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 Kapitel 42-43

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queenie
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BeitragThema: Kapitel 42-43   Do Feb 09, 2012 12:51 am

Ein langer Weg bis zum Samstag

Und schon holte mich wieder der nächste Tag ein, der Donnerstag und wieder war der Tagesprophet eine Erleuchtung. In dem Zeitungsartikel wurde auf der Titelseite darüber informiert, dass Professor Umbridge im Auftrag des Ministeriums längst überfällige Reformen in Hogwarts durchführen würde. Sie wurde durch einen Erlass zu Hogwarts „Großinquisitorin“.

Dieser quakende Frosch sollte das sein! Nicht zu fassen, ich konnte nicht mal mehr den Kopf schütteln. Hatte die Zaubererwelt sich ihre Ideen von den Muggeln abgeschaut?

Hallo, „Großinquisitorin“? Würden die hier jetzt die Inquisition wie im Mittelalter der Muggel einführen? Hatten sie die noch alle? Wollten die uns alle auf brennende Scheiterhaufen stellen, die nicht so dachten wie Fudge? Ich konnte über den reißerischen Inhalt dieses Artikels nur vollkommen ungläubig den Kopf schütteln. Und so begannen ihre Inspektionen im Unterricht der Lehrer, was, wie ich fand, sehr erheiterungswürdig war, aber mich fragt ja keiner, war halt mein trockener Humor. Die Inspektionen waren herrlich. Harry und Ron berichteten mir vom Wahrsageunterricht, den ich ja im dritten Jahr geschmissen hatte, da ich dieses Fach als eher schwammig bezeichnen würde und ich brauchte klare, strukturierte Linien, nicht dieses… ich sehe etwas in einer rauchigen Kugel, es ist aber leider nur als ungenau und wage zu umschreiben! Ja, das war nicht meins und ich wusste wann ich an meine Grenzen stieß und hier waren sie so was von erreicht gewesen.

„Das war echt heftig, wie die olle Kröte das alte, verrückte Insekt fertig gemacht hat“, erzählte Ron mitleidlos und ich sah Trelawney direkt vor mir, mit ihren riesig vergrößerten Augen, hinter ihrer zu großen Brille und die Abertausenden von Schleiern und Schals und diversen Perlenketten, die sie um sich geschlungen trug, um besonders geheimnisvoll daher zu kommen. Nein, sie war niemand, der es mit einer verschlagenen Umbrigde aufnehmen konnte.

„Ja, hat sie völlig in ihrer ignoranten Art verunsichert, hat sie von Tisch zu Tisch verfolgt und Trelawneys gespielt entrückte und geheimnisvolle Masche hat bei der natürlich überhaupt nicht gezogen. Ich meine, die funktioniert nicht mal bei uns!“, grinste Harry böse.

„Wo du recht hast und was war weiter?“, war ich neugierig und schnitt mir ein Stück des Bratens ab und kaute langsam.

„Boaa, echt, das war so krass gemein! Umbitch wollte eine Prophezeiung und die Libelle hat halt wie immer ihren Unsinn verzapft! War echt nicht auszuhalten!“, kicherte Ron nun böse und gemein.

„Fremdschämen! Echt, die Libelle hat voll gezittert, da hat sie mir richtig leidgetan und Umbitch kann ich echt nicht ab, in ihrer selbstgerechten Art!“, echauffierte sich Harry und klar, wer mochte schon die Kröte. Als das Mittagsmahl vorbei war, eilten wir drei zum Verwandlungsunterricht von Professor McGonagall und hatten auch dort die Ehre auf Umbridge zu treffen, obwohl ich der Verunglimpfung des Namens von Harry und Ron aus vollem Herzen zustimmte. Sie war eine Bitch, aber die brave, regelgetreue Hermione würde so ein Wort niemals in den Mund nehmen.

Der Drahtseilakt, diese Hermione zu sein, wurde immer größer aber auch immer schwerer aufrechtzuerhalten. Es war durchwegs anstrengend. McGonagall enttäuschte mich nicht und ließ sich von der bösen Hexe nicht aus der Ruhe bringen. So herrschte sie die „Großinquisitorin“ nach zu vielen Unterbrechungen an, das sie sie bitte unterrichten lassen sollte und wenn es ihr nicht zusagen sollte wie sie den Unterricht führen würde, wäre sie herzlichst eingeladen, es selbst zu übernehmen. Das „Dolores“, welches McGonagall gekonnt rollte, war Balsam für die Seele der genervten Schüler, was dazu führte, dass diese sich verschnupft in eine Ecke zurückzog und auf ihrer Mappe herumkritzelte, aber ab jetzt schwieg.

Als wir uns dann zur Pflege magischer Geschöpfe zusammen mit den Slytherins nach draußen begaben, streifte mich auf einmal eine Hand und drückte meine kurz. Ich blickte erstaunt auf und sah nur noch den Rücken von Draco entschwinden. Aha, das war so lieb von ihm, da wir heute noch keine Zeit gehabt hatten uns auszutauschen. Ich vermisste ihn, ging mir aber wohl nicht alleine so, das war ein schönes Gefühl, zu erleben, dass es ihm ähnlich ging! Als wir uns alle eingefunden hatten, musste sich Professor Raue-Pritsche gegen Umbridge behaupten, was ihr gar nicht so schlecht gelang. Sie ließ sich nicht herab, Hagrid, oder den mir mittlerweile leicht sauer aufstoßenden Dumbledore, zu diskreditieren. Während der letzten Stunde, des langen Tages, in Umbridges eigenem Unterricht kriegten sie und Harry mal wieder Streit über den Dark Lord und dessen erscheinen oder eben nicht erscheinen. Es war eine ewigliche Geschichte, nur diesmal handelte er sich Nachsitzen für eine Woche ein und dies für jede Nacht.
Harry, Harry, du lernst es nicht mehr! Manchmal war Reden silber, aber oft war Schweigen gold!
Beim Abendessen ließ sich auch Snape mal wieder unerwarteter Weise sehen und ich konnte seine Blicke in meinem Rücken spüren, versuchte aber nicht darauf zu achten oder zu reagieren! Draco behielt alles kritisch und mit Adleraugen im Blick, auch mich, wobei auch ich aufmerksam meine Umgebung beobachtete. Hey, wir können gleich ein Spiel daraus machen, dachte ich sarkastisch, wer zuerst zuckt hat verloren. Und so nahm ich das Abendessen wie auf dem Präsentierteller ein, sehr entspannend, ging mein Zynismus mit mir durch. Später lag ich zur Abwechslung mal brav um eins im Bett, da ich morgen, am Freitag, mal wieder die Biege machen würde, um zum ersten Mal seit einer Woche zu meinem Sensei zu gehen und somit stand auch das morgige Lauftraining auf meinem Tagesplan, daher schlief ich lieber schnell ein.

Heute, am Freitag, hatte ich nur bis vier Uhr Unterricht, was bedeutete, dass ich Harry und Ron so blöd redete über die Bibliothek, Hausaufgaben und Prüfungen, dass die beiden freudestrahlend ihre Hände über den Kopf zusammen warfen, als ich endlich um halb verschwand. Es war immer so einfach sie in die Irre zu führen. Aber ich verließ mich nicht nur auf meine nervende Ader, nein, ich holte mir noch meine Verbündeten zu Hilfe!

„Fred, George, gut, dass ich euch noch sehe, seid ihr auf dem Weg in den Gemeinschaftsraum?“ fragte ich die zwei, die mir auf einer der beweglichen Treppen entgegen kamen.

„Jo, Schönste, wo willst du hin? Wir haben heute eine große Verkaufsveranstaltung. Wir haben uns fest vorgenommen Umbitch in den Wahnsinn zu treiben“, grinsten die teuflischen Red Devils dämonisch!

„Schade, die werde ich verpassen, ich muss zum Training“, zuckte ich entschuldigend mit den Schultern.

„Du verlässt Hogwarts?“, fragte Fred überrascht, aber mit einem verruchten Funkeln in den Augen.

„Ja, könntet ihr mich decken, so dass Harry, Ron und Ginny nicht misstrauisch werden?“, bat ich rasch und sah sie bittend an, dabei blinzelte ich liebreizend mit meinen Wimpern.

„Klar, wann dürfen wir mit dir rechnen, nicht dass dir was passiert?“, wollte George wissen.

„Ich hoffe so um 22 Uhr, oder eine halbe Stunde später wieder da zu sein“, gab ich ihnen doch gerne die Auskunft. Ich fand ihre Sorge echt süß und Dracos Worte fielen mir auch wieder ein, dass zumindest irgendjemand wissen sollte wo ich wäre.

„Geht klar, wenn was ist schreib auf der Galleone und pass bitte gut auf dich auf“, meinten sie ernst und tätschelte mir mit einer Hand die Wange.

„Dass du so allein… raus gehst, pass einfach auf!“, meinte auch Fred kopfschüttelnd, aber wirklich aufhalten würden sie mich nicht und das schätzte ich an ihnen sehr.

„Immer doch, versprochen! Macht euch nicht so viele Sorgen, ich kann auf mich aufpassen, wir sehen uns, sonst komm ich zu spät“ verabschiedete ich mich und rannte rasant in die Kerker. Ich hatte alles in meiner Schultasche, meine geschrumpfte Sporttasche und meine Dolche, die Schulsachen ließ ich in dem Geheimtunnel und apparierte vom Verbotenen Wald aus zum Sportzentrum. Dort stellte ich mich dem Sensei und bezog mal wieder beeindruckend Prügel, dagegen waren Sirius' Handgreiflichkeiten ein wahres Tätscheln gewesen, auch wenn sie mich umso mehr verletzt hatten, aber nun gut, was passiert war, war passiert und nicht zu ändern.

Um halb zehn schließlich machte ich mich leicht humpelnd, da ich bei einer Drehung falsch aufgekommen war und mir dabei etwas meinen rechten Fuß verstaucht hatte, auf den Weg nach Hogwarts. Ich würde in meinen Heilbüchern nach dem richtigen Spruch schauen müssen, denn bisher hatte ich mich noch nicht allzu intensiv mit Zerrungen und Verstauchungen befasst. Ich konnte schließlich nicht alles zur gleichen Zeit lernen. Unglaublich aber wahr, auch ich hatte Grenzen! Was aber meine Stimmung über mein Versäumnis nicht gerade hob.

Als ich die verhängnisvolle, dunkle Seitengasse betrat, um in den nächtlichen Wald zu apparieren, konnte ich die aufwallenden Angstgefühle gut unterdrücken. Hey, ich wurde richtig gut darin!

Ich spendete mir gerade großzügig selbst Applaus. Und so humpelte ich kurze Zeit darauf den Geheimgang entlang und betrat die Kerker, um mich nach fünf Schritten mit der schwarzgewandeten Brust meines Lieblingsprofessors konfrontiert zu sehen, der auf mich hinabstierte, wie auf eine gefundene und gefangene Beute, ein durchweg beunruhigendes Gefühl!

„Professor Snape!“, kam es tapfer von mir und ich blickte von unten in sein missbilligendes und blasses Gesicht.

„Miss Granger, was haben Sie in den Kerkern kurz vor Ausganssperre zu suchen?“, schnarrte es mir kühl entgegen.

„Ich, ähm… ich, nun ich bin Vertrauensschüler, nicht!? Und deswegen…“, ha, rettende Idee oder nicht?

„Wollen Sie mich für dumm verkaufen? Was haben Sie hier zu suchen? Hatte ich Ihnen nicht gesagt, Sie sollen Ihre Finger von den Kerkern und deren Bewohnern lassen?“, hauchte er mir klirrend kalt entgegen, dabei glänzten seine tiefschwarzen Augen giftig.

„Wie kommen Sie denn darauf, Sir? Nichts was Sie denken, ich geh dann mal“, wollte ich mich verdrücken. Ich versuchte so schmerzfrei wie möglich zu erscheinen und mein Humpeln zu verbergen, was mir mal wieder unter diesen Raubtieraugen, die alles sahen, leider nicht gelang. War ja auch nicht anders zu erwarten gewesen. Und so packte er mich dann auch grob am Oberarm und hielt mich auf.

„Wo waren Sie unmögliches Mädchen nur wieder? Sie sind schon wieder verletzt, kommen Sie. Sie wandelnde Katastrophe!“, zischte er so bösartig und zeigte eine verzogene Fratze, als hätte er ein Dutzend Zitronendrops essen müssen. Da um die nächste Ecke sein Privatbüro und seine dahinterliegende Wohnung war, zog er mich wenig freundlich wie einen Kartoffelsack hinter sich her. Auf einmal war mir, weiter vor uns bei der nächsten Ecke, als hätte ich einen strahlend hellen Kopf gesehen, der rasch verschwand, aber das ging so schnell, ich tat es ab. Das konnte nicht Draco gewesen sein, da die Erscheinung nur Sekunden zu sehen gewesen war. Und so gelangten wir durch das Bücherregal ins Wohnzimmer, wo ich unsanft auf das Sofa geschmissen wurde. Ich ersparte mir jeglichen Protest. Hätte eh keinen Sinn, außer, dass ich bösartige Kommentare abbekommen hätte.

„Wo waren Sie?“, zischte er auch schon wieder fordernd, dabei starrte er mich aus seiner stehenden Position nieder, die Arme aggressiv vor der Brust verschränkt.

„Ich…“, jetzt verdrehte ich meine Augen. „Wo wohl, beim Training“, antwortet ich trotzig, aber ehrlich.

„Sie gehen jetzt immer noch? Wie kommen Sie hier raus, Miss Granger, tragen Sie diesen Kopf nur zum Schmuck? Obwohl man sich damit nicht schmücken sollte. Oder befindet sich da noch arbeitende Masse darin?“, spuckte er mir verachtend, an den so von ihm beschimpften Kopf.

„Gerade Sie müssten wissen, wie gefährlich es da draußen ist und nicht noch freiwillig abhauen und die Gefahr suchen. Was denken Sie sich, ach, ich vergaß… Sie denken ja nicht!“, brüllte er nun los und ja, er war beeindruckend in seiner kalten, beherrschten Wut.

Oh Mann, tat ich mir leid! Alles war so gut verlaufen, na gut, bis vielleicht auf die Verstauchung, aber dass ich ihm in die Arme laufen musste, irgendwie kam mir mal wieder mein Glück oder dessen abhanden sein wieder in den Sinn. Dachte dieser Mann ich war taub? Da bevorzugte ich ihn doch stöhnend in mir, dann war diese ganze doch temperamentvolle Energie besser kanalisiert. Bei diesem abwegigen Gedanken entschlüpfte mir fast ein Lachen, aber ich konnte es gerade noch verhindern, er würde mich sonst wahrscheinlich bei lebendigem Leib häuten, so wie er sich gerade reinsteigerte.

„Wie kommen Sie dazu das Schulgelände zu verlassen, Miss Granger? Ich rede mit Ihnen, antworten Sie!“, drohte er aufgebracht.

„Ähm, ich… Sie wissen was ich tue… was regen Sie sich so auf, Sir?“, fragte ich sachte, das war taktisch vielleicht nicht ganz so klug, aber interessieren tat es mich trotzdem.

„Was fällt Ihnen ein so mit mir zu reden, ich bin immer noch ihr Lehrer!“, fauchte er nun verächtlich.

„Das weiß ich doch, Sir, aber Sie wissen auch, dass Sie mich nicht aufhalten können. Sie können mich nicht verpfeifen!“, meine ich provokant und schenkte ihm ein Strahlen. Was? Hatte je einer behauptet ich sei nett oder erfand diese Zauber nur weil sie so schön lateinisch klangen? Sie sollten mir in Situationen wie diesen helfen und ich war mir nicht zu fein, es zu nutzen und die Zeit wo ich Furcht oder Angst, selbst vor einem Snape gehabt hatte, waren längst vorbei. Zumindest redete ich mir dies ein, denn schon war er bei mir und drängte mich rabiat in die Rückenlehne der Couch und versuchte mich mit seiner Körperlichkeit einzuschüchtern. Dabei sah er mir mit seiner ausdruckslosen Maske, aber vor Wut brodelnden Augen in die meinigen.

Oh, ich wusste, er war nicht zu unterschätzen, er war ein gefährlicher Mann, der zu vielem fähig war, aber ich blieb ruhig und überlegt, ließ mich nicht von ihm verunsichern.

„Miss Granger, wissen Sie, was Sie da gerade gesagt haben? Überlegen Sie gut, ob Sie mich zum Feind wollen!“, kam es samtig weich von ihm, während er mir seidig drohte.

„Aber Professor, nie! Ich will Sie doch nicht zum Feind… bitte!“, meinte ich mit sanfter, weicher Stimme, dabei blinzelte ich ihn unter meinen dichten Wimpern in meiner halb liegenden Position hervor an. Aber ich gab es gerne zu, wenn ich nicht als Minna schon das Vergnügen gehabt und ihn so nah bei mir gehabt hätte, dann wäre ich jetzt eindeutig nervöser gewesen als ich es gerade war.

„Ich meine, ich bin doch vorsichtig, nur freitags von 17 bis 21 Uhr hab ich mein Kampftraining und Sie selbst haben gesagt, dass es gut ist, sich vorzubereiten und gerade nach… nach Bole… das hat mich noch mehr motiviert“, kam es leise aber immer noch aufrichtig von mir und ich atmete tief bei dem Eingeständnis ein.

Er war ganz schön nah, unsere Gesichter trennten nur Zentimeter und berührten sich fast. Er starrte mich immer noch an. Es war als würde er versuchen meine Worte zu sezieren und als er in meinen Augen höchstwahrscheinlich sehen konnte, dass ich die nicht von der Hand zu weisende Wahrheit sprach, löste er sich abrupt von mir und ließ sich in seinen nahen Sessel gleiten.

„Was erhoffen Sie sich davon? Was wollen Sie erreichen?“, fragte er nun wieder vollkommen glatt und kalt. Er hatte sich wieder gefangen und überschlug seine Beine lässig.

„Chrmmm, wenn Sie so fragen, Sir! Ich bin nicht blöd, das läuft auf einen Krieg hinaus und ich bin nur eine Frau. Ich will aber die besten Voraussetzungen, um mich verteidigen zu können und Zauberer sind oft, nun faul! Sie verlassen sich nur auf ihren Stab und vergessen ihren Körper und da sehe ich meinen Vorteil, da werde ich dann doppelt unterschätzt und so erhoffe ich mir Vorteile! Nur das Kämpfen erlernt man halt nur hart, durch regelmäßiges Training, Professor. Bitte verstehen Sie doch!“, bettelte ich nun um sein Einsehen, Stolz wäre hier nicht angebracht.

„Sie verlangen viel, Miss Granger, es ist untersagt das Schulgelände zu verlassen“, meiner er noch immer unbewegt und emotionslos kalt.

„Als hätte ich mich jemals an Regeln gehalten, Sir“, gab ich vorlaut zu und reckte mein Kinn in die Höhe.

„Das, Miss Granger, ist mir durchaus bewusst! Aber ich muss Sie darin nicht auch noch unterstützen“, zeigte er mir ein hämisches und überhebliches Grinsen.

„Aber Professor, ich schade doch damit niemandem, keiner weiß, dass Sie es wissen könnten“, wandte ich rasch ein.

„Sie werden es eh nicht lassen, das weiß ich, dafür hatte ich schon zu sehr das Vergnügen, Sie kennenlernen zu dürfen!“, troff seine Stimme vor bitterer Ironie und ließ das Ganze sich so anhören, als meinte er das genaue Gegenteil mit dieser schleppenden Stimme, mit der er sprach.

„Sir, ich könnten Ihnen immer noch den Geheimgang zeigen. Sie decken mich freitags und ich zeige Ihnen eines meiner Geheimnisse? Zeige ihnen, wie Sie auch ungesehen nach draußen kommen, sollte der Dark Lord nach Ihnen rufen!“, bot ich an. Sein Gesicht verschloss sich bei der Nennung des Dark Lords sofort und total, wenn denn dies noch mehr möglich war. Aber ich wusste, Slytherins standen auf so was. Füttere sie mit etwas und sie sind bereit dir auch eine Kleinigkeit zu geben. In dieser Hinsicht waren sie berechenbar, wenn man sie denn mal soweit hatte sich auf einen Deal einzulassen.

„Sie wissen zu verhandeln, Miss Granger“, murrte er mürrisch.

„Danke für das Kompliment, Sir“, strahlte ich ihn an.

„Nun gut, wenn Sie sich in Gefahr begeben wollen, werde ich Sie nicht aufhalten! Ihre Entscheidung, aber Sie kommen jeden Freitag zu mir, damit ich Sie heilen kann. Sie können nicht so durch die Schule laufen“, meinte er seufzend und kniff die Lippen verärgert zusammen. „Und jetzt zeigen Sie mir Ihren Fuß“, jetzt da ich ihn soweit hatte, das zu tun was ich wollte, würde ich nicht seinen Zorn auf mich ziehen und ihm meinen Fuß verweigern und so zog ich meinen Schuh und die Uniformsocke aus.

Ich streckte den Fuß von mir weg. Es zeigte sich eine leichte Schwellung am Knöchel, echt nichts Weltbewegendes. Okay, der werte Herr Professor schaffte es immer wieder mich zu erstaunen, denn er glitt aus seinem Sessel und kniete vor mir nieder und nahm den Fuß auf.

Wow, er ging vor mir in die Knie! Das war unerwartet, wenn ich das jemandem erzählen würde, wären ich und sie des Todes, aber freuen durfte man sich ja noch oder? Schon fühlte ich, wie seine kühlen Finger den Fuß und die Schwellung betasteten. Ein angenehm unangenehmes Gefühl, da er es drauf hatte den Schmerz zu treffen. Aber mir waren seine Berührungen nicht unangenehm. Ich mochte es wirklich von ihm berührt zu werden, kein Wunder bei unseren intimen Treffen, von denen er, der Göttin sei Dank, nichts ahnte, wurde ich noch ganz anders von ihm angefasst. Auch wenn er kniete, wirkte es, als würde ich mich unterwerfen. Es war sein ganzes Auftreten, die Erscheinung, die mich eher klein und unbedeutend machte. Er war wirklich eine markante Persönlichkeit mit der man rechnen musste.

„Auwa“, rief ich plötzlich aus.

„Dann sitzt der Schmerz da?“, sadistisch hob er den Kopf und seine Haare fielen zur S#eite und gaben sein dreckiges Grinsen frei. „Pes tumor sanatio“, intonierte er und ich durfte sehen, wie die Schwellung an meinem Fuß zurückging. Ich probierte es und konnte ihn danach schmerzfrei drehen und wenden.

„Danke Professor, Sie sind zu gütig, Sir“, lächelte ich ihn scheu an, währenddessen glitt er wieder zurück und zauberte sich ein Glas zu trinken in die Hand und sagte nichts, sah mir nur zu, wie ich mich wieder anzog, auch mal angenehm keinen vollständigen Strip vor ihm hinzulegen.

„Bilden Sie sich nur nichts darauf ein“, meinte er böse grummelnd.

„Nie, Sir, keine Sorge!“, stimmte ich ihm zu und wollte den Rückzug antreten. „Ich denke mal, ich gehe? Danke nochmal, Sir.“

„Nicht so schnell, Miss Granger, hab ich Sie schon entlassen?“, hob er fragend die Augenbraue.

„Nein, Sir“, antwortete ich kleinlaut.

„Ich habe in der letzten Zeit beobachtet, dass Malfoy anders zu Ihnen ist, haben Sie meine Bitte von letztens vergessen?“, welche Bitte er meinte, wohl eher seine Drohung.

„Was meinen Sie Sir, ich verstehe nicht?“, stell dich schön doof, gute Taktik.

„Das steht Ihnen nicht, das Dummchen zu spielen, Miss Granger!“, zischte er mir eisig entgegen.

„Professor, was meinen Sie?“, versuchte ich auszuweichen, denn die Richtung gefiel mir nicht.

„Was wollen Sie von Draco Malfoy?“, stellte er seine Frage und sah mich bohrend an.

„Wie kommen Sie darauf, dass ich was von ihm möchte!?“, wollte ich abwiegeln.

„Ich habe Sie in der Großen Halle beobachtet, Sie sind gut! Beide, aber ich bin
besser, glauben Sie mir, ich habe es gesehen, die Blicke und ich habe es Ihnen gesagt, halten Sie sich von ihm fern!“, befahl er mir sehr unterkühlt.

„Blicke… Sir?“, tat ich noch immer verständnislos, ich würde nichts zugeben.

„Verkaufen Sie mich nicht für dumm, ich weiß was ich gesehen habe, lassen Sie Draco aus Ihren Spielchen!“, brauste er nun wütend auf.
„Sir, ich hab gar nichts gemacht“, ich hatte mich groß gemacht und schaute ihn unschuldig an, während ich es stur abstritt.

„Verschwinden Sie, Granger und belügen Sie wen anderes, aber nicht mich!“, meinte er verächtlich, denn schon flog mir sein Glas entgegen. Ich duckte mich reaktionsschnell und es zerschellte laut klirrend an der Wand in tausende, kleine Kristallstücke.

„Ich warne Sie noch einmal, halten Sie sich von Malfoy fern!“, schrie er mir hinterher, als ich Stoff gab und er nur noch meinen entschwindenden Rücken sah.

Puh, wie gut, dass er mir nicht nachkam. Ich flog aus der Bürotür, nur abhauen. Wann hatte Snape jemals so die Contenance verloren, dass er ein Glas zertrümmerte. Er lässt seinen Gefühlen mehr freien Lauf als die letzten Jahre, zumindest mir gegenüber. Und Sirius schlug mich durch die Küche, vielleicht reizte ich die Männer einfach zu sehr, anscheinend hatte ich die Begabung, sie zur Raserei zu treiben. Während ich lief, nahm ich es mit Humor und begann belustigt zu kichern, als ich auch schon überraschend aufgehalten und in eine Nische gezogen wurde, dass ich gar nicht so schnell schauen konnte. Draco presste mich an die kalte Mauer und ich ließ mir den festen Griff, den er dabei an den Tag legte, gefallen und so presste ich mich an ihn und beruhigte meinen Herzschlag.

„Was hast du hier zu suchen und dann auch noch bei Severus? Ich hab gedacht, ich sehe nicht richtig, als er dich so in seine Räume gezogen hat?“, strich es leise flüsternd über mein Ohr. Also hatte ich vorhin doch richtig gesehen, es war Draco gewesen, dass der sich aber auch immer überall rumtrieb!

„Ich… ich war weg…“, und spürte wie sich sein Hände an meinen Schultern verkrampften und mir ins Fleisch drückten.

„Du warst wo? Warum weiß ich nichts davon?“, zischte er nun leise, aber eindeutig verärgert.

„Ich… warum sollte ich dich über jeden meiner Schritte aufklären?“, zeigte ich mich verwirrt.

„Weil ich es wissen will, wenn du die Schule verlässt, hätte denn jemand Bescheid gewusst?“, wollte er genau wissen.

„Ja, die Twins, sie halten mir den Rücken frei!“, gestand ich ihm ein.

„Du vertraust diesen Clowns?“, meinte er abwertend.

„Mach nicht den Fehler und unterschätze sie, sie haben mehr drauf und weniger Skrupel als du denkst und nenn sie bitte nicht so“, klärte ich ihn leise auf.

„Ich warte, wo warst du?“, und ging nicht weiter auf die Twins ein.

„Beim Training, jeden Freitag von 17 bis 21 Uhr“, antwortete ich.

„Und das denkst du, ist nicht nötig mir mitzuteilen?“, zeigte er sich sauer, so mühsam beherrscht wie er nun klang.

„Nun ja, nein, aber ich hätte es dir morgen erzählt“, erwiderte ich ruhig und abwehrend.

„Lerne daraus, ab sofort will ich immer wissen, wenn du Hogwarts verlässt, verstanden?“, drückte noch ein bisschen fester zu und ich verzog unwillig die Miene.

„Okay, wenn du meinst, ich werde dich zukünftig informieren“, bot ich ihm versöhnlich an, solange er mich nicht zurückhielt.

„Und warum bist du so aus seinen Räumen geflohen? Hat er dich wieder bedrängt?“, gab er nicht auf und zeigte sich sehr neugierig.

„Nein, nein…, er hat mich hier aufgegabelt als ich zurückkam, ich hab gehumpelt, was ihm natürlich nicht verborgen geblieben ist und da hat er sich mich geschnappt und zu sich geschleppt. Er hat den Fuß geheilt und von den Ferien weiß er, dass ich Kampfsport lerne und hat darauf bestanden, dass ich jeden Freitag zu ihm komme, auf dass er mich heilen kann, dafür muss ich ihm den Geheimgang zeigen…“, ich leckte mir über die trockenen Lippen. „Und dann hat er gesagt, er hätte unsere Blicke in der Halle gesehen und er wäre nicht blöd… ich soll von dir die Finger lassen und hat mir gedroht! Ich hab mich blöd gestellt und dann hat er sein Glas nach mir geschmissen und mich rausgeworfen. Ich hab also die Beine in die Hände genommen und zugesehen, dass ich Land gewinne, da rief er noch ich soll mich von dir fern halten!“, ich ließ meinen Kopf erschöpft an seine Brust sinken.

„Glaubst du, ich reize die Männer zu sehr, ich glaube nicht, dass es für Snape normal ist Gläser nach Personen zu werfen! Ich meine, er ist doch sonst immer ein Eisblock und, und… Sirius habe ich auch zur Weißglut getrieben, oder nicht? Ich meine, er schlägt eigentlich auch niemanden!“, seufzte ich und rieb mein Gesicht frustriert an seiner Brust Ich konnte spüren, wie seine Brust unter meinen Händen und an meinem Gesicht erzitterte. Lachte er, lachte dieser...? Er lachte wirklich, was sollte das, das war nicht zum Lachen!

„Mudblood, hat dir jemand schon mal gesagt, dass du, wenn du so durch den Wind bist, richtig süß sein kannst!“, da lachte er unterdrückt weiter und ließ mich sprachlos zurück.

„Das ist nicht lustig, ich meine… ich“, zeigte ich Nerven und stotterte.

„Mach dir nicht so viele Gedanken, du bist was Besonderes! Das ist der Grund, dass alle so durchdrehen“, hauchte er da in seiner ruhigen Art ein dramatisches Kompliment.

„Hähä“, kam es echt intelligent über meine Lippen.

„Ich sag ja, du kannst süß sein, so intelligent, so schlau, so durchtrieben, dass du der besten Slytherin eine mehr als ernst zu nehmende Konkurrenz sein kannst, aber hier so unbedarft, fast naiv!“, küsste er nun meine Stirn und legte danach seine Stirn an meine.

„Black hat Askaban nicht gut getan und er ist dir bei weitem nicht gewachsen!

Höchstwahrscheinlich wusste er sich nicht mehr anders zu helfen“, meinte er nun. „Und Snape, das ist wahrlich erstaunlich, dass du ihn so durchdrehen lässt. Das mit dem Glas kenn ich nur, wenn Vater ihn mal wieder zur Weißglut treibt. Was Vater wirklich mal immer wieder zu Wege bringt, unglaublich, aber wahr!“, erklärte mir Draco sehr ausführlich, was ihn anscheinend in Erinnerung an so eine Szene zwischen den beiden Männer kichern ließ.

„Warum er so darauf besteht, dass du dich fernhältst, das werde ich zu gegebener Zeit zu unterbinden wissen, aber lass das meine Sorge sein, das werde ich mit Severus regeln, versprochen!“

„Ich denke unsere Erzählungen morgen sind dringend nötig, damit wir beide besser verstehen“, meinte ich überfordert, denn ich hatte seiner Ausführung mit offenem Mund gelauscht.

„Das denke ich auch und freu mich schon darauf“, raunte er heiser.

„Wo treffen wir uns?“, wollte ich neugierig wissen.

„Du kommst wieder zu uns in den Gemeinschaftsraum, maskiert natürlich! Den Rest siehst du dann“, hörte ich direkt das Amüsement, das ihm dabei in den Sinn kam.

„Wie du wünschst, nach dem Abendessen, die Twins werden mich decken“, konnte ich es kaum erwarten.

„Sie wissen, dass du zu mir kommst?“, hörte ich nun das Erstaunen aus seiner Stimme.

„Ja!“, meinte ich nachdrücklich. „Und wir können ihnen wirklich trauen?“, wandte er misstrauisch ein. „Ja wirklich.“

„Liegt dein Zauber auf ihnen?“, wollte er nun vehement wissen.

„Nein, aber wenn du möchtest, kann ich sie verzaubern, dass sie nichts über dich und mich sagen können“, bot ich gelassen an.

„Tu dies, in diesen Zeiten ist Vorsicht besser als Nachsicht“, meinte er kompromisslos hart.

„Wie du wünscht, Draco“, gab ich nach, denn irgendwie hatte er recht und warum sollte ich mich deswegen streiten? Die Twins würden ihm wohl noch zustimmen.

„Und morgen haben wir endlich Zeit zu reden, jetzt ruh dich aus. Das brauchst du auch mal, mein Mudblood“, erklärte er fest und umarmte er mich.

„Bis morgen, Pureblood“, fand ich wieder zu meiner lockeren Art zurück, Draco tat mir gut.

„Sei schön brav“, kam es frech von ihm und ich verschwand schnell in den Geheimgängen. Als ich durch das Portrait trat, herrschte noch reger Betrieb bei uns in Gryffindor.

„Endlich! Wir wollten schon eine Nachricht schreiben. Was hat dich aufgehalten?“, zog mich Fred schon in eine Fensternische.

„Viel! Wir müssen dringend reden, bleibt wach! Vielleicht sind wir ab Mitternacht allein…“, wisperte ich schnell. Er nickte nur und gesellte sich zu den anderen. Ich blieb noch ein bisschen sitzen und betrachtete das fröhliche Treiben meiner Klassen- und Hauskameraden und konnte mit ihren Scherzen und lustigen Anekdoten so gar nichts anfangen. Ich wollte eigentlich nur in die Kerker, zu den Männern meines Herzens, oder meines Verstandes. Ich durfte sehen, wie sich der Raum lehrte und selbst die Twins nicht zurückblieben. Auch Harry und Ron wünschten mir eine gute Nacht und gingen schlafen. Ich konnte nicht mehr so richtig vor ein Uhr die Ruhe finden, also tat ich das einzig sinnvolle und arbeitete. So war ich der letzte verbliebene Mensch im Gemeinschaftsraum, als ich auch schon die beiden Red Devils herunterschleichen hörte.

„Hey, holde Maid!“, meinte Fred spaßig und setzte sich mit George auf die sehr gemütliche, aber durchgesessene, hellbraune Couch vor dem Kamin, neben meinem Stammsessel.

„Hallo ihr zwei, ich hoffe, die späte Stunde tut euch nichts?“, fragte ich und trank aus meinem Tee einen Schluck.

„Nee, wir sind doch alle nachtaktiv und wofür ist der Unterricht sonst da, als zu schlafen!“, krähte Fred belustigt und gab seinem Bruder einen Highfive.

„Sehr witzig, ihr wisst schon, dass es wichtig ist was wir lernen!“, meinte ich ernst. In solchen Dingen konnte ich nicht über meinen Schatten springen, sorry!

„Jo, das ist unsere Hermione. Aber mal ehrlich, da lernen wir aus der Verbotenen Abteilung mehr!“, kam es ernst von George.

„Ahrrr, natürlich, ich vergaß, wir interessieren uns ja nicht mehr für diese Art der Magie!“, rollte ich gespielt entnervt mit meinen Augen.

„Genau, du hast es! Wer braucht schon langweilige Schulmagie...“, grinsten sie mich nun fies an und ich zeigte ihnen ein nicht weniger böses Strahlen.

„Was wolltest du wichtiges?“, wurde sie nun ernst.

„Ich, ach, ich weiß gar nicht, wie ich es sagen soll. Aber ich müsste auf euch einen Zauber schmeißen, der mich schützt. Nicht, dass ich denke ihr würdet plaudern, aber…“, versuchte ich zu erklären. Es war mir unangenehm.

„Hermione, Schönste, sprich nicht in Rätseln, du darfst uns so viel verhexen wie du willst! Aber was ist da im Busch? Uns kannst du da nichts vormachen! Sprich!“, forderten sie unnachgiebig. Tja, die Twins waren halt echt nicht blind.

„Draco möchte, dass wir, also er und ich, geschützt sind und es ist von ihm nicht direkt gegen euch gerichtet, aber er meinte halt in Zeiten wie diesen wäre Vorsicht besser als Nachsicht!“, wehrte ich ab und erhob meine Hände entschuldigend.

„Und auch wenn ich das Frettchen nicht mag, aber wo er recht hat“, meinte George zustimmend und erstaunlich einsichtig.

„Ja, wo er recht hat! Aber wenn, dann für dich, nicht für ihn, verstanden!“, zog Fred die Mundwinkel nach unten.

„Danke, ihr seid die Besten meine Devils!“, meinte ich erfreut, dass sie es so locker sahen und zog den Zauberstab und sprach, „Credere tacientiae 'Hermione und Draco Malfoy'!“, schon war der Zauber gesprochen und ich hatte meinen Stab wieder weggesteckt.

„Das war's schon?“, meinten beide erstaunt und ich strahlte die beiden an.

„Ich frag mich nur, was du an dem Idioten findest. Was ist mit Sirius?“, fragte da schon George und rieb sich seinen Nacken, was mich aber dazu brachte mal wieder zu erstarren und sehr gerade da zu sitzen. Doch das entging diesen beiden natürlich nicht.

„Was? Was ist die letzten Tage passiert, was haben Fred und ich nicht mitbekommen?“, fragte er skeptisch, dabei zog er seine rote Augenbraue ernst hoch, die doch sonst immer nur im Spaß nach oben wanderte.

„Ach, nichts schlimmes. Ich hatte nur Streit mit Sirius, das ist alles. Es ist aus!“, erklärte ich knapp und kalt.

„Was… was… was. Was ist passiert!“, schrien sie aufgeregt.

„Wie ich schon sagte, nichts besonders“, verschränkte ich meine Arme ablehnend vor meiner Brust.

„Wegen Malfoy?“, fragten die zwei gleichzeitig.

„Nein, nicht wegen Malfoy, einfach so“, winkte mit der Hand ab „Da fällt mir noch ein… ich will ihm morgen eine Galleone geben, ich wollte euch nur informieren.“

„Hohoho, so weit geht das Ganze!“, George rieb sich sein Kinn und schien schwer nachzudenken.

„Wenn das so ist, sollten wir ihn irgendwann kennenlernen, ohne diesen Haufen Slytherins, der immer um ihn rum ist.“

„Jo, sehe ich auch so. Wenn, dann soll er und muss ganz dazugehören!“, stimmte Fred seinem Bruder lautstark zu.

„Oh nein, bitte nicht! Wenn ihr anfangt vor ihm zu knutschen, renn ich weg!“, frotzelte ich nun.

„Eh, wenn er uns gefällt? Und eins muss man ihm lassen, er sieht gut aus!“, raunte Fred lasziv und leckte sich sinnlich über die roten Lippen. Ich war kurz davor den Kopf auf den Tisch zu schlagen.

„Das sagt ihr wegen jedem Mann, mit dem ich…,dem ich näher komme!“, wandte ich verzweifelt ein.

„Tja, sind ja aber auch immer Sahneschnitten, nicht wahr!“, meinte Fred keck und leckte sich gleich nochmal, genüsslich über die Lippen.

„Oh Mann, hör auf, sonst wird George gleich wieder eifersüchtig!“, erinnerte ich ihn an seinen Bruder.

„Was ich nein… nie….“, lachte dieser dreckig auf und schien sich köstlich auf meine Kosten zu amüsieren.

„Spaß bei Seite, wie läuft das Geschäft?“, wurde ich nun wieder ernst.

„Sehr, sehr gut, Schönste. Wir brauchen schon wieder Nachschub! Seit die Bitch hier ist, geht das Zeug weg, wie warme Semmeln!“, strahlten die beiden zufrieden und zeigten ihre weißen Zähne.

„Nachschub heißt…?“, fragte ich überlegend nach.

„Wir treffen Dung am Sonntag in Hogsmeade, geben unsere Bestellung auf“, klärte mich George geschäftig und sehr ernst auf.

„Das hört sich gut an. Was sagt ihr eigentlich zu dem Unterricht, den die Bitch hält?“, wollte ich interessiert wissen.

„George, ich bin taub? Hat Sankt Hermione, gerade dieses böse, böse Bitch-Wort in den Mund genommen?“, zog mich Fred echt gehässig auf.

„Fred, das ist eigentlich eher ihr Sprachgebrauch! Wir sollten uns geehrt fühlen, dass sie sich nicht vor uns verstellt! Hab ich recht oder hab ich recht!“, zeigte sich George sehr cool und abgeklärt. Ich rollte mit den Augen, solche Schwachköpfe, wenn sie denn nicht so genial wären, aber sie brachten mich immer zum Lachen.

„Und die Bitch ist nicht auszuhalten, die machen wir fertig! Ein besseres Ziel um unsere Produkte zu testen oder vorzuführen, als das rosafarbene Monster, gibt es nicht! Und ihr Unterricht? Was für ein Unterricht, unter Anbetracht was da draußen grad vorgeht. Wir lernen nichts! Kein Patronus, nada und gerade auf den hab ich mich so gefreut!“, jammerten beide los, da sie doch meine schöne Elster gesehen hatten und auch so gerne ihr Tier wissen würden, sie waren Kindsköpfe. George klopfte Fred aufmunternd die Schulter.

„Er wollte so gern sein Tier wissen, seitdem er deine Elster kennt! Aber unter der wird das nichts!“, erklärte mir George und ich war über meine Menschenkenntnis total erstaunt, da sich Freds Trauer in seiner ganzen Mimik widerspiegelte. Während dieser Litanei der Beschwerden fing mein Hirn an zu rattern und mir kam eine Idee, wie wir uns vielleicht trainieren konnten! Ja, das wäre eine Idee, ich müsste sie nur noch ausbauen.

„Hallo Schönheit! Hallo, du bist mal wieder an Orte abgetaucht wo dir keiner hinfolgen kann!“, rissen sie mich aus meiner Abwesenheit. Ich schüttelte mich, nachdem ich unsanft von Fred gerüttelt wurde.

„Oh entschuldigt, ich hab eine Idee“, erklärte ich meine Abwesenheit.

„Jaaaa, war uns klar! So verklärt wie dein Blick war und was kam raus bei deinem Abflug?“, fragte George gespannt drein blickend.

„Noch nicht spruchreif. Aber halt, besorgt mir für nächsten Sonntag einen Raum in Hogsmeade, wo wir reden können, mit anderen Schülern“, knabberte aufgeregt an meiner Unterlippe. Ja, so könnte es gehen. Ich musste nur noch Harry überzeugen und das sollte kein Problem werden.

„Oh Mann, du machst es aber auch immer spannend nicht auszuhalten… aber, nun gut. Wir gehen dann mal ins Bett. Ich muss hier noch jemanden verführen!“, und fing an George küssend zu den Schlafsälen zu ziehen.

„Viel Vergnügen und tut nichts, was ich nicht auch tun würde!“, rief ich lachend.

„Das heißt also, wir lassen jede Scham und Scheu fallen, danke für den Tipp!“, zwinkerten sie mir diabolisch zu. So war auch das erledigt und ein neues Thema geschaffen. Ich wollte wohl wirklich keine Ruhe, aber wie man sich bettet so liegt man und anscheinend lag ich gern hart.


Zuletzt von queenie am Fr Mai 17, 2013 12:20 am bearbeitet; insgesamt 4-mal bearbeitet
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BeitragThema: Samstag   Do Feb 09, 2012 12:52 am

Samstag

Der Samstag verlief relativ ruhig.

Da das Wetter noch recht schön war, verbrachten wir den ersten Teil des Tages draußen auf den weitläufigen Ländereien von Hogwarts und genossen die letzten, warmen Sonnenstrahlen des Jahres. Bald würde es wieder kalt werden, hier in den schottischen Highlands. Im Laufe des Tages zog ich mich dann zu meinen Büchern zurück, da ich aufgrund meiner abendlichen Verabredung ein unbestimmtes Kribbeln im Bauch fühlen konnte. Es nahm immer mehr zu, desto später der Tag wurde und so war ich von der Laune her eine schlechte bis miserable Gesellschaft und floh daher zu den Büchern, denn diese können nicht von mir verbal verletzt werden, außerdem hatte ich dort meine ersehnte Ruhe. Ich warf immer wieder einen Tempus, um ja nicht die Zeit aus den Augen zu verlieren, so nervös kannte ich mich gar nicht. Als es dann endlich Zeit fürs Abendessen war, machte ich mich schnell auf, um das Essen hinter mich zu bringen.

„Hermione, schade, dass du dich heute schon so früh von uns verabschiedet hast, das war nicht nett“, meinte Ginny vorwurfsvoll und sah mich tadelnd, aber treuherzig mit ihren braunen Augen an.

„Sorry, aber ihr wisst doch die ZAGs stehen an. Ihr verliert das aus den Augen, ich werde euch einen Plan aufstellen Harry, Ron, damit ihr richtig und zielorientiert lernt“, bot ich großzügig an und strahlte wie ein Honigkuchenpferd. Ich wusste dafür würden sie mich am liebsten erwürgen, aber sie trauten sich nicht, mich mit ihrer Ablehnung zu verletzen und wollten mir ihr Entsetzen aufgrund dieser bedrohlichen Ankündigung nicht zeigen.

„Äha, danke Hermione, sehr lieb von dir“, kam es von Harry sehr verhalten und er stopfte sich ein Stück Brot in den Mund, dabei wirkte er alles in allem unglücklich.

„Ja, ganz toll!“, erklang es sehr überzeugend von Ron, daran würde er noch arbeiten müssen, dachte ich dabei nur. Man sah ihm sein Missfallen überdeutlich an, aber ich ignorierte es gekonnt.

„Aber du musst dir nicht solche Mühe machen, ich meine…“, stotterte Harry plötzlich abwehrend.

„Aber Harry, nicht doch, ich mach mir doch gerne für euch die Mühe“, meinte ich freundlich. Innerlich schüttete ich mich gerade aus vor Lachen, aber nach außen hin, machte ich eine wichtigtuerische und gönnerische Miene.

„Danke, Hermione, du bist die Beste!“, gab sich der gutmütige Harry geschlagen. Es sah so aus als würde er am liebsten seinen Kopf auf den Tisch knallen. Na, na, wir wollen doch mal nicht so sein!

„Ich werde dann gleich nochmal in die Bibliothek gehen und dies alles ausarbeiten. Es kann spät werden, aber wenn ihr möchtet, könnt ihr auch mitkommen und mir helfen“, bot ich großzügig an und kalkulierte eiskalt ihre Reaktion mit ein. Ich war wirklich sehr hinterlistig.

„Äh ja, weißt du Hermione, echt gerne, aber wir müssen uns wegen Quidditch unterhalten, das ist echt wichtig, da ich doch so Ärger mit Angelina wegen der ganzen Strafarbeitsgeschichte mit der Bitch und so hab. Ich hab echt keine Zeit, sorry!“, fiel Harry gerade noch rechtzeitig eine sehr fadenscheinige Ausrede ein, die ich doch liebend gerne mit einem unglücklichen Seufzen annahm, während ich zum alles vernichtenden Schlag ausholte.

„Na gut, und was ist mit dir Ron?“, fragte ich bösartig nett, dabei fiel ihm sein Essen aus dem Mund, vor Schock, von mir direkt gefragt zu werden. Nicht schön anzusehen, aber ich sparte mir meine Spucke, hätte eh keine Sinn zu versuchen ihm Manieren beizubringen und ich war nicht seine Mutter.

„Ich… ich… hab keine Zeit, ich muss Hausaufgaben machen und…, und…“, stockte er unintelligent und blickte hilfesuchend zu Harry, der nur rasch mit den Schultern zuckte. Rette sich wer kann, war wohl ihre Devise.

„Na wenn das so ist, mach ich's halt allein“, meinte ich trocken, aber innerlich frohlockte ich, nach außen tat ich jedoch ein bisschen beleidigt. Und so war ich die beiden auch mal wieder erfolgreich los und Fred und George würden ihr Bestes tun, um sie mich vergessen zu lassen. Kurze Zeit später machte ich mich auf den Weg, um in die Kerker zu gehen und den Schlangen einen Schock zu verpassen. Ich glaube, Draco liebte so große Auftritte, das war dann wohl das Malfoyerbe was sich da Bahn schlug. Ich sag's ja, er war eine Dramaqueen, die die große Show liebte, brauchte und forderte. Es war jetzt gleich nach acht, die Zeit in der es in den Gemeinschaftsräumen am meisten zuging. Ich hätte es ja unauffälliger bevorzugt, aber wenn Draco es wünschte, würde ich mich nicht sperren und ihm seinen Auftritt lassen. So zog ich mir in einer Nische, vor fremden Blicken verborgen, meinen ganz schwarzen, langen Robenmantel an und streifte auch die Kapuze über. Darunter trug ich meine Uniform, aber nur den Rock und die weiße Bluse, alle Kleidungsstücke wo das Emblem von Gryffindor darauf war, hatte ich wohlweislich ausgezogen. Ich war ja nicht lebensmüde.

Höchstwahrscheinlich sah ich wie ein Death Eater aus, nur ohne silberne Maske.

Und so unkenntlich gemacht, huschte ich mit flotten Schritten durch die dunklen, finsteren Korridore der Kerker mit dem Ziel des Gemeinschaftsraums der Slytherins. Ich war gespannt was diesmal passieren würde, aber das Kribbeln der Vorfreude in meinem Bauch ließ sich nicht weg atmen. Ich freute mich auf das was geschehen würde und ich freute mich auf Draco! Wie es aussah, liebte ich wirklich die Gefahr! Als ich vor der steinernen Wand hielt, sprach ich schnell den Protego Horribilis, wie gesagt, ich lernte aus meinen Fehlern. Ich würde diesen Raum nie mehr ohne einen vorherigen Schutzzauber betreten.

„Schlangengrube“, hauchte ich und schon konnte ich den Durchgang passieren. Schnell rauschte ich in meiner dunklen Gewandung hinein in den proppevollen und lauten Gemeinschaftsraum. Alle, wirklich alle Stühle, Sessel und Tische waren besetzt. Es war ein buntes und lautes Treiben, kein wirklicher Unterschied zu uns in Gryffindor. Nach und nach bemerkten mich die ersten, wie ich da in der Nähe des Eingangs stand, abwartend, ruhig verharrte und noch nicht die Treppen hinab gestiegen war. Vereinzelt verstummte das Gerede immer mehr und die Geräusche wurden nach und nach leiser. Die meisten wussten von meinem Auftritt das letzte Mal nichts. Von Higgs hatte ich auch nichts mehr gehört, anscheinend schwieg man hier viel tot. Offenbar gingen Slytherins mit ihren Problemen hausintern anders um, alles blieb im Haus und unter ihnen.

Ich durfte sehen, wie einige schon wieder vorsichtig und drohend nach ihren Zauberstäben griffen, in so was waren die hier anscheinend ganz schön schnell und in diesem kurzen Moment, wo es so still wurde, war es, als würde man in diesem vollen Raum voll Menschen selbst eine Stecknadel fallen hören und dann hatten sie sich wieder gefangen, somit setzte der laute Protest ein und sie begannen zu schreien.

„Wer ist das…?“

„Verschwinde…!“

„Zeig dich…?“

Ja, wie beim letzten Mal, nur, dass ich aus meiner erhöhten Position gleich den platinweißen Schopf des Herrn der Schlangen ausmachen konnte, wie er im Sessel vor dem Kamin Hof hielt und sich nun elegant und geschmeidig rasch erhob. Er glitt durch die Menge wie Jesus. Ich weiß, echt kitschiger Vergleich, aber wie sich diese Meute vor ihm teilte, ohne, dass er einen auch nur berührte, echt beeindruckend und die meisten sahen zu ihm auf, als würde er sie erretten vor mir, dem Eindringling! Hey Leute, ich wär nicht mal hier, wenn der große Mr. Malfoy es nicht gefordert hätte!

„Ruhe!“, kam es bestimmt und tief von Draco und sie hörten auf ihn.Er rief es einmal laut und bestimmt aus, es war wie der erwartete Gong und sofort verstummten echt alle! Unglaublich! Das hätte mal einer bei uns Löwen versuchen sollen, der wäre heiser und die Löwen würden noch immer brüllen, dachte ich und musste darüber echt schmunzeln, gut verborgen unter der Kapuze. Jetzt schritt er ruhig sowie langsam, in absolut gerader Haltung, in seiner schwarzen Hose, dem schwarzen Hemd und dem leichten, eng geschnittenen, schwarzen Cashmere Pullunder, hoheitsvoll die Treppe hinauf.

„Draco, Achtung!“, rief Warrington.

„Draco, pass auf!“, kam es hoch von Sally-Ann Perks. Ich durfte sehen, wie seine enge Clique, die ja schon letztes Mal das Vergnügen mit mir gehabt hatte und die alle beim Feuer standen, die Augen verdrehten. Das waren wahre Slytherins. Sie würden ihre Kameraden nicht warnen, dass Draco mich nicht als Gefahr sah. Er streckte seine Hand fordernd aus und hielt sie mir galant entgegen. Wow, ich ahmte seine Geste nach und reichte ihm meine linke Hand langsam, ließ den schwarzen schweren Stoff von meiner Hand gleiten und offenbarte meine kleine, blasse Hand. In der rechten hielt ich, in den Falten meines Gewandes verborgen, meinen weißen Zauberstab, wie gesagt, in die Brutstätte der Schlangen ging ich nicht unbewaffnet. Er ergriff sie sanft und strich mit seinem Daumen zärtlich über meinen Handrücken, dabei stellte er sich nun neben mich auf die Treppe und überragte mich damit bei weitem. So standen wir nun vor der wogenden Masse aus misstrauischen Slytherins. Was das wohl für ein Bild war, das wir boten?

Habe ich es nicht gesagt, er war eine Dramaqueen erster Güte.

„Ich werde das nur einmal sagen, also hört gut zu!“, ließ er seine Stimme fest donnernd durch den Raum schweben.

„Dies hier ist mein Gast, der immer Zutritt hat, wenn sie ihn wünscht“, kam es gebieterisch von ihm, dabei blickte er absolut kühl und fest in die sprachlose Menge. So etwas erlebten die bestimmt auch nicht alle Tage, aber ich fragte mich schon, wieso Draco gerade bei mir diese Ausnahme von der Regel machte? Wegen Snape, oder wegen sich selbst?

„Wer so absolut dämlich ist und sie angreift, greift das Haus Malfoy an!“, hauchte er samtig und blicke drohend in die ungläubige Menge. Ich erlebte, wie den meisten, na gut allen, die Augen bei dieser Verkündung beinah rausfielen vor Unglauben was Draco gerade von sich gab und ich durfte erleben, wie Pansy sich die Hand vor den Mund schlug in totalem Schock. Göttin sei Dank, sah mich niemand, da auch ich wie blöd aus der Wäsche schaute. Was sollte das denn heißen? Haus Malfoy! Was meinte er damit? Das war ja fast, als sähe er mich als Mitglied!? Unsinn, das sagte er nur um die Slytherins zu bändigen, ja genau, beruhigte ich mich selbst, denn mir kam das gerade alles sehr gewagt vor, aber ich verhielt mich stumm und wartete ab.

„Wer sie ist hat euch nicht zu interessieren, nur, dass sie in Slytherin jedes Recht hat!“, setzte er blasiert hinterher, dabei war sein Blick eine einzige Aufforderung seine Worte in Frage zu stellen und niemand wagte es ihn zu fordern. Wow, hatte ich gerade einen Freifahrschein bekommen?, fragte ich mich noch ganz verwirrt, als er mich komplett überraschte, denn da führte er meine Hand an seinen Mund und hauchte mir einen formvollendeten Handkuss darauf, ohne den Handrücken tatsächlich zu berühren, der perfekte Handkuss eben. Er war halt formvollendet erzogen! Ein Malfoy!

„Liebling, komm ich möchte dir meine Räumlichkeiten zeigen!“, meinte er seidig zu mir, somit glitt ich nun, von ihm geführt, die Stufen herab, dabei hielt er mich immer noch an der Hand, ließ mich nicht los. Ich konnte das Unverständnis durch das leise Raunen, Getuschel und Getratsche heraushören, wie wir uns so selbstsicher durch die Schülermasse bewegten. Das war echt ein cooler Auftritt gewesen. Malte er sich solche Dinge in seinen Träumen vorher aus? Wir ließen die verstörte Masse hinter uns zurück und er blieb gleich bei der ersten Tür nach dem Durchgang stehen. Als er diese öffnete, durfte ich einen relativ großen Schlafraum sehen, mit einem Himmelbett, ratet mal in Grün und Silber, genau. Das Zimmer hatte kein Fenster mit Fernblick, so wie wir oben, aber er hatte den Ausblick in den See, wie bei einem großen Aquarium. Ich konnte die grünen, sich im Wasser wiegenden, Wasserpflanzen und die bunten Fische vor seinem Fenster schwimmen sehen, beeindruckend mit so einer Aussicht konnte man auch leben.

Es wirkte sehr mystisch und war atmosphärisch. Hatte er von hier aus schon mal den Kraken von nahem gesehen? Aber das Schärfste war, er hatte nicht nur ein Einzelzimmer, nein, sogar einen kleinen, gemütlichen Kamin mit zwei Sesseln, die nah beieinander standen! Wow und so wie mir schien, führte die zweite Tür in diesen Zimmer in ein eigenes Bad. Ich war grad sprachlos und starrte mit offenem Mund. Und einen Schreibtisch, einen eigenen Schreibtisch, konnte man beim Hut Beschwerde einreichen? Zum Glück konnte er mein absolut dämliches Gesicht nicht unter meiner Kapuze erkennen, wäre ja auch zu peinlich gewesen. Ich sah bestimmt nicht gerade intelligenter aus als die anderen Slytherins im Gemeinschaftsraum. Warum, fragte ich mich leidend, mussten wir in Gryffindor darben? Was hatten sich die Gründer gedacht? Eine Gemeinheit! Ich dreht mich fasziniert im Kreis über den Luxus, während Draco routiniert die Tür verschloss und die Schutz und Abhörzauber darauf sprach, wobei ich glaubte, er hatte standardmäßig bestimmt den ein oder anderen Spruch auf seinen Räumen liegen.

„Zieh den Mantel aus“, forderte er wie nebenbei, dann spürte ich auch schon seine Hände an den Schultern und löste daraufhin die Schließe. Er zog ihn mir aus, schmiss ihn gleichgültig beiseite, drehte mich übergangslos zu sich und tat etwas womit ich nicht gerechnet hätte, er küsste mich! Ja, er küsste mich zum ersten Mal richtig, nicht auf die Stirn. Seine Lippen legten sich sanft auf die meinigen. Ich war zwar etwas überrumpelt, aber seine Lippen fühlen sich gut auf meinen an und so erwiderte ich den Kuss leicht und vorsichtig, dann lösten wir uns und grinsten uns verstehend an, denn er wirkte auch sehr zufrieden, wobei ich mir unter seinem stechenden Blick über die Lippen leckte, denn das hatte ich nicht erwartet.

„Und, hat dir die Show gefallen?“, fragte er hinterhältig, dabei sah er mich nun ehrlich und offen an, keine gespielte neutrale Maske, die er mir zeigte.

„Nun, ich würde dich als Dramaqueen bezeichnen!“, meinte ich süffisant und drehte mich leicht, wobei ich ihn schelmisch angrinste.

„Es würden nicht viele wagen mir das ins Gesicht zu sagen“, meinte er gutgelaunt und war eine Sekunde später rasch bei mir und haute mir verspielt auf den Po, um mir Beine zu machen.

„Ich hab aber keine Angst, Draco!“, meinte ich kokett und tippte ihm verspielt an seine Brust.

„Dessen bin ich mir bewusst, Mudblood!“, kam es höhnisch von ihm, dann fing er meine Hand von seiner Brust ein und drückte nun sanft seinen Mund auf meine Finger und als seine Lippen meine Haut berührten, rann ein wohliger Schauer durch mich hindurch, unerwartet aber deswegen nicht unschön.

„Nimm Platz, hier ein Butterbier“, bot er höflich an, dabei hatte ich mich in den schönen, grünen Samtsessel fallen lassen und er reicht mir das Bier.

„Danke, auf deinen gelungen Auftritt. Meinst du, sie halten sich daran?“, fragte ich interessiert nach und prostete ihm abwägend zu.

„Ja, keine Angst, dafür haben sie zu viel Angst vor mir“, meinte er lapidar mit einer läppischen Geste unterstreichend, währenddessen prostete er mir ebenfalls zu.

„Du kannst auch furchteinflößend sein, in deiner Art“, schnurrte ich fast als ich ihm das Kompliment machte, etwas was mir ein zynisches Lächeln von ihm einbrachte.

„Das lerne ich ja auch seit Jahren und ich bin ein gelehriger Schüler“, kam es recht knapp von ihm, während er sich elegant in seinen Sessel gleiten ließ und mich aus glutvollen Augen beobachtete.

„Das glaub ich dir aufs Wort.“

„Und hattest du Angst vor der Meute?“, fragte er plötzlich mit einem lauernden Ausdruck in der ansonsten so unbewegten Miene.

„Nein, hätte ich haben sollen?“, erwiderte ich perplex, denn nein, ich hatte die Schilde aufgebaut gehabt und mein Stab war gezückt gewesen. Ich hätte nicht gewusst vor was ich mich hätte fürchten sollen?

„Sagen wir mal so, ich kenne nicht viele, die nicht Angst hätten in einen vollen Gemeinschaftsraum eines an sich feindlichen Hauses zu gehen“, meinte er sehr trocken, aber mit einem verschmitzten Grinsen im Gesicht.

„Angst? Ich hatte keine, aber ich bin auch nicht blöd! Ich hab einen Protego Horibillis gesprochen und meinen Zauberstab gezückt, bevor ich das Feindesland betreten habe“, gab ich offen zu.

„Ich wusste doch, dass du nicht blauäugig in so eine Situation hineinläufst!“, kam es beruhigt von ihm, worauf er mir anzüglich zuprostete, dabei schenkte er mir ein schelmisches Zwinkern, wie ich es so unbefangen noch nie von einem Malfoy hatte sehen dürfen, aber ich fragte mich, ob dies ein Test gewesen war? Snape unterstellte mir, ich würde mit Draco Spielchen spielen! Aber ich war mir nicht sicher, ob dieser nicht welche mit mir spielte!

„Nun fang an, was muss ich über dich wissen?“, fragte er spitz. Ich deutete aufgrund dieser Aussage mokant auf mich.

„Ich fang an, oder wie…?“, schenkte er mir nur ein aufforderndes Nicken.

„Mhm, wo fängt man da an…“, murmelte ich ratlos vor mich hin und ließ meine Zähne über meine Unterlippe gleiten.

„Mein Name ist, Hermione Jean Granger, ich wurde in London geboren. Ich bin ein Mudblood, wie es hier so schön heißt! Meine Eltern sind Ärzte, Zahnärzte und absolut unmagisch, die die nächsten Sommerferien nicht überleben werden und ich…“, wurde ich abrupt und dabei auch noch rüde unterbrochen.

„Halt, stopp… was hast du da gesagt?“, rief er aufgebracht und hatte sich lauschend vorgebeugt.

„Du meinst, das mit meinen Eltern?“, kicherte ich belustigt, seine schockierte Erregtheit war lustig.

„Ja genau, was meinst du damit? Du bringst doch nicht deine Eltern um… oder?“, flüsterte er zum Schluss geschockt, aber anscheinend traute er mir sehr viel zu, was interessant war, da er damit noch nicht mal falsch lag!

„Also, Draco, hältst du mich für so skrupellos?“, fragte ich beißend, dabei zuckte er darauf lässig mit den Schultern, anscheinend wollte er keine Meinung abgeben. Sollte ich das jetzt als positiv, oder negativ verbuchen?

„Ich trau mir viel zu und dir auch, also erklär es mir? Was geht da oben drin bei dir vor?“, meinte er ernsthaft, aber tippte sich dabei an seine eigene Schläfe.

„Sagen mir mal so, ich war Stammgast in Gringotts! Rangok, sagt dir der vielleicht was?“, kam es geheimnisvoll von mir.

„Klar… ist ein wichtiger Kobold in der Bank, obgleich wir Malfoys bei Mr. Rundok, dem Direktor von Gringotts sind“, erzählte mir Draco gewichtig, bevor er einen Schluck trank.

„Klar, wo sonst, aber ich muss sagen, ich liebe die Kobolde, sie sind toll. Dank ihnen konnte ich bis jetzt fast alle meine Pläne umsetzen. Ich plane meine Eltern zu beseitigen! Sie sind ein Unsicherheitsfaktor, den ich eliminieren will“, fasste ich diese Tatsache sowohl knapp als auch bündig zusammen, dabei wirkte ich nicht wirklich involviert.

„Du willst sie töten!“, hauchte er entsetzt und zeigte dies auch offen.

„Nein, Draco, was denkst du denn! Ich will es nur so aussehen lassen als würden sie sterben, dann sucht sie auch keiner. Ich habe Rangok beauftragt für sie neue Identitäten zu schaffen. Ich werde ab dem zweiten Ferientag, eine arme, einsame Waise sein“, versuchte ich ihm meine Beweggründe zu offenbaren, dabei machte ich einen Schmollmund und schniefte leicht.

„Aber, was sagen deine Eltern dazu?“, flüsterte er tonlos, als er leicht seine schönen Augen verdrehte.

„Nichts! Die wissen von nichts! Um deiner nächsten Frage vorzubeugen, sie erhalten einen vollumfänglichen Obliviate und danach eine neue Vergangenheit, ohne Tochter“, flüsterte ich das letzte Wort doch sehr leise, da es mich nicht völlig kalt ließ, auch wenn ich versuchte pragmatisch zu sein. Während Draco mich mit weit aufgerissene Augen anstarrte und absolut erschüttert wirkte.

„Ja, aber so was ist doch nicht mehr umkehrbar!“, rief er aufgebracht und so durfte ich mal einen blöd aus der Wäsche schauenden Malfoy erleben. Okay, wo hatte ich die Kamera? Versuchte ich das Ganze mit einem gewissen Sarkasmus zu sehen, da das Thema einfach zu traurig war und mich nicht völlig unberührt ließ.

„Tja, das ist dann halt so“, meinte ich betont gleichgültig und tippte mit meinem Zeigefinger auf meine Lippe.

„Das ist überraschend, dass du bereit bist so weit zu gehen. Mir fehlen gerade die Worte, das ist kalt!“, beschied er nachdenklich nickend.

„Erlebt man auch nicht alle Tage, aber glaub mir, ich hab's mir gut überlegt und werde es tun. Ich muss es tun, um sie zu schützen! Auch hab ich nicht so die enge Bindung zu meinen Eltern, leider nie gehabt. Ist somit nicht weiter schlimm!“, kam es betont emotionslos von mir, dabei schaute ich gleichgültig zu ihm hin.

„Warum nicht? Ich dachte alle lieben sich immer bei den Gryffindors?“, fragte Draco ersichtlich perplex.

„Also, ich hatte es als verkannte Muggelhexe, dank meiner kindlich wilden Magie nicht leicht. Sie kam zu früh, zu stark! Diese Umstände klärten sich ja erst mit elf auf, was ich war und tja, die Jahre bis dahin waren nicht so leicht für meine Familie! Wir standen uns nie besonders nah!“, versuchte ich diese Aussage mit Handgesten zu Untermauern und zu erklären.

„Darüber hab ich zwar noch nie nachgedacht, aber ich kann es nachvollziehen! Dann hattet ihr es wohl nie einfach! Ich glaub ein… tut mir leid, kann ich mir sparen?“, sprach er nun langsam und überlegt, klang aber durchaus verständig.

„Bitte!“, stimmte ich zu, denn Mitleid oder gar bemitleidet werden, wollte ich nicht.

„Was hast du dann aber vor, ich meine was dann…?“, fragte er gespannt nach und sein Interesse zeigte sich auch in seinem Blick, was mich freute, da er sich so offen gab.

„Was dann? Nichts, ich werde dann volljährig sein!“, erklärte ich und grinste zufrieden.

„Bitte?“, fragte er ungläubig und verschluckte sich fast an seinem Bier, da er mir nicht ganz folgen konnte, aber ich grinste nur überheblich und machte ungerührt weiter.

„Ich bin am 19.09.79 geboren. Und was weißt du von unserem dritten Jahr?“, forschte nun ich nach, denn wenn er schon etwas wusste, müsste ich nicht so weit ausholen.

„Nichts was mit deinem Alter zu tun hätte“, meinte er abweisend und blickte verständnislos durch die Gegend.

„Ich hatte in diesem Jahr einen Zeitumkehrer…“, vertraute ich ihm an, da blinzelte er konsterniert bei dieser unerwarteten Offenbarung.

„Was!“, presste er sehr unmalfoyhaft hervor. Jetzt wünschte ich mir eine Videokamera.

„Ja, ich hatte zu viele Fächer und da ich ihn das ganze Jahr benützt habe, bin ich nun mal ein Jahr älter, du verstehst“, ich schmunzelte über seinen Gesichtsausdruck und freute mich innerlich, ihn ein bisschen aus der Fassung bringen zu können.

„Wow, du bist für viele Überraschungen gut, hat dir das schon mal jemand gesagt, sehr unvorhersehbar“, zeigte er sich beeindruckt, während er den Kopf schüttelte und seine längeren Haare umspielten sein schönes, edles Gesicht. „Zeitumkehrer, so habt ihr Black und diesen blöden Hippogreif gerettet, oder?“, sprach er nun langgezogen aber er war schnell im Erkennen der Fakten.

„Hat keiner gesagt, dass du nicht gut im Kombinieren bist, Draco!“, lobte ich zufrieden grinsend.

„Ich finde, ihr hättet Black ruhig den Dementoren überlassen können!“, spuckte er gerade verächtlich aus, dabei schielte ich kurz genervt, denn seine Antipathie Sirius gegenüber würde er wohl nicht mehr loswerden.

„Hatten wir das nicht…“, meinte ich enerviert, aber er zuckte nur unbedarft mit den Schultern und grinste mich sardonisch an und erwiderte nichts, somit sprach ich weiter.

„Genau, also, ab nächstem Jahr bin ich dann volljährig...“

„Warte, wovon willst du leben, ich meine du arbeitest nicht, du bist Schülerin?“, gab er zu bedenken und sah mich echt fragend an.

„Malfoys und der schnöde Mammon, genau, das ist es was dich interessiert. Mach dir nur keine Sorgen, ich bin versorgt“, wandte nun ich leicht überheblich ein.

„Erzähl!“, befahl er und Neugierde blitzte wieder in den grauen Augen auf.

„Ich werde ein Haus in London und eins auf dem Land besitzen und ich habe genügend Galleonen! Du sprichst mit einer Millionärin!“, meinte ich spöttelnd und streckte überheblich die Brust raus.

„Granger, Granger hab ich dir schon gesagt, dass du für Überraschungen immer gut bist… hätte ich ja nicht gedacht“, kam es nun betont schmeichelnd von ihm.

„Geld spielt auch in meinen Plänen eine Rolle, denkst du, ich denke man kann von der Luft leben?“, spottete ich. Hatte er wirklich gedacht, sowas Profanes würde ich nicht bedenken?

„Nein, das nicht aber vielleicht von der Liebe?“, erwiderte er wortgewandt.

„Ich bitte dich, wir sind doch Realisten und keine Romantiker, erzähl das den Weasleys da könntest du mit dem Argument weit kommen. Aber auch nicht bei all ihren Kinder, da haben ein paar auch andere Ansichten!“, erklärte ich und dachte dabei an meine Devils.

„Was mich erstaunt, warum bist du in letzter Zeit so pieksig gegen das Wiesel? Das passt nicht so ganz, warum?“, fragte er interessiert und neugierig.

„Ahrg, er denkt, da wir Vertrauensschüler sind müssen wir auch das Liebespaar geben. Ich meine, das ist so lachhaft, als würde ich mit ihm! Echt nicht, ich steh nicht mal auf Rot!“, seufzte frustriert auf und schüttelte mich sichtbar.

„Ein widerlicher Gedanke, das Wiesel und du! Lass uns von etwas Anderem reden! Wer hat dir dann gefallen?“, ging er nun zu einem gänzlich anderen Thema über.

„Du willst jetzt nicht, dass ich dir aufzähle mit wem ich mal was hatte?“, echote ich pikiert.

„Doch!“ meinte er todernst und sah mir tief sowie unnachgiebig in die Augen. „Draco, das geht dich nichts an“, meinte ich resolut.

„Doch, ich werde so lange nerven, bis ich es weiß, Mudblood! Obwohl Black weiß ich ja schon und ich deute jetzt mal ganz ins Blaue hinein, Krum“, säuselte er provokant und grinste verschlagen.

„Wenn du dir so sicher bist, warum fragst du?“, versuchte ich abzulenken. „Ich wollte die Bestätigung von dir!“, hauchte er mir zu.

„Ja, ich hatte ab dem Ball eine Affäre mit ihm“, gab ich dann doch zu, denn bitte, wenn er es schon ahnte und von Viktor konnten es sich eh einige denken.

„Ich höre ein aber… er war nicht der Erste, wer war's sprich!“, forderte er gerade vehement und jetzt zierte ich mich schon, da ich bisher nie jemandem von Cedric erzählt hatte. Er war mein Geheimnis, das nicht mal die Twins kannten. Aber er benützte wieder mal den Trick und schenkte mir einen Blick seiner sturmgrauen Augen und ich konnte mich nicht wehren.

„Cedric!“ flüstere ich tonlos.

„Diggory? Das ist jetzt nicht dein ernst… wann? Nicht während des Turniers?“, rief Draco aufgeregt, denn damit schien er nicht gerechnet zu haben.

„Das ist richtig, die letzten zwei Monate im dritten Jahr“, erklärte ich immer noch recht tonlos und etwas traurig, da die Erinnerungen wieder kamen wenn ich über ihn sprach.

„Oho, da hat es jemand aber faustdick hinter den Ohren! Wenn die Löwen wüssten, was für eine Schlange sie da in ihrer Höhle haben, könnten die bestimmt nicht mehr gut schlafen. Ich hätte ja mit vielem gerechnet, aber Diggory!?“, zeigte er sich betroffen und schüttelte erstaunt den Kopf.

„Dann hattest du echt mit allen Teilnehmern was, heftig, aber es passt zu dir, zu der Hermione, die kennengelernt habe!“, zog er ein recht nüchternes Resümee.

„Du sagst dasselbe zu mir, wie Cedric damals beim Ball…“, sinnierte ich zurück. Dann schüttelte ich bestimmt den Kopf, daran wollte ich jetzt nicht denken, brachte eh nichts.

„Aber genug von mir, jetzt will ich dasselbe von dir wissen. Wer hatte die Ehre bei dir?“, forderte ich entschlossen und unnachgiebig.

„Und das soll ich dir sagen, Mudblood? Aber ich will mal nicht so sein, das erste Mal, da war ich gerade dreizehn in den Ferien und hatte die Ehre einer eleganten, wirklich wunderschönen Edelprostituierten beiwohnen zu dürfen, in Paris. Vater hatte mich auf eine Geschäftsreise mitgenommen. Tja und dann kamen immer mal wieder ein paar Frauen, die fanden ich war eine Nacht wert. Ich weiß nicht vier, sechs oder acht keine Ahnung!“, er erzählte dies absolut gleichgültig auch sein Gesicht zeigte kein Gefühl, anscheinend berührte ihn dieses Thema nicht besonders. Als ich einfach stumm aber abwartend zu ihm sah und eine auffordernde Geste machte, dass er fortfahren sollte.

„Ja, es waren nicht wenige! Das stimmt, aber viele verschiedene und wechselnde, zum Teil ältere Mädchen und Frauen mit denen ich mich vergnügt habe!“, beendete er seinen Monolog als ich mein Haupt skeptisch schief legte, um ihm meinen Unglauben zu zeigen, dass dies alles war, worauf er belustigt aufschnaubte und weitersprach:

„Und hier in Hogwarts, ich hatte leider einen Ausrutscher mit Pansy nach dem Ball, hatte etwas zu tief ins Glas geschaut, ein Fehler, leider! Bin sie fast das letzte Jahr nicht mehr losgeworden und noch zwei Mädels aus Slytherin, nichts besonders. So habe ich mir dann noch drei Ravenclaw, zwei Hufflepuff und zwei der Französinnen in der Vierten geholt. Frag bloß nicht nach den Namen, keine Ahnung. Aber sonst finde ich die Mädchen hier nicht so ansprechend, sie sind so kindlich, haben keine Ahnung was abgeht. Was bei dir aber nicht der Fall ist, nicht wahr, Mudblood?“, wisperte er zum Schluss provozierend und legte den Kopf taxierend, sowie überlegend schief.

„Wo du Recht hast und dein Vater hat dich zu Prostituierten geschickt, echt nett! Pureblood muss man sein. Ach, da fällt mir ein, du hast deine zwei Opfer vergessen, denen du dich genähert hast!“, meinte ich durchwegs höhnisch und hämisch, als ich mir diese Offenbarungen anhörte.

„Musst du mich so freundlich daran erinnern?“, meinte er anklagend, wobei sich seine Züge verächtlich verzerrten. „So zartbesaitet?“, spottete ich böse. „Biest!“, lachte er rau auf und trank einen Schluck. „Hab ich je gesagt, ich wäre nett?“, frotzelte ich.

„Oh, warum hat dich der Hut in Gryffindor einsortiert, da gehörst du echt nicht hin, da würde sogar noch Pansy eher hineingehören als du“, resümierte er grinsend.

„Danke, das ist dann wohl ein großes Kompliment aus deinem Mund!“, antwortete ich zufrieden grinsend und freute mich darüber, denn aus seinem Mund war das wirklich ein großes Kompliment, der Chef der Schlagen hielt schließlich sehr viel auf sein Haus.

„Immer gerne, aber erzähl mir, was meintest du gestern mit „Käfer“?“, fragte er nun weiter nach, aber ich war mir noch immer sicher, so unwissend wie er tat, war er nicht, irgendwas wusste auch er.

„Ach, auf diesen Geniestreich bin ich besonders stolz, ich habe herausgefunden, dass Rita Skeeter ein nichtregistrierter Animagus ist und rate dreimal was sie für eine Form hat?“, fragte ich verschlagen, denn ich wusste und vermutete stark, dass Draco auch wusste was sie war, da er sich damals im Zug in der Vierten sehr verdächtig benommen hatte.

„Käfer!“, bestätigte er mir schon auch knapp, wie ich vermutet hatte.

„Korrekt, aber das wusstest du vorher schon!“, stellte ich diese Behauptung nüchtern auf und er nickte nur bestätigend als ich fortfuhr.

„Sie war die Ferien über meine Gefangene, als Strafe für diese unverschämten, unwahren Artikel und danach hab ich sie freigelassen und ihr ein paar Zauber angehext. Jetzt gehört sie mir! Ja, darauf bin ich wirklich stolz!“, konnte ich die Selbstzufriedenheit nicht aus meiner Stimme halten, währenddessen war Draco auf seinem Sitz unruhig hin und her gerutscht.

„Du… wow, ich glaube ich bin erregt! So eine Boshaftigkeit hätte ich dir wirklich nicht zugetraut. Du hattest sie wirklich gefangen gehalten, wenn es nicht unter der Würde eines Malfoys wäre, würde ich jetzt austicken, so aber nur ein Gratuliere… musst du aber keine Angst vor Rache haben? Ich meine Skeeter ist jetzt nicht als Unschuldslamm bekannt?“, fabulierte er ganz aufgeregt für seine Verhältnisse, klang aber auch gleich wieder besorgt.

„Süß, dass du dir Sorgen machst, sind aber unbegründet. Ich hab mehr als nur einen Zauber in Peto und Rita ist es unmöglich mir zu schaden! Sollte sie so dumm sein und es doch versuchen, wird sie in ein Koma fallen, aus dem nur ich sie würde erretten können“, erklärte ich zufrieden und überschlug meine Beine und lehnte mich behaglich in dem weichen Sessel zurück.

„Genial, verdammt genial! Aber unheimlich, vergiss mich nicht zu warnen, sollte ich dich verärgern, mein Mudblood. Meinen Respekt!“, führte seine Hand honorierend an die Brust und neigte leicht sein Haupt. Ich schien ihn ehrlich beeindruckt zu haben, so wie er mir gerade seinen Respekt bezeugte. Was mir einen leichten, roten Schimmer auf die Wangen zauberte.

„Ja, die Aktion war eine meiner genialeren Einfälle!“, gab ich zu und blickte gespielt verschämt auf meine in meinem Schoss gefalteten Hände.

„Was würden nur Sankt Potter und Wiesel zu so etwas sagen?“, meinte er gehässig und schaute überlegend.

„Mhmhm, glücklich wären sie nicht, keine Ahnung“, meinte ich abwesend, dabei schüttelte ich den Kopf. „Auch egal! Aber nun sag, wie sah deine Jugend aus, ich bin neugierig, auch du hast dich verändert.“

„Soll ich jetzt einen Seelenstrip vor dir hinlegen, nicht wirklich mein Ding“, wiegelte er ab und verzog das Gesicht.

„Das weiß ich doch auch, will ich auch gar nicht und um mein Mitleid zu erhalten, nee das kriegst du nicht so leicht! Also beiß in den sauren Apfel!“, gab ich nicht nach, schließlich hatte auch ich viel erzählt.

„Du weißt, wie die Purebloods denken?“, begann er sachte, worauf ich bestätigend nickte.

„Die Ehe von Lucius und Narcissa war arrangiert! Mutter, so man sie denn nennen kann, hat ihrer Pflicht genüge getan und mich bekommen. Ich mag sie nicht besonders, aber anscheinend sind alle Blacks so. Damit haben sich Vater und sie aufatmend in ihre jeweiligen Flügel zurückgezogen, das beschreibt die Ehe meiner Eltern perfekt. Ich glaub, sie beide hassen sich gegenseitig inbrünstig! Meine Erziehung war hart, Vater und Severus fordern viel. Ich bin der Erbe! Nach dir, bin ich die Nummer zwei in Hogwarts. Ich verstehe immer noch nicht, wie du es schaffst mich zu schlagen?“, grummelte er zum Schluss wirklich beleidigt, aber davor hatte er kalt und gefühllos gesprochen. Danach schaute ich ihn mit großen Augen an, während er durch seine seidigen Haare strich.

„Echt, das ist ganz schön deprimierend. Ich lerne seit ich denken kann und du bist ein Mudblood!?“, fügte er zerknirscht hinzu.

„Tja, ich bin halt einfach zu intelligent für diese Welt!“, flötete ich überheblich.

„Das macht Vater nicht glücklicher… aber wo war ich. Seit zwei Jahren bilden sie mich intensiv in dunkler Magie aus, nicht nur lernen, sondern auch anwenden. Ich bin gut, sehr gut sogar und sie bringen mir das Duellieren bei und auch den Nahkampf, ja darauf legen die beiden Wert. Ist ja sonst nicht so die Sache von uns Reinblütigen, aber Severus und auch Vater, sie bestehen darauf! Das kommt wohl doch daher, dass er nur ein Halfblood ist“, erklärte Draco nun weiter und ich lauschte ihm gespannt, denn das war wirklich interessant. Wenn man Snape und seinem Vater eines wohl nicht vorwerfen konnte, dann dumm zu sein, aber eins erstaunte mich schon, das was er über Snape gesagt hatte.

„Halfblood, wie das?“, fragte ich perplex.

„Ach, etwas was Miss-now-it-all mal nicht weiß? Ja, Severus Snape hatte einen Muggelvater! Er stammt nur mütterlicherseits vom den edlen Geblüt der Prince ab!“, kam es sehr geschwollen von Draco.

„Prince, wow, von denen hab ich schon oft gelesen, vor allem in Zaubertränke sollen sie oft Koryphäen hervorgebracht haben“, erklärte ich überrascht, aber so war es auch nicht mehr überraschend, dass der Professor in diesem Fach ein solcher Experte geworden war.

„Wie immer korrekt und erstaunlich informiert. Es ist eine Freude mit dir zu reden, mein Mudblood!“, machte er mir ein schmeichelndes Lob, dabei strich er über mein nacktes Knie, was mir erstaunlicherweise sehr gut gefiel. Ich mochte es sehr von ihm berührt zu werden.

„Vielleicht können wir uns ja mal messen, wär doch lustig, ob ich wirklich in allem besser und auch noch besser informiert bin?“, forderte ich ihn spielerisch.

„Ich würde dich fertig machen“, erwiderte er hart, um den Kopf übergangslos in den Nacken zu werfen und funkelte mich mit seinen sturmgrauen Augen angriffslustig an.

„Klar, pass auf sonst endest du wie Bole!“, drohte ich ihm mit dem Finger.

„Du kannst ganz schön kaltschnäuzig sein.“

„Macht das Leben.“

„Wohl war!“ Waren wir wirklich schon so abgebrüht, scheint so, aber schön, dass einer ähnlich tickte wie ich!

„Hier, fällt mir ein. Ich hab hier noch was für dich. Ein Talisman, den musst du tragen, er dient der Kommunikation“, unterdessen zog ich aus meiner Rocktasche die Galleone und stand auf, trat hinter ihn und legte sie ihm um seinen Hals. Ich verschloss das schwarze Seidenband, was er widerspruchslos akzeptierte.

„Du kannst mit den Zahlen und Zeichen, Uhrzeit und Ort abgekürzt eingeben und es wird warm wenn einer eine Info sendet. Eine Erfindung von mir“, erklärte ich, dabei nützte ich die Gunst der Stunde und küsste ihn leicht in den Nacken, was er sichtlich genoss. Diese weiche, helle Haut hatte mich unwiderstehlich angezogen und sein starker, eigener Duft nach Sandelholz stieg in meine Nase.

„Die Twins haben auch je eine“, versuchte ich mich abzulenken. „Sie wollen dich kennenlernen, bald“, und biss mir unruhig auf meine Lippe.

„Danke! Dann vertraust du mir so sehr? Gut, gerne, also schaue ich mir dann mal die Clowns an!“, meinte er überraschend nett und blickte mich über seine Schulter hinweg intensiv an.

„Danke, das bedeutet mir viel, du wirst sie mögen. Ich überleg mir was“, versprach ich seidig, dabei strich ich seine Schultern verführerisch entlang, bevor ich mich wieder setzte.

„Ich sollte dir vielleicht auch sagen, dass mein Patronus eine Elster ist. Sollte ich ihn mal zu dir schicken müssen“, erklärte ich ihm noch, darauf schmiss er den Kopf in den Nacken und lachte so laut auf, dass ihm Tränen über die Wangen liefen.

„Du überrascht immer! Den Unheilsboten, der Todesgöttin Hel, ich schmeiß mich weg! Eine Elster…“, er wischte sich die Tränen mit den Händen weg und schüttelte den Kopf.

„Freut mich, dass ich dich so erheitern kann“, erwiderte ich leicht verschnupft, denn mein Vogel gefiel mir und seien wir mal ehrlich, sie hatte mir schon einen guten Dienst erwiesen.

„Schau nicht so… ich bin eine Viper!“, erklärte er grinsend.

„Na, das passt aber auch wie die Faust aufs Auge“, meinte ich nüchtern.

„Ja danke, ich finde sie auch schön! Komm zum Bett, ich hab noch was für dich“, forderte er und ich stand wieder auf und schritt vertrauensvoll zu seinem großen, schönen Himmelbett.

„Ist es eigentlich normal, dass du ein Einzelzimmer hast?“, fragte ich nun interessiert in die eintretende Stille, denn er hatte mir den Rücken zugedreht und holte etwas.

„Hier in Slytherin sind Zweibettzimmer normal, der Anführer der Schlangen erhält immer das Einzelzimmer. Ich besitze es seit Weihnachten in unserem ersten Jahr. Der Vorgänger war schwach, ein Weichei!“, sprach er mir über seine Schulter verächtlich zu mir.

„Da fällt mir ein, was beinhaltete eigentlich deine Ausbildung? Welche Flüche?“, forschte ich weiter nach.

„Sprich es ruhig aus, so scheu, das steht dir nicht, Mudblood!“, meinte er hochnäsig, um dann weiter zu reden.

„Bis jetzt alle unverzeihlichen Flüche, dank der Ferien kann ich jetzt auch das Foltern von Menschen mit Flüchen darauf schreiben! Aber noch keinen Avada!“, kam es sehr gleichgültig und kalt von ihm, während er mir weiter den Rücken zuwandte.

„Wow, ich hab in der Blackbibliothek alle Unverzeihlichen geübt!“, meinte ich stolz und lächelte verschämt.

„Aber nur an Mäusen und Doxys!“, schränkte ich sofort wieder ein, denn Doxys waren sogenannte „Beißfeen“ die waren wie kleine, liebliche Feen, nur war ihr kleiner, puppenhafter Körper mit schwarzen Haaren bedeckt und die Flügel käferähnlich glänzend und nicht transparent, wie die der Feen. Sie waren giftig, sehr giftig, also war's um die kleinen, bissigen Scheißerchen nicht schade.

„Wie, du hast Doxys und Mäuse mit dem Cruciatus und dem Avada alle gemacht?“, echote er schockiert. Ich nickte nur.

„Du bist das Lustigste was mir bislang untergekommen ist und hat es hingehauen?“, fragte er schmunzelnd, das konnte man sogar aus seiner Stimme raus hören, aber er wandte sich nun auch wieder zu mir und sah mich an.

„Ja, war nicht wirklich schwer“, zuckte ich gleichgültig mit meinen Schultern.

„Du bist mein Mädchen, perfekt. So einfallsreich!“, meinte er zu meinem Erstaunen wirklich sehr ernsthaft, dabei schenkte er mir ein abgrundtief böses Lächeln und ich fragte mich, was sich hier langsam aber sicher entwickelte. Ich wollte mich überraschen lassen.

„War es bei dir schwerer? Also bei Menschen halt?“, fragte ich wirklich interessiert nach.

„Ich bin froh, dass der Avada an mir vorbeigegangen ist, aber die anderen beiden Flüche bereiteten mir keine Probleme. Vater und Severus haben mich die letzten zwei Jahre auch an Tieren üben lassen… ekelhaft…aber nicht zu ändern und glaub mir, die beiden können einen ganz schön treiben!“, zeigte er sich gespielt leidend.

„Sollst du mir jetzt leidtun?“, kam es süffisant von mir und blinzelte ihn gespielt mitleidig an.

„Ach, bitte nicht, schenk's dir! Ich kann immer noch gut schlafen“, wehrte er böse grinsend ab.

„So und nun komm her…“, befahl er scharf und griff hinter sich zum Nachttisch, nahm das was er zuvor wohl heraus gesucht hatte.

„Hier für dich“, erklärte er direkt und hielt mir zwei kleine Bücher hin.

„Was ist das?“, fragte ich gespannt und nahm was er mir hinhielt.

„Wälzer siehst du doch… uralt, ich möchte, dass du sie liest und lernst!“, forderte er ernst.

„Warum?“, fragte ich wirklich neugierig, denn so ganz erschloss sich mir nicht, warum er mir Bücher gab.

„Verschlingst du nicht jedes Buch, was du in die Finger bekommst?“, beantwortete er jedoch meine Frage mit einer Gegenfrage, was mich ärgerte.

„Doch, doch schon, aber was enthalten sie?“, fragte ich daher nochmal fordernder nach.

„Wie sich ein Pureblood zu verhalten hat! Ich möchte, dass du makellos in deinen Manieren und Umgangsformen wirst! Versteh mich nicht falsch, du bist jetzt schon gut, aber ich will dich rundum perfekt!“, beschied er mir blasiert und wedelte mit seiner Hand über mich.

„Wow, du siehst mich sprachlos, aber natürlich, wie du wünschst… danke, aber ich habe schon solche Bücher gelesen“, erklärte ich etwas perplex.

„Das sehe ich, sonst wüsstest du sehr viel weniger, aber glaube mir, es gibt fast nichts was mit der Malfoybibliothek mithalten kann, lies sie, du wirst sie noch nicht kennen! Glaub mir!“, beharrte er weiter darauf, dass ich diese Bücher las, auch wenn er mich lobte, was mir nicht entging und mich freute. Ich ging zu meinem abgelegten Mantel und legte sie in die Manteltasche. Ich versuchte es ihn nicht sehen zu lassen aber ich freute mich sehr, denn ich wusste solche Schätze, wie diese uralten Bücher, wirklich zu wertschätzen. Er näherte sich mir wieder langsam und so standen wir nun vor dem Kamin und sahen uns intensiv an. Es war ein intimer Moment. Wir hatten lang und ausführlich geredet noch immer nicht alles gesagt, aber jetzt kannten wir uns noch besser. Wir hatten viele Geheimnisse geteilt und die Nacht war noch lang. Draco öffnete gerade seinen Mund, um etwas zu sagen, als auch schon laut an die Tür gepocht wurde. Seine Miene verschloss sich, die Lippen presste er verärgert aufeinander und seine Augen schauten absolut böse über diese unerwünschte Störung und mit einem Wischen hob er einen Zauber auf, so dass er nachfragen konnte, was das sollte und so erhob er zornig seine Stimme.

„Ja, wer wagt es mich jetzt zu stören, habe ich mich vorher nicht verständlich ausgedrückt?“, klirrte es so eisig, dass es selbst mir kalt über den Rücken lief, armer Bote, dachte ich mitleidig. Ich lief zum Stuhl neben der Tür um mir meinen Umhang umzulegen, man wusste schließlich nie.

„Entschuldige, Draco! Der Professor ist unten und will einen Kontrollgang durchs Haus machen und fragt nach dir und da dachte ich, dass du nicht willst, dass er raufkommt!“, konnte ich die sich verteidigende Stimme von Zabini vernehmen.

„Verdammt!“, zischte Draco leise und sehr unmalfoyhaft und schaute mich überlegend an. Er wusste ja, wie sich Snape in Bezug auf uns immer aufführte, auch ich überlegte fieberhaft!

„Ich komme gleich“, rief er herrisch und wir konnten hören, wie Zabini rasch den Rückweg antrat.

„Was jetzt? Es wäre nicht gut wenn Severus dich hier findet! Er erwartet ganz Slytherin zum Rapport im Gemeinschaftsraum und leider kontrolliert er immer die Zimmer mit einem Zauber, das heißt du kannst nicht hierbleiben“, meinte er grimmig und ich begann ein Lächeln auf meinem Gesicht zu zeigen, da mir gerade eine Idee kam. Ich liebte es zu spielen und Snape war immer für ein Spiel gut, mal sehen wie schnell er mich durchschauen würde.

„Auf der anderen Seite könnte es lustig werden und ich mache Severus ein für alle Mal klar, dass er dich mir nicht verbieten kann!“, er schien fieberhaft zu überlegen, mir gefiel in welche Richtung seine Gedanken gingen. Ich sag's ja, wir hatten die gleichen Gedankengänge.

„Warum lachst du so, Granger, das ist nicht gut?“, fragte Draco nun lauernd.

„Vertrau mir Draco, wir… ich hab alles im Griff“, bat ich ihn entschlossen.

„Ach, und wie?“, kam es konsterniert von ihm.

„Lass dich überraschen!“, erklärte ich süffisant und hatte jetzt wirklich einen Plan. Ich zog meinen Stab und begann Sprüche auf mich zu schicken und durfte sehen, wie Draco mich, mit tiefen Furchen in der Stirn, gespannt anschaute und seine Augenbrauen immer mehr in die Nähe seines Haaransatzes wanderten, desto mehr ich zauberte. Hatte ich schon mal gesagt, wie sehr ich die Magie liebte. So hier noch mal zum Mitschreiben: Ich liebte die Magie! Es dauerte zwar länger als die Verwandlung in Minna und kostete mehr Kraft und war sehr anstrengend, da ich mich gerade von Grund auf veränderte! Aber es war gut, das konnte ich der erstaunten Maske, die Dracos Gesicht geworden war, entnehmen. Als letztes verwandelte ich meine Robe in einen Schulumhang mit dem slytheringrünen Emblem.

„Wow, Mudblood! Du besitzt wirklich Macht und du reagierst schnell, weißt du, dass du eine unheimliche Ruhe ausstrahlst, beeindruckend!“, hauchte er beeindruckt, dabei hatte er sich wieder schnell gefangen und blickte nun blasiert.

„Danke für das Kompliment, Draco und es bringt nichts in unangenehmen Situationen sich aufzuregen, das führt nur zu Fehlern“, kam es kühl von mir, bevor ich vor den Spiegel trat, der in der Schranktür eingelassen war. Ich betrachtete mein komplett verändertes Aussehen.

„Immer einen kühlen Kopf bewahren, weißt du, sonst hätte ich auch das Messer, das mir Bole hineingerammt hat, herausgezogen… was für mich… dann nicht ganz so gut ausgegangen wäre!“ meinte ich nun pragmatisch und zupfte an meinem Haar herum, drapierte es um das mir unbekannte Gesicht. Ich hatte mir schulterlange, glatte weißblonde Haare gezaubert, dazu hatte ich mein Gesicht verlängert mit einem spitzen Kinn und schmalen Wangenknochen versehen, auch meine Augen hatte ich grau gezaubert. Ich sah aus wie eine Malfoy, mehr wie Dracos Zwillingsschwester, nur viel zarter und zerbrechlicher, nichts erinnere an die weibliche und durchtrainierte Hermione.

„Du hast es stecken lassen? Ich glaube, du musst noch so einiges erzählen, Mudblood!“, meinte er erneut leicht beeindruckt, aber auch ungläubig den Kopf schüttelnd.

„Oh, ich denke du auch, du hast mir noch gar nichts vom Lord erzählt und gerade das wäre doch so interessant und was du mit deiner Aussage, das Haus Malfoy betreffend gemeint hast!“, kam ich mit einer Gegenforderung. Er ließ mich nicht weiter reden und dreht mich bestimmt zu sich und küsste mal wieder meine Stirn und nahm meine Hand entschlossen in seine.

„Tja, nächste Woche dann wohl, jetzt auf in den Kampf mit Severus!“, erklärte er und hielt mir galant die Tür auf, dabei schenkte er mir ein echtes, hochmütiges Malfoylächeln.
Hermiones Sicht ende
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