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 Kapitel 547-548

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BeitragThema: Kapitel 547-548   Mi März 30, 2016 6:30 am

Grundrisse! Schaut Sie, euch bitte an! Einfach episch schön, wie z sie gestaltet hat mit unglaublich viel liebe.

Malfoy Manor
Lucius Office
Syon House
Prince House
Spinner´s End
Rose Cottage
Grimmauld Place No. 12
The Burrow

und es folgt noch Hermiones Statdhaus, noch Ideen oder Vorschläge, was wir vergessen haben?

http://www.whenhermionefights.de/inside-whf-2/



547. Kapitel Never changing

„Bitte, Lucius, tu nicht so erhaben rum. Ich bin echt gespannt, wie du dem Köter begegnen wirst, wenn er seine vorlaute Klappe aufreißt und darauf rumreitet, dass er mal was mit dem Biest hatt-“, sprudelte es gehässig aus Severus, bis ich ihm mit einer herrischen Geste über den Mund fuhr, auf dass er mit seinen bösartigen Aussagen einhielt.

„Sei still“, befahl ich daher und erhob drohend meinen Gehstock, woraufhin er über mich und meine distinguierte Art mit den Augen rollte. Er konnte so schrecklich nachtragend sein.

„Siehst du, du stellst dein Licht wahrlich unter den Scheffel“, sagte er noch polemisch. Irgendwie musste er immer das letzte Wort haben, um glücklich zu sein und gerade noch wandte ich der quietschenden Tür meine Aufmerksamkeit zu.

„Pro… Professor Snape…“, kam es unsicher aus der kleinen Pforte, die sich vor uns öffnete. „Mr… Mr. Malfoy…“, würgte der junge, recht breite Mann stotternd an meinem gar vornehmen Namen, da er aufgrund unserer Masken, die wir vorsorglich trugen, unsicher war.

„Mr. Flint, was für ein freundliches Willkommen“, zeigte Severus so etwas wie Humor, als er mit Autorität und ohne Bedenken durch die kleine Öffnung hindurch schritt und ich ihm auf dem Fuße folgte. Wie interessant, konnte ich bei dem Namen noch denken und studierte den Mann vor uns nun doppelt interessiert, der sich unter meiner Musterung regelrecht vor Widerwillen zu winden schien.

„Lassen Sie mich Ihnen sagen, junger Mann, Ihr Vater wäre sehr unerfreut, Sie hier zu wissen“, servierte ich nach dem sparsamen Empfang kühl und sah mich kalkulierend in dem großzügigen Innenhof der alten Burg um.

Um genau zu sein würde sein Vater Zeter und Mordio brüllen, wenn er wüsste, wo sich sein Filius rumtrieb und die reinblüterischen Werte seiner Familie mit Füßen trat.

„Lassen Sie sich sagen, Mr. Malfoy“, meinte der junge Flint zu meinem Amüsement resolut, „mir ist es herzlich egal, was meinen Vater erfreut und was nicht“, kam es hart und der muskulöse und erwachsene junge Mann offenbarte vor mir Schneid, den ich honorieren konnte, während er mir ungebrochen ins aristokratische Antlitz blickte.

„Severus“, wandte ich mich mit ostentativem Hochmut an meine mürrische schwarze Fledermaus. „Diese Jugend ist ein Verbrechen…“, echauffierte ich mich gespielt über diese Rebellion gegen uns Eltern und unsere Ideale.

„Was willst du damit sagen?“, knirschten Severus‘ Zähne hörbar bei seiner rhetorischen Frage, da ich annahm, dass er gar keine Antwort von mir wollte.

„Was wohl?“, entgegnete ich zuvorkommend und gab sie ihm doch gerne. „Du hast alle diese Leute hier unterrichtet, also muss ich mich fragen…“, verkündete ich süßlich, dabei ließ ich meinen feinen, sehr bösartigen Spott an ihm aus, indem ich meinen Vorwurf erhob, dass er als ihr Lehrer bei ihrer Erziehung versagt hatte.

„Ob ich schuld bin, dass sie sind, wie sie sind?“, echote Severus empört und Wut flackerte durch sein tiefes Timbre. „Dann lass mich dir sagen, dass du lieber schweigen solltest, sonst könnten wir anfangen, über deine Leistung bei deinem Sohn zu sprechen“, schloss er sichtlich verärgert und Flint verbiss sich heroisch ein amüsiertes Schmunzeln.

„Wir sind… wie wir sind“, begehrte Flint entschieden auf und ich verkniff mir auf Severus‘ Finte bezüglich Draco einzusteigen.

Gedanklich machte ich noch immer Narcissa dafür verantwortlich, dass der Junge geworden war, wie er war, schlussendlich floss, dank ihr, viel zu viel Black-Blut in seinen Adern.

„Sie sollten vor allem nicht so vorlaut sein“, unterbrach Severus Flint scharf, woraufhin dieser empört den Mund aufriss.

„Was? Ich bin kein Fan davon, sie hier willkommen heißen zu müssen“, traf ihn unser unbeugsamer Blick über die Masken hinweg, bei seiner frechen Entgegnung.

„Es ist nicht so, als wäre ich erfreut, hierher kommen zu müssen“, servierte ich hoheitsvoll.

„Wie auch immer, es ist, wie es ist“, resümierte Flint sichtbar erwachsener und zuckte ergeben mit den bulligen Schultern. „Sie beide müssen nicht diese Masken tragen, nicht dass die Leute in der Burg Angst bekommen und anfangen, ihre Stäbe zu zücken, wenn sie als DeathEater rein marschieren…“, gab er zu bedenken und deutete auf unsere eisernen Masken.

„Finden Sie?“, meinte ich wenig begeistert.

„Äh, ja… Draco… also, Ihr Sohn… er hat alle, wirklich alle mit einem Fluch belegt, der es uns unmöglich macht, ihre Identität, oder ihr Erscheinen hier kund zu tun“, gestand er sichtbar unerfreut ein und ich gestattete mir ein breites Lächeln hinter der Maske.

„Tja, dieses weitsichtige Verhalten kann ich mir dann wohl auch zuschreiben“, kommentierte Severus in seiner schrecklich trockenen Art, aufgrund meines vorhergehenden Vorwurfes, dass die Kinder unter seiner Ägide nicht wirklich gut gediehen waren und nahm damit jeder negativen Erwiderung den Wind aus den Segeln.

Woraufhin ich mir eine Antwort ersparte, sondern mit einem Wisch meiner Hand die Maske verschwinden ließ und Severus es mir gleichtat. Sichtbar erleichtert stieß Flint die angehaltene Luft aus. Die Masken schienen ihn aufrichtig beunruhigt zu haben, was uns nicht verborgen blieb, woraufhin ich Severus einen langen Blick sandte, in dem ich lesen konnte, dass er mit einem Schlag rundum zufrieden war. So passierten wir nun stumm den leeren und trist erscheinenden Burghof, bis ich entschied, dass das langweilig war und mich an unseren Führer wandte.

„Mr. Flint, Sie scheinen anders als Ihr Vater mit einer außerordentlich raschen Auffassungsgabe gesegnet zu sein“, bemerkte ich abwertend, wie nebenbei, und spielte mit meinem Gehstock in meiner behandschuhten Hand. „Jetzt würde mich interessieren, was Sie für eine Aufgabe hier haben? Spielen Sie den Hausmeister?“, fragte ich exaltiert und durfte erleben, wie Flint einen abrupten Stopp einlegte und ziemlich betroffen, aber auch empört zu mir und meiner hochherrschaftlichen Gestalt herumfuhr.

„Lucius“, bat Severus genervt, aber auch eilig, um einer Antwort von Flint zuvorzukommen. „Mr. Flint, wo finden wir Potter?“, drängte er fragend, um von dem heiklen Thema abzulenken und erntete erst mal Stille, da Flint mit sich zu ringen schien, seinen Unmut über meine Anmaßung hinunterzuschlucken, aber er schaffte es und überwand sich selbst. Dafür konnte sich einen Mann wie ich durchaus Bewunderung abringen, wenn ich denn in honoriger Stimmung gewesen wäre.

Schließlich öffnete Severus eine Tür und so kam es, dass wir gespannt durch selbige ins Innere gelangten und erst mal in einem unspektakulären Entree standen, das nicht wirklich einladend aussah und durch meine prüfende, aber auch exquisite Musterung fiel.

„Ähm, bezüglich Ihrer Frage, Sir, also…“, wankte der junge Mann wieder etwas unsicherer, damit erlangte er meine volle, wohl weniger erwünschte Aufmerksamkeit. „Sie sind sehr früh… ich… ich denke, wir warten lieber auf die anderen… hier…“, deutete er auf den Innenhof und meine Braue zuckte pikiert in die Höhe.

Er wollte uns auf sehr ungeschickte, unbeholfene Art am Betreten des Gebäudes hindern.

„Aha, nun, es tangiert mich gar peripher, auf was Sie hier draußen warten wollen“, erteilte ich ihm affektiert eine Absage an seine Bemühungen. „Ich gedenke, es nicht zu tun“, wurde ihm von mir autoritär beschieden, während Severus sich bemühte, sein Amüsement hinter einer nichtssagenden Maske zu verbergen, während wir verfolgten, wie sich die Augen von Severus‘ ehemaligem Schüler misstrauisch verengten.

Sofort war meine Neugierde geweckt, was man vor mir im Inneren verheimlichen wollte. Meine Instinkte waren hier sehr ausgeprägt und so kam es, dass ich mich als Erster von den beiden anderen löste. Ich eilte davon, ließ die schmucklose, hölzerne Eingangstüre hinter mir, passierte das trostlose Vestibül mit der kahlen Treppe und durchquerte eine offene, doppelflügelige Tür ins Herzstück der Burg.

Vor mir offenbarte sich eine recht große, aber schmucklose Halle, in die ich vordrang. Sie mochte in Zügen an die von Hogwarts erinnern, wenngleich ohne magisch verzauberte Decke und ohne die Weite, Höhe und Breite der Halle dort, aber es war ausreichend, wenn man auf das Schlichte und Einfache stand.

Eine Tatsache, die man mir bei meiner Affinität zur Extravaganz mit großer Wahrscheinlichkeit absprechen konnte und durfte. Hinzu kam, der Raum war bevölkert von einer großen Masse an Leuten, die wie nicht anders zu erwarten bei meinem spektakulären Auftritt überrascht zu mir sahen und nachdem mir Severus folgte, versank die Halle bei dessen Anblick sprachlos in Stille. Wir sorgten mit unserem überraschenden Erscheinen dafür, dass in den vorderen Reihen der großen, geselligen Runde absolute Ruhe einkehrte. Zuerst lag Unglauben auf den Mienen, als sie mich und Severus ausmachten, zuordneten und erkannten, dann Überraschung und schlussendlich nackte Panik. Es war durchaus ein fabulöser Genuss, nur mit dem Erscheinen seiner Person eine solche Reaktion bei anderen hervorrufen zu können.

„Muss das sein?“, schob sich Flint eilig an uns vorbei und baute sich sehr wagemutig vor mir auf. „Es muss nicht jeder wissen, dass sie hier sind“, kam es gehetzt von ihm, woraufhin ich ihm einen taxierenden Blick aus hochmütig schauenden Augen schenkte.

„Ich dachte, Sie sagten, dass jeder verbindlich verflucht wurde“, kam es unnachahmlich schnarrend von Severus, als er gewichtig mit sich aufbauschenden Roben neben mich trat, so dass ich nur den Kopf meines Gehstocks in meine behandschuhte Hand schlug, um uns den nötigen Respekt zu verschaffen.

Wir beide traten als beeindruckende Front auf, dabei wand er sich regelrecht unter meinem sengenden Blick, jedoch zuckte mein Augenmerk von Flint weg, da mir auffiel, dass Severus schon sein Interesse an eben jenem verloren hatte und seine Aufmerksamkeit zum anderen Ende der Halle gesaust war.

Auch ich sah nun dort hin und da stand, umgeben von mehreren bewundernd dreinblickenden Mädchen, Black.

Severus‘ Nemesis, Black, wie er leibte und lebte. Ich konnte mich noch an einige Familienzusammentreffen erinnern, wo ich ihn als Jungspund kennengelernt hatte. Nachdem sich Narcissa und ich verlobt hatten, war es selbstredend gewesen, dass ich ihren Cousin auch mal gesehen hatte. Er war mir nur als selbstverliebter Schönling in Erinnerung geblieben, der seine Rebellion gegen seine Eltern und deren Ansichten ohne Rücksicht auf Verluste ausgelebt hatte. Er hatte sich allem und jedem widersetzt und sein Rauswurf hatte innerhalb der Verwandtschaft zu einem erheblichen Erdbeben geführt, das auch Narcissa berührt hatte, da sie sich für ihre Anverwandten geschämt hatte.

Verständlich, meiner gar fürnehmen Ansicht nach, denn der Typ war eine gryffindorische Zumutung vor allem nachdem ich mir Severus‘ Leidensgeschichte mit diesen unsäglichen Maraudern hatte anhören dürfen. Aber solche bösen Jungs waren schon immer der Magnet für das ein oder andere dumme Mädchen gewesen und derer gab es erstaunlich viele und selbst jetzt, in seinem doch gesetzteren Alter, war er sich nicht zu schade, sich in der Anbetung dieser kleinen Mädchen zu sonnen.

Ich beobachtete, wie er sehr bewegt und involviert Geschichten zum Besten gab und ausgelassen lachte, mit wild fuchtelnden Händen umschrieb er bildlich und sehr übertrieben irgendeine längst vergangene Geschichte. Er war so von sich eingenommen, dass er, anders als die meisten anderen, unsere Ankunft gar nicht bemerkt hatte.

Black, wie er immer gewesen war!

Severus neben mir verspannte sich sichtlich, während ich mich an unseren Kampf erinnerte. Den Kampf, bei dem ich ihm von Angesicht zu Angesicht gegenübergestanden hatte, neben mir Bellatrix, auf der anderen Seite Sirius Black und Harry Potter, die gegen uns angetreten waren und sich mit uns duelliert hatten. Es war ein erbitterter Kampf mit wild zuckenden Flüchen gewesen, bis Bellatrix getroffen hatte, was eigentlich das Ableben Sirius Blacks als Ergebnis gehabt hatte. Ich sah ihn vor meinem geistigen Auge rückwärts durch diesen eigenwilligen Torbogen fallen, aber genauso wie damals fühlte ich nichts Besonderes bei seinem Anblick, anders als Severus.

„Hey, warten sie doch… ich führe sie… woanders hin“, mischte sich jetzt wieder Flint ein. „Das geht einfach nicht… sie… sie können hier nicht so rum marschieren“, beschwerte er sich leidlich und ich überging ihn einfach mit Nichtbeachtung.

„Ruhig!“, schoss Severus durch zusammengepresste Zähne zurück.

Dabei malte ich mir aus, wie seine Stimme in eben jenem durchdringenden Ton durch die Flure von Hogwarts schallte und alle so wie eben darunter erzitterten. Er verstand es wie keiner, sie wie eine verletzende Waffe einzusetzen. Seine so facettenreiche Stimme, die in ihrer Tonlage so viel mehr suggerieren konnte als nur eine einfache Antwort. Das war eine seltene Gabe, um die ich ihn brennend beneidete. Manchmal fragte ich mich, ob es ihm bewusst war, was er mit seiner Stimme bei seinem Gegenüber anrichten konnte.

Abgelöst wurde die einsetzende Stille der vorderen Reihen durch das erregte Getuschel und Gewisper der Anwesenden, die immer mehr unser Eindringen in ihr Heim bemerkten. Ich registrierte die aufdringlichen Finger, die pietätlos auf uns zeigten, gleichzeitig konnte ich aber auch deutlich Furcht, Angst und Unsicherheit in den Gesichtern der jungen Leute lesen. Sie waren fassungslos darüber, dass die Ranghöchsten DeathEater überhaupt in ihre Gefilde eindrangen.

„Wassssss?“, „Das glaub ich ja nicht.“, „Jetzt habe ich Angst.“, „Verdammt, was tun die hier?“, „Ist man nicht mal hier vor denen sicher.“, „Lauft.“, „Ich… ich fass es nicht“, ging ein rauschendes Raunen durch die Menge und jetzt erst drehte sich Black um und fühlte sich seiner Aufmerksamkeit beraubt.

Ich fand sein Gesicht, seine Gesichtszüge, seinen gestutzten Bart und die kinnlange, gewellte Frisur unverändert vor. Er sah aus wie damals, so als wäre die Zeit für ihn stehen geblieben. Das war faszinierend und ich zückte innerlich vor Hermione und ihrem anderen Sein meinen Hut, Chapeau, nur würde ich das nie offen zugeben!

Jedoch wurden meine Gedanken unfein von dem impertinenten Wesen unterbrochen, da er bei unserem Anblick nicht an sich halten konnte.

„Schniefelus“, schrie Black aus vollem Halse durch die Gegend und mit einem Schlag brüskierte er den Schulleiter von Hogwarts vor all dessen ehemaligen Schülern.

Er benahm sich unmöglich und man könnte denken, er wäre noch immer 15 Jahre alt. Umgehend ballte sich meine Faust um meinen Stock und ich verstand Severus plötzlich nur zu gut, da sich soeben auch noch ein sehr gehässiges Grinsen auf Blacks Züge legte, das selbst auf die Entfernung gut auszumachen war. Ich bewunderte Severus‘ Selbstbeherrschung noch, fand sie aber fehl am Platz und verstand nicht wirklich, warum er dem Schandmaul nicht Manieren beibrachte.

Jedoch kam mir plötzlich der Gedanke, dass es Severus vielleicht lähmte, wieder mit diesem Kretin konfrontiert zu werden und auf einmal fand ich seine Visage nur noch störend und schon hatte ich meinen Stab aus meinem Gehstock gezogen. In dieser Sekunde hob Severus‘ Nemesis von den Füßen ab, vollführte wenig grazil eine Rolle rückwärts und wurde über den Tisch hinter sich geschleudert.

„Ufff“, entwich Black überrascht der letzte Luftzug, als er schwungvoll mit Wucht gegen die hinter ihm liegende Wand klatschte.

Die Menschen, die bisher Black umlagert und angehimmelt hatten, stoben laut kreischend und schreiend wie die Hühner auseinander, dabei gebärdeten sie sich, als würden wir jetzt sofort mit einem Gemetzel ohne Gleichen beginnen.

Severus hingegen behielt augenscheinlich seine Nerven, da er sich nun sehr langsam zu mir und meinem gezückten Stab herumdrehte und mit einer Handgeste nachfragte, warum ich das getan hatte. Eine exorbitant gute Frage. Wieso dachte ich, die Kämpfe von ihm ausfechten zu müssen?

„Was soll das?“, fauchte Flint zu mir hin. „Spinnen Sie? Sie greifen ihn… einfach soooo… soooo an.“ Ich fuhr empört zu ihm herum. „Er hat nichts getan“, legte der Hausmeister nach und ich hätte gerne Eingewandt, dass dieser Kretin sehr wohl etwas getan hatte, aber noch hielt ich mich vornehm zurück. „Hier in diesen Mauern wird niemand angegriffen“, brüllte Flint immer mehr los und redete sich in Rage, dabei bekam er einen ungesund roten Schädel. „Was sollte das?“, insistierte er über das Chaos hinweg weiter.

Mich hatte diese respektlose Art unserer hochwürdigen Personen gegenüber geärgert! Diesem dummen Jungen hätte man schon vor Jahren einmal Benimm einbläuen sollen. Askaban war auch nicht mehr das, was es einmal gewesen war.

„Hilfe.“, „Wuhhhh.“, „Snape ist hier.“, „Malfoy ist da.“, „Lauft“, brüllte der ein, oder andere panisch und man konnte es ihnen nicht verdenken. „Bringt euch in Sicherheit!“, fand ich diese Rufe zum Teil sogar sehr erheiterungswürdig und somit genoss ich auch den großen Auftritt, den wir nun unser Eigen nennen konnten.

„Malfoy, stecken Sie Ihren Zauberstab weg“, baute sich der junge Mann drohend vor mir auf, weshalb meine so helle Braue ungeahnte Höhen erreichte.

„Freuen Sie sich, solange Sie es nicht sind, der als Nächster in meinem Fokus steht“, erklärte ich daraufhin reichlich zuvorkommend und mit einer Spur Noblesse in meinem Gebaren, da ich durchaus beeindruckt davon war, dass er es wagte, sich zwischen Black und mich zu stellen.

„Ruhe verdammt, hört auf sooo zu schreien“, brüllte Marcus Flint in einem donnernden Bass durch die Halle, der in unserer aller Ohren klingelte, aber man konnte sagen, er hatte diese Meute gut im Griff, da sie alle wie festgefroren an Ort und Stelle verharrten.

Der junge Mann hier hatte Schneid, sein Vater hätte stolz auf ihn sein können, wenn er nicht so wütend auf ihn wäre, dass er einfach abgehauen war und seinen Platz bei den DeathEatern nicht eingenommen hatte.

„Uhhh… Mal… Malfoy“, kam es jetzt überrascht von Black, der unansehnlich auf dem Boden saß, mit weit gespreizten Beinen, mit dem Rücken gegen die Wand lehnte und sich soeben seinen hohlen Schädel rieb.

Wenigstens gestattete mir Black das Erkennen eines Funken der Furcht, der in seinen Augen aufflackerte. Augenscheinlich erinnerte er selbst sich ebenfalls an unser letztes Treffen, das ihn an sich ins Jenseits befördert hatte. Hätte er doch nur die Höflichkeit besessen, dort zu bleiben. Was hatte Hermione an diesem Tölpel gefunden?

„Ich… ich wusste, dass deinem Sohn… nicht zu trauen ist… und dir erst recht…“, sprach mich dieser Kretin für meine so vornehmen Ohren viel zu vertraulich an, „… nicht“, meinte er vorwurfsvoll, wobei sich meine Mundwinkel minimal zu einem süffisanten Lächeln verzogen.

„Oh, warum? Weil ich hier bin?“, hisste meine so kühle Stimme provokant durch den jetzt mucksmäuschenstillen Raum, da sich mittlerweile die meisten Leute in Sicherheit gebracht hatten und in der unauffälligen Flucht das Heil suchten.

„Hören Sie sofort auf“, versuchte Flint sich Gehör zu verschaffen, nur Severus‘ schneidender Blick sorgte dafür, dass es sich der junge Mann zweimal überlegte, mir weiterhin die Sicht auf Black zu verstellen.

„Marcus“, kreischte plötzlich eine recht hübsche Frau auf und eilte wie vom Hafer gestochen zu uns.

„Wer ist das denn?“, wollte ich blasiert von Severus erfahren, der leidlich die dunklen Brauen zu einem einzigen missbilligenden Strich zusammenzog.

„Seine… Frau… Alicia… Spinnett… Gryffindor“, murmelte Severus absolut unbegeistert, während wir zusahen, wie sich die junge Frau ihrem Mann an den Hals warf, als wäre er schwer verwundet und nicht ein wütender Bulle, der sich uns in den Weg stellte.

„Ohhh…“, entkam es mir affektiert und ich schüttelte fast schon betroffen mein herrschaftliches Haupt.

Die Affinität dieser Generation, Gryffindor mit Slytherin, mutete wahrlich eigenwillig an und sie gefiel mir nicht wirklich. Dass ich selbst einer verfallen war, tat dieser Tatsache keinen Abbruch.

„Alicia, geh weg, ich schaff das schon“, beschwerte sich der frisch gebackene Ehemann verzweifelt und kämpfte um seine Autorität, die sie ihm gerade sehr schwer machte, aufrecht zu erhalten.

„Hey, was soll das… ihr dürft hier rein und das ist der Dank?“, beschwerte sich das leicht hysterisch anmutende Weib.

„Black, ich sage es dir nur einmal, nenn mich nochmal so und ich verspreche dir, dass es mir egal ist, ob SIE dich für IHN zurückgeholt hat“, drohte Severus kalt und beachtete das theatralische Schauspiel vor uns nicht weiter, während sich die schmerzverzerrten Züge von Black zu einer hässlichen Grimasse verzogen.

„Versuch es doch, du musst dich ja hinter dem blonden Schnösel verstecken“, schaffte es dieser Mann tatsächlich, noch ausfallender zu werden, als Severus auf Black zustürmen wollte.

Doch da stellte sich ihm abrupt eine Person in den Weg und dieser gelang nur durch ihr Erscheinen das fast Unmögliche, sie stoppte Severus‘ Rachefeldzug, zu meinem Erstaunen, denn diese Person mutete lächerlich an.

„Und wer sind Sie?“, fragte ich daher mit allem mir möglichen Snobismus in der Stimme.

Diese Vogelscheuche, die mich eher an einen verhungerten alten Landstreicher erinnerte, der sich in mittelalterlich wirkende Mönchskleidung zwängte, wirkte auf mich eher grotesk denn bedrohlich, aber ich gab nie besonders viel auf den ersten Blick und studierte den Mann vor uns abwägend.

Als jedoch dieser sonderbare Mensch keinen Ton zu meiner Frage äußerte, stieß ich pikiert ob dieser Anmaßung den angehaltenen Atem aus und drehte mich entnervt zu Flint.

„Gut, wenn man es mir nicht sagen will, interessiert es mich nicht…“, erklärte ich eingeschnappt. „Ich werde jetzt gehen, wenn Potter die Frechheit besitzt, mich warten zu lassen“, drohte ich kompromisslos, dabei konnte ich erleben, wie so etwas wie leichte Panik in Flints Miene Einzug hielt.

„Malfoys, arrogant wie eh und je“, schaltete sich dieses klapprige Gespenst ein und nur am Rande nahm ich Severus‘ stummen Hinweis wahr, dass ich aufpassen sollte.

„Wie meinen?“, fragte ich daher zwar so arrogant klingend wie möglich nach, aber behielt eine abwartende Contenance.

„Deine Familie zeichnet sich dadurch bekanntlich aus“, setzte der Alte vertraulich nach und das passte mir natürlich nicht. Woher nahm er die Sicherheit, mich duzen zu können, so dass ich taxierend eine Braue ziemlich weit hochzog. Wer war dieser Mann, dass er dachte, derart intim mit mir sprechen zu können?

„Kenne ich Sie…?“, wollte ich abwertend erfahren und runzelte angestrengt die Stirn. Dieser Mann vor mir kam mir gänzlich unbekannt vor und eigentlich verfügte ich über ein exzellentes Gedächtnis und vergaß selten einen Menschen, mit dem ich einmal bekannt gemacht und vorgestellt worden war.

„Noch nicht…“, meinte der Alte frech und verzog seine Züge zu einem schaurigen Grinsen, das mich schaudern lassen wollte, wenn ich leichten Gemütes gewesen wäre, da sein Gebiss einige dramatische Lücken aufwies. Wie widerlich, beinah ein beleidigender Anblick für meine hochherrschaftlichen Augen.

„Hey, der gefährliche Knacki ist da und spielt sich mal wieder auf“, brauste Krum im Hintergrund auf, wurde von seiner Umgebung aber keiner Beachtung wert befunden.

„Moment…“, entwich es mir leise und er grinste noch mehr dieses grausige Lächeln, aber der Einwurf eines für mich unerwartet auftauchenden Krums ließ meine Synapsen arbeiten.

Nach einiger Zeit rief dieses totenkopfähnliche Gesicht eine Assoziation in meiner Erinnerung hervor, die mich stocken ließ.

„Das hat sie nicht wirklich getan?“, wisperte ich kurz sprachlos und kämpfte darum, mir mein Entsetzen nicht anmerken zu lassen. „Wobei, sagen Sie nichts“, hob ich meine Hand und stoppte den Alten, der zu sprechen ansetzen wollte. „Natürlich hat sie das getan“, resümierte ich resignierend. „Deshalb hat sie sich diesem Quidditchtrottel wieder an den Hals geworden. Ich fass es nicht“, kam es doch noch so involviert von mir, dass diese Erscheinung vor mir in lautes, schallendes, spöttisches Gelächter ausbrach, doch war ich nicht wütend, da ich fühlte, wie auch meine Mundwinkel zuckten.

Sie hatte ihn befreit, deshalb war sie damals dort gewesen und sie hatte es geschafft, diese Tatsache jahrelang vor mir geheim zu halten, eine formidable und durchaus beeindruckende Leistung. Das Biest war einmalig und bescherte mir die Erkenntnis, dass es mit dieser Frau wahrlich niemals langweilig werden würde.

„Hey, das ist eine Frechheit“, knurrte Viktor Krum verärgert, aber diesen Jungspund nahm ich nicht ernst.

Wohingegen ich mich dezent indigniert fragte, wie es sein konnte, dass Hermione hier in Irland einen Hort für alle ihre Verflossenen erschuf. Fand diese Aktion wirklich Dracos Zustimmung? Zum ersten Mal konnte ich Severus‘ Sticheleien in diese Richtung besser nachvollziehen.

„Ach, Sie tummeln sich auch hier… Krum, Viktor Krum“, schenkte ich dem zu uns vordringenden Mann meine huldvolle, aber auch süffisante Aufmerksamkeit, woraufhin Krum verstimmt schnaubte.

„Du erinnerst mich wirklich an Hyperion“, schaltete sich jetzt der von mir erkannte Gellert Grindelwald fast schon gutmütig ein und schaffte eine Seltenheit, da mein Haupt eilig zu ihm herumfuhr.

Sie hatte einen Verbrecher, einen ehemaligen Dark Lord, eine hochgefährliche Person aus einem Hochsicherheitsgefängnis befreit und ließ ihn hier frei, damit er sein Unwesen treiben konnte?

„Hyp…“, verbot ich es mir gerade noch, den Namen auszusprechen. „Mhm… ja, auch mein Großvater war von Ihnen fasziniert“, entgegnete ich ruhig und schaffte es gerade noch so, die Kurve zu bekommen.

Warum ich kurz stockte? Niemand, nicht einmal die Familie wäre auf die abstruse Idee verfallen, meinen Großvater so vertraulich anzusprechen. Er war ein Patriarch ohne Gleichen gewesen, den es immer und Zeit seines Lebens zu Siezen gegolten hatte, von jedem, auch von seiner Familie, alles andere wäre despektierlich gewesen.

„Zu ähnlich…“, grinste er erneut gehässig und meine Finger ballten sich wieder feste um meinen Stock. Ich mochte es nicht, mit Großvater verglichen zu werden.

Daher ging ich auch nicht näher auf die Ähnlichkeit ein, denn es war allgemeinhin bekannt, dass ich mehr nach diesem Ahn kam als zum Beispiel nach meinem Vater, Abraxas. Hyperion und ich teilten den Hang zum Sadismus und ihm verdankten wir die exzellent gute Ausstattung der Kerker. Dieses Faible, das ich mit großer Hingabe zum Perfektionismus getrieben und noch weiter vervollkommnet hatte.

„Ja, ja…“, schwelgte Grindelwald in Erinnerungen. „Ich mochte Hyperion auch sehr gerne und vor allem seine ausgeprägte Passion, Angst und Schrecken zu verbreiten, war unterhaltsam und da ich ihn und seine Affinität in dir erkenne, möchte ich, dass du, mein lieber Lucius, Abstand zu Sirius hältst“, erklärte dieses Skelett auf zwei Beinen und meine hellen Brauen zuckten in die Höhe.

Grindelwald wagte sich ziemlich weit vor, aber ich war nicht dumm genug, in zu unterschätzen. Dieses alte, dürre Männchen spielte mit Sicherheit nur den Trottel, wenngleich exzellent, das wollte ich ihm zugestehen.

„Hey“, schrie Black empört los, noch bevor ich eine passende Erwiderung geben konnte.

„Braucht jetzt Black einen Beschützer?“, ätzte Severus mit bösartiger Verächtlichkeit. „Wie süß, einen Beschützer, der ihm die Pfote hält?“, erging er sich in seinem Spott und grinste ein gemeingefährliches Lächeln.

„Schniefelus“, knurrte Sirius Black mit unverbesserlicher Blödheit.

„Black, ich bring dich um“, knurrte Severus tief und gefährlich.

„Könnten die Herrschaften sich bitte versuchen, zu benehmen? Hier in der Burg befinden sich Kinder“, versuchte Flint todesmutig sein Glück und es war beachtlich, wie mutig er sich gebärdete.

Doch mein Blick zuckte zwischen den beiden Kontrahenten hin und her, Severus, der neben mir stand und sich drohend aufrichtete und Black, der noch immer auf dem Boden saß und wenig gefährlich wirkte. Diese beiden waren sich spinnefeind und schrecklich, wie die Kleinkinder. Ich mochte mir in meiner Fantasie nicht ausmalen, wie sie in der Schule gewesen waren. Wenn ich feinfühlig gewesen wäre, könnten mir Dumbledore und McGonagall im Nachhinein eventuell leidtun, wie gut, dass mir derartige Regungen fremd waren.

„Ja“, kam es entschlossen von dem ehemaligen Dark Lord und ich lüpfte taxierend eine Braue und spielte ostentativ gelangweilt mit meinem Gehstock.

„Und wir sollen ihn in Ruhe lassen, weil?“, fragte ich akzentuiert nach und zog mir übertrieben aufwendig meine Handschuhe aus.

„Weil ich ein Dark Lord war?“, kam es reichlich süßlich, dabei zwinkerte mir Gellert affektiert zu.

„Oh, jetzt habe ich aber Angst“, ging mein honoriger Sarkasmus mit mir durch und ich warf mein langes Haar nach hinten. „Wie sagen Sie so schön… Sie waren es“, schenkte ich ihm ein maliziöses und doch so arrogantes Lächeln, dass er die Zähne zusammenbiss. „Und anders als Sie… haben wir keine Jahrzehnte in Gefangenschaft verbracht“, deutete ich auf Severus und mich und wusste, als Team hätten wir durchaus Chancen gegen den Alten.

„Stopp“, erschallte dieses eine Wort verstärkt mit einem Sonorus und jeder von uns fuhr herum.

Was für ein Anblick, der Junge lernte also doch noch, denn niemand anders als Potter beehrte uns endlich mit seiner erwünschten Anwesenheit.

„Was?“, meinte Gellert etwas perplex. „Ahhhh, Potter“, murmelte er dann vor sich hin und schnalzte mit der Zunge, während sich Severus vornehm zurückhielt und nur die Hände unter seinem weiten Mantel versteckte.

„Kann man nicht einmal zu spät kommen?“, fragte Potter genervt über den Anblick, der sich ihm bot, dabei versuchte sich sein Pate gerade weniger gelenkig auf die Beine zu ziehen, bis ihm Krum zu Hilfe eilte und ihm eine Hand bot.

„Harryyyyyy“, kreischte die Frau des Trolls erleichtert, während sich Flint jedes weitere Wort sparte und nur mit einer allumfassenden Geste anklagend auf uns deutete, so dass Potter nicht mal die Hand zur Begrüßung hob. Er schüttelte nur betrübt wirkend sein wirres Haar und musterte uns alle vorwurfsvoll durch seine runden Brillengläser.

„Ich würde mich nicht mit ihm anlegen“, meinte Potter ungewöhnlich ernst und er bestätigte mit diesem eindringlichen Blick meine Einschätzung, dass mit Grindelwald immer noch nicht gut Kirschen essen war.

„Wie kommen Sie darauf, Potter? Mr. Gellert hier war, anders als Ihr Pate Black, so freundlich, normale Worte an uns zu richten.“

„Sirius“, entwich es Potter regelrecht schicksalsergeben.

„Was? Warum bin ich der Böse?“, echauffierte sich Black hitzig und riss sich unfreundlich von Krum los, um sich sogleich an der Tischkante festzuhalten.

„Zu meinem Leidwesen kenne ich dich“, murmelte Potter daraufhin nur kopfschüttelnd, woraufhin Severus und ich einen langen Blick austauschten.

„Wassss? Das ist gemein“, beschwerte sich der an sich erwachsene Mann kleinlich.

„Sirius? Was ist passiert?“, forschte Potter und seine Augen nahmen seinen Paten hart ins Visier.

„Was wohl?“, keifte Black los und deutete anklagend auf mich. „Dieser scheiß DeathEater hat mich…“, beschwerte er sich eifrig und ich rollte blasiert mit den Augen.

„Ja…? Dracos Vater hat was?“, fasste Potter wenig begeistert nach, weswegen Black erregt nach Luft schnappte.

„Hören wir mit dem Unfug auf, Potter? Ihr Pate konnte seinen Mund nicht halten… wie gewöhnlich“, mischte sich Severus ein und Potters Augen wurden groß, bevor sie missbilligend zu Black fuhren.

„Nein, nein, das hast du nicht getan!“, brauste Potter auf und ich wollte ihm schon knapp bescheiden, dass ich zu gehen gewillt war, als er zu meiner Verwunderung an mir vorbei stob, zu seinem Paten hin.

„Ich…“, wollte dieser Kretin beginnen, sich zu verteidigen, aber Potter schnitt ihm entschieden das Wort ab.

„Sirius, habe ich dir nicht gesagt, dass du dich mit dummen Sprüchen zurückhalten sollst und du hast ihn bestimmt wieder so genannt, oder?“, offenbarte Potter eine Menschenkenntnis, die ich ihm nie und nimmer zugetraut hätte. „Was hast du gesagt?“, verlangte er genau zu erfahren, während Black sichtbar unwohl den Kopf schüttelte.

„Krum?“, fragte er Hermiones ehemaligen Liebhaber, der in unmittelbarer Nähe stand, fordernd.

„Ähhh, ein einziges, sehr komisches Wort“, meinte dieser bemüht, sich zu erinnern, während sich Severus Miene verdüsterte. .„Schnie…“, begann er erfreut, dass er sich erinnerte, als Potter eilig die Hand hochriss.

„Stopp“, hielt er Krum auf, es auszusprechen. „Du musst es nicht sagen“, baute sich Potter sichtbar aufgebracht vor seinem Paten auf und dieser zuckte entschuldigend mit den Schultern. Es entbrannte ein regelrechtes Blickduell zwischen beiden, bis Black beleidigt wirkend den Blick abwandte.

„Professor Snape“, klirrte es plötzlich kalt von Potter und ich war gewillt, erstaunt ob des Tones die hohe edle Stirn kraus zu ziehen.

„Schulleiter“, schnarrte Severus ölig und Potter drehte sich nun völlig zu ihm hin.

„Natürlich… Entschuldigungen Sie“, meinte er erstaunlich aufrichtig, dabei war ich über seine Unterwürfigkeit, die Black die Zornesröte ins Antlitz trieb, mehr als verwundert.

„Schulleiter Snape,… Sirius ist Sirius…“, erklärte er lahm, aber auch ziemlich glaubwürdig in seiner Betroffenheit.

„Und wird es wohl immer bleiben“, zeigte sich Severus verächtlich wie eh und je in seiner Bissigkeit.



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Heute die letzte Chance


WHF Kurzbeschreibungs-Wettbewerb 2016:

Dezember 2010, die Idee stand, die Story hatte gerade erst begonnen. Euch hat die damalige Kurzbeschreibung neugierig gemacht, aber was ist heute, in 2016? Wie denkt ihr, sollte die Kurzbeschreibung heute aussehen?

Wollt Ihr es schaffen andere für diese Story zu begeistern, mit nur wenigen Sätzen? Seid Ihr bereit für diese Herausforderung?

Schreibt eure eigene Kurzbeschreibung zu WHF.

Vorgaben:
Ihr habt 915 Zeichen zur Verfügung.

der Beschreibungsteil bleibt am Schluss immer erhalten:

-„HG mit SB/DM/LM/SS! HP wird im Verlauf eine große Rolle spielen! ♛ Mit Trailern ♛ Hörbuch 1-100 ♛ e-book 1-500"-

trotz diesen Textzusatz, habt Ihr immer noch 915 Zeichen zur Verfügung

Der Gewinner wird durch die Abstimmung auf FB und im Forum ermittelt. Wer die meisten -likes- erhält gewinnt. Der Gewinnertext wird anschließend die neue Kurzbeschreibung zu WHF. Zusätzlich erhält der Verfasser eine unserer allseits bekannten Überraschung.

Bitte schickt eure Ideen bis zum 01.04.2016, ein Aprilscherz, an mich im Chat über FB, im Forum an mich, in ff.de per Post, oder an when_hermione_fights@web.de

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BeitragThema: 548. Wie bitte, Mr. Potter?   Di Apr 05, 2016 6:35 pm

Hier sind die Kandidaten des WHF-Kurzbeschreibungswettbewerbs. Ihr entscheidet wer gewinnt. Unser Wettbewerb ist zu Ende, jetzt geht es zur Abstimmung.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Ihr könnt aus 10 Texten einen Sieger wählen!

http://www.whenhermionefights.de/kurzbeschreibungs-wettbewerb/
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548. Kapitel Wie bitte, Mr. Potter?

„Hey, Harry… das, das…“, entrüstete sich Black umgehend.

„Sei still“, fuhr Potter Black rüde über den Mund und seine Miene drückte große Enttäuschung aus, weshalb es Black wohl auch die Sprache verschlug. „Sir… verpassen Sie ihm halt einfach einen Langlock, oder einen Zungen-Fessel-Spruch“, bot Potter energisch an, dabei entwich mir beinah ein erstaunter Laut. Dass er sich derart ostentativ gegen seinen Paten stellen würde, hätte ich nie und nimmer erwartet.

Selbst Severus sah erstaunt aus, bevor ein selbstzufriedener Glanz in seinen so dunklen Augen Einzug hielt, jedoch schien Black bei dieser Zurechtweisung durch seinen Patensohn innerlich zu implodieren.

„Harry Potter“, schaltete sich nun auch noch Grindelwald tadelnd ein, aber Potter reagierte, indem er entschieden sein Haupt schüttelte.

„Entschuldigen Sie, Gellert, aber es gibt Sachen, die muss Sirius lernen. Das geht so nicht, dafür haben wir Schulleiter Snape viel zu viel zu verdanken“, entgegnete Potter entschieden, während Gellert zwar widerwillig, aber dann doch überzeugt nickte. „Kümmern Sie sich bitte um ihn? Ich habe ihm gesagt, er soll das lassen. Ehrlich, er ist selbst schuld.“

„Natürlich, mein Junge“, erklärte sich dann Grindelwald gutmütig bereit und ich machte sofort aus, dass er Potter mochte, vielleicht noch mehr als Black. Interessant, mal ein Dark Lord, der Potter mochte und ihn nicht nach dem Leben trachtete, eine nette Abwechslung.

„Mr. Malfoy, wie schön, dass Sie meiner Bitte gefolgt sind…“, drehte sich Potter beherzt zu mir, indem er ausgesucht höflich begann, mich anzusprechen. „Mr. Malfoy, Pro… Schulleiter, wir haben einiges zu besprechen. Wollen sie mir folgen?“, behielt er seine tadellosen Manieren bei, erstaunlich.

„Mit mir auch?“, wandte Severus zweifelnd ein, dabei sah er nicht begeistert aus.

„Wollen Sie hier bleiben?“, fragte Potter zuvorkommend und ein schweifender Blick von Severus zu Black sagte schon alles.

„Nein“, bescheinigte er meine und Potters zutreffende Vermutung, dass ihn in dieser Halle nichts hielt.

„Dann komme sie bitte beide mit mir!“, deutete er mit einer Geste aus der Halle und ich setzte mich mit Noblesse in Bewegung, während ich dem jungen Mann einen langen Blick zuwarf.

„Wo ist mein werter Herr Sohn?“, wollte ich in einem plaudernden Tonfall erfahren, als wäre es für mich nicht elementar, zu wissen, wo er sich rumtrieb. Denn das Gespräch, weswegen wir hier waren, hatte ihn mit zum Hauptthema, wie uns allen nur zu bewusst war.

„Der könnte später noch hier auftauchen, aber zuerst wollte ich nur mit Ihnen sprechen“, entgegnete Potter, der uns mit sicheren und kundigen Schritten in das Vestibül und von dort die Treppen hinauf vorauseilte, geschäftig.

Der Blick, den mir Severus zuwarf, war ein beeindruckter. Es schien als würde ihm imponieren, dass dieser nicht blind zu seinem Paten hielt und auch noch uns beiden gegenüber trotz seines berühmt berüchtigten Temperamentes ausgesucht höflich war, sondern erkannte, dass Black sich nicht korrekt verhielt. Mein Interesse an dem vor uns liegenden Gespräch stieg.

Ein Stockwerk höher folgten wir ihm durch einen kahlen Flur, von dem viele Türen abführten. Alles in allem schien jeder Raum genützt zu werden. Ich nahm an, dass die Auslastung der Burg durch Vollbelegung erreicht war und das war durchwegs eine respektable Leistung, die imponierte.

„Hier entlang, die Herren, und eines noch Mr. Malfoy“, deutete Potter auf eine Tür und ich legte mein hoheitsvolles Haupt abwartend schief, während sich Severus nicht aufhalten ließ und schon eintrat.

„Mhm“, meinte ich auffordernd und er schien sichtlich mit sich zu ringen.

„Ohne Grindelwald wäre SIE tot“, meinte Potter leise, so als ob er mich aufklären müsste, so dass ich die Lippen spitzte.

„Und deshalb muss ich?“, fragte ich betont distinguiert weiter nach, woraufhin er tief Luft holte und sie langsam entweichen ließ.

„Vorsichtig sein, dieser Mann ist weniger senil, oder eingerostet als es auf den ersten Blick erscheinen will und gerade Sie sind eigentlich ein Mann, der nie den Fehler begeht, jemanden zu unterschätzen und er hat wirklich einen Narren an Sirius gefressen“, schien Potter das Thema sehr ernst zu nehmen und sehr zu beschäftigen. Man könnte beinah annehmen, dass er dachte, mich beschützen zu müssen und gleichzeitig hatte er mir ein sehr gut verstecktes Kompliment gemacht, das mir fast ein Schmunzeln entlocken wollte.

„Sie belehren mich?“, wollte ich daher exaltiert erfahren, um jedwede Annäherung unsererseits im Keim zu ersticken.

„Nein“, wehrte er eilig ab und hob beide Hände. „Ich sage Ihnen nur was ich denke, machen Sie daraus was Sie wollen“, spielte er das Spiel unerwartet geschickt, in dieser Zeit hielt er die Tür auf und wartete, bis ich eintrat.

Uns offenbarte sich eine kleine Kammer, mit einem großen Tisch und sechs Stühlen, schlicht, zweckmäßig, mittelalterlich, ein Kamin verbreitete prasselndes Feuer. Vielleicht war es sogar gemütlich, aber für mich wäre es nichts. Kurz zweifelte ich an Dracos Geschmack.

„Nehmen sie Platz“, bot Potter uns neutral an und setzte sich selbst, dabei beobachtete ich den jungen Mann, der im selben Alter war wie mein eigener Sohn.

Er wirkte etwas müde, erschöpft und übernächtigt, dunkle Schatten unter den Augen und ein leichter Dreitagebart in dem jungen Antlitz gaben ihm ein etwas heruntergekommenes und mitgenommenes Aussehen. Das Holzfällerhemd und die Jeans unterstrichen den schmuddeligen Look, der mir ein abfälliges Schnauben entlocken wollte, als ich seinen stechend grünen Blick durch die Brille bemerkte und aufsah, dabei fing er meinen Blick absichtlich ein und ich konnte erleben, wie er plötzlich ein süffisantes Grinsen offenbarte, als wüsste er, was ich über seinen derangierten Auftritt dachte.

„Wissen sie, wie wir drei gerade leben?“, fragte er plötzlich offen und mein Augenmerk wanderte zu Severus, der versteckt die Schultern hob, da ihn die Frage auch kalt erwischte.

„Ohhh, sie hat es wirklich niemandem gesagt, ich bin beeindruckt. Bestimmt würgt sie mich, wenn ich es ihnen verrate aber…“, meinte er freimütig über das Biest und grinste spitzbübisch. „Wir zelten, wir kampieren, macht wirklich keinen Spaß, wenn es länger als ein Wochenende geht. Es ist trotz Magie kalt, schmutzig und vor allem nass“, zählte er hörbar resigniert auf und meine Brauen schossen in die Höhe.

Ein Zelt? So ein Unfug konnte auch nur ihr einfallen, deshalb sah sie immer so mitgenommen aus, wenn sie sich mal blicken ließ.

„Zelten“, entwich es mir sprachlos, da ich meinen Vorrat an Zelten daheim überprüfen würde.

Es interessierte mich, ob sie sich bei mir bedient hatte, aber wenn es so wäre, dann hätten sie es sehr luxuriös und würden keinen Luxus missen, somit konnte ich es mir eigentlich nicht vorstellen, während Severus‘ Reaktion absolut unerwartet kam, indem er leise zu lachen begann. Dies war ein sehr selten vernommener Ton und umso beeindruckender.

Severus schien fabulös unterhalten, bei der Vorstellung, wie die drei in einem Zelt hausten, während ich es mir gar nicht vorstellen wollte, wie beengend es da zugehen mochte, dabei verzogen sich meine Mundwinkel.

„Hahaha…“, lachte nun Potter los. „Wissen Sie, Mr. Malfoy, Sie sind ein Snob, hat Ihnen das schon mal jemand gesagt?“, fragte er leutselig und ohne zu viel Bösartigkeit im Ton nach und doch versteifte ich mich bei Potters wenig angemessenen Worten über meine untadelige Person.

„Wenn Sie es sagen“, kam ich insoweit entgegen, dass ich mich nicht darüber echauffierte und maß ihn nochmal genau. „Zumindest erklärt es Ihre unzureichende Aufmachung“, servierte ich gemein und wedelte mit meiner Hand zu ihm hin.

„Tja, wie großzügig von Ihnen, darüber hinwegzusehen. Ich bin erstaunt, dass Sie nichts weiter dazu zu sagen haben“, meinte er reicht doppeldeutig, indes sprühten seine grünen Augen regelrecht Blitze.

„Inwieweit?“, sah ich mich gezwungen, nachzufragen und tat es schweren Herzens.

„Hermione“, setzte er mit einem hintersinnigen Grinsen an. „Sie lebt mit mir und Ron… naja, also ziemlich eng zusammen“, zeigte er sich einem Slytherin gleich gehässig in seinem Gebaren um mich zu reizen und nun war es an mir, Severus‘ Lachen von zuvor zu imitieren.

„Hahaha“, lachte ich noch immer und die beiden sahen mich gespannt an, bis ich das Lächeln, das noch immer auf meinen Lippen lag, hinter meiner Hand verbarg und zu sprechen begann. „Da ihnen allen ihr Leben lieb ist und sie mich kennen, nehme ich großzügig an, dass sie alle schlau genug sind, mich nicht zu ärgern… und nun, wenn das passiert, erleben wir gerade, wo sie dann landen“, zählte ich geschäftig und immer ernster werdend auf.

„Wahre Worte…“, servierte Harry Potter unerwartet geschmeidig, bevor er hoch ruckte. „Möchten sie etwas trinken?“, zeigte er an, dass das Vorgeplänkel beendet war und wir nun zu den ernsten Dingen des Treffens übergehen konnten.

„Kommt darauf an, soll das hier lange gehen?“, entgegnete ich betont und erntete ein seichtes Lächeln von meinem Gegenüber.

„Ich weiß es nicht, Sir?“, betonte er das letzte Wort bedeutungsschwer und sein stechender Blick konnte als durchaus unangenehm bezeichnet werden und somit wollte ich auf den Punkt kommen.

„Was wollen Sie, Potter?“, verlangte ich schneidend zu erfahren, aber er antwortete nicht sofort, sondern legte nur seinen Kopf schief und musterte mich, bis meine Geduld riss.

„Wollen Sie mich bitten, die Verlobung zu lösen?“, stellte ich die Fragen aller Fragen in absichtlich neutraler Haltung.

Meine Worte sorgten erst mal für Stille und ich lehnte mich weit in meinem Stuhl zurück, musterte den jungen Mann neben mir, der bisher nichts entgegnet hatte, während Severus wie so oft den Mann im Hintergrund mimte und nichts Auffälliges tat oder gar sagte, so dass ich schlussendlich dann weiter sprach: „Oder wollen Sie mich angehen und mir Vorwürfe machen, dass mein Vorgehen falsch war?“ Er reagierte immer noch nicht und ich seufzte affektiert. „Oder wollen Sie fordern, dass ich Ihr Mündel freigeben soll?“, stellte ich die letzte Option, die mir einfiel, dar.

Doch zu meiner großen Überraschung ließ sich Potter noch immer nicht in die Karten blicken, da ich weiterhin von ihm nichts anderes als eine eindringliche Musterung erhielt.

Ganz kurz wollte wieder ein Lächeln über meine Züge huschen, das würde ein durchwegs interessantes Gespräch werden, dessen Verlauf ich fast schon vorhersehen konnte, zumindest nahm ich das schwer an.

Lucius Sicht Ende

Dracos Sicht

Ich saß wie auf heißen Kohlen.

Marcus hatte mich umgehend darüber informiert, dass nun Potter, Vater und Severus ihr Gespräch führten und ich mir Zeit lassen sollte.

Ein Unterfangen, was leichter gesagt als getan war, weshalb ich gut eine Stunde später zusammen mit Astoria in der Burg aufschlug. Die Kleine hatte so lange keine Ruhe gegeben, bis ich mich hatte breitschlagen lassen, sie aus der Schule mitzunehmen. Da aber mit Blaise in letzter Zeit überhaupt nichts mehr anzufangen war und er nur ziemlich schlecht gelaunt seine miese Laune auslebte, verstand ich ihren Wunsch, dem allen zu entfliehen, nur zu gut. Gleichzeitig konnte sie es nicht abwarten, das Ergebnis zu erfahren, was Potter ausgehandelt hatte. Während Astoria ganz hibbelig vor Aufregung war und große Hoffnungen in Potter hatte, war ich hingegen eher zwiegespalten, was ich mir erhoffen konnte. Einerseits hoffte ich auf ihn, auf der anderen Seite war ich es gewöhnt, meine Probleme selbst zu lösen. Es passte mir gar nicht, dass er sich hier so wichtigtuerisch aufspielte, aber da es hier auch um das Schicksal von Astoria ging, war ich bereit, zu warten und Potter den Vortritt zu lassen.

Doch kratzte es an meinem Stolz, das konnte ich vor mir selbst zugeben und so kam es, dass ich so betont lässig und gleichgültig wie möglich in der Halle Stellung bezog um mir das rege Treiben der Burgbewohner anzusehen, aber ich wurde enttäuscht, da mich eine beinah beängstigende Leere empfing.

„Draco, endlich“, rief Marcus ungewöhnlich erleichtert und eilte auf mich zu, während ich an Ort und Stelle verharrte, selbst Astoria blieb bei mir stehen und hielt sich besorgt an meinem Arm fest.

„Was ist hier denn los?“, deutete ich anklagend auf die Bank, auf der nur Krum, Alicia, Gellert und Black saßen.

„Nichts, beziehungsweise was wohl?“, kam es schrecklich lapidar von meiner Rechten Hand. „Dein Vater… um genau zu sein“, zierte seine Miene großes Missfallen und mir gingen die Augen über.

Was hatte ich nochmal erwartet? Keine Ahnung, aber nicht sofort wieder das totale Drama, so viel stand fest.

„Wo sind alle?“, wollte ich daher erst mal beunruhigt wissen und blickte mich auffällig um.

„Die?“, kam es langsam von Marcus, der leicht neben der Spur wirkte und nicht so souverän erschien wie sonst. „Oh, die habe ich alle auf ihre Räume geschickt“, entgegnete er dann gezwungen und das gefiel mir nicht.

Vater sollte hier in diesen Hallen nicht so eine Macht haben, alle auf ihre Zimmer zu verbannen, durch was? Nur durch seine bloße Person? Das war nicht richtig!

„Aha“, nahm ich es widerwillig hin. Irgendetwas musste vorgefallen sein, als ich meine Augen zu Schlitzen verengte und zu der Bank starrte, die von der kleinen Truppe belagert war. „Und warum wird Black von Gellert derart umsorgt? Das ist ja voll peinlich“, stieß ich geringschätzig aus, als ich beobachtete, wie Gellert Blacks Kopf mit dem Zauberstab entlangfuhr.

„Oh, der? Uhhh, ja, der hat sich mit Snape und vor allem deinem Vater angelegt und hat jetzt Kopfweh“, kam es reichlich schnöde und ohne rechtes Mitleid von Marcus.

„Dieser Idiot“, murrte ich nur finster, wobei es mich nicht wunderte, dass Black schuld daran war, dass die Situation eskaliert war, eher wunderte es mich, dass Vater es war und nicht Severus, der mit Black aneinandergeraten war. „Wie Vater?“, fragte ich daher interessiert nach.

„Dein Vater hat ihn ziemlich beeindruckend mit nur einem Schwenk ausgeknockt“, stand Krum auf und schlenderte auf uns zu. „Nachdem er ein Wort gesagt hat, das Snape ganz starr hat werden lassen… beide wirkten ziemlich sauer“, servierte Krum gehässig und hielt sich nicht zurück und das machte ihn mir doch gleich wieder viel sympathischer.

„Black ist ein Depp… irgendwie jeder aus dem Familienzweig“, entwischte es mir verächtlich, dabei verfluchte ich meine Mutter und ihre Zugehörigkeit zu eben jenen.

„Hey, nur mal nicht so frech, Jüngelchen“, mischte sich zu meinem Leidwesen plötzlich auch noch Gellert ein, indem nun auch er zu uns kam, während Black leidend auf der Bank saß und die Augen geschlossen hielt.

„Meine Burg…Gellert, MEINE“, konterte ich mit sehr leichten Nerven. „Ich bin hier so wie ich will und sage was ich will… verstanden?“, trat ich unterdessen unfreundlich schauend, aber ohne Furcht an Gellert heran und fuhr ihn gefährlich leise und kalt an.

„Ach, seid doch alle still… ich brauch einen Drink“, warf Astoria völlig aus dem Zusammenhang gerissen ein und erlangte mit ihrem Wunsch unser aller Aufmerksamkeit.

„Es ist erst Mittag“, kam es reichlich väterlich von Marcus, was ihm den ein, oder anderen spärlichen Blick einbrachte. „Was?“, wollte er angegriffen wissen, da es ihm unangenehm war, so taxiert zu werden.

„Bist du mein Vater?“, fauchte die kleine Wildkatze an meiner Seite ohne Hemmungen, indes zeigte sie eine arrogante Miene.

„So gebe ihr doch jemand, was auch immer sie will“, bat ich entschieden über jedweden Einwand hinweg.

Ich hatte wahrlich andere Bürden, als mich mit Astorias Sorgen und Nöten auseinanderzusetzen, aber nach meinem Wunsch tat Alicia sofort was ich verlangte, während Astoria nicht lange fackelte und anfing, das Getränk in sich zu schütten und so versuchte, ihre angeschlagenen Nerven zu beruhigen.

So ließ sie sich neben Black nieder, der träge seinen Arm um Astoria legte. Ich zwang mich, nichts dazu zu sagen, solange sie ihren Willen bekam und mir meine Ruhe ließ war in meinen Augen alles bestens.

„Wir soll-“, wollte ich beginnen, Marcus Anweisungen zu erteilen, als wir alle sich schnell nähernde Geräusche wahrnehmen konnten und so wandte ich mich erwartungsvoll der Türe zu. Sollten sie schon fertig sein?

„Draco“, zeigte sich mein Vater huldvoll, als er mit einer unnachahmlichen Noblesse die Halle betrat. Sein Gehstock in der einen, seine Handschuhe lässig in der anderen und sein weit schwingender Mantel, der schwer auf seinen breiten Schultern lag, wirkte er wie eine königliche Person in diesen schlichten Hallen.

„Vater… du schon fertig…“, stockte ich in meiner Begrüßung, da Potter nach Vater die Halle betrat und alles andere als glücklich zu mir sah und mir seine gezeigte Miene Bauchschmerzen bescherte. „Potter“, stieß ich somit rau aus.

„Harryyyy“, warf sich Astoria an seinen Hals. „Hast du das da wegmachen können?“, hielt sie ihm dann sofort ihren Verlobungsring aufdringlich vors Gesicht und er kämpfte kurz mit ihr, um sich so weit frei zu machen, dass er mir wieder ins Gesicht sehen konnte.

„Malfoy, du wolltest doch abwarten…“, lag ein Tadel in seinem Ton, der ihm ganz und gar nicht zustand.

„Passt es dir nicht, dass ich schon hier bin?“, entgegnete ich bissig und auf jeden Fall provokant, aber Potter schaffte es manchmal, nur durch seine bloße Anwesenheit, dass ich in die Luft ging.

„Mein Kompliment an dich, mein Sohn“, schaltete sich Vater ungefragt ein und unterbrach damit den beginnenden Streit von Potter und mir. „Du hast dir hier durchaus etwas erschaffen, was Potential in sich birgt“, sprach mein Vater, Lucius Abraxas Malfoy, ernst und bestimmt. Er schien das aufrichtig zu meinen und schaffte es, dass ich alles und jeden in meiner Umgebung vergaß, auch meinen Mund zu schließen gehörte dazu.

War das ein Lob von meinem Vater?

Ich erstarrte, bis ein Ruck durch mich zu gehen schien. Mein Vater war und blieb mein Vater!

Dieser Mann tat nichts umsonst, schon gar nicht blumige, honorige Worte an mich richten, langsam und sehr misstrauisch schloss ich meinen Mund. Ich bemerkte seine Beobachtung und als er sah, dass ich ihn unter gesenkten Lidern musterte, schenkte er mir einen sehr amüsierten Ausdruck aus tief dunkelgrauen Augen.

Mir zog eine Gänsehaut auf. Ab jetzt war ich auf der Hut. Er wirkte zu zufrieden und völlig ruhig und entspannt, das passte nicht. Er hatte gerade gut eine Stunde mit Potter gesprochen, da konnte Vater nicht so, so völlig ungezwungen sein. Das war unmöglich und plötzlich kam mir Vaters Versuch, meine Leistung zu honorieren, wie ein plumper Versuch vor, um mich abzulenken, daher ruckte nun mein Kinn in die Höhe.

„Vater“, betonte ich jede Silbe des Wortes. „Was ist nun mit der Verlobung?“, zwang ich mich leise zu fragen, als ich verfolgte, wie ein fast nicht wahrzunehmendes Seufzen den Lippen meines Vaters entschlüpfte.

Er benahm sich untypisch und das verunsicherte mich unvorstellbar, während ich versuchte, eine lässig kühle Maske vor meiner Umwelt aufrecht zu erhalten.

„Draco, das was passiert ist… auf dem Ball… das… das war kein Akt gegen dich…“, schlug seine Aussage für mich wie ein Depulso-Fluch ein. Was war in dem Gespräch passiert? Was hatten die drei besprochen? Vater spielte auf den Avada an und dass sich Lucius vor Publikum derart einfühlsam präsentiert wissen wollte, war nicht normal.

Gerade eben zog ich meinen kalkulierbaren, kalten und maskenhaften Vater eindeutig vor, den konnte ich einschätzen, nicht diesen Mann, der versuchte, sich mir zu erklären, oder sich gar zu rechtfertigen, das passte nicht zu ihm.

„Vater… nicht…“, bat ich unangenehm berührt, da es mir widerstrebte, diesen Unfug anzuhören. Mein Vater hatte noch nie etwas in seinem Leben bereut.

„Nein, lass mich aussprechen“, klirrte er befehlsgewohnt und diesen Ton kannte ich eher von ihm. „Draco, ganz egal, wie wir zueinander stehen, du kannst mir glauben, wenn ich dir hier vor all diesen Leute sage, dass ich dir nie etwas Böses will.“

„Pffff“, tat mir Black den Gefallen, das Geräusch von sich zu geben, dessen ich nicht fähig war, woraufhin Vater ihm einen tödlichen Blick zuwarf und dieses Duell erst durch Potters Handgeste zu seinem Paten hin beendet wurde.

„Vielleicht will ich oft etwas anderes für dich als du dir das so vorstellst, aber ich will dir persönlich wirklich nichts Schlechtes“, insistierte Vater von oben in einer sehr distinguierten Art. „Draco, du bist und bleibst mein Sohn, du bist von meinem Fleisch und Blut“, hob er zur Unterstreichung seiner Aussage seinen Zeigefinger und mit ernster Miene, als ob er es wirklich ernst meinte und ich konnte nichts erwidern, da mir schlicht und ergreifend die Worte im Halse stecken blieben.

„Wow… man möchte brechen“, imitierte Black Severus‘ Standardsatz mit Bösartigkeit. „Solche Worte aus Malfoys Mund“, wisperte er fies und ich war dankbar, dass dies die Aufmerksamkeit von mir nahm und zu meinem Leidwesen gab ich ihm zu einem Gutteil Recht.

„Halt den Mund, Black, oder ich stopf ihn dir“, hisste Severus aggressiv und ohne zu zögern auf.

Black kämpfte um ein gehässiges Lächeln, schaffte es aber nicht ganz, da er durch die vorhergehende Auseinandersetzung noch angeschlagen war, aber bevor das weiter ausarten konnte stoppte ihn Grindelwald, indem er Black an die Schulter fasste und sichtbaren Druck ausübte.

„Ruhe“, befahl Grindelwald leise, aber autoritär, als sich Black von seiner Berührung losreißen wollte, während mein Vater nicht sein Augenmerk von mir nahm und eine Antwort von mir erwartete.

Puh, das war ja schlimmer als jede Vorführung in der Klasse. Was erwartete mein Vater von mir? Absolution, dass ich ihm den Fluch, den er gegen Blaise gesprochen hatte, nicht übel nahm?

„Va… Vater“, stockte ich, dabei wanderte seine Braue langsam in die Höhe. „Das weiß ich alles, auch wenn dein Avada wahrlich überraschend kam“, servierte ich zum Schluss gemein und durfte an seinen missmutig zusammengezogenen Brauen erkennen, dass es ihm nicht passte, dass ich es vor allen so genau aussprach, während er eher schwammig blieb.

„Wassss?“, hisste Alicia auf, woraufhin sich Marcus bei der Eröffnung beeilte, sie zu sich zu ziehen und ihr den Mund zuzuhalten.

Doch Vater wäre nicht Vater, wenn er diese Irritation nicht schnell überwunden hätte und mit einer eher wegwerfenden Geste reagieren würde, um dann wieder weiter zur reden.

„Ich werde nicht sagen, dass ich den Spruch bedauere…“, kam es unnachahmlich versnobt von ihm und es war so logisch gewesen, wie ich sagte, Vater bedauerte nie etwas in seinem Leben. „Wenn es das rechte Ziel getroffen hätte, könnte es mich nicht weniger tangieren“, gestand er dann aufrichtig und offenbarte so viel wie selten von seiner Gedankenwelt.

„Pffff“, stieß ich verächtlich aus. „Das ist mir gegenwärtig“, meinte ich nüchtern und erntete nur ein zufriedenes Lächeln, während sich gespanntes Schweigen über uns alle legte.

„Lass mich dir noch sagen, dass ich sehr hoffe, dass eure Zauber wirklich wasserdicht sind und kein Mensch darüber sprechen und noch nicht mal daran denken kann, dass wir hier waren“, insistierte er dann seidig. „Niemand darf wissen, dass Severus und ich hier waren und vor allem Zabini solltet ihr aus der Schusslinie nehmen, sperrt ihn in Hogwarts, oder hier ein“, war in seiner Stimme keine Bitte zu erkennen, sondern nur der Befehl und ich schnaubte nur abfällig, was dazu führte, dass sein Gehstock laut klackernd auf den Steinboden gerammt wurde.

„Das könnte dir so passen“, entgegnete ich extra vorwurfsvoll, um keine Sekunde einen eingeschüchterten Eindruck zu vermitteln, denn da konnte er sich viel wünschen, aber Blaise gehörte an meine Seite.

„Draco“, erklang es tadelnd und so abwertend, dass ich mir wie ein trotziges, dummes Kleinkind vorkam, ganz wunderbar, wie er das vor Potter, Black, Gellert und Co. hinbekam.

„Was?“, begehrte ich genervt auf und erlaubte mir die Schwäche, eine mich kitzelnde Strähne unwirsch aus der Stirn zu wischen. „Stimmt doch, Blaise ist wichtig für mich“, hielt ich hitzig dagegen und erntete nur konsterniertes Kopfschütteln.

„Unfug“, schnitt mir Vater hart das Wort ab. „Draco, das musst selbst du sehen, der Junge ist eine Gefahr für dich!“, zeigte er sich unversöhnlich und ein harter Zug lag auf seinen markanten Zügen.

„Moment langsam, warum?“, schaltete sich Potter von hinten ein, der uns ziemlich dämlich durch seine runden Brillengläser musterte.

„Oh, da sollten Sie meinen Sohn fragen“, stieß mein Vater freudlos aus und wandte sich Potter zu. „Draco hat sein Schicksal mit dem von Zabini verbunden, so dass Draco das ein oder andere Malheur für Zabini ausbaden muss. Das ist eine Schwachstelle, die es auszumerzen gilt“, verlangte er unglaublich arrogant, aber anscheinend konnte oder wollte Vater diese Information einfach loswerden, denn er ließ mir gar keine Zeit.

„Halt… Blaise? Was haben die beiden getan?“, kam es sehr verwirrt von Potter, dabei hörte er sich regelrecht gehetzt an und ich nahm es ihm nicht mal übel.

„Verstehen Sie nicht, Potter, was Lucius zu sagen versucht? Erkennen Sie nicht die Tragweite der Gefahr?“, schaltete sich auf einmal Severus unnachahmlich theatralisch ein, indem er aus dem Hintergrund trat, wo er bis jetzt verschollen gewesen war. „Draco ist nun doppelt gefährdet!“ Mich regten seine Worte auf und machten mich unsäglich wütend. Vater und Severus stellten sich an, als würde ich morgen tot umfallen. Bisher war ich noch nie dem Tod so nahe gewesen und wem hatte ich es zu verdanken? Eben, meinem Vater und sonst niemandem!

„Genau darum sollte Dracos Sicherheit gewährleistet werden, indem man dafür sorgt, dass Zabini nicht in irgendwelche Zwangslagen gerät, alles andere wäre unschön. Hier muss man ansetzen“, beschied er von oben herab mit seinem gewohnt herrschaftlichen Gebaren, dass man seinen Anweisungen Folge zu leisten hatte.

„Hust… wer kauft ihm diese Sorge ab?“, schaltete sich wieder Black ein und auch wenn Vater übertrieben mit den Augen rollte, verstand ich diesen Einwurf, denn auch mir drängte sich dieser Gedanke auf. Wer sollte ihm das abkaufen? Aber nicht Vater trat zu einer Entgegnung an, sondern Severus.

„Sollte wieder einer von deinen Kapuzentypen gefangen genommen werden, Draco… dann…“, unterbrach sich Severus selbst, als würde ihm erst jetzt auffallen, dass er zu viel preisgab. Vor allem schien ihm das nur zu passieren, wenn ihn Black reizte, aber dieses Verhalten ließ mich aufhorchen. Selbst Vater warf ihm diesen langen Blick durch gesenkte Lider zu, der eine eindeutige Frage enthielt.

„STOPP“, brüllte nun Marcus los. „Nur Chang ist verschwunden. Haben doch die DeathEater sie bekommen? Was ist mit ihr passiert? Wir suchen sie die ganze Zeit…“, involvierte sich Marcus so sehr, dass sich nun Alicia an seinen kräftigen Arm festhielt um ihn aufzuhalten.

Da Vater als auch Severus ziemlich wenig begeistert über die Entwicklung waren, war es nötig, hier nachzuforschen, während Potter ein wenig weiß wirkte. Das war verständlich, wenn man wusste, dass er mal Gefallen an der kleinen Asiatin gefunden hatte.

„Vater? Was weißt du?“, fragte ich daher mit Eindringlichkeit nach.

„Nichts“, entgegnete er flott, dabei wandte er sein Augenmerk von Severus nicht ab, was mir sagte, dass er wirklich nichts wusste, sondern auch auf Antworten gespannt war.

„Severus?“, drängte ich daher bei meinem Paten auf eine Antwort, der wütend zu Black starre.

„Ja?“, knurrte er missmutig. Er schien es Black nachzutragen, dass er bei diesem immer mal wieder ein wenig die Kontrolle verlor.

„Wo ist Cho?“, rief Marcus aufgebracht, während er mit seiner Frau rangelte und Severus mal wieder seine Hände in seinem Umhang verschwinden ließ.

„Severus“, forderte ich vehementer.

„Ich? Keine Ahnung“, wandte er sich von mir ab und ich trat einen Schritt auf ihn zu.

„Du lügst“, verkündete ich vor allen mit Überzeugung, was mir von Severus einen bitterbösen Blick über seine Schulter hinweg einbrachte, der mir durch und durch ging.

„Das verbitte ich mir“, brauste Vater anstellte von Severus auf, bis er von einer schwankenden Person gestoppt wurde, die ihm in den Weg trat.

„Das ist doch egal, ich will es wissen. Was ist nun? Kann ich diesen Ring nun abnehmen?“, fiel Astoria allen ins Wort, mit dem eigentlichen Grund, weshalb wir hier waren. „Bin ich endlich wieder frei?“, wollte sie leicht lallend wissen, dabei offenbarte sie, wie Slytherin sie doch war. Zuerst kam sie, dann die anderen. Die perplexen Blicke, die sie erntete, waren aussagekräftig genug.

„Astoria“, rief Potter entrüstet über ihre Selbstsucht und offenbarte, wie schockiert er war, dass sie so wenig Interesse an Cho Changs Schicksal hatte.

Ein Schicksal, das Potter mit großer Wahrscheinlichkeit nicht gleichgültig war, so wie ich ihn einschätzte.

Dracos Sicht Ende

Severus Sicht

Dank Lucius‘ Aktion am Halloweenball saß ich nun hier, in Dracos Burg, und musste mir das Geplänkel zwischen Potter und Lucius antun. Wie sie einander umkreisten, belauerten und kalkulierten. Wie sie versuchten, den bestmöglichen Deal für sich herauszuschlagen, oder noch besser, wie sie es am besten schaffen konnten, den anderen übers Ohr zu hauen.

„Was wollen Sie, Potter?“, drang Lucius‘ affektierte Stimme an mein Ohr und ich verbot mir das Augenrollen, nicht nachdem Lucius vorhin so eindrucksvoll Black in seine Schranken verwiesen hatte. Nicht dass ich es nötig hätte, von ihm Rückendeckung zu erhalten, aber ab und an dachte er, den großen Bruder raus kehren zu müssen und gerade bei diesem Köter, der eine Vergangenheit mit mir hatte, die mich ab und an vergessen ließ, dass ich gewöhnlich wenig bis gar nichts fühlte und empfand, hatte Lucius wohl das Bedürfnis verspürt, einzugreifen.

„Wollen Sie mich bitten, die Verlobung zu lösen, oder wollen Sie mich angehen und mir Vorwürfe machen, dass mein Vorgehen falsch war?“, seufzte er übertrieben nach seinen Fragen.

Jedoch war die einzige Reaktion, die er erhielt, dass uns Potter nur stumm musterte und nichts entgegnete. Das passte Lucius gar nicht, weswegen er wieder den Mund öffnete um seine nächste Vermutung rauszuhauen: „Oder wollen Sie fordern, dass ich Ihr Mündel freigeben soll?“

Potter musterte Lucius mit einer hintersinnigen Miene, die ich ihm so gar nicht zugetraut hätte, da man nicht sagen konnte, was er wohl dachte. Er spielte gut, das musste ich ihm zugestehen, während ich langsam des Spieles müde wurde und ein Seufzen fast nicht mehr unterdrücken konnte.

„Nein“, antwortete Potter.

Mein Haupt ruckte hoch, denn das kam knapp, kurz und sehr entschlossen von ihm. Sein Wort schlug wie ein Stupor ein, während Lucius versuchte, nicht zu überrumpelt zu wirken und Potter es sich nicht nehmen ließ, diesen Moment auszukosten.

„Ich biete Ihnen, Mr. Malfoy, eine Million Galleonen Mitgift für mein Mündel, Astoria Greengrass“, verkündete Potter schließlich genüsslich und vollmundig und jedwedes Geräusch im Raum dröhnte regelrecht laut daher, da wir alle so leise wurden.

Hatte er das gerade wirklich gesagt? Oder erlag ich einer Halluzination? Ob Potters Narbe einen Einfluss auf seinen Geist hatte? Soeben zweifelte ich an seiner Zurechnungsfähigkeit und Lucius‘ sehr gerader Haltung nach zu urteilen schien es ihm ähnlich zu gehen.

Potter wollte nicht feilschen? Er wollte das? Das konnte nicht mit rechten Dingen zugehen. Was versprach er sich davon?

Aber ich war weit davon entfernt, mich einmischen zu wollen, das war Lucius‘ Butterbier, das er alleine auslöffeln durfte.

Potter war unerwartet gut. Er holte gemeinhin zu einem unerwarteten Schlag aus. Dass das Gespräch auch nur ansatzweise solche Richtungen einschlagen könnte, damit hatten ich und erst recht Lucius nicht gerechnet.

„Wie bitte, Mr. Potter?“, übernahm ich, da es Lucius kurz die Sprache verschlagen hatte und ich nicht wollte, dass Potter dadurch noch einen größeren Vorteil schlagen konnte.


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Hier sind die Kandidaten des WHF-Kurzbeschreibungswettbewerbs. Ihr entscheidet wer gewinnt. Unser Wettbewerb ist zu Ende, jetzt geht es zur Abstimmung.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Ihr könnt aus 10 Texten einen Sieger wählen!

http://www.whenhermionefights.de/kurzbeschreibungs-wettbewerb/
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