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 Kapitel 535-536

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queenie
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BeitragThema: Kapitel 535-536   Mi Dez 23, 2015 8:41 am

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Hallo liebe WHF-Leserschaft,

alle Jahre wieder kommt der WHF-Wettbewerb!



Das diesjährige Thema lautet wie folgt:



Hermione und ihre Gabe/Thestral/Dementor/Inferi/Túatha Dé Danann



Wie immer freuen wir uns über eure Einsendungen in Form von:



-selbstgemalten Bildern

-selbstgebastelten Gegenständen

-einem Quiz zur Story

-einem Trailer zu WHF mit diesem Thema

-einem Gedicht dazu

-einem OneShot zum Thema

-verrückten Rezeptideen



Einsendeschluss: 27.12.2015



Natürlich winken den Gewinnern wieder tolle Preise.



Sendet eure Beiträge bitte hier im Forum an mich, oder in Facebook an mich, Queenie Granger, oder an when_hermione_fights@web.de



T[link href="http://whfff.forumieren.net/f56\-jahrlicher\-wettbewerb\-2015"]T http://whfff.forumieren.net/f56-jahrlicher-wettbewerb-2015 T[/link]T



alles liebe eure

queenie



Wir, das WHF-Team wünschen Euch eine schöne Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2016!

Ihr werdet erst am 13.01.2016 wider von uns
glg
queenie



535. Kapitel Aggression

„Zieh Leine, ich spreche mit ihr“, schaltete sich jetzt der eigentlich richtig erwachsene Mann ein, man konnte es fast nicht glauben.

„Sirius“, entwich es mir empört, als ich zu ihm herumfuhr.

„Was, Hermione? Was… soll ich das so hinnehmen, wie all die anderen hier? Lucius Malfoy? Gibt es was Schlimmeres als ihn? Er ist dem Lord hörig…“, insistierte er vehement und funkelte mich zornig an.

„Sirius, ich werde hier nicht diskutieren“, deutete ich anklagend auf die uns umgebende Menge und strich mir verzweifelt über die Schläfen, als wären Fenrir, Scabior und Ted nicht schon schlimm genug, musste mir jetzt auch noch Sirius Scherereien bereiten.

„Dann beugst du dich einfach so seinem Willen? Du weißt, was er von dir will, eine EHE!“, kreischte er jetzt schon fast ohrenbetäubend und ich legte mein Haupt schief und sprach einen Muffliato, da ich nicht wollte, dass jeder unsere Unterhaltung mitverfolgen konnte. Ja, er steigerte sich gerade so rein wie damals, als er in der Küche im Grimmauld Place ausfallend geworden war, aber diesmal würde ich ihm etwas brechen, sollte er sich nicht in der Gewalt haben. „So kenn ich dich nicht… gib nicht auf, das passt nicht zu dir“, erklärte er überzeugt und schenkte mir plötzlich sein schiefes Grinsen. Seine Stimmungsschwankungen waren wahrlich legendär.

„Sirius“, mahnte ich leise. „Harry und Ron haben akzeptiert, dass das meine neue Familie ist und wenn sie das hinbekommen, erwarte ich dasselbe von dir“, fuchtelte ich am Schluss mit meinem Finger vor seinem Gesicht rum.

„Okay, dass dich dieser Jungspund in seiner Familie aufgenommen hat, in Ordnung, selbst dass es Severus gewagt hat… wobei nein, das stimmt nicht, das ist auch abartig“, ereiferte er sich immer mehr und lief ungesund rot an.

„Ich habe schon gesagt, Severus hat dich nicht zu interessieren“, brüllte ich jetzt wütend und stemmte meine Hände in die Hüften.

„Pah, aber Lucius Malfoy ist ein absolutes No-Go… das größte Arschloch auf diesem Erdboden“, stritt sich Sirius mit mir, wie kein anderer seit langer Zeit, selbst Viktor zog sich lieber wieder in den Hintergrund zurück, wobei er wirkte, als wollte er mir etwas mitteilen.

„Ich bekomme diesen scheiß Ring nicht ab, okay…“, bekannte ich widerwillig und zähneknirschend, als ich in den Augenwinkeln bemerkte, dass Viktor immer sonderbarere Verrenkungen unternahm, um meine Aufmerksamkeit zu erringen, jedoch ließ dies Sirius‘ Gebaren nicht zu.

„Du wirkst so ergeben und aufgebend in dein Schicksal“, hielt er erregt dagegen. „Es gibt immer Mittel und Wege“, meinte er inbrünstig und ich rollte mit den Augen. „Das bist nicht mehr du!“, insistierte er hitzig weiter und raubte mir den letzten Nerv.

„Ich kenne Lucius gut genug, um zu wissen, dass er ernst zu nehmen ist und es nicht so einfach ist wie du denkst…“, brauste ich wieder auf und wünschte mich Kilometer weit weg.

„Gut? Gut… genug“, unterbrach mich ein empörter Schrei von ihm und ich hielt inne, da ich erst mal verstehen musste, was er sagen wollte. „Sag mir nicht, so gut!“, brüllte er jetzt so laut, dass wirklich jeder Ton in der Halle erstarb, als ich bemerkte, dass uns alle anstarrten, sie wirkten bodenlos begeistert, während ich mich fragte, wie das sein konnte, da wir schließlich unter dem Zauber stehen sollten.

"Was, was, was willst du Viktor?", meinte ich entnervt zu ihm, als er nah genug zu uns kam.

"Dir sagen, dass dein toller Grindelwald alle Zauber aufgehoben und unterbunden hat, die für zu viel Geheimniskrämerei sorgen könnten, so waren seine Worte", servierte mir Viktor mit einem entschuldigenden Gesichtsausdruck.

"Was?", entwich es mir frustriert. "Und das sagt ihr mir erst jetzt?", wütete ich los. „Geht es noch lauter?“, brüllte ich jetzt ungehalten zu Sirius zurück, da er mir unterstellte, eine Affäre mit meinem Verlobten zu haben und das auch noch vor all den anderen. Das war alles so schlecht, dass ich an eine doofe Daily Soap in der Muggelwelt erinnert wurde. „Sirius, ganz ehrlich, das ist mein Leben und du warst mal ganz kurz ein Teil davon, aber das ist lange her…“, entfuhr es mir genervt. „Und jetzt hast du darin nichts mehr zu suchen… verstanden?“, bestätigten wir somit der ganzen Halle, dass wir mal ein Verhältnis gehabt hatten, ganz toll. Ich könnte gleich einen Artikel a la Rita im Propheten schreiben und Gott und die Welt an meinem Leben teilhaben lassen.

„Autsch, du kannst so schrecklich fies sein“, meinte er auf einmal erschreckend ruhig und sah mich vorwurfsvoll mit riesigen, treuherzigen Augen an.

„Nein, ich habe mich nur mit meiner neuen Familie arrangiert und weiß, wie anstrengend das sein kann“, nahm auch ich bei meiner Antwort die Aggressivität heraus und sah ihn nur abwartend an. „Und anstrengend ist es, wenn ich wegen dir dort jetzt Streit anfange“, gestand ich sehr widerstrebend.

„Du hast Angst vor Lucius Malfoy“, zerschnitt seine Stimme gnadenlos und messerscharf meine Worte.

„Ich?“, deutete ich mit dem Finger empört auf mich und war sprachlos, aufgrund seiner ungeheuerlichen Behauptung. „Ehrlich nicht, das ist eine Frechheit“, echauffierte ich mich aufrichtig verärgert darüber, dass er mir Angst vorwarf.

Man konnte mir ja wirklich viel vorhalten und ich mochte ja viele Vorurteile gegen Lucius haben, aber Angst hatte er mir noch nicht einbläuen können. Natürlich, viele wären vor ihm schon eingeknickt und würden bei seinem Anblick vor Angst erzittern, spätestens nach seinem Kerker und seinen Peitschenkünsten, die er an mir ausgelebt hatte, aber dazu gehörte ich nicht und wenn Sirius auch nur im Ansatz ahnen würde, was ich alles durch Lucius erlitten hatte, sowohl körperliche als auch seelische Qualen, die er mir bisher bereitet hatte, dann würde er mit solchen bodenlosen und haltlosen Vorwürfen etwas gesitteter umgehen.

Meine Göttin, war ich gerade sauer!

„Das behauptest du“, riss mich Sirius mit gehässigem Timbre aus meinen Gedanken. „Was sonst sollte dich veranlassen, so den Schwanz einzuziehen, so kenn ich dich nicht… wenn das keine Angst ist, was dann?“, provozierte er gemein, woraufhin ich die Augen schloss und um starke Nerven betete und ich sinnierte: Hatte ich Angst?

Nein, ich hatte wirklich keine Angst vor Lucius, das war keine Angst. Es ging weit darüber hinaus, was uns alle in der Familie ver- und aneinander band. Aber die Loyalität, die ich empfand, war keiner Angst geschuldet. Vor dem, was er mir antun könnte, war ich furchtlos. Vielleicht mochte es auf andere so wirken, wobei ich nicht wüsste, weswegen, aber ich würde niemals verschüchtert vor Lucius stehen.

„Ich habe meine eigenen Methoden, Lucius in den Wahnsinn zu treiben, entweder er sieht es selbst ein, dass das da…“, schüttelte ich wieder meine Hand vorwurfsvoll von mir weg, „… eine schlechte Idee war, oder er lernt es auf die harte Tour“, versprach ich inbrünstig und meinte es bitterernst.

„Du überschätzt dich“, hielt er mir jetzt mit einer gewissen Verbitterung vor und ich warf die Arme in die Luft.

„Ach, und du kannst mir helfen?“, fragte ich aufreizend und verzog meine Miene zu einer süffisanten Grimasse.

„Ja, wenn du mich lässt“, ging er sofort darauf ein und überging meine offensichtliche Abneigung was seine Hilfe betraf, sondern reckte seine Brust weit raus, eine Tatsache, die meine Wut nur noch steigerte. Wie konnte man so völlig blind sein? Ich brauchte keine Hilfe und ich wollte keine.

„Wie?“, ging mein Spott mit mir durch, als mir sein taxierender Blick auffiel. „Indem du Lucius, Severus und Draco stocksauer machst, weil du mich flachlegst?“, konnte ich jetzt das Aufhissen meiner Umgebung im Hintergrund vernehmen, die hörbar alles von unserer Unterhaltung, wie ein Schwamm das Wasser, aufsogen.

„Zum Beispiel“, meinte er auch sofort ohne Scheu und hatte die Dreistigkeit, mir zuzuzwinkern.

„Danke, ich verzichte“, erklärte ich dann mit so viel abfälligem Gebaren, dass es verletzend sein musste, unter Anbetracht, da wir eben eine intime Vergangenheit hatten. „Ich verzichte dankend“, fügte ich noch mal bekräftigend hinzu, inzwischen mahlte sein Kiefer sichtbar, aber er rang mit sich und seiner Selbstbeherrschung.

„Lass dir doch helfen“, bat er jetzt aufgewühlt und wirkte so bewegt, als wolle er gleich auf die Knie gehen.

„Danke, aber ich brauche keine Hilfe, denn ich lasse mich zu nichts zwingen… von nichts und niemandem… nicht von dir und nicht von Lucius“, grollte ich, dabei ballt ich meine Hände zu Fäusten.

„Lass mich dir doch helfen“, raunte er jetzt vertraulich und kam mir gefährlich nah.

„Sirius…“, knurrte ich warnend, „… was auch immer das hier werden soll, lass es“, wurde ich jetzt regelrecht bissig, dies unterstrich ich mit einer herrischen Handbewegung.

„Ich mach doch gar nichts“, meinte er jetzt rotzfrech, fing meine Hand aus der Luft ab und grinste mich mit dieser ihm ganz eigenen Lässigkeit an. „Mich wundert nur, dass Malfoy und Snape sich derart einig sind und sich noch nicht gegenseitig an die Kehle gehen… wegen dir…“, reizte er mich ohne Ende und das erkannte er und das nutzte er auch schamlos aus.

„Das geht dich gar nichts an“, erwiderte ich knapp und durfte erleben, wie Viktor wieder ein wenig näher kam.

„Oh, und warum nicht?“, verlangte Viktor nun ziemlich aufdringlich zu erfahren, woraufhin ich ihm einen strafenden Blick schenkte und meine Hand aus Sirius‘ Fängen wand.

„Familienangelegenheiten“, wich ich aus und wollte mich abwenden, als Viktor aber schon bei mir war und mich aufhielt.

„Du bist verschlossen wie eine Auster“, agierte Sirius schnell, indem er seine Hand an mein Kinn brachte und mit seinem Daumen sanft über meine Oberlippe fuhr, in einer eindeutig lasziven Geste.

„Lass das…“, stieß ich ihn von mir und drehte mein Gesicht weg. „Sirius, ich bin nicht verschlossen, ich mag es nur nicht, dass die Öffentlichkeit alles weiß. Ich bin auch nicht mit unserer Geschichte hausieren gegangen, das warst du… in deinem Testament“, warf ich ihm bitter vor. Irgendwie fiel mir das Vergeben und Verzeihen nicht so leicht.

„Meine Fresse, bist du nachtragend…“, meinte er sofort und der Zorn in seiner Stimme drang durch, als er mit einem Satz wieder Schulter an Schulter bei mir war. „Nicht mal mein Beinah-Tod lässt dich mir gegenüber weich und schwach werden?“, wisperte er nun verführerisch nah in mein Ohr und sein warmer Atem kitzelte meine Haut. „Dabei kann ich mich noch lebhaft daran erinnern, wenn du unter meinen Berührungen weich und nachgiebig geworden bist… dein Stöhnen, dein Wimmern…“ Mich berührten seine Worte unangenehm und ich versuchte, einen gewissen Abstand zu ihm aufzubauen.

„Sirius! Hör auf“, schlug ich nach ihm und erntete ein gehässiges Kichern.

„Ich bitte dich, meine Kleine, tu nicht so rum als wäre dir meine Nähe unangenehm, das kauf ich dir nicht ab“, erklärte er schrecklich überheblich, dabei schlug eindeutig seine Blackseite durch. „Ich meine, dass du Schniefelus an dich ranlässt, ist für mich echt abartig“, servierte er mir bösartig und mir ging mein Mund vor Empörung auf.

„SIRIUS“, drohte ich eindringlich, was bildete er sich überhaupt ein.

„War er es… den ich damals an dir riechen konnte?“, fragte er plötzlich sehr ernst und blickte mir tief in meine Augen.

„Nein… das…“, versuchte ich sofort auszuweichen, als sich seine dunklen Augen zu Schlitzen verengten.

„Lüg nicht“, bat er mit tiefem Timbre und ich schluckte schwer, rang mit mir, wie weit ich ehrlich sein sollte und konnte, als ich ihn als nur noch aufdringlich empfand und mir dachte, dass mir seine Gefühle gleich sein konnten, wenn er es wissen wollte, Bitteschön.

„Ja, okay, ja, das war Severus“, wisperte ich so leise, dass uns niemand anders hören konnte, nachdem diese beschissene Zauber nicht funktionierte. Ich würde Gellert zur Rede stellen, was dieser Unfug sollte.

„Du… du hast mich wirklich mit Schniefelus betrogen?“, kreischte er jetzt etwas lauter und hinter seinem Kopf tauchte die Miene von Viktor auf und ich machte mich entschieden von Sirius los, der total beleidigt wirkte und mit dieser Wahrheit nicht umgehen konnte.

„Nein!“, bekannte ich hart. „Das habe ich nicht, denn bevor ich das hätte tun können, habe ich mit dir Schluss gemacht, also stell mich bitte nicht schlechter dar als ich bin.“ Und außerdem waren Minna und ich zwei völlig verschiedene Personen.

„Und was ist mit Draco Malfoy?“, schaltete sich jetzt Viktor ungebetener Weise ein und trat wieder vor. „Wie findet der deine Verlobung mit seinem Vater?“

„Genau, danke, mein Junge“, wandte sich Sirius mit einem überheblichen, aber dankbaren Lächeln zu Viktor und ich rollte mit den Augen. Wie schnell sich doch Verbrüderungen schließen ließen.

„Es ist schwierig“, kam es schweren Herzens von mir und ich blies mir eine Locke aus der Stirn.

„Ein Problem, das du lösen willst?“, setzte Sirius sofort mit einer Prise Sarkasmus an und ich warf wieder die Hände haltlos in die Luft.

„Sirius, hör auf… es ist kompliziert, schon ohne dich…“, murrte ich düster.

„Weißt du, wie schrecklich diese Familien sind?“, begehrte er erneut auf, während ich freudlos auflachte.

„Jaaaaa, ich lebe jetzt schon zu lange mit ihnen und ich denke fast behaupten zu können, dass sie schlimmer sind als die Blacks“, zeigte ich mich nicht weniger gehässig.

„Sei dir mal da nicht so sicher“, fletschte Sirius die Zähne.

„Wo du recht haben magst… mach dir um mich bitte keine Gedanken“, winkte ich mit einer gewissen Süffisanz ab und wollte mich zum Gehen wenden, denn ich war auf einmal schrecklich müde.

„Das sagst du so leicht“, legte mir jetzt Viktor die Hand auf die Schulter. Das war das erste Mal, dass er mich berührte, seitdem er Gellert hier in Irland kennengelernt und meine Scharade und seine Rolle bei der Befreiungsaktion damals durchschaut hatte. Diese Geste und diese Aussage waren der erste Fingerzeig, dass er mir vielleicht doch verzeihen und vergeben konnte, von mir gnadenlos benutzt worden zu sein.

„Danke“, drehte ich mich jetzt mehr zu meinem anderen ehemaligen Freund, als er meinen Blick zu einer jungen Frau sah, die ich als Penelope Clearwater identifizierte und die uns nicht aus den Augen ließ. „Deine neue Freundin?“, fragte ich daraufhin höflich.

„Jaaaa, naja… ich hoffe es, wir lassen es langsam angehen“, gestand er leise und lächelte mich verschmitzt an, wobei mir ihre skeptische Musterung auffiel, so dass ich zur ihr hin nickte, denn Sorgen um Viktor musste sie sich nicht machen. Er gehörte ihr.

„Das ist gut, sie ist nett“, erinnerte ich mich finster an ihre Zeit in Hogwarts und meinte, was ich sagte.

„Und ich hoffe wirklich, du weißt, was du machst. Du spielst ein gefährliches Spiel“, erklärte der eigentlich eher wortkarge junge Mann sichtbar besorgt.

„Du sollest zu ihr gehen, Viktor… sie ist sehr nett…“, tätschelte ich großmütig seine Wange und darauf folgte ein schlecht verstecktes Hüsteln von Sirius. „Was?“, fuhr ich zu ihm herum, während sich Viktor zu seiner Herzdame aufmachte.

„Er ist kein Hund“, mahnte er. Offenbar schien es ihm nicht zu gefallen, wie ich mit meinen Verflossenen umging.

„Dafür bist du einer“, fauchte ich gemein zurück und da zuckte er tatsächlich wie geschlagen zusammen. Anscheinend tat es ihm weh, dass ich in dieselbe Kerbe schlug wie sonst Severus. Das war nicht nett, aber wann war ich das je gewesen und Sirius musste lernen, dass ich so war.

„Du bist so fies, das warst du früher nicht“, wütete er nun vehement zurück und diesmal war ich wirklich kurz davor, ihm einen Kinnhaken zu verpassen. Schon trat ich aggressiv auf ihn zu.

„Na na na“, wurden wir brutal laut unterbrochen. „Auseinander, KINDER, und seid schön freundlich zueinander…“, schubste uns doch tatsächlich ein frech dreister Zauber auseinander, der surrend auf uns abgeschossen wurde.

Ich taumelte und schaffte es gerade so, mich auf den Beinen zu halten, während Sirius weniger elegant auf den Po plumpste.

„Hey“, beschwerte sich Sirius sofort lautstark, während ich fassungslos auf den Zauberstab starrte, der mich angegriffen hatte.

„Gellert, wenn Sie den nicht sofort wegstecken… da…“, drohte ich aufrichtig wütend, von hinten angegangen, das ging ja gar nicht und dass er hier außerdem Banne über Zauber verhängte ging ja mal gar nicht.

„Dann?“, fragte er provozierend mit einem Zwinkern in den strahlend blauen Augen.

„Werde ich böse“, servierte ich eiskalt, woraufhin er seinen kahlen Schädel abwägend hin und her wiegte.

„Uhhhh“, schien das Gellert absolut Spaß zu machen, während er gemächlich zu uns schlenderte.

„Nein, nichts uhhh, wenn Sie es nochmal wagen, den Stab gegen mich zu erheben, werde ich kämpfen“, musste ich dem umgehend einen Riegel vorschieben, nicht dass er der abstrusen Idee verfiel, mit mir machen zu können, was er wollte, das würde nicht passieren.

Daraufhin bestand die Reaktion des alten Totenschädels darin, gelöst loszulachen. Unterdessen spielte er übertrieben mit seinem Stab, bis er ihn plötzlich mit einem Taschenspielertrick von einer Sekunde zur Nächsten in den Weiten seiner Mönchskutte verschwinden ließ. Er ließ mich links liegen und hielt direkt auf Sirius zu und reckte ihm die Hand entgegen, um ihm aufzuhelfen. Ich musste zu meinem Schrecken ausmachen, dass die Twins mit ihrer Behauptung, Gellert hätte eine Schwäche für Sirius, recht hatten.

Und augenscheinlich war Sirius blind für diese Schwärmerei, denn er nahm sorglos an. Er bemerkte das freudige Glitzern in Gellerts Augen gar nicht, als dieser ihm schwungvoll hoch half. Ich nahm nicht an, dass Gellert mehr erwartete, dafür war er zu alt und Sirius dem männlichen Geschlecht nicht zugeneigt, aber in seinem Alter konnte man sich trotzdem noch eine Schwärmerei erlauben, nachdem er die beste Zeit seines Lebens im Knast verbracht hatte. Nur, ob sich Sirius geschmeichelt fühlen würde, von einem alten Mann der Schwarm zu sein, das bezweifelte ich.

„Sonnenschein?“, erlangte ich die flüchtige Aufmerksamkeit von Gellert, als er mir einen raschen Blick über seine Schulter schenkte. „Als ich euch unterbrochen habe, hast du gesagt, unser Schöner hier: er wäre einer? Was ist er denn?“, fragte mich Gellert freudestrahlend, dabei glitzerten seine Augen, wie ich es noch nie gesehen hatte, als er eine Hand vertraulich auf Sirius‘ Schulter legte.

„Das soll Ihnen Sirius in Ruhe bei einer Flasche Wein erzählen“, erklärte ich mit einer gewissen Bosheit, da Sirius vom Glauben abfallen würde, wenn er endlich checkte, dass er einen alten Verehrer sein Eigen nennen konnte.

„Oh, der Sonnenschein hat immer wieder tolle Ideen“, klatschte Gellert begeistert und enthusiastisch wie ein Kleinkind in die Hände. „Ohhhh jaaaa, dann backe ich dazu am besten eine Tarte Tatin, oder eine Tarte au chocolat“, fing er an, schwärmerisch aufzuzählen und sah das Date vor seinem inneren Auge entstehen. „Was würdest du denn bevorzugen?“, fragte er weiter, aber Sirius schüttelte den Kopf.

„Sorry, aber ich habe mit Hermione zu sprechen“, schob sich Sirius wieder nach vorne und ließ Gellert ziemlich schroff dastehen, worüber ich erstarrte. Eigentlich wagte es bisher niemand, so mit Gellert umzugehen, vor allem nicht in der Burg, seitdem sie wussten, dass dies ein ehemaliger Dark Lord war, aber Gellert zeigte sich ganz anders als sonst, denn er schüttelte nur verständnisvoll seinen kahlen Schädel.

„Solange ihr euch nicht streitet, soll mir das recht sein“, erklärte er großmütig. „Die Tarte läuft uns beiden nicht weg“, schob er gewohnt hinterlistig hinterher, während Sirius nickte und völlig unbewusst sein Einverständnis gab.

„Es gibt nichts zu reden“, erhob ich meine Hand, sollte Sirius doch mit meiner Hand sprechen.

„Hermi…“, insistierte er.

„Nein“, schnitt ich Sirius scharf das Wort ab. „Ich bin müde, ich bin kaputt, ich kann nicht mehr und ich will mit dir diese alten Kamellen nicht mehr besprechen“, stieß ich anklagend aus und reckte mein Kinn in die Höhe, dabei bemerkte ich Sirius‘ Musterung meiner Gestalt.

„Hier, junger Mann“, trat Gellert nah an ihn heran und legte seine Hand vertrauensvoll um seine Schultern. „Schau, unser Sonnenschein hier ist eine vielbeschäftigte Frau, wir sollten sie nicht zu sehr strapazieren…“, ergriff dieser alte Totenschädel für mich Partei und ich verbiss mir mein Grinsen. Ich wollte die Schokofroschkartensammlung der Jungs darauf verwetten, dass er mich nur loswerden wollte, um seine Tarte im Beisein von Sirius backen zu können.

„Aber ich…“, wandte Sirius verbohrt ein.

„Ich werde den Sonnenschein zum Ausgang geleiten“, kam es zuvorkommend und sehr höflich von dem Alten, der sich sofort anschickte, Richtung Ausgang zu gehen.

„Nein, ich komme….“, begehrte Sirius sofort auf, als mir die Hutschnur riss und ich anklagend auf ihn deutete.

„Willst du, dass ich Platz schreie?“, rief ich nun erregt zu Sirius hin, der die Gnade hatte, von dieser Sekunde an wie ein geprügelter Hund auszusehen.

„Ich sagte… nicht streiten“, mahnte mein Totenkopf freundlich. „Geh, mein Hübscher“, säuselte er jetzt fast schon ekelerregend süßlich und mir wurde übel, aber Sirius‘ Miene drückte Widerwillen aus. „Ehrlich, wenn sie so drauf ist, solltest du sie nicht weiter reizen“, wandte Gellert weitsichtig ein. „Es ist viel Zeit vergangen“, rief er Sirius mit sanfter Gewalt ins Gedächtnis und dieser zuckte schon wieder zusammen und wandte sich plötzlich rasant ab und verschwand ohne ein weiteres Wort.

"Gellert, was fällt Ihnen ein, den Muffliato in diesen Hallen unmöglich zu machen?", zog seine Stirn Falten und erkannte an meiner finsteren Miene, wie verstimmt ich war.

"Du bist schuld", mahnte er seelenruhig.

"Hö?", entwischte es mir wenig eloquent.

"Ja, dieser Typ, den du mir auf den Hals gehetzt hast, der macht einen Paranoid", zeigte er sich bissig und auf einmal hatte ich keine Lust mehr auf diese Debatte. Was die Bande da drinnen über mich dachte, wollte ich schon lange nicht mehr wissen, denn Gutes konnte es nicht sein.

„Was wollen Sie, Gellert?“, fragte ich daher entnervt, aber auch irgendwie dankbar, dass er es geschafft hatte, Sirius zu bändigen und mir ohne Handgreiflichkeiten vom Hals zu schaffen.

„Zwei Dinge, zwei Dinge“, tippte er sich auf seine rissigen Lippen und strahlte mich zahnlückig an, während wir in trauter Eintracht in den Vorhof gingen.

„Raus mit der Sprache“, knurrte ich und stiefelte unter den Augen der anderen davon, die sobald sie uns sahen an die äußeren Ecken hüpften, wie die Hühner, die Angst vorm bösen Wolf hatten.

„Interessant finde ich, was unser lieber Sirius hier über den Bogen zu erzählen hatte, das ist gar spannend“, konnte er nicht verhehlen, dass bei diesem Thema jede Faser seines Körpers angespannt war und er alles darüber wissen wollte.

„Dass Ihnen das gefällt, Gellert, wundert mich jetzt irgendwie gar nicht… was wollen Sie wissen?“, gab ich mich geschlagen und blies mir eine Locke aus der Stirn, als ich meinen Willen, auskunftsfreudig zu sein, kundtat.

„Alles“, grinste er gemeingefährlich, während ich mich an die kahle Mauer der rauen Wand lehnte.

„Gut, ich werde es Ihnen sagen, wenn Sie es niemals mehr wagen, mich mit einem Zauber anzugehen“, forderte ich kompromisslos, denn eines würde nie passieren, ich würde Gellert niemals unterschätzen. Er mochte den trotteligen Opa spielen so viel er wollte, mich täuschte er keine Sekunde.

„Ach… denkst du nicht, dass du übertreibst?“, fragte er provozierend, dabei sah ich ihn nur sparsam an und ersparte mir eine Antwort, woraufhin er tief stöhnte.

„Ich könnte dir im Bezug darauf aber auch noch etwas über deinen temperamentvollen Freund offenbaren“, versuchte er mich zu reizen, aber ich schüttelte nur vehement mein Haupt.

„Darüber verhandele ich nicht“, erklärte ich entschieden.

„Na gut, ich schwöre es… pfff, ich schwöre, nicht meinen Stab gegen dich zu erheben… bekomme ich nun meine Infos?“, wollte er wissbegierig und ungeduldig wie ein kleiner Junge erfahren.

„Ja“, murrte ich mit verschränkten Armen und legte los, erzählte ihm von meiner Begegnung mit den noch nicht „geborenen“ Dementoren, von meiner Erkenntnis, dass das Ministerium SoulGatherer eingesetzt hatte um Straftäter durch den Schleier zu schicken, während sie im Gegenzug Dementoren zurückerhielten und ich sagte ihm, wie ich Sirius gefunden und mitgenommen hatte.

„Ahhhh, du siehst, nichts ist so gut und rein und weiß, wie sie es uns glauben machen wollen. Die Welt ist im besten Falle grau“, fabulierte er sofort nickend und strich sich selbstvergessen über seine Lippen.

„In meinen Augen ist sie eher schwarz. Darf ich nun gehen?“, kam es resigniert von mir.

„Moment, kommst du damit klar?“, fragte er aufrichtig besorgt und das stoppte mich in meinem Abgang.

„Dass Sirius wieder da ist?“, fasste ich perplex nach und überlegte kurz, bevor ich weitersprach. „Ja, wenn er nicht so nerven würde, dann auf alle Fälle“, nickte ich bekräftigend, als Gellert abwertend schnalzte.

„Du hast Eindruck auf ihn gemacht, verübele ihm das nicht, Sonnenschein“, tadelte er mich nachsichtig und mir taten seine Worte weh, denn wie konnte ich Eindruck schinden, wenn ich meine weißen Augen hatte. „Er nervt dich? Wirklich, oder ist dir nur seine Nähe unangenehm?“, bohrte er weiter und deshalb lenkte ich eilig ab.

„Was wollten Sie mir wegen Sirius sagen?“, fragte ich daher entschieden.

„Ich denke, er ist auch nicht mehr der, der er mal war“, meinte er geheimnisvoll und ließ mich sofort hellhörig werden.

„Inwiefern?“, zeigte ich mich perplex.

„Du bist zu viel weg um das zu bemerken, aber ja, er spürt auch mehr als vorher…“, gab er mit ernster Miene zu bedenken, dabei war jedweder Schalk aus seinem Gesicht verschwunden.

„Bitte… nicht wie Barty“, hauchte ich betroffen und schlug mir eine Hand vor den Mund.

„Nein, das nicht, aber er hat eindeutig eine Affinität für den Tod entwickelt, wenngleich ich denke, dass ihm das noch gar nicht aufgefallen ist. Er ist zu sehr mit dir in seinen Gedanken beschäftigt“, trafen mich seine Worte und in mir rumorte es, aber auf der anderen Seite wusste ich, dass ich nichts daran ändern konnte, somit kämpfte ich darum, diese Sorgen weit von mir zu schieben.

„Und das Zweite?“, wollte ich zum Ende kommen, weshalb ich gar nicht auf diese heikle Thematik einging.

„Wie?“, fragte er perplex, da er meinem Sprung nicht so schnell folgen konnte und sichtbar über meine Kühle überrascht war.

„Sie meinten, es gäbe zwei Dinge, die Sie von mir wissen wollen“, rief ich ihm ungeduldig in Erinnerung, woraufhin Verstehen in seinen Augen Einzug hielt und er nickte gefällig. „Und ich denke, Sie werden sich um Sirius kümmern, wie er es verdient, da brauchen sie beide mich nicht“, zwinkerte nun ich ihm zu und zeigte ihm, dass mir seine Schwärmerei nicht verborgen geblieben war.

„Oh ja, genau, was habe ich dir getan?“, klagte er unmissverständlich an und ich blinzelte konsterniert. „Dass du mich so strafst“, verunsicherte mich seine Frage so ziemlich, so dass sich meine Stirn kräuselte.

„Wie bitte?“, musste ich nachfragen, wobei sich seine Mundwinkel missmutig verzogen.

„Mein Mitbewohner“, knurrte er von einer Sekunde zur anderen ziemlich mies gelaunt und meine Augen wurden groß. Warum konnte nie was einfach laufen? „Was ist denn das für ein Brummbär? Unerträglich und absolut geschmacksneutral, der weiß ja nichts zu schätzen“, beschwerte er sich jetzt inbrünstig und kurz war ich versucht, zu stöhnen.

„Nicht jeder kann ein Gourmet sein“, warf ich mich somit für Moody in die Bresche.

„Der komische Kauz wird von Tag zu Tag unruhiger. Die Wohnung ist etwas klein…“, wollte ich auf seine Anspielung, dass er mehr Freiheit für Moody forderte, nicht sofort eingehen.

„Warten Sie, Gellert“, fiel mir gerade etwas siedend heiß ein und ich hoffte so sehr, dass dies vielleicht die Laune von Moody heben könnte.

„Was denn?“, wollte er neugierig erfahren.

„Hier“, wühlte ich in meiner Tasche, „geben Sie das bitte Ihrem Mitbewohner“, drückte ich ihm die kleine Gabe, die ich aus meiner Tasche gezogen hatte, in die Hand. Gellert starrte ein wenig angewiderte auf das Kleinod in seiner Handfläche.

„Ein Auge?“, verzog er den schmallippigen Mund und hob das wild rotierende Auge mit Daumen und Zeigefinger in die Höhe, um es genauer begutachten zu können. Irgendwie mutete es makaber an.

„Ja, sein Auge. Ich denke, er wird sich freuen, wieder alles sehen zu können“, formulierte ich meine Hoffnungen aus, dass das eventuell seine Laune heben könnte und auf der anderen Seite hatte Harry schlussendlich dafür einen Aufstand im Ministerium in Kauf genommen, nur um es zurückzubekommen.

„Der Alte ist wirklich ein Hühnchen, der hat die ganze Wohnung nach Waffen durchsucht“, schüttelte Gellert betrübt sein kahles Haupt und steckte das Auge in eine Tasche seiner Kutte.

„Sorry, er ist halt immer wachsam“, kannte ich Mad-Eye schon zu lange, um das nicht zu wissen und versuchte mich an einem schiefen Grinsen.

„Oh ja, das hat er mir auch schon gesagt: Immer wachsam“, schüttelte Gellert betrübt sein Haupt, als wäre Moody verrückt. „Total irre“, bestätigte er meine Annahme, dass er es so sah. „Und als ich ihn auf seinen fast einjährigen Aufenthalt im Koffer angesprochen habe, hat der Typ tatsächlich eine Serviette nach mir geschmissen… ist das zu fassen?“, fragte er empört.

„Er ist ein Haudegen“, entwischte mir irgendwie ein freches Grinsen und ich musste an meinen Muffinwurf denken.

„Das passt… Haudegen… ich meine, man wirft nicht mit Sachen“, echauffierte er sich, wobei er abwertend schnalzte.

„Was ist mit meinem Muffin, den ich durch Albus geschmissen habe? Der hat Sie auch fast getroffen“, erinnerte ich ihn, unterdessen offenbarte er seine Zahnlücken.

„Ach… Albus, der alte Miesepeter, der hat das verdient… ich nicht…“, meinte er lässig, als mich plötzlich seine so blauen Augen so intensiv durchleuchteten, dass ich gespannt verharrte. „Ich trau ihm nicht“, gab er urplötzlich zu bedenken und ich wurde sofort hellhörig, denn ich vertraute auf Gellerts Instinkte.

„Inwiefern?“, wollte ich beunruhigt erfahren und war auf der Hut, denn bisher hätte ich Mad-Eye immer als integer eingeschätzt, bis auf seine leicht schrullige Art.

„Nein, nicht was du denkst, er ist redlich, aber ich vertrau ihm nicht, dass er die Füße stillhält… ihm scheint es gesundheitlich besser zu gehen, noch nicht voll gesund, aber besser und da wird er unruhig…“, legte Gellert die Fakten dar, wie sie sich ihm darstellten und ich lauschte aufmerksam.

„Woher kommt Ihre Vermutung?“, fragte ich präzise nach.

„Mhm… nachdem ich dem Alten von Sirius Black erzählt habe, ist er fast nicht mehr in der Wohnung zu halten… was soll ich tun, Sonnenschein?“, bekannte er seinen Fehler offen und ehrlich und dass Moody diese Neuigkeit nicht mehr in der Wohnung hielt, wunderte mich irgendwie nicht wirklich.

„Dass Sie mich das fragen macht mich ganz schwach, Gellert“, kokettierte ich aufrichtig erleichtert, dass auf ihn Verlass war, während ich überlegte und dann eine wagemutige Entscheidung traf. „Ich denke, er kann hier vor Ort durchaus nützlich sein und den Leuten in der Ausbildung helfen, bringen Sie ihn ruhig hierher“, erklärte ich vorsichtig.

„Dein Wort ist mir Befehl“, erklärte er ganz schön spöttisch und verneigte sich sehr übertrieben vor mir.

So kam es, dass ich ziemlich erschöpft, platt und müde bei den Jungs im Zelt ankam, dabei schlug mir eine miese Stimmung entgegen, weshalb es wohl nicht verwunderte, dass ich nicht mal begrüßt wurde.

„Hallo?“, meinte ich daher auch etwas schnippisch, woraufhin ich ziemlich wütende Mienen erntete.

„Spaß gehabt?“, knurrte mir Harry unfreundlich wie selten entgegen und ich fragte mich, was ich in seinen Augen verbrochen haben könnte, um eine derartige Begrüßung verdient zu haben, vor allem da man meinen Tag nicht als Spaß bezeichnen konnte und das zu keiner Sekunde.

„Ja, und wie“, konterte ich ironisch zurück, während ich an den blutigen Fleischklumpen dachte, der mir beständig die Laune verhagelte. Dass die Jungs etwas Ähnliches erlebt hatten mochte ich arg bezweifeln.

„Ach, achte nicht auf den Griesgram, der ist die ganze Zeit schon unerträglich“, jammerte Ron inbrünstig und setzte sich mit seinem bandagierten Arm bequemer hin.

„Ich geb dir gleich unerträglich, deine mürrische Visage hellt nicht gerade auf“, konterte Harry ungewohnt bissig, was mich meine Augenbraue heben ließ.

„Hey, Jungs, was ist mit euch los?“, fragte ich jetzt besorgt über ihr gegenseitig so bösartiges Verhalten.

„Wir sollten erst mal aufbrechen, vorhin kam es mir so vor, als schleichen komische Gestalten um das Zelt rum“, murrte Ron verdrießlich und ich war fassungslos, wie schlecht man drauf sein konnte.

„Ja, das ist eine gute Idee, wir sollten eh täglich unseren Platz wechseln“, wandte ich zuvorkommend ein, da ich an meinen Trupp dachte, der mir eine Gänsehaut bescherte.

„Ufff, ich will nicht“, zeigte Harry seinen Unwillen, sich zu bewegen und schaffte es, mich damit zu überraschen.

„Harry, was ist mit dir?“, fragte ich besorgt nach. So kannte ich den jungen elan- und temperamentvollen jungen Mann nicht, zu keiner Zeit.

„Lass ihn, Schönste, der ist die ganze Zeit ein Stinkstiefel ohne Ende“, knurrte Ron nachtragend und packte lustlos und sehr brutal seine Sachen zusammen.

„Wohin?“, warf ich ein, da es sinnlos erschien, ihrer schlechten Laune auf den Grund gehen zu wollen und sah überlegend zu den Jungs.

„Mir egal.“, „Mir auch.“, „Bring uns in die nächste Einöde.“, „Dass ich nur noch dich ertragen darf, DANKE, Harry!“, ging das Gezeter munter weiter und ich stöhnte leidend auf. Warum konnte es für mich nie leicht sein?

Natürlich dauerte es seine Zeit, bis wir uns wieder gemeinsam um den Tisch im Zelt versammelten, nachdem wir an einer kleinen Bucht einen sicheren Platz gefunden hatten. Nun saßen wir stumm da, während ich mir die beiden mit ernster Miene besah, da sich nichts an ihrer schlechten Grundstimmung geändert hatte.

„Jetzt raus mit der Sprache, was ist los?“, forderte ich vehement und als ich erkannte, dass sie nicht mit den Worten herausrücken wollte, haute ich am Ende meiner Geduld auf den Tisch. „Ich habe wirklich Unerfreuliches erlebt, im Gegensatz zu euch und ich führe mich nicht im Ansatz so auf wie ihr“, hielt ich ihnen vorwurfsvoll vor.

„Ufff“, wollte Harry sofort zu protestieren ansetzen, aber Rons Hand krachte regelrecht laut auf den Tisch, sodass Harry erschrocken innehielt.

„Ich denke, es sind das Medaillon und der Ring“, warf Ron seine Vermutung in den Raum, dabei hob sich langsam, aber sicher meine Braue. Sollten die Gegenstände einen Einfluss haben?

„Das ist doch Unfug“, fauchte Harry und als er bemerkte, wie ich ihn musterte, funkelte er mich wütend an. „Denkst du das?“, überschlug sich seine Stimme regelrecht.

„Gib mir das Medaillon“, forderte ich daraufhin. Nur sehr langsam und sehr widerwillig kam er meiner Aufforderung nach. Doch als er es tat konnte man regelrecht verfolgen, wie die Anspannung aus Harrys Schultern verschwand und das Grün seiner Augen weniger aggressiv funkelte, sobald er die Kette abnahm und sie nun vor uns auf dem Tisch lag. Slytherins uralte Kette!

Wir drei starrten den Horkrux intensiv an und sagten nichts, bis Ron diese Ruhe zerstörte.

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BeitragThema: 536. The Desk   Di Jan 12, 2016 10:57 pm

536. Kapitel The Desk

„Und kannst du es zerstören?“, fragte Ron erregt, während ich nach dem Schmuckstück griff, die Kette nun in meine Hand nahm und das Medaillon baumeln ließ, bis es auf meinem Handteller zum Liegen kam. Anders als vor dem Ring, der ein Heiligtum war, hatte ich vor der Kette bedeutend weniger Angst. Langsam begann ich auf die Frage hin mein Haupt zu schütteln.

„Nein“, gestand ich mit aufrichtiger Trauer und durfte ihre sofortige Enttäuschung aus ihren Zügen lesen, aber auch ihr Unverständnis, warum es mir nicht möglich war, diese Seele von dem Artefakt zu lösen.

„Ich kann zwar die Seele, die hier gefangen ist, einsammeln, wenn sie „entwurzelt“ ist… aber augenblicklich ist sie noch magisch an diesen Gegenstand gebunden. Der ist immer noch nur mit den Mitteln zu vernichten, mit denen man Horkruxe eben zerstören kann… also, nein…“, erklärte ich widerwillig beeindruckt, wie diese besonders schwarze Magie wirkte, war aber auch selbst verärgert über meine Unzulänglichkeit.

„Was ist mit dem Ring?“, wollte Harry sichtbar unruhig in Erfahrung bringen und schmiss den Beutel, der bisher um seinen Hals gehangen hatte, ebenfalls mit Schwung auf den Tisch, nur dass er sich jetzt bedeutend ruhiger gab als zuvor.

„Den rühre ich nicht an“, wich ich mit einem kühlen Lächeln auf den Lippen zurück und erahnte, dass Ron Harry sehr genau über die Geschehnisse im Cottage unterrichtet hatte.

„Weil?“, durchbohrte mich regelrecht der Blick aus seinen grünen Augen und ich rang mir ein künstliches Lächeln ab.

„Weil das ein Heiligtum ist und ich nicht noch mehr Probleme gebrauchen kann“, gab ich zuckersüß kund.

„Du hast nie gesagt, dass du dir wegen dem Sorgen machst“, konterte Ron wenig einfühlsam und ich verzog den Mund zu einer Schnute.

„Deshalb rührst du auch den Tarnumhang seit langer Zeit nicht mehr an“, offenbarte Harry mal wieder, dass er zu viel sah, wenn er denn wollte, dabei musterte er mich eindringlich, woraufhin ich zögerlich nickte, da es stimmte. Ich wollte nicht testen, was passierte, wenn ich mich mit einem Heiligtum einließ. Ich würde nie das verheißungsvolle Pulsieren des Elderstabes in meinen Händen vergessen.

„Mir reicht der Bogen, ehrlich… das ist alles…“, wich ich diesem unangenehmen Thema aus.

„Versuch uns nicht zu verschaukeln, was ist passiert, dass du bei diesen Gegenständen so vorsichtig bist?“, zeigte sich Harry von seiner bissigen Seite und offenbarte, dass er nicht aufgeben würde, aber ich gab mir den Ruck und rückte mit der Sprache raus.

„Uhhh… der Elderstab“, gestand ich daraufhin leise und wich ihren Blicken aus. „Als, als Albus am Boden lag, sein Zauberstab… nein, dieser besondere Zauberstab… er fühlte sich schrecklich richtig an in meinen Händen“, biss ich mir nervös auf meine Lippe. „Diese Gegenstände haben mit dem Tod zu tun und sie wispern…“, rang ich mir ab zu erklären und versteckte meine Hände unter der Tischplatte, wo ich sie verborgen knetete.

„Autsch.“, „Schhhhhh, nicht gut.“, „Warum sagst du so was nicht gleich?“, beschwerten sich die Jungs unisono, eindeutig getroffen über meine Geheimnistuerei, während ich die Schultern hochzog.

„Warum? Weil ich nicht weiß, was passiert, was soll ich zu euch sagen?“, fragte ich aufrichtig verwirrt. „Es steht nirgends… es geht nur ums Gefühl…“, fand ich meine Aussagen ungenügend.

„Ich weiß es nicht, aber wir sind Freunde, solltest du da nicht was sagen?“, hielt mir Harry vorwurfsvoll vor und versetzte damit meinem Schweigen den Todesstoß.

„Naja, ich sage es jetzt. Ich will nicht ausprobieren, was passiert, wenn sich der SoulGatherer und die Heiligtümer vereinen“, bekannte ich nun ehrlich und offen meine Sorgen und auch Ängste vor dem Unbekannten.

„Das will keiner von uns.“, „Nein, ich verzichte freiwillig.“, „Ich auch“, teilten sie sofort meine Befürchtungen und schüttelten sich bewegt.

„Wie schön, dass wir uns einig sind. Ich habe einen Vorschlag. Ihr teilt euch ab nun beide den Beutel mit dem Ring, den will ich nicht anfassen“, verkündete ich gewichtig, „und ich werde das Medaillon tragen. Denn es scheint mich nicht groß zu tangieren“, wog ich das Stück in meiner Hand und legte mir dann entschlossen die Kette um, während Ron mit sichtlichem Widerwillen den Beutel zu sich zog.

„Hey, lass ruhig mich“, wandte Harry zuvorkommend ein, aber Ron schüttelte vehement den Kopf.

„Nein, Harry, du hast das Medaillon und den Ring die ganze Zeit getragen, kein Wunder, dass deine Laune im Keller ist, ich bin dran“, zeigte sich Ron unbeirrbar in seinem Willen und legte sich mit einem Seufzen auf den Lippen den Beutel um. „Außerdem ist in dir auch noch der Seelensplitter und den trägst du erst recht die ganze Zeit mit dir rum, das wird alles zu viel“, konnte ich Rons Einschätzung nur recht geben und nickte nun selbst bekräftigend.

„Oh Mann“, nahm Harry seine Brille ab und wischte sich über die müden Augen. „Ich fühle mich mit einem Schlag so leicht und irgendwie wieder positiv… vorher war alles schwarz und verzweifelt…“, bekannte er nachdenklich, sah aber alles in allem auf einmal viel besser aus als vorher. Diese schwarze Magie lastete schwer auf jedem von uns.

„Na wunderbar“, murrte Ron mitleidig, denn wenn er nun an die Auswirkungen dachte, denen er jetzt ausgesetzt war, rauschte seine Laune sofort in den Keller. So lehnte er sich zurück, verschränkte die Arme vor der Brust mit dem Beutel und wirkte schicksalsergeben.

„Du hast zwei Horkruxe getragen“, versuchte ich diese Last zu erklären, als mir Ron einen langen Blick zuwarf und ich verbesserte mich eilig. „Fast drei.“

„Erinnere mich doch nicht ständig daran“, beschwerte sich Harry.

„Ihr beide solltet nun regelmäßig den Ring tauschen, sobald Ron anfängt, böse zu werden, bekommt ab jetzt Harry den Beutel und umgekehrt“, bestimmte ich rigoros, aber ich erhielt die Bestätigung, indem beide Jungs zustimmend nickten.

„Wieso vernichten wir nicht am besten gleich das ein oder andere Stück?“, warf Ron nach einiger Zeit ein, als ich zu ihm herumfuhr und genau überlegte, wie ich antworten sollte.

„Weil wir bis jetzt unsicher waren, ob es der Lord nicht sofort bemerkt, wenn wir es tun?“, wagte ich forsch zu erwidern.

„Außerdem fehlt uns das Schwert… apropos Schwert, da müssen wir dir was erzählen“, kam es konzentrierter von Harry als zuvor, der damit sofort meine Aufmerksamkeit fesselte.

„Ich bin ganz Ohr…“, bat ich ungeduldig um mehr Informationen, deshalb lehnte ich mich ein wenig über die Tischplatte.

„Also, als du gestern weg warst und Ron wiederkam, haben ein paar Personen in unserer Nähe ihr Zelt aufgeschlagen“, kam es nun rasant von Harry, der plötzlich nervös wirkte.

„Was?“, entwischte es mir besorgt und ich fragte mich, warum waren sie nicht sofort geflohen, das konnte gefährlich werden. „Ihr seid aber nicht hingegangen, oder?“, hauchte ich von einer Sekunde zur Nächsten mit einer anderen Sorge beseelt.

„Wir sind nicht total doof.“, „Das ist echt beleidigend.“, „Aber Hallo, wir waren unsichtbar und unhörbar, unter unseren Zaubern“, erwiderten sie beleidigt und warfen sich empörte Blicke zu, als ich um Entschuldigung bittend die Hände hob.

„Na, dann bin ich beruhigt“, entgegnete ich knapp, denn ich traute den Jungs nicht immer die Weitsicht zu, die sie mittlerweile hatten.

„Bitte, wie auch immer, wir haben dann mit den Langziehohren gelauscht…“, zeigte nun Ron, dass auch er eingeschnappt war.

„Genau und es war sehr interessant…“, schaltete sich Harry ein, bevor Ron weitermachte und übernahm:

„Wir konnten zwei Kobolde ausmachen und einen geflohenen Ministeriumsbeamten namens Oscar Well. Nach seinen Erzählungen war er ein Mitarbeiter des Koboldverbindungsbüros. Du kennst vielleicht den Leiter Dirk Cresswell? Er war einer der ersten Geflohenen und wurde als erster von den Snatchern gefangen und zurückgebracht… ins Ministerium“, zeigte Ron sich involviert, so erkannte man, dass er seinen Job, das Ministerium auszuspionieren, recht ernst genommen hatte und anscheinenden nahm, oder aber er war auch wegen seines Vaters daran so interessiert.

„Du vergisst…“, warf Harry ein und ich fuhr zu ihm herum. „Da waren noch Ted, Ted Tonks… und…“, riss es mich und ich verlor jeglichen legere Haltung. Wie groß musste die Gefahr für die Jungs gewesen sein, wenn diese Gruppe hier gezeltet hatte.

„WAS?“, entwich es mir sprachlos. „Ted?“, wisperte ich in unwillkommenen Erinnerungen verstrickt und schluckte schwer. Ich konnte es nicht fassen, aber augenscheinlich war dies die Gruppe, welche die Snatcher in die Senke verfolgt und gejagt hatten. War das so nah an unserem ehemaligen Standplatz gewesen?

Wir wechselten so oft und so beständig die Plätze und viele ähnelten sich so derart, dass man da schon den Überblick verlieren konnte, aber es änderte nichts an der Gänsehaut, die mich bei dem Gedanken überfiel.

„Wir haben uns gefragt, wieso ist Ted nicht bei Andromeda?“, fragte Ron und spielte mit dem Beutel der um seinen Hals hing.

„War“, meinte ich daraufhin ziemlich nüchtern und erntete große Augen, aber ich wusste, dass ich den Jungs von seinem Schicksal erzählen musste.

„Wie… war?“, wollte Harry sofort auf der Lauer liegend erfahren und ich schlug die Augen nieder.

„Erzählt bitte erst mal zu Ende“, bat ich leise mit einer aufmunternden Handbewegung, der Ron umgehend nachkam.

„Ja, also als wir sie belauscht haben, klang es durch, als würde der Orden versuchen, neue Mitglieder unter den Flüchtenden zu werben“, gab Ron missmutig Auskunft, da ich nicht sofort mit der Sprache rausrückte, während mich Harry ziemlich durchdringend musterte.

„Und Dean, der war auch noch da…“, fiel ihm Harry ins Wort.

„Unser Dean?“, rief ich überrumpelt, dabei erinnerte ich mich an meine Begegnung in der Burg und dass Sirius die Antwort von Dean unterbrochen hatte, was bedeutete, dass er augenscheinlich mit dem Leben davongekommen war. Ahnte Dean, wie knapp er das geschafft hatte? Und könnte jemand ahnen, wie erleichtert ich war, dass es nicht Dean getroffen hatte?

„Jupp, er scheint für die VenTes unterwegs zu sein, um da auch Hilfe anzubieten… auf alle Fälle war Ted ziemlich misstrauisch ihm gegenüber“, gaben die Jungs ihr Erlebnis mit der flüchtigen Truppe wieder. „Griphook habe ich auch erkannt, den anderen nicht…“, murrte Harry freudlos und ich strich mir über die Hände.

„Wer?“, wollte ich genauer erfahren, wer das genau war, denn ich kannte an sich nur Rangok.

„Mein Kobold, der hat mich damals immer in mein Verließ gebracht“, brachten mich Harrys Worte sofort dazu, an Rangok zu denken und mich zu fragen, wie es ihm unter diesem neuen Regime erging, aber Harry sprach fröhlich weiter: „Sie haben geredet, wie es nun bei der Koboldverbindung zugeht, dieser Oscar Well kam gar nicht mit dem Schleimbolzen aus dem Lift klar und hat Griphook und die anderen Kobolde gewarnt, dass sie gefährdet sind… doch nur Griphook hat die Flucht ergriffen, die anderen sind geblieben…“ Ich fand diese Aussage insofern spannend, da es bedeutete, dass Rangok noch immer in der Bank war und auf unsere Verliese aufpasste.

„Jetzt kommt es, halt dich fest“, warnte mich Ron vor. „Dean hat erzählt, dass Ginny, Luna und Neville ins Schulleiterbüro eingebrochen sind.“ Mir stockte bei dieser Eröffnung der Atem.

„WAS?“, entschlüpfte mir ein schockierter Ausruf. Das war gefährlich, brandgefährlich mit den Carrows im Hintergrund. „Sind sie irre? Warum… ich meine Severus killt sie…“, verfiel ich ins Jammern und presste mir die Fingerspitzen an die Schläfen, da mich ein Schmerz durchzuckte. Damit zwangen sie Severus dazu, brutal durchzugreifen, wenn er nicht sein Ansehen vor den Carrows verlieren wollte.

„Tja, sie wollten Gryffindors Schwert klauen…“, „Weil Dumbledore es Harry vermacht hat.“, „Sie wollten uns helfen“, ereiferten sich die Jungs.

„Das Schwert habe ich schon wieder ganz vergessen“, gestand ich kleinlaut. „Und sie wurden erwischt“, schüttelte ich betrübt meinen zu schweren Kopf.

„Ich auch… anscheinend hat das Ministerium es erst jetzt rausgerückt“, kam es von Harry, der sich sichtbar über sich selbst ärgerte, nicht das auch noch aus dem Ministerium gestohlen zu haben.

„Warte“, hob ich mahnend meine Hand. „Was ist mit den anderen passiert? Sie wurden erwischt?“, war es eigentlich mehr eine Feststellung als eine Frage.

„Klar.“, „Natürlich.“, „Jupp, er hat sie sofort bestraft.“, „Aber sie haben anscheinend keine Schäden davongetragen, wie Dean berichten konnte“, wollte ich ihre Aussage bezweifeln, wie hätte er so eine Bestrafung herbeizaubern können.

„Er hat sie zur Strafe mit Hagrid in den Verbotenen Wald geschickt“, servierte Ron mit einem verhaltenen Grinsen und ich blinzelte.

„Was?“, entfuhr es mir wieder entsetzt. „Hoffentlich kommt Hagrid nicht in die Nähe der Teams“, verfiel ich von einem Schock in den Nächsten.

„Wir müssen das Schwert holen“, zeigte Harry wieder sein gewohnt hitziges Temperament. „Dann können wir auch endlich unbesorgt die Horkruxe zerstören, die wir besitzen“, war er kurz davor aufzuspringen und von jetzt auf gleich loszustürmen und so legte ich eilig über den Tisch hinweg meine Hand auf seine und drückte fest zu.

„Soll ich los?“, fragte ich mich geschlagen gebend.

„Warte, Schönste…“, fiel mir Ron ins Wort. „Dein Snape hat das Schwert, laut Griphook, in eine Schatzkammer der Lestranges bei Gringotts bringen lassen… die Verrückte, Bellatrix Lestrange, war auch dabei… darüber hat sich Griphook richtig schön ausgelassen…“, stoppte Ron sehr wirkungsvoll meinen Aufbruch, da ich jetzt ziemlich perplex war.

„WAS?“, wisperte ich schon wieder erschrocken, denn nach Gringotts konnte ich schlecht gehen und das Schwert holen und sobald es im Verließ von Bellatrix lag, kam Severus auch nicht mehr unbemerkt daran. Was hatte ihn da geritten?

„Ganz ruhig, warte ab“, bat Ron mit einem erhobenen Zeigefinger, während ich innerlich kurz davor war, Amok zu laufen. „Ja, denn Griphook meinte, dass er dabei erkennen konnte, dass es sich um eine magische Fälschung handelt… eine exzellente zwar, aber der Stahl sei halt kein Koboldstahl…“, sackte ein riesiger Brocken von meinen Schultern, als ich Severus‘ Schachzug durchschaute, indem er eine Kopie in Sicherheit brachte.

Wie genial von ihm. Gleichzeitig bewunderte ich auch seinen Mut, denn augenscheinlich fiel dem ein oder anderen auf, dass das Schwert nicht echt war. Aber aufgrund seiner Stellung könnte er selbst vor dem Lord behaupten, dass er uns in die Irre führen, er aber das wertvolle Stück nicht aus den Händen geben wollte. Wie so oft war Severus doppelt abgesichert.

„Puhhh“, zeigte ich Nerven und grinste erleichtert aufgrund dieses hinterlistigen Schachzuges, der Severus durchaus zuzutrauen war. Er zeigte, dass er ein wahrer slytherinscher Meister war.

„Ja, dein Snape hat ab und an eine Überraschung auf Lager. Er hat tatsächlich das Schwert behalten“, grinste mich Harry verschwörerisch, aber auch ziemlich erleichtert an. „Wann denkst du wird er es uns geben?“, fragte er nach einem tiefen Atemzug eifrig nach.

„Nach dieser Aufmerksamkeit? Bestimmt nicht sofort“, murmelte ich düster und ärgerte mich über unsere übereifrigen Freunde.

„Wäre auch selten dämlich“, kam es von Ron, der betroffen darüber sein karottenrotes Haupt schüttelte. „Da haben Ginny und Co. schöne Scheiße gebaut“, erklärte er herrlich aufrichtig.

„Und wenn Snape eines nicht ist, dann dämlich“, stimmte Harry mit einem tiefen Seufzen zu. „Also heißt es warten… oder wir nehmen das Dämonenfeuer?“, sparten sich Ron als auch ich den Atem, da sich eine Antwort erübrigte. Das war viel zu gefährlich. Jeder, der dachte, er könnte so ein Feuer befehligen, dachte falsch und wurde eines Besseren belehrt. Mir persönlich reichte schon das Feuer aus East End, das mich meine Haare und beinahe noch mehr gekostet hatte. Feuer verdiente meinen ganzen Respekt und ich würde nicht damit spielen. „Okay, vergesst es, war eine doofe Idee“, sah Harry das Wagnis selbst ein, nachdem er es ausgesprochen hatte.

„Zu was anderem“, ging Ron dazwischen. „Wir haben noch erfahren, dass der Klitterer die Meldungen druckt, die der Tagesprophet aus politischen Gründen ablehnt und Lovegood auf der Titelseite seines Blattes immer zur Unterstützung von Harry Potter aufruft“, strahlten Ron und Harry erfüllt von aufrichtigem Stolz, das wenigstens eine Person in der Öffentlichkeit Stellung gegen den Lord bezog, wohingegen ich sofort mit Zweifeln befallen wurde, ob das nicht zu gewagt war.

„Lunas Dad sollte vorsichtiger sein“, mahnte ich aufrichtig sorgenvoll, wenn ich das hörte. „Habt ihr noch was von der Gruppe erfahren?“

„Neee, nicht wirklich.“, „Wir haben uns gestritten… wegen Gott und der Welt.“, „Harry hat angefangen rum zu motzen“, beschwerten sie sich gegenseitig über den anderen und zeigten mir, wie harmonisch das hier in meiner Abwesenheit alles verlaufen war.

„Verstehe, aufgrund der Horkruxe“, stöhnte ich genervt. „Und deshalb habt ihr gar nicht mitbekommen, wie die Gruppe weitergezogen ist“, beantwortete ich mir das weitere Geschehen selbst und ihre schuldbewussten Mienen sprachen Bände.

„Ich kann es echt nicht mehr hören, wir müssen die restlichen Horkruxe finden, damit wir dem Spuk hier ein Ende bereiten“, erregte sich Ron schon sichtbar haltloser und zog eine finstere Miene, augenscheinlich tat der magische Gegenstand schon seine Wirkung.

„Ja unbedingt“, fabulierte Harry wenig hoffnungsvoll los und ab da begleitete uns diese endlose Diskussion, wo die Verstecke der Gegenstände sein könnten, während wir unser Essen zubereiteten und eine sehr lange Zeit darüber hinaus.

Bis Harry plötzlich seinen Kopf hochriss und mich fixierte, als würde ihm wieder etwas einfallen:

„Worauf wolltest du vorhin wegen Ted hinweisen?“ Ich stöhnte leise auf, da Harry es mal wieder schaffte, mich in Erklärungsnot zu bringen. Ich wünschte mir die Ratestunde bezüglich der Horkruxe wieder zurück. „Das hat mich ein wenig stutzig gemacht“, kommentierte er meinen lustlosen Gesichtsausdruck und griff mal wieder zielgerichtet das Thema auf, das ich nur äußerst widerwillig näher erörtern wollte.

„Ufff…“, raffte ich mich dazu auf, diese Geschichte zum Besten zu geben und fuhr mir in einer hilflosen Geste durch mein lockiges Haar, während ich begann, meine unschönen Erlebnisse in Worte zu fassen. Ich rang mit mir, ob ich ihnen raten sollte, den Einweide-Ausweide-Fluch wirklich nur bei Personen anzuwenden, die sie nicht mochten und die sie absolut unschön in den Tod führen wollten.

„Ihhhhhh.“, „Absolut widerlich.“, „Und das ist Ted passiert?“, echoten mir ihre ungläubigen Rufe entgegen, die im Zelt eine absolut gruselige Stimmung zauberten.

„Dann ist Andromeda Witwe?“, „Und Tonks hat ihren Vater verloren?“, „Fuck, das haben sie nicht wirklich mit ihm gemacht, oder?“, kamen ihre Fragen wie aus der Pistole geschossen daher. „Wir müssen es ihnen sagen“, schoss Harry den Vogel ab und mein Blick ruckte hoch.

„Ich geh jetzt aber nicht wieder hin und sag Tonks, nach dem Drama als ihre Eltern gefoltert wurden, dass ihr Vater nun wirklich tot ist… echt nicht“, erklärte ich entschieden, denn ich erinnerte mich mit Grauen an das letzte Treffen und legte keinen Wert auf ein Weiteres.

„Das können wir nicht ma-“, begehrte Harry auf, aber rasch fuhr ihm Ron über den Mund.

„Naja, sie bekommen ja den Propheten und da wird es früh genug als Erfolg der Snatcher drinstehen, oder sehe ich das etwa falsch?“, gab Ron zu bedenken und schaffte es, seinen Freund mundtot und mich glücklich zu machen.

„Fuck.“, „Gut“, wechselten sich Harry und ich ab, aber wenigstens hatte es sich damit erledigt und ich musste zu keiner Schwangeren, die trauerte, und ihrem Gatten, der mir an die Gurgel wollte, noch mehr Drama brauchte ich gerade nicht.

So kam es, dass wir nach einer Runde Feuerwhiskey dazu übergingen, nochmal unser großes, beinah unlösbar erscheinendes Problem zu diskutieren.

„Lasst uns nochmal repetieren“, hob ich meinen Zeigefinger überlegend an meine Lippe. „Das Tagebuch, sein erster Horkrux, wurde von Harry zerstört… dann haben wir den Ring und das Medaillon, drei Stück, und wir wissen, es gibt noch den Becher von Hufflepuff, wo auch immer der ist. Harry und Nagini, plus einen Gegenstand von Ravenclaw, oder Gryffindor, der noch der große Unbekannte ist…“, versuchte ich in knappen Worten alles wiederzugeben, was wir bisher rausgefunden hatten.

„Wunderbar, das alles wissen wir seit fast zwei Jahren und jetzt?“, fauchte Harry unfreundlich und ich war versucht, ihm die Zunge rauszustrecken.

„Das Tagebuch war bei Lucius…“, unterbrach Ron gewichtig.

„Warum hat der alte Malfoy eigentlich nie Ärger dafür bekommen, dass er das Tagebuch aus den Händen gegeben hat?“, warf Harry ein und ich konnte der Frage durchaus etwas abgewinnen, weswegen ich lächeln musste.

„Oh Harry, du verkennst den Lord, er würde nie, selbst nicht mit seiner Rechten, oder Linken Hand über die Horkruxe sprechen… also hat er Lucius zwar gerügt, dass dieser ein altes Relikt aus den Händen gegeben hat, aber er konnte seinen Zorn, dass es ein Teil seiner Seele war, der vernichtet worden ist, nicht ausleben, da er sonst hätte Farbe bekennen müssen, wie er dem Tod entkommen ist und das will er nicht“, versuchte ich ihnen das Zusammenspiel zwischen dem Lord und seinen Anhängern zu erklären. Es war kein durch Vertrauen bestehendes Verhältnis.

„Ahhh, verstehe, ja, das passt zu ihm“, murrte mein Freund düster, als ich wieder meine vorhergehende Aufzählung aufnahm.

„Also, nochmal, das Tagebuch war bei Lucius… der Ring in der Hütte der Gaunts… das Medaillon eigentlich in der Höhle, sie sind jetzt bei uns… Harry ist ebenso bei uns. Nagini beim Lord… konkret suchen wir nur den Becher und das Fragezeichen“, fasste ich zusammen und erhielt ein einstimmiges Nicken.

„Haben wir auch nur irgendeinen Anhaltspunkt, wo wir suchen können?“, fragte Harry lustlos und stocherte in seinem faden und mittlerweile kalten Essen herum.

„Ich hätte nie gedacht, es zu sagen, aber ich vermisse Kreacher“, stieß Ron zusammenhangslos hervor und ich reckte beleidigt das Kinn hoch.

„Schmecken dir meine Spaghetti nicht?“, fauchte ich aufgebracht. Nachdem ich den Kochlöffel für die Jungs geschwunden hatte, könnte man ein wenig mehr Dankbarkeit erwarten.

„Uhhh… doch, doch, ganz lecker“, glaubte ich dem Lügner kein Wort, dabei belud er nun seine Gabel ausgiebig mit den Nudeln und zwängte sie sich in den Schlund.

Dies war ein Zustand, der anhielt, so blieb anzumerken, dass die Grundstimmung im Zelt weniger gut war und blieb. Es zeigte sich, dass sich Ron ziemlich zurückhielt, wenn es um das Entscheiden neuer Zielorte ging, da er genervt war, weil wir nicht vorwärts kamen. Bisher war es auch eine sehr planlose und unbefriedigende Suche und die Zeit zog sich endlos. Diese Langeweile strapazierte meine Nerven maßlos.

Schließlich kam der Tag, der mich wieder zurück nach Hogwarts trieb, oder anders ausgedrückt, als die Jungs es schafften, mich mit ihrer miesen Laune aus dem Zelt zu treiben.

„Miss Granger, wenn Sie nicht augenblicklich aufpassen, werden Sie nachsitzen und ich werde persönlich die Aufsicht darüber haben…“, drohte Alecto Carrow, die unerträgliche Muggelkundelehrerin, da ich ihr im Weg stand, während sie auf ihren Klassenraum zuhielt und ich überlegte, dass ich Hogwarts eigentlich genauso schrecklich fand wie das Zelt.

Da floh man vor der schlechten Stimmung und landete wieder ziemlich unsanft. War das nicht ätzend, gar keinen Platz mehr zu haben, der auch nur im Ansatz eine gewisse Gemütlichkeit bot?

„Bitte?“, hauchte ich gefährlich leise.

Ich würde nie akzeptieren, dass eine rangniedrigere DeathEaterin es wagte, so mit mir zu sprechen, dass sie es wagte, machte mich sprachlos. Das Verhalten von diesem Weib passte mir gar nicht und ließ sich nur damit erklären, dass meine Doppelgänger weniger Angst und Schrecken verbreiteten, als ich es gewöhnlich tat. Natürlich waren viele der Anhänger des Lords auf mich eifersüchtig, auf mich, das Mudblood. Erst recht, nachdem nun allgemein und öffentlich bekannt war, dass ich Lucius Malfoys Verlobte war, bei dem sich die ein oder andere Familien durchaus Chancen ausgerechnet hatten, ihre Töchter an den Mann bringen zu können. Aber Alectos Ärger wurde noch weiter genährt, denn sie wusste, dass ich noch zusätzlich die Geliebte von Draco war und wiederum einige sehr wenige wussten, dass Severus ebenso dazugehörte, etwas, was vielen Frauen der „vornehmen“ Gesellschaft unter den DeathEatern das kalte Kotzen in die Kehle trieb. Die Rechte und Linke Hand des Lords waren mit mir, dem minderwertigen Wesen, verbandelt, an sich sollte einer dieser drei Männer reichen und manchmal musste ich ihnen recht geben. Wobei ich ihnen Lucius gerne schenken würde. Seine Aktion und dieser dämliche Ring, der nicht abging, ärgerten mich noch immer teuflisch. Aber was sollte man machen?

„Sie haben schon verstanden!“, fuhr Alecto mich zu selbstsicher an. „Sie haben aufzupassen und mir nicht im Wege rumzustehen!“, reckte diese fette Pute ihr Kinn in die Höhe, während ich seelenruhig stehen blieb, wo ich war und sie nur starr ansah. Wenn sie mich reizen wollte, bitte, meine Laune kannte seit Tagen keine Höhepunkte, um genau zu sein, und erst als sie meine Weigerung auf sie zu hören bemerkte, passierte es, ich konnte verfolgen, wie der Funken Unsicherheit Einzug in ihren Augen hielt. Augenscheinlich verhielt sich meine Kopie wirklich anders, als sie mein kalter Blick traf, kämpfte sie tapfer um ihre Haltung, jedoch wandte ich mich nun betont langsam ab, drehte ihr den Rücken zu, denn natürlich wusste ich, warum mich Alecto besonders verabscheute, aber ich unterstrich mit meiner Reaktion, wie herzlich egal mir ihre Meinung war.

Alecto war eine eigene Geschichte, auch wenn sie ihrem Bruder sehr zugetan war, konnte sie ihr Interesse an dem ein oder anderen Mann in den Reihen des Lords nicht so gut verhehlen, wenngleich derjenige, den die Aufmerksamkeit von ihr traf es beliebte, sehr konstant darüber hinwegzusehen. Ich bemerkte sehr wohl, dass Alecto mich mobbte, weil sie selbst scharf auf Severus war und es verabscheute, dass er mich an seiner Seite hatte.

Aber er war sehr stur in dieser Angelegenheit und weigerte sich, wahrzunehmen, dass durchaus Interesse an seiner Person beim weiblichen Geschlecht bestand.

„Ich habe Ihnen nicht gestattet, sich umzuwenden!“, krähte sie in meinem Rücken empört und ich rief mich zur Räson, denn ich stand kurz davor, etwas zu tun, was ähnlich dem war, was ich dieser Greengrass angetan hatte, als ich sie geschoren hatte.

Wie konnte Carrow denken, dass ich auf sie hören würde? Natürlich hielt mich das nicht auf, als ich durch die verängstigte Masse von Schülerin glitt, die Keifzange in meinem Rücken nicht beachtend, eilte ich zu Severus und sie überlegte es sich gut, mich nicht aufzuhalten.

Hermiones Sicht Ende

Severus Sicht

Ich saß lustlos an diesem Tisch, diesem riesigen Schreibtisch und fragte mich, wie zum Teufel es Dumbledore geschafft hatte, das letzte Schuljahr mehr außerhalb von Hogwarts zu verweilen als sonst wo und es dennoch bewerkstelligt hatte, dass der Schulbetrieb nicht zusammengebrochen war.

Mich fesselte die Arbeit hier und ich empfand die Aufgabe als Schulleiter als allumfassend! Mit ein paar verrückten DeathEatern an der Seite war es natürlich brutal schwer, keine unüberlegten Entscheidungen zu treffen und mit diesem unglaublich minderbemittelten und nervenden Schulrat war es eine Zumutung, dieses Amt auszuführen. Meiner dezenten Meinung nach konnten sie den gleich mit abschaffen!

„Servus, was ist nur aus Ihnen geworden?“, störte zu meiner Verärgerung auf einmal McGonagall meine so aufmunternden Gedanken.

„Wie bitte?“, hauchte ich wenig begeistert darüber, gleich herauszufinden, was diese erneute Störung meiner Ruhe zu bedeuten hatte, wobei mir der vertrauliche Ton, den sie anschnitt, einen Schritt zu weit ging, indem sie mich beim Vornamen nannte und mir umgehend Sodbrennen bescherte. „Professor, ich muss Sie wohl nicht daran erinnern, dass ich Ihr Vorgesetzter bin“, zeigte ich ihr umgehend ihre Grenzen auf.

Sie tat das nie, egal bei wem, den einzigen, dem sie beständig seinen Namen um die Ohren haute, war Albus, aber der tat auch das einzig Richtige und beachtete sie nicht, indem er sich schlafend stellte, bewundernswert, das würde ich auch gerne machen können. Mir lag ein extrem schwerer Seufzer auf meiner Zunge.

„Oh ja, das sind Sie… das lassen Sie uns auch zu keiner Zeit vergessen, Severus“, warf sie mir stur und störrisch wie das Katzenmistvieh, das sie war, vor. Dachte sie wirklich, mich drangsalieren zu müssen? „Sie können sich nicht hier hinter Ihrem Schreibtisch verstecken, Sie müssen mehr tun. Sie müssen diese wahnsinnigen beiden Idioten stoppen, die sich hier in Hogwarts frei bewegen dürfen!“, ereiferte sie sich immer weiter.

„Muss ich das?“, kam es daher wenig zuvorkommend von mir. Ich musste gar nichts und wollte gar nichts tun, was sie wollte.

„Severus“, drang sie aufgeregt in mich und ich fragte mich, was sie mit dieser neuen Masche der Vertraulichkeit zwischen uns zu erreichen gedachte. „Ich… ich kenne Sie noch als kleinen Jungen, ich weiß noch, wie ich Ihnen den Hut aufsetzte“, stieß sie gehetzt aus und ich blinzelte betont konsterniert zu ihr, als ob ich ihr abkaufte, dass sie mich damals bemerkt hatte.

Ich, ein hagerer, unsicherer Junge, der dann auch noch in das falsche Haus gekommen war, das konnte sie jemand anderem erzählen, aber nicht mir. Davon abgesehen war es die falsche Tour, um mich um den Finger zu wickeln, indem man mich an meine wenig gemochte Jugend erinnerte. Hermione würde diesen Fehler nie begehen, wenn sie mich zu manipulieren versuchen würde, das war das Biest in ihr, aber der rechtschaffenden Hauslehrerin ging diese Gabe auf alle Fälle ab.

„Wollen wir nun das Taschentuch raus kramen und zusammen eine Runde heulen?“, zeigte sich auch umgehend mein gelebter Sarkasmus und ich verzog angeekelt die Mundwinkel, woraufhin sie schrecklich pikiert zu mir aufsah.

„Ihr Zynismus ist unangebracht“, meinte sie auch schon vorwurfsvoll und raffte ihren weiten Mantel eng um sich.

„Aber Ihr sentimentales und geheucheltes Gebaren ist es?“, warf ich ihr wenig zuvorkommend vor, da ich mir beinah beleidigt vorkam, als wäre ich so dumm, zu glauben, dass sie auch nur einen Blick für die Schüler aus Slytherin gehabt hatte.

„Sie denken wirklich, dass ich senil bin und nicht erkenne, dass Sie mir nicht glauben“, begehrte sie vehement auf und ich raffte mich insoweit auf, dass ich mich in meinem Sessel zurücklehnte und strafend auf sie hinunter starrte.

„Ich denke, dass Sie typisch Gryffindor sind und nur das sehen wollen, was Sie möchten“, schnarrte ich ölig, während ich mit Bedacht meine Fingerspitzen aneinander legte und ihr ein höhnisches Grinsen schenkte.

„Moment… Sie reden nicht von jetzt…“, stieß sie aus und wie sehr imponierte sie mir, was für eine Blitzdenkerin sie doch war. „Sie reden von den Maraudern?“, ging ihr ein Lichtlein auf und sie riss die Augen weit auf.

„Wenn Sie sich hier so sicher sind, Madame“, murrte ich nuschelnd und rollte innerlich mit den Augen, während ich aus den Augenwinkeln sehr wohl Dumbledores besorgen Blick wahrnahm. Da sie ihn den Rücken zukehrte, entging ihr dieser denkwürdig, wache Anblick.

„Sie können doch nicht Ihr Leben nach den Erlebnissen Ihrer Schulzeit ausrichten… Sie müssen diesen Groll hinter sich lassen… Severus“, meinte sie involviert und reizte mit der wiederholten Nennung meines Namens meine Geduld über Gebühr.

„Maßen Sie sich bitte nicht an, mich zu kennen“, schnitt ich ihr rüde das Wort ab und sie schaute sichtbar finster zu mir.

„Doch, das tue ich“, plusterte sie sich auf und reckte ihr hageres Kinn störrisch in die Höhe. „Ich kenne Sie seit Sie elf Jahre alt waren“, warf sie mir vor.

„Dann muss ich sagen, dass Sie in Ihrem Job als Lehrerin entsetzlich versagt haben“, verkündete ich schonungslos offen und ehrlich, darüber konnte ich die Befriedigung erleben, wie sie es nicht verhindern konnte, ein betroffenes Gesicht zu offenbaren. „Ja, Sie haben es vielleicht geschafft, Ihrem Haus gegenüber loyal zu sein, aber Ihren anderen Schülern gegenüber nicht!“, hielt ich gehässig vor und zwang mich selbst dazu, sonst keine unterstreichende Bewegung zu machen, da meine Anklage so viel effektvoller auf sie wirken würde.

Sie rang sichtlich mit sich um ihre Selbstbeherrschung, als sie sich durchringen konnte, zu antworten:

„Das sagt der slytherinhafteste Lehrer, den Hogwarts je sah…“

„So wurde es mich gelehrt“, servierte ich gemeinhin, was sie veranlasste, eine Hand auf ihr Herz zu legen und durchwegs betroffen zu mir zu blicken. Sie hielt ihre Maske nicht wirklich gekonnt aufrecht.

„Sagen Sie das nicht, das stimmt nicht“, stieß sie heiser hervor, woraufhin ich abfällig schnaubte.

„Glauben Sie, was Sie wollen“, erinnerte ich mich grollend an mein fünftes Jahr, als mich Potter in die Luft befördert und ich mich danach vollständig und unwiderruflich in Lucius‘ Hände begeben hatte. Dieser hatte mich wiederum an den Lord übergeben. Was wäre aus mir geworden, wäre ab hier mein Leben anders verlaufen?

Wäre etwas anderes, etwas Besseres aus mir geworden?

„Was genau werfen Sie mir vor?“, forschte sie involviert nach und unterbrach meine Gedanken, woraufhin ich kurz sinnierte.

Was hielt ich ihr vor? Zum Beispiel, dass die Marauder trotz der schlimmsten Streiche, egal gegen wen, nie eine Strafe bekommen hatten. Denn sie konnte mir erzählen was sie wollte, aber die Marauder waren ihrer aller Lieblinge gewesen. Sie waren die Goldstücke der Schule gewesen, auch die Dumbledores. Er hatte sie bei den Mahlzeiten immer mit diesem beschissenen Zwinkern bedacht. Dass sie seine Maßregelungen nicht ernst genommen hatten, wunderte gar wenig.

„Wenn Sie das nicht wissen, kann ich Ihnen auch nicht helfen“, erklärte ich knapp und sah mich im Krankenflügel liegen und wie sie und Dumbledore darüber beratschlagten, was zu geschehen hätte, da ich nun von dem Geheimnis der Heulenden Hütte rund um Remus Lupin wusste, nachdem mich Black in die Falle gelockt und beinah umgebracht hatte, was nur Potter, dank seines beschissenen Heldentums, verhindert hatte. Rausgekommen war, dass ich der böse, unartige Schüler war, der sich abends unerlaubter Weise raus schlich, darüber war ich nie hinweg gekommen und hatte mich nur noch mehr der schwarzen Magie, Lucius und dem Lord verschrieben.

„Flüchten Sie sich doch bitte nicht in dergleichen Ausreden und Ausflüchte“, fuchtelte sie nun erregt mit den Händen durch die Luft. „Dass… dass Sie aus einer zerrütteten Familie kamen ist nicht meine Schuld“, lehnte sie sich weit aus dem Fenster, aber meine Züge verrieten ihr nichts.

„Aber dann nichts an den Schikanen der anderen zu ändern? Macht es das besser?“, hisste ich kalt auf.

„Was tun Sie denn seit Jahren mit den anderen Schülern, die nicht Slytherins sind?“, hielt sie mit vor Zorn bebender Stimme dagegen. „Ist das, was Sie mit Potter und Longbottom aufgeführt haben, keine Diskriminierung?“, grollte sie mir verärgert entgegen.

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