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 Kapitel 599-600

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queenie
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BeitragThema: Kapitel 599-600   Di Jun 20, 2017 11:46 pm

599. Kapitel Hänge nicht vergangenem nach…

Dracos Sicht

Ich saß in dem großzügigen und lichtdurchfluteten Esszimmer und grübelte über Marcus‘ Warnungen bezüglich des Ministeriums. Es mischte sich mehr und mehr in die autarke Verwaltung Irlands ein. Wenn das so weiterging und Potter sich nicht endlich beeilte, müssten wir darüber nachdenken, Großbritannien zu verlassen, um die Sicherheit unserer Leute gewährleisten zu können. Nur leider wurde unsere Zeit knapp.

Ich sah perplex auf, da ich spürte, dass ich beobachtet wurde.

„Hermione“, entschlüpfte es mir überrascht.

„Draco“, entgegnete sie sanft, jedoch zwang sie regelrecht ein Lächeln auf ihr Gesicht. Es fiel ihr sichtbar nicht leicht.

„Was tust du hier?“, forderte ich wenig freundlich, aber auch zu überrascht, um das zu überspielen.

„Was tut das zur Sache?“, entgegnete sie verschnupft und näherte sich mir mit langsamen Schritten.

„Warum?“, hakte ich trotzdem nach.

„Wir müssen reden“, raunte sie heiser und kurz flatterten meine Lider. Wie vermisste ich es, diesen Ton um mich zu haben.

„Verkauf mich nicht für dumm“, knurrte ich aufgrund meiner geistigen Umnachtung nur noch unfreundlich und sie verzog ihre Lippen zu einem dünnen Strich, ähnlich dem, den McGonagall so gerne zeigte.

„Weil ich darum gebeten wurde und ich werde es tun“, kreuzten sich unsere Blicke. Von wem? Aber die Blöße, nachzufragen, wollte ich mir nicht geben.

„Was kann ich denn dann für dich tun?“, meinte ich nun ausnehmend freundlich und breitete meine Hände weit aus.

„Wir müssen reden“, wiederholte sie wieder und ich rollte übertrieben mit den Augen.

„Das sagtest du schon. Aber müssen wir das?“, hielt ich dagegen und wünschte sie weit weg, während sie mir immer näher kam.

„Ja“, nickte sie bekräftigend.

„Mhm…“, deutete ich auf einen Stuhl, aber sie ging an mir vorbei und ich fing ihren Duft auf. Warum musste sie so gut riechen?

Erst im Wohnzimmer drehte sie sich zu mir um und lief auf dem Teppich auf und ab. Sie brauchte immer viel Platz, war so voller Energie. Trotz allem fragte ich mich, was sie derart bewegte. Es war selten, dass sie so getrieben wirkte wie jetzt.

„Astoria schickt mich“, überraschte sie mich mit dem Eingeständnis, denn damit hatte ich nicht gerechnet.

Dieses kleine, freche Stück!

Nach unserer Show in der Wanne war sie etwas verschämt in ihr Zimmer gegangen und seitdem ward sie von meiner Seite aus nicht mehr gesehen. Ich hatte mich gewundert, wohin sie verschwunden sein könnte, aber gleichzeitig rief ich mich zur Ordnung. Sie war so gut wie erwachsen und es würde unserer Beziehung nicht förderlich sein, wenn ich sie überwachte. Ich hatte vermutet, sie hatte im Cottage oder der Burg Zuflucht gesucht und ihr diese Freiheit gerne gelassen. Dass sie aber zu Hermione gehen könnte, damit hatte ich nicht gerechnet, das war so unerwartet Slytherin, dass es mich kurz sprachlos machte.

„Ich habe mich schon gefragt, wo sie steckt“, gab ich zur Antwort und zog die Schultern hoch, während sie rau auflachte.

„Deine Sorge ist rührend“, hisste sie tadelnd, woraufhin meine Braue in die Höhe wanderte.

„Sorry, ich habe anderes…“, wollte ich mich rechtfertigen, als sie mich unterbrach und schwungvoll herumwirbelte.

„Draco, du solltest ihr mehr Aufmerksamkeit zukommen lassen“, meinte sie jetzt eindringlich und blieb vor mir stehen.

„Und das von dir“, höhnte ich gehässig, aber auch resigniert, und sie schüttelte ihren Lockenkopf.

„Astoria ist ein guter Mensch“, erklärte das Biest für ihre Verhältnisse erstaunlich einfühlsam.

„Sie ist ein kleiner Wildfang“, entfuhr mir ein Seufzen. Sie war schlimmer als Flöhe hüten.

„Umso mehr etwas Besonderes, das du festhalten solltest“, rissen mir ihre Worte den Boden unter den Füßen weg, was für neue Töne.

Hatte sie sich schon so sehr mit allem arrangiert und abgefunden, dass sie darauf hoffte, dass sich aufgrund der neuen Konstellationen alles in Wohlgefallen auflösen würde?

„Wie hat sie dich gefunden?“, fragte ich daher etwas völlig anderes. Ich wollte nicht an sie und Vater denken.

„Sie war im Manor“, servierte sie ungerührt eine für mich beinah unfassbare Tatsache, da ich wusste, wie sehr Astoria das Manor hasste.

„War sie das? Warum warst du da?“, entwich es mir erstaunt. Dass sie im Manor gewesen war, ließ mir Säure die Speiseröhre hinaufsteigen.

„Severus hatte Geburtstag“, entgegnete sie mit einem unleserlichen Gesichtsausdruck, der mich hellhörig werden ließ.

„Stimmt ja… er feiert eigentlich nie…“, meinte ich gedankenverloren, dabei sah ich in ihr leicht gerötetes Gesicht und kam nicht dagegen an, meine Mundwinkel herabzusenken. „Ihr habt gefeiert… verstehe…“, murrte ich widerwillig und blies mir eine Strähne aus dem Gesicht. Diese verdammten Haare waren noch immer zu lang.

„Deshalb bin ich nicht hier“, versuchte sie ihre Maske aufrecht zu erhalten und nahm ihre Wanderung wieder auf.

„Ja, du warst schon lange nicht mehr bei mir“, zeigte ich mich nachtragend.

„Pfff“, stieß sie verärgert aus. „Astoria ist im Cottage… sie vermisst Lucien“, wechselte sie schon wieder das Thema.

„Na, das ist doch schön für sie“, würgte ich zynisch.

„Draco“, tadelte sie mich umgehend für meinen Ton und schon war ich auf den Beinen, nichts hielt mich mehr auf meiner Couch.

„Was?“, fauchte ich sie nun an und war bei ihr, packte sie an den Schultern und schüttelte sie. „Was?“, schrie ich mit verzerrten Zügen, während sie mich sichtbar überrascht ansah, weil ich sie so körperlich attackierte.

„Verbock das nicht mit ihr, ihr passt gut zusaaaaa…“, zwang sie während meiner Schüttelattacke über die Lippen.

„Sprich das aus und ich schlage dich!“, drohte ich eisig und stieß sie in derselben Sekunde von mir, woraufhin sie ins Taumeln geriet und auf das Sofa hinter sich fiel. „Du wirst nicht Vaters Worte von dir geben“, verlangte ich schneidend, dabei starrte ich mit eisiger Wut auf sie hinab, während sie versuchte, sich in eine bequemere Sitzposition zu ziehen und sich die wilden Locken aus dem Gesicht strich.

„Waru…“, wollte sie beginnen und da riss mir mein Geduldsfaden völlig.

„Sag nicht warum“, spuckte ich ihr ziemlich aufgebracht entgegen und wischte mit einer ausholenden und sehr frustrierten Geste durch die Luft. „Reicht es nicht, dass du nun ihm gehörst?“, fragte ich bitter. „Musst du auch noch seine Einstellungen, seine Ansichten und seine Gedanken übernehmen?“, brodelte es unerwartet heiß in mir, während ich ihr mit Vehemenz vorwarf, was mich an ihrem augenblicklichen Verhalten belastete.

„Ich verstehe nicht…“, meinte Hermione überfordert, die anscheinend den Faden verloren hatte und nicht nachvollziehen konnte, was mich an ihrem Verständnis und ihrer Zustimmung verärgerte. Was völlig logisch war, wenn man in Betracht zog, was sie gesehen zu haben dachte, dann war ihre Irritation verständlich. „Ich finde es doch gut, dass du mit Astoria…“, versuchte sie auf mich einzugehen, während ich die Hände zu Fäusten ballte.

„Gut?“, brüllte ich jetzt aufgebracht. Irgendwie gelang es mir nicht, runter zu kommen. „Fantastisch… dass du das gut findest“, hisste ich verletz auf. „Dein Gesicht hat aber ganz anders ausgesehen… du warst verletzt“, warf ich ihr gehässig vor und verzog meine Miene zu einer schmerzlichen Grimasse.

Als Stille einkehrte, in der nur mein erregter Atem zu hören war, schloss sie kurz die Augen und holte tief Luft.

„Euch so zu sehen war jetzt nichts, was ich erwartet hatte, oder ich hätte sehen wollen… aber… aber… ich… ich freue mich für… dich… euch…“, stotterte sie verdächtig unsicher und ihre Augen huschten überall durch den Raum, nur nicht zu mir.

„Heuchlerin“, stieß ich verächtlich, aber mit gutmütigem Ton aus. Plötzlich war meine Wut verraucht und sie sah mich mit offenem Mund an. Schlussendlich leckte sie sich über die trockenen Lippen und ich schlenderte nun souveräner als zuvor zur Bar.

Ich war ihr doch nicht gleichgültig, egal was sie sich einredete!

„Draco“, wisperte sie rau, während ich den Cognac in die bauchigen Gläser füllte. „Ich… will es wissen… warum hast du mir damals in deinen Erinnerungen nicht gezeigt, was mit dem Geier gelaufen ist?“, lenkte sie von meiner zutreffenden, ihr aber heikel erscheinenden Feststellung ab. „Hast du mir nicht vertraut?“, fragte sie schweren Herzens und ließ ihre Masken soweit fallen, als dass sie mich aufrichtig betrübt anblickte und ich seufzte tief und stützte mich mit beiden Händen am Tresen ab.

„Warum sollte ich?“, begann ich dann leise, drehte mich aber noch nicht zu ihr um. „Warum hätte ich das tun sollen? Damit du dich aufregst, weil ich meinen Spaß hatte?“, bekannte ich schmerzlich ehrlich, als ich herumfuhr. „Was weiß ich, was du damals mit Vater in den Sommerferien getrieben hast?“, gab ich anklagend zurück.

Plötzlich starrte sie mich wieder kühler an, nachdem ich ihr wieder Vorwürfe gemacht hatte. Auf einmal hielt mich nichts mehr und ich ließ die Gläser stehen und war in einem Schwung schon bei ihr auf der Couch. Sie sah mich überrumpelt an und wollte sofort aufstehen, da ich ihr nah war, aber umgehend packte ich ihren Arm und hielt sie zurück, zog sie sogar eher zu mir.

„Hermione, ich habe außer diesem einen Mal letzten Sommer nichts mit Wena… noch sonst wem gehabt! Bitte glaub mir“, war mir wichtig, dass sie meine Integrität anerkannte. „Bevor du auf mich losgehst, überleg, was du getan hast!“, erklärte ich erstaunlich ernsthaft und ruhig, während sie mich mit angespannter Miene musterte.

„Ich habe nie mit Lucius geschlafen, niemals, ich war immer standhaft… bis…“, gestand sie leise und lockerte nun ihre Muskeln, sank wieder neben mich auf die Couch.

„Bis jetzt“, entfuhr es mir bitter, als sie langsam nickte.

„Bis zu dem mit Wena… ja…“, meinte sie sehr ernst, sah aber so oder so nicht glücklich aus.

„Das war ein Fehler und ich bereue ihn…“, gab ich sofort zu, als mir eine Frage auf der Seele brannte. „Bereust du es?“, wisperte ich rau. Tat es ihr leid, mit Vater geschlafen zu haben? Ich unterdrückte das Zittern, das mich befallen wollte.

„Auch ich habe viele Fehler gemacht“, umging sie geschickt ein Zugeständnis.

Tat sie das nun aus Treue und Loyalität zu ihm? Oder bereute sie es wirklich nicht und war froh, meine Ausrutscher als Entschuldigung nehmen zu können? Als ich wie so oft resignierte und zu lachen anfing, klang es unecht, aber es war besser als jede Stille.

„Wir sind beide ganz schön doof, das weißt du?“, meinte ich aufmunternd. „Oder?“, ergriff ich ihre Hände und drückte sie. „Wie läuft das nun zwischen euch? Zwischen Vater, Severus und dir?“, wollte ich unbedingt mehr Informationen aus ihr herausholen, als sich eine steile Falte zwischen ihren Augen bildete.

„Ich… das…“, lief sie verdächtig rot an und biss sich auf ihre Unterlippe. „Du wirst hart an Astoria und dir arbeiten müssen, damit Blaise nicht zwischen euch stehen wird“, führte sie ein völlig anderes Thema ins Feld.

„Du lenkst ab“, beschwerte ich mich umgehend gespielt böse und hob strafend den Zeigefinger.

„Hihihi“, lachte sie unsicher los, beließ aber ihre Hände in meinen. „Mir fällt das Gespräch hier nicht leicht. Ich verdanke dir so viel und mir tut es so leid, so unendlich, was passiert ist… ich wollte dir nie weh tun… niemals und ich habe es doch getan…“, fiel ihr dieses Eingeständnis nicht leicht, aber dass sie diese Tatsachen überhaupt aussprach war ein Erfolg und mich durchströmte Erleichterung, weil sie für mich derart weit über ihren Schatten sprang und sich rechtfertigte.

„Vater tut es nicht leid“, entgegnete ich desillusioniert.

„Nein, das tut es nicht. Er ist zufrie…“, verstummte sie von sich aus in Ermangelung des rechten Wortes und biss sich auf die Unterlippe.

„Zufrieden? Glücklich?!“, entwich es mir geschockt in einer schrecklichen Einsicht.

„Ja, das ist er wohl tatsächlich“, raubte sie mir die letzte Illusion und ich schüttelte betrübt den Kopf. Vater und glücklich, ging das überhaupt?

„Ich erinnere mich an kein Ereignis zurück, wo ich das aufrichtig von ihm hätte behaupten können“, gestand ich widerwillig. „Ich bin nur minimal erstaunt, dass Vater nicht genug hat, sonst genießt er vieles… nur einmalig…“, murrte ich vor mich hin und seufzte. Das entwickelte sich alles ganz furchtbar und ich wünschte mir, einen Zeitumkehrer zu besitzen.

„Tja…“, erwiderte sie lahm. Ihr war dieses Thema sichtbar unangenehm, aber ich nahm keine Rücksicht auf sie, denn ich war mit ihr auch glücklich gewesen und so gab ich dem Impuls in mir nach und zog sie beharrlich näher an mich ran.

„Dra…“, begehrte sie noch auf und dann lagen schon meine Lippen auf ihren.

Ein bittersüßer Kuss!

Ein Kuss, der mich wahrlich nicht unberührt ließ, auch wenn ich rational mit ihr abgeschlossen hatte, vermissen tat ich sie trotzdem. Es war ein so viel emotionalerer Kuss als mit Astoria. Zu meinem Erstaunen erwiderte sie den Kuss langsam und vorsichtig. Etwas aus der Bahn warf sie mich, als sie ihre Hände zu meiner Überraschung an mein Gesicht, an meine Wangen legte und mich festhielt, als wäre ich kostbar, während sie mich mit Inbrunst zurück küsste. Es war schön, wunderschön um genau zu sein, süß, zärtlich und mir entfloh ein leises Seufzen, genau wie ihr, als sie nach einiger Zeit den Kuss sachte beendete.

Atemlos saßen wir uns gegenüber, dabei blickten wir uns sehr tief in die Augen, bis ein vorsichtiges Lächeln ihre Mundwinkel schmückte und mir selbst ein wehmütiges Lächeln über das Antlitz huschte.

„Das war dann wohl ein Abschiedskuss“, murmelte ich leise zu mir, als sie sich in einer geschmeidigen Bewegung erhob und mit leisen Schritten davonging, mein Haus, mich und das, was wir gewesen waren, hinter sich ließ.

Dracos Sicht Ende

Hermiones Sicht

Das war doch super gelaufen!

Meine Fingerspitzen lagen noch immer auf meinen Lippen, auf meinen wie Feuer brennenden Lippen, während ich die Grafton Street gedankenverloren hinablief.

Es fühlte sich verboten und einfach nicht mehr richtig an, Draco zu küssen. Das war furchtbar für mich. Es war schön, immer noch, aber es war ein Abschied gewesen, wie er sehr wohl gespürt und richtig gesagt hatte.

Ein Lebewohl!

Ich schniefte und zog wenig manierlich die Nase hoch, denn ich war so unendlich traurig und gleichzeitig fühlte ich mich so befreit und bereit wie schon lange nicht mehr. Eine verräterische Träne stahl sich verbotener Weise aus meinem Augenwinkel, als ich blindlings die Straße entlanglief, die viele schlechte Erinnerungen barg, wenn ich an Daphne dachte. Ich sollte mich und meine Belange nicht zu wichtig nehmen, aber trotzdem vermisste ich Draco und trauerte unseren Anfängen, die so vielversprechend gewesen waren, nach.

Blind für die Umgebung kämpfte ich mich immer weiter vorwärts und landete schlussendlich in dem weitläufigen Park, den ich von Dracos und meinen Spaziergängen her kannte. Ich dachte über unser Gespräch nach und natürlich beschäftigte es Draco, wie das zwischen Severus, Lucius und mir nun ablaufen würde. Aber ich nahm an, dass er im Leben nicht darauf kommen würde, was die beiden wirklich abzogen, was sie wirklich mit mir getan hatten, weshalb ich seine Neugierde nicht befriedigen konnte.

Ich konnte ihm nicht sagen, was wir getrieben hatten!

Niemals, das war mir unmöglich, dies Draco zu offenbaren!

Ich hatte Draco nach dieser Frage absichtlich vom Thema abgelenkt. Wie sollte ich darüber reden können, wenn mir das Wissen, Severus und Lucius gleichzeitig in mir gehabt zu haben, noch immer den Atem raubte?

Das war einfach zu intim, oder schlicht auch zu unfassbar für mich. Klar, man mochte denken, ich stände darüber und mir wäre alles gleich, so wie ich während des Frühstück Severus und Lucius gekonnt hatte vorspielen können, dass ich das alles als ganz selbstverständlich hinnahm. Dieses Schauspiel so überzeugend hinzulegen war mir gar nicht leicht gefallen.

Was konnte ich anführen?

Meine Lehrmeister waren wahrlich gut und hatten mich zu einer exzellenten Schauspielerin erzogen?

Ja, ich denke, die Herren der Masken hatten mir viel beigebracht, wenn es darum ging, nicht zu tief blicken zu lassen, wenngleich es in einem rumorte und brodelte und das tat es seit unserem Dreier gewaltig in mir.

Draco gegenüber würde ich das aber nie ansprechen, oder ihm gar davon erzählen können. Seine Reaktion wollte ich mir gar nicht vorstellen!

Aber während ich ziellos herumlief fühlte ich, wie es an mir nagte, diese Grenze genommen zu haben und ich brauchte jemanden, mit dem ich darüber würde reden können, sodass ich zuerst gar nicht bemerkte, wo mich meine Füße tatsächlich hingeführt hatten. So blickte ich gerade eben auf einen Fluss, interessant, ich war am Liffey gelandet und nun ragte das hohe Gebäude vor mir auf, in dem Gellert seine Wohnung gefunden hatte.

„Gellert… also…“, murmelte ich zufrieden über mein Unterbewusstsein und hinterfragte meinen Weg nicht, sondern erstürmte das Gebäude mit neuem Elan.

„Sonnenschein“, begrüßte mich dieser erfreut mit einem hintersinnigen Strahlen und ich musterte seine Aufmachung fassungslos, nachdem er seine Tür aufgerissen hatte.

Er war wieder mit einer an Geschmacksverirrung nicht zu überbietenden Kochschürze bewaffnet. Das wurde irgendwie zu einem Running Gag.

„Was ist mit Ihrer alten Schürze passiert?“, entwich es mir gepresst und ich wünschte sie mir innig herbei.

„Ging in Flammen auf“, erwiderte er absolut souverän und das war bewundernswürdig, wenn man bedachte, wie lächerlich er sich mir präsentierte. Eine grüne Schlange räkelte sich züngelnd um einen muskulösen, männlichen und vor allem vollkommen nackten Leib, den er sich vor seinen Körper geschlungen hatte.

Es gab einfach Sachen, die wollte man sich niemals vorstellen. Es war so geschmacklos, dass ich mich fragte, ob er vielleicht gar keinen Besuch bekommen wollte.

„Wow… wie bedauerlich… ich… ich meine, nein, Moment… ich denke, ich will es gar nicht wissen, aber warum backen Sie schon wieder?“, fragte ich unnötigerweise stotternd, wenngleich er immer noch skelettartige dünn aussah, trotz der Schürze, also fragte ich mich, wer eigentlich all die Sachen aß, die er augenscheinlich wie am Fließband produzierte.

„Dann willst du nicht wissen, dass diese Unholde von Zwillingen, die du Freunde nennst, mir dieses ganz besonders schöne Stück vererbt haben?“, erging er sich in seiner Belustigung über meine Scham, die ich nicht im Ansatz vor ihm versteckte und mir ging mein Mund weit auf, als ich nur über die Red Devils den Kopf schütteln konnte. „Und natürlich backe ich schon wieder!“, grinste er zahnlückig. „Die Leute sind nach den Festen fast wie ausgehungert, außerdem leidet die Moral bei so einem Festmarathon… weshalb keiner trainiert, was es wiederum für mich langweilig macht“, erklärte er mir auskunftsfreudig und ich schmunzelte. Wenigstens war das Gebäck, was er zauberte, wirklich gut und solange er die Leute verköstigte kam er wenigstens auf keine abwegigen lordmäßigen Gedanken.

„Sie vermissen Harry“, erkannte ich messerscharf und er blickte von seiner Rührschüssel auf.

„Oh ja, der junge Mann hatte gute Ansätze im Kampf, noch ungeschliffen, aber ausbaufähig“, servierte er sofort und blinzelte mich verschmitzt an. „Er kann mich auch gerne mal besuchen. Ich könnte aus ihm einen guten Lord zaubern“, bot er zu inbrünstig und willig an, weshalb ich sofort die Hände hochriss.

„Unterstehen Sie sich! Harry ist gut so wie er ist“, wies ich ihn umgehend in seine Schranken. „Der Wald stählt uns ebenfalls“, überging ich seinen Einwurf und wanderte in der engen Wohnung mit einem unbändigen Bewegungsdrang gesegnet umher.

„Du siehst unruhig aus, Sonnenschein“, sprach er das Offensichtliche aus und winkte mich an meinen angestammten Platz am Küchentresen und schob mir einen Teller zu, was mich schnauben ließ.

„Was backen Sie heute?“, fragte ich ablenkend und blickte auf den kunterbunten Teller, auf dem sich runde dicke Plätzchen türmten.

„Ich wollte mich an diesen schrecklich neumodischen Macarons versuchen“, meinte er vergnügt, dabei glitt mein Blick über seine regenbogenähnliche Arbeitsfläche.

„Aha“, meinte ich daher nur und musterte all das helle lila, grün, orange, rosa und blaue Naschwerk. Da würden die Leute in der Burg staunen.

„Was treibt dich her? Fang einfach an“, meinte er gutmütig, als würde er meinen inneren Zwiespalt erahnen und begann, mit Kraft in seiner Rührschüssel zu rühren und ich holte einmal tief Luft.

„Lucius…“, erklang es vorwurfsvoll von mir und doch wurde ich sofort von ihm unterbrochen.

„Nun, Sonnenschein… du gehörst nun Lucius Malfoy?!“, stellte er eine eher rhetorische Frage und ich nickte, dabei passierte etwas, was in meinem Leben selten geworden war, ich bekam wirklich rote Wangen.

„Ja, ja, es ist wirklich passiert, Gellert… es ist passiert“, stieß ich irgendwie hektisch aus und presste meine Hände an meine Wangen und erzählte, es brach aus mir heraus wie aus einem Geysir.

Ich erzählte von Weihnachten, von dem Ball der Achtundzwanzig, von Severus und mir und schlussendlich von Severus‘ Geburtstag, von uns dreien. Ich nahm dabei kein Blatt vor den Mund und nahm dabei immer mehr Ähnlichkeit mit einer Tomate an. Mir war schrecklich heiß, von Wort zu Wort, von Silbe zu Silbe wurde mir heißer!

„Endlich!“, sprudelte es aus Gellert nur amüsiert heraus und ich stockte, während er für meinen Geschmack zu vergnügt kicherte und dabei genüsslich seinen Finger in den Teig tunkte und ihn probeweise ableckte.

Alles in allem verzogen sich meine Gesichtszüge. Ich empfand meine Beichte als nicht genügend gewürdigt, während ich ihm mein einschneidendes Erlebnis schweren Herzens gestand. Plötzlich jedoch verstummte er und sah mir mit seinen hell blitzenden Augen entgegen.

„Ach, du nimmst das zu ernst“, beschwerte er sich und mir ging mein Mund auf. „Weißt du, Sonnenschein, ich habe ja die beiden kenngelernt als sie hier waren… der eine dunkel wo der andere hell ist“, verkündete er mit einem Timbre, das in mir nachhallte, „dass du dich da nicht entscheiden kannst ist völlig logisch! Außerdem wollen die beiden das auch gar nicht… wie mir scheint…“, grinste er mich derart dreckig an, dass ich wieder leuchten rot anlief.

„Aber… aber…“, stotterte ich daraufhin los und er lachte einmal laut auf, bevor er mich mit einer Geste zum Schweigen aufforderte.

„Ich denke, es läuft“, meinte er völlig lapidar und zog die dürren Schultern hoch. „Du solltest nicht so viel hineininterpretieren. Sie wollen dich verunsichern und das schaffen sie nur gemeinsam. Du musst stark sein und wissen, was du willst, wenn du ihnen eine standhafte Gegenspielerin bleiben willst“, pfiff er auf einmal vergnügt los, spielte mit seinem bunten Teig und machte irgendwelche Kleckse auf einem Blech.

„Will ich das?“, entgegnete ich daraufhin tonlos, als mich ein ziemlich strafender Blick traf.

„Ich denke ja, sonst hättest du dich nie auf dieses Spiel eingelassen und ganz ehrlich, dieser Fluch ist göttlich, den werde ich mir doch mal näher zu Gemüte führen müssen. Ich habe ihn nicht gefunden, das wurmt mich. Etwas derart Lapidares und Banales, aber irgendwie gleichzeitig in seiner Schlichtheit Geniales und es ärgert mich wirklich, dass ich nicht darauf gekommen bin… wie ich ungerne zugebe… dieser Mann ist ein Schlitzohr!“, erging er sich in seinem Hohn und Spott und vielleicht seiner sogar gleichzeitigen Bewunderung gegenüber Lucius.

Ich traute Gellert viel zu und dass er und seine Moralvorstellungen irgendwo anders als bei anderen anzusiedeln waren, gehörte hier auch dazu, er meinte das absolut ernst!

„Sehr witzig!“, meinte ich daher nur trocken und stieß einen tiefen Seufzer aus.

„Finden Sie nicht, ich sollte mich rächen für das, was er mir völlig Sinnloses angetan hat? Hier ging es nur um sein Ego!“, forschte ich nach und biss mir auf meine Unterlippe.

Das beschäftigte mich schon die ganze Zeit. Durfte und konnte ich Lucius durchgehen lassen, dass er mich so behandelte? Musste ich so einem Verhalten nicht einen Riegel vorschieben, wenn ich nicht zu einem simplen Spielball zwischen diesen beiden Männern verkommen wollte?

„Tja, wenn es das ist, was du willst, räche dich oder warte ab und tu es dann, gerade kalte Rache wärmt das Herz“, bot er absolut böswillig an und ich musterte den ehemaligen Dark Lord vor mir, der gerade mit dem Teig arbeitete und redete, als ginge es um nichts Ernstes.

„Sprechen Sie aus Erfahrung?“, grinste ich gehässig zurück.

„Könnte man so sagen, ja… ich bin begeistert davon, wie er dich durcheinander bringt. Dein Lucius ist ein schlauer Mann, das muss man ihm lassen und von Severus ganz zu schweigen…“

Ganz toll, jetzt war jemand neues von Lucius‘ bösartiger Genialität begeistert und ich war versucht, mir die Hände vors Gesicht zu schlagen, oder laut zu schreien.

Hermiones Sicht Ende

Severus Sicht

Lehrerkonferenzen, wie ich sie hasste. Dazu fielen mir gleich gar keine Vergleiche ein, die offenbaren konnten, wie schlimm sie waren, da sie an Grausamkeiten fast nicht zu überbieten waren.

Unfassbar, aber wahr, da wünschte ich mich beinah wieder in mein Tränkeklassenzimmer zu einer Stunde mit Longbottom! Der verstand es wenigstens, mich zu unterhalten und wenn auch nur, indem er kunstvoll versuchte, mich, oder auch alle anderen anwesenden Personen, mal mehr, mal weniger erfolgreich umzubringen.

Aber ich hatte diese Zusammenrottung der Unzufriedenen hinter mich gebracht und die Runde für beendet erklärt, jedoch… ließ man mich deshalb in Ruhe?

Eben, nein!

Bis auf die Carrows, die die Güte hatten, ihr Heil in der Flucht zu suchen, belagerten mich noch alle anderen Lehrer und harrten weiterhin im Lehrerzimmer aus. Ich wünschte mich weg und landete geistig beim gestrigen Tag und seinen unerwarteten Erlebnissen.

Wobei, war es für mich wirklich unerwartet gewesen?

Nein, nicht unbedingt, vor allem nicht nach dem orientalischen Fest, als ich ihm angeboten hatte, mitzumachen, doch dass er in die Vollen gehen und ihr gegenüber so früh diese Grenzen überschreiten würde, damit hatte ich nicht gerechnet.

Allem voran war nicht klar gewesen, wie Lucius ab nun reagieren würde, wenn er mich mit ihr sah. Aber anscheinend hatte er über seinen übermächtig langen Schatten springen können. Was es für mich bedeutete, Lucius mal wieder nach Jahren in meinem Bett zu haben?

Nichts!

Mir war das alles nicht neu. Wir hatten als junge Männer viele Grenzen ausgelotet und so ziemlich alles hinter uns gelassen. Unter Anbetracht, wo ich als junger Mann nach der Schule gelandet war, eigentlich kein Wunder, dass wir im Kreise der DeathEater nichts wirklich ausgelassen hatten.

Nur mit ihr war es anders und gestern war der Reiz gewesen, wie Hermione, das Biest, reagieren würde.

Aber eines Biestes würdig hatte sie sich nicht aus der Ruhe bringen lassen. Nach einem kurzen Moment, der gezeigt hatte, dass sie so weit nicht gedacht hatte, hatte sie es geschafft, mitzumachen und es sogar zu genießen.

Kein Wunder, dass Lucius ihr derart verfallen war. Sie war eine würdige Partnerin!

Würdig, es mit uns gleichzeitig aufzunehmen, vielleicht mochte für mich dasselbe gelten und ich sah gedanklich auch in ihr eine ernstzunehmende Partnerin, aber laut sagen musste ich das noch lange nicht.

Sie war perfekt für uns!

Zwar jung, aber wie gemacht dafür, neben uns bestehen zu können. Wie gut, dass wir vor einiger Zeit akzeptiert hatten, dass das Biest ab nun ein Teil unserer Familie war. Nur ich musste aufpassen. Lucius konnte auch furchtbar sein in seiner fordernden Art, denn anders als Lucius kannte ich sie viel besser. Ich hatte sie aufwachsen sehen und wusste, dass sie überrascht gewesen war und auch wenn ich ihr ihr Schauspiel am Morgen, dass sie völlig unberührt von unserer Aktion geblieben war, nicht abnahm, so glaubte ich ihr, dass sie damit leben konnte.

Dass sie damit leben konnte, ein Arrangement mit uns zu haben.

Ihre weißen Augen, die mich beim Sex angefunkelt hatten, zeigten, wie sehr sie sich dem… uns… hingegeben hatte. Sie hatte nichts zurückgehalten und da kam sie Lucius und mir nahe, da sie ebenfalls Grenzen zuhauf überschritt.

Ich überlegte, dass es gut so war wie es war, da ich ihr nie all das geben könnte, was sie wollte und brauchte. Ich war ein schwieriger Mann, aber sie war auch nicht leicht und von Lucius wollten wir gar nicht beginnen, der konnte noch eigener sein als wir beide zusammen.

Aber zusammen ergaben wir drei ein recht gutes Ganzes und damit konnten Lucius, ich und sie auch leben. Im Grunde ihres Herzens hatte es ihr gefallen. Jedoch war sie unsicher, wie sie mit unserer geballten Aufmerksamkeit umgehen sollte, aber ich war gespannt, wie sie das angehen und meistern würde.

Oh ja, ich hatte große Erwartungen in sie!

„Severus Snape“, wurden meine schönen Gedanken von einem schneidend scharfen Tonfall unterbrochen.

„Was?“, knurrte ich dumpf und sah sie so durchdringend an, dass ihr die Worte fehlten. „Was wollen Sie… Minerva McGonagall?“, servierte ich so gehässig im selben schnarrenden Ton, dass ihre strengen Gesichtszüge minimal entgleisten.

„Ich… ich…“, begann sie versucht tapfer, eben typisch Gryffindor und ich war versucht, die Augen zu schließen. „Wi… wir finden, Sie müssen da etwas mehr tun!“, fand sie ihre Courage, sodass sie ihre Forderung in dem ansonsten angespannt leisen Zimmer ziemlich harsch zum Ende daherbrachte.

„Bei was?“, murrte ich zurück, als eine gewisse Empörung aufgrund meiner offenbarten Unwissenheit trotz meiner Anwesenheit aufwallte.

„Dem Nifflerproblem!“, quiekte Flitwick auch schon verärgert los.

Indes rollte ich mit den Augen, da war man nicht mal 24 Stunden aus Hogwarts verschwunden und schon wurden alle von Nifflern terrorisiert und ich im Besonderen. Ich kämpfte heroisch gegen das zynische Grinsen an, aber es war herrlich, dass das Problem augenscheinlich aus den Fugen geriet, wenn ich weg war, und solange ich da war, war es mehr oder weniger eingedämmt.

Ich sagte es ja, ich war ein Nifflerschreck!

„Meine Damen und Herren, sie sind alle hochqualifizierte Lehrpersonen…“, erhob ich meine Stimme mit der ihr innewohnenden ironischen Note. „Es kann nicht nur an mir liegen, die Niffler zu jagen“, wiegelte ich verachtungsvoll ab, da ich wusste, dass die Delinquenten diese Attentate nutzten, um mich zum Hampelmann der ganzen Schule zu degradieren. „Auch sie alle sollten magisch in der Lage sein, dieser lächerlichen Plage Herr zu werden“, ging den Lehrern wegen meiner Rüge vor Empörung der Mund weit auf.

„Wir geben unser Bestes.“, „Ja, wir sind nicht hilflos.“, „Aber sie kommen aus allen Ecken und Löchern.“, „Ja, es sind mittlerweile unfassbar viele.“, „Ich denke, sie haben irgendwo ein Nest gebaut und gebrütet.“, „Erst letztens musste ich Alecto davon abhalten, einen jungen Niffer zu töten.“, „Nein, dieses Wei…“, verschluckte Sprout gerade noch das letzte Wort und warf einen furchtsamen Blick zu mir, den ich unglaublich stoisch erwiderte.

„Ich finde es dreist, dass die Viecher nun auch an mein Hab und Gut gehen“, beschwerte sich Aurora Sinistra inbrünstig und ich verbarg mein Schmunzeln.

Solange es den Carrows ans Eingemachte ging war es in Ordnung. Aber wenn sie, Aurora, attackiert wurde, ging das gar nicht. Sie war göttlich, eigentlich sehr korrekt, beinah schon kleinlich, so wie ich sie aus unserer gemeinsamen Schulzeit kannte, aber gerade wurde sie regelrecht nachtragend. Bestimmt stand das in den Sternen.

„Das ist nicht zum Lachen, Sir“, beschwerte sie sich plötzlich mit Blick zu mir. Augenscheinlich war es mir nicht gelungen, mein Amüsement völlig zu verbergen. „Sie wollten mein Firmamenten-Mobile in seine Einzelteile zerlegen… das sind echte Edelsteine! Und es ist ein Geschenk meiner Eltern!“, ersparte ich mir darauf eine Entgegnung.

„Haben Sie Probleme mit den Tieren?“, fragte Flitwick plötzlich ruhig und sofort zuckte meine Braue in die Höhe.

„Ich?“, brachte ich empört ob dieser Anmaßung hervor, als ob ich mich nicht zu schützen wüsste und wenn sich diese kleinen magischen Maulwürfe an meinen Sachen vergreifen würden, würden sie nicht mit dem Leben davonkommen. Das hatte ich sehr deutlich klargemacht und bisher schienen sie das auch verinnerlicht zu haben, da sie um meine Sachen einen großen Bogen machten.

„Sehen Sie“, höhnte der kleine, schlaue Mann mit koboldgleich verschlagenem Grinsen.

„Und bisher hatten wir auch keine Sorgen wegen den Nifflern und wenn sie Alecto nerven ist mir das recht… aber jetzt meine Galleonensammlung zu zerpflücken geht gar nicht…“, kam es unnachahmlich von Septima Vektor, unserer Lehrerein für Arithmantik, die sich damals zu ihrer Schulzeit mit Bellatrix ein hartes Fell zugelegt hatte.

„Oh, man höre und staune…“, erging ich mich in meiner bösartigen Süffisanz, während ich die Lehrerschaft mit tadelndem Blick maß. „Bisher fand ich Miss Carrows Geschrei schon unerträglich, dass sie, werte Herrschaften, sich nun mit einreihen in diese Beschwerdeflut bricht mir beinah das Herz!“, perlte die Ironie von meinen zynisch gekräuselten Lippen.

„Das ist nicht lustig und nicht hilfreich…“, echauffierte sich McGonagall umgehend in der ihr innewohnenden Rechtschaffenheit und bekam leichte rosafarbene Wangen, nachdem sie sich nach einem langen, sehr langen Blick von mir an die Formen der Höflichkeit erinnerte und sich ein „Schulleiter“ abrang. Dies kam reichlich widerwillig von ihr.

Dabei besah ich die Meute vor mir und seufzte, als ich mich ein wenig aufrichtete und zu Hagrid blickte.

„Tja, Hagrid, könnte ich erfahren, wie es sein kann, dass die Schule solch eine Plage erlebt?“, nagelte mein schneidend scharfer Blick den Wildhüter von Hogwarts auf seinem Platz fest und er schaffte die Kunst, klein auszusehen. Interessant, wenn man an seine Leibesfülle und Größe dachte.

„Jaaaa, wissen Sie, Sir“, hatte es Hagrid nie an Respekt gemangelt, das musste man ihm lassen, „also… irgendwie ist die Brut aus meiner Nachzucht abhandengekommen.“

„Nicht wahr“, meinte ich gespielt überrascht, als wäre uns allen das noch nicht aufgefallen. „Einfach so?“, lebte ich meinen Sarkasmus schonungslos aus und zweifelte offen, woraufhin er unbehaglich die breiten Schultern hochzog.

„Keine Ideen, wie Sie Ihre verlustig gegangenen Babys wieder einfangen können, oder wie kommt es, dass sie noch nichts unternommen haben?“, fragte ich gespielt gutmütig nach und erntete betretenes Schweigen, bevor er sich räusperte:

„Ich… ich habe Professor Carrow angeboten, ihr zu helfen, sie hat mich aber weggejagt…“, meinte er traurig, mit offen gezeigtem, verletzem Gesichtsausdruck.

„Mach dir nichts daraus, Rubeus“, tröstete ihn Sprout sofort in ihrer mütterlichen, bemitleidenden Art und legte ihre Hand auf seine Pranke und ich seufzte genervt.

„Sie meinte… sie bräuchte keine Hilfe von einem minderwertigen Halbwesen“, murmelte der Halbriese sichtbar berührt und ich war gewillt, mit den Augen zu rollen. Wegen seiner Art, noch nach Jahrzehnten der Schmähungen verletzt zu sein, oder aber darüber, wie bescheuert Alecto sein konnte, wenn ihr ein wahrer Meister auf dem Gebiet seine Hilfe anbot und sie ablehnte.

„Selbst schuld, wenn sie deine Hilfe nicht will.“, „Ja, diese Person ist blind…“, „Man kann ihr nicht helfen, einer so verbohrten Person wie ihr.“, „Das stimmt nicht, erinnert euch an Umbridge…“, schaukelten sich die Anwesenden gegenseitig hoch.

„Tja, sehen sie, sie alle wollen seine Hilfe und damit denke ich, ist diese Aufgabe in ihrer aller Händen am besten aufgehoben“, beendete ich das Thema rigoros.

„Schieben Sie das doch nicht auf uns!“, beschwerte sich McGonagall inbrünstig und ich schürzte abschätzend die Lippen.

„Wenn sie wollen, dass ich die Dinger brate, dann werde ich mich darum kümmern“, bot ich mit gelebter Überzeugung an und die bestürzten Gesichter leuchteten mir entrüstet entgegen.

Empörung wallte energisch im Kollegium auf, dass es galt, diese süßen Viecher zu schützen, während ich den Kopf schüttelte. Ich verstand diese Menschen nicht.

Da verloren ständig andere Menschen ihr Leben und das Ableben irgendwelcher Niffler erregte ihre Gemüter. Weil sie angeblich süß waren, das war… ohne Worte!

Doch ich zügelte mich selbst. Ich wusste, wie die Personen vor mir tickten und machte mir ihre Moral schamlos zunutze, um mich galant aus der Affäre zu ziehen. Indem ich die Niffler bedrohte, konnte ich davon ausgehen, dass sie alles tun würden, um sie vor mir zu retten.

Ich blendete somit wieder aus, was sie ab nun planten und sinnierte lieber darüber, ob und wenn ja, was Hermione wohl alles mit Draco bereden würde, wenn sie ihn sehen würde. Sie würde ihn sehen müssen, um endlich mit ihm ins Reine zu kommen.

Die Aussicht, dass sie sich mit Draco außerhalb treffen könnte, behagte Lucius gar nicht, aber ich teilte Lucius‘ Sorgen bezüglich seines Sohnes nicht. Ich wusste, wenn das Biest etwas beschlossen hatte, dann hielt sie sich mit bodenloser Sturheit daran und da wir bereit waren, uns an ihre Prämissen in dieser unserer Beziehung zu halten, würde sie auch brav ihre Finger bei sich lassen und nicht auf dumme Gedanken mit Draco kommen.

Sie war in vielem so typisch Gryffindor, dass es wehtat und Lucius tat gut daran, meinen Erfahrungen mit eben dieser Spezies zu vertrauen. Es fiel ihm nicht leicht, ihr diesen Spielraum zu gewähren. Er war von jeher ein dominanter Tyrann, der es liebte, seine souveräne Dominanz zu leben, aber er ahnte, dass er sie von sich wegtreiben würde, sollte er sich ihr gegenüber so verhalten. Bei mir hatte er auch gelernt, sich zurückzuhalten, wenn er nicht wollte, dass ich für immer nach Transsilvanien abhaute.

Das Spannende war nur, zu sehen, dass er es tat!

Er tat es tatsächlich und es fesselte mich, zu erleben, dass er sie so sehr wollte, dass er sogar über seinen sehr langen Schatten sprang, selbst nun noch, nachdem er seine erste Leidenschaft an ihr gestillt hatte. Jedoch schien er jetzt sogar, zu meiner leisen Bestätigung, nur noch mehr zu brennen als zuvor. Das war einmalig und noch nie vorgekommen.

Bisher war ich unsicher gewesen, wie sich das bei ihm gestalten würde, wobei ich geahnt hatte, dass er ihrer nicht so schnell überdrüssig werden würde wie gewöhnlich. Weshalb mich von Beginn an seine Verlobung mit ihr amüsiert hatte, aber nach dem eben Erlebten wollte ich mich gedanklich weit aus dem Fenster lehnen und sagen, dass Lucius seinen Meister gefunden hatte, in ihr, dem Biest!

Die nächste Frage war, würde er sich diesen delikaten Umstand vollumfänglich eingestehen? Dass er ihr verfallen war und nicht bereit erschien, sie jemals wieder gehen zu lassen?

Wobei, das Besondere war, dass auch sie nicht bereit schien, gehen zu wollen!

Dies war der einzige Lichtblick in dieser dunklen Zeit. Als mein düsterer Blick wieder auf die Versammlung vor mir fiel, wirkte sie so, als wären sie übereingekommen, das nifflerische Problem gemeinsam anzugehen. Ab morgen würde wieder das normale Chaos in Form von über tausend Schülern Einzug halten, weshalb ich mich lautlos erhob und mit wehendem Mantel eindrucksvoll und zum Glück ungestört davon rauschte.

Severus Sicht Ende

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BeitragThema: 600. Beginning of school    Di Jun 27, 2017 9:57 pm

Zur Feier des Jubel-Kapitels von unfassbaren 600 Kapiteln habe ich die Fanart auf unserer Seite auf den neuersten Stand gebracht:
http://www.whenhermionefights.de/bilder/


und stimmt doch bei dem Fanfiction-Wettbewerb bei Knackstream ab:
http://knackstream.com/watch/fan-fiction-records-vorrunde-17



Des Weiteren, was soll ich sagen?

Ohne Euch, die Leser wäre die Story mit allem darum herum nicht das was es heute ist, ich muss so vielen DANKEN!

@Nira (Beta), @Lilo (Beta2), @Thajin (Forum), @Cedric (I-Net Seite), @Z (Stimme für alles), @Tao (beste Seele), @Lexa (FB-Mama), @MelanieU (Pinterest), @KatrinS (Adventskalender), @JuleS (Singer), @LenaO (e-books), @Alfrey (gehört dazu), @Alydwen (Cover) und @Cate Ammann (WHF- Englisch Version) + @NadineH (Helferin von Cate) von denen die Trailer, Bilder zu WHF gestaltet und bei den Hörbüchern mitgeholfen haben ganz zu schweigen und auch noch all denen die helfen es zu verbessern und weiter zu korrigieren: Ich danke Euch allen auf tiefsten Herzen!

WHF ist ein unvorstellbar langer EPOS, aber wir nähren uns unweigerlich dem ENDE!

Ich bin gesegnet mit so treuen, lieben Freunden die mir helfen, all dies auf die Füße zu stellen. (sollte ich jemanden vergessen haben, es geschah ohne böse Absicht)

Meiner ersten Beta, der mein ganzer Dank gilt, Nira26! Vielen Dank für deine Mühen, deine Kreativität und deine Hilfe! Und unserer über alles geliebten Liselotte, die ab nun jedes Kapitel gegenliest, bevor es gepostet wird, so wollen wir ihr ewig dankbar sein!

So, mittlerweile haben wir unglaubliche 600 Kapitel, unfassbare 3.816.791 Wörter, unglaubliche 7.493 Reviews, 303 Sterne und über 1.481.742 Klicks. Außerdem möchte ich noch allen 2.045 Favoriten danken, welche die Geschichte mitverfolgen sowie ein besonders großes Danke an alle, die jemals ein Review geschrieben haben:

darkshadow28/darkshadow28 , - Ela -, Sevfan, Schwarzleserin007, Sarah76, Alkmene, irinabutterfly, Mary25, Julius, FaithyOne, rumtreiberin, Atropate, IsisSky, LuSekir, Senorita, Coralyn, midima, Lycana, Northgirl, Saiya, Cabo, mella-b-1980, Nira26, Severus Granger, WynssaFel, PotterPot, sparkling-eyes, Hexe, Minerverus, Tomcat, Domii, Kandis, vero1985, Inessnape,Zicke300, Miss-Know-It-All, wasp, iQra, Alli, uhrwerkorange, Corni, moni6, Pureblood, xDnaddyxD (naddy-cullen), Cerchi, Anudre, Elaa09, Andrea Katharina, froschlein, dannysahne, VanessaSnake/VanessaSeptember, DemonsKiss, Gwendolyn, magicmerl, SeverinaSnake, Charli1994, Dark Lady1, Ingwill, Aurora-chan5, JuliaMalfoy, Beccs, LonelyMelanie210, solevalia, Liselotte, Beka, Mimi1984, Miss Malfoy 84, trina1992, Blacksilverstar, Evi, Aurora Morgenstern, JuliCullen, Fierce, Diamondsparkle, Lenobia, Tinie, MoonSun, MizuKawajashi, Alfrey, Cannelle, -hmpf-, All thatGlitters, Saria90, Thajin, -Aquila-, M C, Blackpearl1989, Aragock, Shika97, Saphira289, Silberschatten, ahuntersgrace, mekka, lesekatze, Alex-Ashley, aryaa, Hurls, Mindi, -seven-, XxKaddaleinxX, Mellaly, sandra black, SommerSommerSommer, diabolisches ULO, ErikSnape, Nyx, HermineM-S/ HermineM, weissmagiger, nicacyde/Paki, Pinguin100 , Taomiu, Alana Slytherin, Drachentochter, Tinkabellchen, Eis-Phoenix, KellyLanson, Limogirl, dine114, Kathe Lestrange, paranorm, lady-arwen, Chloe Smaragd, Alcminuialwen, DBZ-Fan1986, Coockiemonster, Kaschmirrot, BetterBeely, misswongee, 6thMona, sunny07, Luzie1990, Thali-chan, Lavenia, anon1234, Shizo-Para, Suiseiseki, Fredchen, dragoni, Mondkind90, Casey98, Abigal Black, EvieSnape/KateSnape, RikudoSennin, Aoi Hyuga, italiana007, LuciaBlack, ShadowFire, Wichtel, ChemLady, niawe, Miro, Gwynever, LMC, MagnoliaCrystal, Karneval, Black-Smily, Shadows of Night, Franny, Elandil91, snapesbride, -Nike-, Skyscrapergirl, suppenkohleintopf, Caligula, Lady Armitage, ellcrys, yui-chan-, 1D-Twi-Fan, Clodeen, izzie ravenclaw, Mariella-Cullen, Mariko Ichigawa, Brombeere123, Yelana, Snowmouse, Alton, blackrose15681, Alan Snape, Black Belladonna, LuneFaye, nachteule1, Quarks, lala717, Fjoralba, silina, lemennlatrus , Bubbelz, Hermy01, MissLinda, hope1992, steffi104 , Crowgirl, WolfsHauch, Widderchen, SafeandSound, soso98, Delia Mellark, Molly, Tatze01, Coralina, Xyara, Tattoonation, Mini1009, Atsuto, -Gossip-Girl-, -chiara-, Hirudo Mortifer, ShadowDragon14, TheGrinch, Bellatrix--Black, Padawan Miriel, SerinaMuggel, Nymia, Phoenix587/phoenixfeder-, Filia Silvae, Faeleth, Pfeonyxdrache, Draco Arctus, Capella, Sorena, solevalia, Schattensammlerin, Xenozis da Silvio, jucebi, pilzkuh, LadyWillow, Black Fire Phoenix, Scarlett Dearing, Malmisrose, abeyla, Abigal Malfoy, Akina99, Melodie Rose, Mailin29, Nenenixda, Lady Rovena, Shine Darkrose, katjatwa, nicola, Jojonny, ginger1, nico80, Leslie Black, Carley Sommer, Lilcassyfly, not-his-date, Whity, Iamanonym, Malou, SIvra, BarrissOffee98, BambiPotterhead, LinchenK, SleepyVampire, winterling, splitterherz99, amleh, gilded butterfly, Samira13, xomalfoyxo, BlackDeathh, nicola0, Madame Philomela, Kaaath, Aivy, Kluklu1, so dies und das, littlesweetnothing, MissCataleya, Eladrie, MissAnastasiaMalfoy, claudia84, ShadowDragon14, Kreana, Grenny, Quarter5, Melodie Rose, Kayla Ateara, Melodie Rose, TVDandHPFanNo1, Kayla Ateara, dilosch, Orizien, susanne18, Jmiyja, Idreal, Sunshine1032, Ankatharina, CakeMason, Calice, DifferentMind, Sasazar Slytherin, NarutoRon, SuseHu, TheCookieOfDoom, Lupina Schreibfeder, Marvi, koenigsblau, Madam Malfoy, Backara, TaliAlioquin, 19Phila91, xyxyxyxy, rebellecoeur, gabii, Lina-Tweety, Bogus, Paki, hopecullen, sheyin, Spencer2015, EmberDracone, Sensei D, -LeahLeviosa, Kritzeldraw, siriusblack2222, Rose66, LordofSpam, Moniundkai, DasStalkerFangirl, LimeKey47, Preto, Qryptonite, -Schlafmuetze-, Panixxa, ad387, Sarahlee025, Thali-chan, Nilsigo, Grenny, Saharaa, Die Kaempferin, GerritundAlexlove, Chyler, MrsDarkside, sheyin, mooony, diejule, Ninaaaa721, Lethalica, Minerva13,Nicole-ff, scarlett2000, xXNyashaXx, Love1911, Lunalesca, SeverusTobiasSnape, Hayabusa, TGirl, xXNyashaXx, HannesSnape, Laluna, Dark Queen, Urla von Florinth, kate snape, SkykoCherry, Luce Nera, Aurvandill, HarryPotter, Frazicke, somethinginsane, Missy97, LaraKara200, GreenPotatoHead, AlinaMuschick, Kizu2010, Mietzepeter, Hisaila, Askalon, Nisa T, CatSteff, MiaLestrange, kalarama, Schreiber, Finus, walimaus, SannaBlub, Fire98, Schwan97, Rachel12345, Jackson88, PhoenixGeburt, katjes73, -Libra-, Bulsara, CookieFreak, Hisaila, Prophet, ReptileChild, Gaisi, Rhysa, Eleynea, GiselaDieZauberfee, Kriegselfe, BMW-Tussi89, Shayela96, DoeQuill, Fuchs89, Hucke, Henry-1924, RenaSchustek, Giuly, GeorginaLuna, nikki-jayfeather, SeverusSnape, Athena Fabregas, KrummelmonsterSnap, Laulia, Seamus ODonnell, Lady Rose, Rabentochter, WGA of Northumbria, Dairala, SlytherinsPrinzessin, scarlett2000, Funkenwind, Glasschimmer, Nameaimon, Blutpriesterin, ManOfHonor, Jeanmarie,

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600. Kapitel Beginning of school

Hermiones Sicht

Nach Gellert fühlte ich mich gestärkt und das in vielerlei Hinsicht.

Mit ihm zu reden tat mir einfach gut. Er verstand und akzeptierte mich ohne viele Worte. Er hatte dem Ganzen eine gewisse Leichtigkeit gegeben und er hatte Recht, indem er sagte, ich sollte nicht zu viel denken, nicht zu viel interpretieren und einfach alles lockerer angehen. Ich würde das Kommende nicht steuern können und müsste damit leben lernen, öfters aus dem Bauch heraus reagieren zu müssen.

Und seine Meinung zu Lucius und Severus war unschlagbar. Er meinte, sie wären mir verfallen, nicht anders herum!

Eine sehr interessante und gleichzeitig sehr verstörende Sichtweise. Sollte es wirklich so sein? Ich zweifelte und selbst wenn, wollte ich das?

Nein, das wollte ich nicht, keiner sollte irgendwem verfallen!

Beziehungsweise wenn sie es schafften, mich dazu zu treiben, mit ihnen solche Dinge im Bett anzustellen, wollte ich wohl eher sagen, dass sie mich eher weich gekocht hatten als andersherum. Hier verstand ich Gellerts Sichtweise nicht ganz, aber er blieb dabei, nicht ich war ihr Spielball, sondern sie meiner, wenn ich meine Karten gut ausspielen würde.

Gellert schien alles in allem nicht erstaunt über ihre Sexspielchen und meinte nur reichlich trocken, das Gewölbe würde wohl kreativ machen. Ein Umstand, der mir eher Bauchweh bescherte, wobei ich nicht glauben wollte, dass sie von damals ihre Erfahrungen hatten.

Nachdem wir aber meine sexuellen Eskapaden genug analysiert hatten, gingen wir auf irgendwie schwerwiegendere Themen ein. Dabei sah er Lovegoods Ableben ebenso wie die anderen, als ein weiteres Übel, um das es traurig war, aber das man nichts ändern konnte. Vor allem da es auch dessen eigenes Mitverschulden war und so hart es klingen mochte, Xenophilius Lovegood war ein verschmerzbares Opfer, wohingegen Harry eine Rolle in diesem Krieg innehatte, die niemand anders übernehmen konnte.

Er war der Auserwählte!

Natürlich verstand Gellert mein Hadern, Lunas Vater umgebracht zu haben, aber gleichzeitig wusste ich, dass nicht die rechte Zeit war, um zu viele Gedanken daran zu verschwenden. Er war tot und so verließ ich Gellert wesentlich mehr im Reinen mit mir als zuvor.

Jetzt stand ich hier und freute mich eigentlich darauf, die beiden teuflischen Unholde wiederzusehen, da ich nach Gellert noch nicht das Gefühl hatte, schon zu Harry und Ron zurückzuwollen und doch überrumpelte mich ihr Anblick, da ich nicht damit gerechnet hatte, dass das wieder passieren würde. Der Empfang erinnerte mich an früher, als ich ständig George und Fred in flagranti dabei erwischte, wie sie es miteinander trieben, egal wo sie lagen oder standen.

„Hilfe, ich bin blind“, rief ich lachend und untersagte es mir, die Hände vor die Augen zu schlagen.

Dabei zwang ich mich, die nackten kopulierenden Leiber weiterhin stoisch zu beobachten, wie sie sich frenetisch und durchaus mit Schwung vereinigten. Sie ließen sich wie immer nicht davon stören, von mir beobachtet zu werden. Vielleicht kam es mir nur so vor, aber mir schien es, als würden sie sich noch heißer und inniger lieben.

„Ahhh“, stöhnte Fred enthusiastisch und blickte mit lustvollen Augen zu mir, während sich sein Bruder hinter ihm vergnügte und sich zu keiner Sekunde genötigt sah, dies hier zu unterbrechen. Meine Lippen zuckten schmunzelnd, die Red Devils waren teuflische Wesen. „Was sehen meine trüben Äuglein?“, „Nicht trüb, lustverschleiert.“, „Verhangen, wie auch immer, ahhh…“, kam es von beiden abgehackt, während mir George über seine Schulter verschmitzt zuzwinkerte und ich amüsiert kicherte.

„Ihr habt ein Zimmer“, murrte ich leise und trat vollständig ein, da auch ich keinen Deut zurückweichen würde. Wenn sie mir eine Show liefern wollten, bitte sehr, ich würde nicht weglaufen und das wussten diese Teufel nur zu genau.

„Dann würdest du uns nicht sehen, Schönste“, wurde jedes Wort von George von einem Stoß in seinen Zwilling begleitet, der wiederum hemmungslos stöhnte.

„Außerdem hatte ich hier und jetzt Lust“, stieß Fred jubelnd aus, von Wort zu Wort atemloser, da er die Stöße empfing und ich rollte mit den Augen.

Sie ließen die Hüllen fallen wo sie gingen und standen, schon klar, jedoch beachtete ich das glückliche Pärchen hinter mir nicht, sondern trat an den Esszimmertisch, um mir ein dringend benötigtes Glas des Weins einzuschenken, den sie zu ihrem Essen gehabt hatten, bevor sie die Lust übermannt hatte. Die Frage, ob sie auch was wollten, ersparte ich mir.

„Was ist mit Astoria und Lucien?“, fragte ich das sich wie wild hinter mir vereinigende Paar durchaus interessiert und blickte auf den kargen, entlaubten Garten hinaus, während ihr Gestöhne und Geseufze Aussage genug war, dass sie mir kaum Aufmerksamkeit schenkten.

„Was?“, „Denkst du… die beiden sind prüde?“, „Oder gar verklemmt?“, stießen beide holprig hervor und legten nochmal einen Zahn zu, als ich mich langsam umwandte, um die letzten Akkorde mitzubekommen. Ich nahm in dem Sessel ihnen gegenüber Platz, während sie lautstark ihren Höhepunkt auslebten.

„Ufff, das war…“, „Fantastisch.“, „Erinnerungswürdig“, waren die beiden nun erschöpft, aber glücklich auf der Couch zusammengebrochen und lagen zu einem Knäuel vereint darauf und grinsten mich mit furchtbar geröteten und verschwitzten Gesichtern an.

„Ich möchte darauf hinweisen, dass ihr alt werdet und ihr früher durchaus akrobatischer wart“, übergoss ich sie netterweise mit meinem Spott und versuchte, ihre übersprudelnden Worte zu dämpfen.

„Ansprüche stellen, Schönste?“, kicherte Fred gemeingefährlich und seine Augen funkelten mit der ihm innewohnenden Boshaftigkeit.

„Hahaha“, lachte ich befreit auf und schüttelte gutmütig meinen Kopf. Es war schön, zu erleben, dass die beiden sich nie ändern würden. „Irgendwie habe ich das Gefühl, dass Harry nicht so froh wäre, wenn sein kaum den Windeln entwachsener Sohn schon Sex sehen darf“, tadelte ich mit meinem Glas auf sie deutend und überschlug meine Beine.

„Oh, meine Morgana.“, „Vergiss Merlin nicht.“, „Ja, der noch nicht, das ist Harry!“, „Außerdem trägt Lucien noch Windeln, du hast von Babys null Schimmer, oder?“ „Und ich glaub… dir bekommen die alten Säcke nicht, die machen dich verklemmt und prüde.“, „Außerdem hättest du auch in der Küche warten können, bis wir fertig sind“, informierten sie mich abwechselnd und bekamen langsam, aber sicher wieder besser Luft.

Herrlich, wie sie mir bissig Paroli boten, während ich breit grinste. Lucius und Severus als alte Säcke, wenn die Twins wüssten, wie kreativ die beiden waren und wie wenige Grenzen es bei ihnen tatsächlich zu geben schien.

„Da war nichts, was ich bei euch nicht bereits gesehen hätte“, winkte ich eilig ab. „Und Schlimmeres habe ich auch schon miterlebt, also bildet euch nichts darauf ein“, streifte ich gedanklich das Gewölbe.

„Ahhh, das glauben wir sogar“, antwortete George für sie beide, als sie sich langsam, aber sicher aufrichteten und ich so gütig war und Reinigungszauber auf sie sandte.

„Jetzt bin ich neugierig. Womit verdienen wir deine werte Anwesenheit?“, „Ja, erzähl uns die dreckigen Details, die bei dir passiert sind“, meinten die Twins sofort begeistert, während sie meine Fürsorge hinnahmen und ich betrachtete ihre noch immer nackten Leiber vor mir und so verzogen sich meine Mundwinkel.

„Wollt ihr euch nicht langsam anziehen?“, fragte ich fordernd und nippte an meinem Wein.

„Warum? Angst, mir was wegzusehen?“, reizte Fred mit hochgezogenen Augenbrauen, was George kichern ließ. „Wir sollten dieser Tradition frönen.“ „Und ihr nie abschwören.“, „Unheimlich reizend, wenn du uns zusiehst“, begeisterten sie sich erneut.

„Prost“, erhob ich auf sie das Glas, da ich unweigerlich ebenfalls lachen musste. Sie kannten keine Scheu noch Scham und irgendwie war das nach meinen Erlebnissen erleichternd und befreiend. „Wo ist Astoria? Wo Lucien?“, kam ich zu einer meiner ersten Fragen zurück und beide grinsten mich wieder frech an, während sie dabei waren, ihre Sachen zusammenzusuchen.

„Sag uns nicht, du bist wegen den beiden gekommen“, kam es beinah schon beleidigt von Fred, der wenig galant in seine Hosen schlüpfte.

„Das nicht, das hätte mich fast abgeschreckt“, gab ich offen zu.

„Ha!“, „Wusste ich es doch.“, „Das war so klar.“, „Ich fühl mich irgendwie geehrt, du nicht auch, George?“, „Uh, auf jeden Fall, die Schönste kommt zu uns und zu sonst niemandem.“, „Oh lala!“, zeigten sie sich aufgekratzt wie eh und je und als Georges Kopf aus seinem Shirt wieder auftauchte, blinzelte er mir zu.

„Aber keine Sorge, Astoria meinte, sie schenkt uns Zeit zu zweit, ohne Kind, weshalb sie Lucien mit nach Dublin genommen hat“, machte mich seine Information sprachlos und kurz starrte ich ihn mit offenem Mund an.

„Da wird sich Draco aber freuen“, entwich es mir dann ohne groß nachzudenken und die beiden brüllten vor Lachen laut auf, denn eins war klar, Lucien zu Besuch zu haben würde Draco, so oder so, gar nicht gefallen.

„Jaaaaa, so kann man es wohl sagen. Als die Verbindung über den Kamin aufgebaut wurde und er mitbekommen hat was ihn da erwartet…“, „Ja… das hat ihn nicht erfreut.“, „Sein Gesicht war herrlich über den Kamin, so verzogen, als würde er etwas sehr Saures essen.“, „Hahaha“, „Aber er hat es getan.“, „Guter Pate“, verkündeten die Twins ohne etwas zurückzuhalten und ich staunte, als sie sich nun ihre Pullover über die Köpfe zogen und starrte fassungslos auf die Bescherung, die meine Augen aushalten musste, beinah wünschte ich sie mir wieder nackt.

„Was ist das?“, deutete ich ziemlich überfordert auf ihre abartig bewegten Pullis.

Es waren eindeutig die Weihnachtsgeschenke ihrer Mutter, nur hatten die Twins sie anscheinend verschönert, indem die schwarzen Thestrale auf dem einen fröhlich vor sich hin galoppierten und ihre weißen Augen immer wieder wie Sterne hell aufblitzten, oder auf dem anderen Hauselfen mit roten Mützen aufgeregt hin und her stolperten und ihre Mützen grell explodierten. Ich war zusätzlich geblendet und blinzelte heftig.

„Ist das nicht schön? Ich habe mir extra viel Mühe gegeben, willst du auch einen?“, fragte der böse, so böse Fred viel zu ernst und ich schluckte schwer.

„Blaise, Draco, Astoria und jetzt du…“, amüsierte sich George als sie Platz nahmen und gespannt zu mir blickten.

„Dann hau mal raus.“, „Wir sind auf die nächste Sicht gespannt“, übergingen sie grinsend meine Blindheit und ihre Sprunghaftigkeit war bewundernswürdig.

Hermines Sicht Ende

Severus Sicht

Ich starrte auf ihr Geschenk!

Sie hatte mich!

Sie hatte mich wirklich und der Gedanke schmeckte mir gar nicht, aber mit dieser kreativen Gabe hatte sie mich wahrlich überrascht und irgendwie gestattete ich mir die selten gegönnte Freude, mich an einer Gabe zu ergötzen.

Es war kein teures Geschenk, aber es war eines, das zeigte, dass ihr unsere gemeinsame Zeit und Geschichte im Gedächtnis haften geblieben war. Damit stellte sie jedes überteuerte Geschenk von Lucius weit in den Schatten. Ich hatte das vergessene Geschenk in meinem Gehrock entdeckt, den ich heute zum Schulbeginn trug. Ich war erstaunt gewesen, festzustellen, dass ich vergessen hatte, es auszupacken und hielt es nun selbstvergessen in Händen.

Kein Wunder, dass ich es verdrängt hatte, wo ich doch gewöhnlich diesem Tag meiner zurückliegenden Geburt nie besonders viel Aufmerksamkeit zukommen ließ. Weshalb ich es auch als unnötig betrachtet hatte, es sofort vor Ort zu öffnen, beziehungsweise damals zu sehr von Hermiones weiblichen Attributen abgelenkt gewesen war und mir dies ergötzlicher erschienen war als ihre Gabe, aber jetzt war ich doch gefesselt.

Ich erinnerte mich an Potters Hochzeit, als ich ihr gegenüber hatte anklingen lassen, dass ich einmal so etwas von ihr gern hätte. Dass sie das ernst genommen und es sich für meinen Geburtstag aufgehoben hatte, überraschte, aber im positiven Sinne!

Jedoch lag nun noch immer mein Blick auf ihr. Auf ihr, wie sie hier gezeigt wurde. Sie hatte eine normale weiße Schulbluse an, die schon ziemlich knittrig aussah, ihre Krawatte war gelöst und hing schon gefährlich schief und tief, im Laufe des bewegten Bildes würde sie sich noch völlig verabschieden und auf den Boden segeln. Ihre Haare waren aufgrund des Dampfes eine einzig wüst gelockte Katastrophe und luden mich gedanklich dazu ein, meine Finger darin zu vergraben, als sie den dritten Knopf der Bluse öffnete und sich kurz mit Händen Luft zufächelte.

Meine Aufmerksamkeit glitt zu ihren geschickten Händen, die ohne Scheu gewissenhaft und akkurat die Rattenmilz zerteilten, um diese dann vorsichtig in den Trank zu geben. Dabei glänzten ihre Augen vor Aufregung und Erregung, einen gelungenen Trank zu bereiten. Es war eine diffizile Herausforderung, alles korrekt bis ins kleinste Detail zuzubereiten. Es erforderte höchste Konzentration und natürlich den Mut, Neues auszuprobieren, um einen Trank zur perfekten Vervollkommnung zu bringen. Das war die hohe Kunst des Brauens. Was wieder meinen Blick zurück auf das sich stetig wiederholende Bild vom Tränke brauenden Biest lenkte.

Ihre Miene zeigte mehr als sonst und soeben schoss ihre Zungenspitze zwischen ihren Lippen hervor und sie leckte sich darüber. Sie war hochkonzentriert und ich war gewillt, leise zu seufzen. Dieser Anblick war auf seine ganz eigene, unbestimmbare Art erotisch.

Auf einmal bemerkte ich zusätzlich, wie ein Tropfen zwischen ihren Brüsten hinab rann. Sie hatte die Bluse unbewusst um einen weiteren Knopf geöffnet. Plötzlich blickte sie genau in die Kamera und ihr stechender Blick ging mir durch und durch, bevor sie ihre Lippen zu einem verführerisch anmutenden Lächeln verzog.

Kurz beschlich mich die Frage, wer sie fotografiert und wem sie ein derartiges Lächeln geschenkt hatte und doch überwog meine Freude, dass sie erkannte, was uns verband, und was ich an ihr schätzte. Dieses Bild offenbarte noch etwas anderes und ich musste mir eingestehen, ich selbst vermisste zu meiner Schande das Brauen sehr. Ich hätte es nie vermutet, aber das Unterrichten von Tränken war viel unterhaltsamer als die Verteidigung zu lehren und hier als Schulleiter zu sitzen schlug alles an trister Langeweile, was man sich vorstellen konnte.

Ich hasste die Aussicht, wieder all diese krawallmachenden, pubertierenden Wesen als Schulleiter überwachen und kontrollieren zu müssen, wobei genau betrachtet Schüler und Lehrpersonal erschreckend wenige Unterscheidungsmerkmale aufzuweisen hatten und mit einem Schlag wünschte ich mich inbrünstig weit weg. Prince House, ein Hort der Ruhe und des Friedens, der mich viel zu selten sah, selbst Spinners End wäre diesem Affenstall hier vorzuziehen, oder eben mein Klassenzimmer, in das ich mich zurückziehen könnte und es keiner wagen würde, mich zu stören. Das waren noch Zeiten gewesen.

Ich betrachtete weiter das Foto. Das Lächeln verschwand und sie hob ihre Haarmähne an, um sich Luft zuzufächeln, erst dann brach das Geschehen ab und die magische Fotographie begann wieder von vorne.

„Du willst spielen?“, murmelte ich schnarrend zu dem Bild und verzog meinen Mundwinkel zu einem schiefen Grinsen. Dieses Geschenk war wie eine Aufforderung von ihr und jetzt verstand ich auch, weshalb sie am Frühstückstisch nachgefragt hatte, ob ich es schon geöffnet hatte. Im Nachhinein betrachtet war es genial, dass ich sie zum Schulbeginn herbeordert hatte.

„Haben Sie sich überlegt, wie Sie mit den neuen Problemen umgehen?“, unterbrach Dumbledore meine Gedanken und ich hatte verdrängt, dass ich unter steter Beobachtung stand.

Mit einem widerwilligen Seufzen sah ich von dem Bild auf und zu dem weniger ansehnlichen Portrait, das Albus zeigte, wie er mich mit missbilligender Miene musterte.

„Natürlich“, murrte ich nur missgestimmt, weil er meine angenehmen Gedanken unterbrach und mich wieder ins Hier beförderte.

„Ja… und was planen Sie?“, fragte er neugierig und mir ging bösartig durch den Sinn, dass dem Mann in seinem Rahmen sterbenslangweilig sein musste.

„Lassen Sie sich doch mal überraschen“, grinste ich ihn derart gemein an, dass einige der anderen verblichenen Schulleiter furchtsam weghuschten. „Und um es für Sie besonders zu machen… plane ich es in meinem Büro und Sie sind anwesend und können alles genau verfolgen, dann muss ich keinen Bericht abliefern?“, bot ich zweideutig an und das Ende ging in den lauten Protestrufen unter, da die Reaktionen nicht auf sich warten ließen.

„Nein!“, „Nein, nicht schon wieder.“, „Ist das eine Drohung?“, „Wenn Sie wieder Unzucht mit einer Schülerin treiben wollen… werden wir uns wehren!“, „Mit DER Schülerin, dann wehe Ihnen… Merlin.“ Kurz war ich versucht, meinen Schädel auf den alten Schreibtisch zu donnern, das hielt doch kein Mensch aus.

Severus Sicht Ende

Hermiones Sicht

Ich erwachte mit einem leichten Kater und stöhnte verhalten, während ich meine Hände an meinen Kopf presste.

Autsch, die Twins waren echte Teufel, aber nach einem Blinzeln machte ich ein Fläschchen neben meinem Kopf aus und dankte Dobby für seine Fürsorglichkeit. Die Gespräche mit den Twins waren heftig und deftig gewesen, vor allem ein Satz hallte mir ständig in den Ohren wider.

„Gratulation.“, „Zu deinem Fick mit dem Sahneschnittchen.“, „Neid, purer Neid“, hatten sie gemeint und sie waren wirklich unmöglich und gedanklich spulte ich nochmal ihre Sätze ab:

„Warum?“, „Es war doch klar, dass er dich irgendwann in seine ausgesucht schönen Finger bekommt.“, „Ja, und nach Dracos Blödsinn, den er sich mit der Veela geleistet hat, wundert es mich nicht mal, dass du schwach geworden bist.“, „War er so gut wie ich annehme… dass er es war?“, „Raus mit der Sprache, Schönste, sonst wird es in unserer Phantasie nur noch wilder.“, „Ich meine… bitte… wer würde bei dem Sahneschnittchen nicht schwach werden?“ Es war hoch her gegangen und natürlich wollten diese nervigen kleinen Eichhörnchen wissen, wie es gewesen war und ich versprach mir innerlich hoch und heilig, dass diese beiden Verrückten niemals von meinem Dreier erfahren würden, als mein Schwur von einer aufschwingenden Tür unterbrochen wurde.

„Unser schönstes Dornröschen ist erwacht… komm frühstücken… du siehst aus als bekämest du zu wenig zu essen“, meinte der Eindringling auf einmal sehr ernst und kam mit kritisch musterndem Gesichtsausdruck zu mir und ließ die Tür hinter sich zu fallen.

„Warum lieg ich auf der Couch?“, wich ich fragend aus und zog mich hoch.

„Gute Frage, irgendwann bist du einfach eingeschlafen und wir dachten, die ist bequem… wie wir gestern ja getestet haben. Wer braucht schon ein Bett?“, meinte er gutmütig und lächelte mich schelmisch, mit verschmitzt blitzenden Augen an.

„Sehr nett, George“, murrte ich nur und rieb mir über meinen verspannten Nacken. Nur dachte ich auch, dass das weniger von der Schlafunterlage kam als vielmehr von meiner inneren Anspannung.

„Du wirkst etwas gestresst, es sah so aus, als würdest du den Schlaf brauchen… anstrengend das alles?“, forschte er jetzt ernster, viel ernster als gestern Nacht und ich seufzte leise.

„Ja, es stresst und nervt, dass wir nicht vorankommen. Wir wissen einfach nicht weiter, kein Hinweis… nichts“, gab ich widerwillig zu und stöhnte hilflos auf.

„Denkst du nicht, dein Sahneschnittchen könnte wissen, wo ER einen versteckt hat?“, fragte George schlau nach, aber ich schüttelte eilig meinen Kopf und bereute es sofort und schloss die Augen.

„Spätestens nachdem Lucius das Tagebuch versenkt hat wird der Lord ihm mit Sicherheit keines seiner Seelenteile mehr anvertrauen… Rechte Hand hin oder her und um Nagini zu töten ist es zu früh, das würde dem Lord nur sofort offenbaren, was wir wissen“, zählte ich die zermürbenden Fakten auf und blinzelte nun wieder zu ihm und seiner durchaus besorgten Miene.

„Vielleicht hat ja Harry einen Geistesblitz?“, verkündete er hoffnungsvoll und strich sich durch seine roten Haare.

„Bei dem blitzt es für meinen Geschmack manchmal zu oft“, murrte ich finster und verzog meine Lippen, woraufhin er die Augen weit aufriss, da er meine Anspielung durchaus sofort richtig verstand.

„Was? Hält er seinen Geist nicht verschlossen?“, stieß er regelrecht erschrocken aus.

„Es fällt ihm… sehr schwer“, gab ich ungern zu.

„Das ist gefährlich“, erklärte George eine Tatsache, die mir gewöhnlich schwer im Magen lag.

„Das wissen wir“, entfuhr es mir genervt, woraufhin er bei meinem aggressiven Ton die Schultern hochzog, als ich ihn entschuldigend ansah und gemäßigter fortfuhr: „Warum denkst du, kommt er nie zu Lucien und hält ihn komplett aus seinen Gedanken und seinem Leben raus?“, fragte ich aber noch immer grimmig und kämpfte mich schwer hoch. „Ich geh ins Bad“, meinte ich knapp und schleppte mich davon.

Nach einer Dusche ging es mir wesentlich besser und so steuerte ich die Küche an, aus der es herrlich duftete.

„Und hast du vom Sahneschnittchen geträumt?“, empfing mich Fred auch sofort lautstark und kurz war ich versucht, auf dem Absatz umzudrehen, wenn nicht George breit grinsend einen großen Becher in der Hand gehalten hätte und ihn mir unterwürfig angeboten hätte.

„W… wa… was?“, ging ich zum Tisch und eroberte die Tasse, überspielte die aufkommende Röte.

„Sie stottert.“, „Sie wird rot.“, „Oh, wie süßßßßßßß“, stieß dieses unsägliche Duo fröhlich singend aus. „Schöner die Glocken NIEEE klingen.“, „Schöner die Trauung wird sein“, rollte ich hinter der Tasse mit den Augen und genoss den herben Geschmack des Kaffees.

„Was sagt der Tränkepanscher?“, sprach Fred einen Punkt an, den er gestern vergessen hatte.

„Hey, mal nicht despektierlich werden, Fred…“, „Ich könnt mich ja da nicht entscheiden.“, „Ja, ich auch nicht, das ist wie das Naschen an verbotenen Süßigkeiten.“, „Ich denke mir, die Schönste tut sich auch nicht leicht… den oder den, oder den…“, ergingen sie sich in ihrem lieblichen Spott und ich versuchte, nicht zu reagieren, denn alles wäre auffällig und verräterisch.

Wie sollte ich überspielen, dass ich mich gar nicht entscheiden musste?

„Du sagst gar nichts?“, „So ungewohnt stumm“, drangen sie weiter mit der ihnen innewohnenden Penetranz in mich ein, woraufhin ich mich hinter einer erneut randvollen Tasse versteckte.

„Schönste, ich denke nur, dass Lucius Malfoy ein anderes Kaliber als sein Sohn ist…“, gab George zu bedenken und ich hörte seine Sorgen um mich dabei heraus. „Nicht dass ich Draco nicht mag, er ist ein super Kumpel… aber…“, „Wir sorgen uns, Malfoy Senior teilt bestimmt nicht.“, „Der ist besitzergreifend und all das und das… könnte für dich gefährlich werden.“, „Du musst aufpassen“, mahnten sie hörbar bewegt und ergingen sich in ihren Vermutungen, Sorgen und Nöten aber auf die Wahrheit, dass er auch Severus gegenüber besitzergreifend war, kamen sie nicht und ich fühlte, wie mir immer heißer wurde.

„Hermione.“, „Schönste, alles gut?“, meinten sie plötzlich, währenddessen wedelte ich mir weiterhin Luft zu.

„Das soll alles nicht eure Sorge sein… es ist alles gut“, versuchte ich, auszuweichen und ahnte, wenn ich die Augen schließen würde, könnte ich wieder Severus vor mir, unter mir sehen und Lucius‘ Wange an meiner, ich, eingeklemmt zwischen beiden Männern.

Oh, meine Göttin, eilig etwas anderes denken.

„Moment, wir sind nicht RON“, kam es reichlich verschlagen von Fred.

„Nein, das sind wir wirklich nicht. Hättest du die Güte, uns in die Augen zu sehen und nicht den Boden anzustarren?“, „Hallo!“, drängten sie mich enervierend wie nur sie es konnten. „Was haben sie getan, das dir peinlich ist?“, „Nein, nicht peinlich, Fred, unangenehm… so unangenehm, dass wir es bemerken?“, „Das wohl eher, hast recht“, alberten sie mit spitzer Scharfzüngigkeit rum.

„Ihr seid unmöglich“, meinte ich missmutig und starrte auf den Pancake, der in Ahornsirup ertrank und auf den ich die Lust verloren hatte.

„Du willst uns gar nicht anders.“, „Ehrlich nicht.“, „Dann würde dir was fehlen und das ist auch unsere Sorge… dass dir etwas fehlen könnte…“, sprachen sie wüst durcheinander und ich schüttelte entschieden mein lockiges Haar.

„Nein… wohl eher nicht und das mit Lucius, Severus und mir…“, sprach ich sehr eindringlich und deutete mit dem Zeigefinger anklagend auf die beiden. „Das geht euch gar nichts an“, sah ich mich zu meinem Leidwesen gezwungen, zu sagen, aber das Kommende hatte ich nicht erwartet.

„Wow…“, riefen beide und sahen zuerst mich und dann sich gegenseitig an und ich war irritiert. Was war an meiner Aussage so verblüffend?

„Krass.“, „Jaaaa, sehr unerwartet.“, „Auf alle Fälle, damit hätte ich jetzt nicht gerechnet.“, „Die beiden haben es in sich... uhhh…“, „Das sind mehr Infos als ich vertrage“, warf sich Fred seine Hand an die Stirn und hyperventilierte affektiert. Er meinte das sehr ironisch. Er wollte alle Infos, derer er habhaft werden konnte. „Ja, ich höre da auch etwas heraus…“

„Hört mit dem Unfug auf, ich schweige“, erklärte ich verbissen und blickte nun zum Fenster hinaus. Diese beiden teuflischen Red Devils konnten eine Plage sein, wenn sie denn wollten.

„Jetzt bin ich mir sicher!“, jubelte Fred und zappelte aufgeregt auf seinem Stuhl herum.

„Ich mir auch!“, resümierte George ernster, aber nicht weniger entschieden und mein Blick zuckte erschrocken zu ihnen. Was dachten sie zu wissen?

Was mir entgegensah waren zwei sehr identische Gesichter mit demselben, fiesen Grinsen im Antlitz, das mir Herzrasen bescherte. Aber am verstörendsten war das diabolische Strahlen ihrer durchdringend blickenden Augen.

„Schönste“, raunten sie beide mit einem Unterton, der mir durch und durch ging. „Wir können dich lesen wie ein Buch.“, „Ein Buch ohne sieben Siegel, hahaha.“, „Nein, schüttele nicht den Kopf, wir wissen es“, versprachen sie doppeldeutig, zwinkerten und grinsten wie verrückt und ich hatte damit zu kämpfen, dass mir nicht meine Augen sprichwörtlich herausfielen.

„Wie war der Dreier?!“, bescherten sie mir meinen Albtraum und ich war ratlos, wie sie durch die wenigen bis nicht vorhandenen Hinweise, die ich von mir gegeben hatte, darauf kommen konnten.

„Ich… ihr…“, stotterte ich daher wenig hilfreich los und verstummte schlussendlich.

„Ohhhh Mann, dass die beiden Männer das nochmal hinbekommen. Wir müssen ein Foto von ihr machen“, ergötzte sich Fred wegen meiner Sprachlosigkeit und ich schloss gequält die Augen. Der Moment, alles abzustreiten, war verstrichen. Sie würden meinen Lügen nie und nimmer glauben.

„Fred.“, „Ja, George?“, sprachen sie sich abwechselnd an. „Geh und hol ein Gläschen Sekt, das müssen wir richtig begießen“, bat George mit entschiedenem Timbre und sofort vernahm ich Geklapper und das Zuschlagen der Küchentür. Es war ungewohnt, dass Fred ohne Widerworte sofort ging.

Folglich schlug ich todesmutig meine Augen auf, um in das unaufgeregte Gesicht des gemäßigteren Twins zu blicken.

„Warum hast du ihn weggeschickt?“, fragte ich ausweichend und fuhr mir durch mein langes Haar.

„Weil ich dich fragen muss, ob du damit zurechtkommst…“, meinte er aufrichtig interessiert, griff sich meine andere Hand, die auf dem Tisch lag, und hielt nun richtiggehend Händchen mit mir.

„Was wenn nicht?“, fragte ich leise und wich seinem durchdringenden Blick aus.

„Dann müssten wir einen Weg finden, wie du aus dem Arrangement herauskommst“, gab er unumwunden zu und ich blinzelte, da ich erkannte, dass er es ernst meinte.

Er bot mir ernsthaft ihre Hilfe an, bei allem was ich wollte!

Er meinte es todernst, so ernst wie damals, als sie auf verrückten, einsamen Pfaden Nott Senior aus dem Leben gerissen hatten. So ernst wie selten, aber so ernst, wie sie waren, wenn sie bereit waren, über Leichen zu gehen und ich erwiderte nun den Druck seiner Hand und griff fester zu. Sie machten nicht jedem solche Angebote, aber es bedeutete mir unheimlich viel, dass sie mir dies unterbreiteten.

„Das ist das Liebste, was man jemals zu mir gesagt hat, danke“, erkannte ich die Liebeserklärung dahinter sehr wohl und war tief berührt und bewegt und gleichzeitig schockiert, da ich mit Grauen erkannte, was für uns schon normal geworden war!

Nur dass das nicht normal war, das musste man sich immer wieder vor Augen halten, auch wenn es wahrlich schwer fiel!

„Immer gerne, ich werde dir nie vergessen, wie du mir mit meinen Zweifeln mit Fred geholfen hast. Ich bin immer für dich da… aber Schönste, du weichst aus… kommst du damit klar?“, offenbarte George seine Dankbarkeit, wobei es für mich selbstverständlich gewesen war, ihnen zu helfen. Sie waren meine Freunde.

Freunde, wirkliche Freunde, die ich in Summe an einer Hand abzählen konnte, so man denn wollte, denn ich war mir sicher, bei einer Anti-Hermione Party hätte der Ballsaal im Manor nicht genügend Fassungsvermögen.

„Mhm… eine gute Frage, ich denke ja… ja… wir haben alle Defizite, aber auch durchaus brauchbare Eigenschaften und zusammen…“, fehlten mir auf einmal die Worte, um zusammenzufassen, was Severus, Lucius und ich waren und die Frage, ob ich damit klarkam, ließ sich selbst durch mein Gespräch mit Gellert nicht so leicht beantworten. Unterdessen strich sein Daumen über meinen Handrücken, irgendwie beruhigend.

„Beide sind richtige Männer, starke Männer, Männer, die durchaus überall Furcht und Schrecken verursachen, egal wo sie hinkommen. Bist du dem gewachsen?“, wollte er hörbar besorgt erfahren, weg war die Erheiterung von vorhin. „Zusammen haben sie dem ein oder anderen von euch schon das Fürchten gelehrt… denkst du, du kannst ihnen jederzeit die Stirn bieten?“, fragte er so vorsichtig nach, dass ich bemerkte, wie besorgt er wirklich um mich war und ich schenkte ihm eilig ein strahlendes Lächeln.

„Im Paroli bieten bin ich gut“, meinte ich daher aufrichtig überzeugt von meinem Können, den beiden die Stirn zu bieten und nickte zur Bestätigung.

„Wird es nicht zu viel?“, wandte er nachdenklich ein. Darüber nachdenkend zog ich unwohl die Schultern hoch und wollte ihm meine Hand entziehen, aber das ließ er nicht zu.

„Das weiß ich nicht, noch nicht… aber es fühlt sich gut an… Zusammen sind wir… zu dritt sind wir… unglaublich…“, erwiderte ich zu meiner eigenen Überraschung völlig aufrichtig, offen und überzeugt von dem, was ich gerade sagte.

„Perfekt?“, servierte George daraufhin fragend. „Ist das das Wort, das du suchst? Ihr seid zu dritt perfekt?“ Nun sah er mich gespannt abwartend an, während ich genau nachdachte.

„Vielleicht?“, gab ich zögerlich zu, nachdem mein Herz bei diesem Eingeständnis raste.

„Ja, so ähnlich geht es mir mit Fred…“, resümierte George leise. „Ich… ich habe erkannt, dass ich mit ihm ganz bin… einfach perfekt…“, drückte er meine Hand erneut und ich seufzte erleichtert.

„Hey, ihr quatscht ohne mich?“, unterbrach der zurückkehrende Fred unsere intime Unterhaltung wie ein tosender Tornado. Sofort fuhr ich aus meiner Starre und entzog George meine Hand endgültig. „Geht ja gar nicht. Was habe ich verpasst? Und Leute, am meisten freue ich mich jetzt auf die versauten Details und bitte, Schönste, wehe du lässt ein besonders delikates Leckerchen aus… ach, bin ich nervös…“, plapperte Fred wie das schlimmste Waschweib, aber nach dieser ernsten Aussprache kam seine erfrischende Art und Weise, alles auf die leichte Schulter zu nehmen, gelegen. Fred öffnete mit einem lauten Poppen und überschäumend die Flasche Sekt, die er aus dem Keller mitgebracht hatte.

„Du bist ein Spinner, Fred“, nahm ich kichernd das blubbernde Glas entgegen und nippte genüsslich daran, während sich die Jungs über den Frühstückstisch beugten und wir tatsächlich begannen, allgemein hin über verruchten Sex zu sprechen.

„Sie haben uns letztens fast erwischt, als wir mit Potterwatch auf Sendung waren“, platzte es beinah schon eifrig aus Fred heraus, als wir uns wieder ernsteren Themen zuwandten. „Aber wir waren zu gut gesichert, als dass wir es nicht bemerkt hätten“, brüstete sich Fred und ich zog beunruhigt die Augenbrauen hoch.

„Und doch war es zu knapp“, mahnte George widerwillig und das Eingeständnis fiel ihm wahnsinnig schwer.

„Wer?“, forderte ich entschieden zu erfahren und nahm auf ihre Wehwehchen genauso wenig Rücksicht wie sie auf meine Empfindlichkeiten.

„Die DeathEater“, kam es reichlich perplex von Fred und ich war versucht, meinen Schädel auf den Tisch zu schlagen.

„Was ihr nicht sagt“, schüttelte ich augenrollend den Kopf. „Welcher Trupp und was genau ist passiert?“, wurde ich exakter und erntete herausgestreckte Zungen.

„Ähm, du weißt schon, dass ihr Masken tragt?“, „Nur mal so nebenbei, falls dir das entfallen sein sollte“, lösten sie sich rasant ab und ich kicherte, als sie sich gespielt entrüstet über meine Dämlichkeit abklatschten.

„Sehr witzig“, nuschelte ich noch, nur sie verstanden es, eine derart heikle Situation so aufzulockern.

„Ernsthaft.“, „Ich denke, es war die Verrückte Lestrange.“, „Ihre Lache ist echt gruselig.“, „Aber ja, die Verrückte war es…“, meinten sie dann doch zuvorkommend, während ich verärgert meine Miene verzog, da ich an die Debatte zurückdachte und wie Scabior den Sender für sich haben wollte.

„Bellatrix“, verging mir meine gute Laune und ich ballte kurz die Hände zu Fäusten.

„Wow“, unterbrach der Ausruf von George meine Rachegelüste gegenüber dieser speziellen Frau. „Gruselig ist es auch, dass du sie mit ihrem Vornamen ansprichst“, sprach Fred weiter und ich bewegte daraufhin nur meine Augenbrauen, aber vor Bellatrix fürchtete ich mich weder noch machte sie mir Angst. Sie war schlicht und ergreifend irre und völlig unkalkulierbar in ihrem Verhalten.

„Tja, hast du uns schon mal gehört?“, überging George das Thema mit neuem Elan, jedoch dämpfte meine kopfschüttelnde Reaktion ihre Hoffnungen.

„Das ist eine Schande.“, „Das geht ja mal gar nicht.“, „Versprich uns, dass du uns mal zuhören wirst.“

„Geht klar, sobald ich an ein Radio komme, aber was mich mehr interessiert, wie konntet ihr entkommen?“, wollte ich eher auf das Wesentliche hinaus.

„Uhhhh, das war haarig.“, „Ja, das war knapp und unser Glück war, dass sie zuerst die Apparitionsschilde gelegt haben und wir die Chance hatten, mit einem Portschlüssel abzuhauen!“

„Wie auch immer, wir wechseln ja wohlweislich jedes Mal die Location, aber diesmal… weiß der Dachs, warum da diese Verrückte mit ihren Leuten aufgetaucht ist…“, „Das war echt nervig.“, „Völlig unnötig, aber wir sichern unsere Verstecke jedes Mal.“, „Frag mal nach absonderlichen Blessuren“, ergoss sich die Gemeinheit der Twins hämisch über ihre Feinde und ich nahm mir vor, nicht genau erfahren zu wollen, was für Abartigkeiten sie sich ausgedacht hatten.

„Dann war es echt knapp… irgendwelche Lecks?“, fragte ich besorgt und knabberte an meiner Unterlippe. Wenn ihnen was passierte, was wäre dann mit Lucien?

„Mhm… wir wählen die Gäste mit großem Bedacht.“, „Was für eine Vorstellung.“, „Ich will es nicht hoffen.“, „Dann würde fast nur der Orden bleiben…“, „Lee und Verity sind völlig vertrauenswürdig.“, „Auch Angelina“, warf noch George mit mahnender Stimme ein und nun rollte Fred leicht eifersüchtig anmutend mit den Augen.

„Ihr müsst wirklich aufpassen, wenn sie euch erwischen, wüsste ich nicht, wie ich euch helfen soll“, sprach ich eine unschöne Wahrheit aus und dachte mit Grausen an Cho.

Gleichzeitig verteufelte ich mich dafür, dass ich an sie dachte. Die Erinnerung an ihre Überreste verursachte mir noch immer Übelkeit, wenn ich mir gestattete, daran zurückzudenken. Das passierte so gut wie nie, aber die Gefahr, die Twins verlieren zu können, trieb mir das kalte Grauen durch die Venen.

„Angst, uns an die Wäsche gehen zu müssen?“, kam es reichlich unpassend von Fred, der anscheinend eher an das Gewölbe dachte als an Folter und Mord und ich wünschte ihm, niemals die Vergnügungen des Gewölbes kennenzulernen. Ich wusste nicht, ob Draco ihnen davon erzählt hatte.

„Das ist nicht lustig“, erwiderte ich daraufhin schmallippig und erntete relativ relaxte Gesichter.

„Ich versuche, es mit Humor zu nehmen.“, „Ja, was bleibt uns anderes?“, „Wir, wir alle… wir balancieren alle so ziemlich am Abgrund… so dass nicht sicher ist, wer heil herauskommt.“, „Das ist uns sehr klar“, resümierten sie wenig naiv und reichlich ernüchtert von der Realität.

„Wollt ihr wirklich weitermachen?“, fragte ich unwohl, wobei ich ahnte, dass ich mir die Spucke sparen konnte.

„Ja, die Leute, die Masse da draußen braucht Führung.“, „Sie brauchen Informationen.“, „Wir sind die Besten“, verkündeten sie nicht wirklich zurückhaltend und sehr überzeugt.

„Das seid ihr“, gestand ich großmütig, wenn schon nicht sonderlich begeistert und kurz drohte sich eine angespannte Stille über uns zu legen, die aber Fred nicht zuließ.

„Wohin gehst du denn, wenn du hier bei uns fertig bist?“, meinte er recht umständlich für seine sonst so freizügigen Verhältnisse.

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