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 Kapitel 1-3

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queenie
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BeitragThema: Kapitel 1-3   Mi Feb 08, 2012 11:40 pm

Knockturn Alley

Dunkelheit, nichts als Dunkelheit umgab mich. Ja, nicht nur die Dunkelheit der Nacht! Nein, das Leben war dunkel geworden! Ich lebte nun einmal in dunklen Zeiten, leider. Und ich hatte diese Tatsache, wie so oft, schneller erkannt und akzeptiert als die anderen, deswegen stand ich hier, in dieser verruchten Gasse und versuchte selbst in dieser Finsternis noch mehr mit den Schatten zu verschmelzen. Die Kapuze meines schwarzen Mantels hatte ich weit ins Gesicht gezogen, um ja nicht erkannt zu werden. So huschte ich, wie die anderen vermummten Gestalten, zielstrebig auf dem ausgetretenen Kopfsteinpflaster meinem Ziel entgegen.

Keiner interessierte sich hier für andere, denn alle hatten etwas zu verbergen.

Heute Nacht würde ich den ersten Teil meines Plans in die Tat umzusetzen und danach konnte ich beginnen meine restlichen Pläne Schritt für Schritt zu verwirklichen. Es würde nicht leicht werden, aber was war schon leicht im Leben?

Denn er, war zurück!

Er, das ultimative Böse, welches seit meinem ersten Jahr in Hogwarts, mir und den Jungs dicht auf den Fersen war. Er hatte es endlich geschafft und nun würde sich einiges ändern.

Armer Harry!

Er tat mir immer noch schrecklich leid, denn er wurde seit jeher von ihm gejagt und nun hatte er dabei eine nicht unwichtige Rolle gespielt, dass er zurück gekommen war, da sein Blut die Wiedergeburt Lord Voldemorts ermöglicht hatte. Aber ich, ich wäre nicht Hermione Jean Granger, wenn ich nicht in der ersten Minute, als Harry mit dem toten Cedric wieder aus dem Nichts aufgetaucht war, meine kleinen, grauen Zellen angesprungen wären.

Ja, ich war traurig, erschüttert über das Geschehene, aber ich nahm mir nicht die Zeit zu trauern, so wie einige andere, die ein Wehklagen ausstießen, was nicht auszuhalten war. Letzten Endes brachte es ja doch nichts und erst recht nicht den toten Cedric zurück. Ich konnte es immer noch nicht fassen, der liebe, gutaussehende Cedric war nicht mehr unter den Lebenden. Harry hatte mir und Ron noch am Abend auf der Krankenstation eine Zusammenfassung der Geschehnisse auf dem Friedhof geschildert und diese ließen mich eben nicht trauern, sondern in Aktionismus verfallen! Er scharte seine treuen Anhänger um sich und würde bald wieder zu alter Stärke zurückfinden und deswegen stand ich jetzt hier, um Mitternacht, in der Knockturn Alley und versuchte eins mit der Dunkelheit zu werden. Eine neue Zeit hatte begonnen, jetzt, da er wiedergekehrt war. Nichts würde mehr so sein, wie in den vergangenen 14 Jahren!

Die Zeit der Ruhe und des Friedens war unwiederbringlich vorbei!

Jetzt hieß es sich auf den Kampf, den kommenden Krieg, vorzubereiten. Die Zeit lief und ich war gewillt diese zu nutzen. Ein Lächeln legte sich auf meine Lippen, als meine Gedanken zu all jenen wanderten, die mich zu kennen glaubten und ich mir vorstellte wie sie alle, die Weasleys, die Professoren, die anderen Schüler, deren Eltern und Harry einem Herzinfarkt erliegen würden, wenn sie wüssten wo sich die kleine Gryffindor-Streberin um diese Uhrzeit herumtrieb.

Hier bekam man aber auch alles was das Herz begehrte, nur der Preis musste stimmen.
Wer sich in die Knockturn Alley wagte, wusste, dass er sich auf unerlaubten, verbotenen und illegalen Boden wagte und wusste um die Konsequenzen. Auch ich war mir dessen bewusst und bereit die Gefahr einzugehen, da ich wusste, auf legalem Weg würde ich das nie bekommen was ich begehrte. Aber was die anderen nicht wussten, die mich seit Jahren zu kennen glaubten, war, dass ich nicht so brav, lieb, naiv und regelgetreu war, wie sie alle dachten.

Mein Grinsen wurde regelrecht fies.

Ich hatte schon immer verstanden meine fragwürdigen Tätigkeiten im Dunklen, meist spät nachts und im Geheimen zu tätigen. Noch nie war jemand bisher auf mich aufmerksam geworden. Wenn sie es wüssten, wären sie ganz schön geschockt über mein Tun, denn in der Wahrnehmung der Menschen waren Harry und Ron die beiden Triebfedern unseres Trios, welche die gefährlichen und verbotenen Aktionen starteten und nicht ich, die überkorrekte Hermione!

Nicht einmal Harry und Ron wussten auch nur ansatzweise von meinen Aktivitäten in Hogwarts. Sie hatten keinen blassen Schimmer, was auch besser war, denn ich würde meine rechte Hand darauf verwetten, dass sie diese auch nicht gutheißen würden. Aber genug, ich musste weiter, immer tiefer in diese Gasse. Ich versuchte so unauffällig wie möglich vorwärts zu kommen.

Ein leichtes Frösteln konnte ich nicht unterdrücken, dafür war die Umgebung zu unwirklich, zu heruntergekommen. Hier trieb sich das Gesindel der Zauberergesellschaft herum. Diebe, Huren, Mörder. Es war ein gefährliches Pflaster. Hier war es am Tage genauso unsicher wie des Nachts, da diese Personen sich hier wohl und sicher fühlten. Diese düstere Gasse war größer als man hätte meinen können, bot sie doch auch all das an, was die Läden der Diagon Alley anboten, nur in einem weiteren Spektrum und was ich so in den Schaufenstern sah, faszinierte mich sehr. Ich würde ein andermal, wenn ich mehr Zeit hätte, wieder kommen, denn einiges davon konnte ich gut gebrauchen.

Vorsichtig näherte ich mich meinem Ziel. Da ich noch nie hier gewesen war, ließ ich mich von meinem Instinkt und meinen Recherchen leiten. Diesen Ausflug plante ich schon seit zwei Wochen und seit gestern bereitete ich mich explizit auf diesen spätnächtlichen Einkauf vor. Ich wollte nichts dem Zufall überlassen, dafür war das hier viel zu gefährlich! Aber ich hatte in den letzten Jahren schon gezeigt, dass ich die Gefahr und das Abenteuer anzog und liebte, sonst hätte ich nie eine enge Freundschaft zu Harry Potter schließen dürfen, da er ein Garant für solche Situationen war.

Ja, das Agieren mit Harry war eine gute Übung gewesen, um mit dieser Situation hier, so ganz alleine und auf sich gestellt, zurechtzukommen und um zum Erfolg zu kommen, bedurfte alles einer gründlichen Planung und Vorbereitung...


Zuletzt von queenie am Fr Mai 10, 2013 7:20 am bearbeitet; insgesamt 7-mal bearbeitet
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queenie
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BeitragThema: Vorbereitungen und ein gelungenes Geschäft   Mi Feb 08, 2012 11:42 pm

Vorbereitungen und ein gelungenes Geschäft

Heute war der zweite Ferientag. Ich agierte schnell, musste schnell sein, da die Zeitleisten der Pläne, die ich die letzten drei Wochen nach dem Turnier ausgearbeitet hatte, eng gestrickt waren. Als der Zug in Kings Cross hielt verabschiedete ich mich rasch mit einer Umarmung von Harry und Ron und begrüßte mit einem strahlenden Lächeln meine Eltern. Ja, strahlendes Lächeln! Ich wäre nie und nimmer so dumm meinen Eltern die Wahrheit über die magische Welt zu erzählen. Diese wären absolut entsetzt, in was für einer düsteren, gefährlichen Welt ihre Tochter lebte. Für sie war die magische Welt einfach nur spannend und faszinierend bunt und fröhlich, die Diagon Alley eben. Diese Einkaufsstraße war das Einzige was sie kannten und von mir würden sie nie etwas anderes erfahren. So fuhren wir nach der kurzen Begrüßung auch schon schnell nach Hause und ich würde beginnen meine Pläne in die Tat umzusetzen.

„Schön wieder daheim zu sein. Mum, Dad ich habe euch vermisst!", erklärte ich freudig, als wir unser Stadthaus betraten.

„Und wir dich erst, Schatz!", sagte Mum und zog mich im Foyer noch einmal in eine Umarmung.

„Und habt ihr heute noch was geplant?", fragte ich gespannt und lächelte die beiden an.

„Nein, nichts Großes! Später ein schönes Abendessen und du... erzählst uns die spannendsten Neuigkeiten vom letzten Jahr!", sagte mein Vater interessiert.

„Hmm, ja klar. Aber vorher möchte ich noch schnell ein paar Kleinigkeiten besorgen, in der Drogerie und so…, da sind mir in Hogwarts ein paar Sachen ausgegangen", meinte ich erklärend.

„Möchtest du, dass ich mitkomme, Liebes?", fragte Mum bemüht.

„Nein, lass mal. Ich freue mich viel zu sehr auf das Abendessen, da will dich nicht davon abhalten es vorzubereiten", lehnte ich ab und schenkte meiner Mutter ein vorfreudiges Lächeln.
Dad zückte währenddessen seinen Geldbeutel, reichte mir mit einem verschmitzten Lächeln 100 Pfund und meinte mit einem nachsichtigen Gesichtsausdruck: "Na dann viel Vergnügen und komm nicht zu spät!"

„Danke, bis gleich", wandte ich mich schnell zur Haustüre, schenkte meinen Eltern noch ein dankbares Lächeln und verließ das Haus wieder. Ich hatte es nicht weit bis zum Geschäft, schnell lief ich hinein und nahm einen Einkaufswagen. Es gab da einiges was ich brauchte.

Als erstes, stand ich leicht verzweifelt vor der riesigen Auswahl an Make-up. Ich kaufte alles vom Puder, über Concealer, bis zum Lidschatten, Lidstrich, Wimperntusche, Lippenstift einfach alles und weiter ging's zum Nagellack und … Ja, das war schwerer, meine Haare färben wollte und konnte ich nicht, aber ich brauchte für das was ich noch vorhatte andere Haare, Punkt. Also eine Inspiration musste her, eine Perücke wäre viel zu teuer. Also, was bot dieser Shop, und dann sah ich es, Haarteile. Da gab es ein schwarzes Haarband, welches man über den Kopf zog und an diesem Haarband waren Haare angebracht. Perfekt, wenn ich das Band bis in die Stirn zog und meine Haare zu einem straffen Dutt band, würde keiner mehr sehen, dass sie nicht dunkelblond und glatt waren.

Am nächsten Abend stand ich da, stark geschminkt und mit dem unechten Haarteil bestückt. Man würde mich heute nicht als Hermione Granger erkennen können, da ich mit mir so gar keine Ähnlichkeit mehr hatte. Auch wirkte ich viel älter, nicht wie 15, sondern mindestens wie 19. So würde es keine blöden Fragen geben. Ich hatte gewartet bis Mum und Dad ins Bett gegangen waren und tief und fest schliefen. Was nicht allzu lange gedauert hatte und wenig verwunderlich war, da ich ihnen zu ihrem abendlichen Glas Rotwein, je einen Tropfen Schlaftrank mit hinein getan hatte, schockierend, die böse Hermione hatte ihre Eltern schlafen gelegt. Mir entwich in Gedanken daran ein fieses Kichern, aber so war ich nun einmal, auf alles vorbereitet und meine Pläne waren immer gut ausgearbeitet. So musste ich mir keine unnötigen Gedanken darüber machen, ob meine Eltern bemerkten, dass ihre Tochter über Nacht ausgeflogen war.

Gut, jetzt stellen sich bestimmt einige die Frage: Was zum Teufel macht die hier? Das werdet ihr jetzt sehen, denn ich war nämlich gerade am Ziel angekommen.

Ich stand vor einer Ladentür, ähnlich der von Borgin & Burkes. Durch das Schaufenster konnte man weiter hinten im Laden Licht schimmern sehen. Auf dem schiefhängenden Ladenschild stand „Dark and Hell Wand"! Ich war sehr froh bei meinen Recherchen herausgefunden zu haben, dass dieses Geschäft immer Mittwochs auch von 23 Uhr bis 1 Uhr aufhatte, für die nicht ganz so legalen Transaktionen, denn Untertags wäre alles doppelt so schwer für mich geworden.
Einmal tief durchatmend, gerade und vor allem selbstsichere Haltung annehmend stieß ich die Tür entschlossen auf und trat mit selbstbewussten Schritten in einen dunklen, nicht besonders sauberen Laden, in dem es leicht muffig, nach moderigem Holz, roch. Hier und dort hingen in den Ecken Spinnweben. Hinten, wo die Laterne etwas Licht spendete, stand ein unsympathisch aussehender, älterer Mann, so um die 60, mit lehmfarbenen, langen, ungewaschen aussehenden Haaren und sah mir misstrauisch entgegen.

„Was kann ich für Sie tun Mrs…?", quakte mir seine schlecht geölte Stimme entgegen.
Ich versuchte in einem möglichst kühlen Ton zu antworten: „Was denken Sie weswegen ich hier bin?"

„Ich weiß nicht, sagen Sie es mir?", antwortete er gekonnt mit einer Gegenfrage. Er beäugte mich misstrauisch von oben bis unten und versuchte unter meine Kapuze zu sehen. Die Angst, dass ich ein Auror sein könnte stand ihm ins Gesicht geschrieben, also schlug ich sie zurück. Er durfte mich ruhig anschauen, weil ich sehen musste wie gut meine Verkleidung war. Mein Herz schlug mir bis zum Hals, denn eine Verteidigung hatte ich noch nicht, nur meinen Zauberstab, der in meiner Robe steckte. Diesen Stab durfte ich aber nur im absoluten Notfall zur Verteidigung verwenden, wenn ich keinen Ärger mit dem Ministerium bekommen wollte, denn aufgrund ihres bekloppten Gesetzes zur Beschränkung der Zauberei Minderjähriger, deren Gruppe ich zu meinem Leidwesen noch angehörte, war es mir untersagt einfach so zu zaubern. Nun, nachdem ich die Kapuze abgelegt hatte, starrte er mich an, nahm meine Erscheinung gierig in sich auf. Man konnte fast aus seinem Mund die Sabberfäden tropfen sehen, dem musste ich schnell entgegen wirken! Mein Gesicht nahm einen kalten, bösen Ausdruck an, ließ aber ansonsten keine Regung zu. Außerdem nahm eine sehr viel geradere Haltung an, nur nicht nervös wirken, sagte ich mir in einem Mantra vor, obwohl mein Herz immer schneller schlug, so dass ich auch mein Haupt arrogant erhoben hielt.

„Ich hab nicht ewig Zeit, denn meine Zeit ist kostbar! ", schnarrte ich in bester Malfoy Manier. Vier Jahre Draco Malfoy mussten für etwas gut sein und wenn nur, um mir abzuschauen wie ein Reinblut mit seinen Mitmenschen umging.

„Können Sie mir nun helfen, oder wollen Sie mein Geld nicht?", sagte ich schneidend und beugte mich ein bisschen provokant über den Tresen, drohend in meiner ganzen Haltung.

„Ich, ich… natürlich Madam, was genau suchen Sie? ", stotterte er quakend und hielt sich geduckt, anscheinend wirkte es und dies ließ mich doch etwas aufatmen.

„In Zeiten wie diesen…, möchte ich… noch einen Zweiten...", sagte ich geheimnisvoll zweideutig und schaute den Mann aus zusammengekniffenen Augen abwartend an. Nicht zu viel sagen war die Devise. Ja, so langsam fand ich den richtigen Umgangston, zum Glück lernte ich schnell.

„Oh. Ich verstehe, natürlich Mrs…? Aber natürlich kann ich Ihnen da behilflich sein. Wenn ich kurz dürfte…?", fragte er unterwürfig, mit hochgezogenen Augenbrauen. Ich glaube er kam zu der Überzeugung, dass ich zu jung war um ein Auror zu sein. Er öffnete seine Hand und entließ daraus ein Maßband, welches in der Luft schwebte und sich selbständig entrollte. Und schon vermaß es mich, an meiner rechten Hand, meinen Arm, genau wie damals bei Olivanders. Dann begab sich der alte Mann schlurfend in der abgetragenen, dunkelblauen Robe in den hinteren Raum und kam nach kurzer Zeit mit fünf Schachteln heraus. Nun begann das Testen und Suchen. Damals, mit elf, hatte es gut eine halbe Stunde gedauert bis ich endlich meinen ersten Zauberstab, Weinrebenholz mit Drachenherzfaser, in Händen gehalten hatte, heute hingegen klappte es schon beim dritten Versuch.

Ich war perplex, dass es hier so schnell ging, versuchte aber keine überraschte Gefühlsregung zu zeigen. Mein Gesicht spiegelte eine reglose Maske, als ich den Zauberstab schwang. Ich spürte augenblicklich ein starkes, magisches Kribbeln in meinen Fingerspitzen und schon brach ein Strauß schwarzer Rosen hervor, die auf dem Tisch zum Liegen kamen. Ja, ich hatte meinen neuen Zauberstab gefunden! Ein Lächeln glitt über die verlebten Gesichtszüge des Verkäufers und entblößten dabei stummelige, gelbe Zähne. Einer Zahnarzttochter, wie ich es war, liefen bei dem Anblick kalte Schauer den Rücken hinunter.

„Meine Dame, wie es scheint hat die Suche schon ein Ende. Ein guter Stab, der Sie ausgesucht hat. Weißdornbirke mit Thestralschweif. Ein sehr schönes Stück, aber selten. Es gibt nicht viele Zauberstäbe, die aus hellem, weißem Holz gefertigt werden!", sagte er mehr als einschmeichelnd und schaute recht stolz dabei aus.

„Wie meinen Sie das…?", fragte ich recht barsch, denn das interessierte mich schon.

„Nun ja, solches Holz ist sehr eigen, sehr mächtig, nur wenige kommen damit zurecht, also nicht wirklich kommerziell geeignet, deswegen werden Sie nie so etwas bei Olivanders sehen, auch ist der Inhalt eines solchen Holzes meist eher dunkel angehaucht!", ein fieses Grinsen legte sich auf seine Lippen, als er dies sagte: „Da es in Verbindung mit hellem Material, wie zum Beispiel Einhornhaar, nicht harmoniert. Nie, verstehen Sie!" Jetzt nuschelte er in seinen nicht vorhandenen Bart: „Wirklich sehr interessant, dass so ein seltenes Stück in die Hände einer so jungen Frau wandert." Seine Augen blickten mir sehr verschlagen entgegen. Jetzt war der Zeitpunkt für einen geordneten Rückzug, wie ich befand.

„Wie viel schulde ich Ihnen?", fragte ich daher schnell, um weitere Fragen zu unterdrücken.

„Ach, was, wie? Ach so ja… für Sie 30 Galleonen!", sagte der schmierige Mann mit einer angedeuteten Verbeugung und einem anzüglichen Lächeln. Mir entwich ein zynisches Schnauben, aber gut, ich würde nicht feilschen. So etwas war unter meiner Würde. Also langte ich in die Taschen meiner Robe, zog einen Beutel hervor und fischte nach dem verlangten Geld, dann legte ich es auf den dreckigen Tresen, während ich den Stab schon in meine innere Robentasche gesteckt hatte. Ich hatte nun einen einsatzbereiten Zauberstab, der nicht registriert war, was bedeutete, dass ich nun nicht mehr schutzlos war.

Ich konnte mich jetzt verteidigen, ohne Angst haben zu müssen entdeckt zu werden. Wunderbar, ich liebte es, wenn alles so lief wie ich es geplant hatte. Keine Worte wurden mehr gewechselt, kein Smalltalk, das Geschäft war beendet, anders als in der Diagon Alley. Ein knappes Nicken von mir und ich verließ mit wehender Robe den Laden, zog dabei noch meine Kapuze wieder über und verschwand rasch in der Dunkelheit, die ich willkommen hieß.


Zuletzt von queenie am Fr Mai 10, 2013 7:21 am bearbeitet; insgesamt 4-mal bearbeitet
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BeitragThema: Apparieren   Mi Feb 08, 2012 11:44 pm

Apparieren

Ich suchte mir eine ruhige, dunkle Ecke, in der ich ungesehen war. Viele Gefühle waren in meinem Inneren. Freude darüber, dass alles so funktionierte, wie von mir ersonnen. Angst, da ich gleich den Versuch der ersten Apparition wagen würde. Na gut, ich war erst 15 und eigentlich erst mit 17 dürfte man apparieren, aber nicht mit mir, dafür machte ich dieses ganze Theater. Ich hatte jetzt einen nicht registrierten Zauberstab und den hatte ich auch vor zu benutzen. Außerdem hatte ich alle Bücher, die es zu diesem Thema gab, verschlungen und fühlte mich relativ gut vorbereitet. Wie gesagt, auch dieses Gesetz war wieder ein Willkürakt des Ministeriums!

Also dachte ich gar nicht lange nach, sondern atmete dreimal tief durch, konzentrierte mich intensiv auf den Kern meiner inneren Magie und hielt meinen neuen Stab fest umklammert in der Rechten. Sobald meine Konzentration stark genug war, fokussierte ich, wie in den Lehrbüchern beschrieben, meinen von mir gewünschten Ankunftspunkt, den Garten meiner Eltern. Sobald ich diesen visualisiert hatte, sprach ich im Geiste den Spruch Appare, schwang den Stab und hielt gespannt die Luft an.

Es fühlte sich an, als würde alles an Luft aus meinen Lungen gepresst und ich selbst, mein ganzer Körper, durch einen engen Gartenschlauch gezogen. Ich drehte mich permanent um mich selbst, wie in einem Kreisel, gleichzeitig kniff ich meine Augen zu, denn ich musste mich konzentrieren und durfte mich nicht ablenken lassen. Es wäre fatal, unter diesen Umständen die Konzentration zu verlieren, ich musste konstant an meinen Bestimmungsort denken, sonst konnte es passieren, dass ich zersplinterte. Daher kam auch die Regel des Ministeriums, weil Kinder eine so schlechte Konzentrationsfähigkeit hatten. Klar, dachte man mal an Ron oder Neville, die würden sich in ihrem jetzigen Alter wirklich dabei umbringen.

Bah, war mir schlecht! Lange würde ich diese Belastung nicht mehr durchhalten. Ich konnte spüren, wie sich mir der Schweiß auf der Stirn bildete. Der Stab in meiner Hand zitterte erbärmlich. Als ich schon dachte ich würde der Belastung nicht mehr standhalten, wurde endlich mein Körper aus der quetschenden Enge entlassen. Endlich, ich blinzelte irritiert und erkannte erleichtert unseren Garten. Puh! Ich plumpste wenig elegant, atemlos, aber mit einem erleichterten Seufzen auf die Knie, ins Gras. Konzentriert atmete ich ein und aus, um den Schwindel in meinem Kopf zu überwinden. Da drehte sich immer noch alles. Also gut, apparieren war nicht ohne!

Aber für das erste Mal, ohne Hilfe, war es schon mal nicht schlecht, wie ich fand! Vor allem, da ich gleich eine größere Strecke überwunden hatte. Erlernte man doch in Hogwarts den magischen Sprung in kleineren Etappen, von Kreis zu Kreis! Also selbst schuld!

Eigentlich lernte man die Apparition wochenlang, um den Umgang damit zu lernen und erst dann wurden größere, weitere Sprünge gelehrt, nicht anderes herum. Aber wie gesagt, während nun meine Augen hektisch über meinen Körper glitten, alles war glatt gegangen, ich war noch ganz, stellte ich erfreut fest. Ein verschmitztes Grinsen zeigte sich auf meinen Lippen, wenngleich mein Kopf schmerzte. Heute war wirklich ein guter Tag, nein, halt, eine gute Nacht! Ja, ich musste lernen die Nacht noch mehr zu lieben, zu einem Teil von ihr zu werden, wenn ich meine Pläne so umsetzten wollte, wie ich es vor hatte.

Keine Angst vor ihr zu haben, sondern mich ihr hinzugeben, wie einer guten Freundin, die mir mit ihren Schatten gute Dienste leistete, das musste mein Ziel sein.

Oh ja, es würde sich viel ändern in der nächsten Zeit!

Aber zurück ins Hier und Jetzt. Mit Schwung hievte ich mich vom Boden und streckte meinen Körper. Es war, als hätte man einen Muskelkater in den Gliedern. Meine Beine fühlten sich ganz wackelig an.
Ich nahm mal an, alles eine Frage der Übung und Gewohnheit! Aber in so was war ich schon immer gut gewesen. Also, die Nacht war jung, auf an die Arbeit. Der Garten würde jetzt meine große Halle sein, nur ohne Kreise. Ich konzentrierte mich und sprang von einem Ende zum Anderen, vor, zurück, zur Seite, hin und her, in schneller Abfolge.

Nach einer Stunde wildem hin und her verschwinden und auftauchen, sank ich an unserer großen Eiche erschöpft und verschwitzt zusammen. Meine Lunge entließ rasselnd meinen Atem. Mit einer unwirschen Geste meiner Hand strich ich mir meine unechte Haarpracht aus dem Gesicht, auf dem der Schweiß glänzte. Mein Kopf sank in meinen Nacken und ich schloss vollkommen erschöpft die Augen. Himmel, das war wirklich ein hartes Stück Arbeit gewesen… Mein Körper… Ich fühlte mich, wie einmal ausgekotzt und übel war mir auch. Aber jetzt fühlte es sich schon wesentlich besser an, denn mir wurde nicht mehr schwindelig und ich brauchte nur noch einen Bruchteil der Konzentration, im Vergleich zum ersten Mal, um dort hinzukommen wo ich wollte.

Für heute war Schluss, weil es jetzt fast drei Uhr in der Früh war und morgen hatte ich wieder Besorgungen zu tätigen und konnte damit die weiten Strecken in Angriff nehmen, um auch diese zu perfektionieren. Also schleppte ich mich, müde wie ich war, so leise wie möglich, da der Schlaftrank meiner Eltern mittlerweile nicht mehr so stark wirken würde, die Treppen zu meinem Zimmer hinauf. Ich zog mir meine Klamotten über den Kopf, schmiss den Haarfetzen in eine Ecke und sank, nur noch mit meiner Unterwäsche bekleidet, total erschöpft auf mein Bett und versank in kürzester Zeit in einen tiefen, fast schon komatösen Schlaf.
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