Inhaltsangabe
 
StartseiteStartseite  FAQFAQ  SuchenSuchen  AnmeldenAnmelden  LoginLogin  

Teilen | 
 

 Kapitel 361-362

Nach unten 
AutorNachricht
queenie
Königin
Königin
avatar

Anzahl der Beiträge : 1496
Anmeldedatum : 08.02.12
Alter : 37
Ort : München

BeitragThema: Kapitel 361-362   Mo März 25, 2013 1:19 am

361. Kapitel Unfreiwilliger


„Dein toller Malfoy wollte einen Deal! Kennst ihn ja! Als wir nach der Katastrophe in dem Klo die erste Stunde mit Snape hatten und er mich sprechen wollte, da hat er den ersten, entwaffnenden Zauber auf Dumbledore gefordert…“, gestand Harry nun rasch und versuchte, meinem harten Blick auszuweichen.

„Gefordert?“, wollte ich genau wissen.

„Ja, er laberte etwas von wegen Strafe für mich, weil ich ihn fast getötet hätte. Er ist so ein Blödmann…“, erregte sich Harry sehr und verzog seine Miene zu einer Grimasse.

„Warum bist du darauf eingegangen?“, fragte ich perplex, wobei ich fassungslos war, dass Harry das mit sich hatte machen lassen, bis sich zu meinem Erstaunen ein fast listiges Lächeln auf seine Züge schlich.

„Mehrere Gründe, erstens hat er gedroht, Daphne zu verschachern…“, zählte er nun gewissenhaft an einer Hand mit seinen Fingern ab.

„Unsinn…“, fuhr ich auf, doch da unterbrach er mich, wie ich ihn gerade eben, indem er seine Hand hob.

„Warte, natürlich weiß ich, dass du das nicht zulassen würdest, dass er mit Snape eine Sache macht und sie verlobt oder so einen Scheiß, aber das muss ich ihm ja nicht zeigen und in der Situation… zu meinem Leidwesen versteht Malfoy es durchaus, jemanden einzuschüchtern, er spielt mit den Ängsten und Unsicherheiten der Menschen!“, bekannte Harry großzügig und ich zeigte meinen Unglauben über seine Ausführungen in meinen offensichtlich erstaunten Zügen.

„Was erwartest du?“, warf ich somit über Draco ein und hielt mir die Hand vor den Mund, als ich erschöpft gähnte. Jetzt forderte die Zeit langsam ihren Tribut von mir, aber auch die magischen Anstrengungen, die ich vollbracht hatte und da das Adrenalin langsam nachließ.

„Ja, eben nichts! Aber dann dachte ich mir, wenn ich zustimme, wirst du ihm die Hölle heiß machen, weil es anders abgesprochen war…“, grinste Harry bei diesem Eingeständnis nun teuflisch, dabei wurden meine Augen groß und ich schlug impulsiv nach ihm und traf, was ihn beleidigt eine Schnute ziehen ließ.

„HARRY, das ist brutal hinterlistig und böse!“, rief ich empört aus.

„Nun ja, ich bin schon lange nicht mehr der doofe, naive Harry von früher und du bist doch sauer auf Malfoy, oder?“, wollte er verschlagen wissen.

„Sprachlos, du machst mich sprachlos aber ja, ich bin sehr sauer! Dieses machtbesessene Arschloch sollte erst denken und dann seine selbstherrlichen Ziele verfolgen!“, zischte ich bitterböse und erntete ein zufriedenes Kichern, von einem schrecklich durchtriebenen Harry.

„Das hatte ich soooo sehr gehofft! Ich versteh echt nicht, was du an dem findest! ABER er ist zu meinem Leidwesen immer noch der Beste von den dreien! Vor allem sein Vater ist indiskutabel… und weißt du, warum er, dein Malfoy, akzeptabel ist?“, führte er weiter aus und ich starrte ihn nur sprachlos an, während ich den Kopf schüttelte.

„Nein? Schade! Naja, als ich ihn dort vor mir hatte, fielen mir auch noch die BL-Abgänger ein und das was in den Osterferien bezüglich Malfoys sicherem Hafen in Irland rauskam und ich wollte unsere Leute schützen, in mehr als einer Hinsicht! Das mit den restlichen Schülern der BL und DA ist dann aber auf Malfoys Mist gewachsen… wenigstens sind ihm die Schüler nicht egal, das ist mehr als man sich erhoffen könnte! Und so hab ich die Gunst der Stunde genützt und einen Deal mit ihm gemacht. Er lässt Daphne in Ruhe, kümmert sich um meine Leute, die ausscheiden und handelt sich deinen Zorn ein, wobei er ihn, also Dumbledore nicht umbringen wollte, das sollte noch immer ich tun… ich fand, ich kam recht gut weg!“, entgegnete er wohlkalkuliert und ich starrte ihn weiterhin an, geschockt über seine Winkelzüge, bevor ich mich fing und etwas erwidern konnte.

„Jetzt verstehe ich, wie das alles kam und ich hatte mich gewundert, als mich Draco bat, zu überlegen, wie wir die Schüler in den Sommerferien zusammenbekommen!“, grübelte ich über den ersten Teil seiner Antwort, als ich gedanklich bei seiner zweiten zusammenfassenden Aussage ankam und Harry einen glutvollen Blick schenkte.

Harry spekulierte auf einen Streit von Draco und mir? Wohl nur, weil er sich selbst nicht meinen Zorn zuziehen wollte, sehr hinterlistig und durchtrieben.

„Harry, ich bin stolz auf dich! Seit wann bist du eine solche Schlange geworden?“, strahlte ich ihn stolz an, bevor ich rasch ausholte um ihm einen saftigen Kinnhaken zu verpassen, dabei flog sein Kopf geschlagen nach hinten, das laute Klatschen sorgte dafür, dass alles mal wieder in unserer Umgebung verstummte und geschockt zu uns blickte.

„Aua…“, nuschelte er betreten, dabei betastete er fassungslos mit der einen Hand die blutige Lippe und das dick anschwellende Kinn, während die andere Hand seine schief sitzende Brille wieder aufsetzte. „Du bist brutal!“

„Und du ein Idiot!“, war damit von meiner Seite alles gesagt, denn seine Rechnung ging nur insoweit auf, dass ich nicht nur auf Draco sondern auch auf ihn wütend war, wenngleich ich erkannte, dass Draco den Mord wirklich Harry hatte überlassen wollen, nur mit dem Stab machte es das nicht wirklich besser und so stand ich entschlossen auf und rauschte kommentarlos aus dem Gemeinschaftsraum. Ich war mir der zweifelnden Blicke, die mein Verhalten auslöste, durchaus bewusst, die nach meiner brutalen Tätlichkeit Harry gegenüber aufkamen, aber jetzt war alles gesagt, passiert war passiert.

Nun wollte ich nur noch ins Bett und schlafen! Nichts als schlafen!

Die nächste Zeit und die folgenden Tage waren an hektischer und geschäftiger Betriebsamkeit nicht zu übertreffen. Alles kam Schlag auf Schlag und man taumelte regelrecht von einer Katastrophe in die nächste.

So erlebten alle Schüler den nächsten Tag eher als einen sehr ungewöhnlichen, da sie in ihren Häusern zu bleiben hatten, aber weil die meisten so spät ins Bett gekommen waren, krabbelten sie auch erst Nachmittags aus den Federn. Alles wirkte wie gelähmt.

Selbst wir, das Trio, hielten uns zurück und gingen nicht raus, da die Lehrer erst die Schäden am Gebäude und auf dem Gelände beseitigen wollten, ebenso wie noch die Leiche des DeathEaters geborgen werden musste. In Gedanken an dieses Missgeschick, von dem uns Harry genau berichtet hatte, freute ich mich, was wohl der Lord getan hatte um diese Dummheit, die in meinen Augen eindeutig auf Bellatrix‘ Konto ging, zu sühnen. Mann, war ich rachsüchtig, aber gut, es würde spannend sein, zu erfahren was vorging.

Ich verbrachte diese Zeit wie in Trance und kam mir wie eine Schlafwandlerin vor. Mir ging es körperlich gar nicht gut, denn ich fühlte mich ausgelaugt und schrecklich nutzlos und mir tat jeder einzelne Knochen in meinem Körper weh. Fast war mir, als würde ich krank werden!

Die Erkenntnis, die nun auch noch kam, war überwältigend, dass nun ich die Einzige war, die noch als „Spion“ im feindlichen Lager vorhanden war. Es war durchaus erheiternd, aber ich erkannte auch mit Schrecken, dass in den nächsten Tagen eine große Menge Arbeit auf mich zukommen würde. Wir hätten noch sehr viel vorzubereiten und zu planen, um unsere hochtrabenden Pläne mit dem Camp in die Tat umzusetzen!

Aber diesen einen Tag, nach der desaströsen Nacht, gönnte ich mir für faules Nichtstun, da mir der Akt in der Inferihöhle sowie dieser merkwürdige Moment mit Albus noch immer nachhingen und mich regelrecht in einer Zwischenwelt gefangen hielten, bis ich meine Erschöpfung ausgeschlafen hätte und wieder zu Kräften kommen würde.

Ron war mit Ginny den ganzen Tag noch auf der Krankenstation und erzählte uns nur am Abend, dass seine Eltern gemeint hätten, ob „Er sich den guten Absichten von Hermione sicher sei?“ und ob „Er sich sicher sei, zu wissen, wer wer sei, denn nicht immer sei alles so wie es scheinen könnte!“. Dies waren Fragen, die sowohl mir als auch Harry Sorgenfalten in die Stirn zeichneten, aber ich war mir sicher, dass nicht Moody gequatscht hatte, denn er stand unter den Zaubern und ich schätzte ihn so nicht ein. Wie hätten die beiden auf mein Geheimnis kommen können?

Bei der Frage formte sich nur ein Name in meinem Geist, Dumbledore!

Er hatte gewusst, wohin er ging und dass eine Wiederkehr mit seiner angeschlagenen Gesundheit fraglich war. Vielleicht hatte er in Bezug auf mich vorsorgen wollen? Wie auch immer, nachdem ein durchaus schlau gewordener Ron seinen Eltern recht knapp, scharf und nüchtern beschieden hatte, dass: „Wir schon viel länger als ihr wissen, dass nicht mehr alles so ist wie es scheint!“, und das Thema rigoros begraben hatte, hatten sie aufgehört, ihn zu bedrängen. Eine Tatsache, die zu seinem Erstaunen auch seine Eltern zugelassen hatten, ohne weitere Intervention.

So kam der nächsten Morgen und die Schüler versammelten sich verstört, unsicher und fassungslos in der Großen Halle und nahmen ein sehr verhaltenes, leises Frühstück ein, während ich noch immer zerschlagen aus dem Bett kroch. Ich verstand gar nicht, dass ich nicht mehr richtig zu Kräften kam und mich trotz des vorhergehenden, erholsamen Tages und der langen Nacht nicht mehr vollständig erholte.

Schließlich erhob sich die vergrämt und verhärmt wirkende McGonagall, die den Platz in der Mitte der Lehrertafel freigelassen hatte.

„Meine Schüler, ich habe einige Ankündigungen vorzunehmen, die sowohl mit dem Ministerium als auch mit den Schulräten abgesprochen wurden. Am Sonntag, den 03.06.1997 wurde Albus Dumbledore, Schulleiter von Hogwarts, ermordet… seine Beerdigung findet am Mittwoch, den 06.06, hier in Hogwarts statt!“, legte sie eine Kunstpause in die betroffene Stille der Halle ein, bevor sie gewichtig fortfuhr.

„Nun zu etwas Wichtigem, die Sommerferien beginnen ebenfalls am 06.06! Sie, meine Herrschaften, werden nach der Beerdigung das Schloss verlassen und nach Hogsmeade aufbrechen, um mit dem Zug nach London zu fahren, damit beginnen die Ferien 3 Wochen früher als geplant, denn der eigentliche Termin, der 29.06, ist unter diesen Umständen nicht einzuhalten!“, erklärte die ab nun hier herrschende, stellvertretende Schulleiterin geschäftig.

Ein lautes, mehrfaches Flügelschlagen ließ sie kurz innhalten, da die Halle so leise war, dass es ungewöhnlich laut widerhallte, als die Eulen in Massen hereinflogen und sie ließ sich kurz unterbrechen, bevor sie lauter weitersprach.
„Auch muss ich ihnen sagen, dass noch nicht feststeht, wer die Nachfolge des Schulleiters antritt! Hogwarts verschließt sich weiterhin und wir alle sind uns einig, dass Hogwarts in diesen Zeiten einen Vorstand benötigt, der von allen Seiten anerkannt wird, sowohl von dem Schloss… anders als die verblichene Dolores Umbridge, als auch vom Ministerium, den Schulräten und den Eltern, der uns anvertrauten Schüler!...“, fuhr sie gewichtig fort und ich freute mich, bedeutete es doch, dass Severus gute Aussichten auf den Stuhl haben würde, als es urplötzlich passierte:

„AUAAAAAAAAAA!“, durchbrach ein kreischender, lauter Schrei die relative Stille und McGonagall wurde durchschlagend unterbrochen und zwar von mir!

„Du Mistvieh!“, schrie ich schmerzhaft und war schon auf den Beinen und kämpfte mit dem wildgewordenen, flatternden und wüst um sich schlagenden Kauz, der mich brutal an meinen Haaren zog und die scharfen Krallen sich in meiner Kopfhaut versenkten, aber sich auch in meinem langen Haar verkrallte und drohte, mir mein Haar auszureißen.

„Miss Granger!“, rief auch schon McGonagall tadelnd und ich hätte ihr wütende Blicke geschenkt, wenn ich denn diesen durchgedrehten Vogel los geworden wäre. Was konnte ich dafür, dass ich attackiert wurde?

Der Vogel krächzte auch wenig freundlich und trotz der trostlosen Stimmung begannen nun einige wackere Schüler über mich und meinen unfreiwilligen Tanz zu lachen, was eine Frechheit war, denn eigentlich fürchteten mich mittlerweile alle, aber dieses demütigende Schauspiel war wahrlich nicht für meine Despektierlichkeit angetan.

„Halt still, verdammt!“, fauchte Harry nun zu mir und bremste meinen Tanz.

„Ja, damit wir ihn packen können!“, rief auch nun Ron und das war leichter gesagt als getan, dieses mich rupfende Vieh hielt nämlich auch keine Sekunde still und flatterte wild mit seinen großen Flügeln. Schließlich bekam ich die Füße von dem irren Vogel umfasst und ließ mich einfach auf die Knie fallen, damit die Jungs leichter an das Tier rankamen.

„Ja!“, „Perfekt, ja genau so!“, „Ganz ruhig, Kleiner!“, gurrte Ron als würde er mit Pig sprechen und nicht mit einer riesigen, verrückten Eule.

„Was soll das? Eulen machen so was nicht… absichtlich!“, wandte Hooch besorgt ein und Sprout stimmte sofort zu, während wir noch unter der Beobachtung aller kämpften und es endlich schafften, das sich sträubende Vieh war endlich unter Harrys Arm geklemmt und glubschte mich aus großen, runden Augen boshaft an, während Ron an dem Bein des Tieres rumbastelte und dann geschah es, der rot leuchtende Umschlag regte sich und sprang aus seinen Händen. Das konnte unmöglich sein, ich sollte so etwas erhalten?

VON WEM?

Der Umschlag kokelte bedrohlich, als der Heuler vor meiner Nase effektvoll explodierte, um eine um ein vielfaches Volumen verstärkte Stimme zu offenbaren, die ihre Schimpfkanonade auf mich losließ. Sonst waren diese Dinger immer aufmerksamkeitshaschend, aber in dieser so ruhigen Umgebung war es durchdringend laut.

„Sonnenschein, im Guten! Du bewegst deinen Arsch sofort hier her! Wie? Ist mir so was von schnuppe, das glaubst du gar nicht! WAS HAST DU NUR GETAN? Was hast du nur verbrochen?!?! Wenn du nicht schon längst todgeweiht wärst, würde ich dir anbieten, dich jetzt sofort, sehr schmerzhaft umzubringen! Wenn du denkst, ich drohe zum Spaß, dann kennst du mich nicht! Dann komme ich zu dir und ich mag zwar alt sein, aber glaub mir, das willst du nicht, das Massaker, das ich anrichte, willst du nicht erleben! Du hast 30 Minuten, bevor ich Amok laufe und lass dir gesagt sein; ER,… ja, ER IST BEI MIR!“

„Scheiße!“, wisperte ich tonlos und blass als die durch Mark und Bein gehende Stimme abrupt verstummte.

Das war gar nicht gut und zwar in mehrfacher Hinsicht, erstens es war vor allen, wirklich allen in der Großen Halle geschehen, was ein geheimes Verschwinden glatt unmöglich machte, aber der größte Scheiß war, dass anscheinend auf dem Turm nach meiner komischen Aktion mehr schiefgegangen zu sein schien, als zuvor erwartet, denn was bedeutete: „ER sei bei ihm“?

Sollte das wirklich heißen, dass ER bei Gellert war? Könnte es ER sein? Was sollte es sonst heißen? Wer sollte sonst bei ihm sein?

Aber er war tot, er lag in seinem provisorischen Sarg hier im Schloss!

Was oder wer war also bei Gellert? Fragen über Fragen! Und vor allen Dingen bezweifelte ich, dass ich wirklich Antworten darauf haben würde, wobei sich gerade eine ungewohnte Panik in mir breit machte.

War das der Grund, warum ich nicht wirklich zu mir kam? Ständig diese ungewohnte Schwäche gefühlt hatte, die erst langsam von mir abzufallen schien?

Es war gerade egal, ich würde gehen, komme was wolle, als ich grob in mein zerrupftes Haar fuhr und es mit einer geschickten Drehung zu einem Knoten schlang, wenig eitel von mir aber gerade mein geringstes Problem. Ich blickte nun in Rons und Harrys Gesichter. Sie konnten Gellerts Stimme nicht erkannt haben, niemand konnte das, aber sie erkannten, dass ich JETZT gehen würde und dass mich nichts halten würde. Also wandte ich mich entschlossen ab, um zur Tür zur schreiten, durch eine mittlerweile erschütterte, totenstille Halle, in der meine Schritte laut widerhallten und mir jedes Augenpaar folgte, während ich die langen Reihen entlangging.

„WO denken Sie, dass Sie hingehen, Miss Granger?“, erhob sich nun die gestrenge Stimme von unserer stellvertretenden Direktorin. Sehr langsam wandte ich mich um, zu einer Frau, die in den letzten Tagen deutlich gealtert wirkte. Die tragischen Zeiten ließen auch deren Spuren auf ihr zurück, als ich ihr ein fast träges und entschuldigendes Lächeln schenkte.

„Wo man mich braucht!“, meinte ich leise, aber durch die lastende und anhaltende Stille zu gut verständlich, während wir uns genau abmaßen, dabei erinnerte ich mich an unsere „offeneren“ Gespräche der letzten Zeit.

Ob im Orden oder in ihrem Büro mit den Jungs, oder aber als wir alleine gewesen waren, auch sie schien schwer nachzudenken und mit sich zu ringen. Offenbar machte sie sich die Entscheidung, was sie nun unter diesen Umständen verlangen sollte, nicht leicht, denn sie wusste von früher, wenn es hart auf hart kam würde ich gehen, nichts hielt mich, nichts würde mich halten und ich würde mich gegen ein Verbot zur Wehr setzen. Sie würde mit mir kämpfen müssen, um mich zu halten, aber selbst sie musste erkennen, die Botschaft hatte dringlich geklungen, denn Gellert hatte sich nicht wirklich wütend oder drohend, sondern eher verzweifelt angehört.

Augenscheinlich traf sie dann eine Entscheidung, da ihre sonst so straffen Schultern kraftlos herabsanken.

„Gehen Sie, Miss Granger!“ überraschte mich McGonagall vollkommen mit dieser Entscheidung ihrer Möglichkeiten und nicht nur mich, das gesamte Lehrerkollegium schien kurz vor einem Herzinfarkt zu stehen und über die Schüler brauchten wir nicht reden. Jeder schien einfach nur sprachlos schockiert über McGonagalls empörende Entscheidung, aber ich hinterfragte nicht, ich raste los und nur an der Tür hielt mich ihre Stimme nochmal kurz auf. „Und kommen Sie so schnell wie möglich wieder, nicht dass das zur Gewohnheit wird!“, schnitt ich ihre Worte und das Gemurmel des aufziehenden Sturms ab, da die Tür in meinem Rücken zudonnerte und dann lief ich gehetzt, ohne zu zögern zum Apparitionspunkt über die Schlossgründe von Hogwarts.

Ich konnte es tief in mir immer noch nicht fassen, dass mir McGonagall vor der ganzen Schule die Absolution erteilt hatte, dass ich Hogwarts verlassen durfte, das war an sich… unvorstellbar!

Aber etwas, was mich gerade nicht wirklich tangierte, da mich die Sorge um Gellert und was passiert war gefangen nahm. Ich sprang und kam im Innenhof der irischen Wohnanlage an. Sogleich blickte ich mich rasch um und konnte mich bei meinem Rundumblick davon überzeugen, dass die meisten Bewohner ausgeflogen zu sein schienen und so hetzte ich sofort, sehr atemlos Richtung Gellerts Wohnung.

„Ich bin hier, ich bin hier… was ist passiert… ich… wow…!“, hatte ich stürmisch die Tür aufgerissen, um nun abrupt zu stoppen und wahrlich dumm da zu stehen, mit weit offenem Mund und pfeifendem Atem.

„Endlich… wow!? Ja, so könnte man sagen… Sonnenschein, das ist ein gehöriger Scheiß, den du da verzapfst hast!“, wütete ein sichtlich angefressener Gellert in seinen Räumlichkeiten, die nun wirklich vollkommen seinem Geschmack unterworfen worden waren und an eine Kopie meines Elternhauses erinnerten.

„Was? Was ist passiert?“, stotterte ich wieder, nicht wirklich eloquent, aber dieser Anblick raubte mir dann doch den schon schwachen Atem.

„Was haben Sie getan, Miss Granger? Was haben Sie getan?“, wisperte ein verwirrter und fassungsloser, aber auch anklagender Albus Dumbledore, der schemenhaft, im farblosen Grau vor mir zu erkennen war.

„Bitte?“, hauchte ich betäubt und kämpfte darum, nicht in die Knie zu gehen, denn nicht nur dieser Anblick zwang mich fast zu Boden, sondern auch, dass wieder meine Kraft zu mir strömte. Es war als wäre ein Schalter umgelegt worden. Plötzlich fühlte ich mich zwar immer noch erschöpft, wie nach einem kräftezehrenden und langen Kampf, aber ich war bei weitem nicht mehr so schwach oder so kränklich wie vorher!

„Ich bin nicht vollständig hier und nicht vollständig in meinem Portrait… ich muss aber ganz ins Gemälde! Also was haben Sie angestellt? Was haben Sie getan? Sie impertinentes Wesen!“, fauchte Dumbledore nun schon ganz der alte, nervende Opa, der er war und ich fasste mit beiden Händen an meine Schläfe, da ich schreckliche Kopfschmerzen aufziehen fühlte.

„Wie, nicht ganz?“, fragte ich irritiert und noch immer fassungslos über den geisterhaften Anblick, der sich mir hier bot.

„Mein Plan war es…“, fing er schon an als ich ihn barsch unterbrach:

„Ach, Sie und Ihre unsäglichen Pläne!“, stöhnte ich genervt auf und entlockte Gellert ein glucksendes Kichern, etwas was Albus gar nicht zu gefallen schien, denn er warf seinem ehemaligen Geliebten einen mörderisch tadelnden Blick zu.

„Was willst du, Albus? Sie hat recht, du und deine kruden Pläne!“, kicherte ein belustigter Gellert als ihn eine unwirsche Geste von dem Geist, oder was auch immer Albus nun war, zum Schweigen brachte.

„Mein Plan war, dass ich mit meinem zukünftigen Nachfolger kommunizieren kann… augenblicklich schlafe ICH!“, fauchte er zum Schluss entnervt, mit erstaunlich kräftigem Organ, wenn man bedachte, dass er gar nicht richtig da war, erstaunlich!

„Dann wachen Sie auf…“, warf ich lässig ein und massierte weiter vorsichtig meine pochenden Schläfen.

„Denken Sie, ich bin dumm? Das kann ich nicht, wenn ich hier bin!“, erntete ich den beißenden und anklagenden Hohn des Toten.

„Was hält Sie?“, fragte ich schweren Herzens und schluckte mühsam, irgendwie hatte ich einen trockenen Hals.

„Wenn ich das wüsste!“, seufzte er plötzlich kraftlos. „Ich weiß nicht, was Sie getan haben… es war sehr merkwürdig, für mich… im Tod!“, versuchte nun auch er schwer zu umschreiben und wedelte hilflos mit seinen Händen durch die Luft. Wie sollte man etwas erklären, was nicht zu erklären war?

„Erklären Sie mir mal das mit den Portraits in Ihrem Büro! Unterscheiden die sich von den anderen Bildern und Gemälden im Schloss?“, wollte ich Struktur in das Chaos bringen, an dem nur ich schuld war, wenn ich mir die Wahrheit eingestand.

„Wie immer wissbegierig…“, vermeldete sich Gellert aus seiner Ecke, aber ein scharfer Blick, sowohl von mir als auch von Albus, ließ ihn verstummen.

„Dann lassen Sie mich Ihnen das erklären, Miss… äh… Malfoy. Die Portraits in der magischen Welt können reden und sich bewegen. Sie können auch Aufträge entgegennehmen, Informationen übermitteln oder Wachdienste leisten. Sie legen sich schlafen, feiern Weihnachten oder besuchen sich gegenseitig in ihren Rahmen. Wenn sie sich fortbewegen, huschen sie von Bild zu Bild. Zwischen ihren eigenen Porträts können sie beliebig hin- und her reisen, auch wenn ihre Porträts an sehr weit voneinander entfernten Orten hängen. Sie müssen aber verstehen, die gemalte Wiedergabe der Personen kann aber weniger agieren als der Geist einer verstorbenen Person. Was ein Porträt sagt oder tut, ist eine bloße Wiederholung dessen, was diese Person auch früher gesagt und getan hat…“, erklärte nun der Professor sehr lehrmeisterlich und ich lauschte ehrlich, bis ich ihn unterbrach:

„Sie meinen also, wie in einem Muggelfilm?“, fragte ich und er blickte kurz grübelnd, bevor er sachte nickte.

„So könnte man sagen, ja!“

„Aber warum ist dann Ihr Portrait so wichtig?“, fragte ich perplex.

„Lassen Sie mich weiter ausführen und es ist eben so, es gibt einen Unterschied, denn am meisten können die Porträts der früheren Schulleiter von Hogwarts! Sie sind als Portraits noch immer in der Umgebung und Atmosphäre, in der sie früher gewirkt haben. Diesen Raum haben sie mitgeprägt und er enthält ihren magischen Abdruck, unsere Aura und unseren „Geist“. Deshalb können wir nicht nur wie andere Portraits unsere alten Phrasen wieder abspulen, sondern leben in einer uns eigenen Art hier weiter. Deshalb können wir die Art unseres Wirkens auch als Portrait fortsetzen. Das einzige Handicap ist, dass wir, ebenso wie die anderen Porträts, bleiben, das heißt, wir bleiben wie früher und lernen nichts weltbewegend Neues mehr dazu!“, war er nun fertig und blickte mich ungeduldig sowie vorwurfsvoll an, während ich das zu verdauen suchte, denn sein Einwurf war mir nicht entgangen, sie konnten sich entwickeln wenn auch nicht exorbitant!

Auf der anderen Seite hatte er gestanden, dass man nie in seinem Büro allein gewesen war, das bedeutete, er hatte damals auch Harrys und mein Gespräch nach dem Fiasko in der Mysteriumsabteilung und Sirius‘ Tod belauschen lassen, was für ein Intrigant!

„Und Sie? Verändern Sie sich? Lernen Sie dazu? Also JETZT?“, fragte ich relativ ungerührt und wurde regelrecht von grauen Augen erdolcht, denn die Farbe war ihm ähnlich der Geister abhanden gekommen. Er war alles in allem eine graue Erscheinung und wie sehr er mich mochte, erzählte schon ganz von alleine seine Grimasse. die er zog wenn er mich ansah.

„JA! Ich scheine anders zu sein als alles was ich kenne, denn ich bin auch kein Geist! Was soll das?“, murrte er missmutig und so schlecht gelaunt, wie ich ihn noch nie erlebt hatte.

„Tu was…“, mischte sich nun ein eifriger Gellert ein und sein dürrer, knochiger Schädel wackelte bittend hin und her.

„Was wollen Sie, Gellert, wollten Sie nicht mit ihm reden? Hier ist Ihre Chance!“, wandte ich recht relaxed ein und wedelte zu der farblosen Gestalt vor mir. Eine Feststellung, die ihn leidlich die Miene verziehen ließ, während ich die Coole mehr spielte, als dass ich sie tatsächlich war, aber ich war zu geschockt, nun einen geisterhaften Dumbledore vor mir zu haben, um groß denken zu können und verschaffte mir damit Zeit.

„Ja, wollte ich und will ich noch, aber wer kein freiwilliger Geist wird und frei die Entscheidung trifft, als Abklatsch auf der Erde wandeln zu wollen, der sollte hier nicht gebunden sein, außerdem plappert er die ganze Zeit nur von seinem ollen Portrait!“, murrte Gellert sichtlich eingeschnappt und ich setzte mich nun müde und mit starken Kopfschmerzen gesegnet hin. Das war ein Drama! Was hatte ich nur verbrochen, dass Albus Dumbledore nun irgendwie gefangen zwischen Himmel und Hölle war?

„Was unterscheidet Sie von einem Geist?“, fragte ich nach einiger Zeit erschöpft.

„Ich schwebe nicht!“, schoss es von ihm knapp daher, worauf ich mir grob das Lachen verbiss, das aus Gellert perlte. Ein schwebender Dumbledore, das wäre es gewesen, was für eine Absurdität, sich so etwas vorzustellen.

„ER kann mich berühren und nicht einfach hindurchgreifen, ABER ich kann nichts anfassen… und ich kann von IHM nicht weg…“, deutete er mit einem anklagend erhobenen Zeigefinger auf Gellerts Person und ich blickte wegen dieser Anklage düster drein, da ich sofort erkannte, dass es passiert war, als mich Gellert auf dem Turm unterbrochen und sich unsere Augen verhakt hatten. Bei unserem Blickkontakt, da musste es passiert sein und ich hatte Albus‘ „Seele“, oder auch „Geist“ an Gellert gekoppelt.

Ich hatte eine Seele sammeln wollen, unbewusst und von einem Instinkt getrieben und es war schrecklich schiefgegangen. Oder hatte ich versucht, weil Gellert so verzweifelt hatte mit Albus reden wollen, Albus‘ Seele in seinem Körper zu halten? Und als das nicht gelungen war, hatte ich seine Seele festgehalten, ähnlich einem Geist!

Boah, war ich verwirrt und mein Schmerz im Schädel wurde immer schlimmer! Ich hatte an sich keine blassen Schimmer was ich getan hatte!

„Du hast uns wirklich verbunden!“, flüsterte Gellert betroffen und ich nickte wortlos, während Albus in seinem langen Gewand über den Teppichboden ging und es hinter sich herzog.

„Wie hätte sie dies tun können? Wobei… was tust du überhaupt hier, müsstest du nicht ebenso tot sein wie ich es bin? Oder auch wäre?“, verwirrte sich Dumbledore selbst, denn es war verwirrend.

Das war eine ganz heikle, komplizierte und vertrackte Angelegenheit.

„Nein, ich lebe! Habe ich dieser reizenden, jungen Dame zu verdanken! Sie hat mich, anders als du, aus Nurmengard geholt!“, schwang der unverhohlene Vorwurf in Gellerts Stimme mit.

„Jetzt hör auf zu jammern, Gellert… du bist durchgedreht, wurdest machtbesessen, das konnte ich nicht zulassen! Das…“, ereiferte sich Albus selbstgerecht.

„Warte, Albus, lass es mich sagen, damit es doppelt so gut durchdringt. Du hast mich für das „Größere Wohl“ aller geopfert, nicht!?“, ätzten sich die beiden sehr giftig an, als Gellert Albus‘ Lebensdevise diesem verbittert vorhielt.

„Oh, verkraftest du es immer noch nicht, dass ich dich besiegt habe?“

„Du hast mich nicht besiegt, du hättest nie gegen mich gewinnen können!“, schrie ein hochnotroter Gellert in einem lauten Wutgebrüll und ich wusste, dass das stimmte.

„Und doch habe ich es getan…“, provozierte Dumbledore und ich konnte an Gellerts schmalen Zügen herauszulesen, wie schwer es ihm fiel, Albus nicht ins Gesicht zu schreien, dass er, anders als Dumbledore, nicht in der Lage gewesen war, eiskalt gegen seinen Geliebten anzutreten. „Und jetzt sehen Sie zu, dass ich in mein Bild komme!“, forderte Albus brüsk, als er sich mir zuwandte und ich zuckte über seiner rüden Art zurück.

„Ja, schaff diesen selbstverliebten Idioten schnell hier weg!“, befahl Gellert ebenfalls.

„Nur mal ruhig… wir wollen doch kein noch größeres Kuddelmuddel erschaffen, ganz ruhig, Dumbledore, das Büro ist versiegelt, so schnell gibt es keinen Nachfolger!“, erzählte ich ihm, während ich meine Hände hob um für Ruhe zu sorgen, nichts würde mich dazu bringen, das hier zu übereilen, wer wusste, wo Dumbledore dann landete? Vielleicht erschuf ich dann eine ganz neue Form von Zombies?

Ja, makabre und sehr abstrakte Bilder zogen durch mein krankes Hirn als ich mir vorstellte, wie er aus seinem Sarg sprang und die ganze Beerdigungsgesellschaft in Angst und Schrecken versetzte. Nein, das war wahrlich keine Option!

„WAS?“, echote der Tote fassungslos.

„Probleme der Lebenden!“, zog ich ihn auf. „Gellert, ich hab keine Ahnung, was ich getan habe, oder nun tun soll?!“, gestand ich traurig und irgendwie schmerzlich, dabei rieb ich noch immer meine Schläfen.

„Und woher soll ich die Ahnung haben?“, kam es gewohnt liebenswürdig von dem Greis.

„Moment… können wir… also muss ER alles mithören?“, wollte ich wissen und deutete unwohl auf Albus Dumbledore.

„Versuch die Privatssphärezauber, ich hab keinen Schimmer, ob die bei ihm wirken!“, schlug er vor und ich tat es, dabei übersahen wir einen entrüsteten Fast-Geist, dass wir es wagten, ihn auszuschließen. Aber sein verärgertes und unruhiges Ablaufen an der magischen Linie zeigte uns, dass es mehr schlecht als recht wirkte, da ich ab und an ein Flackern wahrnehmen konnte, alles würde ihm nicht verborgen bleiben aber ein wenig Ungestörtheit würde es bringen. Das ging bestimmt nur, da er nicht ganz Geist war, sonst wäre es wohl sinnlos, aber ganz wirksam war es eben auch nicht.

„Schade, dass ich keinen Zauberstab habe…“, jammerte auch schon Gellert.

„Das wollte ich nicht!“, klagte auch ich nun ehrlich entschuldigend und ich glaubte, wir beide taten uns gerade schrecklich leid.

„Hilft mir gerade enorm viel!“, meinte er dann auch sofort recht zynisch. „Ich hab ihn am Hals! Wie konntest du das tun?“, hielt er mir vor und ich wand mich schuldbewusst unter seinem bohrenden Blick.

„Gellert, Sie haben mich unterbrochen und gestört, selbst schuld!“, schoben wir uns gerade sehr erwachsen die Schuld gegenseitig in die Schuhe.

„Mach es weg!“, befahl er kindisch und wedelte erregt durch die Luft zu Albus hin.

„JA, wie denn?“, rief ich genervt.

„Geh und stell dich deinem Dasein und dann, mach es weg…“, kam es reichlich lapidar von Gellert und er wedelte überheblich zu mir hin, als wollte er mich wegscheuchen.

„Das sagen Sie so leicht, wir haben so viel zu tun. Ich kann mich nicht kopfüber in diese „andere Welt“ stürzen, nicht jetzt! Ich muss vorsichtig sein…“, bremste ich rasch, denn ich könnte es auch nur schlimmer denn besser machen, wenn wir nicht genau aufpassten, was nun passieren würde.

„Was willst du mir sagen? Dass das so bleiben soll? Spinnst du?“, überging Gellert meine Einwände überheblich und starrte mich in Grund und Boden.

„Nein, ich bitte Sie, mir Zeit in den Ferien zu geben, damit wir dann gemeinsam diese gesamten Probleme als SoulGatherer betreffend angehen!“, bat ich umsichtig und er schlug die alten, runzeligen Hände vors knittrige Gesicht und stöhnte. All dies wurde genau von einem böse aussehenden Dumbledore verfolgt, der jede unserer Regungen mit Argusaugen begleitete.

„Sieht und hört ihn jeder?“, forschte ich nun besorgt nach.

„Gott sei Dank, NEIN! Oder auch leider? Nur ich und allen Göttern sei Dank, auch du! Ich hatte schon befürchtet, dass du es vielleicht auch nicht kannst, aber da du uns verbunden hast… naja, ich glaube, nur wir beide!“, bekannte er irgendwie müde als er fortfuhr: „Als vorhin diese Frau von dem Chef hierher kam, mit diesem Uhu, den ich vehement verlangte, hat sie ihn weder gehört noch gesehen. Er hat wie ein Orkan gewütet, war an sich schwer zu überhören…“, erklärte er weiter und ich warf ihm einen mitleidigen Blick zu.

„Aha, ich verstehe… aber was ich nicht verstehe, war er von Anfang an da? Oder wie kam das? Schließlich ist sein Tod nun schon über einen Tag her!“, erkannte ich einen wesentlichen und nicht unwichtigen Fakt, wie ich fand.

„Gut gebrüllt, Löwe!“, äffte er böse zu mir und ich zuckte entschuldigend die Schultern. „Das war mehr als komisch, fast schon komödiantisch. Du hast mich doch hergebracht und ich hab mich in meine Räume geschleppt, danach bin ich todmüde zusammengebrochen und hab an sich den ganzen folgenden Tag geschlafen. Es war als würde etwas von meiner Energie zehren, oder was auch immer. Eigentlich bin ich gar nicht aufgewacht, hab nur kurz was gegessen und bin wieder eingeschlafen und als ich um 6 Uhr heute Morgen aufwachte ist dieses rauschbärtige Gesicht über mich gebeugt und faucht mich an: „Was ich getan habe? Und was mir einfällt?“ Ich hab sofort Radau geschlagen und mir den Vogel besorgt… du siehst, ist nicht viel ohne dich passiert!“, erzählte er ausführlich, während nun Dumbledore vor den Schutzwällen Heinzelmännchen aufführte, da er partout nicht durchkommen konnte, es schien ihm gar nicht zu behagen, nicht eingeweiht zu werden, was für eine herrliche Parabel dazu, wie er sonst immer alle im Dunkeln ließ, aber ich war nicht bereit, ihm zu viele Dinge über mich zu offenbaren.

„Wie weit kann er sich von Ihnen entfernen?“

„Oh, nicht weit, ich kann froh sein, allein Pissen gehen zu können!“, entgegnete er ordinär.

„Sehr schön!“, entschlüpfte es mir unüberlegt und wurde von stahlharten, eisblauen Augen aufgespießt. „So war das nicht gemeint! Aber Sie müssen verstehen, er ist nicht unter Kontrolle!“

„Wenn du mir damit sagen willst, dass ich, bis du bereit bist in die Puschen zu kommen, nicht in die Burg kann oder soll, oder was auch immer, dann sag ich „Wünsch dir was“!“, drohte er mir mit rücksichtslos vorgerecktem Kinn.

„Aber Gellert, seien Sie doch bitte vernünftig!“, tadelte ich ihn als sei er ein Kleinkind.

„Sonnenschein, strapaziere nicht meine Güte, oder gar Geduld!“, ätzte er böse und wirkte sehr gereizt.

„Was wollen Sie denn von mir?“, krächzte ich nun sehr schlapp, denn das hier war anstrengend.

„Dass ich mich in dem begrenzten Rahmen, den ich habe, frei bewegen kann!“, forderte er verbohrt, wie es wohl nur von alten Menschen kommen konnte.

Ich schloss verzweifelt die Augen, wenn die Zauber Albus hier mehr oder weniger aus dem Schutzkreis draußen hielten, würden ihn dann auch meine Flüche an die Verschwiegenheit binden? Schließlich wollte er, dass ich etwas für ihn tat, das bedeutete, wir könnten versuchen ihn zu erpressen… einen Versuch war es wert, ich wollte mir wahrlich nicht Gellerts ewigen Zorn zuzuziehen!

Aber Dumbledore konnte kein Blut mehr geben, das war verzwickt und so löste ich abrupt die Banne und Albus stolperte rudernd zu uns, da er mit bloßen Fäusten gegen die Zauber gehämmert hatte.

Ein natürlich an sich nutzloses Unterfangen, da die Zauber keine Masse oder dergleichen hatten, aber das Bild war göttlich!

„WAS denken Sie sich dabei… Gra… Malfoy?“, fauchte er mich unterbrochen durch die Zauber an und wenn er nicht grau gewesen wäre, hätte ich gesagt, die Zornesröte stünde ihm ins Gesicht geschrieben.

„Es funktioniert nicht ganz! Schade, aber das war irgendwie klar gewesen…“, stöhnte Gellert leidlich.

„Dass Sie nicht alles wissen müssen, zum Beispiel! Aber wie auch immer, ich bin bereit, für Gellert mit Ihnen einen Deal einzugehen, denn anscheinend sind Sie noch gut genug mit dieser Welt verbunden, dass Zauber auf Sie wirken…“, erklärte ich nun geschäftig.

„Was wollen Sie? Mich erpressen?“, stotterte Albus empört.

„Natürlich!“, bekannte ich knapp.

Natürlich würde ich nicht sagen müssen, dass sich ein mehr als nur wütender Albus Dumbledore auf meine Flüche einließ, denn ich ließ mich dazu herab, ihm anzubieten, alles zu versuchen ihn von Gellert zu lösen und in sein Portrait zu bringen. Wie auch immer, das sollte bis zum Ende der Ferien erledigt sein und als der alte Schacherer erkannte, dass mehr nicht für ihn zu holen war, ließ er sich zähneknirschend auf uns ein.

Zu meinem Erstaunen zeigten die Flüche, als wir sie testeten, Wirkung und verwehrten es Albus über die Geheimnisse zu sprechen, die sich ihm nun offenbarten.


Seine Mimik war göttlich, als hätte er auf einen besonders sauren Drops gebissen, aber er musste es schlucken, hingegen Gellerts Ausdruck war bahnbrechend. Er schien mehr als nur selbstzufrieden, dass es nun gerade gar nicht nach Albus‘ Sinn ging.

„So, da wir dies nun erledigt haben, hätte ich an SIE doch so einige Fragen meinen Tod betreffend! Was sollte dies mit Harry und mit Severus?“, fing Dumbledore nun an und kam auf das Gespräch oben auf dem Turm zu sprechen.

„Ob Sie es glauben oder nicht, Sir! Ich hab gerade echt keine Zeit für Sie!“, blockte ich ihn ab.

„Sie werden mir Rede und Antwort stehen!“, drohte er und baute sich als graue Gestalt vor mir auf und ich hob taxierend eine Braue.

„Nur keine Sorge, ich laufe nicht weg! Aber Ihre Priorität ist dramatisch mit Ihrem Flug vom Turm geschrumpft!“, passten ihm meine abwertenden Worte gar nicht. „Und ob Sie es glauben oder nicht, dank des Briefes hier von Gellert, weiß wirklich JEDER, dass ich nicht in Hogwarts bin. Ich muss zurück!“

„Sie sind abgehauen?“, war es gerade als würde dies erst jetzt in Dumbledores Vorstellung Form annehmen.

„Naja, Professor McGonagall ließ mich gehen… sie war sehr entgegenkommend, aber sie will, dass ich rasch zurückkomme!“, bekannte ich geschwind und zuckte leicht zurück.

„SIE HAT SIE GEHEN LASSEN?“, wütete er nun und ich winkte nur dem leidlich aussehenden Gellert zu, als ich rasch zum Kamin schritt.

„Moment, Sonnenschein, glaub nicht, dass du gehen kannst ohne mir zu helfen, ich ertrage sein Gekeife nicht!“, hielt er mich barsch mit seinem Schrei zurück.

„Hey …!“, ruckte Albus empört zu Gellert herum und ich war schon im Kamin und grinste recht diabolisch.

„Gellert, Sie machen das! Nützen Sie die Chance und REDEN SIE ENDLICH! Über 50 Jahre Knast, da gibt es bestimmt einiges an Gesprächsbedarf zwischen ihnen!“

„SONNENSCHEIN!“

„MISS…“

„Ihr seid schlimmer als ein EHEPAAR, wundert mich nicht, dass es nicht funktioniert hat. Es fällt mir schwer, mir vorzustellen, wie sie durch die Laken robbten!“, schüttete ich meinen Spott über ihnen aus. Dass ich von ihrer intimen Vergangenheit wusste, schien Albus gar nicht zu passen, denn er fletschte gerade wenig schön die Zähne.

„SONNENSCHEIN!“

„MISS GR… MALFOY!“, fuhr Dumbledore auf, doch ich stieß ein höhnisches Lachen aus und nannte Dungrain Castle, Dracos Burgnamen und verschwand in den lodernden, grünen Flammen, zwei empörte und aufgebrachte alte Männer zurücklassend, die meinen Einwurf ganz und gar nicht als passend empfanden. Wobei Albus geschockt wirkte, dass ich wusste, dass er ein Verhältnis, eine Beziehung zu Gellert unterhalten hatte, aber Zeit zu reagieren hatten sie nicht mehr, als ich verschwand.

Vielleicht tat es ihnen ganz gut, sich auszusprechen, oder sich anzuschreien, was auch immer. Ich wirbelte durch die Kamine und kletterte anschließend rußbedeckt aus dem Kamin heraus.

_________________
Nach oben Nach unten
queenie
Königin
Königin
avatar

Anzahl der Beiträge : 1496
Anmeldedatum : 08.02.12
Alter : 37
Ort : München

BeitragThema: 362. Kapitel Time presses.   Do März 28, 2013 9:56 pm

362. Kapitel Time presses

„Wow, was machst du denn hier?“, grüßte ein mürrischer Montague, der gerade einen Korb vor sich her schleppte und ich fragte mich dezent, wofür er ein Magier war. „Besser aussehen als letztes Mal tust du!“, resümierte er wenig schmeichelhaft und ich warf ihm einen schneidenden Blick zu, in meinen Schläfen zog es noch immer schmerzhaft.

„Zu freundlich! Ich danke dir, Montague, sag mir, sind deine Chefs da? Flint? Pucey?“, kürzte ich kühl ab.

„Pucey ist da! Hockt in der Halle, zusammen mit den Hühnern!“, murrte er recht leidend und schlürfte nicht wirklich enthusiastisch in die Kerker und ich blickte ihm nachdenklich hinterher, mich würde nichts auch nur in die Nähe dieser unteren Katakomben bringen, denn schon wieder nervte mich dieses beständige Getuschel, das mich rief und mir jetzt wohl eine Migräne bescheren würde.

Somit wandte ich mich brüsk um und schritt Richtung Halle, wobei ich erleben durfte, wie Adrian Pucey von den Damen der Schöpfung umschwirrt wurde.

„Hallo, na ob das Katie gefällt, dass du derart umschwärmt wirst?“, wagte ich zu bezweifeln.

„GRANGER!“, rief Pucey überrumpelt und sprang aus dem Haufen ihn umgebender Mädchen auf, irgendwie wirkte er nicht wirklich ertappt sondern eher genervt, also tat er sich leid, sehr gut!

„Was willst du hier? Dein letzter Auftritt war legendär!“, ätzte er recht grob und mir war bewusst, zu Dracos Garde in Irland hatte ich noch nicht wirklich einen Draht, sie kannten mich nicht und das was Pucey bisher von mir erlebt hatte, waren nicht wirklich meine Glanzseiten.

Zuerst der Sex im Büro mit Draco, wobei er mich gefesselt hatte, dann als ich auf der Hochzeit zum Lord beordert wurde und verletzt zurückkehrte, dann der Kuss mit Blaise im Keller und schließlich als ich Gellert melodramatisch aus der Burg gezerrt und er ihre Banne pulverisiert hatte. Ich mochte mir selbst nicht ausmalen, wie geistesgestört ich auf die anderen wirken mochte.

„Ihr wisst es noch nicht?“, fragte ich vorsichtig.

„Was? Oder halt, Marcus hat sich in einer Stunde angekündigt und alle sollen kommen. Er hat ein großes Treffen anberaumt, um etwas zu verkünden!“, entgegnete Pucey flott und ich registrierte, wie die hier funktionierten. Und doch brannte mir eine Frage auf der Zunge.

„Erhaltet ihr den Tagespropheten?“

„Nein! Niemand hier hat daran Interesse, da für die meisten nur schlechtes darin steht! Sollte dort Wichtiges stehen, werden Marcus oder ich die Gruppe informieren!“, beschied mir Pucey, wie ein typischer Slytherin, sehr von sich überzeugt.

„Okay, dann will ich Flint mal seinen großen Auftritt lassen, lang bleibe ich nicht! Aber ich müsste mit dir reden!“, bekannte ich.

„Hermione?“, hörte ich plötzlich hinter mir. Ich drehte mich um und blickte in das sehr hübsche, plötzlich sehr frauliche Gesicht der frisch vermählten Mrs. Flint. „Was tust du hier?“

„Hey, Alicia! Hier? Mit euch reden, habt ihr einen Platz, wo nicht so viele Ohren sind?“, bat ich und sie nickte.

„Ja, klar, komm mit!“, drehte sie sich wacker um und winkte uns hinter sich her. Pucey und ich folgten rasch, wobei mir bewusst war, dass ich auch hier die Blicke in meinem Rücken hatte und mich diese nicht aus ihrer Beobachtung entließen.

„Was können wir für dich tun? Du siehst blass aus?“, hatte sie uns in einen kleinen Raum im ersten Stock geführt, der sehr spartanisch nur einen Tisch mit fünf Stühlen beherbergte, als sie mich besorgt musterte, etwas was mir gar nicht behagte. Mir gefiel es gar nicht, dass gerade alles derart öffentlich ablief, das war mir zuwider und vor allem wenn ich Schwäche zeigte, passte das gar nicht in mein Selbstbild!

„Flint wird euch genauer informieren, aber nur so viel; Dumbledore ist tot!“, ließ ich die Bombe platzen und erntete fassungslose Reaktionen.

„Oh!“, „WAS?!“, „TOT?“, „WER?“, riefen beide sichtlich erschüttert aus und meinten ihre Betroffenheit ernst.

„Wer? Tut nichts zur Sache! Es drangen DeathEater in die Schule ein, es gab einen Kampf! Snape und Draco mussten fliehen, sie sind nicht mehr in der Schule… vorerst! Hat er, … also Draco, dich und Flint nicht informiert, wie es nun weitergeht?“, forschte ich unbehaglich nach, da ich mich wunderte, wo Draco war.

„Nein, hat er nicht! Draco hätte gestern einen Termin gehabt, den er aber, für ihn untypisch unentschuldigt, nicht wahrgenommen hat!“, informierte mich Pucey besorgt, dabei ließ er mich keine Sekunde aus den Augen. Ich schloss kurz die brennenden Augen, ignorierte das beständige Wispern, das mich hier nur stets zur Flucht antrieb, aber ich ließ es zu, dass ich mir kurz Sorgen darüber machte, was diesmal mit Draco als Strafe passiert sein könnte, wenn er noch nichts eingeleitet hatte.

Wichtige anfallende Aufgaben, die aufgrund der neuen Umstände rasend schnell erledigt werden müssten, mussten getan werden, was wiederum bedeutete, dass er gerade nicht in der Lage war, etwas zu tun, etwas was mich dann doch sehr besorgte. Wie gut, dass ich meinem Instinkt gefolgt und hierherkommen war, anstatt gleich wieder in die Schule zu gehen!

„Okay, dann ist es umso besser, dass ich hier bin!“, schlug ich wieder entschlossen die Augen auf und nahm bestimmt das Ruder in die Hand.

„Was willst du? Was sollen wir tun?“, fragte eine betroffene, aber gefasste Alicia, die akzeptierte, dass ich nun das Zepter übernahm.

„Ihr wisst von dem Plan, einige Leute oder besser sehr viele Leute nach Irland zu schaffen…“

„Ja, daran arbeiten wir seit Wochen!“, stimmte Pucey stöhnend zu und runzelte die Stirn.

„Deshalb ist es gut, dass Flint alle hierherbeordert hat, ihr werdet jede Person brauchen! Ich hab schlechte Nachrichten! Aufgrund des Mordes an Dumbledore wird die Schule am Mittwoch, den 06. geschlossen, die Ferien werden vorgezogen! Ihr habt noch heute und morgen, dann fahren die Schüler heim!“, schloss ich bedeutungsvoll und wappnete mich gegen den Sturm.

„WASSSSSSSS?“, „Wie sollen wir das schaffen?“, schockierte ich beide, die sich mit blankem Horror in den Augen ansahen.

„Das weiß ich nicht! Aber es muss euch gelingen und wenn ihr durchmachen müsst… alles muss vorbereitet werden! Nach dieser Attacke ist es unabdingbar, dass wir die „Kinder“ retten!“, kam es sehr eindringlich von mir und ich sah jeden von ihnen sehr ernst an, während Pucey sein Gesicht in seinen Händen barg und stöhnte.

„Verdammt… ich gehe sofort zu Marcus und informiere ihn…“, erhob sich eine rechte blasse Alicia, die aber augenscheinlich schnell über den Schock hinweg kam und nun in Aktionismus verfiel.

„Ja, mach das und sag Angelina, sie soll Lee und die Twins ebenfalls aus dem Geschäft zu euch holen. Die können euch bestimmt gut helfen!“, fiel mir spontan ein, denn Dobby würde gut, in diesen nicht mal zwei Tagen, auf Lucien achten können.

„Gut… bis dann!“, schlüpfte eine sichtlich mitgenommene Alicia zur Tür raus.

„Du siehst, wir versuchen es…“, warf Pucey zweifelnd ein, als ich seine Aussage mit einer rüden Geste unterbrach.

„Nicht versuchen, ihr müsst es schaffen!“, bestimmte ich recht deutlich und erntete große Augen, während er sein Haupt konsterniert schüttelte.

„Okay, fordernd bist du also gar nicht! Was ist mit Draco?“, wagte er einzuwenden und sein Blick wurde hart.

„Das werde ich gleich eruieren! Aber ich denke, nichts allzu Schlimmes!“, versuchte ich seine Bedenken zu zerstreuen und selbst auch keine zu haben.

„Wenn es das wäre, würdest du uns informieren?“, fragte er vorsichtig und ich erhob mich ungeduldig.

„Solltest du nicht in die Gänge kommen, Pucey? Und nein, ich gehe ins Manor und schaue nach, aber sollte es so sein, dass er bald wieder auf den Beinen ist, werde ich nichts sagen… sprich, ich werde keinen Patronus senden. Sollte etwas sein und wir müssten länger auf Draco verzichten, werde ich es dich wissen lassen!“, bot ich ihm an, er schien zwar nicht glücklich und strich sich durch sein braunes Haar, aber er nickte.

„Deal!“, meinte er dann ernst.

„Prächtig, ich bin dann weg… und Pucey, leistet gute Arbeit! Es ist wichtig!“, merkte ich eindringlich an, aber ich ließ ihn nichts mehr sagen, sondern huschte durch die Tür und behielt nur seine verbissen wirkenden Züge im Gedächtnis. Jetzt war der Zeitpunkt gekommen, ab dem alles sehr ernst werden würde, der Krieg begann und jedem hier, Pucey, Alicia aber auch Flint, war das sehr präsent.

Ich hastete zum Portal und bemerkte, dass Alicia irgendwie ein Notrufsignal ausgelöst haben musste, denn plötzlich strömten aus allen Ecken und Enden Menschen, einige sahen mehr oder weniger perplex zu mir, aber ich achtete nicht groß auf sie, sondern eilte zu den Toren hinaus, während mir die unerwartete Menschenmasse entgegen strömte, es waren nicht wenige.

Als ich auch umgehend apparierte und mich sehr konzentrierte, um gleich darauf meine Augen in der prunkvollen Halle des Manors aufzuschlagen, es war komisch aber über mich schwappten unerwartet viele Gefühle hinweg.

Erstens war ich froh, Irland und der Burg entkommen zu sein und genoss diese wunderbare Stille in meinem Geist, dann als zweites dieses ungewohnte Gefühl, endlich wieder daheim angekommen zu sein, das mich fast überwältigte und dafür sorgte, dass ich am liebsten ins Bett gekrochen wäre, aber das war utopisch, rief ich mich selbst rasch zur Ordnung, um den Hauselfen zu rufen, der soeben laut ploppend neben mir erschien.

„Was wünschen Miss? Was darf ich für Sie tun?“, fragte er demütig und neigte das kleine, kahle Haupt unterwürfig.

„Sage mir, wie es Draco geht?“, forderte ich recht forsch.

„Oh, dem jungen Master Malfoy geht es wieder besser! Er ist kurz aus seiner Bewusstlosigkeit erwacht. Master Snape hat bestimmt, dass er heute noch ruhen muss und ihm einen Trank verabreicht! Das hat Master Malfoy gar nicht gefallen!“, erzählte der kleine Diener eifrig, wobei ein schelmisches Leuchten in seinen großen, runden Elfenaugen lag, das zeigte, dass er sich über den wohl geführten Streit ziemlich amüsiert hatte.

„Dann wird er also wieder vollständig gesund? So ganz? War es sehr schlimm?“, drang ich nun mehr in ihn.

„Master Malfoy wird sich freuen, dass die Miss derart besorgt war und nach ihm gefragt hat. Es war nicht ohne, aber Miss kennen dies bestimmt… oh, verzeiht, ich wollte nicht derart frech sein, verzeiht mir, bitte Gnädigste…“, plapperte der Elf unaufhörlich und ich hob beschwichtigend die Hand.

„Hör bitte auf, deine Aussage ist völlig korrekt in dem Kontext, dass ich verstehen kann… wie gut es Draco jetzt geht…“, bekannte ich wehmütig und mein Blick schweifte zur großen Treppe, die in die oberen Etagen führte.

„Danke, Miss sind zu gütig, zu einem Unwürdigen wie mir… aber der Master würde sich bestimmt freuen, wenn Sie zu ihm gehen würden!“, kam dieses kleine, manipulative Wesen in die Gänge, sie lenkten mehr im Manor als man auf den ersten Blick annehmen wollte.

„Das würde ich sehr gerne aber ich hab absolut keine Zeit… ich hoffe, er versteht es, sage ihm, ich war bei seinem Unternehmen und habe alles in die Wege geleitet, er soll zusehen, dass er schnell auf die Beine kommt, sie brauchen ihn dort!“, lehnte ich dann doch ab, da mir eindeutig die Zeit davonlief, dabei hoffte ich, dass Draco dies nachvollziehen konnte, außerdem wollte ich mit ihm wahrlich nicht wegen seiner hinterhältigen Attacke reden, wenn er bettlägerig war.

„Wenn Miss sich sicher ist…“, kam es schwach von dem Elfen.

„Geh!“, befahl ich nur, da ich dachte Schritte aus der Ferne zu vernehmen.

„Was tust du denn hier?“, fragte auch schon eine seidig weiche Stimme, die von einer Sekunde zur nächsten mir viel zu nah war. „Müsstest du, als „braves“ Mädchen, nicht in der Schule sein?“, wobei er „brav“ besonders zweideutig betonte.

„Ach, ich bitte dich, Lucius, wann bin ich schon brav?“, drehte ich ihm mein Gesicht zu und offenbarte ein sarkastisches Grinsen.

„Ahah…“, stöhnte er affektiert und strich mir eine Strähne lasziv hinter die Schulter, dabei benützte er seinen Gehstock. „Auch wieder wahr!“, tippte er mit dem Schlangenkopf auf, als Zeichen, dass ich mich vollständig umzuwenden hatte.

„Du siehst grauenhaft aus…“, äußerte er sehr schmeichelhaft, nachdem er mich sichtlich pikiert gemustert hatte.

„Du verstehst es, Komplimente zu machen!“, entgegnete ich ungerührt.

„Soll ich lügen? Du bist blass, hast dunkle Augenränder, deine Augen wirken matt, die Haut fahl, dein unordentlich zurückgebundenes Haar macht einem Vogelnest erschreckend gut Konkurrenz und deine Kleidung ist rußbeschmiert… jetzt sage mir nicht, dass irgendetwas an dieser Feststellung nicht korrekt ist?“, wollte er schrecklich blasiert wissen und dass ich in diesem mitgenommenen Aufzug nicht seinen hohen Ansprüchen genügte, wusste ich selbst!

„Dafür brauche ich dich echt gerade, wenn du über Schönheitsfarmen reden willst, verweise ich dich an eine Schulkameradin!“, nuschelte ich genervt in meinen nichtvorhandenen Bart und dachte inbrünstig an Lav und Pav.

„Wollen wir frech werden?“, fragte er noch immer freundlich aber mit einem gefährlichen Glänzen in den grauen Augen.

„Lucius, ich weiß, wie ich aussehe! Aber ist das gerade nicht völlig egal und zweitrangig? Ich muss weiter… oder gibt es was… Dringliches?“, fragte ich nun ausweichend unter seinem starrenden, leicht missbilligenden Blick gefangen.

„Du bist wegen Draco hier?“, wollte er auf einmal aus heiterem Himmel erfahren.

„Ja…“, lauerte ich vorsichtig, was diese für mich komische Frage sollte.

„Aber du bist nicht bei ihm…“, kam er zum Punkt und eine geschwungene, hellblonde Braue wanderte affektiert in die Höhe.

„Die Elfe meinte, er würde wieder werden…“, versuchte ich mich mehr schlecht als recht rauszureden, heute war nicht mein Tag, um Lucius entgegenzutreten.

„Aha, du willst nicht hoch gehen und nachsehen?“, fragte er sehr akzentuiert und musterte mich bis ins kleinste Detail, als wollte er sich keine Regung von mir entgehen lassen.

„Was ich wollen würde, steht doch nicht zur Debatte! Ich muss los… oder hast du eine Aufgabe für mich?“, erwiderte nun ich etwas ungeduldig.

„Ja, geh ins Bett und SCHLAF!“, befahl er energisch und da bemerkte ich urplötzlich, im Augenwinkel, flatternden, schwarzen Stoff in den endlosen hinteren Fluren und reagierte rasant, nicht dass ich noch länger aufgehalten werden würde.

„Zu Befehl, Sir!“, grinste ich frech als ich schon sprang, bevor er mich aufhalten und im schlimmsten Fall auch noch begonnen hätte mich auszufragen, dafür hatte ich gerade wirklich keine Zeit, mein nächster Stopp harrte meiner entgegen.

Hermiones Sicht ende

Lucius Sicht

Als ich in mein Foyer schritt, da ich aufgrund der Schutzzauber etwas gefühlt hatte, nämlich die Ankunft eines Familienmitgliedes, mit dem ich zu diesem Zeitpunkt nicht gerechnet hätte.

Somit schlich ich zu ihr um sie zu überraschen, was mich aber tatsächlich unerwartet traf, war ihr fast desaströses Aussehen. Sie wirkte, als hätte sie seit einer Woche nicht mehr geschlafen. Doch so schnell hatte man gar nicht schauen können, wie sie sich mit unglaublichem Geschick vom Acker gemacht hatte.

„Was wollte sie hier?“, glitt Severus in seiner unnachahmlichen Manier neben mich und fragte leise, mit seinem heiseren Bariton nach und ich zuckte lässig die Schultern, während ich meinen Gehstock gegen meine andere Handfläche schlug.

„Sie wollte wissen, wie es Draco geht!“, gab ich großmütig Auskunft.

„Aha und warum bleibt sie dann nicht?“, fragte Severus in seinem gewohnt abwertenden Ton, unbewegt neben mir stehend, vor dem großen, runden Tisch, der in der prächtigen Eingangshalle stand. Als ich nicht sofort antwortete, schnaubte er und ich fuhr mit einer neuen Frage konsterniert zu ihm hin fort:

„Wie konnte sie um diese Zeit überhaupt aus Hogwarts raus?“

„Ja, woher soll ich das bitte wissen, Lucius? Bin ich in Hogwarts?“, meinte ein patziger, gehässiger und schlechtgelaunter Mann neben mir, seitdem er hier war, ging seine Laune rasant den Berg hinab.

„Eben, daran sollten wir arbeiten! Deshalb habe ich die große Ehre, dir die Einladung zur Sitzung des Schulrates zu überbringen!“, kam es denn dann auch gleich hochgestochen von mir und ich blickte ihn generös an.

„WIE BITTE?“, stierten mich zwei derart dunkle obsidianfarbene Augen an, die so unglaublich dunkel wirkten, dass man sich in ihnen verlieren konnte, aber augenblicklich wirkte er einfach nur bodenlos entsetzt.

„Warum derart pikiert, Severus?“, genoss ich es zu sehr, mich in seinem Leid zu weiden und fletschte gerade diabolisch grinsend die Zähne.

„Ich will nicht mit!“, stieß er plötzlich, sich wie Baby anhörend, aus und ich schnalzte abfällig mit der Zunge, als er dem Ganzen die Krone aufsetzte. „Ein Trank, sehr wichtig! Den KANN ich nicht alleine lassen!“, quengelte er ungemein an ein Kleinkind erinnernd.

„Mein lieber Severus, versetze den Trank in eine Stasis! Du wirst mich gleich begleiten und den ehrenwerten Mitgliedern zeigen, dass genau du das bist, was wir brauchen um Hogwarts geschützt in diesen schweren Zeiten zu wissen! Wer soll es sonst tun? McGonagall? Ein altes Weib… oder dieser kleine Flitwick? Kleiner als jedes Kind in Hogwarts? Oder noch besser, der trottelige Riese?“, zählte ich distinguiert auf und erlebte, wie sich seine Züge in Eis verwandelten.

„Deine Argumentation ist…“ brauste er ungehalten auf und ich wedelte mit meinem Schlangenkopf affektiert vor seinem Gesicht rum.

„Stichhaltig… und nun komm!“, meinte ich arrogant knapp und durfte erleben, wie er zähneknirschend seine Arme verschränkte, während er mich mit einem sehr düsteren Blick maß.

„Und du denkst wirklich, dass dies so gut ist? Potter wird erzählt haben, dass ich der MÖRDER bin!“, betonte er diese Tatsache so sehr, dass ich ihn hart ins Visier nahm und mich fragte, ob es ihn störte oder er gar bedauerte, der Mörder des Alten zu sein? Als er meinen suchenden und taxierenden Blick bemerkte und mir einen stechend scharfen Blick schickte, hob ich die Hände. Es war eine vollständig nonverbale Kommunikation.

„Severus, ich darf versichern, dass, wie es scheint, das Biest es geschafft hat, dass sowohl Potter als auch die Lehrer ihren Mund halten! Wenn du den Propheten lesen würdest, wüsstest du, dass man nur auf Dumbledores heldenhaftes Verhalten eingeht, sich für alle heroisch zu opfern, aber die Frage nach seinem Attentäter noch völlig offen ist! Es ist kein Aurorenkommando hinter dir her und wenn du sie nicht derart schnell vertrieben hättest, hätte ich sie noch genauer befragt!“, erklärte ich und klagte an, dabei zuckte seine dunkle Braue in die Höhe. „Um deiner Frage zuvorzukommen, es waren DeathEater, so weit sind sie schon… aber ansonsten „ahnungslos“!“, verkündete ich das nicht aussagekräftige Statement sowohl des Ministeriums als auch der Zeitung.

Severus ersparte sich jedweden Kommentar um auf den Absätzen herumzuwirbeln und den Kerkern entgegen zu laufen.

„Du hast eine halbe Stunde, dann erwarte ich dich wieder hier!“, rief ich ihm hinterher, keine Reaktion erwartend.

Lucius Sicht ende

Hermiones Sicht

Als ich bemerkt hatte, dass Severus nahte, sah ich zu, dass ich weg kam!

Er würde mich nicht so schnell gehen lassen und ich hatte wirklich keine Zeit, denn noch wollte ich die freie Zeit nützen um den letzten Besuch an diesem Tag zu erledigen!

Natürlich wäre ich trotz meiner Wut auf Draco gerne zu ihm gegangen, so hatte auch er mir immer während meiner Verletzungen Pflege angedeihen lassen, egal was vorgefallen war, aber ich wusste, er würde verstehen, dass ich keine Zeit hatte.

Irland war nun oberste Priorität, ich würde, wenn ich wieder in Hogwarts war, auch mit Blaise sprechen müssten, damit dies lief und Draco war das wichtig, also setzte ich ganz einfach seine Zustimmung wie ich agierte voraus.

Und schon öffnete ich die nächste Tür und hoffte gerade nur sehr, diesmal nicht wieder ein Tête-à-tête zu stören, denn wahrlich stand mit gerade nicht der Sinn nach Sex oder dem Beobachten von selbigem.

Ich fühlte mich trotz des einen Tages Pause noch immer schrecklich ausgelaugt, der Kampf in der Höhle, die Turmgeschichte, Albus und Gellert, diese ganzen komischen Kräfte der Nekromantie, nun Irland, die Burg, dieses Wispern und auf Lucius zu treffen, dies alles zehrte heftig an meiner Konstitution und man sah es mir an, wie Lucius vorhin derart treffend darauf hingewiesen hatte. Und jetzt auch die Verantwortung, alles zum Laufen zu bringen, nicht dass ich weniger willig war es zu tun, aber anstrengend war es trotz allem.

„DUUUUU…“, begrüßte mich die über einem Tee brütende Tonks, die sofort besorgt zur anderen Tür blickte, die hinaus in den Garten führte.

„Dir auch einen schönen Tag!“, meinte ich relativ müde bei dieser freundlichen Begrüßung, es war nun später Nachmittag und ich hatte seit dem Frühstück, das ausgefallen war, nichts zu mir genommen, wobei mein Appetit auch nicht vorhanden war.

„Wir wissen es! Der Prophet kommt ja nun täglich… warst du es?“, fragte eine blasse Tonks zittrig, wobei sie sich nicht erhoben hatte und irgendwie einen komplett erledigten Eindruck machte, ihre Haare waren mausbraun, als ich auf einen Schlag total müde wurde und zu dem Stuhl schlich.

„Nein, ich war es nicht!“, entgegnete ich schlicht, als ich mich setzte, nur um vorsichtig mit meinem Zauberstab unter dem Tisch zu spielen, damit rechnend, dass ein aufgebrachter Werwolf die Küche erstürmen würde. Aber es war nicht die Tatsache, dass sie es mir zutrauten es zu tun, denn wenn es hart auf hart gekommen wäre, hätte auch ich den Avada gesprochen, aber meine Tat, ihn im Tod aufhalten zu wollen, die schlug mir noch immer auf den Magen.

„Wie geht es nun weiter?“, hauchte eine mitgenommene Tonks, die verheulte Augen offenbarte, als sie mich nun unsicher ansah, doch ich zuckte die Schultern und wurde einer Antwort enthoben.

„DU! Bist du… zufrieden!?“, ätzte es schon von einem dampfenden Mann, der augenscheinlich seine Rennrunden im Garten gedreht hatte und ich hob ihm mein ausdrucksloses Gesicht entgegen, bereit, ihm jederzeit mit einem Fluch seine Grenzen zu zeigen.

„Hör auf, Remus… sieh sie dir an. Setz dich nun hin und halt den Mund!“, fuhr ihm Tonks mehr als unwirsch über den Mund und schaffte es tatsächlich, dass er sprachlos über ihren Ton den Mund hielt, interessant, nun da sie die Hürde genommen hatten um ein Paar zu werden, schien Tonks die Hosen in dieser Beziehung an zu haben, da er brav tat, was sie gefordert hatte.

Was mir nur gar nicht schmeckte war, dass sie dasselbe anmerkte wie Lucius und ich wusste aus Erfahrung, wie wichtig es war, makellos zu erscheinen um den Eindruck der absoluten Kontrolle aufrecht zu erhalten, sobald ich in Hogwarts war, würde ich mich darum bemühen, wieder besser auszusehen. Es ging nicht an, dass man mir meine Erschöpfung und Schwäche derart ablesen konnte, das machte mich angreifbar und war damit inakzeptabel und so setzte ich mich auf meinem Stuhl gerader hin.

„Was willst du hier?“, fragte nun wieder Tonks und ich biss auf meine Unterlippe.

„Das was ihr schon wisst! Ich wollte euch sagen, dass in Hogwarts alles gut ist, ihr müsst euch keine Sorgen machen, bis auf Dumbledore haben wir keine wichtigen Verluste erlitten und nach meinem mehr als abrupten Abgang letztens wollte ich sehen, wie es euch geht!“

„Was heißt hier keine Verluste erlitten?“, wollte ein sichtbar angespannter Remus wissen, als er seine Tasse mit weißen Händen umklammerte. „Was ist mit Dumbledore?“, hauchte er böse, aber auch sichtlich erschüttert, da er meine Einschätzung wohl falsch verstand und glaubte, ich würde Dumbledore als unwichtig darstellen. Konnte der mir nicht richtig zuhören?

„Wie soll ich euch das nun sagen, ohne dass du ausflippst?“, stöhnte ich und bemerkte, wie sich Tonks Hand auf seinen Unterarm schlich, um ihn auf dem Küchentisch zu halten und sie begann, ihn sanft zu streicheln und so fasste ich dies als Aufforderung auf weiterzusprechen:

„Dumbledores Überleben war keine Option… weder von den Umständen noch von seiner körperlichen Konstitution!“, bekannte ich nun emotionslos kühl.

„Was willst du damit sagen?“, forschte Remus, während er mich scharf anblickte.

„Das was ich sage, er war krank und hätte nicht mehr lange gehabt, wir haben es nur verkürzt!“, resümierte ich und sah beiden stoisch entgegen, erstaunlicherweise hielt Tonks sich vollständig aus der Diskussion raus und wirkte eher nur betroffen, aber so als hätte sie einen Teil von meiner Offenbarung schon gewusst.

„WIR? Also doch du?“, brauste Remus auf und seine Augen sprühten Funken, als er mit der Faust auf den Tisch schlug, dass die Gläser darauf klirrten.

„Remus… nein, ich war es nicht, aber wenn es blöd gelaufen wäre, hätte ich es durchaus getan, also spar dir dein geheucheltes Gebaren, denn so sehr es dich schockieren wird, dein großes Vorbild hat seinen Mord selbst befohlen!“, ätzte ich genervt zu ihm hin und genoss seine perplexe Miene in vollen Zügen.

„WAS?“, „WAS behauptest du da?“, riefen die beiden nun wild durcheinander und ich rieb mir mitleidig über die Schläfen, um den beginnenden Schmerz zu lindern.

„Das was ich gesagt habe, Albus Dumbledore hat befohlen, dass, wenn die Zeit reif ist, jemand bestimmtes ihm das Licht ausblasen soll und so kam es dann auch…“, zuckte ich reichlich sparsam die Schultern.

„Ich fasse es nicht…“, stotterte Remus betroffen und sank erschlafft zurück.

„Tja, so war der Alte schon immer, undurchsichtig bis zum Geht-nicht-mehr…“, wandte ich nüchtern ein.

„WER?“, wollte Tonks vorsichtig wissen und ich warf einen Blick in den Garten, in dem mehr oder weniger alles begonnen hatte und stöhnte verhalten auf.

„Ja, wer? In der Zeitung steht nichts, nur dass es ein DeathEater war!“

„Das tut doch nichts zur Sache…“, wollte ich abwiegeln und erhob mich wieder langsam. „Ich muss nun gehen!“

„Wer, Hermione?“, erhob sich auch Remus und schüttelte dabei Tonks‘ Hand recht barsch ab.

„Du wirst mich jetzt wieder mit deinem ewigen Hass verfolgen, wenn ich es dir nicht sage, oder?“, fragte ich genervt und stöhnte auf, dabei rollte ich mit den Augen.

„Severus!“

„Snape!“, „Nein!“, „Moment, du sagtest, … der, der darum gebeten worden war, hat es auch getan…“, haspelte Tonks hervor und blickte mich mit großen Augen fassungslos an, dabei wechselte mal wieder ihre Haarfarbe rasant.

„Sehr schlau, Tonks! Wie sag ich immer, es ist nicht alles so wie es scheint! Ich wollte euch nur auf dem Laufenden halten! Es wird dauern, bis ihr wieder etwas hört! Dies alles passierte zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, wir haben gerade viel zu tun!“, erklärte ich nun doch noch und schritt unter ihrem sprachlosen Schweigen auf die Tür zu, als ich mich nochmal ruckartig umdrehte.

„Oh und tut bitte nichts Dummes!“, bat ich, aber auch hier ließ ich ihnen keine Zeit etwas zu entgegnen und ging hinaus, um in den Sonnenuntergang zu starren und mich zu fragen, wohin die Zeit an diesem Tag nur verflogen war.

Ich apparierte vor die Tore von Hogwarts, da jeder wusste, dass ich weg war, wollte ich unter keinen Umständen auf unseren Geheimgang zurückgreifen und so stolzierte ich ganz offiziell über die Schlossgründe und betrat die Schule durch das Portal und erkannte, dass schon die ganze Schule zum Abendessen versammelt in der Großen Halle war und mir damit der zweite große Auftritt des Tages bevorstand und mehr als sicher war.

Ich stand vor den großen, doppelseitigen Flügeltüren und atmete tief durch, dabei tätschelte ich meine Wangen, um etwas Farbe in sie zu zaubern und dachte mir, wie naiv ich doch diese untote Magie angegangen war, im Zuge meiner Möglichkeiten hatte ich damals alles abgewogen aber wenn ich jetzt darüber nachdachte, erkannte ich sehr widerwillig, dass ich gar nichts gewusst hatte, da einfach zu wenige Informationen erhalten geblieben waren und ich musste mich schütteln, wenn ich daran dachte, dass nun ein geisterhafter Albus an Gellert klebte, das war ein ganz schreckliches Desaster.

Wenigstens sah und hörte ihn sonst keiner, das einzige Problem war sein bescheuertes Portrait. Hoffentlich wusste das nichts von dem was er tat, aber ich zweifelte, denn sonst wüsste der „Geist“ Dumbledores nicht, dass es schlief!

Himmel war das verzwickt!

Dieser unverzeihbaren Fehler, den ich hier begangen hatte, war unvorstellbar grausam und das Schlimme war, ich wusste nicht mal wirklich, was ich verbrochen hatte und beide erwarteten nun, dass ich es richtete und ich hatte wirklich nicht den Schimmer einer Ahnung, was ich würde tun müssen um diesen Fehler zu beheben.

Aber gerade war es egal, nun musste ich durch diese Tür und mich wieder wie ein Zootier beglotzen lassen. Bevor mich die vollständige Lust verließ ging ich entschlossen weiter und stieß die Tür in einem Schwung auf und stapfte recht damenhaft, hierbei ging mein Sarkasmus mit mir durch, den Mittelgang müde entlang.

Sofort setzten jedwede Geräusche aus und jeder, aber wirklich jeder starrte zu mir und ich rückte mein Kinn arrogant, einer Malfoy gleich, in die Höhe und stiefelte den langen Gang entlang, begleitet von den Augen aller.

Ich konnte regelrecht die unglaublich neugierigen Gedanken der anderen in ihren Mienen ablesen, von denen, die dachten wie überheblich ich doch war und immer eine Extrawurst brauchte und denen, welchen noch die Worte Gellerts von dem Heuler in den Ohren klangen und die sich damit denken konnten, dass mein Tag einfach grottig gewesen war. Hier sprach ich von der gesamten BL aber auch von einigen schlaueren DA-Mitgliedern. Aber nichts kam an die besorgten Gesichter der Connection heran.

Und als ich dann noch an Harry und Ron vorbeiging, ohne sie groß zu beachten, war die Verwirrung komplett, denn ich hielt zielstrebig auf die Lehrertafel zu und durfte gerade von den Lehrern sehr konsternierte um nicht zu sagen fassungslose Gesichter erleben.

Viele warfen der stellvertretenden Schulleiterin noch immer empörte und tadelnde Blicke zu, dass sie mit mir eine Ausnahme gemacht hatte, als ich die wenigen Stufen zu der Empore hinaufstieg, um schlussendlich vor McGonagall zu stoppen. Sie blickte mich mit einer komplexen Mischung aus sorgenvoller Berührtheit, aber auch tadelnder Missbilligung an, da sie mir die Strapazen durchaus ansah, andererseits zierte ihre Züge eine gewisse Ungeduld über meine aufsehenerregende Art, ihr zu begegnen.

„Sie sind wohlbehalten zurück… glauben Sie bitte nicht, dass dies zur Gewohnheit werden kann, Miss Granger!“, schnarrte sie auch sofort los und ich schmunzelte nur verhalten.


_________________
Nach oben Nach unten
 
Kapitel 361-362
Nach oben 
Seite 1 von 1
 Ähnliche Themen
-
» Ludwig Revolution: Kapitel 15 & 16
» Das letzte Einhorn - Kapitel 09 - 11
» Tsubasa: Kapitel 026 - 030
» Seelen: Kapitel 26 - 28
» Seelen: Kapitel 47 - 49

Befugnisse in diesem ForumSie können in diesem Forum nicht antworten
When Hermione Fights :: When Hermione Fights :: Kapitel 351-375-
Gehe zu: