When Hermione Fights
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 Kapitel 305-306

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queenie
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BeitragThema: Kapitel 305-306   Kapitel 305-306 EmptyDi Aug 28, 2012 7:03 am

305. Kapitel Unheimliche Vorgänge in Eire

Ich wusste gar nicht was mit mir los war, als ich sehr durcheinander die Grafton Street entlangeilte und versuchte, mir das Buch vehement aus dem Kopf zu schlagen. Bei dem Versuch besah ich mir nur mäßig interessiert die Geschäfte, an denen ich vorbei huschte. Ich war überwältigt von den auf mich einströmenden Gefühlen der Gier, der Habsucht und dem auffressenden Drang mir etwas einverleiben zu wollen.

Aber ich kämpfte verbissen gegen diese mir unerklärlichen Bedürfnisse an.

Bisher gefiel es mir mit Draco in der Stadt fantastisch und das heute, mit Flint und Pucey, war unterhaltsam gewesen. Was also war jetzt mit mir los?

Dass ich mich fast nicht hatte zurückhalten können, mir dieses wunderbare Buch anzueignen, koste es was es wolle, stellte mich vor ein Rätsel, denn diese Gier kannte ich nicht von mir. Was sollte an ihm derart besonders sein?

Ich hatte noch nie gehört, dass irgendein Zauberer behauptete, dieses Buch wäre magisch. Wie gesagt, ich war perplex über die unübersichtliche Situation und versuchte mich nun stringent abzulenken.

Dadurch konnte ich mich gerade gar nicht richtig auf die Schönheit der Straße vor mir konzentrieren und entschied mich, eine andere Sehenswürdigkeit aufzusuchen, die mich ablenken sollte. Somit wandte ich mich einer Kirche zu, die meine Aufmerksamkeit ebenso abrupt auf sich zog wie das Buch im College, nur mit einem ganz anderen Bedürfnis, eher wie das… ja, was? Ich konnte es nicht bestimmen und so näherte ich mich dem Gebäude.

Es war eine rechte einfache, schmucklose, aus grauem Stein gebaute Kirche und ich hatte keine Ahnung warum, denn als ich an ihr vorbeiging war es, als würde ich einen besonders anziehenden Lockruf vernehmen, der mich wispernd erreichte und mich beinah zwang, wie das Buch, es zu stehlen, auf alle Fälle hier hereinzukommen. Das alles war mehr als merkwürdig, aber ich war auch gewillt, diesem Mysterium auf den Grund zu gehen.

Das Innere der Kirche war nicht wirklich spektakulär, aber ich sah die Öffnung im Boden und wie die Touristen darauf zustrebten und so zahlte auch ich bereitwillig meinen Eintritt, um in die Sehenswürdigkeit und damit in die Krypta der Kirche zu gelangen.

Ich erhielt einen Rundgang durch das unterirdische, enge und nicht besonders hohe Gewölbe, wo sich zuerst die alten, morschen und spröden Särge lieblos übereinander türmten, um dann weiter vorzudringen und überrumpelt stehen zu bleiben, da ich mich mit einem ungewöhnlichen und unerwarteten Anblick konfrontiert sah, weswegen ich total perplex meinen Atem anhielt.

Leichen, hier lagen Tote offen in ihren Särgen. Sie waren sehr gut erhalten, teilweise noch mit Haaren auf dem Kopf, ausgezehrt, mit lederartiger, ausgetrockneter Haut. Auch hier standen die Särge wüst auf dem Steinboden verteilt und offenbarten ihren makaberen Inhalt von toten Menschen.

http://naturalplane.blogspot.de/2010/01/haunted-earth-mummies-of-st-michans.html

Einige der zahlenden Touristen würgten leicht über die tatsächlich sehr pietätlose Zurschaustellung der Toten und ich wandte mich ungewohnt rasch ab und stürmte mit hämmerndem Herzen, rauschendem Blut und tränenden Augen den Weg zurück und raste kurzatmig die Treppen hoch.

Ich verließ mit wehenden Haaren die Kirche, dabei war ich mir der überrumpelten, hämischen und sensationslüsternen Blicke der Touristen bewusst, die sich bestimmt fragten, was ich hatte, um einen solchen Abgang hinzulegen. Bestimmt nahmen einige an, ich sei zartbesaitet.

Es war nicht die fragwürdige Darstellung der toten Mumien, die mir zusetzte, eher der mir nun innewohnende „Effect“, der sich beim Anblick der Mumien abrupt gemeldete. Nicht, dass ich die Kontrolle über mich und meine Gefühle verloren hätte und nun weiße Augen hatte, das nicht, dafür behielt ich zu sehr die Kontrolle, aber ich bemerkte, dass mein Sichtfeld begonnen hatte zu flackern und ich nahm verschwommene Schatten wahr, umherhuschende Silhouetten am Rande meiner Wahrnehmung. In der Zahl waren es unheimlich viele, so viele wie noch nie!

Dies hatte mir Sorge bereitet, ach… was! Es hatte mich in leichte Panik versetzt, vor allem da ich hier, genau wie bei dem „Buch“, den unbändigen Willen gefühlt hatte zu den Leichen zu gehen und sie mir zu holen, oder mir anzueignen?

Konnte man das so ausdrücken? Sie einzusammeln?

Keine Ahnung, es war mir auch egal, denn ich verstand gerade nicht wirklich was mit mir los war und es machte mich unruhig, dass Dublin anscheinend eine derart unstete Wirkung auf mich hatte, die mir befremdlich vorkam und die ich nicht wirklich zu kontrollieren wusste. Die plötzlichen, zügellosen Lustgefühle, die übermächtige Besitzgier und diese latente Unruhe, die mich gerade beherrschte, waren so überraschend gekommen, damit musste ich erst mal klarkommen.

Die Frage war, bezog sich dies nur auf Dublin oder auf ganz Irland und warum war dies in England oder Schottland nicht der Fall?

Ich stand vor einem Rätsel.

Endlich blieb ich gehetzt stehen, nach meinem Spurt und fühlte, dass ich der beklemmenden Versuchung, etwas Dummes zu tun, gerade noch so entkommen war. Erst mal atmete ich tief durch, um mich zu beruhigen, bevor ich mir über die klamme Stirn wischte und etwas atemlos in den strahlenden Frühlingshimmel sah.

Ich sollte mich wirklich beruhigen und das alles gewohnt pragmatisch angehen, denn solange ich die Kontrolle behielt konnte ich alles schaffen, redete ich mir gut zu und sah Gellert vor mir, wie er mir befahl immerwährend meine Gefühle unter Kontrolle zu halten, stetig der Herr zu sein und nicht der Gefolgsmann.

http://de.wikipedia.org/wiki/Kilmainham_Gaol

Aber erst jetzt fiel mir auf, als ich meine Umgebung musterte, dass ich weiter gerannt war als gedacht und ich vor einem monumentalen, monströsen und großen Gefängniskomplex stand, der nun ein Museum war und kein aktives Zuchthaus mehr. Ich besah mir interessiert die Umgebung, um mich von meinen unguten Gedanken abzulenken, auch von den überschäumenden Gefühlen, die in mir tobten und die immer gefährlich für mich sein konnten.

Als ich mich umsah und damit durch die offenen breiten Tore blinzelte, zuckte ich wieder wie geschlagen zurück, dabei entwich mir ungewohnt ein erschrockenes Stöhnen, das so gar nicht zu mir passte, während ich meinen Kopf schüttelte, als würde ich Bienen verscheuchen.

Ich war wie vor den Kopf geschlagen, weil ich vor meinen ungläubigen Augen zu sehen dachte, wie körperlose Geister wie wild in dem Innenhof des ehemaligen Gefängnisses herumflogen oder schwebten, nicht derart plastisch fassbar wie die Geister von Hogwarts, sondern wirklich nur als minimaler, silbriger Schatten, aber sie waren da. Ich blinzelte wie blind.

Sofort kramte ich hektisch in meiner Tasche nach einem Spiegel, um mich zu vergewissern, dass sich nicht meine Augen veränderten und meine Wahrnehmung mir einen Streich spielte, wobei ich solche Halluzinationen noch nie gehabt hatte. Unterdessen warfen mir die Menschen, die an mir vorbeigingen, komische, taxierende Blicke zu, da ich leicht panisch oder auch sehr unkoordiniert in meiner Tasche wühlte.

Als ich endlich den Taschenspiegel fand und ihn aufklappte, nur um einen fast scheuen Blick hineinzuwerfen, stellte ich umgehend erleichtert fest, dass mir braune Augen ungewohnt unsicher entgegen starrten, aber sie waren braun, das war ja schon mal was, daher stieß ich die Luft aus und wischte mir über die schweißnasse Stirn.

Das, was hier passierte, war besorgniserregend, in seinen Ausmaßen nicht zu verstehen und ich wandte den verlorenen Seelen, der an dieser Stätte Hingerichteten, entschlossen den Rücken zu und eilte hinfort, weiter weg, ganz weit weg.

Nun fühlte ich mich gejagt und verfolgt, zuerst im College, dann die Kirche, jetzt das Gefängnis!

Ich kam gar nicht zur Ruhe. Innerlich war ich sehr aufgewühlt, denn das war gefährlich und zu bedenklich was hier gerade passierte und unerklärlich.

Als ich auf meiner Flucht, möchte ich fast sagen, denn ich rannte mehr als das ich ging, ein einladend wirkendes Pub sah und hoffte, mir würde eine kleine Stärkung in meinem fast staubtrockenen Mund helfen zu mir zu finden, denn so konnte ich nicht nach Hause in die Villa. Ich musste diese komischen Erscheinungen und Gefühle, die mich verfolgten, wegschließen und ich brauchte Zeit um nachzudenken.

Somit betrat ich rasch das „The Brazen Head“. Ein Schild am Eingang verkündete stolz, dass dies angeblich das älteste Pub Dublins war. Als ich an den Tresen eilte, um mir etwas zu bestellen und mich tief einatmend umwandte, zuckte ich schon wieder ungewohnt schreckhaft für mich zurück, da ein sichtbarer, in einer vorzeitlichen Scharfrichtermontur Bekleideter, wieder unwirklicher „Geist“ an mir durchsichtig und fast nicht vorhanden vorbeischwebte, um mir eine Gänsehaut zu bescheren, bevor er in einer Ecke unter einem Fenster platznahm um hinauszusehen. Ich wirbelte herum und lief hinaus auf die Straße, meine Bestellung vergessend, denn eins war klar, hier stimmte etwas ganz und gar nicht!

Verlor ich die Kontrolle und Herrschaft über meine Gabe, die lebenswichtig für mich war?

Ich sprang in ein Taxi und ließ mich von jenem eilig zu Dracos Villa fahren, dabei überlegte ich auf der Fahrt fieberhaft, was hier in Irland anders sein konnte als in England, Wales oder Schottland, denn egal wo dort, so etwas war noch nie geschehen.

Als ich die sich vor mir sachte öffnende Tür der wunderschönen Villa von Draco hinter mir entschlossen zugedonnert hatte um die Außenwelt auszusperren, zerrte ich mir als nächstes die Kleidung verzweifelt schnell von meinem Körper und hinterließ eine Spur des Chaos zu meinen Füßen. Ich eilte die gebogene Treppe in den ersten Stock hinauf, in unsere Suite, um unter der Dusche einen klaren Kopf und reinen Verstand zu finden.

http://translate.google.de/translate?hl=de&langpair=en%7Cde&u=http://www.herald.ie/lifestyle/halloween/dublins-10-most-haunted-1501289.html

Lange Zeit später, da mich nichts wirklich aus der Ruhe bringenden Dusche getrieben hatte, saß ich nun verloren vor dem Schminkspiegel, in dem großen, geräumigen Bad und kämmte mir selbstvergessen die Haare, strich immer wieder durch sie hindurch, in einem rhythmischen auf und ab, dies war für mich ungemein beruhigend.

Es vermittelte mir Sicherheit, mir dabei stetig in die rehbraunen Augen zu sehen, die mir teilnahmslos im Spiegel entgegen blickten und ich überlegte, das Einzige was ich sagen konnte war, dass ich gelesen hatte, dass „Eire“ ein sehr altes, von Magie geprägtes Land war. Irland war sehr urtümlich in seiner Verankerung mit der Magie und die Menschen, aber auch die magischen Wesen in eben jenem Land achteten diese Magie mehr als dies im heutigen Wales, Schottland oder England noch der Fall war.

Hier lebten selbst in der Muggelwelt der Leprechaun, die Kobolde und die Túatha Dé Danann weiter in den Legenden und Sagen der Menschen und viele Menschen glaubten wirklich an sie, was wohl der gravierende Unterschied war. Vielleicht war dies eine Erklärung warum mir hier der sogenannte „Schleier“ weniger stark erschien und mich und mein Dasein als „SoulGatherer“ nur noch anfälliger für die „Erscheinungen“ machte?

Fragen über Fragen, aber keine Antworten, etwas was mich leidgeplagt aufstöhnen ließ.

Aber ich wusste nicht, wie ich es Draco sagen sollte. Ich wollte weg, nur weg von hier und das so schnell wie möglich, doch nicht weil es mir nicht gefiel, sondern nur weil ich an mir zweifelte und die Angst hatte nicht stark genug zu sein, der Versuchung zu widerstehen, etwas zu widerstehen, was ich nicht nachvollziehen konnte. Dieser Fluchtinstinkt von mir war etwas, was ich mir sonst nicht zugestand.

Das Problem war auch, dass ich nicht feststellen konnte, was hier mit mir passierte. Auch Gellert wusste darüber nichts weiter, da alle Unterlagen verloren gegangen waren, die es wenn je über mein Phänomen gegeben hatte. Das bedeutete, alles was ich erlebte war wie das Betreten von Neuland.

Ich war tief versunken in Gedanken als ich aus meinen unschönen, sich im Kreise drehenden Gedanken gerissen wurde.

„Liebling… schon da? Deine Spur verteilt sich durch das ganze Haus!“, fragte ein gutgelaunter Draco amüsiert und kam, wie ich im Spiegel beobachten konnte, rasch auf mich zu, um sich von hinten zu mir zu beugen und mir einen sanften Kuss auf den Scheitel zu drücken. Nun zeigte mein Gesicht die gewohnte, nichtssagende Geleichgültigkeit, die ich mir zur Gewohnheit gemacht hatte, während ich dabei war Draco ein betont freundliches Lächeln in meinem Spiegelbild zu schenken.

„Ja, Draco! Die Sightseeing Tour war ermüdend…“, meinte ich matt und log dabei wie gedruckt.

„Hat es dir gefallen?“, forschte er besorgt klingend nach, während ich meine Bürste aus der Hand legte und mich rasch zu ihm umwandte, hoffend, dass mein Schauspieltalent nicht noch gleich mit flöten gegangen war, zusammen mit meiner Selbstsicherheit.

„Natürlich, wie kommst du darauf es wäre anders? Dublin ist herrlich… für… jedermann!“, meinte ich seidig, wenngleich ich meinte, sie war schön für jeden, nur halt nicht für mich, da hier zu viel Unheimliches passierte, was sich meiner Kontrolle entzog.

„Oh, ich weiß nicht… du wirkst… ungewohnt aufgekratzt?“, kam es betont suspekt von Draco, was mich zynisch auflachen ließ.

„Ach, das scheint nur so! Ich habe zu viel gesehen und erlebt! Aber erzähl lieber, wie war´s mit deinen Leuten?“, versuchte ich von mir abzulenken und stand auf um Draco zu umarmen, damit ich ihn nicht ansehen musste und kuschelte mich ungewohnt verschmust an seine Brust.

Ich wollte ihn glücklich machen und ich war dies selbst bis vor ein paar Stunden auch gewesen, befreit von den Zwängen. Warum sollte ich also Draco unglücklich machen, nur weil bei mir komische Dinge passierten, die ich mir im Endeffekt auch noch selbst eingebrockt hatte?

Außerdem machte der arme Draco mit mir genug mit. Ich würde mich dem Stellen, indem ich mir vornahm es zu ignorieren!

Am besten ich mied konsequent geschichtsträchtige Orte… ja, das war doch mal ein Plan.

Natürlich blieb es nicht dabei, denn Draco wollte mir nun des Nachts Dublin zeigen und mit mir in einen Pub gehen und so richtete ich mich für diese späte Tour relativ lustlos, da zu besorgt, her.


Das abendliche Dublin erstreckte sich vor uns und auf dem Weg zum Pub lag ein Park, durch den mich Draco gerade lotste. Es war ein schöner Stadtpark, der im Schein der untergehenden Sonne in seiner Pracht erstrahlte, recht groß, mit weitläufigen Rasenflächen, umgeben von einem Zaun, enthielt er unzähligen Statuen berühmter, verstorbener Persönlichkeiten und einen alten Baumbestand.

Ich hatte mich bei Draco eingehakt und spazierte mit ihm einher, während er mir geistreich und witzig darlegte, wie peinlich berührt Flint und Pucey noch gewesen waren, was ich sehr lustig fand. Aber sie schienen es ganz schrecklich zu finden, ihren Boss mit seiner "Freundin" beim Stelldichein auf dessen Schreibtisch in flagranti zu erwischen. Ich lachte nur spöttisch auf, als wir uns über sie amüsierten, dabei beobachteten wir die anderen flanierenden Paare, die wie wir nur den Park durchquerten oder sogar noch mit Decken auf der Wiese saßen, trotz des noch kühlen Frühlingstages. Aber alles wirkte ausgelassen und gutgelaunt und gerade erschien es mir unverständlich, was mich heute Mittag geritten hatte.

Doch plötzlich, schlagartig, von einer Sekunde zur nächsten, wurde mir wieder anders und die Sichtfelder meiner Augen flackerten, aber es war nicht so als würde ich in die wechselnde Augenfarbe abdriften, da ich meine Gefühle gerade sehr gut im Griff hatte und auch der Überraschungseffekt weg war, so dass ich von der Situation überrumpelt wurde. Denn so war es nicht und so erfühlte ich, dass es eher so war, als würde mich etwas anderes, etwas Undefinierbares, zutiefst beunruhigen, aber ich blieb eiskalt, beherrscht und schluckte nur schwer.

„Liebling, ist etwas? Du bist ganz blass?", kam es von Draco fürsorglich, besorgt, aber ich schickte ihm ein gestelltes Grinsen.

„Nein, nein, Draco, nur etwas frisch, wollen wir uns beeilen?", fragte ich abweichend und klammerte mich noch ein wenig mehr an seinem Arm fest und hoffte, dass dies nicht den ganzen Abend so gehen würde.

Aber es wurde besser und ich immer ruhiger, denn da wo das Leben steppte, schien ich mal wieder weniger gefragt zu sein!

Es war irrwitzig, aber ich erkannte den roten Faden, das einsame, abseitsgelegene Pub, das ich heute Mittag besucht hatte, mit mir als einzigem Gast, das verlassene und nicht wirklich groß frequentierte Gefängnis, die Kirche der Toten, dies waren alles recht unbelebte Plätze gewesen und selbst der Park war nicht mehr wirklich voll, zu der Zeit als wir dort entlanggegangen waren!

Nur das Buch fiel aus der Gleichung, da im College reges Leben herrschte, aber seine Wirkung auf mich war auch mit nichts anderem gleichzusetzen gewesen. Ich hatte die Befürchtung, von diesem Buch noch in meinen Träumen beherrscht zu werden.

Aber hier, gerade eben, war das Leben pur, es reihte sich Pub an Pub, aber auch ein Restaurant nach dem anderen. Die irisch inspirierte Livemusik erschallte aus den Häusern und machte auch Stimmung auf den Gassen. Es war lebhaft, laut und bunt und eine ganz eigene, unwirkliche Atmosphäre der lustigen und fröhlichen Art.

Als ich in einen vollen Pub lugte, konnte ich sogar die Menschen tanzen und mitsingen sehen. Es ging feuchtfröhlich zu, es waren zwar auch viele Touristen auf den Straßen, aber die irischen Jugendlichen ließen es sich nicht nehmen, sich gutgelaunt und auch angeheitert unter das lustige Volk zu mischen. Die ausgelassene Stimmung war ansteckend.

„Dann gefällt dir Temple Bar?“, wollte gerade Draco nah an meinem Ohr wissen, da es so laut war, während die Nacht anbrach und die Lichter angingen und ein anheimelndes Licht verbreiteten.

„Ja, sehr. Es ist so anders hier als in London oder Hogsmeade!“

„Das hört man gerne! Hier geht es rein!“, führte er mich und wir betraten einen Pub namens „The Palace Bar“, in einer Seitenstraße gleich um die Ecke war Temple Bar, also immer noch in demselben Viertel, das wir aber nun hinter uns gelassen hatten und es war minimal ruhiger, aber umso gemütlicher geworden.

Das Pub befand sich in einem roten Backsteingebäude und das Süße war, über und über bewachsen von blühenden Ranken, die den holzvertäfelten Eingang prächtig umrahmten. An sich hätte ich von Magie gesprochen, wenn dies nicht gerade der Muggelteil Dublins gewesen wäre.

http://www.irishguildofsommeliers.ie/wp-content/uploads/2011/01/Palace-Bar4.jpg

„Hier sind fast nur Einheimische und wenig Touristen!“, setzte mich Draco in Kenntnis als er mir half mich zu setzen, ganz der geborene oder auch der erzogene Gentlemen, der er war.

Auch hier wurde Live traditionelle Volksmusik gespielt und ich fühlte mich wohl, als die Bedienung auf uns zutrat.

„Die Dame nimmt einen Cidre und ich ein Guinness!“, bestellte Draco ungefragt, woraufhin auch schon ein großes Glas einer hellgoldenen Flüssigkeit mit Eiswürfeln, die klirrend im Glas schwammen, vor mich gestellt wurde und ich neugierig daran nippte, um dann den herb süßlichen Geschmack des irischen Apfelweins auf der Zunge zu haben. Wirklich lecker und viel besser als der unerträglich süße Kürbissaft.

Während Draco an dem dunkelschwarzen Gebräu, mit dem dicken Schaum, nippte und mir ein verschmitztes, aufrichtiges Lächeln zeigte, etwas was er selten tat. Wir genossen die irische Musik und unterhielten uns entspannt über den Tag, wobei ich es schaffte meine Sideseeing Tour wohlweislich auszusparen. Stattdessen ließ ich Draco von seiner Firma berichten und hörte mir gespannt an, was ich zum Teil schon kannte. Er gab die ein oder andere Anekdote zu Flint und Pucey zum Besten, was ich so gar nicht von ihm kannte, aber daran auch noch mal mehr erkannte wie entspannt und zufrieden er gerade war. Gemütlich saßen wir an dem engen Tisch zusammen, sahen uns immer wieder tief in die Augen während unseres Gespräches und genossen beide wirklich sehr die Atmosphäre. Wenn man den gestrigen Abend als Date sah, so war dies unser zweites wirkliches Date, das wir miteinander verbringen konnten seitdem wir zusammen waren, denn sowas hatten wir wirklich noch nicht getan.

Etwas derart Triviales was wir uns noch nie gegönnt hatten oder uns noch nie vergönnt gewesen war!

Aber lange wurde der Abend nicht, da Draco darauf bestand früh ins Bett zu gehen, weil morgen ein großer Tag anstand. Ich hatte nichts dagegen, denn nach meinem Tag war ich dankbar wenn ich liegen und schlafen konnte, aber hinzu kam, dass ich schon denken konnte welcher wichtige Tag morgen wäre, schließlich waren mir Puceys Worte doch noch im Ohr und ich wusste von den Twins, dass Alicia heiratete und hier würde mich nichts mehr wundern. Also vermutete ich wagemutig, dass Flint der Erwählte war und amüsierte mich im Stillen über die Aussicht, dass sich auch hier eine Löwin und eine Schlange gefunden hatten.


Damit kam unweigerlich der nächste Morgen und wir standen spät auf, wobei ich mir vorkam, als hätte ich mit einem Werwolf gekämpft derart verkrampft und verspannt fühlte ich mich.

Na, wie auch immer, nach einem ausgiebigen Frühstück im Bett und einem erstaunlich entspannenden Bad kam ich gut gestimmt heraus und stoppte, als ich auf unserem Bett ein herrliches, aber wenig alltagstaugliches Kleid vorfand.

http://www.evetichwill.de/blog/nisan-verlobung-kina-gecesi/kleid-der-woche-pronovias-2/

Es war ein Traum aus dunklem ecrufarbenen Chiffon, der eine enganliegende Korsage, die von einem Träger, der über eine Schulter verlief, gehalten wurde, hatte und einen weitfliegenden Rock aus vielen Stoffbahnen. Darüber lag eine hauchdünne Seidenchiffonschicht. Auf dem Seidenchiffon waren künstlerisch Seidenblüten drapiert, die wirkten wie versprengte Blüten auf einer Wiese. Trotz der aufgesetzten Blüten wirkte der Seidenchiffon so schwebend und leicht, dass ihn jeder Windzug verspielt wehen lassen würde. Eine dieser verspielten Blumen war auch direkt auf dem Schulterträger angebracht.

Ich strich mit den Fingerspitzen ehrfürchtig darüber, bevor ich es sachte nahm und vorsichtig hineinstieg, dann streifte ich die dazu passenden Stilettos über, setzte mich an den Schminktisch und steckte meine Haare hoch, wobei ich einen tiefen Knoten im Nacken schlang, sodass man mein Dark Mark nicht erkennen konnte.

Als ich mich fließend erhob, zog ich das Kleid aufgrund einer kleinen Schleppe wie eine Lady hinter mir her. Ich kam mir sehr edel vor. Als ich aufblickte bemerkte ich, dass ich beobachtet wurde und konnte Draco in einem schicken Anzug in dunkelgrün und schwarz lässig mit der Schulter an den Türrahmen gelehnt dastehen sehen.

„Hey, meine Schönste! Du siehst bezaubernd aus!“, strahlten mich seine grauen Augen stolz an und ich drehte mich provozierend und effekthaschendvor ihm schwungvoll im Kreis, dabei drapierte sich das Kleid malerisch um mich, während ich strahlend lachte.

Doch plötzlich hielt ich abrupt inne, da ich den Boden unter den Füßen verlor, weil ich übergangslos an der Hüfte gepackt und hochgehoben wurde, wobei er mich weiter im Kreis drehte und ich lachte laut auf und warf meinen Kopf fröhlich lächelnd in den Nacken. Draco zeigte sich gelöst wie nie und ich war gut genug im Verdrängen, dass ich Dublin und die sonderbaren Ereignisse weit von mir schob und mich mit ihm freute und genoss.

„Ich sehe dich viel zu selten losgelöst lachen… aber ich höre es gerne!“, ließ er mich langsam mit seinen starken Armen an seiner Brust hinab und ich blinzelte zu ihm auf und schlang meine Hände in seinem Nacken zusammen und streichelte mein Zeichen zärtlich, das ich in seinem Nacken eingebrannt hatte. Ich fuhr es sanft nach.

„Das sagst du oft! Als ob du öfters lachen würdest!“, meinte ich zutraulich und er küsste sachte meine Stirn.

„Das stimmt wohl… dann gefällt es dir hier?“, fragte er vorsichtig und ich überspielte sofort mein ungutes Gefühl Dublin betreffend.

„Ja, hier in deiner Villa ist es herrlich! Und was erst Lucius zu dem verboten schönen Kleid sagen würde, viel zu wenig Stoff, Oh Schreck… eine freigelegte Schulter!“, zog ich Lucius bitterböse durch den Kakao und lenkte etwas ab, aber der Rest stimmte absolut und war ehrlich gemeint, nur weil die Stadt sonderbar war, hieß es noch lange nicht, dass Dracos Heim nicht herrlich war, denn das war es! Und zum Glück ließ Draco sich diesmal nicht davon ärgern, dass ich Lucius erwähnte, so wie ich es im Büro getan hatte, sondern überging es einfach.

„Aber erfahre ich nun, was mich heute erwartet?“, wollte ich neugierig wissen und tippte ihm an seine Brust und streichelte verspielt darüber hinweg, etwas was ihm zu gefallen schien.

„Ich dachte, du hättest es schon rausgefunden!“, meinte er nun doch tatsächlich vorwurfsvoll und zog seine Augenbrauen sarkastisch in die Höhe.

„Alicia heiratet?“, flötete ich grinsend.

„Brillant!“, meinte er spöttisch.

„Und ich denke, dass Flint der Erwählte ist?“, zeigte ich meine Brillanz kokett, während ich mich an ihn schmiegte.

„Beachtlich!“, zog er mich bitterböse auf und ich boxte ihn verspielt in die Seite und kicherte neckisch auf.

„Schlange und Löwe, wie außergewöhnlich! Aber sie ist ein Pureblood!“, meinte ich dann doch ernst und führte mir die Fakten vor Augen.

„Das ist sie. Oft sehen die Reinblütigen bei uns darüber hinweg, über die Häuser! Flints Familie gehört aber nicht zu diesen Familien, sie favorisieren ganz klar Slytherin!“, klang er recht bitter.

„Oh, aber Trolle akzeptieren sie?“, fragte ich skeptisch und erntete nur ein schulterzucken, da das schon abstrakt war, denn ehrlich, bevor ich einen Troll ranließ musste viel passieren. „Aber okay, dann ist es deshalb so geheimnisvoll? Ich bin neugierig und gespannt, aber das Kleid, das ich trage verspricht eine außergewöhnliche Feier!“

„In einer außergewöhnlichen Umgebung! Komm mit…“, wisperte er versprechend rau, dann fasste er ungeduldig meine Hand und zog mich begehrlich die geschwungene Treppe hinab ins Foyer um von dort mit mir um die frühe Mittagszeit herum zu apparieren.

Es zog mich durch den Schlauch, dabei wurden wir zusammengepresst, erschienen aber gewohnt leise und ich blickte mich, über die strahlende Sonne blinzelnd, in der unerwartet saftig grünen Landschaft um und sah nichts außer Natur pur. Wir standen in der Nähe einer Bucht, da ich das Wasser leise rauschen hören konnte.

Als mich Draco an der Schulter fasste, um mich bestimmt umzudrehen, sah ich es. In unserer Nähe lag eine große Trutzburg, fast ohne Fenster, die sehr mittelalterlich anmutete und weit in den Himmel ragte, auf einer kleinen Insel, umgeben von Wasser.

„Das ist, wow… was ist das…?“, stotterte ich sprachlos und amüsierte Draco sehr in meinem Rücken, da er leise lachte.

„Das mein Liebling, ist Dunguaire Castle, mein Schloss, dein Schloss, unser Schloss!“, wisperte er nun nah an meinem Ohr, wobei sein Atem mir eine Gänsehaut verursachte, während er in meinem Rücken stand und sich nah an mich presste. Überrumpelt riss ich die Augen auf.

„Das ist nicht dein Ernst? Oder? Du hast nicht nur Contino gegründet, sondern dir auch noch eine Burg gekauft?“, nickte er bei meiner Aufzählung eifrig, das sah ich, da ich meinen Kopf zu ihm reckte.

„Ja!“

„Ich bin sprachlos…!“, hauchte ich ehrfürchtig und schenkte allem einen nun sehr besitzergreifenden Blick.

„Danke! Damit machst du mir das größte Kompliment!“, sprach er samten, bevor er mich sanft von sich stieß, mich dabei drehte und in einer geschmeidigen Bewegung meine Hände fasste und es fast so war, als würden wir tanzen, wobei mich mein Kleid sanft in der leichten Brise umspielte.

„Draco… du bist unglaublich! Total… was würde Lucius dazu sagen, oder auch Severus?“, wisperte ich und blickte ihn wirklich erstaunt und baff an.

„Keine Ahnung, ist mir auch gleich, wichtig ist was du sagst!“, wehrte er meinen Einwurf ab und ich bemerkte sehr wohl, dass es ihm nicht behagte, das ich an die Zurückgebliebenen dachte.

„Oh Draco, ich bin tief beeindruckt von dir und dem was du hier leistest! Ganz ohne die beiden, aber sag mir bitte, deine Leute, die Braut… wissen sie es?“, dabei deutete ich fragend auf mich und wollte nur wissen auf was ich mich würde einstellen müssen, wenn wir gleich die Gesellschaft sehen würden.

„Von dir? Nein, nur Marcus und Adrian… aber ich denke nicht, dass die zwei seit gestern etwas gesagt haben!“, erklärte er süffisant grinsend und schien sich auf das was gleich kommen würde zu freuen.

„Warum nicht?“, zog ich bei meiner Frage die Stirn kraus.

„Sie wollen ihren Spaß!“, erklärte er lapidar.

„Verständlich, sie sind Schlangen!“, erwiderte ich nun auch grinsend.

„Und du liebst die selbigen!“, warf er nicht wenig arrogant ein.

„Na, ich scheine nicht die Einzige zu sein!“, grinste ich verwegen in Anspielung auf die Braut, bevor nun ich an Dracos Hand zog und ungeduldig auf die Burg über den unebenen Schotterweg zuging.

Neugierig auf das was mich in Dracos Burg erwarten würde zog ich ihn mit mir, aber er folgte mir auch sehr bereitwillig.

Vor dem hölzernen Tor hielten wir an. Irgendjemand hatte verschwenderisch weiße und rote Blumengirlanden über den geschwungenen runden Steinbogen angebracht. Es sah schön blumig aus was dazu führte, dass ich Draco ein freches Grinsen schenkte, denn es wirkte verspielt, romantisch und so gar nicht nach Flint, das würde lustig werden.

„Könnte es sein, dass Alicia die Hosen an hat?“, wisperte ich leise vor dem noch geschlossenen Tor.

„Wie kommst du darauf? Du hast die zwei noch nie zusammen gesehen?“, meinte Draco reichlich perplex.

„Flint wirkte soooo bedacht in deinem Büro und diese Deko sieht sehr nach Mädchen aus, wobei Alicia in Gryffindor auch immer gerne die Rute geschwungen hat. Sie ist ein taffes Mädel!“, erklärte ich grinsend.

„Tja, das wird Marcus dann auch bestimmt brauchen… eine harte Hand!“, spielten Dracos elegante Augenbrauen ein verspieltes bewegtes Spiel.

„Oh, da muss ich lachen! Wie das klingt!“, grinste ich breit über die Doppeldeutigkeit und spitzte die Ohren, denn wir konnten hinter dem breiten Holztor lautstarkes Geschnatter vernehmen. Es wirkte, als wären die meisten schon versammelt aber bevor ich fragen konnte, hatte Draco meine Hand ergriffen und hauchte mir einen Handkuss auf den Handrücken, bevor er meine Hand so umfasste, dass mein Zeigefinger leicht ab stand, sodass er diesen nun auf das Siegel, welches vier verschlungene Kreise zeigte und in der Mitte der Holztür angebracht war, drückte und ich nahm den kleinen, kurzen Stich der Nadel wahr bevor sich die Magie manifestierte. Das erinnerte mich an die Bitte der Männer gestern, dass Draco ihnen helfen sollte und mir fiel ein was für einen Zauber sie auf das Gemäuer gelegt hatten und lächelte anerkennend.

Ich gab keinen Mucks von mir als sich die Durchgangstür magisch für uns öffnete und wir somit ungehindert hindurchschritten, denn ich war mir sicher, dass Draco gestern schon sein Blut gegeben hatte und so betraten wir, ganz wie die Besitzer, in stolzer Haltung die Anlage, dabei hielt mir Draco nun wieder galant die Hand entgegen, wartete auf mich, dass ich ihm nachfolgte.

Ich ergriff diese und wurde durch das Tor gezogen und spürte sofort die abtastende Magie, wie damals bei dem Halloweenfest in der Schule, aber ich spürte auch fast sofort etwas anders, etwas Nagendes, das zwar sehr, sehr leise aber beständig nach mir wispernd rief und ich schüttelte kurz den Kopf als würden mich lästige Fliegen umkreisen, bevor ich mir wieder bewusst war, wo ich war.

Mein leichtes, verspieltes Kleid flatterte in der sanften Brise und wehte um meine Beine, als ich aus meinem angestrengten Lauschen gerissen wurde, da die Geräusche sofort und absolut verstummten, weil wir augenscheinlich und oder absichtlich etwas zu spät zu kommen schienen, denn die meisten Gäste waren schon anwesend und hatten sich schon versammelt. Um genau zu sein, nahm ich schnell mit einem raschen Blick die malerische Kulisse der mittelalterlichen Burg in mir auf und stellte fest, dass sie schon alle auf den weißen Stühlen saßen und darauf warteten, dass die Trauung begann.

Er sagte nichts, sah aber sehr gespannt aus, wie ich reagieren würde, somit drehte ich mich erst mal im Innenhof, der wahrlich geräumig war.

Ich sah den mittelgroßen, aber doch sehr großzügigen, mit Gras bewachsenen, Burghof innerhalb der Ummauerung, in dem in der Mitte ein schlichter Brunnen thronte. Schneeweiße, gepolsterte Stühle, an die große, roten Schleifen im Rücken gebunden waren vervollständigten das Bild.

Die weißen Stuhlreihen waren rechts und links eines langen Mittelganges aufgebaut, der durch einen roten Teppich hervorgehoben wurde. Vorne endete der Teppich unter einem freischwebenden, rot, grün, weißen Stoffbaldachin, unter dem eine leichte Empore stand, auf der ein sehr ungewohnt gutaussehender, herausgeputzter Flint stand. Er trug einen Zauberersmoking, ähnlich wie ihn viele auf dem Jule Ball im vierten Jahr getragen hatten. Sein kurzes, dunkles Haar trug er nicht mehr zurückgegelt, was ihm eindeutig viel besser stand.

Er war ein sehr männlicher, markanter und beileibe kein kleiner Mann, so konnte man durchaus sagen, dass er etwas her machte, so wie er mit geradem Rücken und stolzer Haltung auf seine Braut wartete.

Sehr edel alles, auch der schräg hinter ihm stehende Pucey war so edel gewandet, nur wirkte er schmaler, agiler und sein hellbrauner Schopf neben Flints Dunkelheit ließ ihn umso heller erscheinen. Draco erreichte durch unser absichtlich verspätetes Erscheinen, dass wirklich ALLE und wirklich Jeder sich zu uns umdrehte.

Ich konnte an den farbigen Haarschöpfen, die sich zu uns wandten, auch Ginnys rote Farbe erkennen, die neben dem gutaussehenden, vom Wetter gebräunten, Oliver Wood saß und wie beide selten dämlich und ungläubig zu uns stierten oder auch Lee Jordan, der dunkelhäutige, junge Mann, mit seinen wild abstehenden Rastalocken. Er sah blinzelnd und erschüttert zu mir, starrte, aber auch er trug einen passenden Anzug für die Veranstaltung, wenngleich er damit sehr ungewohnt aussah.

Dann blickte ich in die kritischen Augen von Padma Patil, die mit Gregory Goyle zusammen dasaß und sich gerade entsetzt die Hand vor den Mund schlug, aber auch ich erlitt einen Schock, denn auch ich war überrascht die kleine Französin Audrey zu sehen, die neben dem sichtlich steifen Percy Weasley saß und wie dieser gerade über seine Hornbrille zu mir gaffte, als wäre ich eine illusorische Erscheinung.

Daneben erkannte ich doch glatt die Twins, die in gedeckten Anzügen aber immer noch sich beißenden Farben neben einem stilsicheren Blaise und einer gewohnt hübschen Astoria saßen und argwöhnisch, sowie zweifelnd zu ihrem Bruder Percy oder auch zu Padma starrten als sie meiner ansichtig wurden.

Anscheinend hatte Draco wirklich niemandem gesagt, dass er plante mich einzuführen!

Somit waren die Twins aber die ersten, die ihren Schreck überwanden, plötzlich hochfuhren und aufsprangen, dabei über die besetzten Stühle ohne Rücksicht stolperten, um zu uns zu kommen, denn sie freuten sich ersichtlich.

Wenige Sekunden später verlor ich auch schon abrupt den Boden unter den Füßen, weil mich Fred stürmisch hochriss, während mich George übernahm, bevor ich sah, dass Fred nun Draco freundschaftlich auf die Schulter klopfte, um mit ihm geheimnisvoll zu wispern.

Wenn die drei Teufel nicht immer unter einer Decke stecken konnten, waren sie auch nicht froh, stützte ich mich an Georges Schulter ab.

„Mann, gefällt euch das Geschenk… Draco… Schönste, ihr habt den Urlaub mal dringend gebraucht! Bei eurem tagtäglichen Pensum!“, klang das Wort aus Freds zu lautem Mund mehr als zweideutig und als mich George runterließ, strafte mein Blick Fred eindringlich, aber wie so oft war dies vergebene Liebesmüh, denn über dergleichen standen die Devils eindeutig, weswegen er mir als Antwort nur verspielt und affektiert eine Kusshand zuwarf.

„Schau nicht so, das gibt Falten!“, war der wenig erquickliche Kommentar von George, was Draco frech auflachen ließ. Dass wir wie immer schockierten, da die Twins ersichtlich ganz eng mit Draco waren, sorgte dafür, dass ich interessiert umher sah aber nichts unternahm. Draco wusste bestimmt was er tat.

„Ich denke, wir crashen hier fast eine Hochzeit… Schluss nun!“, befahl ich recht sparsam und Fred rollte die Augen über meine herrische Art.

„Himmel, eben, das ist eine Hochzeit, keine Beerdigung!“, beschwerte sich ein Twin nörgelnd und wedelte mit den Händen aufgeregt durch die Luft.

„Ärgert sie nicht! Sie wusste nicht wer alles hier sein wird!“, befahl nun auch Draco, aber mit einem derart frechen Lächeln, dass man ihn gar nicht wirklich ernst nehmen konnte.

„Aber du, wie es mir scheint!“, erwiderte ich rasch.

„Natürlich, ich versuche alles zu wissen!“, kam es gewohnt blasiert von Draco und ich nickte nur, dabei fuhr ich über mein schönes Kleid.

„Gut zu wissen!“, grüßte ich nun lässig an den Twins vorbei in die mehr als geschockte, erschütterte und wohl auch empörte Runde, bestehend aus ehemaligen Hufflepuffs, Ravenclaws, Slytherins und einigen, wenn auch wenigen, Gryffindors, da Alicia, Angelina und Katie fehlten.

Aber ich konnte doch erstaunlich viele Mitglieder der BL, der „Brater Lugo“ und der DA ausmachen und erkennen, dass so auch zum Beispiel eine geschockte Leanne und Jack Sloper aus Gryffindor oder auch Terence Higgs, Ela Wilkins, Mel Baddock, Vincent Crabbe und Tom Vaisey aus Slytherin, aber auch ein zwei andere wie Tamsin Applebee aus Hufflepuff oder Marcus Belby aus Ravenclaw, die auch noch Mitglieder der DA waren, anwesend waren. Es war ein bunt gewürfelter Haufen, der sich hier zusammengefunden hatte.

Als Draco mit einer galanten und eleganten Verbeugung meine Hand forderte und ich sie ihm für mich ungewohnt verspielt, mit einem leichten Knicks auch gab, führte er mich dann hoheitsvoll die Strecke über den roten Teppich entlang, dabei folgten uns die Twins wie als Eskorte, bevor sie sich wieder zu ihren Sitzen durchschlugen.

Es wäre untertrieben zu sagen, dass wir nicht für skeptisches Aufsehen sorgten, wie er und ich derart einträchtig und eingehakt entlangschritten. Bestimmt gaben wir ein schönes Paar ab, aber mein Kleid war auch eines der auffälligsten, wobei die anderen Gäste auch Abendkleider trugen, so war meins aber schon ausgesucht schön, versuchte ich mir einzureden, dass es nichts mit dem Pairing zu tun hatte, denn an sich standen Draco und ich zum ersten Mal öffentlich dazu, dass wir ein Paar waren.

Was empfand ich dabei? Genugtuung?

Draco ging mit stolzgeschwellter Brust an meiner Seite. Ihm schien es zu gefallen, allen zu zeigen, dass ich zu ihm gehörte!

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BeitragThema: 306. Kapitel Castle Wedding   Kapitel 305-306 EmptyFr Aug 31, 2012 5:17 am

306. Kapitel Castle Wedding

Wir hielten auf einen erstaunlich unruhig wirkenden Flint zu, der schon auf einige Entfernung plötzlich dunkel losgrollte:

„Musstest du dir sooo viel Zeit lassen?“ Er hielt gerade noch inne um sich mit seiner Hand durch sein kurzes Haar zu fahren und besann sich im letzten Augenblick, dass das vielleicht keine gute Idee war und seine Frisur zerstören würde. Es war ein urkomischer Anblick.

„Keine Sorge, ich werde meiner Pflicht, um die ihr gebeten habt, schon nachkommen!“, gab sich Draco mehr als erstaunlich sanftmütig und gelassen, bedeutete mir nun in der ersten Reihe mich auf den zweiten Stuhl zu setzen. Somit saß ich direkt neben Miles Bletchley, einem ehemaligen Slytherin, der mir ein kesses Zwinkern schenkte, wobei seine Augen anerkennend über meine Gestalt wanderten. Wie mir schien wusste er von Dracos und meinem Schreibtischsport, da er absolut nicht verwundert wirkte mich zu sehen, nur darüber wie ich aussah und dass dieses Grinsen absolut nicht aus seinem Gesicht verschwinden wollte.

Links von mir war der letzte Stuhl der Reihe frei, aber Draco setzte sich nicht sofort, sondern wandte sich zur Burg und verschwand zügig. Ich fragte nicht nach wohin, da ich mir der drückenden Stille durchaus bewusst war, die sich bisher noch nicht aufgehoben hatte. Auch die bohrenden Blicke, die mir galten, waren weiterhin vorhanden, also weigerte ich mich dem Instinkt und Impuls nachzugeben mich umzudrehen.

Als ich das anzügliche Grinsen von Pucey bemerkte, hob ich meinen Zeigefinger in einer verspielt drohenden Geste, die Flint durchaus bemerkte und seinen Kopf drehte, damit er seinen Kumpel und Trauzeugen vorwurfsvoll ansehen konnte. Pucey nuschelte etwas zu Flint was dazu führte, dass dieser leicht rote Ohren bekam. Zu gerne hätte ich nun gewusst was gesprochen worden war, aber eins stand außer Frage, dass wir genau beobachtet worden waren.

Doch in dem Augenblick erschallte schon die magische Auftaktmusik und sogleich wechselte jede Aufmerksamkeit zu dem Hauptereignis des heutigen Tages. Alle wandten sich zur Burg in unserem Rücken um, da wohl die Braut dort erscheinen würde. Jeder, selbst ich erhob mich, um meinen Respekt zu zollen.

Bevor ich jedoch dazu kam mich umzuwenden, erkannte ich, dass Flints Augenmerk nur noch begierig in die Ferne gerichtet war und das was ich in seiner Mimik, in seinen Augen und in seiner Haltung lesen konnte, raubte mir kurzzeitig den Atem. Ich blickte mich schnell um und konnte nun Angelina aus dem Eingang der Burg schreiten sehen.

Katie schritt ebenso als Brautjungfer voran, gefolgt von Angelina. Beide trugen sie Kleider mit bedeckten Schultern in altrosa, wobei es fast schon wie beigebraun wirkte, hierbei erkannte man doch die Geschmackswahl der Purebloods, denn fast alle hier anwesende Frauen trugen die Schultern bedeckende Kleider, nur meine eigene, nackte, freiliegende Schulter fiel fast schon auf, etwas was Lucius wieder gar nicht gepasst hätte!

Gerade deshalb hatte Draco auch bestimmt dieses Kleid gewählt, um Aufsehen zu erregen.

http://www.1001hochzeiten-blog.de/wp-content/uploads/2012/04/pronovias_brautjungfernkleider_2012_laya-b.jpg

Der Stoff des Kleides der Brautjungfrauen war am Oberkörper raffiniert eng anliegend um ihre Brust und den ganzen Oberkörper geschlungen und fiel dann in einem leichten, weiten Rock über die Hüften. Der Rock wurde immer weiter und endete in einer kleinen Schleppe. Durch die helle Farbe waren die dunkelblonde Katie sehr apart und die farbige, fast schwarze Angelina perfekt gekleidet mit ihren zusätzlich noch hochgesteckten Haaren.

Das Ensemble wirkte schlicht und dezent, aber trotzdem gerade noch schön und war kein hässlicher Fetzen.

Lees Augen funkelten verlangend, als seine Freundin Angelina an ihm vorbeizog und Fred warf ihr einen immer noch biestigen Blick zu, doch sie schaute nicht mal in Georges Richtung, sondern himmelte selbst ihren Freund versonnen an, was gut war, denn damit gab es ein Drama weniger in unseren Reihen.

Unterdessen blickte Katie mit einem verliebten Lächeln zu ihrem Pucey, strahlte, der dies erfreut, wenn auch verhalten zwinkernd zur Kenntnis nahm. Diesen Schlangen war die Kontenance wirklich mit der Muttermilch anerzogen worden.

Währenddessen stand Alicia alleine unter dem Eingang der Burg und erwiderte den lodernden Blick ihres Zukünftigen mit nicht weniger immerwährender Inbrunst, bis es soweit war und Alicia sich tatsächlich in Bewegung setzte. Nun erschien sie am Arm von niemand geringerem als Draco Malfoy, der die Braut über den roten Teppich zu ihrem zukünftigen Gemahl geleitete. Er übernahm die Rolle des Brautvaters, der nicht anwesend war.

(ALICIAS BRAUTKLEID erste reihe vorletztes Kleid)

http://www.cecile.de/web/deutsch/Brautmode2012/Manuel-Mota/Galerie-Brautmode-2012-Manuel-Mota.html?start=2

Alicia sah traumhaft aus. Sie war eine hübsche junge Frau, gewandet in einem wunderschönen schlichten Kleid, das zu ihrer direkten Art passte. Sie bewegte sich sehr elegant und geschmeidig auf dem Teppich und ihr mattweißes Kleid unterstrich ihre vollmilchschokoladenfarbene Haut vorteilhaft. Sie zog eine lange Schleppe hinter sich her, die schlicht, glatt, glänzend und weder bestickt oder verschnörkelt war, so wie das ganze Kleid einfach nur als atemberaubend elegant bezeichnet werden konnte. Die Schleppe nahm ihren Ursprung in dem Oberteil des Kleides, welches vorne nur bis zur Hüfte ging und es wirken ließ, als sei das Kleid Zweiteilig, ein Rock und ein Oberteil. Ein weiter U-Bootausschnitt, der über ihre schmalen Schultern ging, betonte ihren Hals und ihre Schlüsselbeine. Der Ausschnitt wurde durch einen schmalen mittigen Schlitz etwas aufgelockert, genauso die halblangen, graden Ärmel, die einen kleinen Schlitz am Saum aufwiesen. Der lange Rock wurde im hinteren Teil von der raffiniert geschwungen Schleppe verdeckt, die, fast an einen Frack erinnernd, das Oberteil weiter führte. Vorne jedoch konnte man herrlich den cremefarbenen, leicht schimmernden, gradlinigen, aber weiten Rock, der bis zum Boden reichte, sehen. Es war kein Kleid mit Rüschen oder Stickerei, auch nicht mit viel Drumherum, aber es war von einer bestechenden Eleganz und Schlichtheit die wunderbar zu der schlanken Frau passte.

Ihre schulterlangen, dunklen Haare trug sie, passend zu dem Hochzeitskleid, elegant hochgesteckt und unterstich damit ihren zartgeschwungen Nacken.

Als ich in ihre dunklen, heiß funkelnden Augen blickte, sah ich schnell wieder zu Flint und konnte nun erkennen, wie sich ihre Blicke ineinander verhakten und war mir sicher, diese beiden waren hoffnungslos und total verliebt.

Aus seinem und ihrem Blick sprach echte, aufrichtige und tief empfundene Liebe!

Es war schön zu sehen, dass es so etwas tatsächlich gab!

Selbst bei Harry und Daphne stand nicht mehr die reine „Liebe“ zueinander im Vordergrund, sondern eher die Verantwortung um ein gemeinsames Kind, etwas was durchaus ernüchternd war.

Jetzt defilierten sie an mir vorbei und anders als bei den Muggeln hielt Alicia nur eine einzelne, rote Rose statt eines ganzen Straußes in der Hand. Interessant, war ja nicht so als hätte ich schon oft bei magischen Hochzeiten zugesehen.

Nun hob Draco die Hand von Alicia sachte von seinem Arm und hielt sie erhoben in seiner linken Hand, mit der rechten Hand nahm er nun Flints Hand, um diese bedeutungsschwer und symbolisch in Alicias zu legen. Er verband die Hände des Brautpaares. Während dies geschah, setzen wir alle uns wieder gebannt und sahen gespannt zu.

Nun war auch ein druidischer Priester, der sich bisher gekonnt in der Nähe das Brunnes im Hintergrund gehalten hatte, in einem traditionellen, weißen Kuttengewand hinzukommen. Auf Seinem Kopf trug er eine Kapuze. Er stand bei dem Brautpaar unter dem Stoffbaldachin und dieser wehte leicht im Wind hin und her.

Gewichtig trat der Druide auf das Brautpaar zu, das sich mit strahlenden Gesichtern zu ihm wandte, während Draco geschmeidig an meine Seite glitt, ohne weitere Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

Auf der linken Seite standen noch die zwei Brautjungfern, während Pucey rechts alleine vor dem Baldachin stand. Nun verklangen die letzten Töne der Melodie und der Priester erhob seine Hände wirkungsvoll in die Höhe.

Das Ritual begann. Als erstes sah ich jetzt einen goldenen Kessel vor dem Paar und dem Priester auftauchen, der mit Wein gefüllt zu sein schien, aber damit konnte ich gar nichts anfangen. Als dann aber die Blumen rund um die Empore zu leuchten begannen, registrierte ich erst, dass um den Druiden ein Blütenkreis ausgelegt war, der wie alle anderen Blüten nun auch zu leuchten begann und den Priester einschloss.

Als er das Brautpaar mit einer weiten Geste aufforderte den Kreis zu betreten, schien sich fast ein sichtbares und greifbares Licht um sie zu bilden, als sie diese bunte Barriere überschritten. Nachdem sie hinüber getreten waren, machte der druidische Hohepriester mit seinem Zauberstab eine endgültige Bewegung und der Kreis schloss sich vollends und umgab die drei Personen. Damit begann es nun ernst zu werden!

Der Druide wandte sich dem schön anzusehenden Brautpaar erwartungsvoll zu, bevor er mit tiefgründiger und tiefsinniger Stimme begann das Ritual zu vollziehen.

„Wer bist du, Zauberer, der du gekommen bist, um in Gegenwart der versammelten magischen Gemeinde hier, mit deiner zukünftigen Gemahlin verbunden zu werden?“

„Mein Name ist Marcus Flint!“, zögerte Flint keine Sekunde, als er mit sehr fester und dunkler Stimme antwortete.

„Wer bist du, Hexe, die du gekommen bist, um in Gegenwart der versammelten magischen Gemeinde, mit deinem zukünftigen Gemahl verbunden zu werden?“, fragte der weißbärtige Druide mit beindruckend dröhnender Stimme, die einem die Bedeutung und die Ernsthaftigkeit des Ehegelöbnisses vor Augen führte.

„Mein Name ist Alicia Spinnet!“, zögerte auch Alicia keine Sekunde, bevor sie zwar weniger kräftig aber durchaus verständlich antwortete.

„Ich heiße euch in unserem magischen Kreis willkommen!“, vollführte der Druide eine einschließende Bewegung mit seiner Hand und der Blumenkreis erglühte noch einmal glutvoll, hell auf und tauchte alles in eine stimmungsvolle Atmosphäre.

Der Druide bedeutete nun dem Paar zu ihm zu treten und sich auf einen kleinen Schemel niederzuknien. Nachdem Alicia dieser Aufforderung mit ungleicher Eleganz nachgekommen war und auch Flint darnieder kniete, legte der Druide dem Paar die Hand auf die Stirn und sprach salbungsvoll:

„Im Namen der Magie, ich binde euch aneinander, auf dass ihr eins werdet in eurer Liebe und ihr die magischen Worte vernehmt in euren Herzen, denn ich, die Magie, bin die Mondin, die aufgeht und leuchtet und stirbt, der Wandel der Zeiten, die Flut und die Ebbe, das Glück und die Pein. Magie, ich bin die Sanftmut und Liebe, ich umfasse euch in Schmerz und in Freud. Seid eins miteinander, seid eins in der Magie!“ Dies rezitierte der Priester mit schwermütiger Tonlage. Die ausdrücklich auf die Magie ausgelegte Eheschließung war einzigartig zu hören und berührte mich in ihrem Folgenreichtum durchaus. Passend dazu hörte ich jetzt die ersten schniefenden Schluchzer so einiger zu gefühlsbetonter Frauen in meinem Rücken.

Plötzlich erstrahlten der schützende Blumenring und das davon ausgehende Schild in noch grelleren, schillernderen Farben, während die Zeremonie andauerte und der Priester fertig sprach. Nun ließ er einen schlichten, silbernen Kelch vor sich erscheinen, um diesen in den goldenen Kessel mit dem geweihten Wein einzutauchen, danach reichte er diesen Flint mit einer demütigen Geste und Flint nahm ihn nicht weniger ehrfürchtig entgegen.

„Mögest du in dieser Hexe das Antlitz der Magie erkennen. Mögest du sie, die Magie, ehren, die dich gebar und dir das Leben schenkte, die dir Mutter ist und Geliebte und nun Gemahlin wird.“

Daraufhin trank Flint andächtig von dem Wein, bevor er bestimmt antwortete:

„So soll es sein.“ Wow, erst jetzt verstand ich so richtig, was die Purebloods immer so rumtaten, aber für sie baute alles und jedes Sein auf der Magie auf.

Somit wandte sich der Druide nun einer von innen heraus offenbar glühenden Alicia zu, die den Priester mit großen, gebannten Augen ansah.

„Tochter der Magie, mögest du ihr Ehre machen und das Gefäß sein, aus dem sie ihre Kraft verströmt. Sei diesem, deinem Zauberer, Mutter, Geliebte und Gemahlin.“ Die Braut trank sichtlich ergriffen von dem Wein, bevor sie schluckte und Luft holte.

„So soll es sein“, sagte sie dann doch erstaunlich fest sowie sehr entschlossen und leckte sich über die nassen, glänzenden Lippen.

„Im Namen der Magie, ich binde euch aneinander, auf dass ihr eins werdet in eurer Kraft und dass ihr die Worte der Magie vernehmt in euren Herzen, denn ich bin die Sonne, die aufgeht und leuchtet und stirbt, der Wandel der Zeiten, der Frühling, der Sommer, der Herbst und der Winter, die Ernte und Dürre. Magie ist Stärke und Macht. Ich umfasse euch in Schmerz und in Freud. Seid eins miteinander, seid eins in der Magie!“, legte er bei seinen durchdringenden Worten eine Kunstpause ein und betrachtete kritisch das vor ihm kniende Paar, bevor er nachdrücklich fortfuhr.

„Mögest du in diesem Zauberer das Antlitz der Magie erkennen. Mögest du sie, die Magie, ehren, die dich zeugte und dir das Leben schenkte, der dir Vater ist und Geliebter und nun Gemahl wird.“

„So soll es sein“, kam es nun noch fester von der Braut, die wieder einen Schluck nahm, da nun das Ritual andersherum aufgesagt wurde. Ich blickte nur fasziniert zu und war gefesselt von dieser magischen Zeremonie.

„Sohn der Magie, mögest du ihm Ehre machen und das Gefäß sein, aus dem er seine Kraft verströmt. Sei dieser, deiner Hexe, Vater, Geliebter und Gemahl.“

„So soll es sein“, konnte man bei diesen Worten das zufriedene Grinsen durchaus ausmachen, das in Flints so markante Züge trat, als er nun den letzten Schluck trank, bevor das Gefäß verschwand.

Als nächstes deutete der Druide zu den beiden Händen des Paares, während er weitersprach.

„Leget nun eure linke Hand ineinander und knüpft den Hochzeitsknoten der Ewigkeit!“, forderte er inbrünstig und da trat Angelina vor und hielt auffordernd ein Tuch in Händen, welches der Priester in den Kreis schweben ließ. Sofort folgte das Brautpaar der Aufforderung, indem sie sich jeweils ihre linke Hand reichten und diese in die des alten Mannes legten, wobei dieser nun die Hände von Flint und Alicia vereinte.

http://www.keltische-hochzeit.de/handfasting-baender.html Nr. 4

Jetzt schlang er magisch das freischwebende, schmale, grüne Tuch, das mit einem Perlenband und je einer roten Rose verziert war, um die Hände des Paares, worauf ihre verschlungenen Hände in einem goldenen Schild erglühten.

Somit intonierte der Druide nun, während Flint ihm mit fester Stimme nachsprach:

„Im Namen der Magie: Ich, Marcus Flint, nehme dich, Alicia Spinnet, mit Herz, Zauberstab und Hand an mich, sei du meine Magiern, die mir den Weg leuchtet in der Nacht. Ich will dein Freund sein und dein Beschützer, dein Sohn und dein Vater, vor allem aber dein Gemahl und Gefährte in Zeiten des Glücks und des Unglücks. Meine Kraft sei die deine, dein Streben sei das meine.“

Seine ernsthafte Stimme, mit der er intensiv sein Versprechen gegeben hatte, verklang und nun war die Braut dran, die zusammen mit dem Druiden das Gelöbnis erwiderte.

„Im Namen der Magie: Ich, Alicia Spinnet, nehme dich, Marcus Flint, mit Herz, Zauberstab und Hand an mich, sei du mein Magier, der mir den Weg leuchtet bei Tag. Ich will deine Freundin sein und deine Beschützerin, deine Tochter und deine Mutter, vor allem aber deine Gemahlin und Gefährtin in Zeiten des Glücks und des Unglücks. Meine Kraft sei die deine, dein Streben sei das meine“, hauchte sie dann doch sehr ergriffen und leise, da ihre Stimme leicht belegt klang und Marcus ihr nun ein beruhigendes, aber auch sehr gönnerhaftes Lächeln schenkte.

Der junge Mann wirkte zwar auch sehr ergriffen von dem Ritual, aber noch mehr erschien es mir, dass er mit sich sehr und rundherum zufrieden wirkte Alicia dort hinbekommen zu haben wo sie nun stand. Es war wirklich eine Leistung, denn ich wusste aus Erfahrung, dass sie ein stures Weib war, umsonst hatte sie keinen derart harten Wurf im Quidditch drauf wie sie es hatte.

„Einheit ist Ausgleich, Ausgleich ist Einheit“, dröhnte es nun in bestimmtem, verkündendem Ton des Druiden wider und das vor ihm kniende und an den Händen verbundene Paar blickte beseelt zu ihm auf.

„Die Magie sei unser Zeuge, ebenso unsere Brüder und Schwestern im Kreise: Marcus Flint und Alicia Spinnet sind nunmehr im Angesicht der Magie und der magischen Gesellschaft vereint. Möge sie die Magie segnen, wie wir es tun.“

Da erschallte in meinem Rücken:

„So soll es sein!“, da die ganze Gemeinde darauf einheitlich und sehr fest antwortete. Ich blinzelte erstaunt, denn das war mir neu, aber ich hatte Harrys Hochzeitsplanung bisher auch vertrauensvoll in alle möglichen Hände gelegt, nur nicht in meine.

„Der Knoten ist geknüpft und wir alle waren Zeugen eures Eheversprechens. So erkläre ich euch Marcus Flint und Alicia Flint, zu Mann und Frau", erklangen die endgültigen Worte des Druiden.

Nach diesen letzten Worten löste er mit einem Schlenker das Band und Pucey trat vor, um das zu ihm schwebende Band zu übernehmen, welches er mit einem demütigen Neigen des Kopfes an sich nahm.

Im Gegenzug händigte er dem Druiden die schlichten Eheringe aus, die auf einem grünen Kissen lagen und im Schein der Sonne golden glänzten und verheißungsvoll leuchteten.

„Diese Ringe sind ein Symbol der Unendlichkeit und der Liebe, die ihr für einander empfindet. Legt nun eure Hände über die Ringe", forderte der Priester, was beide sofort taten, weil der Treueschwur weiterging.

Somit fasste Flint bestimmt nach dem Ring und ergriff die rechte Hand von Alicia, um ihr den Ring sachte überzustreifen, während der Druide zur gleichen Zeit zu ihr sprach.

„Nimmst du diesen Schwur entgegen, Alicia Flint? Dann trag seinen Ring als Zeichen dafür", als sie nur freudestrahlend nickte schob ihr Flint mit einem selbstzufriedenen Lächeln den Ring endgültig über und sie selbst griff beherzt zu dem Ringkissen und nahm vorsichtig den anderen, größeren Ring.

„Nimmst du diesen Schwur entgegen, Marcus Flint? Dann trag ihren Ring als Zeichen dafür", waren die Worte des Druiden an sich nur noch reine Formalität, während Alicia Flint den Ring überstreifte und er befreit und glückselig grinste. Es war als wäre eine Last von seinen breiten Schultern gefallen.

Zum Abschluss bedeutete der Druide ihnen sich zu erheben, um sich dann zu küssen, dabei trug er einen gutmütigen Blick. Das nun verbundene Brautpaar wandte sich nach seinem Kuss freudestrahlend zu uns um.

Jetzt gab es dann auch kein Halten mehr. Die bewegten und ergriffenen Zuschauer sprangen auf und zückten synchron ihre Zauberstäbe, worauf dann ein bunter Funken- und Blütenblätterregen auf das frisch verheiratete, glückselig wirkende Brautpaar hinab rieselte.

Dieser durchwegs bewegte, zufriedene , befriedigte und beseelte Ausdruck in ihren Gesichtern war ein Anblick, der zu dem guten Flint so gar nicht passen wollte, aber es machte ihn interessant, da er sich für sein Glück nicht zu schämen schien, sondern es völlig genoss.

So schenkte er Draco gerade ein sachtes aber dankbares und sehr unauffälliges Neigen seines Hauptes, bevor er mit seiner Frau am Arm den Mittelgang entlangschritt und die lautstarken Glückwünsche der Gäste gerührt entgegennahm.

„Gratulation!“, „Auf Euch!“, „Ich wünsche euch alles Gute!“, „Ja, alles Liebe!“, „Ich freu mich so…!“, riefen die Menschen ergriffen durcheinander und das Schniefen der Mädels war beängstigend lächerlich, doch ich kämpfte damit meine Maske der emotionslosen, nichtssagenden Mimik zu erhalten und nicht zu zeigen, wie unverständlich mir die Tränen der Frauen doch waren.

„Hallo… schön, dass du da bist, Hermione!“, überrumpelte mich eine stürmische Brautjungfer, die sich mir aus heiterem Himmel an den Hals warf und ich erstarrte etwas, denn ich mochte es noch immer nicht sonderlich, zu oft oder zu viel berührt zu werden, aber Katie Bell war seit ihrer Rettung durch mich vor der verfluchten Kette sehr überschwänglich was ihre Sympathiebekundungen betraf.

„Schön, dass dir die Hochzeit gefällt, Katie? Wann ist es bei euch soweit?“, fragte ich versucht nett und löste mich geschickt aus ihrer Umklammerung und nickte zu Adrian Pucey.

„Da musst du ihn fragen… Männer!“, stöhnte sie genervt und strahlte wie eine Irre. Es sah so aus als könnte sie es gar nicht abwarten die Nächste zu sein, die verschachert wurde.

„Hast du gesehen wie viele aus der DA hier sind? Krass oder und total viele aus der BL. Toll, oder?“, haspelte sie recht atemlos daher und ja, es stimmte, was Draco da tat war unglaublich.

„Ja!“, meinte ich nichtssagend und warf eher einen zweifelnden Blick zu Draco, da ich mich schon fragte, selbst wenn die Zauber auf der Burg lagen, ob das so gut war derart offen vor dieser Masse dazu zustehen, dass ich eine Malfoy war.

„Oh, Entschuldige mich… ich muss helfen!“, plapperte sie erregt und rannte davon, als gerade von magisch verzauberten Dienern, die auch hier an Halloween erinnerten, aber halt nur keine Skelette waren, sondern eher Puppen glichen, Feenchampagner, Holunderblütenwein, Nesselwein, Elfenwein und Weinnektar blubbernd und in vor Kälte beschlagenen Flöten serviert wurden.

Plötzlich wurde ich mir der schleichenden Gefahr bewusst, weil Draco sich in einem Gespräch mit Bletchley befand, somit stand ich ungeschützt in meinem wallenden Kleid da und sah wie Ginny und gar Padma mich fokussierten, als die Rettung in Form eines Mannes kam, der mich galant zu sich in eine gefühlvolle Umarmung zog.

„Ungewohnt, dass ich sehen und in dir lesen kann, dass du dich unwohl fühlst!“, wisperte er vertraut an meinem Ohr und ich erwiderte die Umarmung dankbar.

„Oh, was sagt deine Freundin dazu, wenn du mir derart nah kommst? Oder Draco?“, erwiderte ich lächelnd und überspielte kokett seine mir durchaus unangenehme Frage, nahm das Glas an, das er mir mitgebracht hatte, aber das war klar, er war ein aufmerksamer Charmeur.

„Nichts, Draco schaut gerade sehr erfreut, dass dir die kleine Weasley nicht zu nahe kam oder der Bluthund, zu dem sich Patil gewandelt hat. Greg beschäftigt sie gerade, indem er ihr Sülze ins Ohr wispert…!“, lauschte ich gespannt und lugte über Blaises Schulter, während ich einen kühlenden Schluck trank.

„Nun häng dich schon ein…!“, befahl Blaise bestimmt und ich tat ihm den Gefallen, während die Twins auf uns zuhielten, da sie sich von einem turtelnden Lee und seiner verliebten Angelina abseilten und freudestrahlend zu mir kamen.

„Du siehst fantastisch aus, Schönste!“, kicherte Fred aufgeregt und hakte sich auf der anderen Seite bei Blaise ein.

Wir gaben bestimmt ein köstliches Bild ab. Der rothaarige, blasse Junge auf der einen Seite, der schwarzhäutige Blaise in der Mitte und ich, eine brünette, junge Frau, die sich gut verstanden. An sich ein eventuell normales Bild, aber unter Anbetracht dessen wo wir in diesem Krieg standen mehr als ungewöhnlich und das bemerkte man auch an der Hochzeitsgesellschaft, die sich darin überschlug uns komische Blicke zuzuwerfen, während Astoria auf uns zueilte, aber bei Fred stoppte um ihm nervös etwas ins Ohr zu flüstern. Das führte dazu, dass seine Augen teuflisch zu funkeln begannen.

„Miss Malfoy!“, klirrte es kalt und unfreundlich in meinem Rücken und unsere Gruppe ruckte auseinander und löste sich voneinander, somit drehte ich mich um, damit ich mich mit einem mich durch seine Hornbrille finster anblickenden, jungen Mann gegenüber sehen konnte.

„Percy Weasley, welche Freude!“, meinte ich gefasst. Während ich ihm seelenruhig ins aufgebrachte Antlitz blickte, sah ich in seinem Rücken im Hintergrund seine augenscheinliche Freundin Audrey, die Empfangsdame von Contino, bei der ehemaligen Ravenclaw Sahra Fawcett stehen und sich angeregt unterhalten.

„Dann hatte ich also doch recht, als ich dachte, ich würde dich kennen, diese braunen Augen!“, verschränkte er die Arme vor der Brust und schnaubte abfällig ob seiner Zweifel.

„Was ist mit meinen Augen?“, heikles Thema, da wurde ich sofort empfindsam und war auf der Hut und der Lauer.
„Ich habe sie erkannt, nur der Ausdruck hat mich verunsichert! Du bist nicht die Hermione, die ich damals kennengelernt habe, in Hogwarts und im Fuchsbau!“, meinte er ernst und ich war schon erstaunt, dass er sich derart selbstbewusst in dieser Umgebung präsentierte.

„Wir waren Kinder als wir uns kennenlernten!“, erwiderte ich abwägend hart, natürlich bemerkend, dass sich die Brüder krampfhaft versuchten nicht zu bemerken oder gar wahrzunehmen. Sie ignorierten sich ostentativ.

„Du gehörst zu Draco?“, fragte ich vorsichtig, eine Vermutung aussprechend, worauf Percy konsterniert zurückzuckte.

„NEIN! NIE! Ich bin nur mit Audrey befreundet!“, wehrte er betont empört ab und erhob seine Hände und fuchtelte mit ihnen rum, okay, das sollte ich glauben?

„AHA…“, zeigte ich mich skeptisch und das ich ihm kein Wort glaubte, denn hinter seiner Brille, in seinen Augen, glomm ein sichtbarer unsicherer Funke auf, den er aber reaktionsschnell und sehr gekonnt unterdrückte.

„Und du? Bist nicht nur mit dem Jungen sondern auch mit dem Alten zusammen?“, fragte er relativ provokant. Er wirkte angesäuert über was auch immer, aber mich verbal attackieren, das war etwas was er lieber nicht hätte tun sollen.

„Halt dich da raus!“, brauste unerwartet bösartig George auf, wie es sonst gar nicht seine Art war und er baute sich drohend vor seinem älteren Brüder auf, der fast erschrocken zurückwich bei der geartet viel gezeigter Aggression des plötzlich auftauchenden Red Devils.

„Fre…, nein Geor…!“, stotterte er unsicher.

„Nix, George und auch nicht Fred… sonst kennst du uns auch nicht!“, giftete Fred böse und stellte sich unterstützend nah neben seinen Zwilling, während ich in meinem flatternden Kleid mir der Aufmerksamkeit, die wir mal wieder erregten, leider durchaus bewusst war und mich zwischen die Twins drängte und beide versuchte beruhigend zu streicheln.

„Ruhig Blut, ihr Süßen!“, meinte ich beschwichtigend, da ich es nicht wirklich so empfand, dass ich Hilfe benötigte um mit Percy fertig zu werden, aber sie schienen zu brodeln.

„Das ist Marcus‘ Hochzeit! Ihr beide werdet euch SOFORT benehmen, oder ich werde euch daheim einem Training unterwerfen, wovon ihr noch Monate lang träumen werdet!“, fuhr Blaise dazwischen und drohte relativ laut und so manch einer hörte ihn und seine Aussage sorgte für große Unruhe unter den Gästen.

Aber vor allem Percy schienen die Augen überzugehen, dass die Twins und Blaise zusammen lebten.

„Schönste… puhhh, was erlaubt Blaise sich!“, schmollte Fred affektiert böse, wobei er seine Unterlippe verärgert vorschob und ich tätschelte nur weiter begütend seinen Arm, sehend und wissend, dass jene, die in unserer Umgebung standen, sehr wohl die Ohren spitzten um über die leichte Musik hinweg nur ja nichts zu verpassen.

„Alles und er hat recht, ihr reißt euch jetzt sofort am Riemen! Beachtet Percy nicht, kümmert euch um Ginny… oder nein, die hat Wood! Astoria kümmere dich um die Red Devils und halt sie beschäftigt!“, befahl nun ich endgültig und ich konnte den Unwillen und Unglauben erkennen, der ab jetzt Percys Gesicht zierte.

Die plötzliche Erkenntnis, dass seine beiden unbelehrbaren Brüder sowohl auf Blaise aber vor allem auf mich hörten und von einer böse grinsenden Astoria mitgezogen wurden, die in ein wunderschönes, lindgrünes, luftiges Abendgewand gehüllt war, sorgten dafür, dass Percy seinen Kopf schüttelte als wurden Bienen eben jenen surrend umkreisen.

Jetzt winkte ich über die Entfernung freundlich zu Ginny, die neben einem gutaussehenden Wood stand und dieser hielt sie sanft aber zärtlich zurück, zu der unschönen Familienzusammenkunft zu stoßen. Es war gut zu sehen, dass Wood sich dermaßen gut und fürsorglich um Ginny kümmerte und sie wieder runterholte und ihrem Temperament anscheinend tatsächlich etwas entgegenzusetzen hatte, auch wenn ich Wood früher als leicht cholerisch kennengelernt hatte, wenn es um ein Spiel ging, so zeigte sich halt doch, dass auch er unweigerlich erwachsen geworden war und vorausschauend erkannt hatte, dass noch eine Weasley mehr hier mit Sicherheit gar nicht geholfen hätte.

Damit entschwanden die Twins mit Astoria, nur Blaise, ich und Percy waren zurückgeblieben, als dieser noch immer hitzig zu uns sah.

„Was geht hier vor?“, fragte er lauernd und sichtbar um seine jüngeren Brüder besorgt, worauf ich nur die Augen gespielt irritiert aufriss und hinter Percy ein Räuspern vernehmen konnte.

„Nichts, was für dich von Belang ist, Weasley! Geh zu Audrey, es ist unhöflich seine Dame warten zu lassen!“, kam es sehr kühl, aber auch befehlend von Draco und nun war es an mir erstaunt zu sein, da Percy übergangslos erstarrte und noch gerade, steifer und verstockter wurde, bevor er brüsk, ohne ein weiteres Wort schnell das Weite suchte.

Okay, da hörte aber einer gut auf Draco und das obwohl er angeblich nicht zu Draco gehörte! Sehr spannend, aber Percy hatte ja nie und nimmer was mit Draco zu schaffen, das konnte er dem Minister erzählen, aber nicht mir. Ich schnaubte ihm nun wenig damenhaft hinterher.

„Wollen wir… Blaise und ich es wissen?“, meinte ich daraufhin sarkastisch und deutete mit dem Zeigefinger auf uns drei und zwischen uns dreien hin und her.

„NEIN!“, meinte Draco resolut.

„Okay!“, stimmte mir Blaise nickend zu. Das war interessant, denn ich glaubte jetzt erst recht nicht mehr, dass Percy nur der Begleiter von der Frau war, aber ich sagte und fragte nichts.

Spannend war nur die Offenbarung, wie viele Weaselys anscheinend mit Draco auf die eine oder andere Art verbandelt waren, denn im Prinzip fehlten nur die beiden ältesten Weasleybrüder und Ron hier und alle wären versammelt gewesen. Das Ron nicht hier war lag ja nur daran, dass er nicht eingeladen war und nicht daran, dass er nicht dazu gehörte. Somit wandte ich meine Aufmerksamkeit auf die Umgebung des mittelalterlichen Burghofes, der in der Blumenpracht erstrahlte, dabei konnte ich auch die Ex-Freundin von Percy ausmachen, Penelope Clearwater, die sich eindringlich mit Roger Davies und Kenneth Towler unterhielt und es wirkte so, als würden sich diese Personen eher täglich sehen, denn nur ab und an.

Erstaunlich, was Draco auch immer hier geschaffen hatte, dass er es geschafft hatte häuserübergreifend alle zu vereinen um eine Hochzeit zu feiern, diese Erkenntnis war überwältigend und ich schenkte ihm einen stolzen Blick.

Nun wurde auch wieder die Musik lauter und jeder stieß mit dem freudestrahlenden Brautpaar am anderen Ende an, da sich die in Reih und Glied stehenden Sitzreihen aufgrund der Magie aufgelöst hatten und nun kleine, runde Tischchen wild verteilt im Hof standen und in der frühen nachmittäglichen Sonne verträumt aussahen. Jetzt gab es neben Champagner auch Kaffee, da es bald an den Kuchen gehen würde. Zusätzlich zu den Stehtischen erschienen nun auch runde, stilsicher, weiß und creme eingedeckte Tische und Stühle an denen gemütlich Kaffee und Kuchen verspeist werden konnte.

Unterdessen erlebte ich, dass sich die Flöten nie leerten und immer wieder von selbst mit frischem, gekühltem, prickelndem Getränk füllten, sowie auch die Kaffee und Teetassen beständig bereitstanden, während die Torte mit großen „HeiBuh“ vom Brautpaar angeschnitten wurde. Der erste Teil der Feier, nach der Trauung, fand somit unter freiem Himmel statt. Zum Anschneiden der Torte versammelten sich alle Gäste um das Brautpaar, um das Ereignis angemessen zu huldigen.

http://www.hochzeitsportal24.de/typo3temp/fl_realurl_image/hochzeitstorte-rosen-d8.jpg

Laut und begeistert lachend schnitten sie die wirklich beeindruckende, große, dreistöckige Torte an. Die einzelnen, quadratischen, weiß überzogenen Tortenstockwerke wurden getrennt durch dicke Lagen von weißen und roten Rosenblüten. Somit war die Torte auch wenig verschnörkelt, eher modern und elegant und passte hervorragend zum Stil der Braut. Die beiden schienen ihren Spaß zu haben unter ihren ausgelassenen Freunden, wobei mir durchaus auffiel, dass viele großen Respekt vor dem mittlerweile gar nicht mehr so schlecht aussehenden dreiviertel Troll Flint zu haben schienen, aber er strahlte auch eine gewisse Autorität aus.

Doch als Dracos Stellvertreter musste er die auch bestimmt haben und wie es sich für einen guten Slytherin gehörte, führte er seine Leute augenscheinlich mit harter, strenger Hand.

Magisch schwebte zu jedem Gast ein Stück der Torte auf einem schönen Porzellanteller. Nun wähnte ich mich weniger im Fokus des Interesses und während ich mich auf einen dieser bequemen Stühle setzte, mir die Menge interessiert ansah und versuchte diesem lästigen Wispern, das ich enervierend stetig vernahm nicht zu lauschen, wollte ich alles aufsaugen was mir diese doch sehr bunte Gästeschar an neuen Informationen bot. Hier kamen für mich so viele überraschende Erkenntnisse zusammen. Es beeindruckte mich fast mehr als das was Draco mir am Tag zuvor gezeigt hatte und bestätigte mich in meiner Annahme, dass es noch mehr gab was er mir nicht gesagt oder gezeigt hatte. Ich war gespannt was da noch kommen würde, trotzdem ließ sich meine innere Anspannung nicht leugnen.

Leider ließ sich hier mein Vorsatz, geschichtsträchtige Orte zu meiden, nicht wirklich umsetzen, aber wenigstens überkam mich bis jetzt nicht das unbändige Verlangen mir etwas anzueignen. Immer schön positiv denken, rief ich mir ins Gedächtnis.

Ein Blick in die Runde bestätigte mir, dass sich alles wieder beruhigt hatte, denn auch Ginny wirkte gelöst und glücklich, wenngleich Wood sie von uns gekonnt fernhielt.

Hierbei fiel mir auch auf, dass die Gesellschaft nur aus jungen Menschen und Leuten zu bestehen schien, keine wirkliche Familie, keine Eltern, Großeltern, Tanten und Onkel, nur Freunde und Bekannte waren hier versammelt.

Draco hatte einen Hort und eine Zuflucht für uns junge Leute erschaffen, ging mir auf und das war eine Erkenntnis, die mich unglaublich zufrieden machte. Er bot ihnen hier offenbar viel, egal ob durch Contino einen Job oder ein Versteck, denn nichts anderes war die Burg für mich und ich war mir sicher, dass sie diese nach der Hochzeit unter einen Fidelius stellen würden.

Es war erhellend, aber auch erschütternd zu erkennen, dass ich mit der Connection das Gleiche nur im kleinen, selbstsüchtigeren Rahmen erschaffen hatte, aber nur mit Blick auf mich und die, die mir wirklich nahestanden und in meinen Augen schützenswert waren.

Draco hatte keine der gearteten Ressentiments, er war ein sehr „guter“ Slytherin und ich eine sehr „schlechte“ Gryffindor. Anders ließ es sich wohl nicht umschreiben!

Nun riss mich Draco aus meiner sinnenden Betrachtung, da er sich mit einem Kuchenteller bewaffnet neben mir geschmeidig niederließ und mich hoffungsvoll anlächelte.

„Es ist schön hier…!“, meinte ich auf die nichtgestellte Frage und stützte meinen Arm an der Lehne ab und legte mein Kinn auf eine Hand, während mich seine grauen Augen genau beobachteten.

„Ja, das ist es und jetzt mach den Mund auf!“, balancierte er eine Kuchengabel drohend auf mich zu und ich verzog widerwillig die Mundwinkel.

„Ihhh, warum sollte ich… weiche von mir, Feind!“, lachte ich auf und mein Kinn war hochgegangen, darauf bedacht mein Kleid zu schützen hielt ich meine Hand unter die mich bedrohende Gabel.

„Draco nicht… du weißt, ich mag das nicht!“, machte ich ein leidliches Gesicht, als ich mit Qualen an das Desaster mit der Babytorte der Twins dachte, darum hielt ich mich auch von dieser Torte hier wohlweislich fern, außerdem war ich nicht wirklich als Naschkatze verschrien oder bekannt.

„HAHA… du bist zu amüsant!“, lachte mich Draco böse aus, wohl sehr genau wissend an was ich dachte. „Und nun mach schön den Mund auf!“, forderte er unerbittlich und ich fügte mich augenrollend der „Bitte“ und ließ mich von ihm füttern und mir kam unweigerlich in den Sinn, dass sie Draco im Cottage ebenso mit der Babytorte von Fred hatte füttern lassen müssen, weil er sich geweigert hatte von der Torte zu kosten. Zu witzig, aber ich wusste, er hatte andere Intentionen uns hier so zu präsentieren.

Deutlicher ging es für unsere Umgebung ja wohl kaum und das war auch den einsetzenden „Ahas!“ und „Ohs!“ durchaus anzuhören, als mir Draco die Kuchengabel sachte in den Mund schob und ich das pappsüße Ding leidend schluckte. Gut, ich würde in dem Leben nicht mehr ein Süßigkeiten-Freak werden, somit lächelte ich gequält.

„Lecker!“

„Lügnerin!“, grinste Draco nur sparsam und schob sich nun selbst ein Stück in den Mund und kaute sehr viel genüsslicher als ich.

„Warum ziehst du so eine Show ab?“, legte ich mein Haupt schief und maß ihn intensiv.

„Warum nicht?... Aber mal im Ernst, es wird Zeit, dass sie wissen, dass du das sagen hast und zu mir gehörst!“, spielte er lässig mit der Gabel, bevor er sich das nächste Stück in den Mund schob um es mir anschließend wieder anzubieten, aber ich schüttelte nur rasch den Kopf.

„Oh… aha, interessant! Was erwartest du von mir?“, fragte ich sofort geschäftig.

„Nur langsam, erst mal nichts!“, wiegelte er sofort ab und überschlug nun lässig seine Beine und lehnte sich genießend zurück, als ein zufriedener Blick von ihm über die Anlage schweifte.

„Bitte Draco, ich erkenne, wenn du etwas planst!“, warf ich schmunzelnd ein.

„Nichts, wirklich! Aber du wirst neben mir immer die Chefin von dem chaotischen Haufen hier sein! Wie gesagt, sie sollen lernen, dass du zu mir… zur Familie gehörst!“, stellte er fest und machte deutlich, dass er mich auch hier neben ihm sah.

„Verstehe!“, meinte ich nonchalant, lehnte mich ebenfalls zurück und überschlug die Beine und strich über die Blüten an meinem Knie. Es fühlte sich gut an, dass er mich in dieser Position sah, die Frage war nur, warum er mich neben sich sehen wollte und ob ich das so wollte. „Damit scheinst du aber doch einige zu schocken!“, neigte ich mein Haupt zu dem Pulk, der sich um das Brautpaar scharrte und dieses war nicht das Einzige, das zu uns hersah.

„Dies hier war der beste Zeitpunkt sie damit vertraut zu machen! Marcus und Spi… Alicia werden es verkraften!“, erklärte er lapidar.

„Nicht nett von dir!“, erwiderte ich neutral.

„Wer sagt, dass ich jemals nett oder gar groß rücksichtsvoll war?“, fragte Draco blasiert, dabei lachte ich erheitert laut auf. Viele Augen lagen auf uns und vor allem Ginny und Padma konnten fast gar nicht den Blick von mir und Draco nehmen.

Aber als auch immer mal wieder ältere, schon aus der Schule ausgeschiedene Bekannte kamen und leise mit Draco sprachen, schien es mir als würde er großzügig Hof halten, aber ich verhielt mich ruhig, zurückhaltend und beobachtete alles stumm, während ich ab und an von meinem ewig kühlen und erfrischenden Getränk nippte. Ich nahm die Schönheit des mittelalterlichen Burggartens der Wehranlage in mir auf und ignorierte gekonnt das gehauchte Wispern, das ständig in mein Bewusstsein eindringen wollte, denn ich konnte stur sein, wenn ich wollte und so überhörte ich es großzügig, leider nur für eine sehr kurze Zeit.

Aber so war ich doch unruhig und tippte mit meinem Schuh auf, denn man könnte fast sagen, was für ein Wispern… wenn das nicht bald aufhörte, würde ich dieses Schloss auseinandernehmen und mir mal ansehen was der Grund für das Ganze war, oder besser nicht, denn das war eine Hochzeit. Verdammt, ich sollte an andere Sachen denken!

Es war schön hier und der großzügig verteilte Blumenschmuck machte das ganze regelrecht romantisch, aber es war auch sehr stilsicher, überall edle, weiße Tischdecken und alles Drumherum sehr passend. Ich langweilte mich gerade zu Tode, als es endlich so gegen 17 Uhr sein musste und Flint seine Stimme mit einem Sonorus erhob.

„Meine Gäste, es geht rein in die Burg! Das Essen wird gereicht!“, meinte er nur knapp und kurz und da wusste ich was Draco an Marcus schätzte.

Somit erhob er sich mit seiner schönen Braut und schritt mit ihr voran in die mittelalterliche Steinburg und ich konnte zusehen, wie ihre weiße Schleppe über den Boden strich, während sie im Inneren der düster wirkenden Festung verschwanden.

Da raffte auch ich mich auf und konnte erleben, wie von Geisterhand die Gartenstühle und Tische verschwanden und nur noch vereinzelte Stehtische zurückblieben und sich Kohlepfannen passend für die Umgebung entfachten und sanftes Licht in dem schwindenden, rotgoldenen Schein der Sonne verbreiteten.

„Du entschuldigst mich kurz, ich möchte mit Chambers und Summerby wegen des Shamrock sprechen!“, meine Draco höflich, dabei blickte er zu zwei jungen Männern, die ich noch von früher kannte, aber es waren Raben und Dachse und Draco amüsierte mich damit über alle Maßen, weswegen ich ihm einen Stups gab und ihn rasch entschwinden sah.

Also schritt ich nun allein über den Teppich in Richtung der Burg als sich mir Padma in ihrer gewohnten Festgewandung, dem wunderbar anzusehenden Sari, näherte. Es war ein heller, fröhlicher Sari in einem zarten türkisgrün mit lilafarbener Bordüre. Kunstvoll und eng war das lange Tuch, das der Sari ja war, um ihren Körper gewickelt, sodass er einen langen, engen Rock bildete, welcher ab dem Knie sich raffiniert öffnete und die violette Rückseite des Saris zeigte und so farblich einen sehr schönen Akzent setzte. Unter dem Sari schien sie ein lilafarbenes, edles Oberteil zu tragen, welches an einer Schulter hervor schaute. Über die andere Schulter war lang und wallend das Ende des Saris gelegt und bildete so was wie eine Schleppe.

http://www.indiansaristore.com/as-01-2009/indian-sarees/sari-as-09.jpg

„Hermione?... Das alles ist… überraschend!“, meinte sie nichtssagend, mit einem lauernden Ausdruck in den großen, kohlrabenschwarzen Augen, die betont wurden, da sie ihr ehemals hüftlanges Haar straff aus dem Gesicht gebunden hatte, es aber trotzdem offen über ihren Rücken floss. Doch seit Kingswear endete es nun, anders als bei ihrer Zwillingsschwester, schon bei den Schulterblättern.

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