicht guten Gewissens zulassen konnte, mich ins Gefängnis gehen zu lassen, aber dass sie nach meiner Anmache in der Halle der Prophezeiungen so bereit war, dies durchzuziehen, überraschte mich ehrlicherweise dann doch, denn dazu gehörte eine gute Portion Kaltblütigkeit, wie ich mir offen eingestand.

Einem Mitstreiter auf dem Schlachtfeld in den Rücken zu fallen, um mich, der ich noch nicht einmal von ihrem besonderen Status wusste, zu befreien, dazu gehörte eine gehörige Portion Mumm. Was mir zeigte, dass sie sich zur Zierde dieses Hauses entwickeln konnte, unter meinen erfahrenen Händen könnte sie zu etwas Wunderbarem reifen.

Ich war in dieser Hinsicht pragmatisch, aber das musste ich weder Draco noch Severus gegenüber zugeben, sollten sie vor meinem gerechten Zorn nur erzittern, mich so belogen haben, mich so zu hintergehen, darüber war ich mehr als empört. Aber ich würde mich über nichts, was nicht zu ändern war, über Gebühr echauffieren, das brachte ja nichts.

Ich warf mein langes, seidiges Haar in den Nacken, setzte mich in meinen Sessel und erwartete seelenruhig die Delinquenten.

Lucius Sicht ende

Dracos Sicht

Kurz sah ich meinem Vater zwiegespalten hinterher, wie er selbstherrlich davonrauschte und erwartete, dass ich folgsam hinterherkam.

Und natürlich tat ich es, ich folgte ihm mit ungutem Gefühl, nicht weil ich Bedenken wegen des Gespräches mit ihm hatte, sondern weil mir schon schlimmes schwante, wenn ich nachher Hermione unter die Augen treten musste. Sie konnte herrisch, zickig und wirklich zum Fürchten sein, das wusste ich nur zu gut, auch wenn ich es nie laut zugeben würde, sie war eine gefährliche Frau. Es war doch immer das Gleiche, vor den Frauen hatten wir alle Angst, wenn es darauf ankam, da konnte man uns drei, ja auch meinen Vater und Severus, wohl nicht ausnehmen, doch musste die Frau, die uns das Fürchten lehrte schon von ganz besonderem Kaliber sein, halt so wie mein kleines, außergewöhnliches Mudblood.

Ich hatte durchaus bemerkt, dass auch Severus ihr gegenüber auf der Hut zu sein schien. Wie er immer wieder betonte, dass sie das „Biest“ sei, war herrlich und ich musste mir jedes Mal ein lautes Lachen verkneifen. Dass was sie sich vorhin geleistet hatte, hätte Vater niemand anderem durchgehen lassen. Jeder andere hätte sofort einen gefährlichen, wenn nicht sogar tödlichen Fluch aufgehalst bekommen, bei ihr schien in etwas zu hemmen.

Sie löste etwas bei ihm aus, was nicht normal war, das ahnte ich. Ich hatte es auch vorhin wieder in seinen Augen aufleuchten sehen, als ich sie so vor ihm entblößte und mir war auch aufgefallen, dass er zu akzeptieren schien, dass ich sie in die Familie aufgenommen hatte, aber ausfragen würde er mich gleich trotzdem. Ich würde mich etwas zusammenreißen müssen, denn es war sicher nicht gut, Vater zu deutlich meinen Stolz und meine Freude über den kleinen Triumph über ihn zu zeigen.

Auch wenn ich auf mein Schauspiel vorhin durchaus befriedigt zurücksah.

Das Gespräch mit Vater würde vielleicht Stellenweise unschön werden, aber mit ihm kam ich klar, dachte ich hoffend, als ich die zweiflüglige Tür zum kleinen Salon durchschritt. Mein Vater thronte schon mit überschlagenen Beinen in seinem Ledersessel und sah uns mit unleserlicher, sehr stoischer Miene entgegen. Severus war mir lautlos gefolgt, betrat hinter mir den Salon und schloss leise die Türen.

Das Klacken kam mir wie ein Urteil vor!

„Ah, sehr schön, mein Sohn, dass du dich her bequemst! Nun, stehe mir Rede und Antwort und du weißt, ich will alles wissen! Also, was hat dich dazu getrieben, dieses Mudblood in unsere reinblütige, alte und aristokratische Familie aufzunehmen?“, forderte er vehement, aber mit absolut gleichbleibender Tonlage, dabei sah Vater mich kalt an.

Ich ließ mich betont langsam in den anderen großen Ledersessel ihm gegenüber nieder, überschlug ebenfalls bequem die Beine und lehnte mich entspannt zurück, bevor ich ihm zu antworten begann.

„Wie du selbst erkannt hast, Vater, hat sie ein außergewöhnliches Talent, ist eine wirklich auffällig begabte Hexe und du musst zugeben, ihr Äußeres lässt auch keine Wünsche offen. Sie ist eine Kämpferin, eine Kriegerin! Sie ist eine Bereicherung für unsere Familie!“ Ich war ruhig und entspannt, allein der Stolz sprach aus meinen Worten, denn sie gehörte mir, auch wenn sie technisch gesehen der Familie gehörte, so hatte ich sie doch gezeichnet und somit für mich beansprucht, außerdem gehörte mir ihr Herz und das meine ihr, aber das tat hier nichts zu Sache.

Vater nahm meine Worte genauso besonnen auf, wie ich sie mit Bedacht gesprochen hatte, in der Familie Malfoy war es verpönt, laut oder ausfallend zu werden, wenn wurde ein Disput zivilisiert geklärt, auf verbaler Ebene, na gut, solange wir uns unter Kontrolle halten konnten, wenn nicht konnte es auch hässlich werden, aber soweit waren wir noch nicht.

„Ich verstehe deine Ansichten, aber ein bisschen übereilt hast du schon gehandelt! Was du mir da nur wieder eingebrockt hast! Aber nun gut, sie weiß zumindest, wo sie hingehört, sonst hätte sie mir im Ministerium nicht so tatkräftig die Flucht ermöglicht. Wenigstens erkennt sie mich als Oberhaupt an!“, resümierte er, wobei ich noch nicht ganz einschätzen konnte, ob er sich wirklich damit abgefunden hatte, dass sie nun zur Familie gehörte, oder noch über die Folgen grübelte, aber im Moment war er beherrscht.
Da legte sich abrupt ein teuflisches Grinsen auf sein Gesicht, das hieß nichts Gutes, wusste ich aus langjähriger Erfahrung. Was ging nun wohl wieder in seinem verschlagenen Kopf vor? Gut, ich würde es sicher gleich erfahren. Noch immer lag dieses maliziöse Grinsen auf seinen Zügen und er fragte, sich offensichtlich über sich selber freuend:

„Erzähl mir, wie du es getan hast, Draco. Wie hast du dieses kleine Biest...“ seine Hand deutete dabei auf seine Wange, die sie so galant zerkratzt hatte und noch die leicht geröteten Spuren zeigten, wo er durch einen Zauber die Kratzer schon geschlossen hatte, „… wie du sie dazu gebracht hast, das mit sich machen zu lassen? Dass sie lange genug dafür stillgehalten hat? Sie ist sehr wehrhaft, wie wir ja beide erfahren durften und auch wenn ich das Ritual noch nie durchgeführt habe, so ist es doch als schmerzhaft beschrieben und es dauert einige Zeit, das Mal einzubrennen, also das würde mich wirklich interessieren!“

Und da war sie, die unbequeme Frage, denn ich wusste, Vater würde sich nicht mit Andeutungen zufrieden geben, aber versuchen konnte ich es ja, so grinste ich anzüglich.

„Sagen wir’s mal so, sie war abgelenkt…!“ Ich würde auf gar keinen Fall vor meinem Vater und Severus ausbreiten, wie intim die Situation gewesen war und damit meinte ich nicht, dass ich mit ihr Sex gehabt hatte, sondern dass ich sie zuvor gefragt hatte, ob sie mir vertraute und wie wichtig mir ihre Antwort gewesen war.

Ich hätte es nicht getan, hätte sie gezögert oder nein gesagt und wenn ich ehrlich zu mir war, war es mir sehr wichtig, dass sie mir vertraute, schon damals war es mir wichtig gewesen. Dieses Vertrauen und die Intimität, die diese Zuneigung zwischen uns schaffte, die sonst keiner mit ihr teilte, gehörten nur mir und ihr und außerdem sprach man über so was in meiner Familie nicht.

Dass sie ihren Körper auch Severus gegeben hatte, bedeutete mir nichts.

Mein Vater gab nicht nach, das hatte ich ja erwartet und jetzt schien er erst recht wissen zu wollen, wie es vorgegangen war.

„Lass dir nicht alles so aus der Nase ziehen, Draco. Wir wissen alle drei, dass du sie im Bett hattest, das musst du nicht andeuten, also, ich will Details hören…“ verlangte er unduldsam zu erfahren.

Ich wollte gerade ansetzen, als Severus uns unterbrach:

„Also wirklich, Lucius, ich habe echt keine Lust, mir die jugendlichen Bettgeschichten deines heranwachsenden Sohnes anzuhören… da kann ich mir besseres vorstellen als Geschichten über seinen Blümchensex mit dem kleinen Mudblood!“, ätzte Severus gewohnt giftig.

Ich starrte Severus regungslos an, war jedoch verwirrt, was wollte er damit bezwecken, dass er mir vor Vater aus der Bredouille half?

Oder war er doch gefühlsmäßig tiefer involviert, als er es zugeben wollte, wollte er nicht hören, wie sie sich mir freiwillig hingab und das ganz offen, während er sie nur bekam, wenn er bezahlte oder sie sich gegen ihren Willen nahm? Dies fragte ich mich kalkulierend. Ich würde meinen guten Patenonkel im Auge behalten. Ich wusste, dass er Hermione wollte und mehr fühlte, auch wenn er es sich selbst gegenüber nicht zugab. Mein Vater lachte nun trocken und höhnisch auf.

„Pah… die und langweiligen Sex, das glaubt doch keiner von uns. Das Biest hat´s doch Faustdick hinter den Ohren, nicht wahr, Draco? Aber nun gut, wenn du mir nicht erzählen willst, wie die Kleine so im Bett ist, muss ich das wohl auch selber herausfinden…“, glitzerten seine Augen erwartungsfroh bei dieser unverhohlenen Drohung.

War ja klar, dass Vater nicht so schnell aufgab. Genau so was war meine letzte Befürchtung gewesen, dass Vater zwar akzeptierte, dass er ihr nun nichts mehr tun konnte, dass er seinen Jagdinstinkt aber trotzdem nicht aufgab und sie besitzen wollte, ohne Rücksicht auf Verluste, doch das passte mir ganz und gar nicht.

Sie war mein und das musste ich deutlich machen. Ich musste ihn wohl an meine Rechte erinnern, entschied ich wacker,

„Ich habe sie gezeichnet, du weißt, was das bedeutet, Vater. Auch wenn du das Oberhaupt der Familie bist, so gebührt mir das Recht, über sie zu bestimmen und ich bitte dich, dies zu respektieren. Mach was du willst mit ihr, turne sie an, flirte oder mach sie heiß, ist mir egal, betatsche sie aber ficken darf nur ich sie!“, verlangte ich entschlossen und sehr ernst.

Ich wurde gerade sehr bestimmt, aber ich verlor nicht meinen Respekt vor meinem Vater, was er offensichtlich auch so anerkannte, denn er blieb ruhig und schien nur etwas enttäuscht. Er wusste, dass die Bräuche der Familie auf meiner Seite waren und ich recht damit hatte, dass sie mir gehörte, technisch zumindest.

Vater konnte immer noch intervenieren, doch ich vermutete, dass er es aus Achtung vor mir nicht tun würde, hoffte ich zumindest, ich hoffte, dass sie ihn nicht eines Tages so reizen würde, dass er alle Prinzipien über Bord warf. Ich wusste selbst nicht, warum es mir bei Severus weniger ausgemacht hatte, vielleicht weil Lucius mein Vater war?

Vielleicht fühlte ich eine größere Bedrohung, weil mein Vater mir auch äußerlich so ähnlich war? Natürlich, ich würde bei keinem von beiden zulassen, dass sie sich ihr aufzwangen. Sie waren beide Männer, die sich gewöhnlich, auch ohne Rücksicht auf andere, nahmen was sie wollten oder begehrten, doch sollte er es schaffen, sie zu verführen, konnte ich nichts dagegen unternehmen. Auch wenn es mich doch sehr stören würde.

Ich wusste, sie mochte bei mir sein, aber Vater war mir ähnlicher als Severus, da war die Gefahr größer und dass sie durchaus auf ältere Männer stand, hatte sie ja bewiesen. Solange es nur um Sex ging, konnte ich irgendwie damit umgehen, war in unserer verdrehten Welt irgendwie in Ordnung, aber bei ihm sah ich die Gefahr einfach deutlicher, dass sie Gefühle für ihn entwickeln könnte. Auch wenn ich wusste, wie vertraut sie mit Severus schon umging, sah ich hier nicht die große Gefahr. Ich konnte nur hoffen, dass mein Vater meiner Bitte nachgab.

Ich wusste leider, dass mein Vater genau so charmant sein konnte wie ich, etwas, das Severus nie und nimmer sein würde und ich hoffte, dass sein Charme bei ihr nicht so wirkte wie meiner.

Doch er antwortete nicht, stattdessen zeigte sich Sekunden später ein diabolisches Grinsen auf seinen aristokratischen Zügen, was erneut nichts Gutes verhieß. Diesmal wandte er sich jedoch Severus zu und forderte ihn auf:

„So, mein lieber Freund, jetzt bist du dran, also, woher wusstest du es? Hat mein Sohn bei dir gebeichtet oder hast du dich etwa an deiner Schülerin vergriffen?“, traf er so was von ins Schwarze, dass Vater aber auch immer einen derart untrüglichen Instinkt hatte alles Geheime aufzudecken, das konnte echt anstrengend sein.

Ich konnte mitverfolgen, wie sich Severus‘ Pupillen leicht verengten und jedem anderen Beobachter wäre das entgangen, doch weder mir noch Vater entging so was. In diesem Moment hörte ich, wie hinter uns die Salontüre leise geöffnet wurde. Ich brauchte mich nicht umzudrehen, um zu wissen, dass Hermione den Salon betrat.

Na, da hatte Severus noch mal Glück gehabt, aber ich denke mal, dass Vater ihn nicht so leicht entkommen lassen würde, aber auch Severus war gut im Abtauchen, von da an wäre er schwer zu fassen, das würde amüsant werden.

Dracos Sicht ende

Hermiones Sicht

Ich stand zornbebend in der Mitte des luxuriösen Bades, das in einem hochglänzenden, satten, Dunkelbraun gefliest und mit bronzefarbenen und goldenen, protzigen Akzenten ausgestattet war. Die Armaturen erstrahlten in purem Gold, aber ich hatte für die Schönheit kein Auge, da ich gerade dagegen ankämpfte, recht spektakulär vor Zorn zu platzen.

Was fiel diesen aufgeblasenen Gockeln von Malfoys ein, so eine Show abzuziehen, mich so zu behandeln? Hatten die sie noch alle? Sprachen über mich als wäre ich nicht anwesend und behandelten mich wie… wie einen Gegenstand!

Meine Göttin, war mir das Herz in die Hose gerutscht als sich die Tür urplötzlich öffnete und jemand hereinrauschte. Ich war erschrocken herumgewirbelt und sah Lucius in seiner herrschaftlichen Pracht und dahinter den dunklen Flecken, den Snape symbolisierte.

Diese unerwartete Konfrontation lähmte mich!

Lucius‘ Gesicht war herrlich als er mich erkannte und identifizierte, aber sein plötzliches Auftauchen jagte mir doch einen gehörigen Schock ein. Nachdem das Erkennen in seinen grauen Augen aufleuchtete, fühlte ich bloß noch, wie mich Draco mit einem bestimmten Ruck zu sich zog und unbarmherzig an sich presste.

Ich war im ersten Moment zu überrumpelt, da mir in den Sinn kam, wie sich Lucius‘ Zähne so unendlich provozierend und auch schmerzhaft in meine Haut gebohrt hatten als er mich so ohne Mitleid gebissen hatte, dass ich nicht gleich mitbekam was Draco vorhatte.

So erschreckte es mich umso mehr, als er anfing mein Kleid zu heben und begann, mich derart aufreizend und provokant langsam vor den beiden Männern zu entblößen. Ich versuchte, gegen ihn anzukämpfen aber rein körperlich war mir Draco weit überlegen und als er nach meiner Bitte es nicht zu tun, einfach weitermachte, gab ich mich geschlagen, da es Lucius ja nun so oder so erfahren musste.

Ich schloss ergeben meine Augen, sperrte meine Umgebung aus und akzeptierte mein Schicksal, nun diesem demütigenden, beschämenden Schauspiel beiwohnen zu müssen. Ich wusste außerdem, dass dies wohl Dracos Art war, das Spiel zu spielen, dies war eine Sache zwischen Lucius und Draco, dass ich der Ball dieses Spiels zwischen den beiden war, war halt mein Pech.

Ich legte mein Haupt zur Seite, wollte nur weg, als ich Dracos Finger an meinem Mal spüren konnte, wie er es lasziv nachzeichnete und mir lief es eiskalt über den Rücken. Ich konnte Lucius‘ lautes Atmen vernehmen, bevor er aufbrauste, nachdem er registrierte, was sein Sohn getan hatte.

Als sie anfingen über mich zu reden, als wäre ich nicht gegenwärtig, dachte ich, dass ich im falschen Film wäre, die Ignoranz und Arroganz dieser beiden blonden Schönlinge war unbeschreiblich.

Was dachten die, wer ich war? Aber nicht mit mir, denen musste gleich gezeigt werden, dass ich so nicht mitspielen würde.

Was dachte sich Draco eigentlich dabei, mich so zu entwürdigen und Lucius, mich so zu kränken? Das war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte und ich ging in die Luft. Als erstes klatschte ich Draco eine und da sich Lucius immer näher herangewagt hatte, nützte ich die Chance und revangierte mich für seine Beißattacke. Ich kratzte ihm mit den Fingernägeln durch das Gesicht, das fühlte sich verdammt gut an und dann musste ich ganz dringend Abstand zwischen uns bringen, um nicht etwas sehr Undamenhaftes zu tun.

Erst hier konnte ich wieder frei atmen. Ich wusste nicht, was ich erwartet hatte, aber sicher nicht, dass meine „Enttarnung“ derart demütigend ablaufen würde, echt nicht!

Dabei hatte alles so schön begonnen, als Draco eilig und mit einem echten, richtig offenen Lächeln auf mich zukam. Es blitzte regelrecht freudig in seinen sonst kühlen Augen und er hatte mich in eine ehrliche Umarmung gezogen, mich sanft auf die Stirn geküsst und mich einfach gehalten. Es hatte keiner Worte bedurft, er wusste auch so, dass die letzten Tage nicht leicht für mich gewesen waren und hatte mir schlicht seinen Trost geboten. Er konnte so einfühlsam mir gegenüber sein, nur um dann ein solch hochnäsiges Arschloch zu sein, sobald uns sein Vater gegenübertrat.

Ich zog mich aus, wollte aus dem Kleid raus, das mir auf einmal zu freizügig erschien und ging zu der anderen Tür, die noch hier war und da traf mich doch fast der Schlag, als ich die öffnete, das war ein riesiger, begehbarer Kleiderschrank. Ich hatte nur nach einem Bademantel gesucht, aber was ich hier sah, war beeindruckend. Am schockierendsten war, dass ich auch Frauengewänder ausmachte, die, so wie es aussah, für mich gedacht waren.

Ich ging geschockt und überwältigt drauf zu und holte eines heraus… hübsch, Draco hatte sich in mehrfacher Hinsicht wohl darauf vorbereitet, dass ich kam.

Ich war entschlossen, ich würde nicht darauf warten was die Herren der Schöpfung über mich bestimmten, oh nein… soweit kam es noch und Draco schien in weiser Voraussicht für mich die passende Garderobe in den letzten Tagen erworben zu haben, so dass sich Lucius nicht für mich, das Mudblood, schämte, wenn ich durch sein Manor strich.

Ich wollte etwas, das mich, nach der Show von vorhin, verhüllte aber auch umschmeichelte und ich hatte keine Ahnung, wie Draco das geschafft hatte, aber die Auswahl war riesig, die er hier innerhalb kürzester Zeit angeschafft hatte. Da stach mir doch sofort ein Exemplar ins Auge.

Es war ein glänzendes, grausilbernes, rohseidenes, langes, schmal geschnittenes Kleid, das sehr stilvoll und elegant aufgrund seiner Schlichtheit war. Es hatte als auffälligstes Detail eine kunstvolle, weich fließende Raffung im vorderen, rechten Teil, wo es an der Hüfte fast wie verknotet wirkte. Als ich es drehte bemerkte ich, dass es auch auf dem Rücken, ein Stück oberhalb des Pos, mittig zu ein paar Falten zusammengerafft war, sodass es sicher sehr schön meine Rückseite betonen würde. Es hatte einen schlichten U-Boot Ausschnitt und kleine Flügelärmel rundeten das anmutige, aber sehr dezente Ensemble ab.

Ich ging aus dem Ankleidegemach, denn ein Zimmer war das nicht, durch die Tür, die direkt in das pompöse Schlafzimmer führte. Sehr intelligent, zwei Zugänge zu diesem Raum zu haben, da hatte jemand mitgedacht, dachte ich belustigt. Ich besah mich in einem bodentiefen, barock verzierten Standspiegel, der dekorativ im Raum stand und fühlte mich sehr schön und wusste, so konnte ich ihnen entgegentreten und die vorhergehende Demütigung ansatzweise vergessen.

In der letzten Minute entschied ich mich dazu, die Haare magisch locker hochzustecken, das passte zu dem Kleid sehr viel besser als die offenen Haare, auch war ich unter dem Kleid nackt, denn unter dieser weichfließenden Seide konnte man nichts drunter tragen, da sich dies sofort abgezeichnet hätte, aber trotzdem fühlte ich mich gerüstet!

Die Sonne ging rasant unter und tauchte das Innere des Manors in ein diffuses Licht. Die Fackeln und Kerzen an den Wänden, auf meinem Weg, entzündeten sich von selbst und beleuchteten mir so den Weg durch die recht dunklen, meist aus rohem Stein gehauenen Gänge, da hier auch keine Fenster waren. Von innen wirkte das Gemäuer sehr viel älter als es die Außenfassade zuerst erkennen ließ, aber das hier war uralt, so wie Hogwarts, wenngleich ich mich nicht unwohl oder erdrückt fühlte, nein, da hatte mich das Schloss, in dem ich nun fünf Jahre wohnte, wohl geprägt. Nur vielleicht etwas einsam, aber sonst genoss ich das wirklich schöne Herrenhaus. Viele flüsternde Portraits begleiteten mich auf meinem Weg durch das Haus.

Ich repetierte Snapes Informationen: Ich sollte auf jeden Fall die linke Seite der oberen Stockwerke meiden, da sich wohl Narcissa in einem dieser aufhielt. Also wo sollte ich beginnen?

Einem Instinkt folgend ging ich wieder in den Eingangsbereich und ich war tief beeindruckt gewesen, als ich dieser palastähnlichen Anlage ansichtig wurde, die Draco sein Zuhause nannte, daher die snobistische Art in der Familie. Wenn man hier geboren wurde, bekam man den Standesdünkel frei Haus in die Wiege gelegt, kam es mir belustigt und leicht spöttisch in den Sinn.

Jetzt stand ich in der großen Eingangshalle, die einfach leer war, außer den Bildern und blickte recht verloren durch die Gegend, als mir ein silbrigblonder Mann aus seinem Gemälde zuwinkte und mit dem Finger auf eine kleinere Tür am äußeren Rand der Halle deutete. Hier zweigten so viele Türen ab und alles war so großzügig, da hätte ich gesucht bis ich schwarz wurde und so lächelte ich dankbar und knickste verschämt zu dem Mann. Dieser schenkte mir doch glatt ein verschlagenes Lächeln und zwinkerte mit einem Auge, das war ein Charmeur!

So schritt ich zielstrebig auf die dicke alte Holztüre zu, öffnete sie ohne zu zögern und trat ein, augenblicklich verstummte das Gespräch. Ich sah mich drei stechenden Augenpaaren gegenüber, war das wirklich eine gute Idee von mir gewesen, mich den dreien so ganz alleine auszuliefern?

Lucius saß mit dem Blick zu mir in einem wuchtigen Sessel. Draco saß mit dem Rücken zu mir, hatte mir aber seinen Kopf sofort zugedreht und Snape saß zwischen den beiden und schaute direkt in den Kamin, blickte nun aber auch mich aus seinen tiefen, dunklen Schluchten an. Ich schluckte nun doch schwer als ich die Tür in meinem Rücken schloss, aber ich weigerte mich, meine stolze Haltung zu verlieren und trat weiter stoisch gelassen ein. Ich blickte in die wahrlich eigenwillige Runde, die mich bisher nur stumm betrachtete, sodass ich mir trotz meines neuen Aufzugs wie geröntgt vorkam und mich sehr nackt fühlte.

Das Erstaunlichste war, die Atmosphäre war gar nicht so angespannt gewesen wie von mir erwartet, erst als ich kam hatte es einen Umschwung in dem Zimmer gegeben, der das Knistern des Feuers umso lauter hervorhob, da alles so lautlos war.

Ich konnte beobachten, während ich ging, wie die Augen der Männer auf mein neues Kleid gerichtet waren aber lesen konnte man in ihren Augen nichts, darin waren sie wirklich Meister. Jede andere wäre unter den sengenden Blicken von diesen Schlangen errötet, aber das Verbot ich mir rigoros, eher noch reckte ich mein Kinn mehr in die Luft.

Ich blieb neben Dracos Sitz stehen, als Lucius seine Hand hob und mich bedeutungsschwanger zu sich winkte.

„Komm, Hermione!“, erklang seine Stimme in diesem leisen, bedachten Ton, der mir fast eine Gänsehaut beschert hätte, mein Name aus seinem Mund, da schluckte ich doch schwer, kein Miss Granger mehr!

Ich wusste, ich brauchte nicht zu Draco sehen oder etwa jetzt von seiner Seite Hilfe erwarten und so glitt ich vorsichtig auf Lucius zu, der hoheitlich, lässig in seinem Sessel thronte.

Ich ging nah heran, dann blieb ich stehen und betrachtete den so aristokratisch wirkenden Mann vor mir vorsichtig, der mich taxierend wie ein Herrscher begutachtete, aber ich weigerte mich, meinen Blick von ihm zu nehmen, war mir aber der Blicke von Snape und Draco durchaus bewusst.

Als Lucius jäh, einer Schlange gleich, zum Angriff ansetzte und meine linke Hand urplötzlich ergriff, war ich zwar erschrocken von seiner unerwarteten Attacke, aber meine Gleichgültigkeit konnte ich, dank langer Übung, schwer aufrechterhalten, obwohl er mich berührte. Auch wenn ich nach außen souverän wirkte, innerlich hämmerte mein Herz in einem schnellen Stakkato.

Er hielt nun meine schlaffe Hand in seiner rechten, saß hocherhoben da und strich lasziv mit seinem Daumen über meinen Handrücken. Die beiden hinter uns hatten sich durch Lucius‘ Aktion auch nicht ins Bockshorn jagen lassen und saßen anscheinend immer noch reglos da, da ich nichts an Bewegung ausmachen konnte. Die schlanke, so weiße, aber erstaunlich männliche Hand von Malfoy verursachte mir fast einen elektrischen Schlag, als ich ihn so Haut an Haut spürte.

„So, dann werde ich wohl dem neuen Familienmitglied der Familie Malfoy meinen Dank für ihre so tatkräftige Unterstützung bei meiner Flucht aussprechen müssen, meine werte Dame!“, schmeichelte er sehr hochtrabend und hochmütig, sah mich aber aus ernsten, silbrigen Augen intensiv an.

„Sir!“, war das einzige, was ich fest hervorbrachte und sank, wie in dem scheiß Buch von Draco beschrieben, mal wieder in den bescheuerten Knicks und senkte das Haupt. Ich hasste so was, aber ich wusste auch, worauf dieser Mann vor mir stand.

Wenn er schon in einem berechenbar war, so musste ich mir dies zu meinem Vorteil nützen.

„Draco, was hast du mit ihr getan? Sie ist perfekt!“, erklärte er wieder über meine Person hinweg und ich knirschte darüber mit den Zähnen, denn ich konnte nun fühlen, wie er meine Hand immer weiter hob, um sie an seinen Mund zu führen und mir einen anstandslosen Handkuss aufzuhauchen. Mein Atem stockte bei dieser Provokation doch kurz. Ich spürte seinen sezierenden Blick auf meiner devoten Gestalt.

„Danke, Vater, für das Kompliment, nun, Hermione und ich stehen seit der Fahrt des Hogwarts Express nach Hogwarts letztes Jahr in einer engen Beziehung zueinander und ich gab ihr gleich, nachdem wir in der Schule waren, unsere Familienbibeln zum Lesen. Da meine Geliebte hier alles Wissen wie ein trockener Schwamm aufsaugt, hat sie auch diese neuen Regeln geradezu verschlungen und verinnerlicht!“, hörte ich den Stolz aus Dracos Worten und wenn dieser tyrannische, eingebildete Schnösel von Lucius mich nicht bald aus diesem schmerzhaften Knicks entließ, würde ich frustriert schreien.

Aber er spielte immer noch zärtlich mit meiner Hand, die er nah an seinen Mund hielt, dabei konnte oder eher musste ich seinen heißen Atem über meine Haut streichen fühlen und kämpfte darum, völlig unbeteiligt zu erscheinen und das Zittern zu unterdrücken.
„Draco, ich werde versuchen, deine vorhergehende Bitte zu respektieren, aber ich halte mir alle Optionen offen!“, erklärte Lucius nun sachlich und ich runzelte leicht die Stirn.

Worum Draco wohl gebeten hatte?

„Danke, Vater, das ist mehr als ich erwarten durfte!“, kam es salbungsvoll von Draco.

„Du kannst dich erheben!“, wies Lucius mich abrupt an.

Dies tat ich grazil und trat sofort zurück, dabei entglitten meine Finger seiner Hand.

„Nein, warte, nimm bitte Platz!“, befahl er gewohnt höflich und so stand neben Lucius auf einmal ein Sessel, auf den ich nun zuging, mich sittsam setzte und jetzt auch Snape und Draco sehen konnte.

Schien doch alles ganz vortrefflich zu laufen, es wunderte mich, dass er noch nichts zu meinem tätlichen Angriff gesagt hatte?

Auch war die Art, wie er mit dem Schock umging, nun zu wissen, dass ich von Draco gezeichnet worden war beunruhigend, aber ich dachte mit Schrecken, dass er eine kalte, unterdrückte und sehr beherrschte Wut ausstrahlte.

Das war viel schrecklicher als wenn er toben würde, denn so wirkte er, wie der Herr der Lage, der alles dominierte und beherrschte und genau das machte mir sehr viel mehr Angst und dazu kam, dass ich ihn nicht kannte und ihn aufgrund dessen auch nicht wirklich einschätzen konnte. Draco und Snape kannte ich seit über fünf Jahren, aber ihn hier leider gar nicht und so warf ich ihm unter gesenkten Lidern einen taxierenden Seitenblick zu und musterte sein markantes Gesicht.

Nun, es war, als würden sich alle gegenseitig belauern.

„Wie hast du dir das mit deiner Mutter vorgestellt, Draco? Sie und ein Mudblood in einem Haus? Die Gute dreht uns durch!“, fragte Lucius nun interessiert, aber seine Miene blieb ausdruckslos.

„Ist sie das nicht schon längst?“, antwortete Draco sehr trocken und sehr verachtend, ob das Lucius wohl durchgehen ließ?

„Draco, bitte nicht in diesem Ton!“, entgegnete er scharf und er ließ es nicht durchgehen, wie man gerade erlebte.

„Entschuldige, Vater, aber Narcissa ist… ich denke nicht, dass ich gewillt bin, auf ihre Empfindlichkeiten einzugehen!“, verteidigte sich Draco leutselig, aber bestimmt und da überraschte mich der Hausherr, da er hier hoheitsvoll sein Haupt neigte.

„Wohl gesprochen, sie wird zu akzeptieren haben, was wir bestimmen, aber Hermione sollte die linke Hälfte des Anwesens meiden, somit hast du die Erlaubnis, dich hier frei zu bewegen. Aber Narcissa ist fast immer in ihren Räumen, sonst ist sie nur kurz bei befreundeten Damen, nur nachmittags beliebt sie, längere Zeit im Park zu verbringen, also meide um diese Zeiten den Park, damit sie dich nicht gleich sieht!“, erklärte mir Lucius die Spielregeln, er wollte wohl Ärger vermeiden, dachte ich innerlich grinsend. Offensichtlich war Narcissa wahrlich keine einfache Person.

Ich nickte bloß, mir kam es nicht so vor, als würde er auf eine mündliche Antwort von mir Wert legen.

„Lasst uns allein!“, schwebte auf einmal eine spannungsgeladene Stille im Raum, auf die unnachgiebige Forderung von Lucius, mich mit ihm allein zu lassen.

Aber nach einer kurzen Besinnung schienen sich Snape sowie Draco dazu zu entscheiden, zu gehorchen und erhoben sich leise, blickten emotionslos auf und verschwanden ohne weitere Worte aus dem Zimmer. Ich schluckte schwer, was passierte jetzt? Lucius hatte so eine ungute Art, mich zu fixieren.

Als die Türe hinter Snape ins Schloss fiel, hallte dies in meinen Ohren wie das endgültige Absperren einer Gefängniszelle und mein Herz stockte kurz, aber ich saß gerade da und versuchte, einen entspannten Ausdruck zur Schau zu tragen. Ich konnte den blonden Mann neben mir nicht einschätzen, der, bis wir alleine waren, immer wieder an seinem Glas genippt hatte, es aber nun zur Seite gestellt hatte.

Er legte seinen Stock, der mir schon zweimal sehr nahe gekommen war, auch auf das Tischchen und erhob sich nun ostentativ langsam. Seine Schritte auf den Holzdielen knarrten leicht, als er zum Fenster schritt und in die beginnende Nacht blickte. Er hatte dabei die Arme hinter dem Rücken verschränkt und stand sehr gerade, ich wagte mal, nichts zu tun.

„Du gehst mit meinem Sohn ins Bett…?“, erklang seine tiefe männliche Stimme fragend.

„Gehst du auch mit Severus ins Bett?“, fasste er weiter nach und ich schluckte, was sah dieser Mann alles? Was sollte ich denn darauf jetzt antworten?

„… Chrrm... sollten Sie das nicht lieber Professor Snape fragen?“, war ich etwas unsicher, auch wenn ich das gar nicht offenbaren wollte.

„Ich habe dich gefragt, also antworte und komm nicht auf die Idee, mich belügen zu wollen!“, grollte er drohend und ich erkannte, er würde keinerlei Widerspruch dulden.

Ich erinnerte mich mit Erschauern an die Situation als ich Snape belogen hatte. Das Regal hatte nicht allzu sehr wehgetan, aber seine dicken Folianten schon.

Oh, das konnte ich mir vorstellen, er würde mich nicht wie Snape in ein Regal schubsen, ich wollte nicht herausfinden, wo er mich hinschmeißen würde!

Es war lange still, bis ich den Mut fand zu antworten.

„Durch sehr unglückselige Umstände… kam es dazu…!“, versuchte ich mal nett das ganz Chaos zu umschreiben.

Er warf, immer noch am Fenster stehend, seinen Kopf in den Nacken und lachte schallend.

„Severus ist wirklich mit einer Schülerin ins Bett gegangen, dabei dachte ich immer, das ginge gegen seine Moral… sehr erheiternd! Ich will mehr…“, forderte er jetzt belustigt und neugierig, aber auch sehr ungeduldig.

„Nein, ich… bitte, es ist kompliziert… nicht als Schülerin! Nur einmal als Hermione… bitte fragen Sie doch ihn!“, stotterte ich nun doch aufgelöst und nun bat ich ihn ernsthaft, mich nicht zu zwingen, ich wollte, ich konnte nicht darüber sprechen!

„So schlimm? Hat er den Death Eater rausgekehrt? Und sich einfach genommen, was er begehrte? Ungewöhnlich…“, sprach er wie zu sich selbst, dabei wurde er immer leiser und ruhiger, wandte mir aber immer noch den Rücken zu.

„Bitte, Sir…!“, versuchte ich es höflich und etwas unterwürfig.

„Was heißt einmal als „Hermione“? Als was denn sonst noch?“, hatte er sich nun mir zugedreht und sah mir starr in die Augen und schien zu versuchen, tief in mich zu blicken. Ich wollte, konnte aber nicht den Blick abwenden, als ich mich langsam erhob und Richtung Tür eilte. Ich floh regelrecht, ich gestand meine Schande ein. Mein langes Kleid schlug gegen meine Knöchel.

„Darf ich gehen, Sir?“, fragte ich vorsichtig, aber auch sehr flehentlich, woraufhin er auch schon rasant auf mich zukam, seine Hand provokant an der Tür abstützte und mir die Flucht verweigerte.

„Ich werde ihn fragen… Aber nun zu etwas anderem, du hast es gewagt, mich anzugreifen, mich! Soll ich das so einfach hinnehmen?“, hauchte er seidig und die Drohung war fast zu greifen, aber auch die leidliche Erkenntnis für mich, dass dieser Mann nie etwas vergaß und nur gerne abwartete um seine Rache zu starten. Auch konnte ich in seinem schönen Gesicht lesen, wie dort das unausgesprochene Missfallen zu sehen war, dass ich mit Draco und Snape geschlafen hatte, nur nicht mit ihm!

Aber ich glaube, gerade das fand er sehr erregend. Er würde es genießen, mich zu hetzen und nicht gleich zu erlegen. Nun lehnte er sich mit seinem Rücken gegen die Tür und sah mich abwägend an.

Während er darauf wartete, dass ich antwortete, legte er mir anrüchig seine Hand zielstrebig auf den flachen Bauch, sodass sich meine Bauchmuskeln anspannten. Er hatte sie genau auf dem Zeichen platziert und ich atmete tief ein, als er nun so lässig an der Tür lehnte und mich so intim berührte, als wäre dies das Normalste von der Welt. Ich wehrte mich nicht und erstarrte zur Salzsäule.

„Du musst lernen, dass du, dank dem hier, mir gehörst! Sei schön brav, ich vergebe dir noch dieses eine Mal deinen Fauxpas, aber ein weiteres Mal würde ich nicht auf meine Güte bauen!“, wisperte er eindringlich, dabei brannte es auf meiner Haut wie Feuer.

Er beugte sich nun zu mir und sein offenes, langes Haar kitzelte meine Wange, als er mir einen…, okay das brachte mich jetzt etwas aus dem Konzept, ich hätte erwartet, er würde mich wie Snape körperlich aggressiv angehen, aber er, er spitzte seine weichen Lippen und gab mir einen verführerischen, sanften Kuss auf die Wange, der mich keuchen ließ.

Sein herber, männlicher Geruch umfing mich und er hauchte, gefährlich charmant, während er sich von mir löste:

„Nenn mich Lucius!“, war es wie eine Absolution.

Da riss ich mich aus meiner Trance, da ich unbewusst die Augen geschlossen hatte, seine Hand auf meinem Bauch, seine Lippen auf meiner Wange und da gingen mir erschrocken weit die Augen auf, als er mir anbot, ihn so vertraulich zu nennen. Ich gewahrte das amüsierten Funkeln, welches sich in seinen grauen Augen spiegelte, sobald er registrierte, wie ich gedanklich nur langsam zurückfand und dann nickte ich brüsk, aber das passte ihm nicht und so wisperte er, immer noch viel zu nahe:

„Sag es, Hermione! “, hauchte er lasziv.

Ich schluckte schwer, da er mir viel zu nah war und ich seinen warmen Atem über mein Gesicht streichen fühlen konnte, warum musste ich zwischen drei so schrecklich starken Persönlichkeiten zerrieben werden? Denn so leid es mir tat, es zuzugeben, aber Lucius ließ mich wahrlich nicht kalt.

Er war eine Versuchung der besonderen Art, so ein durchtriebener, aber auch charmanter Geist. Wo Sev… Snape ein ungemütlicher, unheimlicher und brutaler Zeitgenosse war, schmeichelte Lucius sehr gerne, so wog er einen in falscher Sicherheit. Denn er konnte nicht weniger aggressiv sein als Snape, aber er wahrte doch meist das so unfehlbare Aristokratenansehen, dass er sich nicht die Finger mit Gewalt schmutzig machen würde.

Ich würde nie vergessen, wie er mich so brutal gebissen hatte, oh nein, dieser Mann mochte versuchen, mich zu betören, aber wenn ich nicht von Draco diesen Schutz bekommen hätte, hätte Lucius keine Skrupel, mir sehr weh zu tun. Doch so zeigte er mir nur seine aufreizende, verführerische und sinnliche Art, mit mir zu spielen und wie er es genoss, mich in die Ecke zu drängen, er war ein gefährlicher Mann.

„Lucius!“, flüsterte ich rau, wie von ihm gewünscht und sah, wie sich ein zufriedenes Grinsen auf seinem Antlitz ausbreitete und er meinte dann nonchalante, als er sich abstieß und wieder auf seinen Sessel zuging:

„Geht doch… ich wünsche eine entspannende Nacht… Grüße Draco von mir!“

Ich drehte mich nicht um, sondern sah zu, dass ich rasch wegkam und eilte die, trotz der sommerlichen Temperaturen, so kühlen Gänge entlang, gelangte mit pochendem Herzen zu Dracos Suite und ließ diesen gefährlichen Mann gehetzt hinter mir.

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