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 Kapitel 603-604

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BeitragThema: Kapitel 603-604   Di Jul 18, 2017 10:12 pm

Zusammenfassung je 100 Kapitel, neu ist die von 501-600

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603. Kapitel Gone with the wind

„Natürlich“, gab er dann zu und ich schmunzelte überheblich.

„Selbstverständlich“, entgegnete ich leicht sarkastisch, gleichzeitig aber auch beruhigt, dass er es nicht wagte, mich zu belügen. Unterdessen kam er auf die Füße und lief wie ein eingeschlossenes Huhn vor mir herum.

„Hey, sie sieht toll aus“, verteidigte er sich und ich schnaubte abfällig, was ihn kurz unterbrach. „Okay, solange sie kein Geier ist“, schränkte er großzügig ein, bevor er weitermachte. „Aber… aber sie ist willig und sorry, wenn ich das sage, aber ich ertrage die Gesellschaft meiner Mutter nicht durchgängig, ohne durchzudrehen und da ist körperliche Aktivität das Sinnvollste…“, begann er sich regelrecht hektisch zu rechtfertigen, bis ich ihn mit erhobener Hand stoppte.

„Aber du unterliegst nicht mehr Wenas Magie…“, wollte ich involviert wissen und biss mir auf meine Unterlippe.

„Nein“, gab er nach einer Sekunde sichtbar widerwillig zu und verzog den Mund zu einem schmalen Strich.

„Mhm“, musterte ich ihn nach dem Eingeständnis mit schief gelegtem Kopf. „Nur um das zu verstehen, du gehst mit ihr ins Bett… willst aber trotzdem, dass sie stirbt, damit du wieder frei bist?“, fasste ich zusammen und er hatte die Courage, am Ende zu nicken, sodass ich ihn mit offenem Mund anstarrte.

„Was?“, gingen seine Hände erregt hoch. „Ich bin ein Slytherin und der Sohn meiner Mutter!“, hielt er mir mit Inbrunst vor und ich zog unbehaglich die Schultern hoch.

„Erstaunlich, dass die Mütter einiger Slytherins noch leben“, murrte ich spöttisch und erinnerte mich daran, wie sehr Lucius erfreut darüber gewesen war, Narcissa losgeworden zu sein, dank mir.

„Spar dir deinen Spott. Ich meine das ernst. Ich will das Weib nicht ewig an der Backe haben“, servierte er ungerührt, woraufhin ich meinen Kopf schüttelte. Bestimmt sagte er sich, er legte den Geier flach um sie in falscher Sicherheit zu wiegen. Das traute ich ihm durchaus zu. „Außerdem habe ich die Schwingungen zwischen Draco und Astoria wahrgenommen. Ich will nicht der sein, der am Schluss wie der begossene Pudel dasteht“, gab er nach meinen sichtbaren Zweifeln dann zu.

„Also geht es hier um eitle Empfindsamkeit, weil du Angst hast, dass die beiden nun was anfangen und du dann ohne jemanden und alleine dastehst… ach, Blaise…“, seufzte ich zum Schluss mitleidig und löste meine Beine aus ihrem Schneidersitz.

„Was?“, fuhr er mich an, dabei funkelten dunkle Augen unheilvoll und ich ahnte, dass er überlegte, ob er mir wegen Lucius und Draco eine reinwürgen wollte und als er seinen Mund öffnete, um weiterzusprechen, war ich irre angespannt, was er sagen würde. „Ich wurde von diesem Geier gelinkt! Ich bin mit diesem Miststück tatsächlich verheiratet…“, entfuhr es ihm mit erschreckender Resignation.

„Was? So richtig?“, stieß ich ebenfalls überrascht aus und knabberte an meiner Unterlippe. Das berührte mich in unangenehmer Weise selbst sehr tief.

Wie konnte diese magische Welt so rückständig sein und Leute so schnell und gegen ihren Willen miteinander verbinden? Auf der anderen Seite… wo es Magie gab, da war noch mehr möglich und wir waren die, die es ausbaden durften, ganz toll!

„Ja, das war das Ritual, ein Verbindungsritual! Wir sind gebunden, mit allem Drumherum… ist das nicht fantastisch? Und das ohne Vorwarnung, das werde ich ihr nie vergeben und das schreit nach meiner Rache!“, brachen die Gefühle über ihn herein, da er zu Beginn laut schrie und am Ende leise wurde, bis er drohend verstummte und damit seiner Aussage Gewicht verlieh.

Wir sahen uns lange an, bis ich meine Sprache wiederfand.

„Das ist noch schlimmer, als gegen seinen Willen verlobt zu werden“, meinte ich mit einer gewissen Süffisanz.

„Sehe ich ähnlich…“, entgegnete er aber umgehend und verzog seine hübschen Züge zu einer Grimasse.

„Blaise, du kannst nicht zulassen, dass alles, was zwischen Draco, Astoria und dich gekommen ist, alles zerstört, was zwischen euch war. Ihr habt trotz allem eine Freundschaft, eine Verbindung, die es wert ist, für sie zu kämpfen!“, meinte ich überzeugt, woraufhin er verächtlich pfiff.

„Ach, und was ist mit dir und Draco?“, erwiderte er aggressiv. „Dass du seinen Dad fickst, bedeutet… dass es ihm spitze geht?“, schoss er so giftig und böse ab, dass ich versucht war, mich zu ducken, aber ich bewahrte die unbewegte Maske.

„Ich habe seinen Blick gesehen, als du in die Halle kamst. Ich habe gesehen, wie er dich im Unterricht beobachtet. Ich habe gesehen, wie er mit dir im Flur gesprochen hat. Ich habe gesehen, wie er dich berührt hat… Ich…“, wollte er endlos weitermachen.

„Draco und ich haben uns, im Gegensatz zu dir und Astoria, ausgesprochen!“, meinte ich eisig und erinnerte mich an das Gespräch in Dracos Haus in Dublin. „Es ist alles gut zwischen uns… es gibt Dinge, die nicht sein sollen, oder nicht mehr sein können…“, gab ich mit bitterer Gewissheit, aber ohne Reue zu, als mir sein zweifelnder und zynischer Blick auffiel. „Ja, okay, es ist nicht leicht, aber da sind keine schlechten, oder nachtragenden Vibrationen. Die Stimmung ist den Umständen entsprechend gut zwischen uns, vielleicht wehmütig und traurig, aber nicht nachtragend und böse!“, erklärte ich überzeugt, da es mir so ging, und als Draco und ich heute zusammen gewesen waren, hatte ich mich wohl gefühlt und er hatte sogar gelächelt; eine Seltenheiten in diesen Tagen.

„Ist es echt so leicht?“, zweifelte Blaise offen und schnaubte verächtlich.

„Ich habe es mir nie leicht gemacht“, hielt ich ihm mit Eifer vor und gedachte meinem langen und zähen Kampf gegen Lucius, aber er war ein ganz besonderer Gegner, bei dem man sich nicht schämen musste, wenn man verlor.

„Warum gibst du dann jetzt auf? Das verstehe ich nicht“, blieb Blaise vor mir stehen und ich musste zu ihm hinauf blinzeln, während ich auf dem Pult saß und meine Füße nicht ansatzweise den Boden berührten.

„Weil ich nicht mehr kämpfen will und kann“, gab ich widerwillig, aber sehr ehrlich zu. „Und… ich… ich will Lucius!“, bekannte ich mich zu meiner Entscheidung.

Ich musste mich festlegen, wenn ich irgendwann einmal zur Ruhe kommen wollte, das hatte ich erkannt und akzeptiert, indes huschte aufrichtige Überraschung über Blaises Gesichtszüge.

„Auf einmal?“, lag großer Zweifel in seiner Frage.

„Er passt unglaublich gut zu mir… und die Umstände führten dazu… dass ich es ausprobiert habe“, umschrieb ich den Fluch flunkernd und biss mir dann auf die Lippe, um nicht zu schmunzeln.

Wenn man daran zurückdachte, konnte Lucius manchmal wirklich ein snobistischer Kindskopf sein und wäre die Geschichte nicht auf meine Kosten gegangen, wäre es wirklich zum Lachen.

„Passiert ist passiert… natürlich“, stimmte Blaise ohne zu zögern zu. „Aber selbst wenn nicht, du wärst nicht zu Draco zurückgekehrt? Wenn es nicht passen würde, also zwischen Lucius und dir… was würdest du tun? Wieder zum Sohn gehen, nachdem er den Ausrutscher mit Wena hatte?“, versuchte er, zu ergründen, wie weit ich gehen würde, dabei stand er immer noch gespannt vor mir.

„Autsch, der Punkt geht an dich“, traf mich seine Wahrheit tief und ich rieb mir über die schmerzhaft pochende Brust. Einen Spiegel vorgehalten zu bekommen war manchmal gar nicht schön.

„Ja, siehst du, und ich denke eben, dass Astoria nicht zu mir zurückkehrt… niemals zurückkehren wird, wegen diesem Geier und was sie da gesehen hat… also ist es egal…“, erklärte sich nun Blaise und wirkte todunglücklich, aber auch resigniert.

„Aber die Umstände eures ersten Zusammenseins waren andere… sie hat dich verzaubert“, gab ich zu bedenken. Dass auch Lucius einen Fluch über mich gelegt hatte, ließ ich außen vor. „Hm, über dein augenblickliches Amüsement mit diesem Geier könnte man hingegen nun streiten“, meinte ich aufrichtig tadelnd und als ich in seine Augen sah, nickte ich. Es verstand sich von selbst, dass ich Astoria von seinem Geständnis nichts offenbaren würde.

„Nein!“, schüttelte er entschieden den Kopf. „Ich weiß, dass ich Recht habe. Man sieht es, da ist etwas in Astoria zerbrochen und vielleicht auch in mir, das kann man nicht zurückholen und kitten, auch wenn ich Astoria noch immer liebe…“, gab er fassungslos zu und starrte mich unglücklich an.

„Sagst du das jetzt wegen Draco… oder wegen Lucius… dass du großmütig auf sie verzichtest und den Geier flachlegst, um sie ganz sicher nicht mehr zurückzubekommen?“, zweifelte nun ich und sprach meinen Verdacht offen aus.

„Hahaha“, lachte er freudlos auf. „Sie könnte es als zukünftige Malfoy wahrlich schlechter treffen“, lag eine unleugbare Wahrheit hinter seiner Feststellung.

„Noch sind die beiden vor keinen Altar getreten!“, erklärte ich eindringlich. „Rede es nicht vorher tot, aber gut, wenn du Astoria aufgeben willst. Warum soll dann Wena noch sterben, wenn du dich eh mit ihr amüsierst?“, drang ich in ihn, woraufhin er frech grinste.

„Viellicht bin ich zu sehr der Sohn meiner Mutter? Rache?“, bot er lakonisch an.

„Aber wenn du deine Rache selbst verüben willst und ich nur die Rückversicherung bin… verschwendest du dann nicht den Gefallen?“, kam ich auf das Wesentliche zurück und beobachtete ihn genau, während er nun entschlossen auf mich zutrat.

„Du weißt noch nichts von dem anderen Teil des Gefallens, den ich fordern will… außer der Rückversicherung“, lag eine Bosheit in seinen Worten, die den Twins zur Ehre gereicht hätte. „Ich will ja noch mehr“, erklärte er unheilvoll und alles in mir zog sich zusammen.

„Ohhh, jetzt kommt es, Mr. Zabini, lassen Sie sich gesagt sein, dass Sie furchtbar fordernd sind“, versuchte ich zu spaßen, aber ich ahnte, dass mir nicht gefallen würde, was da kam, so durchdringend wie er mich ansah.

„Aber du schuldest mir was!“, offenbarte Blaise, dass er halt eben auch eine Schlange war, als ich ihn schmallippig anlächelte.

„Das weiß ich, daran musst du mich nicht ständig erinnern“, wisperte ich dunkel. „Nur mag ich es nicht, wenn man es zu weit treibt, denn Blaise… du willst mich als Freundin behalten, oder? Also bedränge mich nicht… und fordere nicht zu viel… was willst du noch?“, wollte ich nun Tacheles reden, wir waren beim Geschäftlichen angekommen.

„Du würdest das mit Wena also wirklich tun und mir abnehmen, wenn ich wollen würde?“, lag ein ehrfurchtsvoller Ton in seiner Stimme, der mir eine Gänsehaut bescherte, woraufhin ich nur knapp nickte und er sich räusperte. „Okay, also das andere wäre…“, schluckte er sichtbar schwer. „Bring es irgendwie zustande, dass Lucius Astoria freilässt, wenn sie sich freiwillig verlobt und heiratet, dann ist das in Ordnung… aber nicht so…“

„Du willst, dass ich…“, stotterte ich, da es mir den Boden unter den Füßen wegzog.

Er wollte meine Hilfe nicht für sich, sondern für die Frau, der seine Liebe galt. Das war so Gryffindor von Blaise, dass ich vergeblich nach der Schlange ihn ihm Ausschau hielt.

„Dass du Lucius Malfoy überzeugst, oder einen anderen Weg findest, um Astoria zu befreien“ formulierte er seinen Wunsch sehr genau, als ich langsam begann, meinen Kopf zu schütteln.

„Das wird er nicht tun“, spielte ich gedanklich alle möglichen oder unmöglichen Szenarien durch.

„Für dich vielleicht schon. Du bist die einzige, der er zuhören würde. Er ist dir verfallen, jeden anderen würde er nicht mal aussprechen lassen, aber dir würde er Gehör schenken. Dir würde er den Gefallen vielleicht sogar tun“, drang Blaise mit beschwörender Stimme in mich und ich schloss gepeinigt die Augen.

Wenn Blaise ahnen würde, was das, was er von mir verlangte, bedeuten könnte!

Ja, vielleicht würde Lucius es wirklich tun, wenn ich darum bat und bettelte, aber er würde dafür etwas von mir verlangen und eines war klar, dass es ein großes Opfer wäre, was ich dafür würde bringen müssen!

Ich würde Lucius eine Macht über mich einräumen müssen, die ich ihm niemals freiwillig zugestehen würde.

„Geh jetzt“, bat ich müde und straffte meine Schultern. Als er bemerkte, dass ich nicht weiter reden würde, vernahm ich daraufhin das Klacken der zuschlagenden Tür.

Wenas Schicksal war besiegelt und dies war Blaises Wille und damit war ebenso auch mein Schicksal beschlossen! Aber noch war ich völlig ahnungslos, wie ich das schaffen sollte, ohne mich und meine Freiheit und Eigenständigkeit völlig zu opfern. Auf der anderen Seite würde ich eventuell auch Draco befreien und wenigstens er hätte dann die Möglichkeit frei zu wählen! Es ging nicht nur um Astoria, sondern auch um Draco!

Ich war gespannt, wenn die Zeit um Ostern herum kam und alle im Manor versammelt waren, was passieren würde. Bis dahin hatte ich Zeit, darüber nachzudenken.

Hermiones Sicht Ende

Dracos Sicht

Seit dem Aufmarsch in Severus‘ Büro waren alle sonderbar, um es milde auszudrücken.

Die Slytherins der BL und DA wisperten in einer Tour, sichtbar beunruhigt über das was da kommen würde. Astoria lief noch immer mit einer Leichenbittermiene herum, während Blaise versuchte, den Unsichtbaren zu mimen und jetzt glatt das Abendessen verpasst hatte, genauso wie Hermione. Dabei ließ ich Revue passieren, wie mir Hermione immer mal wieder während des Unterrichts über den Weg gelaufen war.

Es war schön, die echte Hermione wieder hier zu haben. Es war jedoch frappant, wie anders als früher sie agierte. Ihre Hand schoss nicht in die Höhe, um ihr Wissen kundzutun, auch saß sie ab nun ganz hinten, sprach nicht, schrieb aber auch nicht mit, ganz so als ginge sie das alles gar nichts mehr an.

Als ich wieder an Astorias Gesicht beim Mittagessen dachte und Blaises Schweigsamkeit seufzte ich lauthals. Mir ging das Getue auf den Senkel und ich wusste, es wurde Zeit, ein Treffen der beiden zu arrangieren. Ich musste hinbekommen, dass es in Ansätzen wieder so wie früher wurde, da wir nur als Team stark waren.

Außerdem stand uns noch Ostern bevor, wo wir alle im Manor zusammengepfercht sein würden und da galt es, frühzeitig für Ruhe zu sorgen, aber auch ich wollte einfach mal schlicht meinen Spaß haben. Ich war noch zu jung, um mich immer um alles zu sorgen.

So saß ich in meinem Sessel, bequem vorm Kamin im Slytherin Gemeinschaftsraum, und hörte nur mit halbem Ohr zu, was Sally-Ann mir in selbiges säuselte. Es war echt erstaunlich, wie wenig es so manche Slytherins interessierte, dass ich nun offiziell verlobt war. Noch vor kurzem hätte dies keine gewagt, zu berüchtigt war Hermione, aber ich musste zugeben, ich hatte Sally-Ann neben mir auch mehr als ermuntert, sich mir an den Hals zu werfen und da sie weder eine DA noch eine BL war, fühlte sie sich auch keinem weiter verpflichtet. Soeben hatte sie sich dann doch mal kurz von mir abgewendet und kicherte mit einem anderen Mädchen über eine Anzeige im Propheten. Offenbar war in Hogwarts schon rumgegangen, dass Marietta Edgecombe und Cormac McLaggen offiziell verlobt waren und ihre Hochzeit alsbald ohne die gewöhnliche Verlobungsfrist in einem Monat stattfinden sollte. Aber gerade das Getratsche darüber war mir herzlich egal.

Meine Aufmerksamkeit galt generell weniger dem was Sally-Ann sagte, mehr ihren langen Beinen, die sie auf der Sessellehne sitzend überschlagen hatte. Meine Hand lag auf ihrem einladend nackten Knie, während sie sich zu mir rüber beugte und mir ins Ohr hauchte, was ich mit ihr tun könnte, dabei presste sie ihre Brüste schamlos, aber auch lockend an meine Schulter.

„Mitkommen“, entschied ich nach kurzem Überlegen, denn ich war es leid, weiter zu warten, oder zu grübeln.

Außerdem war mir dieses Vorspiel in aller Öffentlichkeit wirklich zu blöde und ich hatte Astoria entdeckt, die wohl schon seit einigen Minuten im Raum sein musste, denn sie stand nicht weit entfernt und beobachtete die Situation mit Argusaugen, anscheinend noch unentschieden, wie sie reagieren sollte. Ihr Blick jedenfalls verriet nichts Gutes, weshalb ich mein Heil in der Flucht suchte. Ich erhob mich, ergriff Sally-Ann am Handgelenk und wollte sie mit mir ziehen, doch sie kam nur zu willig mit.

„Hihihi, du bist aber stürmisch“, vernahm ich Sally-Ann neben mir infantil, aber auch vorfreudig kichern, während wir den Raum durchquerten.

„Was denkst du, was du da tust?“, hörte ich auf einmal vor Wut schäumend hinter mir. Kurz überlegte ich, sie zu ignorieren, aber ich wusste, wie hartnäckig sie sein konnte. Abhauen würde gar nichts bringen.

„Wir haben Spaß“, kokettierte das Mädel an meiner Seite und ich stöhnte innerlich auf.

War ich tatsächlich so tief gesunken? Eigentlich nicht zu entschuldigen, aber sie bot sich geradezu an und so lange wie ich nun schon alleine war, hatte es sich nach einer guten Gelegenheit angehört, schließlich hatten Astoria und ich ja nicht wirklich eine Beziehung, oder gar Sex, oder irgendwas.

Ich meine, ich war ein junger Mann, was erwartete man von mir?

„Verpiss dich!“, grollte Astoria aggressiv zu Sally-Ann hin und ich erkannte deutlich, wie es in ihr brodelte.

„Aber er hat gewählt…“, erwiderte Sally-Ann regelrecht trotzig an mich gerichtet und da gestand ich mir ein, dass es hier nicht um mein Vergnügen ging, sondern auch um Astorias Stand in Slytherin. Wenn ich ihre Autorität jetzt hier im Gemeinschaftsraum untergrub, half ich meiner Nachfolgerin kein bisschen.

„Schwirr ab!“, beschied ich auf einmal harsch zu meiner auserkorenen und so willigen Gespielin und stieß sie demonstrativ von mir.

Sie blickte noch einen Moment irritiert und verletzt von mir zu Astoria, doch ich beachtete sie gar nicht mehr, sondern starrte Astoria entgegen, die sich mit vor der Brust verschränkten Armen vor mir aufbaute und mich am liebsten mit ihren Blicken erdolcht hätte.

„Was fällt dir ein, Draco Malfoy! Mich so zu behandeln… mich so bloßzustellen?“, hisste sie leise und kam mir immer näher.

„Untersteh dich, mir hier eine Szene zu machen“, zischte ich kalt, aber genauso leise zurück, dann wandte ich mich entschieden ab und strebte meine Räume an, wohl wissend, sie würde mir folgen.

„Pha… Mistkerl“, vernahm ich sie in meinem Rücken schnauben, aber auch sofort darauf ihre Schritte, die mir folgten.

In meinen Räumen angekommen knallte Astoria mit Elan die Tür zu.

„Na, was haben dir nur meine Türen getan, dass du sie immer so behandeln musst?“, empfing ich sie spottend.

„Sei nicht so ein Arsch, dann muss ich keine Türen knallen“, spuckte sie mir geradezu verachtend entgegen und jetzt brach die Wut aus ihr heraus.

„Ich verbitte mir diesen Ton“, maßregelte ich sie scharf.

„Ach, das tust du? Wir hatten einen Deal. Hast du das vergessen? Und hast du vergessen, was ich mit dir tue… wenn du eine andere anrührst?“, funkelte sie mich angriffslustig an und stand jetzt so nahe vor mir, dass sie den Kopf heben musste, um mich noch anzusehen.

Astoria verströmte keine mir angstmachende Aura, ihre Drohung wirkte irgendwie süß, bei Hermione hingegen war es immer etwas anders gewesen, bei ihr hatte man auf alles gefasst sein müssen.

„Der Deal hieß, du darfst dich entfalten und wir warten mit der Hochzeit. Mit wem ich ins Bett steige kann dir egal sein, schließlich war das nicht Teil unseres Deals“, erwiderte ich von oben herab.

Ich hatte nicht vor, ein Eunuch zu werden. Ich war ein Mann, ich wollte Sex, ich brauchte Sex!

„Klar, der feine Herr darf vögeln wen er will, soweit kommt’s noch“, lamentierte sie daraufhin zynisch und wirbelte herum, warf dabei die Hände theatralisch in die Luft.

„Wobei…“, wandte sie sich plötzlich wieder zu mir herum und wirkte auf einmal absolut gefasst und das Funkeln in ihren Augen war so teuflisch, dass es nichts Gutes verheißen konnte: „Vielleicht machen wir einen neuen Deal, darin sind wir doch gut, nicht wahr? Du darfst dir ins Bett holen, wen immer du willst und ich genauso. Gleiches Recht für beide, das klingt doch gut und fair!“

Sie wollte mich provozieren und sie schaffte es auch, dieser kleine Teufel.

„Untersteh dich… meine zukünftige Frau, die mir Kinder schenken soll, geht nicht wahllos mit Gott und der Welt ins Bett… niemals“, ging ich auf sie zu und fuhr sie eisig an. Wut wallte in mir auf bei dem Gedanken.

„Sieh an. Du bist so ein Heuchler, nichts weiter. Ein kleiner, mieser Heuchler!“, spuckte sie mir entgegen und ballte ihre Hände zu Fäusten.

„Ich lasse mich von dir nicht beschimpfen“, drohte ich ihr mit Wut, ging weiter auf sie zu und drängte sie zurück.

„Ach ja? Was willst du tun? Mich schlagen… so wie ER… Hermione…?“, provozierte sie weiter und traf damit einen Nerv, als sie mich an Vater erinnerte.

„Nein, verdammt“, wirbelte ich brüllend herum und donnerte meine Faust mit voller Wucht gegen die Wand.

Fluchend drehte ich ihr den Rücken zu, versuchte meine Hand zu öffnen, die an den aufgeplatzten Knöcheln zu bluten begann. Zum Glück schwieg Astoria hinter mir, während ich tief durchatmete und mir fahrig mit der heilen Hand die immer noch zu langen Haare aus dem Gesicht strich. In dem Moment musste ich daran denken, wie gelöst und fröhlich wir Silvester darüber geredet hatten, dass Astoria sie mir schneiden würde und das wir bisher nicht dazu gekommen waren. Eigentlich war die Zeit in Dublin mit ihr schön gewesen, bis wir uns gestritten hatten. Und bisher hatten wir auch den Streit nicht beigelegt, fiel mir gerade nur so nebenbei auf.

„Wir sollten uns nicht dauernd streiten“, drehte ich mich schließlich wieder zu ihr herum. Sie stand noch immer mit abweisend verschränkten Armen da und blickte mir unwirsch entgegen.

„Dann gib mir keinen Grund dafür“, gab sie bissig zurück.

„Wir müssen einander vertrauen und ein Team bilden“, ging ich bei diesen eindringlichen Worten auf sie zu und legte schließlich meine Hände auf ihre Schultern, auch wenn die verletzte Hand dabei schmerzte und einen blutigen Abdruck auf ihrer weißen Bluse hinterließ.

„Ach ja, und du meinst, dass du dir irgend so eine Slytherinschlampe ins Bett holst hilft da weiter?“, behielt sie ihre abwehrende Haltung bei und ich seufzte.

„Du willst ja nicht“, barst es trotzig, frustriert und völlig unpassend aus mir heraus, aber ich musste irgendwann Dampf ablassen, wenn ich nicht platzen, oder verrückt werden wollte.

„Pff… Männer…ich hatte echt mehr von dir erwartet!“, befreite sie sich aus meinem Griff, klang ehrlich enttäuscht und drängte sich an mir vorbei. „Kannst du nur an das Eine denken?“

„Mann, das ist doch alles scheiße“, fluchte ich auf einmal und ich wusste selber nicht so recht, woher der ganze Frust eigentlich kam.

Vielleicht von dem Gespräch mit Hermione, das mir ganz und gar nicht leicht gefallen war, oder daher, dass ich mich schon geärgert hatte, dass unser Zusammentreffen im Whirlpool so unschön geendet hatte, schließlich hatte es doch Potential gehabt, der Anfang von mehr zwischen uns zu sein.

„Da hast du recht“, bestätigte Astoria kühl und entschied sich nun doch, mich wieder anzusehen.

„Nur damit eins klar ist, solange du meine Verlobte… oder Frau bist, gibt es keine anderen Männer“, stellte ich kompromisslos klar und durch sie ging ein Ruck.

„Schön, dann sind wir uns einig, denn das gilt auch für dich und andere Frauen, Mister“, trat Astoria mit erhobenem Zeigefinger auf mich zu und pikste mir zum Schluss hin bei jedem Wort wieder gegen die Brust.

„Tja, dann haben wir ein Problem“, seufzte ich und fühlte mich auf einmal schrecklich alt.

Irgendwie nervte das alles seit Beginn des Schuljahres. Es war ja nicht so, dass ich ohne Vaters Spielchen nicht schon genug um die Ohren hatte. Ich hatte begonnen, mich damit abzufinden, dass ich Hermione verloren hatte und mich damit zu trösten versucht, dass ich dann zumindest tun konnte was ich wollte, mit wem ich wollte, als Vater mir Astoria vor die Nase gesetzt hatte. Es hätte so viel entspannter sein können, wenn er mich nicht zu dieser Geschichte hier gezwungen hätte.

„Du hast eins“, erwiderte sie gehässig. „Ich kann mich beherrschen“, wandte Astoria mir schon wieder den Rücken zu, klang diesmal aber eher abfällig.

„Hm…“, ging ich auf sie zu und ergriff sie an den Oberarmen. „Wir könnten es ja nochmal miteinander versuchen, das wäre die naheliegende Lösung“, beugte ich mich hinab und hauchte ihr dies ins Ohr. „Denk doch an unseren Kuss in Dublin“, fuhr ich fort und ließ dann meine Lippen über ihre empfindliche Haut an ihrem Ohrläppchen und darunter gleiten.

Sie erschauderte kurz unter meiner zarten Berührung, doch dann machte sie sich mit einem Ruck von mir los und ich zischte auf, denn ihre rasche Bewegung erinnerte mich schmerzlich an meine verletzte Hand.

„Lass das, Draco, deine Haare kitzeln. Überhaupt, du siehst immer noch aus wie dein Vater… du wirst ihm viel zu ähnlich…“, drehte sie sich zu mir um und maß geradezu tadelnd meine langen Haare. Diese raschen Stimmungswechsel, die sie an manchen Tagen drauf hatte, konnten einem echt Kopfschmerzen bereiten.

„Du wolltest sie doch schneiden“, zuckte ich mit den Schultern.

„Ja, aber vorher…“, griff sie nach meiner verletzten Hand und zog ihren Zauberstab.

„Du machst mich echt fertig mit deinem Hin und Her. Gerade warst du noch sauer…“, begann ich aufgebracht, während sie mich heilte.

„Ich bin’s immer noch“, meinte sie zuckersüß und zuckte mit den Schultern.

„Aber?“, fragte ich wirklich gespannt auf ihre Antwort und hob eine Braue, während ich sie musterte und sie meine Hand nun losließ.

„Ach, ich weiß es nicht“, seufzte sie. „Momentan bin ich dauernd wütend, geht mir schon selber auf die Nerven! Aber dein Verhalten war auch nicht okay, weder heute Abend… noch in Dublin…“, gestand sie schließlich seufzend ein und sah wieder zu mir hinauf.

„Vielleicht“, gab ich etwas nach. „Aber dass du Hermione vorschickst, um dich vor mir zu verstecken, ist auch nicht die feine englische Art“, warf ich vorwurfsvoll ein, denn dass sie einfach abgehauen war und mir nicht selber gesagt hatte, dass sie lieber ins Cottage wollte, fand ich wenig schön und war enttäuscht, dass sie zu solch feigen, einer Slytherin würdigen Mitteln griff.

„Das hat dir nicht gefallen, sieh an“, grinste sie unheimlich fies.

„Teufel“, grummelte ich ungehalten.

„Tja, dann sind wir quitt, auch wenn du dich viel mehr daneben benommen hast als ich“, gestand sie mir jovial zu und ich fragte mich, womit ich diesen Hitzkopf verdient hatte.

„Wie überaus freundlich von dir“, konnte ich den Spott nicht lassen.

Eins war klar, Astoria hatte ihre Scheu vor mir wirklich verloren und eine ganz eigene Art entwickelt, mir entgegenzutreten. Wenn ich das mit der Astoria verglich, die es im Zug damals nicht gewagt hatte, zu reden und zu äußern, was sie dachte, als ich ihr meine Pläne bezüglich meiner Nachfolge in Slytherin zum ersten Mal dargelegt hatte, war das hier kein Vergleich mehr zu heute. Jetzt ging sie mit mir ähnlich direkt um, wie sie es wohl mit jedem im Cottage getan hätte und das gefiel mir. Wir machten Fortschritte, so konnte man es wohl sehen.

„Setz dich hin, die langen Strähnen kommen jetzt ab“, deutete Astoria auf den Stuhl vor meinem Schreibtisch, doch in dem Moment klopfte es an der Tür. Wer war denn so blöd, mich zu stören, nachdem alle gesehen hatten, dass ich mit Astoria in meinen Räumen verschwunden war?

„Ja“, rief ich mehr als genervt.

„Entschuldige, Draco, aber ich muss dich dringen sprechen“, hastete Theo herein und stoppte kurz, als er Astoria neben mir erblickte. „Du musst mir helfen“, begann er erregt und ich lauschte ihm, bis er endlich wieder ging und meine Räume verließ.

Ich setzte mich schweigend auf den Stuhl vor meinem Schreibtisch und brauchte keine Worte, um Astoria wissen zu lassen, dass sieanfangen sollte, mir endlich die Haare zu schneiden, während ich nachdachte.

„Was denkst du?“, fragte ich sie einer Eingebung folgend schließlich nach einem Moment der Stille.

„Worüber?“, hielt sie in ihrem Tun inne.

„Theo. Übertreibt er?“, kam mir die Idee, dass sie vielleicht wirklich andere Einblicke hatte als ich, außerdem erschien es mir von Vorteil, wenn sie jetzt schon merkte, dass ich sie einbeziehen wollte. Es ging um Slytherin, um Entscheidungen, das würde nächstes Jahr ihre Verantwortung sein.

„Ich weiß nicht. Er könnte vielleicht recht haben…die anderen reden auch darüber“, überlegte sie ruhig und schnitt jetzt weiter meine Haare.

„Meinst du, wir sollten es tun?“, hakte ich daher gespannt nach.

„Hm, schwierig. Das ist sicher nicht ungefährlich“, bekräftigte sie überzeugt und stoppte erneut, weswegen ich mich umwandte und über die Schulter hinweg zu ihr hinauf blickte.

„Okay, dann ist es beschlossen“, entschied ich nickend, während Astoria mich mit vor Staunen geweiteten Augen ansah.

„Wirklich? Wegen meiner Einschätzung?“, fragte sie verblüfft.

„Klar, ich vertraue deinem Urteil“, tat ich es wie eine Kleinigkeit ab, indem ich mit den Schultern zuckte und mich wieder abwandte, damit sie weitermachen konnte.

Ich spürte jedoch, dass sie einige Sekunden brauchte, um fortzufahren und sich zu fangen. Das hatte sie nicht erwartet. Gut, ich hatte auch nicht geplant, so vorzugehen, aber es erschien mir gerade richtig.

„Habt ihr schon Pläne was aus Irland wird, jetzt, wo es immer gefährlicher dort wird?“, fragte Astoria auf einmal so nebenbei klingend, dass ich vor Überraschung fast den Kopf gedreht und sie angesehen hätte, doch der Gedanke an die Schere, die neben meinen Ohren klimperte, hielt mich auf.

Woher wusste sie von den Problemen mit dem Ministerium? Ihr argloser Ton konnte nicht darüber hinweg täuschen, dass sie ihren Mut zusammengenommen hatte, dies zu fragen und wohl nur aufgrund meines Vertrauensbeweises gerade diesen überhaupt gefunden hatte.

„Wie kommst du darauf?“, fragte ich perplex.

„Ich bin nicht dumm oder blind. Ich lese Zeitung und ich höre in Irland viel… also, was wollt ihr unternehmen?“, hakte sie nochmal nach und ja, sie hatte recht, beobachten und Informationen sammeln konnten alle, die im Cottage gelebt hatten, gut, was auch Teil unseres Erfolgs war.

Wissen bedeutete Macht.

„Hm, hast du Ideen?“, beantwortete ich ihre Frage mit einer Gegenfrage, woraufhin Astoria schnaubte.

„Typisch…“, echauffiere sie sich tadelnd und fuhr dann fort: „Wenn du so fragst, habt ihr keine Pläne!“

Damit traf sie es auf den Punkt. Wir überlegten noch, was wir tun könnten.

„Willst du helfen?“, fragte ich und sah sie durch den Spiegel an.

Astoria verharrte nun und blickte mich intensiv an. Es war ein sehr angespannter Moment, da ich mich durchaus um Irland sorgte, das war mein Baby und der Erfolg so enorm wichtig, nicht nur für mich, sondern auch für alle, die ihre Engagement dort einbrachten.

„Ja“, wirkte sie so ernst und inbrünstig, dass mir erst jetzt so richtig klar wurde, wie sehr ihr all das, was ich dort geschaffen hatte, am Herzen lag.

Nachdem sie im letzten Jahr so viel verloren und sich so viel geändert hatte, waren die Burg in Irland und auch die Gemeinschaft dort eine Konstante, die auch ihr Sicherheit boten. Anders als Hermione sah Astoria es nicht als tolles Projekt, das ihr nutzte, sondern als Teil des Ganzen und wollte sich dafür einsetzen. Mich freute das sehr, zu meinem eigenen Erstaunen. Sie zeigte das Interesse an meinem Erschaffenen, das Hermione daran immer hatte vermissen lassen.

„Gut, ich sage Marcus Bescheid“, entschied ich und nickte ihr knapp zu.

Astoria lächelte mir zufrieden zu und schnitt schweigend meine Haare fertig. Nach einem Blick in den Spiegel musste ich eingestehen, sie hatte es wirklich gut gemacht. Meine Haare waren kurz und modern und standen meinem Gesicht viel besser.

„Viel besser“, kommentierte ich ihre Arbeit und sie grinste frech. „Lass mich jetzt alleine, ich habe noch zu tun“, fuhr ich sogleich fort, weshalb sie zu meiner minimalen Überraschung willig Richtung Tür ging.

„Und schick mir Blaise“, hielt ich sie nochmal auf, während ich schon Feder und Pergament herausnahm.

„Muss das sein?“, blickte sie genervt zu mir zurück und zeigte jetzt ihren Widerwillen, zu tun was ich sagte.

„Ja“, meinte ich scharf, „… und regelt das endlich richtig. Wir können diese Stimmung zwischen euch nicht brauchen. Du wirst ihm ja wohl noch sagen können, dass ich ihn sprechen will“, entgegnete ich nicht weniger entnervt.

„Natürlich“, nickte sie schließlich nur knapp, nachdem sie mich ein paar Sekunden unentschlossen gemustert hatte, hastete danach jedoch ohne Gruß hinaus.

Seufzend fuhr ich mir durch die jetzt kurzen Haare. Das würde keine leichte Aufgabe werden, eine Basis zwischen Blaise, mir und Astoria zu finden, aber für beides formte sich gerade nach und nach ein Plan in meinen Gedanken.

Dracos Sicht Ende



Kleiner Ausblick auf Kapitel 604, ich hoffe das macht Freude auf mehr:

„Wie war dein Treffen mit Draco?“, fragte ich eindringlich und musterte sie durchdringend.

Ich nahm schlicht an, dass sie eine Aussprache gesucht hatten und war aufrichtig gespannt, ob sie es zugeben würde, oder Ausflüchte suchen würde.

„Neugierig?“, fragte sie regelrecht übermütig und klemmte ihre Lippen zwischen ihre Zähne, als sie gegen meinen Griff ankämpfte und ich losließ, woraufhin sofort ihre Finger geschickt wieder damit anfingen mein Knöpfe weiter zu öffnen.

„Hermione“, sprach ich sie daher nochmal seidig an, denn ja, ich wollte antworten. Ich hatte den Blick gesehen, den Draco ihr immer mal wieder gesandt hatte.

„Du bist zu ungeduldig und ja, wir haben geredet, wir haben uns ausgesprochen…“, meinte sie leise, dabei bemerkte ich sofort wie sie etwas zurückhielt, aber ich wartete ab, da ich ihren inneren Kampf bemerkte. Es fiel ihr alles andere als leicht mit mir darüber zu reden. „Und… und wir haben uns verabschiedet, es war sehr…“, verstummte sie um Worte ringend.

„Emotional?“, perlte es mit einer gewissen Verachtung von mir hervor, überrumpelt von der Vorstellung was für ein Theater sie hier veranstalteten.

„Was?“, blickte sie mich erschrocken an. „Nein, es war ein nötiger Abschied… wehmütig, wenn du so willst…“, flatterten ihre Hände nun durch die Luft, aufgrund dessen ich sie mit schief gelegtem Haupt maß.

„Wie sah er den dieser nötige, wehmütige Abschied aus?“, perlte mein Sarkasmus ungehindert aus mir hervor und sie spitze die Lippen, da ich unweigerlich bei solchen Worten Szenarien in meinem Kopf herumschwirren sah, die Lucius einen Tobsuchtsanfall bescheren würden.

„Wir haben uns geküsst“, bestätigt sie mir soeben meine gedanklichen Befürchtungen.

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BeitragThema: 604. Stopp   Di Jul 25, 2017 7:22 pm

604. Kapitel Stopp

Severus Sicht

„Du hast dir Zeit gelassen“, begrüßte ich sie am Abend, als die Ausgangssperre begann, mit der unüberhörbaren Verärgerung, die ich empfand, weil sie gestern Abend nicht bei mir erschienen war.

„Ich bin begehrt“, meinte sie daraufhin gleichgültig wegen meiner miesen Laune, aber vielsagend und ließ sich seufzend neben mir auf der Couch nieder. Sie wirkte etwas nachdenklicher als sonst und alles in allem sehr erleichtert, bei mir in meinem Reich Zuflucht gefunden zu haben.

„Mhm… und um keine Ausrede verlegen“, servierte ich ungerührt, gefangen in meinem Zweifel, wenngleich sie anscheinend wirklich nicht absichtlich mir und meinem Bett ferngeblieben war.

„Hahaha, bekomme ich auch was?“, meinte sie fast schon bittend und ich lüpfte eine Braue.

„Bediene dich“, meinte ich wegwerfend und ahnte, dass sie gemeint hatte, ich sollte ihr etwas bringen. So weit käme es noch!

„Pfff“, kommentierte sie trocken, sprang aber auf und trat an die Bar und wählte einen der stärkeren und ältesten Whiskeys aus, die ich hatte. Sichtbar hatte sie einen harten Tag hinter sich, aber ich fragte nicht, denn es war unnötig, da sie schon begann. „Die Gryffindors haben mich nicht mehr aus dem Gemeinschaftsraum gelassen und abartig genervt… das ging ewig lange, danach bin ich ohnmächtig zusammengebrochen“, rechtfertigte sie ihr fehlen und ich schürzte die Lippen.

„Mhm… die Lehrerschaft hat sich über die mangelnde Aufnahmefähigkeit ihrer Schäflein beschwert. Alle Schüler wirkten im Unterricht übernächtigt“, schnarrte ich spottend und sie tippelte mit ihrem Glas bewaffnet wieder auf mich zu.

„Warum wolltest du mich nochmal dahaben?“, plumpste sie fragend neben mir nieder. Anscheinend würdigte ich ihr um einen Tag verspätetes Erscheinen nicht genug.

„Vielleicht wollte ich nur deine werte Aufmerksamkeit völlig alleine genießen?“, offerierte ich ihr schnarrend und sie lachte perlend auf, als sie ihre Schulter wie selbstredend an meine lehnte und von unten zu mir hinauf linste, da ich noch immer sehr gerade dasaß.

„Tu nicht so, als ob dich Lucius stört“, entgegnete sie noch immer grinsend.

„Er stört mich“, schoss ich sofort mit Grabesstimme hervor.

Jetzt musste ich den Gockel auch noch ab und an in meinem Bett ertragen. War das zu fassen? Ich fand, ich konnte einem aus tiefster Seele leidtun!

„Er unterhält dich“, hielt sie mir schalkhaft und überhaupt nicht zweifelnd vor und trank einen guten Schluck von ihrem Drink.

„Das ist kleinlich…“, erwiderte ich schnöde, da sie zu meinem Leidwesen natürlich Recht hatte.

Ich bewegte mich minimal, indem ich meinen Arm anhob, der bisher auf der Lehne der Couch geruht hatte, um an meinem eigenen Glas zu nippen. Dabei registrierte ich, wie sie sich weiterhin an meine andere Seite schmiegte und sich ein einvernehmliches Schweigen zwischen uns bildete, das ich dann zu meinem eigenen Erstaunen brach.

„Wer hat das Bild aufgenommen?“, verfluchte ich mich selbst in der Sekunde, als diese vermaledeite Frage meinen Mund verließ und sie ihren favorisierten Platz, mich, verließ, da sie hochfuhr, um mich direkt mit einer reichlich entgeisterten Miene anzustarren.

„Wow, das ist mal ein Übergang…“, begann sie sich sichtbar zu amüsieren, so wie sie langsam immer breiter zu grinsen begann. „Dann gefällt dir mein Geschenk?“, resümierte sie schlussendlich zufrieden und prostete mir frech zu.

„Das habe ich nicht gesagt, ich habe gefragt, wer dich aufgenommen hat!“, erwiderte ich kleinlich und rührte mich kein Stück, als ihr glockenhelles Gelächter erklang und meine Räume erhellte.

„Du könntest auch einfach sagen: danke, ich habe mich sehr gefreut“, sagte sie mir vor, als sich meine Mundwinkel verzogen.

„Hermione“, drohte ich mit seidig tiefer Stimme, woraufhin sie die Schultern hochzog.

„Sag nicht meinen Namen derart… steif, dann könnte ich an meiner Erinnerung zweifeln…“, lag eine Doppeldeutigkeit in ihren Worten, die ich durchaus verstand, denn sie erinnerte daran, als wir zusammen im Bett waren. „Um auf deine Frage einzugehen, den Trank habe ich im Raum der Wünsche gebraut und Colin hat das aufgenommen. Colin Creevey. Er hat mir danach den Abzug gegeben und mich gefragt, woran ich gedacht habe, als ich das gebraut habe, da ich angeblich, um seinen O-Ton zu verwenden, verdammt heiß auf dem Bild aussehe…“, grinste sie mich schon wieder gut unterhalten an.

„Creevey“, schnarrte es von mir dunkel und kurz stellte ich mir vor, was so ein pubertierendes Weichei für Schweinereien in seinem Hirn produzieren könnte.

„Du wirst ihm kein Nachsitzen verpassen“, befahl sie leutselig, sodass es gar nicht wie ein harscher Befehl klang.

Bewundernswert, wie sie erriet was ich dachte, weshalb ich auch großmütig darüber hinwegsehen wollte und ganz plötzlich fing sie an zu kichern. Regelrecht aufrichtig und von Herzen kommend, was meine Braue in hohe Höhen katapultierte. Sie jedoch stellte ihr Glas ab und begann nun, an den Knöpfen meiner Weste herumzuspielen, woraufhin ich meine Hände auf ihre Finger legte und sie an meine Brust drückte.

„Wie war dein Treffen mit Draco?“, fragte ich eindringlich und musterte sie durchdringend.

Ich nahm schlicht an, dass sie eine Aussprache gesucht hatten und war aufrichtig gespannt, ob sie es zugeben, oder Ausflüchte suchen würde.

„Neugierig?“, fragte sie regelrecht übermütig und klemmte ihre Lippen zwischen ihre Zähne, als sie gegen meinen Griff ankämpfte und ich losließ, woraufhin sofort ihre Finger geschickt wieder damit anfingen, meine Knöpfe weiter zu öffnen.

„Hermione“, sprach ich sie daher nochmal seidig an, denn ja, ich wollte Antworten. Ich hatte den Blick gesehen, den Draco ihr immer mal wieder gesandt hatte.

„Du bist zu ungeduldig und ja, wir haben geredet, wir haben uns ausgesprochen…“, meinte sie leise, dabei bemerkte ich sofort, wie sie etwas zurückhielt, aber ich wartete ab, da ich ihren inneren Kampf bemerkte. Es fiel ihr alles andere als leicht, mit mir darüber zu reden. „Und… und wir haben uns verabschiedet, es war sehr…“, verstummte sie um Worte ringend.

„Emotional?“, perlte es mit einer gewissen Verachtung aus mir hervor, überrumpelt von der Vorstellung, was für ein Theater sie hier veranstalteten.

„Was?“, blickte sie mich erschrocken an. „Nein, es war ein nötiger Abschied… wehmütig, wenn du so willst…“, flatterten ihre Hände nun durch die Luft, aufgrund dessen ich sie mit schief gelegtem Haupt maß.

„Wie sah denn dieser nötige, wehmütige Abschied aus?“, triefte mein Sarkasmus ungehindert aus mir hervor und sie spitzte die Lippen, da ich unweigerlich bei solchen Worten Szenarien in meinem Kopf herumschwirren sah, die Lucius einen Tobsuchtsanfall bescheren würden.

„Wir haben uns geküsst“, bestätigte sie mir soeben meine gedanklichen Befürchtungen.

Jetzt zuckten meine Mundwinkel gut unterhalten, während ihr Ausdruck grimmig wurde. Aufgrund meiner Belustigung hörte sie auf, an meinen unzähligen Knöpfen zu spielen.

„Wenn das mal Lucius mitkriegt“, hielt ich mich in meiner Süffisanz nicht zurück, woraufhin ihr ein ziemlich abwertender Ton entwich.

„Ich bitte euch… übertreibt es nicht, ich bin immer noch ein freier Mensch!“, beschwerte sie sich umgehend mit unüberhörbarer Empörung, wegen der ich die Lippen schürzte.

„Bist du das?“, fragte ich mit tiefem Timbre nach und der Zweifel war mir durchaus anzuhören, dabei ruckte sie hoch und blickte mich sehr ernst an.

„Oh ja!“, entgegnete sie dann entschlossen und nickte zu mir hin. „Ich werde darum kämpfen, bis selbst ihr es verstehen werdet“, versprach sie überzeugt und ich neigte mein Haupt. Es war gut, zu sehen, dass selbst Lucius‘ Aufmerksamkeiten sie nicht völlig aus dem Gleichgewicht brachten oder in eine andere Person verwandelten. Meine Meinung über sie stieg.

„Eine Kampfansage“, murmelte ich leise, dabei bemerkte ich, wie sie versuchte, hinter meine Maske zu blicken, um zu ergründen, wie ich zu diesem intimen Abschied zwischen ihr und Draco stand, aber ich war nicht gewillt, sie so tief blicken zu lassen. „Wie unterhaltsam“, meinte ich daher dann zynisch, indes bemerkte ich, wie sie die Backen aufblies, um ihrer Entrüstung luftzumachen.

„Was war dieses Klavierzeugs mit Crouch?“, forderte ich umfänglichere Informationen, vor allem da mir dieser Typ wohl auf ewig ein unergründliches Rätsel bleiben würde und lenkte gekonnt ab.

Sie kam meinem Willen nach und ließ mich an der sonderbaren Situation in der heulenden Hütte teilhaben, sichtbar erleichtert, das Thema Draco beendet zu haben. Ich versuchte, mir dieses eigenwillige Bild des musizierenden Paares vorzustellen, aber irgendwie wollte es mir nicht so recht gelingen. Die Beziehung der beiden zueinander war skurril, aber ich würde nie den merkwürdigen Anblick vergessen, als sie ihm seine Seele wieder gegeben hatte.

Es gab Dinge, die waren so unvorstellbar, dass man sie einfach akzeptieren musste, auch wenn es mir nicht gefiel!

Ich bemerkte, dass sich selbst das Biest damit nicht richtig anfreunden konnte, so wie sie sich unter meinen Blicken wand. Sie schien um Worte zu ringen, weswegen ich ihr helfen wollte.

„Er ist wie ein infantiles Kind“, resümierte ich verächtlich in meinem Zynismus.

„Ich will kein Kind“, entfuhr es ihr entsetzt und sie ruckte hoch. „Außerdem ist er auch so unberechenbar in seinen Launen… aber seine Loyalitäten sind ausgeprägt!“, gestand sie zum Ende hin widerwillig ein und blies sich eine Locke aus der Stirn.

„Die Frage ist, zu wem gehört er mehr, zu dir oder zum Lord?“, gab ich mürrisch zu bedenken.

„Das wäre der Jackpot“, erwiderte sie sofort, schüttelte dann jedoch ihr lockiges Haupt. „Ufff, ich kann dir nicht sagen, zu wem es ihn zieht, eigentlich möchte ich, dass er nicht zu mir kommt…“, gestand sie sehr leise, aber auch sehr ehrlich.

„Du willst nicht zu ihm, aber er zu dir“, meinte ich dunkel und behielt sie ihm Blick, als sie sichtbar unwirsch mit den Augen rollte.

„Stimmt… ach, wobei ich ihm klar gemacht habe, dass er nicht kommen darf und ich hoffe inständig, dass ich nicht ständig in die Tasten hauen muss, um ihn zu besänftigen, dafür hab ich nämlich keine Zeit“, lachte sie freudlos auf und zog die Schultern hoch. „Ich denke aber, dass meine Drohung reicht, um ihn aus Hogwarts fernzuhalten. Sollte er nochmal hier auftauchen, schick mir deinen Patronus und ich kauf ihn mir“, bot sie an, weswegen ich überheblich die Lippen kräuselte.

„Ich habe die Schutzzauber verändert. So leicht kommt er hier nicht mehr rein“, grollte ich unwillig, denn ich ärgerte mich noch immer, dass er es überhaupt bis hinein geschafft hatte, aber es würde nicht nochmal geschehen. Nicht solange ich Herrscher über diese Stätte war!

„Wie wunderbar“, verstummte sie sarkastisch und blickte weg, als ich die Gunst der Stunde nützte und meine Neugier stillen wollte, weshalb ich zur nächsten Frage ansetzte.

Eine Sache, die mich beschäftigte, mehr als sie sollte, aber mein Wille, es wissen zu wollen, überwand meinen Stolz.

„Willst du mir noch von dem Vorkommnis erzählen, als du auf der anderen Seite warst?“, flüsterte ich leise, gefangen in der Erinnerung an die Senke, als Potter, Weasley und sie zusammen, jeder auf seine ganz eigene Weise, gegen den Horkrux des Lords gekämpft hatten. Sofort ruckte ihr Blick zu mir und es war ihr anzusehen, wie sie schwer schluckte und erstmal verstummte, um auf ihrer Lippe zu kauen. Ich zog eine meiner Brauen taxierend hoch.

„Wollen ja… dürfen nein…“, meinte sie dann entschuldigend und schüttelte das wirre Haupt unwillig, derweil ich etwas einwenden wollte, legte sich auch schon ihr Zeigefinger sanft auf meine Lippen. „Schsch", meinte sie verführerisch sanft und ihr Gesicht kam nahe an meines ran. „Das ist keine Ausrede“, entfuhr mir ein zweifelnder, da sehr ironischer Ton.

„Doch, es ist wie dein Ritual als Schulleiter. Ich darf und ich kann nicht darüber reden“, erklärte sie mir eindringlich wie selten ihre Gründe und ich hob die zweite Braue, schielte auf ihren Finger und seufzte leise.

Das Leben wäre auch zu leicht ohne die Gesetze der Magie, weshalb ich meine Lippen unter ihrem Finger zu einem sarkastischen Grinsen verzog, das sie sichtbar erleichtert erwiderte.

„Und mit Grindelwald?“, forderte ich mit rauer Stimme zu erfahren und sofort zog sie ihren Finger schuldbewusst von meinen sich bewegenden Lippen.

„Er ist ein Nekromant“, erwiderte sie schlicht, als würde das alles sagen.

„Verstehe“, entwich mir nur dieses eine Wort, gemischt mit einer Prise Sarkasmus.

„Wirklich“, zweifelte sie umgehend, als ich schnaubte.

„Ja!“, meinte ich knapp, denn ich verstand wirklich.

Wenn ich damals den letzten Schritt gegangen wäre, dann könnte und würde sie wohl offener mit mir über diese andere Welt reden, aber da ich es nicht getan hatte, würde sie es nicht können. Ein Fakt, den ich akzeptieren konnte und würde. Diese andere Welt war für jeden von uns ein Mysterium. Jedoch war ich aus mannigfaltigen Gründen nicht bereit, diesen Schritt zu gehen. Ich würde meine Entscheidung nicht noch einmal überdenken. An sich war es gut, dass sie zumindest eine Person hatte, mit der sie genau über die Probleme auf der anderen Seite reden konnte, der nicht der Dark Lord war. Was wollte man mehr? Zumindest versuchte ich, mir gut zuzureden!

„Nun…“, schob ich sie entschieden etwas von mir und Unwohlsein huschte über ihre Züge. Kurz wirkte sie besorgt, ob ich eingeschnappt sein könnte, aber das war ich wirklich nicht. „Dann würde ich sagen, ab ins Bett“, verkündete ich daher amüsiert und zog sie mit Schwung auf ihre Füße.

„Uhhh“, entschlüpfte es ihr überrascht, aber nicht abgeneigt. Anscheinend glaubte sie mir nun, dass alles gut war zwischen uns, weswegen ihre Augenbrauen frivol tanzten. „Dann hoffe ich, dass der werte Herr Schulleiter gedenkt, dann nicht nur darin zu schlafen“, meinte sie frech und leckte sich verführerisch über die Lippen, woraufhin ich ihr nur einen langen Blick schenkte, der eigentlich alles sagte.

Nämlich, dass sie darauf Gift nehmen konnte, dass ich es genießen würde, mit ihr alleine zu sein, ohne die Bedürfnisse und Fisimatenten eines Dritten!

Severus Sicht Ende

Hermiones Sicht

Nach dieser erhellend schönen Nacht, in der Severus und ich uns ohne Wenn und Aber hingegeben und festgestellt hatten, dass sich trotz unserer letzten Exkursion mit Lucius nichts zwischen uns geändert hatte, war ich beruhigt und wesentlicher geerdeter.

Vor allem als er wie ein wildes Tier über mich hergefallen war, hatte ich mich bestätigt gefühlt und da ich diese Lust hemmungslos erwiderte hatte, war alles wie immer. Somit konnte ich das Erlebte sehr viel leichter verarbeiten. Wobei mir die Gespräche mit Gellert und den Twins ebenfalls geholfen hatten. Alles in allem fühlte ich mich erschreckend erholt und ausgeruht.

Während ich meinen Kaffee trank, ließ ich meine Blicke über die Frühstückstische gleiten. Lavender sah an diesem Morgen nicht mehr störrisch, sondern nur noch fertig aus, weshalb ich hoffte, dass sie keinen Unfug machen würde. Ihre Freundin Parvati sprach auf sie ein und streichelte ihr über den Rücken. Es war gut, wenn sie sah, dass sie in beiden Welten Akzeptanz erfuhr und es ließ mich tatsächlich hoffen, dass meine Kameraden wirklich darüber hinwegsehen konnten, dass Lavender nichts Halbes und nichts Ganzes mehr war.

Kurz wagte ich mich zu fragen, ob es Bill ähnlich ging, ob auch er Probleme hatte, aber auf dem Ball hatte er sehr normal und in sich ruhend auf mich gewirkt. Mir ging durch den Kopf, ob vielleicht seine Verbindung mit Fleur, die eine Halbveela war, ihm vielleicht vieles erleichterte. Eben weil sie es verstand, nichts Halbes und nichts Ganzes zu sein. Auf der anderen Seite war er ein gestandener Mann, der von der Liebe seines Lebens aufgefangen worden war, vielleicht war das der entscheidende Unterschied.

Ein anderes Beispiel war Remus, kam dieser doch auch nicht mit seinem Schicksal zurecht und haderte wo es nur ging. Dabei war er eindeutig ein Werwolf, naja, wie man es erwischte, es war kein Zuckerschlecken.

Für keinen von uns Andersartigen war es leicht, seine Stellung innerhalb dieser magischen Welt zu finden, denn sobald wir etwas anders waren, oder wurden, sahen sie uns schief an!

Da bemerkte ich das schiefe Lächeln, das die beiden Mädchen tauschten und dachte mir, Hoffnung zu haben war immer gut. Nur solange sie sich nicht auf Fenrir einlassen wollte, sah ich eigentlich keine Chance, ihr dabei helfen zu können, ins Rudel zu kommen. Und darin würde ich sie unterstützen. Sie musste ihn nicht nehmen, wenn sie ihn nicht wollte und das würde ich in seinen Dickschädel schon noch reinbekommen. Gut, gleichzeitig wäre dadurch auch Patrick für sie gestorben, aber Kompromisse waren das halbe Leben. Somit würde sie daraufhin ihr Glück in der Welt der Magier finden müssen.

Weiter schweifte mein gedankenverlorener Blick, ging über die Masse an unruhigen Schülern hinweg. Leider war einigen der Wille trotz Severus‘ Warnung Krawall zu stiften anzusehen. Hannah, Neville und Ginny taten sich besonders hervor, aber das war dann ihre Entscheidung.

Weshalb es mich nicht aufhielt, zu den Slytherins zu blicken, die waren wiederum ein ganz anderes Blatt Papier, so unleserlich wie ihre Masken waren; selbst bei den Kleinsten, den Erstklässlern war nichts zu ergründen.

Dracos Anblick und wie er meinen Blick erwiderte ließ mich schließlich erstarren.

Was ging da vor? Was war passiert? Er hatte seine absolut unleserliche Malfoy-Maske aufgesetzt und als er meinen Blick bemerkte, nickte er mir nur höflich und absolut nichtssagend zu. Sofort setzte ich mich noch aufrechter hin und musterte Blaise, Astoria, Theo, Crabbe und Goyle und all die anderen, als mir zum ersten Mal bewusst auffiel, dass Pansy am Tisch fehlte.

Sie fehlte auch die letzten Tage. Wann hatte ich Pansy zuletzt gesehen?

„Wo ist Pansy Parkinson?“, fragte ich daher Seamus, der neben mir saß und der mich nun mit einem schmalen, etwas angespannten Lächeln ansah.

„Fällt dir jetzt erst auf, dass sie fehlt?“, kam es von diesem irritiert zurück, als sich Neville, der mir gegenübersaß, weit über den Tisch vorbeugte.

„Seit dem Ball hat sich an den Problemen um Pansy nichts verändert“, meinte er lauernd und ich runzelte die Stirn. Was für ein Problem? Anscheinend hatte ich elementare Wissenslücken. „Theo hat Angst um sie, vor allem nachdem sie nicht zur Schule erschienen ist“, blickten mich einige Gryffindors enttäuscht an.

Sie zeigten mir deutlich, was sie davon hielten, dass ich sichtbar von nichts eine Ahnung hatte, sodass ich die Schultern hochzog.

„Mhm…“, murmelte ich daraufhin nur unwohl und das Gespräch verstummte.

Ich hatte keinen blassen Schimmer, was sich für ein Drama abspielte und blickte taxierend zu den Slytherins und mich beschlich das Gefühl, dass sich etwas zusammenbraute, derart sonderbar wie sich die Slytherins verhielten.

Es war an sich nichts zu sehen, aber doch war es für mich offensichtlich, dass Draco etwas plante und dass Theo etwas belastete, derart hektisch wie seine Augen hin und her huschten.

Die Frage aller Fragen lautete: sollte ich mich einmischen, ja oder nein?!

Danach hatten wir Schule und ich fügte mich, wenngleich meine Gedanken woanders waren. Als das Mittagessen nicht weniger sonderbar verlief, fasste ich meinen Entschluss.

Heute würde ich in die Kerker gehen und mich informieren. Gerade Harry war wichtig, was mit Pansy passierte, weshalb ich Interesse daran zeigen sollte, was dort vor sich ging, denn die Gryffindors wussten einfach zu wenig, als dass ich mit den dünnen Informationen etwas hätte anfangen können. Noch während ich den Entschluss feierte und einen Löffel Suppe nahm, kam mir mein allzu bekanntes Glück dazwischen, denn plötzlich landete ein unscheinbarer Waldkauz mit der Grazie eines Trolls vor mir und verteilte Suppe über den ganzen Tisch, da er den Teller von Colin umwarf.

„Was macht der denn hier?“, „Doofes Vieh.“, „Zu wem will der denn?“, erregten sich die Gemüter, die versuchten, das Chaos an unserem Tisch kleinzuhalten, vor allem da die Postzustellung eigentlich nur Morgens war.

Aber ich nahm meinen Namen auf dem Umschlag, den das Tier um den Fuß herum trug, mit Gleichmut wahr und schluckte schwer. Post war nie gut und sie dann auch noch mittags zu erhalten ließ mich das Schlechteste ahnen. Sodass ich mir trotz der Hektik um mich herum, die das Vieh ausgelöst hatte, der Beobachtung so einiger trotzdem sicher sein konnte. Unauffällig war was anderes. Eilig riss ich daher selbst mit Interesse gesegnet den Brief auf und las die wenigen Wörter, die genau eine Zeile ergaben und ruckte hoch, sodass sich mein Teller ebenfalls über den soeben von meinen Kameraden gereinigten Tisch ergoss und wieder einige loskreischten, zusammen mit dem sich erhebenden Kauz, der genug von dem Geschrei hatte.

„Incendio“, ließ ich den Brief noch vor Ort in Flammen aufgehen und biss die Kiefer grimmig aufeinander.

Einige der Gryffindors quietschten wieder überrascht aufgrund der hochlodernden Stichflamme auf, die über ihre Köpfe hinweg den Brief verkohlte. Vielleicht war der Spruch etwas stärker ausgefallen als von mir gewollt.

„Ups“, meinte ich noch entschuldigend.

„Musst du so was machen?“, fuhr mich Ginny auch schon erregt an und keuchte, dabei schlug sie auf ihrer Brust herum, da sich ihre Haarspitzen hochkrausten, die ein wenig angesengt waren und sofort breitete sich ein Gestank nach verbranntem Haar um mich herum aus, was mich an meinen eigenen kleinen Feuerunfall erinnerte, aus dem mich Patrick errettet und der mir eine Glatze beschert hatte, keine schöne Erinnerung.

„Wuhhh“, kam es hustend auch von Seamus, unserem sonstigen Feuerteufel, da er etwas Rauch abbekommen hatte.

„Sorry… ich…“, stotterte ich los und stolperte eher unelegant über die Bank.

„Du bist weg“, lachte Seamus trotz seines Hustenanfalls gut unterhalten los und winkte mir, als ich mich umdrehte und ohne mich um die anderen zu kümmern wie von Teufeln gehetzt aus der Halle lief.

Hermiones Sicht Ende

Severus Sicht

Nach dieser Nacht, die mir durchaus zur Ehre gereichte, hatte ich mich in meinem Büro verbarrikadiert, da ich der nervigen Schule entfliehen wollte. Jedoch nervte dafür das Ministerium zusammen mit dem Schulrat, die sich noch mehr in die Belange der Schule einmischen wollten.

Nur würde eher die Hölle zufrieren, als dass ich zu Lucius, dem Vorsitzenden des Rates, gehen würde, um ihm zu sagen, er solle diese Verrückten zurückpfeifen. Das würde ich selbst übernehmen. Sie wollten nun die Trennung innerhalb der Häuser weiter aufbrechen und darüber hinaus nach Blutstatus einteilen.

Ich war von stupiden, unvorstellbar blasierten Idioten umgeben!

Und ich als Halbblut fühlte mich auf den Zeh getreten und wenn diese Idioten wüssten, woher der Dark Lord stammte, würden sie tot umfallen!

Diese Anmaßung, manchmal malte ich mir aus, wie es wäre, ihnen unter die Nase zu reiben, dass der Dark Lord nicht so makellos war wie er es immer hinstellte. Außerdem ging mir das Getue auf den Senkel, dass er sich weiterhin seit Wochen und Monaten auf dem Kontinent rumtrieb und Lucius und mir die Führung anvertraute. Auch wenn Lucius nichts verlauten ließ, wusste ich, wie eingespannt er tatsächlich war, um all den Aufforderungen gerecht zu werden und die Abwesenheit des Lords zu kompensieren.

Als dann die Zauber anschlugen und jemanden meldeten, dachte ich, die Pein zu haben, mal wieder von Minerva mit ihrem Protest über Gott und die Welt malträtiert zu werden, aber dass das Biest mich so schnell schon wieder beehrte überraschte mich. Wenn hätte ich sie frühestens heute Abend in meinen Gemächern erwartet.

„Was verschafft mir die Ehre?“, schnarrte ich daher auch von oben herab, aber ich registrierte ihre gehetzte Miene und ihre beschleunigte Atmung. Sie musste zu mir gerannt sein.

„Ich muss gehen“, stieß sie auch schon knapp aus.

„Jetzt?“, fragte ich minimal verärgert nach, aber anscheinend hatte sie dies geahnt, sonst wäre sie wohl ganz ohne Abmeldung verschwunden.

„Umgehend“, stellte sie mit hartem, durchdringendem Blick fest und ich neigte nur stumm mein Haupt. Hier war nicht der rechte Ort, den Grund für ihren überstürzten Aufbruch zu erfragen, als sie herumwirbelte um zu verschwinden.

„Warten Sie“, hallte die Forderung kompromisslos durch den Raum und sie wirbelte an der Tür herum.

„Albus… ich habe für Sie gerade keine Zeit“, meinte sie wegwerfend und umfasste die Türklinke.

„Finden Sie… dass Sie den richtigen Weg beschreiten?“, fragte er mit dieser salbungsvollen Stimme, die einen mörderisch wütend machen konnte und gab nicht so schnell auf.

„Das könnte man Sie ebenso fragen, oder?“, hielt sie sich nicht zurück, als sie mit der ihr innewohnenden Bissigkeit zurückschoss.

„Das steht nicht zur Debatte“, meinte er sofort, gefangen in der Ansicht, über uns allen zu stehen, bevor er gewichtig seinen gemalten Zeigefinger in die Luft reckte. „Ich bin nicht mehr…“, erwiderte er schlicht. Ein Fakt, der sie seufzen ließ.

„Was werfen Sie mir vor?“, drängte sie und kam wieder einen Schritt zurück ins Zimmer.

„Dieser Weg zu allem Unnatürlichen…“, mahnte Albus hochtrabend. Ich schürzte daraufhin die Lippen und verfolgte, wie auch die anderen Portraits, diese entbrennende Debatte.

„An dem auch Sie Schuld tragen!“, schleuderte das Biest ihm nachtragend entgegen und zum ersten Mal gab sie sich nicht die Mühe, ihre Miene ausdruckslos zu lassen. Sie zeigte vor den Gemälden als auch vor mir Emotionen, die sie älter wirken ließen als sie war.

„Ich?“, hatte sie ihn hörbar überrumpelt.

„Ja, Sie!“, wich sie nicht von ihrer Meinung ab, sondern zielte mit ihrem ausgestreckten Finger auf ihn. „Sie, der Uninteressierte für alles andere, für alles Unwichtige. Sie und der Orden haben nur an Harry Interesse gezeigt! Und nein, unterbrechen Sie mich nicht…“, drohte sie und der alte Mann auf dem Bild schloss wieder den Mund. „Ich weiß, wie wichtig Harry ist und das ist auch in Ordnung, aber es hat alles Gründe, die uns zu dem machen, was wir sind und zu dem wir werden…“, begann sie eindringlich und plötzlich wurden mir wieder die Anfänge gegenwärtig.

Damals am Grimmauld Place, Black, diese Nervensäge, und dann das Biest, das es nicht mehr geschafft hatte, vor mir die regelgetreue Streberin zu spielen. Die den Nervenkitzel auf so mannigfaltige Weise gesucht hatte, dass es nur eine Frage der Zeit gewesen war, bis sie aufflog, als logische Konsequenz ihrer Eskapaden. Ich erinnerte mich an ihre Scharade, als sie mich mit Minna an der Nase herum geführt hatte und wie sie das ganze Haus nach ihrer Pfeife tanzen ließ, ohne dass es die anderen bemerkten.

Ja, im Nachhinein betrachtet waren gerade die Anfänge einer spannenden Analyse wert, all dies hier war eine logische Konsequenz dessen, was damals passiert war, jedoch riss mich ihre sich überschlagende Stimme wieder ins Hier und Jetzt zurück.

„Ich bin niemand, der sich hinsetzt und nichts macht! Das war ich nie und ich sah mich gezwungen, etwas zu tun und ja, ich sah in der Nekromantie meine Chance und ich nutze sie… für… für mich…“, wurde sie zum Ende hin wieder ruhiger, während sich eine lastende Stille ausbreitete und sie tief Luft holte. „Dass ich dann das geworden bin, was ich nun bin… das… das war nicht geplant…“, gestand sie dann jedoch mit sehr leiser Stimme und man sah ihr an, dass sie selbst damit zu hadern schien, zu was sie geworden war.

Ich musste an gestern Abend denken, als sie mir gegenüber bekannt hatte, dass sie nicht mit mir darüber sprechen konnte, über ihr Anderssein, da sie nur mit Gleichgestellten reden konnte! Fast sofort fühlte ich Bedauern, dass mir das Wissen um diese andere Welt verborgen blieb!

„Sie hätten auch um Hilfe bitten können!“, erklärte Albus richtiggehend beleidigt klingend, woraufhin sich meine Braue anhob.

„Warum?“, kam es umgehend von ihr und so etwas wie Unverständnis zeichnete ihre Miene.

„Warum? Ja, warum sahen Sie sich gezwungen, keinen darauf aufmerksam machen? Die Weasleys? Sirius Black, Remus Lupin… mich…?“, insistierte das Portrait eindringlich und ich war kurz gewillt, mit den Augen zu rollen. Kannte er sie wirklich so wenig?

Sie schüttelte sich auch kurz ungeduldig, wandte sich aber noch nicht ab.

„Weil Sie an niemand anderem und seinen Lebensumständen Interesse haben“, servierte sie eiskalt ihre Meinung und einige Gemälde holten zischend Atem, während sie ungerührt fortfuhr: „Der Lord war wiedergekehrt und meine Eltern konnten sich nicht vor dem Lord schützen… nur deshalb“, verkündete sie nüchtern. „Es war eine kalkulierte Entscheidung!“, blickte sie kalt lächelnd zu Albus.

„Warum haben Sie nicht gefragt? Ich habe in meinem Leben viel, sehr viel falsch gemacht, das weiß ich, aber Sie hätten von mir jede Hilfe erhalten!“, räumte Albus widerstrebend aufrichtig und ehrlich ein, woraufhin er sie regelrecht bewegt maß, als sie freudlos auflachte.

„Almosen?“, zeigte sie sich verächtlich. „Wieso sollte ich? Wenn ich… oder wir Muggelgeborenen es Ihnen nicht wert sind, Beachtung zu finden, dann müssen wir uns selbst helfen, oder gar nicht!“, zeigte sie sich ungetrübt in ihrer Gehässigkeit, aber ich konnte ihren stolzen Standpunkt verstehen, wenngleich es ein harter Standpunkt war.

„Sie sind zu arrogant!“, kam es auch sofort ungleich beleidigt von meinem Vorgänger.

„Vielleicht“, gab sie unumwunden zu. „Aber ich zahle hundertmal lieber täglich für diese Arroganz als zu Ihnen DANKE zu sagen!“, spie sie ihm derart böse vor die Füße, dass ihm sein Mund aufging.

Sie wirbelte auf dem Absatz herum und verschwand türschlagend!

Sie war in diesem Moment ebenfalls offen und sehr ehrlich, denn ihr Wagemut und ihre Bereitschaft, Grenzen zu überschreiten hatten sie dorthin gebracht, wo sie nun stand.

Ein SoulGatherer, verlobt und an dem Lord gebunden. Ja, sie zahlte viel dafür, dass sie diesen Weg beschritten hatte, aber sie verdeutlichte sehr einmalig, wie viel lieber ihr das war, als Albus auch nur das kleinste Bisschen schuldig sein zu müssen und wäre es nur ihr Dank!

Dass sie damit Albus Dumbledores Stolz traf und ihn tief verletzte, war ihr vielleicht nicht gegenwärtig, aber mir schon. Er legte gewöhnlich so viel Wert darauf, als der große Gönner und heilsbringende Gutmensch anerkannt zu werden.

Was für ein einmaliger, da dramatischer und einer Malfoy sehr würdiger Abgang und ich zollte ihr zynischen Beifall, da sie geschockte und damit endlich mal stille Portraits zurückließ. Nur Black kicherte vergnügt vor sich hin, während ich es mir verbiss, einen Ton von mir zu geben und nur ungerührt eine Akte aufschlug und so tat, als ginge mich das ganze Theater hier nichts an!

Severus Sicht Ende

Hermiones Sicht

Nachdem ich Severus der Nervigkeit von Albus mitleidlos überlassen hatte, raste ich weiter durch das Schloss. Ich hatte mich von dem alten Quacksalber viel zu lange aufhalten lassen, aber seine überhebliche und blasierte Art, dass ich alles falsch gemacht und falsche Entscheidungen getroffen hatte, machte mich unendlich wütend.

Wer hatte auf dem hohen Ross gesessen und nur auf das Offensichtliche gestarrt?

Er!

Er sollte die Stärke und Größe besitzen, sich einzugestehen, dass er nicht grundlos Teilschuld an allem trug!

Nicht dass ich nicht meine eigenen Unzulänglichkeiten erkannte. Ich war mir und meinen Fehlern gegenüber nicht blind, bei weitem nicht, aber ich war arrogant genug, sie als kleineres Übel hinzunehmen. Ich hatte damals gesehen, dass ich allein dastand und hatte in einem Anfall von Übermut und Selbstüberschätzung gedacht, dass ich das alleine hinbekommen würde.

Naja, ich hatte es hinbekommen, irgendwie!

Mich machte seine Art einfach fuchsteufelswild. Er schaffte es immer wieder, dass ich ihm selbst im Tod noch liebend gerne den Hals umdrehen würde. Er selbst sah sich als fehlerlos und unfehlbar und wenn etwas schieflief, dann waren es die anderen, in dem Fall ich, weil ich nicht hilfesuchend angekrochen gekommen war.

Was bildete sich dieser alte Idiot ein, wer er war?

Mit Wut im Bauch apparierte ich zu den Koordinaten, die mir in dem Brief übermittelt worden waren.

Ich landete auf einem Hügel und überblickte eine sanfte, wellige Landschaft im kühlen Wind des mittäglichen Wintertages. Doch die Schönheit der Landschaft trog, da die spitzen Schreie, die zu mir dröhnten, weniger zu diesem ländlichen Idyll passten und mir den Weg zu einem kleinen dichten Wäldchen wiesen.

Kurz holte ich Atem und dann lief ich los, kämpfte mich durch die Büsche, bis die Schreie abrupt verstummten.

Fuck, gab ich nochmals mehr Gas und verfluchte Albus und mich. Im nächsten Moment erreichte ich das kleine Lager, das sich vor mir wie eine Oase des Grauens auftat und versuchte, in Gänze zu erfassen, was sich vor mir abspielte. Der aufziehende Frustrationskopfschmerz rotierte direkt über meinem Schädel und manifestierte sich zu einer fiesen Migräne.

Mir war es, als wäre ich im Gewölbe gelandet!

Sprachlos starrte ich auf das vor mir, für mich übelkeitserregende Geschehen und blickte mit zunehmendem Zorn auf den nackten Hintern, der sich rhythmisch klatschend und schlagend bewegte. Das Gekeuche dabei klang unheimlich obszön.

„Uhhh, mach schnell, ich bin gleich dran“, rief der eine erregt, während der andere stöhnende Töne von sich gab.

Dann traf mich Scabiors Blick!

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Kapitel 603-604
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