When Hermione Fights
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 Kapitel 96-97

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queenie
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Kapitel 96-97 Empty
BeitragThema: Kapitel 96-97   Kapitel 96-97 EmptyDo Feb 09, 2012 2:43 am

The Second War Begins


Fragen wurde mir keine gestellt und Harry schenkte mir nur einen nachsichtigen, aber irgendwie auch traurigen Blick, der ein tiefes Wissen und Verständnis widerspiegelte und so zogen wir uns alle früh zurück in unsere Betten.

Ich schlief recht gut, auch wenn ich lange überlegt hatte und meine Pläne wieder in meinem Hirn abgelaufen waren und sich sehr stark ausgebreitet hatten. Es würde sich zeigen, ob ich alles bedacht hatte, denn morgen würden mich meine Eltern zum letzten Mal vom Zug abholen, danach… ja, danach würde es bald keine Familie Granger mehr geben!

Oh Mann und so leerte ich meinen Geist und versuchte, an gar nichts mehr zu denken.

Als der nächste Morgen kam kleidete ich mich in ein sommerliches, rotes T-Shirt und eine Jeans. Ich musste ab jetzt immer voll einsatzfähig sein, denn mein Zeitplan lief straff seinen Gang, auch meine Haare band ich zu einem praktischen Pferdeschwanz zusammen.

Puh, überkam mich eine eisige, innere Kälte, wenn ich an die nächsten zwei Tage dachte, tat ich wirklich das Richtige?

Gute Frage, aber ich verbot mir, mich vor so eine Frage zu stellen, da ich wusste, eine Umkehr gab es nicht, wenn ich nicht so wie geplant meine Pläne zügig durchzog, würde es für meine Eltern in den nächsten Wochen und Monaten eklatant gefährlich werden, es wäre schlicht ein Wagnis, sie in ihrer bisherigen Welt zu belassen.

Denn eins war klar, Lucius würde nicht aufgeben und nachdem ich aufgrund der Zeichnung zu seiner Familie gehörte, würde er meine Eltern neben sich bestimmt nicht akzeptieren, dies war allerdings nur das erste Problem, dennnachdem der Dark Lord wieder in Erscheinung getreten war, lebten meine Eltern als wehrlose Muggel nicht sicher. Die Zeichen standen auf Sturm, die Überfälle würden schlimmer werden, nun war es so weit.

Der zweite Krieg begann!

Und ich war bereit, wo die magische Gesellschaft erst jetzt langsam aus ihrem Dämmerzustand erwachte und die Augen zu öffnen begann, war ich schon beim Ausführen meiner lang vorbereiteten Pläne und beim Planen von neuen, wie ich damit umgehen konnte, dass der Krieg nun begann. Die nächsten Tage würden so aufregend werden, da ich sehr viele erste Male erleben würde. Ich weiß, ich habe dies schon mal vor langer Zeit gesagt, aber es gab sie immer noch, Dinge, die ich noch nicht getan hatte, auch wenn es weniger wurden. Nun, ich war wirklich gespannt, wie ich diese Dinge umsetzen würde, denn leicht würde es nicht werden.

Wir begrüßten uns alle verhalten und ich erschrak, als ich Harry gegenüberstand, dieser sah aus wie ein Zombie, einfach schrecklich! Er hatte ganz eingefallene Wangen, er schien in der Nacht geweint zu haben, da seine Augen rot umrandet waren. Auch wirkte seine ganze Haltung als wäre er ein geprügelter Hund, wie es schien nahmen ihn die ganzen Offenbarungen sichtlich mit und auch seine Trauer um Sirius durfte man nicht vergessen, aber so souverän wie er mir gestern vorgespielt hatte war er heute nicht mehr, selbst seine Haare hingen ihm heute irgendwie schlaff ins Gesicht.

Aber so leid es mir tat, da konnte ich ihm nicht helfen, da würde er selbst einen Weg raus finden müssen auch wie er mit den neuen Erkenntnissen umging und ich hoffte sehr, dass er sich für mich entschied.

So gingen wir alle schweigend und in einer melancholischen Stimmung gefangen zum Frühstück, dem ich mich dank gewisser hungriger Personen nicht hatte entziehen können und ich ahnte, was gleich nach der Post wieder passieren würde. Ich war gespannt, was Harry sagen würde.

Wir tratschten belangloses Zeug und sahen Ginny dabei zu, wie sie sich an Dean festklammerte. Seit den Ereignissen im Ministerium warf sie nicht mehr so verlangende Blicke zu Harry. Sie schien es nun mit Dean sehr viel ernster zu meinen als zu Beginn der Beziehung. Dieses erneute Aufeinandertreffen mit dem Tod, das sie ja in ihrem zweiten Jahr schon hatte erleben müssen, schien sie aufgeschreckt und wieder auf die Wesentlichkeiten im Leben aufmerksam gemacht zu haben und ich meine, Dean war kein schlechter Fang, er sah sehr schnittig aus, war zwar hitzköpfig aber ansonsten sehr lieb.

Ich fand es gut, dass sie dieser Beziehung eine Chance geben wollte, auch Ron sagte nichts dazu und akzeptierte mit einem erstaunlichen Langmut, dass Ginny mit Dean sehr glücklich zu sein schien. Auch er hatte die Mysteriumsabteilung nicht ohne innerlichen Reifegewinn verlassen. Ron trug nicht nur die sichtlichen Narben an den Armen, auch in ihm hatte sich etwas verändert. Er war erstaunlich ruhig, seitdem er wieder erwacht war und wenn er dachte es sah niemand, schielte er sehr intensiv zu Lav, da war ich ja auf das nächste Jahr gespannt.

Als die Post kam und ich sie las, wie alle anderen, konnte ich mir hinter dem raschelnden Papier ein seliges Strahlen echt nicht verkneifen. Also so mochte ich meinen Käfer doch gerne, das hatte sie wunderbar gemacht, perfekt!

Armer Fudge, er tat mir ja so was von gar nicht leid!

Rita zog gefährlich über ihn her und fragte plakativ, was Schulkinder so schlimmes tun konnten, wie die mit dem Dark Mark gezeichneten Männer, die bekannte Mörder waren und sich nun dank dem Ministerium wieder auf freiem Fuß befanden. Ob jetzt die Schüler von Hogwarts die Arbeit der Auroren übernehmen und sich auf die Suche nach den ausgebrochenen Sträflingen machen sollten? Da schließlich bisher nur Schulkinder es geschafft hatten, Mitglieder dieser gefährlichen Vereinigung zu schnappen und kurzzeitig Dingfest zu machen. Sie provozierte weiter, ob sich die Aurorenabteilung darüber nicht den Kopf zerbrechen sollte, wie demütigend es doch für sie wäre, dass Schüler, Kinder bessere Leistungen auf diesem Gebiet erbrachten als sie. So schlimm es klang, aber anscheinend waren die getöteten Auroren von Askaban dazu ja nicht in der Lage gewesen, sich erfolgreich zu verteidigen, während die Gruppe rund um Harry Potter ja immer noch vollzählig war. Oh, so bitterböse wie sie dies formulierte, das konnte doch nur Rita, da troff der Sarkasmus aus jeder Zeile.

Der Artikel führte dazu, dass unsere Gruppe mal wieder genau beobachtet wurde, da die anderen ja heute erst genauere Informationen darüber erhielten, was genau beim Kampf im Ministerium passiert war. Und so kassierten wir auch einige sprachlose aber auch respektvolle Blicke, aber auch unsere Mitstreiter, da wir immer noch lebten, das hätten die anderen wohl nicht gedacht, dass das so eine haarige Angelegenheit gewesen war, bei der auf Messers Schneide stand, ob wir da lebend rauskamen oder nicht.

Tja, wenn die dachten, wir machten solche Aktionen zum Spaß oder weil wir uns wichtig machen wollten, waren die schon seit Jahren auf dem Holzweg, da wir bisher immer um unser Leben gerannt waren und um nichts weniger! Aber die lebten eh alle auf einer rosaroten Wolke, aber der Artikel schien einige zu berühren, da sie uns sehr ehrfurchtsvoll anglubschten.

Was, wie es schien, Neville sehr zu konsternieren schien, so viel verehrende Aufmerksamkeit, da er mit Harry tuschelte und sehr verunsichert wirkte, da er sonst immer nur aufgrund seiner Unfähigkeit und Tollpatschigkeit auffiel.

Harry klopfte ihm aufmunternd auf die Schulter und flüsterte etwas zu ihm und als dieser beruhigt in seinen Muffin biss, wandte Harry sich mir mit einem schelmischen Glanz in den smaragdfarbenen Augen zu und flüsterte:

„Das kommt von dir?“, beugte er sich noch näher zu mir, sein Atem strich über mein Ohr und ich nickte bestätigend.

„Ja, natürlich, ich habe gestern, als du in der Krankenstation warst, einen langen Brief geschrieben!“, bekannte ich offen.

„Heftig, hat sie was dazu geschrieben, oder alles von dir übernommen?“, forschte er neugierig nach und trank einen Schluck von seinem Kaffee, ja, seitdem er vor einiger Zeit begonnen hatte , täglich mit mir zu laufen hatte er auch zum Kaffee gefunden. In Snapes Räumen hatte er ihn noch vorsichtig probiert, doch wie erwartet war er nach seinem anfänglichen Ekel auch dem Koffein verfallen und war nun ein Kaffeejunkie, ja ja Harry wurde erwachsen, eindeutig.

„Sie hat vieles übernommen, aber es, wie gewohnt, gut umgesetzt!“, erklärte ich positiv gestimmt, da er mich besonnen fragte.

„Warum? Warum wolltest du so einen Artikel? Ich möchte gerne deine Überlegungen verstehen, du weißt, ich mag die Aufmerksamkeit nicht und du doch erst recht nicht?“, forschte er mit offener Neugier nach.

„Alles richtig ,Harry, aber das einzige Mittel, welches wir derzeit haben, ist die Manipulation der Öffentlichkeit und dafür ist dies hier leider der einzige Weg… wenn wir den Menschen da draußen nicht zeigen, wie unfähig das Ministerium ist, laufen sie mit geschlossenen Augen in die Fänge vom Lord und das wollen wir doch nicht. Ein paar Knüppel sollten wir ihm schon zwischen die Beine werfen! Denn wie Dumbledore die ganze Zeit mit seinem Orden für Aufklärung sorgt, sehe ich noch nicht!“, schnaubte ich abfällig und mein düsterer Blick ging zum Lehrertisch.

„Ah, ich verstehe, du spielst Strategiespielchen, nicht wirklich mein Ding, aber ich verstehe deine Erklärung unter dieser Betrachtung, gut gemacht. Du hast Skeeter anscheinend sehr gut… wie soll ich das denn sagen…?“, wedelte er mit der Hand unbestimmt durch die Luft.

„Harry, Rita wird alles tun was ich ihr sage, sie gehört mir! Aber das weißt du doch seit dem Interview für den Klitterer!“, hielt ich mich nun an meine neue Offenheit Harry gegenüber, da er die Wahrheit verdiente.

„Was? Oh nein, ich weiß, ich weiß, aber wenn du so redest bekomme ich schon wieder Bauchweh, das klingt so kalt!“, blitzte wieder Harrys bisheriges Ich durch, das eigentlich immer mehr verschwand und er fuhr sich stöhnend durch seine, heute platten, Haare.

„Das ist es, aber beruhige dich, ihr passiert ja nichts!“, beschwichtigte ich ihn.

„Ja, aber nur solange sie spurtet, sehe ich das falsch?“, fragte er wissend und klang dabei sehr unglücklich.

„Mhm… vielleicht, aber sie ist sehr brav!“, zuckte ich mit den Schultern und nahm kurz einen Schluck von meinem Kaffee. Ritas Schicksal interessierte mich nicht wirklich, nur soweit sie für mich nützlich war.

„Oh, Hermione…!“, schüttelte er den Kopf hilflos und betroffen, währenddessen blickte ich zum Slytherintisch und begegnete den eisgrauen Augen von Draco, der mir zeigte, dass er die gestrige Demütigung noch nicht vergessen hatte, als ich ihn einfach stehen ließ. Und ich bemerkte Daphnes frohen, erleichterten Blick, der mich kurzzeitig verwunderte, aber dann fiel mir ein, dass Blaise es wohl trotz des Ausbruchs ihres Vaters gedeichselt bekommen hatte, dass sie die Ferien bei ihm bleiben würde. So glücklich, wie sie aussah und so zufrieden, wie der gutaussehende Slytherin in die Gegend sah, hatte er eindeutig Erfolg gehabt.

„Harry, vertraust du mir?“, fragte ich sehr ernst und hielt fest mit ihm Augenkontakt und er blickte mich abwägend an.

„Immer!“, machte er mir ein großes Geschenk und ich zeigte ein glückliches Lächeln.

„Das ist gut, denn ich werde versuchen, dich nie zu enttäuschen, denn ich vertraue dir auch…!“, wurde ich unterbrochen, als die Glocken zum Aufbruch riefen und alle nervös und hektisch aufsprangen, um eilig nach draußen zu den Kutschen zu strömen.

Als wir aus dem Portal traten, standen die Kutschen schon in Reih und Glied und warteten darauf, uns zum Hogwarts Express zu bringen. Die Thestrale warfen ihre Drachenköpfe in den Nacken und scharrten unruhig mit den Füßen. Sie waren schauerlich schön und ich erlebte, als ich an einem der Pferde vorbeiging, wie es seine Schnauze genüsslich in meinem Haar vergrub, diese Tiere entwickelten eine immer größere Affinität zu mir. Das hatte wohl doch was mit meinen Taten zu tun und ich verzog unwillig meine Mundwinkel.

„Du siehst sie auch, oder?“, kam mir Harry vertraulich nah.

„Ja, Harry, seit diesem Sommer!“, bekannte ich mit meiner neuen Offenheit, ihm weiterhin ehrlich antwortend.

„Was…? Oh, du warst nicht verwundert am ersten Schultag? Ich erinnere mich, aber, aber was… wen hast du in den Ferien sterben sehen…?“, fielen die Worte aus seinem vor Erstaunen offenen Mund.

„Nein, Harry, denn ich habe das Schulbuch gelesen und wusste von diesen Wesen. Gut, dass sie die Kutschen ziehen, das wusste ich bis dahin nicht, aber ich habe aufgrund ihres Anblicks meinen Geisteszustand nicht in Frage gestellt und um auf deine andere Frage zu kommen, die werde ich dir unter vier Augen in den Ferien beantworten!“

„War so klar, dass du so was sagen würdest!“, entgegnete er sehr resigniert, aber er drang nicht weiter in mich und Ron zog ihn mit einer Frage zu Quidditch in seinen Bann und er ließ sich anscheinend gerne gefangen nehmen.

Die Fahrt bis zum Zug verlief holprig wie eh und je und wir durften zusehen, wie Ginny intensiven Speichelaustausch mit Dean betrieb und Ron mit Harry die zu erwartenden Spielergebnisse besprach, als wir auch schon ausstiegen und uns der roten Lok mit den vielen Waggons gegenübersahen, die uns nun neun Stunden lang beherbergen würde.

Wir, die komplette Gruppe, die im Ministerium gekämpft hatte, suchten uns ein gemeinsames Abteil.

Aufgrund unserer Erlebnisse waren wir alle sehr verhalten. Wir alle hatten gekämpft, wir alle waren an unsere Grenzen gegangen, wir sechs waren nicht mehr dieselben wie vor ein paar Tagen und so kam keine aufgekratzte Ferienstimmung auf.

Wir alle hingen unseren schwermütigen Gedanken nach, selbst Ron war ruhig und ließ die Landschaft an sich vorbei laufen und auch Luna träumte nicht nur vor sich hin, dafür war der Ausdruck in ihren Augen einfach zu ernst. Ab der Hälfte der Fahrt verließ uns Ginny, da sie das Vergessen in Deans Armen suchte. Was ich ihr von Herzen gönnte, am liebsten hätte ich mich auch in Dracos starke Arme gekuschelt, denn ich wusste, wenn ich den Fuß aus diesem Zug setzte, begann eine wahrlich anstrengende Zeit für mich.

Auch Harry wirkte unruhig, da er beständig mit seiner Lippe spielte, sie wirkte schon völlig zerbissen und das ging mir auf den Keks. Ich nahm wahr, wie Draco, Blaise und Daphne an unserem Abteil vorbeigingen und wie Harry bei diesem Bild zusammenzuckte. Da kam mir die Erkenntnis, dass er sich um Daphne sorgte, da er ja von meinem Plan nicht den blassesten Schimmer hatte. Na, da würde ich ihnen doch mal eine Minute erkaufen, in der sie ihm die frohe Botschaft verkünden konnte, bei Blaise in Sicherheit zu sein.

„Harry, kommst du, wollen wir für die trübe Meute hier ein paar Süßigkeiten besorgen?“, fragte ich locker und warf ihm einen bedeutungsschwangeren Blick zu.

„Ähm, ja klar, ich komme!“, machte es zum Glück bei ihm gleich klick.

„Soll ich mitkommen?“, kam es tranig von Ron.

„Nein, lass mal, wir sind in fünf Minuten wieder da!“, sagte Harry und winkte ab.

Wir gingen gemeinsam raus und als sich die Abteiltür schloss sah mich Harry fordernd an.

„Ich hab deinen Blick gesehen, als die Schlangen vorbeigegangen sind, du willst bestimmt schnell mit ihr reden, oder? Ich werde die zwei männlichen Exemplare ablenken!“, bot ich rasch an.

„Das ist Malfoy!“, kam es bestürzt von Harry.

„Na und? Er ist Vertrauensschüler, wie ich, ich werde ihn durch den Zug hetzen. Ich mach das schon, nütze du lieber die Chance und rede mit ihr!“, bestimmte ich rigoros.

„Okay, danke, dass du dir so Mühe gibst!“, diskutierte er zum Glück nicht weiter.

„Immer gerne, Harry, immer gerne!“ So gingen wir weiter den Zug entlang und sahen die drei Slytherins am Süßigkeitenwagen anstehen. Ich tat es wirklich gern, verschaffte es mir doch auch noch ein paar Augenblicke mit Draco.

„Vielen Dank nochmal, Blaise, ich weiß gar nicht, wie ich dir danken soll!“, hörten wir noch Daphne sagen und ich bemerkte und spürte, wie sich Harry neben mir verspannte und so schritt ich ein.

„Ach, Malfoy, ich muss was mit dir besprechen, dein Freund hier wird dir dabei bestimmt helfen können!“, zog ich mit lauter Stimme die Aufmerksamkeit auf uns und alle Köpfe fuhren zu mir herum, sahen mich irritiert an, als hätte ich sie nicht mehr alle.

„Was willst du denn von mir?“, kam es wunderbar schnarrend von Draco. Er war der geborene Schauspieler, denn dass wir regelmäßig das Bett teilten, würde keiner, bei dieser kalten und hämischen Art mich zu begrüßen, annehmen.

„Was wohl? Du bist Vertrauensschüler, ich bin dasselbe und dein Freund hier kann anpacken, also wenn ich bitten dürfte!“, wandten sich die anderen Neugierigen wieder ab, da dies doch nicht so spannend war und werden würde, wie von den Sensationshaschenden erhofft, da ich das langweilige, offizielle Amt eingebracht hatte.

„Und Potter ist wohl zu doof dazu, dir zu helfen… aber nun gut, soll mir doch keiner nachsagen, wir Malfoys kommen unseren Aufgaben nicht nach. Blaise, komm mit, du, Daphne, kaufst die Sachen! Dann setz dich in Bewegung, Granger!“, knurrte er arrogant, warf sein Haupt herrschaftlich zurück und setzte sich hochmütig in Bewegung, wobei Blaise brav folgte und ich zwinkerte den beiden Turteltäubchen zu.

Wir hielten in einem leeren Durchgang des Zugs.

„Was sollte das?“, fragte Blaise leise.

„Was wohl, Harry macht sich Sorgen und ich wollte ihm die Möglichkeit geben, mit Daphne zu sprechen, wie hast du es geschafft?“, fragte ich neugierig.

„Ach ganz einfach, die Mama war ganz begeistert, nicht auf die Bälger aufpassen zu müssen und selbst jetzt, wo Greengrass frei ist, waren beide froh aufgrund der angespannten Lage für die Familie, nicht auf die Kinder Rücksicht nehmen zu müssen und haben Daphne heute in der Früh geschrieben, dass es besser ist, wenn sie diese Ferien nicht heimkommen und bei mir bleiben! Auftrag ausgeführt, Schönste und ich hoffe, du bist zufrieden!“, zeigte er sein charmantestes Grinsen.

„Oh ja und wie, am liebsten würde ich dich jetzt küssen!“, zeigte ich mich sehr erfreut und strahlte ihn verführerisch an, als eine schneidende Stimme uns unterbrach.

„Mit Sicherheit nicht, du hast niemanden außer mir zu küssen, verstanden, Mudblood?“, zog mich Draco an der Taille besitzergreifend von Blaise weg.

„Seit gestern wohl nicht so gut drauf, was Draco?“, zog ich eine Augenbraue provokant hoch und blickte abwägend auf sein bestes Stück.

„Reiz mich!“, drohte Draco und kam mir bedrohlich näher.

„Immer gern, dann bist du so gut… ich werde mich schon noch für gestern entschuldigen!“, versprach ich mit rauer Stimme und leckte mir sinnlich über die Lippen, was Dracos Augen wie magisch anzuziehen schien.

Ich hatte auch noch einen Finger erhoben und fuhr damit verlangend über seine Brust, solche Spielchen mit ihm machten einen irren Spaß und ich hörte, wie Blaise scharf Luft holte.

„Hört auf, Leute, sonst muss ich mir auf der Toilette noch einen runterholen, bei euch sprühen gerade gefährlich die Funken. Ihr könnt hier nicht zur Sache kommen!“, jammerte Blaise leidlich und Draco sah ihn kühl an und packte dann meine Hand, nahm sie in seiner gefangen und hauchte einen wunderbaren Kuss auf meinen Handrücken.

„Leider, zu meinem Leidwesen hat Blaise recht. So sag mir aber, was du heute mit dem Artikel bezweckt hast, sehr erheiternd, aber ich denke, der Käfer hatte die Informationen von dir!“

„Wie immer vollkommen korrekt, Draco, warum? Fudge ärgern, du glaubst doch nicht, dass ich ihm diese Schmierenkomödie von gestern vergesse und verzeihe? Das war meine Rache und dann hat mich noch was in Umbridges Büro aufgeregt… aber nun gut!“, entzog ich ihm meine Hand und winkte ab als würde ich eine lästige Fliege verscheuchen.

„Ich genieße es, wenn du dich so echauffierst, Liebling!“, grinste Draco zufrieden.

„Kommt, Leute, wir müssen zurück!“, warf Blaise sorgenvoll ein.

„Er hat leider recht, aber solltest du meine Hilfe brauchen, ruf mich über die Münze, ich werde immer umgehend erscheinen!“, sprach Draco fürsorglich und hielt nun mein Gesicht in seinen Händen, schaute kurz rechts und links und beugte sich dann rasch hinab, küsste gefühlvoll meine Stirn, woraufhin ich verzückt seufzte.

Wir drei schlenderten zu Harry und Daphne zurück, die schon mit bepackten Händen in dem engen Flur standen und sich tuschelnd unterhielten, als sie uns aber bemerkten fuhren sie, wie ertappt, auseinander, was wir drei, generös wie wir waren, übersahen.

„Harry, komm, ich habe alles erledigt!“, nahm ich ihm einiges seiner Last ab, das gleiche tat Blaise auch bei Daphne, nur Draco würde sich zu so einer Tat nicht herablassen, schließlich war er ein Malfoy, dachte ich schelmisch.

Aber Blaise bekam für seine Hilfsbereitschaft einen todbringenden Eifersuchtsblick von Harry, was Draco, wie ich mitbekam, fast die Contenance gekostet hätte, so sehr erheiterte ihn dies. War aber auch zu komisch, Blaise würde sich nie an Daphne vergreifen, erstens war sie ihm zu heiß, sprich zu ernsthaft, da sie eine echte Beziehung suchte und er ganz sicher nicht und ich glaube, dazu mochte er sie auch zu sehr. Und zweitens wusste er, dass sie verliebt war und auch in wen und dass ich ihn wohl umbringen würde, sollte er versuchen, sich zwischen Harry und Daphne zu drängen. Und drittens, ich glaube, er hatte augenblicklich so viele Liebschaften gleichzeitig laufen, dass ich Angst hatte, er blickte gerade selbst nicht durch mit welchen holden weiblichen Wesen gerade noch was lief und wen er schon wieder abgeschossen hatte.

„Was glotzt du so blöd, Malfoy? Schade, dass dein Vater nicht in Askaban verrottet!“, spuckte ein schlecht gelaunter, eifersüchtiger Harry dem abfällig grinsenden Draco ins Gesicht und mir stockte der Atem, gar nicht gut!

„Potter, was fällt dir ein, so mit mir zu reden?“, blieb Draco ruhig aber er zog seinen Stab, wie es auch Harry tat.

„Was mir einfällt? Ihr seid einfach zu selbstgefällig, ihr Death Eater…!“, schimpfte Harry wie ein Rohrspatz weiter und ich wollte gerade eingreifen, als ich Draco hörte und bei dem was er sagte, stockte mir doch mein Herz.

„Potter, du solltest niemanden nach den Taten der Eltern beurteilen, sondern nur durch die Taten, die er selbst begeht und ich versichere dir… noch bin ich keiner!“, kam es sehr abgeklärt von Draco und auch Daphne starrte geschockt auf die spannungsgeladene Szene und Blaise sah auch komisch drein.

Ich konnte nicht glauben, dass Draco gerade Harrys Worte verwendet hatte. Als er diese Erkenntnis über seinen Vater in Snapes Räumen gehabt hatte und Harry erkannte seine Worte wieder, so blinzelte er auch perplex von mir zu Draco und zurück.

Wow, hatte Draco das mit Absicht getan? Ich hatte ihm nie von Harrys Erinnerung erzählt, nur von dem gebesserten Verhältnis zu Snape und dass dies auf dieser eben wiederholten Erkenntnis beruhte, aber ich war mir sicher, dass Harry diese Botschaft, warum auch immer Draco sie ausgesprochen hatte, zu einem Teil verstanden hatte.

„Hermione, komm…“, wandte Harry Draco abrupt den Rücken zu und Daphne warf Harry einen eindeutigen Blick zu, dass da nichts war und er nickte knapp.

So folgte ich ihm schnell. Als wir die Abteile entlang eilten und die Slytherins hinter uns ließen, bemerkte ich in einem Abteil voller Ravenclaws Cho und ihre Freundin Marietta, die Petze, da fiel mir doch glatt ein, dass die Gute immer noch nicht sprechen konnte und ich mir vorgenommen hatte, ihr den Fluch zu nehmen, wenn wir im Zug wären. Ich sah, wie Cho mit den anderen Mädchen redete, während die Petze in einem Buch blätterte.

„Äh, Harry, geh schon mal vor, ich komm gleich!“, bremste er ruckartig und musterte mich skeptisch.

„Warum?“, kam es sehr misstrauisch.

„So halt!“, redete ich mich heraus, versuchte es zumindest.

„Hermione…!“, entgegnete er drohend.

„Na, dann warte halt!“, zischte ich leise, nur minimal genervt von seinem Misstrauen und zog meinen weißen Stab unauffällig, was ihn die Augenbrauen heben ließ und er sah, wie ich etwas zu rezitieren begann, wer hatte auch gesagt, dass der Fluch des Schweigens ein weißer Spruch war? Eben, keiner!

Und ich sah, wie sich eine weiße Kugel aus meiner Stabspitze löste und konnte beobachten, wie sie sich manifestierte. Nun trat Harry neugierig nah neben mich und so konnten wir beide zusehen, wie diese weiße, schwebende Kugel in das Abteil eindrang und auf Marietta zuhielt.

Als einige der Mädchen das bemerkten, begannen sie zu kreischen, ja, zu kreischen… hey, also bitte, das war nur eine weiß schimmernde, durchsichtige Kugel, kein Dementor.

Aber nun gut, das ließ die vom Buch gefesselte Marietta erschrocken aufblicken und sie öffnete aus einem Instinkt heraus den Mund und in diesem Moment nahm die Kugel an Fahrt auf und sauste zielstrebig auf diesen zu und Schwupps, weg war die Kugel. Es ging so schnell und Marietta und ihre Freundinnen sahen panisch zu ihr, als dieser kleine, leuchtende Ball in ihrem Mund auf Nimmerwiedersehen verschwand.

Marietta ließ das Buch fallen und griff sich panisch an die Kehle. Ich zwinkerte mit einem Seitenblick lächelnd zu Harry und verdrehte, ob der Theatralik, die Augen und er sah mich fragend an.

Ich zeigte wieder durch das Glas und er wandte dem inneren Trubel seine Aufmerksamkeit zu, als auf einmal ein langgezogener Schrei aus der Kehle von Marietta entstieg, sie die Augen weit aufriss und sie nach langer, langer Zeit wieder zu sprechen begann. Ihr plötzlich einsetzendes Strahlen, wieder ihre Stimme gefunden zu haben, ging einem doch glatt zu Herzen. Die Tränen traten in ihre Augen und liefen nun ungehindert über ihre Wangen, da teilte sie ihr Pony und ihre verschandelte Stirn wurde sichtbar, aber dieses Andenken an ihren Verrat würde bleiben und so wollte ich mich gerade abwenden, als ich mitbekam, dass man uns an der Türe entdeckt hatte und schon wurde diese aufgerissen.

„Ihr wart das…?“, rief Cho aufgebracht.

„Was, meine Teuerste?“, fragte ich sehr unbeteiligt, Harry neben mir verharrte stumm.

„Ihr habt ihr ihre Stimme wiedergegeben, warum erst jetzt?“, zischte Cho aufgebracht und alle anderen Ravenclaws im Abteil starrten besorgt zu uns und Marietta sah furchtsam zu mir, die ich nun mit schiefgelegtem Kopf betrachtete.

„Ich dachte, sie freut sich!“, erklärte ich neutral, da schluckte das gezeichnete Mädchen schwer.

„Warum erst jetzt? Mach auch das auf ihrer Stirn weg!“, forderte Cho böse und ich warf ihr einen sehr langen Blick zu.

„Cho, sprich nicht so mit mir, echt nicht! Sie sollte froh sein, wieder ihre Stimme zu haben. Ich hätte, das nicht tun müssen, dies war ein großer, gutmütiger Akt von mir! Vergiss das nicht, Cho und das andere tja, da kann ich nichts tun, für den Zauber gibt es leider keinen Gegenfluch… es tut mir leid aber mit der Entscheidung, die sie damals getroffen hat, wird sie ihr Leben lang leben müssen… außer, außer natürlich…“, ließ ich meine Antwort provokant offen.

„Was? Mach es nicht so spannend!“, fuhr mich Cho ungehalten an.

„Nana, ich weiß nicht, ob das der richtige Ton mir gegenüber ist aber nun gut, außer sie entwickelt ein großes Talent im Erfinden von Sprüchen, dann könnte es sein, dass ihr vielleicht einmal ein Gegenfluch gelingt!“, kam es böse von mir. „Und wenn du mich weiter so anblaffst, Cho, kann ich den Fluch mal an dir testen, um dich stumm zu machen, so wie mir Marietta scheint, überlegt die jetzt dreimal was sie sagt!“, erklärte ich gehässig, in ihr schien es zu brodeln, als ich dies derart hämisch offenbarte und nun wandte sie sich zornbebend an Harry. Mittlerweile hatten uns die Schlangen eingeholt und schlichen an uns vorbei und Daphne beobachtete den Schlagabtausch zwischen Harry, mir und Cho genau.

„Und du, Harry, du sagst dazu gar nichts was deine tolle Freundin so treibt?“, fauchte sie nun Harry wütend an und dieser hob beschwichtigend beide Hände.

„Wow, Cho, ich bitte dich, deine Freundin ist selbst schuld!“, stand der Gute auf meiner Seite und ich ließ mir mein Glücksgefühl nicht anmerken, als ich verfolgte, wie Marietta ihre Hand auf Chos Arm legte und leise bat:

„Chrmm… lass es gut sein, es war nett von ihr, chrmm… mir meine Stimme wiederzugeben!“, wisperte sie rau, wobei sie versuchte, ihre Freundin zu beruhigen, die aber etwas einwenden wollte:

„Aber Marietta…“

„Nein, lass, chrmm... nicht dass sie es noch schlimmer macht, bitte, Cho!“, schwang eindeutig Angst in ihrer heiseren Stimme mit, oh gut, jetzt wurde mir schon offene Furcht entgegen gebracht, was würde die Süße hier denken, wenn sie wüsste, dass ich wusste, mit was Umbridge sie erpresst hatte. Ich würde von Stund an eine neue beste Freundin mit dem Namen Marietta haben, aber dieses Pulver behielt ich lieber noch in der Hinterhand.

„Meine liebe Cho, hör auf deine so weise gewordene Freundin, nerv mich nicht!“, kam es sehr ruhig, leise und sehr gehässig von mir, dieses Mädchen hatte kein hohes Ansehen bei mir.

Damit wandte ich ihr nun demonstrativ den Rücken zu und Harry tat es mir gleich und so entfernten wir uns schweigend. Als wir außer Sicht waren legte Harry los:

„Du hast es nicht vergessen?“, war er etwas erstaunt.

„Ich vergesse nie was, Harry!“, erklärte ich gefasst.

„Ich fand’s gut, dass du ihr ihre Stimme wiedergegeben hast. Warum wolltest du mich wegschicken?“

„Weil ich nicht wollte, dass du involviert bist, was du jetzt leider bist, wenn ich die Böse bin ist es egal, aber ich sollte dich da nicht mit hineinziehen!“, erklärte ich ihm umsichtig und zeigte ihm mal wieder meine Sorge um ihn.

„Hermione, wann lernst du, dass du mich nicht los wirst? Ich bin eher stolz auf dich, dass du die Courage hattest es rückgängig zu machen, das hätte nicht jeder getan… und ich denke,Marietta ist sich der Tatsache bewusst! … Das war kein weißer Zauber, oder?“, fragte er noch vorsichtig nach.

„Ich denke nicht, dass das hier der richtige Ort für solche Gespräche ist, Harry!“, unterbrach ich ihn besorgt.

„Wo du recht hast, wie immer. Komm, Ron dürfte schon vor Hunger sterben!“, waren wir an unserem Abteil angekommen, wo unsere Rückkehr schon sehnsüchtig herbeigesehnt wurde. Ich war zwar erstaunt, dass Harry nicht weiter wegen Draco insistierte, aber auch dankbar, da ich bald meinen Eltern gegenüber stehen würde.

So verbrachten wir noch leutselige Stunden, bis wir langsam in den Bahnhof einliefen, auf dem drängelnden Weg nach draußen nützte ich noch die Möglichkeit, ihn auf sein Gespräch mit Daphne anzusprechen und er berichtete mir, dass sie ihm kurz alles erzählt hatte.

Was Harry überhaupt nicht schmeckte, denn mit seiner neuen Weitsicht fragte er nicht ohne Grund nach den Motiven für Blaises selbstloses Handeln. Dass es mein Wunsch gewesen war konnte ich ihm jetzt noch nicht offenbaren und so versuchte Harry, sich da einen Reim darauf zu machen und meinte noch zu mir, dass Daphne gemeint hätte, er solle nicht eifersüchtig sein, dass da nie etwas mit Blaise laufen würde und in die Kerbe hieb ich doch mal mit rein. Er sah zwar nicht glücklich drein und schien zu zweifeln, aber nun hatten wir keine Zeit mehr und mussten aussteigen.

Der Bahnsteig war wie jedes Mal zum Bersten voll. Es herrschte ein riesiges Gedränge und ich fand es wie immer inspirierend, so viele Zauberer und Hexen auf einmal zu sehen und so wurden wir auch schon überschwänglich von den Weasleys begrüßt. Ich brachte mich in Sicherheit, indem ich mich von Neville und Luna verabschiedete und mich dann zu ganz viel Rot umwandte, als ich ihn in der Masse ausmachte.

Ich konnte förmlich spüren, wie sich seine Augen in mich bohrten, während seine schöne Frau neben ihm stand und ihr feines Näschen arrogant in die Höhe reckte, als würde sie der Gestank des Pöbels belästigen.

Ich wusste, heute war ich sehr leger gekleidet und auch mit meinen zurückgebundenen Haaren wirkte ich sehr jugendlich und sportiv, aber es war als würde mich Lucius bis auf die Haut ausziehen, als er mir einen sehr feurigen Blick aus seinen schiefergrauen Augen schenkte.

Er sah wie immer fantastisch aus mit seinem heute offenen, langen Haar und dem dunkelgrünen Gehrock, so stach er regelrecht aus der breiten Masse hervor. Als er wahrnahm, wie ich seinen Blick erwiderte, loderte ein begieriger, aber auch verwirrter Ausdruck in seinen Augen auf. Als Draco zu seiner Familie trat und seine Mutter formvollendet mit einer Verbeugung und einem Handkuss begrüßte und dann auch seinem Vater mit dem Beugen seines Hauptes seine Ehrerweisung und seinen Respekt ausdrückte, brach der Blickkontakt ab.

Da kam mir doch eine fantastische Idee und als Lucius mir nach Dracos Begrüßung wieder seine Aufmerksamkeit zuwandte, ging ich ganz leicht in die Knie und neigte mein Haupt, wie damals beim Ball des Ministeriums. Ich musste mit der Jeans und dem ganzen Gedränge um mich herum ein herrliches Bild bieten, aber als ich aufsah und bemerkte, wie Dracos Augen belustigt funkelten, zeigte ich ein winziges Lächeln, da Lucius wirklich absolut fassungslos wirkte.

Selbst durch die seit Jahren so geschulte Maske konnte ich dies erkennen und da packte Draco auch schon Lucius' Arm und bedeutete ihm, aufzubrechen und die platinblonde Familie auch schon hochherrschaftlich entschwand. Ich sah noch, wie Draco die Augen verdrehte, ich glaube, ich konnte Lucius echt in den Wahnsinn treiben, das würde ein Spaß werden, aber dieser Mann reizte mich immer ungemein.

Da alle so mit ihrer Wiedersehensfreude beschäftigt waren, war mein kleiner Schlagabtausch ungesehen geblieben, als ich mich zu dem großen Haufen der Weasleys gesellte und sah, dass auch Tonks, Remus und Moody mit zum Empfangskomitee gehörten, was machten die denn hier?

Wir alle ließen zusammen die Absperrung zum Muggelteil hinter uns und ich konnte meine Eltern auf dem dahinter liegenden Bahnsteig ausmachen, aber auch Harrys Plage von Verwandtschaft.

Ein viel zu fetter, älterer Mann mit Schnurrbart, auf den nun Harry, nachdem er sich von mir mit einer Umarmung und einem Kuss verabschiedet hatte, zuging wie zu seiner Hinrichtung, da wäre er wohl selbst zum Lord noch mit mehr Elan gegangen als zu seinem Onkel.

Ich verfolgte, wie die Gruppe um Arthur, Remus, Tonks und Moody mit Vernon sprachen und hoffte, dass sie es für Harry nicht schlechter machten als es eh schon war und so umarmte ich noch schnell Ron, winkte allen anderen und lief auf Mum und Dad zu, begrüßte sie erfreut und zum letzten Mal in meinem Leben.


Zuletzt von queenie am Fr Mai 10, 2013 9:39 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Kapitel 96-97 Empty
BeitragThema: Mum and Dad   Kapitel 96-97 EmptyDo Feb 09, 2012 2:44 am

Mum and Dad


Dad schloss mich als erster innig in seine starken Arme, als ich bei ihnen zum Stehen kam und ich erwiderte die Umarmung von Herzen und genoss den vertrauten Geruch nach Zitrone, den er verströmte und versuchte, ihn mir gut einzuprägen.

„Hallo mein Schatz, na wie war die Schule?“, zwitscherte Mum aufgeregt, als sie mich ebenfalls in die Arme schloss und mich ihr vertrauerter Duft von Chanel Nr. 5 empfing.

„Wie immer spannend!“, strahlte ich die zwei verlogen an, sie sahen gut aus und das freute mich sehr.

„Nun, dann wollen wir mal, ich fahr das!“, meinte Dad wichtig und nahm den Kofferwagen, wie gut, dass Orange bei den Twins war.

Mit ihr wären wir hier sehr auffällig gewesen und das Erstaunen meiner Eltern wäre auch nicht gut gewesen, da sie mir diese ja angeblich zu Weihnachten geschenkt hatten, was natürlich nicht stimmte, was man nicht immer alles bedenken musste, wenn man einmal anfing zu lügen.

Daraus ergab sich dann ein regelrechter Kreislauf!

So stiegen wir in unseren BMW und brausten davon, als ich die drei weißen Stufen zu unserem Stadthaus erklomm, überkam mich eine große Melancholie, bald würde dieses Haus mir alleine gehören, seufzte ich traurig auf.

Wir standen dann alle im Flur, der eine wunderschöne, aufwendige Stuckdecke hatte, die ich schon als Kind immer geliebt hatte und wirkten etwas verloren.

„Schön, dich wieder bei uns zu haben, meine Kleine!“, strich mir Mum zärtlich über die Wange und ich lächelte sie lieb an, da Wehmut in mir aufkommen wollte.

„Ich freue mich auch… habt ihr heute was geplant?“, forschte ich neugierig nach und versuchte, mich zusammenzureißen.

„Nein, nichts Besonderes, ist ja schon spät, wenn du willst können wir heute Abend essen gehen oder auch hier kochen!“, kam das gut gemeinte Angebot.

„Dann würde ich mich freuen, wenn du was kochst, ich habe deine Kochkünste vermisst!“, schmeichelte ich, ich mochte ihr Essen wirklich, aber so konnte ich ihnen auch leichter den mit einem Schlaftrank vermischten Wein verabreichen, denn sagen wir es mal so, es würde für mich mal wieder eine lange Nacht werden.

„Oh, das freut mich, danke für das Lob! Dann werden wir noch einmal einkaufen gehen, was machst du so lange?“, geriet Mum regelrecht in Wallung und strahlte über mein Lob.

„Vielleicht muss ich auch noch das ein oder andere besorgen, aber zuerst hätte ich gerne ausgepackt…“, bekannte ich und blickte zu meinem Schrankkoffer.

„Gut, tue das, mein Kind, ich werde deine Mutter chauffieren, bis später!“, stand ich schon wieder alleine da, perfekt, ich zückte meinen Stab und dirigierte den nun schwebenden Koffer in mein Zimmer.

Ich liebte die Magie, ein Wisch meines Zauberstabes und ich hatte alles ausgeräumt, was ich haben wollte, ach… es erleichterte einem das Leben schon sehr und so nahm ich den Brief von Gringotts, den mir Rangok geschrieben hatte und las ihn mir hochkonzentriert und akribisch durch.

Vor zwei Monaten war die Praxis erfolgreich zu einem stolzen Preis veräußert worden, von dem Gewinn konnten ein schickes, edles Haus mit riesigem Grund in einem exklusiven Vorort von Brisbane und eine hochwertige, neue Praxis in der Innenstadt erworben werden. Morgen, um 13 Uhr, wäre die Übergabe der Praxis mit dem neuen Besitzer, wie gut, dass ich Mum recht ähnlich sah, ein paar Verwandlungszauber, dann müsste ich keinen Vielsafttrank nehmen, der war einfach zu ekelig. So lange ich ihn umgehen konnte, würde ich ihn nicht nehmen, da er auch sehr aufwendig herzustellen war und ja, er schmeckte einfach widerlich.

Wie es aussah war sogar nach dem Kauf der Immobilien und von zwei Wagen etwas Bargeld übrig geblieben. Nicht wirklich viel, aber mit den Geldern aus den aufgelösten Konten aus England war es eine große Summe an Bargeld und Spareinlagen, die schon auf die neuen Konten in Australien überwiesen worden waren. Mum und Dad würden nicht am Hungertuch nagen und dasselbe wohlsituierte Leben in Australien führen können, wie hier in England, sie würden nur schöneres Wetter haben, dachte ich mit Galgenhumor.

Ich blickte auf die Fotos, die Rangok mit beigelegt hatte, damit ich die Immobilien ansehen konnte, bevor ich sie abgesegnet hatte, wirklich sehr schön, die Goblins verstanden es, Wünsche zur vollsten Zufriedenheit auszuführen, es sah wirklich hübsch aus.

Die Weiten, die dieses Land bot, waren unglaublich, für mich zwar ein bisschen staubig, aber ich wusste, Dad mochte so ein Klima und das Haus war viel großzügiger als unseres hier, den beiden würde es gut gehen.

Dann fasste ich wieder in meine Mappe, in der ich alle Unterlagen von Gringotts verstaute und holte das hochoffizielle Dokument hervor, welches mir Rangok letztens per Eulenpost überstellt hatte. Es waren die Vormundschaftsunterlagen, dass Gringotts formell die Vormundschaft für die verbliebenen zwei Monate für mich übernahm, es benötigte noch die Unterschrift meiner Eltern, mit einer Blutfeder um es wahrlich bindend zu machen und danach würde es nur zum Einsatz kommen, sollte es jemand fordern.

Wenn nicht würde es in den Mühlen der Bürokratie verschwinden, es war nur meine Absicherung vor dem Ministerium und Dumbledore, aber ich würde diese Carte Blanche nur ziehen, wenn man mir keine andere Wahl ließe. Eigentlich gab es mittlerweile noch eine zweite Alternative, ich gehörte, dank Dracos Mal, der Familie Malfoy an, mit einem drakonischen Oberhaupt und dieser war eigentlich nominell mein Vorstand, aber so leicht, mich freiwillig in Lucius' Fänge zu begeben, würde ich es ihm auch nicht machen, lieber sicherte ich mich von allen Seiten ab.

Ich hatte Rangok geschrieben, dass mein Dokument, das magisch bezeugte, dass ich ein Jahr älter war, erst bei meiner Volljährigkeit an das Ministerium gehen sollte. Ich wollte von der magischen Welt so wenig Aufmerksamkeit auf meine Person lenken wie möglich, nach den dramatischen und aufregenden Tagen und Wochen, in denen mein Name einfach zu präsent gewesen war, war es besser, nicht so sehr in den Fokus der Öffentlichkeit zu treten.

Auch hatte es eine logistische Änderung in meinem Plan gegeben, das Auto meiner Eltern sollte schon um 18 Uhr am Waldrand kurz vor dem Ortseingang zu Dover warten, aber nun gut, das war, wie mir Rangok schrieb, kein Problem.

Ich rieb mir müde über mein Gesicht, es war schon recht spät, fast 18 Uhr abends und ich durfte echt nichts vergessen und heute Abend würde es noch richtig spannend werden, so war ich doch ein wenig aufgekratzt, wobei ich jeden Zweifel rigoros niederrang.

Um mich ein bisschen abzulenken, da mich wegen dem was ich heute noch geplant hatte immer wieder leichte Schauer des Ekels überliefen und ich meine ganze Disziplin brauchte, um mich zu überwinden und den Plan nicht vielleicht doch einfach über den Haufen zu werfen, duschte ich ausgiebig und versuchte, mir das Hirn herauszuschrubben.

Auf was für scheiß Ideen kam ich eigentlich immer, dass ich mich auf so etwas einließ, wenn das nur irgendeiner wüsste. Das was ich in ein paar Stunden tun würde, hatte ich niemandem anvertraut, wirklich niemandem, keinem Draco, nicht den Twins!

Nein, denn alle hätten wohl vor Entsetzen die Hände laut über ihren Köpfen zusammengeschlagen und ich gab ihnen ja recht, es war ein wahrlich wagemutiges Unterfangen, was mir die Magensäure die Speiseröhre hinauf drückte und einen sauren Geschmack in meinem Mund verursachte. Igitt und so putzte ich mir noch einmal die Zähne, um den schlechten, schalen Geschmack aus dem Mund zu vertreiben. Aber ich sollte aufpassen, was ich heute aß, denn kotzen wollte ich nicht, das wäre kontraproduktiv, eindeutig.

Als ich in einer schwarzen Jeans und einem leichten, enganliegenden, schwarzen, halblangen T-Shirt und mit zu einem straffen Dutt gebundenem Haar die wohlduftende Küche betrat und meine Eltern lieb anlächelte, hatte ich mich wieder soweit gefangen, um die liebende, brave Tochter, die kein Wässerchen trüben konnte, zu spielen. Sie hatten auf der Terrasse gedeckt und grillten aufgrund der lauen Sommernacht draußen und ich ging zu meinen gutgelaunten, unwissenden Eltern, setzte mich zu ihnen.

Es wurde ein geselliger, lustiger Abend, der gut zwei Stunden dauerte, wir lachten viel, dann sackten beide unspektakulär vor meinen Augen kurz hintereinander auf ihren Stühlen zusammen, ein Glas ging dabei laut klirrend zu Bruch. Ich hatte diesmal die Dosis erhöht, da sie tief und fest schlafen mussten. Ich könnte es echt nicht gebrauchen, dass sie aufwachten und so betrachtete ich meine ohnmächtigen Eltern fast mit so etwas wie Wehmut.

Wenn sie wüssten…, jetzt ging es los, mit einem Locomotor ließ ich die beiden bewusstlosen Leiber meiner Eltern gleichzeitig in ihr Bett schweben, hexte ihnen noch ihre Schlafanzüge an und ging dann zu ihnen, blickte sorgenvoll auf ihre schlafenden, friedlichen Gesichter. Sie hatten keine Ahnung, was ihre Tochter gleich alles für schockierende Dinge tun würde, wie viele Grenzen wieder fallen würden! Dass sie heute den letzten Abend ihres Lebens mit ihrer Tochter verbracht hatten. Was war ich doch böse!

Was fühlte ich?

Gute Frage, nicht viel, da ich mich schon vor langer Zeit dazu entschlossen hatte, meine Eltern aus meinem Leben zu tilgen, deswegen hatte ich mich lange Zeit auf heute vorbereitet und so verspürte ich nur einen unglücklichen Beigeschmack des Abschiednehmens, aber nicht die ernstliche, grausame Panik, wenn der Abschied unerwartet kommen würde, eher fühlte es sich an wie ein sanfter Lufthauch, der uns für immer auseinander trieb, kein Orkan, der uns entwurzelte.

Ich beugte mich über meine Mutter, strich ihr die lockigen, dunkelbraunen Haare aus dem schönen Gesicht und fasste in ihr Haar, zog unbarmherzig einige ihrer Strähnen aus der Kopfhaut. Sie verzog schmerzlich ihre Züge aber wachte nicht auf, ich wusste doch, dass meine Tränke gelungen waren, so verstaute ich sie in einer Phiole und lächelte ein zufriedenes Lächeln.

Das gleiche tat ich mit den kurzen, dunkelblonden Haaren meines Vaters und warf auf dem Weg zur Tür noch einen Blick auf das selig schlafende Paar, das bald von diesem Leben nichts mehr wissen würde. Wenn sie jemals erfahren hätten, wie ich wirklich war, wären sie über diesen Schritt wohl noch dankbar, denn wer wollte schon so eine Tochter? Zog ich mein vernichtendes Resümee.

So ging ich nun gefasst, wie ich war, in mein Zimmer. Es war fast halb zehn, ich war gut in der Zeit, zog mir meinen Stoffmantel über und betrachtete mich genau im Spiegel. Ich sah mein Gesicht, in dem sich tiefe, verhärmte Züge der Entschlossenheit zeigten, denn das was ich nun tat, erforderte auch von mir viel, sehr viel Überwindung, aber ich hatte lange überlegt, dies war der beste, der einzige Plan, der mir eingefallen war, den ich bis zum bitteren Ende durchziehen konnte.

Ich war verrückt, aber nun gut, ich würde es tun! Ich war wirklich nicht ganz dicht, mein Herz schlug unnatürlich schnell in meiner Brust, warum dachte ich mir immer solche Sachen aus? Das war nicht gut, gar nicht gut… aber nun konnte ich miterleben, wie ich erfolgreich meine Panik bekämpfte, die sich in mir auszubreiten gedroht hatte und eine unglaubliche Abgestumpftheit und Härte in meine braunen Augen trat, die selbst mich in dieser Sekunde sprachlos machte, aber nun gut, die Würfel waren gefallen, Hermione! Puh... nun gut, ich fokussierte mein Ziel, Hopes Lane in London.

Ich saß am nächsten Abend, dem 01.07. in der Familiensuite des „The Marquis Inn“ in Dover, in der sogenannten „The De Parmier Suite“, kuschelte mich bekleidet in meinem leichten hellblauen Seidennachthemd in das braune Sofa mit den silbrigen, floralen Kissen, auch die Tapete hatte diese verschlungenen Muster, und lächelte im Schein der gedimmten Lampen.

Ich blickte auf meinen blutrot schimmernden Wein, der sein wohlriechendes Bouquet im Bauch des breiten Rotweinglases verbreitete und ich inhalierte den herben Duft, der mich an Kirschholz mit einer Prise Zimt erinnerte.

Ich nippte an dem schweren, edlen Tropfen und lauschte den makaberen Klängen von Händels „Der Messias“ und es erschallte gerade der wohl berühmteste Satz des Oratoriums, ein lautes „Halleluja“ erklang. Ich weiß nicht warum, aber mir war danach und so genoss ich die Ruhe, die sich über mein Gemüt gelegt hatte und schloss die brennenden Augen, nachdem ich seit gestern nicht mehr geschlafen hatte, aber es würde mein Schauspiel nur noch glaubwürdiger machen.

Ich entspannte, bevor der zu erwartende Sturm losbrechen würde.

So wanderten meine Gedanken zu den letzten 24 Stunden, in diesen Stunden war sehr viel geschehen, mir entwich ein erleichtertes Stöhnen.

Ich war in die Hopes Lane appariert und erinnerte mich nun zurück, wie es gewesen war.

Das Gebäude vor dem ich stand und das mein Ziel war, wurde aus roten Backsteinen im italienischen Stil erbaut, es hatte eine langgezogene, schmale Halle, die durch Rundbögen unterbrochen war. In der Mitte des schönen Gebäudes befand sich ein Turm, der an ein Vogelhäuschen erinnerte und aus diesem ragte ein markanter Schornstein.

Sehr hübsch lag es gegenüber dem jüdischen Friedhof und das Gebäude selbst konnte eine riesige Anlage mit Seen und Brücken sein eigen nennen. Dies war alles wahrlich sehr idyllisch, unter Anbetracht, dass dies ein Mausoleum und Krematorium war.

Das „Golders Green Crematorium“ war 1901 eröffnet worden und galt auf der ganzen Welt als ein Flaggschiff der Einäscherung und seiner Methoden auf diesem Gebiet und genau das war mein Ziel. Ich hatte schwer recherchiert, wo ich das bekam, was ich suchte und dabei hatte ich all die Informationen zu diesem Krematorium gefunden, aber was so besonders an den Methoden war, erschloss sich mir nicht so ganz, ich meine, verbrennen bleibt verbrennen, oder?

Im Schutz der beginnenden Dunkelheit huschte ich über die mit Kies bedeckten Zugänge zur Tür, die wie erwartet verschlossen war, aber meinem Alohomora nicht standhielt und so schlüpfte ich durch die passender Weise laut knarrende Tür und schloss sie rasch wieder. Ich warf einen Blick umher und sprach einen Verwirrzauber, sollten irgendwo Kameras sein, an sich sahen sie nichts außer eine dunkle, dick vermummte Gestalt, aber wir wollten doch ordentlich und vorsichtig sein.

Es herrschte eine erstaunliche Kälte in dem Backsteingebäude, fast wie in den Kerkern von Hogwarts, auch war es sehr still, die Ruhe der Toten, es standen nur wenige Gegenstände herum, wenn waren es Bänke, aber ansonsten war alles sehr klinisch gehalten, es war sehr dämmrig nur durch die Fenster fiel das Licht der schwindenden, untergehenden Sommersonne, was meine Umgebung nicht sympathischer machte.

Nach den ersten, laut klappernden Schritten warf ich entnervt den Sonus Ex auf meine Schuhe und huschte lautlos durch die kalten, leeren Flure des finsteren Krematoriums, es wirkte durchaus unheimlich. Eine spannungsgeladene, beklemmende Atmosphäre, ähnlich der wenn man spät Nachts auf einem einsamen, verlassenen Friedhof stand und auch hier türmten sich die Toten, die hinter Fenstern aufgebahrt und ausgestellt lagen, alle schön dekoriert und wieder hergerichtet für ihre Familienangehörigen, die um ihre Verstorbenen trauerten, nur schenkte ich den Toten, in ihrer wächsernen Leichenblässe, keine Beachtung. Ich hatte ein anderes Ziel, wie gut, dass ich mich nicht so leicht ängstigte, denn es war schon recht einsam hier.

Da war es auch schon, stoppte ich abrupt, denn das hier angebrachte Schild zeigte an, dass dies mein Ziel war, aber auch diese verschlossene Tür war für mich kein Hindernis und so schloss ich die Tür ebenfalls wieder hinter mir. Ich tastete nach dem Lichtschalter, da es in dem fensterlosen Raum stockdunkel war. Als das künstliche Licht der Neonröhren mit einem Ping ansprang und ihn in ein unechtes, bleiches und krankmachendes Weiß tauchte, da der Raum von oben bis unten in einem sterilen, kalten, matten Weiß erstrahlte. Der antiseptische Geruch, der an Krankenhaus und Tod erinnerte, nistete sich in meiner Nase fest und ich runzelte sie unwillig, dieser Geruch war nicht angenehm.

Die eine Wand war von lauter kleinen Türen eingenommen und genau das suchte ich, was sich hinter diesen Luken verbarg, Leichen!

Leichen, die niemand vermisste, am besten obdachlose Verstorbene, die hier nur zum Verbrennen hingekarrt wurden, die niemand suchen würde und so ging ich zu einem Verzeichnis, das an der Wand angebracht war und blätterte geschäftig durch die Notizen, der sich in den Luken befindlichen Toten.

Sehr schön, hier waren insgesamt drei Leichen, die für mich in Frage kamen, wunderbar frisch, erst heute geliefert, genau das was ich wollte. Das waren die Nr. 3, Nr. 8 und die Nr. 12, na dann mal auf, sehen, wer mir mehr zusagte! Ich fühlte mich erstaunlich gefasst und war innerlich wie äußerlich sehr beherrscht, als ich zur Tat schritt.

Und so ging ich zu der weißen Metallluke, auf der die Nr. 3 stand. Ich umfasste den silberfarbenen Verschluss und drehte ihn bestimmt nach rechts, das laute Quietschen des Metalls sagte mir, dass das Schloss offen war. Ich öffnete die Tür geräuschvoll und zog die silberne Bahre, auf der die Leiche in eine weiße Plastikplane gehüllt war, heraus und schlug das Tuch laut knisternd, welches das Gesicht des Toten verbarg, ohne lange zu überlegen zurück.

Ich stierte auf das Gesicht eines, nach den Notizen zu schließen, etwa 23 jährigen, jungen Mannes, der an einer Überdosis Drogen verstorben war. Er schien keine Familie mehr zu besitzen und war deshalb eine gute Option. Sein Gesicht mit den geschlossenen Augen sah abgemagert und ausgemergelt aus und auch die Leichenblässe war weniger schön, aber er hatte keine sichtbaren Verletzungen, was auch vorteilhaft war, denn die Drogen bekam ich schon aus seinem Blut, ging es mir erstaunlich gleichgültig durch den Kopf, während ich den Toten vor mir maß.

So ließ ich ihn derart gut zu sehen, offen liegen und öffnete die nächste Luke, Nr. 8, diese befand sich eher in der Mitte der Wand und hier drin lag die einzige in Frage kommende Frau und als ich das Laken zurückschlug, sah ich eine alte Frau, die fast 70 Jahre alt war und vor zwei Tagen einsam in ihrer Wohnung verstorben war. Sie wirkte schon nicht mehr so frisch wie der junge Mann, aber es würde auch noch gehen, so schaute ich überlegend auf das tote, runzelige, ausgezehrte Gesicht der alten Frau.

Ich wandte mich der letzten Leiche zu, ein in der Reihe darüber liegender Mann, in der Nr. 12, der heute unspektakulär Selbstmord begangen hatte und sich in einer öffentlichen Toilette selbst erhängt hatte und dies mit 46 Jahren, wo die Menschheit nur hinsteuerte, tse tse… schüttelte ich den Kopf.

Ich betrachtete den vor mir Liegenden emotionslos, der auf der ausgezogenen Bahre auf meiner Augenhöhe schwebte, da ich doch leider so klein war und ich konnte die sich durch die Wucht des Zuges in seine Haut geschnittene Wunde um seinen geschundenen Hals ausmachen, war nicht schön, auch konnte man gut den gebrochenen Kehlkopf erkennen, da die Delle in der Mitte des Halses unübersehbar war. Das Seil, oder was auch immer er für seine Aufknüpfung verwendet hatte, hatte tief in das Gewebe der Haut geschnitten. Aber auch er wirkte sehr frisch in seinem Tod, perfekt für mich, ich würde die beiden Männer nehmen, entschied ich rasch. Ich freute mich, dass mir das Glück doch mal so hold war und mir zwei genau passende Exemplare geliefert hatte.

Ich schob die alte Frau wieder in die Luke und verschloss sie gewissenhaft, ließ beide Männer ohne Scheu mit einem Locomotor von ihren Metallbahren schweben und beließ sie in der Luft, als ich auch ihre Kammern schloss und fasste beide ohne zu zögern an den Füßen, bevor ich apparierte. Ich kam mit meiner Fracht im Garten meiner Familie an und ließ die kalten, toten Füße los, manchmal erstaunte ich mich selbst, dass dies keine Übelkeit in mir erregte.

Ich schritt durch den Garten zu unserem kleinen, pittoresken Gartenhäuschen und ließ beide auf den Boden gleiten, nachdem ich den Rasenmäher und die anderen störenden Gerätschaften mit einem Wisch geschrumpft und an eine Seite verbannt hatte.

Mir entwich ein sehr zufriedenes, sehr teuflisches Lächeln, als ich auf mein Diebesgut blickte. Ich beging gerade aber so was von Leichenschändung, vielleicht würde auch bald der Name eines Death Eaters besser zu mir als zu sonst wem passen, dachte ich zynisch, als ich auf meine beiden toten Männer sowohl eine Stasis als auch einen Kältezauber legte, sie sollten ja schön frisch sein, immerhin hätten sie morgen ihren großen Auftritt.

Wer hätte jemals gedacht, dass ich, Hermione Granger, einmal zwei Leichen in dem Gartenhaus meiner Eltern verstecken würde?

Ich verspürte bei dem Gedanken nur eine große Genugtuung, dass alles bisher derart reibungslos verlaufen war und ein fast hysterisches Kichern wollte aus meiner Kehle herausbrechen.

Das hatte alles länger gedauert als gedacht und so huschte ich schnell wieder ins Haus und eilte die Treppe hoch, riss mir meinen Mantel ungestüm von den Schulten und zückte die Kopien des Buches, das ich mir aus Sirius' Bibliothek entliehen hatte und studierte die gesamten Vorgänge genau, alles würde davon abhängen, wie genau und wie gut ich war…

Verdammt… ich hatte was vergessen und so erhob ich mich wieder schwerfällig von meinem Stuhl, die langen Stunden des Lernens an dem Schreibtisch gingen auch nicht spurlos an mir vorbei, auch meine Sorge, alles bis ins kleinste Detail richtig machen zu müssen und schon hatte ich einen Fehler gemacht!

Was aber auch zu ärgerlich war, hoffentlich war der Trank noch stark genug und so huschte ich wieder in das Schlafzimmer meiner schlafenden Eltern.

Ich zog langsam und mit Bedacht einen meiner Horusdolche, dessen kalter, silberner Stahl leuchtete in dem Schein des hereinfallendes Mondes blitzend auf, als ich mit ihm in der Hand auf das Bett zuging und mich an die Seite meiner Mutter kniete. Vorsichtig nahm ich ihre Hand von der Bettdecke. Ich zögerte nicht und ritzte ihr in die Handfläche, durchschnitt ihr Fleisch, ich musste fest zugreifen, da sie zurückzuckte und leise zu wimmern begann, aber ich hielt sie eisern fest. Ich brauchte das Blut und hielt ihr darunter eine mit ihrem Namen beschriftete Phiole und konnte zusehen, wie das Blut meiner Mum dunkel in die Röhre lief, danach verschloss ich die Wunde mit einem Episkey.

Dasselbe Spiel vollzog ich nochmal bei meinem Dad, doch er wollte sich umdrehen, was ich aber nicht zuließ und danach verließ ich rasch, aber erleichtert das Zimmer, sie waren nicht erwacht.

Es war beinahe fünf Uhr und ich hatte an wirklich fast alles gedacht, alles Weitere würde ich improvisieren müssen.

Ich ging gar nicht mehr schlafen, das würde sich wahrlich nicht lohnen und so trat ich unter die mich wärmende Dusche und wusch mich reichlich, aber der Duft des Leichenschauhauses wollte gar nicht mehr aus meiner Haut und meinen Haaren weichen, wie es mir vorkam, es war als hätte sich dieser septische Geruch in jede meiner Poren gegraben.

Ich schrubbte schon wieder verzweifelt meine Zähne, aber auch hier ließ sich dieser sterile, faulige Geruch nicht vertreiben, als ich meine übermüdeten Augen schloss, sah ich immer wieder die drei blassen, wächsernen Gesichter der Leichen, die ich angesehen hatte, schön war das nicht gewesen.

Das einzig Gute war, dass ich wirklich nach Frischfleisch Ausschau gehalten hatte, sonst wäre mir wohl ernsthaft schlecht geworden. So erstaunte es mich zwar schon ein wenig, warum es mir gerade so wenig ausmachte, dass es mich nicht mehr verunsicherte oder aus dem Gleichgewicht brachte, aber ich war cool als ich meine Hand hob um zu schauen, denn sie zitterte nicht, sie schwebte ganz ruhig in der Luft und so kicherte ich erleichtert dann doch leicht über mich und zog mich kopfschüttelnd an. Wieder trug ich Jeans und T-Shirt, denn heute würde es richtig dreckig werden.

Ich stand in der Küche, brütete über meiner heißen Kaffeetasse und inhalierte diesen Duft, um den abgestandenen Geruch aus meiner Nase zu vertreiben, dass es Menschen gab, die dort freiwillig Tag für Tag arbeiteten erschien mir abwegig, wie ekelig! Ich hoffte mal für sie, dass sie gut bezahlt wurden, einen anderen Grund konnte ich nicht verstehen, warum man sich sonst diesen Job aussuchen sollte.

Als um Punkt sieben Mum und Dad, gut aussehend und auch sehr ausgeschlafen wirkend, die Küche betraten, blickte ich ihnen fest entschlossen entgegen.

„Guten Morgen, Kleines, schon so früh auf?“, rief Mum gutgelaunt.

„Ja, ich stehe in Hogwarts meist früh auf und wie war die Nacht?“, fragte ich betont lässig in die Runde.

„Sehr gut, ich habe so gut wie schon lange nicht mehr geschlafen, … wo hab ich denn...?“, wühlte sie aufgeregt in ihrer viel zu großen Handtasche.

„Was suchst du denn, Schatz?“, fragte Dad, amüsiert über seine hektischer werdende Frau.

„Meinen Terminplaner!“, meinte Mum verzweifelt.

„Der liegt oben, auf deinem Schminktisch!“, verdrehte er die Augen und Mum lief schnell los und ich setzte mich mit Feder und Dokument meinem Vater gegenüber „Deine Mutter, so war sie schon immer, was ist das?“, fragte er interessiert.

„Das müsstest du unterschreiben, Dad!“, reichte ich ihm die Feder und er griff, erstaunt auf diese schauend, zu dem Pergament.

„Klar, um was geht es… warum!?“

„Imperio!“, tat es mir leid, dass ich nun auch den dritten aller Unverzeihlichen nutzte und ihn dann auch noch an meinem eigenen Vater anwendete und ich ihm den freien Willen nahm, aber ich hatte keine Zeit, um 8 Uhr kämen die Goblins und ich fühlte, wie eine fremdartige Macht durch meine Adern lief und mein Vater eine entspannte, gleichgültige Miene aufsetzte, allen Widerstand aufgab.

„Unterschreibe das, Dad!“, befahl ich und beobachtete, wie nach meinem Befehl sein rotes Blut die Konturen für seinen Namen bildeten, als er das Dokument schwungvoll unterschrieb, den Namen, den er heute zum letzten Mal schreiben würde, dafür, dass ich den Fluch noch nie angewandt hatte, funktionierte er sehr gut.

Als ich Mum durch die Tür hetzen hörte, sprach ich auch schon auf sie: „Imperio!“ Wieder hatte ich dieses intensive, seltsame Gefühl, als ich ihren Geist übernahm, aber ich spürte, dass der geistige Kampf der beiden nicht existent war und ich locker beide beherrschen konnte, ohne Angst haben zu müssen, die Kontrolle zu verlieren.

„Komm her, Mum, du musst das auch unterschreiben!“, hatte nun auch sie einen nichtssagenden Gesichtsausdruck und tat umgehend, wie von mir gewünscht.

„Und nun geht ins Wohnzimmer und setzt euch auf die Couch, ich komme gleich!“, ordnete ich an und sie setzten sofort meinen Wunsch, ohne Widerstand, um und gingen hinüber, währenddessen ließ ich meinen Kopf auf den Küchentisch fallen, oh, meine Göttin, ich würde in der Hölle landen und ich hatte es verdient…

Ich schrie frustriert laut auf und brüllte meinen Frust weit hinaus, in diesem Moment verachtete ich mich selbst zutiefst… Ich barg mein Gesicht in meinen Händen… Hermione, für so was hast du überhaupt keine Zeit, sagte ich mir vor, reiß dich sofort am Riemen, jetzt gleich, bei dem Obliviate darf nichts schiefgehen, das wäre für ihren Geist fatal, also reiß dich verdammt nochmal zusammen. Wie gut, dass der Zeitplan so eng gestrickt war, so hatte ich keine Muße, über meine Taten zu sehr nachzudenken, einfach Tun und Handeln, nicht denken.

So stand ich resolut auf und ging erhobenen Hauptes zu dem Paar, das nahe beieinander, fast schutzsuchend, auf der Wohnzimmercouch saß und ich setzte mich vor die beiden, auf den kleinen stabilen Holztisch, dabei blickte ich sie traurig, aber auch sehr entschlossen an.

Ich hob nun meinen weißen Zauberstab und stöhnte geschlagen auf, als ich ihn zuerst bestimmt auf Dad richtete und ihm in die ausdruckslosen, leeren Augen sah, dann schluckte ich noch schwer und tat es:

„Obliviate“, sprach ich heiser und verfolgte, wie sein Blick noch abwesend wurde und ich konzentrierte mich sehr, nur auf meinen Vater, fokussierte ihn intensiv, nur ihn und löschte alles unerbittlich. Als ich dies erfolgreich getan hatte, gab ich ihm meine erdachte Geschichte wieder.

Dabei bildete sich vor Anstrengung der Schweiß auf meiner Stirn, da ich sehr akribisch vorging aber ich zog es durch.

Ich veränderte nicht zu viel, er und Mum waren genauso lange verheiratet wie bisher. Sie waren Zahnärzte, hatten aber keine Familie mehr und wollten dem schlechten Wetter entkommen und noch einmal von vorne beginnen, in Australien…

Das Gleiche tat ich dann bei meiner Mutter, ging dann sehr erschöpft und kaputt in die Küche, ich schielte fast vor Anstrengung und floh regelrecht aus dem gespenstischen Wohnzimmer, wo meine Zombie-Eltern ohne eigenen Willen und auch ohne eigene Erinnerung saßen und darauf warteten, abgeholt zu werden!

Ich versuchte, ruhig zu atmen und die Gefühle zu unterdrücken, die in mir aufsteigen wollten und trank schnell den kalten und nun schal schmeckenden Kaffee. Denn eines war klar, einen so vollumfänglichen Gedächtniszauber konnte niemand rückgängig machen und so traten doch die Tränen in meine Augen, aber ich hielt sie tapfer zurück, für die beiden wäre es das Beste und es war das Fairste, sie hatten in der Welt, in der ich daheim war, nichts zu suchen.

Es war besser, auch wenn es nun unumkehrbar war. Das Schicksal oder auch ich hatten entschieden, die Würfel lagen auf dem Tisch, diese Personen im Wohnzimmer waren nicht mehr meine Eltern! So ging ich nun gefasster und ruhiger zum Türrahmen und warf ihnen mit einem entrückten Ausdruck in den Augen einen wehmütigen Blick zu.

Als es endlich klingelte, öffnete ich erleichtert, aber auch sehr beherrscht die Eingangstür und machte große Augen, als ich mich fing, da sein hämisches Lächeln sein Gesicht gefährlich verzog und es dadurch nicht schöner wurde.

„Mr. Rangok!“, rief ich ungläubig. „Erfreut, aber auch sehr überrascht, Sie persönlich hier zu sehen!“, bekannte ich und begrüßte ihn mit der respektvollen Verbeugung und konnte hinter ihm Grophok ausmachen, den ich auch kurz grüßte, da ich in ihm dem Goblin erkannte, der auch das „Rose Cottage“ geschützt hatte.

„Wie schön, Miss Granger, Sie nach so langer Zeit wieder persönlich zu sehen und korrekt, das ist auch eine Ausnahme aber ich war zu neugierig!“, bekannte er breit grinsend und zeigte seine spitzen Koboldzähne.

„Kommen sie doch bitte herein!“, bat ich höflich und führte die beiden Goblins ins Haus und ging direkt ins Wohnzimmer, auf der Couch saßen immer noch meine beiden reglosen Eltern.

„Sie haben es also tatsächlich getan!“, meinte Rangok nüchtern, nach nur einem abwägenden Blick und ich nickte bestätigend.

„Dann sollten wir schnell sein, um 11 Uhr geht der Flug, haben sie alles?“, blickte er kalkulierend auf das Ehepaar.

„Ja, die Koffer habe ich noch gestern Nacht gepackt, nicht viel, nur der Schmuck und die Kleidung, Fotos, alle ohne mich, die aber eine Geschichte erzählen!“, bekannte ich geschäftig.

„Dürfte Grophok?“, deutete Rangok ein Stockwerk höher und ich nickte, woraufhin sich der Kobold eilfertig auf den Weg machte.

„Das hier wären alle wichtigen, geschäftlichen Unterlagen Ihrer Eltern!“, reichte er mir zwei dicke Umschläge. „Wir waren auch so frei, die Zeugnisse Ihrer Eltern zu fälschen, wünschen Sie, den neuen Namen Ihrer Eltern zu erfahren?“, fragte er gewichtig und ich überlegte gut und schüttelte nach einiger Zeit verneinend den Kopf.

„Es ist schon schlecht, dass ich weiß, wo sie hingehen, nein, es ist besser, ich weiß es nicht!“, bekannte ich überlegt und atmete bei dieser wieder einmal endgültigen Entscheidung meinerseits tief ein und bemerkte, wie ein bedauernder Ausdruck in die Augen von Rangok trat, aber er akzeptierte meine Entscheidung ohne Worte.

Ich holte derweil den Aktenkoffer meines Vaters und räumte diesen gewissenhaft aus, legte die Unterlagen hinein und drückte Dad den Koffer fest in die Hand, mit dem Befehl, gut, sehr gut auf ihn zu achten, da er ein bisschen Bargeld und alle wichtigen Unterlagen enthielt und ich fühlte, wie sich seine Faust entschlossen darum schloss.

Ich wedelte nun vor beiden mit meinem Stab herum und löste den Imperio, aber sie waren immer noch weggetreten, da der Obliviate weiterhin wirkte.

„Sie gehören Ihnen, wie handhaben Sie es, wenn ich den Obliviate löse?“, fragte ich besorgt.

„Wir haben da unsere Mittel… Grophok, bitte, Sie übernehmen… Miss Granger, lösen Sie bitte den Obliviate!“, bat Rangok nun, als sich Grophok zwischen beide gestellt hatte und ihre Hände hielt, die zwei Koffer hatte er geschrumpft und trug sie in seiner Hosentasche.

Ich tat, wie gefordert und schon verschwanden die drei mit einem Plopp und weg waren sie und ich stand da, ganz allein, von einer Sekunde zur Nächsten war es passiert, meine Eltern waren für immer fort!

„Exzellent!“, schlug Rangok in seine Hände und setzte sich nach einem fragenden Blick zu mir auf einen der Sessel, als auch schon Grophok nach einem erneuten Plopp wieder da stand.

„Erledigt, Miss Granger, es lief alles wie gewünscht! Sollen meine Truppe und ich dann den Blutschutz für das Haus vorbereiten?“, fragte er diensteifrig nach und ich nickte.

„Ja, bitte!“, meinte ich noch und schon lief der Goblin davon und holte seine Truppe.

„So, Miss Granger, Sie haben was für mich?“, kam es fordernd von Rangok.

„Ja, natürlich. Hier, bitte!“, reichte ich ihm das geforderte Dokument, er besah es sich und steckte es dann zufrieden ein.

„All Ihre Unterlagen in der Muggelwelt wurden soweit gefälscht, dass Sie ab sofort als volljährig gelten in dieser Welt, es verlief alles reibungslos… ich hoffe, Sie sind zufrieden?“, huschte ein befriedigter, sehr hinterhältiger Ausdruck über die Miene des Kobolds.

„Sehr, Mr. Rangok, ohne Sie hätte ich nicht gewusst, wie ich das alles hätte umsetzen sollen. Ich danke Ihnen sehr!“, kam es etwas schleppend von mir, ich fühlte mich sehr müde aber noch konnte ich nicht entspannen. Nun sprachen wir noch über einige unwichtigere Transaktionen und Geldläufe der letzten Zeit.

Als sich Grophok uns vorsichtig näherte, sah ich ihn auffordernd an. Es hatte länger gedauert als das kleine Cottage in der relativen Abgeschiedenheit auf dem Land zu schützen, aber wie gesagt, das war aufgrund der unterschiedlichen Lage der Häuser verständlich.

„Miss Granger, wir wären so weit, auf dass Sie Ihr Blut bitte geben!“, erhob ich mich bei seinen gewichtigen Worten und auch Rangok folgte uns.

„Wenn Sie nichts dagegen haben können wir gleich darauffolgend zu der Praxis aufbrechen!“, bot Rangok an und ein Tempus bestätigte, dass es dann soweit wäre, die Praxis zu übergeben.

Als ich vor der Eingangstür stand, bat er mich, wie damals meine Hand auf den Türgriff zu legen und ich spürte den erwarteten Stich der Nadel und hörte in meinem Rücken den intonierten Ritus des Zaubers, der von den Goblins auf mein Haus gewebt wurde.

Wieder manifestierte sich dieses sichtbare, goldene Schild, das sich über mein Haus legte und kräftig, strahlend hell aufleuchtete und dies alles unter den beobachtenden Augen von Rangok. Als das Schild verblasste und ich die Hand von dem Griff löste, sie noch rasch heilte und mich mit einer Verbeugung bei dem Schutztrupp bedankte, winkte Rangok nur mit einer Hand ab und sie verschwanden alle.

„Wissen Sie, Miss Granger, seitdem es offiziell ist, dass der Dunkle zurück ist, haben unsere Trupps viel zu tun!“, erklärte er ihr schnelles Verschwinden entschuldigend.

„Das denke ich mir, das denke ich mir, kommen Sie?“, fragte ich und er erwies mir die Ehre und reichte mir seine Hand, die ich dankbar nahm und apparierte so direkt in die Praxis.

Ich wirkte noch schnell die Verwandlungszauber, um meiner Mutter ähnlicher zu sehen, was Rangok schweigend besah, als es auch schon läutete.

Es ging zum Glück sehr zügig und so übergab ich die Schlüssel, da die Überschreibung schon vor Wochen über einen Notar abgelaufen war. Rangok hatte sich in dieser Zeit unsichtbar gemacht, keine Ahnung, wie die Kobolde dies konnten, aber ich wusste, er war ganz in der Nähe.

Als wir beide wieder vor meinem Haus ankamen, verabschiedete ich mich von ihm und vereinbarte noch einen Termin, sodass wir uns wieder begegnen würden, wenn ich meine Schulsachen besorgen würde, was ihn vorfreudig lächeln ließ. Er meinte doch wirklich kokett zu mir, was ich denn noch lernen wollte und bei so einem Kompliment wurde ich doch glatt rot, so was taten Goblins sonst nie.

Dann, als Rangok ploppend verschwand, schüttelte ich wahrlich träge das müde Haupt und freute mich, etwas Ruhe und Zeit zum Nachdenken zu finden, so wandte ich mich der Tür zu und griff zum Türöffner, drehte auf und wollte gerade die Schwelle des Hauses übertreten, als ich vollkommen aus dem Nichts und überraschend einen Schlag von hinten erhielt.

Ich flog wenig galant in den Flur, federte noch gerade eben so den Sturz auf den Boden mit meinen Händen ab. Als ich vernahm, wie die Tür hinter mir zugeschlagen wurde, war ich bereits in einer geschmeidigen Bewegung abgerollt und wendete mich flink um. Zeitgleich hatte ich den Zauberstab schon angriffsbereit in der Hand und zielte mit einem Fluch auf den Lippen auf den Eindringling, so leicht würde ich es niemandem machen, mich zu überwältigen.

Ich hielt, dank meiner antrainierten, guten Reflexe inne, denn ich erkannte das mir bekannte, gehässige Grinsen und brav, wie ich war, ließ ich meinen Stab sofort sinken und schenkte ihm einen geschlagenen, aufgebenden Augenaufschlag und seufzte tief, warum schubste er mich immer?

„Sir!“, hauchte ich nur perplex, was wollte er hier?

Der Gedanke ließ mich nicht los, warum dachte er, dass er mich immer auf irgendetwas schmeißen musste? Ein Bett, eine Wand, ein Regal, oder jetzt den Boden?

„Na… überrascht?“, schnarrte es mir provokant entgegen, er stieß sich lässig von der Tür ab, an der er bisher gelehnt hatte und bahnte sich seinen Weg souverän durch mein Haus und nahm wie selbstverständlich in der Küche Platz. Ich folgte ihm zögerlich und rieb mir über meine Knie, auf die ich vorhin aufgeprallt war.

„Ein wenig, womit verdiene ich die Ehre Ihres Besuches, Sir?“, kam es ironisch von mir, denn es war jetzt gleich drei Uhr und mein Zeitplan war echt eng getaktet, für solche Spielchen hatte ich wahrlich keine Zeit.

„Na, du solltest dich freuen, mich zu sehen!“, kam es mit tiefer Stimmlage von ihm und seine schwarzen langen Haare umrahmten sein wie immer ausdrucksloses, blasses Gesicht.

„Natürlich, immer doch, Sir! Möchten Sie etwas zu trinken?“, blieb ich höflich, wenngleich auch ein wenig ironisch, aber er verneinte.

„Du weißt mich gar nicht zu schätzen! Hast du deine Eltern schon eliminiert?“, fragte er nun interessiert, dabei bemerkte ich, wie er die ganze Zeit seine Umgebung, mein Heim, mit seinen alles sehenden Augen scannte.

„Ja, Sir!“, entgegnete ich brüsk.

„Du hast es wirklich durchgezogen?“, war er hörbar erstaunt, wobei er mir unleserliche Blicke zuwarf, das glaubte ich jetzt wirklich nicht.

„Ja, Sir!“ Wie eintönig von mir, aber ich hatte gerade wirklich keine Zeit und noch weniger Lust.

„Immer wieder erstaunlich!“, murmelte er leise, er war wirklich überrascht, wow. Er fasste meine Gestalt gerade eben sehr genau ins Auge und unter seinem stechend scharfen Blick kam ich mir äußerst nackt vor.

„Danke, Sir!“, blieb ich sparsam.

„Nun gut, dann komm, ich werde dir helfen!“, überraschte er nun mich, helfen? Seit wann half Snape irgendwem?

„Womit, Sir?“, er verwirrte mich gerade etwas.

„Du packst!“, bestimmte er und schon hatte er wieder seinen alten schroffen Tonfall, na toll, jetzt wollte er mir schon wieder Befehle geben, dabei war mein Plan doch absolut durchdacht, da brauchte ich ihn nicht, daher fragte ich auch perplex:

„Warum packe ich?“, strich ich mir bei dieser Frage über mein straff zurückgebundenes Haar.

„Stell dich doch bitte nicht so dumm, du kommst mit mir und komm bloß nicht auf die Idee, dich zu weigern, mit mir zu kommen!“, drohte er knurrend und durchbohrte mich fast mit seinen dunklen Seen, dass es mir ganz anders wurde und ich schluckte, das durfte nicht passieren, nicht jetzt!

„Wohin?“, forschte ich vorsichtig nach.

„Malfoy Manor!“, erklärte er resolut, als ob es keinen anderen Ort gäbe, an den ich gehen könnte.

„Weiß das Draco?“, hauchte ich gespannt.

„Natürlich, ich habe mit ihm gestern Abend darüber gesprochen!“ So langsam schien er minimal genervt zu sein, der gute Professor. Aber was mischte er sich auch in meine Pläne ein? Ich stand kurz vor einer Explosion.

„Das glaub ich nicht, das geht nicht, nicht jetzt!“, beschied ich entschieden und schenkte ihm eine sture Miene.

„Was fällt dir ein?“, schlug er hart auf den Tisch „Aber gut, Lucius macht es uns gerade sehr schwer, seit er dich auf dem Bahnsteig gesehen hat, ist er unausstehlich! Er will zur Jagd blasen, also wirst du mit mir kommen…“, zischte er wütend.

„Bitte, Sir, ich komme, wie Sie wünschen, aber nicht heute und nicht morgen!“, war ich aufgesprungen und zur Theke gelaufen, als ich herumwirbelte um ihn wieder anzusehen, blickte ich auf eine schwarz eingepackte Brust, toll, er hatte mich wieder eingeklemmt, ich war einfach zu unachtsam gewesen, verdammt!

„Das war keine Bitte!“, grollte es drohend aus seiner Brust, während er sich hoch vor mir aufbaute.

„Sir, ich mache doch alles was Sie wollen... aber geben Sie mir diese Woche!“, bettelte ich fast und warf meinen Stolz in hohem Bogen auf den Boden.

„Warum sollte ich?“, zog er die Augenbraue skeptisch hoch, doch ich wusste es auch nicht und ging, einem Instinkt folgend ,auf die Zehenspitzen und hauchte rasch einen Kuss auf seine missbilligend verzogenen Lippen. Wo meine Distanz blieb, die ich nach dem was er mir angetan hatte aufgebaut hatte, wusste ich nicht, denn mein Instinkt leitete mich und ich hörte meist auf ihn.

Und ich wisperte an seinen geschlossenen Lippen. „Bitte, ein paar Tage Freiheit!“, und küsste die doch so weichen Lippen vorsichtig, stützte mich mit meiner Hand an seiner breiten, muskulösen Brust ab, verkrallte mich in dem edlen Stoff und leckte nun keck mit der Zungenspitze über die verkniffenen Lippen. Anscheinend schmiss ich meine ganzen Bedenken über Bord, wenn es mir in den Kram passte.

Als er wütend knurrte und seine Arme, die bisher unbeteiligt an seinen Seiten gehangen hatten, plötzlich rasant um mich schlang und meinen Kopf hart zwischen seinen Händen gefangen nahm, nur um im Sturm meinen Mund zu erobern, was mich überrumpelte, obwohl ich es doch inszeniert hatte, aber er küsste mich mit einer Vehemenz, die mir die Luft nahm.

Und ich hielt dagegen, so gefangen in seinen Händen und Armen, hinter mir der Thresen. So hingebungsvoll hatte ich ihn noch nie erlebt, dies war ein völlig neues Kusserlebnis und auch mir entwich ein unwilliges Seufzen… aber ich sollte mein Ziel nicht aus den Augen verlieren, doch soeben spürte ich nur ihn.

Er presste sich immer enger an mich und versuchte, mich um den Verstand zu küssen und ich kämpfte darum, mich dem mit Sicherheit nicht hinzugeben, da ich einen Plan hatte und dann blitzten da auch noch graue Augen in meinem Hinterkopf auf… ich konnte und wollte nicht bis zum Äußersten gehen.

Ich fühlte seine Lippen, die sich so begehrlich auf meine pressten, seine Zunge, die mit meiner spielte und mich ganz sicher nicht kalt ließ, aber ich schaffte es, mich leicht aus dem Kuss zu lösen und an seinem Mund zu wispern. Um zu ihm durchzudringen fiel mir nur eines ein und ich hoffte, damit nicht zu weit zu gehen:

„Severus…“, wagte ich es und hauchte es tief und rau in den Kuss und drang damit tatsächlich zu ihm durch.

Er riss sich regelrecht grob von mir los. Ich weiß nicht warum, aber an diesem Punkt fiel es mir auf einmal schrecklich leicht, seinen Vornamen auszusprechen, aber jetzt, mit seinem intensiven Blick auf mir, würde es mir wohl nicht gelingen, seinen Namen noch einmal in den Mund zu nehmen.

Er sah mir tief in meine lustverhangenen Augen, da er mich wahrlich nicht kalt ließ, wie ich mir eingestehen musste und er erkannte wohl eindeutig, dass ich mein Verlangen nach ihm nie spielte, was ein zufriedenes, diabolisches Lächeln auf seine leicht geröteten Lippen zauberte.

„Du bist ein gerissenes Biest!“, zischte er da vorwurfsvoll.

„Ich dachte, das ist das was mich perfekt macht, für euch?“, entgegnete ich provokant, darauf antwortete er, indem er wieder sein Haupt senkte und meinen Mund zielstrebig zurückeroberte und ich ließ ihn, gab mich seinen fordernden Lippen hin, das war nun anders, nicht mehr so kopflos und stürmisch, sondern eher genießend und das Duell sehr ausgeglichen.

Man stelle sich vor, ich stand gerade in der Küche meines Elternhauses, hatte heute meine Eltern auf Nimmerwiedersehen weggeschickt, draußen im Garten lagen zwei männliche Leichen und ich knutschte wie wild mit meinem um mehrere Jahre älteren Lehrer und wie! Und es war gut!

Emotional schien ich doch mitgenommener als ich wahrhaben wollte, denn nachdem ich mich kurze Zeit so verloren gefühlt hatte, brachte mir der mir bekannte Körper von Snape eine gewisse Konstanz in meinem gerade so erschütterten Leben und in dem Wissen was noch kommen sollte, klammerte ich mich fest an ihn.

Er löste sich schwer atmend von mir, mit einem für mich nicht deutbaren Ausdruck, sah mir intensiv ins Gesicht und fuhr mit seinem Daumen langsam über meine von ihm geschundenen, geschwollenen und geröteten Lippen. Dabei war ich froh, dass es wirkte, als wolle er nicht mehr, denn mehr als das hier könnte ich ihm nicht geben.

„Ich kann dir keine Woche geben, Lucius wird zu ungeduldig, es ist gut, dass du deine Eltern schon… ach, was auch immer du mit ihnen getan hast! Es ist gut, dass sie weg sind. Wir wollen es ihm schonend beibringen. Draco hat da schon eine bösartige Idee! Aber du siehst… der Blutschutz reicht nicht!“, meinte er eindringlich, hatte mich aber nicht aus seinen mich umschlingenden Armen entlassen.

„Werde ich dort eine Gefangene sein?“, fragte ich bang.

„Ich denke nicht!“, zucke er die Schultern.

„Wie viel Zeit kannst… würden Sie mir geben?“, wisperte ich ganz leise.

„Zwei Tage!“, rang er sich schweren Herzens durch, da wusste ich, dass dies das Äußerste war, was ich aus ihm herausleiern konnte.

„Danke!“, sank ich erleichtert, aber auch erschöpft an seine Brust und er umarmte mich, was ich bis vor kurzem niemals für möglich gehalten hätte, dass er so etwas tun könnte oder aber, dass ich es, nach dem was dieser Mann mir angetan hatte, genießen könnte, mich derart nah von ihm halten zu lassen. Warum stand ich auf einmal darüber? Warum hatte ich keine Sorge, oder Angst mehr vor seiner Nähe oder Berührung?

Er hielt mich einfach stumm und schweigend fest und ich genoss es, dass er mir sicheren Halt gab.

Schließlich lösten wir uns wie auf ein gemeinsames Kommando.

„Du hast zwei Tage, danach werde ich dich aus dem Cottage ziehen, wenn es sein muss! Auch wenn ich nicht in den Fidelius eingebunden bin, verstanden? Auch wird Draco nicht erfreut sein, dass ich ohne dich zurückkomme!“, erklärte er ernst und ich verstand, er meinte es todernst. In zwei Tagen würde ich der Familie mit Haut und Haaren gehören.

„Ist ja gut, Draco weiß, dass ich heute Abend noch unaufschiebbare Termine habe. Ich kann nicht weg, nicht wenn die Planung von fast einem Jahr nicht den Bach runter gehen soll, verstanden und der Plan ist zu gut, als dass ich so große Angst vor Lucius hätte, dass ich das jetzt abbreche!“, fauchte ich aufgebracht.

„Wie eine Wildkatze!“, kam es gewohnt höhnisch von ihm.

„Sehr witzig, aber vielen Dank für die zwei Tage und ich werde übermorgen im Cottage sein! Lassen Sie Ihre Schlange erscheinen und dann lasse ich Sie rein!“, gab ich ihm Anweisungen, wie mir das gefiel, aber er überging meinen Ton und nickte nur.

„Wer wird alles da sein?“, wollte er nüchtern erfahren, es war so als hätten wir uns nie geküsst, als wären wir uns nicht gegenseitig in den Armen gelegen.

„Die Twins, sie leben da, Blaise und die Greengrass Schwestern!“, zählte ich wie gewünscht auf.

„Was, was haben die da zu suchen?“, war er sichtlich überrascht und von einer Sekunde auf die andere nicht mehr ruhig, sondern aufgebracht.

„Sie werden schweigen, deswegen muss ich ja auch noch ins Cottage. Ich muss den Zauber auf die zwei Schwestern werfen, Sie verstehen?“, erklärte ich geschäftig und er stoppte.

„Ja!“, wandte er sich nun um und da fiel mir auf, dass er heute nur einen engtaillierten, langen Gehrock trug, keinen Umhang darüber und er eilte ohne Gruß oder weitere Worte von dannen. Ich sackte über diese neuen Informationen auf dem Stuhl zusammen, puh… in zwei Tagen würde ich Lucius gegenübertreten.

Toll, ganz toll, das war doch mal wieder Glück, es war doch zum Haare ausreißen. Ich kam von einer Katastrophe in die Nächste.
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