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 Kapitel 581-582

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queenie
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BeitragThema: Kapitel 581-582   Di Jan 24, 2017 8:17 pm

Hier mal einen der ersten Trailer:

https://www.youtube.com/watch?v=dcJJyPSUhMY&list=PLVuPCRwQLR-MEGrXMH62K97rfkxSzSfU7&t=6s&index=2



581. Kapitel Hermione Has Fallen

Die Erkenntnis, wie wenig dieser Kuss in mir auslöste und dass es zwar schön war, sie zu küssen, mehr aber auch nicht, tat weh und dass es ihr genauso ging, war noch weniger schmeichelhaft.

„Blaise fickt dieser kleinen Schlampe das Hirn raus, oder eher sie ihm und ich kann nicht mal genießen, meinen Verlobten zu küssen“, grummelte sie verbittert vor sich hin. Als ich ihren Blick sah, erkannte ich deutlich die Rachsucht, die in ihren Augen funkelte. Offenbar hatte sie das hier sogar wirklich gewollt, wenn auch nur um Blaise eins auszuwischen und mir wohl auch, wie ich mir schweren Herzens eingestand.

„Es ist wie damals in den Duschen der Umkleidekabinen… irgendwie nicht richtig… Es ist schön, mehr auch nicht“, überlegte ich für mich und hatte die Arme unter meinem Kopf verschränkt, während ich an die Decke starrte.

Ich hatte nicht mal ein Problem damit, dass wir den Kuss so plötzlich unterbrochen hatten, denn die Erkenntnis, dass ich mich von Astoria noch immer nicht sexuell angezogen fühlte, egal wie sehr ich das grade auch wollte, war wie ein Eimer kalten Wassers mitten ins Gesicht. Ich hatte gehofft, jetzt, da nach diesem Abend die Karten schon wieder neu gemischt waren, hätte ich wenigstens an einer Front ein Problem lösen können, indem Astoria erkannte, dass auch wir eine Chance auf eine Partnerschaft hatten, auf eine gut, vollständige Zukunft, doch das grade machte es irgendwie surrealer. Wie sollten wir eine Ehe schließen und ein Kind haben, wenn da nichts war?

„Hahaha…!“, fing Astoria neben mir auf einmal schallend an zu lachen, dann rappelte sie sich hoch und saß im nächsten Moment breitbeinig auf mir, während ich überrumpelt und fragend zu ihr blickte. Was bitte war an dieser beinahe schon peinlichen Situation lustig?

Sie war tragisch, traurig, aber mit Sicherheit nicht lustig!

„Wenigstens hab ich jetzt einmal deine ach so perfekt gestylte Frisur zerstrubbeln dürfen“, verkündete sie fröhlich und ich fragte mich, woher dies grade kam. Wenn ich es nicht besser gewusst hätte, hätte ich getippt, dass sie auch heute zu viel getrunken hatte, aber ihre plötzliche gute Laune wirkte echt und nicht gespielt. Sie schien das Leben leichter nehmen zu können als ich.

„Übrigens, sie werden viel zu lang. Du siehst aus wie dein Vater. Gefällt mir gar nicht“, beugte sie sich vor und griff nach meinen momentan wirklich länger gewordenen Haaren. Sie wickelte eine Strähne nachdenklich um einen ihrer Finger und musterte mich mit leicht schräg gelegtem Kopf.

„Ich soll sie schneiden?“, bot ich an und zuckte mit den Schultern.

„Ja, bitte… kurze Haare stehen dir viel besser“, murmelte sie selbstvergessen und grinste dann schelmisch. „Lass es mich machen. Den Twins schneide ich sie auch immer im Cottage“, lag ein gemeingefährliches Funkeln in ihren Augen und ich hatte kurz Sorge, ob ich am Schluss mit einer Glatze dastehen könnte.

„Woher kommt deine plötzliche Fröhlichkeit? Frech wie immer“, grummelte ich geschlagen und nickte zustimmend. Ich würde mich morgen wohl auf dieses Experiment einlassen, während ich sie genauso aufmerksam musterte wie sie mich. Langsam richtete sie sich auf mir auf und legte ihre Hände auf meine nackte Brust, bis sie aufrecht saß, dann zuckte sie bedächtig mit den Schultern, dabei musste ich zur Kenntnis nehmen, dass mein bestes Stück doch nicht ganz meine Gedanken teilte, da es sich durchaus zu regen begann, als sie sich auf mir bewegte.

„Keine Ahnung, ich will in dieser scheiß Zeit nicht traurig sein. Wir verlieren ständig jemanden, der uns etwas bedeutet“, brach es explosionsartig aus ihr hervor. „Ich habe nachgedacht, seitdem wir das letzte Mal gesprochen haben. Ich will aus meinem Leben das Beste zu machen. Ich weiß, nachdem Daphne fast bei Warrington als Frau gelandet wäre, wie schlimm es mich hätte treffen können. Versteh mich nicht falsch, ich will noch immer Blaise zurück, auch nach heute noch“, klang es zumindest in meinen Ohren, als müsste sie dies für sich selbst bekräftigen, „wobei ich ihn heute etwas weniger will als sonst, aber ich bin realistisch genug, zu sehen, dass er vielleicht nie mehr richtig frei für mich sein kann...“, erklärte sie traurig,  aber auch erstaunlich ruhig, dann seufzte sie tief und ich packte sie an ihren Hüften.

„Mittel zur Rache und zweite Wahl bin ich also“, tadelte ich gespielt verletzt.

„Pah, ich doch auch nur“, schlug sie mir vorgetäuscht beleidigt auf die Brust.

Wir blickten uns abwägend in die Augen und fingen dann unvermittelt zu lachen an. Ich verfiel richtig in ein erleichterndes Lachen und Astoria kletterte von mir herunter und kugelte sich vor mir in den Laken. Irgendwie war das befreiend. Ich konnte mich nicht mehr erinnern, wann ich das letzte Mal derart gelacht hatte, bis sich Lachtränen in meinen Augen bildeten und das tat erstaunlich gut!

„Draco, ich kann nicht mehr…“, japste Astoria schließlich völlig atemlos neben mir, während auch mein Lachanfall langsam abebbte und dieser schale Geschmack zurückblieb, der manchmal da war, wenn man lachte, aber nicht wirklich glücklich war.

„Was machen wir jetzt?“, fragte sie hicksend und da ich nicht sofort eine Antwort parat hatte, setzte ich mich auf und verließ das Bett.

„Du auch?“, fragte ich und ging unterdessen Richtung Bar. Sie nickte nur als Antwort.

Ich selbst brauchte doch noch mal einen Drink, wobei mir grade in den Sinn kam, dass Kaffee vielleicht eine bessere Idee gewesen wäre, da ich das Gefühl hatte, dass wir einen Wendepunkt erreicht hatten und auch Astoria an dem Punkt war, gewisse Dinge zu akzeptieren. Wir mussten eine Basis finden, um zusammen zu arbeiten, denn wenn mir eins heute klar geworden war, dann dass all unsere Alleingänge immer wieder zu Problemen führten. Seit unserem letzten Gespräch in meinen Räumen in Slytherin, bei dem Astoria eher unzugänglich gewirkt hatte, hatte auch sie offenbar nachgedacht und schien nun gesprächsbereit zu sein.

„Was willst du, Astoria? Denk genau darüber nach, was du nach diesem Abend und den letzten Wochen willst“, mahnte ich und ich war wirklich interessiert, was sie nun tun wollte, während ich mich neben ihr aufs Bett setzte und ihr ihren Drink reichte, den sie dankbar ergriff und hastig einen großen Schluck davon nahm.

„Scheiße…“, hustete sie und wischte sich über die Lippen. „Wäh… ich gewöhne mich nie an das Zeug!“, schüttelte sie sich und ich schalt mich, dass ich ihr das gegeben hatte, was ich sonst Hermione eingeschenkt hätte, aber dass dies Astoria war und eben nicht Hermione.

„Ich dachte, im Cottage hattest du mehr als genug, um dich daran zu gewöhnen…“, schüttelte ich grinsend den Kopf und klopfte ihr auf den Rücken, um meinen Fehler zu überspielen.

„Ja, aber das Muggelzeugs brennt nicht so… danke“, gab sie noch hustend zurück.

Mit einem Seufzen erinnerte ich mich nur zu gut an die Abende mit den Twins und Hermione, an denen wir uns fleißig durch allerlei Muggelwhiskeys getrunken hatten und musste grinsen, als ich daran dachte, was wir doch alle für einen Kater am nächsten Tag gehabt hatten. Irgendwie schien das so weit entfernt zu sein, in eine andere, in eine glücklichere Zeit zu gehören.

„Also, Astoria, sei ehrlich und rede mit mir. Was willst du?“, fragte ich noch mal und blickte dabei meine Verlobte mit aller Deutlichkeit an, die mit wild zerzausten Haaren, geröteten Wangen, leicht verrutschtem Top und vor Tatendrang funkelnden Augen vor mit saß.

Irgendwie waren an diesem Abend mehrere Barrieren zwischen uns gefallen, auch ohne dass wir Sex gehabt hatten und ich hatte das Gefühl, aus dieser neuen Vertrautheit und dem neu gewonnenen Vertrauen zwischen uns, konnten wir wirklich etwas machen.

„Was ich ganz egoistisch will, wenn ich alles außer Acht lasse, ist, diesen verdammten Ring loszuwerden“, sah sie mit einem Ausdruck auf ihren Ring, den auch Hermione ab und an sehen ließ. Irgendwie schienen sie solch eine Art der Verlobung als Gefängnis zu erleben, aber ich würde Astoria nicht daran hindern, sich selbst zu verwirklichen. „Und Blaise zurück haben, aber ich weiß nicht, ob ich ihm das von heute je verzeihen kann“, erklärte sie erst energisch, voller Energie, so wie ich sie kannte und mochte, doch dann wurde sie immer leiser und ruhiger.

„Gib Blaise nicht die Schuld an dem Vorfall. Veela sind hinterlistige, sehr machtvolle Biester und dass Wena so drauf war, war zum Teil meine Schuld“, versuchte ich Partei für meinen besten Freund zu ergreifen, doch Astoria schüttelte entschieden den Kopf.

„Nimm ihn nicht in Schutz. Wir wissen beide, dass Blaise sich immer auch nach anderen Frauen umgesehen und geflirtet hat“, wiegelte sie betrübt ab und da kamen Zweifel an ihrem Freund zum Vorschein, die sie schon länger in ihrer Beziehung mit sich herumtrug.

„Astoria“, ergriff ich ihre Hand und sah ihr tief in die Augen. „Du weißt aber auch genauso gut, dass dir Blaise ohne die Magie der Veela niemals untreu geworden wäre. Er mag geschaut und geflirtet haben, aber er hat keine andere angefasst!“, gab ich zu bedenken und überlegte, wie schizophren die Situation doch war, dass ich vor meiner Verlobten den Mann verteidigte, den sie liebte und mir damit eigentlich ins eigene Fleisch schnitt. Sah man es realistisch, selbst wenn wir den Ring loswurden, war es angesichts Vaters Todesdrohung Blaise gegenüber besser, Astoria ließe ihn hinter sich und wandte sich mir zu.

„Ich weiß“, seufzte sie grummelnd und senkte den Blick, dann atmete sie tief durch und sah mich wieder an. „Ich weiß, dass meine Wünsche wenig realistisch sind, daher versuche ich es noch mal“, erwartete sie eine Reaktion von mir.

Ich nickte nur und war gespannt, wie weit ihre Einsicht ging. Ich wusste, heute Abend waren die Karten mehrfach neu gemischt worden und ich würde zusehen, dass ich am Ende nicht als einsamer Verlierer zwischen Vater, Severus und Hermione da stand.

„Ich… ich muss dankbar sein, ich meine, ich hätte es weitaus schlechter treffen können als mit dir…“, begann sie stockend und ich konnte nicht anders, als sie zu unterbrechen. „Wie schmeichelhaft für mich!“, entkam es mir sarkastisch.

„Du wolltest Ehrlichkeit“, hob sie mahnend eine Hand und ich nickte nur zustimmend. Die Wahrheit konnte oft wehtun und war selten wirklich schön zu hören.

„Was will ich? Ich will noch nicht heiraten! Nicht nächstes Jahr und auch nicht, bevor ich meinen Abschluss habe. Ich will lernen, ich will leben und ich will mitkämpfen. Ich will nicht zurückbleiben, weil ich die Jüngste von uns bin. Ich werde und ich muss wohl dieser Verlobung eine Chance geben, auch wenn ich Harry noch immer am liebsten einen nie endenden Heuler dafür schicken will, dass er mir nicht geholfen hat und auch noch eine Mitgift für mich zahlt, obwohl ich mittlerweile verstehen kann, warum er das getan hat“, fasste sie mit Resignation zusammen und ich konnte ihre Gefühle nachvollziehen, schließlich ging es mir doch ähnlich. „Und ich will nicht in diesem Mausoleum leben, es ist gruselig hier... so finster, und ich mag deinen Vater nicht… und dass Snape die ganze Zeit rumlungert auch nicht. Er war schon immer so sonderbar, so dunkel und er treibt sich ständig in Ecken rum und beobachtet alles und jeden, das ist soooo... ich fühl mich unwohl“, bekannte sie wacker. „Ich verstehe nicht, wie es Hermione hier gefallen kann. Denkst du, sie mag das hier wirklich?", fragte sie betroffen und ich nickte. Hermione liebte es, hier zu sein, da konnte sie sagen was sie wollte und selbst ich fand es hier normalerweise nicht so schlimm, anders als augenscheinlich Astoria, aber das war mein Zuhause, ich war hier aufgewachsen, ich hatte mich hier bis vor Kurzem wohl gefühlt. Wobei ich unsicher war, ob das weiterhin der Fall sein würde, wenn sich diese neue Konstellation bewahrheiten sollte, die sich in meinen Gedanken manifestierte.

„Niemand wird hier wollen, dass ich sage, was ich denke, aber genau das will ich von dir, wenn ich mit dir rede… dann brauche ich Ehrlichkeit.“ Astoria nickte wie um sich selbst zu bestätigen und ich wollte schon antworten, doch sie hielt mich davon ab.

„Warte, ich bin noch nicht fertig. Ich bin nicht doof, Draco, und sehe durchaus, dass sowohl du als auch ich am Ende des Ganzen alleine dastehen könnten. Ich will das auch nicht“, traf sie meine Sorgen punktgenau auf den Kopf, doch sie hatte noch mehr zu sagen. „Ich, wir… wir haben so viele Geheimnisse, wie sollte ich jemand Außenstehendes finden, der all das versteht? Daphnes Tod, Lucien, Harry und so vieles mehr. Ich bin kein Mensch, der das vor seinem Partner immer verschweigen könnte. Sehen wir es mal realistisch. Blaise hat nun diese Wena an der Backe und das kommt deinem Vater ganz gelegen“, legte sie ziemlich nüchtern und schonungslos ihre Zukunft offen.

„Oh, ja“, murmelte ich zustimmend in meiner Wut. So eine Chance würde Vater sich niemals entgehen lassen.

„Was auch immer du mit dieser Wena hattest, was mich übrigens brennend interessiert, Hermione wird dir das kaum verzeihen, abgesehen davon sehen wir doch alle, wovor sie vehement die Augen verschließt. Sie hat Gefühle für deinen Vater und er für sie. Wir haben also eine denkbar ungünstige Ausgangslage. Ich will einen Verbündeten, einen Freund, einen Partner, auf den ich mich verlassen kann und du brauchst mich genauso“, verkündete sie sehr selbstsicher und ich kam nicht umhin, die Slytherin in ihr zu sehen und die gewitzte Schlange, die sie war. Ihre Überlegungen ähnelten erschreckend den meinen. Ich nickte bedächtig und hasste es, dass sie Recht hatte, aber bei ihren Worten erfasste mich das Gefühl, dass ich in meiner Familie der einzige war, der auf der Strecke bleiben würde und so fasste ich einen Entschluss.

„Deal!“, streckte ich ihr die Hand entgegen und erwiderte fest ihren irritierten Blick.

„Wie Deal?“, fragte sie verblüfft, während meine Hand noch in der Luft schwebte und sie diese gar nicht beachtete.

„Was du willst ist zum großen Teil machbar. Es wird Kompromisse geben, also, lass es uns angehen!“, bot ich erneut an und ließ meine Hand sinken.

„Welcher Teil?“, fragte sie zweifelnd und war über meine Spontanität verblüfft.

„Ich bin immer für Selbstverwirklichung, dem steht nichts im Weg, wir sind Malfoys“, gab ich unumwunden zu und sie blinzelte, während ich weitersprach, „und die Ehrlichkeit ist das Einfachste", grinste ich vergnügt.

„Du meinst das ernst?“, fragte sie noch mal und ruckte hoch, sofort wurde ich nach hinten geworfen und Astoria fiel mir freudig in die Arme, während unsere Gläser umflogen.

„Okay, okay, dann fangen wir gleich mal an mit der Ehrlichkeit. Was ist das mit dieser Wena?“, wirkte sie äußerst enthusiastisch, wie sie jetzt vor mir auf dem Bett kniete, mit den Händen auf den Oberschenkeln und ihren wirren Haaren. Dabei lag ein verschlagenes Grinsen auf ihren Zügen, sodass sie den Twins doch sehr ähnelte und ich mich genötigt sah, den Konsequenzen ins Antlitz zu blicken.

„Gut, dann komm aber wieder her“, lehnte ich mich gegen das Kopfteil des Bettes und klopfte neben mich. Sie krabbelte zu mir und kroch unter die Decke, bevor sie sich an mich lehnte und schweigend abwartete. Ich erzählte ihr alles, wirklich alles, was bei den Veela passiert war. Astoria lauschte dem Ganzen nahezu schweigend, verzog nur hin und wieder die Miene, oder gab einen Laut des Entsetzens oder der Überraschung von sich. Ich war froh, dass sie weder Nachfragte noch mich sonst wie unterbrach, bis ich geendet hatte.

„Wow, ich hoffe, du weißt, dass du da großen Scheiß gebaut hast, wenn das Blaise so gemacht hätte, würde ich ihn kastrieren!", resümierte sie. „Missbrauche mein Vertrauen niemals so wie du hier Hermiones missbrauchst hast“, warnte sie mich und ich schluckte. Wir waren weit davon entfernt, miteinander intim zu werden, aber sie hatte Recht und damit kam ich gerade nicht gut klar.

„Ich behaupte nicht, mich mit Ruhm bekleckert zu haben", presste ich daher knurrig heraus und sie stieß mich in die Seite.

„Du solltest zu ihr so offen und ehrlich sein", meinte sie jetzt vorwurfsvoll und ich stöhnte seufzend.

„So eine Scheiße!“

„Ja, da hast du recht“, stimmte sie umgehend zu und ich gab ihr einen Kuss auf den Schopf.

„Wir sollten schlafen, es ist spät“, entschied ich und Astoria gähnte zur Bestätigung und rutschte zurück auf ihr Kissen. „Schlaf gut.“

„Du auch“, erwiderte sie, während ich das Licht löschte und ich entschied, alles andere würde sich zeigen, wenn klar war, wie weit ihre Loyalität ging.

Dracos Sicht Ende

Lucius Sicht

Nachdem ich sie endlich ganz und gar besaß und vollständig als MEIN bezeichnen konnte, wusste ich, ich würde sie, dieses erlesene Wesen, nie mehr hergeben wollen!

Zu einem gewissen Schrecken hatte sich bestätigt, was ich mir bisher nicht eingestanden, aber geahnt hatte. Bei ihr war es völlig anders und ich wollte sogar, dass es bei ihr anders, einmalig und einzigartig war! Sie war süperb, exquisit und erlesen und wer nicht erkannte, wie besonders sie war, der war blind!

Bisher war ich ein ausschließlich materialistischer Mann, jedoch hatte sich dieses Gefühl der Besitzgier und Habsucht eher auf Besitztümer beschränkt, weshalb mich diese eifersüchtige Emotion wahrlich verunsicherte, denn es war mir ein Bedürfnis, sie zu besitzen und sie neidvoll zu hegen und zu pflegen. In mir keimten bisher unbekannte Regungen und so trug ich sie nach unserem Intermezzo vor dem Kamin hinfort.

Sie sollte mit zu mir kommen, das stand für mich fest, denn ich hatte keinen Zweifel daran gelassen, dass es für sie nur einen Platz gab, nämlich in dem Masterbedroom, in meinem Bett. Sie würde nie mehr alleine schlafen, egal wie wütend sie auf mich war, nicht hiernach.

Warum ich noch einmal auf dem Fell über sie hergefallen war?

Keine Ahnung, es war wie ein alles verzehrendes, aber vor allem irrationales Bedürfnis, sie zu spüren und nicht mehr herzugeben. Vielleicht war ich mir ihrer so unsicher, dass ich mich vergewissern musste, dass sie tatsächlich noch da war? Nachdem unser Eiertanz über Jahre hinweg gedauert hatte, war es immer noch unfassbar, dass es endlich passiert war und für mich war es außerordentlich gewesen.

Ich wusste nicht, wie gegenwärtig ihr war, dass es etwas Besonderes für mich war, sie in mein echtes Bett zu lassen. Narcissa hatte ich es in unserer Hochzeitsnacht nicht gewährt, in meinem Bett zu schlafen und auch meinen zahllosen Geliebten war es untersagt, es war nie mein Bett gewesen, in dem ich sie genommen hatte. Und erst recht nicht hier in Syon, aber egal wo, weder hier noch im Manor, in beiden hatte wenn bisher immer nur sie, das Biest, gelegen. Bei Hermione wollte und würde ich es gar nicht anders zulassen, oder sie gar entkommen lassen, oder sie weg schicken.

Das kam nicht in Frage!

Kurz warf ich einen Blick auf die wüste Lockenpracht, die auf meiner Brust lag, während sie sich von mir tragen ließ. Natürlich war mir nicht entgangen, dass sie bei unserem bisherigen Sex Schmerzen aufgrund des Fluches gehabt und gerade vor dem Kamin keinen Höhepunkt gefunden hatte, aber ich war so ausgehungert nach ihr, dass mir regelrecht die Sicherungen durchgebrannt waren. Keine Glanzleistung für mich und mehr als ungewöhnlich, dass ich mich derart profan gehen ließ, aber bei ihr war alles anders und ich würde es wieder gutmachen. Bei ihr hatte ich vor, so vieles völlig und grundlegend anders zu machen und so verwunderte es nicht, aber ich war auch jetzt zufrieden, sie nur auf Händen zu tragen, da sie ruhig atmend, schlafend, oder zumindest den Schlaf vorgebend in meinen Armen lag. Nach unserer mehr oder minder leidenschaftlichen und rohen Vereinigungen im Pool und vor dem Kamin, wollte ich ebenfalls nur noch ins Bett, um Kräfte zu sammeln.

Plötzlich erschien mir selbst Syon riesig groß, während ich den Weg schweigsam zurücklegte. Auch als ich sie in meinem großen Bett ablegte, kam kein Ton von ihr. Ich ahnte, dass Hermione viel zum Nachdenken hatte und wollte sie nicht stören oder gar eine Diskussion heraufbeschwören, weshalb ich wohlweislich schwieg.

Dieser Abend war für uns alle nicht ganz ohne Dramen gewesen und es würden noch weitere folgen.

Das Drama, das sich im Manor abgespielt hatte, war sicher noch nicht zu Ende, das war gewiss und es harrte unserer Ankunft entgegen. Auch Dracos Betrug ihr gegenüber würde noch Thema sein, genauso sicher, dass ich sie daran gehindert hatte, ihre Konkurrentin effektiv auseinanderzunehmen. Somit war ich mir ziemlich sicher, auch ich würde von ihr noch einiges zu hören bekommen, aber um ihr da den Wind aus den Segeln zu nehmen, hatte ich schon einen Plan, schließlich hatte ich nicht vor, dieses wertvolle Geschenk unserer Intimität zu verspielen.

Lucius Sicht Ende

Hermiones Sicht

Ich war wie benebelt und viel zu ausgelaugt, um mich darum zu scheren, was er vorhatte.

Somit hatte ich mich von ihm tragen lassen, wenig verwunderlich hatte er mich zu sich getragen, jedoch fiel dabei kein einziges Wort zwischen uns und ich war dann auch erstaunlich schnell in Lucius‘ Armen eingeschlafen. Es war paradox. Ich war so wütend auf ihn, aber auf der anderen Seite fühlte ich mich auch schrecklich erleichtert.

Diese beinahe unerträgliche Spannung schien zwar nicht völlig gewichen, aber ich fand, sie war nun ertragbar und nachdem ich so leicht eingeschlafen war, war ich bereit, mir einzugestehen, dass ich mich bei ihm sicher, wohl und entspannt fühlte und das trotz all meiner Wut. Bei all dem Wirrwarr, das in mir herrschte, war es seltsam beruhigend, seine starken Arme um mich zu spüren und wie er mich einfach nur fest an sich gepresst hielt. Diese Art bei ihm zu liegen hatte etwas Vertrautes, schließlich war es nicht das erste Mal, dass wir derart intim die Nacht teilten und da er wirklich keinen weiteren Versuch gemacht hatte, mir näher zu kommen, als mich zu umarmen, hatte ich schnell Ruhe finden können.

Ich war fix und fertig und ich gab es gerne zu. Der Abend war ganz einfach zu viel für mich gewesen. Das warme Wasser, in dem wir uns heute verausgabt hatten, würde mir schon helfen und wenn ich zurück im Manor war, würde ich eine meiner Salben benutzen und einen Trank schlucken und dann würden diese Schmerzen sicher schnell vergessen sein, wobei sie mich wahrlich nicht umbrachten! Sie waren unangenehm und erinnerten mich eher latent an die beschissene Situation, aber erst dann würde ich mich damit beschäftigen können, was ich aus dieser verfahrenen Situation machen konnte. Ich konnte lange kämpfen, mich prügeln oder Stunden lang recherchieren und mich beim Duell verausgaben, all das störte mich nicht weiter, erschöpfte mich nicht so sehr wie das Drama hier. Auch langer, eigentlich Kräfte zehrender Sex ließ mich nicht so matt werden, aber das Gefühlschaos, das ich auf dem Ball und danach durchlebt hatte, schaffte mich total und bescherte mir den Schlaf eines Toten. Seit ich ein Nekromant und dann ein SoulGatherer geworden war, bedeuteten Emotionen und Gefühle für mich eine enorme, kaum zu benennende Kraftanstrengung. Nur weil ich mir meist eine Regung versagen musste, um die Kontrolle zu behalten, bedeutete es nicht, dass ich keine Emotionen hatte! Das war ja die verdammte Krux an der ganzen Sache und aufgrund dessen machte es mich fertig, wenn ich innerlich aufgewühlt war, da ich nicht nur gegen meine Gefühle kämpfte, sondern auch noch immer gegen mein anderes Sein gewappnet sein musste.

Mein anderes Sein, das ständig darauf lauerte, die Vormacht an sich zu reißen!

Bei Wenas Feuerball-Attacke hatte mein anderes Dasein mehr und mehr die Führung übernommen und sich durch den Slide, den ich hingelegt hatte, für alle offenbart. Es war unwillentlich geschehen, aus einem Impuls heraus und das bescherte mir noch graue Haare.

Aber ich war weiterhin erfüllt von Gefühlen und ich wusste nicht so recht, was ich gerade fühlen sollte. Wut, oder Erleichterung auf Lucius, weil er es endlich geschafft hatte, mich dazu zu bringen, über meinen Schatten zu springen? Zorn wegen des Fluchs, den er mir aufgehalst hatte? Wut auf Severus, weil er es gewusst hatte und Lucius in die Hände gespielt, mein Vertrauen gebrochen hatte? Wut auf Draco, weil er mich betrogen hatte? Schmerz, weil Draco nach dem Debakel mit dem Zauberstab wieder mein Vertrauen gebrochen hatte? Enttäuschung, weil man mich davon abgehalten hatte, diese keine Schlampe von der Erde zu tilgen? Ich haderte mit mir und konnte mich nicht fangen. Dann war da noch Lucius, dessen Nähe so viel in mir auslöste und heute noch mehr ausgelöst hatte. Fast hatte ich das Gefühl gehabt, ihm so nahe zu sein würde all meine Synapsen überlasten. Es war kaum auszuhalten gewesen, seine nackte Haut auf meiner zu spüren.

Meine Katharsis sollte mich reinwaschen, selbst im Schlaf, aus dem ich immer mehr erwachte, sodass ich im Dämmerschlaf weiter nachdachte, bis ich mich bedrängt fühlte und aus meiner wohligen Ruhe gerissen wurde. Ich fühlte ihn, wie er sich begehrlich an mich presste und sich von hinten sachte an mir rieb. Anscheinend bekam er gar nicht genug und ich kam nicht dagegen an, aber da kitzelte ein spöttisches Lächeln meine Mundwinkel. Wenn er nicht er wäre und ich nicht ich, dann wäre es an sich wirklich süß und ich könnte mich geschmeichelt fühlen. Wenn es nicht so grausam wäre, dass er mich verflucht hatte, da ich schrecklich wund war und unten rum ein Gefühl verspürte, als wäre ich blau gehauen worden und mich das eben nicht vergessen ließ, was er verbrochen hatte. Somit entschied ich mich dafür, so zu tun als würde ich schlafen und mich durch nichts wecken zu lassen. Sollte er seine Geilheit an sich selbst ausleben.

Aber anders als Draco, der dann immer davon Abstand nahm, mich zu bedrängen, hielt es Lucius nicht davon ab, mich weiter zu berühren, mit seinen Fingerspitzen über meine Hüften zu fahren und tastend mit seinen Fingern meinen Schoß zu streicheln und aufgrund seiner mehr als geschickten und gekonnten Berührungen, zu meinem Leidwesen, meine eigene, lang unterdrückte Lust wieder aufleben zu lassen. Ich lag währenddessen noch immer gespielt schlummernd da und ließ es weiterhin passiv geschehen. Mittlerweile biss ich mir auf die Zunge, um keinen Ton von mir zu geben, während ich es über mich ergehen ließ und hoffte, dass er irgendwann davon ablassen würde. Doch ich hatte mich geirrt, aber diesmal war er gemächlich, fast träge, als er von hinten in mich glitt, doch das leise Seufzen von mir steigerte sich zu einem hissenden Zischen. Solch bescheuerte Flüche waren immer mit einem Haken versehen und er hatte gewusst, dass er mit dem Feuer spielte. Er war unmöglich. Sofort stoppte er und begann, meine Schulter beinah schon entschuldigend zu küssen und wartete ab, bis ich mich wieder entspannte. Erst nach einiger Zeit drang er extrem vorsichtig weiter vor.

„Schsch“, meinte er noch beschwichtigend und liebkoste mein Ohrläppchen, während ich mich entschied, einfach weiter zu ruhen, was er eindeutig als Aufforderung auffasste, weiterzumachen und so stieß er auf der Seite liegend rhythmisch in mich. Dabei hörte ich seinen rasselnden Atem und auch sein tiefes Grollen, als er leise in mir kam und ich nicht dagegen ankam, ebenfalls in einer Welle der Befriedigung in mein Kissen zu beißen. Er glitt nicht aus mir, sondern begrub mich mehr oder weniger unter sich und schaffte es, dass ich nach kurzer Zeit wieder wegdämmerte, da er einfach halb auf mir liegen blieb.

Nur langsam erwachte ich aus diesen Überlegungen und begann nun, auch körperlich wirklich aufzuwachen. Ich spürte, dass Lucius hinter mir ruhig atmete und wohl noch schlief, daher streckte ich mich vorsichtig, was ich jedoch sofort bereute. Ein stechender Schmerz durchzuckte meine total verspannten und überanstrengten Muskeln in meinem Unterleib, es pochte in mir wie verrückt. Ich war nach unserer erneuten Vereinigung mehr als wund. Es war eindeutig schlimmer als mein wirkliches erstes, erstes Mal.

Ich wollte am liebsten den Kopf im Kissen vergraben. Mittlerweile kannte ich die Magie und wusste, es gab nichts umsonst!

Somit war es nur natürlich, dass ich mir wie eine entjungferte Jungfer vorkam und mehr fühlte als damals bei Cedric, denn so war es bestimmt auch. Ich war enger als es sich gehörte, somit versuchte ich stur zu unterdrücken, dass ich leidlich aufstöhnte, schaffte dies jedoch nicht gänzlich. Im selben Moment spürte ich, wie Lucius mich enger an sich zog und vernahm von ihm ein tiefes, zufriedenes Brummen.

„Liebes“, durchbrach sein tiefes Timbre die Stille und ich erstarrte in seinen Armen. „Dass der Fluch solche Wirkungen hat, wusste ich nicht“, murmelte er und vergrub sein Gesicht in meinem Haar und ich seufzte leise auf.

„Bitte?“, echote ich und kam gegen das aufsteigende Lachen in mir nicht an.

„Was?“, ruckte er hoch und ragte hinter mir auf.

„Lucius, als hätte es dich davon abgehalten, ihn an mir anzuwenden“, entgegnete ich lachend und blickte ihn über meine Schulter hinweg an.

„Wenn ich jetzt leugne… würdest du mir glauben?“, fragte er leise, dabei blitzten seine grauen Augen abwägend zu mir und ich zog eine Braue hoch.

„Niemals“, lachte ich laut auf und vertrieb die Müdigkeit und den Schmerz aus mir.

„Die letzte Nacht wirst du nie vergessen!“, raunte er irgendwie zweideutig an meine Haut, dann begann er, meine nur spärlich bedeckten Schultern liebevoll zu küssen. Er schien einiges von seinem gestrigen Draufgängertum an mir abreagiert zu haben und schien nun nur noch zärtlich zu sein. „Es wird mit der Zeit besser werden und vergehen“, meinte er irgendwie hoffnungsvoll und ich befreite mich energisch aus seinem Griff und drehte mich vollständig um.

„Sag mir jetzt nicht, dass ich eingeritten gehöre, sonst würge ich dich“, entgegnete ich noch immer spöttisch, als er auflachte und ihn diese aufrichtige Erheiterung seine Maske ablegen ließ und ich blinzelte ihn an. Es war schön, ihn derart locker und leicht zu erleben und ich konnte seine äußerst zufrieden wirkende Miene ausmachen, als ich die Veränderung wahrnahm. Es war, als würde er lauern, um sich gleich auf mich zu stürzen und von vorne zu beginnen.

„Lass mich, Lucius!“, befahl ich hart und spürte bei jeder Bewegung mein geschundenes Inneres, verdammt, das war wirklich weit schlimmer als nach Cedric, da war nämlich gar nichts gewesen. Aber warum hatte Lucius mich auch gleich mehrmals nehmen müssen?

„Bleib…“, bat er, legte sich auf den Rücken und schob sich auf seine Unterarme, sodass ich seinen durchtrainierten Oberkörper betrachten konnte. Dabei war ihm das Laken auf die Beckenknochen gerutscht und verbargen den Rest seines nackten Körpers, während ich nun saß und nicht daran dachte, mich zu bedecken. Seine Blicke strichen unterdessen wie liebkosende Küsse über meine Gestalt und nur der Gedanke, dass es irgendwann vorbei wäre, hielt mich davon ab, Lucius die Drachenpocken an den Hals zu wünschen.

Er war an allem schuld! Man sollte nicht mit der Magie spielen, das hatte ich schon mehrfach schmerzlich erfahren und gelernt!

„Lucius, du wünschst dir mein Vertrauen und erzählst mir, ich bin für dich etwas Besonderes! Und dann tust du mir so was an? Was soll das? Bin ich dir nicht gut genug, so wie ich bin? Als Frau? Eine Frau mit Vergangenheit?“, brachte ich auf den Punkt, was mich schon die ganze Zeit störte.

„Unfug, Liebes… als würde mich das stören“, erklärte er wegwerfend, mit gelebter Arroganz, die einem Malfoy zu eigen war.

„Nein?“, zweifelte ich und er schüttelte sein Haupt, sodass seine langen weißen Haare über seine Brust strichen.

„Es geschah aus mehreren Gründen…“, parierte er sofort, schob sich mit der Hand die Haare zurück und ich selbst zupfte an meinem wüsten Haarschopf herum, während ich die Beine unter der Decke anwinkelte.

„Die da wären?“, forderte ich hart und er erwiderte meinen durchdringenden Blick.

„Zuerst Wut, dann Zorn, dann Rache, dann Eitelkeit und zum Schluss… irrwitziger Egoismus“, zählte er auf. Bei dem Eingeständnis wandte er nicht eine Sekunde seine Aufmerksamkeit von mir ab. „Aber auch die Genugtuung, dass ich mich von Draco unterscheide… ich musste Draco von dir tilgen… nur ihn…“, gab er widerwillig zu und verzog die Lippen zu einem dünnen, missbilligenden Strich und ich machte große Augen.

„Spinnst du?“, entfuhr es mir aufgebracht. „Deswegen hast du mir das angetan? Ich fühl mich wie eine Missbrauchte!“, beschwerte ich mich und versuchte, das aufwallende Gefühl zu unterdrücken, dass ich verstand, was er meinte. Es war keine Glanzleistung von uns beiden, dass wir Draco austauschten, aber mir deshalb den Fluch aufzuhalsen, das fand ich nicht fair.

„Das stimmt nicht, du solltest dich bitte nicht mit den Frauen des Gewölbes gleichsetzen!“, mahnte Lucius plötzlich sehr ernst und erinnerte mich in Zügen an Severus.

„Nein… du hast Recht, das wäre wohl vermessen“, gestand ich ihm unumwunden zu und fühlte mich schuldig, so etwas gesagt zu haben. Lucius‘ Leidenschaft mit der Vergewaltigung dieser Mädchen gleichzusetzen war unangebracht.

„Wenn ich gewusst hätte, dass der Fluch derartige Auswirkungen hat, dann wäre ich viel… bedachter vorgegangen…“, fing er trügerisch stockend an, bis ich ihn schlicht auslachte und er verstummte.

„Unfug! Du und rücksichtsvoll und zärtlich!“, unterbrach ich ihn wüst und grinste ihn verächtlich an. „Das ich nicht lache!“

„Verzeih!“, meinte er ernst und das ließ mein Lachen abrupt verstummen. „Aber ich gestehe, mir gingen die Nerven durch!“, setzte er in saloppem Tonfall hinten an und ich rang nach Atem.

„Dir? Dem Eisklotz persönlich!“, entwich es mir ungläubig. „Das glaub ich nicht!“, schüttelte ich vehement den Kopf und zog mich ein wenig zusammen, während er sich nun ebenfalls in eine sitzende Position begab und es sich mit einem Kissen an dem prächtig geschnitzten Rücken des Bettes bequem machte.

„Ich bitte dich! Stell dir vor, als ich dich dort vor mir hatte, nackt und willig, endlich!“, zeigte sich Lucius absolut aufrichtig und das überraschte mich ehrlich. „Da konnte ich nicht mehr! Aber wenn ich gewusst oder geahnt hätte… dann…“, meinte er eindringlich und ich verstand nicht, wen er zu überzeugen versuchte. Sich selbst oder mich?

„Dann hättest du es trotzdem getan!“, schnitt ich ihm das Wort ab und zuckte mit den nackten Schultern, während er mich stumm musterte und langsam seinen Kopf neigte.

„Jaaaa, in Ordnung!“, gab er wohl überlegt zu. „Ich bin kein guter Mensch und ja, ich hätte es getan! Aber ich wäre langsamer und geduldiger gewesen! Glaub mir, das hier sollte etwas Besonderes und Einmaliges für dich werden!“, entgegnete er weiterhin überzeugt und ich seufzte.

„Das fällt mir echt verdammt schwer!“, erklärte nun ich aufrichtig und dann wollte ich ihn ärgern, da er mir gerade bedeutete, ich sollte mich zu ihm an die Seite legen. „Und für mein erstes Mal war die Location wahrlich nicht sooooo einmalig wie du vielleicht denkst“, höhnte ich zum Ende gemeinhin und seine selbstgefällige Miene verrutschte ein wenig.

„Wie meinst du das?“, forderte er schärfer zu erfahren und ich strich mir eine lange Locke über die Schulter.

„Cedric“, sprach ich seinen Namen aus, einen Namen, den Lucius schon kannte, aber die näheren Umstände unserer Zusammenkunft kannte er nicht. „Mein wirklich Erster… hat es mit mir im Vertrauensschülerbad getrieben… also, wenn das mal keine Parallelen sind!“, spöttelte ich selbstgefällig. „So unvergesslich kann es von der Umgebung her schon nicht sein. So nach dem Motto: Gut, dass das 1. erste Mal und das 2. erste Mal beide am und im Pool waren, so kann ich mich leichter erinnern.“

Dabei ersparte er sich jeglichen Kommentar, sondern starrte mich nur mit diesen sturmgrauen Augen in Grund und Boden, während ich trocken schluckte und weiter sprach.

„Sei unbesorgt, du hast dich mehr verewigt als es Cedric je gekonnt hatte, oder auch hätte! Vergiss es…“, kam es von mir und ich richtete mich weiter auf und betrachtete das Gespräch als beendet.

„Na, ich habe dich sicher mehr gefordert als das Bürschchen, dem du zum ersten Mal deine Unschuld geschenkt hast!“, wisperte er selbstzufrieden und süffisant.

„Man sollte sich nicht mit einem Toten messen!“, ging mir mein Mund wegen seiner Art sich zu geben auf. „Du bist unerträglich… arrogant!“, mokierte ich mich und warf die Hände in die Luft.

Dass ich ihm zu meinem Leidwesen nicht widersprechen konnte, machte es nicht besser. Zu behaupten, dass Cedric mit Lucius hätte mithalten können, wäre lächerlich und eine Lüge gewesen. Aber wie gesagt, es würde den arroganten Kerl vor mir nur noch eingebildeter machen.

„Irrtum, das gefällt dir, Liebes!“, servierte er überzeugt und ich rollte mit den Augen, was er mit einem maliziösen Lächeln quittierte, das verlockend war, da sein aufreizender Blick bedeutungsvoll über mich glitt, bevor er wieder auf und mir tief in die Augen sah.

„Ich gehe duschen!“, entschied ich resolut, drehte mich zur Seite und schwang meine Beine vom Bett.

„Aber willst du wirklich schon aufstehen, Liebes?!“, lockte er mich süffisant grinsend, was ihn verwegen aussehen ließ. In dem Moment griff Lucius hart nach mir, packte mich an den Schultern und zog mich mit einem Ruck zurück aufs Bett.

„Hey… du bist unerträglich!“, fauchte ich, doch ich hatte damit gerechnet, dass er immer noch keine Ruhe geben würde, deshalb nützte ich den Schwung aus und schubste ihn meinerseits.

Wir rangen auf der riesigen Matratze über die Vorherrschaft und als ich es nach oben schaffte und er unter mir lag, gestattete ich mir ein Jubeln, das er unterband, indem er mich mit einer Drehung herumwirbelte, sodass ich dann unten lag und ich verkehrt herum zu ihm aufblickte. Dabei streiften seine Haare mein Gesicht, während er mit nacktem Oberkörper über mir aufragte.

„Hermione, das ist albern! Sag mir, was du denkst. Was du fühlst“, bestimmte er autoritär, worauf ich mich erneut aufrichtete, um ihn direkt ansehen zu können. Ich schob ihn von mir und er kam dem nach, ließ mir den Freiraum, den ich einforderte.

„Warum sollte ich?“, fragte ich mit erhobener Braue abwehrend und sehr wohl provozierend.

„Weil es sehr albern ist, nicht darüber zu reden“, stellte er kompromisslos fest.

„Nein!“, fauchte ich, denn ich wollte ganz sicher nicht.

„Soll ich dich zwingen?“, kam er mir mit auf einmal drohend kaltem Ausdruck in den Augen und viel zu samtiger Stimme näher, sodass ich unweigerlich nach hinten zurückweichen musste und ihn hart musterte.

„BLEIB!“, donnerte er dann plötzlich nachdrücklich los, wobei nicht nur Befehl in seiner Stimme mitschwang, sondern auch eine mir unbekannte Tonlage, die sich verdammt nach Verzweiflung wegen meiner Sturheit anhörte.

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Zuletzt von queenie am So Jul 09, 2017 8:18 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: 582. Wiedersehen macht Freude!   Di Jan 31, 2017 7:59 pm

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582. Kapitel Wiedersehen macht Freude!

Im nächsten Augenblick fuhr er sich aufstöhnend mit der Hand übers Gesicht und ließ von mir ab, so dass ich mich wieder aufrichten konnte. Er wirkte alles andere als glücklich, mich angefahren zu haben. Er war in einer so komischen Stimmung, dass ich es eine brillante Idee fand, zu schweigen. Er drehte sich soeben wortlos um und verschwand in den Weiten des Zimmers und kam dann bewaffnet mit zwei dickbäuchigen Schwenkern zurück, von denen er mir einen reichte, während ich ihn total perplex musterte.

Was war das denn gewesen? Erst regte er sich künstlich auf, stand kurz davor, mich zu verfluchen und mal wieder zu was auch immer zu zwingen und dann fuhr er von gleich auf jetzt alle Wut runter und zeigte sich so… ja, wie? Fürsorglich? Nein, zerstreut traf es recht gut. Ich war unsicher, was ich tun sollte.

„Es war wahrlich nicht meine Absicht, dass der Fluch aus dem Ruder läuft! Aber wir müssen reden, wir können nicht nur das Bett teilen und dann jeder unserer Wege gehen…“, entschied er; womit er recht hatte. Er erkannte, dass ich nicht bei ihm würde bleiben können. Die Pflicht rief und der Krieg ließ sich nur ab und an verdrängen, aber nicht komplett ausschließen. „Wenn es dir so viel bedeutet, bitte ich dich sogar darum!“, sprang Lucius über seinen extrem langen Schatten und bescherte mir einen Schock sondergleichen.

Ich spürte, wie ich den Boden unter den Füßen verlor und blickte ihn aus großen Augen fassungslos an. Was sollte das? Dieses Verhalten passte so gar nicht zu Lucius, zumindest nicht zu dem Mann, den ich kannte. Aber kannte ich ihn wirklich?

Lucius schien sich im letzten Jahr sehr verändert zu haben, auch nach dem was er mir in seinen Gedanken gezeigt hatte, aber ich wusste nicht, was davon real war und was er spielte. Langsam, aber sicher glaubte ich ihm und ich wusste nicht, warum, aber mein Widerstand bröckelte, da mir die Kraft versagte. Ich ließ mich zurück aufs Bett sinken, bettete meinen Kopf auf das Kopfkissen und blickte abwartend zu Lucius hinauf, auf dessen markantem Gesicht sich nun ein zufriedener Ausdruck zeigte, weil ich tat, was er wollte.

Ich blieb, weil ich es als sinnvoll erachtete und nippte an meinem Drink, als er sich neben mir niederließ. Umsichtig, ja ich würde sagen fast schon liebevoll zog er andächtig an der Decke, aber ich strich seine Hand weg, während ich auf seinen Rücken starrte. Aber die Scham, nackt vor ihm zu sein, hatte ich seit dem Gewölbe mit den Frauen längst verloren. Zu oft hatte er mich mittlerweile auch nackt gesehen und nach letzter Nacht war es selbstverständlich, dass dies auch mehr als albern gewesen wäre.

„Warum sträubst du dich noch immer gegen mich? Narcissa hätte ich nie geholfen, dir schon, also lass es zu. Fühl dich geehrt!“, lamentierte er herrisch, jedoch geradezu untypisch für ihn, da mit echter Emotion gespickt. Trotzdem achtete er aber sorgsam darauf, mir nicht sein Gesicht zu zeigen, sondern präsentierte mir seinen Rücken, über den seine langen weißen Haare fielen, während er sein Glas austrank. „Komm, komm zu mir!“, klopfte er wieder auffordernd aufs Bett neben sich und dann wandte er sich tatsächlich zu mir um.

Seine Miene war nun geradezu sanft und sein Ton fürsorglich, doch ich war auf der Hut. Wenn Lucius einem etwas Gutes tat, hatte das nie etwas Gutes zu bedeuten, jedoch ließ mich sein eindringlicher Blick schwanken. Da war etwas in seinem Ausdruck, das ich nicht benennen konnte, mir aber völlig unpassend bei Lucius erschien.

War es ehrliche Sorge?

„Was ich denke und fühle geht dich gar nichts an!“, fauchte ich zurück und wollte endlich aufstehen, um mich etwas zurückzuziehen und alleine zu sein. Ich musste nachdenken. „Das reicht… das wird zu viel!“, schimpfte ich etwas überfordert und wollte mein Negligee hinabziehen, doch er hielt meine Hand fest.

„Nicht, sei nicht albern!“, meinte er mit einem maliziösen Lächeln. „Wir müssen über alles reden“, forderte er mit einer Prise seines gewohnten Befehlstons.

„Vertrauen, reden? Ich will aber doch nur alleine sein“, meinte ich aufrichtig zerrissen und ließ das auch in meinem Ton durchklingen und so stellte ich meine Füße auf den Boden.

„Warum willst du fliehen, Liebes? Bin ich dir derart zuwider, was sonderbar wäre, wenn man bedenkt, dass wir es schon mehrfach getan haben?“, fragte er heiser und er wusste genau, was mich zurückhielt. „Und dass es dir gefallen hat, was ich getan habe, steht außer Frage. Wir sollten ehrlich zueinander sein“, raunte er verführerisch mit diesem wissenden Ausdruck in den verruchten, grauen Augen.

„Du hast mich verflucht!“, schimpfte ich daher vorwurfsvoll und drückte ihn an der Schulter weg, was er auch zu einem gewissen Grad zuließ. Ich fasste es immer noch nicht, dass sein Fluch an Banalität fast nicht zu überbieten war und nur seiner Eitelkeit frönte.

„Ja, das habe ich!“, gestand er sehr direkt ein, fuhr dann aber fort. „Und ich würde es wieder tun, weil du zu stur bist und das weißt du selbst und das ärgert dich, aber ich will offen sein. Was willst du denn jetzt tun? Willst du dich in Dracos Arme flüchten, der dich betrogen hat?“ Er versuchte, mich einzulullen und dieser Manipulator war verdammt gut. Ja, er hatte ja mit allem Recht, aber hören wollte ich das nicht.

„Ernsthaft, Lucius? Was Draco getan hat steht doch nicht zur Diskussion, denn wenn Wena nichts erzählt hätte, dann hättest du eben einen anderen Weg gefunden… um… mich…“, brach ich stockend ab und leckte mir über die geschwollenen Lippen.

„Dich zu bekommen, damit du endlich einsiehst, dass du zu mir gehörst“, warf er aufreizend ein und schenkte mir ein unerträglich überhebliches Lächeln, das ihm zu meinem Leidwesen ausgezeichnet stand.

„Du bist unerträglich… weißt du das?“, wollte ich mit einem Schnauben erfahren und er warf sein langes Haar zurück und lachte.

„Du möchtest es nicht anders haben“, servierte er distinguiert, trotz oder gerade wegen seiner nackten Pracht.

„Sei dir da mal nicht zu sicher“, murmelte ich mürrisch und drehte das halbleere Glas in meinen Händen und plötzlich hatte ich das drängende Bedürfnis, ehrlich zu ihm zu sein. Ich erhob mich, stellte mein Glas unter seinen wachsamen Blicken auf den Nachttisch und ging vor ihm auf die Knie.

„Hermione… was?“, kam es perplex von ihm, woraufhin ich mein Haupt schüttelte.

„Wenn du dasselbe mit Zorica machst, was Draco mit dieser Wena getan hat, dann… auch wenn ich weiß, dass du mal was mit Zorica hattest… dann gnaden dir die Götter, denn ich werde es nicht tun…“, stieß ich entschlossen aus, selbst aufrichtig erschrocken darüber, wie sehr mich das belastete und wie sich mein Herz bei dem Gedanken zusammenzog, dass ich erneut betrogen werden könnte. Aber was vergangen war blieb vergangen. Unsere vergangenen Taten machten uns zu dem, was wir heute waren, aber ihm sollte deutlich klar werden, dass sein zukünftiges Handeln nicht ohne Konsequenzen sein würde, zumindest nicht mit mir an seiner Seite.

„Drohst du mir? Zorica? Wena?“ Seine Augen lachten funkensprühend und ich wusste nicht, ob er mich nicht ernst nahm, oder ob er nur schrecklich gut unterhalten war, aber mit einem Mal konnte ich seinen Fluch besser verstehen als vorher. „Oder jeder Frau?“, lag eine zu hoffnungsvolle Note in seiner Frage. Er schien sich geschmeichelt zu fühlen.

„Lucius, ich weiß zwar nicht, wie du das kannst, aber ich teile nicht gerne, nie, mit niemandem… es gibt wenn nur mich!“, bescheinigte ich ernst und da ergriff er eine meiner Hände, hob sie sachte zu seinem Gesicht an und hauchte mir einen Handkuss auf.

„Jetzt zeigst du dein wahres Gesicht, mein Herz“, verkündete er erfreut über meine Besitzgier, die ich mir zum ersten Mal vollumfänglich eingestand.

„Lucius… du wolltest mich, jetzt hast du mich“, meinte ich mit endgültiger Überzeugung, da stand ich den Männern in nichts nach und schenkte ihm ein abwägendes Lächeln, das er über meine Hand hinweg erwiderte. „Fordere mich nie heraus. Ich bin, wie du sagtest, keine Narcissa“, warnte ich seidig.

„Merlin und Morgana bewahre“, stieß er aufrichtig geschockt klingend aus. Seine erste Frau schien ihm ein aufrichtiges Grauen gewesen zu sein, aber das Lächeln, das er mir schenkte, wirkte gefesselt.

„Lucius, wir werden gefährlich aneinander geraten wegen dieser Veela“, kam es mit einer erschreckenden Weitsicht von mir und ich unterdrückte die aufwallende Wut. „Du würdest doch nie zulassen, dass ich Zorica zerlege!“, konterte ich reichlich zynisch. „Du hast es nicht mal bei Wena zugelassen“, beschwerte ich mich, löste meine Hand aus seiner, erhob mich und ergriff meinen Drink, um das Glas in meiner Hand zu massakrieren.

„Schlichte Kosten-Nutzen-Rechnung“, entgegnete er absolut lapidar und nahm auflachend einen Schluck von seinem Drink und ich musterte ihn, bis es klick machte und ich langsam nickte.

„Weil Blaise so aus dem Weg ist, ich verstehe! Hätte ich Wena den Hals umgedreht, hättest du ihn nicht an sie verschachern und binden können“, warf ich ihm mit kühler Stimme vor und er legte sein markantes Antlitz taxierend schief und besah sich meinen nackten Körper, wie ich vor ihm stand.

„Was willst du hören?“, fragte er tonlos, ohne die geringste Bemühung zu unternehmen, um die Tatsache zu verschleiern, dass ich Recht hatte. „Aber wegen Zorica oder einer anderen…? Habe ich dich bei Narcissa behindert? Sollte dergleichen vorfallen“, legte er eine Kunstpause ein und hielt meinem durchdringenden Blick stand, „was ich arg bezweifle, da ich ihrer Magie gegenüber sehr immun bin… dann hättest du von meiner Seite freie Hand. Du solltest nur bedenken, sie ist die Anführerin, da würdest du dich schlussendlich mit dem Lord anlegen“, zuckte er absolut kalt mit den Schultern und blickte mich ernst an und ich musste erkennen, dass er es tatsächlich so meinte, wie er es sagte! Faszinierend skrupellos dieser Mann!

„Warum denkst du, wenn nicht ich es getan hätte, dass Draco dich nicht aufgehalten hätte?“, wollte er provozierend erfahren und fasste, nachdem er sein Glas auf den Boden gestellt hatte, nach meinen Hüften und zog mich zu sich, während er auf dem Bett sitzen blieb.

„Hm…!“, machte ich nur undeutlich und wusste nicht recht, was ich darauf erwidern sollte, denn jetzt Partei für Draco zu ergreifen kam mir nicht in den Sinn, erschien mir auch reichlich unsinnig.

„Du glaubst doch nicht wirklich, dass Draco die letzte Nacht alleine verbracht hat“, stichelte Lucius bösartig und ich lächelte an meinem Glas. Er war leicht zu durchschauen. „Er hat eine Verlobte, die er sich nehmen kann und die kleine Veela war ihm gegenüber trotz allem mehr als empfänglich…!“, pflanzte er mir unschöne Bilder in den Kopf.

Ich musste daran denken, wie ich Draco damals vor langer Zeit mit Alice, der Nutte, die zu der Zeit wie ich ausgesehen hatte, erwischt hatte, während sie ihm einen hatte blasen wollen, beziehungsweise dazu angesetzt hatte, es zu tun und dann hatte ich ganz plötzlich wieder diesen blöden Geier Wena vor Augen, wie sie sich auf dem Ball an Draco rangeschmissen hatte und die Galle stieg mir hoch. Mein Glas entglitt laut polternd meinen Fingern, als ich Lucius zurückdrängte und mich mit gespreizten Beinen auf seinen Schoß setzte, was er wohl als Eingeständnis ansah und loslegte. Seine Lippen trafen sofort wieder auf meine, seine Hände strichen gierig über meinen Leib und ich seufzte stöhnend in unseren Kuss. Zwischen zwei durchaus leidenschaftlichen Küssen, da ich doch nur halbherzig dabei war, hauchte er:

„Das gestern… das kann nicht all dein Verlangen befriedigt haben, zu lange musstest du dich enthalten“, stockte er atemlos, „und ich mich auch“, gab er aufrichtig zu und ich kicherte auf. „Lass mich etwas davon wieder gut machen!“ Er zeigte sich ungewohnt einfühlsam.

Während ich meinerseits meine Hände in seinen Haaren vergraben hatte und nun wieder seine Lippen suchte, wanderten seine Finger abwärts und streichelten mich sehr kunstvoll, womit er meine Lust auf ihn erneut zum Leben erweckte. Ich stöhnte schon bald lustvoll in unseren Kuss und spürte, dass sich Lucius‘ Lippen dabei zu einem zufriedenen Lächeln verzogen. Lucius und ich versanken gerade in der puren Leidenschaft, als plötzlich ein helles, sehr grelles Licht das Schlafgemach erleuchtete und uns kurz stocken ließ.

„Beweg deinen vornehmen und aristokratischen Hintern hier her, Lucius! Das ist wie im Kindergarten, du hast Gäste! Und ich bin nicht dein Haushofmarschall, echt nicht!“, zeterte der Patronus in Form der Abgottschlange mit Severus‘ tiefem Bariton drauf los und ich erstarrte in meiner Bewegung, genau wie Lucius. Ich konnte nicht verhindern, wegen Severus‘ Ton und Art, in der er ungestraft mit Lucius sprechen konnte, kurz zu kichern.

„Später!“, knurrte Lucius nur lapidar, bevor er meinen Kopf zur Seite zog und zärtlich in meinen Nacken biss, dabei ließ er sich nicht weiter in seinem Tun stören und befriedigte uns und ich schob alles andere erst mal weit von mir.

Nach einer erholsamen, aber auch feuchtfröhlichen Dusche war die Zeit gekommen, dass wir uns anzogen und zusammen im Frühstücksraum ein Essen zu uns nahmen. Ich wusste nicht, wie es Lucius ging, aber ich hatte einen Bärenhunger und genoss das köstliche Mahl. Wir saßen uns gegenüber und mein Blick schweifte über die üppigen mit Schnee bestäubten Gärten von Syon, dabei erinnerte ich mich auf einmal an Severus‘ Stimme und ich fühlte mich plötzlich so ungewohnt unsicher, dass es mir den Appetit verschlug und ich mein Besteck ablegte.

Denn was bedeutete es nun für uns, für Severus und mich, dass ich mit Lucius geschlafen hatte? Und Draco… hatte ich mit ihm schon abgeschlossen? Nein, aber es war nicht die rechte Zeit, um mir Gedanken über unsere Beziehung zu machen, denn Draco stand ohnehin auf einem ganz anderen Blatt, um das ich mich ein anderes Mal kümmern würde. Derzeit war ich noch viel zu sauer auf ihn, um mich darum zu kümmern, ob und falls ja, wie es mit uns weitergehen würde.

Anders verhielt es sich mit Severus, auf den ich zwar auch sauer war, aber uns verband mittlerweile so viel mehr als nur eine sexuelle Beziehung. Ich trug nicht nur sein Zeichen und war die Herrin in Prince House, sondern ich war auch seine Partnerin! Zumindest sah ich das so und anders als bei Draco hatte er noch keinen betrügerischen Verrat an mir begangen. Was würde nun diese neue Situation daran ändern? Lucius entging meine Gedankenverlorenheit natürlich nicht und plötzlich schlug seine Hand hart auf den Tisch und meine Aufmerksamkeit ruckte zu ihm. Seine Miene verkündete, dass er Antworten wollte, aber er zu vornehm war, zu fragen.

„Dieser Fluch… wenn wir uns vertrauen wollen… muss ich das wissen…“, stockte ich immer wieder und spielte mit meiner Stoffservierte. Auffordernd sah er mich an.

„Dann frag“, nickte er huldvoll und griff nach seiner Kaffeetasse.

„Bedeutete… der Fluch…“, brach ich erregt ab. „Jeder hätte ihn brechen können?“, verlangte ich zu erfahren und fühlte eine Anspannung in mir aufsteigen.

„Ja“, kam es unumwunden von ihm. „Vielleicht wäre bei jedem anderen der Schmerz noch größer gewesen, aber ja, theoretisch hätte es jeder andere sein können…“, zeigte Lucius keine Regung, egal ob Reue oder Zufriedenheit, während ich den Kopf schüttelte und nochmal erlebte, was Severus seit Halloween alles getan hatte und doch auch wieder nicht. „Denke ich zumindest…“, schob er überheblich in seinem Unwissen hinterher.

„Wie, denken?“, stieß ich forsch aus und starrte ihn bodenlos entsetzt an. „Ich meine die Unwägbarkeiten der Magie. Bei anderen hätten die Schmerzen halt schlimmer sein können und du hast mich gebissen, du weißt, wie mächtig Blut ist. Das hätte mich zur ‚besten’ wenn auch nicht zur einzigen Wahl gemacht“, sprach er eine Tatsache aus und sofort wägte ich ab.

„Wow… und ich habe mich daran gehalten?“, stieß ich abgrundtief verärgert aus. Schlussendlich waren alle meine Bettgefährten blutsverwandt.

„Wofür ich unendlich dankbar bin“, meinte er mit erleichterter Süffisanz, die in einem zufriedenen Ausdruck im Gesicht gipfelte und ihm eine schalkhafte Jugendlichkeit verlieh, die wehtat.

Ich stellte mir indes lebhaft vor, wie der Fluch auch von Severus jederzeit gebrochen hätte werden können, indem er mit mir schlief. Ich hatte angekommen, es würde etwas Furchtbares passieren, aber nicht etwas derart Banales. Ich hatte Lucius entweder eindeutig über- oder unterschätzt. Das war wahrlich schwer zu sagen, aber dass sich auch Severus an dieses erzwungene Zölibat gehalten hatte, wobei es eigentlich nicht nötig und nur eine Gefälligkeit gewesen war, machte mich sprachlos.

„Hermione?!“, war meine Name eine Frage und eine Anrufung in einem und ich war skeptisch, als sich mein Blick zu ihm wandte.

„Lucius“, war ich sofort auf der Hut.

„Ich sagte, ich würde nicht nur dich beschützen“, stoppte er kurz und legte die hohe Stirn in Falten. Er musterte mich durchdringend, da er annehmen konnte, wie schwer ich mir tat, ihm hierbei zu glauben. „Ich weiß, dass du nach dem Fluch und unseren ganzen mannigfaltigen Differenzen an meiner Redlichkeit zweifelst, aber ich möchte dir einen Beweis meines guten Willens offerieren“, meinte er schrecklich aufspielend und ich rollte mit den Augen.

„Musst du immer so hochgestochen reden?“, fragte ich provokant und handelte mir einen scharfen Blick aus schiefergrauen Augen ein.

„Hermione“, tadelte er akzentuiert und schüttelte distinguiert den Kopf, während er mit einem übertriebenen Seufzen eine Akte hervorzauberte, die das hochoffizielle Wappen des Ministry of Magic, ein dickes fettes „M“ auf der Vorderseite trug. Dabei wurden die Schenkel des M`s von je einer Waagschale gehalten und versprachen Gerechtigkeit, was mir wie Hohn erschien

Wow, eine Akte, das Ministerium, was wollte mir Lucius sagen?

Wobei eine Akte vom Ministerium nie Gutes versprach, das konnte ich nur denken und runzelte die Stirn, indes er mir die Akte abwartend hinhielt und ich mich nicht entscheiden konnte, zuzugreifen.

„Du darfst nun danke sagen“, verkündete er unerträglich eingebildet, was ich wiederholt augenrollend überging und mir die Unterlagen schnappte und aufschlug. Meine Augen huschten eilig über das Papier.

„Was?“, stieß ich erschrocken aus, nachdem ich die ersten Seiten immer hektischer durchgeblättert hatte. „Wie hast du die bekommen, gefunden… das…“, ratterte es in mir, während mein Blut in Wallungen geriet.

„Ich habe gute Kontakte“, verkündete er versnobt und ragte hoch vor mir auf.

„Ach, raus mit der Wahrheit, wie hast du das gemacht?“, forderte ich wegwerfend und er stieß ein leises Lachen aus, das mir eine wohlige Gänsehaut bescherte.

„Nun…“, begann er mir für seine Verhältnisse unerwartet freizügig die Umstände zu erläutern.

Von Mrs. Edgecombe und ihrem Wunsch, wie er zu Percy Weasley gegangen war, der zu meinem Entsetzen mittlerweile verheiratet war. Wie er auf dem Ball die Akte erhalten und Draco Cormac als Kandidaten ins Spiel gebracht hatte. Dass sie dann Marietta und Cormac ins Billardzimmer verfrachtet hatten, um sich zu verloben. Diese Offenbarungen raubten mir den Atem und Dankbarkeit erfüllte mich. Ohne Lucius wäre es für viele von uns brandgefährlich geworden. Plötzlich verstand ich die Konstellationen von einigen Personen besser, wenngleich ich sprachlos war, wie offen, detailliert und redefreudig Lucius gerade war. War er so zu Severus immer? Beziehungsweise, hatte sich zwischen uns so viel verändert, dass er mich nun auch wirklich anders behandelte?

Legte er wirklich sein Netz auch über meine Freunde, um sie mehr oder weniger zu schützen? Wie sonst ließe sich diese Akte sonst erklären?

„Danke“, unterbrach ich seinen Redefluss atemlos und er stoppte abrupt und musterte mich eindringlich. „Dass… dass du Harry und Lucien schützt bedeutet mir unheimlich viel“, gestand ich schweren Herzens und schlug die Akte zu, zog meinen Zauberstab und ließ sie in Flammen aufgehen. Ich stand in seiner Schuld, so unendlich tief, dass es beinah körperlich wehtat.

„Ich weiß“, meinte er nur leise, während wir stumm verfolgten, wie sich das Papier wellte, sich die Ecken zusammenzogen und verkohlten, bis nichts als Asche auf meinem Teller zurückblieb und ich tief Luft holte. Das war entsetzlich knapp gewesen und ohne Lucius‘ Intrigen, Manipulationen, Kontakte und Möglichkeiten wären wir aufgeflogen.

Plötzlich begannen meine Hände zu zittern.

Was tat Lucius mit mir? Ich war bisher felsenfest davon überzeugt gewesen, dass wenn er seinen Spaß mit mir gehabt hatte, ich für ihn uninteressant werden würde, nur deutete nichts darauf hin, vor allem da mich der Ausdruck seiner grauen Augen seit heute Morgen eigentlich mehr verunsicherte als sonst etwas.

Er sah mich immer so ruhig, entschieden und eindringlich an, dass mir die Worte im Hals stecken blieben. Er wirkte so geerdet und bestimmt wie ich ihn schon lange nicht mehr erlebt hatte. Weg schienen seine kontrollierte, eisige Wut oder sein kalter Zorn und geblieben war ein nicht weniger gefährlicher Mann, der aber deutlich ausgeglichener und mit sich im Reinen erschien als ich ihn bisher jemals gekannt hatte und dem ich in meiner momentan Verfassung nichts entgegenzusetzen hatte.

Bisher kannte ich den Mann als unbarmherzigen Jäger, der es liebte, mich durch die Weltgeschichte zu hetzen, während ich vor ihm floh. Ihm machte dieser Nervenkitzel, seine Beute zu stellen, am meisten Spaß, dabei trieb mich immer die Frage, ob er überhaupt solches Interesse an mir entwickelt hätte, wenn ich ihn ganz zu Beginn unserer Beziehung ran gelassen hätte. Unter dem Baum bei unserem ersten Ball zum Beispiel. Wäre dann sein Interesse an mir verflogen? Ich hatte das Gefühl, er wollte mich vor allem deshalb, weil er mich bisher nicht hatte haben können. Würde er wirklich mich haben wollen, für lange Zeit? Für immer und ewig?

„Was denkst du?“, fragte er auf einmal hörbar interessiert und legte seine große, elegante und starke Hand auf meine. „Ich möchte die Wahrheit, vor allem nach meinem Geschenk“, forderte er mit der ihm innewohnenden herrischen Autorität und ich raffte mich auf und formulierte meine Gedanken über ihn, während ein sichtbar überlegenes Lächeln auf seine aristokratischen Züge trat, während ich um Worte rang.

„Denkst du das hat Zukunft?“, fragte ich heiser und er zog seine so helle Braue hoch „Das zwischen uns?“

„Sorge, dass ich das Interesse verliere? Oder… war das deine Hoffnung?“, zweifelte er an meinen Überlegungen und ich blies empört die Wangen auf, als er mir zuvorkam und weitersprach: „Was immer du über mich denkst, meine Frau gehört nur mir… ich warne dich… schlag dir andere aus dem Kopf." Lucius drohte mir auf einmal schamlos besitzergreifend und ich runzelte widerwillig die Stirn.

„Was...?“, fragte ich perplex und reichlich eloquent, wobei sich sofort Lucius‘ Augenbrauen zusammenzogen.

„Hermione, du bist und warst einzigartig“, klang er entschieden. „Deine Begabung ist riesig, du bist mir sofort aufgefallen und ich möchte anmerken, dass ich deine Befürchtungen, oder Gedanken nicht teile. Du verstehst es, Severus seit Jahren zu fesseln. Das ist bisher noch keiner gelungen“, sprach er freimütig und ich dachte nach, da er trefflich erkannte, dass ich mir Vorwarf, nicht eher auf seine Avancen eingegangen zu sein, um ihn loszuwerden, aber ich kam nicht dagegen an, mich von seinen Aussagen geschmeichelt zu fühlen.

„Severus…“, bekannte ich recht erschrocken und ballte die Hände zu Fäusten. „Was ist mit Severus?“, forschte ich nach. Bisher hatte ich jeden Gedanken an ihn ziemlich erfolgreich verdrängt.

„Musst du von ihm anfangen?“, seufzte er tief und tupfte sich affektiert die Mundwinkel mit seiner Serviette und warf sie verächtlich auf den Tisch. „Jetzt?“, jammerte er tatsächlich akzentuiert und stöhnte leidlich, während er nach meiner Hand griff und sie zu seinem Mund führte, um sein Gesicht über meinen Handrücken zu beugen und einen sanften Kuss darauf zu hauchen.

Aber er sah danach nicht auf, sondern schmiegte seine Wange an den Handrücken und ich stieß sehr atemlos hervor: „Du ... du kannst ihn mir nicht wegnehmen... Ich... ich brauche ihn!“

Ich konnte mir beim besten Willen ein Leben ohne Severus nicht vorstellen. Er hatte sich in mein Leben gebrannt, genauso wie in meine Haut. Dann vernahm ich ein tiefes Brummen von ihm. Das Thema schien ihm wahrlich nicht zu behagen, aber er weigerte sich weiterhin, mich anzusehen, führte nun wieder seine Lippen an meine Haut und ich sog scharf die Luft ein, während sein Gesicht von seinen langen, fast weißen Haaren verborgen wurde.

„Severus ist ein ganz eigenes Thema! Aber ich bin verwundert, schließlich dachte ich, du bist ihm böse!", flüsterte er, um dann sofort wieder seine Lippen auf meine Haut zu legen und ich schloss seufzend die Augen und atmete tief ein, um mich wieder zu fassen und ballte meine Finger um seine Hand, die meine hielt.

„Lucius, das… das ist kein Spaß! Ich will ihn nicht verlieren! Ich kann ihn nicht verlieren… auch wenn ich Streit mit ihm habe… haben werde… bedeutet das nicht, dass ich auf ihn verzichten könnte… oder möchte…“, rang ich mir ab einzugestehen. Das sorgte dafür, dass er hoch ruckte und mir nun erstaunlich entschlossen, aber auch fest ins Antlitz sah und ich in der ersten Sekunde nicht wusste, ob ich die Büchse der Pandora geöffnet hatte.

„In Ordnung, lass uns über Severus reden!“, fing er resolut an und seine kompromisslose Stimme jagte mir Schauer über den Rücken. „Ich sag dir jetzt einmalig etwas, aber nur einmal!“, drohte er mit erhobenem Zeigefinger und ich nickte vorsichtig. „Hörst du, danach nie wieder...“, legte er eine Kunstpause ein, sodass mir die Dringlichkeit zu Bewusstsein kam und ich ruckte nun selbst höher, wenngleich er noch immer meine Hand nicht losließ.

„Gut“, stieß er seufzend aus, nahm aber nicht den Blick von meinem Gesicht. „Auch ich brauche ihn! Ja, auch ich…“, gestand er widerwillig flüsternd und mir ging mein Mund vor Staunen auf aufgrund diesen doch sehr intimen Eingeständnisses, aber Lucius war noch nicht fertig. „Und auch ich will ihn nicht verlieren…“, resümierte er zu meinem beginnenden Entsetzen aufrichtig.

Was war passiert, dass Lucius auf einmal Tacheles sprach? Da löste er sich nun von meiner Hand, lehnte sich in seinem Stuhl zurück, und als ich mich räusperte, schüttelte er den Kopf. Anscheinend war er noch nicht fertig und ich wartete ungeduldig, bevor er die Worte fand, die er in sich suchte.

„Würde ich dich ihm wegnehmen, könnte das passieren…“, sprach er eine Tatsache aus und ich nickte, da ich ihm hier recht gab. „Da das aber nicht passieren, und nie sein wird, ist es gegenstandslos und einer Diskussion unwürdig!“, schob er meine bisherigen Bedenken mit seiner lapidar klingenden Erklärung einfach von sich. Dabei hörte er sich vollkommen ernsthaft an und mir ging der Mund auf. Meine Maske verrutschte total aufgrund dieser Offenbarung und meine Hände begannen zu zittern.

„Warum siehst du mich so erschüttert an, Liebes!?“, fragte er tatsächlich überrascht, als ob er mir nicht gerade die Offenbarung seines Lebens geliefert hätte.

Lucius Malfoy bedeutete auf der Welt doch etwas und das war Severus Snape!

Hermiones Sicht Ende

Severus Sicht

Ignoriert!

Ich fühlte mich ignoriert und das Schlimmste war, ich wusste, warum sie das taten, beziehungsweise was sie lieber trieben als mich zu beachten!

Nur mit Mühe hielt ich mich davon ab, ihnen einen weiteren Patronus auf den Hals zu hetzen und das nächst Schlimmste war, ich musste eigentlich nach Hogwarts!

Na gut, ich wollte zurück nach Hogwarts, das einzig Gute war, dass Ferien waren und das Schloss nur von wenigen Schülern belagert war, im Gegensatz zum Irrenhaus hier. Ich wollte weg!

Die Stimmung im Manor war unnennbar schlecht, während ich im Morning Room residierte und mir seit einer Stunde die Veela gegenübersaßen und mir dabei zusahen, wie ich den Tagespropheten studierte und versuchte, die Gäste auszublenden.

Die Gäste, die ebenfalls versuchten, sich nicht anzusehen. Schließlich vernahmen wir nach einer Ewigkeit Geräusche und in mir keimte Hoffnung, dass endlich Lucius seiner Pflicht nachkommen würde und eben nicht nur seinem Vergnügen.

„Draco“, begrüßte ich mit einer Spur Enttäuschung meinen Patensohn, der mit eiskalter Miene unsere Gäste maß, sichtbar wenig begeistert, dass sie die Nacht im Manor verbracht hatten und er sah sich nicht genötigt, sein Missfallen zu verbergen.

„Severus…“, begrüßte er mich höflich und nickte relativ unhöflich zu Zorica, während er Wena, die gepeinigt über diesen eiskalten Empfang die Augen schloss, völlig überging. „Nun komm schon“, bewegten sich Dracos Lippen kaum bei dem Befehl und mit einer gewissen Verwunderung nahm ich wahr, wie Astoria Greengrass hinter Draco auftauchte und uns allen einen giftigen Blick zuwarf, dabei lag ihr Augenmerk eindeutig auf der jungen Veela.

Na bravo, der Tag oder besser der Mittag konnte doch gar nicht besser beginnen als mit der Fortführung der komödiantischen Tragikomödie und wenn ich es geschickt anstellte, wäre ich der Souffleur des Stücks.

„So nehmt doch bitte Platz“, bedeutete ich ihnen mit einer Geste zur langen Tafel hin, die Platz genug bot, sodass jeder von uns daran unbesorgt untergehen konnte. Die Abstände dürften reichen, dass sie sich alle nicht sofort umbrachten und vielleicht gnädig genug waren, damit so lange zu warten, bis der noble und arg beschäftigte Hausherr uns wieder mit seiner begehrten Anwesenheit beehrte.

Severus Sicht Ende

Lucius Sicht

„Ahhh, Severus, Draco, Astoria… verehrte Gäste…“, rauschte ich mit Elan in den Morning Room, wenngleich die frühmorgendliche Zeit längst vorbei war.

Ich drehte mich leicht, da ich Hermione zu meiner Verwunderung nicht neben mir, sondern hinter mir an der Tür des Zimmers ausmachen konnte. Sie entzog sich mir, sie entzog sich uns auf mannigfaltige Weise, nachdem ich sie in ihren Grundfesten erschüttert hatte, aber das war es wert gewesen und sie hatte es nicht erwartet, dass ich schonungslos offen zu ihr sein würde.

Es tat gut, sie überraschen zu können, da ich mich selbst gerade ständig überraschte, unter Anbetracht, dass ich die Beute erlegt hatte, aber jederzeit bereit war, sie wieder zu jagen. Das versprach das wahre Leben an Hermiones Seite. Sie würde sich mir nie völlig unterordnen, sie würde noch immer ihr eigenes Leben verleben wollen. Bei ihr wäre das Leben ein ständiger Kampf, im Guten wie im Schlechten, und ich fühlte mich gefordert wie selten, jetzt noch mehr, irgendwie. Das war das Sonderbare, was mich noch mehr faszinierte und fesselte als vorher schon. Ich würde ihr ständig hinterher jagen müssen, wenn ich mit ihr Schritt halten wollte.

Aber gerade wandte sie sich ab und hielt sich im Hintergrund, während mir der ängstliche Blick der jungen Veela auffiel, die Hermione furchtsam musterte und ihre Hand zu ihrem blutunterlaufenen Hals wanderte. Interessant, diese illustre Gästeschar. Meine Gäste waren mir zwar nicht egal, aber nicht wichtig genug, dass sie mich von Hermione hätten fernhalten können. Während Zorica und ihre Nichte bei uns geblieben waren, hatte Severus geschickt das Ruder übernommen und Ruhe in die aufgescheuchte Masse gebracht, wenn man sich die Versammlung rund um den Tisch herum ansah.

Die Stimmung war fabulös schlecht, aber nichts kam gegen mein bravouröses Wohlbefinden an!

Unterdessen glitt mein Blick zu der jungen Veela, zu Wena, die gestern für so viel Aufruhr gesorgt hatte. Ihr Anblick erheiterte mich, denn sie sah scheußlich aus. Ihre Lippe war eingerissen, ein Auge blau und rot zugeschwollen. An einer Stelle im Pony fehlte offensichtlich ein Büschel ihrer langen, hellblonden Haare und die Knöchel ihrer Hand, mit der sie sich kühlend einen Eisbeutel unter das Auge hielt, waren aufgeplatzt. Außerdem zeigten sich Hermiones Fingerabdrücke an ihrem Hals ziemlich deutlich, wo sie versucht hatte, sie zu erwürgen. Ja, es hätte nicht viel gefehlt und Hermione hätte ihr den Gar ausgemacht. Irgendwie hatte sich niemand die Mühe gemacht, die Veela zu heilen.

Was ich bei dem Gedanken empfand? Stolz, dass sie so stark war, aber auch irgendwo tief in mir drin einen schmerzenden Stich, weil die Heftigkeit ihrer Reaktion nur zu deutlich zeigte, wie viel ihr offenbar noch an Draco, den ich wohlweislich nicht beachtete, lag. Schließlich fing ich Severus‘ Blick ein, mit dem er mit mir über die anderen hinweg kommunizierte. Er zeigte mir offen, wie genervt er war, wie es nach dem Spektakel auf dem Ball und unserem abrupten Abgang weitergegangen war und dem wir uns geschickt entzogen hatte und es ärgerte ihn maßlos, dass er hatte bleiben müssen, um mich zu vertreten. Ein Umstand, der ihm sicherlich mehr als sauer aufstieß, aber er würde es überleben!

„Du entschuldigst, Zorica…!“, begann ich formvollendet höflich mit einer angedeuteten Verbeugung zu ihr hin, während ich Hermione hinter mir mehr als abfällig schnauben hörte und Zorica mich, erfreut mich zu sehen, unterbrach.

„Ach, was Lucius“, flötete sie vertraulich und deutete auffordernd direkt auf den Platz neben sich. „Die jungen Leute haben so viel Temperament. Was will man erwarten und ich kann deine Verlobte durchaus verstehen!“, erwidert sie gespielt jovial in ihrer Abwertung, während ich zurücksah und gerade bemerkte, dass Hermiones Augen weiß vor Wut aufblitzten, während ich mit meiner ehemaligen Geliebten sprach. Zwar hätte es niemand gesehen, der sie nicht kannte, da sie sich sofort wieder unter Kontrolle hatte, aber sie kochte vor Zorn.

Ich nahm elegant an der Stirnseite Platz und überging Zoricas Angebot. Man sollte Hermione nicht maßlos reizen, währenddessen ließ ich kurz meinen überheblichen Blick über alle schweifen, da sich eine angespannte Situation aufbaute. Sie alle warteten, ob ich Kritik üben würde, oder wen ich in seine Schranken weisen würde. Die Luft war regelrecht erfüllt vor knisternder Spannung.

„Oh nein, Zorica“, gab ich süßlich mit einer Prise Zynismus von mir. „Ich meinte lediglich, dass ich euch warten ließ!“, schenkte ich sofort scharf ein, dass die gestrige Aktion nicht zur Disposition stand.

Ich stellte damit richtig, dass ich hinter Hermione stand, denn Zorica hatte versucht, sich über die „jungen Leute“ und speziell über meine Verlobte lustig zu machen. Etwas, worauf Hermione für mich mehr als offensichtlich allergisch reagierte, aber nachdem ich Zorica derart ironisch in die Parade fuhr entspannte sich mein kleines Biest wieder. Das Biest, das sich mir offenbart hatte in ihrer nicht eifersüchtigen Art und klar gemacht hatte, dass sie uns in nichts nachstand, was Besitzgier und Habsucht anging. Gerade nachdem ich sie erobert hatte, hatte ich weder Lust noch Muße, mir ihren Zorn zuzuziehen, schon gar nicht wegen Zorica. Hermiones Einschätzung war falsch. Wir würden nicht wegen der Veela aneinandergeraten, da ich mich auf ihre Seite schlagen würde, wenn ich wählen müsste. Wie es auf die anderen wirkte? Da machte ich mir keine Illusionen. Draco und Severus wüssten, was es bedeutete, wie ich mich gerade verhielt und würden dessen Stellenwert nicht zu gering einschätzen können.

„Es gibt viel zu klären“, begann ich hochtrabend und schlug affektiert in die Hände, schließlich musste ich mich jetzt wieder meinen Pflichten stellen, während Zorica ihre ätherisch schöne Miene zusammenkniff, aber schwieg. „Da wir nun alle versammelt sind, sollten wir die offenen Punkte angehen“, dabei konnte ich ausmachen, wie Severus bei meinem gelebten Aktionismus die Mundwinkel hängen ließ und Draco genervt die Augen schloss.

Irgendwie schien den beiden meine gute Laune nicht zu bekommen. Vielleicht weil sie ahnten, dass Hermione der Grund dafür war?

„Du hast ein Anliegen, verehrte Zorica?“, kam ich jovial zum Thema zurück und schenkte ihr ein maliziöses Lächeln.

„Ja, mein lieber Lucius, das habe ich“, kam es reichlich zweideutig von ihr und ich richtete mich ein wenig weiter auf, verbot mir aber explizit einen Blick zu Hermione. „Wie schon besprochen braucht Wena einen Mann und gestern hat sie selbst gewählt…“, erklärte die Veela verärgert und versuchte nicht mal, ihr Missfallen zu verbergen. „Ein Mitglied meiner Familie hat in eine x-beliebige Familie eingeheiratet und der Mann ist auch noch verschwunden. Wie geht es weiter?“, forderte die Herrin der Veela schlicht von mir eine Lösung und ich musterte sie eindringlich.

„Warum sollte ich dir helfen? Du hast versucht, entgegen unserer Abmachung Draco für Wena zu gewinnen und dass sie sich Zabini erwählt hat ist wahrlich nicht unser aller Verdienst, sondern ihr eigener“, wandte ich kalkulierend ein und sie schenkte mir daraufhin ein breites Lächeln, das einem Mann durch und durch gehen konnte. Doch ich fühlte mich belebt, da dies ein Geschäft wie auf einem Basar werden würde.

„Ich würde gerne deine Kontakte und dein Wissen über eure Gesellschaft, sowie die engen Beziehungen unserer Familien zueinander nutzen, um meine Nichte einzugliedern!“, führte sie noch mal ausführlich aus und ich nickte überlegend.

„Wie stellst du dir das vor? Das Mädchen hat sich einen Schuljungen ausgesucht. Er geht noch ein halbes Jahr lang nach Hogwarts“, entgegnete ich mit einem verächtlichen Ton und unterstrich diese Aussage mit einer wegwerfenden Geste.

„Lasst Wena zu ihm“, lag eine beinah schon unverschämte Forderung in ihrer Stimme und ich lachte gekünstelt auf.

„Unter keinen Umständen, eine Veela wird es in meiner Schule nicht geben“, fuhr Severus scharf dazwischen und funkelte Zorica unheilvoll an, während ich bewunderte, dass Hermione bisher eisern schwieg.

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