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 Kapitel 290-291

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queenie
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BeitragThema: Kapitel 290-291   So Jun 24, 2012 7:51 am

290. Kapitel Point of no Return

Er war mir zum ersten Mal, nach langer Zeit wirklich wieder nah und da traf mich die Berührung seiner weichen, seidigen Lippen wie der Schlag.

Sie brachten mich ins Wanken. Sein ganz eigener Duft hüllte mich verheißungsvoll ein und ließ das Blut in meinen Ohren rauschen, denn zu meinem totalen Unglauben erwiderte ich den Kuss sofort hungrig.

Wie eine Verhungernde stürzte ich mich regelrecht verzehrend hinein.

Ich erwiderte tatsächlich leidenschaftlich die unerwartete Berührung unserer Lippen!

Wir gaben uns kurzzeitig dem berauschenden Gefühl hin uns wieder nah zu sein. Mund an Mund, Lippen an Lippen, uns zu spüren bis seine Zunge in mich eindrang und ich sie wild willkommen hieß und es genoss seinen Geschmack wieder zu schmecken.

Zu lange hatte ich ihn vermisst. Seit dem Ball an Weihnachten.

Auch wenn es bisher nur wenige Küsse gewesen waren, die wir geteilt hatten, oder eher gesagt so stürmisch nur die an Weihnachten im Garten, so merkte ich doch, ich hatte einfach ihn vermisst, gar nicht mal so sehr die Küsse, sondern das er nicht so kalt und unnahbar war.

Unsere Küsse bisher waren eher dem Rausch auf dem Ball zu zuschreiben gewesen, denn davor hatte es keinen Kuss zwischen uns gegeben der auch nur annähernd diesem hier glich.

Alle zuvor waren geradezu keusch gewesen.

Es war wie wenn ich nach langer Zeit in der Wüste wieder Wasser bekam, einfach überwältigend und es berauschte mich und ließ mich fast alles vergessen, während wir atemlos in unseren verzehrenden und leidenschaftlichen Kuss keuchten.

Meine überraschend sehnsüchtige Reaktion schein selbst Lucius zu überrumpeln, da er während wir kurz Luft holten kurz innehielt und den Zungenkuss unterbrach, wenngleich seine Lippen immer noch begehrlich an meinen lagen.

Ich bemerkte verzögert, das er nicht weitermachte und öffnete missgestimmt die Augen, wollte zurückzucken über die Erkenntnis das da vor mir tatsächlich Lucius war, aber er verhindert dies, indem er mein Kinn weiterhin gekonnt zwischen seinen Fingern eingefangen hielt, sodass ich es nicht bewegen konnte.

Plötzlich hörte ich Remus gepeinigtes Aufjaulen als er uns derart vertraut und vereinigt erblickte.

Ich an der Wand, Lucius nah bei mir, unsere Gesichter, die sich berührten und ich wehrte mich nicht. In dem Moment wagte ich es auch gar nicht mich zu bewegen, während ich in seine intensiven, sturmumtosten Augen blickte.

Jetzt presste sich plötzlich der mächtige und muskulöse Körper von Lucius sehnsüchtig an meinen und meine Finger verkrallen sich sofort in dem besudelten Hemd, worauf Lucius Lippen nur noch fordernder auf meinen Lagen.

Aber trotzdem intervenierte er nicht weiter, sondern schien nur den Moment zu genießen, bis er sich dann doch sachte von meinen geröteten Lippen löste und ich meinen Blick über sein markantes Gesicht schweifen lassen konnte, dabei sah ich sein hintergründiges Lächeln.

„Verzieh! Du hast Recht, ich habe keine fundierte Handhabe für meine unangebrachten Behauptungen dir gegenüber! Es war nur ein Gefühl, nenne es Instinkt!“, raunte er mir samtig zu und ich dachte nur, dass ich mich verhört hatte!

ER, Lucius Malfoy hatte sich gerade entschuldigt?

ER bat mich indirekt um Verzeihung! ER erklärte sich!

Das war nicht normal, nur weil ich mich dem Kuss hingegeben hatte?

Sollte es so einfach sein?

War er derart leicht zu manipulieren? Fragte ich mich ungläubig aber auch hoffnungsvoll, oder tat er das nur um mich in die Irre zu führen?

War das ein Test?

Ich wollte es nicht glauben, aber ich war Biest genug um es auf einen Versuch ankommen zu lassen, um zu sehen wie weit ich ihn treiben konnte um das zu bekommen was ich begehrte.

Also löste ich meine eine Hand aus seinem Hemd und griff wenig sanft in sein zurückgebundenes Haar, was umgehend ein gefährliches Funkeln in seinen Augen erzeugte als ich seinen Kopf hart und fordernd zu mir zog.

Damit brachte ich wieder seine Lippen nah an meine, bis sie sich wieder ganz sachte berührten, dann stöhnte ich leise auf und mein Atem tanzte begehrlich über unsere Lippen, wobei er mich nicht aus den Augen ließ und ich ihn auch nicht.

Es war kein Kuss, nur das federleichte berühren unserer Lippen, da er mit festem Druck seinen Kopf gegen meine Hand gepresst hielt, aber wenn Lucius eines war, dann stark und somit wisperte ich an seine geschlossenen Lippen.

„Gib ihn mir!“, bat ich rau, dabei zeigte sich mir ein unleserlicher Augenausruck in den dunkelgrauen Augen und sogleich leckte ich mir mit der feuchten Zungenspitze über die roten Lippen und fuhr unabsichtlich auch über seine, was ganz tief in seinen Augen ein Flackern erzeugte, das mir aufgrund der Nähe auffiel.

Unterdessen traten alle Geräusche unserer Umgebung für mich in den Hintergrund, auch den Krach den Remus verursachte.

„Bitte…Lucius!“, hauchte ich verführerisch an seine Lippen.

Ich wusste ich ging weit, gefährlich weit, und ich erkannte auch, das es vielleicht zu weit gewesen war, denn e brodelte plötzlich eine regelrechte gefühlvolle Glut in seinen Augen auf und er überwand den fehlenden Millimeter unserer Lippen bestimmt und presste sich fordernd an mich.

Mein Kopf prallte überrumpelt hart an den unnachgiebigen Stein hinter mir, deswegen keuchte ich stöhnend auf und das nicht nur wegen dem kurzen, süßen Schmerz der meinen Körper durchzuckte.

Meine Finger lösten sich rausch aus seinem weißblonden Haar, um sie wieder auf seine gegen mich drängende Brust zu legen, da er sich mit seinem kompletten Leib begehrlich an mich schmiegte.

Er drohte mich zu zerquetschen. Wie es schien hatte ihn das was er mit Remus getan hatte in mehr als einer Hinsicht nicht nur angeregt, sondern auch gut sicht- und fühlbar erregt.

Es war als wären Schranken gefallen.

Ungestüm öffnete ich nun meinen Mund und er drang gierig in ihn ein, dabei stöhnten wir erlöst rau auf. Es war wie ein Kampf, ähnlich dem was wir im Park an Weihnachten fabriziert hatten.

Ich, mit den wegdrückenden und heranziehenden Händen in seinem schwarzen Hemd, als könnte ich mich nicht endgültig entscheiden ihn zu mir zu ziehen oder wegzustoßen und er, der mit seinen behandschuhten Händen fiebrig, heiß, begehrend über meinen spärlich verdeckten Leib entlanglitt.

Als nächstes streifte er mir den Mantel fahrig über die Schultern, sodass diese nun freilagen. Wir befanden uns wie in einem sehnsüchtigen und leidenschaftlichen Rausch.

Stürmisch und ausgehungert warfen wir uns in den nächsten Kuss und vergaßen unsere Umgebung und den Anblick den wir abgaben, sowie auch unseren entsetzten und verletzen Beobachter, der gefesselt von der Decke baumelte, den wir nun unweigerlich zu einem unfreiwilligen Voyeur machten, völlig.

Im Moment schmiss Lucius mal wieder jedes Ressentiment über Bord, als mich einer Feder gleich an der Wand hochhob um sich noch mehr an mich zu drängen, was mich gierig auf keuchen ließ, aber ich war diesmal so gar nicht in der Lage oder gar der Stimmung ihn aufzuhalten.

Es war als würde ich mich nicht mehr unter Kontrolle haben. Ich war ausgehungert nach Nähe, nach Aufmerksamkeit.

Das mit der Geburt, Severus Abwesenheit, Dracos Abwesenheit, die Suche, die Nacht am Lager, Scabior und zum guten Schluss die Twins und nun das hier, trieben mich immer weiter, sodass ich mich selbst fast nicht mehr erkannte.

Doch dann wurde ich abrupt aus meiner seligen Erregung gerissen, erstarrte und Lucius auch!

Die Stimmung schlug von einer Sekunde zur nächsten um, dabei riss er mit einem bösartigen Knurren seinen Mund brutal von meinem und ich schlug wiederrum meine Augen furchtsam auf und sah ihn geschlagen an.

Dabei konnte ich genau zusehen wie ein sichtlich wütender Sturm in seinem Inneren wütete, während er vor Zorn seine Kiefer sichtbar fest aufeinanderpresste. Noch immer war mein Körper von seinem fest eingeklemmt, aber nicht mehr wegen dem Wunsch die Begierde zu stillen, nun war ich gefangenen von ihm.

Gerade bei dem negativen Umschwung der Atmosphäre verfluchte ich meine Dummheit die dafür gesorgt hatte, dass ich zugelassen hatte, dass mir Lucis meinen Zauberstab vorhin aus der Hand geschlagen hatte.

Ich wollte gerade etwas zu einer Verteidigung sagen, als er mit einem unwirschen, magischen Wisch dafür sorgte, das ich erstens nichts mehr sagen konnte und so schnell konnte ich gar nicht schauen, waren auch meine Hände von urplötzlich hervorschießenden Metallringen umschlossen, die mich grob an die Wand pinnten.

Wieder einmal verdammte ich meine Idiotie Lucius gegenüber. Ich würde es wohl nie lernen!

Ich, die ich alles und jeden besiegen könnte, wurde immer zu einem naiven Dummchen wenn es um Lucius ging!

Ich ahnte was er hatte und das ließ mir das Blut in den Adern gefrieren, denn was würde er tun?

Seine Hände waren bei unserem Techtelmechtel auf Wanderschaft gegangen. Unter meinen Mantel geschlüpft waren sie auch unter mein kurzes Nachthemd gestreift und seine bestimmt magischen Handschuhe hatten einen feinen Tastsinn.

Nun stieß er sich von mir ab, nachdem er mich effektiv hatte verstummen lassen und mich gefesselt hatte, alles in einem, wie gesagt Lucius war erstaunlich wenn er denn etwas tat und handelte.

Dabei hatte er einen Abstand zwischen uns gebracht, um dann in einer raschen, fließenden Bewegung vor mir auf die Knie zu gehen.

Ein Umstand der dafür sorgte, dass ich wohlweißlich meine Beine eng zusammennahm und meine Schenkel aneinanderpresste.

„Wa….was!“, hörte ich Remus geschockt in den Raum wispern, als der beeindruckende Mann vor mir auf die Knie ging und ich am liebsten mit der Wand verwachsen wäre. Es war ein ungläubiges Gefühl, aber nicht der positiven Art, das mich überlief.

Wie würde er reagieren?

Was würde er tun?

Ich war sehr unsicher, da ich mit oft schwertat Lucius verhalten einzuschätzen!

Wie erwartet zeigte er keine Scheu und zog mir rabiat mein beiges Nachthemd bis zum Bauchnabel hoch, dabei offenbarte er mein farblich passendes Höschen. Er hielt sein Gesicht auf Höhe von eben diesem und ich konnte seinen heißen Atem dort spüren.

So offenbarte er nun auch mein krass herausstechendes Mal an meinem linken Unterbauch. Wie es schien tangierte ihn Remus Nähe nicht und ich blickte geschlagen zur Seite, als Remus erkennend auf keuchte, da er uns die ganze Zeit nicht aus den Augen ließ.

Unterdessen fühlte ich Lucius in ledernen Handschuhen steckende Hände über meinen Bauch gleiten zu meinem Oberschenkel, wo er versuchte seine Hand grob dazwischen zu schieben, was ihm aber nicht gelang, da ich stur zusammenpresste was das Zeug hielt.

Er kämpfte kurz gegen mich, die ich, wie gemartert, gefesselt und stumm an der Wand stand, während mich zusätzlich sein ungeduldiger Blick festnagelte, der zu mir hochschoss als er sein Haupt in den Nacken legte.

„Hermione! Du wirst jetzt deine Beine spreizen!... Heb nun dein rechtes Bein an, zwing mich nicht…dich zu zwingen!“, hauchte seine Stimme seidig die Drohung, die mir wie Eiswasser durch die Adern schoss und mich fast zum Zittern brachte. So hätte das nicht laufen sollen. Jetzt erzeugte sein heißer Atem auf meiner freiliegenden Haut auch noch eine sichtbare Gänsehaut.

Schließlich senkte ich zustimmend mein Haupt, denn es war sinnlos gegen ihn aufzubegehren. Es war auch einen Sache zu erkennen wann man verloren hatte.

Um meine Kapitulation nicht noch demütigender zu erleben schloss ich gepeinigt die Augen und unter den ungläubigen Blicken von Remus gab ich meinen Wiederstand auf und löste meine Anspannung aus meinem Leib.

Ich hob sachte mein Bein an, was er unverzüglich ausnützte um seine Hand zwischen meine Schenkel zu drängen, dabei hob er mein Bein ungeduldig noch mehr hoch, auf dass er es fast nun auf seiner Augenhöhe hielt und ich wusste sehr genau was er sich ansah und auch was ihn veranlasst hatte alles zu unterbrechen, da er ES ertastet und erfühlt hatte.

Ich haarte unsicher auf seine Reaktion, doch als ich nicht einen Ton oder gar ein Geräusch von ihm hörte, sondern etwas was ich so nicht erwartet hatte, zuckte ich erschrocken zurück.

Ich riss die Augen perplex auf und blickte auf seinen weißblonden Schopf hinab und konnte erleben wie er etwas tat, was jenseits jeder Erwartung oder gar Vorstellung gewesen war die ich mir in meinen kühnsten Träumen hatte ausmalen können.

Lucius leckte lasziv mit seiner kompletten, rauen Zunge großflächig über Severus Zeichen an der rechten Innenseite meines Oberschenkels, dabei kam er nah, zu nah an mein Zentrum, was mich fast wimmern ließ, wenn ich es denn könnte.

Es war ein abartiges Gefühl, das berauschte und abstieß zugleich.

„Lu…Lucius?“, formten meine Lippen die Wörter die ich tonlos stotterte, als Remus ein heißeres Johlen und Jaulen ausstieß, das mir durch Mark und Bein ging, aber dafür sorgte als mein gehetzter Blick zu dem schockiert wirkenden Remus zuckte, der sich unser Schauspiel total ungläubig ansah, von dem Schauspielt gefesselt trotz seiner Verletzungen, die er vergessen zu haben schien.

Der Schock über die Erkenntnis schien schlimmer für ihn, Remus, zu sein als die Pein seiner Wunden.

Ich an der Wand gefesselt, das cremeweiße Nachtnegligee, der über meine Schultern gezogene Morgenrock, ein vor mir kniender Lucius, der mein Bein angehoben hatte und seinen Kopf an meinem Oberschenkel vergrub, das das ein Bild war das Remus in seine Albträume verfolgen würde, glaubte ich zu gerne.

Aufgrund der auf mich einstürmenden Empfindungen rollte ich jetzt mit den Augen, da nun doch noch die Zungenspitze von Lucius die Konturen des Zeichens umspielte. Es war ein unglaubliches Gefühl das mich erbeben ließ und ich zitterte unkontrolliert.

Er ließ sich von Remus aufjaulen nicht stören und fuhr das Zeichen akkurat nach, dabei strich der Daumen seiner anderen Hand, die mein Nachthemd an meinem Bauch hochhielt, liebkosend über das Mal seines Hauses das meine Haut zierte. Es war zum verrückt werden und ich wehrte mich nun vehementer gegen die Fesseln.

„Lucius!“, befahl ich nun bestimmter wenngleich noch immer sprachlos. Es war aber als würde er meinen Wiederstand wahrnehmen, da sich sein Mund von meiner Haut löste und er wieder zu mir aufsah, dabei schaffte er es mir einen kleinen Schock zu verpassen, da ein sarkastisches Lächeln seine aristokratischen Züge zierte.

Ich blickte ihn ungläubig an, als er sein Haupt grausam erheitert in den Nacken warf und ein unglaublich ehrliches, amüsiertes aber auch sehr böses und gemeines Lachen hören ließ, das mir durch Mark und Bein ging.

„Furcht, dass ich sauer bin…weiß das DA, Draco?“, wisperte er sehr seidig, dabei schaffte er es obwohl er vor mir kniete wie der Despot zu erscheinen, der er war und ich schluckte trotz meines rauen und trockenen Halses, da mir die Spuke fehlte unwohl, als er mir mit einer bestimmten Bewegung meine Stimme wiedergab, was mich Räuspern ließ.

„Chrm….Nein, er nein… noch nicht!“, stotterte ich heißer und wusste ob der Absurdität der Situation, denn es stimmte, es waren Tage vergangenen und Draco war noch unwissend und Lucius fand es vor ihm raus, an sich ein Unding, das mir Unbehagen bescherte.

„Dann weiß ICH es eher, als ER, erstaunlich!“, raunte Lucius zu meinen Füßen, dabei zierte ein diabolisches Lächeln sein schönes Antlitz mit den getrockneten Blutspritzern, was mich mit offenem Mund keuchen ließ, weil er es genoss mich derart zu demütigen.

„SOOO ist das nicht! Es war erst vor kurzen, also das Severus…. und da du Draco derart gekonnt von mir fernhältst…“, stotterte ich zuerst unsicher, um dann immer verärgerter aufzubrausen, dabei rang ich wieder mit meinen Fesseln, weil mir der selbstzufriedene Gesichtsausdruck von Lucius so gar nicht zusagte.

„Du hättest es ihm sagen können!“, grinste Lucius noch teuflischer zu mir auf, wobei er sich überhaupt nicht aus der Ruhe bringen ließ und noch immer meinen Oberschekel festhielt sowie auch mein Nachthemd.

„Hätte ich!?“, meinte ich mehr als zweifelnd. „Du bist nicht wütend?“, lenkte ich auf ein anders Thema um, was mich viel mehr interessierte, denn ich hätte mit allem gerechnet aber nicht mit dieser Reaktion von Lucius!

„Warum? Ich bin mir sicher, ER hatte seine Gründe! Außerdem ändert dies nichts! Das Zeichen unsers Hauses war zuerst auf dir, das zählt! Und ich kenne IHN gut genug, um zu wissen, dass es IHM wichtig war ein Mal auf dir zu hinterlassen, das steht IHM zu!“, erklärte er geschäftig, wenngleich auch absolut beherrscht um nicht zu sagen fast schon lapidar.

Nun kam er langsam in einer fließenden, eleganten Bewegung wieder auf seine Beine. Seine kühle Art ob der Entdeckung überraschte mich.

„ER, weiß was ER tut und tun darf!“, erklärte er nun nüchtern weiter anscheinend auf meinen ungläubigen Blick hin, während er nun wieder vor mir stand und intensiv auf mich hinabstarrte.

„Und du heißt das gut?“, wisperte ich fast tonlos, da sprachlos ob seiner Akzeptanz und stellte innerlich fast resignierend fest das ich diese beiden Männer, Severus und Lucius, wohl nie verstehen würde, als mir ein bedrückender Gedanken durch den Geist wanderte: Wie würde Draco reagieren?

Ähnlich souverän wie Lucius?

Ich war mir da nicht sicher, aber ich hoffe es!

„Wenn ER es wünscht! Aber wehe ich hätte etwas anders dort entdeckt, oder gar von einem anderen mein Biest, dann wäre es dir nicht gut ergangen!“, sprach er seine Drohung nicht weiter aus, aber das musste er gar nicht!

Somit machte er nur eine abwägende Geste mit der Hand, während sich meine Fesseln plötzlich lösten und mich freigaben, aber da war er schon wieder da um sich eng an mich zu schmiegen.

Ich war so überrumpelt davon, dass er mich vorsorglich gefesselt hatte in Erwartung mich strafen zu müssen, weil ich weis Gott wem zu viel gestattete, dass ich nur langsam reagierte.

Diese Vorstellung paralysierte mich genauso wie seine Akzeptanz Severus Tat gegenüber mich zu zeichnen.

Ich kam immer noch nicht darüber hinweg wie er über Severus Mal gekleckt hatte, es liebkost hatte als er mich wieder stürmisch küsste und in mir arbeitete mein kühl funktionierender Verstand, während ich ihn ebenfalls heiß zurückküsste, bis ich schließlich in einer atemlosen Pause wisperte:

„Vertrau mir Lucius….“

Er unterbrach meine Bitte wieder mit einem heißen Kuss.

„Gib ihn mir….“, wisperte ich atemlos als er seinen Mund da löste er sich erneut von mir um mir nun einen harschen Blick zu schenken.

Da wandte er sein Gesicht abrupt von mir ab um einen Blick auf Remus zu werfen, doch dann beugte er sich plötzlich mit rascher Geschwindigkeit wieder zu mir vor, um mir mit einem tiefen Knurren grob in meine Schulter zu beißen.

Ich schrie erstickt auf, als mich der Schmerz durchzuckte und anders als im Ministerium hatte ich mir unter Lucius Biss nicht auferlegt stumm zu sein.

Ich zwang die Tränen in meinen Augen zurück, während Lucius mich malträtierte, da ich mich dem Sturm der zwischen uns herrschte hingegeben hatte. Seine Zähne gruben sich unerbittlich in meine Haut und ja aufgrund seiner Skrupellosigkeit auch in mein Fleisch, dabei krallten sich meine Nägel tief in seine vom Stoff umschlossenen Schultern, während ich versuchte den Schmerz auszublenden. Es war eine süße Qual als seine Hände zu meinem offenen Haar gingen um grob in meine Locken hineinzufassen.

Endlich riss er seine Mund von meiner Schulter, um wieder mit seinen blutigen Lippen zu mir zu kommen und mich wieder ungestüm zu küssen. Es kam mir so vor als hätte Lucius eine Möglichkeit gesucht um mir auch sein ganz spezielles Ziechen aufzudrücken.

Die Erkenntnis ließ mich schwindeln was wir uns hier für einer Abartigkeit hingaben. Dazu noch der Ort, der bei mir keine guten Erinnerungen weckte.

Ein Ort des Leids, des Schmerzes und der Folter vor den Augen von einem an sich fremden Mann, trotzdem schien uns das Wort Anstand fremd zu sein in dem wilden Rausch in dem wir uns befanden. Ich schmeckte mein metallisches Blut in dem hitzigen Kuss der etwas Animalisches hatte.

„Glaub an mich!“, wisperte ich erneut atemlos eindringlich, als er sich mit einem entschlossenen Ruck von mir löste, sich von mir von jetzt auf gleich erstaunlich beherrscht zurückzog.

Nun maß er mich mit einem erschreckend emotionslosen Ausdruck in der Mimik, sah mich dabei gefühllos aus erstaunlich kalten, grauen Augen an, sodass ich mir unter diesem ungemütlichen, sezierenden Blick nackt vorkam.

Sogleich zog ich mir mein Negligee zurecht. Ich zog den zarten Stoff über meine malträtierte Schulter, während mir ein Blick bestätigte, dass ich blutete da sich der weiße Satinseidenstoff leicht bräunlich an der Schulter verfärbte.

„Ich weiß nicht…du bist ein Biest! Das steht außer Frage! Aber ich bin immer bereit mich vom Gegenteil überzeugen zu lassen, daher, ER gehört DIR!“, kam es nüchtern von Lucius als er mir dies großmütig anbot und mit einer weitausholenden Geste deutete er auf Remus.

Dieser hatte alles vollkommen geschockt beobachtet. Jetzt erstaunte mich Lucius mit seiner totalen und absoluten Kontrolle sowie der strengen Beherrschung die er gerade gekonnt zur Schau trug. Nichts deutete daraufhin das er am liebsten jetzt, sofort und auf der Stelle mit mir schlafen wollen würde.

Aber ich war eher dankbar als pikiert über diese Zurückweisung, denn ich hatte das was ich wollte. Remus gehörte nun mir!

Das ich für den Einsatz nicht aufs Ganze hatte gehen müssen war schön, wenngleich ich mir kurz die skeptische Frage erlaubte was Lucius dazu veranlasst hatte ungewohnt selbstlos zu verzichten.

Aber ich konnte nichts in ihm lesen, das war zu ärgerlich, denn seine gleichgültige Maske saß mal wieder perfekt!

Hier erlaubte ich mir kurz erschöpft die Augen zu schließen um darum zu kämpfen ähnlich beherrscht zu sein wie Lucius, darüber hinwegzusehen, das ich mal wieder ohne zu überlegen bereit gewesen war aufs Ganze zu gehen, nur weil es die Situation erforderte.

Machte mich das aus?

Denn wollen? Nein, wollen tat ich immer noch nicht!

Ich hatte Severus und Draco!

Zumindest redete ich mir das gerade ein!

Diese Beiden reichten und genügten und doch musste ich mir zu meinem Missvergnügen eingestehen, dass ich Lucius Berührungen mochte, aber weder brauchte noch begehrte, zumindest versuchte ich mir dies gerade sehr gut selbst glaubhaft zu machen.

ABER und das wollte ich doppelt unterstrichen, meine Moral war eine flexibel und mehr als dehnbare Schlampe, zu meinem Leidwesen.

Nun gut, ich hatte was ich wollte, das musste reichen und somit gestattete ich mir ein mehr als zufriedenes Lächeln auf meinen Zügen, damit ich es nicht mehr unterdrücken musste, bis Remus mich aus meiner Überlegung riss, da er laut klirrend gegen seine Fesseln aufbegehrte und ohrenbetäubend laut brüllte:

„HERMIONE, was soll das? Hast du uns nur belogen? Was ist mit HARRY?“, schrie er sich die Seele aus dem geschundenen Leib.

Entweder er hatte sich gefangen nach den Schmerzen oder aber er hatte den Schock überwunden, aber dieses Getöse hatte auch mir die Zeit gegeben mich zu fangen und nun war ich das gefasste, eiskalte Biest und wusste was sich gegenüber meinem gütigen Familienvorstand gehörte.

Ich würde nun etwas tun was ich Lucius seit meiner Strafe strikt verweigert hatte und so sankt ich demütig ,während ich Lucius weiterhin dankbar ansah, in einen tiefen, tadellosen Knicks der Ehrerbietung.

Das war wohl etwas was Remus nur noch mehr um seinen gesunden Menschenverstand zu bringen schien, denn mittlerweile jaulte er mehr wie ein waidwundes Tier, denn wie ein Mensch auf und rollte wild mit den Augen, während er klirrend gegen seine Fesseln kämpfte.

Indes hatte Lucius ein glutvolles Leuchten in seinem Blick, das er nicht mehr verbergen konnte. Diese surreale Situation schien ihm mehr als zu gefallen und anzuregen, während ich noch immer vor ihm in der unterwürfigen Haltung verharrte.

„Ich danke dir für das Vertrauen und das Geschenk!“, meinte ich standhaft, wobei ich „das Geschenk“ doppeldeutlich betonte, da ich es als Geschenk empfand, das er mich freigegeben hatte und eben nicht bis zum Ende gegangen war.

Diesen Moment unterbrach aber Remus, da er schon wieder ungläubig, gepeinigt aufschrie, als er mein gefühlsarmes Verhalten sah, wohingegen Lucius mehr als zufrieden wirkte, während er kaltschnäuzig meinte:

„Dann überrasche mich!“

Und das wollte ich wirklich. Ich wollte das Lucius stolz auf mich war und nicht an mir zweifelte. Also löste ich entschlossen die einzelne Schleife, die den herrlichen Morgenrock über meiner Brust zusammenhielt, da er ansonsten offen geschnitten war und ließ die Stoffmassen von meinen Schultern zu Boden gleiten.

Somit stand ich nur noch in dem nur aus Spitze und Seide bestehenden, sowie einen den gesamten Rücken unbedeckt lassenden Spaghettiträger-Negligee, mehr nackt denn angezogen vor Lucius und Remus, in dieser vollkommen unpassenden Umgebung.

Ich konnte Remus empörtem Blick entgegensehen, dem begehrlichen und begierigen von Lucius konnte ich mir sparen. Nun wandte ich Lucius entschlossen, endgültig den Rücken zu und präsentierte ihm den tiefen Rückenausschnitt, um in Remus Rücken zu gelangen.

Jetzt konnte ich die Kunst von Lucius nur bewundern, denn der nackte Rücken des Gefangenen war Brei, eine einzige, schwärende, nässende und blutende Wunde.

Das Remus überhaupt noch bei Sinnen war verdankte er wohl seinem Wolfsein. Ich erkannte, dass das nicht die erste Runde war, die Lucius und Remus zusammen hatten. Nein, ich konnte sehen, dass Lucius Remus immer wieder geheilt hatte, so wirkte es zumindest.

Das vertrackte war, wie sollte ich Remus retten ohne Lucius zu hintergehen?

Konnte ich Remus retten ohne Lucius zu hintergehen?

Also sponn sich von einer Sekunde zur nächsten in meinem kranken Geist einen makabrerer Plan, aber nur so würde es gehen und hoffte inständig, dass mein hastig ersonnener Plan auch aufgehen würde.

Remus musste sterben!

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BeitragThema: 291. „Gespickter Hase“   Di Jun 26, 2012 7:26 am

291. Kapitel „Gespickter Hase“

Remus musste sterben!

Remus musste sterben, um zu leben!

Nur so konnte er Lucius und seiner Grausamkeit entkommen, aber die Sache war die, wie weit musste ich in meiner Grausamkeit gehen?

Noch immer starrte ich auf den schwärenden, blutig roten Rücken, durch den ich vor Augen hatte, dass Lucius auch mir das angetan hatte.

Gut, natürlich nicht in solch drastischen Ausmaßen, denn er hatte bei mir nur eine normale Lederpeitsche verwendet, keine Geißel mit Haken, die sich ins Fleisch bohrten und Stückchen herausrissen, aber trotzdem. Und so schüttelte ich vehement den Kopf, um diese Bilder zu verdrängen, da ich stets im Hinterkopf behalten musste, dass Lucius mich keine Sekunde aus den Augen ließ.

Ich musste auf alles achten, alles bedenken und mehr, als rasch handeln.

Als ich meine Folter begann, die erste in meinem Leben, ließ ich wieder eine Grenze hinter mir, verlor erneut einen Teil an Unschuld, derer ich mir gar nicht bewusst gewesen war, dass ich sie noch hätte verlieren können, aber es war so wie immer. Ich rannte pragmatisch vorweg und würde fortwährend danach lernen müssen, mit den Ergebnissen, meiner Taten, zu leben.

Aber erst einmal hieß es im jetzt und hier bleiben. Schließlich musste ich mich um mein Opfer kümmern.

Musste ich auch gleich so bösartig sein, wie Lucius?

Das Biest in mir regte sich und entwarf schon einen gewagten Plan, wie ich Informationen aus ihm bekommen könnte. Denn Lucius aktive Heilung sprach dafür, dass er genau dies beabsichtigt hatte.

Also trat ich wieder aus dem Rücken von Remus, umrundete ihn und blickte nun fest in seine bernsteinfarbenen, glühenden Augen, die das gefangene Tier in ihm zeigten. Er blickte mich angeekelt, mit vor Wut verzehrter Fratze an und hing, mit den verrenkten Armen, noch immer baumelnd von der Decke. Seine aschblonden, verdreckten und fettigen Haare hingen ihm wirr ins verschwitzte Gesicht.

„Remus, ich weiß, du verstehst das nicht! Du bist enttäuscht und wütend! Bitte glaube mir, ICH will dir nicht wehtun! Tu mir und dir das nicht an! Rede mit mir!“, drang ich freundlich vor, dabei knurrte er nur wölfisch auf und ich zuckte zurück!

Gut, Argumente zogen anscheinend nicht, aber ich wollte nicht sofort aufgeben.

„Schau dich hier um, Remus…Lucius hat eine unerschöpfliche Auswahl an allem, was dich leiden lassen kann und glaub mir, es zöge sich langsam dahin! Warum? Sei nicht stur….“, schmeichelte ich süßlich und steckte vorsichtig die Hand zu seiner nackten, vor schweiß glänzenden Brust aus, was ihn wütend fauchen ließ und somit hielt ich ein, ohne ihn zu berühren.

Ich wusste, wenn ich ihm akkurat und ausführlich aufzählte, was es hier alles gab, würde seine Angst vor einer körperlichen, oder seelischen Leidenszuführung grausam für seinen Geist sein und ihm vielleicht jetzt schon die Zunge lösen.

Ich ging auf ihn und die ihn erwartenden Leiden genau ein, während er mich, fast blindwütig anstarrte und ich alles, was mir den Sinn kam, das Lucius ihm hier antun könnte, blumig aufzählte.

Damit gab ich eine Glanzleistung der Anteilnahme, des Mitfühlens und, des Einfühlsam seins, als ich detailliert, intensiv und genau auf die verschiedenen, einfallsreichen Arten des Folterns zu sprechen kam.

Seine Miene und auch seine Mimik lebten sehr wohl mit, bei meiner blumigen Ausschmückung. Von Unglauben bis hin zum Entsetzten reichten seine Emotionen, doch er wirkte nicht, als wolle er reden.

Ich spielte mit seinem Geist auf absolut bösartige Art und perfide Weise, da ich in wortreicher Sprache und Ausschmückung drohte, ihm indirekt all dies Anzutun und er all dies nun sehr plastisch vor sich sehen konnte.

Natürlich befand Remus sich, aufgrund der Gefangenschaft, schon in einer Extremsituation und dass Lucius ihn nicht zum ersten Mal gefoltert hatte, machte es noch extremer.

Ich zeigte ihm den Horror vor dem Kommenden auf und ich erlebte, wie Furcht und ja, auch Todesangst in seinen Augen aufblitzte, aber auch, als ich ihn nun doch zaghaft berührte, wie er blindwütig, wie ein Tier nach meiner Hand schnappte, worauf ich sie rasch in Sicherheit brachte.

Es war erstaunlich, dass Lucius mir diese Zeit großzügig zugestanden hatte, ohne ungeduldig zu sein. Aus den Augenwinkel hatte ich gesehen, dass Lucius sich einen Stuhl heraufbeschworen hatte, nun lässig darauf saß und sich alles ruhig ansah, aber keine Anstalten machte einzugreifen. Es wirkte nur als würde er die Show, die sich vor ihm abspielte, genießen.

Schließlich atmete ich dramatisch und gespielt auf und meinte süßlich:

„Ahhhh, Nein, oder Remus? Du wirst es MIR und auch DIR schwermachen! Tsetsetse…sag danach aber nicht, ich hätte dir nicht die Wahl gelassen!“

Ich resümierte traurig und meine Stimme legte sich seidig, wie ein Tuch über den Raum, als ich wirklich erkannte, dass es nun ernst werden würde. Die Zeit war gekommen meinen Drohungen Taten folgen zu lassen, schmerzhafte Taten.

Lucius musste erkennen, dass auf mich immer Verlass war. Nachdem ich zu meinem Leidwesen erleben musste, wie viel Interesse er diesem „Sport“ entgegen brachte, hatte ich mich schlau gemacht. Es war nicht so, dass früher Foltermethoden zu meiner Bettlektüre gehört hatten, aber ich hatte mich aufgrund von meiner eigenen, schmerzlichen Erfahrung informiert.

Aber auch der Auftrag in Mould-on-the-Wold hatten dafür gesorgt, dass es mir klug erschienen war, tiefer in diese Materie vorzudringen, denn wie immer wollte und musste ich auf alles vorbereitet sein, egal wie grausam es war.

Somit hatte ich mich vorgebildet und egal, ob nun bei den Zauberer, oder den Muggeln, beide waren enorm erfindungsreich in ihrem abgrundtiefen, barbarischen Grauen, was sie Menschen antun konnten, somit griff ich auf ein riesiges Repertoire zurück.

Als ich mit einem tiefen gespielten, mitleidigen Seufzer mein teuflisches Werk begann, erhob ich provokant meinen Zauberstab vor Remus Gesicht, hielt ihn nah vor seine Augen und fixierte nun magisch seinen Schädel, genauso wie seine bisher zuckenden Lider, sodass er diese nun nicht mehr bewegen konnte.

Was jetzt kam war gemein. Waren doch gerade Wölfe hochsensibel bei ihren Sinnesorgangen, aber als ich nun begann grelle, zuckende Lichtblitze aus meine Zauberstab zu zaubern, die ihn permanent blendeten, rechnete ich zu Anfang nicht damit, dass Werwesen so empfindsam reagieren würden, wie nun Remus.

Selbst beim Menschen war das Auge empfindsam und eine Überreizung der Netz-und Bindehaut ein qualvoller Moment, aber Remus schrie schon beim dritten, hellleuchtenden Blitz jaulend laut auf.

Natürlich reagierte normalerweise das Auge immer auf zu helles Tageslicht, indem es sich direkt zusammenzog und erst langsam wieder öffnet, um sich allmählich an das hellere Licht zu gewöhnen, aber meine Lichtblitze kamen rasch und kontinuierlich in einem schnellen stakkato, somit war es für seine Augen, wie das direkte Schauen in die grell scheinende Sonne, ohne dabei die Möglichkeit zu haben das Auge zu schützen. Es war eine Situation in der jeder seine Augen reflexartig zusammenkniff, da das Organ uns den Dienst verweigerte, aber durch die magische Fixierung war sein Sehsinn dem grellen Bombardement unbarmherzig, konstant ausgeliefert.

Seine Muskeln im Leib zogen sich krampfhaft zusammen und sein Körper erbebte unter den Schmerzen, da es anscheinend bei dem Werwolf zu schnelleren Erfolgen führte, ihn auf diese Weise zu foltern.

Interessant, die Lichtblitze führten auf der Hornhaut und der Bindehaut zu schwersten Schmerzen, die sich nach einem anfänglichen, stechenden Schmerz, eigentlich erst nach Stunden voll entfalten sollten, aber hier ging es viel schneller.

Erst hatte ich nur langsam, mit kurzen, kleinen Blitzen begonnen, doch nun steigerte ich sowohl die Intensität, als auch die Helligkeit der Blitze..

Wir machten dies erst eine halbe Stunde, bis Remus Augen in den Höhlen zu Rollen begannen. Wie es schien, war ihm schwindelig und die Kopfschmerzen konnte man ihm fast fühlbar anmerken. Er stand sichtbar kurz vor einer Ohnmacht.

Als er zu Kollabieren begann und sich plötzlich vor meine Füßen würgend und gurgelnd im hohen Bogen erbrach, löste ich rasch die Fixierung seines Kopfes, der sofort nach vorne sank, worauf er sich weiter, aber nun zu seinen Füßen erbrach. Es war nicht viel. Er schien nicht wirklich groß bekocht zu werden in den Verließen, da es fast nur grüne, saure Galle war, die hochkam.

Angeekelt rümpfte ich die Nase und ließ mit einem Wisch die Sauerrei, von dem mit allen Möglichkeiten, der menschlichen Ausscheidungen, getränkten Boden verschwinden, worauf Lucius in meinem Rücken ein schnaubendes Schmunzeln von sich gab, als ich kurz über die Schulter zu ihm blickte.

Remus hing nun wie ein Sack da und zuckte ab und an epileptisch, wobei er schmerzhaft wimmerte. Seine Schultern sahen schrecklich zerstört aus, mit den verdrehten Armen und wie sie sein ganzes Gewicht trugen, aber ich durfte mir seinen leidenden Anblick nicht wirklich zu Herzen nehmen, weswegen ich versuchte darüber zu stehen und eiskalt weitermachte mit dem Repertoire, das mir zur Verfügung stand.

„Bist du bereit zu reden…?“, fragte ich immer und immer wieder. Zu Anfang schüttelte er noch vehement den Kopf, oder versuchte mich anzuspucken, aber zum Schluss sagte er gar nichts mehr und damit machte ich weiter und weiter.

Okay, ich hätte das nicht alles lesen sollen, aber so war mein Repertoire doch groß. Also nahm ich mir eine seiner Hände zur Brust und trieb ihm mit einem wischen des Zauberstabes kleine, hölzerne Pflöcke unter die Nägel. Das Schreien, das Remus von sich gab, war markterschütternd und ging einem tief unter die Haut.

Als ich dabei zusah, wie sich das Holzstück beständig in den Nagel seines Mittelfingers bohrte und die Nagelhaut vom Nagel trennte, weinte er lauthals, während er seinen Kopf gepeinigt in den Nacken warf und laut wimmerte und jaulte.

Dabei sah ich die nassen Spuren auf seinen Wangen. Es war recht blutig, als die abgelösten Nägel zu Boden fielen und die pure, fleische und ungeschützte Nagelhaut zurückließen, aber als er sich beim dritten Nagel sichtlich an den Schmerz gewöhnt hatte und kaum noch reagierte, gab ich auf, ihn mit dieser Variante zu brechen, denn er hielt durch.

Es war eine vollkommen neue Erfahrung, jemand absolut und total in seinen Händen zu haben und ihm absichtlich Schmerzen zuzufügen, ob es eine positive war, wollte ich mal dahingestellt lassen, aber der Folterknecht verfiel in einen regelrechten Rausch der Macht, der einem die Sinne umnebeln konnte.

Es war berauschend!

Man wollte immer mehr, immer höher, immer weiter, immer einfallsreicher sein!

Es war total irre, aber auf einmal wollte man sehen, wie weit man sich und den Gemarterten treiben konnte!

Wie weit konnte man gehen? Wie lang hielt der Gefolterte aus? Wie erfindungsreich musste man werden, um ihn zu brechen? Es artete in einen grausamen Wettstreit aus.

Es war irre, erschreckend, abnormal, wie sehr sich der Geist verwirrte, während man akkurat arbeitete und die ekligsten, grausamsten Dinge tun konnte in dem Wunsch gefangen, gut zu sein, denn das ich beobachtet wurde, vergaß ich keine Sekunde, aber gerade das heizte nur noch mehr an.

Der Wunsch vor seinen kritischen Augen bestehen zu können, trieb mich an und ließ mich wohl auch dermaßen die Skrupel vergessen!

Als nächstes trat ich rasch hinter Remus, da seit dem Beginn meiner Folter hier ein Regal erschienen war, das mir eine erstaunliche Auswahl an Hilfsmittel bot und so griff ich beherzt zu. Es war eine Halskrause, die ich jetzt aussuchte und nahm.

Diese legte ich ihm magisch um, da das schwere Ding gut 5 Kilogramm wog, war es wirklich unhandlich und so konnten wir zusehen, wie es schwebend seinen Platz einnahm. Jeder Versuch von Remus, mit seinem Kopf auszuweichen, war sinnlos.

Das dunkle, fast schwarze Metall schloss sich laut klickend in seinem Nacken und er brüllte wieder gepeinigt, kreischend auf, als sich die Metalldornen, der Halskrause, unerbittlich in die Haut seines Halses bohrten.

Sie waren nicht lang, aber sie würden jede Bewegung, jede Regung, jedes Schlucken und alles Schreien zu seiner Qual machen.

Nun hob ich meinen Blick, um über Remus ausgekugelte Schulter zu Lucius zu blicken. Ich registrierte wie er mit einem lässigen Gebaren zu uns sah, aber er ließ nicht durchblicken, was er dachte, da seine Mimik nichtssagend war.

Es ärgerte mich maßlos, dass er derart unbeteiligt wirkte, sodass ich die Zähne fast aufeinanderbiss. Gleichzeitig versuchte ich zu zeigen, dass es mir nichts, wirklich NICHTS bedeutete, Remus das hier anzutun, was ich Schreckliches tat!

Ich wollte selber gerade nicht fühlen, dass es mir etwas bedeuten könnte, denn würde ich dies auch nur eine Sekunde zulassen, würde Lucius es bemerkten, dass es mir nicht leichtfiel. Diese Blöße konnte und durfte ich mir nicht geben.

Ich sah zu, wie Remus bei jedem Schluckreflex verkrampfte. Während ich dann seinen blutig nässenden Rücken betrachtete, kam mir eine spontane Idee und ich griff zu einem kleinen Fässchen. Ich nahm den Deckel ab und grub meine Fingerspitzen in das körnige, kühle Material.

Wie gesagt, Remus hing vor mir, ich stand hinter ihm, als ich mit einer großzügigen, raschen Bewegung von links unten ausholte, meine Hand über seinen Rücken nach rechts oben führte, dabei rieselte das weiße Pulver durch die Luft und traf auf Remus malträtiertem Rücken auf.

Remus schriller Schrei schallte wieder, dabei steigerte er sich zu einem durchdringend lauten Kreischen, das seine Stimmbänder so reizen musste, dass es ihm schlussendlich die Stimme kostete, weswegen es in ein leidendes Johlen überging, das zum Schluss nur noch in einem atemlosen Röchelnd endete, während sich das weiße Salz in seinen geschundenen, offenliegenden Rücken fraß.

Sein gefesselter Körper bäumte sich vor unendlicher Pein auf und er erzitterte, als ihm seine Sinne wohl zu verlassen drohten. Seine Augen hatten sich noch nicht von der Tortur erholt, von seinen Nägeln und der permanent ihn umklammernden Halskrause, die sich in seinen Hals bohrte, ganz zu schweigen.

Und das waren nur die Dinge die ich ihm zugefügt hatte, über die Kniescheiben, die verrenkten Arme und den Rücken gar nicht zu reden, denn die Verletzungen hatte er von Lucius erhalten.

Bestimmt verdankte er es nur seinem Wolfssein, dass er noch bei Bewusstsein war.

Er gurgelte fast nur noch mehr, denn zum Wimmern schien er mittlerweile zu schwach.

Aber auch ich schnaufte, denn mittlerweile war auch ich verschwitzt und von Blut verklebt. Bestimmt sah ich nicht besser aus, als Lucius, denn mein beiges Nachthemd war nicht mehr rein!

Unterdessen warf ich einen müden Blick zu Lucius, da der morgen graute.

Dies hier ging unsäglicherweise seit Stunden und war auch für mich, sowohl körperlich, als auch mental anstrengend, nicht dass ich Mitleid verdiente für das, was ich hier tat, aber es erschöpfte mich.

Hinzu kam, dass ich auch zuvor, aufgrund meiner Nacht im Wald, dem Finden von Nott und dem Gespräch mit dem Twins, nicht so fit gewesen war. ,

„Sprichst du nun Remus?“, fragte ich mit monotoner Stimme, aber diese Frage hätte ich mir sparen können, da Remus mehr tot, wie lebendig in den Seilen hing. Also warf ich einen kalkulierenden Blick zu Lucius, der sich bisher nicht gerührt hatte.

„Lucius, muss er leben,….oder wäre es nicht schlimm, wenn er stirbt?“, fragte ich ihn nun salopp.

„Bei solchen Spielerein, mein Liebes…“, säuselte er fast liebevoll und ich blinzelte perplex die watteähnliche Müdigkeit weg, die sich um meine Ohren gelegte hatte, hatte ich richtig gehört?

Hatte mich Lucius, seit langer Zeit zum ersten Mal wieder mit dem Kosewort von früher angesprochen?

Das Wort „Liebes“, das er schon lange nicht mehr für mich in den Mund genommen hatte!

Genauer gesagt seit dem Zwischenfall, unserem Streit an Weihnachten nicht mehr.

„….wie gesagt, bei solchen Aktivitäten wird das Ableben mit einberechnet!“, erklärte er mir jovial, während er mir, mit seiner behandschuhten Hand, eine lässige Geste der Gleichgültigkeit zeigte.

Somit sparte ich mir ein Kommentar, sondern presste die Lippen zusammen, schob die Müdigkeit von mir, bevor ich entschlossen weitermachte und mich fragte, ob Lucius irgendwann gehen würde.

In meiner einfallslosen Verzweiflung, was ich noch kreativeres Tun könnte, griff ich nun zu einer recht großen, aber doch noch handlichen Walze, die mit Eisendornen gespickt war. Es war ein sogenannter „gespickter Hase“. Als ich das Folterwerkzeug ansetzte und die Dornen auf dem zerstörten Rücken von Remus auftrafen, war es, als würde ein Elektroschock durch Remus schießen.

Es war ein absolut ekeliger Anblick, der mir viel an Beherrschung abverlangte, um eine emotionslose Maske aufrecht zu erhalten. Es war so grausam als das kalte, dunkle Metall sich in das rote, nässende Fleisch bohrte, das von dem Salz zusätzlich angegriffen war und somit trieb es das Salz nun auch noch tiefer, falls das möglich war.

Es schmatze widerlich, als ich die Rolle bewegte und sich die Dornen unten aus der blutigen Masse lösten, um sich oben wieder in das Fleisch hineinzubohren. Das war zu grausam und schickte Remus endlich in die geradezu erlösende Ohnmacht.

Ich schluckte schwer, denn ich hatte den Blick auf seinen durchlöcherten Rücken, aus dem das dunkelrote Blut floss, während es seinen bewusstlosen Körper vor Qual, trotz der Bewusstlosigkeit, schüttelte.

Ich wurde jetzt leicht panisch, denn ich wusste nicht, wie lange das Remus noch mitmachen würde und wie lange ich noch erfindungsreich wäre, weil alles, was mir nun noch blieb tödliche Abartigkeiten waren, wie das „Grillen“ oder „der spanische Stiefel“.

Wurde Lucius nicht müde mir zuzusehen?

Als ich die Rolle nun von den kaputten Schultern nach unten rollte, etwas was Remus zum Glück nicht mehr voll registrierte, ploppte es plötzlich aus dem Nichts.

„Master, es ist Besuch da…wichtiger!“, quietschte eine sichtbar erregte Elfe, die brisante Nachricht und Lucius wandte seinen augenblicklich entrückten, fast träumerischen Blick von mir und meinem Werk ab, da ich schwer an dem fast toten Wesen, das mal Remus gewesen war, arbeitete.

Rasch erhob er sich , also hielt ich mit meiner verachtenswerten Arbeit inne und stoppte Lucius, der sich gerade magisch wieder in ein herzeigbares, menschliches Wesen verwandelte.

„Lucius….entschuldige, ich will eine eindeutige Aussage von dir. Willst du Informationen, oder seinen Tod?“, fragte ich bestimmt, da ich wissen wollte und musste, wo ich stand.

„Mach dir darum keine Gedanken, denn er ist entbehrlich! Wenn du mich nicht mehr brauchst, würde ich…!“, zeigte er sich ungewohnt freundlich, als ich sofort abwiegelte.

„Nein, nein geh ruhig, das schaff ich allein! Wenn das Geschäft ruft, musst du gehen. Ich würde dann noch fertig machen!“, bot ich erschreckend leutselig, trotz der makabreren Situation an und erntete ein zufriedenes, mildes Lächeln.

Sogleich wandte er sich, mit einem knappen Nicken, entschlossen und selbstsicher ab und Schritt von dannen. Ich vernahm die sich entfernenden Schritte abwartend.

Mit der Walze in der Hand verharrte ich und lauschte jedem Geräusch. Erst als ich endlich die sich schließende Tür hörte, dass das Schloss einrastete, stieß ich den angehaltenen Atem aus. Trotzdem harrte noch immer reglos, wagte nicht mich zu bewegen. Ich starrte nur blicklos auf den zerstörten, leblosen, hängende Leib von Remus, der ein einziges Schlachtfeld war.

Als nun die erzwungenen Minuten begannen, zu langsam zu verstreichen und die Stille in dem Folterkeller schwer auf mir zu Lasten begann, ließ ich zum ersten Mal Nerven zu, indem ich erstickt aufkeuchte und die Walze fallen ließ, bevor ich mir dann verzweifelt eine Hand auf den Mund und die andere schmerzhaft auf den Bauch drückte, um ein hysterisches Keuchen zu unterdrücken.

Nun verkrallten sich meine Finger in mir und fügten mir Schmerz zu, damit ich etwas fühlte, weil sonst nur diese dumpfe, schreckliche Leere in mir war.

Ich blinzelte blind noch immer auf den Matsch, der mal ein Rücken gewesen war und ich war selbst schockiert zu was ich fähig war. Ich zwang die Magensäure, die sich meine Speiseröhre hinaufkämpfte, schwer hinunter, dann schluckte ich hektisch, um den Würgereiz zu unterdrücken.

Natürlich hatte ich schon viel Schreckliches gesehen und mitgemacht, aber jetzt gerade hatte ich mal wieder eine Grenze überschritten, indem ich es war, die DIES getan hatte.

Mein Machwerk, meine Grausamkeit!

Aber ich wusste den Luxus mir leidzutun, denn konnte ich mir nicht leisten. Ich wäre nur selbstsüchtig, wenn ich mich dem hingab. Jetzt musste ich mich schnell wieder fassen und in den absolut mechanischen und kalten, funktionierenden Modus schalteten, der mich sonst immer begleitete, bei dem was ich tat.

Also drängte ich meine aufwallenden Gefühle rigoros zurück, presste meine Augen fest zu, bevor ich mich entschlossen aufrichtete, um die Hände von mir zu lösen. Als nächstes griff ich wieder zu meinem Zauberstab, richtete ihn als erstes auf die Tür und überprüfte ob ich überwacht wurde!

Aber da war nichts, wie es schien vertraute Lucius mir wirklich!

Endlich!

ABER wie schlimm für ihn, dass mir nicht zu trauen war!

Ich konnte nicht mehr.

Bei der Erkenntnis, dass ich durch das, was ich gerade getan hatte, sein Vertrauen erlangt hatte, erschauderte ich. Das war schon schrecklich, aber dass ich ihn umgehend hintergehen würde, war noch schrecklicher, irgendwie.

Somit kämpfte ich das in mir aufsteigende Schluchzen in meiner Kehle schmerzhaft hinab und legte den Kopf in den Nacken. Statt zu schluchzen, oder zu weinen, schrie ich sehr laut, sehr frustriert auf!

Meine gepeinigten Schreie hallten erschreckend laut von den steinernen Mauern wieder, bis ich heißer war und meine Stimme brach. Erst dann war ich in der Lage, wieder zu funktionieren, um der Panik und dem Grauen in meinem Inneren Herr zu werden.

Somit schüttelte ich mich erneut und richtete nun den Zauberstab auf den reglosen, Gefolterten. Ich sprach sofort die elementaren, ersten Heilzauber auf Remus, um ihn doch noch vor dem Tod zu retten.

Ich ließ ihn schweben, löste als erstes die schwere Metallkrause an seinem Hals. Der Anblick war schrecklich. Nun war der Blick auf seinen durchlöcherten blutenden Hals frei. Ich löste als nächstes den Metallring des Flaschenzuges und ließ Remus, den gnädigerweise Bewusstlosen, sachte zu Boden gleiten!

Als er auf den Boden traf, stöhnte er gepeinigt auf. Somit reinigte ich die offenen Wunden und ließ sie sich schließen, damit er nicht noch mehr Blut verlor, aber vor allem um keine Spuren zu hinterlassen. Doch es waren zu viele Wunden und somit schlossen sie sich nicht komplett. Alles an Remus erinnerte mich mehr an einen Schweizer Käse, als an heile, glatte, menschliche Haut.

Ich stand über Remus und blickte ihn besorgt an, während ich mir die Haare aus der schwitzigen Stirn wischte, dann sah ich mich taxierend in diesem Horrorszenario einer Folterzelle um. Ich wusste, ich musste schnell sein. Verdammt, ich war unter Zeitdruck. Die Frage war, wie lange würde Lucius weg sein. Ich musste es wagen, denn der nichts wagte, gewann auch nichts!

Diesmal wollte ich einfach mal ganz frech, auf mein wankelmütiges Glück setzten und in meiner Not verfiel ich auf die abwegigsten Ideen. Ich wollte etwas probieren was ich bisher gar nicht in Erwägung gezogen hatte.

Somit dachte ich hochkonzentriert an mein Schlafzimmer und apparierte, innerhalb des Manors ,von einem Raum in einen anderen.

Ich war erstaunt als ich sah, dass es tatsächlich zu meiner riesigen Verwunderung geklappt hatte. So stand ich nun in meinem prunkvollen, luxuriösen und komfortableren Raum. Diese Räume bildeten einen so extremen Kontrast zu dem finstern, beengenden, stinkenden Loch, aus dem ich gerade kam, dass fast wieder die Hysterie in mir hochgekrochen wäre. Eine Emotion, die ich mir schon alleine aufgrund meiner Inferi nicht erlauben konnte!

Es war immer wieder beeindruckend, wie schnell Lucius es schaffte mich aus dem Gleichgewicht zu hebeln, wobei so schnell war es ja diesmal nicht gegangen. Schließlich hatte mein Tun in den Kerkern Stunden in Anspruch genommen!

Ich konnte nicht vergessen was ich gerade getan hatte. Es erschien mir, wie eine schlechte Karikatur, während ich jetzt in dem Pomp meiner Räumlichkeiten stand, aber ich hielt mich nicht auf, erinnerte mich an meine Aufgabe und eilte rasch zu meinem Vorratsschrank mit den Tränken.

Dabei angelte ich mir einen ganz bestimmten und noch einen Blutbildungstrank und einen Stärkungs- und Heiltrank, bevor ich schon wieder übergangslos flott zum Appartionssprung ansetzte, als mein rastlos umherhaschender Blick unabsichtlich auf meinen bodentiefen Spiegel fiel und so erschrak, dass ich fast die Phiolen fallenließ.

Als ich sah, wie ich aussah, traf mich der Schock, denn ich sah schrecklich aus!

Mein ehemals cremeweißes Nachthemd war mit rostroten Sprenkeln übersät. Auch meine Haut im Gesicht, an Schultern und Dekolleté sah aus, wie ein abstraktes Kunstwerk. Meine Haare waren starr von dem getrockneten Blut, wobei ich die Tropfen auf meiner verschwitzen Stirn verwischt hatte, was krass aussah.

Dann fiel mein Blick auf den tiefen Zahnabdruck an meiner nackten Schulter, was mich erzittern ließ. Resolut wandte ich den Blick erschüttert ab und schüttelte mich bestimmt, dabei disapparierte ich umgehend und sehr waagemutig in die Eingangshalle.

Jetzt konnte ich mein Glück wirklich nicht fassen, aber ich war zutiefst dankbar, dass ich Glück hatte und wirklich niemand anwesend war, was mich sofort Handeln ließ und einen weiteren Appariersprung machen ließ.

Warum, könnte man nun Fragen, war ich nicht gleich dahin appariert, wo ich hinwollte?

Ich musste leider hierher, da es mir nicht möglich war aus einem anderen Punkt des Haus nach außerhalb zu apparieren, aber die Erkenntnis, dass ich innerhalb des Hauses den Ort wechseln konnte, war schon mal genial, ging mir durch den Kopf, als ich an meinem Bestimmungsort ankam.

Ja, ich war in der guten, alten Hopes Lane gelandet, die mir schon einmal derart gute Dienste geleistet hatte. Mein Ziel war ein ganz bestimmter Raum, in den ich diesmal gleich zielgerichtet „appariert“ war, da ich ihn vom letzten Besuch her kannte, somit fand ich ihn zu meinem unendlichen Glück und Erstaunen verlassen vor, als ich mich in ihm materialisierte.

Bei dieser Glückssträhne war ich mir sarkastisch sicher, dass sie bald reißen würde.

Das „Goldern Greens Crematorium“ hatte sich, wie ich feststellte nicht verändert, somit löschte ich mit einem bestimmten Wink alle eventuellen Videoaufnahmen in diesem Raum. Nach meinem ersten Bruch konnte es ja sein, dass sie aufgerüstet hatten, denn dass Leichen gestohlen wurden, würde den Muggeln bestimmt nicht gefallen.

Da stand ich nun in dem kahlen, fensterlosen Raum und ließ erst jetzt das Licht aufflackern. Sogleich flutete das künstliche Neonröhrenlicht wieder ein kaltes, bleiches Weiß an die schmucklosen Wände.

Der Geruch war wie beim letzten Mal, als ich die Leichen für meine Eltern geholt hatte, immer noch betäubend, klinisch und antiseptisch. So roch der Tod und wenn ich mich nicht beeilte, war Remus auch bald tot und wenn Lucius bemerkte was ich tat, ich auch!

So blickte ich rasch auf die Wand mit den kleinen Metallluken. Diesmal sollte es mir gleich sein, welcher, oder was für einer Leiche ich habhaft werden konnte, also riss ich rasant die erstbeste Tür auf und blickte auf eine total verweste, skelettierte Leiche.

Ich knallte angeekelt die Tür wieder zu und riss die Nächste auf. Hier lag eine mittelgroße Teenagerin. Es wirkte, als hätte sie einen Autounfall gehabt und sie war noch ganz frisch. Das war das Einzige, was zählte und somit war es mir gleich.

Ich fasste entschlossen ihren toten, kalten Fuß, sprach auf sie einen Unsichtbarkeitszauber, ließ sie zu mir schweben und apparierte noch im gleichen Moment.

Bebend, sowie laut schnaufend kam ich in der Halle an und blickte mich rasch und besorgt um. Ich stutzte, da ich dachte, dass ich Stimmen hörte. Rasant wollte ich mit der Leiche springen, um den Raum zu wechseln, aber zu meinem Entsetzten ging es nicht!

So eine Scheiße, die verdammten, uralten Schutzzauber des Manors. Auch ein Familienmitglied konnte anscheinend nur ohne Ballast springen, allen anderen Menschen, oder Magiern, oder auch Leichen schien dies verwehrt zu sein, selbst wenn sie mitgenommen wurden.

Aber kurz verwirrte es mich schon, vor allem aber verärgerte mich diese verspätete Erkenntnis und so blieb mir nur noch Gas zu geben, auf die Kerkertür zu zu hetzten und zu hoffen, dass ich schnell genug war, um ungesehen vor den Stimmen flüchten zu können.

Ich schaffte es gerade noch so die Tür zum Keller zu schließen und lehnte mich schwer atmend an diese. Mein Herz klopfte in einem schnellen, ungesunden Stakkato schmerzlich gegen meine Brust, aber ich ließ mir keine Zeit, da ich weiter musste und das sofort. Mit meiner unsichtbaren und schwebenden Last stürmte ich nun in den Kellergewölben vorwärts.

Schlitternd kam ich in Remus Zelle an, wobei ich kurz stockte, da mich der Anblick des mehr Tod als Lebendigen schockierte.

Vor allem, weil er mir diesen Zustand verdankte, aber auch das grausame Ambiente ging einem wirklich unter die Haut ging, dennoch ich hielt nicht wirklich inne, sondern schmiss mich schonungslos auf die nackten Knie, dabei sog mein kurzes Nachthemd das Blut vom Boden regelrecht auf, hinzu kam, dass ich schmerzhaft mit meinen Knien aufschlug und mir die Haut abschrammte.

Aber ich beachtete diesen Umstand nicht weiter, denn ich musste mich beeilen, daher flößte ich ihm als erstes den Bluttrank ein, dann den Heiltrank und zu guter Letzt den Stärkungstrank. Dafür musste ich seinen Kopf auf meinen Schoss legen und seinen malträtierten Kehlkopf massieren, sodass er schwer schluckte, aber ich bekam es hin, dass er die Tränke zu sich nahm.

Ich hoffte inbrünstig, dass ich nicht zu spät war, da ich besorgt auf sein wachsbleiches, abgemagertes und schmerzverzehrtes Gesicht blickte, das mit Blut und Schweiß verdreckt war.

Während ich zweifelte strich ich ihm sanft durch seine dunkelblonden Haare, um ihm dann in einer raschen Bewegung grob ein Büschel Haare auszureißen, was er mit einem schmerzhaften verziehen seiner Züge zu einer Grimmasse kommentierte, aber nicht im Ansatz erwachte.

Als nächstes entkorkte ich die letzte Phiole und stopfte Remus Haare in den modifizierten, schwarzmagischen Vielsafttrank und ließ meine Leiche, mit einem Schlenker meines Stabes, sichtbar werden.

Nun griff ich schon völlig abgestumpft und ungerührt an die Lippen der Toten und zwang diesen totdesstarren, kalten, leblosen Mund brutal auf, damit der schlammige, sowie zähflüssige Trank hinein laufen konnte.

Das gelang mir zum Glück gut, denn ich konnte nun zusehen, wie sich die Leiche vor meinen Augen langsam wandelte.

Sie wurde länger, größer sie wurde männlich. Letztendlich wurde sie zu einer perfekten Kopie von Remus!

Währen der Wandlung des sich veränderten, toten Körpers, präparierte ich diesen und hängte ihn in die vorhergehende Position von Remus. Zusätzlich zauberte ich der Leiche Remus Verletzungen und Kleider an.

Abschließend betrachtete ich nun mein abstraktes, aber täuschend echtes Werk.

Hier hing nun eindeutig ein toter Remus Lupin!

Ich dachte jetzt schon gar nicht mehr weiter nach, sondern handelte nur noch. Somit wirbelte ich zu einem nun vollständig nackten Remus herum und wandte mich dem schaurig, schrecklichen Anblick zu, den er bot.

Ich hexte ihn stumm und zauberte ihm Fesseln an, damit er nichts Idiotisches von sich gab, sollte er erwachen, dann hexte ich ihn übergangslos unsichtbar, um ihn schwebend neben mir gleiten zu lassen, da ich auch nicht mit ihm innerhalb des Hauses apparieren konnte.

Ich hatte überlegt, dass dies wohl nur Mitgliedern des Hauses möglich war, die ihr Blut im Zuge des „Sator“ Ritual gegeben hatten.

Schnell griff ich mir meinen Morgenrock und legte ihn mir um die Schultern, dann stürmte ich mit dem schwebenden, unsichtbaren Remus neben mir los.

Die Schutzzauber des Manors waren ausgefeilt und irgendwie war es genial, was ich magisches erlebte, aber auch ärgerlich zu sehen, was das jetzt für mich an Unannehmlichkeiten bedeutete, denn so hetzte ich nun wieder, wie irre die Gänge des Kellers entlang und die Treppen hinauf. Als ich die Tür abrupt aufriss und gerade Remus ins Foyer schweben lassen wollte, traf mich fast der Schlag, da eine der Salontüren urplötzlich aufging.

Ich reagierte in Sekundenschnell und knallte die Kellertür schwungvoll zu, ließ Remus unsichtbar und schwebend auf der Kellertreppe zurück, dabei schaffte ich es gerade noch, mich umzudrehen, bevor ich mein unfassbares Glück erkannte und fast nicht in Worte fassen konnte.

Das gab es gar nicht!

Die „Besucher“ betraten die Eingangshalle.

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